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Wolfurt 2010 03 Herbst Wolfurt 21.09.2010 19.11.2012, 18:24 wolfurt HERBST 2010 Blick ins Gemeindegeschehen Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger! Die Urlaubszeit ist vorbei und die meisten von uns hat der Alltag bereits wieder eingeholt. Ich hoffe, Sie hatten eine erholsame Zeit und sind nun wieder gerüstet für einen bewegten Herbst. Auch im Sommer hat sich einiges in unserer Marktgemeinde getan. Hochwasser hat auch Wolfurt nicht verschont Nach der langen Regenperiode im Mai und Juni dieses Jahres geriet der Hang oberhalb des Hauses Frickenescherweg 7 Anfang Juli ins Rutschen und drohte, das Haus zu zerstören. Kurzfristig musste eine Evakuierung angeordnet werden. Geologische Untersuchungen erforderten das sofortige Entlasten des Hanges durch Abbaggern von einer ca. 2 m dicken Erdschicht. Dies wurde in Zusammenarbeit mit der Wildbach- und Lawinenverbauung unverzüglich als Sofortmaßnahme in Angriff genommen. Auch die Ausleitung des Tobelbaches oberhalb der Bucher Straße wurde beschädigt. Die Starkregenfälle Mitte Juli haben lange Zeit keine gröberen Schäden bei uns verursacht, lediglich der Rickenbach ging im Bereich Dornbirner Straße/Kesselstraße am 24. Juli auf Grund einer Verklausung über die Ufer. Die Situation konnte von den Einsatzkräften aber rasch entschärft werden. Rutschungen im Ippachwald wurden von der Bringungsgenossenschaft Ippach dankenswerterweise teils bereits in Eigenregie behoben. Bis zum 5. August meinten wir, mit einem „blauen Auge“ davon gekommen zu sein. Doch in dieser Nacht regnete es 155 l/m² und innerhalb 1-2 Stunden wurden die ansonsten wenig Wasser führenden Bäche (Ippachbach, Rebbergbach, Eulentobelbach und Bannholzbach) zu reißenden Flüssen. Die durch das Siedlungsgebiet führenden Verrohrungen dieser Bäche konnten die Wassermassen nicht mehr aufnehmen. Die Wassermassen, angereichert mit Schwemmholz, Geröll und Schlamm, suchten sich neue Abflusswege und überschwemmten zahlreiche Keller. Auch Straßen, wie beispielsweise die Gemeindestraße im Eulentobel, wurden stark beschädigt. Der Eulentobelbach fand seinen Weg über die Hofsteigstraße und setzte die Tiefgarage der Wohnanlage Rebberg unter Wasser. Die L 3 wurde in der Folge ebenfalls überflutet. Das Werk 2 der Firma Doppelmayr im Kella stand tief unter Wasser, ebenso die angrenzenden Wohngebäude am Schnepfenweg. Die Bildsteiner Straße war zeitweise unpassierbar. Am Frickenesch mussten kleinere Hangrutschungen registriert werden. Auch an der Alten Bucher Straße waren größere Setzungen aufgetreten, die ein Abrutschen befürchten ließen. Der Landesgeologe gab aber die Benutzung wieder frei. Im Abrissbereich werden täglich Messungen durchgeführt. Der Hang ist bisher ruhig, steht jedoch weiterhin unter Beobachtung, um gegebenenfalls rasch reagieren zu können. Ausbaggern der Anlandungen, Rickenbach Überflutung Bannholzbach Eulentobel 2 Aus dem Rathaus Das Zusammenwirken von Feuerwehr, den Mitarbeitern vom Bauhof sowie verschiedenen Firmen, die mit schwerem Gerät mithalfen die Schäden einzudämmen und provisorisch zu sanieren, hat bestens funktioniert. Auch Landeshauptmann Sausgruber konnte sich vom besonders guten Zusammenarbeiten der Einsatzkräfte in der Katastrophennacht vom 5. auf den 6. August überzeugen. Unsere Feuerwehrmänner wurden alleine in dieser Nacht zu 50 Einsätzen gerufen. Unterstützt wurde sie von den Nachbarwehren Kennelbach und Bildstein. Es hat sich gezeigt, dass die Investitionen in eine gute Infrastruktur richtig und notwendig sind. Ich möchte mich bei allen Feuerwehrkameraden, bei den Mitarbeitern vom Bauhof und den beteiligten Firmen recht herzlich für diesen tollen Einsatz bedanken. Mein Dank gilt aber auch jenen Wolfurterinnen und Wolfurtern, die selbst Hand angelegt haben, um betroffenen Nachbarn zu helfen, oder ihr eigenes Hab und Gut versuchten zu schützen. Soweit Schäden nicht durch Versicherungen gedeckt sind, besteht die Möglichkeit, beim Katastrophenfonds um Zuschüsse anzusuchen. Das Antragsformular steht zum Download auf unserer Homepage bereit. Für weitere Auskünfte und Hilfestellungen stehen Ihnen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rathaus gerne zur Verfügung. Inzwischen wurden alle Schäden vom Land, Abt. Wasserwirtschaft aufgenommen. In diesen Tagen sollte der schon seit langem überfällige Gefahrenzonenplan bei uns eintreffen. Aus diesem werden dann die verschieden Maßnahmen abgeleitet und nach Priorität abgehandelt. Wohnanlage Rebberg Werk 2 Fa. Doppelmayr Dringende Bitte an alle Waldbesitzer Bei Starkniederschlägen kommt es immer wieder vor, dass Totholz, Abfall etc. die Schotterfänge und Verrohrungen verstopfen. Ich bitte daher dringend alle Waldbesitzer im Einzugsgebiert der Bäche, die Wälder aufzuräumen bzw. Totholz zu entfernen. Wenn Bäume nicht mehr sicher im Erdreich verankert sind, bitte ich Sie, sich mit unserem Waldaufseher Jürgen ERNST (Tel.: 0664/625 5616) in Verbindung zu setzen. Ich bedanke mich jetzt schon für Ihre tatkräftige Unterstützung! Wertstoffinseln - es reicht!!! Leider muss immer wieder festgestellt werden, wie leicht sich manche Zeitgenossen die Abfalltrennung machen und ihren unsortierten Abfall einfach an den Wertstoffsammelstellen oder öffentlichen Mülleimern entsorgen. Plastik-, Rest- und Bioabfall sind zu Hause zu entsorgen und gehören nicht an die Sammelinseln! Trotz mehrerer Aufrufe und Informationskampagnen hat sich die Situation über die Sommermonate eher noch verschlechtert. Abgesehen von Geruchsbelästigungen und einem schlechten Ortsbild verursachen diese illegalen Ablagerungen alleine in Wolfurt rund 20.000,-- Euro an Aufräumkosten. Diesen unnötigen Mehraufwand bezahlt jede und jeder Einzelne von uns. Der Gemeindevorstand hat nun diese Angelegenheit an den Umweltausschuss delegiert, der über entsprechende Maßnahmen diskutieren wird. Womöglich ist in Zukunft mit entsprechenden Sanktionen zu rechnen. Aus dem Rathaus 3 Blick ins Gemeindegeschehen Nachbesetzung Gestaltungsbeirat Nach dem Ableben unseres geschätzten Arch. Hans Purin war es uns wichtig, wieder eine geeignete Person für unseren Gestaltungsbeirat zu finden. Diese sollte nicht nur eine anerkannte Person ihrer Branche sein, sondern vor allem Erfahrungen mit und die Liebe zu alter Bausubstanz mitbringen. Mit Dip. Ing. Architektin Beate NadlerKopf haben wir eine besonders engagierte Nachfolgerin gefunden. Frau Nadler-Kopf studierte in Innsbruck und sammelte ihre Erfahrung bei Manzl/Sandner, Köberl in Innsbruck bzw. bei Zumthor in Chur. Seit 1993 betreibt sie ein eigenes Büro. Beate Nadler-Kopf erhielt für ihre Arbeit bereits mehrere Preisauszeichnungen. Die Renovierung des Freihof Sulz, die als besonders gelungen bezeichnet werden darf, brachte unserem neuen Gestaltungsbeiratsmitglied die Nominierung zum Staatspreis für Architektur und Nachhaltigkeit 2010 ein. Wir freuen uns auf eine fruchtbare und nachhaltige Zusammenarbeit. > Fortsetzung „Sternen“ wächst aus dem Boden Allmählich sind die Formen des „Sternen“ erkennbar. Die Arbeiten schreiten gut voran und wir sind zuversichtlich, den geplanten Eröffnungstermin (11. Juni 2011) einhalten zu können. Wir sind überzeugt, dass das neue Hotel eine deutliche Belebung für unsere Gemeinde und die gesamte Region bringen wird. Der Geschäftsführer Richard Zünd wird sich in den nächsten Wochen und Monaten direkt mit unseren Betrieben und Vereinen bezüglich zukünftigen Arrangements in Verbindung setzen. Besonders erfreulich ist, dass bereits mehrere Wolfurter Unternehmen Bauaufträge bei der Umsetzung dieses Achtmillionenprojektes bekommen haben. Lesen Sie weitere Details auf den Seiten 8/9. L 3 - Hofsteig-Ader - feierliche Eröffnung Der Baufortschritt an der Achstraße geht planmäßig voran. Der Bereich Fitzkurve dürfte beim Erscheinen unserer Wolfurt-Info bereits wieder für den Verkehr frei gegeben worden sein, sodass nun am 3. Bauabschnitt zügig weiter gearbeitet werden kann. Erfreulich ist, dass sich die Arbeiten bisher innerhalb des vorgegebenen Budgets bewegen. Die Fertigstellung des ersten Teilstückes der Hofsteig-Ader wird natürlich gebührend gefeiert. Ich darf Sie daher heute schon zur Eröffnung am Samstag, 9. Oktober 2010, recht herzlich einladen. Über die Details für dieses Fest wird rechtzeitig informiert. Start in den neuen Bewegungsstudios Endlich ist es so weit. Die Marktgemeinde Wolfurt hat bereits letztes Jahr im Fabrikgebäude der Firma Böhler Josef GmbH, Dornbirner Straße 8, im 2. Stock, 1.000 m² angemietet. Zielsetzung war es, Räumlichkeiten zu errichten die hauptsächlich jenen Vereinen zur Verfügung stehen, die Gymnastik-, Spiel- und Tanzgruppen betreiben, also nicht unbedingt eine Sporthalle benötigen. Damit stehen in Zukunft die großen Sporthallen jenen Vereinen zur Verfügung, die sie auch tatsächlich brauchen. In den letzten Monaten wurden um ca. EUR 120.000,-- drei großzügige Bewegungsräume errichtet. Natürlich wurden die Nutzer entsprechend eingebunden, damit die einzelnen Gruppen möglichst ideale Voraussetzungen finden. Alle Räume verfügen über viel Tageslicht und sind freundlich gestaltet. Audioanlagen und diverse Gymna- 4 Aus dem Rathaus stikgeräte gehören natürlich auch dazu. Ein Raum wurde mit einer Spiegelwand bestückt. Auch die Vermieterin musste erhebliche Investitionen ins Gebäude tätigen. So mussten z.B. in allen Stockwerken neue Brandabschnitte installiert werden. Auch das Außengelände wurde adaptiert. Stellvertretend für die Böhler Josef GmbH darf ich mich bei Lorenz Böhler und bei Dipl. Ing. Peter Meusburger für die gute Zusammenarbeit bedanken. Mein Dank gilt aber auch unserem Liegenschaftsverwalter Alexander Wohlmuth, der die Baukoordination inne hatte, sowie Manuela Bundschuh, die mit den Vereinen Termine und Bedürfnisse abklärte. Die Bewegungsstudios befinden sich unmittelbar neben einer Bushaltestelle, für die Fahrradfahrer wurde ein Fahrradständer unmittelbar vor dem Eingang situiert, und sind somit bestens erreichbar. Ich wünsche allen, die unsere Bewegungsstudios nutzen, viel Freude und Spaß beim tanzen, spielen, dehnen ……! Wir bedanken uns bei Fini und ihrem Team für die geleistete Arbeit und wünschen Fini viel Freude in der kommenden Zeit und Lydia einen guten Start. Liebe Wolfurterinnen und Wolfurter, ich wünsche Ihnen allen einen sonnigen Herbst, und dass wir uns an so manchen Tagen über das wunderbare Herbstkleid unserer Landschaft freuen können. Ihr Bürgermeister Christian Natter Gute Seele der Cubus-Garderobe hört auf Über 12 Jahre betreute Fini Klettl die Garderobe im Cubus während verschiedenster Veranstaltungen. Ob Vereins- oder Maturabälle, Konzerte, Firmenfeiern oder Modeschauen - Fini verwaltete mit ihren Helferinnen und Helfern Jacken, Mäntel, Schirme und vieles mehr mit viel Freude und Engagement. Viele Jahre sorgte Fini schon im Vereinshaus für die gute Betreuung der Garderobe. Nun gibt sie ihr Amt weiter an Lydia Bechter. Lydia verwaltete bereits in den ersten sechs Jahren den Cubus und wird mit ihrer neuen Aufgabe die Beziehung wieder auffrischen. Pensionierung Lydia Bechter Mit 1. August 2010 hat Lydia Bechter ihren Ruhestand angetreten. Lydia wurde für die in Folge der Cubus-Eröffnung neugeschaffene Halbtagsstelle ausgewählt und trat mit 1.4.1998 ihren Dienst in der Gemeinde Wolfurt an. Ihr Aufgabengebiet war wie gesagt die Betreuung des Cubus und darüber hinaus des gesamten Veranstaltungswesens der Gemeinde, sowie die Betreuung der Ortsvereine. Auch die Erstellung des monatlichen Veranstaltungskalenders fiel in ihr Aufgabengebiet. 6 Jahre später nutzte sie im Zuge personeller Umstellungen die Chance und wechselte auf die Vollzeitstelle im Meldeamt. Für eine große Anzahl neuer Mitbürgerinnen und Mitbürger war sie an diesem Platz der erste Kontakt in der neuen Heimatgemeinde. Lydia bestach an dieser Stelle nicht nur durch Kompetenz, Verlässlichkeit und Genauigkeit, sondern auch durch ihr soziales Gespür. Lydia Bechter war eine sehr fröhliche und gesellige Mitarbeiterin, was ihr auch im Kollegenkreis große Wertschätzung einbrachte. Herzlichen Dank für die vorbildliche Tätigkeit und viele gesunde und erfüllte Jahre in der Pension. Bgm. Christian Natter Aus dem Rathaus 5 Betriebsausflug Wegen des Betriebsausfluges am Freitag, 10. September 2010, bleibt das Rathaus geschlossen! DANKE FÜR IHR VERSTÄNDNIS Achtung - neue Telefonnummer des Bauhofes Ab 15. September 2010 ist der Bauhof der Marktgemeinde Wolfurt unter folgender Telefonnummer erreichbar: 05574 6840-300 Kostenlose Sprechstunden von Rechtsanwälten und Notaren Die kostenlosen Beratungs-Sprechstunden von Rechtsanwälten und Notaren werden von der Wolfurter Bevölkerung gerne in Anspruch genommen, daher wird dieses Beratungsangebot wie folgt fortgesetzt: Veränderungen im Gewerberegister Eintragungen in das Gewerberegister Alena Drabantova, Personenbetreuung, Achstraße 43, Wolfurt; Martina Belcakova, Personenbetreuung, Brunnengasse 2, Wolfurt; Silvia Fudalyova, Personenbetreuung, Unterhub 9, Wolfurt; MSc Melanie Schmuck, Warenpräsentatoren, Rutzenbergstraße 29, Wolfurt; Styliani Kampouri, Gastgewerbe, Gasthaus Adler, Dornbirner Straße 5, Wolfurt; Meusburger Immobilien OG, Immobilientreuhänder (Immobilienmakler, Immobilienverwalter, Bauträger), eingeschränkt auf Immobilienmakler, Florianweg 11. Standortverlegung und Änderung der Firmenanschrift Emil Rohner GmbH, Handelsgewerbe, eingeschränkt auf den Handel mit Holz, Baumeister, Gewerbsmäßige Beförderung von Gütern mit 23 Kraftfahrzeugen im grenzüberschreitenden Verkehr, Erdbeweger, Konrad-Doppelmayr-Str. 13a; Sprechstunden Rechtsanwälte von 18:00 - 20:00 Uhr Mittwoch, 06. Oktober 2010: Dr. Wolfgang Hirsch Mittwoch, 03. November 2010: Dr. Nikolaus Schertler Mittwoch, 01. Dezember 2010: Dr. Nikolaus Schertler Verständigung über die Errichtung von weiteren Betriebsstätten MASTERbet GmbH, Vermittlung von Kunden zu Buchmachern / Wettbüros unter Ausschluss der Tippannahme, Carinthiasstraße 73, Schwarzau am Steinfelde, weitere Betriebsstätte: Achstraße 2, Wolfurt. Attensam Meisterfix Hausbetreuung GmbH, Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereinigung, Grabenweg 3, Innsbruck, weitere Betriebsstätte: Holzriedstraße 33, Wolfurt. Gewerbelöschungen Christian Horst Bornemann, Finanzdienstleistungsassistent, Wagnerstraße 2, Wolfurt; Arno Othmar Lechleitner, Handelsgewerbe, Bregenzer Straße 4a, Wolfurt; Elisabeth Katharina Böhler, Lebens- und Sozialberatung, Bützestraße 18, Wolfurt; Mag. (FH) Klemens Betram Thaler, Organisation von Veranstaltungen, Achstraße 5; Erkan Cetinkaya, Handels- und Handelsagentengewerbe, Bahnhofstraße 8b, Wolfurt; Marzanna Tarka, Personenbetreuung, Schmerzenbildstraße 11, Wolfurt; Dipl. Ing. (FH) Erich Toll, Baumeister, Unterlinden 24c. Sprechstunden Notar von 18:00 - 19:00 Uhr Mittwoch, 15. September 2010: Dr. Ivo Fussenegger Mittwoch, 17. November 2010: Dr. Ivo Fussenegger Löschung von weiteren Betriebsstätten EDUSCHO (Austria) GmbH, Handelsgewerbe, Gadnergasse 71, Wien, Standort weiterer Betriebsstätten wurde gelöscht: Achstraße 15, Wolfurt. Walter Josef Pickelmann, Gas- und Wasserleitungsinstallationsgewerbe, Handelsgewerb eingeschränkt auf den Handel mit EDV Anlagen und Software, Aufstellung von Niederdruckzentralheizungsanlagen und Warmwasserbereitungsanlagen der Unterstufe, Alberschwende, Standort weiterer Betriebsstätten wurde gelöscht: Wälderstraße 2, Wolfurt; Österreichische Post Aktiengesellschaft, Handelsgewerbe eingeschränkt auf den Einzelhandel und Handelsagenten, Standort weiterer Betriebsstätten wurden gelöscht: Schulstraße 1, Wolfurt. Standortverlegungen Simona Simunkova, Personenbetreuung, von Hochburg-Ach, nach Wolfurt Kellaweg 4; Eva Prisztacsova, Personenbetreuung, von Feldkirch, nach Wolfurt Bregenzer Straße 29h; Durmus Yildiz, Dolmetscher, Handelsgewerbe, Güterbeförderung mit Kraftfahrzeugen oder Kraftfahrzeugen mit Anhängern, deren höchste zulässigen Gesamtgewichte insgesamt 3.500 kg nicht übersteigen, von Wolfurt Achstraße 42 nach Wolfurt, Brühlstraße 25; Viera Stefanerova, Personenbetreuung, von Wolfurt Brühlstraße 13 nach Bregenz; Dipl. Ing. Dr. Hans Renezeder, Dienstleistungen in der automatischen Datenverarbeitung und Informationstechnik von Wolfurt Kellaweg 2/8, nach Dornbirn; Carola Wagner, Gastgewerbe, von Wolfurt Dornbirner Straße 5 nach Dornbirn; Julia Vojtekova, Personenbetreuung, von Dornbirn nach Wolfurt, Florianweg 3/1; Viera Gliganicova, Personenbetreuung, von Feldkirch nach Wolfurt, Unterhub 9; Maria Javorcikova, Personenbetreuung von Wolfurt Im Kessel 32 nach Krumbach; Mgr Dagmar Javorcikova, Personenbetreuung von Wolfurt Im Kessel 32, nach Krumbach; Alena Pisarcikova, Personenbetreuung, von Wolfurt Brunnengasse 2, nach Lustenau. Die Sprechstunden finden jeweils im Rathaus Wolfurt statt. Notariatsverteilung bei Todesfällen Zur Abwicklung der Verlassenschaften nach Todesfällen von Familienangehörigen wurden vom Bezirksgericht Bregenz die Notare für folgende Termine nominiert: Löschung des gewerblichen Geschäftsführers Berufsdetektei Marent OG, Sicherheitsgewerbe (Berufsdetektive, Bewachungsgewerbe), Engerrütte 1/6, Geschäftsführer: Udo Marent. ÖBBDienstleistungs Gesellschaft mbH, Gastgewerbe, Güterbahnhof Wolfurt, Senderstraße 20, Geschäftsführer: Franz Hertnagel. Todesfälle jeweils Dr. Nikolaus Ender: Jänner, Juni und 01.11. - 12.11. Dr. Ivo Fussenegger: Februar, Juli und 13.11. - 26.11. Dr. Richard Huter: März, August und 27.11. - 07.12. Dr. E. Michel: April, September und 08.12. - 20.12. Dr. Kurt Zimmermann: Mai, Oktober und 21.12. - 31.12. Verständigung über die Bestellung eines gewerblichen Geschäftsführers ÖBB-Dienstleistungs Gesellschaft mbH, Gastgewerbe, Güterbahnhof Wolfurt, Senderstraße 20, Geschäftsführer: Manfred Boschetto. Verständigung über die Errichtung von weiteren Betriebsstätten ländleticket marketing gmbh, Theaterkartenbüro, Bahnhofstraße 2, 6850 Dornbirn, Daten der weiteren Betriebsstätten in Wolfurt: Kellhofstraße 12 und Wälderstraße 2, 6922 Wolfurt. Ruhen der Gewerbeausübung Alexander Jamer, Versicherungsvermittlung in der Form Versicherungsagent, Bregenzer Str. 3, Wolfurt. 6 Aus dem Rathaus Gemeindehaushalt 2009 positiv abgeschlossen Der Rechnungsabschluss 2009 mit Einnahmen und Ausgaben von 25,93 Mio. Euro wurde am 9. Juni 2010 von der Gemeindevertretung einstimmig verabschiedet. Das wohl größte Investitionsbudget in der Geschichte unserer Gemeinde wurde planmäßig abgeschlossen. Alleine für Großprojekte (VS Mähdle, Feuerwehrhaus, Sternen etc.) wurden annähernd 6,3 Mio. Euro an Rücklagen aufgelöst. Erfreulich dabei ist vor allem, dass auf Grund der verantwortungsvollen Finanzpolitik der letzten Jahre diese Investitionen ohne Neuverschuldung finanziert werden konnten. Grundstücke an Bächen und Gräben ausmähen für Sanierungsarbeiten Ab 6. September 2010 werden wieder alle Bäche und Gräben im Ortsgebiet gemäht und ausgeräumt bzw. saniert. Damit dies auch ungehindert möglich ist, werden alle Besitzer von Grundstücken an einem Bach/Graben aufgefordert, die Liegenschaft bis dahin zu mähen. Sollte dies nicht erfolgen, so wird ein Grünschnittstreifen vom Bauhof gemäht, um an die Bäche zu gelangen. Bauhof Wolfurt Die größten Einnahmen 5.302.000,-- Euro 5.010.000,-- Euro 587.000,-- Euro 519.000,-- Euro 301.000,-- Euro 108.000,-- Euro Ertragsanteile des Bundes (- 7,06 % gegenüber 2008) Kommunalsteuer unserer Firmen (+ 2,69 %) Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung Grundsteuern Zinserträge Erträge aus Beteiligungen für Sozialhilfe (+ 21,59 %) Spitalskosten (- 15,86 %) Landesumlage (- 5,92 %) Landespflegegeld (+ 10,29 %) Wohnbauförderung (+ 11,53 %) Musikschule (inkl. Lauterach und Schwarzach) Verwaltung / Rathaus inkl. Pensionen Kindergärten Bauhof Schulwarte / Raumpflege Beiträge an das Land 1.826.000,-- Euro 768.000,-- Euro 1.077.000,-- Euro 142.000,-- Euro 110.000,-- Euro 1.278.000,-- Euro 1.046.000,-- Euro 758.000,-- Euro 349.000,-- Euro 300.000,-- Euro Kostenlose Beratung in Grundstücksund Immobilienangelegenheiten: Richard Richter, der gerichtlich beeidete Ortssachverständige für Immobilien, wird sein Wissen und seine Berufserfahrung den Bürgern und Bürgerinnen kostenlos zu folgenden Beratungsterminen zur Verfügung stellen: Ausgaben für Personalkosten Rathaus Wolfurt, 18:00 - 20:00 Uhr Mittwoch, 22. September 2010 Mittwoch, 20. Oktober 2010 Fundamt Fundgegenstände und Fahrräder, welche im 3. Quartal 2010 im Fundamt abgegeben wurden: Verschuldung neuerlich gesenkt Trotz großer Investitionen konnte die Gesamtverschuldung neuerlich gesenkt werden und lag am Jahresende bei 1,86 Mio. Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung von 223,42 Euro ist eine der niedrigsten im Land Vorarlberg, der Landesdurchschnitt liegt bei ca. 1.800,-- Euro. diverse Schlüssel, Fahrradhelm Ebenfalls wurden diverse Fahrräder abgegeben, die während der Amtsstunden beim Gemeindeamt Wolfurt, Fundamt (Tel.-Nr.: 05574/6840-10, Fax: 6840-810, E-Mail: angelika.koeb@wolfurt.at) besichtigt und an den rechtmäßigen Besitzer ausgefolgt werden können. Direkte Informationen finden Sie auch im Internet unter www.fundinfo.at Angelika Köb Mehrbelastung für Gemeinden Wie bei allen anderen Gemeinden sind auch bei uns die Einnahmen deutlich gesunken. Auf der anderen Seite stiegen die Ausgaben in einigen Positionen erheblich. So mussten wir z.B. für Sozialhilfe bereits zum zweiten Mal in Folge eine zweistellige Steigerungsrate verkraften. Auf Grund dieser Situation waren wir verpflichtet, für das Jahr 2010 mit Euro 18,23 Mio. ein wesentlich reduzierteres Budget zu erstellen. Da die Gemeinden Auswirkungen wie die Wirtschaftskrise aber auch einen Wirtschaftsaufschwung zeitverzögert treffen, müssen wir uns auch 2011 auf eine konsequente Ausgabenpolitik einstellen. Die Budgetplanung für das kommende Jahr wird daher wiederum mit Bedacht zu erstellen sein. Finanzreferent Bgm. Christian Natter Aus dem Rathaus 7 Neueröffnung: Gasthaus Stern in Wolfurt zu verpachten Im Auftrag der Marktgemeinde Wolfurt Immobilienverwaltungs GmbH & Co KG suchen wir ab Juni 2011 eine(n) Pächter(in) für das neu errichtete Gasthaus Stern in Wolfurt. Ablösefrei, vertragsfrei sowie mit genügend Parkplätzen (Tiefgarage) und optimaler Lage im Zentrum von Wolfurt. Ideal für eine(n) agile(n), kreative(n), junge(n) Unternehmer(in), der (die) die Chancen erkennt. Das Gasthaus Stern wird neu errichtet, ist voll ausgestattet mit Restaurant, professioneller Küche und einem schönen Gastgarten. Zudem besteht die Möglichkeit einer Saalbewirtung für Veranstaltungen. Ihre schriftliche Bewerbung richten Sie bitte per Post oder E-Mail an: Johannes Helfer - Unternehmensberater CAMPUS Dornbirn, Hintere Achmühlerstr. 1, 6850 Dornbirn E-Mail: office@helfer.at 8 Gemeindepanorama SternenHotel,Gasthaus Stern und Sparkasse Bregenz in neun Monaten ist es soweit Das erste Hotel in der Region Wolfurt, Lauterach, Schwarzach, Buch und Bildstein geht in Betrieb. Damit werden die Region und insbesondere unser Ort touristisch aufgewertet und um eine immer wieder geforderte Infrastruktur erweitert. "Wenn ein Projekt wie der Sternen in Wolfurt nach Jahren der Vorbereitung tatsächlich realisiert wird, steht immer ein positives Projektteam dahinter. Mit Bank, Hotel und Gasthaus treffen unterschiedlichste Ansprüche und Interessen aufeinander. Die Umsetzung möglichst vieler verschiedener Vorgaben auf engstem Raum ist eine der größten Herausforderungen dieses Projektes. Urbane Ansätze im Zentrum einer dynamischen Region und gleichzeitige Anpassung an die dörflich gewachsene Struktur galt es vor allem architektonisch zu berücksichtigen. Ich bin davon überzeugt, dass Wolfurt mit der Verbauung des Sternenareals ein weiterer Meilenstein Richtung Zentrumsbelebung gelingen wird," meint der Hotelbetreiber DI Bernd Winsauer. Mit dem Anschluss an das Fernwärmenetz der MG Wolfurt, der Installation einer thermischen Solaranlage, einer guten Wärmeisolierung, Wärmerückgewinnungsanlagen etc. gehört nachhaltiges Bauen ebenfalls zum Entwicklungsprozess, wie die Neugestaltung der Wälder- und Kirchstraße im Bereich des neuen Zentrums. Besonders erfreulich ist die Vergabe von Großaufträgen an Wolfurter Unternehmen. 6 Firmen aus Wolfurt konnten in den letzten Monaten Aufträge mit einer Gesamtauftragssumme von knapp 2,4 Mio. € erhalten. Damit zeigt dieses Projekt seinen ersten wirtschaftlichen Impuls für unseren Ort auf. Die Ausschreibung für den Küchenbereich des Restaurants ist laut DI Jutta Nenning (GIG Wolfurt) fertig und die Planung für die Gastronomieeinrichtung in der Endphase. Die Suche des Gastronomiepächters hat ebenfalls begonnen. Dieser sollte bis Ende Oktober 2010 gefunden sein, damit sich der Pächter oder die Pächterin noch in die Detailplanung einbringen kann. Der Geschäftsführer des Hotels Richard Zünd meint zu den Zielsetzungen des ersten Hotels in der Region: „Das erste Hotel - im Herzen von Wolfurt - wird ein 4* Haus in stilvollem Ambiente und bietet den richtigen Rahmen für Urlauber und Business-Gäste. Moderne, lichtdurchflutete Zimmer, reichhaltiges Frühstücksbuffet, kostenloser W-Lan Service, Sauna und Fitnessraum garantieren einen angenehmen Aufenthalt. Wir freuen uns schon jetzt auf unsere Gäste aus dem In- und Ausland - und natürlich auf eine gute Zusammenarbeit mit den Wolfurter Betrieben, Vereinen und Veranstaltern!“ Ferde Hammerer, Geschäftsführer GIG Richard Zünd Jahrgang 1961 verheiratet, 2 Kinder wohnhaft Lauterach Geschäftsführer der Sternen-Hotel Betriebs GmbH Wälderstr. 2 6922 Wolfurt E-Mail: richard.zuend@sternenhotel.at Homepage SternenHotel in Vorbereitung www.sternenhotel.at Gemeindepanorama 9 Aktivitäten im Seniorenheim Wolfurt Innsbruck-Urlaub Bereits zum 6. Mal fand heuer im Juni ein Bewohneraustausch mit dem Seniorenheim St. Josef in Innsbruck statt. 5 Bewohner/innen aus Wolfurt und Kennelbach fuhren mit unserem Bus nach Innsbruck und verbrachten dort fünf wunderschöne Tage mit Ausflügen, Besichtigungen und Rundfahrten. Wie jedes Jahr konnten wir im Gegenzug 5 Innsbrucker Bewohner/innen bei uns begrüßen, welche gemeinsam mit ihren Mitbewohner/innen, die im Sozialzentrum Satteins einquartiert waren, eine schöne Woche bei uns im Ländle verbrachten. Den Höhepunkt bildete ein gemeinsames Grillfest in Wolfurt, bei dem die Besucherinnen und Besucher aus Innsbruck kulinarisch verwöhnt wurden. Ein Dank an alle Organisatoren aus Innsbruck, Satteins und Wolfurt, dass diese Woche wieder ein unvergessliches Ereignis für alle geworden ist. Grillfest mit den „Hafoloabar Läbbe“ Am 10. Juli fand das traditionelle Grillfest der Läbbe im Seniorenheim statt. Nachdem auch das Wetter hervorragend war, entschied sich der große Chef der Läbbe, Hanspeter Mathis, das Fest im Garten hinter dem Nussbaum zu veranstalten. Neben unseren Bewohner/innen mit ihren Angehörigen konnten wir noch einige Gemeindemandatare/innen willkommen heißen, die der Hitze von rund 32° C getrotzt hatten und mit uns den Nachmittag verbrachten. Nach der Begrüßung durch Bgm. Christian Natter fing das Team der „Läbbe“ mit der Bewirtung an. Neben diversen köstlichen Getränken gab es ausgezeichnete Grillwaren zu verköstigen, die in perfekter Weise zubereitet und serviert wurden. Wie immer kümmerten sich die Läbbe in vorbildhafter Manier um die Bewirtung unserer Bewohner/innen sowie der Gäste (Nachbarn und Angehörige), und der „hafoloabareigene“ Musiker Oskar (er tritt inzwischen bei jedem Fest der Läbbe im Seniorenheim auf) traf wie bei jedem Fest die passenden Töne und den dazugehörigen Stil. Wir haben das Fest wie immer sehr genossen, und unser Dank gilt den Läbbe, die unseren Bewohner/innen wieder einen schönen und unvergesslichen Nachmittag geboten haben. Geschäftsführer Mag. Erich Gruber 10 Gemeindepanorama Begeisterung pur bei Abschluss-Show! 120 begeisterte Tänzerinnen und Tänzer der City-Dance-Academy in Wolfurt überraschten zum Jahresabschluss die vielen Besucherinnen und Besucher mit einer rasanten Show um die ganze Welt. Catrin Wendel zauberte mit ihrem Team Tathiana, Galina, Veronika, Renate, Constanze, Eva, Peterson und den Citydancers bunte Bilder und mannigfaltige Choreografien auf die Bühne im Cubus. Die Kleinsten im Alter ab drei Jahren fühlten sich im Urwald Afrikas genau so wohl wie die größeren Kids als Breakdancer in New York oder eine Frauengruppe im Yogazentrum von Neu Delhi. Manche Titel der großartigen Show „Einmal um die ganze Welt“ wurden von Leila und Nikolai (Musikschule Hofsteig) sogar live gesungen. Das Publikum belohnte die Leistungen aller Akteure mit frenetischem Applaus und gratulierte den Mitwirkenden herzlichst. Start in das neue Tanzschuljahr am Montag, den 13. September 2010 Tag der offenen Tür am Sonntag, den 12. September 2010 von 9:00 - 19:00 Uhr City Dance Academy Wolfurt, Bahnhofstr. 8a, www.citydancers.at 10 Jahre Elternlotsen Seit Jänner 2001 sichern Elternlotsen den verkehrsträchtigen Schulweg-Übergang Weberstraße zur Volksschule Mähdle. Während dieser 10 Jahre ist es glücklicherweise - bis auf wenige brenzliche Situationen - noch nie zu einem Unfall gekommen! Das ist auch auf das sehr disziplinierte Verhalten der motorisierten Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer zurückzuführen. In diesen 10 Jahren versahen bis zum diesjährigen Schulschluss 35 Mütter, Väter sowie Pensionisten/Innen diesen wertvollen Dienst, wobei 6 Frauen und Männer seit der ersten Stunde an immer noch ehrenamtlich dabei sind. 10 Jahre - kein Unfall - ein Jubiläum Dies war ein guter Grund zum Feiern, und darum lud Gemeinderat Hans Fetz alle Elternlotsen zur Besichtigung der Mohrenbrauerei in Dornbirn ein. Diese Einladung wurde von 18 Lotsen gerne angenommen. Nach einer 90-minütigen Führung und gestärkt nach einer urigen Jause bei Weißwurst, Brezel und selbst- Schulwegpolizei der Volksschule Mähdle verständlich „Mohren“-Bier-Spezialitäten bedankten sich die Elternlotsen bei Hans Fetz und fuhren mit besserem Wissen um die Bierbrau-Kunst im „Mohren-NostalgieBus“ wieder nach Hause. Oswald Geißler Gemeindepanorama 11 Unterstützung für arbeitsuchende Jugendliche Die Schatten der Wirtschaftskrise machten auch vor unserer Gemeinde nicht halt: im April dieses Jahres waren 50 junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren ohne Arbeit oder Ausbildungsplatz! Bgm. Christian Natter war es ein großes Anliegen, hier eine Verbesserung der Situation zu erreichen, da für ihn jeder junge Mensch ohne Arbeit einer zu viel ist. Er wandte sich an Werner Kessler, den Obmann der Seniorenbörse Wolfurt mit der Frage, ob er in seiner Mitglieder-Kartei jemanden hätte, der hier Unterstützung bieten kann. Da auch ich meine Dienste ehrenamtlich im Rahmen der Seniorenbörse anbiete, wurde ich gefragt und ich habe mich auf die neue Herausforderung gefreut. Vor allem meine langjährigen und guten Kontakte zu Wolfurter Unternehmen sollten helfen, den einen oder anderen Jugendlichen auf einer Lehrstelle oder einem Arbeitsplatz unterzubringen. Als zusätzliche wertvolle Hilfe bot sich auch unser ehemaliger HauptschulDirektor Walter Reis über die Seniorenbörse zur Mitarbeit an. Er kennt viele der arbeitsuchenden Jugendlichen persönlich, das ist ein weiterer Vorteil. Ein enger Kontakt wurde auch zum Jugendtreff und den Jugendbetreuern Günter Sutterlüti und Sarah Wagner gepflegt. Diese unterstützen den Kontakt zu den Jugendlichen. In mehreren Gruppengesprächen sowie zahlreichen Einzelgesprächen wurde die jeweilige Situation der Lehrstellen- bzw. Arbeitsuchenden abgeklärt und danach versucht, bei entsprechenden Unternehmen einen Vorstellungstermin oder einen Schnuppertag zu bekommen. Über ein direktes Schreiben an zahlreiche Wolfurter Unternehmen haben sich dankenswerter Weise etliche mit einem konkreten Stellenangebot gemeldet. Hier soll auch Komm.Rat Walter Eberle, Innungsmeister der Bodenleger, positiv erwähnt werden. Er hat sich persönlich ebenfalls sehr engagiert und 2 Lehrstellen vermittelt. Bis Mitte August stellte sich die Situation nun wie folgt dar: 15 Jugendliche haben eine Stelle oder Lehrstelle, sind vor einer Weiterbildung oder vor dem Bundesheer. Eine Jugendliche erwartet ein Baby und wird in Karenz gehen. Eine andere steht vor der Meisterprüfung und hat danach ein Stellenangebot. 10 Jugendliche haben Bewerbungen am Laufen bzw. Schnuppertage absolviert und warten auf eine definitive Entscheidung der jeweiligen Firma. Einige machen ein 10. Schuljahr in der Polytechn. Schule, um noch mehr Orientierung für einen Lehrberuf zu bekommen. Für eine Handvoll Jugendliche ohne Hauptschulabschluss heißt es, als ungelernte Kraft eine Stelle zu finden, was im Moment kaum möglich ist. Zwei davon werden voraussichtlich versuchen, den HS-Abschluss nach zu holen. Etwa 10 Arbeitsuchende haben eine abgeschlossene Lehre bzw. Ausbildung, finden aber derzeit in ihrem Beruf keine Stelle oder suchen eine Veränderung. Hier ist das Arbeitsmarktservice bei der Suche behilflich. Die schwierigste Situation ist bei jenen Jugendlichen, die von zu Hause aus keine Unterstützung und auch keinen Druck haben, eine Arbeit zu suchen. Sie sind meistens auch kaum motiviert, was jeden Chef bei einer Bewerbung abwinken lässt. Hier müssen die Eltern in Zukunft gefordert werden. Wir hoffen natürlich, doch noch einige Arbeitsplätze vermitteln zu können. Mit manchen Jugendlichen wird es aber im Herbst zuerst eine Motivationsschulung brauchen. Alt.-Bgm. Erwin Mohr 12 Gemeindepanorama Aktivitäten der Mobilen Jugendarbeit Wolfurt Riversurfen Ende Juni 2010 wurde das Projekt Riversurfen auf der Bregenzerache ins Leben gerufen. Das Prinzip des Riversurfens ist, dass das Surfbrett mit einem Baum, einer Brücke oder vom Ufer aus fest verbunden ist. Der Surfer stellt sich dann auf das festgebundene Brett und lässt sich gegen die Wasserströmung ziehen. Diese junge Sportart wurde von den Jungs des Kulturvereines „a rovermenproduction“ in Wolfurt erstmals entdeckt. Zusammen mit ihnen organisierten wir einen Schnuppertag für 10 Jugendliche aus Wolfurt. Dabei erhielten die Jugendlichen die Möglichkeit, das Riversurfen selbst auszuprobieren. Die Jugendlichen waren sehr interessiert und hatten viel Spaß dabei. Daraufhin wurde mit ihnen gemeinsam ein eigenes Brett gebaut. Mittlerweile gehen die Jugendlichen im Sommer fast bei jedem idealen Wasserstand an die Ache zum Surfen. DANKE an: > den FC Schwarzach, speziell an Vinicio Fioranelli, Dieter Schneider und den Platzwart Harald für die große Unterstützung. > die Gemeinde Schwarzach für die Unterstützung und das Sponsoring des Wander- und Fair-Play-Pokals. > die Firma Uhlsport Wolfurt für das Sponsoring der Spielbälle und diverser Sachpreise. Wir danken allen Beteiligten für einen reibungslosen Ablauf und freuen uns schon auf das nächste Jahr und das 2. Hofsteig Fußballturnier. Jugendarbeiter Günter Sutterlüti Floßbau Die Mädchengruppe des [´wa´wa] Jugend- und Kulturvereins hat unter der Aufsicht von Sarah Wagner und der Hilfe von Siegfried Fink ein Floß aus Holz und Kanistern gebaut. Die Mädchen waren voller Begeisterung bei der Arbeit. Das Floß wird den Mädchen in der Sommerzeit zur Verfügung gestellt. 1. Hofsteigfußballturnier Am Samstag, 10. Juli 2010, war es endlich soweit. Passend zur WM veranstaltete der Wolfurter Jugend- und Kulturverein [’wa’wa] gemeinsam mit dem Schwarzacher Jugendhaus Deluxe das 1. Hofsteig Fußballturnier. Teilnahmeberechtigt waren alle leidenschaftlichen Fußballerinnen und Fußballer zwischen 12 und 20 Jahren. Es war ein sehr spannendes, aber vor allem sehr faires Turnier. An dieser Stelle ein herzliches 'Danke' an alle beteiligten Teams. Wir gratulieren den "Balkanieros Deluxe" zum Turniersieg, dem Team "Circle of Destruction" zum 2. Platz und dem Wolfurter Team "FC Leverage" zum 3. Platz beim Hofsteig Fußballturnier. Das Team vom [’wa’wa] unter dem Namen V.I.P konnte den 9. Platz erzielen. Der „Fair-Play-Preis“, welcher von den Schiedsrichtern vergeben wurde, ging an das Team „FC Leverage". Dieses Team darf sich neben einem weiteren Pokal über einen 75 € Gutschein nach Wahl freuen. Wir gratulieren recht herzlich. Weiters bedanken wir uns bei den zwei Schiedsrichtern, die trotz der sommerlichen Temperaturen stets einen kühlen Kopf bewahrt haben. 3. Platz und Gewinner des „Fair-Play-Preises Team „FC Leverage“ Gemeindepanorama 13 Lehrlinge in ihrer Entwicklung begleiten und fördern. LUI - Lehre und Ich LUI ist eine 7-tägige Seminarreihe, in welcher sich die Lehrlinge selbst besser kennen lernen. Die Jugendlichen werden dabei in ihrer Selbständigkeit sowie in ihrem Selbstvertrauen gestärkt. Von März bis Juli 2010 haben 9 Lehrlinge der Firmen Haberkorn Ulmer und Fidel Gmeiner daran teilgenommen. Die nächste LUI-Reihe in Wolfurt startet Anfang 2011 LUI-Module im Detail: Dauer jeweils 1 Tag War am Anfang bei den Lehrlingen noch Skepsis vorhanden, gab es dann eine große Vielfalt an Erfahrungen und Emotionen wie: „Ich bin zufriedener, es macht Sinn Ziele aufzuschreiben, wir haben super gekocht, aber es war auch anstrengend“... Angelika Alfare (Fa. Haberkorn Ulmer): “Gerade in der heutigen Zeit ist es für Jugendliche wichtig, dass sie sich die Zeit nehmen, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Die eigenen Stärken, Schwächen und Grenzen kennenlernen und Ziele für die eigene Zukunft formulieren. Seit der LUI-Seminarreihe treten unsere Lehrlinge sicherer auf, sind selbständiger und vor allem als Team zusammengewachsen.“ Karin Vögel, www.karin-voegel.at Ankommen Wer bin ich jetzt? Ich präsentiere meine Ziele. Wir halten Rückschau. Wir gestalten Abschlussrituale. Aufbruch Wer bin ich? Ich entdecke meine Fähigkeiten und Fertigkeiten und stärke sie. Wie nehme ich mich selbst wahr? Setze ich in mich Vertrauen? Kreativität Meine Kreativität entdecken. Ich mache „Dinge“ neu, anders, ungewöhnlich. Expedition (3 Tage in der Natur) Neue Sprache Wir lernen unsere Sprache kennen. Was höre ich wie? Wie denke ich darüber? Wie reagiere ich darauf? Wie führe ich ein Streitgespräch Leben in der Gruppe Wir kochen am Feuer, schlafen unter Planen und Erleben was das alles mit uns und der Gruppe macht Mein Einfluss auf die Gruppe? Bin ich Helfer oder Kollege? 14 Wirtschaft 5. Wolfurter Lehrlingstag Viel Spaß, Aktion und Abenteuer konnten 40 Wolfurter Lehrlinge und ihre AusbildnerInnen beim 5. Lehrlingstag bei HIGH 5 in Lingenau erleben. Unterstützt vom Team um Chris Alge und bei hervorragendem Wetter, wurden 4 Teams gebildet. So waren Bogenschießen / Kletterturm, Flying Fox, Wildwasserschwimmen und das Abseilen von der alten Lingenauer Brücke auf dem Programm. Gemeinschaft und Teamarbeit einmal anders erleben war die Devise. Die Herausforderungen wurden angenommen, und das Selbstvertrauen wuchs mit jeder bestandenen Aufgabe. Die Marktgemeinde Wolfurt sieht sich als Partner der Wolfurter Betriebe und veranstaltet diesen Tag für die Lehrlinge im 1. Lehrjahr und deren AusbildnerInnen als Dankeschön und Anerkennung für die geleistete Arbeit. Bei einem tollen BBQ mit unserem Bürgermeister Christian Natter und Wirtschaftsbund-Obmann KR Walter Eberle wurde dieser wunderbare und erlebnisreiche Tag abgerundet. Yvonne Böhler, Wirtschafts-Gemeinderätin Lehrlinge-Wolfurt 2009/10: 258 55 75 Lehrlinge in Wolfurter Betrieben Lehrbetriebe Lehrlinge absolvierten das 1. Lehrjahr Wirtschaft 15 Herbstmarkt am Sonntag, 3. Oktober 2010 Der frühe Herbsttermin hat sich im letzten Jahr gut bewährt und wurde von der Bevölkerung sehr gut angenommen. Heuer findet der Wolfurter Herbstmarkt am Sonntag, 3. Oktober 2010, unter dem Motto „Handwerk“ statt. Selbstgefertigte Unikate für Dekoration, Accessoires und schöne Geschenkideen werden angeboten. Neben kulinarischen Köstlichkeiten und guter Musik wird es auch heuer wieder ein tolles Programm für Kinder geben. Traditionsgemäß wird wieder von der Pfarre Apfelstrudel für einen guten Zweck verkauft. Beginn ist um 11:00 Uhr. Wir freuen uns auf zahlreiche Besucherinnen und Besucher! Yvonne Böhler, Gemeinderätin für Wirtschaft und Nahversorgung Freie Zeit genießen... Experten informierten zu den Themen Grillen, Holzspalten, Motorsägen und Gartenarbeit. Beim Markttag in Wolfurt zeigten Weltmeister, worauf es beim Holzen und Grillen ankommt. Denn nur wer sein Handwerk wirklich beherrscht, bringt es auch zu solchen Ehren. Martin Moosbrugger und Benjamin Greber sind wahre Meister an der Motorsäge. Bei ihnen flogen buchstäblich die Späne, als sie demonstrierten, was sicheres Holzen in der Praxis tatsächlich verlangt. Das Spektrum ihrer Vorführungen reichte vom Gebrauch der Schutzausrüstung bis hin zur richtigen Handhabung von Motorsäge und Holzspalter. Feurig liebt es Grillweltmeister Ulli Bernold. Aber auch nur bis zu einem gewissen Grad. Bernold führte vor, wie Grillfreunde ihr Gerät sicher zum Glühen bringen. Ob mit speziellen Anzündern oder Flüssiggas: bei beiden Varianten gilt es, Vorsicht walten zu lassen. Über den richtigen Einsatz von chemischen Mitteln im Garten sowie die Wichtigkeit, nur intakte Geräte für die Arbeit im Garten oder am Baum zu verwenden, informierte der Obst- und Gartenbauverein Wolfurt. Initiative Sichere Gemeinden 16 Wirtschaft Viele Höhepunkte beim Wolfurter Markt Dreiviertel des Jahres sind schon fast wieder vorbei, und in dieser Zeit hat sich beim beliebten Wolfurter Wochenmarkt, der jeden Freitagnachmittag stattfindet, wieder einiges getan. Im Mai wurde eine Vogelscheuchen-Versteigerung durchgeführt, die von Altbürgermeister Erwin Mohr hervorragend moderiert wurde. Viele Besucherinnen und Besucher haben diesen schönen Nachmittag und das tolle Ambiente am Marktplatz genossen. Die Kreativität der Volksschüler ist bei allen Marktbesuchern auf große Begeisterung gestoßen. Ebenfalls im Mai fand der Startschuss der Aktion „EIN.KAUFEN & RAD.FAHREN auf dem Wolfurter Markt statt. 13 Jahre Wolfurter Markt Am Freitag, 11. Juni, feierte die Gemeinde bereits den 13. Geburtstag des Wolfurter Wochenmarktes. Mit Live-Musik, Tombola und einem bunten Rahmenprogramm für Jung und Alt wurde dieser Jubiläumsmarkt mit vielen Besucherinnen und Besuchern gefeiert. Als absoluter Höhepunkt sorgten am Abend die „Lauser“ im Rahmen des Musik-Dorf-Festes der Bürgermusik Wolfurt im Innenhof der Mittelschule Wolfurt für Stimmung. Daneben gab es in den letzten Monaten viele Aktionen für Kinder sowie Musikauftritte. Speziell der Kennelbacher Nachmittag mit dem Musikverein Kennelbach, die Grill- und Holzsägeweltmeister, und die „Lochauer Bierblosn“ waren einige Highlights. Auf Grund der sehr schwierigen Wettersituation in den letzten Monaten (entweder es war extrem heiß oder es regnete stark) bitten unsere Marktfahrer um reges Erscheinen in den nächsten Wochen. Wie immer bieten die Marktständler den Besucherinnen und Besuchern ein tolles Angebot an heimischen Produkten. Brot und Gebäck, Blumen und Gewürzkräuter, Fleisch und Wurstwaren, Soßen, Suppenprodukte, verschiedene Käsesorten aus dem Bregenzerwald und Eichenberg und vieles mehr sind bei den Marktfahrern erhältlich. Marktwirt Thomas Reichl freut sich ebenfalls auf viele Marktbesucher. Ich möchte mich noch ganz herzlich bei unserer neuen Gemeinderätin für Wirtschaft und Nahversorgung, Yvonne Böhler, für die Unterstützung und Hilfestellungen bedanken. Michael Fröwis Wirtschaft 17 Erfolgreicher Abschluss der Aktion EIN.KAUFEN & RAD.FAHREN Trotz ausgiebigen Schlechtwetters haben sich erfreulich viele Personen an der Aktion EIN.KAUFEN & RAD.FAHREN beteiligt. So wurden im 5-wöchigen Aktionszeitraum in Wolfurt und Kennelbach 782 vollständig ausgefüllte Sammelpässe abgegeben, was einer Zahl von über 7.000 umweltfreundlich absolvierten Einkäufen entspricht. Neben dem Beitrag zum Umweltschutz und zur Förderung der persönlichen Gesundheit sind diese lokal durchgeführten Einkäufe auch ein wichtiger Beitrag zum Erhalt einer funktionierenden Nahversorgung. Im Rahmen des Wolfurter Wochenmarkts konnten am 2. Juli die Preise an die glücklichen Gewinnerinnen und Gewinner übergeben werden. Auf Grund der zahlreichen positiven Rückmeldungen zur Aktion wird eine Wiederholung im kommenden Jahr überlegt. Durchgeführt wurde die Aktion im Rahmen des Projekts „plan.b“ zusammen mit der Gemeinde Kennelbach und den Wirtschaftsgemeinschaften von Schwarzach, Hard und Lauterach. Warengutscheine im Wert von EUR 30,00: Bienenhaus - Spielwaren David Optik Elektro Fink Frisiersalon Gorbach Haarzone Hofsteig-Apotheke J.N. Teutsch Kiosk Kögl-Graf Kiosk Wörz Mirjana Hair Design Musik Hinteregger pure Kosmetik Raiffeisenbank am Hofsteig Raiffeisenbank am Hofsteig Raiffeisenbank am Hofsteig Schwanenmarkt Fitz Schwanenbäckerei Spar Wälderstraße Spar Markt - Unterlinden Weltladen Die Frisur - Kennelbach in Ihrer Trafik - Kennelbach Spar-Markt Kennelbach Waltraud Schaper, Lerchenstr. 38a, Wolfurt Gertrud Hochfellner, Funkenweg 15, Wolfurt Margitha Juen, Hofsteigstr. 14, Kennelbach Marlis Hagspiel, Lochmühle 4, Kennelbach Dietmar Eberhard, Fliederweg 13c, Wolfurt Katharina Tusek, Waldhäuser 15, Kennelbach Ilse Reis, Moosmahdg. 13, Wolfurt Hans Zanetti, Bregenzerstr. 29a, Wolfurt Beate Troy, Dammstr. 33, Wolfurt Elsa Mohr, Rittergasse, Wolfurt Maria Thaler, Achstr. 5, Wolfurt Margit Simma, Liebensteinweg 2, Kennelbach Sieglinde Schütz, Herrengutgasse 22a, Lauterach Andrea Schwarz, Funkenweg 22, Wolfurt Viktoria Orzech, Achstr. 6, Kennelbach Berta Flatz, Hofsteigstr. 6, Wolfurt Benedikt Wald, Schlossgasse 1, Wolfurt Isabel Moosbrugger, Im Weingarten 4, Schwarzach Franke Kristin, Staudachstr. 23, Schwarzach Rosmarie Loacker, Kirchstr. 31a, Wolfurt Elke Adler, Feldweg 4, Schwarzach Mirjana Mesarek, Lerchenstr. 17, Wolfurt Jolanda Thaler, Achstr. 6, Wolfurt Preise und Gewinner Hauptpreise: Reisegutschein im Wert von EUR 500,-vom Reisebüro Sonne und Meer: Andreas Mohr, Wolfurt Gutschein im Wert von EUR 250,-von RADCULT: Erich Ammann, Kennelbach Gutschein im Wert von EUR 250,-von Fahrrad Puchmayr: Josef Strolz, Wolfurt Wir gratulieren den Gewinnerinnen und Gewinnern und bedanken uns bei den Geschäften für ihre Spenden. Gemeinderätin Yvonne Böhler, Gemeinderat Robert Hasler 18 Wirtschaft plan-b Radgala am 16. September 2010 in Lauterach Rad fahren, feiern, gewinnen Die plan-b Gemeinden laden herzlich zur Radgala 2010 ein! Am 16. September 2010 um 18:30 Uhr im Hofsteigsaal in Lauterach gibt es Unterhaltung und Spaß für alle Radfahrerinnen und Radfahrer. Speziell im Mittelpunkt stehen natürlich die über 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Fahr Rad Wettbewerb aus der Region. Unter ihnen werden attraktive Preise verlost, die gleich mit nach Hause genommen werden können. Reisegutscheine, Fahrrad-Anhänger und Picknickkörbe warten auf Sie! Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Fahr Rad Wettbewerb erhalten eine gesonderte Einladung per E-Mail oder Post. Rad fahren ist „in“ bei den plan-b Gemeinden Die Menschen in den sechs plan-b Gemeinden sind gern und oft per Rad unterwegs. Sie legen 21 Prozent ihrer Wege per Fahrrad zurück - ein österreichweiter Spitzenwert. Dies zeigt auch die hohe Teilnehmerzahl am landesweiten Fahr Rad Wettbewerb 2010 oder dem Interesse vieler Menschen an entsprechenden Aktivitäten. Für die plan-b Gemeinden Bregenz, Hard, Kennelbach, Lauterach, Schwarzach und Wolfurt ist das eine wichtige Bestätigung, die intensive Arbeit zugunsten der Radfahrerinnen und Radfahrer fortzusetzen. Auch in nächster Zeit werden die Gemeinden in entsprechende Infrastrukturen investieren, auch für Bewusstseinsbildung und Qualitätssicherung sind viele gute Ideen in Vorbereitung. Robert Hasler, Gemeinderat für Umwelt und Mobilität Gemeinsam feiern mit der Lebenshilfe Besondere Gäste sind heuer die Schützlinge und Betreuerinnen und Betreuer der Lebenshilfe Bregenz/Hofsteig. Sie unterstützen das Programm und freuen sich besonders auf die offizielle Übergabe des neuen Sonderfahrrads. Die plan-b Gemeinden haben für jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer am Fahr Rad Wettbewerb einen Euro zugunsten dieses neuen Fahrzeugs zugesagt. Ob auch die Sonderprämie zum Tragen kommt, wenn in den sechs Gemeinden über eine Million Kilometer erradelt werden, zeigt sich am 16. September 2010. Mitanand am Weg „Mitanand am Weg“ ist ein Projekt der Lebenshilfe Vorarlberg, das Menschen mit Behinderungen oder eingeschränkter Bewegungsfähigkeit wieder den Zugang zu weiträumiger Mobilität ermöglichen will. Zu diesem Zweck wurden von der Lebenshilfe speziell ausgerüstete Erlebnisräder mit Elektro-Antrieb angekauft, die sowohl Institutionen, Unternehmen als auch Privatpersonen leihweise zur Verfügung gestellt werden. Die Erlebnisräder sind in den Lebenshilfe-Werkstätten in Wolfurt, Hörbranz und Hard stationiert. Der Mietbasistarif beträgt € 10.-- pro Halbtag, € 20.-- pro Tag und kann in den Werkstätten reserviert werden. Richard Fischer Umwelt 19 Richtige Abfallentsorgung in Wolfurt In den vergangenen Monaten wurden nach und nach bei den zwölf Altstoffsammelstellen in unserer Gemeinde die bestehenden Container durch neue, schallgedämpfte Container ausgetauscht. Dadurch wurde die Lärmbelästigung an den Sammelplätzen verbessert sowie das Ortsbild verschönert. Wir möchten darauf hinweisen, Altstoffe nur in den dafür vorgesehenen Container zu entsorgen. Bitte stellen Sie keine Altstoffe oder Abfälle vor oder neben die Container. Sollten die Behälter einmal voll sein, bringen Sie Ihre Altstoffe zum nächsten in der Nähe gelegenen Sammelplatz. Großvolumige Verpackungen, die nicht in die Container passen, bringen Sie bitte in den Bauhof der Gemeinde, wo sie im Zuge der Sperrmüll- und Problemstoffsammlung gerne entgegen genommen werden. Daher gilt: Nur sauber getrennt Papier und Kartonagen, Glas- und Metallverpackungen in die dafür vorgesehenen Container entsorgen. Bitte unbedingt die Einwurfzeiten an den Sammelstellen beachten – die Anrainer werden es Ihnen danken: Montag - Freitag, 7:00 bis 20:00 Uhr, Samstag, 8:00 bis 18:00 Uhr Sammeln Sie: keinesfalls: Milch-u. Getränkeverpackungen wie z.B. Tetra Pak, sonstige Verbundverpackungen, Tapeten, Kohlepapier, Wachspapier Altpapier Zeitungen, Illustrierte, Bücher, Schreibpapier, Packpapier, Karton, Wellpappe ..... Schachteln bitte flach zusammengelegt! Weißglas Sammeln Sie: farblose Glasverpackungen: wie Flaschen in allen Größen, Weithalsgläser, Einweckgläser keinesfalls: Steingut, Porzellan, Keramik, Fenster- und Spiegelglas, Kristallglas, Trinkgläser Sammeln Sie: keinesfalls: Steingut, Porzellan, Keramik, Fenster- und Spiegelglas, Kristallglas, Trinkgläser Buntglas farbige Glasverpackungen: wie Flaschen in allen Größen, Weithals- und andere Gläser Sammeln Sie: keinesfalls: Dosen mit Restinhalten, Spraydosen u.a. Druckgasverpackungen, mit Gefahrenstoffen behaftete Metallverpackungen Altmetall Metallverpackungen: wie Getränke- und Konservendosen, Menüschalen, Tiernahrungsdosen sowie sonstige Dosen, Kannen usw. ohne gefährliche Restinhalte, sonst. Metallkleinteile (z.B. Nägel) Bioabfälle, Restmüll und Kunststoffverpackungsabfälle Müllabfuhr gehören in die von der Gemeinde vorgesehenen Abfallsäcke. Stellen Sie die vollen Säcke bis spätestens 6 Uhr früh am Abfuhrtag, gut sichtbar am Straßen- oder Gehsteigrand zur Abholung bereit. Bei dieser Gelegenheit dürfen wir uns einmal bei all jenen Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern herzlich bedanken, die ihren Müll korrekt trennen und entsorgen. Sie tragen wesentlich zu einem sauberen Umfeld bei und sorgen somit für ein lebensund liebenswertes Wolfurt. 20 Umwelt
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Heimat_Wolfurt_..._1994 Wolfurt 01.05.1994 19.11.2012, 18:22 Heft 14 Zeitschrift des Heimatkundekreises Mai 1994 Die Kennelbacher Brücke und das Zollhäuschen. Erste Eisenbetonbrücke in Österreich, erbaut 1904. Inhalt: 65. Ein Hauch Barock 66. Die Ach und die Ächler 67. Ein Kuß; Kloster Hirschthal 68. Wolfurter Alpen (Vogt) 69. Fremdenverkehr 1903 70. Steuerverzeichnis 1873 Zuschriften und Ergänzungen Autoren Die meisten Beiträge in diesem Heft stammen von Siegfried Heim. Die Forschungsarbeit über die Wolfurter Alpen hat Werner Vogt geschrieben. Vogt Werner Jg. 1931, Landesbeamter i. R., wohnt in Hard. Er ist Mitbegründer und Leiter des Bregenzerwald-Archivs in Egg und Verfasser des Vorarlberger Flurnamenbuchs, der Sagensammlung aus dem Bregenzerwald und vieler anderer Publikationen. Bildnachweis S. 5 von Hubert Mohr Alle anderen sind Reproduktionen von Hubert Mohr aus der Sammlung Heim. Druckfehler Heft 13, S. 5: Pfarrer Columban Reiner wurde 1776 geboren. Hofsteig (Heft 13, S. 6). Als Obmann der HofSteiger Musikvereinigung hat Hubert Sinz den Artikel allen Musikkapellen seines Bezirks zugeleitet und sich herzlich bedankt. Das Schneider-Wappen der Musikvereinigung ist übrigens ident mit dem Bischofswappen der 1000 Jahre alten Stadt Brixen im Südtirol. Über die Dokumentation »Hofsteig« hat sich ein Fachmann lobend ausgesprochen: Dr. Isfried Pichler, Chorherr in Stift Schlägl, OÖ. Er ist Autor vieler Geschichtswerke und auch ein Kenner unseres Landes. Leser der Zeitschrift »Montfort« erinnern sich an seinen Beitrag (42/ 1990) über Abt Martin Greysing aus Mellau, der Stift Schlägl nach den Wirren der Reformation neu aufgebaut hat. Wir sind stolz, daß Pater Isfried sich im fernen Schlägl die Zeit nimmt, unser »Heimat Wolfurt« zu lesen. Ammänner (Heft 13, S. 14). Zur Liste der HofSteiger Ammänner hat uns Werner Vogt eine ganze Reihe von ergänzenden Urkunden genannt, auf denen sogar bis jetzt unbekannte Ammänner aufscheinen. Nach weiteren Forschungen werden wir darüber berichten. Stammvater Fischer (Heft 13, S. 50). Von den vielen Nachkommen haben sich einige dafür bedankt, daß sie nun ihre verschiedenen Stammtafeln auf einen gemeinsamen Vater zurückführen können. Als Ergänzung dazu finden sie in diesem Heft unter »Barock« auch einen verwandten Klosterbruder Benedikt Fischer, der als Barockbaumeister arbeitete. Pfarrer Sebastian Vischers Testament nennt seine fünf Kinder Magdalena, Verena, Margaretha, Ursula und Johannes Vischer. Er vermachte ihnen 1591 das guoth so genant würdt das Bauholz und zue Wolffurt an dem Berg Im gericht hofstaig ligt. Das Bannholz-Gut gehörte eigentlich Christina Müchslin, seiner fünf Kinder Muoter. Nach ihrem Tod übernahm es der einzige Sohn Johannes Vischer, der dort mit seiner Frau Anna Düringin viele Kinder hatte, von denen fünf ab 1650 in den Pfarrbüchern aufscheinen. Er selbst ist am 15. April 1663 gestorben. Seine Kinder: Elsa Fischer, 1651 Patin bei Ammann Jakob Schneiders jüngster Tochter Maria, gestorben 1684, verheiratet mit Johann Anwander, Stamm-Mutter der Rickenbacher Anwander Balthasar, Bauer im Bannholz, Geschworener des Gerichts Hofsteig, Stammvater der Spetenleher Fischer Bartholomäus, Vater des Steinmetz Andreas Fischer Sebastian, Stammvater der »Stöoglar«Fischer, Großvater des Bruders Benedikt Fischer im Kloster Fischingen. Das Bannholz, das Stammgut aller Fischer, besaßen sie noch um 1750. Dann erwarben es die »Baholzar«-Schwerzler. Bitte! Diesem 14. Heft liegt ein Erlagschein des Heimatkundekreises für Konto 87957 Raiba Wolfurt bei. Wir bitten Sie herzlich, mit Ihrem Beitrag wenigstens einen Teil der entstehenden Druck- und Versandkosten abzudecken. Herausgeber: Heimatkundekreis Wolfurt Für den Inhalt verantwortlich: Siegfried Heim, Funkenweg 11, 6922 Wolfurt Satz und Grafik: Erik Reinhard, 6922 Wolfurt Fotosatz: Mayr Foto Satz, 6922 Wolfurt Druck: Adolf Lohs Ges.m.b.H., 6922 Wolfurt 1 Besonders interessiert für diese Forschungen zeigten sich Frau Mathilde Rauth von den »Seppar«Fischern aus Bregenz und Frau Dr. Marianne Fischer von den »Löwenwirtlern« aus Innsbruck. Frau Marianne ist Jahrgang 1912 und stand als Juristin über viele Jahrzehnte in leitender Stellung im kirchlichen Dienst beim Bischof in Innsbruck. Sie spricht aber noch ausgeprägten Wolfurter Dialekt, denn sie ist nach dem 1. Weltkrieg von der Steig aus in Wolfurt eingeschult worden. Ihr Vater Eduard Fischer, geboren 1884 im »Löwen« in Rickenbach, leitete in Innsbruck die Rechtsanwaltskanzlei Dr. Fischer/Dr. Schuschnigg. Sein jüngerer Partner Dr. Kurt Schuschnigg war 1934-38 Bundeskanzler. Dr. Fischers Frau Paulina war ebenfalls eine geborene Fischer aus Wolfurt und gehörte zur Sippe der »Seppar«. Von ihren sieben Kindern hat Anton im Jahre 1940 gemeinsam mit Pfarrer Rohner in Wolfurt Nachprimiz gefeiert. Er war später viele Jahre Pfarrer in Kematen und ist jetzt seit 1993 in Hoch-Rum in Pension. Die Tochter Mag. Rita Fischer ist in Schwarzach mit dem langjährigen Gemeindearzt Dr. Walter Hinteregger verheiratet. Freundliche Grüße an alle! Fußball und Liebe (Heft 13, S. 52). Armin Böhler, Murars, der in den Anfangsjahrern des FC 1947 am längsten das Tor hütete, gab folgende Reihe der ersten Wolfurter Tormänner an: 1. Klettl Karl (Karl hat das bestätigt. Allerdings ergänzte er, für einen Goole sei er zu klein gewesen. Manchen Ball »im Krützegg« habe er nicht erwischt.) 2. Bereiter Josef, der Dschoo aus Kennelbach 3. Fischer Ludwig 4. Schubert Helmut, nach ihm wieder Luggi Fischer 5. Böhler Armin Armin erzählte auch von der damals überaus bescheidenen Ausrüstung. Er selbst habe die alten Schuhe seiner Bäsa Katrie getragen. Als ihm der Schuhmacher Albert Schertler (Altvorstehers) Stoppeln aufnageln sollte, fragte ihn der: »Stoppla? Was ist ou des?« Stolz konnte Armin bald darauf Bäsas Schuhe beim Training zeigen. Aber das nächste Mal kam er wieder barfuß. Seine Mutter Anna hatte die praktischen Schuhe zur Arbeit im Acker »a dr Iosol« entführt. Kügolo (Heft 13, S. 54). Wie eine Reihe anderer Leser bedankte sich Neide Böhler (Metzger Reiners, Jg. 1913) für die Zusendung der Hefte. Sie freue sich auf jedes neue und schicke es dann ihrer Christi (Rohner) nach Amerika. Beim Lesen von »Kügolo« erinnerte sie sich, daß ihr Vater, ein bekannter Jäger und Schütze, die Kügolar beim genauen Anvisieren gelobt habe: »Tond nu fest öüglo! Das git guot Schützo!« - Einen schönen Gruß an Christi und Kurt, die Farmer in Ontario. Sammüller Böhler (Heft 11, S. 16 und 25). Die Sammüller haben ihre Sippe im November 1993 zu einem fröhlichen und langen Treffen ins Kreuz eingeladen. Weil einer dabei aus unserem Heft 11 vorgelesen hat, wurden nachher zusätzliche Exemplare angefordert. Die Mohr-Familien (Heft 11, S. 2) haben sich für unsere Beiträge bedankt und den gesamten Ertrag ihres Festes dem Krankenpflegeverein überwiesen. Danke schön! 2 Siegfried Heim Ein Hauch Barock Baumeister Beer von Bildstein Schrecklich hatte der 30jährige Krieg in Mitteleuropa gewütet. Auf die Jahre des Brennens und Mordens folgte aber dann eine Zeit des Wiederaufbaus. Von Italien her breitete sich die Baukunst des Barocks in die Länder nördlich der Alpen aus. Als ersten großen Kirchenbau in Deutschland ließen die Benediktiner 1651 ihr Stift St. Lorenz in Kempten wiedererstehen. Zwanzig Jahre zuvor hatten es die protestantischen Kemptener selbst gemeinsam mit den Schweden zerstört und dabei die Gruft des mächtigen Fürstabts Eucharius von Wolfurt geschändet. Nun bezog ein Bregenzerwälder Trupp unter Michael Beer von Au die Baustelle. Aus diesem Anlaß hatte Baumeister Beer die Auer Zunft gegründet, aus der im folgenden Jahrhundert jene großen Meister wuchsen, die an insgesamt etwa 400 Bauorten arbeiteten. Staunend stehen wir heute vor den Prunkfassaden von Einsiedeln, St. Gallen, Birnau, Weingarten oder Ottobeuren und sind stolz, daß Leute aus unserem Land all diese Pracht ersannen. Fast noch wichtiger war aber damals, daß sie Hunderte von Männern aus den Wälder Dörfern mit in die Fremde nehmen konnten und diesen Gastarbeitern dort einen sicheren Arbeitsplatz vermittelten. Denn daheim in Vorarlberg war in jenem Jahrhundert die Not unsagbar groß.1 Die Hälfte (!) der Einwohner suchte Verdienst im Ausland. Nun hat mich Hubert Mohr, der seit einigen Jahren mit seinem Fotoapparat den Spuren der Barockbaumeister folgt, darauf aufmerksam gemacht, daß mit der Auer Zunft auch Männer aus Wolfurt in die Fremde zogen. Wie kamen sie dazu? In Bildstein hatte man 1663 mit dem Bau einer für jene Zeit überaus großen Kirche begonnen. Finanziert wurde sie aus den Gaben der Wallfahrer. Die Aufsicht über Wallfahrt und Geld hatte der Pfarrer von Wolfurt, denn noch mehr als 100 Jahre lang gehörte Bildstein zu Wolfurt. Baumeister war Michael Kuen aus Bregenz. Die Doppelturm-Fassade wurde aber erst 1692 erstellt. Daran dürfte die Auer Bauzunft gearbeitet haben, denn Meister Kuen war schon 1686 gestorben und die Auer Meister waren inzwischen berühmt geworden. Bildstein war um jene Zeit das Tor zum Bregenzerwald. Wenn die Wälder Bauarbeiter jetzt im Spätherbst von ihren Baustellen in der Schweiz den Rhein oder aus Süddeutschland die Ach überquerten, sahen sie in den Türmen von Bildstein den ersten Gruß der lang entbehrten Heimat. Und oben in Bildstein trafen sie einen alten Freund. Nach dem B au der Türme hatten Jakob Natter und seine Frau Catharina Willi gleich 1 Heimat 13, S. 28: »Der Gemeine Mann« und Heimat 2, S. 27ff. »eine elend betrübte Zeit«. 3 neben der Kirche den Gasthof Adler errichtet. Beide entstammten hoch angesehenen Auer Baumeisterfamilien. Nun machten sieden Adlerzu einem beliebten Treffpunkt der Wallfahrer. Der Priester Dr. Jakob Halder leitete damals die große Bildsteiner Bruderschaft, die über 40.000 Menschen umfaßte. Er war ein Freund der Familie Natter und Taufpate für deren Kinder. Adlerwirt Natter erhielt von 1716 bis 1722 auch das Amt des Hofsteigammanns. Von den Auer Bauleuten kehrte einer besonders gern im Adler zu, Johann Michael Beer I, der später ein ganz großer Baumeister werden sollte. Am 11. Septemter 1723 hielt er in Wolfurt Hochzeit mit Maria Christina Natter, der Tochter des Bildsteiner Altammanns. Zeugen der Eheschließung waren der Brautvater und der beliebte Wolf urter Hofsteigammann Georg Rohner.2 Ammann Rohner wurde später auch Taufpate für einige Beerkinder. Johann Michael Beer I. entstammte der Auer Baumeisterfamilie Beer, doch war er kein direkter Nachkomme des Gründers der Zunft. Dessen gleichnamiger Enkel Johann Michael Beer II. war nur vier Jahre jünger als unser Bildsteiner Johann Michael I. Damit man sie unterscheiden kann, fügt man bei I. den Wohnort »von Bildstein« an. Bei II. bedeutet »von Bleichten« dagegen einen Adelstitel, den er von seinem berühmten Vater Franz Beer II. von Bleichten übernommen hat. Johann Michael I. von Bildstein war 1796 in Au geboren worden. Bei seinem Vater Franz I. hatte er die Lehre als Maurer und Steinhauer gemacht und war 1717 freigesprochen worden. Nun war der junge Baumeister gleichzeitig auch Adlerwirt in Bildstein geworden. Aber die Obsorge für die Gäste dürfte er wohl meist seiner Frau Christina und den heranwachsenden Töchtern Katharina und Isabella überlassen haben. Er selbst saß den ganzen Winter über hinter seinen Plänen und zeichnete »Risse« von Schlössern, Klöstern und schönen Bürgerhäusern. Dazwischen traf er sich in Au bei den Versammlungen der Zunft mit den anderen Meistern und besprach mit ihnen die anstehenden Probleme. Viele seiner Entwürfe sind in den Archiven erhalten geblieben. Im Frühling aber stellte er jeweils Bautrupps unter einem erfahrenen »Palier«3 zusammen und wanderte mit ihnen zu den manchmal viele Tagereisen entfernten Baustellen, wo sie bis zum Spätherbst schwer arbeiteten. Von 5 Uhr früh bis 7 Uhr abends dauerte täglich die Arbeit, unterbrochen nur von zwei einstündigen Essenspausen. Aus den Werken von Meister Beer von Bildstein ragen einige besonders hervor. 1753 bis 1765 arbeitete er an der Benediktinerabtei Fischingen in Toggenburg, für die er die Pläne Caspar Moosbruggers umgearbeitet hatte. Dazwischen entstand 1757 das Bregenzer Kapellenkleinod St. Nepomuk am Kornmarkt, das ihm ebenfalls zugeschrieben wird. Dann aber zog er nach St. Gallen zum Bau der Stiftskirche St. Gallus und Othmar. Dreißig Jahre lang hatten die größten Auer Architekten hier geplant. Auch Beer von Bildstein hatte eine ganze Serie von Plänen vorgelegt.4 Schließlich baute Peter Thumb das Langhaus. Den neuen Chor und die imponierende Ost-Fassade mit den Doppeltürmen durfte aber Johann Michael Beer von 2 Trauungsbuch Wolfurt. Über Georg Rohner lies nach in Heimat 13, S. 28-34 Palier = Vorarbeiter und Aufseher 4 Norbert Lieb, Die Vorarlberger Barockbaumeister, 1976, S. 170. Diesem Buch sind auch viele andere Angaben entnommen. 3 Die Ostfassade der Kathedrale von St. Gallen. Im Jahre 1767 hat Meister Beer von Bildstein dieses herrliche Spätwerk des Barock fertiggestellt. Foto: Hubert Mohr 4 5 Bildstein 1761 bis 1767 errichten. Auch an der Planung zur großen Stiftsbibliothek, die Peter Thumb gleichzeitig baute, hatte Beer entscheidenden Anteil. Die Fertigstellung des Stifts fiel mit dem 50. Jahrestag seiner Freisprechung zusammen und wurde am 11. Jänner 1767 in Au groß gefeiert. Den Adler in Bildstein hatte Beer längst übergeben. Schon 1734 war sein Schwiegervater Ammann Jakob Natter gestorben. Aber bald war ein neuer Adlerwirt eingezogen. Beers Tochter Isabella hatte am 17. Jänner 1751 in Wolfurt den Dornbirner Johann Caspar Luger geheiratet. Dieser führte nun das Gasthaus und war bald so bekannt, daß ihn die Hofsteiger 1761 bis 1764 zu ihrem Ammann machten. Wenn Meister Beer von seinen weiten Reisen heimkehrte, sah er seine Enkel groß werden. Der älteste war nach ihm Johann Michael getauft worden und der Rickenbacher Adlerwirt Andreas Haltmayer war sein Taufpate in der Pfarrkirche zu Wolfurt. Noch mit 80 Jahren zeichnete der rüstige Greis Pläne für Thurgauer Bauherren. Am 8. Juli 1780 ist er im Alter von 84 Jahren in Bildstein gestorben. Im Tode widerfuhr dem großen Meister eine besondere Ehre. Mit Erlaubnis des Wolfurter Pfarrers wurde er als erster Bildsteiner in Bildstein begraben. »Omnibus sacramentis provisus in Ecclesia Bildsteinensi sepultus iacet, persolutis parocho Wolffurtensi iuribus stolae«.5 Wie einen Fürsten trug man ihn zu einer Gruft in der Kirche, so wie man fast 100 Jahre zuvor hier den österreichischen Feldherrn Graf Max Lorenz von Starhemberg bestattet hatte. Einen Friedhof gab es ja 1780 bei der Wallfahrtskirche noch nicht. Mit dem Tode des Meisters fällt auch das Ende des Rokoko-Zeitalters zusammen, zu dem sich der Barock und die Kunst der Wälder Baumeister und Stukkateure längst entwickelt hatten. Die Aufklärung, die Französische Revolution und die Napoleonischen Kriege veränderten das Denken und die Landkarte Europas nachhaltig. Die Saison-Auswanderung kam zum Erliegen, die Industrialisierung begann. Mit ihrer vielfach gering geachteten Kunst gerieten die Vorarlberger Meister des Barock in Vergessenheit. Erst in unseren Jahrzehnten hat man manche ihrer herrlichen Kirchen wieder restauriert. Der Adler in Bildstein kam im 19. Jahrhundert zuerst in Besitz der Familie Gunz und dann an Franz Anton Böhler, dessen Nachkommen noch heute »Adlerwirts« genannt werden. Den gebrechlich gewordenen mehr als 200 Jahre alten Gasthof kaufte im Frühling 1903 Pfarrer Josef Anton Köb für die Kirche Bildstein. Er errichtete an seiner Stelle ein Armenhaus, in dem die Barmherzigen Schwestern viele Jahre lang aufopferungsvoll wirkten. Heute ist dort das Gemeindeamt untergebracht. An der Kirche von Au erinnert seit 1957 eine große Tafel andie Auer Thumb, Beer und Moosbrugger. Wird man sich auch in Bildstein eines Tages wieder an Meister Johann Michael Beer von Bildstein erinnern? Palier Sebastian Fischer aus Wolfurt Wenn die Wälder Bautrupps im Frühjahr zu ihren Arbeitsplätzen aufbrachen, schlössen sich ihnen auch manchmal Männer aus dem Unterland an. Einzelne wurden sogar in die Auer Zunft aufgenommen. Jodok Beer I. aus Au war ein Onkel des Joh. Michael Beer I. von Bildstein und wie dieser in Au geboren. Als 34jähriger Meister heiratete er 1684 Agnes Bertel aus Wolfurt. Sie war als einzige Tochter des Gallus Bertel 1653 in Rickenbach geboren worden und mit der Familie Fischer auf der Steig nahe verwandt. Ihr Mann Jodok arbeitete an mehreren Baustellen in Württemberg, hauptsächlich in Sigmaringen und in Leutkirch. Dorthin nahm er 1685 auch den jungen Andreas Fischer mit, der bei ihm die Lehre als Maurer und Steinmetz machen sollte. Noch vor Beendigung der Lehrzeit verstarb aber der Meister Jodok Beer. Andreas Fischer war auf der Steig am 30. 1.. 1666 als Sohn des Bartholomä Fischer und der Maria Bertel geboren worden. Die Barock-Forscher fanden ihn noch als Steinmetz im Jahre 1701 bei der Erstellung der Säulen für das Kloster St. Mang in Füssen. Dann verliert sich seine Spur.6 Etwas mehr wissen wir über seinen jüngeren »Stöoglar« Verwandten Sebastian Fischer. Dieser wurde am 17. Juli 1722 ebenfalls auf der Steig als Sohn des Georg Fischer und der Barbara Höfle geboren. Ab wann er mit den Auern ausgezogen ist, weiß man nicht. Aber jedenfalls hatte er in Johann Michael Beer von Bildstein einen ausgezeichneten Lehrmeister. Als dieser ab 1753 einen neuen Trakt an das Kloster in Fischingen anzubauen hatte, setzt er den 31jährigen Meister Sebastian bereits als verantwortlichen Palier ein. Die Benediktinerabtei Sancta Maria in Ova liegt zwischen St. Gallen und Winterthur im oberen Murgtal beim Dörflein Fischingen nur wenige Kilometer neben der Autobahn. Sie besitzt im Grab der Hl. Idda von Toggenburg eine Wallfahrtsstätte, die wie Bildstein um das Jahr 1700 einen ungeheuren Zustrom hatte. Daher plante der große Caspar Moosbrugger schon bald nach seinem Eintritt ins Kloster Einsiedeln auch hier eineriesigeAnlage. Nach von MeisterBeervonBildsteinüberarbeiteten»Rissen«wurde jetzt weitergebaut.7 Sebastian Fischer war so von seiner Aufgabe erfüllt, daß er nach drei Jahren um Aufnahme ins Kloster bat. Am 5 6 Sterbebuch der Pfarre Wolfurt 1780 Lieb, S. 91 Klaus Speich, Kirchen und Klöster der Schweiz, 1978, S. 274 7 6 7 14. November 1756 wurde er als »Bruder Benedikt« bei den Benediktinern aufgenommen. Wie sein großes Vorbild Bruder Caspar Moosbrugger sollte er ab jetzt die Aufgaben eines Klosterarchitekten übernehmen. Aber schon zu Allerheiligen 1757 starb er, gerade 35 Jahre alt.8 Das Kloster Fischingen wurde 1848 aufgehoben. Die herrliche Barockkirche und die angebaute Iddakapelle mit dem mittelalterlichen Grab der Heiligen stehen aber weiterhin der Wallfahrt offen. Wir sollten dort auch einmal stillhalten! Wenn wir dabei an jene Männer denken, die aus unseren Dörfern ausziehen mußten, um unter Entbehrungen in der Fremde diese kostbaren Bauten zu schaffen, dann werden wir wohl ein wenig zufriedener heimkehren. Siegfried Heim •• Die Ach und die Achler »A dor Ach dus« - das hat für die Wolfurter einen besonderen Klang. Darin ist etwas enthalten vom Rauschen des Hochwassers, vom Rascheln des Windes in den Erlenbüschen, von jubelnden Kinderstimmen auf dem Spielplatz, von vielen Erinnerungen an schöne Tage an unserem großen Wasser. »Ach«, -unsere Eltern sagten noch »A«, »a dor A«-, kommt vom althochdeutschen »aha« und bedeutet einfach »Wasser«. Es ist eines der ersten Kinderwörter wie »mama« oder »ata«. Daher findet es sich als »Ach« oder »Achen« auch überall im deutschen Sprachraum in unzähligen Ruß- und Städtenamen. In alten Urkunden hieß unsere Ach ganz einfach die »Bregenz«, etwa im Hofsteiger Landsbrauch »das wasser die Bregentz genannt«' oder in der Emser Chronik »nach dem Hoff Rieden über das Wasser die Bregentz ligt der Hoff Staig«.2 Wasser, Steine und Holz Seit Menschen in unserem Land leben, war die Ach zugleich Segen und Sorge für sie. Man schätzte ihr Wasser zum Trinken und Waschen, man nutzte ihren Fischreichtum und ihre Steine und ließ sich von ihr das Holz aus dem Wald tragen. Immer wieder aber überfluteten große Hochwässer die Äcker und rissen Menschen und Tiere mit sich. Etwa ab dem Jahr 1000 begannen Bregenzer Bürger das Holz aus dem Bregenzerwald zu »flößen«. Die »holzlüt« mußten an die Montforter Grafen eine besondere Transportsteuer bezahlen, die »ahlösi« (Achlöse). Als ab 1300 der Weinbau überall rund um den Bodensee aufblühte, stieg der Bedarf an Rebstecken ungeheuer an. Das »Holzwerk« wurde zur wichtigsten Einnahmequelle für die Stadt Bregenz. Jeder dritte Bregenzer lebte davon3. Bis aus dem hintersten Wald wurden »huwen« von 8 Schuh Länge geflößt.4 Ungeheure Holzvorräte lagerten am Bregenzer Seeufer. Im Jahre 1494 waren es 15.000 Blöcke, 1509 29.000 Stück und 1511 sogar 40.000. In zahlreichen Spalthütten wurden sie zu Rebstecken, Schindeln, Rafen und auch zu Brückendielen verarbeitet und dann in alle Städte 8 Ebenso bei Lieb, S. 91 1 2 3 4 LMV 1900, S. 167, aus dem Jahre 1544 Schleh, Emser Chronik, S. 25, aus dem Jahre 1616 Bilgeri, Bregenz, S. 53 8 Schuh = 2,5 Meter 8 9 Sonntag an der Ach (um 1932). Hammerschmieds Wilhelm, Künz Heinrich, Rohner Eugen, Kresser Josef II-, Kresser Josef I., Kresser Franz. Eines der schönsten Ächler Häuser: Hohl Hans-Irgs an der Bützestraße. An seinem Platz steht jetzt das Zementwerk Rohner. am See bis hinab nach Schaffhausen verkauft5. Eine der reichsten Holzhändlerfamilien waren die Leber, die sich auf Schloß Wolfurt niederließen und von Kaiser Maximilian zu Rittern »von Wolfurt« geadelt wurden.6 Natürlich hätten sich auch die Hofsteiger gerne an den guten Geschäften beteiligt. Aber die Bregenzer ließen keinen Fremden zu und wußten ihre Privilegien gut zu schützen. Auf Holzdiebstahl standen schwerste Strafen, sogar das Abhauen der rechten Hand.7 Erst allmählich gelang es den Hofsteigern, auch in das Rebsteckengeschäft einzusteigen. Aber die Klimaverschlechterungen nach 1600 brachten bald den Weinbau und damit den Holzhandel zum Erliegen. Immerhin wurden im Jahre 1818 noch über 800.000 Rebstecken von Hard aus mit Schiffen über den See exportiert.8 Die letzten Bündel aus Bildstein und Buch lagerten noch 1916 auf dem Wolfurter Kirchplatz. Die Flößerei von Nutzholz auf der Ach wurde erst 1948 endgültig eingestellt, als die Harder Holzhändler ihren »Rechen« abmontierten. An der Ach hatte man 5 6 7 8 Bilgeri, Bregenz, S. 80, S. 142 und S. 205 Siehe Heimat 5, S. 8 Bilgeri, Bregenz, S. 79 Tiefenthaler, Daubrawa-Berichte, 1950, S. 69 sich anderen Geschäften zugewendet. Da war der Handel mit »Achbollen« aufgekommen. Schon 1656 standen in Bregenz und Hard sieben Kalköfen, in denen Achsteine gebrannt wurden. Jetzt beschwerten sich deren Besitzer, daß die Hofsteiger injüngster Zeit ungebrannte Steine nach Lindau und bis Konstanz verkauften. Das wurde verboten !9 Dagegen wehrten sich die Hofsteiger. Doch erlaubte ihnen Vogt Pappus von Tratzberg schließlich nur den Tausch von ausgeführten Steinen gegen Dachziegel aus Langenargen. Wollten sie ungebrannte Steine verkaufen, so mußten sie diese zuerst in Bregenz anbieten.10 Ab 1800 begannen die Ächler, den Holzreichtum der Ach selbst zu nutzen. Man hatte die Lehmvorkommen im Flotzbach entdeckt. Von dort wurden jetzt unzählige Fuhren von gelbem und blauem Ton an die Ach verfrachtet und dort mit geflößtem Holz gebrannt. Die Wolfurter Familien Klocker, Dür und Schertler hatten am Damm Ziegeleien gebaut und kamen damit im 19. Jahrhundert zu Reichtum und Ansehen. Erst die Einfuhr billiger Kohle, die die Eisenbahn ab 1884 brachte, hatte die Verlegung der Ziegelei zu den Lehmlöchern im Flotzbach zur Folge. An der Ach blieb nur mehr die Kalkbrennerei. 9 10 Kleiner, Bregenzer Regesten, 1656 Kleiner, Bregenzer Regesten, 1665 10 11 Damm und Wuhr Die Ach entspringt im Auenfeld am Tannberg. Ihre höchstem Quellen an der Mohnenfluh liegen fast 2,500 m hoch. Nach rund 65 km Lauf mündet sie bei Hard in den Bodensee, jetzt nur mehr 396 m über dem Meer. Die Wasserführung schwankt ungeheuerund erschwert die Nutzung ihrer Kraft, Bei anhaltendem Frost kann sie im Februar unter 4 m3 pro Sekunde liegen. Auch nach langen Dürrewochen ist das Flußbettim August manchmal fast trocken. Bei extremen Hochwassern führt die Ach dagegen über 1000 m 3 Wasser pro Sekunde und transportiert natürlich auch riesige Geschiebemassen mit sich, Ihre jährliche Schottermenge wird mit 56.000 m3 angegeben.1 Dieser Schotter ist zum Teil Kalkstein aus dem Quellgebiet zwischen. Braunarl (2.649 m, höchster Berg des Einzugsgebietes) und Widderstein, zum weit größeren Teil aber gehört er verschiedensten Molassegesteinen an. Eine Unzahl von Nebenflüssen haben ihn ins Achbett getragen, wo er zum grobkörnigen Achsand zerrieben wird. Die wichtigsten Nebenflüsse: Argenbach (Damüls) Mellenbaeh (vom Hohen Freschen) Bizauer Bach Sehmiedebach (Schetteregg) Subersach (von Schönenbaeh) Weißach (von Oberstaufen im Allgäu) mit Bolgenach (aus Baldersehwang) Rotach (von Weiler im Allgäu) Von weit her bringt, also unsere Ach ihr Wasser, aus dem ganzen Bregenzerwald und Das Flußbett der Ach hat sich immer wieder verändert. Als sich am Ende der Eiszeit vor rund 10.000 Jahren der Rheingletscher langsam aus dem Bodenseetrog zurückzog, schüttete die Ach in seiner Randkluft mit ihren Schottermassen die Terrassen von Oberfeld und Ölrain auf. Einen großen Teil davon trug sie später selbst wieder ab, als sie mit dem Rhein bei der Auffüllung des Sees wetteiferte. Noch im Mittelalter hatte die Ach freien Lauf, sobald sie bei Kennelbach aus der engen Schlucht heraus das offene Rheintal erreichte. Ihr Bett war vom heutigen VKW-Kanal am »Falligen Bach« bis zur Wolfurter Loackerstraße mehr als einen Kilometer breit. In mehreren Armen und vielen Windungen strömte ihr Wasser zum See hinab. Dazwischen entstanden und verschwanden immer wieder Inseln, von jedem Hochwasser neu geformt. Nur zaghaft weiteten die Hofsteiger ihren Getreide-Esch gegen das Ufer aus. Noch viele Jahre war der oft überflutete Auwald ein Paradies für Wasservögel und Wild und ein riesiges Laichgebiet für Fische und Frösche. Im freien Bereich im Wolfurter Weidach erwarben um das Jahr 1350 Bregenzer Bürger den Grund, rodeten die Stauden und legten große Weingärten an." Weil Äcker und Weingärten immer wieder unter dem Achhochwasser litten, begann man in Wolfurt und Lauterach mit der Anlage von Schutzwuhren. Das alte Achufer ist heute noch an vielen Stellen als Geländekante sichtbar. Es entspricht dem Lauf von Inselstraße - Firma Lohs - Loackerstraße nach Lauterach zur Weißenbildstraße und zum »Kresser-Bühel«. An der Erhaltung der Wuhranlagen beteiligten sich neben Hofsteig auch die Bregenzer Bürger. Das Kloster Weißenau bei Ravensburg mußte seit 1491 ebenfalls Wuhrsteuer bezahlen.12 Im Jahre 1542 drang das Hochwasser mit so großer Gewalt in das ungeschützte Hard ein, daß sogar die Leichen aus dem Friedhof gespült wurden. Hard hatte bis jetzt die Teilnahme an einer gemeinsamen Wuhrung verweigert, jetzt sträubten sich Lauterach und Wolfurt gegen eine Verlängerung ihres Dammes bis an den See. Zwei Tage lang mühte sich im Jahre 1544 eine vom König und späteren Kaiser Ferdinand eigens eingerufene Kommission, der Vogt Hans Werner von Raitenau und Graf Hans von Hohenems als Schiedsrichter vorstanden, den Streit zu schlichten. Schließlich kam ein Vertrag zwischen den drei Uferdörfern zustande, in den auch der Abt von Mehrerau als Lehensherr vieler Klostergüter links der Ach und der Rat der Stadt Bregenz eingebunden wurden. Bregenzer Bürger besaßen ja ebenfalls viel Grund im Hofsteigischen. Außerdem beschädigten Bregenzer Holzleute häufig mit ihren geflößten Holzmassen die Wuhrbauten. Jetzt wurde die gemeinsame Errichtung und Instandhaltung der Dämme unter der Leitung gewählter Wuhrmeister beschlossen. Einen Teil der Kosten übernhamen die Holzleute, der größere Teil wurde als Wuhrsteuer auf alle Grundstücke in "Bilgeri, Bregenz, S. 53 12 Kleiner, Bregenzer Regesten 311 1 1 Schwarz, Heimatkunde, 1949 12 13 der Ebene »von Ach zu Wolfurt und der pergstrass hinaus bis an Tellenmossprugg« und bis hinab zur Fußach verumlagt. Vergebens wehrten sich später die Rickenbacher mit der Begründung dagegen, sie hätten schon übergroße Kosten mit der Bändigung ihres wilden Baches.'3 Der Vertrag von 1544 besteht seit nunmehr 450 Jahren noch immer in der LAWK (Linksseitige Achwuhrkonkurrenz) fort. Im Jahre 1605 wurde die Wuhrordnung als Grundlage der Zusammenarbeit von Bregenz mit den drei linksseitigen Hofsteiggemeinden neu erlassen. Später trat auch Fußach dem Vertrag bei. Nach der Straße Lauterach-Dornbirn wurde unter Maria Theresia 1771 auch eine neue Straße Lauterach - Hard - Fußach auf einem Achdamm angelegt. Zu ihrem Schutz mußte auch in Wolfurt ein neuer Damm errichtet werden. Auf ihm verläuft die heutige Achstraße. Jetzt konnte die »Alte Insel« bis herein zur Inselstraße gerodet und verteilt werden. Der westliche Teil »in den Löchern« und »in der Hell« blieb noch viele Jahre Wildnis. Negrelli bezeichnet dieses Gebiet auf einer Karte von 1827 als »Lautracher Ried«14. Allerdingshatte 1819 der erste »Höll-Bur« Joh. Georg Gasser mitten in diese Wildnis hinein ein einsames Haus gebaut. Es mußte erst 1978 der Autobahn weichen (Bösch Hans, Achstraße 49). Der große Achdamm war den wilden Hochwassern nicht immer gewachsen. Im Jahre 1813 brach er im Wida. Die Fluten strömten weit nach Lauterach hinein und rissen in der Lerchenau ein Stück von der alten Papierfabrik weg.15 In den Jahren 1866 bis 1870 wurde außerhalb der Achstraße ein zweiter Damm aufgeschüttet, die heutige Dammstraße von der Kennelbacher bis zur Lauteracher Brücke. Auf den dabei gewonnenen von Buschwerk überwucherten und von Steinen übersäten Feldern stand den Wolfurter Interessenten fünf Jahre lang die unentgeltliche Nutzung frei. Wegen Unstimmigkeiten in der Verrechnung setzten die Hofsteiggemeinden 1868 den Bregenzer Wuhrschreiber ab und gründeten die LAWK, in die Hard und Lauterach je 3, Wolfurt und Fußach nur je 2 Vertreter entsandten. Gleichzeitig verkaufte die Riedener Parzelle Kennelbach das ganze rechte Achufer an die Firma Jenny und Schindler. Durch massive Wuhrungen im »Millionenloch« drängte diese innerhalb weniger Jahre die Ach vom Berghang weg und gewann auf drei Kilometer Länge mehr als einen halben Quadratkilometer Grund. Darauf stehen heute die Firma Uhl, große Siedlungen, der Kennelbacher Sportplatz und die riesigen Anlagen der Vorarlberger Kraftwerke. In ihrem eingeengten Bett begann die Ach nun, sich mit erhöhter Fließgeschwindigkeit in die Tiefe zu graben. Dabei unterspülte sie die Wolfurter Ufer. Ein starkes Hochwasser riß 1926 vom heutigen Bauhof abwärts große Teile der Böschung mit sich und gefährdete den Damm. Mit Unterstützung des Landes befestigte die LAWK im Jahre 1927 das Ufer. Die Firma Menia betonierte massive Mauern. Diese »Spicker« halten seither den Hochwassern stand. Ab 1936 13 14 15 Die Achstraße um 1940. Hohl Engelbert auf seinem Brückenwagen und zwei Radfahrer. verteilte das Wasserbauamt mit einem von der Firma Doppelmayr erstellten Kran riesige Steinquader und festigte damit die Uferböschung. Noch bis etwa 1960 transportierten große Lastautos ganze Felsen aus dem Hohenemser Steinbruch an die Ach. Inzwischen war diese aber zum reißenden Kanal geworden und unterspülte die Brückenpfeiler. Jetzt mußte man gegensteuern. Ende der 70er-Jahre wurden unterhalb der Brücken mächtige Sohlschwellen eingebracht, die seither ein weiteres Absinken des Flußbettes und des für uns so wichtigen Grundwasserspiegels verhindern. Nach dem Rheindurchstich und der Regulierung der Dornbirnerach trat Fußach 1937 aus der LAWK aus. Seither wird diese von acht Vertretern der drei Gemeinden nach einem neuen Statut von 1952 geleitet. Sie hat viel Grund für Siedler und Industriebauten verkauft und dafür Waldbesitz erworben. Nach menschlichem Ermessen scheint die ungestüme Kraft der Ach nun gebändigt. Noch immer ruft das Tosen ihres Frühsommerhochwassers jedes Jahr viele Ächler ans Ufer. Erschauernd beobachten sie den Tanz von entwurzelten Bäumen auf den reißenden Wellen. Da ist es ein gutes Gefühl, sich auf dem festen Grund zu wissen, den die Väter in jahrhundertelangem Kampf der Ach abgerungen haben. 15 Heimat 6, S. 41 Baudirektionsplan P. 13 im Tiroler Landesarchiv in Innsbruck Schneider, Lauterach 1953, S. 208 14 Brücken Schon für die kriegerischen Räter und dann auch für die Marschkolonnen und Handelsfahrzeuge der Römer war die Ach ein arges Hindernis. Bei Frost und bei Trockenheit konnte man das Rußbett an vielen Stellen zwischen Wolfurt und Hard überqueren. Hochwasser zwang die Reisenden aber oft zu langer, unwillkommener Rast und machte sie von einem ortskundigen Führer oder einem Fährmann abhängig. Eine Römer-Furt läßt sich bei Rieden nach Lauterach nachweisen. Ein Furt vom Oberfeld nach Kennelbach kennt man spätestens seit dem Mittelalter. Die Überlieferung meint, der Name »Wolfurt« (um 1600 meist »Wolffurt«geschrieben) bedeute »Furt der Wölfe« oder auch »Wohl-Furt«. Dagegen spricht aber sein spätes Auftauchen in den Urkunden. Als die anderen Siedlungen längst ihre heutigen Namen besaßen, fiel unser Ort 1167 noch unter dem Namen »St. Nikolaus« an Kaiser Friedrich Barbarossa und 1226 unter dem gleichen Namen von dessen Sohn Heinrich an das Kloster Weißenau. Um das Jahr 1220 taucht» von Wolffurt« erstmals als Name der Ritter unseres Schlosses auf, die nach der Sage als »Wolfford« aus Schottland stammten. Vom Schloß ging der Name erst viel später auf den Kellhof rund um die Kapelle St. Nikolaus und schließlich auf das ganze Gemeindegebiet über, hat also wohl keinen Bezug zur Ach. Der Furt viel näher stand Schloß »veldegg« oder »oberveld«, das seit dem 13. Jahrhundert den Achübergang für die Montforter Grafen bewachte. Im Jahre 1409 läßt sich an der Ach ein »varlehen« (Fährelehen) im Besitz der Bregenzer nachweisen. Diese Fähre bestand noch bis ins 19. Jahrhundert. Um das Jahr 1800 verpachtete die Stadt Bregenz das Recht an einen Kennelbacher Bürger. Nach dem Aufstand von 1809 schleppten die siegreichen Franzosen das Fährschiff als Kriegsbeute nach Bregenz. Auf der Achkarte von 182716 ist aber wieder ein Boot bei Kennelbach eingezeichnet. 1837 pachteten Jenny und Schindler die Fähre von der Stadt Bregenz, um damit ihre vielen Arbeiter nach Wolfurt überzusetzen, wo die meisten wohnten. Als das überladene Schiff am späten Abend des 24. April 1839 kenterte, ertranken 2 Jungfrauen und 5 Kinder.17 Sicher hat das Durchwaten der Furt immer wieder Todesopfer gefordert. Eine Bregenzer Urkunde von 1525 berichtet: »es sind unzählbar viele Leute, Roß, Vieh, Hab und Gut in diesem sorgenbringenden und ungestümen Wasser ertrunken»18 Das bekannteste Unglück ist jenes vom 30. August 1530, als Abt Kilian von St. Gallen beim Durchreiten der Furt stürzte und ertrank.19 Auch bei der Gründung der Pfarrei Wolfurt wird 1512 ausdrücklich die Wildheit des reißenden Flusses als Grund für die Loslösung von Bregenz genannt. Schon 1443 hatten sich die Hofsteiger bitter über die Wasser beklagt, »die denn tief und zu mengen Malen unergründlich, das sie nur kümmerlich gen Bregenz kommen mögen«.20 16 17 18 Als später Brücken gebaut wurden, für deren Benutzung jeder Passant Zoll zahlen mußte, wateten viele Leute weiterhin durch die Furt. Noch um 1912 »verdienten« sich die Wolfurter Gymnasiasten ein Sackgeld, indem sie zwar vom Vater den täglichen Brückenkreuzer ausfaßten, dann aber neben der Brücke durch das Wasser oder über das Eis gingen. Über die Brücken hat Egon Sinz in »Kennelbach« 1987 umfassend berichtet. Hier daher nur das wichtigste und einige Ergänzungen: Die Römerbrücke. Wahrscheinlich haben die Römer schon um das Jahr 50 einen Holzsteg über die Ach geschlagen. 1820 fand man Pfahlreste im Achbett und noch einmal im Winter 190721. Die Römer waren Meister des Brücken- und Straßenbaus. Nach ihrem Abzug verfiel die Brücke schnell. Es dauerte mehr als 1000 Jahre, bis die zweite erstellt wurde. Maximilians Brücke. Im Mittelalter umging der Handelsweg von Schwaben nach Italien die enge Bregenzer Klause und die Ach. Die Lasten wurden per Schiff von Lindau nach Fußach transportiert. 1517 bewilligte Kaiser Maximilian den Bau einer Brücke und stellte auch einen Baumeister aus Augsburg. 1518 konnte die 211 Meter lange gedeckte Holzbrücke von Rieden nach Lauterach eröffnet werden. Sie beeinflußte in Hinkunft das Leben im Raum Bregenz entscheidend. Immer wieder mußte sie erneuert werden, wenn sie vom Hochwasser Schaden erlitt. 1573 wurde sie völlig zerstört und auch 1650 stürzte der Neubau wieder ein. Eine Katastrophe hatte sie drei Jahre früher gesehen. Nach der Einnahme von Bregenz durch die Schweden am 4. Jänner 1647 verstopften Hunderte von fliehenden Fuhrwerken den Zugang zur Brücke. In der entstehenden Panik wurden Menschen und Tiere abgedrängt und ertranken im eisigen Wasser. Mehrfach war die Brücke in den Franzosenkriegen umkämpft. Bei der Verteidigung des Brückenkopfes am 30. Juni 1800 hatten die Franzosen 16Tote zu beklagen. Bei einem Hochwasser stürzte am 30. August 1837 ein großes Stück der Brücke ein. Der Hohenemser Postbote wurde mit seinem Fuhrwerk mitgerissen. Schwimmend konnte er sich retten. Die Pferde ertranken.22 Bei der Wiederherstellung erhielt der 87 m lange Mittelteil der Brücke kein Dach mehr, was ihr ein seltsames Aussehen verlieh. Beim Gasthof »Zoll« auf der Riedener Seite, wo der Wirt den Brückenzoll einhob, waren am Brückendach ein schützender St. Nepomuk und eine Beschränkungstafel auf 3.000 kg angebracht. Nur ungern wagten sich Fuhrleute mit beladenen Kiestruhen auf die um 1900 schon wieder morsch gewordene Brücke. Schließlich errichtete die Firma Heimbach und Schneider 1914 bis 1916 flußaufwärts neben 21 22 wie Anmerkung 14 Heimat 1, Seite 18, und Egon Sinz, Kennelbach, S. 80 Bilgeri, Bregenz, S. 156 19 20 Bilgeri, Geschichte III, S. 74 Rapp, 1896 II. S. 100 V. Volksblatt, 21. 3. 1897, und Holunder 1934/46ff Lepuschitz, Achbrücke, in »Lauterach« 1953, S. 157 16 17 der alten Holzbrücke eine Eisenbetonbrücke mit 4,5 m breiter Fahrbahn und Gehsteigen, die am 12. Oktober 1916, mitten im 1. Weltkrieg, eingeweiht werden konnte. Jetzt wurde die alte abgebrochen. Am 1. Mai 1945 sprengten die fliehenden deutschen Truppen zwei Pfeiler und damit 56 Meter Fahrbahn aus dieser wichtigsten Achbrücke heraus. Zwei junge deutsche Leutnante, Anton Renz aus Bregenz und Helmut Falz aus Mötz i. T., hatten die Sprengung verhindern wollen. Sie wurden von der SS verhaftet und erschossen. Einige Monate später wurde die Lauteracher Brücke provisorisch mit Holz geflickt. Zwölf Jahre hielt das Provisorium, dann riß es im Februar 1957 ein Eisstoß weg. Damals hatte man aber bereits mit dem Bau einer neuen Brücke begonnen, jetzt wieder flußabwärts am Platz von Maximilians Holzbrücke. Den neuen Zufahrtsrampen für die nun 10m breite Fahrbahn mußten auch das schon 1751 errichtete historische Gasthau Zoll auf der Riedener Seite und später das Karg-Lädele in Lauterach weichen. Am 27. Juni 1958 wurde die neue Lauteracher Brücke eingeweiht. Die Zunahme des Verkehrs brachte mit sich, daß nun täglich mehr als 20.000 Fahrzeuge die Brücke passieren. Für die Radfahrer baute man 1993 eine eigene Fahrbahn an. Die Fabriklerbrücke. Am 1. November 1838 hatten Jenny und Schindler in Kennelbach die größte Textilfabrik Vorarlbergs in Betrieb genommen. Ein Jahr später beschäftigten sie dort bereits 270 Leute, von denen weitaus die meisten aus Wolfurt kamen. Kennelbach hatte ja 1837 erst 50 Häuser mit insgesamt 277 Einwohnern.23 Bei Arbeitsschluß drängten sich alle Arbeiter gleichzeitig beim Fährmann zusammen, dessen Schifflein nur für 15 Personen zugelassen war. Nach dem Unglück von 1839, als 7 Leute beim Kentern des Bootes ertrunken waren, forderte das k.k. Landgericht in Bregenz von den Fabriksherren ein größeres Schiff oder einen sicheren Steg. Diese gaben bei einem Harder Zimmermann einen 112m langen und 2,6m breiten Holzsteg in Auftrag, der ab 1840 den Fabriksarbeitern aus Wolfurt zollfrei zur Verfügung stand. Er führte von der Fabrik ans steile Wolfurter Ufer. Hinter dem Kugelfang des heutigen Schießstands sind noch Reste des Widerlagers erhalten. Durch einen schlechten Hohlweg kamen die Arbeiter zur Feldeggstraße ins Oberfeld hinauf. Wer nicht zur Fabrik gehörte, mußte Zoll zahlen: für eine Person 1/2 Kreuzer, für Schaf oder Geiß 1 1/2 Kreuzer, für Hornvieh 2 Kreuzer und für ein zweispänniges Fuhrwerk gar 6 Kreuzer. Zollfrei waren außer den Fabriklern nur noch die Pfarrer und die Vorsteher von Wolfurt und Kennelbach. Als der Frachtverkehr zunahm, erwies sich der Hohlweg auf das Oberfeld als Hindernis. 1847 23 Im Jahre 1932 sind Franz Geiger und seine Frau Klara, Schützos, aus Amerika an die Inselstraße heimgekehrt. Von den vielen Festteilnehmern leben noch die Tochter Franziska und der Nachbar Rohner Eugen (ganz rechts). Die beiden Buben Siegfried und Georg Schwerzler (links) sind im Krieg gefallen. ließen die Fabriksherrn daher am linken Ufer auf dem damaligen Kiesbett der Ach eine Straße bis zum ersten Wolfurter Haus aufschütten. Sie besteht noch heute als Sportplatzstraße. Weil die Holzbrücke, die man bald mit einem Schindeldach versehen hatte, feuergefährdet war, bestand in ihrem Bereich strenges Rauchverbot. Rauchkessel für die Pferde mußte der Fuhrmann von der Deichsel abnehmen und vorsichtig über die Brücke tragen. Bis 1904 war die Fabriklerbrücke ein wichtiger Übergang. Weil man auf der neuen Betonbrücke 2 Heller Zoll verlangte, benützten die Arbeiter weiterhin den Steg. Am 15. Juni 1910 riß aber ein fürchterliches Hochwasser ein großes Stück aus der alten Brücke heraus. Mit dem Familienvater Josef Karg, der sich daran festklammerte, schwamm es vor den Augen vieler entsetzter Zuschauer unter den drei anderen damaligen Brücken durch, ehe es unterhalb der Eisenbahnbrücke zerschellte. Karg wurde am anderen Tag tot aufgefunden24. Für die Fabriksarbeiter wurde der Steg noch einmal erneuert, aber 1931 mußte er wegen Baufälligkeit gesperrt werden. Ein Eisstoß zerbrach am 3. Jänner 1932 neuerdings das mor24 Kurt Klein, Montfort 1991, S. 296 Heimat 5, S. 36 18 19 sehe Tragwerk. Damit war das Ende der ersten Wolfurter Brücke gekommen. Die Zimmerleute der Fabrik trugen ihre Reste ab.25 Die Eisenbahnbrücke. Hartnäckig und erfolgreich hatten die konservativen Wolfurter vor 1870 die Führung der Eisenbahn durch Flotzbach, Fatt und Lärche nach Bregenz verhindert. Nun wurde die Vorarlbergbahn westlich von Lauterach gebaut. Aus Stahlträgern erstellte man nach der Wolfurter und Lauteracher nun eine dritte Achbrücke. Am 30. Juni 1972 wurde sie in Betrieb genommen. Seither hört man oft das Rasseln der Züge und deutet es an der Ach und im Dorf in Wolfurt als Schlechtwetterzeichen. 1945 wurde auch die Eisenbahnbrücke gesprengt, aber bald wieder repariert. 1960 baute man für das zweite Geleise nach Bregenz eine parallele Brücke. Zusätzlich wurde eine Nebenfahrbahn für Radfahrer und Fußgänger angehängt. Die Kennelbacher Brücke. Die Eröffnung der Wälderbahn am 15. September 1902 machte für den Anschluß verkehr links der Ach die Erstellung einer Brücke notwendig, da ja die schmale hölzerne Fabriklerbrücke weit abgelegen war. Es ist das Verdienst des Wolfurter Oberlehrers Wendelin Rädler26, daß man sich nach langen Verhandlungen für eine ganz moderne Lösung entschloß. Die Firma Westermann in St. Gallen erbaute von November 1903 bis April 1904 die erste Stahlbetonbrücke der österreichisch-ungarischen Monarchie. Bei einer Länge von 114m hatte sie eine Fahrbahnbreite von 4,90m und zusätzlich einen Gehsteig. Sie bekam sogar elektrische Straßenlampen und durfte von Lastwagen bis zu 6 Tonnen befahren werden. Am 29. Juni 1904 wurde sie feierlich eingeweiht. Für den Zolleinnehmer wurde 1907 ein hübsches Zollhaus aufgestellt, das im Jahre 1917 noch eine große Holzfigur des Brückenpatrons St. Nepomuk als Schmuck bekam. Auf den Zöllner Johann Matt und seine Frau Katharina folgten nach dem 1. Weltkrieg der pensionierte Major Anton Witzemann und seine Frau Mina. Nachdem man in den 20er Jahren den Zoll abgeschafft hatte, betrieben Witzemanns noch lange eine Tabak-Trafik und versorgten die Ächler Kinder mit den begehrten Süßigkeiten. Im Zuge des Ausbaus der oberen Straße wurde die bis dahin nur geschotterte Brückenfahrbahn im Jahre 1931 gepflastert. Große Sorgen bereitete den Brückenerhaltern das Absinken des Achbetts. Alte Fuhrleute erzählten, daß ihre Pferde in den ersten Jahren nach 1904 beim Befahren der «Steinat» unter der Brücke mit dem Kummet angestoßen seien. Das änderte sich schnell. Das reißende Wasser grub sich in die Tiefe. Schon 1912 und noch einmal 1926 mußten die freigelegten Fundamente der Brückenpfeiler verstärkt werden. Im April 1945 sollte das Achufer Verteidigungslinie der deutschen Truppen werden. Schützengräben und Maschinengewehrstellungen wurden ausgehoben. Um auch vom Ober25 26 feld her freies Schußfeld zu erhalten, holzte man das Wäldele am Ufer ab. Mit zwei Bomben wurde am 1. Mai 1945 die Brücke gesprengt. Allerdings knickte nur ein Stück Fahrbahn ein. So gelang es den französichen Pionieren am frühen Morgen des 2. Mai schnell, mit ein paar Eisenschienen das Loch zu überbrücken. In Kennelbach und bei der benachbarten Schreinerei Diem requirierten sie Bretter für die Notbrücke. In den nächsten Tagen zwängte sich der ganze Vormarsch der französischen Armee mit zahlreichen Panzern, Maultierkolonnen und einem riesigen Autotroß über die Stufen auf der Fahrbahn. Erst ein zweiter Steg auf der ebenfalls nur eingeknickten Eisenbahnbrücke in Lauterach schaffte Erleichterung. Nach einem Jahr Provisorium wurde das fehlende Stück wieder betoniert. Noch zweimal, 1963 und 1977, mußte die Brücke gesperrt werden, weil die Strömung die Pfeiler unterwaschen hatte. Auch der stark zunehmende Verkehr forderte jetzt eine größere Lösung. Ein Neubau wurde 1979 erstellt. Nachdem man die alte Brücke am 13. Dezember 1979 in kleine Stücke gesprengt hatte, wurde die neue langsam an ihren Platz geschoben. Zusätzlich zu ihrer 7,60m breiten Fahrbahn besitzt sie zwei Gehsteige. Damit sollte sie eigentlich dem Verkehr der kommenden Jahrzehnte gewachsen sein. Eine schon 1976 eingebaute Sohlschwelle schützt ihre Pfeiler. Die Harder Brücke. Die als Industrieort groß gewordenen Marktgemeinde Hard kämpfte lange vergebens um einen eigenen Anschluß an die Stadt Bregenz. Erst 1925 bekam sie einen eigenen Übergang, der aus Kostengründen nur als Holzbrücke mit vielen Pfeilern von je 10m Abstand ausgeführt wurde. Am 11. Juli 1926 konnte sie eingeweiht werden. Mit den anderen Achbrücken wurde auch derHarderHolzsteg 1945 gesprengt. Für den gewaltig zunehmenden Verkehr in die Schweiz mußte schließlich eine moderne Betonbrücke erstellt werden. Die Autobahnbrücke. Der jahrzehntelange Trassenstreit um eine Autobahn bei Bregenz endete schließlich mit der Festlegung auf einen Tunnel durch den Pfänder. 1977 begannen der Abbruch des alten Bauernhofes in der Höll und etlicher Wohnhäuser auf der Autobahntrasse und der Bau einer gewaltigen Doppelbrücke mit Abbiegespuren für den Weidachknoten. Als auch der 6,7 km lange Pfändertunnel fertiggestellt war, konnte am 10. Dezember 1980 das nur 14 km lange, aber sehr teure Autobahnteilstück von Dornbirn über die Bregenzerach und durch den Tunnel an die Staatsgrenze bei Hörbranz dem Verkehr übergeben werden. Riesige Autokolonnen wälzen sich seither durch unser Gemeindegebiet und stauen sich oft auf der Brücke vor dem Tunnelportal. 1993 hat man auch für den lange benachteiligten Fahrradverkehr einen Steg an die Autobahn angehängt. Weitere Achbrücken? Radfahrer und Wanderer haben schon oft den Wunsch nach einem seenahen Steg im Mündungsgebiet der Ach zum Ausdruck gebracht, damit sie sich nicht auf die gefährliche Harder Brücke zwängen müssen. Er wird sicher eines Tages kommen! Die zukünftige Öffnung des Weidachknotens droht mit einer Verkehrslawine durch Kennelbach und Wolfurt. Das könnte dazu führen, daß alte Pläne einer Verbindung des Knotens mit der Wolfurter Seite wieder hervorgeholt werden. 21 Die meisten Angaben stammen aus Sinz, Kennelbach, 1987, S. 79ff und S. 263ff Heimat 12, S. 40 20 Die alten Häuser an der Ach Im Jahre 1900 hatten alle Wolfurter Häuser neue Nummern bekommen. Die Reihe begann in der Höll mit Nr. 1 und endete im Schlatt mit Nr.290. In der folgenden Aufstellung ist nach der Hausnummer immer der Besitzer vom Jahre 1900 genannt. 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. Geiger Johann Martin. «Hell-Bur». 1922 an Jodok Bösch. 1977 für die Autobahn abgebrochen. Waldinger Agatha, Witwe. Später kauften «Naglar»-Kalbs aus dem Tobel das Haus. Es ist 1969 abgebrannt. Meusburger Jodok. Er verkaufte an «Küonzos»: Johann Georg und Leonhard Künz. Mit Naglars 1969 abgebrannt. Thaler Fridolin. Heute wohnt dort seine Enkelin Gebhardine Gorbach. Bernhard Joh. Baptist. «Lo-Hansolars» verkauften an «Stöoglars» Hanne. Familie Fischer. Schneider Remigius. Ehemaliges Gasthaus «Bosnien». 1903 kaufte es der Zimmermann Josef Kresser. Schertler Johann Martin. «Hans Marteles». Ehemaliges Gasthaus «Schiffle». Abgebrannt etwa 1970. Rohner Wilhelm. Vater des späteren Bürgermeisters Theodor Rohner. Schon 1902 kaufte Joh. Georg Hohl, «Hohlo Schnidar», das Haus und baute es großartig um. 1968 ist es abgebrannt. Heute Zementwerk Alwin Rohner. Geiger Joh. Martin. «Schützos». Es ist 1932 abgebrannt. Im neuen Haus wohnt jetzt die Urenkelin Ilse Moosbrugger-Österle mit ihrer Familie. Höfle Lorenz. Im Jahre 1904 heiratete Martin Rohner hierher. 1937 ist das Haus abgebrannt. Im neuen Hof wohnt Rohner Rosmarie, «Paulos». Schertler Theodor. Er tauschte das Haus um das Jahr 1910 gegen das Haus Nr.25 ein. Seither leben «Vinälar»-Rohners hier. Rohner Gebhard. «Hammorschmiods». Um das Jahr 1930kaufte Josef Höfle Haus und Werkstatt. Sinz Josef. In den 50er-Jahren übernahm sein Enkel August Thaler Haus und Hof von Tante Adelheid Sinz. Dür Lorenz's Witwe. 1901 heiratete der Nachbar «Hohlo Marte» hier ein. 1908 ist das Haus abgebrannt. Heute Hohl Georg. Hohl Geschwister. «Hohlo Fidele» und später Franz Hohl. Er ließ das Haus 1987 abbrechen. Böhler Hieronymus. «Holzars Ronimus». Das Haus ist 1908 abgebrannt und seither verschwunden. Malin Fidel. In seinem Haus richtete Leonhard Salvaterra einen Laden ein, den später Frau Rüscher als Rupps Lädele weiterführte. Um 1940richteteHans Schwarz hier seine Schumacherwerkstatt ein. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 22 23 18. Fait Giovanni, «Gasthaus Traube». 1921 kaufte es Anton Österle. 19. Vonach Josef. Das Stammhaus der «Sammüller»-Böhler ist schon 1900 abgebrannt und seither verschwunden. 20. Müller Johann. «Irgo Buobos». Abgebrannt 1908. 21. Kresser Katharina, Witwe. Mit Nr.20 im Jahre 1908 abgebrannt. Kressers bauten das Haus neu auf und verkauften es 1932 an «Kapeollars», deren Sohn Franz Rohner hier ein Textilgeschäft einrichtet. Jetzt «Beschützende Werkstätte». 22. Schwerzler Joh. Martin. «Naiolars Hannbatist» hatte anstelle von zwei im Jahre 1897 abgebrannten Häusern ein neues gebaut, das August Rädler 1909 zum «Gasthof Wälderhof» machte. Etwa 1975 wurde es abgebrochen. 23. Scheffknecht Johann. Hier baute um 1930 Rudolf Diem seine Schreinerwerkstätte an. 24. Jenny und Schindler. Das «Fabrikshus». 25. Rohner Johann.«Vinälars». Sein Sohn Josefübersiedeltenach Nr.11und überließ sein Haus «Thedoros». Die Tochter Martina heiratete 1922 Josef Wachter. 26. Böhler Joh. Baptist. «Holzars Hannbatist» und sein Sohn «Hannbatisto Jockl» arbeiteten an der Grenze Ach-Röhle als Schmiede. 26 Häuser gab es also an der Ach im Jahre 1900. Hundert Jahre früher waren es erst 7 gewesen. Nach dem Blauen Buch von 1989 stehen im Achgebiet heute etwa 220 Häuser, darunter etliche große Mehrfamilienhäuser. Neue Siedlungen Zu den 26 Häusern an der Ach (von insgesamt 290 in Wolfurt), die man im Jahre 1900 neu numeriert hatte, kamen bald viele neue dazu: Nr. 291 Thaler Ferdinand / Thaler, Achstr. 5 Nr. 294 Scheffknecht Baltus / Gmeinder, Inselstr. 5 Nr. 297 Böhler / Bechter / Geiger / Kresser, Achstr. 29 Nr. 298 Schwerzler-«Naiolar» / «Böglar-Olga» / Achstr. 25 Nr. 300 Rohner-«Harnmorschmiods» / Zwickle, Achstr. 14 Nr. 301 Raidl / Ignaz Hämmerte - abgebrannt 1909 / Sohm, Achstr. 16 Als erstes Haus außerhalb des zweiten Damms stellte Anton Österle zu seiner Säge das Wohnhaus Nr. 303 /Dorrer, Dammstr. 6. Die Dampfsäge ist 1927 abgebrannt. An ihrem Platz errichtete Josef Österle seine Spenglerei. Ächler Jungmänner vor dem Krieg 1939. Rohner Viktor, Lenz Seppl, Hohl Georg, Lenz Eugen, Hohl Franz, Rohner Eugen, Graß Othmar, Thaler Ernst und Österle Josef. Zwar wohnten Rohners längst im Dorf, aber immer zog es sie hinaus zu Vaters Heimat an die Ach. Im Jahre 1907 war die Hochblüte der Stickerei. An vielen Häusern wurden eigene Sticklokale ein- oder angebaut. Im folgenden Rezessionsjahr 1908 brannten schnell hintereinander die Häuser Hohl, Kresser, Müller und Brüngger ab. Neu dazu kamen 1907 an der Ach auch das Brückenzollhaus und ganz unten an der Lauteracher Grenze als erstes Haus der späteren «Kolonie» Nr. 304 Simma / Im Wida 13. 1912 erhielt die Zementerei Rädler am Platz des 1905 abgebrannten Wuhrstadels die Nr. 352. Erst 20 Jahre später wurden dort aber das Firmenbüro Rädler und die Wohnung für die Hebamme Frau Graß eingerichtet / Lutz, Bregenzerstr. 35. Nach dem 1. Weltkrieg entstand die Kolonie « Im Wida». Sie lag so weit abseits vom Kirchdorf, daß ihre Bewohner sich die Zugehörigkeit zu Kirche, Schule und Post Lauterach erkämpften und sich auch zu den Lauteracher Vereinen bekannten. Seit 1967 besuchen die Kinder aus dem Wida die Schule Bütze und die Hauptschule Strohdorf und fühlen sich erst jetzt der Gemeinde Wolfurt zugehörig. Begonnen haben mit der «Kolonisierung» beim Simmahaus im Wida zuerst 1922 Fritz Pissinger / Achstr. 56 und 1924 Ferdinand Vonach / Im Wida 18. Dann folgten in nur 10 Jahren ab 1926 schnell 14 weitere Häuser, darunder die Gärtnerbetriebe Erwin Karg und Alois Stöckli. Auch in der Höll baute Anton Plankel bei dem seit mehr als 100 Jahren einsam stehenden «Höll-Bur» nun ein zweites Haus. Dann kam mit dem 2. Weltkrieg eine große Pause. Die Kresser-Brüder stellten 1941 noch ein 24 25 den am Bregenzerweg Schule und Kindergarten Bütze eröffnet und daduch den Ächlerkindern weite Wege erspart. Schon 1953 hatte Rudolf Fitz einen ersten Lebensmittelkiosk an der Kurve zur Bützestraße erbaut, der bald dem Ansturm der Käufer nicht mehr gewachsen war und in Stufen zu einem Lebensmittelmarkt erweitert werden mußte. In den 70er-Jahren wurde auch die Besiedelung an der oberen Achstraße und an der Inselstraße verdichtet. Frei blieben nur ein großes Stück im Oberfeld und schöne Wiesen zwischen Bütze- und Lerchenstraße. Dort hat sich die Gemeinde Gründe gesichert, um vielleicht eines Tages den Wunsch nach einem Schulzentrum Ach erfüllen zu können. Die ältesten Familien Nahe der Furt über die Ach stand schon im Mittelalter eine kleine Ansiedlung. Hier gab es wahrscheinlich Stallungen und eine Raststätte, wo Fuhrleute manchmal lange Zeit das Ende des Hochwassers abwarteten. Ein Fährmann bot eiligen Wanderern seine Dienste an. Im ältesten Wolfurter Häuserbeschrieb1 von 1594 wird die «Crommerin zue Ach» genannt, die hier mit einem Krämerladen die Reisenden versorgte. Von der Siedlung an der Ach haben die »Vonach»-Familien ihren Namen. Sie schrieben sich noch bis 1814 «von Ach». Erst der neue Pfarrer Grasmeier machte daraus ab jetzt nur mehr ein Wort. Die «von Ach» lassen sich schon 1391 als Grundbesitzer an der Ach und im Oberfeld nachweisen.2 Sie breiteten sich nach Lauterach und Bregenz aus. In Bregenz erhielt eine ihrer Familien sogar den Adelstitel «von Ach zu Gerhaimb».3 Die Lauteracher «von Ach» stellten eine Reihe von Hofsteigammännern. An der Ach selbst lebten um 1800 noch zwei «von Ach»Familien. Vom Hofsteiger Gerichtsgeschworenen Martin von Ach (1723-1796) stammen viele Wolfurter Familien, darunter jene, die den Namen «Flötzar» von der Ach ins Kirchdorf und später bis hinauf ins Frickenesch mitgenommen haben. Einer von ihnen, Andreas Vonach, war 1821 bis 1824 Vorsteher von Wolfurt. Zu den Nachkommen gehören Fischer-Klosos, Schertler-Veres, Schwerzlers im Tobel, Giselbrechs in der Bütze und Kalb Ferdes in der Bütze, aber auch die angesehenen Familien Ölz in Dornbirn und Tizian in Bregenz. Die beiden Vonach-Häuser (B2 und 3) an der Ach sind miteinander am 15. Juni 1897 abgebrannt. An ihrem Platz stand später der Wälderhof. Aus Bildstein-Geißbirn kam um das Jahr 1740 Markus Höfle an die Ach. Seine Söhne besaßen dort 1760 drei von den insgesamt sieben Häusern.4 Antons und Andreas Familien lebten in zwei aneinander gebauten Häusern gegenüber vom späteren Wälderhof. Martin hatte das heutige Scheffknecht-Diemhaus (B1), zu dem seit der Auflösung des Klosters Mehrerau ein großes Stück Oberfeld gehört. Dieses Feld ist als einziges in Wolfurt als Klosterbesitz der Zerstückelung im 18. Jahrhundert entgangen. 1 2 3 4 Von den vielen Ziegeleien an der Ach ist ein einziges Bild geblieben, das Schnidarles Hannes beim Abbruch der letzten 1896 gemalt hat. Auf ihrem Platz steht jetzt das Thalerhaus Achstraße 5. Haus an den Rand des Oberfelds / Rohner, Bregenzerstr. 24. Und nach Kriegsende entstandan der vielbefahrenen Achkurve beim Wälderhof der Kiosk Madiener, den der Kriegsinvalide Hans Künz viele Jahre führte. In dieser Zeit war der Kiosk ein beliebter Sammelplatz für die Dorfjugend. Zwischen Ach und Wida bestand immernoch ein weites Grasland, durchsetzt mit fruchtbaren Äckern und großen Obstgütern. Ab 1947 begann nun die Zersiedelung dieses Gebietes, die in dreißig Jahren Wolfurt und Lauterach zusammenwachsen ließ. Die erste Siedlung an der Ach schufen die Familien Wetzel, Meusburger, Moosbrugger, Gasser und Hofer / Achstr. 22 bis 30. Eine zweite, größere folgte ab 1950 außerhalb des neuen Damms, beginnend mit Höfle Engelbert, Dammstr. 28, und Fink Otto, Wuhrweg 1. Preisgünstige LAWK-Gründe lockten viele Siedler hierher. Unter größten Mühen rodeten sie das steinige Achgelände bis hinab ins Wida und schufen Wohnraum in schönster Lage am Auwald der Ach. Die Gemeinde brauchte aber dringend Arbeitsplätze, damit sie mit höherem Steueraufkommen ihre Struktur verbessern konnte. So förderte sie ab 1960 die Errichtung der Firmen Wolff, Pawag und Roylon im Baugebiet an der Achstraße und der Firma Rädler beim Sportplatz. Längst hatte auch eine Besiedlung der Felder an Lerchenstraße und Albert Loackerstraße eingesetzt. Blocks entstanden dort und forderten den Bau neuer Straßen. Im Jahre 1967 wur26 Holunder 1932, Nr. 30 Welti, Kellnhof Wolfurt, 1952, S. 24 Wie Anmerkung 2 Seelenbeschrieb 1760 der Pfarre Wolfurt 27 Zwei Höfle-Familien blieben ohne männliche Nachkommen. Ihre Häuser kamen 1860 an Johann Scheffknecht aus Lustenau, bzw. 1868 an Josef Kresser aus Sulzberg. Im dritten aber lebten Joh. Georg Höfle, «Irg», und sein Sohn Josef Anton Höfle, «Irgo Buob», mit vielen Nachkommen. Einer davon war Lorenz Höfle (1837-1904), der einen großen neuen Hof an der Inselstraße kaufte. Nach dem Brand von 1937 baute ihn Paul Rohner noch größer wieder auf. Außer den Rohner-Familien gehören auch die Büobler- und Stenzler-Schwerzler und die Schloßburo-Köb beim Hirschen zu den Höfle-Nachkommen von der Ach. Das sechste Haus (B7) steht noch mit der Nr. 31 an der Bregenzerstraße. Hierher heiratete 1708 der Dornbirner Martin Klocker. Von ihm stammen all die vielen Wolfurter Klockerfamilien: die Glaser-, Sticker-, Bäcker- und Seiler-Klocker von der Hub, die Stricker vom Röhle und die Wagner und Ziegler an der Ach. Einer von ihnen, Josef Anton Klocker 17831853, besaß 1835 die größte Ziegelei an der Ach und baute neben sie das damals übergroße Haus Bützestraße 24 (Rohner Eugen). Im siebten Haus an der Inselstraße (B6) wohnten die Müller und ab 1784 die Böhler. Dieses Stammhaus der Sammüller-Böhler ist 1900 abgebrannt und seither verschwunden.5 Erst nach den Franzosenkriegen begann die Erschließung der «Iosol», der ehemaligen Insel im Achbett, die man durch den Damm von 1772 gewonnen hatte. Zuerst kamen die Dür aus dem Kirchdorf. Dismas Dür hatte um 1805 sein altes Haus an der Kirchstraße abgebrochen und in der Bütze neu aufgestellt. Dann aber baute er mit seinen tüchtigen Söhnen 1816 das erste Haus an den Achdamm und dazu eine große Ziegelei, beides dort, wo jetzt die «Traube» Achstraße 1, steht. Schon 1835 konnte er für seinen Sohn ein zweites Dür-Haus bauen, Achstraße 4 (Franz Hohl). Das Haus in der Bütze hatte Dismas seinem Neffen Martin Dür überlassen. Aber der kam 1840 ebenfalls an die Ach. Er erbaute das Haus Achstraße 3 (Hohl Georg) und dazu gleich eine weitere große Ziegelei. Dort hat er 1857 das Vaterhaus aus der Bütze verheizt. Andere Dür-Vettern hielten um diese Zeit das Röhle fest in der Hand. Sie besaßen an der Bregenzerstraße schon Nr. 6 (Hannes Franz) und hatten von dort aus 1805 Nr. 10 (Kappeollars) gebaut, 1814 Nr. 11 (Rößlewirts Franz), 1836 Nr. 20 (Küofars) und 1843 Nr. 14 (Bernhards). Eine Dür-Tochter erbaute 1883 mit ihrem Mann Josef Sinz aus Kennelbach das Haus Achstraße 6 (Thaler August). Schließlich gründete auch noch Lorenz Dür aus dem Röhle 1848 die bedeutende DürSchlosserei am Rickenbach, die ab 1892 von der Familie Doppelmayr zum heutigen Großbetrieb ausgeweitet wurde. Auch in den anderen Dür-Häusern tauchten neue Namen auf. Georg und Peter Dür (Düro Tones) sind in Wolfurt heute die einzigen Namensträger aus der einst so großen Sippe, doch gibt es noch unzählig viele Verwandte. 5 Achhäuser, Ausschnitt aus dem Baudirektionsplan von Negrelli aus dem Jahre 1827 a Flußlauf und Kiesbänke b eine Insel c Staudenvorland d neuer Damm/Achstraße e alter Damm/Inselstraße f «Weidachfeld»,Getreideäcker an der Bützestraße g Oberfeld Sieben alte Häuser mit den bayrischen Nummern von 1 (Scheffknecht-Diems) bis 7 (Wächters) Zwei neue Häuser ohne Nummer: h Dür Dismas/1816 i Böhlers/1822 Z die ältesten drei Ziegeleien Heimat l l ,S. 19ff 28 29 Im Röhle und bei den Ziegeleien an der Ach erwuchs den Dür eine starke Konkurrenz in der FamilieSchertleraus Unterlinden. Josef Anton Scheitler, 1791-1867, ein Sohn des berühmten Schützenmajors Jakob Schertler, erbaute schon 1814 an der Bregenzerstraße das Haus Nr. 15 (Schedlars im Röohle) und 1852 für seinen Sohn Joh. Martin Nr. 21 (Alfredos). Gemeinsam mit seinem Bruder, dem Vorsteher MartinSchertlerin Unterlinden, erwarb und betrieb er an der Ecke Bützestraße-Achstraße die große Klocker-Ziegelei. Die Schertler kauften dazu auch noch die zwei Nachbarhäuser Bützstraße 24 (Rohner Eugen) und 41 (Hansmarteies). Als sich gar 1852 ein Schertler-Sohn und eine Dür-Tochter ehelich verbanden, war die Grundlage für eine Zusammenarbeit der Ächler Ziegeleien gelegt. Man erbaute für das junge Paar eine Fuhrwerks- und Bürozentrale im Strohdorf, das spätere Postamt gegenüber der Schule. Hier kamen die Brüder Jakob und LorenzSchertlerzur Welt, die um 1885 ihren Betrieb von der Ach ins Flotzbach verlegten. Jetzt wurden die Ziegelhütten an der Ach abgebrochen. Auf die Fundamente der obersten baute der Schuhmacher und Weinhändler Giovanni Fait aus dem Valsugana 1896 ein riesiges Haus, den Gasthof Traube. Auf den Mauern der zweiten errichtete 1900 Ferdinand Thaler sein Haus, in dem später sein Sohn Gebhard die Bürstenbinderei betrieb. Am Platz der dritten an der Achkurve ist erst viel später das Haus Bützestraße 28 entstanden. Ein anderer Schertlerzweig aus dem Röhle kaufte den uralten Wuhrstadel am Achufer und begann dort mit der Zementerei. 1888 erbauten sie eine große moderne Kalkhütte im Röhle und begründeten die Baumaterialienfirma «Schertler und Cie». Durch seine Heirat mit einer Schertlertochter war auch der landesweit bekannte Lehrer Wendelin Rädler6 Teilhaber geworden, der bald die Führung der Betriebe übernahm. 1908 wurde die Firma geteilt. Rädler und sein Sohn August waren nun Alleininhaber von Zementerei und Kalkwerk. Der Firmensitz wurde in den Wälderhof verlegt und damit die für die Ächler so bedeutsame Firma «Baustoffe Rädler» gegründet. Wohl trägt sie noch heute den alten Firmennamen, als Familienname ist er aber erloschen. Im Jahre 1858 war Josef Anton Hohl aus Schwarzach an die Ach gekommen und hatte mit seiner Frau Anna M. Albinger das Dürhaus, Achstraße 4, gekauft. Von ihren vielen Kindern übernahm «Fidele» das Elternhaus. «Hohlo Marte» heiratete im Nachbarhaus die letzte Dürtochter Katharina. «Hans-Irg» ließ sich als Schneider und Sticker an der Bützestraße nieder. Ein weiterer wichtiger Name tauchte auf, als die «Vinälar»-Brüder Lorenz und Johann Rohner um 1870 aus dem Strohdorfan die Ach kamen. Schon 70 Jahre früher hatte der Pfarrer ihre Großeltern mit«Vaneler» bezeichnet. Wir verstehen das seltsame Wort heute nicht mehr. Lorenz Rohner kaufte 1869 eines von den alten Vonachhäusern (beim Wälderhof). In der Fabrik Kennelbach arbeitete er sich zum Spinnreimeister hinauf. Als sein Haus 1897 abbrannte, übersiedelte er mit der Familie ins Röhle. Sein Sohn Franz wurde dort der unvergeßliche 6 Die Einmündung der schmalen Bützestraße um 1935. Fahrverbot! Rechts das ehemalige «Schiffle». «Kapeollar». Von den Enkeln kehrte «Fränzle» an die Ach zurück und begründete dort das Textilhaus Rohner. Hier wohnte lange Zeit auch sein Bruder Ludwig Rohner, bei den Wolfurtern bekannt und beliebt u.a., weil er den Fußballklub gründete und durch seine Verbindungen zur LAWK den Bau des ersten Sportplatzes an der Ach möglich machte. Johann Rohner kaufte 1879 das kleine, alte Klocker-Haus, Bregenzerstraße 31 (Wachters). Von seinen Söhnen übernahm Martin durch Heirat mit der letzten Höfletochter den Hof Inselstraße 11, wo mit Johann und Paul Rohner weitere bekannte Ächler geboren wurden. Ihr jüngster Bruder Siegfried war viele Jahre Pfarrer in Schwarzach. Martins Bruder Josef, «Vinälars Seppl», hatte sein kleines Elternhaus an der Bregenzerstraße gegen das großeSchertlerhausand er Bützestraßeeingetauscht. Dort lebte er nun als Bauer und Fuhrmann. Ihm folgte sein Sohn Eugen. Die Schwester Rosa Rohner war ebenfalls an der Bützestraße mit dem Schneider und Sticker Joh. Georg Hohl verheiratet. Eine andere Schwester, Magdalena, wurde die Gattin von Fridolin Scheffknecht, Bauer und Bucher Bote. Ihre Kinder waren der gutmütige Herbert und «Elis» Diem, die heute die riesigen Gründe verwaltet. Schließlich möchte ich noch eine Ächler Familie nennen, die bei den meisten längst vergessen ist: die Rusch. Aus Kennelbach war 1838 ihr Stammvater über die Ach gekommen undhatte eine Dür-Tochter geheiratet. Katharina, Anna Maria und Franz Maximilian wurden die drei Kinder getauft. Von Katharina und ihrem Mann Josef Kresser aus Sulzberg stammen 31 Heimat 11, S. 43 30 Gasthof Bosnien die beiden Kresser-Sippen an der Ach, die eine aus dem ehemaligen Gasthof «Bosnien», die andere aus demnach dem Brand von 1908 neu erbauten Kresser-Elternhaus. Dort ist heute die «Beschützende Werkstätte» eingerichtet. Anna Maria Rusch war mit Lorenz Rohner ebenfalls an der Ach verheiratet. Zu ihren Nachkommen zählen neben vielen «Kapeollar»-Familien auch die «Schwarz-Vinälar»-Musikanten, die «Feogar»-Albinger und etliche andere. Franz Max Rusch übersiedelte von der Ach schon vor 100 Jahren nach Bregenz. Zu seiner Sippe zählen dort der bekannte Büchsenmacher Hans Rusch in der Maurachgasse, der Mundartdichter Ferdinand Schlegel und der weitum bekannte originelle Heimatkundler «Flädle»-Wolfgang Rusch. Eine weitere wichtige Familie an der Ach waren die «Naiolar»-Schwerzler. Josef Schwerzler, 1773-1837, stammte aus Unterlinden und kaufte 1804 eines der alten Vonach-Häuser an der Ach. Sein Sohn, der «Flaschner» MartinSchwerzler,besaß den Gasthof «Schiffle»an der Bützestraße, seine Kinder übersiedelten jedoch bald nach Kennelbach. Vom anderen Sohn, dem Näher Joh. GeorgSchwerzler,stammen drei bedeutende Familien. Naiolars «Hans-Irg» wurde in der Bützestraße 2 Stammvater der Familien Eugen undAlfons Rist. Sein einziger 32 Der «Wälderhof» war viele Jahre lang wichtigster Treffpunkt der Ächler. Sohn Josef Schwerzler war 1914 in Galizien gefallen Naiolars «Hannbatist» baute 1905 das Haus Achstraße 25, wo seine Töchter «Böglars» Olga und Lena lebten. Der einzige Enkel Elmar Schwerzler ist 1944 gefallen. Naiolars Lorenz heiratete in die Bütze. Seine Tochter Adelheid wurde die Mutter von Alfons und Hubert Kalb. Mit seinem einzigen Sohn «Naiolars Lorenzle» starben 1957 die «Naiolar»-Schwerzler aus. Ihr Stammhaus an der Ach war schon 1897 abgebrannt. Die Rohner-«Hammorschmiods» hatten 1834 weit unten am Achdamm ein kleines Haus gebaut. Es hieß später «Naglars», denn Hammerschmieds waren schon 1870 weiter herauf ins Haus Achstraße 11 übersiedelt. Der Sohn Rohner Martin, 1865-1930, hat sogar noch um 1905 das schöne Haus Achstraße 14 (Zwickle Hermanns) erbaut. Dann ist auch die Sippe «Hammorschmiods» erloschen. An der Inselstraße hatten sich 1846 «Schützos» niedergelassen. Ihr Familienname Geiger ist dort aber ebenso wieder verschwunden wie der der «Hellbur»-Geiger drunten in der Höll. Um 1900 kamen die Thaler an die Ach, dann die «Naglar»-Kalb und die «Stöoglar»-Fischer. Viele andere Familien sind ihnen gefolgt, viele auch schon wieder verschwunden. 33 Gasthäuser an der Ach Einst hat wohl die «Crommerin zue Ach» Durst und Hunger der Wanderer an der Furt gestillt. Dann fehlen lange Zeit Nachrichten von einem Gasthaus an der Ach. Als im 19. Jahrhundert die Ziegeleien manchen Umtrieb brachten, wurde an der unteren Straße das «Schiffle» als Gasthaus gebaut. Es dürfte keine Goldgrube gewesen sein. Jedenfalls wechselten ständig Besitzer und Wirte: Erbaut 1838 vonSchertlerJoh. Martin, 1841 Köb Michael, 1856 Bereiter Michael, 1863 Albinger Franz Xaver, 1866 Schertler Jos. Anton, 1871 Schwerzler Martin, Flaschner, 1883SchertlerJoh. Martin, «Hansmartele». Dieser schloß die Gaststube. Im Besitz seiner Urenkelin Martina Weiß ist das «Schiffle» um 1970 abgebrannt. Seither fehlt Bützestraße 41. Im Jahre 1879 erbaute der Schneider Franz Eiselt das Haus Achstraße 6. Er stammte aus Böhmen und hatte mit seiner Frau Katharina Rohner, Rößlewirts, seit 1872 Wohnungen an die Fabriksarbeiter aus dem Valsugana vermietet. Das neue Haus an der Ach besaß nicht nur viele Zimmer für die «Italiener, sondern auch eineriesigeGaststube. «Bosnien» nannten die Wolfurter diese Schenke, weil dort viel gestritten worden sei. 1892 übersiedelte Eiselt nach Innsbruck und verkaufte das Gasthaus an die Familien Bayer und Schneider aus Württemberg. 1903 erwarb es der Zimmermann Josef Kresser. Es gab aber jetzt keinen Gastbetrieb mehr. In der Wirtsstube wurden Webstühle aufgestellt. Zum Bau des Blocks Dammstraße 19 mußte das alte «Bosnien» 1974 abgebrochen werden. An der oberen Achkurve waren 1897 zwei uralte Häuser abgebrannt. An ihrer Stelle baute der «Naiolar» Joh. Bapt. Schwerzler einen großen Hof, in dem nach der Eröffnung der neuen Eisenbahn im Jahre 1902 das Restaurant «zur Wälderbahn» eingerichtet wurde. Die ersten Wirte waren schnell hintereinander Josef Ganahl aus Bregenz, Jos. Anton Sohm aus Kennelbach und Mathias Schwendinger aus Schwarzach. 1909 übernahm der Kalkwerksbesitzer August Rädler den Gasthof undrichtetehier sein Firmenzentrum ein. Das Haus wurde in «Wälderhof» umbenannt. Rädlers zweite Frau Anna Lindebar erwies sich als ausgezeichnete Köchin. Sie machte den Wälderhof zu einem gut besuchten Feinschmeckerzentrum. Aber auch die Ächler und viele Fabrikler kehrten nach Feierabend gerne zu. Hinter dem Haus lockte im Sommer ein großer kühler Biergarten. Mit den Schützen gemeinsam hielt dort die Musik jedes Jahr ihr großes Fronleichnamskonzert ab. Zugkräftig war auch die Kegelbahn. Als das größte Fest erwies sich aber der jährliche Ächlerball. 1968 ist Frau Anna gestorben. Die traditionsreiche Wirtschaft wurde geschlossen. Um das Jahr 1975 mußte der Wälderhof dem Neubau des großen Mehrfamilienhauses Bregenzerstraße 28 weichen. Der Gasthof «Traube» wurde 1896 bis 1921 von der Familie Fait geführt, dann bis zum 2. Weltkrieg von der Familie Österle. Inzwischen hatte Paul Rohner für seine Tochter Rosmarie weit unten bei den neuen Fabriken das Restaurant «Romy» eröffnet, wo viele Ächler wieder einen Treffpunkt fanden. Aus dem wegen seiner Sauna beliebten Gasthof ist später ein chinesisches Restaurant geworden. 34 Der Gasthof «Traube» wurde 1896 bis 1921 von der Familie Fait geführt, dann bis zum Zweiten Weltkrieg von der Familie Österle. Gasthof «Traube». Metzgermeister Matthias Rist kehrt mit seinen Freunden zu. Vorne Lislo Franz, Hinteregger Tone, Schwarz Hans, Thaler Gebhard und Matthias Rist. Dahinteru.a.SchertlerAlfred. Einzelne Ächler löschen ihren Durst nun an der Tankstelle, andere gehen ins Dorf oder auswärts und nehmen weite Wege auf sich. Viele aber beklagen das Sterben der alten bäuerlichen Gasthöfe, holen ihr Bier beim Gassenschank und trinken es daheim. Schade! Wo begegnen sich eigentlich heute noch alte und neue Ächler? Leben und Treiben am Fluß Das Leben der Ächler war immer eng mit dem Fluß verbunden. Täglich trieb man ursprünglich das Vieh zur Tränke ans Ufer und schleppte in schweren Holzkübeln Trinkwasser zum Kochen nach Hause. Auf ein paar Brettern oder großen Steinen wuschen die Frauen ihre Wäsche aus. Bei einer solchen «Tuchwaschung» ist 1808 Katharina Blank, die Stammutter der Sammüller, ertrunken.1 1 Heimat 11, S. 19 35 In die Stauden der Flußauen und auf die Inseln trieb man früher das Vieh auf die Weide. Wir erinnern uns noch gut an die Geißen der Frau Kaufmann am Damm, an die Hüterbuben Siegfried und Georg Schwerzler von der Bützestraße und an die große Herde, die die Frau Karg täglich an die Ach führte. Auch bei Geigers und bei Künz Hans-Irg hielt man Geißen. Die Hirtenbuben holten mit ihren geschickten Fingern auch manchen Fisch unter den Steinen aus dem Wasser. Das war zwar immer schon verboten, aber der Fischreichtum in den Tümpeln lockte gar zu sehr. Seit man die Ufer begradigt hat, ist die Fischerei stark zurückgegangen. Bäume gab es früher keine am Ufer, nur Weidengebüsch. Erst wenn es im Herbst öffentlich erlaubt wurde, durften die Hofsteiger diese Weiden abhauen. Ruten konnte dagegen jeder holen. Sie wurden zum Korbflechten verwendet, «für Zoanna und Krätto». Ein bekannter Korbflechter war «Bergers» Hannes, der im Quartier in Geigers Haus 10 Kinder versorgen mußte. Ganz wichtig war jedes Jahr das Holzen an der Ach, das Fangen von Wildholz aus dem Hochwasser. Nicht jeder besaß ja einen eigenen «Bergteil», aus dem er sich mit Brennholz hätte versorgen können. Daher schätzte man das Heizmaterial, das die Ach kostenlos lieferte, ganz besonders. Aber auch die Waldbesitzer wurden von der Sucht befallen und wetteiferten mit den anderen beim Fang der kostbaren Beute. Nach plötzlicher Schneeschmelze oder starken Niederschlägen stieg das Wasser oft schnell an und führte Prügel, Reisig, Stöcke und manchmal ganze Tannen mit sich. Da galt es, denrichtigenZeitpunkt zu treffen. Wenn der Ruf «as kut Holz» von Haus zu Haus ging, ließen Burschen und Männer alles stehen und liegen und eilten mit «Flötzarstang» und «Zabi» an ihren durch Tradition familieneigen gewordenen Standplatz. Mit sicherem Stoß wurden Prügel aufgespießt oder ganze Stämme nach wiederholtem Nachfassen mit dem Haken an Land gezogen. Das war sehr gefährlich. Nicht selten erwiesen sich die braunen Strudel an einem gefangenen Holzstück stärker als der Arm des Flößers. Dann mußte er Haken und Stange davonschwimmen lassen. Beim Versuch, seine Stange zu retten, ist am 19. Juni 1926 der 44jährige Bernhard Buchhammer, Vater von sechs kleinen Kindern, in die Strömung gerissen worden und ertrunken.2 Und sechs Jahre später verunglückte am 16. Juli 1932 der 49jährige Anton Haneberg, damals Schreiner bei Schnidarles Rudolf im Strohdorf, auf ähnlich tragische Weise. Er hatte versucht, Schwemmholz mit einem Drahtseil zu bergen und stürzte dabei ins Wasser. Am gleichen Tag ertrank beim Holzfangen auch der junge Eduard Lehner aus Kennelbach.2 Nahe der Haltestelle Langen-Buch war am 5. August 1935 der Milchhändler Gasser mit Holzarbeiten beschäftigt. Als seine Kinder Anna und Erwin dort durch die Ach waten wollten, konnten sie sich aus dem reißenden Wasser mit Mühe auf eine Kiesbank retten. Der Vater eilte ihnen zu Hilfe, geriet aber selbst in die Strömung und ertrank. Strenge Vorschriften hatten schon im «Landsbrauch» das Wildholzen geregelt. An Feiertagen 2 «Stöoglars Hanne». Joh. Bapt. Fischer und seine Frau Christina waren um 1900 an die Ach gekommen und hatten hier 12 Kindern und vielen Enkeln Heimstatt gegeben. und bei Nacht war es verboten. Gefangenes Holz mußte in großen Haufen «nit under ainem fueder» aufgestapelt werden. Wenn man auf die Spitze des Haufens noch einen Stein legte, war das Holz als persönliches Eigentum gekennzeichnet und damit vor Dieben geschützt. Kritischer war die Sache mit dem «gemalten» Triftholz. Das Hochwasser schwemmte ja auch viele zu «Block» gesägte und geschälte Stämme an, in die der Holzhändler vor dem «Einwerfen» sein besonderes Kennzeichen («Mal») eingeschlagen hatte. Gemaltes Holz durfte, wie auch Balken von zerstörten Brücken, auf keinen Fall gesammelt werden. Aber der Versuchung, den Berg von knorrigem und sperrigem Prügelholz mit einem glatten Stamm zuergänzen, erlag doch mancher. Wenn man schon am frühen Morgen hinter Nachbars Haus das Singen der großen Waldsäge hörte, dachte sich jeder etwas. Gendarmerie-Chronik Wolfurt/Kennelbach 36 37
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Heimat_Wolfurt_...5_Okt Wolfurt 01.10.1995 19.11.2012, 18:22 Heft 16 Zeitschrift des Heimatkundekreises Oktober 1995 Das alte Kirchdorf. Federzeichnung von Edmund Schwerzler 1992 nach einem Foto von 1910. Inhalt: 75. Schwerzler und Schwärzler 76. Heimkehrer 77. Einwanderer 1 Zuschriften und Ergänzungen Bildnachweis: 3 Edmund Schwerzler, 5 Siegfried Heim, 14 Reproduktionen von Hubert Mohr aus der Sammlung Heim Berichtigung: Pfarrer August Hinteregger wußte, daß seine Tante Agatha Fischer im Kloster den Namen Sr. Gregoria (nicht Georgia) bekommen hatte. Bitte, berichtigen in Heft 15, S. 15 und S. 19! Natürlich haben viele erkannt, daß sich Sr.Epiphania 1970 (nicht 1971) verabschiedete. Also falsch auf Seite 14, richtig auf Seite 18 oben! Danke für einige Überweisungen auf unser Konto Raiba Wolfurt: Heimatkundekreis 87 957 Ehepaar Grobl (Heft 15, S. 2): Die Erzählungen und Dokumente Luise Grobls haben unter ihren Verwandten in Amerika einen wahren Wolfurt-Boom ausgelöst. Zuerst kamen die Ehepaare Ruth und Robert Zacher, Zeitungsmanager in St. Louis, und Pat und John Martin, Geschichte-Professor in Glendale. Ihnen folgte das Ehepaar Mary Ann und Joe Mann, früher coal-miner, jetzt Antiquitätenspezialist in Pinckneyville, mit Schwester Dr. Jacinta Mann, Univ.-Professorin in Greensburg. Sie besuchten das Geburtshaus ihres Urgroßvaters an der Flotzbachstraße und natürlich die Kirche, fotografierten unser schönes Land vom Gebhardsberg aus und bestiegen sogar die Schneider-Spitze, die den Namen ja von ihren Schneider-Vorfahren hat. Natürlich ließen sie sich auch Hafoloab und Su-Biorar nicht entgehen. Zahlreiche Bilder und Schriften wurden ausgetauscht. Für September 1995 war dann ein großes Schneider-Treffen in St. Louis angesagt, von dem sie wieder nach Wolfurt berichten wollen. Das ehemalige Schneider-Haus, uns allen besser bekannt als Lenas Hus, Flotzbachstraße 11, wird derzeit gerade umgebaut. Es ist den Besitzern hoch anzurechnen, daß dabei das historisch bemerkenswerte Wohnhaus mit den kostbaren Zimmermannsarbeiten auf der Giebelseite (hier auf einem Bild von 1993) erhalten bleibt. Das Haus hat der reiche Gotteshaus-Ammann Mathias Schneider (Siehe Heimat 13 / S.37!) im Jahre 1805 gleich- Herausgeber: Heimatkundekreis Wolfurt Für den Inhalt verantwortlich: Siegfried Heim, Funkenweg 11, 6922 Wolfurt Satz und Grafik: Erik Reinhard, 6922 Wolfurt Fotosatz: Mayr Foto Satz, 6922 Wolfurt Druck: Adolf Lohs Ges.m.b.H., 6922 Wolfurt 1 zeitig mit dem für die Raiba abgebrochenen Rädlerhaus an der Kellhofstraße erbaut. 1818 überließ er es seinem jüngsten Sohn Josef Gebhard, der hier viermal verheiratet war. Nur in Amerika leben zahlreiche Nachkommen weiter. Unter den nachfolgenden Besitzern des Hauses waren die Pf ersolar, die 1994 aus Ostdeutschland ihr Stammhaus aufsuchten. Schließlich kaufte der um Wolfurt hochverdiente Vorsteher und Landtagsabgeordnete Lorenz Schertler das schöne Haus, das nun seine Enkel besitzen. Zu einem Kurzbesuch kam am 28. Juli ganz unabhängig von den Schneidern auch Dr. Thomas Sneider, Univ.-Professor in Fort Collins, mit seiner Gattin (Heft 5, S. 29). Er ist mit den obigen Schneider-Familien nicht verwandt, sondern stammt von einer Nichte des Malers Gebhard Flatz in Rickenbach. Er besuchte sein „Stamm"-Haus am Kellaweg und zeigte sich von der Schönheit unseres Landes ebenfalls beeindruckt. Krankenschwestern (Heft 15, S. 3): Für diesen Beitrag bedankte sich neben Sr.Paulina vor allem auch Sr.Auxilia aus Feldkirch. Dann aber protestierte sie freundlich auch im Namen ihrer Mitschwestern Sr.Anna, Sr.Imelda und Sr.Christiana gegen die Formulierung „im Antoniushaus in Feldkirch". Zwar sei das schon richtig, aber sie seien alle dort nicht als Pfleglinge, sondern als aktive Pflegerinnen im Altersheim. Liebe Schwester Auxilia und Mitschwestern! Das haben wir auch gar nicht anders aufgefaßt. Wir wünschen Euch allen weiterhin Gesundheit und Tatkraft und gelegentlich auch ein Wiedersehen in Wolfurt! Ein ganz besonders lieber Brief kam von Sr.Angelina Neuhauser aus Hall. Sie trug als Oberin damals 1962 die Verantwortung für die ganze Ordensprovinz und mußte wegen des akuten Schwesternmangels viele Stationen schließen. Wolfurt ließ sie, wie sie jetzt schreibt, als eine Anstalt freudvoller Zusammenarbeit bestehen. Und dann schließt die nunmehr 90jährige Schwester mit Ich wünsche sehr „ Wolfurt" bleibt! und nimmt uns alle hinein in ihr Gebet. Danke, Mutter Angelina! Schließlich hat sich auch Werner Mohr als langjähriger Leiter der Pfarrkrankenpflege über die Zusammenstellung gefreut und sich herzlich bedankt. Hausnamen (Heft 15, S. 22): Auf diesen umfangreichen und sehr arbeitsaufwendigen Artikel habe ich eigentlich mehr Reaktionen erwartet, unter Umständen auch böse Briefe oder empörte Anrufe. Nichts dergleichen! Beim Durchlesen treten einem viele alte, längst vergessene Bekannte vor die Augen und sicher tauchen da auch Fragen auf. Bis jetzt brachte nur Luise Sinz-Sieber in Kennelbach zwei Ergänzungen: Haus Nr. 62: Naglars im Tobol nannte man auch Metzgars, weil ihr Großvater Josef Anton Kalb, 1821-1908, den Beruf eines Hausmetzgers ausübte. Sein Sohn Metzgars Hannos wurde Stammvater der Stülzes-Kalb in der Bütze, Metzgars Ludwig im Tobol ist Luises Großvater. Berichtigung zu Haus 301 auf S. 26 und auch zum Text auf S. 23: Nicht aus der Sonne in Kennelbach stammte Hans Sohm, sondern aus der Krone. Gute Bekannte nannten ihn daher Kronowiorts Hänsle. 2 Siegfried Heim Schwerzler und Schwärzler Die Geschichte eines alten Wolfurter Geschlechtes Seit 500 Jahren lassen sich in Wolfurt Schwerzler nachweisen. Die älteste Urkunde von 1503, gesiegelt vom Hofsteig-Ammann Sebastian Schnell, nennt einen Jakob Swärtzler.1 In einem weiteren Dokument von 1565 gibt es in Wolfurt einen Gallus und einen Gregor Schwärtzler.2 Anno 1594 gab es in den 70 Wolfurter Häusern schon 4 Schwerzler-Familien, 1760 waren es bereits 14. Im Jahre 1850 gehörten den Schwerzlern 26 von den 252 Häusern. Damals trugen rund 170 Wolfurter, also jeder zehnte Einwohner, den Namen Schwerzler. Auch 1900 besaßen sie noch 20 von den 290 Wolfurter Häusern. In zahlreiche Äste verzweigt waren sie immer noch das größte Geschlecht. Seither sind viele Linien erloschen. Nach dem Blauen Buch 1989 schreiben sich von den rund 7000 Wolfurter Bürgern nur mehr 30 Schwerzler und 34 Schwärzler. Einige von den Schwärzler-Familien sind in den letzten Jahrzehnten neu zugewandert. Trotzdem sind sie mit den Schwerzlern zusammen in Wolfurt von den Böhlern, Köb und Mohr an Zahl weit überholt worden. Beide Namen zusammen sind ein einziges Geschlecht. Welche Schreibart ist nun richtig, e oder ä ? Das ist nicht leicht zu entscheiden. Die älteste Schreibart ist Schwärtzler. Sie findet sich auch im ältesten Wolfurter Häuserverzeichnis von 1594. Damals standen nach dem Pestjahr 1593 von den 70 Wolfurter Häusern 10 leer. In den anderen 60 Häusern mit ungefähr 390 Einwohnern gab es vier Schwärtzler-Familien: Michael, Koni (Konrad), Melch (Melchior) und Hans Schwärtzler.3 Der Name Schwärzler stammt ganz sicher vom Wort „schwarz". Sein Ursprung liegt vielleicht bei einem dunkelhaarigen Stamm1 2 3 VLA, Breg. Regesten 366 VLA, Breg. Regesten 600 VLA, Holunder 1932 / 30 Wappen der Familie Schwerzler, gezeichnet von Edmund Schwerzler. Überliefert im VLA. 3 vater. Wahrscheinlicher aber kommt er von einem Färber, der mit Hilfe von Ruß Leinwand und Leder schwärzte (mittelhochdeutsch swerzen). Außer in Wolfurt sind die Schwärzler ebenfalls schon seit 500 Jahren in Lingenau nachweisbar. Lingenau war ja von Hofsteig aus besiedelt worden und hatte im Mittelalter enge Beziehungen zu Wolfurt. Auch heute gibt es in Lingenau noch etwa 8 SchwärzlerFamilien, dazu noch ein ganzes Dutzend im benachbarten Hittisau und ein weiteres Dutzend in Langenegg. Alle schreiben sich einheitlich Schwärzler. Bei uns hat die Schreibart mehrfach gewechselt. Bei Beginn der Matrikenbücher im Jahre 1650 schrieb Pfarrer Lorenz Leuthold noch das alte Schwärtzler. Sein Nachfolger Christoph Duelli begann im Jahre 1664 mit Schwerzler. Diese neue Schreibart hielt sich in vielen Fällen unverändert bis heute. Ab 1814 führte zwar Pfarrer Alois Grasmeyer, der auch viele andere Wolfurter Namen abänderte, das ursprüngliche Schwärzler wieder ein. Aber die Wolfurter, die inzwischen selbst schreiben gelernt hatten, folgten ihm nicht. Daher schrieben auch Grasmeyers Nachfolger bald wieder das in Wolfurt übliche Schwerzler. Anders in Schwarzach! Dort stellte der aus Wolfurt stammende Tuch-Fergger Josef Schwerzler um das Jahr 1835 ganz plötzlich seinen Namen auf Schwärzler um. Als sein Sohn Gebhard Schwärzler 1857 Vorsteher von Schwarzach und 1865 gar Landtagsabgeordneter wurde, wirkte sich das auch auf seine Wolfurter Namensvettern aus. Zuerst machte es der Maurer Gebhard Schwerzler, Färbarles, der seit 1864 im Haus Hofsteigstraße 13 wohnte, dem gleichnamigen Schwarzacher Vorsteher nach. Seine zahlreichen Nachkommen, Liborats, Schnidars und Ludwigos, schreiben sich seither alle Schwärzler. Vom Oberfeld stammte der angesehene Bregenzer Kaufmann und Historiker Kaspar Schwerzler. Während seine Wolfurter Schwestern ihren Namen behielten, ließ er seine Forschungsarbeiten unter Kaspar Schwärzler erscheinen. Auch Baholzers auf der Steig schreiben sich heute noch Schwerzler. Ihr berühmter Onkel aber, Pfarrer Martin Schwärzler, Ehrenbürger von Bezau und Erbauer der dortigen Kirche, hatte in seiner Studentenzeit um 1890 plötzlich das ä in seinen Namen genommen. Ihm folgten sein Bruder Johann und dessen Sohn Martin, der Spengler im Tobel. So schreibt sich also heute Klamporars Marte im Tobol, Jg. 1908, Martin Schwärzler. Sein leiblicher Vetter Baholzars Marte uf-or Stoag, ebenfalls Jg. 1908, schreibt dagegen Martin Schwerzler. Wer hat da recht? Wohl beide! Beide Schreibarten sind nach der Überlieferung gerechtfertigt. Eines verbindet aber auf alle Fälle die Schwerzler und die Schwärzler: ein gemeinsamer Urahn Jakob Swärtzler vor 500 Jahren und eine lange Ahnenreihe in Wolfurt. Schwerzler-Unterschriften aus dem Jahre 1805 Unter Kriegserlittenheiten (GA Wolfurt) gaben die Wolfurter Hausbesitzer ihre Schäden aus dem Kriegsjahr 1805 zu Protokoll und bestätigten mit ihrer Unterschrift. Hier eine Auswahl der Schwerzler-Namen. Links hat sie der Gemeindeschreiber alle mit ä vorgeschrieben. Rechts die persönlichen Unterschriften. In Nr. 9, Naiolars Husan der Ach, akzeptierte Joseph Schwerzler als einziger das ä. Seine Nachkommen haben allerdings alle wieder mit e geschrieben. Nr. 26 ist Filitzos Husan der Kellhofstraße. Mit ungelenker Hand schrieb der alte Franz Joseph, der noch keine Schule besucht hatte, das e. Nr. 66 ist Holzmüllars Hus, Im Holz 1. Martin schrieb sogar noch mit dem alten tz. Nr. 77 ist das Haus Frickenescherweg 6, aus dem die Zimborar stammen. Nr. 80 ist Kirchstraße 17 in Unterlinden, wo Murars daheim waren. Nr. 109 ist Hofsteigstraße 20 an der Hub. Weil Thomas als 48jähriger Mann, wie andere Wolfurter damals auch, das Schreiben noch nicht gelernt hatte, kritzelte er ein Kreuz. Dazu notierte der Gemeindeschreiber: da er des schreiben unkundig hat er dis Handzeichen gemacht. Die anderen Schwerzler ließen sich durch Zeugen vertreten. 4 5 I. Der Anfang. Stamm Georg. Genaue Unterlagen besitzen wir erst seit 1650 in den Pfarrbüchern. Die Schwerzler beginnen dort mit 1. Georg Schwärtzler und seiner Frau Agatha Feursteinin, denen am 9. Jänner 1652 eine Tochter Maria geboren wurde. Georg war um das Jahr 1640 Ammann des Gerichts Hofsteig gewesen. Eine von ihm gesiegelte Urkunde aus diesem Jahr wird im Landesarchiv aufbewahrt.4 Seine Frau Agatha dürfte eine nahe Verwandte seines Vorgängers im Ammann-Amt Jakob Feurstein aus Rickenbach gewesen sein. Von ihren Kindern sind nur Maria, Anna, Balthasar und Melchior im Taufbuch vermerkt. Etliche sind nämlich schon vor 1650 geboren, darunter Martin und der als Stammhalter wichtige Johann, die wir aus dem Traubuch kennen. Im Totenbuch findet sich unter dem 9. Juli 1665 die von Pfarrer Duelli in neuer Schreibart gemachte Eintragung Mortuus est Amann Georg Schwerzler. 2. Johann Schwerzler besaß einen Hof in Und der linden, also an der Frickenescherstraße. Auch er, den die Hofsteiger Hanß Schwertzier Ammans Sohn zue Wolfurth nannten, wurde in Lauterach zum Hofsteig-Ammann gewählt und zwar gleich viermal für jeweils drei Jahre. Allerdings kam er dadurch in arge Schwierigkeiten.5 Seine Frau Maria Müller gebarihm 11 Kinder, darunterden Stammhalter Felix. Am2. Mai 1722 ist Ammann Johann Schwerzler gestorben. 3. Felix Schwerzler (L), 1683-1733, zog mit seiner Frau Maria Kündig ins Kirchdorf. Direkt beim Dorfbrunnen erwarben sie zwei Häuser. Vom einen, das schon 1795 abgebrochen wurde, ist nur mehr die winzige Bauparzelle beim Brunnen als „Fitz-Gärtle" erhalten geblieben. Das zweite, aus dem die meisten der heute in Wolfurt lebenden Schwerzler und Schwärzler stammen, steht noch als Mohro Emiles, Kellhofstraße 1, gegenüber vom Pfarrheim und wird derzeit von türkischen Gastarbeitern bewohnt. Noch mehr als 100 Jahre lang hießen die weit in ganz Wolfurt verstreuten Nachkommen aus diesem Haus Felixos, eine Familie sogar bis in unsere Tage Filitzos. Von all diesen Familien liegt eine Fülle von Daten vor. Hier kann ich daraus nur einen kurzen Auszug bringen. Er soll uns allen, besonders aber den Schwerzlern und Schwärzlern, helfen, sich in dem riesigen Geschlecht zu orientieren. Die Schwerzler-Frauen mögen verzeihen, daß sie hier nicht aufscheinen. Aber es geht ja nur um die Namen. Daher muß ich mich auf die männlichen Linien beschränken. Die Bande des Blutes führen dagegen noch in unzählige andere Richtungen. Fast jede Wolfurter Familie hat ein paar Tropfen Schwerzler-Blut. Aus Felixos Hus am Dorfplatz stammen die meisten Schwerzler-Familien. Auf dem kleinen grünen Platz davor stand bis 1795 noch ein zweites Schwerzler-Haus. Felixos Toblars, Büoblars, Hannes, Stenzlars, Liborats, Schnidars, Ludwigos, Tirolars, Filitzos, Hafnars und Murars, alle aus einem Stamm ! Toblars 1. Georg Schwärtzler, Ammann 1640, gestorben 1665 2. Johann, Ammann 1689-95 und 1701-07, gestorben 1722, Unterlinden 3. Felix (I.), 1683-1733, Kirchdorf 4. Felix (IL), 1723-99, Kirchdorf (Kellhofstr. 1) 5. Franz Josef, 1781-1850. Er heiratete ins Tobel (Tobelgasse 6) 6. Gebhard, 1818-94, Tobel 7. Ferdinand, 1843-1916. Er heiratete in die Bütze (Lauteracherstr. 2). Fünf Brüder und eine Schwester wanderten nach Amerika aus. Sein Bruder Josef Gebhard hatte im Elternhaus im Tobel acht Kinder und den Enkel Wilhelm (1930). 8. Martin (I.), 1875-1945. Sechs Söhne und drei Töchter in der Bütze. 9. Martin (IL), (1931), Fattstraße 3 7 4 5 VLA, Urkunde vom 23.4.1640 Siehe Heimat, Heft 13, S. 21 und S. 28 ff! 6 Seine Söhne Ferdinand (1967) und Alexander (1970) sind neben Peter (1949, Franziskas Sohn, Lauteracherstr. 2) die einzigen jungen männlichen Toblar in Wolfurt. Büoblars Anfang wie oben bei Toblar 4. Felix (IL), 1723-99 5. Josef Anton, 1774-1840, Ach (Bregenzerstr. 30, Scheoffkneochts) 6. Lorenz, 1815-1897, Kirchdorf (Kreuzstraße 7) 7. Andreas, 1860-1930, Kirchdorf-Loch (Im Dorf 3) 8. Julius, 1907-1995, Im Dorf 3a Nur der Sohn Herbert (1957) trägt den Namen weiter. Hannes Anfang wie Büoblar 5. Josef Anton 6. Johann Evangelist, Hanne, 1819-1877, Loch (Im Dorf 10, Köbs) 7. Johann Martin, 1861-1922, Röhle (Bregenzerstr. 6) 8. Franz, 1896-1964, Röhle, Hannes Franz Er blieb wie auch sein Bruder Hannes Ludwig (1898-1957) ohne Schwerzler-Nachkommen. Stenzlars Anfang wie Büoblar 5. Josef Anton 6. Andreas, 1820-1886, Kirchdorf (Schloßgasse 1) 7. Josef Anton, 1858-1899, Kirchdorf oo Paulina St^-zel, daher Stenzlar 8. Josef Anton, 1899-1951, Tschuppa-Tone Keine Schwerzler-Nachkommen. Die Tochter Sieglinde, 1926-1983, heiratete Leopold Hasler. Von Antons Schwester Frieda, verheiratet mit Johann Köb, ging der Hausname Stenzlar auf eine Schloßburo-Sippe über. Liborats Anfang wie Toblar 4. Felix (IL) 5. Josef Xaver, 1762-1832, Strohdorf (Kirchstraße 9, Kaufmanns) 6. Gebhard, 1795-1862, Rickenbach (Hofsteigstraße 51, Kaufmanns) 7. Josef Schwärzler, 1834-1883, Hub (Hofsteigstraße 13, Festinis) 8. Liberat, 1867-1909, Hub (Flotzbachstraße 1) 9. Karl, 1897-1962, Hub 10. Hubert (1936), Eulentobel 12 Sein Bruder Dr.Paul Schwärzler (1939) ist nach Schwarzach übersiedelt. Schnidars Nahe Verwandte zu Liborats 7. Josef Schwärzler 8. Josef, 1871-1965, Schneidermeister, Hub (Hofsteigstr. 24) 9. Gebhard, 1906-1989, Hub Kinder, aber keine Schwärzlerenkel Ludwigos Nahe Verwandte zu Liborats 7. Josef Schwärzler 8. Ludwig, 1876-1932, Hub (Flotzbachstraße 8) 9. Oswald, 1905-1990, Hub 10. Ludwig (1931), Wuhrweg 17 11. Roland (1963), Bützestraße 4 Tirolars Anfang wie bei Toblars 4. Felix (IL), 1723-1799 5. Johann Georg, 1756- , seit 1786 verheiratet mit Katharina Winkler, die aus Tirol stammte. Kein eigenes Haus. 6. Fidel, 1788-1859, Rickenbach (Dorbirnerstraße 8, Mohro Veres) 7. Fidel, 1819-1856, Rickenbach 8. Josef, 1854-1927. Er erbaute 1887 das Haus Flotzbachstr. 10 (Tirolars) 9. Johann, 1894-1976 10. Karl (1929), verzogen Seine Schwester Alwine heiratete Florian Gollob. Filitzos Sie stammen nicht von Felix (IL), sondern von dessen älterem Bruder Josef. 3. Felix (L). Aus Felixos entstand der Hausname Filitzos. 4. Josef, 1720-1770. Sein Haus stand im Kirchdorf direkt am Brunnen (Fitz-Gärtle) 5. Franz Josef, 1747-1814. Er erwarb 1795 auf der anderen Seite der Kellhofstraße ein größeres Haus und brach sein Elternhaus ab. Filitzos Hus ist 100 Jahre später 1895 für den Schwanen-Biergarten ebenfalls abgebrochen worden. 6. Josef Anton, 1785-1865, Kirchdorf 7. Johann Martin, 1823-1885, Kirchdorf. Er war der erste Instrumentenmacher und gründete im Jahre 1851 die „Neue Musik". Bis zu seinem Tod war er deren Kapellmeister. 8. Johann Georg, Jg. 1865, Filitzo Hamide, Baumeister. Er brach das Elternhaus ab und übersiedelte nach Bregenz. Seine Schwester Johanna, verehelichte Gmeiner (1867-1932), war viele Jahre lang die Wolfurter Hebamme. 8 9 9. Paul Adalbert, 1902-1986, Im Wida 1, Maurermeister in Lauterach. Er kehrte 1961 mit seiner Familie nach Wolfurt zurück. 10a. Burkhard (1939), Augasse 19 Zwei Schwerzler-Söhne: Christian (1963) und Claus (1967) 10b. Klaus (1944), Im Wida 1 Hafnars Anfang wie bei Filitzos 5. Franz Josef 6. Andreas, 1796-1853. Er erbautel827 auf der Steig das Haus Hofsteigstraße 39 {Benzars) 7. Wilhelm, 1837-1908, Spetenlehen (Hofsteigstraße 36, Klimmars) 8. Albert, 1878-1965. Hafnars Albert wanderte nach Amerika aus. Mit seinem Bruder Wilhelm Schwerzler (1881-1971), ging auch diese Linie zu Ende. Murars Anfang wie bei Filitzos 3. Felix (I.) 4. Johann Georg, 1727- , Unterlinden (Kirchstraße 17, Klockars) 5. Johannes, 1766-1827, Unterlinden 6. Josef Anton, 1807-1840, Unterlinden 7. Martin, 1835-1912, Strohdorf (Kirchstraße 3), Maurer 8. Josef Anton, 1865- , Strohdorf. Murars Seppatone war Maurer und Feuerwehrhauptmann. Mit seiner Tochter Murars Anna, 1901-1982, endeten die Murar-Schwerzler. Durch ihre Ehe mit Fridolin Böhler ging der Hausname auf die Murar-Böhler über. II. Stamm Jakob Holzmüllars, Baholzars, Klamporars, Zimborars, Naiolars, Flaschnars Eng verwandt zum obigen Stamm des Ammanns Georg Schwärtzler ging in Wolfurt gleichzeitig ein zweiter Schwerzlerstamm auf. Georg und Jakob dürften Brüder gewesen sein. Darauf läßt die Gleichartigkeit der Leitnamen in ihren Familien schließen. 1. Jakob Schwärtzler lebte mit seiner Familie im Holz. Dort war er zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges vermutlich bereits Inhaber der Mühle im Holz. Seine erste Frau Maria Stadelmann gebar ihm sehr viele Kinder, darunter die Söhne Martin, Rochus, Johann, Kaspar, Anton und Sebastian. Seine zweite Frau Maria Böhler blieb kinderlos. Stammvater Jakob starb am 6. Februar 1696. Holzmüllars 1.Jakob 2. Johann, im Holz, gestorben 1722 3. Johann, im Holz, 1695-1761 10 4. Josef, 1725-1764, Holz (Im Holz 1) Josef hatte einen älteren Bruder Georg im Nachbarhaus (Im Holz 3), der dort nach einer Urkunde von 1731 die obere Mühle im Holz betrieb.6 Georgs Schwiegersohn Johann Stadelmann kaufte 1772 das Schloß und wurde durch seinen Schwiegersohn Franz Xaver Köb Stammvater der Schloßburo-Köb. Von ihm stammen aber auch die Holzarschmiod-Böhler im Stammhaus Im Holz 3. 5. Johann Martin, 1762-1826, Holz 6. Johann, 1813-1859, Holz, Holzmüller 7. Josef Anton, 1854- , Holzmüller Seine Tochter Johanna Schwerzler heiratete 1924 Ludwig Gunz aus Bildstein. Damit erhielt der Stammsitz der Holzmüller nach 300 Jahren Schwerzler den neuen Namen Gunz. Baholzars Anfang wie Holzmüllars 5. Johann Martin, Holz 6. Johann Martin (IL), 1797-1858. Er heiratete ins Bannholz. 7. Johann Martin (III.), 1833-1908, Bannholz. 8. Josef Anton, 1865-1923. Sein Bruder Martin Schwärzler wurde Pfarrer und Ehrenbürger von Bezau. (Siehe Anhang!) Als das Haus im Bannholz (nahe bei Rutzenbergstraße 25) 1915 abgebrannt war, übersiedelte die Familie auf die Steig (Rutzenbergstraße 1). 9. Josef Anton, 1904-1979. Frickenescherweg 4. Im Elternhaus auf der Steig blieben seine Geschwister Baholzars Kathrie und B. Marte. 10. Jakob Schwerzler (1948). Er erwarb und renovierte im Röhle das Haus Bregenzerstraße 7. Als Stammhalter der Holzmüllar-Baholzar trägt er zufällig auch den Vornamen des Urahns Jakob. Klamporars Ein Zweig von Baholzars 7. Johann Martin (III.) 8. Johann Schwärzler, 1867-1909, Strohdorf (Rebberg 8, Berchtolds) 9. Martin Schwärzler (1908), Spengler. Er erwarb das Haus und den Hausnamen des Klamporars (Spenglers) Raschle im Tobel (Tobelgasse 4). Drei Söhne: Edwin (1934), Ludwig (1938) und Walter (1940). Zimborars Ein mächtiger Ast aus dem Stamm Jakob setzte sich vom Holz herab für lange Zeit in Unterlinden fest. Am längsten besaßen die Schwerzler dort die Häuser Frickenescherstraße 6 (Guldenschuhs) und 7 (Müllers). Die Familie Müller gehört zu ihren direkten Nachkommen. 6 VLA, Urkunde 6993 v. 1.2.1731, gesiegelt von Hofsteigammann Jörg Rohner 11 Müllers Haus in Unterlinden ist ebenfalls ein Stammhaus der Schwerzler 1. Jakob. Urahn der Holzmüllar. 2. Sebastian, 1658-1736. Unterlinden. 3. Georg, 1695-1757 4. Anton, 1736-1799, Hub (Eulentobel 2, Gassers). Von seiner Frau Elisabeth haben die Lislo-Gmeiner, die ebenfalls aus dieser Familie stammen, ihren Hausnamen. 5. Josef, 1773-1845. Er kehrte wieder in ein Schwerzlerhaus nach Unterlinden zurück (Frickenescherweg 6, Guldenschuhs). 6. Joh.Georg (I.), 1809-1881, Zimborar (Zimmermann) in Unterlinden. 7. Joh.Georg (IL), 1848-1890, Unterlinden, Zimmermann 8. Joh.Martin, 1877-1916. Zimborars Hansmarte, Sticker. 9. Edmund (1912). Er übersiedelte nach Feldkirch (Siehe Anhang!). Damit ist dieses einst sehr große Schwerzler-Geschlecht in Wolfurt erloschen. Naiolars Ein großer Ast aus den Unterlindener Schwerzlern. Anfang wie bei Zimborars 3. Georg, 1695-1757, Unterlinden 4. Sebastian, 1729-1788, Unterlinden 5. Joh.Josef, 1773-1837. Er erwarb 1804 an der Ach ein Haus am Platz des späteren Wälderhofs (Bregenzerstraße 28). Seither wurde dieses als Naiolars (Nähers) bezeichnet. 12 6. Joh.Georg (I.), 1810- , Ach 7a. Joh.Georg (IL), 1848-1915, Hansirg. Von einem Naiolar-Onkel erbte er in der Bütze das Haus Bützestraße 2. Sein einziger Sohn Josef starb 1914 als Soldat in Galizien. 8a. Rosa Schwerzler, 1892-1943. Durch ihre Ehe mit Eugen Rist kam Naiolars Hansirgo Hus in der Bütze in den Besitz der Familie Rist. 7b. Joh.Baptist, 1854-1919, Hambadist. Er übernahm das Elternhaus an der Ach, das aber 1897 abbrannte. 1906 erbaute er ein neues Haus weiter unten an der Ach (Achstraße 25). Der einzige Sohn Joh.Georg starb 1915. 8b. Olga Schwerzler, 1886-1969, Böglar-Olga, Achstraße 25 9b. Elmar Schwerzler, 1925-1944. Mit seinem Tod im Kriegslazarett starb auch diese Linie aus. 7c. Lorenz (L), 1851-1919. Er heiratete in die Bütze (Bützestraße 13, Kalbs). 8c. Lorenz (IL), 1890-1957. Naiolars Lorenzle starb kinderlos als letzter Mann aus diesem Zweig. Von seiner Schwester Adelheid Schwerzler kam das Haus durch ihre Ehe mit Ferdinand Kalb an die Familie Kalb. Flaschnars Eine Seitenlinie von Naiolars an der Ach 5. JohJosef, 1773-1837 6. Martin, 1820-1881, Flaschner (Spengler). Erkaufte 1871 den Gasthof „Schiffle" an der Ach (Bützestraße 41) und wurde Wirt. Nach seinem Tod übersiedelte die große Familie nach Kennelbach. Ein Sohn William K. Schwerzler ist 1951 in New Jersey, USA, gestorben. III. Stamm Johann Dellomoosmüllars Noch ein weiterer Schwerzler-Stamm bestand in Wolfurt schon vor 1650, zu den beiden anderen vermutlich nahe verwandt. 1. Johann Schwerzler. Der Pfarrer schrieb seinen Namen Hanß Schwärtzler. Aus den Pfarrbüchern kennen wir zwei Ehefrauen, Maria Straßer, gest. 1656, und Katharina Natter, außerdem vier von den Kindern aus der ersten Ehe: Michael, Anton, Barbara und Franz. 2. Anton, 1650-1722. Er wohnte mit seiner Familie als nächster Nachbar zu Felixos direkt hinter dem alten Schwanen im Gässele. Dieses dritte Schwerzlerhaus im Kirchdorf wurde schon 1911 abgebrochen und seither nicht mehr aufgebaut. 3. Josef, 1691-1754, im Gässele 4. Johann Georg, 1732-1793. Er erwarb 1786 die Mühle an der Minderach und wurde Dellenmoosmüller. (Siehe Anhang!) 5. Josef Schwärzler, 1776-1847, Tuch-Fergger, Schwarzach 6. Gebhard Schwärzler, 1815-1896, Fabrikant, Bürgermeister von Schwarzach. Über ihn und seine Nachkommen berichtet ein eigener Artikel im Anhang. 13 Pfarrer Martin Schwärzler Zwar standen am Anfang der SchwerzierReihen zwei mächtige Hofsteig-Ammänner. Ihre vielen Nachfolger blieben aber in den meisten Fällen schlichte Bauern und Handwerker. Nur ganz wenige traten ins Licht der Öffentlichkeit. Einer davon war Pfarrer Martin Schwärzler. In einem kleinen Bauernhaus auf dem Rutzenberg, zu dem auch ein Steinbruch gehörte, lebte in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts die Familie Martin Schwerzier, Baholzars. Mutter Katharina, geb. Fischer, schenkte zwischen 1864 und 1875 neun Kindern das Leben. Vier Büblein tauften sie Gebhard. Alle vier starben innerhalb der ersten Lebenswochen. Johanna, die älteste, heiratete 1889 Josef Pfarrer Martin Schwärzler Höfle, Dello-Seppl in Rickenbach. Ihren Sohn Martin Höfle, 1892-1992, haben wir alle als unseren 100jährigen Dorfpolizisten gekannt, Josef Anton Schwerzier, der älteste Sohn, übernahm den Hof, der dann 1915 abgebrannt ist. Jetzt übersiedelte er mit seiner großen Familie herab auf die Steig. Das alte StöoglarHus dort heißt seither Baholzars. Die zweite Tochter Maria Rosa blieb ledig, der zweite Sohn Johann heiratete ins Strohdorf und wurde der Stammvater von Klamporars im Tobel. Der jüngste von den Söhnen, geboren am 21. Jänner 1872 im Bannholz, wurde nach dem Vater Johann Martin getauft. Ein paar Jahre später fiel der körperlich schwächliche Bub in der Wolfurter Volksschule dem neuen Pfarrer Johann Georg Sieber durch seine Begabung auf. Der Pfarrer sorgte dafür, daß Martin schon mit 11 Jahren nach Brixen im Südtirol ins Knabenseminar Vizentinum geschickt wurde. Dort absolvierte das Studentlein, sicher oft vom Heimweh geplagt, alle acht Gymnasialklassen. Nur die Sommerferien durfte Martin daheim auf dem steilen Bannholzbühel verbringen. Seine Eltern ersparten ihm das sonst für Studenten übliche Betteln um eine Unterstützung. Dafür half er in der Landwirtschaft mit. 1891 legte Martin die Matura ab, blieb aber in Brixen. Unter dem verändert geschriebenen Namen Schwärzler trug er sich im Priesterseminar ein. Zu Peter und Paul 1895 salbte ihn 15 Das alte Schulhaus. Federzeichnung von Edmund Schwerzler. Zusammenfassung Das Geschlecht der Schwerzler hat sich in Wolfurt, ausgehend von einem 1503 urkundlich genannten Jakob Swärtzler, in drei großen Stämmen ausgebreitet. Um das Jahr 1850 erreichte es mit etwa 170 Namensträgern die größte Zahl. Seither sind die Schwerzler, von denen sich viele inzwischen Schwärzler schreiben, auf etwa ein Drittel zusammengeschmolzen. Im Mannesstamm erloschen sind in Wolfurt zuletzt folgende Sippen: Hannes mit Franz Schwerzler +1964 Murars mit Josef-Anton + Stenzlars mit Anton +1951 Holzmüllars mit Josef-Anton + Schnidars mit Gebhard +1989 Zimborars mit Edmund (verzogen) Tirolars mit Johann +1976 Naiolars mit Lorenz +1957 Hafnars mit Wilhelm +1971 Flaschnars mit Martin +1881 Die heute in Wolfurt lebenden Schwerzler und Schwärzler gehören fast alle den alten Sippen Toblars, Büoblars, Liborats, Ludwigos, Filitzos, Baholzars oder Klamporars an. Einige sind aber auch erst in den letzten Jahren aus dem Vorderwald zugezogen. Auf nur mehr wenigen jungen Familien ruhen die Schwerzler-Erwartungen für das nächste Jahrhundert. Dazu wünschen wir ihnen alles Gute! 14 der Brixner Bischof zum Priester. Am Sonntag, 9. Juli 1895, feierte Martin Schwärzler in Wolfurt seine erste heilige Messe. Die Wolfurter machten, angeführt von ihrem späteren Ehrenbürger Pfarrer Sieber und von Vorsteher Lorenz Schertler, aus der Primiz ein eindruckvolles Fest. Neun Tage lang koordinierte „Dekorationsmeister" Ferdinand Schneider die Vorbereitungen. Außer beim Elternhaus wurden entlang der Hauptstraße für den Festzug weitere acht (!) bekränzte Bogen aufgestellt: in Rickenbach, Spetenlehen, Hub, Strohdorf, Unterlinden, dann der größte am Kirchplatz und schließlich noch je einer am Kirchenportal und beim Pfarrhof.1 Schüler, Kongregation, Männer und Frauen holten den Primizianten mit ihren Kirchenfahnen in Rickenbach ab. Beide Musikkapellen, die alte und die neue, begleiteten den Zug. Geschlossen marschierten die Feuerwehr und die Turner. Die Schützen hatten sich eigens verstärkt. 195 Männer sollen es gewesen sein, die ihre alten Gewehre mit den auf allen Büheln aufgestellten Böllern um die Wette knallen ließen. Nur gut, daß Geistlichkeit und Honoratioren in Kutschen fahren durften, der Primiziant wäre sonst müde zur Kirche gekommen! Einen Monat später, nach verschiedenen Einladungen zu „Nachprimizen" in die Nachbargemeinden, trat der Neupriester seinen ersten Dienstposten als Frühmesser in Dornbirn an. Neun Jahre lang wirkte er hier in St. Martin, in der Pfarre, die seinem Namenspatron geweiht war. Dann aber wurde er 1904 nach Bezau gerufen. Keiner von den älteren Pfarrherren hatte sich um diese große, schöne Pfarre beworben, denn hier mußte dringend eine neue Kirche gebaut werden. Der Pomp bei seiner Primiz in Wolfurt mag einer der Gründe gewesen sein, daß sich der neue Pfarrer bei Vorsteher Feuerstein in Bezau jegliche Feier bei seinem Einzug verbat. Mit umso größerer Tatkraft machte sich der kleine, bescheidene Mann ans Werk. In verhältnismäßig kurzer Zeit war die Planung für eine große neue Kirche abgeschlossen, die Finanzierung gesichert. In den Jahren 1907 und 1908 entstand der gewaltige B au. Auch die gesamte Einrichtung wurde erneuert, die Altäre, die Bänke, die Orgel, die Glocken, sogar der Friedhof. Der Stolz und die Freude der Bezauer über ihre Kirche waren ungeheuer groß. Sie sind noch immer stolz, auch wenn mancher moderne Kunstkritiker glaubt, über das Stilgemisch von Historismus und Nazarenermalerei ein wenig lächeln zu müssen. Unbeeinflußte Besucher stellen immer wieder fest: Eine Kirche, die zum Schauen und zum Beten einlädt! In den Jahrzehnten seiner priesterlichen Seelsorge gewann Pfarrer Schwärzler durch seine 2 1 Pfarrkirche Bezau, erbaut 1908 gütige und liebevolle Art, durch seine Frömmigkeit und Bescheidenheit, die Herzen seiner Pfarrkinder. Schon 1929 ernannte ihn die Gemeinde Bezau nach 25 Jahren als Pfarrer zu ihrem Ehrenbürger. Er blieb noch bis ins hohe Alter im Dienst. Das einzige, was sich der den Armen gegenüber immer freigiebige, selbst aber völlig anspruchslose Geistliche gönnte, waren einige große Wallfahrten nach Rom, Lourdes und ins Heilige Land.2 1940 trat er von seiner Pfarrstelle zurück, blieb aber als Katechet im Schuldienst, besorgte den Erstkommunionunterricht und stand auch gerne anderen Pfarren als Aushilfe zur Verfügung. Sein 50jähriges Priesterjubiläum ging in den Wirren des Kriegsendes 1945 fast unter. Das 60jährige feierte der rüstige Greis ganz nach seiner bescheidenen Art in aller Stille am Gnadenaltar der Landesmutter in Rankweil. Da hat er sicher seine Verwandten und uns alle in Wolfurt auch in sein Gebet eingeschlossen! Wenige Wochen vor seinem 90. Geburtstag ist Pfarrer Martin Schwärzler nach kurzer Krankheit am 14. November 1961 gestorben. Neben dem Südportal seiner Pfarrkirche widmeten ihm Pfarrei und Gemeinde Bezau ein Ehrengrab. Bezauer Pfarrblatt, Festausgabe zum 29. Juni 1955 GA, Chronik Schneider 3, S. 204 17 16 Edmund Schwerzler Ein künstlerischer Tausensassa! So nennt ihn das Kultur-Journal anläßlich einer SchwerzlerAusstellung in Vaduz im November 1990. Ein Multitalent, wie es nur selten vorkommt! Vielen von uns ist Edmund noch gut bekannt, auch wenn er nun schon seit einigen Jahrzehnten im Oberland daheim ist. Zwar ist mit seinem Wegzug die uralte Sippe der Zimborar in Unterlinden erloschen, aber auch die Toblar-Schwerzler zählen ihn zu ihrer Familie. Edmunds Vater Johann Martin Schwerzler, Zimborars Hansmarte, war ein Sticker. Die Mutter Klara Rohner, Toblars Klara, stammte wie ihr Bruder Theodor Rohner (Bürgermeister von 1938 bis 1945) mütterlicherseits aus dem Tobel. 1909 hatten sie geheiratet und bald danach eine Wohnung im Haus Unterlindenstraße 23 bei Ferdinand Köb bezogen. Dort kamen nun drei Buben zur Welt, Franz 1910, Edmund 1912 und Herbert 1914. Bei Beginn des Ersten Weltkrieges mußte der Vater einrücken, wurde in Serbien schwer verwundet und ist 1916 im Lazarett gestorben. Eine harte und entbehrungsreiche Kindheit und Jugend für die Buben ging, als sie gerade ihre Berufe erlernt hatten, in die bitteren Soldatenjahre im Zweiten Weltkrieg über. Franz starb nach einem Unfall schon 1939. Herbert heiratete 1948 nach Hard. Edmund, dessen Zeichentalent schon in der Volksschule aufgefallen war, schloß 1947 an der HTL seine durch den Krieg unterbrochene Ausbildung als Hochbauzeichner ab und fand eine Anstellung bei einem Architekten und später im Landeshochbauamt. 1950 heiratete er Wilhelmine Broch und übersiedelte nach Feldkirch. Aus der glücklichen Ehe entstammen der Sohn Franz Schwerzler in Gisingen und die Tochter Gisela, verehelichte Meier in Schellenberg. Neben seinem Beruf entwarf Edmund manchen Plan für die in Wolfurt gebauten Einfamilienhäuser. Mit den Freunden in der alten Heimat, besonders mit den ehemaligen Musikkameraden, hielt er weiterhin Kontakt. Edmund 18 Schwerzler Zwar hatte er immer schon gerne "gezeich- net", aber so richtig entfaltete sich sein künstlerisches Talent erst spät. Jetzt entstanden aus Edmunds Hand in seiner Freizeit vielfältige Werke: graphisch gestaltete Urkunden, Brandmalereien, Wappenzeichnungen, sogar originelle Keramikfiguren für Ofenkacheln. Vollends verschrieb er sich der Kunst, nachdem er 1976 in den Ruhestand getreten war. Seither hat er vor allem mit Federzeichnungen vielen Menschen Freude bereitet. Zuerst schuf er Bilder von Feldkircher Motiven, dann auch solche aus ganz Liechtenstein, wo er seit dem Tod seiner Frau Mina bei der Tochter eine dritte Heimat gefunden hat. Porträts und Wappenserien stellte er dem Schulamt als Lehrbehelfe zur Verfügung, dazu auch Bilder zur Geschichte von Liechtenstein. Regelmäßig gestaltete er die Titelseiten des Pfarrblattes von Levis und des Gemeindeblattes von Schellenberg mit seiner feinen Feder. Ein wahrer Meister wurde Edmund noch auf einem anderen Gebiet. In Erinnerung an die bescheidenen Spielzeuge seiner Kindheit verschaffte er sich noch einmal eine „Laubsäge"Ausrüstung. Für die Kinder zuerst, dann als Zimmer- und Weihnachtsschmuck stellte er kostbares Kunsthandwerk her. Seine mit großer Feinfühligkeit und Ausdauer gestalteten Arbeiten stießen bei den Ausstellungen in Vaduz 1990 und in Sargans 1991 auf begeisterte Zustimmung. Sicher hat Edmund Schwerzier mit seiner Freude an schönen Dingen, seiner Hilfsbereitschaft und seinem bis ins hohe Alter unermüdlichen Schaffen die Menschen seiner Umgebung und sich selbst reicher gemacht. Wir Wolfurter wünschen ihm noch für viele Jahre Gesundheit und Kraft! Baueraus Liechtenstein. Porträt von Edmund Schwerzier 19 Als zweiter Schwerzler heiratete 1750 Anton Schwerzler, 1724-1797, nach Schwarzach. Er war ein Sohn des (3.) Josef aus dem Stamm III. im Gässele. Seine Frau Maria Meßlang war eine Schwarzacherin, die nun mit ihm im domus 33 bey der Kirchen sechs Kinder aufzog.3 Im Jahr 1764 kauften sie die Dellenmoos-Mühle. Diese alte wichtige Mühle nutzte die Wasserkraft der Rinne, eines alten Kanals, der an der Grenze zu Wolfurt Wasser aus der Schwarzach in die nahe Minderach leitete. Das Wasserrad trieb nicht nur eine Mühle, sondern mit Riemen-Transmissionen auch ein Sägewerk und eine Lederwalke und später dazu noch eine Wetzsteinschleife. Alles gehörte viele Jahre lang der Müllerfamilie Sailer in domus 1 im Dellen Mos, bis 1761 nach dem Tod des erst 24jährigen Franz Xaver Sailer der Rickenbacher Johann Georg Böhler die Mühle kaufte. Aber schon nach drei Jahren verkaufte Böhler am 1 windtermonath 1764 die Mahlmühle samt Haus,-Säge, Walke und Gut (Wiese) mit allem Inventar für 1940 Gulden an Anton Schwerzler.4 Zwar beeinspruchten der Altmüller Johann Sailer und der Wolfurter Geschworene und Rößlewirt Martin Flatz den Kauf, zogen aber ihre Einsprüche bald wieder zurück. Weihnachtssterne. Laubsägearbeiten von Edmund Schwerzler Wie die Schwerzler nach Schwarzach kamen Fast noch mehr Bedeutung als für Wolfurt erhielten dieSchwerzlerfür unseren Nachbarort Schwarzach. Besonders Gebhard Schwärzler hat im 19. Jahrhundert dem damals noch sehr kleinen Dörfchen überregionale Beachtung verschafft. Als erster Schwerzler war ein Holzmüllar nach Schwarzach gekommen. Franz Schwerzler, geboren 1687 als Sohn des (2.) Johann aus dem Stamm II. Jakob im Holz, hatte 1717 Maria Fischer, eine Tochter des Hofsteig-Geschworenen Franz Fischer in Spetenlehen, geheiratet. Mit ihr erwarb er das domus 25 im dorff in Schwarzach.1 Dort ist er 1761 gestorben. Sein 1722 geborener Sohn Johann Schwerzler übernahm das Haus. Von seinen Nachkommen wurde der 1840 in Schwarzach geborene Jesuitenpater Franz Xaver Schwärzler ein bedeutender Mann in der Kaiserstadt Wien. Als Provinzial der Jesuiten erbaute er dort deren Canisiuskirche.2 Mehr als 22 Jahre lang war nun Anton Schwerzler Dellenmoosmüller. Am 14. Mai 1786 wollte er Mühle und Säge an einen ehemaligen Wolfurter Nachbarn, an Josef Marth aus dem Lo beim Kirchdorf, verkaufen. Marths Frau Magdalena Köb und seine Mutter Maria Künz waren Schwarzacherinnen, er selbst der letzte aus der alten Wolfurter Sippe Marth, deren Ahnin Anna Martin im Jahre 1595 unter der Folter sterben mußte, weil sie angeblich die Reben in der benachbarten Bütze verhext hatte. Jetzt brachte Marth seinen Kauf nicht durch. Es war damals üblich, daß jeder schaf (Grundverkauf) nach dem Gottesdienst bei der Kirche veröffentlicht wurde. Wieder kam ein Einspruch, diesmal von Johann Georg Schwerzler, dem jüngeren Bruder des Verkäufers. Johann Georg, 1732-1793, lebte bis dahin mit seiner großen Familie im Schwerzler III - Stammhaus domus 38 im Gäßele hinter dem alten Schwanen im Wolfurter Kirchdorf.5 Seine Frau Katharina Haltmayer war eine Tochter des verstorbenen Rickenbacher Löwenwirts. Ihr Stiefvater, der neue Löwenwirt Joseph Fischer, hatte schon früher und auch jetzt wieder das Amt des Hofsteig-Ammanns inne und damit einen großen Einfluß auf alle Rechtsgeschäfte. Das dürfte den Ausschlag gegeben haben, daß die Dellenmoosmühle nach Ablauf der gesetzlichen Einspruchsfrist am 11. Juni 1786 Joh. Gg. Schwerzler zugesprochen wurde. 3 1 2 4 Pfarrarchiv Wolfurt, Seelenbeschrieb 1760 Josef Walser: Johann Kohler, Tyrolia 1918, S. 120 Wie Anmerkung 1 VLA, Schaffbuch Schwarzach 1758 / 84 1/2 Wie Anmerkung 1 5 20 21 Marth hatte das Nachsehen. Er ist kurze Zeit später nach Bregenz übersiedelt. Mit dem Familienerbe aus dem Löwen konnte Schwerzler die Mühle bezahlen. Er mußte auch die auf ihr lastenden Schulden übernehmen, 300 Gulden an den Hohenemser Juden Ofenheimer und 149 Gulden auf den pfanenberg in Bregenz.6 Diese Schulden hatten wohl seinen Bruder Anton zum Verkauf gezwungen. Jetzt überließ Joh. Gg. Schwerzler das Wolfurter Haus im Gässele seiner ältesten Tochter Maria Katharina, die noch im gleichen Jahr 1786 ihren Mann Aloys Haltmayer heiratete. Er selbst zog mit seiner Frau Katharina und den Kindern Ursula, Anna, Maria, Josef, Johann und Kaspar Schwerzler ins Dellenmoos.7 Mit seinen heranwachsenden Söhnen bewirtschaftete er die Mühle. Mutter Katharina hatte in Wolfurt noch zwei angesehene Vettern, den Adlerwirt Johann Haltmayer und den Kreuzwirt Josef Anton Haltmayer. Beide betrieben neben ihrer Gastwirtschaft einen Weinhandel und dazu noch eine Tuch-Ferggerei. Damals stand ja in fast jedem Haus ein Handweb^tuhl. Die Fergger versorgten die Weber mit Garn und vermittelten den Verkauf der Tücher. Bisher hatten die Weber den im eigenen Feld angebauten und selbst gesponnenen Flachs zu grober Bauern-Leinwand verarbeitet. Nun erzeugten sie aus der neumodischen, aus Südländern importierten Baumwolle feine Tücher. Ein Fergger wurde als Fabrikant bezeichnet. Das Beispiel seiner Wolfurter Verwandten führte nun dazu, daß auch des Dellenmoosmüllers ältester Sohn Josef ein solcher Fabrikant wurde. Er war 1776 noch im Gässele geboren worden und jetzt in Schwarzach als Müllers Sepp bekannt. Mit großem Einsatz weitete er sein Geschäft aus, -\ - allem durch die Umstellung von Weiß- auf Buntweberei in der Konjunktur nach den Napoleonischen Kriegen. Schließlich konnte er um 1835 gleich zwei große Häuser in Schwarzach bauen, eines (Gebhard-Schwärzlerstraße 5) für sich, das zweite für seinen jüngsten Sohn Gebhard (das markante, vor kurzem erneuerte DürKaufhaus, Hofsteigstraße 53). Um diese Zeit hatte Josef Schwerzler seinen Namen bereits auf Schwärzler umgestellt. 1847 ist er gestorben. Vorsteher Gebhard Schwärzler Josefs Sohn Gebhard Schwärzler, 1815-1896, hatte schon 1843 die Leitung der Baumwollfabrikation übernommen. Kurz zuvor hatte er noch in seinem Haus an der Hofsteigstraße eine Gemischtwarenhandlung eröffnet.8 Bis zu 200 Weber in Schwarzach und auf dem Steußberg woben an ihren Handwebstühlen für ihn. Schwärzler erkannte aber, daß VLA, Schaffbuch Schwarzach 1782 / 84 Pfarrarchiv Wolfurt, Familienbuch I c fol 81 8 Hans Kohler: Gebhard Schwärzler und seine Nachkommen, Eigenverlag Rankweil. 1992. Aus diesem Buch stammen auch viele von den folgenden Daten. Sie werden ergänzt aus Pfr. Josef Walser: Johann Kohler und Gebhard Schwärzler, Verlag Tyrolia, 1918. 7 6 er dem Konkurrenzdruck der Maschinenwebereien auf die Dauer nicht gewachsen sein würde. 1856 errichtete er daher selbst eine Fabrik mit 84 mechanischen Webstühlen in Schwarzach. Für den Antrieb sorgte ein Wasserrad am Kanal der Dellenmoosmühle. Später wurde zusätzlich eine Dampfmaschine eingebaut. Nach dem frühen Tod seines Sohnes Gebhard, dem er die Führung der Fabrik übergeben hatte, verkaufte er diese 1883 an F.M. Hämmerle in Dornbirn. Schon 1857 hatten die Schwarzacher Gebhard Schwärzler zu ihrem Vorsteher gewählt. Bis 1873 blieb er in diesem Amt und 1885 übernahm er es noch einmal für drei Jahre. 1888 wurde dann sein Schwiegersohn Johann Kohler Vorsteher und führte als solcher bis 1910 Schwärzlers Werk fort. In diesem halben Jahrhundert gaben die beiden ihrem Ort ein ganz neues Aussehen. Vorsteher Gebhard Schwärzler Die Entwicklung hatte schon mit der Erstellung der Wälderstraße durch das vorher unzugängliche Schwarzachtobel im Jahre 1838 eingesetzt. Gastwirte und Handwerker hatten davon . Vorteile, aber natürlich auch der Fergger, der seine Wälder Weber besuchte. Jetzt wurde eine Eisenbahn durch das Rheintal geplant. Als sich die Wolfurter mit aller Kraft gegen eine Linienführung über ihr Gebiet wehrten, plante der Feldkircher Fabrikant Carl Ganahl eine direkte Trasse parallel zur Reichsstraße durch das Lauteracher Ried nach Dornbirn. Vorsteher Schwärzler war inzwischen 1865 auch in den Vorarlberger Landtag gewählt worden. Obwohl er in weltanschaulichen Fragen manchen Kampf gegen Ganahl, den Anführer der den Landtag beherrschenden Liberalen, austrug, konnte er diesen doch dazu bewegen, Schwarzach als Tor zum Bregenzerwald mit einem eigenen Bahnhof auszustatten und dazu eine ganz neue Trasse zu wählen. Um die Bedeutung Schwarzachs zu unterstreichen, organisierte Schwärzler 1869 hier die erste große Landesausstellung für Landwirtschaft und Gewerbe, zu der Besucher aus weitem Umkreis kamen. Landeshauptmann Froschauer nahm die Eröffnung vor. Aus Innsbruck erschien sogar der kaiserliche Statthalter Freiherr von Lasser. Prompt ernannten ihn die Schwarzacher zu ihrem ersten Ehrenbürger.9 9 Christoph Volaucnik, Heimatbuch Schwarzach, 1990, S. 220 22 23 Zum neuen Bahnhof erbaute Schwärzler auf eigene Kosten eine Straße, die heute nach ihm benannt ist. Lange wehrte er sich dagegen, daß die Wolfurter, die ein paar Jahre früher die Eisenbahn noch verschmäht, aber inzwischen ihren schweren Planungsfehler erkannt hatten, eine eigene Bahnhofsstraße durch den Schlatt bekamen. Über Initiative von Fabrikant Zuppinger und des neuen Wolfurter Vorstehers Adlerwirt Fischer wurde eine solche 1874 doch eröffnet, aber die Wolfurter mußten sie dann fast hundert Jahre lang einschließlich der Brücke auf Schwarzacher Gebiet selbst erhalten. Gegenüber vom Bahnhof eröffnete Schwärzler 1872 bei Aufnahme des Bahnbetriebes auch gleichzeitig das 20-Betten-Hotel „Bregenzerwald" mit Stallungen für 40 Postpferde, die den zunehmenden Verkehr von der Schnellzugsstation (!) Schwarzach in den Wald bewältigen mußten. Erster Hotelier wurde Schwärzlers Sohn Karl. Hundert Jahre später nannten die Schwarzacher ihr immer noch beliebtes Restaurant einfach die „Reste". 1978 ist sie abgebrochen worden.10 Aus dem Familienvermögen stiftete Tochter Paulina Schwärzler 1884 eine private Mädchenschule an der Hofsteigstraße, in der die Schwarzacher Mädchen bis 1938 von Barmherzigen Schwestern unterrichtet wurden. Noch lange danach diente das Haus der Gemeinde als Arzt-Ordination. Als die Rickenbacher im Jahre 1876 auf „Löüowiorts Guot" ihre schöne Kapelle erbauten, stiftete Gebhard Schwärzler im Andenken an seine aus dem Löwen stammende Großmutter Katharina das wertvolle Chorfenster, das noch heute seinen Namen trägt. Er gedachte aber auch der Schwarzacher Kirche, zu deren Friedhof er 1869 die Arkaden erbauen ließ, mit großzügigen Zuwendungen. Mit einem Legat von 4000 Kronen bestimmte er schließlich noch den Bau einer großen Lourdes-Kapelle, die dann sein Schwiegersohn Kohler 1897 an der Schwärzlerstraße errichtete. Ein Jahr zuvor war Gebhard Schwärzler am 24. Februar 1896 gestorben. Schwärzlers Familie. Im Jahre 1838 hatte der 23jährige Gebhard Schwärzler die ein Jahr ältere Maria Anna Pircher geheiratet. Sie war eine Tochter des Eisenschmieds Josef Pircher in Bregenz, der dort am Leutbühel einen Handel mit Metallwaren betrieb. Innerhalb von 13 Jahren brachte Maria Anna 11 Kinder zur Welt, von denen viele bedeutende Vorarlberger Familien abstammen. Allzu früh ist Mutter Maria Anna 1867 gestorben. Als ihre Kinder 1878 die Eisenhandlung Pircher erbten, verlagerte sich ein Teil des Familieninteresses nach Bregenz. Schwarzach blieb aber noch lange Zeit der Mittelpunkt der großen Familie Schwärzler. Zum Abschluß hier nur noch zwei Beispiele für die Fortsetzung des Schwerzler-Stamms III, der Dellomoosmüllar: 6. Gebhard Schwärzler, Schwarzach, Vorsteher und Fabrikant 7. Maria Anna, 1840-1926, Schwarzach, verehelicht mit Johann Kohler, Vorsteher, Landtags- und Reichsratsabgeordneter, Gründer der Christlich-sozialen Partei in Vlbg., Gründer der Raiffeisenbewegung und des Genossenschaftsverbandes für Vorarlberg. 8. Ignaz Kohler, 1883-1962, Obmann des Vlbg. Genossenschaftsverbandes 9. Hans Kohler, 1914-1990, Schwarzach, Verbandsanwalt 10. Hans Kohler (1947), Bürgermeister und Landtagsabg. in Rankweil. Aus dieser Linie stammen neben vielen Kohler- und Schertlerfamilien in Schwarzach auch einige Wächter- und Lingenhölefamilien in Bregenz. 6. Gebhard Schwärzler, wie oben 7. Karl, 1844-1912, Wälderhofwirt in Schwarzach, ab 1878 Geschäftsführer der Firma Pircher in Bregenz, Obmann beim Bau der Herz-Jesu-Kirche. 8. Karl Anton, 1881-1963, Dipl.Ing., Gründer von Elektro-Pircher, Geschäftsführer der Firma Pircher. Seine Schwester Karoline Redler-Schwärzler wurde 1944 von einem NS-Gericht zum Tode verurteilt und hingerichtet. 9. Paul Schwärzler (1925), Ing., Firma Pircher 10. Karl Schwärzler (1952), Dipl.Ing., Firma Pircher Aus dieser Linie stammen u.a. auch die Bregenzer Familien Kleiner mit Generalabt Sighard Kleiner (1904), Redler, Kispert und Emerich. Eine übergroße Fülle von Zusammenhängen und Schicksalen verbirgt sich hinter all diesen Namen und ihren nüchternen Daten. Freud und Leid haben durch Jahrhunderte die Menschen in Familien und Sippen zusammengeführt und verbunden. Es wird uns bewußt, daß jeder von uns nur ein winziges Glied in einer langen Kette ist. Ein Glied, das gehalten wird und halten muß. 10 Emil Gmeiner. Heimatbuch Schwarzach. 1990. S. 237 24 25 Siegfried Heim Heimkehrer Vor 50 Jahren ging der Zweite Weltkrieg zu Ende. Millionen von Menschen irrten durch das zerschossene und zerbombte Europa. Viele waren aus ihrer Heimat vertrieben worden und suchten nun hungernd, frierend und ohne Hoffnung in endlosen Flüchtlingszügen einen trockenen Platz wenigstens für die nächste Nacht. Dabei kreuzten sich ihre Wege manchmal mit den langen Kolonnen der feldgrauen Männer, die in die Gefangenschaft marschierten. Die Soldaten der zerschlagenen deutschen Wehrmacht waren fast alle, sofern sie die grauenvollen Schlachten der letzten Kriegswochen glücklich überlebt hatten, in Gefangenschaft geraten. Eingepfercht in große Lager quälte sie hinter dem Stacheldraht neben Hunger, Nässe, Kälte und Krankheiten vor allem die Sorge um die Zukunft. Um einen Wunsch drehten sich die Gespräche der Gefangenen jeden Tag und wohl auch die stillen Gebete in der Nacht: Heim! Endlich heim! Aus Wolfurt waren über 400 Männer in den Krieg gerufen worden. Viele waren gefallen. Die Volkssturmleute und einigen Invalide waren entlassen worden. Von den anderen konnten nur ganz wenige der Gefangenschaft entrinnen. Die meisten mußten dort noch Monate oder sogar Jahre auf die Heimkehr warten. Ganz unterschiedlich lange Wege lagen vor ihnen, bis sie wieder daheim, daheim in Wolfurt, ihren Angehörigen die Hände schütteln konnten. Ein paar Heimkehrer haben mir von diesem Weg erzählt. Ein Fußmarsch von einem Tag für den einen, ein Leidensweg von mehreren Jahren für manchen anderen. Ein Tagesmarsch - Friedrich Heim Geboren im Dezember 1928 in der Bütze, bekam Friedrich als 15jähriger Schüler der 4. Gymnasialklasse erstmals Soldatendrill zu spüren, als er im Jänner 1944 für eine Woche zur „vormilitärischen Ausbildung" in das Lager Suggadin bei Gargellen einberufen wurde. Wesentlich härter wurde der Monat im „Wehrertüchtigungslager" Moserkreuz am Arlberg im Sommer 1944, wo er gemeinsam mit Raimund Mohr mit Sport und täglichem Exerzieren für das Soldatenleben vorbereitet wurde. Daheim wartete auf Friedrich und seine Jahrgänger Adolf Schwärzler und Karl Gasser schon die Einberufung, die die 16jährigen „Hitlerjungen" am 1. Oktober 1944 zum Einsatz nach Ronca bei Verona in Italien rief. Bewaffnet mit Handgranaten und belgischen Beutekarabinern versahen sie dort Wachdienst beim Bau der letzten deutschen Verteidigungsstellung am Nordrand der Po-Ebene. Besser als die zugeteilten Männerrationen an Wein und italienischen „Populare"-Zigaretten schmeckten den Buben die Weintrauben, die sie von ihren gutmütigen Arbeitern erhielten. Es waren ja lauter Bauern aus den 26 Kinder müssen in den Krieg. Als ihr ältester Sohn Friedrich im Herbst 1944einberufen wurde, ließen Heims noch schnell ein Familienbild machen. Anton und Frieda Heim mit ihren Kindern Elsa, Friedrich, Erich, Siegfried, Helmut, Adolf, Hilde, Gertrud und Ernst. umliegenden Dörfern, die man hier zur Zwangsarbeit eingeteilt hatte. Auf Weihnachten wurde Friedrich entlassen. Aber schon nach ein paar Tagen mußte er zum RAD (Reichsarbeitsdienst) nach Saalfelden einrücken. Keine Spaten wurden mehr ausgeteilt, sondern sofort Gewehre. Eine fürchterliche Schinderei war das Exerzieren unter der Gasmaske bis zur völligen Erschöpfung. Wie eine Erlösung empfanden die Jungmänner die Einberufung zur Wehrmacht im März 1945, obwohl die Fronten bedenklich nahe herangerückt waren. Zu Josefi 1945 rückte Friedrich in die Untersteinkaserne in Bludenz zur Funkerausbildung ein. Wenige Wochen später brachen die Fronten endgültig zusammen, die französische Armee besetzte Vorarlberg. Für die letzten Abwehrkämpfe wurden auch noch die 16- und 17jährigen Funker in die Stellungen in der Felsenau bei Feldkirch verlegt. Hautnah erlebten sie dort am 3. Mai mittags die Sprengung der wichtigen Illbrücke. Jetzt ließ 27 Hauptmann Bartels seine Soldaten im Schwimmbad Felsenau antreten: „ Der Krieg ist aus. Jeder kann gehen , wohin er will!"1 Schnell wurden für alle Entlassungspapiere ausgestellt. Aus Feldkirch rollten bereits französische Panzer auf die Letze, um von dort in den Walgau vorzustoßen. Ein junger Kamerad nahm Friedrich mit zu sich heim ins nahe Nenzing und versorgte ihn dort mit Zivilkleidung. Gemeinsam warfen sie erst jetzt ihre Waffen und die Uniformen ins Tobel. Als die bald danach einrückenden Franzosen die Häuser nach versprengten deutschen Soldaten durchsuchten, fielen ihnen die beiden schmalen jungen Männer nicht auf. Eine Woche lang arbeitete Friedrich nun bei seinem Bauern in Acker und Stall. Dann wagte er den Heimweg. Am frühen Morgen verabschiedete er sich in Nenzing. Problemlos kam er an den vielen französischen Truppen in Feldkirch und Rankweil vorbei. Vom Militär hatte er ja außer den Schuhen und dem alten italienischen Rucksack nur mehr sein Soldbuch und den Entlassungsschein bei sich. Am Kobel in Götzis stoppte ihn ein marokkanischer Wachposten. „Papiere!" Jetzt stellte sich als Segen heraus, daß der Spieß eine Woche vorher seinen großen Stempel auf den Entlaßschein gedrückt hatte. Nur diesen Stempel mit dem großen Vogel studierte der fremde Soldat andächtig. Dann gab er das Papier zurück und winkte zum Weitermarsch. In Hohenems mußte Friedrich seine aufgequollenen Füße im Dorfbach kühlen. Es kostete ihn nachher viel Mühe, sie wieder in die schweren Schuhe zu quetschen. Weiter nach Dornbirn, nach Schwarzach! So sah der müde Wanderer die riesige graue Marschkolonne nicht, die auch heute wieder am Rand der Landstraße im Ried rastete. Seit einer Woche jeden Tag: deutsche Gefangene zu Fuß aus dem Klostertal und den anderen Alpentälern auf dem Weg nach Frankreich! Und nach der Arbeit im Riedacker ging auch heute wieder Friedrichs Mutter mit anderen Frauen aus den umliegenden Dörfern die Kolonne entlang. Vergeblich suchte sie. Daheim in der Bütze aber konnte sie ihn eine halbe Stunde später in ihre Arme nehmen, Friedrich, den ältesten von ihren sechs Buben. 11. Mai 1945. Mit noch nicht einmal 16 1/2 Jahren bereits ein entlassener Soldat! Ein paar Wochen später wird er wieder zur Schule gehen. Flucht im Kohlenwaggon - Heinrich Hölle Jahrgang 1922. Die Matura am Gymnasium Bregenz war 1941 um einige Monate vorverlegt worden, weil die Prüflinge alle schon ihre Einberufung in der Tasche hatten. Zuerst im April 1941 für ein halbes Jahr zum RAD: Flugplatzbau im besetzten Frankreich. Mit Heinrich war auch Doppelmayrs Arthur dort im Einsatz. Dann durften sie noch einmal ein paar Wochen heim. Am 8. Dezember 1941 rückte Heinrich zu den Gebirgsjägern in die Klosterkaserne nach Innsbruck ein: Rekrutenausbildung! Geschliffen werden, gehorchen! Anschließend Lehr1 gang für ROB (Reserveoffiziersbewerber), dann Einsatz in Italien und Jugoslawien bis Februar 1945. Von einem Offizierslehrgang bei Prag werden die Fahnenjunker am 20. April 1945 in die Schlacht um Berlin geworfen, in eine der letzten blutigen Schlachten des Krieges. Straßenkämpfe in der zerbombten Stadt. Am 1. Mai die Nachricht: „Der Führer ist gefallen!" Der Krieg ist aus. Jetzt nur nicht in die Hände der Russen fallen! Flucht durch unterirdische Kanäle aus dem russischen Einschließungsring. Es gelingt den Männern wirklich, sich bis zu den amerikanischen Linien durchzuschlagen. Aber die Amerikaner lösen bereits ihre Brückenköpfe auf der Ostseite der Elbe auf und ziehen sich auf das Westufer zurück. In den Trubel mischen sich nun auch die eingesickerten deutschen Soldaten und überqueren die letzte Pontonbrücke kurz vor deren Abbruch. Dann erst werden sie gefangen und entwaffnet. Zwei Wochen lang geht es in Fußmärschen im Raum Lüneburg von Lager zu Lager, bis die Männer am 17. Juni endlich das Munsterlager erreichen. Hier hausen schon Tausende von Gefangenen in Erdlöchern hungrig, durchnäßt, verdreckt - umgeben von Stacheldraht und Minengürtel, in der Nacht bestrahlt von riesigen Scheinwerfern. Die Ruhr ist ausgebrochen. Heinrich trifft Gassers Heribert und den Bregenzer Kapellmeister Wolf, beide schon von der heimtückischen Krankheit erfaßt. Die Angst vor der Epidemie, dazu Hunger und Heimweh treiben Heinrich nach einem Monat zur gefährlichen Flucht. Im Morgengrauen des 22. Juli durchklettert er gemeinsam mit einem Tiroler Freund die Sperren, erreicht einen Bahndamm und springt auf einen mit Flüchtlingen überfüllten Zug auf. Der bringt sie nach Essen ins Ruhrgebiet. Auf einem Nebengeleise entdecken sie an einem Kohlenzug die Aufschrift „Klagenfurt". Von einer deutschen Weichenstellerin erfahren sie, daß der Zug tatsächlich zur Versorgung der englischen Besatzungstruppen in Kärnten bestimmt ist. Inzwischen haben die beiden drei „Bims"-Brote und ein paar Büchsen „Corned beef' organisiert und die Feldflasche mit Wasser gefüllt. Jetzt graben sie sich tief in die Kohle ein. Vom 24. Juli bis zum 9. August bummelt der Lastzug nun durch die zerstörten Bahnanlagen über Frankfurt, Nürnberg und München nach Süden. Immer wieder gelingt es den Ausreißern, aus den haltenden Waggons abzuspringen, bei deutschem Bahnpersonal etwas Eßbares zu erbetteln oder wenigstens die Feldflasche wieder mit Heinrich Höfle als Soldat Lies nach bei Schelling, Festung Vorarlberg, Teutsch 1980, Seiten 162 ff ! 28 29 Wasser zu füllen und dann, unbemerkt von der Wachmannschaft, das fahrende Versteck wieder zu erreichen. Dann muß Heinrich seinen Gefährten verlassen. Sein Ziel liegt ja jetzt im Westen. Auf der Suche nach einem Unterkommen trifft er in Garmisch zufällig Mathias King, einen Kennelbacher, der aus amerikanischer Gefangenschaft entflohen ist. Mit Hilfe eines ortskundigen bayerischen Försters überqueren die beiden nun von Mittenwald aus über den hochalpinen Franzosensteig die Tiroler Grenze und erreichen an Leutasch und Seefeld vorbei die Eisenbahn bei Zirl. Ohne Fahrkarten besteigen sie einen Personenzug. Eine Schaffnerin, der sie sich anvertrauen, versteckt sie in ihrem Dienstabteil vor der französischen Militärstreife. Bekannte Schilder tauchen an den Bahnhöfen auf: Feldkirch! Dornbirn! Schwarzach! Nur jetzt nicht mehr in eine Kontrolle laufen! Kurz vor Lauterach lassen sie sich aus dem bremsenden Zug fallen. Schräg durch die Wiesen finden sie den Weg an die Ach nach Wolfurt. Es ist Samstag, der 11. August 1945, der Samstag vor Portiunkula. Mama Höfle kommt gerade auf ihrem Fahrrad von der Beichte aus der Kirche. Von dem schmalen Feldweg, der hinter Hohlo-Schnidars Hus in die Bützestraße einbiegt, läuft ihr ein abgezehrter junger Mann in Uniform in den Weg. Aus Tausenden würde sie ihn sofort erkennnen, ihren einzigen Buben, Heinrich! Einige Zeit mußte er sich noch versteckt halten. Er besaß ja keine Entlassungspapiere. Immer noch wurden Männer von der Militärstreife aufgegriffen und nach Frankreich abtransportiert. Die Bürgermusik, die jetzt manchmal für Colonel Jung im Schloß Wolfurt aufspielen mußte, besorgte ihrem Klarinettisten wenigstens einen Passierschein. Dann meldete sich Heinrich im Lehrerseminar an. Am 28. Februar 1946 erhielt er endlich von der französischen Ortskommandantur in Bregenz sein so heiß begehrtes „Certificat de Demobilisation". Entlassen! Entlassen nach fünf verlorenen Jahren. Vom Eismeer nach Hause - Eduard Köb Schmieds Eduard wurde 1917 geboren. Beim „Anschluß" Österreichs an Deutschland war er also gerade 21 Jahre alt und wurde daher sofort, noch zu Friedenszeiten, am 2. Dezember 1938 zu den Gebirgsjägern nach Landeck eingezogen. Noch vor Kriegsbeginn wurde er mit seiner Einheit an die polnische Grenze verlegt. Ab 1. September 1939 marschierten sie in Polen ein, im Mai des nächsten Jahres in Frankreich. Eduard arbeitete die meiste Zeit als Hufschmied für seine Tragtierkompagnie. Im Herbst 1940 wurde die Truppe schließlich nach Kirkenes in Nord-Norwegen verlegt. Auch dort begann am 22. Juni 1941 der Angriff auf Rußland. Drei Jahre lang krallten sich die Gebirgsjäger unter großen Verlusten an der Eismeerfront fest. Dann warf sie der russische Großangriff vom 6. Oktober 1944 zurück. Am 8. Oktober geriet Eduard schwer verwundet in Gefangenschaft. Mit einem durchschossenen rechten Handgelenk und zahlreichen Granatsplittern in beiden Beinen humpelte er den weiten Weg in ein Zeltlager bei Murmansk. Kein Arzt, keine Wundbehandlung, zwei Wochen nur der eigene provisorische Notverband auf den Wunden! Dann ins Lager Babajwo bei Leningrad. Qualvolle Nächte auf einer mit Blut und Eiter 30 beschmierten Wolldecke. Hunger! Eisige Kälte! - Ein Schmied wurde gesucht. Eduard bestand die angeordnete Prüfung und führte nun in einer winzigen Werkstatt die Reparaturen an den Kolchosewerkzeugen durch. Dort hatte er seine wichtigste Begegnung. Der Pan Major, ein Arzt als Leiter des Lagers, verlangte die Reparatur des zerbrochenen Bügels seiner Hornbrille. Eine Schmiedearbeit? Eduard schaffte es. Mit Blech von einer Konservendose und Kupfernieten aus einem Kabel des abgewrackten LKWs legte er über den gebrochenen Hornbügel eine kunstvolle Hülse. Das anerkennende Staunen des Arztes äußerte sich aber nun keineswegs in einer Behandlung der verkrusteten Wunden, sondern vorerst nur in einem mehrfachen „bolschoi spassibo", einem großen Dankeschön. Dann aber erhielt Eduard fast jeden Abend einen zusätzlichen Schöpfer „Kasch", jenen dürftigen Griesbrei aus Buchweizen oder Hirse, der die Gefangenen am Leben halten sollte. Und als am 23. September 1945 der Pan Major den ersten Transport von schwerkranken Österreichern zur Heimkehr zusammenstellte, da suchten und fanden seine Augen auch den Schmied. Fast fünf Wochen dauerte die Fahrt durch Rußland und Polen hinab nach Rumänien, wo sie im Entlassungslager Marmaros-Sziget ihre Papiere erhalten sollten. Täglich gab es eine Handvoll Trockenbrot, aber oft kein Wasser. Wenn der Zug auf freier Strecke hielt, rannten Halbverhungerte hinaus auf die Felder und suchten nach ein paar Zuckerrüben. Manchmal verpaßten sie die Abfahrt und blieben zurück, einem ungewissen Schicksal überlassen. Dann ging es endlich nach Westen, an die tschechisch-österreichische Grenze. Am 31. Oktober 1945 wurden die kranken Männer zu Fuß, die meisten ohne Schuhe, in einem qualvollen stundenlangen Marsch bei Bernhardstal über die Grenze nach Österreich geführt. Weiterfahrt nach WienHütteldorf. Fünf unfaßbare Tage dort: warmes Essen! ein Strohlager! Wasser! Freiheit! Dann setzte man die Heimkehrer in einen Personenzug der Westbahn. Noch konnte man keine Ankunftsmeldung in die Heimat voraussenden. Eine unendlich lange Bahnfahrt durch die vier Besatzungszonen mit ihren strengen Militärkontrollen. Ganz allein stieg Eduard spät in der Nacht in Schwarzach aus, ganz allein mit seinen Gedanken zwischen Hoffnung und Angst. Bei Flatzo Beppe bog er gerade um die Hausecke, als das nahe Schulglöcklein zwölfmal zur Mitternacht schlug. Einen Augenblick mußte er innehalten, mußte dem Schall lauschen, der ihm sagte, daß er nun Eduard Köb als Soldat 31 daheim sei. Dann stand er im dunklen Garten unter dem Schlafzimmerfenster seiner Eltern bei der Schmiede im Strohdorf. Mit ein paar Steinchen weckte er Vater und Mutter. Welch ein Wiedersehen mit dem Totgeglaubten! Am anderen Tag mußte Eduard zuerst die zerlumpten und verlausten Überreste seiner Uniform verbrennen. In den folgenden Wochen erreichte er erst nach mehreren Vorsprachen im Invalidenamt einen Röntgentermin und eine Aufnahme in das Lazarett Valduna. Hier wurden endlich, mehr als ein Jahr nach der schweren Verwundung an der Eismeerfront, Eduards Verletzungen genau untersucht. Dann operierte Dr. Bösch die schlimmsten Splitter heraus. Andere waren bereits weit durch die Muskeln gewandert und wurden erst später frei. Da arbeitete Eduard aber schon lange wieder an Esse und Amboß. Und dort, an seiner Werkbank, habe ich ihn unlängst, 50 Jahre nach Kriegsende, bei seiner Arbeit angetroffen. Dort hat er mir von der Arztbrille in Rußland und von der Schulglocke erzählt. Weit über die Ozeane - Hubert Mohr Jahrgang 1922, Lehrer Mohrs ältester Sohn. An der Handelsakademie - sie hieß damals Wirtschaftsoberschule und war im beschlagnahmten Kloster Mehrerau untergebracht konnte er noch schnell seine Kriegsmatura ablegen, ehe er im Oktober 1941 gemeinsam mit Bernhard Albertani und Arthur Rauth zur Wehrmacht einrücken mußte. Sie machten ihre Ausbildung in der Nachrichtenabteilung des Gebirgs-Artillerieregiments in Villach. Als die Amerikaner 1942 in Nordafrika gelandet waren und nun von Casablanca aus durch Algerien nach Tunesien vorstießen, wurde dort mit neu aufgestellten Divisionen ein weiterer Kriegsschauplatz eröffnet. Von Neapel aus setzte im Jänner 1943 auch Hubert mit seiner Fernsprechausrüstung in einer Ju 52 nach Tunis über. Aber nur wenige Monate konnten die deutschen Truppen in den Bergen Tunesiens dem an Menschen und Material weit überlegenen Gegner standhalten, auch nicht nach der Vereinigung mit Rommels Afrika-Corps, dessen Reste sich aus Libyen hieher zurückzogen. Gemeinsam mit Geigers Emil, den er kurz zuvor getroffen und auf seinem Funkerwagen mitgenommen hatte, geriet Hubert am 9. Mai 1943 in amerikanische Gefangenschaft. In Etappen wurden die Männer mit LKWs nach Bizerta und dann mit Schiffen über Bone nach Algier gebracht. Von einem Lager aus durften sie auf vorgedruckten Karten ein erstes Lebenszeichen nach Hause schicken. Dann verlud man die Gefangenen zusammen mit amerikanischen Truppen und Kriegsmaterial in große Frachter. Von Oran aus fuhr ein riesiger Geleitzug mit über 30 Transportern und zahlreichen Kriegsschiffen an Gibraltar vorbei und dann in weitem Bogen - immer besorgt nach deutschen U-Booten und Flugzeugen Ausschau haltend - westlich um Irland herum durch den Atlantik nach Glasgow in Schottland. Hier wurden die Gefangenen an polnische Wachmannschaften übergeben. Von den Amerikanern waren sie stets korrekt behandelt worden. Das änderte sich nun. Das Lager bei Perth im Norden von Schottland blieb den Gefangenen in unangenehmer Erinnerung. Zum ersten Mal gab es auch Klagen über das Essen. Der tägliche „porridge "Haferbrei war schlecht zubereitet und reichte bei weitem nicht aus. Jeder durfte aber einen 32 Brief schreiben. Wenn diese Post über das Rote Kreuz auch weite Umwege zurücklegen mußte, so kam sie schließlich doch in Wolfurt an: Die Eltern wußten, daß ihr Sohn lebte! Ende Juli 1944 transportierte man die Gefangenen mit der Eisenbahn zurück nach Glasgow und verstaute sie dort in die Laderäume der „Aquitania". Diese war damals mit 40 000 BRT eines der größten und modernsten Passagierschiffe der Welt und brachte Hubert und Emil ebenso schnell wie die Nobel-Reisenden des Oberdecks in sechs Tagen über den Atlantik nach New York. Allerdings durften sie jeden Tag nur für eine knappe Stunde zum Luftschnappen an Deck. Bei der Entlausung auf der Einwanderungsinsel nahm man den Kriegsgefangenen allen privaten Besitz ab. Ein unangenehmer Gruß des neuen Kontinents! Sie sollten in den kommenden drei Jahren, weit über das Kriegsende vom Mai 1945 hinaus, noch viele andere Seiten kennen lernen. Jetzt trennten sich die Wege der beiden Wolfurter. In wahren Irrfahrten durchquerten beide die Staaten, nach wenigen Wochen immer wieder in ein anderes Lager verlegt. Huberts Weg führte durch Pennsylvania und West Virginia nach Kentucky in das Lager Camp Campbell. Von hier aus wurden die Gefangenen zur Arbeit in den riesigen Tabakplantagen eingesetzt. Weitere Stationen waren in Indiana, Missouri und in Colorado. Arbeit gab es neben der Landwirtschaft auch in Bautrupps oder in einer Großwäscherei. Aus Wolfurt traf die erste Post ein! Bei einem Ernteeinsatz nahe von Greely begegnete Hubert Österles Alfred, der ebenfalls als „prisoner ofwar" das große weiße „PW" auf dem Rücken trug und nun für kurze Zeit mit Hubert das Zimmer teilte. Inzwischen war der Krieg in Europa zu Ende gegangen. Der Weg der Gefangenen führte aber immer weiter nach Westen. Im Winter 1945/46 sägten sie in den Rocky Mountains auf über 3 000 m Höhe Eis für die Kühlhäuser. Dann ging es über Salt Lake City durch die Wüste Nevada nach San Francisco an den Pazifischen Ozean. In Oakland wurden die Gefangenen im März 1946 wieder auf Hochseeschiffe verladen, diesmal auf die berühmt-berüchtigten „Liberty"-Schiffe, die aus dem Japankrieg heimkehrten. Unter der Golden Gate-Brükke durch führte der Kurs nun weit über den Pazifik nach Süden in die Tropen Mittelamerikas. Durch die Schleusen des Panamakanals erreichten sie den stürmischen Atlantik. Jetzt zeigte sich die fragwürdige Qualität der Lastschiffe in erschreckendem Maße. Schwer setzte die Seekrankheit den ehemaligen Gebirgsjägern auf der Fahrt Hubert Mohr als Soldat 33 nach Osten zu. Nach insgesamt 24 Tagen auf See mußten viele an das Ufer getragen werden, als die Schiffe endlich in Bristol in Südwest-England angelegt hatten. Mehr als 40 000 Kilometer hatte Hubert nun seit seiner Gefangennahme in Tunis hinter sich gebracht, mehr als eine Fahrt rund um die Erde! Von Bristol führte die Wachmannschaft die Gefangenen mit der Bahn nach Nottingham. Noch einmal drei Monate Lager! Dann trennte man die Österreicher von den Deutschen. Das war wohl das Signal zur Entlassung. Plötzlich fand sich auch Geigers Emil wieder ein. Ein Zug brachte die Österreicher durch London nach Dover, eine Fähre nach Calais. Immer noch unter amerikanischer Bewachung fuhren Hubert und Emil mit der Eisenbahn durch Frankreich nach Straßburg, bei Kehl über den Rhein und dann durch das völlig zerstörte Ulm nach Salzburg. Im Lager Hallein wurden die Vorarlberger an französische Wachen übergeben. In Viehwaggons transportierte man sie nach Innsbruck. Lager Reichenau. Ein letztes Antreten! Dann verteilte ein französischer Soldat die Entlassungsscheine. 18. Juli 1946 ! Endlich frei! Jetzt nur schnell zum Zug nach Vorarlberg! Die letzten 200 km als freier Mensch nach dem langen Weg als Gefangener. Von Lauterach zu Fuß mit Emil nach Wolfurt, auf dem Rücken das „PW", über der Schulter ein selbst genähter Seesack mit ein paar Habseligkeiten. Vater und Mutter Mohr sitzen gerade beim Abendessen. Da sehen sie durch das Fenster die zwei abenteuerlich gekleideten Männer auf der Lauteracherstraße bei Toblers Rank. Hubert ist daheim! Über alle Berge - Erich Kilga In Kennelbach ist Erich, Jahrgang 1922, in einer großen Familie aufgewachsen. Dort hat er auch in der Schindlerfabrik seine Schlosserlehre absolviert. Als 18jähriger mußte er zum RAD und dann zum Militär einrücken. Er machte den Rußlandfeldzug mit. Schon 1943 wurde er aber zu einer neu aufgestellten kroatischen Infanterie-Division abkommandiert, die zum Einsatz gegen Titos Partisanenarmee in Jugoslawien bestimmt war. In der Stadt Knin wurde Erichs Einheit am 1. Dezember 1944 von starken Partisanenverbänden eingekesselt. Bei einem Ausbruchsversuch wurde sein Trupp aufgerieben und versprengt. Einige Zeit irrten die Männer durch die Gegend, bis sie schließlich von Partisanen aufgegriffen wurden. Sofort nahm man ihnen Uniformen und Schuhe weg. In Unterwäsche - im Dezember! - marschierten sie in die Gefangenschaft. Im Lager Sibenik an der Adria gab es am 5. Tag die erste Verpflegung. Fluchtversuche wurden mit dem Tode bestraft. Eines Tages suchte man nach Schlossern. Erich wurde ausgewählt und mußte nun alte Benzinfässer zu Kochkesseln umarbeiten. Am Arbeitsplatz erhielt er eine einigermaßen ausreichende Essensration, während im Lager der Hunger viele Opfer forderte. Nach einem Monat wurde er einer Gruppe zugeteilt, die in einer Fabrik erbeutete deutsche Fahrzeuge, aber auch Panzer englischer oder amerikanischer Herkunft reparieren mußte. Schließlich kam er in ein Lager nach Split. Dort sahen die Gefangenen das Fest, mit dem ihre Bewacher im Mai 1945 die Niederlage Hitler-Deutschlands feierten. Das war aller34 dings die einzige Nachricht, die von außen in das Lager getragen wurde. Und die Hoffnung auf baldige Heimkehr erlosch schnell wieder, als die Lagerleitung zwei bis fünf Jahre Zwangsarbeit verlautbaren ließ. Im Juni löste das übermächtige Heimweh in Erich eine Kurzschlußhandlung aus. In einem günstigen Augenblick rannte er beim Weg zur Arbeit plötzlich davon. Stundenlang keuchte er, von einer Deckung zur nächsten hastend, in die steilen Karstberge hinauf. Er wußte, er rannte um sein Leben. In der Nacht verkroch er sich im Gebüsch. Er trank aus einem Bach und verschlang gierig die wenigen Beeren. Zur Orientierung diente ihm die Adria. Immer wieder sah er das Meer, als er, scheu allen Menschen ausweichend, über die Berge Dalmatiens nach Norden eilte. Schwieriger wurde es, als er von Rijeka aus, das damals Fiume hieß, den Weg ins Landesinnere suchen mußte. Jetzt wagte es Erich manchmal, in abgelegenen Gegenden einsame alte Leute oder die hier häufig anzutreffenden Schäfer nach der Richtung zu fragen. Viele sprachen Deutsch, gaben bereitwillig Auskunft und schenkten ihm oft auch ein Stück Brot oder Käse. In den Bergen bei Laibach teilte ein Schäfer-Ehepaar mit dem abgehetzten Flüchtling sogar sein Abendessen und gab ihm Herberge für die Nacht. Ohne Dank schlich sich Erich voll Angst und Mißtrauen am frühen Morgen aus der Hütte. Als er an diesem Tag eine Straße überqueren mußte, glaubte er sich von einem plötzlich auftauchenden Auto-Konvoi aus beobachtet. Erschreckt rannte er ziellos davon, irrte den ganzen Tag durch die Berge und wagte sich erst in der Abenddämmerung wieder an eine Hütte. Als eine Frau auf sein vorsichtiges Klopfen die Türe öffnete, erkannte Erich überrascht seine Gastgeber von gestern wieder. Er war im Kreis gelaufen. Aufs neue nahmen ihn die guten Leute auf, versorgten ihn am nächsten Tag noch mit Proviant und beschrieben ihm den Weg über die Karawanken nach Kärnten. Ein unvergeßliches Erlebnis für den scheuen Mann, der nun schon seit zwei Wochen in den Wäldern lebte! Tatsächlich erreichte er am anderen Tag bei Nötsch Kärntner Gebiet. Hier vertraute er sich zwei im Kartoffelakker arbeitenden Frauen an. Gastfreundlich nahmen sie ihn auf und versteckten ihn tief im Heu. Auch sie warteten ja auf ihre noch vermißten Männer. Zwei Tage später watete Erich durch tiefen Schnee hoch oben am Sonnblick vorbei über die Hohen Tauern und hinab nach Böckstein im Gasteiner Tal, Erich Kilga als junger RAD-Mann 35 immer auf der Hut vor englischen Patrouillen, die noch nach versprengten SS-Leuten suchten. Bei den Bauern bekam er jetzt mehrmals Hilfe, ein Nachtlager im Heu, einen Teller Suppe, eine Beschreibung des Weges, eine Warnung vor Kontrollposten. An Zell am See und Mittersill vorbei führte ihn sein Weg nun durch den Pinzgau nach Krimml, dann weiter über den Gerlospaß und durch das Zillertal nach Jenbach. Hier warnte ihn der Fahrdienstleiter vor den Militärstreifen in der Eisenbahn. Trotzdem schlich sich Erich in den letzten Waggon und ließ sich erst kurz vor Innsbruck aus dem langsam durch die beschädigten Bahnanlagen fahrenden Zug fallen. Dann marschierte er noch bis Landeck. So nahe der Heimat verließen ihn einen Augenblick lang Kraft und Mut. Er stellte sich in einem amerikanischen Entlassungslager. Ein Offizier, dem er seinen langen Fluchtweg von Split her und sein Ziel im nun nur mehr 100 km entfernten Kennelbach auf der Landkarte zeigen mußte, warnte ihn vor den Franzosen am Arlberg. Die würden ihn wahrscheinlich in ein Lager nach Frankreich mitnehmen. Er empfehle ihm eine Fortsetzung der Flucht über die Berge. Ein erstaunlicher Rat von einem „feindlichen" Offizier! So schlich Erich nach einer Rast bei den Eltern eines ebenfalls noch vermißten Kriegskameraden in Pettneu auch noch über das Kaiserjoch in den Lechtaler Alpen ins Außerfern hinüber. Auf Umwegen fand er hinauf auf den Tannberg und kam todmüde im damals noch einsamen Adler in Hochkrumbach an. Frau Strolz, die Wirtin, kochte für ihn und verbarg ihn in einem abgelegenen Hinterzimmer. Das war gefährlich für sie, denn noch immer drohte nach dem Kriegsrecht für die Beherbergung von flüchtigen Soldaten die Todesstrafe. Und immer wieder durchkämmten Suchpatrouillen die abgelegenen Hütten! Gut gestärkt und mit einer Jause im Sack machte sich Erich auf den letzten großen Marsch durch den Bregenzerwald. Abseits der befahrenen Straßen, meist nahe der Bregenzerach, kam er am späten Abend nach Alberschwende. Ein Nachtlager noch bei einem Bauern, dann der steile Aufstieg auf den Schneiderkopf. Jetzt gab es kein Halten mehr! In großen Sprüngen rannte der von seinen Gefühlen überwältigte Mann über Gitzen und Bereuter durch den Ippachwald hinab ins Oberfeld. Hier sah er zum ersten Mal wieder nach langer Zeit den Kennelbacher Kirchturm und die Hausdächer des Heimatdorfs, die über die Ach herüber grüßten. Alle Müdigkeit war verflogen, alle Strapazen verweht. Tränen der Freude stiegen in Erichs Augen. Noch traute er sich nicht über die Achbrücke. Weiter oben, beim Meterstein, watete er durch den seichten Fluß. Zuhause war die Überraschung groß! Das Umarmen und Erzählen nahmen lange kein Ende. Fast alle hatten ihn ja tot geglaubt, denn zu Weihnachten 1944 war jener schrecklich gefürchtete offizielle Brief vom 17.12.1944 bei der Familie Kilga zugestellt worden: Seit dem Durchbruch am 3.12.1944 aus der Umklammerung nördlich Knin ist Ihr Sohn bei Straza vermißt. . . . Ob er verwundet wurde oder fiel oder in Gefangenschaft geraten ist, konnte bis heute nicht festgestellt werden. Leider kann ich Ihnen auch nicht irgendwelche Hoffnung machen . . . . Im aufrichtigen Mitgefühl grüße ich Sie Heil Hitler! Reittmayer (Oberleutnant und Kompanieführer) 36 Umso größer jetzt die Freude! Getrübt wurde sie nur durch die Ungewißheit über das Schicksal von Erichs Vater Alois Kilga. Dieser hatte am Tag nach dem Einmarsch der Franzosen einigen alten Bregenzer Volkssturmmännern in der Schlosserei Unterschlupf gewährt. Sie hatten sich nach der Auflösung der Front auf dem Pfänder im Wald verborgen und wollten nun heim nach Bregenz. Ihr Versteck war aber beobachtet worden. Daher wurden sie jetzt von den Franzosen gefangen genommen. Vater Kilga entkam nur ganz knapp dem drohenden Standgericht. Er wurde mit den Volksstürmlern nach Bourges in Frankreich verschleppt und kehrte erst acht Monate später zu Weihnachten 1945 wieder heim. Für Erich hatte die Heimkehrerstelle in Bregenz Entlassungspapiere ausgestellt. Nun erhielt er auch Lebensmittelkarten und fand wieder Arbeit in seiner alten Firma. Mit seinen drei Brüdern gehörte er bald zu den Stützen des FC Kennelbach und nützte nun seine schnellen Beine, die ihm in den Karstbergen das Leben gerettet hatten, als flinker Flügel stürmer. 1947 heiratete er Erna Gunz und übersiedelte zu ihr an den Rickenbach nach Wolfurt. Als Schlosser wechselte er bald zur Firma Doppelmayr. Für seine fünf Kinder hat er vor einigen Jahren die Geschichte seiner Flucht aufgeschrieben. Er schließt sie mit der überzeugten Feststellung, „ ... daß man mit eisernem Willen und der Sehnsucht nach einem intakten Zuhause vieles und fast alles mit ein bißchen Glück bewältigen kann." Vier lange Jahre - Otto Klocker Jahrgang 1927, ältester Sohn von Rudolf und Anna Klocker an der Ach. Otto hatte mit 16 Jahren die Handelsschule abgeschlossen und arbeitete bereits ein Jahr bei der Landkrankenkasse. Nun wurde er nach einem WE-Lager in Maurach am Achensee am 9. August 1944 zum RAD nach Schweidnitz in Oberschlesien eingezogen. Mit dabei war sein Jahrgänger Rudi Guldenschuh. Nur drei Monate dauerte die Ausbildung mit Spaten und Gewehr, denn die einbrechenden Fronten rund um das Reich forderten Soldaten. Also schon im November 1944 Einberufung zu den Gebirgsjägern nach Villach. Nur eine einzige Woche (!) dauerte dort die Grundausbildung in der Wehrmacht, dann wurden die 17jährigen Soldaten bereits nach Postojna in Jugoslawien verlegt. Der schöne Ort im Karst hieß damals Adelsberg und lag mitten im Partisanengebiet. Während des letzten Kriegswinters wurde die Fortsetzung der Ausbildung daher zum gefährlichen Partisaneneinsatz. Als sich der Krieg bereits seinem Ende zuneigte, erhielt Otto am 29. März noch eine Fahrkarte zur ROB-Ausbildung nach Tirol. Umsonst die Freude! Am gleichen Tag noch riegelten die Partisanen alle Verbindungen nach Deutschland ab. Die Balkantruppen waren eingeschlossen. Ottos Einheit kämpfte sich an die Adria durch und hielt sich dort noch einige Wochen. Durch einen Granattreffer wurde er am 6. Mai - in Vorarlberg war der Krieg schon zu Ende! - verwundet. Zum Glück trafen ihn nur kleine Splitter, denn es gab kein Verbandszeug mehr. Am 7. Mai geriet er dann in die Gefangenschaft der Partisanen. Was das Schicksal in den nun folgenden vier Jahren für Otto bereit hielt, würde Bände füllen. Ich versuche es mit bruchstückhaften Schlagworten: Marschkolonne mit Verwun37
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Wolfurt 2010 01 Frü... Wolfurt 21.03.2010 19.11.2012, 18:22 wolfurt FRÜHLING 2010 Blick ins Gemeindegeschehen Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger! Herzlichen Dank für Ihr Vertrauen! Sich das erste Mal einer direkten Wahl durch die Wolfurterinnen und Wolfurter zu stellen, war für mich eine ganz besondere und spannende Situation. Ich habe versucht, mich in den vergangenen zehn Monaten möglichst schnell einzuarbeiten, um für Wolfurt ein guter Bürgermeister zu sein. Mit 89,49 % aller abgegebenen Stimmen haben Sie mich als Bürgermeister bestätigt. Ein Vertrauensvotum, das mich von ganzem Herzen freut - DANKE! Dieses tolle Ergebnis ist für mich die beste Motivation, mit voller Kraft in die kommenden fünf Jahre zu starten. Ich werde alles daran setzen, dass sich Wolfurt auch in Zukunft positiv entwickelt und ein wertschätzendes Miteinander gepflegt wird. Es ist mir ein Anliegen, mich bei allen zu bedanken, die von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht haben. Durch die Abgabe Ihrer Stimme für eine der vier werbenden Parteien haben Sie sich nicht nur am wichtigen demokratischen Prozess beteiligt, sondern auch Ihr Interesse für unsere Gemeinde bekundet. Wahlergebnis vom 14. März 2010 Bürgermeisterwahl 6.015 3.791 594 2.861 336 Wahlberechtigte abgegebene Stimmen (63,03% Wahlbeteiligung) ungültige Stimmen (15,67%) Stimmen = 89,49% Christian Natter Stimmen = 10,51% Peter Grebenz Gemeindevertretungswahl 6.015 3.791 233 2.568 312 306 372 Wahlberechtigte abgegebene Stimmen (63,03% Wahlbeteiligung) ungültige Stimmen (6,15%) ÖVP (72,18%) SPÖ (8,77%) FPÖ (8,60%) GRÜNE (10,46%) Konstituierende Sitzung Die Konstituierende Sitzung der Gemeindevertretung findet am 8. April um 19:00 Uhr im Cubus statt. Anlässlich dieser Sitzung werden alle neuen Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertreter angelobt. Außerdem wird der neue Gemeindevorstand gewählt und werden die verschiedenen Ausschüsse und Kommissionen eingerichtet und besetzt. Gleichzeitig findet auch die Verabschiedung von ausscheidenden Mandataren der abgelaufenen Funktionsperiode statt. Die Bevölkerung ist zu diesem Anlass, mit Bewirtung, herzlich eingeladen! Ein ausführlicher Bericht über die neue Zusammensetzung erfolgt in der nächsten Wolfurt-Information. Mandatsverteilung 20 2 2 3 ÖVP (bisher 23) SPÖ (bisher 3) FPÖ (bisher 1) GRÜNE (erstmals angetreten) 2 Aus dem Rathaus Sternen Neu Im Zuge des Aushubs beim Hotelprojekt Sternen stieß die Baufirma unterhalb der mächtigen Lehmschicht auf ölverseuchtes Erdreich. Von den sofort zugezogenen Sachverständigen wurde festgestellt, dass die Verseuchung offenbar schon lange Zeit zurückliegt. Zur Sicherung des Grundwassers wurden eine Entsorgung des verseuchten Erdreiches angeordnet und Probebohrungen vorgenommen. Letztere erbrachten als Ergebnis, dass das Grundwasser nicht beeinträchtigt ist. Das Wolfurter Trinkwasser ist weiterhin von hervorragender Qualität. Trotzdem wird - auch wenn von den Sachverständigen Entwarnung gegeben wurde - die Qualität des Trinkwassers laufend überwacht, um auch das kleinste Restrisiko auszuschließen. Die Arbeiten schreiten trotz eisiger Temperaturen planmäßig voran. Die Fertigstellung der Tiefgaragen ist für Anfang Mai geplant, der gesamte Rohbau soll bis Anfang August 2010 errichtet sein. Erster Großauftrag für Wolfurter Unternehmen - die Gemeinde Wolfurt hat vertraglich mit dem Generalunternehmen Nägele vereinbart, Namen von Firmen bei Offerteinladungen nennen zu können und bei der Vergabe Einblick zu erhalten. Dieser Mechanismus hat sich erstmals positiv ausgewirkt. Die Firma Kurt Theurer hat den Zuschlag für das Gewerk Elektroinstallationen erhalten. Neben dem Preis war auch der regionale Bezug und die Innovation in punkto Energieeinsparungen ein Kriterium. Die Küchenplanung für die Sternengastronomie wurde an die Firma Planpunkt, Hohenems, die Planung und Umsetzung für die Gastronomie-Einrichtung der Firma Amann-Gastro-Einrichtungs GmbH, Hohenems, übertragen. Im Mai 2010 erfolgt die Ausschreibung des Gastronomiepächters. Die Anforderungen an einen neuen Pächter werden sehr anspruchsvoll sein. Gilt es doch, ein Gasthaus mit gehobener Küche zu bieten, aber andererseits auch die Wolfurter Bevölkerung und die Vereine zufriedenzustellen. Die Gemeinde ist jedenfalls an einer langfristigen Verpachtung interessiert, wird ja ein gut eingerichtetes Gastlokal mit modernster Infrastruktur übergeben. Der Hotelbetreiber, die Sternenhotel Betriebs GmbH, hat mit Richard Zünd, Lauterach, bereits den Geschäftsführer bestellt. Herr Zünd leitet das Fairmotel in Dornbirn und ist in die laufende Entwicklung bereits eingebunden. Kleinwohnanlage Rutzenberg Die Bauarbeiten für die Wohnanlage der Firma „wohn-form.at“ mit drei exklusiven Wohneinheiten in hervorragender Hanglage an der Rutzenbergstraße (unterhalb Haus Stadelmann) haben begonnen. Die Fertigstellung ist für dieses Jahr geplant. Polizeiinspektion Wolfurt Unser neuer Postenkommandant Dietmar Sieber hat sich bestens eingearbeitet und pflegt zur Gemeinde und den Vereinen eine offene Kommunikation. Mit Juni wir der Posten mit einem weiteren Polizisten verstärkt. Die BeamtInnen der Polizeiinspektion Wolfurt versehen einen 24-Stunden Dienst. Von 19:00 - 7:00 Uhr sind sie auf gemeinsamer Sektorstreife mit der PI Lauterach und über die Landesleitzentrale bzw. per Handy jederzeit erreichbar. Bei verschiedenen größeren Veranstaltungen werden im Vorfeld zusätzlich Streifen eingeteilt. Erfreulich, dass in den meisten Deliktbereichen von 2009 gegenüber 2008 ein leichter Rückgang zu verzeichnen ist. Besonders auffällig ist der Rückgang der Sachbeschädigungen um 35 %! Diese Entwicklungen bestätigen mir die vielen Gespräche, in denen mir die Wolfurterinnen und Wolfurter mitteilen, dass sie sich in unserer Gemeinde sehr sicher und behütet fühlen. Aus dem Rathaus 3 Blick ins Gemeindegeschehen Fortsetzung Brand - Im Dorf 2 Am 1. März ist das Haus „Im Dorf 2“ zur Gänze einem Brand zum Opfer gefallen. Es wurde ein Zimmerbrand gemeldet, aber bereits nach kurzer Zeit die Alarmstufe auf F4 erhöht. Das Haus stand Mitten im Dorfzentrum in unmittelbarer Nachbarschaft zu weiteren Häusern. Nur durch den schnellen und beherzten Einsatz unserer Ortsfeuerwehr, unterstützt durch etliche Nachbarwehren, konnte verhindert werden, dass das Feuer auf die bis auf wenige Meter angrenzenden Häuser übergriff. Das Wichtigste war aber, die Menschen aus dem brennenden Haus zu retten. Ein besonderer Dank gilt Mario Schedler, der durch sein schnelles Reagieren mittels Leiter eine Person aus dem ersten Stock retten konnte. Ein weiterer Mann konnte mittels Steiger unter höchst gefährlichen Umständen von unseren Wehrmännern noch in letzter Sekunde geborgen werden. Es wird immer wieder über Anschaffung von Feuerwehrgerätschaften (Fahrzeugen, Ausrüstung etc.) diskutiert und oft auch in Frage gestellt. Bei diesem Brandfall wurde auf drastische Weise klar, wie wichtig modern ausgestattete und bestens geschulte Mannschaften sind. Ich bedanke mich bei den Wehrmännern, allen voran bei Feuerwehkommandant Gerhard Pehr, der den Einsatz bestens leitete, für ihren selbstlosen Einsatz und ihr professionelles Handeln. Mein Danke gilt auch unserer Polizei und der Rettung. Die Blaulichtorganisationen haben bestens zusammengearbeitet. Unsere Aufgabe als Gemeinde bestand darin, für die betroffenen Familien schnellstmöglich Unterkünfte zu organisieren. Dies ist innerhalb von 24 Stunden gelungen. Auch die vielen Anrufe aus der Bevölkerung, Kleider oder Möbel zur Verfügung zu stellen, haben mich sehr gefreut. War es doch für mich wieder einmal ein Zeichen, dass in Wolfurt die Dorfgemeinschaft funktioniert und die Menschen in Notsituationen füreinander da sind - Danke. Die Brandruine wurde inzwischen abgetragen. Das Grundstück wird vorerst eingesät und begrünt. Kampf der Jugendarbeitslosigkeit Die Arbeitslosigkeit hat auf Grund der wirtschaftlichen Situation leider zugenommen. Besonders dramatisch ist es, wenn junge Menschen keine Arbeit haben. Die Gemeinde Wolfurt hat sich zum Ziel gesetzt, ganz speziell jugendlichen Langzeitarbeitslosen bzw. Lehrstellensuchenden behilflich zu sein. Unser Sozialarbeiter Günter Sutterlüti wird aktiv den Kontakt mit den Betroffenen herstellen und die jungen Frauen und Männer auf die Vorstellungsgespräche vorbereiten. Mit Altbürgermeister Erwin Mohr ist es uns mittels der Seniorenbörse gelungen, den wohl kompetentesten Mann für diese wichtige Aufgabe zu gewinnen. Erwin wird versuchen, die Wolfurter Firmenchefs zu überzeugen, dem einen oder der anderen Jugendlichen eine Chance zu geben. Beim Wolfurter Wirtschaftsempfang haben die Firmenverantwortlichen bereits Gesprächsbereitschaft signalisiert. Ärztedienstplan Auf Anregung einiger Mitbürgerinnen und Mitbürger werden wir ab sofort den Ärztedienstplan in jeder Wolfurt-Information für das folgende Quartal abdrucken. Das Blatt wird, ähnlich dem Müllkalender, zum Herausschneiden geeignet sein. Ich bedanke mich für die Anregung und freue mich auf weitere. Brandschutzmaßnahmen Seniorenheim Auf Grund des tragischen Brandunglückes vor 2 Jahren in Egg, wurden die Vorschriften zur Brandverhütung drastisch verstärkt. Die Gemeinde Wolfurt hat in den letzten Monaten EUR 235.000,-- für diverse Brandschutzmaßnahmen im Seniorenheim investiert. Gerade in diesem besonders sensiblen Gebäude hat für uns Sicherheit oberste Priorität. 4 Aus dem Rathaus Postamt Wolfurt (bei Gemeinde) Wie Sie alle sicher schon aus verschiedenen Medien entnommen haben, wird die Österreichische Post AG alle unrentablen Postämter in Kürze schließen. Auch unser Postamt bei der Gemeinde gehört leider dazu. Trotz mehreren Gesprächen mit den Postverantwortlichen ist es uns nicht gelungen, die drohende Schließung abzuwenden. Die Gesetzgebung erlaubt der Post AG die Schließung, wenn das nächste Postamt nicht weiter als 10 km entfernt ist. Allen Gemeindeverantwortlichen ist es aber wichtig, dass der Postservice auch in Zukunft im Dorf - und nicht nur am Güterbahnhof - erhalten bleibt. Wir haben uns daher um Alternativen bemüht. Mit mehreren Handelsbetrieben wurden Gespräche geführt, ob sie nicht eine Postservicestelle in ihren Betrieben integrieren würden. Auf Grund der geringen Verdienstmöglichkeiten bzw. aus Platzmangel konnte leider kein Postpartner gefunden werden. Inzwischen führen wir intensive Verhandlungen mit der Firma INTEGRA, die bereits andere Filialen als Postpartner betreibt. INTEGRA beschäftigt in diesen Bereichen arbeitslose Menschen aus kaufmännischen Berufen. Die Bediensteten werden bestens geschult und auf ihre neuen Tätigkeiten vorbereitet und laufend fachmännisch betreut. Die bisherigen Erfahrungen sind durchwegs positiv. Wenn möglich werden bei der Anstellung WolfurterInnen bevorzugt. Ich bin zuversichtlich, dass wir die Verhandlungen in den nächsten Wochen abschließen können. Eine Übernahme der Post durch die Firma INTEGRA wäre dann in den nächsten 2 – 3 Monaten denkbar. zung beitragen, nicht bewusst. Ich bitte daher nochmals, an den Sammelinseln nur Papier (Kartonschachteln flach machen), Glas und Metall zu entsorgen. Falls Sie Personen beobachten, die nicht ordnungsgemäß entsorgen, bitte ich Sie diese anzusprechen oder bei uns in der Gemeinde bei Burkhard Hinteregger (Tel.: 6840-17) zu melden. Sollte sich die Situation nicht bessern, müssen sich die Gemeindeverantwortlichen alternative Vorgehensweisen überlegen. Busfahrplan In dieser Wolfurt-Information ist der neue Busfahrplan in Pocket-Format beigelegt. Weitere bzw. größere Exemplare sind beim Bürgerservice der Gemeinde erhältlich. Die laufende Qualitätsverbesserung im öffentlichen Verkehr ist für uns Gemeindeverantwortliche schon lange ein ganz wichtiges Thema. So investiert die Marktgemeinde Wolfurt heuer alleine für den Landbus Unterland EUR 271.000,--. Es sind bei uns einige Beschwerden über die Abschaffung der Linie 13 eingelangt. Wir werden diese Beschwerden in den zuständigen Gremien einbringen und uns um eine Verbesserung in dieser Linienführung bemühen. Liebe Wolfurterinnen und Wolfurter, der Winter neigt sich nun endgültig dem Ende zu. Ich freue mich mit Ihnen auf die ersten warmen Frühlingstage, auf blühende Blumen, auf anregende Gespräche mit Freunden und das eine oder andere „g‘mütliche Schwätzle“ mit Nachbarn im Garten. Euer Bürgermeister Christian Natter Wolfurt - Partner für Fahrradstudie Land Niederösterreich Das Land Niederösterreich will bis 2013 den Fahrradanteil von 7 % auf 14 % verdoppeln. Zu diesem Zweck wurde eine Studie in Auftrag gegeben. Diese sieht vor, zwei Gemeinden aus Niederösterreich mit zwei Gemeinden, bei denen der Fahrradanteil besonders ausgeprägt ist, zu vergleichen. Die Auswahl ist auf unsere Gemeinde gefallen, da bei uns der Anteil der fahrradfahrenden VerkehrsteilnehmerInnen besonders hoch ist und wesentliche Infrastrukturverbesserungen in diesem Bereich in den letzten Jahren umgesetzt wurden. In diesen Tagen werden Sie womöglich einen Anruf vom Kuratorium für Verkehrssicherheit erhalten, das die Umfrage in Wolfurt anlässlich dieser Studie durchführen wird. Ich bitte Sie um Ihre Mitarbeit und bedanke mich jetzt schon für Ihre Geduld. Wir fühlen uns geehrt und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Purkersdorf/NÖ. Wertstoffsammelinseln Die Verschmutzungen und das unerlaubte Abstellen von Sperrmüll, Restmüll- und Plastiksäcken an unseren Sammelstellen nehmen stetig zu. Eine Entwicklung, die mich maßlos ärgert! Unsere Bauhofmitarbeiter haben inzwischen den dreifachen Aufwand, die Inseln ordentlich zu halten, wie noch vor wenigen Jahren. Die Kosten dafür sind inzwischen erheblich angestiegen. Kosten, die wir alle als Steuerzahler zu tragen haben. Offensichtlich ist das jenen Leuten, die zu dieser zunehmenden Verschmut- Aus dem Rathaus 5 Pensionierungen bei Gemeinde Mit Ende des vergangenen Schuljahres trat Leon Melikian in den Ruhestand. Leon Melikian war bis zu seiner Pensionierung an der Musikschule am Hofsteig als Violinelehrer beschäftigt. Er studierte an der Musikhochschule von Tbilisi (Tiflis), die er mit dem Diplom als Solist und Musikpädagoge abschloss. Nach Engagements in seiner Heimat führte ihn der Weg durch die ganze Welt. So erhielt er beispielsweise Engagements in Aden/Jemen, Ingolstadt/Deutschland und Johannisburg/Südafrika, bis ihn sein Weg im März 1993 an die Musikschule am Hofsteig führte. Mit seinem reichen Erfahrungsschatz hat Leon Melikian einer großen Anzahl von Schülern die Freude an der Musik und im Besonderen am Violinespiel vermittelt. Renate Strammer trat am 1.3.1982 die Nachfolge ihrer Mutter im Schuldienst an der Hauptschule Wolfurt an. Mit ihrer vorbildlichen Arbeitsauffassung nahm sie jahrelang Aufgaben wahr, die weit über ihr eigentliches Einsatzgebiet hinausgingen. Für Renate Strammer war die Arbeit niemals nur ein Job, ihr Bestreben war es stets, den Lehrern und Schülern eine blitzblanke Schule zu präsentieren, was ihr in all diesen Jahren auch beispielgebend gelungen ist. Die Marktgemeinde Wolfurt bedankt sich herzlich für den geleisteten Einsatz und wünscht den beiden Neo-Pensionisten viele gesunde Jahre im wohlverdienten Ruhestand. Verstärkung für Offene Jugendarbeit Wolfurt Seit 1. März 2010 bekommt das Team der Offenen Jugendarbeit Wolfurt Verstärkung durch Sarah Wagner. In Zusammenarbeit mit dem AMS sowie dem Verein zur Förderung von Arbeit und Beschäftigung konnte eine Ausbildungsstelle in der Offenen Jugendarbeit Wolfurt eingerichtet werden. Neben der praktischen Tätigkeit in Wolfurt besucht Sarah Wagner den Diplomlehrgang Jugendarbeit in Schloss Hofen. Im Laufe der Ausbildung widmet sich Sarah Wagner speziell der Mädchenarbeit in Wolfurt und versuch, neue Akzente für die Wolfurter Mädchen zu setzen. Seit Anfang Februar betreut sie eine Gruppe von Mädchen, deren erste erfolgreiche Aktion die Erstellung von Designerschmuckstücken war. Das Ganze wurde durch eine Glas- und Schmuckkünstlerin professionell begleitet. Die Ergebnisse konnten auf der Ausstellung „Wolfurt kreativ 2010“ bestaunt werden. Wenn Du bei der neuen Mädchengruppe dabei sein willst oder sogar Ideen hast, was Ihr machen könntet, dann melde Dich bei Sarah Wagner unter E-Mail: sarah@wawa.or.at. Günter Sutterlüti, Jugendsozialarbeiter, E-Mail: guenter.sutterlueti@wolfurt.at, Tel.: 0664/8200692 6 Aus dem Rathaus Doris Schmid Heinrich Straßbauer Stefan Fischer Siegfried Weber Martin Schelling Dienstjubiläen bei Gemeinde Die Weihnachtsfeier der Gemeindebediensteten ist traditionellerweise auch die Gelegenheit, langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre Betriebstreue zu danken. Stefan Fischer konnte 2009 sein 40-jähriges Dienstjubiläum feiern. Er trat am 1.6.1969 in den Gemeindedienst ein. Anfänglich im Bauamt beschäftigt, wechselte er bald ins Meldeamt und übernahm nach der Pensionierung von Eduard Mohr die Leitung von Melde- und Standesamt. Seit dem Umbau des Rathauses führt er um- und weitsichtig die in diesem Zuge neu geschaffene Bürgerservicestelle, der Erstanlaufstelle für die meisten Anliegen der Bevölkerung. Die Zunahme an sozialen Härtefällen brachte es mit sich, dass sein Arbeitsschwerpunkt heute in diesem Bereich liegt. Auch als Legalisator ist er weiten Kreisen der Bevölkerung bestens bekannt. er seither mit Bravour eine der größten Mittelschulen des Landes. Besonders seit dem Umbau des Gebäudes liegt ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit auf der Betreuung des komplexen Technikbereichs. Doris Schmid wurde für 30 Jahre Tätigkeit im öffentlichen Dienst geehrt. Nach Absolvierung der Grundschule trat Doris Schmid als Kindergartenhelferin in den Dienst der Stadt Bregenz, wo sie 14 Jahre lang, bis zur Geburt ihrer Kinder, tätig war. Seit 1.9.1992 ist sie nun im Kindergarten Dorf - ebenfalls als Kindergartenhelferin beschäftigt und hat als „Kuscheltante“ mittlerweile eine ganze Generation an Kindern auf ihren ersten Schritten außerhalb des Elternhauses begleitet. Für 25-jährige Betriebszugehörigkeit wurde Siegfried Weber geehrt. Am 19.8.1985 trat Siegi - wie er von allen genannt wird - seinen Dienst im Bauhof an. Ob auf der Kehrmaschine oder dem Kleinbagger, oder beim Ablesen der Wasserzähler bzw. deren Tausch - Siegi ist im ganzen Ort bekannt und wegen seiner humorvollen und zuvorkommenden Art überall beliebt. Im Jahre 1995 konnte er auch den Wassermeisterbrief entgegennehmen. Ebenfalls auf 25 Jahre Betriebszugehörigkeit kann Heinrich Straßbauer zurückblicken. Heinrich Straßbauer übernahm am 1.10.1984 die Betreuung der damals neuen Hofsteigsporthalle und nach der Pensionierung von Heribert Flatz die Verantwortung für den gesamten Schulkomplex. Mit einem ganzen Mitarbeiterstab betreut Martin Schelling nahm ebenfalls die Ehrung für 25 Jahre im öffentlichen Dienst entgegen. Nach seinem Studium an Koservatorium und Musikhochschule Wien trat er in den Militärdienst ein, wo er 8 Jahre lang der Militärmusik angehörte. Seit dem Schuljahr 1992/93 ist Martin Schelling an der Musikschule am Hofsteig als Klarinettenlehrer sehr erfolgreich tätig. Sowohl als Musikschullehrer, wie auch als Dirigent der Bürgermusik Lauterach, hat er viele angehende Musikanten für die Musik begeistert und zu Höchstleistungen geführt. Bürgermeister Christian Natter bedankte sich bei den Geehrten für die Betriebstreue und wünschte ihnen weiterhin viel Erfolg bei ihrer Arbeit zum Wohle der Bevölkerung. Aus dem Rathaus 7 Veränderungen im Gewerberegister Eintragungen in das Gewerberegister Darina Mrlianova, Personenbetreuung, Dornbirner Straße 20a; Elke Strolz, Massage, eingeschränkt auf Shiatsu, Unterlinden 24; Danijel Jovanovic, Handelsgewerbe und Handelsagentengewerbe, Achstraße 46; Bianca Riggillo, Handelsgewerbe und Handelsagentengewerbe, Bregenzer Straße 21; Darina Tomková, Personenbetreuung, Brühlstraße 13; Dipl. Ing. Dr. tech. Andreas Weratschnig, Heizungstechnik (Handwerk), eingeschränkt auf die Erstellung von Energieausweisen für Gebäude und die damit im Zusammenhang stehenden Berechnungen sowie Energieberatung, Kirchstraße 11; Marcel Melchior Meyer, Direktvertrieb, Inselstraße 15/3; Sven Hofer, Unternehmensberatung einschließlich der Unternehmensorganisation, eingeschränkt auf Coaching, Konrad-Doppelmayr-Straße 17. Gewerbelöschungen Peter Schwerzler, Spirituosenerzeuger, Wälderstraße 2; Ali Riza Demir, Entrümpler, Grenzstraße 36; Florian Hubert Rainer, Dienstleistungen in der automatischen Datenverarbeitung und Informationstechnik sowie Handels- und Handelsagentengewerbe, Konrad-Doppelmayr-Straße 17; WBI Meusburger GmbH & Co, Dienstleistungen in der automatischen Datenverarbeitung und Informationstechnik, Kesselstraße 42; Yakup Gürdap, Handelsgewerbe und Handelsagenten, Albert-LoackerStraße 13; Petra Mohr, Modellieren von Fingernägeln (Nagelstudio), Brühlstraße 26a; Milena Matic, Entrümplerin, Dornbirner Str. 35 Kostenlose Beratung in Grundstücksund Immobilienangelegenheiten: Richard Richter, gerichtlich beeideter Ortssachverständige für Immobilien, wird sein Wissen und seine Berufserfahrung den Bürger und Bürgerinnen kostenlos zu folgenden Beratungsterminen zur Verfügung stellen: Bestellung eines Geschäftsführers Köb Holzheizsysteme GmbH, Industriemäßiger Maschinen- und Kesselbau einschließlich dazugehöriger Steuerungen, Flotzbachstraße 33, Geschäftsführer: Dr. Stefan Hoffmann. MUSIK HINTEREGGER Ges.m.b.H., Handelsgewerbe, Hofsteigstraße 7, Geschäftsführer: Paul Norbert Hinteregger. Rathaus Wolfurt, 18:00 - 20:00 Uhr Mittwoch, 14. April 2010 Mittwoch, 26. Mai 2010 Fundamt Fundgegenstände und Fahrräder, welche im 1. Quartal 2010 im Fundamt abgegeben wurden: Standortverlegung und Änderung des Firmensitzes „rasch4you“ Rackette & Schwendinger OG, Dienstleistungen in der automatischen Datenverarbeitung und Informationstechnik, Lauteracher Straße 1. Diverse Schlüssel Ebenfalls wurden diverse Fahrräder abgegeben, die während der Amtsstunden beim Gemeindeamt Wolfurt, Fundamt (Tel.-Nr.: 05574/6840-10, Fax: 6840-810, E-Mail: melanie.amhof@wolfurt.at) besichtigt und an den rechtmäßigen Besitzer ausgefolgt werden können. Direkte Informationen finden Sie auch im Internet unter www.fundinfo.at Melanie Amhof Eintragung im Firmenbuch als Einzelunternehmer Bernd Werner Bechter, Erdbau, Winterdienst und Sommerdienst, Gewerbsmäßige Beförderung von Gütern mit zwei Kraftfahrzeugen im grenzüberschreitenden Verkehr, Montfortstr. 15. Standortverlegungen Bozena Anna Warzycha, Personenbetreuung, von Bildstein nach Wolfurt, Bützestraße 13; Grazyna Danuta Kalinowska, Personenbetreuung, von Bildstein nach Wolfurt, Bützestraße 13; Mag. Dr. Paul Friedrich Stampfl, Ingenieurbüros (Beratende Ingenieure) für Ökologie, von Bregenz nach Wolfurt, Unterlinden 16a. Löschung einer weiteren Betriebsstätte Amann-Nussbaumer GmbH, Maschinsticker, Bützestraße 20. Aktuelle Zahlen aus dem Rathaus 2005 Gemeldete Personen (inkl. Zweitwohnsitz) 8.192 Geburten gesamt davon Österreicher davon Ausländer Sterbefälle gesamt Eheschließungen 78 64 14 40 33 Bautätigkeit Erteilte Baubewilligungen Einfamilienhäuser Mehrfamilienhäuser Betriebsgebäude 2006 2007 8.307 8.373 82 73 9 47 43 92 82 10 54 17 2008 2009 8.378 8.362 80 75 5 60 39 81 68 13 55* 31 2005 2006 2007 2008 2009 23 3 4 30 3 2 22 1 2 16 3 2 12 1 4 Zu- und Umbauten: Wohnhäuser Betriebsgebäude Althaussanierungsanträge 30 6 21 25 21 28 11 11 17 17 9 20 31 4 78 *13 Sterbefälle allein im Monat November 8 Aus dem Rathaus Gemeindebudget 2010 Mit 18,2 Mio. EUR liegt der Voranschlag 2010 deutlich unter dem Investitionsbudget des Jahres 2009. Vor allem der starke Rückgang bei den Ertragsanteilen (-12,16 %!) hat den Spielraum der Gemeinde erheblich eingeschränkt. Trotzdem können die laufenden Projekte fertiggestellt und auch die geplanten Vorhaben umgesetzt werden, ohne dafür eine Neuverschuldung in Kauf nehmen zu müssen. Darüber hinaus kann ein Teil der Rücklagen erhalten werden, was der Gemeinde auch für die kommenden Jahre einen gewissen Handlungsspielraum ermöglicht. Wirtschaftskrise soll für Bürger im Gemeindebereich nicht spürbar werden Dass die Vereinsförderung von EUR 198.300,-- nicht gekürzt werden musste, erfüllt uns mit besonderem Stolz, ebenso wie die neuerliche Zuführung von EUR 73.000,-- an die Seniorenstiftung. Insgesamt war es ein großes Ziel für den Voranschlag, dass die Wirtschaftskrise im Gemeindebereich für den Bürger nicht spürbar werden sollte. So wurden weder die Gemeindeförderungen gekürzt noch die Abgaben und Gebühren erhöht. Schuldenstand Trotz der angespannten Ertragsaussichten werden wir rund EUR 200.000,-- Schuldentilgung vornehmen und mit 1,69 Mio. Euro niedrig verzinsten Darlehen eine der niedrigsten Pro-Kopf-Verschuldungen (EUR 202,08) im Lande aufweisen. Beiträge an das Land 1.982.800,-- € 1.070.300,-- € 850.000,-- € 152.600,-- € 105.600,-- € Sozialhilfe-Umlage (Steigerung 21,94 %!) Landesumlage Spitalbeiträge für Wolfurter Bürgerinnen und Bürger Beitrag zum Landes-Pflegegeld Beitrag für Wohnbauförderung Die wesentlichsten Aufwendungen: Schmerzliche Abflüsse durch Umlagen Die Umlagen steigen auf Grund der guten Finanzkraft des letzten Jahres leider kräftig an. Für Sozialhilfe, Pflegegeld, Spitalsbeiträge etc. muss die Gemeinde rund EUR 4,16 Mio. an den Landesfonds abführen. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies eine neuerliche Steigerung um mehr als 5 %. 1.330.000,-- € 500.000,-- € 488.500,-- € 266.000,-- € 245.000,-- € 190.000,-- € 198.300,-- € Beiträge an Gemeinde-Immobiliengesellschaft für Feuerwehrhaus, Sanierung VS Mähdle, Beteiligung Sternen-Hotel Grundstücks-Ankäufe Umbaumaßnahmen L 3 Hofsteig-Ader Beiträge für die Wildbachverbauung Sanierung / Neubau Wassernetz Sanierung Straßen Direkte Vereinsförderung Finanzreferent Bgm. Christian Natter Aus dem Rathaus 9 Kostenlose Sprechstunden von Rechtsanwälten und Notaren Die kostenlosen Beratungs-Sprechstunden von Rechtsanwälten und Notaren werden von der Wolfurter Bevölkerung gerne in Anspruch genommen, daher wird dieses Beratungsangebot wie folgt fortgesetzt: Sprechstunden Rechtsanwälte von 18:00 - 20:00 Uhr Mittwoch, 07. April 2010, Dr. Wolfgang Hirsch Mittwoch, 05. Mai 2010, Dr. Claus Brändle Mittwoch, 02. Juni 2010, Dr. Nikolaus Schertler Mittwoch, 07. Juli 2010, Dr. Wolfgang Hirsch Die Marktgemeinde Wolfurt sucht zum Eintritt nach Vereinbarung einen Sprechstunden Notar von 18:00 - 19:00 Uhr Mittwoch, 19. Mai 2010, Dr. Richard Huter Die Sprechstunden finden jeweils im Rathaus Wolfurt statt. Notariatsverteilung bei Todesfällen Zur Abwicklung der Verlassenschaften nach Todesfällen von Familienangehörigen wurden vom Bezirksgericht Bregenz die Notare für folgende Termine nominiert: Bauhofmitarbeiter Der Aufgabenbereich umfasst alle im Bauhof anfallenden Tätigkeiten, beispielsweise Straßeninstandsetzungen, Schneeräumung, Gärtnerund Mäharbeiten, Grabarbeiten, Instandhaltung von Gemeindeeinrichtungen, Spielplätzen udgl., Reinigung der Altstoffsammelzentren und Reinigung der Außenanlagen öffentlicher Gebäude, Mithilfe im Wasserleitungsbau etc. Todesfälle jeweils Dr. Nikolaus Ender Dr. Ivo Fussenegger Dr. Richard Huter Dr. E. Michel Dr. Kurt Zimmermann Jänner, Juni und 01.11. - 12.11. Februar, Juli und 13.11. - 26.11. März, August und 27.11. - 07.12. April, September und 08.12. - 20.12. Mai, Oktober und 21.12. - 31.12. Kundmachung Einladung zur 22. Vollversammlung der Wir erwarten von Ihnen > handwerkliches Geschick > Einsatzfreude > Belastbarkeit > Genauigkeit, Verlässlichkeit und Teamfähigkeit > LKW-Führerschein Genossenschaftsjagd Wolfurt Die Vollversammlung 2010 der Genossenschaftsjagd Wolfurt wird gemäß § 4 der Genossenschaftssatzungen auf Dienstag, 27. April 2010, um 19:00 Uhr, imGasthaus „Adler“ einberufen. Tagesordnung: 1. Mitteilungen 2. Vorlage der Jahresrechnung 2009/2010 und Verwendung des Jagdpachtertrages 3. Bestellung von Rechnungsprüfern 4. Genehmigung der Verhandlungsschrift der 21. Vollversammlung vom 05.05.2009 5. Allfälliges Wir bieten Ihnen > Vielseitiges Aufgabengebiet > krisensicheren Arbeitsplatz > leistungsgerechte Entlohnung Senden Sie bitte Ihre schriftlichen Bewerbungsunterlagen bis spätestens 16.04.2010 an GdeSekr. Dr. Schneider, p.A. Marktgemeindeamt 6922 Wolfurt, Schulstraße 1. Hinweis: Ist die Vollversammlung zum festgesetzten Zeitpunkt nicht beschlussfähig, so wird sie nach Ablauf einer halben Stunde bei unveränderter Tagesordnung ohne Rücksicht auf die Zahl der anwesenden Mitglieder und der auf die Mitglieder entfallenden Stimmen beschlussfähig. Bürgermeister Christian Natter 10 Aus dem Rathaus Ist Ihr Reisepass noch gültig? Jeder fünfte Reisepass läuft im Jahre 2010 ab! Prüfen Sie rechtzeitig vor Ihrem Urlaub, ob Ihr Reisepass noch gültig ist. Vor allem in den Monaten März bis August 2010 wird ein großer Andrang bei den Passbehörden erwartet. Auskünfte erhalten Sie gerne bei der Marktgemeinde Wolfurt, Melanie Amhof (E-Mail: melanie.amhof@wolfurt.at oder Tel.: 05574/6840-10). Wichtig: > Mit 30. März 2009 wurde in Österreich der neue Sicherheitspass mit Fingerabdruck eingeführt. > Der Sicherheitspass ist mit einem Chip ausgestattet. > Bei Kindern unter zwölf Jahren werden die Fingerabdrücke nicht erfasst. > Seit 15. Juni 2009 werden (auch für Kinder) ausschließlich Reisepässe mit Chip ausgestellt. > Eine neue Kindermiteintragung im Reisepass der Eltern ist nicht mehr möglich. > Bestehende Kindermiteintragungen verlieren ab 15. Juni 2012 ihre Gültigkeit. Die Gültigkeit des Reisepasses, in dem sich die Kindermiteintragung befindet, bleibt jedoch unberührt. > Der Reisepass ist grundsätzlich zehn Jahre gültig für Personen über zwölf Jahre. Für Kinder bis zwei Jahre beträgt die Gültigkeitsdauer zwei Jahre und für Kinder von zwei bis zwölf Jahren beträgt die Gültigkeitsdauer fünf Jahre. Denken Sie daran: Bei jeder Reise muss ein gültiges Reisedokument (Reisepass oder Personalausweis) mitgeführt werden (auch bei Reisen in die EU-Staaten!). So kommen Sie zu Ihrem neuen Sicherheitspass: > Beantragen Sie Ihren neuen Pass unabhängig vom Wohnsitz bei der Passbehörde, Magistrat, Bezirkshauptmannschaft oder bei der Bürgerservicestelle der Marktgemeinde Wolfurt. > Vergessen Sie bitte nicht ein Passfoto, das den internationalen Kriterien entspricht (siehe www.bmi.gv/ passbild), Ihren derzeitigen Reisepass und die Gebühr von EUR 69,90 zur Antragstellung mitzubringen. > Der neu ausgestellte Sicherheitspass wird an Ihre Wunschadresse per Post (RSb) zugestellt. > Informieren Sie sich rechtzeitig über die speziellen Einreisebestimmungen Ihres Urlaubszieles (Visa, Gültigkeitsdauer des Reisedokumentes usw.). Aus dem Rathaus 11 Wolfurt kreativ 2010 - ein voller Erfolg Die Ausstellung der zahlreichen Wolfurter Hobbykünstler und ihr Kleinkunstabend erlebten einen großen Besucheransturm. 12 Gemeindepanorama Über 30 Wolfurter und Wolfurterinnen, die in ihrer Freizeit kreativ bzw. künstlerisch tätig sind, nahmen an der heurigen Ausstellung „Wolfurt kreativ“ teil, fast doppelt so viele beteiligten sich am Kleinkunstabend. Die Ausstellungsobjekte waren vielfältig, genauso wie die Interessen der Besucher. Werke wurden bewundert, Gespräche darüber geführt, Neues wurde kennengelernt. Es war wirklich großartig zu sehen, was Menschen in unserem Dorf in ihrer Freizeit zustande bringen. Welche schönen Dinge geschaffen werden, welche interessanten Tätigkeiten es gibt. Von traditionellem Handwerk, Malerei in allen möglichen Techniken, Tanz, bis zur Literatur gab es vieles zu sehen und zu hören. Beim Kleinkunstabend überraschte so mancher das Publikum mit einer sehr besonderen Fähigkeit oder berührte mit seiner großen Begeisterung für sein Tun. Die Aussteller und Künstler zeigten uns, wie bereichernd ein Hobby sein kann und konnten für so manchen von Beispiel dafür sein, wie man der freien Zeit Sinn und Inhalt geben kann. Dank gebührt allen, die mitgearbeitet und die Ausstellungswochenenden begleitet haben. Dank an Ferde Hammerer, der sehr gekonnt und charmant durch den bunten Künstlerabend mit Tanz, Theater, Lesung, Clownerie und Gesang führte. Danke an das ehrenamtliche Team, das gemeinsam mit Manuela Bundschuh den reibungslosen Ablauf der „Wolfurt kreativ 2010“ organisierte. Vizebgm. Angelika Moosbrugger, Kulturreferentin Gemeindepanorama 13 Netzwerk Kinderbetreuung Wolfurt Die Kinderbetreuung hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt und stellt uns vor vielfältige Aufgaben. Um unsere Kinder zwischen 1 ½ und 14 Jahren auch außerhalb der Kindergarten- und Schulzeiten betreuen zu können, haben wir ein breites Angebot für Familien geschaffen und entwickeln dieses beständig weiter. Vernetzung und Abstimmung der einzelnen Einrichtungen sind ein vorrangiges Ziel. Unsere Antwort auf diese anspruchsvolle Aufgabe ist die Einrichtung einer neuen Stelle im Rathaus. Seit Februar 2010 übernimmt Manuela Bundschuh die verantwortungsvolle Aufgabe der Koordinatorin sämtlicher Betreuungseinrichtungen der Gemeinde. Dazu zählen die Kleinkindbetreuung, die öffentlichen und privaten Kindergärten, die Schüler- und Ferienbetreuungen. Die neue Stelle soll einerseits dazu beitragen, ein möglichst ausgewogenes und abgestimmtes Betreuungsangebot für die Wolfurter Familien weiterzuentwickeln. Andererseits soll sie für Eltern Anlaufstelle sein, die Information oder Hilfe bei der Suche nach der passenden Betreuung für ihr(e) Kind(er) sind. Wir sind überzeugt, mit dieser Maßnahme einen weiteren wichtigen Schritt als kinderund familienfreundliche Gemeinde gesetzt zu haben. Vizebgm. Angelika Moosbrugger, Gemeinderätin für Soziales Elisabeth Fischer Yvonne Böhler neue Frauensprecherin für Wolfurt Das Frauennetzwerk Vorarlberg ist ein Zusammenschluss von Frauensprecherinnen auf regionaler und landes weiter Ebene. Die Frauensprecherinnen sind die unmittelbaren Ansprechpartnerinnen für alle Frauen in den Gemeinden, sie sind zu Verschwiegenheit verpflichtet und arbeiten ehrenamtlich. Yvonne Böhler, bisher Stellvertreterin, übernimmt die Aufgaben der Frauensprecherin für Wolfurt und die der Regionensprecherin Hofsteig. Aufgabe der Frauensprecherin in der Gemeinde ist es, Informationen über Beratungseinrichtungen an die Frau zu bringen. Dabei wird auf die Zusammenarbeit mit Frauenorganisationen, Vereinen und Gruppierungen Wert gelegt. Weiters erfolgt eine Vernetzung mit den Frauensprecherinnen der Gemeinden in der Region und mit dem Frauenreferat des Landes. Die Frauensprecherin organisiert und bewirbt die Sprechtage des Fraueninformationszentrums FEMAIL in der Gemeinde, seit kurzem können wir in Wolfurt auch die Sprechtage für Migrantenfrauen anbieten. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Organisation von Vorträgen zu frauenspezifischen Themen wie Gesundheit, Recht, Wiedereinstieg, Ernährung und Pension. Die Frauensprecherin kann Ihre Probleme nicht lösen, aber sie kann Ihnen weiterhelfen, indem sie die richtige Anlaufstelle kennt. Als bisherige Frauensprecherin darf ich mich beim Rathaus-Team recht herzlich für die gute Zusammenarbeit bedanken! Maria Claeßens E-Mail: yb@aon.at, T: 05574 - 66942 www.frauennetzwerk-vorarlberg.at 14 Gemeindepanorama „Hallo Nachbarn, lasst uns feiern!“ Wolfurt unterstützt Straßen-Nachbarschaftsfeste! Mit dem Kinder-Familien-Straßenfest unterstützt Wolfurt eine Initiative von „Kinder in die Mitte“. Ziel ist die zumindest kurzfristige Rückgewinnung des Straßenraums als Begegnungszone für die gesamte Nachbarschaft sowie als Spielraum für Kinder. „Kinder in die Mitte“ leistet einen Beitrag zum Festbudget! > 333 Euro gibt es für die Miete von Kinderspielgeräten (Gemeinschaftsspiele, Pedalos...) oder auch für die Miete von Bankgarnituren, Zelten, Griller, Spülmobil und so weiter. > 111 Euro gibt es zusätzlich, wenn speziell auf Umweltschutz (z. B. Mehrweggeschirr) beziehungsweise auf gesunde und regionale Ernährung geachtet wird. Ja, lasst uns feiern! Sie können sich vorstellen, ein KinderFamilien-Straßenfest zu organisieren? Gewiss gibt es Nachbarn, die ebenfalls mit Feuereifer dabei sind. Ein kleines Organisationskomitee und schon kann es losgehen - mit gelebter Nachbarschaftspflege, die Spaß macht und einander zusammenrücken lässt. Was sind die Voraussetzungen für ein Kinder-Familien-Straßenfest? > Organisation durch Eigeninitiative einer Straßen-Nachbarschaft > Einbeziehung des Straßenraums (Nebenstraßen) als Festplatz oder als Spielfläche für Kinder > kinder- und familienfreundliches Fest > Thematisierung von „bewusstem Mobilitätsverhalten" (Festbesuch ohne Auto) Mehr Informationen erhalten Sie bei Kinder in die Mitte Karoline Diem, T: 05574 - 511-24148 Unterstützung durch die Gemeinde > Hilfe bei der Sperre der Straße (nur Nebenstraßen) für den Festzeitraum > Verleih von Mehrweggeschirr > Kostenlose Kopie von Einladungsblättern im Gemeindeamt oder im Wolfurter Bürgerservice Burkhard Hinteregger, T: 05574 - 6840-17 Gemeindepanorama 15 Programm und Projekte der Offenen Jugendarbeit Wer Interesse hat, bei der Skaterplatzgestaltung dabei zu sein, oder Interesse an Graffiti oder Theater hat, kann sich gerne bei Günter Sutterlüti melden. Kontakt: [´wa´wa] Jugend- und Kulturverein Günter Sutterlüti T: 0664 8200692 E-Mail: info@wawa.or.at Gewalt in meinem Umfeld Im Rahmen der Burschenabende im Jugendtreff wurde speziell das Thema „Gewalt in meinem Umfeld“ behandelt. Zusätzlich zu diesen Abenden wurden in der Turnhalle der Volksschule Bütze vier Kampfspiele Workshops durchgeführt. Bei diesen Workshops wurde die Haltung der Fairness und des Respekts in den Mittelpunkt gestellt. Hallenfußball in der Volksschule Bütze Jeden zweiten Samstag im Monat erhielten die Jugendlichen in Wolfurt wieder die Möglichkeit, ihren geliebten Fußball-Sport in der Turnhalle Bütze auszuüben. Wer bei diesem freien Training mitmachen möchte, kann sich gerne bei Günter Sutterlüti melden. Jugenddiskussion zur Wahl: Am 02.03.2010 fand im Kultursaal die Jugenddiskussion zu den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen statt. Die Spitzenkandidaten der Grünen, ÖVP und SPÖ (alphabetische Reihung) stellten sich den Fragen der Jugendlichen, die FPÖ kam aus nicht bekannten Gründen der Einladung nicht nach. Leider wurde das Angebot nur von wenigen Jugendlichen wahrgenommen. Wir werden den Jugendlichen in Wolfurt jedoch weiterhin Möglichkeiten bieten, sich politisch einzubringen. Vorschau Frühling/Sommer 2010 > Graffiti Workshop > Jugendtheater > Mitbestimmungsprojekt Skaterplatzgestaltung Volksschule Mähdle Ab dem Frühjahr 2010 wird ein Skaterplatz bei der VS Mähdle errichtet. Wir möchten den Jugendlichen aus Wolfurt die Möglichkeit geben, bei der Gestaltung des Platzes mitzubestimmen sowie selbst Hand anzulegen. 16 Gemeindepanorama 5+1: Fünf Gemeinden, ein Fluss: Wertvolles gemeinsam gestalten Die Bregenzerach ist für die Gemeinden Hard, Kennelbach, Lauterach, Wolfurt und die Landeshauptstadt Bregenz ein zentrales Naherholungsgebiet. Mit der kürzlich unterzeichneten Charta für nachhaltige Entwicklung und Nutzung bestärken die 5 Anrainergemeinden ihre Absicht, den besonderen Natur- und Erholungsraum an diesem Fluss gemeinsam mit dem Land Vorarlberg sensibel und abgestimmt weiterzuentwickeln. Die Bregenzerach auf der Strecke zwischen Kennelbach und der Mündung in den Bodensee hat viel zu bieten: Sandsteinschwelle und Mündungsbereich mit den weitum einzigartigen Auwäldern etwa sind von internationaler Bedeutung. „Diesen Erholungswert wollen wir im Einklang mit Natur-, Grund- und Hochwasserschutz und anderen Interessen gezielt erhalten und weiterentwickeln“, erläutern die Vertreter der fünf Anrainergemeinden die Motivation hinter dem Vorhaben. In den vergangenen Monaten wurde die Situation rund um die Bregenzerach im Detail analysiert. Bereits jetzt ist der Raum an und in der Bregenzerach vielfach genutzt: Vom Spazieren über Flirten bis hin zu verschiedenen Sportarten ist auf der Liste der Aktivitäten vieles zu finden. Das soll auch in Zukunft möglich sein. Die gemeinsam erarbeitete Charta ist dafür Grundlage, die Gemeinden orientieren ihre weiteren Planungen und Aktivitäten daran. Die verbindende Wirkung des Raumes am Fluss und seine Werte sollen verstärkt und sensibel ins Bewusstsein rücken. „Der Raum an der Ach soll naturnah, offen, nicht kommerzialisiert und vielseitig sein“, beschreiben die Gemeinden die Zielatmosphäre. „Die intensive Abstimmung mit Wasserwirtschaft, Natur- und Landschaftsschutz und der Raumplanung stellt sicher, dass ein stimmiges Gesamtbild entsteht.“ Auch im Sinn von Vision Rheintal und für das Gewässerentwicklungskonzept macht Kooperation Sinn. Denn gemeindeübergreifende Planungen, durchgängige Standards und abgestimmte Aktivitäten erhöhen den Wert für alle Beteiligten. In den kommenden Monaten konkretisieren die Gemeinden auf dieser Basis ihre Planungen und gehen in die ersten Umsetzungen. Vizebgm. Angelika Moosbrugger Gemeindepanorama 17 Hofsteig-Ader Mit dem Bau des Achraintunnels und der neuen Spange zum Anschluss der Rheintalautobahn A 14 sollten Wolfurt und Schwarzach merklich vom Durchzugsverkehr entlastet werden. Die prognostizierte Entlastungswirkung auf der L 3 Hofsteig-Ader bildete den Anlass für die Hofsteig-Ader-Studie. Die Entlastung soll längerfristig sichergestellt werden und für eine Aufwertung der Hofsteig-Ader für den Fuß- und Radverkehr sowie als öffentlichen Raum (Aufenthaltsqualität), insbesondere in den Ortszentren, genutzt werden. Die L 3 soll eine attraktive, sichere und differenziert gestaltete Hauptstraße für die beiden Gemeinden werden. 18 Umwelt Was ist geplant, was wird umgesetzt? Als eine Maßnahme wurde eine Randmarkierung über die gesamte Hofsteig-Ader vorgesehen. Nachdem nahezu auf die gesamte Länge starke Spurrillen festgestellt wurden, bei Nässe sehr erschwerend für Fußgänger und Radfahrer, wird jetzt im Frühjahr die Fahrbahn abgefräst und dann die vorgesehenen Randstreifen aufgebracht. Diese Maßnahme soll die Fahrbahn optisch verschmälern und so die Geschwindigkeit verlangsamen. Erste große Baumaßnahme an der Hofsteig-Ader Der Teilabschnitt „Achstraße“ hat auf Grund des äußerst schlechten Zustands beim Land 1. Priorität. Unterbau, Fahrbahn, Entwässerung usw. sind dringend sanierungsbedürftig. So wird die Achstraße von der Autobahn bis zur Fitzkurve nach dem Gestaltungskonzept der Hofsteig-Ader gebaut. Mit neuem Unterbau, neuzeitlicher Oberflächenentwässerung, das Oberflächenwasser wird über ein modernes Trennsystem in die Bregenzerache eingeleitet, die „Essokreuzung“ wird Fußgänger- und Radfahrerfreundlich gestaltet, ebenso wird von der Essokreuzung bis zur Fitzkurve linksseitig ein neuer Gehsteig errichtet. Die Gehsteige werden straßenseitig mit einem weichen Randabschluss ausgeführt. Der im Projekt Hofsteig-Ader vorgesehene Kreisverkehr bei der Fitzkurve kann auf Grund verkehrstechnischer Probleme, z.B. Einmündung der Dammstraße, nicht umgesetzt werden. Hier wird die bisherige Einmündung beibehalten, der Abschnitt aber ebenfalls Fußgänger- und Radfahrerfreundlich gestaltet. Eine neue Straßenbeleuchtung über den gesamten Bauabschnitt rundet vor allem den notwendigen Sicherheitsaspekt ab. Die Baumaßnahmen erfolgen in mehreren Bauabschnitten. Über die gesamte Bauzeit von April bis Oktober 2010 erfolgt eine überörtliche Umleitungsführung über die L 16 (Wälderstraße) und die L 190 in beiden Richtungen nach Bregenz. Der Baubereich auf der Achstraße wird dadurch großräumig umfahren. Die Halbanschlussstelle der A 14 Richtung Lauterach ist über die gesamte Bauzeit ungehindert benutzbar. In der Zeit von April bis Anfang Juli (Ferienbeginn) wird im Bauabschnitt 1 der Abschnitt von der Unterführung A 14 inkl. Kreuzung Albert-Loacker-Straße gebaut. Eine lokale Umleitung erfolgt insbesondere für die Zubringer der ansässigen Gewerbebetriebe über die Dammstraße. Die Zufahrt nach Kennelbach ist in diesem Bauabschnitt über die L 3 (Achstraße) und die L13 (Kennelbacherstraße) in beiden Richtungen ungehindert möglich. Die Buslinie 20 wird in beiden Richtungen über die Dammstraße geführt. Die Haltestellen werden im Kreuzungsbereich Achstraße /Albert-Loacker-Straße entsprechend umgestellt. Im Bauabschnitt 2 von Anfang Juli bis September wird der Kreuzungsbereich bei der Abzweigung L13 (Fitzkurve) und der Abschnitt bis zur Esso fertig ausgebaut. Der lokale Verkehr um den Baustellenbereich wird über die Albert-Loacker-Straße, Lerchenstraße, Montfortstraße umgeleitet. Die Zufahrt nach Kennelbach ist in dieser Bauphase nur über die L 16 Wälderstraße bzw. über die A 14 möglich, wobei Ortskundige die Bregenzer Straße benützen werden. Weicher Randabschluss vom Gehsteig straßenseitig Die Busse der Linie 20 werden ebenfalls über die Alber-Loacker-Straße, Lerchenstraße, Montfortstraße geführt. Die Linien 13A und 35 werden in beiden Richtungen über die Bregenzer Straße geführt. Nach Fertigstellung der Fitzkurve kann der Verkehr wieder ungehindert über die L 3 und die L 13 nach Kennelbach abgewickelt werden. Die Zufahrt zu den Grundstücken im Baustellenbereich wird soweit wie möglich aufrecht erhalten. Sollte dies bedingt durch den Bauablauf kurzzeitig nicht möglich sein, werden die betroffenen Anrainer rechtzeitig informiert. Ende September wird dann der neu ausgebaute erste Abschnitt der HofsteigAder wieder für den Verkehr freigegeben. Die Kosten für den Neubau der Achstraße sind mit € 1.430.000,00 budgetiert, wobei sich der Anteil der Gemeinde Wolfurt auf € 430.000,00 beläuft. Hans Fetz, Gemeinderat für Mobilität Umwelt 19 Energiesparlampen-Testkoffer Ein Erfahrungsbericht aus der Wohnanlage Lerchenstraße 38c Unser Gemeinderat Hans Fetz hat den Energiesparlampen-Testkoffer im Rathaus ausgeliehen und im Rahmen der Hausversammlung vorgestellt und ist dabei auf reges Interesse gestoßen.Viele Mitbewohnerinnen und Mitbewohner haben diesen dann auch anschließend mitgenommen und die Lampen entsprechend getestet. Welche Erfahrungen wurden gemacht? Kontakt: Rathaus Wolfurt Burkhard Hinteregger, Tel.: 05574/6840-17 Kaution: 20,-> Für jede Fassung steht in diesem Koffer eine passende Lampe zur Verfügung. In Summe sind 23 verschiedene Energiesparlampen im Koffer. > Die im Koffer liegende Beschreibung zu jeder Lampe ist sehr hilfreich bei der Auswahl der passenden Lampe, zudem sind die Lampen im Elektrofachgeschäft entweder lagernd oder kurzfristig lieferbar. > Je nach Geschmack sind auch verschiedene Lichttöne im Koffer enthalten, von kalt und modernem bis weich und gedämpftem Licht. Also für jeden Geschmack die passende Lampe! Fazit: Im gesamten Stiegenhaus der Wohnanlage Lerchenstraße 38c wurden die Glühlampen auf schnellstartende Energiesparlampen umgerüstet, die direkt mit voller Lichtleistung leuchten. Zudem war und ist das Stiegenhaus bereits mit Zeitschaltern ausgestattet. Auf Grund der monatlichen Energieaufzeichnungen kann bereits gesagt werden, dass die Energieeinsparung deutlich sichtbar ist. Weiters wurde auch die Feststellung gemacht, dass die Lebensdauer der Glühlampen deutlich länger ist, da vor Einbau der Energiesparlampen ständig getauscht werden musste, was jetzt nicht mehr der Fall ist. Das wirklich Praktische am Energiesparlampenkoffer ist aber, dass verschiedene Lampentypen, Formen und auch Lichttöne in die Fassungen der verschiedenen Wohnräume geschraubt und über einen längeren Zeitraum getestet werden können. Also warum nicht auch bei ihnen Zuhause! Gleiche Leuchtkraft aber wesentlich weniger Strom, da z.B. 35 W Glühlampen durch 7 W Energiesparlampen, 40 W durch 9 W oder auch 60 W durch 11 W Energiesparlampen ersetzt werden können. 1/5 Stromverbrauch bei 10-facher Lebensdauer Also, ab ins Rathaus und holen Sie sich den Energiesparlampen-Testkoffer für ein paar Tage nach Hause. 20 Umwelt
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Wolfurt 2010 02 Sommer Wolfurt 01.06.2010 19.11.2012, 18:21 wolfurt SOMMER 2010 Blick ins Gemeindegeschehen Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger! immer wieder höre ich von Außenstehenden, dass sich in Wolfurt viel bewegt und wir eine dynamische Gemeinde sind. Ich darf Sie über die wichtigsten Neuigkeiten informieren. Geschiebesperre Rickenbach Die Arbeiten an der Geschiebesperre Rickenbach sind inzwischen weit fortgeschritten. Die Brücke bei der Familie Gunz und die Zufahrt bis zur Geschiebesperre sind fertiggestellt. Auch die Absperrbauten selbst sind weit fortgeschritten. Die Arbeiter wurden nun zu Lawinenverbauungen abgezogen und werden ihre Tätigkeit wieder im Spätherbst aufnehmen. Wir gehen davon aus, dass die Arbeiten über den Winter dann endgültig abgeschlossen werden können. Architekt Hans Purin zum Gedenken Fünf Jahrzehnte lang war Bauen in Vorarlberg ohne den Namen Hans Purin nicht denkbar. Er entdeckte den Baustoff Holz auf völlig neuartige Weise, galt als einer der Pioniere auf dem Gebiet des Holzbaues und Wegbereiter der Vorarlberger Baukunst. Am 4. Juni verstarb der Bregenzer Architekt, der langjähriges Mitglied des Gestaltungsbeirates in Wolfurt war. Hans Purin hat in all diesen Jahren durch seine ruhige Art, aber vor allem durch seine fachliche Kompetenz wesentlich zur Gestaltung der oberen Straße beigetragen. Grundankauf Tobelgasse Postamt Wolfurt Wie bereits in der letzten Wolfurt-Info berichtet, wir die Post ihre Filiale bei uns in der Gemeinde nun definitiv mit 6. Juli 2010 schließen. Günther FRITZ, Leiter unserer Postniederlassung und seine Mitarbeiterin Lydia Sternad haben uns über viele Jahre bestens bedient. Für diese langjährige, positive Zusammenarbeit möchte ich mich recht herzlich bedanken. Beide werden an anderen Dienstposten Einsatz finden. In den letzten Wochen ist es uns gelungen, mit INTEGRA als neuen Postpartner die notwendigen Verträge zu fixieren. Damit ist gewährleistet, dass auch in Zukunft Postdienstleistungen bei uns im Dorf getätigt werden können und damit ein wesentlicher Teil einer funktionierenden Nahversorgung erhalten werden konnte. INTEGRA wird bereits am Mittwoch, den 7. Juli, die neue Postservicestelle eröffnen. Ich wünsche den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen tollen und erfolgreichen Start. Alle weiteren Details finden Sie auf Seite 18. Vor kurzem hat die Gemeindevertretung den Ankauf des Grundstückes Nr. 19/1, Tobelgasse von den Geschwistern Schwärzler beschlossen. Das kleine Grundstück mit 148 m² liegt sehr zentral (vis à vis Pfarrheim) und kann in Zusammenhang mit dem Gst. Nr. 62, das sich im Besitz der Schwesternstiftung befindet, einer öffentlichen Nutzung zugeführt werden. Pfarrkrankenpflege Wolfurt In den letzten Wochen konnten die Räumlichkeiten unserer Krankenschwestern im Seniorenheim durch eine interne Umstrukturierung erweitert werden. Schon lange mussten die Damen um Michaela Erath unter engsten Bedingungen ihre Arbeit verrichten. Nun steht dem motivierten Team ein zusätzlicher Raum zur Verfügung. Die administrative Arbeit, Beratungsgespräche und Behandlungen können nun in zeitgemäßer Form abgewickelt werden. Ich wünsche unseren Krankenschwestern viel Spaß bei ihrer anspruchsvollen Arbeit und bedanke mich für ihr vorbildliches Engagement. Mein Dank gilt aber auch dem Obmann Peter Heinzle, der mit unermüdlichem Einsatz, seit vielen Jahren ehrenamtlich unsere Pfarrkrankenpflege Wolfurt leitet. Projektgruppe Areal-Strohdorf …hat die Arbeit aufgenommen. Nach der Umsiedlung der Feuerwehr in ihr neues Haus in die Weberstraße steht nun eine sinnvolle Nachnutzung des alten Feuerwehrgebäudes an. Bald wurde klar, dass viele Begehrlichkeiten, wie Musikschulerweiterung, neue Turnhalle, Mittagsbetreuung, neue Schulräumlichkeiten, neuer Sitzungssaal etc., seriös geprüft und diskutiert werden müssen. Auch ein Um- bzw. Erweiterungsbau im Rathaus wird mittelfristig anstehen. Es geht also darum, einen ganzheitlichen Blick auf das Strohdorf-Areal zu richten. Zu Beginn wird die bewusst schlank gehaltene Projektgruppe, bestehend aus Peter Grebenz (SPÖ), Anton Böhler (FPÖ), Othmar Gratt (GRÜNE), Vize Bgm. Angelika Mossbrugger und Bgm. Christian Natter (ÖVP), die Ist-Situation analysieren. Weiters wird der tatsächliche Bedarf erhoben. Dazu werden natürlich die betroffenen Institutionen mit einbezogen. Trotz der vielschichtigen Thematik wollen wir bis Mitte kommenden Jahres die konkrete Vorgehensweise fixiert haben. Gilt es ja nicht nur Wünsche zu erfüllen, sondern festzuhalten, was sinnvoll, notwendig und schlussendlich auch finanzierbar ist. Ich bin sicher, dass wir gemeinsam eine gute Lösung für alle Beteiligten erarbeiten werden. 2 Aus dem Rathaus Selina Schmid Neue Gemeindebedienstete Mitte März hat Selina Schmid ihre Arbeit in der Finanzabteilung aufgenommen und sich bereits sehr gut eingearbeitet. Sie betreut schwerpunktmäßig den Bereich Gemeindegebühren und -abgaben, wird sich aber in den nächsten Wochen und Monaten auch in die anderen Bereiche einarbeiten. Bedingt durch den bevorstehenden Pensionsantritt von Lydia Bechter wechselt Melanie Amhof auf deren Arbeitsplatz und übernimmt schwerpunktmäßig neben dem Wohnungswesen auch Meldewesen und Amtskassa. Den Empfang und die Telefonzentrale hat seit Anfang Mai Angelika Köb übernommen. Auch sie arbeitet sich eifrig in den ganzen Aufgabenbereich ein. Vor wenigen Wochen hat Matthias Sieber seinen Dienst als achter Mitarbeiter im Gemeindebauhof angetreten. Matthias Sieber kommt aus Schwarzach. Er ist als gelernter Maurer und Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Schwarzach für die auf ihn wartenden Aufgaben bestens geeignet. Wir wünschen den 3 neuen Gemeindebediensteten viel Freude und Erfolg. Angelika Köb Übergabe Ordination Dr. Vorhofer Im April 1973 eröffnete Dr. Rudolf Vorhofer seine Praxis bei uns in Wolfurt. Seit 1.10.1984 ist er Gemeindearzt. Unterstütz von seiner Gattin Irmgard hat er all diese Jahre unzähligen Mitbürgerinnen und Mitbürgern geholfen, sie gesund gepflegt oder ihnen geduldig zugehört. Wir bedanken uns bei Irmgard und Rudolf Vorhofer für ihren unermüdlichen Einsatz über fast vier Jahrzehnte zum Wohle von uns allen und wünschen ihnen für den neuen Lebensabschnitt alles Gute und vor allem Gesundheit. Nun schließt Rudi, wie er von vielen genannt werden darf, mit 13. August 2010 seine Pforten, um die Ordination an seine Tochter Dr. Gabriele Gort zu übergeben. Nach einer kurzen Umbauphase wird die Ordination wieder am 1. Oktober eröffnet. Wir wünschen der jungen Ärztin einen guten Start und viel Erfolg. Matthias Sieber Sommerfeste Die warme Jahreszeit ist auch die Zeit der Sommerfeste. Wer liebt es nicht, hin und wieder im Garten zu grillen und mit Freunden zu feiern. Auch einige unserer Vereine organisieren schon seit vielen Jahren in dieser Jahreszeit div. Feste (Beachturnier, Burn-Out, Ächler Frühschoppen etc.). Uns ist klar, dass diese Feste für die betroffene Bevölkerung durchwegs auch mit Lärmbelastungen einher gehen. Mit div. Maßnahmen versuchen wir, dies in einem erträgliche Maß zu halten. Ich möchte aber auch nicht unerwähnt lassen, dass es eben diese Feste sind, die wesentlich zu unserer Dorfgemeinschaft beitragen. Wir leben in einer funktionierenden Gemeinschaft, um die uns viele Kommunen beneiden. Ich bitte daher alle um gegenseitiges Verständnis und Miteinander. Liebe Wolfurterinnen und Wolfurter, wo immer Sie Ihren Urlaub, Ihre Ferien verbringen, ich wünsche Ihnen eine schöne Zeit, gute Erholung und kommen Sie alle gesund und munter wieder nach Hause. Ihr Bürgermeister Christian Natter Dr. Vorhofer Aus dem Rathaus 3 Gemeindewahlen Neue Gemeindevertretung gewählt Bei den am 14. März stattgefunden Gemeindevertretungswahlen wurden die Mandatare für die kommenden fünf Jahre gewählt und bei der Konstituierenden Sitzung am 8. April angelobt. Bei der feierlich und harmonisch verlaufenden Sitzung war förmlich zu spüren, dass auch in Zukunft das Miteinander vor dem Trennenden stehen soll. Mit den Grünen ist nun neben der SPÖ, FPÖ und der ÖVP seit langem wieder eine vierte Fraktion in diesem Gremium vertreten. Viele neue Mitbürgerinnen und Mitbürger haben sich bereit erklärt, sich zum Wohle unserer Gemeinde in der Gemeindevertretung zu engagieren. Alle Ausschüsse haben inzwischen die Arbeit aufgenommen und sind bereits mit viel Einsatz an die neuen Herausforderungen herangegangen. 4 Aus dem Rathaus Ressorts neu organisiert Im Vorfeld der Konstituierenden Sitzung habe ich versucht, die Ressorts neu zu strukturieren. Teilweise wurden Aufgaben neu zugeordnet, um Schnittpunkte zu reduzieren und die tägliche Arbeit in den Ausschüssen sowie im Rathaus noch effizienter zu gestalten. So wurde im neuen Infrastruktur-Ausschuss Straßen, Wasser und Kanal zusammengefasst. Das Bildungsressort wurde um den Kleinkinderbereich komplettiert, Umwelt und Mobilität wurden zusammengeführt. Das Sozialressort wurde um das Thema Integration erweitert, um nur die wesentlichsten Änderungen anzuführen. (siehe Grafik). Ausschüsse, Kommissionen, Delegierungen Von der Gemeindevertretung wurden folgende Ausschüsse, Kommissionen und Delegierungen beschlossen bzw. eingesetzt. Alle „Haupt-Ausschüsse“ bestehen aus 11 Mandataren. Dadurch wurde sicher gestellt, dass alle Fraktionen in den Gremien vertreten sind und somit auch über die notwendigen Informationen verfügen. Der Finanzausschuss wurde neu ins Leben gerufen. Dieser besteht aus dem Gemeindevorstand und Obleuten jener Fraktionen, die nicht im Gemeindevorstand vertreten sind. Somit kann das Budget parteiübergreifend diskutiert und zur Vorlage an die Gemeindevertretung im gegenseitigen Konsens vorbereitet werden. Es sind damit alle Fraktionen eingebunden und zur politischen Arbeit in den kommenden fünf Jahren eingeladen. (siehe Liste Seite 8) Neue Gemeinderäte Auf Grund des Wahlergebnisses besteht der neue Gemeinderat aus Mitgliedern der Fraktion „ÖVP + Parteifreie“. Alle Gemeinderätinnen und Gemeinderäte durften sich über ein beinahe einstimmiges Votum freuen. > Gemeinderätin und gleichzeitig Vizebürgermeisterin Angelika Moosbrugger Ressort: Bildung, Jugend und Kultur > Gemeinderätin Elisabeth Fischer Ressort: Soziales Miteinander(Familien, Senioren, Integration) > Gemeinderat Hans Fetz Ressort: Infrastruktur (Straßen, Kanal, Wasser) und Sport > Gemeinderat Robert Hasler (neu) Ressort: Mobilität und Umwelt (e5) > Gemeinderätin Yvonne Böhler (neu) Ressort: Wirtschaft und Nahversorgung > Gemeinderat und gleichzeitig Bürgermeister Christian Natter Ressort: Dorfentwicklung, Sicherheit, Wirtschaft, Finanzen Vorsitzender des Gemeindevorstandes mit Stimmrecht Aus dem Rathaus 5 Dank an ausscheidende Mandatare Einige der rund 95 Mitglieder und Ersatzmitglieder haben sich nach teilweise langjähriger, ehrenamtlicher Tätigkeit aus der Gemeindevertretung verabschiedet. Vizebürgermeisterin Angelika Moosbrugger bedankte sich für die tolle Zusammenarbeit und die geleistete Arbeit. Bürgermeister Christian Natter schloss sich dem Dank an und überreichte Erinnerungsgeschenke. Besonders erwähnt wurden langgediente Gemeindevertreterinnen, Gemeindevertreter und Gemeinderäte. Ferde Hammerer ist mit 20 Jahren Gemeindevertretung einer der längst dienenden Mandatare. 1995 bis 2007 Gemeinderat, davon 9 Jahre Vizebürgermeister. Die Hauptschul- und Vereinshaussanierungen sind nur beispielhaft zu nennen. Als Geschäftsführer unserer Gemeindeimmobiliengesellschaft zeichnet er jüngst für die Umsetzung Feuerwehrhaus und VS Mähdle verantwortlich. Als Geschäftsführer bleibt Ferde uns dankenswerter Weise bis März 2012 erhalten. Maria Claeßens, ebenfalls seit 1990 in der Gemeindevertretung, hat bereits vor fünf Jahren das Amt der Sozialgemeinderätin, das sie mit sehr viel Engagement ausgeübt hatte, zurückgelegt. Aber auch in den letzten Jahren gehörte Maria zu unseren Aktivposten. So gab es wohl kaum ein Thema, bei dem Maria sich nicht in die Diskussion mit einbrachte. Bis zuletzt war Maria mit großem Einsatz Frauensprecherin der Region Hofsteig. 6 Aus dem Rathaus Wolfgang Dietrich, zuerst 1995 Ersatzmitglied, ab 1998 Gemeindevertreter. Sein Focus richtete sich in erster Linie in Richtung Umwelt und Mobilität. Dort profitierten wir von seiner fachlichen Kompetenz, die er auch seit vielen Jahren unserem e5-Team zur Verfügung stellt. Diesem wird er auch weiterhin die Treue halten. Elfriede Schneider war 10 Jahre in unserer Gemeindevertretung tätig. Frieda waren stets die Belange der Kinder und Familien wichtig. So zählte sie über viele Jahre in den Ausschüssen Schule und Kultur, bzw. Sozialem zu den „Fleißigsten“. Frieda musste auch nicht lange gebeten werden, wenn es galt, etwas zu organisieren und mit Hand anzulegen. Peter Grebenz hat 2003 das umfangreiche Ressort Wasser und Kanal übernommen und investierte viel Energie in diese Tätigkeit. In seine Amtszeit fielen die Umsetzung des neuen Verrechnungsschlüssels der ARA Hofsteig, Kanalisierung Wolfurt Nord, Verhandlungen mit TRM bezüglich schadhaften Wasserleitungen, Hochwasserentlastung Engerrütte und Rickenbach u.v.m. Peter wird auch in Zukunft als Gemeindevertreter tätig sein. Manfred Schrattenthaler zeichnete in den letzten fünf Jahren für das Wirtschaftsressort verantwortlich. Einführung Lehrlingstag, gemeinsame Aktionen und Veranstaltungen mit den umliegenden Hofsteiggemeinden, Weichenstellung zum Nahversorgungszentrum Dorf sind nur einige Beispiele seiner Tätigkeit. Der Wochenmarkt als auch der Herbstmarkt haben sich in seinem Verantwortungsbereich bestens entwickelt. Auch Manfred wird der Gemeindevertretung erhalten bleiben. Aus dem Rathaus 7 Gemeindegremien 2010 - 2015 Gemeindevorstand Christian Natter V ÖVP Angelika Moosbrugger M ÖVP Elisabeth Fischer M ÖVP ChristianNatter Angelika Moosbrugger Elisabeth Fischer Johann Fetz Yvonne Böhler Robert Hasler Ernst Stadelmann Manfred Schrattenthaler Thomas Geiger Susanne Mathis Martin Reis Michaela Anwander Peter Grebenz Anton Böhler V ÖVP M ÖVP M ÖVP M ÖVP M ÖVP M ÖVP M ÖVP M ÖVP M ÖVP M ÖVP M ÖVP M GRÜNE M SPÖ M FPÖ Johann Fetz Robert Hasler Yvonne Böhler Arno Hagspiel Wolfgang Schwärzler Johannes Böhler Simone Burtscher Michael Klimmer Peter Moosbrugger Jürgen Kessler Silvia Köb-Gisinger Ursula Molitor Bertram Thaler Lothar Schwendinger Ferdinand Kosielski Hans Werner Metzler Martin Leiter M ÖVP M ÖVP M ÖVP E E E E E E E E E E E E E E ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP GRÜNE GRÜNE SPÖ SPÖ FPÖ FPÖ Ausschuss Soziales Miteinander Elisabeth Fischer Sabine Schertler Daniela Marent Ernst Stadelmann Fatma Kaya Elisabeth Hirsch Silvia Köb-Gisinger Kerstin Schwarz Maria Thaler Evelyn Schwendinger Thomas Makovec Manuela Pechlaner Petra Theißl V M M M M M M M M M M M E ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP GRÜNE SPÖ SPÖ FPÖ ÖVP Otmar Meusburger E Heidi Winter E Barbara Geißler E Manfred Schrattenthaler E Oliver Natter E Daniela Gerner E Arno Wiedenbauer E Durmus Yildiz E Martin Lindenthal E Yvonne Breuer E Irene Danhofer E Andrea Peter E Sonja Köb E ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP GRÜNE GRÜNE SPÖ SPÖ FPÖ FPÖ Ausschuss Dorfentwicklung und Raumplanung Ausschuss Infrastruktur und Sport Johann Fetz Peter Moosbrugger Hermann Schertler Johannes Böhler Alfred Köb Uros Umjenovic Christine Stark Wolfgang Simma Othmar Gratt Sabina Eschmann Jürgen Pinter Gerold Mohr Andreas Santa V M M M M M M M M M M E E ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP GRÜNE SPÖ FPÖ ÖVP ÖVP Bernhard Marte Dietmar Wüstner Michael Köb Thomas Geiger Martin Reis Simone Burtscher Hans Tarabochia Martin Lindenthal Helmut Bischelsberger Gerhard Strabler Wolfgang Mayer Alfred Pechlaner E E E E E E E E E E E E ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP GRÜNE GRÜNE SPÖ SPÖ FPÖ FPÖ Ausschuss Bildung, Jugend und Kultur Angelika Moosbrugger Michael Klimmer Otmar Meusburger Thomas Geiger Barbara Geißler Simone Burtscher Heidi Winter Oliver Natter Stefan Thaler Hans Tarabochia Manfred Bischelsberger Sonja Köb Daniela Gerner V M M M M M M M M M M M E ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP GRÜNE GRÜNE SPÖ FPÖ ÖVP Harald Feldmann Sabine Schertler Daniela Marent Fatma Kaya Peter Lingenhel Elisabeth Hirsch Harald Moosbrugger Ines Müller Michaela Anwander Natalie Simon Bianca Straßbauer Alexandria Stauber Alfred Pechlaner E E E E E E E E E E E E E ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP GRÜNE GRÜNE SPÖ SPÖ FPÖ FPÖ Finanzausschuss Christian Natter Angelika Moosbrugger Elisabeth Fischer Johann Fetz Yvonne Böhler V M M M M ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP Robert Hasler Michaela Anwander Peter Grebenz Anton Böhler M M M M ÖVP GRÜNE SPÖ FPÖ Ausschuss Mobilität und Umwelt Robert Hasler Martin Reis Dietmar Wüstner Andreas Santa Peter Lingenhel Alwin Schönenberger Gernot Zwickle Harald Feldmann Martin Lindenthal Ferdinand Kosielski Eduard Madlener Arno Wiedenbauer Kerstin Schwarz V M M M M M M M M M M E E ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP GRÜNE SPÖ FPÖ ÖVP ÖVP Arno Hagspiel Alfred Köb Christine Stark Peter Moosbrugger Uros Umjenovic Wolfgang Schwärzler Ines Müller Michaela Anwander Emanuel Pegger Markus Theissl Jürgen Pinter Manfred Krusch E E E E E E E E E E E E ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP GRÜNE GRÜNE SPÖ SPÖ FPÖ FPÖ Prüfungsausschuss Anton Böhler V Lothar Schwendinger M Claudius Bereuter M Manfred Schrattenthaler M Michael Köb M Gerold Mohr M Martin Lindenthal M FPÖ SPÖ ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP GRÜNE Wolfgang Simma E Harald Moosbrugger E Silvia Köb-Gisinger E Johannes Böhler E Durmus Yildiz E Manfred Bischelsberger E Susanne Ernst E ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP GRÜNE SPÖ FPÖ Wohnungsausschuss Elisabeth Fischer Christian Natter SabineSchertler Petra Theißl Stefan Thaler Peter Grebenz Wolfgang Mayer Fatma Kaya Harald Moosbrugger V M M M M M M E E ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP GRÜNE SPÖ FPÖ ÖVP ÖVP Otmar Meusburger Silvia Köb-Gisinger Ines Müller Bertram Thaler Jadranko Lesic Irene Danhofer Martin Leiter Hans Werner Metzler E E E E E E E E ÖVP ÖVP GRÜNE GRÜNE SPÖ SPÖ FPÖ FPÖ Ausschuss Wirtschaft und Nahversorgung Yvonne Böhler V Manfred Schrattenthaler M Claudius Bereuter M Harald Moosbrugger M Jürgen Adami M Susanne Mathis M Andreas Gorbach M Wolfgang Schwärzler M Bertram Thaler M Jadranko Lesic M Susanne Ernst M Jürgen Kessler E Michael Köb E ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP GRÜNE SPÖ FPÖ ÖVP ÖVP Hermann Schertler Johannes Böhler Petra Theißl Silvia Köb-Gisinger Wolfgang Simma Gerold Mohr Ursula Molitor Othmar Gratt Gerhard Strabler Sabina Eschmann Andrea Peter Verena Österle E E E E E E E E E E E E ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP GRÜNE GRÜNE SPÖ SPÖ FPÖ FPÖ Umweltverband Robert Hasler M ÖVP Christian Natter E ÖVP Gemeindeblattverwaltung Christian Natter M ÖVP Angelika Moosbrugger E ÖVP 8 Aus dem Rathaus Ehrungsausschuss Christian Natter Angelika Moosbrugger Michaela Anwander Thomas Makovec Alfred Pechlaner V M M M M ÖVP ÖVP GRÜNE SPÖ FPÖ Yvonne Böhler Robert Hasler Bettina Leingartner Fritz Kuttner Richard Benzer E E E E E ÖVP ÖVP GRÜNE SPÖ FPÖ Linksseitige Achwuhrkonkurrenz Prüfungsausschuss Ferdinand Kosielski M SPÖ Peter Moosbrugger E ÖVP Fremdenverkehrsverband Bodensee-Rheintal Yvonne Böhler M ÖVP Manfred Schrattenthaler E ÖVP Abgabenkommission Lothar Schwendinger Ernst Stadelmann Thomas Geiger Bertram Thaler Susanne Ernst V M M M M SPÖ ÖVP ÖVP GRÜNE FPÖ Jürgen Kessler Jürgen Adami Durmus Yildiz Herbert Fuchshofer Jürgen Pinter E E E E E ÖVP ÖVP GRÜNE SPÖ FPÖ Landbus Unterland Robert Hasler M ÖVP Christian Natter E ÖVP Jagdgenossenschaft Vollversammlung Christian Natter M ÖVP Robert Hasler E ÖVP Berufungskommission Ernst Stadelmann Thomas Geiger Jürgen Kessler Michael Köb Durmus Yildiz Lothar Schwendinger Hans Werner Metzler V M M M M M M ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP GRÜNE SPÖ FPÖ Wolfgang Simma Susanne Mathis Peter Moosbrugger Wolfgang Schwärzler Stefan Thaler Ferdinand Kosielski Manfred Krusch E E E E E E E ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP GRÜNE SPÖ FPÖ Jagdgenossenschaft Vorstand Christian Natter M ÖVP Robert Hasler E ÖVP Bringungsgenossenschaft Ippachwaldweg Alois Müller M ÖVP Gerold Mohr E ÖVP Marktgemeinde Immobilienverwaltungs GmbH Gesellschafterversammlung Christian Natter Angelika Moosbrugger Elisabeth Fischer Johann Fetz Yvonne Böhler M M M M M ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP Robert Hasler Martin Lindenthal Peter Grebenz Anton Böhler M M M M ÖVP GRÜNE SPÖ FPÖ Dienstbeurteilungskommission Christian Natter V ÖVP Angelika Moosbrugger M ÖVP Johann Fetz M ÖVP Elisabeth Fischer Robert Hasler E ÖVP E ÖVP Grundverkehrsortskommission Christian Natter Claudius Bereuter Gernot Zwickle Wolfgang Rist M M M M ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP Angelika Moosbrugger Bernhard Marte Dietmar Wüstner Hubert Gunz E ÖVP E ÖVP E ÖVP E Marktgemeinde Immobilienverwaltungs GmbH & Co. KG Gesellschafterversammlung Christian Natter Angelika Moosbrugger Elisabeth Fischer Johann Fetz Yvonne Böhler M M M M M ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP Robert Hasler Martin Lindenthal Peter Grebenz Anton Böhler M M M M ÖVP GRÜNE SPÖ FPÖ WV-Hofsteig Vorstand (Empfehlung) Christian Natter M ÖVP Johann Fetz E ÖVP WV-Hofsteig Mitgliederversammlung Alfred Köb Bertram Thaler Lothar Schwendinger Jürgen Pinter M M M M ÖVP GRÜNE SPÖ FPÖ Andreas Santa Othmar Gratt Helmut Bischelsberger Wolfgang Mayer E E E E ÖVP GRÜNE SPÖ FPÖ Sozialdienste Wolfurt GmbH Gesellschafterversammlung Christian Natter Angelika Moosbrugger Elisabeth Fischer Johann Fetz Yvonne Böhler M M M M M ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP ÖVP Robert Hasler Hans Tarabochia Thomas Makovec Susanne Ernst M M M M ÖVP GRÜNE SPÖ FPÖ WV-Hofsteig Prüfungsausschuss Wolfgang Simma M ÖVP Uros Umjenovic E ÖVP Vorarlberger Erdgasgesellschaft Johann Fetz M ÖVP Christian Natter E ÖVP Schulerhalterverband Polytechn. Schule Verwaltungsausschuss Angelika Moosbrugger M ÖVP Christian Natter E ÖVP VOGEWOSI Christian Natter M ÖVP Elisabeth Fischer E ÖVP Schulerhalterverband Polytechn. Schule Prüfungsausschuss Andreas Santa M ÖVP Oliver Natter E ÖVP Vorarlberger Musikschulwerk Angelika Moosbrugger M ÖVP Christian Natter E ÖVP Linksseitige Achwuhrkonkurrenz Verwaltungsausschuss Christian Natter M ÖVP Angelika Moosbrugger M ÖVP Johann Fetz Robert Hasler E ÖVP E ÖVP Frauennetzwerk Vorarlberg - Frauensprecherin Yvonne Böhler M ÖVP Wasserverband Schwarzach-Rickenbach Christian Natter M ÖVP Alwin Schönenberger E ÖVP Energiebeauftragter Robert Hasler M ÖVP Aus dem Rathaus 9 Veränderungen im Gewerberegister Eintragungen in das Gewerberegister Olga Tomasova, Personenbetreuung, Felle 8; Maria Nazadova, Personenbetreuung, Felle 8; Katarina Zvozilova, Personenbetreuung, Brühlstraße 13; Lucia Hedwig Geiger, Warenpräsentatoren, Bregenzer Straße 8; Eva Maria Geiger, Warenpräsentatoren, Dorfweg 10; Norbert Kapp, Dienstleistungen in der automatischen Datenverarbeitung und Informationstechnik, Bucher Straße 10e; Johannes Keck, Handelsgewerbe und Handelsagentengewerbe, Feldweg 4a; Wilfried Düringer, Gewerbsmäßige Beförderung von Gütern mit zwei Kraftfahrzeugen im grenzüberschreitenden Verkehr (grenzüberschreitender Güterverkehr), Engerrütte 3; Birgit Ingrid Lehner, Erteilung von Informationen über die Zusammensetzung von Nahrungsmitteln, Rickenbacherstraße 15; JCL Overland Logistics GmbH, Gewerbsmäßige Beförderung von Gütern mit 50 Kraftfahrzeugen im grenzüberschreitenden Verkehr, Spediteure einschließlich der Transportagenten, Handelsgewerbe und Handelsagentengewerbe, Dienstleistungen in der automatischen Datenverarbeitung und Informationstechnik, Senderstraße 28; Margit König, Handelsgewerbe und Handelsagentengewerbe, Lerchenstraße 34b; Doris Jäger, Hilfestellung zur Erreichung einer körperlichen bzw. energetischen Ausgewogenheit, Frickenescherweg 5; Robert Abbrederis, Werbeagentur, Auf dem Bühel 5; Michael Kohler, Mechatroniker für Maschinen- und Fertigungstechnik; Mechatroniker für Elektronik, Büro- und EDV-Systemtechnik; Mechatroniker für Elektromaschinenbau und Automatisierung; Mechatroniker für Medizingerätetechnik, Handelsgewerbe und Handelsagentengewerbe, Kirchstraße 18; Gabriele Stark, Autoreinigung und Bootsreinigung, Segelmacher und Reparatur von Zelten; Plachenreparatur; Schonbezüge und Schutzkappenerzeugung, Feldeggstraße 2c; Thomas Hermann, Unternehmensberatung einschließlich der Unternehmensorganisation, Mähdlestraße 29; Patrick Fischer, DIVUS e.U., Handelsgewerbe und Handelsagentengewerbe, Holzriedstraße 33; Adrian Georg Gassner, Handelsgewerbe und Handelsagentengewerbe, Fliederweg 13b; DI Alfons Josef Natter, Dienstleistungen in der automatischen Datenverarbeitung und Informationstechnik, Moosmahdgasse 2d; Maria Lastiakova, Personenbetreuung, Achstraße 50; Thomas Javornik-Stern, Stukkateure und Trockenausbauer (Handwerk), Lerchenstraße 17; Ibrahim Zencirci, Kraftfahrzeugtechnik, verbunden mit Karosseriebauer einschließlich Karosseriespengler und Karosserielackierer (Handwerk), Kesselstraße 25. Gewerbelöschungen Mag. Martina Susanna Goldner, Werbegrafikerin, Schlossgasse 10; Peter Böhler, Platten- und Fliesenleger, Heimkehrerstraße 4; Danijel Jovanovic, Handelsgewerbe und Handelsagentengewerbe, Achstraße 46. ComBran GmbH, Handelsgewerbe eingeschränkt auf den Großhandel mit Waren und Getränken der Nachrichten- und Datentechnik und Elektronik, Radiomechaniker, Lauteracher Straße 21; Logwin Road + Rail Austria GmbH, Beförderung von Gütern mit fünfzig Lastkraftwagen, Dienstleistungen in der automatischen Datenverarbeitung und Informationstechnik, Handelsgewerbe, Am Güterbahnhof; Dipl. Ing. Dr. tech. Andreas Weratschnig, Heizungstechnik (Handwerk) eingeschränkt auf die Erstellung von Energieausweisen für Gebäude und die damit im Zusammenhang stehenden Berechnungen sowie Energieberatung, Kirchstraße 11; Biserka Stabodin, Handelsgewerbe, Bützestraße 24/9; Veronique Sandra Gassner, CallCenter (Entgegennahme und Weiterleitung telefonischer Aufträge, Anfragen, Informationen und entsprechendes Telefonservice für alle gesetzlich erlaubten Tätigkeiten), Fliederweg 13b; Karl Sapper, Masseur, Achstraße 42; Martin Kohler, Dienstleistungen in der automatischen Datenverarbeitung und Informationstechnik, Kirchstraße 15. Standortverlegungen Marta Macugova, Personenbetreuung, von Wolfurt, Brühlstraße 15/2, nach Bregenz, BAUCUT Bohren und Schneiden in Beton Gesellschaft m.b.H. von Wolfurt Achstraße 42 nach Wolfurt Bützestraße 39; Uros Miletic, Dolmetscher und Mechatroniker für Maschinen- und Fertigungstechnik (Handwerk), von Wolfurt Konrad-Doppelmayr-Straße 17 nach Lauterach; Elke Läßer, Fußpflege und Kosmetik (Schönheitspflege), von Wolfurt Kreuzstraße 2 nach Langen bei Bregenz; Sven Hofer, Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereinigung (Handwerk), Unternehmensberatung einschließlich der Unternehmensorganisation, eingeschränkt auf Coaching, von Wolfurt Konrad-DoppelmayrStraße nach Hard; Ing. Lubica Vajova, Personenbetreuung, von Wolfurt Felle 4 nach Bregenz; Slavka Sulakova, Personenbetreuung, von Hohenems nach Wolfurt Felle 8; Anna Nekkarova, Personenbetreuung, von Höchst nach Wolfurt Achstraße 50; Dunja Barbara Huber, Fußpflege und Kosmetik (Schönheitspflege), von Zürs nach Wolfurt Weiherstraße 4; Ariane Mischitz, Handelsgewerbe und Handelsagenten, von Wolfurt Sonnenstraße 2a nach Wolfurt Eichenstraße 45d/15; AgenT-Com Telekommunikationshandel GmbH, Vermittlung von Verträgen betreffend die Benutzung von Fernmeldeeinrichtungen (Telekommunikationseinrichtungen) Dritter, Handelsgewerbe und Handelsagentengewerbe von Wolfurt, Senderstraße 6 nach Nenzing; Sarlota Urcova, Personenbetreuung, von Nenzing nach Wolfurt, Brühlstraße 15/2; Maria Barusova, Personenbetreuung, von Lauterach nach Wolfurt, Kellaweg 4; Christoph Alexander Schindler, Werbegrafik-Designer, von Wolfurt Bregenzer Straße 61a nach Wolfurt Holzriedstraße 33. Verständigung über eine Namensänderung Elke Lässer (früher Fellinger), Fußpflege und Kosmetik (Schönheitspflege), Kreuzstraße 2 Übergang einer Gewerbeberechtigung (Umgründung) sowie Bestellung eines gewerblichen Geschäftsführers Ritter Maschinenservice GmbH, Geschäftsführer: Dietmar Ritter, Mechatroniker für Maschinen- und Fertigungstechnik (Handwerk), eingeschränkt auf die Durchführung von Reparaturen von Holz- und Metallbearbeitungsmaschinen, Bahnhofstraße 8a. Verständigung über die Bestellung eines gewerblichen Geschäftsführers Klimmer Wohnbau GmbH, Heizungstechnik (Handwerk), eingeschränkt auf die Erstellung von Energieausweisen für Gebäude sowie die damit im Zusammenhang stehenden Berechnungen sowie Energieberatung, Lauteracher Straße 7, Geschäftsführer: Johann Rauchegger. Eintragung ins Gewerberegister und Errichtung einer weiteren Betriebsstättes Buchhandlung Teutsch Pointner OG, Handelsgewerbe und Handelsagentengewerbe, Kornmarktstraße 18, Bregenz - Standort der weiteren Betriebsstätte: Kellhofstraße 10. Verständigung über die Errichtung einer weiteren Betriebsstätte Fotini Pyrovolikos, Fußpflege und Kosmetik (Schönheitspflege), Kreuzstraße 2. . Verständigung über die Löschung einer weiteren Betriebsstätte Logwin Road + Rail Austria GmbH, Spediteure einschließlich der Transportagenten, Senderstraße 28. Verständigung über eine Änderung der Bezeichnung FEAL Austria Facade Engineering and Aluminium GmbH, (früher: ETZEL – FEC Facade Engineering and Consulting GmbH), Handelsgewerbe, Konrad-Doppelmayr-Straße 17. Errichtung einer weiteren Betriebsstätte sowie Filialgeschäftsführerbestellung Attensam Meisterfix Hausbetreuung GmbH, Anbieten persönlicher Dienste an nicht öffentlichen Orten im Sinne einer Hausmeistertätigkeit, Holzriedstraße 33, Filialgeschäftsführerbestellung: Michael Mießgang. Verständigung über das Ruhen der Gewerbeausübung Christine Ellinger, Versicherungsvermittlung in der Form Versicherungsagent, Konrad-Doppelmayr-Straße 17. Verständigung über den Übergang einer Gewerbeberechtigung auf Grund einer Umgründung, über eine Standortverlegung und über die Errichtung einer weiteren Betriebsstätte Kurt Theurer, ELEKTRO TECHNIK THEURER e.U., Elektrotechniker, Wälderstraße 48, 6923 Lauterach, Standort der weiteren Betriebsstätte: Unterfeldstraße 6a, Wolfurt. . 10 Aus dem Rathaus Bürgermeister- bzw. Kostenlose Sprechstunden Wohnungssprechstunde von Rechtsanwälten und Notaren im Sommer: Die kostenlosen Beratungs-Sprechstunden von Rechtsanwälten und Notaren werden Die Sprechstunden finden jeweils im Rathaus Wolfurt statt. Sprechstunden Bürgermeister Christian Natter von 18:00 - 19:30 Uhr Mittwoch, 14. Juli Mittwoch, 25. August Mittwoch, 8. September von der Wolfurter Bevölkerung gerne in Anspruch genommen, daher wird dieses Beratungsangebot wie folgt fortgesetzt: Sprechstunden Rechtsanwälte von 18:00 - 20:00 Uhr Mittwoch, 07. Juli 2010, Dr. Wolfgang Hirsch Mittwoch, 01. September 2010, Dr. Nikolaus Schertler Sprechstunden Notar von 18:00 - 19:00 Uhr Mittwoch, 21. Juli 2010, Dr. Ivo Fussenegger Die Sprechstunden finden jeweils im Rathaus Wolfurt statt. Notariatsverteilung bei Todesfällen Zur Abwicklung der Verlassenschaften nach Todesfällen von Familienangehörigen wurden vom Bezirksgericht Bregenz die Notare für folgende Termine nominiert: Wohnungssprechstunden von Gemeinderätin Elisabeth Fischer von 18:00 - 19:30 Uhr Mittwoch, 7. Juli Mittwoch, 18. August Mittwoch, 1. September Todesfälle jeweils Dr. Nikolaus Ender Dr. Ivo Fussenegger Dr. Richard Huter Dr. E. Michel Dr. Kurt Zimmermann Jänner, Juni und 01.11. - 12.11. Februar, Juli und 13.11. - 26.11. März, August und 27.11. - 07.12. April, September und 08.12. - 20.12. Mai, Oktober und 21.12. - 31.12. Vom 21. Juli 2010 bis 11. August 2010 finden auf Grund der Sommerpause keine Sprechstunden statt! Das Beschäftigungsausmaß beträgt 320 Jahresstunden, wovon während der Schulzeiten (= 38 Wochen) voraussichtlich 6 Stunden je Woche fix vereinbart werden und die restlichen 92 Stunden nach Bedarf abgerufen werden. Bewerber/Bewerberinnen mit Wohnort Wolfurt werden bevorzugt. Wir erwarten von Ihnen Wir suchen zum Eintritt nach Vereinbarung eine(n) SachbearbeiterIn für das Sekretariat der Mittelschule Wolfurt Das Aufgabengebiet umfasst Telefondienst, Abwicklung von Posteingang und Korrespondenz, eigenverantwortliche Abwicklung der finanziellen Belange, Führung von Statistiken, Ausstellung von Bestätigungen, Organisation von Veranstaltungen, Erstellen von Supplierplänen und natürlich vieles andere mehr. > abgeschlossene Handelsschule bzw. abgeschlossene Verwaltungslehre oder kfm. Lehre > freundliches und aktives Verhalten gegenüber Kunden und Mitarbeitern > Genauigkeit, Verlässlichkeit, Loyalität und Verschwiegenheit > Teamfähigkeit > gute EDV-Kenntnisse (Office-Programme) > Eigeninitiative, Leistungsbereitschaft und Konfliktfähigkeit Wir bieten Ihnen > kinderfreundliche Arbeitszeiten > Entfaltungs- und Gestaltungsmöglichkeiten > krisensicheren Arbeitsplatz > leistungsgerechte Entlohnung Senden Sie bitte Ihre ausschließlich schriftlichen (auch per E-Mail unter direktion@hswo.snv.at möglich) Bewerbungsunterlagen bis spätestens 15.7.2010 an die Mittelschule Wolfurt, Schulstraße 2, zH Herrn Dir. Norbert Moosbrugger. Aus dem Rathaus 11 3. Türkische Kirmes in Wolfurt Bereits zum dritten Mal veranstaltete der Islamische Kultur- und Bildungsverein in Wolfurt rund um das Vereinshaus ihre Kirmes. Zwei Tage lang wurde gekocht, gegessen, miteinander geredet. Angenehme Feststimmung – auf der Kirmes gibt es keinen Alkohol! Ein gutes Essen bringt Menschen an einen Tisch. Dass das Fest schon seinen fixen Platz im Wolfurter Kulturleben hat, bewiesen die zahlreichen Gäste aus dem „In- und Ausland“. Auch die politischen Vertreter aus Wolfurt und den umliegenden Gemeinden ließen sich die große Gastfreundschaft und die köstlichen Speisen nicht entgehen. Ein Fest für Jung und Alt, ein Fest für Menschen verschiedener Nationen, ein Fest fürs Kennenlernen. Wolfurter Wasserkrüge wieder verfügbar! Auf Grund der großen Nachfrage wurden die beliebten Wasserkrüge nachbestellt und sind ab sofort im Rathaus erhältlich. Die Wasserkrüge erhalten Sie zum Preis von 10,-- / Krug im Rathaus Wolfurt bei Angelika Köb und Melanie Amhof. Fundamt Fundgegenstände und Fahrräder, welche im 2. Quartal 2010 im Fundamt abgegeben wurden: diverse Schlüssel, Fotoapparat, Kinderrucksack Ebenfalls wurden diverse Fahrräder abgegeben, die während der Amtsstunden beim Gemeindeamt Wolfurt, Fundamt (Tel.-Nr.: 05574/6840-10, Fax: 6840-810, E-Mail: angelika.koeb@wolfurt.at) besichtigt und an den rechtmäßigen Besitzer ausgefolgt werden können. Direkte Informationen finden Sie auch im Internet unter www.fundinfo.at Angelika Köb 12 Gemeindepanorama 5 Jahre Sprachencafé Wolfurt Bereits seit 5 Jahren gibt es eine hervorragende Privatinitiative, nämlich das im Jahr 2005 gegründete Sprachencafé. Gesprochen wird über Gott und die Welt, über Urlaub und Landessitten, über die Arbeit oder das Essen. Angebotene Sprachen sind Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Russisch und Deutsch. Von Hausfrauen bis zu Lehrpersonen, von Monteuren über Sekretärinnen bis zu Geschäftsleuten spannt sich der Bogen der Interessierten. Das Sprachencafé wird seit Beginn von Karina Gmeiner organisiert. Für Information ist sie unter der Tel.: 0699 116 99 621 erreichbar. v.l.n.r.: Erich Reis, Martina Hörburger, Christine Grass, Clint Smith, Karina Gmeiner, Linda Hilbe, Birgit Lins, Michel Thoma, Claudia Saenz. Monatlich jeweils am 1. Dienstag treffen sich Sprachinteressierte um 19:00 Uhr im Alten Schwanen und perfektionieren ihre Sprachkenntnisse. An verschiedenen Tischen sitzen jeweils ein bis zwei Muttersprachler, die die Tischgespräche begleiten und Anregungen bzw. Hilfeleistung bei fehlenden Vokabeln bieten. Die Gemeindeverantwortlichen gratulieren zum 5-jährigen Jubiläum und danken der Organisatorin und allen Muttersprachlern für ihr außergewöhnliches Engagement. Wege entstehen dadurch, dass man sie geht Dr. Lorenz Böhler war einer, der sich unbeirrbar auf seinen Weg gemacht hat, und einer, der dadurch einen Weg für die Zukunft der Medizin geebnet hat. Damit das Erinnern an den berühmten Wolfurter nicht nur eine Momentaufnahme, sondern für länger lebendig bleibt, laden wir alle herzlich ein, sich ebenfalls auf den Weg zu machen. Mithilfe der beigelegten Wanderkarte können Sie die Ausgangspunkte des Lebensweges von Dr. Lorenz Böhler erwandern. Hier in Wolfurt entwickelte er einige seiner Fähigkeiten, die später unter anderem Grundlagen seiner großartigen Entwicklung vom Bauernbub zum weltbekannten Arzt mit Vorbildwirkung waren. Die Ausstellung in Bregenz kann ebenfalls noch während der Sommermonate (bis Mitte August) besucht werden. Wer auf den Geschmack gekommen ist und sich genauer über das Leben des Pioniers der Unfallchirurgie informieren möchte, kann das Buch zur Ausstellung in der Gemeinde (Bürgerservice) erwerben. Angelika Moosbrugger, Gemeinderätin für Bildung, Jugend und Kultur (Franz Kafka) Der 125. Geburtstag von Dr. Lorenz Böhler wurde bei der Eröffnung der ihm gewidmeten Ausstellung in der Landesbibliothek in Bregenz und bei der feierlichen Begehung des Rundwegs „Auf den Spuren des Dr. Lorenz Böhler“ gebührend gefeiert. Gemeindepanorama 13 Skaterplatzgestaltung Volksschule Mähdle Schon seit längerem suchte die Marktgemeinde Wolfurt nach einer idealen Örtlichkeit, um einen dauerhaften Skaterplatz zu errichten. Im Rahmen der Sanierung der VS Mähdle, sowie des Außengeländes fiel die Entscheidung, den Skaterplatz im Außenbereich der VS Mähdle zu errichten. Damit dieser Platz auch wirklich den Ansprüchen eines Skaters gerecht wird, sowie das Angebot von den jugendlichen Nutzern aus Wolfurt auch mitgetragen wird, entstand die Idee, die „Profis“ selbst bei der Planung und Umsetzung mit einzubeziehen. Aus diesem Grund wurde das Projekt „Pimp my Skaterplatz“ von der Offenen Jugendarbeit Wolfurt ins Leben gerufen. Am 10. April trafen sich alle interessierten Jugendlichen beim Platz der Volksschule Mähdle, um tatkräftig an der Gestaltung und Planung des Platzes mitzuwirken. Gemeinsam mit dem Bauhof der Marktgemeinde Wolfurt, sowie der Architektin Maria Anna Moosbrugger wurden die bereits bestehenden Skaterrampen aufgestellt, sodass der Platz ideal zum Skaten genutzt werden kann. Weiter wurden Ideen zur Verbesserung der Situation des Platzes gesammelt. Der zweite Schritt erfolgte am 16. April mit dem Planungsworkshop im Jugendtreff [´wa´wa]. Themen des Nachmittags waren: Die bestehenden Skaterelemente sanieren und optimieren, Mini Ramp im Eigenbau, „Spielregeln“ und Müllsystem, Farbe am Platz, sowie das Jugendprogramm zur Eröffnung des Skaterplatzes am 28. Mai. Die erarbeiteten Ergebnisse wurden dann im Anschluss vor der Vertretung des Gemeindevorstandes präsentiert und diskutiert. Die Ergebnisse des Planungsworkshops werden im weiteren Verlauf des Jahres in verschiedenen Projektgruppen realisiert und umgesetzt. Jugendarbeiter Günter Sutterlüti 14 Gemeindepanorama 8. Frühschoppen der Dornbirner Berufskraftfahrer in Wolfurt Am Pfingstsonntag, den 23. Mai 2010, konnte bei herrlichem Wetter um 10:00 Uhr der Festgottesdienst abgehalten werden. Pater Rufus zelebrierte die Messe in gewohnt angenehmer Weise, was bei den Besucherinnen und Besuchern großen Anklang fand. Für die musikalische Umrahmung vom Chor „Die Herbstzeitlosen“ möchten wir uns herzlich bedanken. Der Obmann der Dornbirner Berufskraftfahrer, Alfons Brandstätter, begrüßte Bürgermeister Christian Natter mit Gattin, sowie Gemeinderat Hans Fetz und Robert Hasler recht herzlich. Nach der Begrüßung eröffneten Bürgermeister Christian Natter und Hans Fetz das Fest mit dem Fassanstich. Anschließend sorgten die „5 Rheintaler“ für hervorragende Frühschoppenstimmung bis in den Nachmittag hinein. Einen ganz besonderen Dank richten wir an die Fahrzeughersteller und Fahrzeugaufbauer für die hervorragende Ausstellung, sowie die Firma Orange College für das Fahrer-Weiterbildungsfahrzeug und Vorführungen im Sinne der Verkehrssicherheit. Ein besonderes Highlight war die Poolparty mit Stefan Köb, was für Stimmung bis in die Nacht sorgte. Dabei konnten EUR 1.500,-- eigenommen werden. Diese Summe wurde vom Verein auf EUR 2.000.-- erhöht und der Lebenshilfe sowie dem Krankenpflegeverein Wolfurt gespendet. Durch den vollen Einsatz von unseren Mitgliedern und deren Frauen konnte wieder ein erfolgreiches Fest verzeichnet werden. Die Vereinigung bedankt sich bei der Firma Schertler Transporte für die Bereitstellung des Festgeländes, bei allen Sponsoren sowie allen Festbesucherinnen und Festbesuchern, die einen maßgeblichen Anteil am guten Gelingen des Festes beigetragen haben. Gemeindepanorama 15 Notfallkarte speziell für Kinder Kinder sehen die Welt viel unbedarfter als Erwachsene und versuchen, sie jeden Tag neu zu entdecken. Schnell kann es da zu kleineren Wunden und größeren Verletzungen kommen. Wenn etwas passiert, sind in den meisten Fällen Erwachsene zur Stelle und sorgen für Hilfe. Allerdings kann es durchaus vorkommen, dass der Nachwuchs auf sich allein gestellt ist. Auch deshalb kann es nicht schaden, ihn frühzeitig mit den Notrufnummern vertraut zu machen. Und weil sich auf spielerische Art viele Dinge besser einprägen, hat die Initiative Sichere Gemeinden eine spezielle Kindernotfallkarte aufgelegt. Dort finden sich in übersichtlicher und für Kinder anschaulicher Form die Notrufnummern von Feuerwehr (122), Exekutive (133) Rettung (144) und Vergiftungszentrale (01/406 43 43). Als Illustrationen wurden die bei Kindern ebenso bekannten wie beliebten Playmobilfiguren verwendet. „Damit lassen sich die Zahlen leichter einprägen“, ist Geschäftsführer Ing. Franz Rein überzeugt. Und, was ebenfalls nicht zu unterschätzen ist: die Männchen erhöhen den Wiedererkennungswert und kommen mit ihrem fröhlichen Blick als Freunde in der Not daher. Damit Kinder im Ernstfall aber entsprechend reagieren können, muss die Notfallkarte in Augenhöhe platziert werden. Hilfreich ist auch, die Notrufnummern gut sichtbar auf dem Telefon selbst anzubringen. Wobei Klebetiketten zu bevorzugen sind. Gleichzeitig sollten größer werdende Kinder zu vorsichtigem Verhalten angeleitet werden. So sollte ihnen der Sinn von Schutzausrüstungen bei Freizeitaktivitäten, wie Rad fahren und Skaten, möglichst früh klar gemacht werden. Eltern wiederum sollten sich ihrer Vorbildfunktion bewusst sein und selbst auch auf den Gebrauch von Schutzausrüstungen achten. Ein insgesamt kindgerechtes und sicheres Umfeld kann wesentlich zum Schutz von Kindern beitragen. Die Kindernotfallkarte ist kostenlos bei der Initiative Sichere Gemeinden, Realschulstraße 6, 6850 Dornbirn, Telefon: (05572) 543 43, E-Mail: info@sicheregemeinden.at erhältlich. Initiative Sichere Gemeinden Wert-Schätze: 12 schlaue Tipps für Frauen Das Frauenreferat des Landes, das Frauennetzwerk und FEMAIL haben unter dem Titel „Wert-Schätze – Schlaue Tipps für Frauen zur Lebensgestaltung“ eine Reihe von knappen, pointierten Ratschlägen formuliert. Themen sind unter anderem die Berufswahl, der Wiedereinstieg, Partnerschaft und das eigene Konto. Diese 12 schlauen Tipps sind in einer handlichen Broschüre (A 6) einfach zum Einstecken, Durchblättern und Mitnehmen, zusammengefasst. Sie liegen im Rathaus, bei der Fürsorge und im Jugend- und Kulturverein [´wa´wa] auf. Auskünfte: Yvonne Böhler, Frauensprecherin Wolfurt, Regionensprecherin Hofsteig E-Mail: yb@aon.at, Telefon: 66942 16 Gemeindepanorama Kursleiterin Evelyn Lingenhel (Mitte) mit den sechs Moderatorinnen aus Wolfurt und Lauterach Neue eltern.chat-Moderatorinnen in Wolfurt und Lauterach Im April fanden in Wolfurt unter der Leitung von Evelyn Lingenhel zwei Schulungsabende für die neuen eltern.chatModeratorinnen statt. Die sechs engagierten Mütter aus Wolfurt und Lauterach werden in Zukunft dafür sorgen, dass nicht nur am Computer „gechattet“ wird, sondern dass vermehrt Eltern persönlich, in gemütlichen Elterngesprächsrunden zum Thema Erziehung ins Gespräch kommen. „eltern.chat Moderatorinnen sind keine Fachfrauen für Erziehung“ betont die Projektleiterin Mag. Wilma Loitz vom Katholischen Bildungswerk, „aber sie erhalten das Handwerkszeug und Impulsmaterial, um die privatorganisierten Elternrunden gut begleiten zu können.“ Inzwischen fand schon das erste Austauschtreffen der neuen Moderatorinnen statt. Die eine oder andere hat auch schon eine eltern.chat Runde geleitet. Die Moderatorinnen sind bisher mit den Themenpaketen „Kinder stark machen“ und „Schlaf Kindlein Schlaf“ ausgestattet und freuen sich auf anregende Diskussionsrunden. „Jeder muss seinen eigenen Weg in der Erziehung finden; durch den Austausch bei eltern.chat werden Eltern unterstützt, diesen Weg bewusster zu gehen“, erklärt Evelyn Lingenhel. Sie begleitet die Moderatorinnen in ihrer Tätigkeit. eltern.chat setzt weniger auf Expertenwissen, sondern auf den Erfahrungsschatz von Eltern und darauf, dass man von einander lernen kann. Die Erfahrungen aus den 200 eltern.chats, die in Vorarlberg schon stattgefunden haben, zeigen: „Der Austausch mit anderen Eltern entlastet, eröffnet neue Handlungsspielräume, macht Spaß und stärkt das Vertrauen in die eigene Erziehungsfähigkeit..“ TeilnehmerInnen berichten: „Es tut einfach gut zu hören, dass es anderen ähnlich geht!“ Die meisten eltern.chats finden in privaten Haushalten am Vormittag oder am Abend statt. Die TeilnehmerInnen sind FreundInnen, Bekannte und NachbarInnen der Gastgeberin. Die Gemeinden Wolfurt, Lauterach und auch Schwarzach unterstützen diese Elterntreffen mit einem Einkaufsgutschein für die einladende Gastgeberin. Besonders erfreulich ist die rege Beteiligung von Frauen mit nicht deutscher Muttersprache. In diesen Elternrunden wird in türkisch oder russisch „gechattet“. Weitere Informationen unter www.elternbildung-vorarlberg.at Gemeindepanorama 17 Postpartnerstelle Wolfurt wird eröffnet INTEGRA wickelt nun als so genannter Postpartner den Postservice in vollem Umfang ab. Einerseits wird die Nahversorgung mit wichtigen Dienstleistungen des täglichen Bedarfs gesichert, andererseits geht es um die Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen. Stefan Koch, INTEGRA Geschäftsführer, betont, dass ein gemeinnütziger und sozialer Zweck verfolgt wird, da die neuen Stellen für die Theorie- und Praxisqualifizierung von arbeitsuchenden Menschen zur Verfügung stehen. Insbesondere ältere Arbeitsuchende und Wiedereinsteigerinnen können so hochwertige und sinnvolle Arbeitsplätze mit guten Vermittlungschancen vorfinden. Die Mitarbeiter/innen werden intensiv vorbereitet, sind gut betreut und angeleitet. Für das Arbeitsprojekt werden bevorzugt Bürger aus Wolfurt und Umgebung geschult und eingesetzt. Die neue Postpartnerstelle dient ab nun zudem auch als Verkaufsshop für INTEGRA Produkte, wie Dekoideen und Geschenksartikel. INTEGRA kümmert sich mit einem vielfältigen Angebot um Menschen, die längere Zeit auf Arbeitsuche sind. Um die Selbsthilfepotenziale zu fördern und zu aktivieren, bietet die gemeinnützige Arbeitsinitiative Beschäftigungsmöglichkeiten in acht Arbeitsbereichen (Holz, Metall, Umwelt, Reinigung, Textil, Handel, Manufaktur und Personalservice). Das Programm beinhaltet auch begleitende Weiterbildungsmaßnahmen, Beratung bei sozialen und persönlichen Fragestellungen und Vermittlungsunterstützung. INTEGRA verbindet Wirtschaftliches und Soziales. Diese Integrationsarbeit im Interesse aller wird von AMS, Land Vorarlberg und dem Europäischen Sozialfonds unterstützt. Die neuen Postpartnerstellen in Lochau, Schwarzach und Wolfurt sind in den bereits bestehenden Kompetenzbereich Handel integriert und ergänzen das Angebot sehr sinnvoll. Das soziale Integrationsunternehmen INTEGRA wird am 7. Juli die Poststelle Wolfurt übernehmen. Öffnungszeiten: Mo – Fr, 08:30 bis 12:15 und 14:30 bis 17:15 Uhr Kontakt: INTEGRA gemGmbH, Stefan Koch Konrad-Doppelmayr-Str. 13, 6922 Wolfurt T 05574 / 54 2 54 – 12 F 05574 / 54 2 54 – 15 M 0664 / 420 67 95 E stefan.koch@integra.or.at H www.integra.or.at Schließung Postfiliale Nun steht der Termin der Schließung mit 06.07.2010 fest. Nach 12 Jahren Filialleiter-Tätigkeit ist es mir ein großes Bedürfnis, mich bei all meinen Kunden sowie der Bevölkerung von Wolfurt für ihr Vertrauen recht herzlich zu bedanken. Herzliche Postlergrüße Günther FRITZ 18 Wirtschaft Verleihung des Gütesiegels für soziale Integrationsunternehmen an INTEGRA Gemeinnütziges Wirtschaften und vor allem sozialintegratives Wirken eint die 17 PreisträgerInnen, die am 16. April 2010 im Beisein von Bundesminister Rudolf Hundstorfer und AMS-Vorstand Johannes Kopf mit dem Gütesiegel für Soziale Integrationsunternehmen ausgezeichnet wurden. Als einziges Vorarlberger Unternehmen erhielt auch INTEGRA die Auszeichnung. Das gemeinsam vom Dachverband der Arbeitsprojekte und Quality Austria entwikkelte Gütesiegel garantiert klar definierte soziale, organisatorische und wirtschaftliche Qualitätsstandards für Soziale Integrationsunternehmen. Mit dem Erwerb dieses Gütesiegels verpflichtet sich INTEGRA, bestimmte, international anerkannte Qualitätsstandards zu erfüllen. Entscheidend für die Glaubwürdigkeit und Qualität ist, dass INTEGRA durch unabhängige AssessorInnen von Quality Austria bewertet wurde. Das Gütesiegel bestätigt den Anspruch, wirtschaftlich kompetent zu sein, gemeinnützig zu agieren, qualitätvolle Beschäftigung anzubieten und einen sozialen Integrationsauftrag zu erfüllen. INTEGRA trägt mit den neun verschiedenen Arbeitsbereichen - Holz, Metall, Textil, Umwelt, Reinigung, Handel, Manufaktur, Personalservice und Jugendwerkstatt - dazu bei, dass ein Social Profit generiert wird, in dem Menschen Verwirklichungs- und Teilhabechancen am Arbeitsmarkt erhalten. Qualität ist das Gegenteil von Zufall Die 17 Gütesiegel wurden am 16. April 2010 im Rahmen einer feierlichen Zeremonie von Bundesminister Rudolf Hundstorfer und AMS-Vorstand Johannes Kopf verliehen. Beide heben die besondere gesellschaftliche Bedeutung Sozialer Integrationsunternehmen hervor. "Qualität ist das Gegenteil von Zufall", konstatiert Johannes Kopf. Er prognostiziert einen wachsenden Bedarf Sozialer Integrationsunternehmen, der sich nicht zuletzt aus der Einführung der Bedarfsorientierten Mindestsicherung ergibt. Dass österreichische arbeitsmarktpolitische Instrumente als Best-practiceBeispiele gelten, lobt Bundesminister Rudolf Hundstorfer. "Unsere österreichischen Sozialen Integrationsunternehmen sind weltweit herzeigbar. Sie sind ein unverzichtbarer Bestandteil der aktiven Arbeitsmarktpolitik, weil diese Unternehmen ihren sozialen und arbeitsmarktpolitischen Integrationsauftrag ernst nehmen“, so Hundstorfer. INTEGRA verfolgt nachhaltige Ziele der sozialen Integration im Sinne der Schaffung von Arbeitsplätzen und des nachhaltigen und gemeinnützigen Wirtschaftens. Vermittlung von Geschäftsflächen Immer wieder kommt es vor, dass wir spät oder gar nicht erfahren, dass Gewerbeflächen zur Vermietung freistehen, bzw. solche gesucht werden. Ich bitte Sie daher uns mitzuteilen, wenn Sie in Wolfurt eine Geschäftsfläche suchen, bzw. wenn Sie welche zur Vermietung oder zum Verkauf frei haben. Bitte senden Sie Ihre Infos an: victoria.thompson@wolfurt.at Wir sind bei der Vermittlung gerne behilflich. Wirtschaft 19 Die Web-Agentur VAUMEX nimmt ihren Betrieb auf VAUMEX ist ein Einzelunternehmen das von Beratung, Idee, Umsetzung bis Wartung alles macht, was mit Webdesign, Websites, Webportalen und Web-Applikationen zu tun hat. Sie erhalten bei mir folgende Leistungen: • Beratung • Webdesign • SEO • CMS • Web-Applikationen VAUMEX - web business DI Alfons Natter Moosmahdgasse 2d 6922 Wolfurt Mobil: 0699/815 501 04 office@vaumex.at www.vaumex.at Besuchen Sie meine Homepage. Ich freue mich auf Ihren Kontakt. Physiotherapeutin Berghild Böhler neu in Wolfurt Liebe Wolfurterinnen und Wolfurter, ich heiße Berghild Böhler und freue mich sehr, dass ich seit 1. Mai 2010 bei euch in Wolfurt meine Tätigkeit als Physiotherapeutin ausüben darf. Ich habe die großartige Möglichkeit bei Ingrid Amann, Kirchstraße 43, zwei Räume zu mieten. Die meisten von euch kennen Ingrid sicherlich und ihre Art zu arbeiten. Daher ist es nahe liegend, dass auch ich keine klassische Physiotherapie mache. Ich versuche, in meiner Arbeit den Menschen im Gesamten zu sehen und wahrzunehmen, und so sind auch meine Methoden ausgerichtet. Ich mache vor allem manuelle Lymphdrainage, Feldenkraisarbeit, energetische Aromamassagen nach M. Henglein, Breuss-Massagen, Moxatherapie, Akupunktur-Massage (APM) nach Klaus Radloff, viszerale Therapie, um ein paar Methoden zu nennen. Was ich besonders interessant und schön finde ist, soweit ich es bisher gesehen habe, dass sich die Kirchstraße so langsam zu einer „Gesundheitsstraße“ entwickelt. Im selben Gebäude sind auch Harry Veits (Physiotherapeut) und Dr. med. Armin Winder (Kinder- und Jugendheilkunde) tätig sind und gleich daneben Sonja Neunhäuserer ebenfalls Physiotherapeutin. 20 Wirtschaft
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Heimat_Wolfurt_...Septe Wolfurt 01.09.1992 19.11.2012, 18:21 Heft 10 Zeitschrift des Heimatkundekreises September 92 Die 92er. Ein besonders starker Jahrgang. 1942 zum 50er trafen sie sich mit ihrem alten Lehrer Wachter vor dem Kreuz. Mit diesem Bild grüßen wir Martin Höfle, unseren einzigen 100er. Inhalt: 40. Unser tägliches Brot (Heim) 41. Kriegstagebuch 1939-1946 (Fischer) Zum Titelbild Die 92er. «Hür schle-it jeda Stoaro us», soll Pfarrer Sieber 1892 gestaunt haben, als es so ungewöhnlich viele Geburten gab. Es wurde ein ganz besonders guter Jahrgang mit Frauen und Männern, die das Wolfurter Gemeinschaftsleben geprägt haben. Neben Oberlehrer Wachter sitzen Altbürgermeister Ludwig Hinteregger und Lehrer Alfons Fischer aus Tisis, Altadlerwirts. Du kennst sicher viele andere. Ich finde da: Sofie Köb - Gallers, Katharina Gunz im Kessel. Martha Jochum auf dem Bühel, Rosa Gmeiner - Steinhauers, Katharina Rohner - Haldobubs, Katharina Kalb Naglers, Gebhardina Böhler in Bregenz - Seppos, Rosa Schertler im Röhle, Rosa Rist in der Bütze, Berta Schertler - Altvorstehers, Katharina Gorbach - Eichenbergers, Julie Höfle - Dello Korles, Johann Arnold - an der Hub, Josef Gunz - Pläzolar, Johann Gmeinder - Frickeneschers, Paul Bohle - Mohrenwirts, Rudolf Fitz - Schwanenwirt, Hermann Fischer auf der Steig, Gebhard Klocker - Seilers, Gebhard Lohs an der Ach, Karl Podlipnik und natürlich Martin Höfle, der sich bescheiden an die Wirtshaustür drückt. DIE AUTOREN: Zuschriften und Ergänzungen zu Heft 9 Bildstein. Bis jetzt stand in vielen Schriften, die einen Druckfehler im «Rapp» nachdruckten, die Bildsteiner Kirche sei am 2. Mai 1676 eingeweiht worden. Inzwischen hatte ich Gelegenheit, in den uralten Bildsteiner Originalchroniken zu blättern und fand, daß sie schon an 2. Mai 1670 eingeweiht worden ist. Die Bauzeit betrug demnach 7 Jahre 1663 bis 1670. Ich bitte, dies in Heft 9 auf Seite 6 zu berichtigen. In Bildstein ist inzwischen eine sehr schöne bebilderte Festschrift erschienen, die auch allen Wolfurtern zu empfehlen ist. Schönes Bildstein - eine Reihe von Wanderern haben mir inzwischen bestätigt, wie sehr sie die Schönheiten von Stefano Veohwoand, Rappenfluh, Oberteilenmoos, Gallin . . . bis zur Roßgaß schätzen und daß sie auch nach den alten Parzellennamen Ausschau halten. Mohr-Sippe. Nicht alle Familienangehörigen wollten glauben, daß die Hübler und die Dörfler Mohren verwandt sind. Nun arbeiten sie an einer gemeinsamen Dokumentation. Große Bäume. Wer hat inzwischen die Riesenweide im Wiosa gefunden, angefaßt, mit staunenden Augen umgangen? Dir. Krieg von der Vorarlberger Naturschau hat den Beitrag, der ihn in seinem fast aussichtslosen Kampf für unser Ried unterstützen sollte, mit Befriedigung zu Kenntnis genommen. Wolfurter Grenzen im Ried. Das Heft Birken-Schwarzes-Zeug aus der Reihe «Natur und Landschaft» von Max Albrecht u. a. führt uns mit herrlichen Farbbildern und Karten wissenschaftlich und volkstümlich in die Tier- und Pflanzenwelt der bedrohten Landschaft ein. Es ist noch - kostenlos - im Gemeindeamt erhältlich. Unschlitt (S. 2 in Heft 9): Zu recht wurde berichtigt: In Wolfurt sagte man «Uschling» zu dem Darmfett der Rinder, mit dem man auch die Hände gegen Schrunden einfettete. Außerdem hing im Schopf ein «Su-Seckol», mit dem man die Waldsäge «gäng» machte und die «Seogass» vor Rost schützte. Nach Amerika hat sich ein vielfältiger Briefwechsel entwickelt. John Fischer schickte aus Florida eine Kopie der Todesanzeige des Wolfurter Malers Gebhard Flatz vom 19. Mai 1881, die in seiner Familie seither aufbewahrt wird. Einer seiner Angehörigen hat im Jahre 1945 als amerikanischer Offizier den Vetter Hermann Fischer an der Rutzenbergstraße auf der Steig besucht. Nun will John Fischer nächstes Jahr mit seiner Frau auch nach Wolfurt kommen (Heuer besucht er die Tochter in Singapore). Schon jetzt grüßt er alle Fischer-Familien: «Please give my most sincere best wishes to the Fischers of Wolfurt.» Heuer im Juli war Johann Heitz aus St. Louis in USA mit Sohn und drei Töchtern auf Besuch bei seinen Brüdern in Wolfurt. Der rüstige 85jährige Mann spricht drüben in 1 Siegfried Heim, geboren 1931 in Wolfurt, Hauptschuldirektor i. R. Hofrat Dipl. Ing. Alfons Fischer, geboren 1920 in Wolfurt. Er war Leiter der Wildbachund Lawinenverbauung in Vorarlberg. Unseren Lesern hat er in Heft 3 den «Rickenbach» vorgestellt. Die Bilder sind den Sammlungen von Hubert Mohr, Siegfried Heim und Alfons Fischer entnommen. Herausgeber: Heimatkundekreis Wolfurt Für den Inhalt verantwortlich: Siegfried Heim, Funkenweg 11, 6922 Wolfurt Satz und Bild: Norbert Mayr, 6922 Wolfurt Druck: Adolf Lohs Ges.m.b.H., 6922 Wolfurt Amerika seit 65 Jahren nur Englisch, «herüben» aber bringt er uns mit fröhlich im urwüchsigen Wolfurter Dialekt erzählten Jugendgeschichten zum Lachen. Er weiß noch genau, wo er und seine sechs Brüder einst Äpfel gestohlen haben, und wo die noblen Rickenbacher ihre offenen Autos vor den Gasthöfen stehen hatten, so daß man ihnen leicht «Roßbollen» auf die Sitze legen konnte. Johann Heitz ist 1908 geboren. 1911 erwarb sein Vater das alte Geiger-Haus an der Kreuzstraße und betrieb dort eine Wagnerei. Wie seine Brüder durfte Johann eine Handwerkslehre machen, was nach dem Ersten Weltkrieg keine Selbstverständlichkeit war. Aus seiner Schlosserlehre bei Doppelmayr erinnert er sich noch an den alten Chef Konrad, an seinen Meister Adolf Kaufmann und die Handvoll Mitarbeiter, die damals noch im alten Stammhaus landwirtschaftliche Geräte erzeugten. Er zählt auf: Vögel, Liberato Gebhardle, Lislo Albert (sein Vetter), Feogars Herbert... Als 19jähriger wanderte er 1927 mit vier Geschwistern nach Amerika aus. In 21 Tagen brachte sie der 21.000 BRT-Dampfer«New York» von Hamburg nach New York (Heute fliegen sie in 8 Stunden von Chicago nach Zürich!). Als Schlosser suchte er Arbeit in St. Louis, aber in den Krisenjahren 1929 bis 1931 war er oft arbeitslos. Nur der Zusammenhalt der Geschwister bewahrte ihn vor der größten Not. Seither aber ging es aufwärts. Schon 1949 machte er mit dem 9jährigen Sohn John den ersten Besuch in der Heimat. Woran sich der heute 52jährige «Bub» noch erinnert? An das «Castle» Schloß Wolfurt natürlich mit den französischen Offizieren. An die Kegelbahn beim Engel, in der er mit den Dörfler Buben spielte. An den «milkroom with Mary Heitz» in der Sennerei. An Rasierers Agathle, den ersten weiblichen «barber», der ihm die Haare schnitt. Und an den «Cable Car» auf den Pfänder, in dem sich die alte Großmama Theresia so fürchtete, weil auch sie dort 1949 zum ersten Mal fuhr. Was sich verändert hat? Oh, alles! vor allem die Autobahn. Als ihnen Vater Johann mit dem Mietauto von Kloten her den Weg wies, kamen sie richtig nach Wolfurt in die untere Straße - wo früher fast keine Häuser standen! - Die Abzweigung Kellhofstraße versäumte er, weil er Rädlers Hans suchte. - Dort steht jetzt die Raiffeisenbank! Schule und Post suchte er jetzt. - Er fand sie nicht mehr! Erst beim Kreuz und der Kapelle Rickenbach erkannte er, daß er zwei Kilometer zu weit gefahren war. Die obere Straße ist noch fast unverändert,Gott sei Dank! Die leitete ihn nun sicher heim, heim ins Haus seiner Brüder an der engen Kurve im Dorf. Was Vater Heitz nicht versteht? Daß die Geschäfte mittags geschlossen sind, daß sie abends geschlossen sind, daß wir soviel Freizeit haben. Aber er erkennt an, daß es uns auch gut geht, daß wir schöne (schönere!) Häuser haben mit vielen Blumen, daß er gerne nach Wolfurt kommt. Auch aus Etrechy in Frankreich ist ein Brief gekommen. Frau Amara Alaux war selbst schon zweimal in Wolfurt, um im Pfarramt nach ihren Ahnen zu forschen. Sie gehört zu einem Geiger-Stamm aus Bildstein: Von «Schützo Mathisos» im Röhle ist als letzte Frau Agatha Geiger-Schneider, die große Wohltäterin für Kirche und Pfarrheim, gestorben. Als entfernt Verwandte leben in Wolfurt noch «Schützos» von der Inselstraße 13 (Österle-Moosbrugger), aber auch Kressers Luise und Franziska von der Achstraße 29. Frau Alaux kam schon mit drei Jahren aus Dornbirn nach Paris, dann nach Beirut im Libanon und schließlich wieder nach Frankreich. Dort ist sie jetzt daheim, aber hier in der alten Heimat am Steußberg sucht sie nach den Wurzeln ihrer Familie. 2 Schließlich kam noch ein langer Brief von Marianne Barcatta aus Buenos Aires in Argentinien. Sie grüßt ihre Mitschüler und die 1931-Jahrgänger und erinnert sich besonders noch an Deuring Erich, Böhler Lorenz, Gunz Elmar, Waibel Agnes, Bohle Helga, Schwerzler Herta und Doppelmayr Traudi. Sie wohnte einst bei «Ammans» am Kellaweg, direkt am Rickenbach, und erzählt von lauter «sehr guten Nachbarn»: Waibels, Starks, Konzetts, Gmeiners, Winkels und Adlerwirts. Schon 1940 hatte Marianne ihre Mutter verloren. Die Schwestern Hermine und Luise erkrankten schwer an Tbc, Hermine starb. Der einzige Bruder Siegfried Barcatta mußte in den Krieg und fiel 1944 am Dnjepr in Rußland. Marianne kam an verschiedene Pflege und Arbeitsplätze. Als auch noch ihr Vater - die Wolfurter schätzten den tüchtigen Maurer - gestorben war, folgte sie 1958 ihrer letzten Schwester Luise nach Argentinien. «Am Anfang hab ich so geweint!» Dann aber half ihr die Arbeit über das Ärgste hinweg. Nun ist sie verheiratet, hat Kinder und Enkel. «Argentinien hat auch seine Schönheiten, aber man muß weit fahren, um Berge und Wälder zu sehen. Das ist, wonach ich so Sehnsucht habe!» An anderer Stelle schreibt sie: «Die Welt ist verrückt. Keiner ist zufrieden. Statt Gott zu danken für die Gesundheit und für die herrliche Natur, tun sie alles ruinieren.» Das wollen wir uns zu Herzen nehmen, liebe Marianne! Wir schicken Dir Grüße aus Rickenbach übers Meer und wünschen Dir Gesundheit und eine gute Fahrt zu den fernen Bergen und Wäldern. Die Michaelskapelle von St. Gallus ist der Bregenzer Historikerin Frau ReckefußKleiner ein besonderes Anliegen. Mit Herrn Dr. Kaltenhauser vom Bundesdenkmalamt und Herrn Dr. Swozilek vom Landesmuseum hat sie über den bedenklichen Zustand der «Wolfurter» Fresken gesprochen und deren Restaurierung reklamiert. Leider werden sie noch einige Zeit auf der Warteliste bleiben müssen. Frau Reckefuß will sich auch um die Erstellung von Fotos kümmern. Für ihre Bemühungen sagen wir ihr herzlichen Dank. Edith Fessler (Waibels Edith aus Rickenbach) hat im Konstanzer Münster das Wolfurter Wappen entdeckt. Gleich nach dem Eingang findet es sich im linken Seitenschiff in einem alten Glasfenster. Es ist noch das alte Ritterwappen mit einem seitenverkehrten Wolf und erinnert an Sigmund von Wolfurt, einen der berühmten sechs Söhne des Hans Jörg von Wolfurt. Ulmer berichtet über ihn (Burgen, Seite 394):Sigmund studierte 1588 in Ingolstadt und dann am Germanicum in Rom und wurde Kanonikus und Domdekan in Konstanz. Für den prunkliebenden Salzburger Erzbischof Mark Sittich, dem auch sein Bruder Laux von Wolfurt als Stadthauptmann von Salzburg diente, verwaltete er die Domprobstei in Konstanz. Welti schreibt (Graf Kaspar, Seite 86), daß Sigmund seinen Herrn in Salzburg auch mit Meersburger Wein versorgte. Im Domfenster wird 1621 als das Todesjahr Sigmunds angegeben. Um 1650 starb das zweite Wolfurter Rittergeschlecht aus. Welcher Wolfurter Fotograf macht uns einmal ein Bild vom Wolfurt-Fenster in Konstanz? 3 Siegfried Heim samt den unreifen Kolben an das Vieh verfüttert. Auch das Obst war sehr rar. Von einem Markttag zum anderen stiegen die Preise den ganzen Winter über und bis zum Sommer 1817 ungeheuer an. Dabei gab es keinen Verdienst mehr. Alle Fabrikation hatte aufgehört. Aber die nächste Ernte war noch weit entfernt. Die Situation wurde im Juni noch verschärft durch die rasche Schneeschmelze. Alle Flüsse und der Bodensee traten über die Ufer. In Hard und Fußach drang das Wasser in die Kirchen ein. In Bregenz stand es auf dem Kornmarktplatz zwei Schuh tief. Feldfrüchte und Heu wurden weitgehend vernichtet. Dazu kamen noch einige Hagelwetter, die in den verbliebenen Getreidefeldern, Weinbergen und Obstgärten fürchterlichen Schaden anrichteten. «Ein solches Theur Beträngtes Jahr, daß es den Hunger und die Noth nicht genugsam bescheiben kann.» (Originaltext im Anhang). Andere alte Chroniken berichten immer wieder von solchen Notjahren, etwa daß im fürchterlich langen Winter von 1572 Menschen von Wölfen zerrissen worden seien. Im anschließenden Notsommer hätten die Leute das Gras auf dem Feldern gegessen. Ebenso war es mehrmals im 17. Jahrhundert. 1676 berichtete Obersthauptmann Keis an die Regierung: «... dahero mehr alß der halbe theil underthonen nit allein höchst beschmertzlich schon eine geraumbe zeit an dem hungertuch nagen, sondern wie es mir selbsten alß anderen, die noch ein stuckh brodt zu essen, täglich erfahrlich, mit weib und kündern hier und aller orthen hin, das liebe brodt bettlendt vor der thür suechen müessen ...» Man stelle sich das heute, 300 Jahre später, im reichen Vorarlberg vor: Die Hälfte der Einwohner in Hungersnot am Betteln! Ein Großteil der arbeitsfähigen Bevölkerung als arbeitsuchende Gastarbeiter in fremden Ländern! (Siehe Heft 2, Seite 28!) Konnte man denn keine Nahrungsmittel einführen? Nein! Es fehlte ganz einfach das Geld. Es fehlten die Handelsstrukturen und auch die leistungsfähigen Transportfahrzeuge. «Theurung» hieß daher die Hungersnot. Unser tägliches Brot Dieser Beitrag ist den «Jungen» gewidmet, die durch Gottes Fügung in langer Friedenszeit in einem reichen Land leben dürfen. «Unser tägliches Brot gib uns heute» beten wir im «Vater unser». Oft gedankenlos! Ganz selbstverständlich nehmen wir, daß unser Tisch reichlich gedeckt ist. Unsere Kühlschränke sind voll. Die Regale im Lebensmittelgeschäft quellen über von wohlschmeckenden Angeboten. Ellenlang sind die Speisekarten in den Gasthöfen. Das ist nicht überall auf der Welt so. Das war bei uns auch nicht immer so. Hunger Die letzten Hungerjahre bei uns waren die Nachkriegsjahre 1945 und 1946, als es für Geld nichts mehr zu kaufen gab. Mit Wäsche und Geschirr versuchten blasse Mütter aus der Stadt, für ihre Kinder ein paar Liter Milch oder eine Tasche voll Kartoffeln einzutauschen. Ich erinnere mich noch an eine Flüchtlingsfrau aus dem Barackenlager im Weidach, wo Flüchtlinge lebten, die nur ihr nacktes Leben gerettet hatten. Mit einem Säugling auf dem Arm und einem Kleinkind an der Hand war sie in einen Acker in der Wolfurter Lärche gegangen. Mit bloßen Händen hatte sie nach den unreifen kleinen Kartoffeln gescharrt und ein paar in ihre Tasche gesammelt. Da war der Bauer gekommen. Schimpfend zerrte er nun die weinende Frau mit den Kindern durch die lange Straße, um sie im Gemeindeamt zur Anzeige zu bringen. Viel schlimmer noch hatten es unsere kriegsgefangenen Männer in den Lagern, wo manche die Hälfte ihres Körpergewichts verloren. Viele waren so geschwächt, daß sie keine Widerstandskraft mehr gegen Krankheiten besaßen. Deutsche verhungerten in russischen Lagern, Russen in deutschen, zu Hunderten, zu Zehntausenden. Hungerjahre hatte es auch 1917 bis 1919 nach dem Ersten Weltkrieg gegeben. Aber die letzte ganz schlimme Hungerkatastrophe war die von 1817, über die der Vorsteher Mathias Schneider berichtet. Im Sommer 1816 war das Wetter anhaltend naß und kalt. Auf den Bergen blieb der Schnee liegen, Die Kartoffeln faulten wegen der Nässe. Die Hauptfrucht, der Türken, wurde überhaupt nicht reif. Bis Allerseelen ließ man ihn stehen, dann wurde das Stroh 4 Jeder Bauer ein Selbstversorger Die Dreifelderwirtschaft des Mittelalters brachte es mit sich, daß sich im Dorf jeder nach seinen Kräften an der gemeinsamen Arbeit beteiligen mußte, damit er auch Anspruch auf seinen Ernteanteil hatte. «Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen», sagte man damals. Auch nach der Verteilung der Felder im 18. Jahrhundert war noch jeder im Dorf ein Bauer: der Doktor genau so wie der Pfarrer, der Wirt, der Schmied und der Schuster. Mit Lebensmitteln versorgte sich jeder selbst. Der Acker lieferte Dinkelkorn und Hafer, später auch Kartoffeln und Mais, dazu Kraut und Rüben. Eine oder zwei Kühe im Stall reichten aus für Milch, Butter und Käse. Wenn 5 eine Kuh «galt»1 ging, halfen die Nachbarn einander aus. Auch mit Fleisch und Schmalz versorgten sich die Bauern selbst. Geschlachtet wurde immer im Winter, Konservierung war ja ursprünglich nur im Rauch des Kamins möglich.Eier aus dem Hühnerstall, frisches und getrocknetes Obst, ein wenig Gemüse und Gewürze aus dem Garten und dazu noch ein paar Beeren ergänzten den Küchenzettel. Beeren und gedörrtes Obst waren neben Honig die einzigen Süßigkeiten. In Hanso Hus war einer der ganz wenigen Läden der großen Pfarre. Aber Lebensmittel gab es hier kaum zu kaufen, denn Geld hatte ja niemand. Nur die Bucherinnen schleppten manchen «Stumpen»2 Mehl, den sie für Holzwerkzeug oder Rebstecken eingetauscht hatten, durch den Ippachwald heim. Für Steuern und Abgaben und für Kleidung und Werkzeuge sparte man mühsam Kreuzer und Gulden zusammen, die sich jeder Bauer durch seinen Nebenverdienst als Schreiner, Schuster, Wagner, Schmied, Gerber, Küfer, Seiler oder einfach als Taglöhner verdienen konnte. Nur selten gelang es, Eier, Obst oder auch Brennholz und Torf in die Stadt zu verkaufen. Im Acker Ackerbau war also bis 1870, als er von der Viehzucht abgelöst wurde, die Grundlage der Ernährung in unserem Dorf. In Heimat 2, das leider vergriffen ist, haben Magister Volaucnik und ich in zwei Artikeln darüber berichtet. Von den sieben seit alters her bekannten Getreidesorten wurden in Wolfurt hauptsächlich Dinkel und Hafer angebaut. In dreijährigem Wechsel gab es zuerst Dinkel (bei uns hieß er «Feoso», Vesen, oder einfach Korn), dann Hafer (Haber) und im dritten Jahr Brache als Weidegebiet für das Vieh. Gemeinsam ging man zur Arbeit «is Feold». Unzählige Fußwege stammen noch aus j ener Zeit. Da gab es das Oberfeld und das große Unterfeld. Das Unterfeld war zuerst nur das fruchtbare Gebiet zwischen oberer und unterer Straße, dann kamen nacheinander die Felder bis zur Linie Unterfeld-Neudorfstraße-Schertlerstraße und schließlich bis zur Lärche-Fatt-Schmerzenbildstraße dazu. Um diesen riesig groß gewordene Esch ging noch bis 1938 die «Ösch»-Prozession an Christi Himmelfahrt, um Segen für die Äcker zu erbitten, als es dort längst fast nur mehr Graswiesen gab. Der mehrstündige Prozessionsweg führte über Oberfeld, Achstraße, Lärchenstraße, Fattstraße, Schmerzenbild zur Wälderstraße und dann über dir Kirchstraße zurück zur Kirche. Später ging man in umgekehrter Richtung. Nach der Entdeckung Amerikas 1492 waren zwei ganz wichtige Feldfrüchte nach Europa gekommen: Kartoffeln und Mais. Ab etwa 1730 wurden sie auch bei uns bekannt. Aber in den Eschen war kein Platz für sie. Nur in den Hausgärten und am äußersten Ende des Gemeindegebietes, im Neuwiesen und im Weitried, begann zögernd der Anbau. Das Ried mußte zuerst mühsam durch Gräben entwässert werden. 2 galt = ohne Milch! hier, weil die Kuh hochträchtig war. Stumpen = kleiner oder halbgefüllter Sack. 7 6 Als dann im 18. Jahrhundert Feld und Ried an die etwa 150 Wolfurter Bauern verteilt worden waren, stieg der Anbau von Mais rasch an. Er überholte zuerst um 1810 den Hafer und um 1840 auch den Vesen. Bald rollten die Bäuerinnen ihren «Hafoloab» 1 , us Türggo 2 -Meohl» statt aus dem billigen «Jau-Mehl» 3 . Jetzt verdrängten auch TürggoMuos und Türggo-«Stopfar» 4 das altgewohnte Habermus. «Hafoloabar» blieb aber der Spottname für die Wolfurter. Die Nachbarn wollten damit sagen: Die Wolfurter haben nichts zu essen als die Teignudel aus grauem Vesenmehl. Erst viel später kamen die «Speck-Seele» 5 oder gar «Speock und Krut» 6 dazu, die aus der ehemaligen Hauptspeise «Hafoloab» heutzutage eine delikate Beilage machen. Das ganze Jahr über gab es im Acker viel Arbeit. Sie begann schon im Herbst mit der Vorbereitung für das nächste Jahr, mit Aufräumen und Düngen, mit Ackern und Eggen, mit Instandhaltung von Marken, Gräben und Wegen. Das Werkzeug mußte hergerichtet werden: «Vum Wangar» 7 brauchte man einen neuen Stiel, «vum Schmiod» eine neue Haue. Die Böden wiesen verschiedene Qualitäten auf. Gegen die Ach zu waren sie steinig und lettig, das Schwemmland der Bäche war meist lehmig. Im Ried war der Schollenboden 8 zwar steinlos, dafür aber oft durch hochstehendes Grundwasser naß. Jeder Bauer sicherte sich seinen Besitz durch Marken, im Ried durch mit Sorgfalt gepflegte Gräben. Zäune waren im Ackerland nur hinderlich. Einen Markpfahl ausreißen oder gar eine Mark versetzen gehörte zu den ganz großen Freveln. Gute Marken verhinderten Streit. Vorsichtige Bauern schützten sich doppelt, indem sie zum Markstein noch «Zügo» 9 ins Erdreich setzten: flache Steine oder auch Ziegelsplitter. Eine beim «Eren» 10 verschwundene Grenzmark konnte danach wieder gesetzt werden. Nicht selten aber mußte das «hülzerne Gricht» 11 , zu Hilfe geholt werden. Das Eren und das Eggen besorgten jene wenigen Bauern, die Pferde besaßen, im Lohnauftrag. Für Neubruch 12 brauchte man zwei Pferde, für die lockeren Riedböden genügte eines. Für die schweren Lehmböden im unteren Rickenbach und in Engliswies Hafoloab = Hafenlaib. Ein Hafen ist ein Topf. Türggo = Türken, Mais, türkisches Korn 3 Jaumehl = graues, minderwertiges Dinkelmehl 4 Stopfar = Riebel. Der Grieskoch sättigt (stopft voll). Seele = ein Speckstreifen, in den Hafenloab eingelegt, machte diesen besonders schmackhaft. Speock und Krut = Selchfleisch und Sauerkraut. 7 Wangar = Wagner 8 Schollen = Torf Zügo = Zeugen Eren = acken, pflügen hülzernes Gricht = hölzernes Gericht. Ein vom Gericht Hofsteig bestimmtes Niedergericht aus Vertrauensmännern, die in Streitfällen vermitteln sollten. Es besteht auch in der heutigen Rechtsordnung noch als «Gemeindevermittlungsamt» fort, allerdings meist nur noch bei Ehrenbe\eiäigungen. 12 Neubruch = eine Wiese wird zu Ackerland umgebrochen. 8 9 1 brauchte man sogar Vorspann 1 . Da zog oft ein Pferd gemeinsam mit zwei Ochsen den schweren Pflug. Dem Pflug folgten der Hund und die flinken Buben mit der Haue, denn das «Ise»2 warf oft Mäuse ans Tageslicht. Auch die gefürchteten «Engora» 3 mußten eingesammelt werden. In manchen Jahren wimmelte das Feld davon. Viele von den kleinen Äckern waren aber nur schmale Riemen. Sie wurden mit der Grabe, einem Vorläufer unseres Spatens, umgegraben. Mit der Haue wurden die Schollen zerkleinert. «Do Bro houo» 4 galt als besonders schwere Arbeit, nach der manche müde Frau über Kreuzweh klagte. Von der Sonne hart gebrannte Lehmbrocken boten argen Widerstand. Im Ried zerfielen die Furchen dagegen fast von selbst. Da konnte man mit dem «Schollar», einem stabilen Holzrechen, den Boden lockern. Jetzt mußte man noch den richtigen Zeitpunkt für die Aussaat abwarten. «Benedikt 1 macht Zübola dick» galt zwar nur für das Stecken der Zwiebeln. Um diese Zeit sollte aber auch die Frühjahrssaat von Getreide schon im Boden sein. Für «Türggo und Bodobiora» 2 galt dagegen: «Steckst me im April, kumm-i wenn-i will. Steckst du me im Mai, kummi glei.» Türken wurde auf alle Fälle erst ab dem 1. Mai gesteckt, Frühkartoffeln dagegen doch oft schon im April. Ganz wichtig war dabei «do Mo», das Mondzeichen aus dem Bauernkalender: «Undorgento» 3 für Zübola und Bodobiora, für «Randig» 4 und «Rätig» 5 und Rüoba, «üborgento» 6 für Türggo und Korn und alles; was oben Früchte tragen sollte. Man achtete aber auch auf die Tierkreiszeichen: Für die Kartoffeln «a truckos Zoacho» 7 , am besten «im Stior», niemals «im Wassorma», sonst wurden sie wässrig und faulten. Manche aber sagten: «Des best Zoacho ist Miost bis a-d Knü8!» und legten eher Wert auf gute Düngung. Kartoffeln wollten alten Stallmist, Mais eher «a guote Bschütte 9 ». So stank es denn auch auf allen Feldstraßen anfangs Mai ganz fürchterlich, wenn die Jauchefuhrwerke auf dem Weg waren. Da gab es neben den großen «Bschütte-Fässern» auch noch die hochrädrigen «Bschütte-Bina 10 », die man mit dem Schöpfkübel füllte und leerte, «Bschütte-Beora 11 » und allerlei kleine Fässer, die auf Handwagen die scharfe «Hüsle-Bschütte 12 » zu den Äckern brachten. Ins Ried führte man Mist. Die Fuder hatte man daheim kunstvoll gebaut und mit dem «Pritschbreot» 13 geglättet, damit ja nichts auf dem Weg verloren ging. Die Riedböden hatten so wenig Tragkraft, daß die Eisenreifen der schweren Wagen oft einschnitten. Dann steckte das Fuhrwerk bis auf die Achsen im Sumpf. Mit dem «Kröl»14 wurde abgeladen. Mit «Beoro» oder «Miost-Zoanno 15 » verteilte man den Mist. In langen Reihen wurden mit der Haue Löcher vorbereitet. Für die richtigen Abstände sorgte eine Markierung mit dem «Kreislar»16, der mit seinen drei Zähnen Spuren ins Vorspann = vor das Zugtierpaar werden weitere ein oder zwei Zugtiere vorgespannt. Ise = Pflugeisen, Pflugschar Engora = Engerlinge, Maikäferlarven Bro = der Brach oder die Brache ist ein vom Pflug abgelöstes Rasenstück, aber auch der ganze unbebaute Acker 10 Benedikt = 21. März, Tag des Hl. Benedikt Bodobiora = Bodenbirnen, Kartoffeln 3 Undorgento = untergehender Mond Randig = Rote Rüben 5 Rätig = Rettich übergento = übergehender Mond; Mondbahnwechsel, die man aus dem Volkskalender las. Nicht verwechseln mit abnehmendem und zunehmendem Mond! a truckos Zoacho = ein trockenes Zeichen 8 Knü = Knie 9 Bschütte = Jauche (beschütten) 0 Bino = Zweiradkarren mit Behälter für 200 bis 5001 Flüssigkeit. Beoro = Einradschubkarren. Die «Bschütte-Beoro» faßt 70 bis 130 1 Jauche, die «Miost-Beoro» eine entsprechende Menge Mist. Hüsle-Bschütte = Jauche aus dem Abort. 13 Pritschbreot = Brett mit Handgriff 4 Kröl = Zughaken Zoanno = großer Korb mit zwei Henkeln Kreisler («Kröoslar») = Ackerwerkzeug 11 1 Erdreich zog. Nach dem Einbrigen des Düngers wurden die sorgfälltig ausgewählten Saatkartoffeln «gstupft» und dann mit lockerer Erde zugedeckt. Vom Mais wurden drei Körner in jedes Loch «gstupft», weil man sicher genug Pflanzen haben wollte. Gingen alle auf, so mußten zwei von den dreien wieder ausgerissen werden. Bei all der schweren Arbeit fand man immer noch Zeit für einen Gruß und ein Scherzwort zu den Nachbarn im Feld nebenan. Zum «z Obod-Eosso» 1 setzte man sich zusammen «as Grabo-Ort» 2 und ließ sich zu «Brot und Käs» den herben Most aus dem «Butsch» 3 schmecken. Es war ein gutes Gefühl, wenn nach Tagen schwerster Arbeit der Acker bestellt war. Das Gedeihen mußte man weitgehend dem Herrgott und seinem Wetter überlassen. So sprach denn auch vom 3. Mai an, vom Fest Kreuz-Auffindung, der Priester täglich den Wettersegen. Und täglich beteten die Gläubigen ihr «Vor Blitz, Hagel und Ungewitter bewahre uns!» Das taten sie bis zum zweiten Kreuzfest, dem «Hoalig-Krüz-Tag» am 14. September, an dem das Vieh von den Alpen kam. Groß war auch die Beteiligung an allen Prozessionen und andächtig beteten alt und jung: «Segne unsere Äcker und Güter! Wende ab von denselben alles Ungewitter und befehle, daß der Himmel uns gebe zu seiner Zeit den Regen, zu seiner Zeit die Sonne!» Trockenzeit im Frühjahr und anhaltende Nässe im Sommer beeinträchtigten die Ernteaussichten. Wenn gelbe Wolken über dem See Hagel androhten, legte die Großmutter voller Angst geweihte Palmzweige ins Herdfeuer. Mit Glockengeläute versuchte man, die Gefahr zu bannen, und schimpfte auf die Schweizer, die mit Kanonenschüssen den Hagel über den Rhein herüberjagten. Schwerer Regen walzte das unreife Korn nieder. In den Nestern wuchsen «Windla» 4 und «Distla» und der Rostpilz breitete sich aus. In guten Jahren stand die Frucht dagegen schön. Die paar Vögel und die Mäuse schmälerten die Ernte kaum. Nur wenige Bauern stellten Vogelscheuchen auf. Eher hängte man an einen Stock «an tota Rabb» 5 oder ein glitzerndes Blech. Bodobiora und Türggo brauchten ständige Pflege. «Eotto» 6 -«uffo Knü»- beugte tagelang und immer wieder die Rücken. «Hüflo7»- «mit dor Houo»- ließ die schnurgeraden «Zilota 8 » entstehen. Dabei durften die jungen Pflanzen nicht beschädigt werden.. Allzu leicht entstanden sonst bei den Kartoffeln grüne «Sunnoluogora 9 », die als giftig galten. Gegen die gefürchtete «Krut-Füle 10 » wußte niemand einen Rat. Gegen die Mäuse, die in manchen Jahren zu Hunderten in die Kartoffeläcker kamen, konnte man sich wehren. Z-Obod-Eosso = (Abendessen) Jause um vier Uhr. Grabo-Ort = Ackerrand am Graben Butsch = Tonflasche Windla = Zaunwinde, ein gefürchtetes Unkraut 5 tota Rabb = toter Rabe eotto = jäten hüflo = häufeln, mit der Haue Erdreich an die Pflanzen bringen a Zilat (zwo Zilota) = Zeile Sunnoluogora = Sonnenschauerinnen. In grünen Knollen entwickelte sich das Nachtschattengift Solanin 10 Krut-Füle = Krautfäule 12 Im Ried bohrte man alle paar Zeilen mit dem «Mus-Boahrar 1 » etwa ein Meter tiefe Löcher bis ins Grundwasser. Da hinab stürzten die Nager, wenn sie nachts durch den Acker huschten, und ertranken jämmerlich. Wie erschraken wir aber, als sich einmal auch eine große Ringelnatter in dem Bohrloch gefangen hatte! Während des Zweiten Weltkriegs suchten Schüler und Erwachsene in ganzen Kolonnen regelmäßig nach Kartoffelkäfern - erfolglos! Aus Amerika kommend hatten die gefräßigen Tierchen sich schon über Frankreich ausgebreitet und gebietsweise den Kartoffelanbau vernichtet. Erst 1945 wurden die ersten bei uns entdeckt. Als sie sich in den folgenden Jahren schnell vermehrten, spritzte man tödlich giftige Arsen-Lösungen. Im «Türggo-Ackar» drohten ebenfalls Schädlinge. Engerlinge fraßen die Wurzeln ab. Der «Zünzlar» 2 bohrte sich durch das Stengelmark, so daß die abgestorbenen Spitzen wie verbrannt aussahen. Hin und wieder ließen Brandpilze die Kolben zu unförmigen schwarzen Klumpen aufquellen. Die mußte man sorgfälltig vernichten, sonst hätten die Sporen sich über den ganzen Acker verbreitet. Auch Raben rissen manchmal die unreifen Kolben auf und der Dachs brach in einer einzigen Nacht an die 50 Stück ab. Da war man froh, wenn endlich Föhntage im Herbst «do Türggobart 3 » trockneten und die milchigen Körner an den Kolben hart machten. Erntezeit! Das Getreide schnitt man fast überall mit der Sichel, selten mit der «Seogass4», für die es einen speziellen Getreide-«Worb 5 » mit langen Rechenzähnen gab. Erst ab 1930 kamen Lohn-Dreschmaschinen auf (z. B. bei Schnidarles Rudolf an der Schulstraße). Vorher drosch man von Hand mit Flegeln auf den Dielenbrettern im «Tenn 6 ». Große Siebe, aus dünnen Holzspänen geflochten, trennten die Spreu von den Körnern. Geschickte Hände arbeiteten noch mit der «Schwinge», einem flachen Korb. Darin blieben nur die schweren Körner liegen - genau wie beim Goldwäscher die Körner in seiner Pfannne. Im August wartete man, bis bei den Kartoffeln «s Krut abgstando 7 ist», dann zog die ganze Familie mit Wagen, Säcken, Kisten und Kübeln zur Ernte ins Ried. Manche rissen mit der Haue die Zeilen auf, andere gruben mit der Furke. Da kollerten jedesmal 10 bis 15 große und kleinere gelbbraune Früchte heraus. Die wurden in Körbe oder Kübel gelesen und zum Fuhrwerk getragen. «Git as us8?» grüßten die Nachbarn. »As goht a so!»9 oder «Mior sind z-frido!» war die Antwort. Daheim wurden die Kartoffeln auf dem Hausplatz gut getrocknet und dann «vortleoso 10 »: «Fule» und «fleockige» sollten eigentlich keine darunter sein. «Klenne Böbbele 11 », oder auch übergroße und seltsam Mus-Boahrar = Mäusebohrer Zünzlar = Zündler, eine schädliche Raupe 3 Türggobart = die langen Griffelfäden der weiblichen Maisblüten. Die Kinder spielten damit, die Buben rauchten den trockenen Türkenbart. 4 Seogass = Sense 5 Worb = Sensenhalterung mit zwei Griffen 6 Tenn = die Tenne. Großer Arbeits- und Vorratsraum im Stadel 7 abgstando = welk 8 Git as us? = Ist die Arbeit ergiebig? 9 As goht a so = Es geht einigermaßen, 10 vortleoso = auslesen, sortieren 11 Böbbele = kleine Knollen 2 1 13 geformte Riesen kamen «zu-n Su-Bodobiora» als Schweinefutter. Besonders schöne, eigroße Früchte wurden als «Somo 1 -Bodobiora» für das nächste Jahr im Keller dunkel gelagert. Die große Menge der anderen waren «Eoß-Bodobiora». Sie sollten die große Familie bis zur nächsten Ernte ernähren. Und die Mutter brachte auch täglich mindestens einmal ein Kartoffelgericht auf den Tisch. «Nöüe» mit Butter, Salz und Milch waren ein Leckerbissen und wurden «mit zamt dor Mundur 2 » verzehrt. Dann folgten jeden Tag «brotene 3 » oder «gsottene», «Biree4» oder «Bodobiora-Knedol 5 », aber auch «Küochle» und «Nudla» und andere Köstlichkeiten. «Tschips» und «Bommfritt» gab es allerdings damals noch nicht. Im Winter durfte kein Frost an die Kartoffeln kommen, sonst schmeckten sie süßlich und verdarben. Im Frühling trieben sie lange Keime in Richtung auf das Kellerfenster. Man mußte sie mehrmals sorgfältig «abkido» 6 , um noch einen Vorrat über den Sommer zu retten. Je nach der Wetterlage wurden die Maiskolben nacheinander im September und oft erst im Oktober reif. Der eine füllte sein«Handwägele», der andere den großen «LoattorWago» bis «a-d Gättor 7 uffe». Das war jedesmal ein Fest! «Undorom Vorschutz 8 » vor dem Stadel wurde die Ladung abgekippt. Flinke Hände machten sich daran, die Schutzhülle von den Kolben zu reißen, «do Türggo usmacho». Drei «Schwärtola 9 » blieben stehen und wurden mit denen eines zweiten Kolbens verknüpft. Gelblich weiß glänzten jetzt in langen Reihen die Körner, bis zu 400 auf einem Kolben. Nur «wißo Türggo» pflanzte man bei uns. Aber wir freuten uns, wenn als Irrläufer auch einmal ein dunkelroter oder polentagelber darunter war. Auf langen Gerüsten wurden die Kolbenpaare nun «im Ufzug10» aufgehängt. Die Katze mußte dafür sorgen, daß die Mäuse nicht dahinter gingen. Die schönsten «Schwärtola» hatte die Mutter auch versorgt. Daraus flocht sie später starke Bänder für allerlei Zwecke. Wenn die letzten Kolben vom Vorjahr aufgebraucht waren, holte man «do ersto Trag » neue Kolben in die Kammer herab. Am kantigen Eisen eines großen Getreidekübels, «Staro» 12 hieß er, wurden die Körner abgerieben. «An Stumpo» von etwa 20 kg brachten wir zu Zehrers Mühle. Je nach Verlangen mahlte Marte daraus «Türggo-Meohl», «Türggo-Grioß» oder «Türggo-Bruch 13 ». Jetzt konnte die Mutter wieder «Muos», «Stopfar», «Polento» und natürlich «Hafoloab» kochen.. Und der «Bruch» reichte auch noch mit der «Grüsch14» für die Hühner und die Schweine. Somo = Samen mit zamt dor Mundur = samt der Schale (Montur) brotene = gebratene Biree = Püree, Kartoffelbrei 5 Knedol = Knödel abkido = Keimlinge wegreißen 7 Gättor = Gestelle aus Latten oder Sprossen, die der Ladung Halt geben. 8 Vorschutz = großes Vordach am Stadel Schwärtola = Schutzblätter am Maiskolben 10 Ufzug = Aufzug, der Dachboden 11 Trag = das Getragene, ein Armvoll 12 Staro = der Star ist ein altes Getreidehohlmaß mit 21, 51 Inhalt 13 Bruch = gebrochene Getreidekörner 14 Grüsch = Kleie 2 1 11 Pflügen in Unterrickenbach 1940; Wegen des schweren Lehmbodens hat Konrad Immler vom Oberteilenmoos drei Kühe eingespannt. Den Pflug führt sein Sohn Emil. Auf den Äckern wurde zuletzt das «Türggo»-Stroh mit einem scharfen «Gettar 1 » abgeschnittten. Das Kartoffelkraut mottete tagelang auf kleinen Funken. Spätherbst! Das Bauernjahr begann von neuem. Hoffentlich wieder ein gutes! * Der zweite Teil dieses Beitrages mit den Kapiteln «Zu Tisch», «Hungerjahr 1817» und «Wettersegengebet» folgt in Heft 11. Gettar = schweres Schlagmesser 15 14 Kriegstagebuch Im Jahre 1939 wurde der 19jährige Maturant Alfons Fischer in den Krieg einberufen. Sieben Jahre später-sieben lange bittere Jahre - kehrte er heim. An fernen Fronten zum Mann gereift, ausgezeichnet, verwundet, gefangen! Nun packte er seine in engen Bleistiftnotizen geschriebenen Tagebücher samt dem Eisernen Kreuz und dem Verwundetenabzeichen in eine Schachtel und versorgte sie - gleichsam mit den sieben verlorenen Jahren seiner Jugend - am Dachboden. Fast 50 Jahre später hat er sie nun wieder gesucht. Ihn bedrängen die Fragen unserer jungen Generation. Junge Historiker von links und von rechts bieten oft zu einfache Antworten an. Umso wichtiger ist es, daß Alfons Fischer uns allen und ganz besonders den ehrlich suchenden Geschichtsforschern seine Tagebücher zur Verfügung stellt. Sie sind weder ein Heldenepos noch ein Sensationsbericht. Manche Seiten wirken trocken und langweilig- das gab es im Krieg auch! An anderen Stellen überschlagen sich die Ereignisse - da war keine Minute frei, weder zum Schlafen noch zum Schreiben! Gerade dadurch aber werden die Aufzeichnungen zu einem wertvollen ehrlichen Dokument. Alfons Fischer, Jahrgang 1920, ist neben drei jüngeren Schwestern der einzige Sohn einer Wolfurter Bauernfamilie. Auch Vater Hans-Jrg war sieben Jahre Soldat gewesen, davon vier im Ersten Weltkrieg. Nun hielt er sich von politischer Tätigkeit zurück. Aus ihrer christlichen Weltanschauung machte die Familie aber kein Hehl. Daher gehörte Alfons als Realschüler dem Reichsbund der Kath. Jugend und später der Pfarrjugend an. Diese Vorbemerkung soll dem besseren Verständnis einiger Urlaubsschilderungen dienen. Doch lassen wir nun die Tagebücher sprechen! Fischer Alfons Tagebuch eines Wolfurters zwischen 1939 und 1946. Vorwort Der Krieg in Jugoslavien, der Tod von zwei Kriegskameraden und die Kontaktaufnahme mit meinem seit 1947 in russischer Gefangenschaft todgeglaubten Ladekanonier und Funker, an Weihnachten 1991, waren der Anlaß, meine Kriegstagebücher auszugraben und aufzuarbeiten. Aufgrund meiner politischen Herkunft und der Tatsache, daß ich vom 1.4.1939. bis 19.4.1946. Uniformen tragen mußte, liegt es mir fern, den Krieg zu glorifizieren. Ganz im Gegenteil, ich möchte versuchen, meinen Kindern und Enkeln den Wahnsinn des Krieges anhand meines Schicksals, das ein Millionenschicksal war, aufzuzeigen. Ich möchte aber auch daraufhinweisen, daß der Krieg und die Gefangenschaft unsere Generation Toleranz, Bescheidenheit und Kameradschaft gelehrt hat und unser Leben sicher stärker geprägt hat, als z.B. das Wirtschaftswunder. Die Kriegskameradschaft wird heute gerne als Hobby der Ewiggestrigen abgetan. Bedingungslose Kameradschaft, wie sie oft in ausweglos erscheinenden Situationen erlebt wurde, schätze ich auch heute noch hoch ein. Sie hat mit Kameraderie nichts zu tun. Ein Beispiel, die vier Mann im Sturmgeschütz waren auf Leben und Tod aufeinander angewiesen und haben das letzte Stück Brot miteinander geteilt. Solche Kameradschaften haben als Freundschaften die Jahrzehnte überdauert. Der jungen Generation, die diese Zeit wohl kaum nachvollziehen kann, möchte ich trotzdem Toleranz und echte Kameradschaft wünschen. Kriegerdenkmäler werden heute zum Teil als Kultstätten der Heldenverehrung diskriminiert. Wer an der Front und in Gefangenschaft war und wer die Bombenangriffe auf die Städte erlebt hat, der weiß, unter welch unmenschlichen Bedingungen Soldaten und Zivilisten gefallen, verbrannt oder verhungert sind. Wer davongekommen ist, liest die Tafeln der Verwandten Schulkameraden und Mitbürger mit Trauer. Das hat mit Heldenkult nichts zu tun. Er gedenkt der vielen Millionen Toten in Pietät. Ich glaube diese Pietät steht auch den Hinterbliebenen in der zweiten und dritten Generation zu. Ein Wort zu den Tapferkeitsauszeichnungen : Das Birkenkreuz und das Eiserne Kreuz lagen meist haarscharf beisammen. Ausgezeichnet wurden im allgemeinen nur die Überlebenden. -Und in der größten Not waren sehr viele tapfer Wenn man seine Kriegstagebücher nach mehr als 45 Jahren nachliest, dann fällt einem sofort auf, daß sehr vieles aus dem Soldatenalltag, Namen und Orte, aber auch manche Einsätze, in Vergessenheit geraten ist. Ganz Gescheite werden dazu sofort sagen, das 17 16 haben sie alle ja gerne vergessen und verdrängt. Tatsache ist aber, daß man die härtesten Fronteinsätze, die Gefangenschaft in den Hungerlagern und echte Kameradschaft weder verdrängen noch vergessen kann. Es kommt einem aber auch deutlich wieder zum Bewußtsein, von wieviel Fügungen das Überleben in dieser Zeit abhängig war. Glück ist dafür sicher eine zu simple Erklärung. Die Tagebücher enthalten eine Fülle von Fakten, Daten und persönlichen Eindrücken, vom Wetter angefangen, über Landschaftsformen, Landnutzung, Straßenzustand, Wohnverhältnisse, Leben der Bevölkerung, Leben in den Kasernen, Ruhequartieren und Gefangenenlagern, Überleben im Einsatz, Aktivitäten im Urlaub, Namen von Urlaubern etc. Ein großes Problem war die Langeweile. Kinos gab es überall, bis in die Soldatenheime hinter der Front. Ich habe, wie Millionen Soldaten, in diesen Jahren sehr viele Filme gesehen und alle Titel aufgeschrieben. Ich habe sie nicht gezählt, aber es waren Hunderte. Ich habe auch die Gottesdienste in den Garnisonskirchen, bei den Fronteinheiten und in den Gefangenenlagern aufgeschrieben. Daraus ist zu ersehen, daß bei der Wehrmacht die Nationalsozialisten sicher nicht überall präsent waren. Politische Einschätzungen fehlen in den Tagebüchern zur Gänze, das war damals für mich zu riskant. Die folgenden Aufzeichnungen sind daher nur eine grobe, trockene Übersicht über diese Jahre, auf weite Strecken im Telegrammstil. Parteitagszug kam man ausnahmsweise nicht nach der politischen Verläßlichkeit, sondern nach der Körpergröße. Damals blühten und dufteten im Rankweiler Ried hunderttausende blaue Schwertlilien. Heute stehen dort die Aussiedlerhöfe und Schwertlilien sind eine Rarität. 23.5. -1.6.1939. Das Lager 1/331 geht in Urlaub, ich war bei den 20 Mann Lagerwache. 2.6. - 9.6.1939. Die Lagerwache geht in Urlaub. Das Lager Brederis marschierte in Feldkirch dreimal durch die Fronleichnamsprozession und sang ein zeitgemäßes Lied, dessen Refrain ich mir über die Jahrzehnte gemerkt habe: „Was hat einer deutschen Mutter Sohn, mit Papst und den Pfaffen zu schaffen." 9.8.1939. Musterung zur Wehrmacht, Gebirgsnachrichten Landeck. 1.9.1939. Einmarsch der deutschen Truppen in Polen. Beginn des Zweiten Weltkrieges „Der Reichsparteitag des Friedens" wird abesagt. 3.9.1939. England und Frankreich erklären Deutschland den Krieg. 17.9.1939. Einmarsch russischer Truppen in Ostpolen. 25.9.1939. Erster Luftangriff auf Friedrichshafen. 3.10.1939. Die Mannschaften des Lagers 1/331 werden überraschend in den Wehrkreis München überstellt.Rankweil-Bregenz-München-Freising. 4.10. -19.11.1939. Rekrut bei der Nachrichten Eratz Batterie 157 Freising. Ausbildung zum Fernsprecher, Kasernenleben, Fußdienst, Unterricht, Sport, Schießen, Übungen im Gelände etc. Hier herrschte ein gutes Klima, wir kamen uns nach Brederis fast wie im Urlaub vor. In unserer Stube waren lauter Vorarlberger. 6.10.1939. Mit der Kapitulation des polnischen Generals Kleeberg erlischt der letzte geschlossene Widerstand polnischer Trupppen. - Es gab weder eine Kriegserklärung noch eine Kapitulationsurkunde. 10.11. -11.11.1939. Erster Kurzurlaub als Rekrut. 20.11.1939. Abstellung zur Bayrischen 57. Infanterie Division, die gerade aus Polen zurückverlegt wurde. Freising-München-Ingolstadt-Nürnberg-Würzburg-HanauGelnhausen in Hessen-Nassau. 21.11.1939.Ankunft in Dorf-Kassel bei Gelnhausen. Die Einheiten lagen in den Dörfern zwischen Hanau und Gelnhausen in Privatquartieren. Als Fernsprecher wurde ich der 5. Batterie zugeteilt. Wir waren jetzt nur noch drei Vorarlberger unter lauter Bayern und haben einige Zeit gebraucht, bis wir Ernst und Spaß der kernigen Sprüche auseinanderhalten konnten. Eine Batterie hatte vier leichte Feldhaubitzen, Kaliber 10,5 cm. Die Geschütze und das Beobachtungsfahrzeug wurden 6-spännig, die Munitionsfahrzeuge 2 spännig und der übrige Troß 2 oder 1 spännig gefahren. Die Batterie hatte ca 130 Mann und etwa gleichviele Pferde. - Zuerst war ich Melder und mußte täglich mit dem Fahrrad ins übernächste Dorf nach Lauterbach zur Abteilung fahren, um Post und Befehle abzuholen. 18.12.1939. Der Futtermeister ist daraufgekommen, daß ich Maturant bin und hat mir gleich zwei Unteroffizierspferde zugeteilt. So wurden Futterfassen, Tränken, Füttern, Striegeln, Ausmisten, Auf- und Absatteln und Pferdeapelle, mit Ausnahme der Einsätze 19 Der Weg in den Krieg Jänner 1939. Da ich der Hitlerjugend nicht beigetreten bin, wurde mir die Ablegung der Matura verweigert. Nach der Meldung als vorzeitig Dienender zum Reichsarbeitsdienst wurde ich zugelassen. 20.2. - 22.2.1939. Vorgezogene schriftliche Matura. 14.3.1939. Musterung zum Reichsarbeitsdienst. 15.3.1939. Einmarsch deutscher Truppen in der Cschechoslowakei und ungarischer Truppen in Karpatorußland. 21.3.1939. Mündliche Matura, am gleichen Tag Einberufungsbefehl zum Reichsarbeitsdienst. 1.4. - 2.10.1939. Arbeitsmann im Lager 1/331. Rankweil/Brederis. Dieses Halbjahr war eine ungute Zeit mit Schikanen aller Art, vor allem für die zahlreichen Maturanten. Das Führercorps war mittelmäßig und bestand zum Teil aus Angehörigen der Österreichischen Legion. Im ersten Vierteljahr wurden im Rankweiler Ried, damals händisch, Drainagearbeiten durchgeführt. Ältere Leute haben vielleicht noch eine Vorstellung von der Dreckarbeit im dritten Stich, die ein Vorrecht der Maturanten war. Im zweiten Vierteljahr wurde der Fritzligraben in Brederis, als Vorfluter für die großen Drainagesysteme ausgebaut. Der Aushub wurde mit Rollwagen über Geleise verführt. Das war eine schönere Arbeit. Als Angehörige des Parteitagszuges für den „Reichsparteitag des Friedens" mußten wir nur am Vormittag arbeiten und wurden am Nachmittag brutal geschliffen. Zum 18 in Frankreich, mein Nebenjob bis Herbst 1940. Aber der Stalldienst hatte auch seine guten Seiten. Eine Kontrolle der im ganzen Ort verstreuten Ställe war kaum möglich. So konnte man zwischendurch immer wieder ins Quartier abhauen. Ich hatte ein gutes Quartier, dort stand immer eine Kaffeekanne auf dem Herd und auf großen Blechen gab es abwechselnd Streußelkuchen, Apfelkuchen oder Zwetschkenkuchen. Ich konnte auch Kameraden mitbringen, die es nicht so gut getroffen hatten. Da mein Stall am Ende des Dorfes lag, bin ich oft auf eigene Faust ausgeritten Der Winter war sehr kalt und schneereich.Bei den vielen Tag- und Nachtübungen im waldreichen, hügeligen Vorspessart gab es viele Zwischenfälle mit Pferden und Fahrzeugen. Heimaturlaub 6.2. -13.2.1940. Gelnhausen - Frankfurt - Darmstadt - Mannheim - Heidelberg -Stuttgart - Ulm - Bregenz. 8.2.1940. Am Abend wegen der Belanglosigkeit der schlechten Verdunklung der Fahrradbeleuchtung, Wortwechsel mit einer 3 Mannstreife des NS-Kraftfahrkorps. 9.2.1940. In der Früh hat mich ein Lauteracher Gendarm, ein Kaiserjägerkamerad meines Vaters, über die Anzeige und eventuelle Folgen informiert und die weitere Vorgangsweise besprochen. 10.2.1940. Einvernahme beim Posten Lauterach. 12.2.1940. Vorladung zur Gestapo (Geheime Staatspolizei) in Bregenz. Der Beamte hat mir nach einem kurzen Gespräch alles Gute als Soldat gewünscht. 12.2.1940. Friede zwischen Rußland und Finnland nach 104 Tagen Winterkrieg. 5.4.1940. Verlegung der Batterie nach Mittelgründau in Oberhessen nahe Hanau, wieder Privatquartiere. 9.4.1940. Einmarsch deutscher Truppen in Dänemark, Landung in Norwegen. 24.4.1940. Scharfschießen am Truppenübungsplatz Villbach, zum erstenmal Granaten heulen gehört und die Einschläge vor der Beobachtungsstelle gesehen. her. Die paar Stunden geschlafen haben wir fast nur im Freien, wegen der Pferde unter den Fahrzeugen. Den Grundsatz der bespannten Truppen „zuerst das Pferd und dann der Mann" habe ich bis zur Neige erlebt. Ohne die Mithilfe der Kameraden wäre die Versorgung der Pferde nicht möglich gewesen. Manches Pferd ist im Zug zusammengebrochen und mußte erschossen werden. Nachschub gab es genug, da Vieh und Pferde überall herrenlos herumliefen. Die deutsche Luftwaffe hatte die Luftüberlegenheit und trat Tag und Nacht massiv in Erscheinung. Aber auch französische und englische Flugzeuge griffen die Marschkolonnen immer wieder mit Bomben und Bordwaffen an. Die Bilder an der Vormarschstraße: Überall Zerstörung, verlassene Stellungen und Dörfer, abgeschossene Panzer, ausgebrannte Fahrzeuge, gesprengte Brücken, zerschossene Batterien, abgeschossene Flugzeuge, zerstörte Dörfer, Flüchtlingskolonnen, Gefangene, Verwundete, Tote. Dazwischen gab es wieder unzerstörte Landstriche wie im Frieden. 24.5.-27.5.1940. Marsch parallel zur Front, das Geschützfeuer wird stärker, nachts brennen Dörfer, das Durcheinander nimmt zu. Origny St.Benoite - Hornblieres St.Quentin - Peronne -Bopaume - St. Albert - Bellenglise - Basentin - Fixcourt. Schon seit Tagen immer wieder große Soldatenfriedhöfe aus dem Ersten Weltkrieg, eine beklemmende Kulisse zu den übrigen Zerstörungen. 28.5. - 4.6.1940. Ablösung einer Panzerdivision, die bis ans Meer durchgestoßen ist. Erste Feuerstellung bei Flesseles an der Somme, in der Nähe von Abbeville. Feuertaufe beim Leitungsbau im schweren Artilleriefeuer. Noch in der Nacht Stellungswechsel nach Bellancourt, Richtung Abbeville. Stellungskrieg und schwere Abwehrkämpfe an der Frankreich 10.5.1940. Einmarsch deutscher Panzerverbände in Luxemburg, Belgien und Holland. 11.5.1940. Alarm! Fertigmachen zum Abmarsch. 12.5.1940. Bahnverladung in Wächtersbach - Frankfurt - Mainz - Koblenz -Andernach. Marsch nach Kripp am Rhein. 14.5. -17.5.1940. Marsch durch das Ahrtal und die Eifel. Altenahr - Ahrweiler - Pelm Gerolstein - Matzerath -Lüneberg - Westwallbunkerlinie - Dasburg. 18.5. -20.5.1940. Mittags bei Dasburg die Deutsch-Luxemburgische Grenze überschritten - Clerv - die Bevölkerung war teilweise deutschfreundlich, Blumen und Zigaretten 20 Uhr die Luxemburgisch - Belgische Grenze überschritten - Bastogne -erste Zerstörungen, erste Verwundeten und Gefangenentransporte - St.Hubert - Maissin - Oure - Graide - Bievre - um Mitternacht bei Nahon die Belgisch - Französiche Grenze überschritten. 21.5. -23.5.1940. Fontaine de Brulet - Montherme, die Maas auf einer Pionierbrücke überschritten, das erste Grab, zwei französische Flieger, ein Kilometer weiter das zweite Grab, vier deutsche Soldaten - Mazures - Bourg Fidele - Etalle/Vervins - Le Pont de Pierre - Bossus - Auberton - Martigny - Hirson - Vervins. Wir haben jetzt 14 Tage Gewaltmärsche von 40 bis 60 Kilometer hinter uns, immer hinter den Panzerdivisionen 20 Rast an der Vormarschstraße in Frankreich 21 Somme. Wir waren fast Tag und Nacht, je zwei Fernsprecher auf uns alleingestellt unterwegs, um die zerschossenen Telefonleitungen zwischen der Beobachtungsstelle und der Batterie zu flicken und aufrecht zu erhalten. In der Weygandlinie lagen uns englische und französische 18 To und 32 To Panzer, starke gutschießende Artillerie, Engländer, schottische Hochländer, Franzosen und französische Kolonialtruppen gegenüber. Sie versuchten immer wieder mit großer Überlegenheit, zum Teil sechs-bis achtmal am Tag, vor allem die Brückenköpfe in Abbeville und St.Valery zu nehmen. Unsere Infanterie und Pakkompagnien hatten schwerste Verluste. Unsere Pak war den schweren französischen Panzern nur zum Teil gewachsen. So wurden Flakbatterien vorgezogen und im direkten Schuß eingesetzt, das waren Himmelfahrtkommandos. Unsere Batterien haben fast pausenlos auf zahlreiche gegenüberliegende Ziele geschossen. Es gab auch zahlreiche Stukaangriffe auf Panzerbereitstellungen und Artilleriestellungen. Unsere Beobachtungsstelle kam immer stärker unter Beschuß. Wir haben unsere Löcher zwischen den Einsätzen tiefer gegraben und wurden so von Verlusten bewahrt. Pferde hat es aber immer wieder erwischt. 5.6. - 8.6.1940. Nach starker Artillerievorbereitung begann um 4,30 Uhr früh auf breiter Front der Angriff und der Durchbruch durch die Weygand-linie. In unserem Abschnitt kam der Angriff, bei massiver Gegenwehr bald zum Stehen. Nach mehreren Stukangriffen und dem Einsatz von 40 Panzern ging es weiter. Abbeville - Huppy - Pultieres - Doudelainville - Oisment -Monflieres - Mesnil/Endin - bei Francours die Bresle erreicht. Das war für unsere Batterie die letzte Feindberührung unter schwerem Artilleriebeschuß. Da die Telefonleitung durch einen Wald verlief, krepierten laufend Granaten in den Bäumen. Das war ein verdammt unguter Einsatz. Bei den mehrfachen Stellungswechseln dieser vier Tage sind wir Fernsprecher schwer zum Handkuß gekommen. Es gab laufend Feuerüberfälle der französischen Artillerie und Fliegerangriffe. Die Infanterie zahlte wiederum einen hohen Blutzoll. 9.6. -13.6.1940. Die Franzosen und Engländer leisten nur noch hinhaltenden Wiederstand und räumen nachts immer ihre Stellungen. In der Nacht sieht man immer noch brennende Dörfer. Aber die Zerstörungen nehmen ab. Die Zivilbevölkerung ist teilweise dageblieben. An den Straßen liegt massenhaft französiche und englische Ausrüstung. Vor allem die Engländer haben auf ihrer Flucht nach Dünkirchen große Fahrzeugkolonnen zurücklassen müssen. Wir lebten sehr gut aus den englischen Verpflegsbeständen. Wir marschieren wieder in Gewaltmärschen hinten nach, immer parallel zur Atlantikküste. Rieux - Grandcourt - NotreDame d'Aliermont - Neufchatelle -Doudeville - nördlich Rouen - Lillebone - Bolbec. 14.6 -16.6.1940. Wir erreichen in Fecamp die Atlantikküste und beziehen Stellungen zum Küstenschutz. Unsere Beobachtungsstelle ist eine Villa über der Steilküste mit herrlichem Blick auf das Meer, auf die Hafenstadt und im Dunst auf die Kreidefelsen der englischen Küste. Hier herrschte tiefer Friede. In der Stadt gab es um einen Schund zu kaufen, was das Herz begehrt. Nach einem Monat wieder ein Dach über dem Kopf, ordentlich gewaschen, ausgeschlafen, heimgeschrieben. Ein Leben wie Gott in Frankreich. 17.6. - 24.6.1940. Alarm! Aus mit dem schönen Leben. Toqueville - Antretot - Yvetot Barentin - Rouen - Elbeuf -Conches - nördlich Laigle. Nördlich und südlich Rouen waren weite Landstriche unversehrt. Hier waren nur noch größere Städte durch Bombardierungen schwer getroffen. In Rouen waren rund um den Dom ganze Stadtviertel zerstört, in den Trümmern hat es noch geraucht. Die Seine wurde über eine Kriegsbrücke aus Handelsschiffen überschritten. Die Seine ist bis Rouen für Hochseeschiffe befahrbar. Überall sind große Flüchtlingskolonnen nach Norden in ihre Dörfer, zu Fuß, mit Fahrrädern, Kinderwagen, Handwägelchen, Ochsenkarren, Pferden, Pferdefuhrwerken, Autos mit vorgespannten Pferden etc. unterwegs. Das waren Elendsbilder, Frauen haben um ein Stück Brot für ihre Kinder und Mädchen um Zigaretten gebettelt. Ab Null Uhr ruhen die Waffen in Frankreich. 25.6.1940. Die Nachricht erreichte uns um 1,30 nachts auf dem Marsch östlich Argentan. 26.6. -11.7.1940. Argentan - Mauvaisville. Hier Bezug von Ruhequartieren. Ausgeschlafen, nach sechs Wochen Wäsche gewechselt, Uniformen gewaschen, in der Orne gebadet, Briefe geschrieben, Pferde betreut, ich hatte wieder meine zwei Reitpferde, Fahrzeuge und Geräte instand gesetzt. Nach 14 Tagen begann schon wieder die Spinnerei, Apelle, Fußdienst, Sport etc. Aber im Allgemeinen war es nach den Strapazen der letzten 6 Wochen doch eine ruhige Zeit. Pferde betreut, ich hatte wieder meine Wochen doch eine ruhige Zeit. 12.7. -14.7.1940. Weitermarsch nach Norden - östlich Falaise nach St. Pierre du Fresne, ein Schloß südlich Caen. Die ersten Soldatengräber 22 23 15.7. - 26.7.1940. Schon fast kasernenmäßiger Zopf im Schloß. 27.7. - 28.7.1940. Weitermarsch nach Norden, nach Mesnil de Bures bei Caen, in einen großen Gutshof. 29.7. - 25.8.1940. An meinem 20 Geburtstag den Urlaubsschein erhalten. Caen - Lisieux - Evreux - Paris - Compiegne - Laon -Charleville - Dinant - ArlonLuxemburg -Trier - Koblenz -Frankfurt - Stuttgart - Bregenz. Zwischen Paris und Luxemburg waren praktisch alle Brücken gesprengt und in allen Ortschaften und Städten Zerstörungen zu sehen. 2.8. - 21.8.1940. Daheim Heuernte, Aktivitäten bei der Pfarrjugend mit Kaplan Giesinger. 26.8.1940. Nach der Rückkehr sofort zum Rapport befohlen. Batteriechef Hauptmann Winterstein, ein alter k.k. Offizier und Bankdirektor aus Salzburg, zeigte mir einen Brief der NS-Ortsgruppe Wolfurt. Der Spieß las mir den Brief vor, der mich als Schwarzen und damit als schlechten Volksgenossen abqualifizieren sollte. Er zerriß dann den Brief mit der Bemerkung: „Damit du siehst wo er hingekommen ist." 26.8. - 31.10.1940. Meist ruhiger Dienst, dazwischen Spinnerei, oft mit dem LKW der Batterie an die Küste nach Cabourg zum Baden gefahren. Jede Woche mindestens einmal an die Orne Mündung marschiert und dort auf schwimmende Ziele im Meer geschossen. (Die Allierten sind dann u.a.1944. genau dort gelandet) Zwischendurch waren in den mondänen Badeorten Cabourg, Deauville und Trouville zusammen mit Gebirgsjägern Verladeübungen auf Pfräme, für eine eventuelle Landung in England. Bei dieser Gelegenheit habe ich meinen Cousin Luitpold Weh aus Bregenz getroffen. Die Pferde hatten auch gute Zeiten, da sie meist auf der Weide waren. Zwischendurch sind wir oft ausgeritten. Caen war eine geschichtlich interessante Stadt mit vielen alten Kirchen, Klöstern und Gebäuden. Zur Truppenbetreuung gab es ein Soldatenheim, Theater und Kinos. (Caen wurde 1944 während der Invasion dem Erdboden gleichgemacht.) Englische Jäger und Bomber haben uns oft überflogen, aber nie bei uns abgeladen. In Summe waren das friedliche, ruhige Monate in einer schönen Gegend. 17.10.1940 Mit der Bahn zur Stadtbesichtigung nach Paris gefahren. 25.10. und 26.10.1940. Zweimal je 100 Kilometer nach Bayeux zum Brennholz holen gefahren. Die wunderschöne Kathedrale besichtigt. Ende Oktober Pferde, Waffen und Gerät Einmarsch in das zerstörte Abbeville. übergeben. Verschiedene Einheiten scheiden aus der 57. Infanterie Division aus und kommen nach Deutschland zu einer Neuaufstellung. Unsere Division ist in sechs Wochen 1200 km marschiert und hat an der Somme und beim Durchbruch durch die Weygand Linie mit 452 Toten und 1400 Verwundeten die größten Verluste aller in Frankreich eingesetzten Divisionen erlitten. Im Bereich der Division wurden 135 Panzer abgeschossen. 30.10.1940.Großer Abschiedsabend, Bischof Werner aus Bizau und ich bekamen das EK II für unsere gemeinsamen Einsätze als Fernsprecher. 31.10 - 3.11.1940. Caen - Argentan - Alencon - Tours - Vierzonville - Bourges -Nevers - Le Creusot - Dijon - Gray - Vesul - Beifort -Mühlhausen - Straßburg - Karlsruhe - Stuttgart -Ulm - Memmingen - Legau im Allgäu. Wieder in Deutschland, Lazarett: 4.11. - 13.12.1940. Mit Musik und schönen Worten empfangen und in guten Privatquartiern untergebracht. Sturer kasernenmäßiger Dienst und Schikanen, daß sich sogar der Ortsgruppenleiter eingemischt hat. An drei Wochenenden konnten wir drei Vorarlberger zu einem Kurzurlaub heimfahren. Es hat sicher viele fanatische Nationalsozialisten, aber auch sehr viele Andersgläubige gegeben. Auch unter alten Nationalsozialisten gab es selbstverständlich anständige Leute. Ich war über ein Jahr mit zwei Münchner Blutordensträgern, beide waren Funker, hautnah am gleichen Fahrzeug, im Einsatz und in vielen Massenquartiern zusammen. Sie waren beide dreißig Jahre älter als ich, haben es in der Partei zu nichts gebracht, waren gute Kameraden, haben nie politisiert und hatten die Nase noch voller als wir Jungen. Sie haben den Polen- und Frankreichfeldzug mitgemacht und wurden in Legau aus Altersgründen entlassen. 1.12.1940. Zum Gefreiten befördert. 14.12.1940.-5.1.1941. Heimaturlaub, am 19.12.1940. mit hohen Fieber erkrankt, daheim gelegen, am 31.12.1940. nach Bregenz zur Untersuchung, Tuberkuloseverdacht. In den Reservelazaretten Riedenburg und Gaisbühel nicht untergekommen. 5.1.1941. Nach Legau eingerückt, im Kreiskrankenhaus weitere Untersuchungen. 8.1. - 29.1.1941. Nach München ins Resevelazarett Schwabing überstellt. Am 13.1.1941. nach gründlichen Untersuchungen der Befund: Schwere Bronchitis. Das wäre eine große Erleichterung. Die Bronchitis hat mich dann mein weiteres Leben begleitet. Mädchen aus einem Betrieb und aus einer Versicherung brachten jede Woche Zigaretten, Kuchen, Apfelsaft, Lesestoff und freundliche Gesichter mit. Neben mir ist ein im I Weltkrieg hochdekorierter Feldwebel und Blutordensträger an Rückenmarkskrebs gestorben. Er hat mir viel über seinen Einsatz in der Kampfzeit der Zwanzigerjahre und über die spätere Machtübernahme durch Opportunisten und Konjunkturritter erzählt. Seine Frau hat drei Tage vor seinem Tod, gegen seinen Willen, einen Besuch des Gauleiters arrangiert. Es war eine peinliche Situation, da sich die beiden nichts zu sagen hatten. Ich konnte als junger Andersgläubiger hinter die Kulissen schauen. - Es war der einzige Gauleiter den ich in den ganzen Jahren gesehen habe. 30.1.1941. -17.2.1941. Überstellung ins Reservelazarett Hotel Sonnenbichl in Garmisch. Ab lo.2.1941. bekam ich schon fallweise Ausgang. In Garmisch fanden 1941. noch Winterspiele statt, an denen auch Sportler der Verbün25 24 deten teilnahmen. Schispringen auf der Olympiaschanze mit Bradl, Weiler, Finnen und Slowaken. Im Eisstadion ein Eishokeyspiel Berlin gegen Rissersee und Eiskunstlauf mit den Geschwistern Pausin, Horst Faber und Lydia Feicht. - Soviele Generale habe ich nie mehr auf einem Haufen gesehen. 18.2. - 3.3.1941. Entlassung aus dem Reservelazarett Hotel Sonnenbichl. Garmisch - München - Augsburg. Genesenden Batterie, Leichte Artillerie Ersatz Abteilung 27. Jeden Tag in der Küche Kartoffel geschält, aber nicht nur Kartoffel gegessen. 4.3. - 26.3.1941. Genesungsurlaub, viele Bekannte sind schon eingerückt. 30.3. - 5.4.1941. Zur Erholung auf der Schihütte der 27er auf der Alpe Obere Kalle in Thalkirchdorf bei Immenstadt. Das waren schöne Vorfrühlingstage. 6.4.1941. Deutsche Truppen marschieren in Jugoslavien und Griechenland ein. 18.4.1941. Jugoslawien hat kapituliert. 19.4.1941. Kv. kriegsverwendungsfähig geschrieben und als Hilfsausbildner zur dritten Batterie versetzt. 20.4.1941. Ein gleichaltriger Leutnant hat mich zu einer Freischützaufführung ins Stadttheater eingeladen. 17.5.1941. und 25.5.1941. Die Wolfurter Brüder Mohr Erwin (gefallen) und Mohr Ernst in der Kaserne in Augsburg/Pfersee besucht. 20.5.1941. Deutsche Fallschirmjäger und Gebirgsjäger landen auf Kreta. 5.6. -11.7.1941 Unterführerlehrgang, viel Theorie und viel Schinderei beim Fußdienst, Geschützexerzieren und bei Übungen. 22.6.1941. Deutsche Truppen marschieren in Rußland ein: 14.7. - 29.7.1941. Verlegung auf den Truppenübungsplatz Hohenfeis in der Oberpfalz zur weiteren Ausbildung. Bahnverladung Augsburg - Ingolstadt - Regensburg - Haindorf. 28km Marsch ins Lager Hohenfels, sturer Kommißbetrieb, Scharfschießen mit Geschützen und Infanteriewaffen, Nachtübungen und andere Spässe. 9.8. -24.8.1941. Heimaturlaub, gerade recht zum Heuen gekommen. 28.8. - 6.9.1941. Zu dritt Zugwache in den Nachtzügen München - Berlin und Berlin München gefahren. Am Vormittag jeweils ein paar Stunden in der Wehrmachtsübernachtung geschlafen, dann die beiden Städte gründlich besichtigt. Am 1.9.1941. anstatt zu schlafen nach Augsburg zur Einheit befohlen, Beförderung zum Unteroffizier, nachts wieder nach Berlin. 7.9. - 30.9.1941. Ruhiger Dienst, an manchen Tagen bis in die Lechauen ausgeritten. 1.10. - 2.10.1941. Versetzung zur Sturmartillerie. Augsburg - Nürnberg - Halle - Sturmartillerieschule Jüterbog südlich Berlin, weitere Versetzung Jüterbog - Halle - Erfurt -Meiningen - Schweinfurt. 3.10.1941.-13.2.1942. Sturmgeschütz Ersatz Abteilung 200 Schweinfurt/ Main. Umschulungslehrgang, Ausbildung zum Richtunteroffizier und Geschützführer, sturer Kasernendienst, viel Theorie, Übungen am Sturmgeschütz. Ein Sturmgeschütz war ein Panzer III ohne Turm, mit einer Kampfwagenkanone Kaliber 7,5cm kurz bis 1942 und 7,5cm lang ab 1943., einem Gesamtgewicht von 24 Tonnen und 4 Mann Besatzung: Panzerfahrer, Richtunteroffizier, Ladekanonier und Funker, Geschützführer. Geschützführer waren Unteroffiziere oder Wachtmeister, Zugführer Wachtmeister oder Offiziere. Die Sturmgeschützbatterien waren Heeresartillerie und wurden den Divisionen fallweise in den Brennpunkten zugeteilt, manchmal bei zwei Divisionen am gleichen Tag. Eingesetzt wurden die Sturmgeschütze als Infanteriebegleitartillerie und gegen Panzer und PAK. Es gab viele Übungen im Gelände mit Geschützen und Munitionsfahrzeugen. Die Lichtblicke waren aber die Funkübungen, die uns ins schöne Maintal bis Volkach und Bad Kissingen oder Würzburg und Kitzingen führten. Während der Traubenernte ist es uns da gut gegangen. Fliegeralarm gab es schon jeden Tag, aber abgeladen haben sie damals noch nicht, obwohl Schweinfurt eine Industriestadt war. Die Sturmartillerie war Großdeutschland. In meiner Stube waren ein Schlesier, ein Sudetendeutscher, ein Berliner, ein Holsteiner, ein Rheinländer, ein Schwabe und zwei Bayern. 23.10.1941. Gefechtschießen am Truppenübungsplatz Hammelburg. 22.12.1941. In Würzburg das Schloß, die Residenz und den Dom besichtigt. 24.12. - 25.12.1941.17h Mette in der Stadt. Abends in der Stube eine Kerze angezündet, eine Flasche Wein getrunken und ein Stück Kuchen von daheim gegessen - Heimwehstimmung - Wir waren nur ein paar Mann, da man bis 200km, über die Feiertage heimfahren konnte. 10.1. -22.1.1942. Winterausbildung am Truppenübungsplatz Wildflecken in der Röhn. Gefechtsübungen, Gefechtsschießen. Die Panzer erwiesen sich im Schnee als rutschgefährdete Schlitten, es war sehr kalt, wir hatten die ersten Erfrierungen. 23.1. -13.2.1942. Zur Marschbatterie versetzt, warten auf die Abstellung nach Rußland, 27 Unser Sturmgeschütz mit Langrohrkanone 26 ruhiger Dienst, aber große Unsicherheit. Russland: 14.2. - 24.2.1942. Ab nach Rußland. Schweinfurt - Hof - Dresden - einige Stunden Aufenthalt, Burg Zwinger und Residenzkirche besichtigt -Görlitz - Sagan - Glogau Lissa -Litzmannstadt - Koluszky -Warschau - Rembertov - Sieldce - Wolkovysk Baranowitsche -Minsk - Shlobin - Bobruisk - Gomel - Briansk - Karatschew -Orel. Das war die längste Bahnfahrt meines Lebens, mitten im Winter bei eisiger Kälte. Wir waren 43 Mann und hatten einen Waggon Winterbkleidung aus der Spinnstoffsammlung für die Fronteinheit dabei. Im Viehwaggon stand in der Mitte ein Ofen, geschlafen wurde auf dickem Stroh mit den Füßen am Ofen, an den Wänden stand cm dick der Rauhreif. In den großen Bahnhöfen waren zum Teil längere Aufenthalte und wir konnten in den Rotkreuz Stationen etwas Warmes, einen Kaffee oder eine Suppe bekommen und einigemale sogar dort schlafen. - Die Rotkreuzschwestern haben einen schweren Dienst geleistet. 25.2. -27.2.1942. In der Frontleitstelle Orel gewartet. Die LKW, die uns abholen sollten, sind wegen der Schneestürme nicht durchgekommen. 28.2.1942. Fahrt nach Bolchow, für 60 km Rollbahn 6 Stunden gebraucht, immer wieder Schneeschaufeln und Schieben. 3.Batterie, Sturmgeschütz Abteilung 202. Wir waren 3 Unteroffiziere bei einer Russenfamilie mit 3 Kindern mit Hungerbäuchen unter ärmlichsten Verhältnissen untergebracht, aber es war warm in der kleinen Hütte. Hier lagen Divisonsstäbe und der Nachschub an die Front ging wegen der Schneestürme und der Schneeverwehungen nur noch mit Schlitten oder Kettenfahrzeugen weiter. Auch die motorisierten Einheiten hatten Pferdestaffeln. 4.3. - 10.3.1942. Mit Kettenfahrzeugen Munition und Benzin auf den Stützpunkt Droschka bei Karada/Kowa an der Oka vorgefahren. 2km hinter der Front, Maschinengewehrfeuer, Granatwerfer und Artillerieeinschläge bildeten die Hintergrundmusik. Die paar noch stehenden Hütten waren mit Infanteriereserven total überbelegt. Nach zwei Tagen Stellungswechsel nach Kasminka zu einer Kampfgruppe mit zwei Sturmgeschützen. - Die ersten Läuse geknackt. - Vorne rumpelte es Tag und Nacht. Am Tag sind hier die Ratas (Doppeldecker) mit Bordwaffen am Werken, nachts werfen einzelne Flugzeuge Bomben ab. 11.3. - 12.3.1942. Feuertaufe bei der Sturmartillerie in Kriwzowo. Hier ist seit dem Winterrückzug aus Riasan südlich Moskau seit drei Monaten Stellungskrieg an der Oka. Von dem Dorf steht kein Haus mehr, ein paar Keller bieten etwas Schutz gegen Beschuß und Kälte. Die frisch eingetroffenen asiatischen Truppen greifen im Morgengrauen an und dringen in die Stellungen ein. Nach zwei Gegenstößen mußten sie die Stellungen mit schweren Verlusten wieder räumen. Da die Munition knapp war, konnten wir nur auf kurze Distanz schießen. Mein Nachbar hat einen T34 abgeschossen,wir ein PAK. Die russische Artillerie hat uns schwer zugedeckt, ich bekam einen Splitter an die Stirn, hatte aber nur einen blauen Fleck und eine Brandblase. (Der T34 war der Standardpanzer der Russen, mit einer Kanone Kaliber 7,62cm und war dem Sturmgeschütz in etwa gleichwertig. Wir haben ihn und er uns abgeschossen.) Nachts zurück nach Fadkewo und im Morgengrauen wieder vor. Die Russen haben mehrfach angegriffen und konnten mit schweren Verlu28 Russisches Dorf und «Rollbahn»-Straße während der Schlammzeit im Frühling. sten abgewiesen werden. Nachts wieder zurück nach Fadkewo. 13.3.1942. Ich wurde abgelöst und soll 6 Wochen an einem Lehrgang teilnehmen, solche Dinge gab es sogar an der Front. Bei Schneesturm mit Schlitten nach Kasminka und mit Munitionsfahrzeug zurück nach Bolchow. 16.3. - 24.3.1942. Beginn eines Kriegsoffiziersbewerberlehrganges, der schon nach einer Woche an den Realitäten des Krieges scheiterte. 25.3. -27.3.1942. Da die Schneeschmelze schon bald eintreten wird und dann alle Wege grundlos werden, wurde mit allen verfügbaren Kettenfahrzeugen Munition und Benzin auf den Stützpunkt Kasminka vorgefahren. 30.3. - 31.3.1942. Mit 3 LKW in Orel Bekleidung für die 112 Divison holen. Schneestürme, die Fahrt dauerte trotz des Einsatzes zahlreicher Schneepflüge und von tausenden Schneeschauflern, hauptsächlich Frauen, 10 Stunden. Die Rückfahrt verlief fast normal. Nach der Ankunft war Feiertag für mich, nach 6 Wochen gab es die erste Post von daheim. 3.4. - 5.4.1942. (Ostersonntag) Nocheinmal nach Orel Bekleidung holen. Am 4.4.1942. war die Rollbahn wegen Schneesturm gesperrt. Am 5.4.1942. sind wir nach Bolchow zurückgefahren und haben abgeladen. Zwei Stunden später mit Kettenfahrzeugen zum Stützpunkt Fadkewo vorgefahren. 6.4.1942. Ich sollte mit 2 Schlitten Munition und Benzin von einem vorgeschobenen Stützpunkt zur Kampfgruppe bringen, aber da war nichts mehr zu holen, das ganze Depot ist gestern Nachmittag durch Rata-Beschuß in die Luft geflogen. 7.4.1942. Vom Stützpunkt Fadkewo Munition und Benzin nach Kriwzowo vorgefahren. Vorne haben die Russen ihre Angriffe nach schwersten Verlusten eingestellt und sind über die Oka zurückgegangen. Es herrscht nur noch leichte Kampftätigkeit. 29 10.4. - 31.5.1942. Die Kampfstaffel wird abgelöst und nach Bolchow zurückverlegt. Ich bleibe allein mit Munition und Benzin am Stützpunkt Fadkewo zurück. Als erste Aktion habe ich Quartier möglichst weit weg von dem feuergefährlichen Depot gesucht. Verpflegt wurde ich bei einer Feldhaubitzbatterie. Die paar intakten Hütten waren ständig überbelegt, da die Infanteristen aus der vorderen Stellung fallweise kurz abgelöst wurden. Die armen Teufel konnten hier vier bis fünf Tage ausschlafen, sich waschen, den ärgsten Dreck von der Uniform kratzen, die Klamotten trocknen, Briefe schreiben und Läuse knacken. Hinter der Ortschaft war ein Fesselballon mit einem Artilleriebeobachter stationiert und von einer 2cm Flakbatterie geschützt. Bei Fliegerangriff sprang der Oberleutnant oft 4 bis 5mal am Tag mit dem Fallschirm ab. Der Ballon wurde mit Winden heruntergholt. Letzte Woche wurde der Ballon abgeschossen, die brennenden Fetzen hätten den Fallschirmspringer beinahe erwischt. Schon einen Tag später stand wieder ein neuer Ballon am Himmel. Mitte April hat die Schneeschmelze voll eingesetzt. Der Dreck wurde immer tiefer, die Dorfstraße war schon 10 Meter breit. Es kamen nur noch Pferde durch.Vorne aperten jetzt massenhaft gefallene Russen aus. Gefangene haben rund um Kriwzowo auf engstem Raum 1200 Tote zusammengetragen und eingegraben. Von meiner Batterie habe ich nichts mehr gehört. 30.4.1942. Ein Melder hat mir nach drei Wochen Post vorgebracht, 18 Briefe und 13 Päckchen a 100 Gramm. Anfangs Mai begann es langsam abzutrocknen, dazwischen immer noch Schneegestöber. Mitte Mai wurde es in ein paar Tagen grün. Am 20. Mai fuhren wieder die ersten Kraftfahrzeuge. 22.5.1942. Nach drei Wochen gab es wieder Post. Ich habe jetzt fast 7 Wochen am Stützpunkt verbracht. Es war eintönig und langweilig, beim Essenfassen habe ich immer wieder Nachrichten und neue Scheißhausparolen erfragt und hin und wieder eine Zeitung ergattert. Aber ich war fast ein Zivilist, ohne Vorgesetzte, ohne Zopf. Vorne war es relativ ruhig, bei den Fliegerangriffen ist zum Glück nicht viel passiert. 1.6. - 16.6.1942. Der Nachbarstützpunkt Kasminka wurde aufgelöst, ich bekam die Munition und den Benzin dazu. Gleichzeitig bekam ich drei Mann, um das explosive Zeug aus dem Häuserbereich auszulagern und zu tarnen. Vorne wird es wieder laut und die Fliegerangriffe nehmen zu. 17.6.1942. Alle Arbeit war wie üblich umsonst. Der Stützpunkt Fadkewo wird aufgelöst. Zehn LKW bringen Munition und Benzin zurück nach Bolchow. Der Barras hat mich nach mehr als drei Monaten wieder eingeholt. 22.6.-4.7.1942. Der Nachschub an Sturmgeschützen bleibt aus. Wir wurden an schweren Beute-Pakgeschützen, Kaliber 7,62cm, ausgebildet. Es waren Kruppgeschütze, die während des Hitler-Stalin-Paktes 1939 an die Russen geliefert wurden. 6.7.1942. Tag und Nacht schweres Artillerie- und Stalinorgelfeuer bis Trommelfeuer. Wir fanden Unterschlupf in einem guten Bunker, der nach einem Volltreffer bis auf die unterste Balkendecke abgedeckt wurde. Rundherum Einschläge, rechts von uns wurde eine vorgezogene Feldhaubitze getroffen, es gab Tote und Verwundete. In der Stellung vor uns gab es Angriffe und Gegenangriffe, aber die Stellungen konnten unter schweren Verlusten gehalten werden. 7.7.1942. Weiter schweres Artilleriefeuer. Gegen 10 Uhr beobachtete ich ein Panzerbereitstellung von 25 T34 und mehreren LKW in einer Mulde ca 1km vor uns. Das Angriffziel war noch unklar. Um 11 Uhr wurde das Artilleriefeuer zurückverlegt, der Angriff auf die vorderen Stellungen begann. Um 12 Uhr brachen 5 T34 links zwischen uns und einer 21cm Mörserbatterie durch. Die Infanterie ging zurück, 8 T34 stehen 150m vor unserer Stellung. Wir konnten 3 abschießen, dann bekamen wir 2 Treffer auf unser Geschütz. Von unseren 7 Mann sind 2 gefallen, einer ist am Hauptverbandplatz gestorben und 4 waren verwundet. Wir konnten durch einen Obstgarten zurückflüchten. Der hat uns wahrscheinlich das Leben gerettet, da die meisten Granaten in den Bäumen hinter uns krepiert sind. Nach einigen 100 Metern traf ich in einem mannshohen Roggenfeld auf zwei Verwundete von meinem Geschütz. Gleich darauf ging nach einer Salve der Stalinorgel ein Teil des Roggenfeldes links von uns inFlammen auf. Wir haben uns zu Dritt gestützt, der eine hatte Splitter im Gesicht, war aber noch gut zu fuß, ich hatte den Segen in der rechten Seite und der dritte in der linken Seite. Nach ca 1km konnte ich auf ein Pferdefuhrwerk aufsitzen. Weiter hinten hat mich dann ein Krad-Melder meiner Batterie übernommen und zum Hauptverbandsplatz Babinka gebracht. Dort war Verwundet: 5.7.1942. Alarm! Die Russen greifen an der Oka massiv an. Mit 4 Pakgeschützen und pro Geschütz 35 Schuß Munition vorgefahren. Bei drei Tieffliegerangriffen und einem Bombenangriff wurden 6 Mann verwundet, 2 Zugmaschinen und 1 Geschütz sind ausgefallen. Abends bei Plina, hinter der Infanterielinie in Stellung gegangen. Schweres Artilleriefeuer und laufend Tieffliegerangriffe. 30 Schlammschlacht. Menschenkraft macht den Munitions-LKW flott. 31 Massenbetrieb, die Ärzte hatten nur noch Papierverbände. Durch den Blutverlust bekam ich Schüttelfrost und konnte nicht mehr aufstehen. Die T34 kamen fast bis zum Hauptverbandsplatz durch und schössen schon in den Gegenhang. Da kam Angst und Panik auf. Die russischen Panzer haben in 10 Minuten unsere drei Pakgeschütze und die 21cm Mörserbatterie, die auch noch T34 im direkten Schuß erledigen konnten, zusammengeschossen. - Im Lazarett habe ich dann noch erfahren, daß ein T34,der unser Geschütz zusammenfahren wollte, darauf hängen geblieben ist und beim Gegenangriff abgeschossen wurde.- Unsere Kampfgruppe von 28 Mann hatte in den 3 Tagen 22 Tote und Verwundete und die gesamte Ausrüstung verloren. Durch Stuka-Angriffe und einem Gegenstoß von 30 Panzern der Korpsreserve konnte der Einbruch am Nachmittag, mit schwersten Verlusten auf beiden Seiten bereinigt werden. Die Russen verloren 22 Panzer. Am Nachmittag wurde ich mit einem LKW mit eingebauten Tragbahren nach Bolchow zurückgebracht und nachts mit einer leeren Munitionskolonne nach Orel zurückgefahren. Das war, vor allem für die Schwerverwundeten, eine fürchterliche Fahrt über 60km Rollbahn. 8.7. - 17.7.1942. Feldlazarett 156 Orel. Ärzte und Sanitäter sind schon drei Tage und Nächte im Einsatz. Alle Gänge und der Hof liegen voll mit Verwundeten und es kommen laufend neue aus der Schlacht im Orelbogen. Nach zwei Tagen kam ich unter Dach. Mein Befund lautete: 30 lOPfennig bis 5Markstückgroße Splitterverletzungen am rechten Unterschenkel, Oberschenkel, Unterarm, Oberarm und im Rücken, zahlreiche kleine Splitter in beiden Händen und Trommelfellzerreißungen. Außer einer Wolldecke besaß ich nichts mehr. In einem Mückennetz hatte ich mein Soldbuch, mein Tagebuch, mein Sackmesser und meinen Geldsäckel gerettet. Da ich meine Hände nicht gebrauchen konmnte, war ich voll auf fremde Hilfe angewiesen. Dienstverpflichtete Tänzerinnen des Oreler Baletts haben uns vorbildlich betreut. Vorerst wurden laufend Schwerstverletzte abtransportiert. 18.7. - 21.7.1942. Nachts in einem behelfsmäßigen Lazarettzug, zwei Bretter von Bank zu Bank, links und rechts ein Strohsack, verladen. Jetzt besaß ich schon ein Hemd und eine Decke. Orel - Briansk - Gomel - Minsk - Baranovitschi - Brest/Litowsk - Deblin/Irena. 22.7. -29.7.1942. Reservekriegslazarett Stenzyca, eine saubere, helle, polnische Kaserne mit freundlichen Rotkreuzschwestern. Mein Fuß war stark angeschwollen, das Röntgenbild zeigte einen ziemlich großen Splitter zwischen Schienbein und Wadenbein, ich bekam eine Schiene. Die Ohren machten aber viel mehr Schwierigkeiten als die Wunden. Beim Reinigen der mit Blut gefüllten Ohrgänge bekam ich massive Gleichgewichtsstörungen. - An meinem Geburtstag, am 29.7.1942., haben mir die Schwestern Kakao und Keks gefüttert. 30.7. -1.8.1942. In einen Lazarettzug mit weißen Betten verladen. Deblin/Irena - Radom - Kattowitz - Hindenburg - Gleiwitz -Neiße - Kamenz - Königszelt - Dresden - Plauen - Hof -Lichtenfels - Haßfurt - Schweinfurt - Würzburg Aschaffenburg. 2.8. - 7.10.1942. Reservelazarett Aschaffenburg, Luisenschule. Gute Betreuung, nach 3 Wochen sind die Ohren langsam abgeheilt. Rechts war das Hörvermögen stark eingeschränkt. Es gab viel Fliegeralarm, aber keine Bomben. Langsam wird man wieder ein normaler Mensch.32 20.8.1942. Der große Splitter wurde herausoperiert. 31.8.1942. Verleihung des EK I für den Einsatz im Orelbogen. Verleihung des Verwundetenabzeichens. Anfangs September erster Ausgang, Mitte September nach Dorf/Kassel und später nach Mittelgründau gefahren und die Quartierleute vom Winter 1940/41 besucht. - Der Fuß macht immer noch Schwierigkeiten. Urlaube: 8.10. - 30.10.1942. Entlassung aus dem Lazarett und Genesungsurlaub. Aschaffenburg - Hanau - Frankfurt - Stuttgart - Bregenz. Es gab eine große Ansammlung von Genesungsurlaubern, Fronturlaubern und Sonntagsurlaubern.: Schedler Edelbert, Kaplan Giesinger, Geiger Emil, Klocker Armin, Füchsl Manfred, Herburger Georg, Köb Vinzenz, Höfle Heinrich, Kalb Alfons, Köb Erna, Rohner Siegfried und Thaler Sigbert. Zufällig habe ich Hans Kohler vom Wehrkreiskommando getroffen, der mich über die Möglichkeiten eines Studienurlaubes für Forstwirte und eines Ernteurlaubes informierte. Gleich um einen Ernteurlaub angesucht, der vom Ortsbauernführer befürwortet wurde, aber der Urlaubschein kam zu spät und ich mußte einrücken. Bregenz - Innsbruck - München - Regensburg - Hof - Dresden -Brieg - Neiße/Oberschlesien. Genesenden Batterie, Sturmgeschütz Ersatz Abteilung 300. 30.10. - 20.11.1942. In Neiße noch am gleichen Tag den Urlaubschein für den Ernteurlaub bekommen und noch in der Nacht abgefahren. Obsternte, Mosten, Düngen, Holz machen. Beim Einrücken am 20.11.1942. am Bahnhof Breslau Franz Amann (Postmeisters) getroffen. Gerade ein Bier miteinander getrunken, dann mußten wir wieder zu unseren Zügen. 21.11. -1.12.1942. Genesenden Batterie Sturmgeschütz Ersatz Abteilung 300. 23.11. -1942. Ein Ansuchen um Studienurlaub gestellt, es kommen aber nur Leute in Frage, die gvh (garnisonsverwendungsfähig Heimat) sind. Ein junger Truppenarzt schreibt mich kv (kriegsverwendungsfähig) - Aus der Traum .24.11. - 25.11.1942. Wachhabender, der Fuß ist in den 24 Stunden stark angeschwollen. Der junge Arzt ist versetzt worden, sein Nachfolger ist ein älterer Herr. Der mir gut gesinnte Sanitäter, ein Medizinstudent, hat den kv-Bescheid verschwinden lassen und mich neuerlich zur Untersuchung bestellt. 26.11.142. Der Arzt schreibt mich auf Grund des schlechten Fußes und väterlicher Gefühle drei Monate gvH. Sofort ein neues Gesuch geschrieben. 30.11.1942. Rapport beim Kommandeur, Hurra, der Urlaub ist trotz Stalingrad, genehmigt. 2.12.1942. - 2.4.1943. Studienurlaub in Wien. Mit meinem Kameraden Rudi Kriznic aus Wien, der Landwirtschaft studierte, noch in der Nacht nach Wien abgefahren. Neiße - Kamenz - Glatz - Brunn - Wien. Es verband uns dann eine 47 jährige Kameradschaft und Freundschaft, die 1990 durch seinen Tod beendet wurde. 4.12.1942. An der Hochschule für Bodenkultur, Forstwirtschaft inskribiert. Damals wurde Wien erst ab 23 Uhr verdunkelt, an Fliegerangriffe dachte noch niemand. Das Studium haben wir wegen der Frontlage, der Schlacht um Stalingrad, nur zaghaft angefangen, da wir jeden Tag mit der Rückholung rechnen mußten. 33 Stalingrad ist am 3.2.1943. gefallen. Wir waren praktisch Zivilisten in Uniform und mußten in den 4 Monaten nur zweimal zu einem Zählapell und Befehlsempfang erscheinen. Bei der Stadtkommandatur war ein Leutnant Raschke für uns ca 2000 Studienurlauber zuständig. Er hat uns sehr großzügig bei der Quartierbeschaffung beraten und uns billige Theaterkarten und viele andere kleine Annehmlichkeiten verschafft. Als Vorarlberger erhielt ich drei Zwischenurlaube vom 20.12.1942. - 4.1.1943., vom 2.3. -19.3.1943. und vom 28.3. - 31.3.1943., die nicht ins Soldbuch eingetragen wurden. Wir haben diese unerwarteten und fast unglaublichen Vergünstigungen mit großer Begeisterung wahrgenommen und haben Theateraufführungen in der Staatsoper, der Volksoper, im Burgtheater, im Volkstheater, im Theater in der Josefstadt, im Redutensaal, im Ronacher und im Apollo besucht. Selbstverständlich habe ich auch viele Sehenswürdigkeiten zwischen Stephansdom und Klosterneuburg und vom Riesenrad bis zum Kahlenberg gesehen. Wir haben aber nach einer Anlaufzeit auch studiert und zwei Prüfungen abgelegt. In dieser Zeit hat Schedlers Edelbert seine Gesichtsoperationen im Rudolfspital durchgmacht, Köb Alwin war als Sanitäter in Wien und meine Cousine Eva Böhler aus Bregenz hat als Arbeitsmaid in Wien gedient. Wir haben manchen lustigen Ausgang und Theaterbesuch miteinander unternommen. Als Studienurlauber bekamen wir 100 Reichsmark pro Monat, das war damals viel Geld. Der gelbe Straßenbahnfahrschein für Kinder, Soldaten und Hunde kostete 15 Pfennige. Das waren geschenkte 4 Monate mitten im Krieg und wir waren dankbar für diese unverhoffte Fügung. Nach dem Krieg haben wir erfahren, daß unser Betreuer Raschke zur Wiederstandsgruppe des Majors Szokoll gehörte. Er wurde nach Verrat als Oberleutnant, zusammen mit Major Biedermann und Leutnant Huth, während der Kämpfe in Wien, in Floridsdorf Am Spitz, öffentlich von der SS an einer Hinweistafel der Straßenbahn aufgehängt. 1.4. - 2.4.1943. Von daheim wieder zur Genesendenbatterie eingerückt. 13.4. - 4.5.1943. Zur Marschbatterie versetzt, nicht viel los, stur warten. 5.5. - 9.5.1943. Versetzung zur Neuaufstellung der selbsständigen Sturmgeschütz Batterie 741. Neiße - Breslau - Frankfurt/Oder - Berlin - Jüterbog. Die Batterie liegt in Kloster Zinna bei Jüterbog in Privatquartieren. Finnland: 10.5. -17.5.1943. In eineinhalb Stunden marschbereit, ein Leutnant, zwei Unteroffiziere und ein Obergefreiter gehen als Vorkommando nach Nordfinnland. Jüterbog - Berlin - Güstrow - zurück nach Berlin. Da unser Obergefreiter ein Berliner war, haben wir uns beidemal in Berlin Zeit gelassen und sind ordentlich ausgegangen. Insterburg - Tilsit - Memel - Mitau - Riga - Walk - Reval. Schöner Stadtkern mit Schloßberg, alten Kirchen und russischer Kathedrale. Mit dem Handelsschiff Bremerhafen in 8 Stunden bei völlig ruhiger See nach Hangö übersetzt. Weiter mit der Bahn Turku - Tampere - Oulu - Kemi - Rovaniemi. 18.5. -19.5.1943. Im Hauptquartier der Finnlandfront gemeldet und im Edelweißlager geschlafen. Am Polarkreis den vollmotorisierten Soldatensender Rovaniemi besichtigt. 20.5. - 22.5.1943. Mit der Bahn zurück nach Oulu und dort in der Frontleitstelle 2 Tage 34 auf eine Fahrgelegenheit gewartet. Die Stadt und den Hafen besichtigt. - Die Oberschwester des Soldatenheimes wurde unter großem Hallo als Mitschülerin eines Kameraden vom Vorkommando identifiziert. So haben wir zwei nette Abende mit den Rotkreuzschwestern aus Schleswig/Holstein mit Musik und Grog gefeiert. 23.5. - 24.5.1943. Mit Bus LKW und Kübelwagen, Oulu - Taivalkoski - Kuusamo Kananainen. Das sind 400km an die Front. 25.5. - 2.6.1943. Im Korps Hauptquartier der Kiestinki Front gemeldet und die weiteren Dinge abgewartet. Hier waren wir gut untergebracht, es hat uns niemand gestört und verpflegt wurden wir wie die hohen Tiere. 3.6. -7.6.1943. Inzwischen ist die Batterie auf dem Seeweg von Danzig in Oulu eingetroffen und nach Kiminki, 20 km von Oulu verlegt worden. Wir sind die 400 km mit zwei VW Kübelwagen zurückgefahren, sind in Kiminki durchgefahren und haben die Schwestern noch einmal besucht. Am Nachmittag haben wir uns dann bei der Batterie gemeldet, unsere Geschütze übernommen und wieder Dienst gemacht. 8.6. -14.6.1943. Wegen eventueller Fliegerangriffe in 60 bis 80 km Nachtmärschen an die Front vorgefahren. Kiminki - Putasjärvi - Taivalkoski - bei einem Waldbrand eingesetzt - Kuusamo, hier wurde uns eine Flak Batterie zugeteilt - Kananainen - Waldlager Kokosalmi. 15.6. - 5.9.1943. Das Waldlager ist erst halbfertig, aber die Baraken haben bereits Dächer. Lagerausbau, Splittergräben bauen, Bunker bauen, holzschlägern für Geschützunterstände, dazwischen Barrasspinnerei, fischen und fischeräuchern - Mücken - Mücken Mücken. 16.6.1943. Zwei Gebirgsjägergenerale besichtigen die Sturmgeschütze 25.6.1943. Zur Waldbrandbekämpfung eingesetzt. Anfang Juli können die Pritschen bezogen werden, wegen der Läuse ohne Stroh. Mitte Juli wurden die Heidelbeeren reif, das war eine gute Zubuße zur kargen Kost. Jetzt am Höhepunkt der hellen Nächte konnte man auch baden gehen, Seen gab es ja rundum. Geländeübungen wurden nur drei- bis viermal durchgeführt, im Sumpfgelände und auf den Granitbuckeln gab es mehr Schäden als im Fronteinsatz. 17.7. 1943. Generaloberst Dietl kommt zur Besichtigung, klettert in einem Geschütz herum und verteilt Zigaretten, Schokolade und Schnaps. 21.7.1943. Ein russisches Kommando greift das Lager an, bei uns fällt der Obergefreite vom Vorkommando, die Russen verlieren einen Toten und einen Gefangenen. Auf einer einzelstehenden hohen Kiefer, auf einem Felsbuckel war ein Beobachtungsstand. Ich bin dort manche Stunde mit dem Posten gesessen und habe in die Runde geschaut. Rundum war Wald, soweit das Auge reichte, dazwischen über 30 Seen, zivile Gebäude waren nur drei zu sehen. Den Städtern hat das zum Teil nicht gut getan, sie haben den Urwaldkoller bekommen. Zur Abwechslung gab es Fußdienst, Härtetraining, Biwakieren im Sumpfgelände etc. Der kurze Sommer geht zu Ende, die Nächte werden wieder dämmerig. Vom Krieg haben wir nicht viel gemerkt, außer ein paar Fliegerangriffen. Wir sollten ja erst im Winter über die gefrorenen Seen eingesetzt werden. 15.8.1943. Im Korps Hauptquartier Kananainen habe ich meinen Nachbarn Kaufmann Johann getroffen. 35 2.9.1943. Ein schwerer Reif, die Birken wurden gelb. Bei unserer Ankunft Ende Mai ist gerade das Eis auf den Seen aufgegangen. - Ein kurzer Sommer. 6.9. -12.9.1943. Heimaturlaub, mit LKW und Omnibus die 400 km zurück nach Oulu gefahren und dann mit der Bahn weiter. Seinejoki - Tampere - Turku - Hangö. Mit dem Handelsschiff Nordenham fuhren 1200 Urlauber bei spiegelglatter See nach Reval. 13.9.1943. In Reval den Urlaubsschein für 24 Tage und 6 Reisetage bekommen. Reval Walk - Riga - Mittau - Libau - Grottingen -Insterburg - Königsberg -Frankfurt/Oder Halle - Nürnberg -Augsburg - Bregenz an 16.9. 0,45. 27.9. -1.10.1943. Telegramm, Urlaub abbrechen, Einrücken nach Königsberg. Bregenz - München - Nürnberg - Halle - Frankfurt /Oder -Königsberg. Bei der Stadtkommandatur gemeldet und weitere Befehle abgewartet, die Stadt besichtigt, und in der Oper Hochzeit des Figaro und Waffenschmied besucht. Mit Mädchen ins Gespräch gekommen, die Nachkommen von vertriebenen Salzburger Protestanten waren. 2.10. -5.10.1943. Ab nach Danzig/Neufahrwasser und dort weiter warten. Die Stadt besichtigt und im Stadttheater Gasparone besucht. 6.10. -10.10.1943. Gegen Abend läuft das größte deutsche Handelsschiff Neidenfels ein. Die Batterie wurde mit anderen Einheiten in Oulu verladen und ist auf dem Seeweg nach Danzig gekommen. Die Mannschaften gehen von Bord, die nächsten zwei Tage wird das Gerät ausgeladen. Am 9.10. mittags erfolgte ein schwerer Luftangriff von über 90 viermotorigen Bombern, das Hafenglände wurde schwer getroffen, auf der Neidenfels wurde ein Flakgeschütz samt Bedienung vernichtet. Bei uns war nur ein Waggon mit Munition beschädigt. 11.10. - 2.12.1943. Bahnverladung, Danzig - Dirschau - Königsberg - Deutsch/Eytkau Wirballen - Wilna. 15.10. - 31.10.1943. Beim Barras war vieles möglich, ich konnte den abgebrochenen Urlaub fortsetzen. Wilna - Kauen - Wirballen - Königsberg - Frankfurt/Oder -Berlin - Halle - Nürnberg Augsburg - Bregenz. Vom 18.10. bis 28.10. daheim. Rückfahrt über München - Regensburg - Plauen -Leipzig - Berlin - Königsberg - Wilna. 1.11. - 2.12.1943. Kasernenbetrieb in Wilna. Stadt besichtigt, mit Blitzmädchen (Nachrichtenhelferinnen) ein Batteriefest gefeiert, in der Oper Madame Butterflay, Rigoletto und La Traviata gesehen. Winterkrieg und Rückzug in der Ukraine: Alarm!.Bahnverladung, Wilna - Grodno - Bialystok Brest! Litowsk- Kowel - Kiwerse Rowno - Schepetowka -Berditschew - Kasatin. 6.12. - 23.12.1943. Weitermarsch auf der vereisten Rollbahn Kasatin -Rushin Schmerowka - Skwira - Biala/Cerca, südlich Kiew. Rege Fliegertätigkeit, die Russen greifen am Tag mit Bordkanonen und nachts mit Bomben an. Mehrere Luftkämpfe gesehen. Dann ruhiges Leben auf einem Stützpunkt. 24.12.1943. Ein Kraftfahrer brachte ein paar kleine Fichtenäste mit. Wir haben aus vier kleinen Ästen und einem Stecken mit Faden einen kleinen Christbaum gebastelt. Es gab Post und Päckchen von daheim und als Sonderverpflegung Schnaps, ein paar Kekse und eine Tafel Schokolade. Es herrschte gedrückte Stimmung. 25.12.1943. -19.4.1944. Die Russen greifen auf breiter Front an und brechen durch. Der große Winterrückzug beginnt, Biala/Cerca - Skwira - Rushin - Kasatin, ein unvorstellbares Durcheinander, wir beziehen immer wieder Sicherungsstellungen an der Rollbahn nach Kiew und werden ohne Feindberührung weiter zurück verlegt. 28.12.1943. Schwere Einsätze östlich Kasatin, einen T34 mit aufgesessener Infanterie auf 200 m abgeschossen, ein eigenes Geschütz ging verloren, die Besatzung kam durch. Am Abend weitere Panzerduelle. 29.12.1943. Nach einer Stunde Schlaf, Alarm! Rückzug unter Beschuß. Gegen Morgen war die Batterie und der Troß vor Kasatin eingeschlossen. Kurze Umgruppierung, zwei Sturmgeschütze, dazwischen einige LKW, dann wieder zwei Sturmgeschütze u.s.w. und im Morgengrauen Durchbruch durch die russischen Infanteriestellungen an den Südrand von Kasatin. Dabei ist nur ein VW-Kübelwagen verlorengegangen. Dann den ganzen Tag Einsätze gegen Infanterie und Pak. 30.12.1943. In schwerem Granatwerfer- und Pakfeuer Gegenangriffe bei Kasatin. Der Batterieschef und ein Richtunteroffizier sind gefallen, drei Mann wurden verwundet. Nachts haben wir die beiden Toten in einer aus dem gefrorenen Boden gesprengten flachen Mulde notdürftig begraben. 31.12.1943. Wieder einige Gegenangriffe gefahren und die Stellungen gehalten. Am Abend nach einer kurzen Ruhepause wieder Alarm, die Russen sind schon im Dorf, einige T34 schießen auf kurze Distanz. An einem Hang sind unsere letzten zwei Geschütze auf der Eisfahrbahn hängengeblieben. Wir legten die Ersatzkettenglieder unter und zogen sie immer wieder nach vorn. So konnten wir Meter für Meter den Hang 37 Winterrückzug 36
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Heimat_Wolfurt_..._Nove Wolfurt 01.11.1988 19.11.2012, 18:20 Heft 2 Zeitschrift des Heimatkundekreises Nov. 88 Handwerker. «Schnidarles» Schreinerei an der Schulstraße 1912. Meister und Gesellen arbeiteten bei gutem Wetter im Freien. Inhalt: 4. Entwicklung der Wirtschaft I. (Volaucnik) 5. Hofsteiger Bauern (Heim) 6. Auf dem Weg zum März '38 — Wolfurt in den 30er Jahren (Natter) Gewerbe im vorigen Jahrhundert DIE AUTOREN: Mag. Christoph Volaucnik, geboren 1960 in Bregenz, hat seine Jugendjahre in Wolfurt verbracht und wohnt jetzt in Bregenz. Er hat Geschichte studiert und arbeitet im IndustrieArchiv in Feldkirch. Siegfried Heim, geboren 1931 in Wolfurt und hier auch ansässig, ist Hauptschuldirektor und betreut das Wolfurter Gemeinde-Archiv. Alexander Natter, geboren 1952, ist in Wolfurt aufgewachsen und wohnhaft. Er ist Lehrer an der Berufsschule in Bregenz und leitet in Wolfurt das Katholische Bildungswerk. Die Bilder: Reproduktionen von Hubert Mohr aus «Wolfurt in alten Bildern», 1983, und Nachdrucke aus Ernst Mummenhoffs «Der Handwerker», 1924; und aus privaten Sammlungen. Unter diesem Titel hielt Mag. Volaucnik am 27. September 1988 einen Vortrag im Kultursaal, der den Zuhörern die Veränderungen der Einnahmequellen der Bevölkerung im Laufe der Zeit bewußt machte. Wir beginnen heute mit dem Abdruck des Manuskriptes. Der Leser möge nicht vergessen, daß das arme Bauerndorf Wolfurt im Jahre 1809 nur 1.143 Einwohner und auch 1880 erst 1.623 Einwohner zählte, während die industrialisierte Marktgemeinde heute fast 7.000 Einwohner beherbergt. Christoph Volaucnik I. Wirtschaft 1.1 Landwirtschaft Die Landwirtschaft bildete im 18. und 19. Jahrhundert für den größten Teil der Bevölkerung den Haupterwerbszweig und prägte die Lebenssituation, den Alltag und die Sozialstruktur des Dorfes. Im letzten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts kam es in der Agrarstruktur der Hofsteiggemeinden zu einem Umbruch. Während Jahrhunderten erfolgte der Getreideanbau in gemeinschaftlichem Feldbetrieb und wurde die Weide gemeinsam benützt. In Wolfurt, wie übrigens auch in den anderen Hofsteiger Gemeinden, wurde eine Dreifelderwirtschaft geführt, die auf einem Wechsel von Anbau und Brache aufbaute. Im 18. Jahrhundert gab es in Wolfurt 4 bedeutende Felder:1 das Unterfeld, das hochgelegene Oberfeld, das Weidach- und das Flotzbachfeld. In einem Turnus wurde das Brachfeld auf dem Unterfeld und dem Oberfeld abgewechselt, während die anderen Felder mit Korn und Hafer bebaut wurden. In einem Bericht von 1793 wurde der Erdäpfel- und Türkenanbau als nachteilig für das Dreifeldersystem bezeichnet. Der Türken wurde damals fast nur auf dem Brachfeld gepflanzt und der vermehrte Anbau dieses immer wichtiger werdenden Nahrungsmittels setzte dem uralten Dreifeldersystem ein Ende. Eine Weide in den Feldern war durch den Türkenanbau nicht mehr möglich, sodaß es 1792 zur Aufhebung der Weide im Gebiet der Gemeinde Wolfurt kam. Diese Aufhebung der Weide erfolgte nach einer geheimen Abstimmung am 24. August 1791. Trotz des klaren Ausgangs der Abstimmung beschwerten sich die Mehrerauer Lehensbauern beim Abt der Mehrerau, daß sie durch die Aufhebung der Weide ihre Felder nicht mehr instandhalten können, da ihre Felder zu weit auseinanderliegen. Über den Umfang des Ackerbaus, die für den Ackerbau verwendete Grundfläche und die Ernteergebnisse sind leider nur wenige Unterlagen vorhanden. Als einzige brauchbare Quelle stehen die Erinnerungen des Feldvermessers und letzten Klosterammanns der Mehrerau, Mathias Schneider, zur Verfügung. Er erwähnte für 1814 folgende Getreidearten mit bebauter Fläche:2 Vesen Hafer Roggen Weizen 77 34 3 0 Jauchart Jauchart Jauchart Jauchart Gerste 5 Jauchart Erdäpfel 49 Jauchart Hanf 9 Jauchart Türken 77 Jauchart (Anmerkung: Ein Jauchart entspricht in Hofsteig 44,59 Ar) 3 Herausgeber: Heimatkundekreis Wolfurt Für den Inhalt verantwortlich: Siegfried Heim, Funkenweg 11, 6922 Wolfurt Satz und Repro: Norbert Mayr, 6922 Wolfurt Druck: Adolf Lohs Ges.m.b.H., 6922 Wolfurt Besitzer von n-Kühen Jahr 1785 1794 1846 1888 Besitzer Total 148 139 288 213 Kühe Total 317 343 358 426 1 28 27 98 2 86 61 82 3 28 28 22 4 11 11 2 5 3 8 2 6 1 2 2 2 7 Durchschnittliche Zahl pro Besitzer 2,26 2,10 1,70 2,00 Prozentzahlen Kühe 1785 1794 1846 1880 1 14,2 19,4 47,1 2 61,4 43,8 39,4 3 14,2 20,1 10,5 4 7,8 7,9 0,9 5 2,1 5,7 0,9. 6 0,7 1,4 0,9 Weizenschnitt mit Schnidarles Rudolf und seinen Helfern 1940 im Ried Ein weiterer Hinweis findet sich in den Erinnerungen des Malers Engelbert Köb, der über seine Jugendzeit berichtet.3 Für die Zeit 1870-80 gibt er an, daß die Felder zwischen Wolfurt und Lauterach, auf denenjetzt geheut wird, mit Hanf, Hafer, Weizen, Gerste und Türken bebaut waren. Er berichtet, daß man im Spätsommer vor lauter Türken in den Feldern den Himmel nicht mehr gesehen habe. Köb gibt also selbst den Hinweis, daß sich ab 1870 die Landwirtschaft von Getreideanbau zu reiner Viehzucht gewandelt habe. Diese Umwandlung dürfte mit der Einfuhr billigen Getreides nach Eröffnung der Vorarlbergbahn und der Arlbergbahn in engem Zusammenhang stehen. Gegen diese billigen Importe war der Anbau in Vorarlberg nicht mehr konkurrenzfähig, während die Nachfrage nach gutem Vieh und Milchprodukten gestiegen sein dürfte. Neben dem Ackerbau waren die Viehzucht und die Milcherzeugung eine wichtige Einnahmequelle und Ernährungsgrundlage der bäuerlichen Bevölkerung. Es wäre aber verfehlt, die heutige Viehzucht mit Hochleistungsrindern als Bezugsrahmen für die Landwirtschaft des 18. und 19. Jahrhunderts zu nehmen. Kleinbäuerliche Substinenzwirtschaft dominierte die Landwirtschaft, da die Erträge aus der Milcherzeugung in der Selbstversorgung der Bauernfamilien aufgegangen sein dürfte. Die Bauern verfügten in der Regel nur über ein bis zwei Kühe, sodaß ein Verkauf der Milcherträge bzw. des Tieres kaum möglich war. Anhand der Angaben in den Vermögenssteuerbüchern von 1785, 1794 und 1846 können folgende Angaben über die Betriebsgrößen nach Kuhbesitz gemacht werden:4 4 Interessanterweise ändern sich die Betriebsgrößen und die durchschnittliche Zahl der Kühe pro Besitzer in diesen knapp 100 Jahren kaum. Einen kleinen Einbruch gibt es nur im Jahre 1846 als der Durchschnitt auf 1,7 Stück pro Besitzer abfiel. Bei einer genaueren Durchsicht der Steuerbücher fällt unter der Bauernschaft eine kleine Gruppe von «Mittelbauern» auf, die über 4 bis 5 Stück verfügen. Im Dorf gab es aber nur wenige «Großbauern», die neben einem sehr großen Viehbestand auch über beachtlichen Grundbesitz verfügten. Die wenigen bedeutenden Bauern hatten auch Alprechte im Bregenzerwald für die Sommerung ihres Viehs. Während 1785 nur die zwei reichsten Bauern im Dorf Weiderechte am Hirschberg hatten, werden 1794 bereits 8 Bauern genannt, die über Alpweiderechte verfügten, wobei 3 auf die Alpe Hirschberg, 4 auf die Alpe Ries und 1 auf die Alpe Kreyen (Egg) fallen. Auch die Handwerker besaßen Vieh und landwirtschaftliche Fläche. Neben den Kühen gab es in der Landwirtschaft natürlich weiteren Viehbesitz, der sich im ausgehenden 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts stark vermehrte. Dazu einige Zahlen:5 Jahr 1807 1869 1880 1910 1923 Pferde 46 56 38 88 56 Rinder 49 Kälber 36 178 249 314 Schafe 2 20 35 248 Ziegen Schweine Stiere 1 5 1 19 113 406 12 235 209 192 427 206 5 Seit der Jahrhundertmitte kam es zu Verbesserungen in der Landwirtschaft Vorarlbergs. Der Vorarlberger Landwirtschaftsverein versuchte, durch Vorträge, Kurse und Ausstellungen die Bauern über die Errungenschaften der modernen Agrarwirtschaft zu informieren. Wie aus den Jahresberichten und dem Wochenblatt des Landwirtschaftsvereins hervorgeht, wurden auch in Wolfurt Vorträge von Wanderlehrern des Landwirtschaftsvereins abgehalten. Aus diesen Vorträgen entwickelte sich in einigen Vorarlberger Gemeinden Landwirtschaftliche Fortbildungsschulen. Auch in Wolfurt wurde von Wendelin Rädler 1869 die Gründung einer solchen Schule erörtert. In der Gemeindesitzung vom 11.6.1869 wurde dieser Antrag abgelehnt. Im Protokoll wurde dazu folgendes vermerkt: «(diese Schule) ist im Volk unbekannt und nicht für notwendig erachtet, da die Landwirtschaft regelmäßig betrieben wird.»6 Einen bedeutenden Fortschritt für die Wolfurter Landwirtschaft bedeutete die Gliederung der Sennereigenossenschaft im Jahre 1871. Diese Genossenschaft begann mit 34 Mitgliedern und verarbeitete in ihrer ersten Arbeitsperiode 47.513 Maß Milch. Im Betriebsjahr 1874 hatte sich der Mitgliederstand auf 48 Personen erhöht und 53.210 Maß Milch wurden zu 4.825 Pfund Butter, 9.212 Pfund Käse, 4.826 Pfund Zieger und 39.906 Maß Molke verarbeitet.7 und Geräte. So wurde im Jahresbericht des Landwirtschaftsvereins angegeben, daß der Mechaniker Fischer 6 Getreideputzmühlen mit Handbetrieb und der Mechaniker Dür 5 Dreschmaschinen, 4 Getreideputzmaschinen und 5 Strohstühle im Berichtsjahr 1871 erzeugt hatten.9 Es wurden durch die Gemeinde auch der Obstanbau und die Bienenzucht gefördert. 1897 wurde in einer Gemeindeausschußsitzung über den Nutzen des Obstanbaus diskutiert und festgestellt, daß dieser «für die Lehrpersonen ebenfalls lohnend wäre in die Hand genommen und mit den Schülern praktiziert werden solle .. .»10 Wendelin Rädler erreichte, daß die Gemeinde für die Bepflanzung der Gemeindegründe 50 Birnenbäume bestellte und einpflanzen ließ." Rädler war auch der Initiator einer Gemeindebaumschule, die der Bevölkerung die theoretische und praktische Obstbaumpflege näherbringen sollte. Er konnte 1899 die Verwendung der Inselgründe als Gemeindebaumschule im Gemeinderat durchsetzen. Diese Obstbaumpflanzungen sollten das Ortsbild von Wolfurt in unserem Jahrhundert entscheidend prägen. Das nunmehr vorhandene Obst hatte nicht nur als Grundsubstanz für den Most eine Bedeutung, sondern war für die Nahrungs- und Vitaminversorgung der Bevölkerung wichtig. 1897 wurde auch von den Lehrern und den Lehrschwestern für Anschauungsszwecke ein Bienenhaus errichtet, um die Schüler praktisch in die Bienenzucht einzuführen. Die Unkosten für die beiden Bienenhäuser wurden mit Gemeindemitteln bestritten.12 1.2 Handwerk Über die Geschichte und die Bedeutung des Wolfurter Handwerks im ausgehenden 18. und 19. Jahrhundert haben sich nur wenige Quellen erhalten. Bei der Darstellung der Handwerksgeschichte des Dorfes sind wiederum die Vermögenssteuerbücher 1755, 1771, 1785, 1794, 1816 und die Erwerbssteuerverzeichnisse von 1838 und 1881 als Quellen heranzuziehen.1 Aus diesen Steuerbüchern wurde folgende Strukturdarstellung des Handwerks versucht: 1755 3 1 1771 1 1 1 1 1785 1 2 2 1 1794 1 1 1 1 3 2 1 3 1838 4 3 1 3 3 1 1 1 4 1 3 2 1846 2 3 1 1 1 1 1 3 2 5 1 1881 5 1 3 3 1 2 3 2 1 5 3 1 1 7 Metall Nahrung Bau Auch der Viehbestand in Wolfurt stieg ab 1870 enorm an. Die Gemeinde unterstützte diese intensive Viehzucht mit dem Ankauf von Zuchtstieren. Einzelne Bauern erhielten für den Ankauf des Zuchtstiers von der Gemeinde das Geld, mußten das Tier den Gemeindeangehörigen aber zur Verfügung stellen. 1873 wurden beispielsweise wegen der ungenügenden Zahl von Stieren und der ständig steigenden Zahl an Rindern und Kühen von der Gemeinde 4 Stiere eingekauft.8 Die in Wolfurt ansässigen Mechaniker und Schlosser verfertigten besonders für die Landwirtschaft Maschinen 6 Schmied Schlosser Mechaniker Müller Bäcker Metzger Melber Zimmermann Schreiner Steinmetz Maurer Ziegler Glaser Spengler Ofensetzer 2 2 2 1 1755 Textil Leder Weber Schneider Schuster Strumpfwirker Sattler/Tapezierer Gerber Stricker Seiler Hafner Wagner Drechsler Küfer Barbier/Friseur Stickferker 2 1 2 1771 1 2 2 1785 1794 1 2 1 3 1838 1 2 1 1846 1881 1 3 4 1 10 1 1 2 1 1 1 1 1 4 1 1 1 1 1 1 2 - 2 Wie man in der Tabelle sieht, war die Berufsstruktur im ausgehenden 18. Jahrhundert auf die Bereiche Metall-, Holz-, Leder- und die in einem eigenen Kapitel noch zubehandelnde Textilverarbeitung beschränkt. Eher gering ist der Bereich Nahrungsmittelgewerbe vertreten. Die im 19. Jahrhundert steigende Zahl der Schmiede und Schlosser dürfte mit der Nachfrage nach technischen Erzeugnissen für den landwirtschaftlichen Bedarf erklärt werden. Zu einer Auffächerung der Berufsstruktur im Baugewerbe kam es erst im 19. Jahrhundert (Glaser, Ziegler, Maurer). Die Entwicklung dürfte mit dem allgemeinen Bevölkerungswachstum und dem erhöhten Bedarf an Wohnhäusern im 19. Jahrhundert zusammenhängen. Als eine neue Berufsgruppe im Baugewerbe werden im Steuerbuch von 1846 die Ziegler genannt. Der bedeutendste und vermögendste Ziegler war 1846 Josef Anton Schertler, der über sehr beachtlichen Grundbesitz im Schätzwert von 8.750 Gulden, über Kapitalbesitz von 7.370 Gulden und einen Viehbestand von 3 Kühen und 2 Pferden verfügte. Als wichtigster Besitz in der VermögensaufstellungSchertlerswird jedoch sein Kalk-und Ziegelofen genannt. Eine weitere Ziegelhütte war in den Händen von 2 Besitzern, die ihren Anteil an der Hütte mit 250 Gulden angaben und nur über ein bescheidenes Vermögen verfügten. Als ein weiterer Ziegler wird 1846 ein Josef Dür genannt, der zu den vermögenden Bürgern zählte. Diese Ziegelhütten befanden sich im Flotzbach und an der Ach, wobei die Flotzbacher Hütten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vergrößert und modernisiert wurden. Auf eine noch ältere Tradition konnten die Wolfurter Steinmetze zurückblicken, die in mehreren Steinbrüchen Sandstein abbauten. Die in den Steuerbüchern von 1785 und 1797 genannten Steinmetze verfügten neben den Anteilen am Steinbruch auch über landwirtschaftlichen Besitz und Vieh. Neben dem in Rickenbach in Privatbesitz befindlichen Steinbruch gab es im Dorf unter dem Pfarrhof einen in Gemeindebesitz befindlichen Steinbruch, der von der Gemeinde verpachtet wurde.2 In einer von der Handelskammer 1904 veröffentlichten Statistik des Baugewerbes befanden sich in Wolfurt 3 Steinmetze und 4 Zimmermeister, aber kein Maurer.3 Eine besondere Bedeutung und einen guten Ruf hatten im 18. und im 19. Jahrhundert die lederverarbeitenden Betriebe. In einem amtlichen Bericht des Jahres 1791 über die «Professionisten» der Herrschaft Bregenz wurden die Wolfurter Rot- und Weißgerber Caspar Haltmayer, Anton Höfle und Josef Greußing als «beachtliche Gerber mit Lederhandel» bezeichnet.4 Die Bezeichnung der Behörde läßt den Rückschluß zu, daß diese Gerber nicht, wie damals bei den Landhandwerkern üblich, nur für den lokalen Bedarf arbeiteten, sondern einen überregionalen Lederhandel begonnen hatten. Im Steuerbuch von 1785 wird eine Gerberei genannt, die einen Ledervorrat im Wert von 500 Gulden hatte und ab 1794 wird als großer Gewerbebetrieb eine «Lohstampf» genannt. In dieser Lohstampf wurde von den Gerbern Rinde (Eiche und Tanne) zu einer Masse gestampft, die als Gerbemittel verwendet wurde. Im Lauf des 19. Jahrhunderts ging die Anzahl der Gerber zurück, doch blieb als bedeutender Gerbereibetrieb die Fa. Ferdinand Haltmeyer im Kirchdorf bis zur Jahrhundertwende erhalten. Über die Ausbildung, die Auftragslage und die Betriebsgröße der Wolfurter Handwerker sind keine Informationen erhalten geblieben. Die Steuerbücher des 18. und teilweise des 19. Jahrhunderts geben aber über das Vermögen, den landwirtschaftlichen Besitz und den Hausbesitz der Handwerker Auskunft. Bei einer Untersuchung des Viehbesitzes der Handwerker fällt auf, daß 1785 und 1794 bei den Handwerkern noch bedeutender Viehbesitz vorhanden war, der aber 1846 stark zurückging. Dazu einige Zahlen: 1785 waren von 16 vorhandenen Handwerkern 14 Kuhbesitzer und 4 Pferdebesitzer, 1794 waren von 21 Handwerkern 19 Kuhbesitzer, während 1846 von 28 ausgewiesenen Handwerkern nur noch 21 Viehbesitzer waren. Fast alle Handwerker 9 Die Maurer haben die große Mauer am Tobelbach fertiggestellt und halten sie mit nassen Tüchern feucht. Jetzt legen sie die Rollierung für die Unterlindenstraße (1913) 8 verfügen auch über landwirtschaftlichen Grund und über Hausbesitz, waren also mit Sicherheit in der Landwirtschaft tätig und dürften, wie in allen Landgemeinden Vorarlbergs damals üblich, den Beruf des Handwerkers nur nebenberuflich ausgeübt haben. In der Reihe dieser «Bauernhandwerker» gab es aber auch Armutsfälle, die kaum über Grundbesitz und keinen Viehbestand verfügten, also ganz auf ihre Einnahmen als Gewerbetreibende angewiesen waren. 1794 gehörten von den 21 genannten Handwerkern 4 zu den ärmeren Schichten im Dorf, da sie kaum Grund und nur unbedeutendes bis kein Vermögen hatten. Größere Gewerbebetriebe wie die 2 Mühlen, die Lohstampf und der Steinbruch dürften aber wahrscheinlich professionell betrieben worden sein, obwohl auch der Müller, Gerber und die Steinmetze Viehbestand und teilweise bedeutenden Grundbesitz hatten. Da es sich aber bei diesen Betrieben um kapitalintensive Gewerbe handelte, kann doch mit einer professionellen Tätigkeit gerechnet werden. Bedeutende Umwandlungen erlebte das Handwerk im 19. Jahrhundert. Durch gesetzliche Neuordnung, die von der völligen Freiheit der Handwerksausübung bis zur Reglementierung in der Gewerbegesetznovelle von 1884 ging, wurde die Existenz des Handwerks stark betroffen. Die Entwicklung der Industrie bedeutete für das Handwerk eine Konkurrenz in den Bereichen der Wasserkraftnutzung und vor allem in der Personalrekrutierung. Auch die Maschinenstickerei, die ab 1870 in Vorarlberg einen bedeutenden Aufschwung nahm, bot manchem armen Handwerker einen beliebten neuen Erwerbszweig. Die Kalkhütte an der Bregenzerstraße 1908 10 Wie sich diese Umformungen auf das Wolfurter Handwerk auswirkten, ist nur schwer nachzuweisen. Wie vorhin bereits erwähnt, handelte es sich bei den Handwerkern in den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts um Personen mit starkem landwirtschaftlichen Hintergrund. Wie diese Personen, die sich ja nicht alleine von den Einnahmen aus dem Handwerk ernähren konnten, diese Veränderungen im wirtschaftlichen Bereich überstanden, ist quellenmäßig leider nicht nachvollziehbar. Für das Jahr 1832 hat sich im Gemeindearchiv eine Stellungnehme der Gemeinde erhalten, die über die Lage des Handwerks Auskunft gibt. Darin wird das Gewerbe als unbedeutend bezeichnet, die Gewerbetreibenden nur als Taglöhner eingestuft, die als Schneider und Schuster bei den Bauern um Lohn arbeilen.' Die Gemeinde gibt aber über die übrigen Gewerbetreibenden keinerlei Auskunft. Leider gibt es für dieses Jahr kein Steuerbuch, das über die finanzielle Lage und Besitzverhältnisse der Bevölkerung und besondes der Handwerker Auskunft geben könnte. Im Steuerbuch von 1846 wird aber eine große Anzahl verschiedenster Handwerksberufe genannt, die in Wolfurt sicher auf die längere Tradition zurückblicken können. Die Gewerbenovelle von 1884 schrieb die Gründung von Zwangsberufsgenossenschaften vor. In Wolfurt war es am 26.10.1883 zu einer vorbereiteten Sitzung und im Frühjahr 1884 im Gasthaus Adler zu den kurz hintereinander folgenden konstituierenden Sitzungen der Berufsgenossenschaften der Handelsleute und Wirte, der Handwerker und der Sticker gekommen.6 Als Vorstand der Handwerkergenossenschaft wurde der bereits erwähnte Ziegler Josef Anton Schertler gewählt. Das Interesse an dieser Berufsgenossenschaft scheint, wie aus einem zeitgenössischem Zeitungsartikel zu entnehmen ist, nicht sehr groß gewesen zu sein/ Die Handwerksgenossenschaft Wolfurt wurde in den folgenden Jahren auf die Gemeinden Schwarzach und Bildstein ausgedehnt und wies im Jahre 1892 94 Mitglieder auf.8 1899 wurde vom Gemeindevertreter Wendelin Rädler die Gründung einer Gewerblichen Fortbildungsschule in Wolfurt vorgeschlagen.9 Es kam in dieser Angelegenheit zu einer Sitzung mit den Wolfurter Volksschullehrern und dem Vertreter der Gewerbegenossenschaft Conrad Doppelmayr. Da die Schülerzahl aus dem Handwerkerstand zu gering für eine staatliche Subvention war, wurde beschlossen, die Fortbildungsschule in kleinem Stil zu gründen, wobei ursprünglich mit 3 Stunden Schulzeit pro Woche während der Wintermonate gerechnet wurden. Im Lehrplan waren gewerbliches Zeichnen, Rechnen und Schriftverkehr vorgesehen. Die Handwerkergenossenschaft übernahm die Bezahlung der Lehrergehälter freiwillig und ersuchte die Stickereigenossenschaft und die Genossenschaft der Händler um finanzielle Unterstützung. Der Unterricht wurde probeweise im November 1899 eingeführt, wobei die Stundenzahl auf 4 Stunden erhöht wurde.10 Über die Schülerzahl und das Lehrpersonal gibt eine Statistik des Jahre 1903 Auskunft. Es wurden 36 Schüler von 2 Lehrern während 7 Wochenstunden unterrichtet." Die Kursdauer betrug 7 Monate. 1906 befaßte sich der Gemeindeausschuß mit der Gewerblichen Fortbildungsschule. Die Gemeinde stellte fest, daß die Zahl der Gewerbetreibenden und damit auch die Zahl der beschäftigten Lehrlinge immer mehr zurückgehe. Die Frequenz der Schule ließ stark nach und die ganze Problematik wurde dem Schulausschuß zur Beratung vorgelegt.12 Über das Ergebnis dieser Verhandlungen sind keine Unterlagen vorhanden. Im Sitzungsprotokoll 1909 der Handelskammer findet sich ein Hinweis auf die Gewerbliche Forbildungsschule Wolfurt. Die Handelskammer stellte in diesem Jahr die Subvention an die Schule wegen Untätigkeit ein.13 11 1912 scheint es zu einem Wiederbelebungsversuch der Schule gekommen zu sein, da der Kammerrat Praeg sich in einer Subventionssitzung der Handelskammer für eine neuerliche finanzielle Unterstützung der Schule einsetzte.14 Auffallend ist besonders der Hinweis in der Gemeindesitzung von 1906, daß die Anzahl der Gewerbetreibenden in Wolfurt stark zurückgehe. Über die Ursache dieses Rückgangs können nur Vermutungen angestellt werden. Es ist möglich, daß der Stickereiboom für das mangelnde Interesse der Schüler verantwortlich war.15 1.3 Textilverarbeitung in Wolfurt Seit dem Mittelalter wurde von den Bauern Flachs angebaut und für den Eigenbedarf Leinwand gewoben. Über professionelle Leinwandweber in Wolfurt wird in einer vom Oberamt in Bregenz erstellten Übersicht aus dem Jahre 1767 berichtet.1 Josef und Joachim Geiger sowie ein Martin Herburger werden als für den allgemeinen Verkauf und auf Lager arbeitende Leinwandweber erwähnt. In den Steuerbüchern von 1762 und 1771 werden diese beiden Weber mit ihrem Vermögen genannt.2 Josef Geiger besaß 1762 ein Haus (Wert 190 Gulden), 2 Kühe und verfügte über beachtlichen Grundbesitz. Es gelang ihm, bis 1771 sein Vermögen beachtlich zu vermehren. Sein Gut wurde auf 600 Gulden geschätzt, er besaß jetzt 3 Kühe und hatte ein Reinvermögen von 821 Gulden. Er gehörte mit diesem Vermögen und dem beachtlichen landwirtschaftlichen Besitz zu den besser verdienenden Handwerkern und Bauern im Dorf. Jacob Geiger, ebenfalls Weber, war mit einer Kuh und einem Vermögen von 75 Gulden vergleichsweise eher arm. Neben diesen professionellen Webern gab es eine Reihe von Bauern, die während des Winters grobe Bauernleinwand, auch «BLÄZ» genannt, für den Eigenbedarf woben. Diese grobe rauhe Leinwand war wegen ihrer mangelnden Qualität nicht für den Verkauf geeignet und diente allein der Selbstversorgung. In der amtlichen Wirtschaftsübersicht von 1767 wird neben der Leinwandweberei bereits die Baumwollweberei für Wolfurt genannt. Im Auftrag der Bregenzer Baumwollmanufaktur «von der Trave», der ersten Baumwollmanufaktur in Vorarlberg, ließ der Rickenbacher Georg Haltmayer auf 4 Webstühlen Baumwollgarne verarbeiten.3 Im Wolfurter Steuerbuch von 1795 wird der Adlerwirt Johann Haltmayer als Handelsmann und Baumwollgarnhändler bezeichnet.4 Es ist für die Frühindustrialisierung typisch, daß ein Wirt und Händler die Aufgabe eines Baumwollverlegers übernahm. Er verfügte über das notwendige Kapital für den Einkauf der Baumwolle, hatte die notwendigen Geschäftskontakte und konnte daher leichter in dieses lukrative Geschäft einsteigen. Bezeichnend für seine Stellung im Dorf dürfte eine Angabe im Steuerbuch sein, in der festgestellt wird, daß er seine Einnahmen aus dem Baumwollhandel nicht genau kenne und daher für diese Einnahmen nicht versteuert wurde. Wie verbreitet die Baumwoll- und Flachsspinnerei in Wolfurt war, zeigen die Nachlaßinventare des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Diese in den sogenannten Waisenbüchern verzeichneten Inventare geben immer wieder Flachs- und Hanfgespinst, Spinnräder und Kunkeln als Besitz an. Beispielsweise hinterließ ein Johann Georg Kalb 1787 70 Schneller Garn, 25 Pfund reinen Hanf, eine Haspel, 3 Spinnräder und 2 «Stuhl» (Webstühle). Im Nachlaß des Altammann Böhler von 1787 fanden sich 3 Haspeln, 3 Kunkeln und 3 Flachsbrechen.5 12 Im Jahre 1801 werden in den Statistiken der Vorarlberger Zollbehörden 3 Wolfurter Baumwollverleger mit der Anzahl der von ihnen beschäftigten Heimspinner und Heimweber genannt. Es waren dies: Josef Anton Gmeiner, Josef Anton Meßmer und Johann Martin Fischer.6 Gmeiner hatte an 32 Heimweber Webarbeiten vergeben und an 91 Haushalte 1.015 Pfund Baumwolle zum Verspinnen übergeben. Im Zeitraum 1800—1801 legte er den Zollbehörden 196 Stück Baumwollgewebe zur Numerierung vor. Meßmer hatte 29 Weber beschäftigt, 114 Spinnern 1.105 Pfund Baumwolle zum Verspinnen übergeben und 165 Baumwollstücke zur Verzollung vorgelegt. Fischer ließ von seinen 12 Webern 16 Baumwollstücke erzeugen. Lediglich über die Person des Josef Anton Gmeiner sind einige Informationen erhalten geblieben. Er wird im Vermögenssteuerbuch von 1795 genannt.7 Er war Hausbesitzer, hatte bescheidenen landwirtschaftlichen Grundbesitz und verfügte über das beachtliche Vermögen von 2.155 Gulden. Schulden hatte er in der Höhe von 343 Gulden bei Privatpersonen in Altstätten, Kanton St. Gallen, das als wichtiger Baumwollieferungsplatz für Vorarlberg während der Frühindustrialisierung galt. Es ist anzunehmen, daß diese Schulden aus Baumwollieferungen stammten. Laut Steuerbach hatte er «800 Gulden auf dem Gewerb liegend», was auf den beachtlichen Kapitaleinsatz im Baumwollverlagswesen hinweist. 1802 wurde Gmeiner eines Zollvergehens beschuldigt und in Bregenz verhört. Im erhaltenen Verhörungsprotokoll gibt Gmeiner über seine persönlichen und geschäftlichen Verhältnisse Auskunft.8 Er stand 1802 im 33 Lebensjahr, hatte 2 Kinder und bezeichnet sich selbst als Weber und Fabrikant. Gmeiner erklärte, daß der Schweizer Weber Jakob Lüpfi für ihn gearbeitet habe. Da Lüpfi über keinen eigenen Webstuhl verfügte, arbeitete er im Hause Gmeiners und wob zwischen dem 14. April und 14. Juni insgesamt 4 Baumwollstücke. Ein weiterer Schweizer Weber, Jakob Rohner, der in Rickenbach wohnte, arbeitete ebenfalls für Gmeiner. 13 Interessant ist der Hinweis auf die Schweizer Weber, die als Facharbeiter während der Frühindustriealisierung in Vorarlberg arbeiteten und technisch vermutlich besser ausgebildet waren als die Vorarlberger Weber. Auch für Dornbirn und Rankweil-Sulz sind aus diesen Jahren Hinweise auf den Aufenthalt Schweizer Weber vorhanden. Der Ausgang der Untersuchung gegen Gmeiner ist nicht erhalten geblieben. Er wirkte jedenfalls weiter als Baumwollverleger, da er 1815 und 1818/19 als «Baumwollfabrikant» aktenmäßig aufscheint.9 Er wird im Steuerbuch von 1815 als Besitzer von nunmehr 2 Häusern erwähnt und hat seinen bisher eher schwachen Grundbesitz durch ein Bergteil am Ippach vergrößert.10 Die Baumwollweberei als wichtiger Erwerbszweig der Bevölkerung dürfte während der bayrischen Besatzungszeit, wie im übrigen Vorarlberg auch in Wolfurt, stark zurückgegangen sein. Nach der Rückkehr Vorarlbergs zu Österreich und der damit verbundenen Öffnung der großen Monarchie als Absatzmarkt für Vorarlberger Baumwollprodukte kam es in den Jahren 1818/19 zu einem neuerlichen Aufblühen der Baumwollverarbeitung in Vorarlberg. Nach den verheerenden, durch Mißernten bedingten Hungerjahren 1816/17 bot sich ab 1818 eine bedeutende Verdienstmöglichkeit mit der Weberei, wobei die Spinnerei seit der Eröffnung des mechanischen Spinnereibetriebes in Dornbirn-Juchen im Rückgang gewesen sein dürfte. Für das Jahr 1818/19 hat sich für Wolfurt eine sehr wertvolle Quelle erhalten, die den Umfang der Weberei in Wolfurt dokumentierte. In einer Produktionsstatistik für den Bregenzer Raum werden für die Gemeinde Wolfurt die von Verlegern bestellten und von Heimwebern erzeugten Baumwoll- und Mousselinstücke genannt. Insgesamt wurden in diesem Jahr in Wolfurt 908 Stück Baumwollgewebe und 117 Stück Mousselingewebe gewoben.11 Wolfurt war in den Hofsteiggemeinden der bedeutendste Webereiproduktionsort, gefolgt von Steußberg (Buch und Bildstein) mit 713 Stück 14 Baumwollgewebe und Lauterach mit 404 Stück. Neben den bereits bekannten Wolfurter Verlegern Gmeincr und Moser mit zusammen 100 Stück Baumwollgewebe, ließen 9 Dornbirner, 2 Hohenemser, 1 Bildsteiner, l Schwarzacher und 1 Bregenzer Verleger in Wolfurt arbeiten. Im Wolrurter Gemeindearchiv befinden sichfürdie 30-er und 40-er Jahre des 19. Jahrhunderts einige Hinweise auf Weber, die aber keine Auskunft über die Produktion und die Lage dieser Weber geben. In Akten aus dem Jahre 1832 werden ein Weber Johann Klocker im Dorf und ein Weber Jakob Schneider in Rickenbach erwähnt. In den Konskriptionslisten für die Militärstellung 1838 und 1839 werden auch die Berufe der zur Stellung berufenen Männer genannt. 1838 waren von 20 angetretenen Männern 3 Weber, 1839 von 17 ganze 3 Weber.12 Diese Konskriptionslisten haben jedoch als Quelle für die Häufigkeit des Weberberufes keine große Aussagekraft. Interessant ist, daß 1832 ein Blattmacher in Wolfurt existierte, der von der Erzeugung von Bestandteilen für Webstühle lebte.13 Dieser Beruf konnte nur in einem Dorf mit einer entsprechenden Zahl von Webern existieren. Im Bevölkerungsverzeichnis von 1846 werden unter 20 Handwerkern aber nur mehr 1 Weber und 2 Blattmacher aufgezählt. Aus dem Jahre 1848 gibt ein Akt über die Aufdingung eines Lehrjungen beim Wolfurter Webermeister Ferdinand Kalb, Auskunft. Die in vielen Vorarlberger Fabriken zu diesem Zeitpunkt bereits durchgeführte Mechanisierung der Weberei hat diesen wenigen Webern in Wolfurt aber kaum noch Überlebenschancen gegeben und dürfte zu einem Stillstand der Weberei geführt haben, die für die betroffene Bevölkerun natürlich finanzielle Probleme gebracht haben dürfte. Eine gewisse Ausnahme spielte dabei die Buntweberei, da in diesem Bereich eine Mechanisierung aus technischen Gründen erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfolgte. Die Buntweberei als Ausweg setzte aber auch für den Weber gewisse Erfahrung und Spezialisierung voraus. Als Ausweg bot sich die Arbeit in der 1838 eröffneten Kennelbacher Spinnerei. 1.4 Die Stickerei Die Lohnstickerei für Schweizer Handelshäuser dominierte im ausgehenden 18. und 19. Jahrhundert das Wirtschaftsleben in den landwirtschaftlichen Gebieten Vorarlbergs.1 Mit der Einführung der Maschinenstickerei wurde auch Wolfurt vom Stickereifieber erfaßt und veränderte die Gemeinde grundlegend. Die Bevölkerung verlegte sich auf die Stickerei und vernachlässigte die bisher dominierenden Wirtschaftszweige, wobei die Sticker sich in eine Abhängigkeit von der Konjunktur begaben.2 In guten Absatzjahren konnte unter der Ausnützung aller Familienmitglieder (Kinderarbeit) der Sticker sehr gute Einnahmen erzielen, während Absatzkrisen zu schweren finanziellen Einbußen führten. 1905, einem Krisenjahr, wurde keine Faschingsunterhaltung durchgeführt, da in der Gemeinde kein Geld vorhanden war.3 Trotz dieser ständigen Konjunkturschwankungen erhöhte sich die Anzahl der Stickereimaschinen in Wolfurt ständig. Während 1887 in Wolfurt 124 Handstickmaschinen waren, stieg die Zahl der Schifflistickmachinen 1900 auf 100, 1910 auf 143 Schiffli- und 26 Handstickmaschinen und bei der letzten Zählung vor dem I. Weltkrieg 1914 wurden in Wolfurt 115 Pantographen, 7 Automaten und Punchmaschinen gezählt.4 Die Stickereimaschinen wurden in der Regel in der Schweiz gekauft und in Raten abgezahlt. Während des Stickereibooms im Jahre 1900 15 sollen, wie in einem zeitgenössischen Zeitungsartikel erwähnt wird, viele unbrauchbare, ausgeleierte Stickmaschinen von Wolfurtern in der Schweiz zu überhöhten Preisen gekauft worden sein.5 Mit diesen Maschinen soll laut Zeitungsbericht maneher Sticker 24 Stunden durchgearbeitet haben, um möglichst viele Stiche zu erreichen. Die Qualität der Stickereien auf diesen allen Maschinen dürfte aber schlecht gewesen sein und zum schlechten Ruf (= billige Ware) der Vorarlberger Stickereien in der Schweiz beigetragen haben. Um an den großen Aufträgen mitmischen zu können, wurde die Qualität der Ware vernachlässigt und nur bedeutende Mengen produziert. Als Mittel für die Qualitätsverbesserung in der Stickerei wurden von der Stickereischule Dornbirn Kurse in den einzelnen Stickereidörfern abgehalten. In Wolfurt fand beispielsweise 1901 ein solcher Kurs statt, der mit einem Kurs für Nachsticker fortgesetzt wurde. Diese Kurse wurden von der Wolfurter Stickereigenossenschaft mitorganisiert und teilweise finanziert. In Wolfurt gab es 1907 12 Sticklokale mit 4 bis 6 Maschinen, wobei die Masse der Sticker nur eine Stickereimaschine besaß.6 In engem Zusammenhang mit dem Stickereiboom steht auch die vermehrte Bautätigkeit in Wolfurt um 1906/07, als neben normalen Wohnhäusern auch vermehrt Villen und Stickereilokale errichtet wurden. Trotz des Reichtums und Wohlstands, der sich mit der Stickerei in der Gemeinde etablieren konnte, muß auf die Schattenseiten dieses Booms hingewiesen werden. Als Arbeitskräfte in den Stickereilokalen wurden hauptsächlich Jugendliche und Kinder verwendet, wobei keine gesetzlichen Arbeitszeitbestimmungen vorhanden waren. Der Gewerbeinspektor erklärte 1885 in einem Bericht: «. . . die Arbeitskräfte der Kinder in so übertriebenem Masse ausgebeutet wurden, daß die in den Stickereigegenden domicilierend Ärzte und sonstigen Menschenfreunde den physischen Ruin der jungen Generation mit Sicherheit voraussahen, falls dem eingerissen Treiben nicht in irgend einer Weise Einhalt gethan würde .. .»7 Der in St. Gallen beheimatete Stickereiverband, der seine Tätigkeit auf die Ostschweiz und Vorarlberg erstreckte und eine Vereinigung der großen Stickereihandelshäuser und der Einzelsticker war, einigte sich 1886 auf eine Arbeitszeitregelung in den Stickereien, wobei die Arbeitszeit von 7 Uhr bis 18 Uhr festgesetzt wurde.8 Als Druckmittel für die Einhaltung der Bestimmung wurde der Liefer- und Abnahmeboykott gegen «Ausbeuterfirmen» beschlossen. Als Vorarlberg sich 1892 vom Verband löste, war auch die Einhaltung dieser Regelung nicht mehr möglich und das Gewerbeinspektorat konnte nur nach den allgemeinen Bestimmungen des Gewerbegesetzes vorgehen.9 Die Stickerei wurde durch den I. Weltkrieg schwer getroffen und konnte sich nie mehr von diesem Rückschlag erholen. 1.5 Händler und Nahrungsversorgung Die ersten Quellen über Krämer und Händler in Wolfurt stammen aus dem ausgehenden 18. Jahrhundert. 1785 wird im Steuerbuch erstmals ein Krämer genannt. Im Steuerbuch von 1794 wird der Krämer Krispin Bildstein mit seinem Vermögen und seinen Schulden genannt.2 Bildstein, der 1755 noch als Wirt bezeichnet wird, gehörte zu den vermögendsten Personen im Dorf, hatte 4 Kühe und 1 Pferd im Stall und verfügte über bedeutenden Grundbesitz. Besonders interessant ist die Nennung seiner Schulden. Er hatte Schulden in Augsburg und Pavia; was auf Warenschulden hinweist und auch Rückschlüsse auf die Herkunft der von Bildstein verkauften Waren und auf seine Handelsbeziehungen zuläßt. Augsburg war das Handelszentrum Süddeutschlands und der Hinweis auf Schulden in dieser Stadt kann so interpretiert werden, daß Bildstein aus dieser Stadt Konsumgüter bezogen hat. 1798 suchte der Rösslewirt Baptist Rohner, der neben seiner Wirtschaft eine Branntweinbrennerei und eine Bäckereigerechtsame besaß, um eine Handelskonzession für Tuch, Zucker, Kaffee und Lichteran.3 Gegen dieses Ansuchen protestierten in einem Beschwerdebrief die anderen 4 Wolfurter Krämer. Sie hatten mit ihrem Protest Erfolg, da das Oberamt Rohner die Handelskonzession verweigerte. 4 Krämer in einem Dorf war für die damalige Zeit eine sehr hohe Zahl und es ist möglich, daß hier der Einfluß der Frühindustrialisierung sich bemerkbar machte.4 Die in der Heimindustrie beschäftigten Weber und Spinner verfügten, eine gute Konjunkturphase vorausgesetzt, über Bargeld, eine ständige Einnahmequelle. Diese Geldmittel wurden in Heimindustriegegenden in der Regel für den Einkauf von Konsumgütern verwendet. Es ist auch für Wolfurt, der führenden Webereigemeinde in Hofsteig, mit einer Veränderung des Konsumverhaltens zu rechnen, die sich in einer Vermehrung der Krämer im Dorf ausdrückte. Im Jahre 1840 gab es in Wolfurt nur mehr 3 Krämer und einen Mehlhändler.5 Ob das Ansuchen des Michael Lau aus dem Jahre 1828 um Verleihung einer Händlerkonzession für Kaffee und Zucker angenommen wurde, geht aus den erhaltenen Akten nicht klar hervor.6 Zur unmittelbaren Lebensmittelversorgung der Bevölkerung dienten Bäcker und Metzger. In der Tabelle der Handwerksberufe ist aber die geringe Zahl der Bäcker während des ganzen Untersuchungszeitraumes deutlich zu erkennen. Dies ist nur mit der Annahme zu erklären, daß Brot im eigenen Haushalt erzeugt wurde und auch Hausschlachtungen durchgeführt wurden. Eine weitere Erklärungsmöglichkeit ist die Verbindung der Bäckergerechtsame mit einigen Wirtshäusern im Dorf. So besaßen 1798 die Wirte Baptist Rohner (Rössle) und Johann Haltmayer in ihrem 16 17 Wirtshause eine Bäckereigerechtsame, wobei diese «ex radice» war. Bei dieser Rechtsform lag die Gewerbeberechtigung auf dem Hause selbst und setzte keine Gewerbeausbildung des Hausbesitzes voraus. Diese Form der Gewerberechtsame wurde in den Steuerbüchern aber nicht erwähnt, da sie nicht zu versteuern war, während die «Profession» der anderen Handwerker mit einer Pauschalsumme versteuert wurden (20 Gulden). Über die Brotpreisgestaltung im 19. Jahrhundert hat sich im Gemeindearchiv ein Brief des Wolfurter Bäckers erhalten. Die Brotpreise wurden amtlich verordnet und in Wolfurt galt, wie in allen Gemeinden des Amtsbereiches Bregenz, der Bregenzer Brottarif. 1838 bat der Wolfurter Bäcker (Name im Akt nicht genannt) die Bregenzer Tarife für Wolfurt abzuschaffen, da die Tariftabelle erst mit 8 bis 14 Tagen Verspätung in Wolfurt eintreffe.7 Aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts haben sich im Gemeindearchiv zahlreiche Brotbeschauprotokolle erhalten. Durch ein Gemeindeorgan wurden bei den Bäckern Gewichtskontrollen und Preisüberprüfungen durchgeführt, wobei bei Nichteinhaltung der vorgeschriebenen Gewichte und Preise das Brot durch die Gemeinde beschlagnahmt und an die Gemeindearmen ausgegeben wurde. Über den Fleischverzehr und die Nahrungsgewohnheiten haben sich keine schriftlichen Hinweise finden lassen, sodaß Vermutungen angestellt werden müssen. Der Fleischbedarf dürfte auch in Wolfurt, wie in allen Vorarlberger Gemeinden des 19. Jahrhunderts eher gering gewesen sein und die Ernährungsgrundlage aus Mehl- und Kartoffelspeisen bestanden haben. In einem Brief des Landgerichts Bregenz an die Gemeinde Wolfurt aus dem Jahre 1832 wurde festgestellt, daß neben der bereits erwähnten Brottaxe auch die vom Stadtmagistrat Bregenz festgesetzte Fleischtaxe in den Gemeinden nicht eingehalten werde. Ein Metzger wird in Wolfurt erst 1832 genannt, der vermutlich Lohnarbeiten ausführte. Über den Getränkekonsum und die Getränkeerzeugung in der Gemeinde sind ebenfalls nur wenige Nachrichten erhalten. Der im Mittelalter und in der frühen Neuzeit so bedeutende Weinbau spielte im 19. Jahrhundert keine sehr bedeutende Rolle mehr und dürfte mit der Eröffnung der Arlbergbahn und der damit verbundenen Einfuhr von billigem Südtiroler Wein ganz zugrunde gegangen sein. Im Steuerbuch von 1785 werden beim Wirt Johann Haltmayer in der Vermögensaufstellung unter anderem der Weinvorrat im Keller und Reben genannt und auch bei den Privatpersonen Josef Anton Haltmayer und Amtsamman Josef Fischer werden Reben und Weinvorräte im Kellerals zu versteuerndes Vermögen aufgezählt.9 Im Kartenwerk vom Jahre 1857 wurden noch einige Weinberge in Wolfurt und in Rickenbach eingezeichnet. Viel wichtiger dürften damals die kleinen Bierbrauereien gewesen sein, die sich in den Gasthäusern befanden. 1853 suchte der «Rössle»-Wirt Caspar Haltmayer bei der Gemeinde um eine Bierbrauereikonzession an und erhielt vom Gemeindeausschuß auch die Genehmigung.10 Eine weitere Brauerei war die bis 1902 bestehende Brauerei des Johann Georg Fischer." Weiters spielte die Branntweinerzeugung in Wolfurt eine große Rolle. 1798 besaß der «Rössle»-Wirt Baptist Rohner eine Branntweinerzeugungskonzession und 1842 nahm der Gemeindevorsteher Martin Schertler in einem Brief an das Kreisamt Stellung zur Einfuhrzollerhöhung von Obstbranntwein. '2 Er erklärte darin, daß im Inland zu viel Fruchtbranntwein erzeugt werde, der Obstpreis dadurch heruntergesetzt 18 werde und daher den Bauern die Obstkultur nicht mehr am Herzen liege. Es könnte sich bei diesem Fruchtbranntwein um die heute noch bekannte Spezialität «Subircn> handeln. Die Branntweinerzeugung muß aber im allgemeinen historischen Kontext des 19. Jahrhunderts gesehen werden. In einem Akt des Kreishauptmann Ebner wird der Alkoholismus als das größte soziale Übel in Vorarlberg während des 19. Jahrhunderts genannt. Die Trinkwasserversorgung in Wolfurt hat sich im 19. Jahrhundert auf der Basis der Brunnenversorgung abgespielt und konnte mit dem enormen Bevölkerungswachstum und der dadurch bedingten erhöhten Nachfrage nach Trinkwasser nicht Schritt halten. In einem Zeitungsartikel von 1893 wird über das schlechte Trinkwasser in Wolfurt geklagt.0 Im Kirchdorf befand sich der Dorfbrunnen, der oft kein Wasser führte und bei Regen getrübtes Regenwasser hatte. Wegen diesem unhaltbaren Zustand kam es im Rössle zu einer Versammlung der Brunnengenossenschaft, auf der die Suche nach einer Quelle für die allgemeine Wasserversorung beschlossen wurde. Im Zeitungsartikel wird die durch die Industrie stark zugenommene Bevölkerung als Grund für die Wasserprobleme genannt. Der Schwanen. Einstmals zentrales Gasthaus mit Bäckerei, Handlung und Tanzsaal. 19 1.6 Industrielle Betriebe in Wolfurt Im 19. Jahrhundert befanden sich in Wolfurt nur zwei industrielle Betriebe: die Spulenfabrik Zuppingcr und die Maschinenfabrik Doppelmayr. Der Gründer der Spulenfabrik Zuppinger war Konrad Zuppingeraus dem Kanton Zürich, der 1873 in Wolfurt eine kleine Holzspulenfabrik errichtete. Unter seinem Sohn Johann Walter wurden Filialbetriebe in Mähren und Bayern errichtet. In Wolfurt wurde die Produktion von Holzspulen 1909 eingestellt. Die Familie Zuppinger hatte auch Mühlen errichtet und nach Stillegung der Spulenfabrik den Mühlenbetrieb weitergeführt. Die Maschinenfabrik Doppelmayr geht auf die mechanische Werkstätte des Josef Dür zurück. Der Nachfolger Dürs, Konrad Doppelmayr, hat mit der Herstellung von Getrieberädern und landwirtschaftlichen Geräten den Anfang der Maschinenfabrik gemacht. Mit dem Eintritt Emil Doppelmayrs in die Fabrik im Jahre 1910 wurde das Produktionsprogramm auf Lasten- und Personenaufzüge erweitert. In den dreißiger Jahren unseres Jahrhunderts erstellte die Fa. Doppelmayr in Zürs den ersten modernen Umlaufschlepplift Österreichs und spezialisierte sich daraufhin auf die Erzeugung von Skiliften. Bedeutende Textilbetriebe entstanden erst in den zwanziger Jahren in Wolfurt. 1.1 Landwirtschaft 1 Benedikt Bilgeri, Der Getzreideanbau im Lande Vorarlberg. Dornbirn 1947, S. 212—215 2 Mathias Schneider, Wolfurter Chronik. «Merkwürdige Begebenheiten». Manuskript. Gemeindearchiv Wolfurt 3 Vorarlberger Volksblatt 10. 10. 1929 4 Gemeindearchiv Wolfurt, Steuerbücher 5 Beiträge zur Statistik der Bodenkultur in Vorarlberg mit Nachweisung der Ernteergebnisse des Jahres 1870. Innsbruck 1871, S. 8 Ergebnisse der in Vorarlberg am 31. 12. 1910 vorgenommenen Volks- und Viehstandszählungen. Bregenz 1911. S. 3 6 Gemeindeausschußprotokoll 16. 11. 1869, zukünftig mit GAPr abgekürzt 7 Beiträge zur Statistik der Bodenkultur in Vorarlberg mit Nachweisung der Ernteergebnisse des Jahres 1872. Innsbruck 1873, S. 29 8 GAPR 5. 2. 1873 9 Beiträge zur Statistik der Bodenkultur in Vorarlberg mit Nachweisung der Ernteergebnisse des Jahres 1871. Innsbruck 1872, S. 49 10 GAPR 28. 3. 1897 11 GAPR 6. 9. 1898 12 GAPR 29. 10. 1898,22.9. 1899 und 23. 10. 1899 13 GAPR 17. 3. 1897 und 28. 3. 1897 1.2 Handwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 Steuerbücher Gemeindearchiv GAPR 17. 11. 1880 Handelskammer Feldkirch, Archiv, Präsidiumssitzungsprotokoll 1904, S. 46 Vorarlberger Landesarchiv, KOA 1 Seh 104, Nr. 111, 1791. Landesarchiv wird mit VLA abgekürzt werden Gemeindearchiv Wolfurt Seh 1800 Vorarlberger Volksblatt 9. 5. 1884 Vorarlberger Landbote 23. 1. 1885 Feldkircher Zeitung 15. 10. 1885 GAPR 23. 10. 1899 GAPR 22. 11. 1899 Österreichische Statistik, Band 77, S. 176 GAPR 27. 3. 1906 Handelskammer Feldkirch. Archiv, Präsidiumssitzungsprotokoll 1909, S. 112 Handelskammer Feldkirch. Archiv, Präsidiumssitzungsprotokoll 1912, S. VII GAPR 23. 10. 1899 1.3 Textilverarbeitung 1 Kaspar Schwärzler, Tabelle über die in der Graf- und Herrschaft Bregenz und Hohenegg befindlichen Fabriken. Manufakturen und Commercialprofessionisten 1767. In: Archiv für Geschichte und Landeskunde Vorarlbergs 1906/7. S. 58 2 Gemeindearchiv Wolfurt, Vermögenssteuerverzeichnis 1762, Folio 49 und Folio, S. 177 3 Schwärzler, Tabelle S. 57 20 21 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 Gemeindearchiv Wolfurt, Gemeindearchiv Wolfurt, VLA, KOA 1 Seh 145 Gemeindearchiv Wolfurt, VLA, KOA 1 Seh 144 VLA, KOA 1 Seh 145 Gemeindearchiv Wolfurt, VLA, KA 1 Seh 239 Gemeindearchiv Wolfurt, wie 12 Steuerbuch 1795 Waisenbuch Wolfurt, I./5 Folio 413 und I./6 Folio 324 Steuerbuch 1794 Siegfried Heim Vermögenssteuerverzeichnis 1815 Schachtel 1800 1.4 Stickerei 1 2 3 4 5 7 8 9 VLA, KA II Seh 38. IV 1931 + IV 2404, Stickstückferker Ansuchen aus Wolfurt 1857 GAPR23. 10. 1899 Ferdinand Schneider, Wolfurter Chronik, Original Gemeindearchiv Wolfurt. S. 227 Gerhard Alge, Die Entstehung, Entwicklung und Bedeutung der Vorarlberger Stickerei bis 1914 und ihre Beziehung zur Schweiz. Diplomarbeit Wien 1978, S. 36 und 54 Schneider Chronik s. 230 Vorarlberger Volksblatt 4. 1. 1900/6 Schneider, Chronik S. 233 und 234 Bericht Gewerbeinspektorat 1885, S. 406 Feldkircher Zeitung 30. 1. 1892 und Gewerbeinspektorat S. 407 Schneider Chronik S. 189 Feldkircher Zeitung 12. 11. 1892 1.5 Händler und Nahrungsmittelversorgung 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 Gemeindearchiv Wolfurt, Steuerbuch 1785, Folio 34 Gemeindearchiv Wolfurt, Steuerbuch 1794, Folio 28 VLA, KOA 1 Seh 145 VLA, KOA 1 Seh 145, Kommerz 1804 Gemeindearchiv Wolfurt, Steuerbuch 1840 VLA, KA 1 Seh 516 Zoll Gemeindearchiv Wolfurt, Seh 1800, Gewerbe, 1838 Gemeindearchiv Wolfurt, Seh 1800 Steuerbuch 1785, Folio 306 + 332 Gemeindearchiv Wolfurt, Gemeindebeschluß Nr. 10, 1853 Einkommenssteuerverzeichnis 1873 und Heinrich Wurm, Historisches Verzeichnis der Österreichischen Braustätten und Brauereifirmen. Linz 1980, S. 81 12 VLA, KA 1 Seh 526, Zoll 3374 13 Vorarlberger Landbote 10. 2. 1893 Dieser und einige folgende Artikel sind teilweise aus Schriften zur Vorarlberger Geschichte zusammengetragen. Für besonders interessierte Leser schreibe ich sie hier auf: ( 1) Bilgeri, Geschichte Vbg., 1971-86 ( 2) Bilgeri, Getreidebau, 1948 ( 3) Burmeister, Geschichte, 1980 ( 4) Burmeister, Landesmuseumsverein 125/1982 ( 5) Burmeister, Die Wolfurter, 1984 ( 6) Heim, Zeittafel, 1985, Heimat Wolfurt 1 ( 7) Heim, Steußberg, 1983 ( 8) Heim, Schlösser, 1983 ( 9) Heim, Jüngste Marktgemeinde, 1982 (10) Kleiner, Hofsteiger Landsbrauch, 1902 (11) Welti, Kellnhof Wolfurt, 1952 (12) J. Heinzle, Ortskunde, 1967 (13) Bernhard, Jungbürgerbuch, 1978 (14) Heimatbuch Lauterach, 1953 und 1985 (15) Häfele, Bilder aus der Geschichte, 1922 (16) Gunz, Familienchronik, 1892 (17) Pfarrer Feurstein, Seelenbeschrieb Ia, 1760 (18) J. Walser, 400 Jahre Pfarre, 1912 (19) Anwander, Pfarre St. Nikolaus, 1931, Holunder 30 (20) Weizenegger-Merkle, 1839 (21) Rapp, Generalvikariat, 1896 (22) «Hofrieden» im VLA Anmerkungen im folgenden Text beziehen sich auf diese Quellen. Ackerbau in Hofsteig Bis zum Jahre 700 n. Chr. hatten die Alemannen das Unterland bis zum Kummenberg besiedelt, während im Oberland weiterhin die Rätoromanen fest verwurzelt waren. An der Kummen-Grenze trafen sich auch die Einflußsphären des Bistums Konstanz im Norden und des Bistums Chur im Süden. Durch Jahrhunderte blieb diese Teilung bestehen. Der Unterschied reichte in die Belange von Wirtschaft, Recht und Kultur hinein. (13/Seite 14) Benedikt Bilgeri weist in seinem «Getreidebau» diese Grenzen auch im Ackerbau nach.(2) Lange Jahre gehörte das Unterland zum «Vesen»-Gebiet der Alemannen im Bodenseeraum, das Oberland aber zum Gebiet des «Mischkorns», das sich über Liechtenstein nach Graubünden fortsetzte. Bregenzerwald und Allgäu aber bildeten aus klimatischen Gründen das «Haben>-Gebiet, zu dem als Ausnahme in der Ebene auch noch Hofsteig gezählt werden muß. 23 22 Die Milchwirtschaft spielte im Lande schon seit der Keltenzeit eine beachtliche Rolle, auch Obst- und Weinbau besaßen neben der Schweinezucht eine gewisse Bedeutung. Den Hauptanteil bei der Ernährung trug aber immer der Getreidebau Acht Getreidesorten wurden in Wolfurt angebaut: Vesen, Däntel, Weizen, Hafer, Roggen, Gerste. Hirse und Türken. 1. Vesen, «feaso», «Spelz», «Dinkel», auch einfach «Korn» genannt, ist ein widerstandsfähiger Winterweizen, bei dem die Körner wie bei Gerste mit dem Spelzblättchen verwachsen sind und von diesen Hülsen vor dem Mahlen befreit werden müssen. Enthülste Früchte heißen dann «Kernen». Drei Malter Vesen ergaben nur ein Malter Kernen. Für die Alemannen war Vesen weitaus das wichtigste Getreide. Sie hatten den Vesenanbau von den Römern übernommen (Getreidefund aus dem 1. Jhdt. in Brigantium), doch findet sich Vesen auch schon in Schweizer Pfahlbauten. Ins Oberland drang der Vesenanbau erst im 17. u. 18. Jhdt. vor. Aus Lustenau und Höchst wurde lange Zeit Vesen-Saatgut ins Schwabenland exportiert (Weizenegger-Merkle). Während Vesen im übrigen Österrreich unbekannt war, gab es in Vorarlberg noch 1913 mehr Vesen als Weizen im Verhältnis 165 ha zu 101 ha. 1944 wurden nur mehr 8 ha Vesen angebaut. Seither ist der alemannische Weizen bei uns verschwunden. In Niederösterreich wird Dinkel aber in allerneuester Zeit für die «Hildegard-Medizin» angebaut. Die Heilige Hildegard von Bingen (1098—1179), die große Mystikerin und Naturwissenschaftlerin, setzte das Dinkelkorn an die Spitze ihrer Ernährungslehre und pries seine Vorzüge an. Ihre Anhänger suchen heute wieder im einfachen Essen mit DinkelVollkorn Gesundheit und Kraft. 2. Däntel (auch «Dintel» genannt, nicht verwechseln mit Dinkel-Spelz), ist ein Winterweizen mit starken Grannen und Einzelkörnern («Einkorn»). Er läßt sich als ältester Weizen schon in der Steinzeit nachweisen und hatte in Vorarlberg das gleiche Verbreitungsgebiet wie Vesen. Im übrigen Österreich war er unbekannt. Um 1850 wurde er in Wolfurt noch angebaut. Der Müller Gunz berichtet in seiner Chronik, daß man damals aus Vesen und Däntel nur 40 % Mehl mahlte, während der neu eingeführte Weizen 75 % Mehl ergab. Der Rest wurde allerdings noch einmal untergeteilt in Kleie und das grobe «Jaumehl», aus dem sparsame Hausfrauen noch Hafenlaib kochten. Seit 1930 ist der Däntelanbau ganz verschwunden. 3. Weizen, vor allem der Zweikorn-Weizen «Emmer», wurde von alters her im Oberland angebaut, am häufigsten allerdings als «Mischkorn» oder «Halbkorn» mit Roggen vermischt. Erst im 19. Jhdt. setzten sich neue Weizensorten durch und verdrängten mit ihrem höheren Ertrag die alten Sorten Vesen und Däntel. Durch Getreide-Importe aus Ostösterreich, Frankreich, Argentinien, Kanada und anderen Staaten ist der mit Unwetter-Risiko behaftete Weizenanbau im Lande Vorarlberg seit Mitte des 20. Jahrhunderts nahezu ganz verschwunden. 4. Hafer, «Haber», wurde aus klimatischen Gründen in höheren Lagen angebaut, wo Vesen nicht mehr gedieh. 1576 berichtet Junker Hans Georg v. Wolfurt «Zue Alberschwendi gibt man in dem großzehenden keine andre frucht als haber.»(2/200) Auch Schleh schreibt 1616 in seiner Emser Chronik (S. 28) «Ob Alberschwendi liegt das Gericht Lingenaw, dessen Kirchensatz auch dem Abt von Bregenz gehörig, beyde Wilde Bergechte örther jedoch ohne Felsen allda kein ander Frucht als Haber wachßt.» Vom Steußberg (Bildstein und Buch) erhielt das Kloster Mehrerau 1601 nur 4 Viertel Vesen, aber 149 Viertel Haber als Zehent. Auch 1817 bestand die Steußberger Getreideernte noch zu 95% aus Haber nämlich 3800 von 4034 Vierteln. Getreidemaße: Ein Bregenzer Viertel faßte 21,5 Liter Kernen, d. s. etwa 13 kg, ein Feldkircher Viertel faßte 24,9 Liter, ein Alberschwender Viertel 30,6 Liter. Jedes Gericht, ursprünglich jeder Hof, hatte seine eigenen Maße. 1 Viertel sind 4 Vierling (zu je 5,4 Liter), 4 Viertel sind 1 Scheffel (86 Liter). 8 Viertel sind 1 Malter (172 Liter). In Bregenz gab es allerdings auch noch einen großen Malter von 18 Vierteln (demnach 387 Liter). Im 19. Jahrhundert wurde das Viertelmaß verdrängt. Jetzt galt: 1 Metze faßt 2 Staren, das sind 61,5 Liter (2/181). In Wolfurter Bauernhäusern findet sich noch heute der mit Brandzeichen geeichte halbe Staren für etwa 15 Liter Körner. Gunz berichtet: «Das Getreide wurde gemessen mit Staren, Vitel (so sagte man in Wolfurt zum Viertel) und Vierling. Ein Star hatte ungefähr 42 alte Pfund oder 19 kg». (16/170) 24 25 Zurück zum Haberanbau. Während im Unterland fast überall Vesen das Hauptgetreide für das tägliche Brot war, bildete das konservative Hofsteig eine Ausnahme. Hier stand Haber an der ersten Stelle. Von 1447 steht im Mehrerauer Zehentbuch aufgeschrieben: «acht malter haber und vier malter vesen, alles Bregentzer meß, nämlich in dem dorffe zuo Wolfurt.» Ein ähnliches Verhältnis gilt vom hofsteigischen Schwarzach, das 1603 nördlich des Flusses 33 Viertel Haber und nur 11 Viertel Vesen abführte, während der Zehent an die Emser Grafen in dem zu Dornbirn gehörigen südlichen Teil umgekehrt zu 8 Viertel Haber 32 Viertel Vesen betrug. (2/206) Auch als in Wolfurt um 1870 der Türken zum Hauptgetreide geworden war, so daß «Stopfar» und «Hafoloab» nicht mehr aus Vesenmehl, sondern aus Türkenmehl und Türkengrieß gekocht wurden, gab es am Morgen noch ab und zu ein Habermus, «. . . dann ist man auf den ganzen Tag gefüttert.» (16/156) Noch 1938 kochte uns unsere alte Großtante Karolina manchmal ein dickes Habermus oder einen Haberstopfer, sonst galt damals Hafer eigentlich nur als Pferdefutter. Als 1888 Pfarrer Kneipp in Wörishofen den Bohnenkaffee verdammte und Malzkaffee empfahl, begann Plaze Gunz in Rickenbach für die allerorts entstehenden Kneippvereine Hafer zu Malz zu rösten. Die erste Malzrösterei Vorarlbergs war ein gutes Geschäft, bis sie nach fünf Jahren der Konkurrenz von Kathreiners Malzkaffee unterlag. Aber noch einige Zeit wurden Hafer als Farbmalz für dunkles Bier und sogar Roggen als KaffeeErsatz für die Kneippianer geröstet. Den Rauch roch man bis Schwarzach. (16/429, 434 u. 521) 5. Roggen wurde bis ins 18. Jhdt. im Unterland noch fast gar nicht angebaut, im Oberland meist nur als Halbkorn mit Weizen vermischt. Auch im 19. Jhdt. blieb der Roggenanbau im Land unter 10 % der Getreidefläche. Erst der Getreide-Import mit der Arlbergbahn machte um das Jahr 1900 das billige Schwarzbrot zum täglichen Brot. Der Müller Gunz berichtet im Jahre 1895 vom billigen Importgetreide, daß 100 kg bester Weizen franko Schwarzacher Bahnhof nur noch 9 bis 12 Gulden (samt Sack) kostete, Roggen gar nur 6.50 bis 8 Gulden und Türken sogar nur 5.50 Gulden (16/346). 6. Gerste wurde ursprünglich wie Weizen auch nur im Oberland angebaut, vor allem im Montafon. Weit verbreitet war im Oberland die «Mengfrucht», eine Mischung von Gerste und Hafer, auch «Mischelkorn» oder «Rauchkorn» (= rauhes Korn) genannt. Sehr spät wurde in den Hanglagen im Unterland etwas Gerste angebaut. So meldete Streußberg im Hungerjahr 1817 die Ernte von 90 Vierteln Gerste. Das waren aber nur 2 % der Getreideernte, die damals ja noch fast zur Gänze aus Hafer bestand. Ob der Adlerwirt J. Gg. Fischer, der von 1874 bis 1906 in Rickenbach in seiner Waschküche das erste Bier für die Wolfurter braute, dazu eigene Gerste röstete oder Malz kaufte, konnte ich nicht mehr feststellen. Die Gunz-Mühle hatte ihre Gersten-Stampfe schon 1852 eingehen lassen, in der HolzMühle konnte man noch bis 1920 seine Gerste «rollen» lassen. Dabei wurde sie von den Hüllspelzen befreit, so daß man daraus mit Bohnen und rußigem Speckdie in Wolfurt noch heute so beliebte «Kichoro»-Suppe zubereiten konnte. 26 7. Hirse läßt sich als Getreide zwar schon in den Pfahlbauten nachweisen und wurde auch im Mittelalter im ganzen Land angebaut, aber niemals in den Getreide-Eschen, sondern nur wie Hanf, Flachs und Rüben am Rand der Flur in kleinen «Ländern», also eingezäunten Gärten. Daher war Hirse auch nicht Großzehent-pflichtig, sondern wurde mit dem Kleinzehent besteuert, der meist in bar bezahlt werden konnte. Aus Hirse kochte man Hirsebrei, nur ganz selten backte man Brot daraus. Es gab Rispenhirse «Hirsch» und Kolbenhirse «Fenk». Beide sind im 18. Jhdt. verschwunden, in Hofsteig schon viel früher. Jedenfalls heißt es in Mehrerau 1577 vom Hofsteiger Kleinzehent, daß man ihn «von Obst, Rüben, Bohnen, Erbsen, Hanf und Werk (= Flachs) und sonst von nichts mehr geben müsste». (2/80) «Türggo-Usmacho» bei Familie Reiner an der Lauteracherstraße 8. Mais, «Türken», Welschkorn. Mais stammt aus Amerika und war daher wie auch die Kartoffel im Mittelalter bei uns noch völlig unbekannt. Aber schon um 1600 tauchte das Welschkorn aus Italien, wo es «gran turco» genannt wurde, über die Pässe in Tirol und 1650 in der Schweiz auf. Von dort verbreitete er sich bis 1710 über das ganze Rheintal, aber wegen der Dreifelderwirtschaft konnte er nur in Bündten und Gärten, nicht aber in den großen Getreide-Eschen angebaut werden. Türken brauchte viel mehr Pflege als die alten Getreidesorten Vesen und Haber und reifte selbst im iöhnbegünstigten Rheintal so spät, daß die althergebrachte Brachweide im Herbst unmöglich wurde, wenn sich der Türkenanbau ausweitete. Andererseits konnte sich Vorarlberg am Ende des 17. Jhdts. nicht mehr selbst ernähren. Krieg, Mißernte und Einquartierung von Soldaten führten zu Hungersnöten. Obersthauptmann Kreis berichtet 1676 an die Regierung (2/85): 27 «. . . dahero mehr alß der halbe theil underthonen nit allein höchst beschmertzlich schon eine geraumbe zeit an dem hungertuch nagen, sondern wie es mir selbsten alß anderen, die noch ein stuckh brodt zu essen, täglich erfahrlich, mit weib und kündern hier und aller orthen hin, das liebe brodt b'ettlendt vor der thür suechen müessen . . . » « . . . zue deme mueß sich disses rauhe bergige landt mit handarbeiten, alß von villenmaurern, zimmerleuthen und stainmetzen, außerhalb des vatters thür, als gegen Elsas, Pfaltz, Lothringen, Burgundt, Schwaben, Franckhen und Saxenlandt hin ernehren und erhalten, gestalten, daß allejahr, so ich allergnawist bißher beobachtet, über die 7 bis 8000 alte und jungeleuth, kinder, bueben und megdlein, welch letztere mit spinen und viechhüetten sich ernehren müessen, außer dem landt begegen.» Man stelle sich das heute, 300 Jahre später, im reichen Vorarlberg vor: Die Hälfte der Einwohner in Hungersnot am Betteln! Ein Großteil der arbeitsfähigen Bevölkerung als arbeitsuchende Gastarbeiter in fremden Ländern! Es wurde noch schlimmer. Als Ludwig XIV. 1681 das Elsaß besetzte und 1689 bis 1697 der Pfälzische Krieg in ganz Süddeutschland wütete, mußten die Vorarlberger Saisonarbeiter zu Hause bleiben, wodurch die Not ganz unerträglich wurde und zu Raub und Totschlag führte. Ein Hofsteiger Gerichtsprotokoll schreibt 1689: « . . . eine solche ellendt betriebte zeit...» (2/88) Hunger tut weh und macht erfinderisch: Weitere Rodungen waren nicht mehr möglich, denn der ganze Vorderwald war schon ein Getreideland. Der Flächenertrag mußte gesteigert werden! Das konnte nur mit dem neuen Welschkorn gelingen. Aber dann mußten zuerst Brachfeld und Brachweide aufhören. Um das Jahr 1700 kam es überall im Land zu Mißständen. Ammänner und Richter mißbrauchten vielfach ihre Stellung in Eigennutz und Verwandtenwirtschaft. Durch private Nutzung und Verschwendung schmolz auch der Gemeinbesitz des Gerichts Hofsteig an Weide und Wald zusammen. Das Gericht beschaute keine Zäune und Gräben, man befolgte die Satzungen des Hofsteiger Landsbrauches nicht mehr. Die Reichen drangen mit Düngung und zweimaligem Mähen auf Kosten der Armen ins gemeinsame Weideland vor. (1/III/222 ff.) Die Unzufriedenheit des «Gemeinen Mannes» führte zu bösen Auftritten gegen die Richter und den Ammann. Als Sprecher der einfachen Leute verfaßte Georg Roner von Wolfurt eine Anklageschrift und suchte Hilfe beim Kaiser in Wien. 1706 kam es sogar zum bewaffneten Aufstand. Eine Änderung der Verhältnisse trat aber erst ein, als Georg Roner selbst 1710 und noch einmal 1713 zum Hofsteig-Ammann gewählt wurde. In den folgenden Jahren wurden die Almenden des Gerichts auf die einzelnen Dörfer verteilt, nur der Ippachwald, die Auwälder an der Ach und das Ried blieben noch fast 100 Jahre im Gemeindebesitz. (1/III/232 und 273) Die Esche wurden auf die einzelnen Bauern aufgeteilt. Jetzt stand dem privaten Maisanbau nichts mehr im Wege. Die Anbauflächen stiegen ständig. 1727 weigerten sich die Hofsteiger noch, von der neuen Frucht, die bisher mit Kleinzehent besteuert worden war, von nun an Großzehent in natura abzuliefern, mußten aber schließlich doch den Zinsknechten den zehnten Kolben samt Stroh überlassen. Im Mehrerauer Zinsbuch von 1731 steht: «Allda wird das der Orten vor wenig Jahren entstandene und eingeführte Welschkorn unter den Großzehent gerechnet, daher in natura bezogen.» (Bilgeri, Holunder 1927/42) 28 In Wolfurt stieg der Welschkorn-Zehent von 78 Vierteln im Jahre 1732 auf 126 Viertel 1761. (2/93) 1817 übertraf in Wolfurt die Türkenernte mit 1620 Vierteln schon deutlich die Haberernte mit 1280 Vierteln. An der Spitze lag noch immer der Vesen mit 3250 Vierteln. Aber das allmorgendliche Habermus wurde langsam vom Türkenmus und schließlich vom TürkenStopfer verdrängt. Dazu eine Tabelle über die Getreideernte von Wolfurt im Notjahr 1817 im Vergleich mit den Nachbargemeinden. Ernteergebnisse 1817 in Vierteln (1 Viertel ist rund 13 kg). Vesen Wolfurt Lauterach Schwarzach Steußberg Kennelbach 3250 5850 1000 Haber 1280 2080 Dintel 1125 1530 Gerste Türken 1620 2120 unbekannt 100 3800 90 300 250 220 54 30 0 0 0 90 0 0 20 (2/65 ff) Eines von den 200 Wolfurter Bauernhäusern: Waibels in Unterlinden. Ein riesiger «Ufzug» für Vesen- und Türken-Korn und ein großer Keller für Obst, Kartoffeln und Most. 29 Das waren schon beachtliche Türken-Ernten, aber sie verdoppelten sich in den nächsten Jahrzehnten noch. 1840 hatte der Maisanbau im Lande alle anderen Getreidesorten hinter sich gelassen: Jetzt erntete Vorarlberg bereits 80.000 hl Mais gegenüber 55.000 hl Vesen und Gerste. (Bilgeri, Holunder 1934/20) Noch mehr verschob sich das Bild bis 1884. Aus diesem Jahr liegt eine detaillierte Angabe der Anbauflächen Vorarlbergs vor. 1783 ha Türken im Rheintal und im Walgau 883 ha Weizen im Rheintal. vor allem im Oberland 507 ha Vesen (Spelz) im Unterland 504 ha Gerste überall, vor allem im Montafon 458 ha Haber vor allem im Raum Bregenz 285 ha Roggen überall zerstreut 232 ha Mengfrucht Getreidemischung im Oberland 51 ha Halbfrucht Getreidemischung im Oberland Im Jahre 1884 hatte aber der Getreideanbau in Vorarlberg seinen Höhepunkt bereits überschritten. Als ab 1872 die Vorarlbergbahn ganze Schiffsladungen von Getreide zu den Mühlen brachte, und als gar 1884 der Arlbergtunnel als Tor zu den Kornkammern der Monarchie eröffnet wurde, ging der Getreideanbau im klimatisch benachteiligten Vorarlberg schnell zurück. Das zeigt sich am deutlichsten am Beispiel Türken, der doch mit -Riebel («Brösel». «Stopfar») und «Hafoloab». aber auch mit Polenta und Türkenmus die Mägen und Herzen der Vorarlberger erobert hatte: Das Rekordanbaujahr war 1896 mit 1832 ha Mais gewesen (2/82) 1884 waren es noch 1783 ha, 1913 waren es noch 1174 ha, 1933 nur mehr 241 ha. Durch den Zweiten Weltkrieg stieg die Anbaufläche noch einmal bis 1946 auf 547 ha. Dann verschwand der Türken bis 1955 fast völlig aus den Feldern. Heute bauen wieder manche Bauern Mais als Viehfutter an. Die Maismühlen findet man aber nur mehr in winzigen Modellen bei Hobby-Gärtnern und Kneipp-Vereinen. Der Müller Lorenz Gunz berichtet noch allerlei Interessantes in seiner Chronik: «Wie mein Großvater Lorenz Dür noch jung war (um 1800) sind die Bauern, wenn sie die Saat im Boden hatten, im Mai auf den Bühel hinaufgelegen und haben gesungen und gejodelt.» (16/225) «Im Herbst hatte man den Keller voll Kartoffeln, eine Stande voll Rüben, eine Stande voll Kraut, ein Schnitztrog hat nicht gefehlt («Schnitz» = gedörrtes Kernobst). Und dann hat man ein Schwein geschlachtet, oder zwei bis drei Bauern mitsammen eine Kuh. Den ganzen Aufzug (= Dachboden) voll Türkenkolben, auch ganze Tröge voll Weizen, Fese (= Vesen), Roggen und für die Pferde etwas Hafer. Die Bauern haben sich gesagt, wenn alles unter Dach und Fach gebracht war, jetzt laßt den Winter nur kommen. Die Bauern sind nach dem Futtern aufden Ofen gesessen und haben sich die Pfeife gestopft und haben Most und Schnaps getrunken . . .» (16/155) 30 Angebaut wurden «Das Brot wurde meistens selber gebacken. Kaffee gab es nicht. Am Morgen gab es ein dickes Türkenmus oder eine solche Suppe aus Hafer oder Türkenmehl mit gerösteten Kartoffeln zur Suppe. Ab und zu am Morgen ein Hafermus . . . Damals (um 1870) hat sich der Morgenkaffee mit Stopfer schon etwas vorgedrängt. Wenn im Sommer die Männer morgens im Feld gemäht haben, nahm die Hausfrau die Muspfanne auf den Rücken und die hölzernen Löffel in den Sack und trug das Frühstück ins Feld.» (16/156) Das Ried 1971. Flotzbach und Nöüwiesa waren bevorzugte Ackerflächen. Heute steht hier im Streuegebiet im Kupferloch der Güterbahnhof. Die Müller sammelten mit einem Pferdefuhrwerk die Bauernstumpen (kleine Getreidesäcke), jeder Sack war mit der Hausnummer gekennzeichnet. Beim Mais war auch noch ein kleiner Kleie-Säck dabei. Die Bauern brachten 10 bis 25 kg Mais zum Mahlen... Als Mahllohn nahm der Müller 1/16 Anteil vom Mehl. Die Bauern zweifelten oft an der Ehrlichkeit. (16/170) Ursprünglich mußten alle Hofsteiger ihr Getreide in Lauterach mahlen lassen, doch bald bekam auch die «hundsmühle» in Rickenbach ähnliche Rechte. Auch der Kellhof besaß eine Mühle im Tobel (der«Melber»), und zum Schloß gehörte eine Mühle im Holz. Am Ende des 18. Jahrhunderts finden wir eine Mühle im Rickenbacher Oberdorf und die Riedmühle im Kessel. Später entstanden eine zweite Mühle im Holz (bei der alten Schmiede) und Dreihers Mühle in Unterlinden, die zuletzt noch ein Sägewerk betrieb. Die Sippe Dür— Gunz erbaute um 1850 zwei Mühlen am Rickenbach, von denen sich eine zur Großmühle Gunz mit der Niederlassung in Bludenz entwickelte. 31 Um 1890 hatte schließlich auch noch J. W. Zuppinger zu seiner Spulenfabrik im Kessel eine turbinenbetriebene Großmühle erstellt. Nicht zu vergessen sind Hilaris Mühle auf dem Bühel und Zehrers elektrische Mühle im Strohdorf, die während der beiden Weltkriege viele Wolfurter Haushalte belieferten. Heute sind sie alle verschwunden. Kartoffeln («Erd-Öpfol», «Grumbbora», in Wolfurt sagt man «Bodo-Biera») 1530 kamen die Knollenfrüchte aus Südamerika nach Spanien. 1588 trafen sie als botanische Seltenheiten in Wien ein und 1594 in Frankfurt. Aber schon 1680 wurde die Kartoffel in Ostösterreich feldmäßig angebaut (Niedl, Alpenländische Wirtschaftsforschung 1972) In der Schweiz wurde sie ab 1730 angebaut und auf vielerlei Arten gegessen: gesotten, gedörrt, als Mehl, Brot oder Brei. Ähnlich wie bei uns lag sie aber dort noch 1790 mit Kürbis, Bohnen, Kraut und Rüben weit hinter den vielen Getreidearten zurück. Erst die vom «bleichen Kometen von 1769» angekündigten Hungerjahre 1770—1773 verhalfen der Kartoffel zum Durchbruch. (Bündner Monatsblatt 1982/117) In Wolfurt gaben die Verteilung der Felder anfangs des 18. Jahrhunderts, die Kultivierung der Insel und der Löcher 1773 und schließlich noch die Riedteilung 1798 den Bauern die Möglichkeit, neue Äcker anzulegen und mit den neuen Feldfrüchten Mais und Kartoffeln den Hunger zu besiegen. Das Jahr 1817 brachte durch Überschwemmung und Hagel im Vorjahr noch einmal eine Hungerkatastrophe, bei der viele Kinder sterben mußten. Wucherer sollen damals das Mehl mit Gips «gestreckt» haben. Dann aber stieg der Kartoffelanbau sprunghaft an und übertraf 1840 schon alle Getreidearten zusammen um das Dreifache. Auch als durch Getreideimporte ab 1870 der Ackerbau stark zurückging, konnte sich die Kartoffel im Lande halten und wurde zum weitaus wichtigsten Nahrungsmittel. Noch bis in die Mitte unseres Jahrhunderts beherrschte sie im bäuerlichen Haushalt den täglichen Mittags- und Abendtisch. So wie es in Wolfurt jeden Morgen «Stopfar» gab, kamen auch jeden Abend «brotene Bodo-Biera» auf den Tisch. Mittags aber gab es «gsottene Bodo-Biera» als Pellkartoffeln oder als Salzkartoffeln, Kartoffelknödel, Kartoffelpüree oder als Fastenspeise, Kartoffelnudeln oder Kartoffelküchle. Daneben bewährte sich die vielseitige Knollenfrucht aber auch noch als hervorragendes Mastfutter für Schweine und Hühner. Ab 1950 verschwanden nach den Weizen- und Maisäckern bald auch die Kartoffelfelder fast zur Gänze aus unserer Gemeinde. Man brauchte 1000 Bauplätze, dazu Ziergärten und Straßen. Erst in den letzten Jahren kündet sich eine Trendwende an. Da und dort gräbt wieder einer den Zierrasen um, stupft ein paar Zeilen Saatkartoffeln in die Erde und freut sich auf die Ernte im eigenen Acker. Weinbau in Wolfurt Im Lande Vorarlberg ist der Weinbau nahezu verschwunden. Nur wenige winzige Weinberge in Feldkirch und Röthis und einzelne Anlagen von Hobby-Winzern in Klaus und bei Bregenz sind geblieben. Am Ende des Mittelalters war das anders. «Weder der Ackerbau noch die Viehzucht beherrschten die Wirtschaft, vielmehr der Weinbau.» Weinhandel war der einträglichste Erwerbszweig der Stadt Bregenz. (Nägele im Heimatbuch Lauterach, 14/113) «Die Anlage von Rebenpflanzungen und ihre Pflege, die Kelterung und Aufbewahrung des Weines waren durch die Römer in Vorarlberg bekannt geworden» (Schwarz, Hkd. 1949). 32 Schloß Wolfurt um 1855. Das Bild zeigt noch den Weinberg am Südhang. 1856 wurde das Schloß vom Schloßbauern Xaver Köb an Jakob Hutter aus Bregenz verkauft, der es völlig umbaute und die Schloßgasse neu anlegte. (Zeichnung von August Kayser) Besonders im Feldkircher Raum hatte sich der Weinbau ausgebreitet, aber ab 800 n. Chr. läßt er sich nach St. Galler Urkunden auch in der Bregenzer Gegend und rund um den Bodensee nachweisen. Die Grundherren förderten den Anbau, vor allem waren es die Klöster St. Gallen und Mehrerau, aber auch reiche Bürger der Stadt Bregenz. Die Auwälder an der Ach waren im Besitz der Grafen von Bregenz. Obwohl die Hofsteiger hier Weiderechte besaßen, vergaben die Montforter große Teile der Wälder als Lehen zur Rodung, so daß dort Äcker und Weinberge entstanden. (Bilgeri, Hard 1955/106) Die Weinberge in der Ebene mußten allerdings durch massive Mauern gegen die häufigen Überschwemmungen geschützt werden. Sie hießen «Bitzen.» Ein solches Bütze-Weingut in der Größe von 4 Juchart/das sind etwa 180 ar) gehörte zum Emser Kellhof im Wolfurter Kirchdorf. Dort wuchsen noch bis 1810 Reben. Die letzten Bützemauern wurden erst 1978 zum Bau der neuen Raiffeisenbank abgerissen. Aus dem Kirchdorf-Brunnenbrief kennen wir auch einen Weinberg des Edlen Jakob auf Schloß Wolfurt aus dem Jahr 1517. Die Emser Chronik schreibt 1616 von der Umgebung von Schloß Wolfurt: «In dieser gegne herumb hat es einen schönen Weinwachs und da sollicher (welchen man der gelegenheit nach Bregentzer nennt) reyff und gut wirdet, so ist er allenthalben gerahten, dann es selten beschicht». Der «Bregenzer» wuchs also zum größten Teil in Wolfurt und Lauterach. Im Jahre 1603 lieferte die Stadt von ihren Weinbergen nur 530 Hektoliter des köstlichen Getränks, ebensoviel kam aus Hofrieden, aber aus Hofsteig das dreifache (Holunder 1930/50). Der Wein wurde bis Augsburg gehandelt. Aber die «Seeweine» aus Bregenz galten als weniger gut als die «Bergweine» des Oberlands (Röthner und Ardetzenberger). Die SeeTraube war weiß, der Wein herb, sauer, jedoch sehr haltbar. (Weizenegger-Merkle, 1839) 33 Wegen der Klimaverschlechterung ging der Weinbau ab dem 16. Jahrhundert zurück. Schon 1537 warfen die Bregenzer den Hofsteigern vor, daß ihr Wein schwer verkäuflich sei. (1/III/433-23) Auch Hans Georg Edler von Wolfurt berichtet 1580 «die reben erfrüren». Und 1595 wurde gar in Bregenz die Hofsteiger Frau Anna Martin als Hexe gefoltert, bis sie gestand, sie habe sich dem Teufel ergeben und den Weinberg in der «Bütze» mit einer Teufelssalbe verdorben. (Bilgeri, «Bregenz»/226) Aber noch lange gehörten neben dem Weinbau das Küferhandwerk und die Lieferung von Rebstecken zu den Erwerbsquellen der Hofsteiger, bis im 19. Jahrhundert Schädlinge, Pilzkrankheiten und vor allem der durch die Eisenbahn erleichterte Wein-Import die Torggel gänzlich verschlossen. Die Chronisten Engelbert Köb und Lorenz Gunz nennen noch die letzten Weinberge, die sie aus ihrer Jugend (um 1880) kannten: Schloßbühel, Narrenberg, Rutzenberg und Kella. Bei der Zählung von 1880 wies Wolfurt als einzige Hofsteiggemeinde noch 2 1/2 Joch Weingärten auf (Werkowitsch, Land Vorarlberg 1887). Auch die Skizze von Schloß Wolfurt aus dem Jahr 1855 zeigt noch den Weinberg auf der Südseite. Der letzte war wohl der Weinberg am Kirchbühel im Tobel, den Pfarrer Sieber noch 1882 betreute. (16/442 und Köb 65) Heute erinnnern nur noch die Straßennamen Rebberg und Wingertgasse an die einst für Wolfurt so wichtigen Reben. vergessen, daß bei der Felderverteilung 1773 und bei der Waldverteilung 1795 die Ernte von Eicheln und Wildobst-Bäumen ausdrücklich ausgenommen und der Allgemeinheit vorbehalten wurde. Nach der Grundstückverteilung nahm der Obstbau am allgemeinen Aufschwung teil. Beim Rückgang des Ackerbaus und Weinbaus im 19. Jahrhundert erreichte er seinen Höhepunkt. In den freigewordenen Äckern rund um das Dorf wuchs innerhalb einiger Jahrzehnte ein riesiger Obstwald heran. Allein J.W. Zuppinger, der die großen Streuegründe im Schlatt gekauft und entwässert hatte, soll dort mehr als 2000 Obstbäume gesetzt haben (Gunz 16/25). Zuppinger begründete mit dem Lehrer Rädler eine Fortbildungsschule für Landwirte und einen Obstbauverein. Jetzt verschwanden die alten «Kriechen»-Steinobstsorten zugunsten süßer Zwetschken und Pflaumen. An den sonnigen Hauswänden trugen wieder Reben ihre süßen Früchte. In den Haus-Gütern aber pflegte man eine bunte Vielzahl von Obstsorten mit speziellen Eigenschaften als Früh- oder Lagerobst, zum Dörren oder zum Mosten. Da gab es zahlreiche, gegen Schädlinge widerstandfähige Apfelsorten wie Jockobacher, Brenntowinar, Schmelgar, Broattatscher, Hindorhusar, Süoßlar, Türko-, Dafad-, HerroÖpfol, Leodorar, Isnar, Brünnorling, Schwarzacher u.v.a. Die bekanntesten von den in Wolfurt heimischen Birnensorten waren wohl Konstanzar-Länglar, Strick-, Lang-, Wiß-, Rößle-, Höubiora, Wittfeldora, Döübola, Kaisorbiora, Wigärtla, Fleisch- und Klosobiora. Aber jeder alte Wolfurter Bauer könnte noch andere aufzählen. Frischobst deckte den Vitaminbedarf der Familie im gemüsearmen Winter. Das auf dem sonnigen Vordächle der Rheintalhäuser oder im Ofenrohr getrocknete Dörrobst war als «Schnitz» eine beliebte Süßigkeit. Die Mutter backte allerlei Süßspeisen, wie Schnitzkichora oder Ofokatz, vor allem aber für Weihnachten und Neujahr den köstlichen «Moltschero», das nur im Hofsteig und Lustenau unter diesem Namen bekannte Birnenbrot. Obstbau Schon in den Pfahlbauten lassen sich gedörrte Äpfel nachweisen und in der Römerzeit nahm der Obstbau einen beachtlichen Aufschwung. Die Alemannen eigneten sich bald nach ihrer Einwanderung den Umgang mit dem Obst so an, daß Most und Wein an die Stelle des germanischen Biers traten. In der Hausbündt pflanzten sie Apfel-, Birn- und Nußbäume bis nahe an die Grenze «vier schuech von der mark». Was von der Ernte auf Nachbargrund fiel, mußte nach dem Landesbrauch geteilt werden. Später setzte sich die Regelung durch, daß überhängende Äste abgeschnitten werden durften. «. . . soll niemand den anderen übersetzen mit pomben, das das trof auf sich selbs falle . ' . . » , (Landsbrauch 10/145) Selbstverständlich zahlten die Zinsbauern einen Zehentanteil von ihrer Ernte an Äpfeln, Birnen und Nüssen an den Grundherrn. Alle fruchttragenden Bäume im Wald und in den Almenden im Ried und an der Ach gehörten der Gemeinschaft und standen unter besonderem Schutz. Eigens bestellte Bannwarte hatten die Aufsicht «zu solchem zesehen, auf dem veld und auch zu den pombgärten und krautgärten». Das Gericht setzte die Erntetage in der Almende fest. Erst auf ein Zeichen mit den Kirchenglocken durften die Felder betreten werden. Jeder Hofsteiger nahm von den Holzäpfeln und Eicheln, soviel er tragen konnte. Wagen und Pferde waren nicht erlaubt. (Holunder 1931/26) «von sanct Gallentag bis zu mitem Mertzen» standen die Almenden mit ihren Bäumen dem Zugang frei. Noch heute kennt man in Wolfurt den Spruch «Gallen Tag ist gsi, was i find, ghört mi». Aber heute gibt es keine Almende mehr, wo einem nach dem 16. Oktober das Sammeln von Holzäpfeln, Nüssen oder Eicheln Freude bereiten könnte. Es wurde längst 34 Schnapsbrenner 1915 bei Orglers in der Bütze 35 Ein großer Teil der Obsternte wurde zermahlen und in hauseigenen kleinen Torggeln gepreßt oder in großen Maischefässern der Vergärung zugeführt. Most und Schnaps gab es daher in jedem Haus genug und manchmal auch zuviel. Nach 1950 wurde der Wolfurter Obstwald stark gelichtet. Die vielen neuen Häuser, die breiten Schnellstraßen brauchten Platz. Import-Obst und Südfrüchte verdrängten die alten robusten Sorten. Neue Edelsorten leiden aber vielfach unter Krankheiten und benötigen chemische Mittel als Schutz. Seit etwa 1970 ist daher wieder eine Rückbesinnung spürbar. Es werden mit Unterstützung durch die Gemeinde wieder Hochstammbäume gepflanzt. Bauernmost erobert sich wieder einen Platz neben Bier und Wein, und «Wolfurter Subirar» ist eine geschätzte Alkohol-Spezialität geworden. Viehzucht Vorarlberg ist mit jährlich 1400 bis 1800 mm Niederschlag so regenreich, daß Ackerbau hier immer ein Kampf mit den Unbilden des Wetters war. Das gilt besonders auch für das Wolfurter Gebiet mit seiner Staulage am Steußberg und den frühen Herbstnebeln am Bodensee. Sehr wohl aber ist es mit großen Weideflächen für Viehzucht geeignet. So haben hier schon die Räter Milchwirtschaft getrieben und sogar Käse exportiert. (Bilgeri 1/I/19) Auch die Alemannen versorgten sich selbst mit Fleisch, Milch und Käse und weiteten die großen Sommerweiden in den Alpen durch Rodungen noch aus. Aus den großen Herrenhöfen des Mittelalters floß mit dem Klein-Zehent ein beachtlicher Strom von Milch, Butter, Käse, Eiern, Geflügel und Kälbern auf das Schloß, in die Stadt oder ins Kloster und mit dem «Besthaupt» nahm auch manche schöne Kuh den Weg dort hin. Sonst dienten die Erzeugnisse der Viehzucht aber eigentlich nur der Selbstversorgung. Der Hofsteiger Landsbrauch bestimmte, wo Hengst, Stier und Eber in Wolfurt zu halten waren: «Item der hof zu Staig soll haben ainen fohlen und ainen pfarren. Item der kelnhof zu wolfurt soll haben ainen eber und ainen pfarren». (10/148) Als sich der Kellhof 1771 von Hohenems löste, waren seine vier Höfe weiterhin verpflichtet, abwechselnd den «Wucherstier» für die Dorfgemeinschaft zu halten. (Wolfurter Steuerbuch 1771 u. 1778) Damals besaßen die meisten Bauern nur eine oder zwei Kühe in ihren kleinen dunklen Ställen. Unter den 48 Häusern des Kirchdorfs, für die im Jahre 1823 eine genaue Aufstellung gemacht wurde, waren nur drei «Großbauern»: Ammann Fischers Witwe im Engel mit 1 Pferd und3Kühen, Jakob Rohner in derBützemit2 Pferden und 3 Kühen, schließlich Andreas Vonach beim Brunnen in der Kreuzstraße mit 2 Pferden und 5 Kühen. Sechs Familien besaßen kein Vieh. Es gab noch keine Sennereien im Tal, sondern nur auf den Alpen. Etwa 1830 brachten Schweizer Sennen ihre Kunst in den Bregenzerwald und schon 1850 zogen auch Bregenzerwälder selbst als Sennlehrer in die Donauländer und ins Ausland. Jetzt exportierte man Käse achtspännig nach Mailand, nach Wien und sogar nach Polen. (Burtscher, Holunder 1928/45) Der Rückgang des Getreideanbaus zwang die Bauern im Rheintal zur Umstellung auf die Milchwirtschaft. 1871 schlossen sich 34 Bauern zu einer Sennereigenossenschaft zusammen und begannen mit der Milchverarbeitung im Dorf. Daneben führten die Gunzbuben 36 Der Löwenwirt mit seiner Heuer-Mannschaft. Auch der Most-Putsch darf nicht fehlen. noch täglich Milch aus Schwarzach und Rickenbach mit ihrem Pferde-Fuhrwerk nach Lindau in die «Milchfabrik». Durch das Verdienst von Lehrer Wendelin Rädler wurden 1882 im Kirchdorf und 1884 an der Hub Sennereien erbaut, wo die Bauern nun für ihre Milch ein paar Kreuzer einnehmen konnten. Rädler bereiste später das ganze Land, um die Bauern zum Zusammenschluß in Genossenschaften zu überreden. Im Laufe der Jahre gelang ihm die Gründung von 80 Raiffeisenkassen und ähnlich vielen Sennereigenossenschaften in allen Tälern des Landes, wofür er vom Kaiser das Goldene Verdienstkreuz erhielt. Im Jahre 1880 zählte man in den 272 Häusern von Wolfurt 213 Bauernfamilien mit 38 Pferden, 680 Rindern (darunter 426 Milchkühen), 106 Ziegen und 192 Schweinen. (Werkowitsch, Land Vorarlberg 1887) Ähnlich groß blieben die Viehzahlen bis zum Zweiten Weltkrieg, als die Eigenversorgung mit Milchprodukten einen besonders hohen Wert darstellte. Dann fielen die Zahlen rapide. 1983 zählte man in den rund 1100 Häusern von Wolfurt nur mehr ein gutes Dutzend Bauernfamilien mit 6 Pferden, 314 Rindern, 13 Ziegen, 69 Schafen und 39 Schweinen. Die wenigen Milchbauern erreichten mit ihren Hochleistungskühen immer bessere Milcherträge und haben Absatzschwierigkeiten. Jedes Jahr im September treiben sie die mit prachtvollen Glocken geschmückten Tiere zum Kuhfest. Aber nur noch diesen einen Tag stehen die Bauern mit ihrer Arbeit im Mittelpunkt des Dorfgeschehens, sonst finden sie selten die Aufmerksamkeit und Wertschätzung, die ihnen als den Hauptverantwortlichen für unsere Natur und unsere Nahrung zusteht. 37 Alexander Natter 1 ALLGEMEINES Im Frühjahr dieses Bedenkjahres 1988 haben wir (August Geiger, Gemeindessekretär i. R., Heinrich Köb, Herbert Moosmann, Bertram Thaler und Alexander Natter) uns im Rahmen des Projektes Dorfgeschichte des Katholischen Bildungswerkes Wolfurt mit der geschichtlichen Vergangenheit der 30er Jahre in unserer Gemeinde beschäftigt. Das Ergebnis dieser Arbeit präsentierten wir im Rahmen einer Veranstaltung unter gleicher thematischer Überschrift. Wir waren bemüht, Geschichte objektiv darzustellen. Dieser Anspruch wird jedoch nie absolut erfüllt werden können. Sie wird immer vom Standpunkt oder Blickwinkel des «Betrachters» beleuchtet und damit immer auch subjektiv sein. Auch wir haben ausgewählt aus: längeren, teilweise bis zu eineinhalb Stunden dauernden Interviews, die uns von einigen Personen, die diese Zeit erlebt haben, auf Band gegeben wurden und zum Teil durch sehr persönliche Stellungnahmen geprägt waren; zahlreichen Fotos dieser Zeit, die uns von den Interview-Partnern zur Verfügung gestellt wurden und bisher noch nirgends veröffentlicht wurden; einer Fülle von Zeitungsberichten verschiedener Vorarlberger Blätter dieser Zeit und dem Protokollbuch der Wolfurter Gemeindevertretung, das den betreffenden Zeitabschnitt beinhaltet. Nachdem unsere Aufarbeitung dieser Zeit, im besonderen in Zusammennhang mit dem Nationalszialismus, mit kritischer Distanz und auch Angst, daß «alte, längst zugeschüttete, Gräben wieder aufgerissen werden könnten», verfolgt wurde, waren wir bestrebt, die Veranstaltung in ihrem Inhalt allgemein zu halten und keine Personen namentlich zu nennen. Nicht wenige, die in den 30er Jahren politisch in der Gemeinde aktiv waren, leben noch, jedenfalls aber deren unmittelbare Nachkommen. So kam es dann, daß für den einen Besucher das Thema «seriös aufgearbeitet» war, für andere wiederum die Dinge zuwenig beim Namen genannt wurden. Verständlicherweise kann die Auseinandersetzung mit der eigenen Alltagsgeschichte kaum neue historische Erkenntnisse bringen. Im wesentlichen sind alle Fakten bereits bekannt. Was aber erzielt werden kann ist: unmittelbare Betroffenheit. Betroffenheit deshalb, weil es sich hier nicht um die Darstellung geschichtlicher Ereignisse handelt, die sich zwar zugetragen haben, aufgrund der übergeordneten Bedeutsamkeit den einzelnen aber nicht 38 unmittelbar berühren, sondern weil es sich um historische Berichterstattung handelt, die die Geschichte der Gemeinde als unmittelbaren Nahbereich und im besonderen die ganz persönliche Lebensgeschichte berührt. Dabei geht es nicht in erster Linie um Jahreszahlen. Geschichte schreibende Politiker oder markante historische Ereignisse. Vielmehr erfahren wir. wie die in den 30er Jahren bestehenden wirtschaftlicehn Verhältnisse, die damals gemachte Politik und deren Propaganda in die Lebensverhältnisse des einzelnen Menschen unmittelbar eingegriffen und diese bestimmt haben und den einzelnen in einem Wechselbad ständiger politischer Beeinflussung für sich zu gewinnen suchte. Nachfolgende Zeilen bringen nun eine Zusammenfassung dieser Veranstaltung «Auf dem Weg zum März '38 — Wolfurt in den 30er Jahren». Sie gliederte sich — wie dieser Beitrag auch — in die Teilbereiche Arbeitswelt, Information und Politik, Alltag und Der Anschluß. Abschließend sei noch betont, daß diese wenigen Gedanken nicht im entferntesten als abgerundete Darstellung dieser Zeit in bezug auf unsere Gemeinde gewertet werden können. sie können höchstens als Impuls für die weitere Auseinandersetzung angesehen werden. Ziel der Veranstaltung war. wie es auch dieses zusammenfassenden Artikels ist. «Spotlights» zu zeigen, einzelne Standpunkte. Ereignissse. Bilder exemplarisch aufleuchten zu lassen. 2 STRUKTURDATEN Bevor wir aber auf die oben angeführten Bereiche eingehen, wollen wir uns noch einen kleinen Einblick in die damaligen dörflichen Strukturen unserer Gemeinde verschaffen. Über den Stand der Bevölkerung und deren wirtschaftliche Zugehörigkeit gibt uns die Volkszählung vom 22. März 1934 Auskunft. Sie weist aus, daß zu diesem Stichtag in Wolfurt 325 Häuser standen und 2086 Menschen lebten. 23 % ließen sich dem Bereich der Land- und Forstwirtschaft, 54 % dem Gewerbe und der Industrie und 15 % dem Dienstleistungs-Sektor zuordnen. Zum Vergleich das Volkszählungsergebnis von 1981: 1203 Häuser, 6589 Einwohner, davon 2 7c Land- und Forstwirtschaft. 48 % Gewerbe und Industrie, 37 % Dienstleistungsbereich. Die Landwirtschaft hatte, gegenüber heute, natürlich einen anderen Stellenwert. Gab es 1934 in unsere Gemeinde 374 Kühe. 540 Schweine und 2651 Hühner, waren es 1987 nur noch 126 Kühe, 31 Schweine und 181 Hühner. Die Mobilität der Bevölkerung war natürlich bei weitem nicht in dem Maße gegeben, wie wir sie heute kennen. Dafür kannte man aber auch noch keine Umweltverschmutzung durch die Kraftfahrzeuge. 1933 verkehrten in Wolfurt 10 PKWs, 10 LKWs und 25 Motorräder. Über die politischen Verhältnisse können uns die Stimmenergebnisse der bis 1945 letzten Landtagswahl im Jahr 1932 geben. (Die Ziffer in Klammer bezieht sich auf die Landtagswahl 1928). 39
  1. wolfurt
  2. imported
Heimat_Wolfurt_..._2000 Wolfurt 01.05.2000 19.11.2012, 18:20 Heft 24 Zeitschrift des Heimatkundekreises Mai 2000 Bild 1: Das offizielle Wappen der Gemeinde Wolfurt, von der Landesregierung verliehen am 6. Oktober 1928, aber schon seit 1893 als Gemeindesiegel geführt. Inhalt: 121. 122. 123. 124. Wolfurt und Wolford Haltmayer-Sippe Vorsteher und Bürgermeister (3) Der kleine Lehrer, Schulen in Wolfurt. Bildnachweis: Reinhold Köb Bild 13 Siegfried Heim Bilder 24, 28 Alle anderen sind der Sammlung Heim entnommen, die meisten sind Reproduktionen von Hubert Mohr und Karl Hinteregger oder Kopien aus dem Gemeindearchiv. Zuschriften und Ergänzungen Dorfbrunnen (Heft 23, S. 6) Nicht alle haben die Abschriften der alten Briefe ganz durchgelesen. Andere zeigten sich über den Inhalt dieser Zeit-Dokumente überrascht. Kann es stimmen, daß die 51 Bauern des Dorfes zusammen nur 83 Kühe hatten? Oder daß man von ganz weit unten an der Lauteracherstraße das Wasser vom Dorfbrunnen holen mußte? Genau hat der Bürgermeister den Bericht studiert. Aus den Akten der Gemeinde hat mir Dr. Sylv Schneider darauf zwei wichtige Ergänzungen gebracht. Danach haben sich die 57 Mitglieder der Brunnengenossenschaft Kirchdorf am Montag, 29. September 1952, noch ein letztes Mal zu einer Versammlung im Rößle getroffen. Sie stellten mit all ihren Unterschriften ein Ansuchen an die Gemeinde, diese möge beide Laufbrunnen an die neu errichtete Gemeinde-Wasserleitung anschließen. Dafür boten sie ihre Holzteile an und erklärten sich bereit, die Urkunde für das Grundbuch zu unterfertigen. Damit war die über 400 Jahre alte Genossenschaft also aufgelöst. Die wegen der großen Zahl der Anteile sehr komplizierte Übertragung im Grundbuch wurde aber bis zum Jahre 2000, also nun bald ein halbes Jahrhundert lang, noch immer nicht durchgeführt. Schon nach fünf Jahren erklärten die "ehemaligen" Mitglieder der Genossenschaft am 20. September 1957 mit ihrer Unterschrift, daß sie mit der Entfernung des (Kleinen) Brunnens an der Kreuzstraße einverstanden seien. Ausdrücklich entbanden sie die Gemeinde von der von ihr übernommenen Verpflichtung zur Erhaltung dieses Brunnens. Der Hauptbrunnen am Kirchplatz und die Waschhütte blieben ja vorerst noch bestehen. Aus beiden Verträgen läßt sich das Wohngebiet der zu versorgenden Genossenschaft genau abgrenzen. Es reichte noch immer von Franz Müller, Bregenzerstraße 11, bis zu Zilla Zoller, Kirchstraße 16, und von Dr. Hermann Mohr, Kellhofstraße 11, bis zum Schindlerhaus, Feldeggstraße 11. Auch Alois Klocker, Schloßgasse 4, war eingeschlossen. Hexen in Wolfurt (Heft 23, S. 30) In mehreren Gesprächen bestätigten mir Leser, sie hätten auch noch solche Hexen oder eben Frauen, denen man böse Künste zutraute, gekannt. Der Dornbirner Historiker Franz Kalb wußte von einer in Wolfurt 1813 geborenen Frau Ursula, die nach Hatlerdorf geheiratet hatte und dort unter dem Schimpfwort s Bockwible in argen Verruf kam. Danke! Über unsere Bitte im letzten Heft sind wieder viele Spenden auf unser Konto Heimatkundekreis 87 957 Raiba Wolfurt eingegangen. Damit können wir einen großen Teil der Druckkosten abdecken. Allen Spendern ein herzliches Danke schön! Dank sagen wir aber auch der Gemeinde Wolfurt, die den Abgang trägt. Herausgeber: Heimatkundekreis Wolfurt Für den Inhalt verantwortlich: Siegfried Heim, Funkenweg 11, A-6922 Wolfurt Satz und Grafik: Erik Reinhard, A-6922 Wolfurt Fotosatz: Mayr Record Scan, A-6922 Wolfurt Druck: Lohs Ges.m.b.H., A-6922 Wolfurt 3 Siegfried Heim Wolfurt und Wolford Wahrscheinlich haben Sie jetzt an eine weltweit bekannte Strumpfmarke gedacht! Mir aber geht es um den Namen unserer Gemeinde Wolfurt. Im Jahr 1999 haben einige von unseren Nachbargemeinden ihren 750. Namenstag gefeiert. Da stellte sich auch die Frage nach der ersten Nennung des Namens Wolfurt. In Heft 22 bin ich kurz darauf eingegangen. In Büchern und alten Dokumenten habe ich noch mehr darüber gefunden. Ich kann jetzt das älteste Wolfurt-Datum auf 1219 korrigieren. Seit es bei uns eine Schule gibt, haben Lehrer den Schülern beigebracht, der Name Wolfurt bedeute wohle Furt, also so viel wie gute Furt. Im 18. Jahrhundert schrieb man auch meist Wohlfurt oder Wohlfurth. Wir erkennen das Gut-Sein in Wohl-Tat, in Wohl-Geruch und in Wohl- Wollen, aber gegen ein Wohl bei unserer Furt über die Ach gibt es einige Gründe. Ganz sicher war die Ach mit ihren vielen Hochwässern immer ein sehr gefährlicher Fluß, für dessen Überquerung schon die Römer eine Brücke bauten, weil ihnen die Furt der Räter zu risikoreich war. Auch im Mittelalter konnte die Furt nur in trockenen Sommerwochen eine gute sein. An anderen Flüssen mag es gute Furten gegeben haben, das Bestimmungswort wohl wurde aber nirgends zur Namensgebung für eine Furt verwendet. Flußübergänge benannte man meist nach der Habe, die dort an das andere Ufer gebracht wurde, etwa. Heufurt, Schweinfurt, Rindsfurt und Steinfurt, oder nach Leuten, die hier durchzogen, Frankfurt. Oft gab ihnen der Fluß selbst den Namen, Klagenfurt (Glan-Furt). Ein Sprachwissenschaftler, der in Wol-Furt ähnlich wie in Wal-Gau das alte Wort wälsch vermutete, deutete den Namen sogar als Furt ins Land der noch nicht alemannisch sprechenden Rätoromanen. Wahrscheinlich hat der Name Wolfurt aber gar keinen Bezug zu einer Furt über die Ach! Er taucht nämlich um 1220 zuerst als der eines Rittergeschlechtes auf. Dessen Burg sicherte den damaligen Zugang über den Steußberg in den von rivalisierenden Grafen umstrittenen Bregenzerwald. Viel näher an der Ach und an der Furt stand Burg Veldegg im Oberfeld. Diese konnte daher auch eher den Flußübergang kontrollieren. Am Fuß der Burg Wolfurt übernahm die Häusergruppe um die Kapelle St. Nikolaus den Namen. Vorerst galt er nur für diesen Ortsteil. Die Papsturkunde von 1249 stellt ihn in die richtige Reihenfolge: ...Kaenalbach,Ahe, Wolfurt, Berge, Staige, Rikembach, Swarzahe... Wolfurt lag demnach abseits der Furt, durch die Ansiedlung Ach und den Weg über das Oberfeld vom Fluß getrennt. Noch lange, im Sprachgebrauch der Einheimischen bis ins 19. Jahrhundert, hielt sich der Name Wolfurt für die Häuser des Kirchdorfs und unterschied diese von denen an der Ach, in Unterlinden und in den anderen Teilen der Gemeinde. Bild 2: Gaststube im Rößle 1935 Alte Gasthäuser (Heft 23, S. 46) Zu gut sind uns die abgebildeten Gaststätten noch bekannt, wenigstens von außen. Daß es aber vereinzelt auch Bilder vom Innenleben in den Gaststuben gibt, bewies Georg Klettl, der mir zwei alte Fotos überließ. Eines zeigt eine fröhliche Gesellschaft bei Bier und Gesang um 1935 im Rößle. Von links: Georg Böhler (Steonowiorts Hansiorgos), Josef Bernhard (Schrinars Seppl) mit einer jungen Dame, Gebhard Höfle (Kiorchomoastor) ebenfalls mit Dame, Gebhard Schwärzler (Liborats Geobärtle), Rößlewirt Eugen Müller und seine damals ganz junge Frau Dora. Ahnenforschung Aus Freyung in Bayern hat der 85jährige Otto Zuppinger geschrieben und sich mit zahlreichen Fotos nach seinen Wolfurter Ahnen erkundigt. Er und vor ihm sein Vater haben seit 1891 die dortige Filiale der Spulenfabrik Zuppinger geleitet und sie zu einem Betrieb mit 100 Beschäftigten ausgebaut. Den älteren unter uns, besonders den Rickenbachern, ist der Name Zuppinger noch sehr geläufig. Einiges über den für unsere Gemeinde so wichtigen Spulenfabrikanten, Müller und Großbauern Joh. Walter Zuppinger finden Sie auch in diesem Heft oder in Heft 22 in den Artikeln über die Vorsteher. 4 5 Erstmals in der Gründungsurkunde der Pfarrei vom Jahre 1512 und dann auch mehrfach in dem von Landschreiber Witweyler 1596 aufgeschriebenen Hofsteigischen Landsbrauch meint man mit Wolfurt das ganze heutige Gemeindegebiet, etwa bei den Vorschlägen zur Ammann-Wahl: .... drey ehrliche männer, ain von Lauterach, den andern von Hard und den driten aintweders von Wolfurt, abm berg oder von Schwartzach...' Wie schreibt man Wolfurt? Ab jetzt wechselte die Schreibart des nicht mehr verstandenen Wortes oft in Wollfurt, Wolffurt, Wohlfurth und andere Formen, bis seit etwa zweihundert Jahren mit Wolfurt das alte Original vom Jahre 1219 wieder gebräuchlich wurde. Fast überall hatten die Schreiber im 13. und 14. Jahrhundert auf über dreißig erhaltenen Pergamenten und Siegeln für die Ritter die lateinische Form MILES DE WOLFURT verwendet. Nur vereinzelt taucht einmal ein WOLFFURT auf.2 Völlig verändert finden wir den Namen im ältesten Brunnenbrief von 1517 beim Edlen und Vesten Jakoben von Wohlfurth uf Wohlfurth? Im Jahre 1591 unterschrieb Pfarrer Fischer sein Testament eigenhändig mit Sebastianus Vischer Pfarherr zue Wolffurt. Der bekannte Geograph Merian bezeichnete 1643 unser Schloß in seiner Beschreibung Schwabens auf einem Bild der Stadt Bregenz gar mit Wolffort.4 Wieder hundert Jahre später schuf Blasius Hueber seine Vorarlbergkarte von 1774. Da verwendete er bereits die Schreibart Wohlfurt. Dagegen beharrte das Kaiserliche Oberamt weiterhin auf dem altertümlichen th im Auslaut. In einem Schreiben von 1775 nannte es die fünf Hofsteig-Gemeinden Luterach, Hardt, Wohlfurth, Schwartzach und Stüßberg.5 Die gleiche Schreibung Wohlfurth gebrauchte zu dieser Zeit auch noch der Hofsteig-Ammann Joseph Fischer. In den ersten Seelenbeschrieben ab 1760 verzichteten die Pfarrer J. Andreas Feurstein und Lorenz Gmeiner dagegen jetzt auf das erste h und schrieben auf jede neue Buchseite ihr Wolfurth. Der erste Wolfurter Vorsteher Joh. Gg. Fischer tat es ihnen 1811 noch gleich. Ebenso schrieb auch das Königl. Bayr. Amtsgericht 1808 an Jakob Schertler in Wolfurth. Zu dieser Zeit verfaßte aber der Gotteshaus-Ammann Mathias Schneider bereits ab 1802 seine Chronik.6 Und dort verzichtete er auch auf das zweite h und schrieb durchgehend das moderne Wolfurt. So schrieben es auch ab 1814 der gelehrte Pfarrer Graßmayer und danach die meisten Vorsteher. Damit schien diese Schreibart zur Regel zu werden. Es folgten aber noch einige Rückfälle. Aus unerklärlichen Gründen wählte in Bregenz der Historiker Weizenegger in seinem dreibändigen Werk Vorarlberg, verfaßt um 1820 und herausgegeben von Pater Merkle im Jahre 1839, durchgehend die ausgefallene Schreibart Wolffurth. Er fand aber keine Nachahmer. Die Lehrer und im Familienbuch von 1850 auch der Gemeindeschreiber blieben bei Wolfurt. Der Vorste6 Bild 3: Hohen-Bregentz und ganz rechts Schloß Wolffort auf einer Merian-Karte von 1643. Vier Jahre später haben die Schweden die Burg Hohen-Bregenz gesprengt. her ließ jetzt sogar einen Stempel Gemeinde Vorstehung Wolfurt anfertigen. Nur die vorgesetzten Ämter brauchten noch etwas länger. Aus Innsbruck kamen 1870 die Verleihung der ersten Postmeisterstelle an Vorsteher Mayer in Wolfurth und die Genehmigung zur Führung einer Stampiglie Postamt Wolfurth ab 1. Jänner 1871. Immer seltener tauchte dann aber in amtlichen Schreiben das altmodische th auf, häufiger noch in privaten Briefen. Als die Vorarlberger Landesregierung der Gemeinde Wolfurt mit der schönen Urkunde vom 6. Oktober 1928 die Führung des alten Ritterwappens als Gemeindewappen bestätigte, stand die Schreibung des Namens Wolfurt in seiner heutigen Form aber nicht mehr in Frage. (Siehe Titelbild!) 7 Bild 4: Ältestes WolfurtDokument (1220) im Landesarchiv: .... aut in Wolfurt semper et in Luterach .... .... Cunradus et frater suus milites de Wolfurt Kaiser für seine vielen Heerzüge nach Italien und zuletzt für seinen Kreuzzug Ritter aus ganz Europa um sich sammelte. Zu solch fahrenden Rittern, die ihr Schwert je nach Aussicht auf Erfolg und Beute wechselnden Herren liehen, gehörten einige Zeit später ja auch die Brüder Ulrich und Konrad von Wolfurt. Das berühmteste Bild eines englischen Söldnerführers hat Paolo Uccello 1436 an die Wand des Doms von Florenz gemalt. Er betitelte es mit Johannes acutus eques britannicus. Die Florentiner nannten den gefürchteten Herzog Giovanni acuta, den Scharfen Hans, Ritter aus Britannien. Die Sage von Ritter Wolfford Wo aber stammte dieses Ritterwappen her? Wer trug zuerst den wilden Wolf und das Wasser der Furt auf seinem Schild? Die ältesten Dokumente, die von dem Geschlecht Zeugnis geben, stammen aus der Zeit um das Jahr 1220. Als in Lindau die Seelsorge in den Orten rund um Bregenz geregelt wurde, traten unter den Zeugen zwei Brüder auf: Cun. etfrater suus milites de Wolfurt. Das Pergament mit dem Lindauer Schiedsspruch enthält, allerdings ohne genaue Datumsangabe, die älteste erhaltene Namensnennung von Wolfurt im Vorarlberger Landesarchiv.7 Genau datiert, und zwar auf den 31. März 1219, ist eine Weißenauer Urkunde im Stiftsarchiv St. Gallen. Papst Honorius nimmt darin das Kloster Weißenau unter seinen Schutz, dazu mit all dessen Besitz auch ein Gut in Wolfurt,... predium in Wolfurt ... Hier ist Wolfurt also erstmals8 als Ort genannt, ein zweites Mal dann auch 1226 bei der Schenkung der Kapelle an Weißenau. Das Adelsgeschlecht hatte sich um diese Zeit bereits über Lindau bis Überlingen ausgebreitet und wurde jetz rasch hintereinander mehrfach in Urkunden erwähnt.9 Die Ritter von Wolfurt galten als Gefolgsleute der Staufer. Man darf annehmen, daß schon Kaiser Friedrich Barbarossa, zu dessen Hausmacht seit der Schenkung von 1157 der Kellhof und die Kapelle St. Nikolaus gehörten, einen seiner Ritter mit der Burg belehnt hat. Unter den Erben von Schloß Wolfurt, auch unter den nachfolgenden Adelsgeschlechtern der Leber, Reichart und Greiffenegg, blieb über Jahrhunderte die Sage vom schottischen Stammvater M'Dewr the Wolf erhalten. Das schottische Wolfford oder Wolvesford hätte sich hier zu Wolfurt gewandelt. Als erster schrieb Weizenegger die Sage um 1820 auf.10 Sie ist keineswegs unglaubwürdig, wenn man weiß, daß der 8 Ritter Konrad Von ihm gibt es zwar kein gemaltes Bild, aber die Forschungen von Karl Heinz Burmeister in den Archiven Schwabens, Ungarns und Italiens stellen uns den mächtigen Feldherrn und Herzog als wichtig- Bild 5: Joannes acutus, der Scharfe Hans, sten Vertreter der Ritter mit dem Wolfs- ein britischer Söldnerführer schild doch deutlich vor Augen.11 In der Vorarlberger Geschichtsschreibung hatte man das Geschlecht lange vernachlässigt. In Ungarn war im Jahre 1308 der Franzose Karl von Anjou König geworden. Um die Macht des einheimischen Adels zu brechen, rief er westeuropäische Ritter ins Land. Unter ihnen befanden sich auch die Brüder Ulrich und Konrad von Wolfurt. König Karls Sohn Ludwig der Große, die Ungarn nennen ihn Lajos Nagy, schuf aus Ungarn ein Großreich von der Adria bis zur Ostsee. Als er 1348 auch das Königreich Neapel eroberte, standen neben dem deutschen Herzog Werner von Urslingen die beiden Wolfurter Ritter an der Spitze seiner Söldnerheere. Ulrich wurde Statthalter des Königs in Neapel, Konrad Befehlshaber in Apulien. Als Herzog Werner zum Gegner überging, kam es zu einem grausamen Bürgerkrieg. Italienische Chroniken12 berichten von der ungewöhnlichen Tapferkeit und der Kriegskunst der Wolfurter. Konrad führte seine Scharen durch das Land, plünderte die Städte Foggia, Capua und Aversa und erpreßte von den Gefangenen riesige Lösegeldsummen. Nach seinem Vater Wolf von Wolfurt nannte man ihn jetzt Currado Lupo, Konrad den Wolf. Mit ungeheuren Schätzen an geraubtem Gold und Kirchenschmuck und mit vielen entführten Frauen und Mädchen kehrten die Ritter auf ihre Besitzungen in Ungarn und Schwaben heim und erwarben dort Burgen und Ländereien. 9 Transportunternehmen Wolford und in Florida in den USA eine Autowerkstätte Wolford.14 Am Muddy Creek nahe Kremmling in Colorado wurde erst 1996 ein riesiger See aufgestaut, der den Namen Wolford Mountain Reservoir trägt. Und eine Wolfsfurt über die Lahn gab es einst in der Nähe von Gießen.'15 Wolford Und dann gibt es natürlich auch noch die weltbekannte Bregenzer Firma Wolford, deren Name bei Damen mit schönen Strümpfen und bei Besitzern von steigenden Aktien einen gleichermaßen guten Klang hat. Ich habe mich nach der Herkunft des Namens erkundigt und von der Firmenleitung freundliche Auskunft bekommen. Der Firmenname hat natürlich keinerlei Zusammenhang mit Wolfurt. Es gibt ihn erst seit 1950. Er ist eine Neuschöpfung, wahrscheinlich vom Firmengründer Reinhold Wolff gemeinsam mit seinem Geschäftsfreund Walter Palmers erfunden. Aus dem Geschlechtsnamens Wolff und der nach der erfolgreichen Firma Ford klingenden Endung wurde er zusammengefügt. Palmers selbst hat den Markennamen WOLFORD am 7. April 1950 beim Patentamt in Wien angemeldet. Seit diesem Jahr ist er für den Bereich Gemischtwaren geschützt, von Ackerbau-Erzeugnissen und Arzneimitteln bis hin zu Baustoffen und Maschinen und natürlich auch für Bekleidung und für Web- und Wirkwaren. Die Wolford-Geschichte klingt wie ein modernes Märchen. Hier will ich als Gegenstück zur mittelalterlichen Erfolgsgeschichte des Ritters Konrad ein paar Daten daraus aufzeigen und vielleicht einige Leser auf deren Aufarbeitung im 50. Jubiläumsjahr neugierig machen. Reinhold Wolff, geboren 1905 in Hard, hatte mit seinem Vater Johann Wolff und seinen Brüdern in Hard im Jahre 1928 die Firma Vlbg. Wirkwaren Gebr. Wolff gegründet. Vor allem mit ihrer Unterwäsche konnte sich die Firma seither durchsetzen und beachtlich ausweiten. Ein Filialbetrieb gibt seit 1960 an unserer Achstraße als Näherei Wolff auch vielen Wolfurterinnen einen Arbeitsplatz. Im weltpolitisch kritischen Jahr 1936 gründete Reinhold Wolff allein eine Wirkwarenfabrik in England und hatte dort mit 100 Mitarbeitern bei der Erzeugung feinster Damenwäsche großen Erfolg. Bei Kriegsbeginn wurde er 1940 auf der abgelegenen Insel Man interniert und dann 1944 im Gefangenenaustausch nach Hard entlassen. Unter ungeheuren Schwierigkeiten begann er dort 1946 in der alten Mühle mit der Erzeugung von Socken und Strümpfen. Die große Nachfrage zwang ihn schon 1948 zum Bau einer Fabrik auf dem ehemaligen Exerzierplatz in Bregenz. Ab 1950 und jetzt unter dem Markennamen WOLFORD fertigte er auf alten amerikanischen Maschinen Damenstrümpfe aus Kunstseide und bald auch aus Nylon und Perlon. Im Jahre 1965 waren bereits über 1000 Mitarbeiter in den ständig erweiterten und jetzt mit modernsten Maschinen ausgerüsteten Werkshallen beschäftigt. Die nachfolgenden Jahrzehnte brachten mit immer neuen modischen Produkten und der Gründung zahlreicher Handelsniederlassungen eine Ausweitung von Wolford auf ganz Bild 6: Schloß Wolfurt 1950 Auf dem Millenniumsplatz in Budapest stellt seit 1896 ein Relief den König Lajos Nagy mit seinen Rittern und den ihm huldigenden Frauen von Neapel dar. Die Legende erzählt, er habe den Frauen die Freiheit geschenkt. Als Gesandter des Königs reiste Ulrich 1352 zum Papst nach Avignon. Dieselbe hohe Ehre fiel 1355 seinem Bruder Konrad zu, an dessen Seite damals Marquard aus dem aufstrebenden Geschlecht der Edlen von Hohenems als Begleiter ritt. Neben seinen Schlössern in Ungarn, im Schwabenland und in der Schweiz besaß Konrad die Burg Guglionese im Apennin. Er kaufte 1363 Burg und Stadt Arbon und siegelte den Vertrag mit seinem italianisierten Namen CORADUS D UULFORT. Ein Jahr später ließ er aber in einen (vermutlich geraubten) Kelch wieder sein CUNRADUS DE WOLFURT MILES eingravieren. Diesen Kelch stiftete er im Kloster Pfäfers ob Sargans der Muttergottes. Reue über seine Untaten spricht aus der Stiftungsurkunde: ".... Ritter Konrad ...für das Heil seiner Seele, für das Seelenheil seiner Vorfahren, und für das Seelenheil aller derjenigen, die von ihm in Leib und Gut, tödlich oder auf irgend eine andere Weise verletzt worden sind."'13 Im Jahre 1369 ist er gestorben. Mit der Sage vom Ritter Wolfford aus Schottland läßt sich am ehesten das späte und dann plötzlich sehr häufige Auftauchen des Namens Wolfurt ab dem Jahre 1219 erklären. Am Talrand gab es ja schon lange Zeit vorher eine Ansiedlung, für welche aber bis in das 12. Jahrhundert nur der Name der Kapelle St. Nikolaus bekannt war. Die Ortsnamen Rickenbach, Lauterach, Schwarzach, Bildstein und Buch kommen in anderen deutschsprachigen Ländern noch mehrfach vor. Der Name Wolfurt ist dagegen einmalig. Nirgendwo sonst habe ich ihn bis jetzt gefunden. Am ehesten hat er noch einen ähnlich klingenden Doppelgänger in Wolfforth, einer kleinen Stadt nahe der Wüste Llano estacado in West-Texas. In England gibt es ein 10 11 Europa und darüber hinaus. Nach dem Tod des Gründers Reinhold Wolff im Jahre 1972 formten die Nachfolger die Firma 1988 in eine Aktiengesellschaft um. Der Aufwärtstrend blieb ungebrochen. Bei nunmehr rund 3000 Mitarbeitern meldete die Firmenleitung 1999 für das letzte Geschäftsjahr bei 1,83 Milliarden Schilling Umsatz einen Gewinn von über 16 Prozent.16 Wahrhaftig viel Geld und hohe Ehre für den schönen Namen! Wie aber schrieb Theresia Mohr-Wachter in ihrem Bekenntnis zum Heimatdorf? Mi Wolfurt, des ischt m 'r des liobscht uff-or Wealt. I gab 's um koa andors und nitt um viel Geald! Siegfried Heim Die Haltmayer Im Mai 1999 besuchte überraschend Brigadier Med.-Rat Dr. Manfred Haltmayer aus Wien seine Verwandten in Wolfurt. Die nahmen das zum Anlaß eines kleinen Sippentreffens im Kultursaal der Gemeinde. Ich habe dazu die vielen Wolfurter Haltmayer-Stämme durchforscht. Weil weit mehr als hundert Nachkommen-Familien unter uns leben, möchte ich hier einige Ergebnisse vorlegen. Sie berichten vom Werden und Vergehen des einst bedeutendsten Wolfurter Geschlechtes. Der Name Haltmayer wird auch Haltmayr, Haltmeier oder Haltmeyer geschrieben. Er ist zusammengesetzt aus dem alten halt und meier. halten bedeutet ursprünglich behüten, versorgen. Der Meier ist der Verwalter eines Hofes oder auch eines ganzen Landes. Die Bregenzer Haltmayer Während der seltene Geschlechtsname um 1600 in Wolfurt noch unbekannt war, vermeldet das erste Bregenzer Taufbuch zwischen 1587 und 1661 die Taufen von insgesamt 76 Haltmayer-Kindern von 39 unterschiedlichen Elternpaaren. Schon um das Jahr 1500 hatte ein Hans Haltmayer das Schloß Niedegg - so hieß damals die Riedenburg - besessen.1 Ein Andreas Haltmayer, geboren 1599 in Bregenz als Sohn des Bauern Johann Haltmayer, studierte in Dillingen und wirkte als Jesuit lange Zeit in Innsbruck.2 Wahrscheinlich stammen auch die Hörbranzer Haltmayer, die sich heute Haltmeier schreiben, aus Bregenz. Ihr bekanntester Vertreter war Dr. Georg Haltmeyer, 18031867, der als Gründer der Technischen Universität am Karlsplatz in Wien gilt. In Hörbranz umfaßt das Geschlecht noch fünf Familien. Fünf weitere gibt es in Bregenz. Sonst ist der Name in Vorarlberg äußerst selten geworden. Nebenbei sei nur noch vermerkt, daß eine Petra Haltmayer aus dem Allgäu derzeit zu den WeltcupSchiläuferinnen zählt. 1 2 3 Kleiner, Der hofsteigische Landsbrauch, LMV 1900, S. 135 Burmeister, Siegel der Edlen von Wolfurt, Eisenstadt 1984, S. 26 ff GA Wolfurt, Brunnenbriefe. Siehe Heimat Wolfurt, Heft 23/1999! VLA, Merian, Topographia Sueviae, Frankfurt 1643 GA Wolfurt, Fischer-Chronik, S. 46 GA Wolfurt, Chronik Schneider 2 VLA, Helbok-Regesten, Nr. 362, S. 176 VLA, Helbok-Regesten, Nr. 353, S. 173 Damit möchte ich meine Aussage in Heft 22, S. 14, auf 1219 korrigieren. VLA, Helbok-Regesten, Nr. 363, 381, 390, 419, 440 Weizenegger-Merkle, Vorarlberg 1839, Bd. 2, S. 350 Burmeister, Ritter Konrad von Wolfurt, LMV 1982 und Das Edelgeschlecht von Wolfurt, Lindau 1984 Zitiert in Bronner, Werner von Urslingen, Aarau 1828 (VLA) Burmeister, Das Edelgeschlecht von Wolfurt, Lindau 1984, S.40 Mitteilung von Wolford-Bregenz v. 22.3.1995 Forschungen von Michael Sinz im Internet, Januar 2000 VN, Wolfordin Topform, 10.7.1999, Titelseite 5 6 7 8 9 Die Wolfurter Haltmayer In Wolfurt gehen die Anfänge des für unser Dorf so wichtigen Geschlechtes auf die Zeit des Dreißigjährigen Krieges zurück. Durch die Pest war 1635 die Hälfte der Bevölkerung ums Leben gekommen. Manches Haus stand leer. Damals ist aus Bregenz der Stammvater Mathias Haltmayer als Adlerwirt nach Rickenbach zugezogen. Er ist laut dem ältesten Bregenzer Taufbuch3 am 10. Februar 1610 in Bregenz als Sohn des Kaspar Haltmayer und der Ursula Höfle geboren worden. Kaspar taucht als Leitname des Geschlechtes bei den Nachkommen noch oft 13 10 11 1 13 14 15 16 12 auf, ebenso wie der der Mutter Ursula und der Schwester Magdalena. Auch der Geschlechtsname Höfle deutet auf eine Verbindung nach Wolfurt," wo er in der Pfarre häufig vorkam. Seither gibt es in den Pfarrbüchern zwei Haltmayer-Stämme. Das Familienbuch zählt bis zum Jahre 1760 bereits 20 Familien auf. Im Jahre 1760 besaßen sie zehn der insgesamt 148 Wolfurter Häuser und zwei weitere in Schwarzach. Von ihnen allen lebt der Name heute nur mehr in den Familien der Brüder Kurt und Norbert Haltmayer fort. In Wolfurt gehören zum Stamm Haltmayer I vor allem die Gerber-Haltmayer im Kirchdorf und die Küfer in der Bütze, zum Stamm II die sehr einflußreichen Rickenbacher Wirte von Adler und Kreuz. Die beiden Stämme gehen auf zwei Brüder zurück, zwei Söhne des Rickenbacher Adlerwirts Mathias Haltmayer.4 Georg Haltmayer, gest. 27.1.1723, war der Stammvater der Gerber, und Kaspar Haltmayer, gest. 8.3.1720, war der Stammvater der Wirte. Ihren Nachkommen ist weiter unten ein umfangreiches Kapitel gewidmet. Vorher möchte ich jedoch einige wichtige Vertreter des Geschlechts herausheben. Mathias Haltmayer, 1610-1684, der Gründer Pest, Hunger und Krieg! In ganz schweren Zeiten waren Mathias und seine Schwester Magdalena in Bregenz zur Welt gekommen. Starke Klimaveränderungen hatten in wenigen Jahrzehnten zu einer Reihe von Mißernten und zum Niedergang des Weinbaus geführt. Im Jahre 1609 waren in Bregenz 16 Hexen verbrannt worden, die meisten davon aus Wolfurt. Weitere Hinrichtungen folgten. Im Jahre 1618 begann der Dreißigjährige Krieg, in dem schließlich 1647 auch Bregenz erobert und geplündert wurde. Vorher war in mehreren Pest-Epidemien ein großer Teil der Einwohner gestorben, in den Hofsteiger Dörfern etwa die Hälfte. Wolfurt und Rickenbach hatten zusammen 70 Häuser mit rund 400 Einwohnern. Nach den Erscheinungen in Bildstein im Jahre 1629 begann dorthin ein gewaltiger Pilgerstrom zu fließen. Das eröffnete in diesen düsteren Zeiten in Rickenbach einem Gastwirt eine gute Chance. Um das Jahr 1640 dürfte Mathias seine Frau Anna Reinberger geheiratet und mit ihr den ersten nachweisbaren Rickenbacher Gasthof übernommen oder vielleicht selbst eröffnet haben. Von ihren Kindern finden sich sieben in den 1650 begonnenen Wolfurter Pfarrbüchem, davon nur die jüngsten drei in den Taufbüchern. Die Gastwirtschaft blühte auf, besonders als von 1663 bis 1670 in Bildstein die großartige Wallfahrtskirche gebaut wurde und nun jedes Jahr Zehntausende von Pilgern den Weg dorthin suchten. Ab wann das Gasthaus den Namen Adler getragen hat, ist nicht nachweisbar, wohl aber, daß hier schon 1661 Graf Karl Friedrich von Hohenems Einkehr gehalten hat.5 Das als Wirt erworbene Vermögen vergrößerte Mathias Haltmayer noch als Frachter und Handelsmann. Das erfahren wir aus einer in der Rickenbacher Kapellen-Chronik überlieferten Schrift, die einst den Rahmen des Nothelferbildes zierte. Am Rand des 14 Bild 7: Der ehemalige Gasthof Adler am Kellaweg um 1935. Auf dem Motorrad Hans Stark. als Hexentanzplatz berüchtigten Dellenmooses, wo jetzt ein Erddamm als Dellenmos Brug die Landstraße auf kurzem Weg durch den gefährlichen Schlattsumpf nach Schwarzach leitete, ließ Haltmayer 1676 eine Kapelle mit einem großen Nothelferbild errichten. Zwei Jahre zuvor hatte der Rickenbach mit zwei Überschwemmungen am 12. und am 23. August 1674 grosen Schaden gethan.6 Jetzt sollte das Nothelferbild nicht nur den Rickenbacher Besitz, sondern auch Haltmayers Fracht-Fuhrwerke schützen. Er empfahl sie daher St. Loy, dem Hl. Eligius, der als Patron der Schmiede und der Frachter gilt. Die leider inzwischen verschwundene Schrift lautete: Zu Ehren der Hl. Dreifaltigkeit, der Hl. Jungfrau Maria, St. Loy und St. Antonius. Matthias Haltmayer hat 1676 dieses Bild errichtet, folgende Wohltäter haben dasselbe bis jetzt erhalten: 1707 Kaspar Haltmayer, 1720 Anton Haltmayer, Bildstockmauer erbaut; 1776 Andreas Haltmayer renoviert; 1825 Leonhard Fink renoviert; 1865 JosefAnton Fischer; 1902 Johann Georg Fischer zum Adler; 1924 für die Kapelle renoviert Lorenz Gunz. Mit Ausnahme des letzten waren alle Wohltäter Adlerwirte und direkte Nachkommen des Mathias. Im Jahre 1914 wurde die Kapelle, die nahe beim Haus Dornbirnerstraße 15 stand, abgebrochen. Das alte Bild, vor welchem bis dahin noch die Wolfurter und die Schwarzacher Bittprozessionen eine Station gehalten hatten, wurde in die Kapelle Rickenbach übertragen. Kaspar Haltmayer, um 1640-1720, Adlerwirt und Hofsteig-Ammann Kaspar war vermutlich der älteste Sohn des Adlerwirts Mathias Haltmayer. Während wir aber dessen Geburtsdatum im Bregenzer Taufbuch finden können, ist das des Kaspar unbekannt. Im Trauungsbuch sind seine vier Eheschließungen eingetragen. Dabei fungierte bei der ersten im Jahre 1670 noch der Vater Mathias als Trauzeuge, bei den späteren dann seine Brüder Georg und Joseph. 15 Bild 8: Siegel des Kaspar Haltmayer Ammann zu Hofstaig um 1700 Kaspar übernahm den Gasthof Adler samt Frächterei und Weinhandel. Wegen seines hohen Ansehens und seines Vermögens wurde er in den Notjahren nach den Türkenkriegen zwischen 1695 und 1710 dreimal zum Hofsteig-Ammann gewählt. Als amtliches Siegel verwendete er ein Bild, auf dem zwei aufrechte Löwen ein mit einer fünfzackigen Krone geschmücktes riesiges Ei halten. Beim Adler sammelten sich 1706 die gegen die hohen Steuern rebellierenden 2000 Bauern aus dem Bregenzerwald und aus Dornbirn. Obwohl die Kapuziner sie aufhalten wollten, marschierten sie am 13. Mai 1706 mit Äxten, Säbeln, Sensen, Morgensternen und Gewehren zur Lauteracher Achbrücke und von dort mit Trommelwirbel in die Stadt Bregenz. Voller Angst flohen die Beamten und die kaiserlichen Soldaten. Auch später stand Haltmayer auf der Seite des Kämpfers Jerg Rohner.7 Seine Tochter Anna wurde 1729 sogar dessen dritte Ehefrau. später den Namen Engel bekam. Enkel Andreas übernahm den Adler. 1774 erbaute Urenkel Anton Haltmayer schließlich auch noch das Kreuz. Zu so großem Reichtum gelangte der tüchtige Wirt und Stoff-Fergger, daß er 1788 für 6300 Gulden das große Wolfegg-Haus an der Bregenzer Kirchstraße kaufen konnte. Nur zehn Jahre später verkaufte er es bereits wieder für sagenhafte 11 500 Gulden. Wir kennen das stolze Haus heute als unser Landesarchiv.9 Da konnte der alte Gasthof Adler an dem längst zur Nebenstraße gewordenen Kellaweg nicht mehr mithalten. Um das Jahr 1800 errichtete Johann Haltmayer, Wirt und Weinhändler und dazu auch noch Baumwoll-Fergger, seinen Gasthof ganz neu an der Straße nach Dornbirn. Johann Haltmayer, 1862-1924, Kreuzwirt Nach weniger als hundert Jahren war der Name Haltmayer aus fast allen Gasthöfen bereits wieder verschwunden. Als letzter sollte 1888 nach dem Tod der Wirtsleute noch das Kreuz versteigert werden. Von den elf Kindern waren etliche bereits gestorben. Drei Töchter waren Gastwirtinnen im Lamm und im Löwen geworden. Der Sohn Johann Georg ging als Jesuit in die Mission nach Brasilien. Johann, der jüngste Sohn, war Lehrer im Bregenzerwald. Jetzt gab er aber den Lehrberuf auf und wurde daheim in Rickenbach Kreuzwirt. Die letzten Weinberge am Rutzenberg ließ er aufgehen, den letzten Wolfurter WeinTorggel brach er 1897 ab. An dessen Platz hinter dem Kreuz baute er ungeheuer große Keller. Erstmals in Wolfurt verwendete er dabei Zement. In 20 riesigen Fässern konnte er jetzt fast 50 000 Liter Wein einlagern, den die neue Arlbergbahn kostengünstig aus Südtirol nach Schwarzach lieferte. Bald waren die Haltmayer-Weine im ganzen Land bekannt. Als die Stickerei ab 1901 große Gewinne abwarf, erbaute er als einer der ersten in Vorarlberg am Wiesenweg eine Halle für die neuen Schiffle-Stickmaschinen und ein paar Jahre später eine zweite, größere, dazu. Allem Neuen war er aufgeschlossen. Führend tätig finden wir ihn bei der Gründung von Feuerwehr und Raiffeisenkasse. Er wird Obmann des Turnvereins, der Vorarlberger Viehzuchtgenossenschaft und des Landes-Bienenzuchtvereins. 20 Jahre lang diente er der Gemeinde vorbildlich im Gemeinderat. Daß er dabei seine Gaststube nicht vergaß, die er im Jahre 1896 mit dem heute noch erhaltenen schönen Kreuz-Schild schmückte, beweist der hartnäckige Kampf mit dem Adlerwirt Alt-Vorsteher Fischer. Als nämlich der Lehrer Rädler im Auftrag der Gemeinde 1901 eine Straßenbahn nach Dornbirn plante, bekämpften sich die beiden Wirte bis aufs Blut. Jeder wollte die Haltestelle vor seiner Haustüre haben. Von Johann Haltmayers Söhnen starb Manfred 1921, Josef 1931. Damit erlosch nach 300 Jahren das Geschlecht der Haltmayer-Wirte in Rickenbach. Martin Haltmayer I., 1735-1818, Gerber im Kirchdorf Seit drei Generationen betrieb ein Zweig der Rickenbacher Haltmayer in einem klei17 Immer wieder litten der Adler und die umliegenden Häuser unter schlimmen Überschwemmungen durch den Rickenbach. Auf die Katastrophe von 1701 folgte nach einem Erschröcklichen Wolchenbruch eine weitere am späten Abend des 20. August 1702. Schon hatte das Wasser ein Haus, etliche Stadel und die neuerbaute Mühle im Tobel weggerissen, man hat geglaubt der Jüngste Tag werde Komen, die Rickenbacher haben mit einander ein Kapelen verlobt} Tatsächlich erbauten die Rickenbacher nun unter Leitung ihres Ammanns Haltmayer neben der Brücke eine Kapelle für ein großes Dreifaltigkeitsbild mit Mariens Krönung. Mehr als zweihundert Jahre lang beteten sie alljährlich am Dreifaltigkeits-Sonntag davor einen Psalter mit der Bitte um Schutz vor dem Wildbach. Die Kapelle mußte später an die steile Straße nach Bächlingen verlegt werden. Vor einigen Jahren wurde das Hochwasserbild ins Museum nach Bregenz gebracht. Ammann Kaspar Haltmayers Nachkommen weiteten den Familienbesitz gewaltig aus. Der Enkel Kaspar kaufte 1735 das zweite Rickenbacher Gasthaus, den Löwen. Sein Bruder Melchior erwarb gleichzeitig die Krone in Schwarzach, jenes große Gasthaus, das neben den Bildstein-Pilgern auch viele Wälder Frachter beherbergte und 16 Die Wolfurter Haltmayer Einige ihrer Hauptlinien in vier Haltmayer-Häusern. Die zahlreichen anderen Linien lassen sich daraus ableiten. nen Haus im Kirchdorf das ehrsame Gerber-Handwerk. Großvater Georg hatte 19 Kinder, Vater Kaspar 8 und nun Martin selbst auch 9. Eine so große Kinderzahl war damals durchaus üblich. Das ungewöhnliche ist aber, daß von diesen 36 Kindern 27 groß wurden und heirateten! Daraus ergibt sich eine überaus große Anzahl von Seitenlinien und Nachkommen. Martin scheint als erster zu Geld gekommen zu sein. Jedenfalls konnte er nach dem Loskauf der Kellhof-Güter von Ems im Jahre 1771 ein Stück des gräflich-emsischen Weingartens in der Bütze kaufen. Darauf erbaute er für seinen ältesten Sohn Michael im Jahre 1797 ein für jene Zeit außergewöhnlich großes Haus, heute Heims in der Bütze. Als dort am 13. Juli 1800 plündernde französische Soldaten eindrangen, wehrte sich Michael und wurde erschossen. Ein Jahr später überließ Vater Martin die Gerbe im Dorf seinem zweiten Sohn Mathias und übersiedelte selbst mit dem Rest der Familie in die Bütze. Von seinen Söhnen wurde Josef Goldschmied und erfolgreicher Kaufmann in Feldkirch.10 Von der Tochter Theresia stammen die Böhler-Holzerschmiede und die Bildstein im Röhle mit allein über 100 Nachkommen-Familien. Der Sohn Kaspar Haltmayer begründete in der Bütze die Linie der Küfer-Haltmayer. Martin Haltmayer II., 1803-1874, Gerber im Kirchdorf Schon sein Vater Mathias, ein Sohn von Martin L, hatte die Gerberei vergrößert und dazu zwei neue große Häuser nahe beim Engel im Kirchdorf gebaut. Viele Gesellen fanden hier Arbeit. Einige blieben im Ort und gründeten neue Fmilien. Darunter waren Josef Heim aus Hergensweiler, Gottfried Klien aus Hohenems und später Hermann Peter aus Hohenems. Das Vermögen des Gerbers stieg an. 1860 konnte er die ehemalige Dür-Schmiede im Röhle mit großem Grundbesitz kaufen, ein Jahr später sogar sein Nachbarhaus, den Gasthof Engel. Martin Haltmayer zahlte jetzt in Wolfurt am meisten Steuern, mehr als der reiche Müller Zuppinger in Rickenbach, doppelt so viel wie die großen Gastwirte.11 Dafür gehörte er auch viele Jahre lang dem Gemeinderat an. Den Höhepunkt erreichte das Gerbergeschäft, als Haltmayer um 1870 große Ballen von getrockneten Bisonhäuten aus dem Wilden Westen Amerikas bezog. Es war ja die Zeit, in der Buffalo-Bill und andere Jäger innerhalb weniger Jahre dort die riesigen Büffelherden nahezu ausrotteten. An Seilen sollen die Gerber die Häute zum Aufweichen von der Achbrücke ins Wasser gehängt haben. Unbekannt ist, ob Haltmayer damals Kontakt mit den Dutzenden von Wolfurtern gehalten hat, die kurz zuvor nach St. Louis und nach New Ulm in den Wilden Westen ausgewandert waren. Zweimal hat Martin IL geheiratet. Jede der Frauen schenkte ihm acht Kinder. Einige davon begründeten neue große Sippen. Der riesige Besitz wurde verteilt. Sohn Augustin bekam den Gasthof Engel und wurde dort 1890 erstochen. Zwei Jahre später übernahm der ehemalige Gerberknecht Peter das Gasthaus. Sohn Ferdinand bekam die Gerberei. Aber die goldenen Zeiten waren vorbei. Bald nach dem Ersten Weltkrieg mußte der einstmals so großartige Handwerksbetrieb eingestellt werden. 18 19 Die Haltmayer-Nachkommen Ungeheuer groß ist ihre Zahl - beinahe wie Sand am Meer! Mit der folgenden Auflistung, die ganz sicher noch große Lücken aufweist, will ich bewußt machen, wie stark das Blut eines einzigen Elternpaares das Leben der Dorfgemeinschaft bestimmt hat. Mathematiker wissen allerdings, daß in der 11. Generation nur mehr ein einziger von 1024 Blutstropfen Haltmayer-Blut ist. Ahnenforscher ergänzen aber dazu, daß bei diesem Abstand bereits sehr viele Vorfahrenpaare ident sind, daß also viele Wolfurter auf mehreren Linien vom Stammvater Mathias Haltmayer abstammen. Die Übersicht auf Seite 18 enthält nur jene vier Hauptlinien der Haltmayer, die über viele Generationen in den vier Stammhäusern verblieben sind. Weit mehr als hundert andere Familien stammen aus Seitenlinien. Nur mehr zwei tragen den alten Stammes-Namen. A Stamm der Gerber Im Jahre 1671 hatte (3a) Georg Haltmayer aus dem Adler in Rickenbach ins Kirchdorf geheiratet und dort in einem kleinen Haus im röle den Stamm der Gerber begründet. Sein Urenkel (6a) Mathias baute 1818 auf der Ostseite der Straße am Hang ein neues Gerberhaus und 1826 auf der Westseite für seinen Sohn (7a) Martin ein zweites, die große Gerbe. Im ostseitigen Haus wurden später die vielen Gesellen untergebracht. Mit ihrer Schwester Ingeborg Haltmayer-Cesa sind Kurt und Norbert Haltmayer als Kinder des (10a) Wilhelm Haltmayer noch in der um das Jahr 1975 abgebrochenen alten Gerbe im Dorf aufgewachsen. Dort wurde bald darauf der neue Gasthof Engel gebaut. Nahe Verwandte zu Gerbars sind die Familien Spirig und Ulimann. Sehr viele Familien leiten sich von Rosina Haltmayer, 1836-1880, einer Tochter des reichen Gerbers und Gemeinderates (7a) Joh. Martin Haltmayer, ab. Aus ihrer ersten Ehe mit Josef Anton Schertler im Röhle stammen u.a. Hans-Marteles und Thedoros (z.B. Wachters und Steifs), aber auch Holzarschmiods Böhler Augusts Kinder und Schuhmachar-Köbs an der Kellhofstraße. Aus Rosinas zweiter Ehe stammen Köbo Ferdeles Vorsteher Ferdinand Köbs Kinder im Strohdorf mit sehr vielen Familien und Kliens im Oberfeld, Heimich Kliens Kinder. Ein älterer Zweig der Gerber leitet sich von Theresia Haltmayer, geboren 1781 als Tochter des (5a) Martin Haltmayer, ab. Sie war in Spetenlehen mit dem Schmied Hieronymus Böhler verheiratet. Von ihrem Sohn Jakob Böhler, dem ersten Schmied im Holz, stammen alle 20 Bild 10: Gerberei Haltmayer im Kirchdorf um 1920 (z.B. Geigers im Röhle, Guldenschuhs in Unterlinden, Sammar-Fischers, Liberat-Schwärzlers, Klimmer Alberts u.a.) Von Theresias Tochter Anna Maria Haltmayer, die 1848 den Wagner Fidel Bildstein im Röhle geheiratet hatte, stammen allein mehr als hundert Familien in Wolfurt, Bregenz, Lauterach und weit zerstreut bis in Amerika. Hier nenne ich nur, stellvertretend für viele andere die Lislo Gmeiner Kassians im Röhle Lohansolar-Bernhards und Seppatone-Köbs Einen besonders großen Zweig begründete auch Aloys Haltmayer, 1763-1844. Er war ein Enkel des (4a) Kaspar Haltmayer und besaß ein Haus im Gässele hinter dem Alten Schwanen. Seine Frau M. Kath. Schwerzler war eine Tochter der Katharina Haltmayer, geb. 1737 im Löwen, und des Dellenmoosmüllers J. Gg. Schwerzler (Siehe weiter unten unter Adlerwirts!). Aloys Haltmayers Tochter Katharina Haltmayer, 17921856, heiratete den Feger Xaver Albinger. Von ihnen stammen Schnidarles (Eberles, Schandarm-Fischers,...) Feogars (Albingers, Stenzels, ...) Hirschenwirts (Schertler Seppls im Flotzbach und Vonachs im Frickenesch) Hohls mit ihren vielen Familien an der Ach und im Röhle Metzgar Reiners und Frisör Reiners. Schließlich gehören zu dieser Sippe auch noch die Bäcker-Letsch im Hirschen mit unserem berühmten Maler Louis Letsch, 1856-1940, dem „Meister der Blume". 21 Holzerschmiods Noch älter ist der Zweig des Martin Haltmayer, 1732-1788, Schreiner auf dem Bühel. Er war ein Enkel des (3a) Georg Haltmayer. Von seiner einzigen Tochter Anna M. Haltmayer, die 1788 den Bildsteiner Lehrer Jakob Köb heiratete, der darauf das Schreinergeschäft übernahm, stammen u.a. die Familien der Schrinar-Köbs auf dem Bühel Gallar-Köbs (z.B. Aichholzers) Lehrar-Köbs Meßmars, Molars, Hilares, Seppatones,... Ebenfalls auf (3a) Georg Haltmayer geht ein weiterer bedeutsamer Zweig zurück. Seine Urenkelin Magdalena Haltmayer heiratete 1770 Joh. Michael Ibele aus dem Schwabenland. Von ihnen stammen nicht nur die vielen Ibele-Familien in Bregenz und Flötzars Vonachs im Frickenesch, sondern auch die Dörfler-Mohr (Dr. Hermann Mohrs, Lehrer Mohrs und Gebhard Mohrs Kinder, sowie Albingers im Strohdorf). B Stamm der Küfer Als Seitenstamm der Gerber spalteten sich in dem vom Gerber (5a) Martin Haltmayer im Jahre 1797 erbauten Haus in der Bütze die Küfer-Haltmayer ab. Das Stammhaus kam 1891 durch die Einheirat von Josef Heim an die Familie Heim. Im Jahre 1992 wurde es (Bützestraße 4) durch Helmut Heims Kinder von Grund auf erneuert. Zu dieser Linie gehören also die vielen Familien Heims in der Bütze. Von den elf Kindern des ersten Küfers (6b) Kaspar Haltmayer heiratete Anna Maria 1840 den Ferdinand Mesch an der Kirchstraße. Von ihnen stammen Mäschos und Hans-Irgos Eugen Rists Kinder. Von Kaspar Haltmayers Tochter Kreszentia stammten als Enkel auch noch Räschles die ehemaligen Flaschner im Tobel. Kaspars jüngster Sohn Ferdinand Haltmayer übersiedelte als Postbeamter nach Innsbruck, der Enkel Dr. Alfons Haltmayer als Mathematikprofessor nach Wien. Von dort hält der Urenkel Dr. Manfred Haltmayer, Jg. 1921, Verbindung mit der Stammheimat Wolfurt. Er war als Brigadier einer der ranghöchsten Ärzte im österreichischen Bundesheer. Als begeisterter Reiter hat er um 1970 die Hippo-Therapie mitbegründet. C Stamm der Adlerwirte In seinem Gasthaus in Rickenbach begründete Stammvater (2) Mathias Haltmayer, 1610-1684, das Geschlecht der Wolfurter Haltmayer. Um das Jahr 1800 verlegte (6c) Johann Haltmayer den Gasthof Adler von der Nordseite des Kellawegs an die Dornbirnerstraße. Bis 1904 blieb dieser in Familienbesitz, wenn auch durch Einheirat von Schwiegersöhnen nacheinander unter den neuen Namen Zumtobel, Fink und 22 Fischer. Alt-Vorsteher (9c) Joh. Georg Fischer, der hier auch eine Brauerei betrieben hatte, mußte den Adler schließlich 1904 verkaufen. Seither ist er unter wechselnden Besitzern und Pächtern ein angesehener Gasthof geblieben. Zu den sehr zahlreichen Nachkommen des Adlerwirts (9c) J. Gg. Fischer zählen Dr. Elmar Fischer, Jg. 1936, Generalvikar für Vorarlberg, und Richard Kurt Fischer, 1913-1999, Bildender Künstler in Innsbruck. Barbara Haltmayer, eine Schwester der Adlerwirtin (7c) Katharina, war mit dem Seiler Nikolaus Klocker verheiratet. Von ihr stammen die Soalar-Klocker an der Hub. Zwei wichtige Seitenlinien aus dem alten Adler gehen von (4c) Anton Haltmayer aus. Dessen ältester Sohn Kaspar Haltmayer, 1713-1748, hatte 1735 von der Wirtsfamilie Köhlmayer den zwei- Bild 11: Brigadier Dr. Manfred Haltmayer, Wien ten Rickenbacher Gasthof Löwen gekauft. Die Enkelin Katharina, geboren 1737, heiratete den Dellenmoos-Müller Joh. Gg. Schwerzler. Ihre Nachkommen sind die Schwärzler-Dynastien aus Schwarzach, zu denen u.a. die Schwarzacher Kohler und die Pircher-Schwärzler in Bregenz zählen. Von ihnen nenne ich hier nur Hans Kohler, Jg. 1947, Bürgermeister in Rankweil. Ein weiterer Sohn des (4c) Anton war Melchior Haltmayer, 1715-1772, der als Kronen-Wirt in Schwarzach hohes Ansehen gewann. Die Enkelin Maria Anna Haltmayer, 1744-1817, wurde in Rickenbach die zweite Gattin des Hofsteig-Ammanns Josef Fischer. Dieser hatte als Nachfolger von Kaspar Haltmayer den Gasthof Löwen übernommen. Von ihren neun Kindern stammen die vielen Familien der Löwenwirtler-Fischer Zu diesen zählen auch Rößlewirts (z.B. Müllers im Röhle) Märtolars (z.B. Geigers im Röhle und Kirchbergers) Sammars und Alt-Adlerwirts. Manche davon sind bereits weiter oben genannt und besitzen also aus mehreren Linien Haltmayer-Blut. 23 Noch eine ganz besondere Linie geht von Maria Haltmayer, 1671-1721, aus, der ältesten Tochter des Ammanns (3c) Kaspar Haltmayer. Sie wurde durch ihre Tochter Ursula Gmeiner die Stammmutter aller Spetenleher-Fischer. Einer ihrer Enkel in Spetenlehen war der vprhin genannte Löwenwirt und HofsteigAmmann Josef Fischer, der also ebenso wie seine Ehefrau Haltmayerblut vererbte an die Löwenwirtler und die weiter oben bereits genannten Familien. Ein zweiter Enkel war Josefs Bruder Joh. Martin Fischer in Spetenlehen. Von dessen Sohn, dem ersten Wolfurter Vorsteher Joh. Georg Fischer, 1760-1817,12 gehen noch einmal viele Linien aus: Schützenwirts in Spetenlehen Lammwirt-Fischers: z.B. Lehrer Mohrs, Vorsteher Hintereggers, Sternwirt Fischers Fischer Adolfs und Fischer Ruperts in Spetenlehen die Lutzo-Gmeiner in Spetenlehen und Ratzers im Strohdorf Fischer Hermanns und Fischer Alfreds auf der Steig Heims in der Bütze Nagler Kalbs im Tobel und noch viele andere. D Stamm der Kreuzwirte Im Jahre 1774 erbaute Anton Haltmayer, ein Sohn des Adlerwirts (5c) Andreas Haltmayer, auf dem Platz von zwei abgebrochenen oder abgebrannten alten Häusern den dritten Rickenbacher Gasthof Kreuz. Bis zum Tod von Josef, dem älteren Sohn des (9d) Johann Haltmayer, im Jahre 1931 blieb das schöne Haus in Familienbesitz. Beim plötzlichen Tod des zweiten Sohnes (lOd) Manfred im Jahre 1921 erwartete seine Braut ein Kind. So führt nun nach dem Enkel Manfred Füchsl, 1922-1984, die Linie weiter zu Füchsls am Wiesenweg. Aus früheren Kreuzwirt-Generationen sind zwar viele Kinder, aber nur wenige Enkel bekannt. Von (8d) Johann Haltmayer heiratete Tochter Paulina den Löwenwirt Franz Josef Fischer und wurde damit die letzte Löwenwirtin. Der bekannte Gasthof ist 1912 abgebrannt. Zwei weitere Töchter des Kreuzwirts, Maria Bild 12: Josef Haltmeyer, 1891-1931, Anna und Maria Katharina heirateten nacheinder letzte Haltmayer-Wirt 24 Bild 13: Die jüngsten Wolfurter Haltmayer (1999): Ingeborg, Norbert und Kurt Haltmayer mit ihren Ehepartnern. In der Mitte Reinhard, Jg. 1971. ander den Lammwirt Gebhard Fischer. Ihre vielen Nachkommen sind heute, wie auch die Löwenwirtler, weit in alle Welt zerstreut. Als einziger war Katharinas Enkel, der Sternenwirt Johann Fischer, in Wolfurt geblieben. Zu dieser Linie der HaltmayerNachkommen zählen also Heims Helga am Funkenweg und ihre Kinder. E Stamm der Stöoglar-Fischer Sogar aus einem fünften Haltmayer-Stamm leben noch Nachkommen in Wolfurt. Neben den Söhnen Kaspar und Georg hatte Adlerwirt (2) Mathias noch einen Sohn (3e) Josef Haltmayer, gestorben 1708. Dieser besaß nahe bei seinem Bruder Georg im Kirchdorf-Loch jenes Haus, das unter der Nummer Im Dorf 10 (Wolfs) im Jahre 1958 abgebrannt ist. Seine Urenkelin (6e) Ursula, Jg. 1798, heiratete Johann Fischer auf der Steig, den jüngeren Bruder des bekannten Sepp Fischer. Über Ursulas Enkel Hanne Fischer, 1866-1945, führt eine Linie zu dessen vielen Nachkommen Stöoglars an der Ach. 25 Noch einmal sei betont: Das sind zwar viele, aber noch lange nicht alle Wolfurter Haltmayer-Nachkommen. Einige von uns können sich jetzt vielleicht besser in dem riesigen Geschlecht zurechtfinden. Andere müssen weiter forschen. Hoffentlich wächst dadurch das Bewußtsein: Wir gehören zusammen! Siegfried Heim Vorsteher und Bürgermeister von Wolfurt (3) In Heft 20 und Heft 22 habe ich aus dem Leben der ersten dreizehn Wolfurter Vorsteher bis zum Jahre 1873 berichtet. Ihre Zeit war geprägt von Hungersnot und Arbeitslosigkeit, vom Beginn der Industrialisierung und den ersten Ansätzen zur Demokratisierung der Gemeinden. Ulmer, Burgen, 1925, S. 377 Ludewig, Vorarlberger an Hochschulen, 1920, S. 156 3 VLA, Taufbuch 181/1 4 Erhebungen von S. Heim im VLA und in den Wolfurter Pfarrbüchern, 1998 5 Welti, KellnhofWolfurt, aus LMV 1952, S. 8 6 GA Wolfurt, Schachtel 1804, Bericht aus alten Bücher I Heimat Wolfurt, Heft 13/1993, S. 21 und S. 28 ff. 8 Wie Anmerkung 6, GA Wolfurt, Schachtel 1804, Bericht aus alten Bücher 9 Schnell. Kunstführer 1324, Vlb. Landesarchiv, S. 3 10 Heimat Wolfurt, Heft 21/1998, S. 21 II Heimat Wolfurt, Heft 22/1999, S. 35 12 Heimat Wolfurt, Heft 20/1998, S. 11! 2 1 14. Joh. Martin Schertler (II.) Geb. 9.10.1841, gest. 18.4.1907 1879-1891 Die Wahlen von 1879 hatten also auch in Wolfurt das Übergewicht der Liberalen in der Gemeindestube beendet und wieder einen konservativen Schertler an die Spitze der Gemeinde gebracht. Schon sein Vater und sein Bruder waren ja Vorsteher gewesen.1 Trotz der vorangegangenen Auswanderungswelle nach Amerika war die Einwohnerzahl der Gemeinde bis zur Zählung von 1880 auf 1630 gestiegen. Darunter waren erst 31 Italienisch sprechende Trentiner. Aber deren Zahl würde in den nächsten 20 Jahren auf 231 anwachsen. In ihrer Armut und Ausgegrenzheit standen sie in den elenden Qartieren vor nahezu unlösbaren Problemen.2 Die 213 Bauern besaßen jetzt 426 Kühe, 254 Stück Galtvieh und 38 Pferde. Die meisten von ihnen waren hoch verschuldet. Nur zaghaft begannen sie, den Zusammenbruch des Getreide-Anbaus durch Steigerung der Milchwirtschaft auszugleichen. An der Hub und im Kirchdorf waren Sennereien gegründet worden. Erstmals bekamen die Bauern wenigstens ein paar Kreuzer für ihre Milch. Unter Führung von Oberlehrer Wendelin Rädler erbauten sie jetzt im Jahre 1882 sogar ein eigenes Bild 14: Vorsteher Joh. Martin Schertler, 1841-1907 27 26 Sennereigebäude am Röhle-Rank.3 Genau einhundert Jahre später ist es 1982 wieder abgebrochen worden. Viele Wolfurter arbeiteten wie die Trentiner in der Kennelbacher Fabrik. Außer für ein paar Knechte und Mägde gab es im Ort kaum Arbeitsplätze, am ehesten noch in den Gerbereien, Mühlen und Ziegeleien. Seine Brauerei betrieb der Adlerwirt ohne fremde Hilfe. Aus 4300 kg Gerste und 85 kg Hopfen braute er im ganzen Jahr 196 Hektoliter Bier. Einzig Zuppinger beschäftigte 1882 an den Drehbänken in seiner Spulenfabrik im Kessel bereits 45 Arbeiter. Aus 1500 Kubikmetern Holz verfertigten sie in einem Jahr über 1 1/2 Millionen Garnspulen im Wert von etwa 50 000 Gulden. Dazu begründete Joh. Walter Zuppinger mit seinen tüchtigen Söhnen zwei weitere Spulenfabriken mit jeweils über 100 Arbeitern, eine 1883 in Römerstadt in Mähren, die zweite 1891 in Freyung in Niederbayern. Zum Anlernen der dortigen Arbeiter nahm er etliche Werkmeister aus Wolfurt mit. Für die kleinen Leute hatte gerade das erste Stickerei-Fieber eingesetzt. Gebhard Fischer, Seppos auf der Steig, hatte 1869 eine Hand-Stickmaschine aus der Schweiz in Betrieb genommen und 1874 sieben weitere dazu gestellt. Das wirkte ansteckend. Im September 1883 konnte der Vorsteher bereits 34 Sticker mit zusammen 43 HandStickmaschinen melden. Im Jahr 1882 richtete er, einer Idee Rädlers folgend, im Schulhaus die erste Gemeindekanzlei ein. Sogar ein hauptamtlicher Gemeindeschreiber wurde in der Person von Lorenz Schertler, einem Neffen des Vorstehers, gefunden und angestellt. Mustergültig ordnete dieser nun die alten Akten und Bücher. Im Dachboden der Schule wurde dafür ein feuersicheres Archiv angelegt.4 Im Februar 1880 kam mit Joh. Gg. Sieber ein besonders aktiver neuer Pfarrer nach Wolfurt, der sich zusammen mit den Casino-Leuten entschieden gegen die immer noch mächtigen Liberalen wandte. Wöchentlich traf er sich mit Vorsteher, Gemeindearzt Dr. Elsler, Schulleiter Rädler und einigen anderen wichtigen Leuten in der hinteren Stube des Postmeisters und Sternenwirts Eduard Böhler, um das Gemeindegeschehen zu besprechen. Zuerst sollte der Friedhof erweitert werden. Dazu mußten ein neuer Pfarrhof erbaut, der alte samt dem Pfarrstadel abgebrochen und die Zufahrtsstraße verlegt werden. Für den Platz des Pfarrhofs wurde ein großer Fels weggebrochen. Die Steine fanden Verwendung beim Bau der Sennerei, für Wuhrmauern an der Ach und natürlich auch für den Neubau des Pfarrhofes. Für diesen hatte Pfarrer Sieber eine überdimensionale Planung mit großartigen Baikonen vorgesehen. Zwar reduzierte der Bauausschuß dieses Vorhaben, aber die Kosten beliefen sich schließlich doch auf 6954 Gulden und stürzten die Gemeinde in beachtliche Schulden. Über Betreiben des Pfarrers hatte die Gemeinde den Friedhof schon 1881 als Katholischen erklärt. Nun durften Andersgläubige und Selbstmörder nur mehr in einem Winkel ohne Grabschmuck beerdigt werden! Ausnahmen hat es für Bessere aber manchmal gegeben. Bild 15: Pfarrers Stadel, Pfarrhof, Kirche und Friedhof bis 1882. Eine Skizze von Engelbert Köb. Die Kirche erhielt 1885 durch die Schwarzacher Firma Behmann eine neue Orgel für den tüchtigen Organisten Fidel Kalb. Das Kirchenschiff ließ der Pfarrer durch Engelbert Köb prächtig ausmalen. Gemeinsam mit seinem Bruder Hilar schuf dieser auch einen neuen Hochaltar für das hochgeschätzte Flatz-Bild Maria Krönung. Für die weiten Wege der Leichenzüge schaffte die Gemeinde 1884 einen Todtenwagen an. Der Versuch der Gemeinde, gegen den seit 1881 im Adler bestehenden Sparverein eine Konkurrenz-Sparkasse zu errichten, scheiterte vorerst am Einspruch der Behörden.. Erst 1889 gelang dem unermüdlichen Rädler die Gründung seiner Raiffeisenkasse. Das Vereinsleben blühte auf. Für die Schützen kaufte die Gemeinde 1880 den bis dahin privaten Schießstand an der Hub. 1890 erhielten sie neue Gewehre und eine neue Fahne. Als Organist Fidel Kalb 1885 die Leitung der Musik übernahm, formte er sie durch zusätzliche Instrumente zu einer Türkischen Musik um. In Rickenbach bestand seit 1886 ein Turnverein. Für den Winter stellte ihm die Gemeinde als Turnraum zwei Klassen im alten Schulhaus zur Verfügung. Im Jahre 1889 erreichte Vorsteher Joh. Martin Schertler dann die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr. Bald wurden aber wieder alle männlichen Gemeindebürger als Hilfsmannschaft zu den alljährlichen Feuerwehrübungen verpflichtet. Den Wolfurter Männerchor hatte VorsteherSchertlerzusammen mit Postmeister Böhler und Organist Kalb schon in seinem ersten Vorsteher-Jahr neu gegründet. Sogar die politischen Gegner Zuppinger und Altvorsteher Fischer sangen im Baß mit. Als der Chor aber dem Kaplan ein Ständchen gesungen hatte, traten die liberalen Sänger geschlossen aus. Mit nur mehr 14 schwarzen Sängern mußte der Verein nach einigen Jahren aufgeben. Daneben wurden auch noch andere Sorgen an den Vorsteher herangetragen. Er mußte für die Einhaltung der Polizeistunde sorgen: Punkt 11 Uhr! Bei Übertretungen zahlte 28 29 der Wirt zwei, jeder Gast einen Gulden in die Armenkassa. Ruhestörer auf der Gasse wurden arretiert und mit ein bis drei Tagen Arrest bestraft. Selbverständlich mußten die Gasthäuser während des Sonntags-Gottesdienstes geschlossen bleiben. Und fast jede Ausschuß-Sitzung hatte sich mit Ehegesuchen zu befassen. Immer mehr Wolfurter überstiegen die alten Schranken und suchten sich fremde Frauen. Dafür mußte dann jeder 50 Gulden Weibereinkaufstaxe bezahlen. Sogar der Drechsler Joh. Gg. Anwander, der sich im fernen Römerstadt in Mähren am Aufbau von Zuppingers neuer Spulenfabrik beteiligte und dort 1887 seine Julia ehelichen wollte, mußte zuerst daheim in Wolfurt bare Gulden hinlegen! Die damit verbundene Gemeinde-Bürgerschaft konnte allerdings unendlich wichtig werden. So wurde etwa die nach Dornbirn zuständige todkranke Witwe Philomena Maier samt ihren zwei Kindern im August 1883 einfach aus Wolfurt mit dem Fuhrwerk nach Dornbirn abgeschoben. Dort ist sie ein paar Wochen später gestorben. Jetzt mußte sich Dornbirn um die Waisen kümmern.5 Langsam wirkte sich jetzt die Arlbergbahn auf die Wirtschaft aus. Das Loch durch den Berg band unser Land enger an die Monarchie. Kaiser Franz Joseph hatte die neue Bahn 1884 selbst eröffnet. Als er dann im Österreichischen Hof in Bregenz Audienz hielt, machten ihm auch Vorsteher Schertler und die ganze GemeindeVorstehung ihre Aufwartung. Begleitet wurden sie von der Musik, den Veteranen und den Schützen. Vorsteher Joh. Martin Schertler hatte sein Vaterhaus an der Kirchstraße (heute Nr. 11) übernommen. Seine erste Frau Maria Anna Halder war eine Tochter des (10.) Vorstehers Josef Halder. Sie schenkte ihm 6 Kinder. Die zweite Frau Juditha Fischer war eine Schwester des Kunsthandwerkers Johann Fischer, Schnidarles Hannes, der ihre Wohnung mit wunserschönen Möbeln ausgestattet hatte.6 Sie gebar ihm weitere 10 Kinder, die nun alle zusammen in Alt-Vorstehers Hus aufwuchsen. Tochter Maria wurde die zweite Frau des (13.) Vorstehers Adlerwirt Fischer und damit die Ahnfrau namhafter Enkel. Von Sohn Rudolf, bekannt als Zeichner, ChorVorsteher und Theaterspieler, stammen die Schuh-Meusburger. Sohn Albert hatte als Schuhmacher mit seinen Schwestern ein Schuhgeschäft in Wolfurt und ein zweites an der Kaiserstraße in Bregenz aufgebaut. Der älteste Sohn Josef wurde Kapellmeister und ab 1891 Gemeindeschreiber in der neuen Kanzlei. Von ihm hören wir im nächsten Kapitel beim Musikstreit. Vom jüngsten Sohn Siegfried, Lehrer in Mittelberg und in Hard, leben zahlreiche Nachkommen. Einer davon ist Roman Schertler an der Lorenz Schertlerstraße. 15/1 Lorenz Schertler 1891-1901 Geb. 2.10.1857, gest. 16.12.1936 Alle drei Jahre gab es Neuwahlen in den 18köpfigen Gemeinde-Ausschuß und noch immer waren sie hart umkämpft. Noch einmal trat der mächtige Altvorsteher Adlerwirt Fischer 1891 gegen den neuen Kandidaten der Konservativen um den Posten des Vorstehers an. Erst im dritten Wahlgang setzte sich der neue knapp mit 10 von 18 Stimmen durch: Lorenz Schertler, der tüchtige und beliebte bisherige Gemeindeschreiber, der gleichzeitig Ziegel-Fabrikant war. Adlerwirt Fischer mußte sich mit dem Posten des I. Gemeinderates begnügen. Die große und mit Doppelmayrs Dampfpresse hochmoderne Ziegelei im Flotzbach leiteten der Vater des Vorstehers und der Bruder Jakob.7 Die drei alten Ziegeleien an der Ach konnten Bild 16:Vorsteher Lorenz Schertler, 1857-1936 nicht mehr mithalten und wurden alle um das Jahr 1890 abgebrochen. Die Umstrukturierung der Landwirtschaft war jetzt in vollem Gange. Lehrer Rädler lehrte in Fortbildungskursen und Abendschule modernen Obstbau. 1894 wurde unter Patronanz des Vorstehers ein Viehzucht-Verein gegründet, der mithelfen sollte, den Milchertrag zu steigern. Neuen Streit gab es aber auch wieder. Diemal kam er von der Musik. Vorsteher J. Martin Schertlers ältester Sohn Josef, 1864-1898, hatte bei der Militärmusik gedient und war 1887 Kapellmeister bei der Wolfurter Blasmusik geworden. Er führte 1888 die ersten Vereins-Statuten ein und verlangte besseren Probenbesuch. 1893 trat er mit einigen Musikanten aus der Alten Musik aus und gründete mit neuen Statuten die Harmonie-Musik. Ein unglaublicher Streit um Fronleichnamsprozession, Christbaum-Feier und Neujahrs-Blasen war die Folge. Über gegenseitiges Stören hinaus kam es zu Raufereien und Ehrenbeleidigungen. Quer durch die anderen Vereine und sogar durch die Gemeindevertretung ging der Riß. Selbst als Kapellmeister Schertler 1898 plötzlich starb und der junge Franz Rohner die Stabführung der inzwischen an Mitgliedern und Leistungsvermögen weit überlegenen neuen Musik übernahm, dauerte der Streit an. Erst Vorsteher Schertlers Nachfolger Fidel Kirchberger gelang 1901 durch die Mithilfe von Lehrer Rädler ein Zusammenschluß der beiden Kapellen. Seit- 30 31 her nennt sich der Verein Bürgermusik Wolfurt. Franz Rohner wurde wieder Kapellmeister und blieb es unglaubliche 55 Jahre lang bis 1956. In Rickenbach war 1888 unter den acht Todesopfern, die eine vom vergifteten Brunnen ausgehende Cholera-Epidemie gefordert hatte, auch der verdienstvolle Mechaniker Josef Anton Dür gewesen. Sein Sohn und auch der Schwiegersohn waren mit der Führung der Mechaniker-Werkstätte überfordert. Im Herbst 1892 kaufte sie der Härder Schlosser Conrad Doppelmeyer.8 Nach der Überlieferung hatte Dür selbst seinen Betrieb schon ein paar Jahre früher seinem einstigen Lehrbuben angetragen. Sehr klein begann Doppelmeyer am Rickenbach. Noch nach sieben Jahren stand er im Steuerkataster zu den Gemeindewahlen 1900 mit 112 Kronen erst auf Platz 44, weit hinter Zuppinger mit 1076 Kronen und den vielen Wirten, Händlern und Stikkern. Das hat sich dann aber bald gewaltig geändert! Seine Nachbarn, die Gebrüder Gunz von der Mühle im Tobel, hatten 1896 ein erstes Kraftwerk gebaut und Strom für einen Motor und für elektrisches Licht erzeugt. Da schloß sich auch Doppelmeyer an. 1897 arbeiteten die Brüder Gunz ein Projekt zur Stromversorgung für die Gemeinden Schwarzach und Wolfurt mit einem größeren Werk an der Schwarzach aus. Sie verkauften es schließlich an den Rankweiler Ingenieur Albert Loacker. Schon im Jahr 1900 brannten die elektrischen Lampen in vielen Häusern der beiden Gemeinden, früher als anderswo im Land. Denn elektrischen Strom gab es seit 1886 zwar in der Schindler-Fabrik in Kennelbach und einige Jahre danach in den anderen großen Fabriken in Vorarlberg, kaum aber in Privathäusern. Der Vorsprung zahlte sich für Wolfurt bald aus. Im Jahre 1898 hatte man hier nämlich die ersten Schiffle-Stickmachinen aufgestellt. Bis jetzt wurden sie mit Dieselmotoren betrieben. Neue Maschinen wurden aber ab jetzt überall mit problemlos zu bedienenden Elektromotoren ausgerüstet. Diese Frankenmühlen lösten ab 1902 ein wahres Stickereifieber aus. Weil seit der dritten Durchmimmerierung der Häuser im Jahre 1843 über 50 neue Häuser im ganzen Dorf verstreut gebaut worden waren und bereits weitere im Bau waren, führte der Vorsteher zum 1. Jänner 1900 die vierten Hausnummern ein. Von Nr.l in der Höll führten sie bis zu Nr. 290 im Schlatt. Diese Nummern (D) wurden erst 1954 unter Bürgermeister Gunz durch neue mit Straßenbezeichnungen (E) ersetzt. Dreimal wurde Lorenz Schertler bei Gemeindewahlen ganz klar wiedergewählt, zuletzt im Jahre 1900. Doch dann wollte sein Vater die Leitung der Ziegelei an beide Söhne übergeben. Im Frühling 1901 legte Lorenz sein Amt als Vorsteher zurück. In der Not nach dem großen Weltkrieg holten ihn die Wolfurter dann aber noch einmal in das Vorsteher-Amt. 16. Fidel Kirchberger 1901-1906 Geb. 16.11.1853, gest. 27.5.1916 Im Mai 1901 mußte der Ausschuß für den zurückgetretenen Vorsteher einen Nachfolger suchen. Fast einstimmig fiel die Wahl auf den angesehenen Schuhmacher Fidel Kirchberger, der bisher als I. Gemeinderat schon Stellvertreter des Vorstehers gewesen war. Kurz zuvor hatte sich Kirchberger umtaufen lassen. Fidel Kalb war im Tobel als zwölftes von dreizehn Kindern der Familie Kalb zur Welt gekommen und als 14jähriger mit Mutter und Geschwistern nach Unterlinden (Kirchstraße 19; das alte Kirchberger-Haus ist um 1965 abgebrochen worden) übersiedelt. Bald zeigte sich bei dem jungen Schuhmacher eine besondere musikalische Begabung. Er wurde Organist, Leiter von Bild 17: Vorsteher Fidel Kirchberger, 1853-1916 Kirchenchor und Männergesangsverein und dazu 1885 auch noch Kapellmeister der Blasmusik. Im späteren Musikstreit litt er sehr unter seinem Geschlechtsnamen Kalb. Weil er hören mußte, ein Kalb könne kein Ehrenamt bekleiden, wechselte er im September 1895 durch Erlaß der k.u.k. Statthalterei seinen Namen auf Kirchberger. Nun konnte er Vorsteher werden. Die früheren Konservativen nannten sich seit 1896 Christlich-soziale Partei. Weil er zu ihrem endgültigen Durchbruch in der Wolfurter Gemeindestube maßgeblich beigetragen hatte, wurde Pfarrer Joh. Georg Sieber (1826-1902) im Juli 1902 zum ersten Ehrenbürger der Gemeinde ernannt. Die Rickenbacher Liberalen nannten ihn wenig respektvoll Hans-lrg uf-m Bühol. Im November 1902 ist er gestorben. Am 15. September 1902 wurde die Wälderbahn eröffnet. Vergeblich hatten sich die Wolfurter lange Zeit um eine Trassierung auf dem linken Ach-Ufer bemüht. Auch Rädlers Eingaben um eine Normalspurbahn wurden abgewiesen. So war denn auch der Schmalspurbahn in der engen Schlucht keine gute Entwicklung beschieden. Nach einem langen Todeskampf wurde das Bähnle am 29. Jänner 1985 endgültig stillgelegt. Um Wolfurt besser an den Verkehr anzubinden, hatte Rädler schon 1897 begonnen, gemeinsam mit Dornbirn und Lustenau eine Straßenbahn von Kennelbach über Dornbirn nach Altstätten in die Schweiz zu planen. Vergeblich! Schon beim ersten Teilstück der Tram von Dornbirn nach Lustenau blieb der Erfolg aus. 32 33 Bild 18: Vorsteher Kirchberger mit seiner Familie beim Holzhacken vor seiner Stickerei in Unterlinden. Wie die meisten Handwerker legte jetzt auch der Vorsteher sein Schuhmacher-Werkzeug beiseite und baute an sein Haus in Unterlinden eine große Stickerei an. Dort holten sich er und seine Kinder ihren Anteil am Geldsegen aus der Schweiz. Fidel Kirchberger war mit M. Anna Fischer, Märtolars, einer Tochter des (9.) Vorstehers und Lindenwirtes J.Gg. Fischer, verheiratet. Von ihren 13 Kindern starben einige sehr früh. Georg, der als Jus-Student eingerückt war, fiel als erster Wolfurter Soldat im Weltkrieg. Die meisten der Kinder blieben ledig. Nach dem Tod der Eltern übersiedelten sie um 1925 in den Alten Schwanen im Kirchdorf, den sie von einer Tante geerbt hatten. Seither wird das ehemalige Gasthaus oft Kirchbergers Hus genannt. Eine Tochter heiratete nach Bregenz, der Sohn Albert nach Wolfurt. Die Familien der Enkel Loni und Bertel Kirchberger leben unter uns. 17. Ferdinand Köb 1906-1919 Geb. 27.7.1872, gest. 10.3.1957 Aus der Vorsteherwahl vom 5. November 1906 ging Ferdinand Köb als Sieger hervor. Nur eine Gruppe um den verdienstvollen Gemeinderat Engelbert Köb, Lehrers, versagte ihm die Gefolgschaft. Köbs Vater Johann Köb stammte aus Bildstein. Er war in Amerika gewesen und hatte dann in Wolfurt Rosina Haltmayer geheiratet, die vermögende Witwe nach dem Ziegeleibesitzer Josef AntonSchertlerim Röhle. Bereits ihrem ersten Gatten hatte sie elf Kinder geboren, nun folgten in ihrer zweiten Ehe weitere fünf, ehe sie mit 44 Jahren starb. Johann Köb mußte das nach einem Brand wieder aufgebaute Haus (Bregenzer Straße 15) verkaufen und 1889 mit seinem 15jährigen Sohn Ferdinand und dessen vier jüngeren Schwestern nach Unterlinden (Kirchstraße 13, Waibels) übersiedeln. Zehn Jahre später erhielt der tüchtige Ferdinand noch unter Vorsteher Lorenz Schertler die Stelle des Gemeindeschreibers. Und jetzt wurde er sogar Vorsteher, 13 Jahre lang und in ganz schwerer Zeit! Mit Otto Böhler (Steornowiorts Hans-Iorgos) als neuem Schreiber in der Kanzlei hatte er einen verläßlichen Helfer an der Seite. Bild 19: Vorsteher Ferdinand Köb, 1872-1957 35 Also wenigstens eine gute Brücke nach Kennelbach! Die alte Brücke von 1839 war ja nur ein privater Holzsteg für die Fabriks-Arbeiter. Fünf Jahre lang plante Rädler namens der Gemeinde verschiedene Varianten. Schließlich setzte er die allerneueste Idee durch, eine in Paris entworfene Stahlbetonbrücke. Am 24. Juni 1904 wurde sie eingeweiht. Die hohen Kosten von 62 477 Kronen sollten durch einen Brückenzoll hereingebracht werden. Damit hatte das Kirchdorf endlich einen guten Zugang nach Bregenz. Seit 1899 besaß Zuppinger das erste Telefon in Wolfurt. 1904 schloß Rädler sein Kalkwerk an der Telefonzentrale in Kennelbach an. Das Gemeindeamt erhielt erst 1914 einen Anschluß. Gemeinsam mit Schwarzach und dem größten Teil von Bildstein bildete Wolfurt einen Sanitätssprengel. Im Jahre 1902 baute nun Wolfurt für den langjährigen Gemeindearzt Dr. Embacher ein eigenes Doktor-Haus an der Hub. Der neue Pfarrer Adolf Nachbauer sammelte in kurzer Zeit 43 000 Kronen für neue Glocken. Die Rickenbacher hatten die Sammlung verweigert, weil sie ja die Glocken ohnehin nicht hören würden. Das Geld reichte aber auch so. Die sechs herrlichen Glocken, gegossen bei Graßmayer in Feldkirch aus alten Kanonen, kosteten 28 000 Kronen, die Aufstockung des Turmes um 7 Meter auf nunmehr 57 Meter kam auf rund 14 000 Kronen. Es reichte sogar noch für eine Uhr, die bei jeder vollen Stunde an fünf Glocken anschlug. Die Stickerei blühte. Es waren goldene Zeiten, wohl die allerbesten bisher für unsere Gemeinde. Mit dem Tod von J.W. Zuppinger 1903 und der Übersiedlung des Adlerwirts J.Gg. Fischer nach Götzis 1904 löste sich die liberale Partei auf. Ab jetzt vertraten mit Kreuzwirt Johann Haltmeyer und dem Müller Lorenz Gunz zwei konservative Politiker die Interessen der Rickenbacher. 34 Bild 20: Der Gemeindevorstand 1909: v.l. die Gemeinderäte Engelbert Köb, Lorenz Böhler, Gebliard Schertler, Vorsteher Ferdinand Köb und Gemeinderat Remigius Brauchle. Bild 21: Ein Stickereilokal von 1908, ausgestattet mit elektrischem Licht: Emilian und Philomena Büchele im Schlatt. Zunächst steuerte 1907 das Stickerei-Fieber seinem Höhepunkt zu. Handwerker gaben ihren Beruf auf, Arbeiter verließen die Fabrik. Wirte, Krämer und Bauern schafften sich Schiffle-Stickmaschinen an, mit denen man täglich 50 Franken verdienen konnte. Es wurde gebaut wie noch nie. Allein im Jahre 1907 entstanden 23 Neubauten. Darunter waren neben 13 Sticklokalen 7 Wohnhäuser und sogar 3 Villen im altdeutschen Stil: Villa Zuppinger an der Bahnhofstraße, Villa Schertler an der Lauteracherstraße und Villa Köb an der Bucherstraße. Der Mangel an Arbeitskräften und die hohen Löhne zogen Fremde an. Das Gemeindeamt notierte 450 Anmeldungen. Zwar folgte schon 1908 die erste Absatzkrise in der Stickerei. Aber bei der Volkszählung von 1910 ergab sich für Wolfurt doch die Rekordmarke von 2265 Einwohnern. Diese Entwicklung machte auch eine Erweiterung des Friedhofes notwendig. Nach Verlegung der damaligen Bucherstraße wurde auf Pfarrers Bühel ein neuer Friedhof angelegt. Für die ungeheure Summe von 32 000 Kronen ließ die Gemeinde nach Plänen des Bregenzer Architekten Rusch durch den Wolfurter Maurermeister August Klien eine Umrandung mit Arkaden errichten. Als die neuen noblen Grabstätten ab 1909 an die Familien versteigert wurden, erhielt die Gemeinde das meiste Geld wie36 der zurück. Am 29. Oktober 1911 wurde der obere Friedhof eingeweiht. Anläßlich der Erinnerungsfeier an den Aufstand von 1809 kam der Kaiser zum großen Festumzug nach Bregenz. Dort wurde neben der Post ein Anton Schneider-Denkmal enthüllt, das unter den Namen der wichtigsten Freiheitskämpfer auch Jakob Schertler aus Rieden nannte. Es brauchte viele Einsprüche der Wolfurter Gemeindevertretung und Beweisführungen durch den Vorsteher, bis die Bregenzer endlich 1914 die Inschrift auf Wolfurt berichtigten. Allzu gerne hätten sie den berühmten Schützen-Major, von dem alle Vorsteher Schertler-Familien in Wolfurt stammen, für sich behalten. Große Bedeutung hatte in diesen Jahren der Katholische Arbeiterverein. Schon 1899 war er noch unter Pfarrer Sieber als Gegengewicht gegen die in Vorarlberg beginnende sozialdemokratische Bewegung gegründet worden. Pfarrer Nachbauer hatte parallel dazu 1904 auch einen italienischen Verein Societa italiana dei Lavoratori für die vielen in Wolfurt lebenden Fabriksarbeiter begonnen.9 Nun erfaßte der Kath. Arbeiterverein weitere Bevölkerungsgruppen mit Jugendhort, Jungfrauen-Congregation, Mütter-Verein und sogar mit einem Pius-Verein für alte Leute. Im Jahre 1910 gründe37 te er auch noch mit dem Arbeiter-Turnerbund eine Konkurrenz zum seit 1886 in Rickenbach bestehenden liberalen Turnverein. 1913 konnte der-erste Bauabschnitt des Vereinshauses bezogen werden. Das gewaltige Hochwasser von 1910 verwüstete nicht nur Feldkirch. Auch die Dorfbäche traten über die Ufer und richteten schwere Schäden an. Tagelang stand das Ried unter Wasser. Mit Unterstützung durch Land und Staat wurde jetzt ein großzügiges Verbauungsprojekt in Angriff genommen. Zahlreiche Sticker, die durch die neuerliche schwere Krise von 1912 arbeitslos geworden waren, arbeiteten jetzt mit Schaufel und Karrette an den Dämmen des Rickenbachs. Auch beim Bau der Straße durch das Lauteracher Ried nach Lustenau gab es Arbeit. Die Partnergemeinden, zu denen auch Wolfurt gehörte, kauften drei Felder der abgebrochenen Rheinbrücke nach Widnau und stellten sie 1916 anstelle des alten Hochstegs über die Dornbirner Ach auf. Dort tut die romantische Holzbrücke (beim Sender) noch immer gute Dienste. Im Jahre 1907 hatte Franziska Dür, Düro Franzele, das erste Auto nach Wolfurt gebracht. Nun stiftete die reiche Rentnerin 1913 die große Grödner Krippe für die Pfarrkirche. Dann aber begann am 1. August 1914 der Erste Weltkrieg. Am gleichen Tag noch wurden die ersten 100 Männer des Landsturms auf dem Platz vor dem Sternen vom Pfarrer verabschiedet. Sie rückten direkt an die Fronten in Serbien und in Galizien ein. Die ältesten vom Jahrgang 1872 waren 42jährige Familienväter. Etliche starben schon in den ersten Gefechten, andere fielen in Przemyl in russische Gefangenschaft. Das Kreuz inder Mitte des neuen Friedhofes wurde zum Kriegergrab, an dem immer mehr Namen aufgeschrieben werden mußten. Als Italien in den Krieg eintrat, rückten zu Pfingsten 1915 auch noch die Standschützen in den Gebirgskrieg in den Dolomiten ein. Unter ihnen waren grauhaarige Männer von 60 Jahren. Etwa 400 Wolfurter Soldaten standen schließlich an den verschiedenen Fronten. Daheim fehlten die Arbeitskräfte. Not setzte ein, die durch einen schweren Hagelschlag im Juni 1915 und eine Mißernte von 1916 noch verschärft wurde. Der Vorsteher stand mit Zwangsmaßnahmen zur Ablieferung von Milch, Mehl und Brennholz für die notleidenden Nicht-Bauern vor fast unlösbaren Problemen. Im Juli 1916 mußten die Kupferkessel als Kanonen-Metall abgeliefert werden, im September folgten ihnen die Glocken, auf die Wolfurt seit 1905 so stolz gewesen war. Schließlich forderte im September 1918 auch noch die Spanische Grippe hohe Opfer unter der geschwächten Bevölkerung. Am 3. November 1918 ging der Krieg zu Ende. Am anderen Tag wurden die Standschützen aus ihren Bergstellungen in die entbehrungsreiche italienische Gefangenschaft nach Albanien abgeführt. Von den anderen Fronten kehrten die Krieger nach Hause zurück. Nicht alle! Im Herbst 1919 kamen noch die ausgemergelten Standschützen aus Albanien und mit Engelbert Gasser am 19. April 1920 der letzte Gefangene aus Sibirien. 38 Viele aber waren in fremder Erde begraben worden, einige blieben vermißt. Als man 1930 für sie das Kriegerdenkmal baute, mußte man dort auf die Bronzetafel die Namen von 86 Gefallenen und Vermißten schreiben. Für Gott, Kaiser und Vaterland! Unter dieser Parole hatte man die Männer in den Krieg geführt. Nun waren der Kaiser verjagt und das Vaterland zerschlagen. Hoffnungslosigkeit breitete sich aus. In Bregenz wählte ein Soldatenrat beim Büchele-Beck schon am 2. November 1918 den Wolfurter Oberjäger Andreas Klocker zu seinem Anführer für eine geplante Revolution. Am 6. Dezember hielt der Lustenauer Lehrer Riedmann in Wolfurt eine Werbeversammlung für einen Anschluß an die Schweiz und bekam viel Beifall. Am 13. März 1919 wurde durch Postmeister Rudolf Böhler im Sternen eine Ortsgruppe der Bild 22: Der Arkaden-Friedhof mit den ersten Gräbern Christlichsozialen Partei gegründet. 1915. In der Mitte das Kriegerkreuz. Als am Ostersonntag, 20. April 1919, fremde Redner auch zu einer sozialdemokratischen Wahlversammlung ins Rößle einluden, wurden sie von aufgehetzten Buben und Jungmännern mit Ratschen, Trompeten und Schellen gestört und auf ihrer Flucht bis St. Antone an die Lauteracher Grenze verfolgt.10 Trotz dieser feindseligen Stimmung hatten die Sozialdemokraten in Wolfurt am 16. Februar 1919 bei der ersten Nationalratswahl im klein gewordenen Deutsch-Österreich doch 122 Stimmen erhalten.. Es war die allererste Wahl, bei der auch Frauen wählen durften und Steuerklassen keine Rolle mehr spielten! Viel mehr Stimmen, nämlich 551, wurden aber für die Christlichsozialen abgegeben. Bei der schon am 27. April 1919 folgenden Landtagswahl erreichten diese mit 567 Stimmen sogar eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Damit zog jetzt auch Altbürgermeister Lorenz Schertler in unruhiger Zeit für vier Jahre in den Landtag ein. Seit 1909, als Vorsteher Ferdinand Köb fast einstimmig in seinem Amt bestätigt worden war, sollte nach der neuen Gemeindewahlordnung nur mehr alle fünf Jahre gewählt werden. Die 1914 fälligen Wahlen wurden aber wegen innenpolitischer Differenzen und dann wegen des Krieges verschoben. 39
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Heimat_Wolfurt_...4_Okt Wolfurt 01.10.2004 19.11.2012, 18:19 Heft 28 Zeitschrift des Heimatkundekreises Oktober 2004 Bild 1: Der neue Schießstand an der Ach im Jahre 1975 Sonderheft Schützen Weil unsere wertvollen Schützenscheiben und auch die Schützenfahnen nicht allen zugänglich sind, soll ein großer Teil davon in diesem Heft den interessierten Lesern gezeigt werden. Um eine bessere Vorstellung von den Bildern zu erhalten, verwenden wir zum ersten Mal Farbdruck. Bildnachweis Bilder 1, 2, 3 u. 5 Hubert Mohr 4 Engelbert Köb 36 bis 41 Karl Hinteregger Alle anderen stammen aus dem Schützenarchiv Wolfurt. Bitte! Diesem Sonderheft 28 liegt wieder ein Erlagschein bei. Zur Deckung unserer Auslagen bitten wir um eine Spende auf unser Konto Heimatkundekreis 87 957 bei der Raiba Wolfurt (BLZ. 37 482). Neubestellungen Von den bisherigen Ausgaben von „Heimat Wolfurt" stehen noch die letzten Hefte (Nr. 17 bis 27) in beschränkter Anzahl für Neubestellungen zur Verfügung, von älteren Heften nur mehr Einzelstücke. Bestellungen bitte mit Angabe der Adresse an die Schriftleitung. Keine weiteren Verpflichtungen! - Lediglich die Bitte um eine freiwillige Zuwendung. Herausgeber: Heimatkundekreis Wolfurt Für den Inhalt verantwortlich: Siegfried Heim, Funkenweg 11, A-6922 Wolfurt Satz und Grafik: Erik Reinhard, A-6922 Wolfurt Fotosatz: Mayr Record Scan, A-6922 Wolfurt Druck: Lohs Ges.m.b.H., A-6922 Wolfurt Siegfried Heim Wolfurter Schützengeschichte Ein „Schütze" war ursprünglich ein Jäger, der mit seinem Pfeil oder auch dem Speer seine Sippe mit Fleisch von erlegtem Wild versorgte. Seit dem Mittelalter wurden aber auch die Männer, die mit Bogen, Armbrust oder später mit einer Büchse bewaffnet das Land gegen eindringende Feinde verteidigen sollten, als Schützen bezeichnet. Noch bis 1918 wurden die Schützen-Vereine, deren Mitglieder ihre Treffsicherheit in friedlichen Wettkämpfen auf den Schießständen unter Beweis gestellt hatten, immer wieder auch als militärische Einheiten in die Kriege einberufen. Heute gilt der Schießsport als sinnvolle Freizeit-Beschäftigung und als friedlicher Wettbewerb, der die körperliche und geistige Ertüchtigung der Schützen zum Ziel hat. Außer den Sportschützen vom Schießstand und einigen Erinnerungen an den Militärdienst kennt man bei uns das Wort „Schützen" als Namen für ein altes Gasthaus. Es gibt auch noch ein paar Familien „Schützos ", die ihren Hausnamen in Erinnerung an einen Jäger in der Ahnenreihe tragen. Und vom Horoskop her wissen wir vom Sternbild Schütze und von seinem Symbol mit dem gespannten Bogen. Unsere Wolfurter Schützengilde gibt als Gründungsjahr ihres Vereins das Jahr 1838 an, also als Zweitältester Verein nach der Blasmusik von 1816. Das hat seine Berechtigung, denn in jenem Jahr wurde über kaiserlichen Auftrag im Dorf ein Schießstand eingerichtet. Hier wurden ab jetzt regelmäßig „Besf'-Schießen veranstaltet. Die Wurzeln des Schützenwesens reichen aber viel weiter zurück. Die Quellen berichten vor allem von Kriegen, aber auch von Festen, bei denen MusketenSchüsse und Böller-Krachen die Feier verschönerten. Die allerältesten Schießstände für Bogen- und Armbrustschützen sind schon um 1370 in Bregenz, Feldkirch und in Bludenz nachgewiesen. 1434 feierten die Feldkircher ein Schützenfest mit „internationaler" Beteiligung. Im Jahre 1498 vereinigten sich in Bregenz die Armbrustschützen mit den neumodischen Büchsenschützen zu einer kirchlich genehmigten Bruderschaft, bei welcher sogar Kaiser Maximilian Mitglied war.1 Kellhofer und Hofsfeiger Schützen Die erste Nachricht von den Hofsteiger Schützen haben wir aus dem Jahre 1525, als hundert Männer nach Bregenz zogen und die katholisch gebliebene Stadt vor dem Ansturm der reformierten Bauern retteten.2 Im Schmalkaldischen Krieg verteidigten die Hofsteiger Schützen das Land zusammen mit den Hofriedenern an der Bregenzer Klause. Weil Galli Küng zu den Evangelischen übergelaufen war, wurde er gefangen, gefoltert und schließlich von Pferden zerrissen.3 Erfreulicheres erfahren wir von den Wolfurt-Kellhofer Schützen in Diensten der Grafen von Hohenems. Dort führte Jakob Hannibal 1567 seine junge Frau Hortensia, die Schwester des später heilig gesprochenen Karl Borromäus, im Triumphzug aus Italien heim. Das Paar wurde mit Kanonen, Böllern, Glockengeläute und Festbeleuchtung großartig empfangen. Unter den 500 Bewaffneten standen auch die Kellhofer mit Musketen und Hellebarden. Als im Jahre 1603 die wehrfähigen Männer zur Erbhuldigung an Jakob Hannibals Sohn Graf Kaspar nach Hohenems befohlen wurden, reihten sich in die insgesamt 443 Schützen auch 77 aus Dornbirn und 55 aus dem Kellhof Wolfurt ein. Die letzteren wurden von Bastian Kelnhofer angeführt und trugen nur 13 Musketen, sonst Spieße, Hellebarden oder Schlachtschwerter. Die Männer schworen einen feierlichen Eid, sie wollten in Kriegszeiten für ihren Herrn und seine Festung Hohenems Leib, Gut und Blut einsetzen.4 Auch 1618, als der 30jährige Krieg begann, mußten die Kellhofer zur Musterung nach Hohenems. Sonst fand die Musterung der Schützen meist in der Standlaube am Fuß der Kirchenstiege in Wolfurt statt. Im Jahre 1621 wurde eine neue Wehrordnung für das Land beschlossen. Die Stände beharrten auf ihren alten Rechten. Weiterhin durften die Schützen nur zur Verteidigung des eigenen Landes aufgeboten werden und weiterhin sollte jeder sein Gewehr daheim aufbewahren. In andere Ländern wurden die Waffen ja damals in zentralen Zeughäusern gesammelt und gepflegt. Gar oft wurden die Hofsteiger und Kellhofer Schützen in den folgenden Jahrhunderten in Kriegseinsätzen an die Grenzen des Landes gerufen. Daß sie aber auch andere Funktionen hatten, beweist eine Notiz in der Fischer-Chronik von 1768. Die Schützen („Ausschutz ") von Wolfurt und Rickenbach nehmen „ von alters her.. mit under und yber gewehr" (mit Seiten- und Schulterwaffe) an der jährlichen Fronleichnams-Prozession teil. Nun wird ein „Krigsfahnen" angeschafft, eine Fahne, die die Aufmärsche der Schützen verschönern sollte.5 Große Not brachten die Franzosenkriege von 1796 bis 1814 über das Dorf. Die Hofsteiger Schützen standen damals unter der Führung von Joh. Jakob Schertler aus Unterlinden. Als das Land 1805 an die Bayern gefallen war, führten diese die allgemeine Wehrpflicht ein. Beim Aufstand von 1809 nahmen die Hofsteiger und Hofriedener Schützen jetzt auch außerhalb des Landes an Überfällen auf Lindau und Konstanz teil. 4 Im Juni 1809 führte Hauptmann Schertler „zu Roß" seine Hofsteiger Schützen mit 15 Offizieren und 369 „Gemeinen" nach Weiler im Allgäu. Dort wurde er vom Landeskommandanten Anton Schneider zum Major befördert und mit der Führung des ganzen Bataillons Bregenz betraut. Die 169 Wolfurter wurden jetzt von den beiden Leutnanten Josef Schwerzler und Joh. Georg Reiner befehligt. Der erste Sturm auf Kempten mißlang. Dabei starben Leutnant Reiner und der Schütze Anton Lenz „in acie campiduni", in der Kemptener Schlacht. Drei Wochen später versuchte Schertler einen zweiten Sturm. Das Gefecht vom 17. Juli bei Eglofs endete mit schweren Verlusten und einer panikartigen Flucht. Unter den Toten war auch Anton Geiger vom Bühel, der Fahnenträger. Die erste Wolfurter Schützenfahne dürfte damals, wenn sie nicht verbrannt wurde, als Kriegsbeute in ein bayerisches Museum gekommen sein. Jetzt mußten die Vorarlberger alle ihre Waffen samt dem Schießpulver nach Lindau abliefern. Im Gemeinde-Archiv ist noch eine Ablieferungsliste vom August 1809 erhalten geblieben: Gewehre 52 Stuck Stutzen 5 Stuck Säbel 3 Stuck Patron Taschen 7 Stuck auch einige Päckel Pulfer et bley. Schon ein paar Tage vorher waren 48 Gewehre abgeliefert worden. 13 Schützen gaben an, sie hätten ihre Waffen bei der Flucht von Eglofs verloren. Major Schertler mußte sich im Hauptquartier von General Beaumont in Lindau einfinden und seine Unterwerfung beschwören. Hundert Jahre später wurde der Name des allseits geschätzten Mannes am Anton-Schneider-Denkmal in Bregenz eingefügt. Seit 1977 erinnert auch eine Gedenktafel am neuen Wolfurter Schießstand an Jakob Schertler und seine Schützen von 1809. Daß wenigstens einige von diesen Schützen schon bald nach der Rückkehr Vorarlbergs zu Österreich wieder Gewehre und Pulver besaßen, erfahren wir aus dem Bericht über den Einzug eines neuen Pfarrers: „Pro 1814 den 4ten Jully ist .... der Hochwürdige Herr .... Aloys Graßmayer .... von Bregenz abgeholt worden mit gröster Solumetät, es wahren bey 20 Reiter, 5 Gutschen u. Wägen von der Zollbrügge hat Ihn auch der Ausschuß mit Trummel und Pfeifen und fliegenden Fahnen abgeholt .... nach dem Gottesdienst.... mit wiederholtem böller geschüze und Salve der Musgeten zum Pfarrhof begleitet worden. " h Zu einem Freudenfest gehörten damals und noch lange danach einfach Böllerkrachen und Pulverdampfund natürlich auch Musik. Seit in Wolfurt im Jahre 1816, zwei Jahre nach dem Pfarrer-Einzug, eine Blasmusik gegründet worden war, marschierte diese bei unzähligen festlichen Anlässen gemeinsam mit den Schützen. So ist zum Beispiel aus dem Jahre 1824 eine Abrechnung des Gemeindekassiers erhalten geblieben. Schützen und Musik waren miteinander „zur Paradierung bei S. K. K. 5 Hocheit Prinzen von Österreich " ausgerückt. Erzherzog Franz Karl, der Vater des späteren Kaisers Franz Joseph, hatte in Bregenz eine Parade der Schützen abgenommen. Am anderen Tag kassierte der Schützenhauptmann Andreas Klocker bei der Gemeinde die Spesen von 44 Gulden ein. Auch die Musikanten erhielten 24 Gulden. Dem Kaiser ging es darum, die Wehrkraft seines Heeres durch gut ausgebildete Schützen zu stärken. Mit seinen Vorarlberger Schützen konnte er aber in diesen Jahren gar nicht zufrieden sein. Das geht aus einem umfangreichen Schriftverkehr des Guberniums in Innsbruck mit Kreishauptmann Ebner hervor. Ebner war auch für die Landesverteidigung verantwortlich und faßte die Berichte der sechs Vorarlberg er Landrichter zusammen: 1. Von den Bayern wurden 1809 alle Schußwaffen beschlagnahmt. Das Scheibenschießen war verboten. Die Bevölkerung ist verarmt. Nur wenige Schützen waren nach 1814 in der Lage, sich neue Gewehre zu besorgen. Daher sind auch viele Schießstände verfallen. 2. Der Anreiz zum Scheibenschießen fehlt, weil die landesfürstlichen Preisgelder nur mehr spärlich fließen. 3. Ein wesentliches Hindernis zur Wiederbelebung des Scheibenschießens ist das gültige Wehrstatut. Danach muß sich jeder Bürger und Bauer nach seiner Verehelichung oder bei Antritt eines Gewerbes in die Schützenmatrik einschreiben. Er ist verpflichtet, drei Jahre lang an den Schießübungen („KaisergabenSchießen") teilzunehmen. Anfänger sehen keine Möglichkeit, ein „Best" zu gewinnen, weil gute Schützen im Vorteil sind. Sie werden daher durch die hohen „Muß"-Einlagen abgeschreckt. Zur Beendigung dieser unbefriedigenden Zustände fordert Kreishauptmann Ebner daher: 1. Bau neuer Schießstände. Sie müssen so zentral gelegen sein, daß die Anmarschzeit höchstens drei Stunden beträgt. 2. Erhöhung der landesfürstlichen Gnadengaben. 3. Einführung einer neuen Schützenordnung, die zum Scheibenschießen ermuntert. Unter den Orten, wo Ebner schon im Jahre 1828 neue Schießstände fordert, ist Wolfurt. Hier sollen auch Bucher und Lauteracher Schützen unter Aufsicht eines „einsichtsvollen" Oberschützenmeisters ihre Übungen abhalten.7 Es dauerte noch volle zehn Jahre, bis die durch den Kirchenbau von 1833 verarmte und auch arg zerstrittene Gemeinde Wolfurt dem Auftrag des Kreishauptmanns folgte und dem Schützenwesen neuen Auftrieb gab. Schützen des Kaisers, Neubeginn 1838 Gemeindevorsteher war in jenen schwierigen Jahren der Rickenbacher Adlerwirt Leonhard Fink. Wolfurt besaß jetzt in 230 Häusern 236 Familien mit insgesamt 1311 Einwohnern. Fink hatte 1834 die Pfarrkirche gegen großen Widerstand provisorisch fertiggestellt. 1835 hatte er eine erste Feuerwehrspritze angeschafft. Nun plante er gemeinsam mit dem neuen Pfarrer Hiller die Errichtung einer Kaplanei und den Bau eines Kaplanhauses. Da blieb für den vom Kreisamt geforderten Schießstand nur wenig Geld. Treibende Kraft für das Schützenwesen dürfte der Ziegelfabrikant und langjährige Schützenhauptmann Andreas Klocker (1787-1844) gewesen sein. Gemeinsam mit seinem Bruder Josef Anton besaß er eine große Ziegelei an der Ach. 1836 baute er an der Bützestraße ein neues Haus (Forstars, jetzt Nr. 18, Zimmerei Böhler). Klockers einziger Sohn Josef ließ sich 1845 als Glaser an der Hub nieder und begründete dort mit seinen zehn Kindern die Sippe der Glasar-Klocker. Ein Schießstand-Gebäude vermochten die Wolfurter vorerst nicht. Aus der von Schnidarles Hannes im Jahre 1899 gemalten Scheibe geht hervor, daß der Stand lediglich aus ein paar Pfählen und einer Latte bestand. Wenige Jahre vorher hatte der Rößlewirt für die Vergrößerung von Kirche und Friedhof ein gutes Stück von seinem Bühel abgetreten. Als man dann alle Bäume gefällt hatte, blieb unterhalb der Friedhofmauer gerade noch genug Platz für einen Garten und einen „Stand" für die Schützen. Für den Schreiber mußten ein Tisch und ein Stuhl auslangen. Die Scheiben standen auf der anderen Seite des Tobeis in Richtung Schloß. Von dort dürften schon damals Schützenbuben mit Zeichen die Treffer und die Fehlschüsse angezeigt haben. Kein Wunder, daß die dem Wolfurter Stand zugeteilten Schützen aus Lauterach nicht zufrieden waren! Schon nach einem Jahr suchte die Gemeinde Lauterach 1839 um einen eigenen Schießstand an. Sie fürchtete, „ daß die jungen Leute alle Sonn- und Feiertage ihr Geld verzehren, in Streit und Händel geraten und endlich bei Nacht auf den unsicheren Straßen mit den verschlagenen Köpfen nach Hause kämen ".8 Ab jetzt übten viele Lauteracher an verschiedenen Plätzen im eigenen Dorf. Einen richtigen Schießstand erhielten sie aber erst 1847. Den Wolfurtern mußte ihr einfacher Stand auf dem Rößle-Bühel vorerst genügen. Auch bei festlichen Anlässen rückten Schützen und Musik aus. Eine Gelegenheit dazu bot im September 1844 der neuerliche Besuch von Erzherzog Franz Karl in Bregenz. Diesmal hatte er seine ältesten drei Söhne mitgebracht, den 14jährigen Prinzen Franz Joseph, der schon vier Jahre später als Kaiser den Thron der DonauMonarchie besteigen sollte, den 12jährigen Prinzen Maximilian, der später als unglücklicher Kaiser von Mexiko erschossen wurde, und den 11jährigen Prinzen Karl Ludwig. Kreishauptmann Ebner notierte vom Schützen-Aufmarsch: 6 7 „Es waren Zuseher von allen Seiten herbeigeströmt. Namentlich waren nebst den Bregenzerschützen auch jene von Hörbranz, Hard, Lautrach und Wolfurt einmarschirt in großentheils absurden Kostümen Die türkischen Musiken derselben vollbrachten einen Höllenlerm, und endlich gaben sie Dechargen wovon mehrere dem regulären Militär zur Ehre gereicht haben würden!" 9 Bald danach übersiedelte der Wolfurter Schießstand vom Kirchenbühel nach Rickenbach. Der Engelwirt Josef Fischer hatte in den Adler hinaus geheiratet und wollte das gute Geschäft mit den Schützen dorthin mitnehmen. Die paar Latten konnte man ja überall schnell aufstellen. Schon 1846 richtete der Adlerwirt neben seinem Biergarteri direkt an der Landstraße nach Schwarzach einen Schuppen für die Schützen ein. Im Kataster von 1857 wird dieser Schuppen als „Schießhaus" bezeichnet. Auf der Fischer-Schützenscheibe sieht man die Begrenzungsmauer zur Dornbirnerstraße. Der Kugelfang stand nach einem Schreiben von 1848 am anderen Ende von Adlerwirts Wiese nahe am Rickenbach. Nach der Überlieferung soll auch im Kella geschossen worden sein. Dafür gibt es aber keine Belege. Der Rickenbacher Stand war ja auch nur 14 Jahre lang in Betrieb. Im Jahre 1845 hatte das Gubernium die neue kaiserliche Schießstandsordnung für Tirol und Vorarlberg verlautbart. In mehreren Schreiben wurden Bestellung, Bezug, Transport und Aufbewahrung von Schießpulver genau geregelt. Das Pulver mußte in Säckchen abgefüllt und diese in Fäßchen verschlossen werden. Transport in Postkutschen war verboten, vielmehr mußten die Fäßchen von „nüchternen Bothen" überbracht werden. Ein Zentner „rundkörniges Scheibenpulver" für die Stutzen kostete 41 Gulden, Sprengpulver für die Böller dagegen nur 29 Gulden.10 Eine ganz wichtige Änderung im Wolfurter Schützenwesen brachte das Jahr 1860. In Spetenlehen hatte Joh. Martin Fischer, ein Enkel des ersten Wolfurter Vorstehers, in seinem Haus (heute Hofsteigstraße 27) ein Gasthaus „Schützen" eingerichtet und dazu auf dem Bühel auf eigene Kosten einen neuen Schießstand gebaut.11 Damit zog er das Geschäft mit den Schützen an sich. Schon im ersten Jahr wurden hier die vom Bezirksamt überwiesenen 13 kaiserlichen Gnadengaben im Betrag von 40 Gulden 95 Kreuzer ausgeschossen. Abwechselnd mit Hard und Lauterach fand jetzt jedes Jahr ein „Hofsteigschießen" statt, damals bereits unter diesem heute wieder gebräuchlichen Namen. In das Schießprotokoll des „4. Hofsteig-Freischießen in Wolfurt 1865" ließen sich 391 (!) Schützen eintragen, darunter neben Wolfurtera und Lauterachern solche aus dem ganzen Land von Hohenweiler bis Nenzing und von Fußach bis Andelsbuch. Dem „K.K. Gemeinde-Schießstand zu Wolfurt" gehörten jetzt 69 Schützen an. Oberschützenmeister war 1866 der damalige Gemeinde-Vorsteher Josef Halder. Das Fischer-Gasthaus hieß eigentlich „Rose", wurde aber meist „Schützen" genannt. Der Schützenwirt Fischer war ein begeisterter Sänger und beherbergte neben den Schützen regelmäßig auch den Gesangverein. Trotzdem geriet er in finanzielle Schwierigkeiten. 1873 bot er den Schießstand der Gemeinde zum Kauf an, „wiederigenfalls er seine Gebäulichkeit für sich verwende, und die Gemeinde 8 andersartig für einen Schießstand zusorgen überlasse ". Die Gemeinde lehnte ab. 1875 kaufte der Nachbar Kronenwirt Michael Sohm das Gasthaus Schützen samt dem Schießstand. Das Konkurrenz-Gasthaus schloß er, den Schießbetrieb hielt er aufrecht. Ab 1875 wurde also die „Krone" zur Schützenwirtschaft und blieb es genau hundert Jahre lang, bis die Schützen ihren neuen Stand an der Ach eröffneten. Der erfolgreiche Kronenwirt hatte natürlich Neider. Mehrmals wurde er angezeigt, weil die Schützen ohne den vorgeschriebenen Kugelfang gegen den Wald hinauf geschossen hätten. Vorsteher war damals der Adlerwirt Joh. Gg. Fischer. Dieser unternehme, so hieß es in der Zeitung, nichts gegen den Kronenwirt Michael Sohm, weil der Sohn des Kronenwirts mit der Schwester des Vorstehers verheiratet sei. Schon 1877 übergab Michael Sohm seine beiden Häuser an seinen gleichnamigen Sohn. Als dieser bald danach den ehemaligen Schützen verkaufte, behielt er den Bühel und vereinigte ihn mit Kronenwirts Bühel. Seither gehört der Schießstand zur Krone. Alles zusammen verkaufte Sohm 1879 an Wendelin Pfanner. Pfanner überließ nun 1880 den Schießstand für 200 Gulden der Gemeinde. Er behielt sich aber Nutzungsrechte vor, darunter das Recht zur Abhaltung von PrivatFreischießen und das alleinige Recht zum Ausschank von alkoholischen Getränken. Er baute 1882 sogar eine Kegelbahn ein. Erst später ging der Schießstand ganz in Gemeindebesitz über und wurde in mehreren Stufen zu einem beliebten SchützenTreffpunkt ausgebaut. Mit vielen anderen Schützen beteiligten sich auch die Wolfurter am Aufmarsch zum Kaiser-Besuch von 1881 in Bregenz und am anschließenden großen Schützenfest am „Berg Isel". Unter Oberschützenmeister Ferdinand Schneider wurde zum 50-JahrJubiläum 1888 gemeinsam mit den Fronleichnams-Schützen eine Fahne angeschafft. Allerdings gab es ihretwegen viel Streit.12 (Mehr darüber weiter hinten S. 53). Die meisten Standschützen waren übrigens gleichzeitig auch Fronleichnams-Schützen. Sie rückten dort bei feierlichen kirchlichen Anlässen in Uniform aus.13 Aus dem Jahre 1891 ist die älteste Wolfurter Ehrenscheibe erhalten geblieben. Alle älteren Scheiben waren mangels Aufbewahrungsmöglichkeit bald wieder verloren gegangen. 1895 wurde der neue Kronenwirt Carl Müller zum O.Sch.M. gewählt. Der Verein blühte auf. In diesen Jahren setzten sich endgültig Gewehre mit PatronenMunition durch. Bisher waren noch häufig Vorderlader-Stutzen verwendet worden. Schon 1898 wurde der baufällig gewordene Schießstand von Grund auf erneuert. Zum 50jährigen Regierungs-Jubiläum von Kaiser Franz Joseph fand am 1. Mai 1898 ein großes Fest-Schießen auf dem neuen Stand statt. Dazu wurde dem Kaiser eine Ehrenscheibe gewidmet. Landeshauptmann Adolf Rhomberg hielt vor über 1000 Zuhörern die Festrede. Besonders beeindruckte die Besucher das Feuerwerk in den späten Abendstunden.14 Noch im gleichen Jahr fuhren die beiden Schützenmeister mit Vorsteher Lorenz Schertler und vier weiteren Schützen zum Bundes-Schießen nach Wien. 9 Nach der k.k. Schießstandsordnung von 1874 war jeder Schütze verpflichtet, jährlich auf dem eigenen Stand an mindestens drei Schießübungen teilzunehmen. Jedesmal mußte er dabei mindestens dreißig Schüsse abgeben. Zur Kontrolle wurde ein Matrikelbuch geführt. Im neuen Buch von 1898 sind 308 Schützen eingeschrieben, darunter 59 aus Lauterach und 7 aus anderen Nachbargemeinden. Unter den 242 Wolfurtern ist selbverständlich auch der Vorsteher Lorenz Schertler. Die Freude an dem neuen Schießstand zeigte sich nicht nur in der großen Schützenzahl, sondern auch in den vielen Ehrenscheiben aus diesen Jahren. Darunter befindet sich auch jene kostbarste Wolfurter Scheibe, auf die Schnidarles Hannes 1899 die drei Schießstände malte (Bild 6). Nach der Jahrhundertwende folgten die goldenen Sticker-Zeiten für Wolfurt. Sie spiegeln sich in einer ganzen Reihe von übermütigen und trinkseligen Schützenscheiben wieder. Am 29. Juni 1913 feierte die „Standschützen Gesellschaft Wolfurt" - so nannte sie sich jetzt - ihr 75jähriges Gründungsfest. Unter Oberschützenmeister Rudolf Böhler, Postmeister und Sternenwirt, erhielt der Verein eine neue Fahne (Bilder 4, 40 u. 41). Ein Jahr darauf begann der große Weltkrieg. Schon am 1. August 1914 mußten die Männer bis zu 42 Jahren mit dem Landsturm einrücken. Am 21. August wurden im Vereinshaus durch Landeshauptmann Rhomberg auch die Standschützen als reguläre Soldaten vereidigt. 60 Kennelbacher bildeten zusammen mit 95 Wolfurtern eine Kompagnie. Sie wählten Ludwig Köb, Lehrars, zu ihrem Hauptmann. Nur ein paar Tage exerzierten sie im Oberfeld. Dann marschierten 60 Wolfurter Schützen am Pfmgst-Heiligtag, 23. Juni 1915, vom Kirchplatz weg nach Bregenz. Mit dem Zug wurden sie an die Front ins Südtirol gebracht. Dreieinhalb Jahre härteste und verlustreiche Kämpfe in den Dolomiten folgten und dann noch ein Hungerjahr in italienischer Gefangenschaft in Albanien.15 Neun Schützen kehrten nicht mehr heim. Schützengesellschaft und Schützengilde Die Not nach dem Krieg zwang eine ganze Reihe von jungen Wolfurtern, darunter auch einige Schützen, zur Auswanderung nach Amerika. Vorsteher Lorenz Schertler versuchte, dem Vereinsleben wieder Auftrieb zu geben. Auf sein Schreiben hin trafen sich am 26. August 1923 elf Männer im neuen Vereinshaus und gründeten den Schützenverein neu, jetzt unter der Bezeichnung „Schützengesellschaft Wolfurt". Standschützen-Oberleutnant Dr. Wilhelm Mohr hatte Statuten erarbeitet. Er übernahm auch selbst die Stelle als „1. Schützenmeister". Der „2. Schützenmeister" Josef (Pepe) Flatz und Schriftführer Albert Kirchberger stellten sich als verläßliche Helfer an seine Seite. Zuerst mußte der wieder baufällig gewordene Schießstand mit Hilfe eines Baukredits von vier Millionen Kronen saniert werden. Die Gemeinde als Eigentümerin des Standes besaß ja am Höhepunkt der Inflation selbst kein Geld mehr und konnte lediglich ein paar Tannen für Bretter und Balken beisteuern. Aber am 4. November 1923 wurde doch bereits ein erstes „Schübling"-Schießen durchgeführt. Zum ersten Mal knallten nach zehn bitteren Jahren die Stutzen wieder in sportlichem Wettkampf. Aus 125 Metern Distanz schoß man auf 33 Zentimeter-Scheiben mit 10 Kreisen.16 Noch immer füllten die Schützen ihre Patronen selbst nach individuellen „Rezepten" und setzten oft erst am Stand ihre Zündkapseln ein. Eine ganz wichtige Aufgabe hatten bei jedem Schießen die Schreiber und die „Zeiger" zu erfüllen. Die Zeiger waren Buben und Burschen, die am Scheibenstock die Scheiben beaufsichtigten. Mit einer zweifarbigen Kelle zeigten sie jeden Treffer und auch dessen Abweichung vom Zentrum an. Dafür erhielten sie Schübling und Brot und meist auch eine Limonade. Nach Beendigung des Schießens gruben sie mit ihren Taschenmessern die Bleikugeln aus dem Erdreich. Als Schreiber benötigte man gestandene Männer, denn es kam nicht selten zu Auseinandersetzungen, wenn ein ehrgeiziger Schütze seinen Fehlschuß nicht akzeptieren wollte. Als Dr. Mohr nach Bregenz übersiedelte und Martin Dietrich 1. Schützenmeister wurde, nahm man das Inventar auf. Da fanden sich neben zwei Fahnen und sechs Gewehren bereits 32 Ehrenscheiben. In den nächsten Jahren gewann der Schießstand Wolfurt mit seinen verschiedenen Gesellschafts- Schießen einen guten Ruf und konnte immer mehr prominente Gäste begrüßen. Die Mitglieder Isidor Flatz und Martin Gmeinder errangen 1928 die Auszeichnung „Meisterschütze in Vorarlberg". Ab 1929 wirkten sich die Weltwirtschaftskrise und die parteipolitischen Auseinandersetzungen immer mehr auch in Streitigkeiten bei den Vereinen aus. Von 53 eingeschriebenen Mitgliedern erschienen 1932 nur mehr 11 zur Hauptversammlung. Statt einer geplanten Schützen-Uniform konnte nur ein einheitlicher Hut mit einem Adler-Stoß angeschafft werden. In diesen Jahren nahm das Schießen mit dem Kleinkaliber-Gewehr, das die alten Schützen lange als „Pfutzgarle" belächelt hatten, einen großen Aufschwung. 11 10 Trotz der gedrückten Stimmung gab es immer wieder Anlässe, zu denen Schützenfreunde eine Ehrenscheibe spendierten. Weitaus die meisten davon malte der unermüdliche Johann Fischer, Schnidarles Hannes. Im Jahre 1937 ließen sich fünf ehemalige Standschützen-Offiziere, darunter der inzwischen als Arzt zu Weltruhm gelangte Wolfurter Professor Dr. Lorenz Böhler, eine Scheibe vom Kennelbacher Schützenkameraden Engelbert Karg malen. Der Aufmarsch und das Schießen auf diese Scheibe wurden am 5. September 1937 zum letzten Schützenfest vor dem Zweiten Weltkrieg. Schon am Vorabend hatten Dr. Böhler selbst und seine Söhne mit je einem Schuß auf diese Scheibe ein Erinnerungszeichen gesetzt. Nach der Eingliederung Österreichs in das Deutsche Reich im März 1938 wurde die Schützengilde wie alle anderen Vereine sofort aufgelöst. Die Ortsleitung der NSDAP übernahm den Schießstand. Dort begann ein reger Schießbetrieb. Allerdings hatten die alten Stutzen ausgedient. HJ (HA-Jott, Hitlerjugend) und SA (Sturm-Abteilung) schössen jetzt mit dem preisgünstigen KK-Gewehr auf den 50 Meter-Ständen. Sogar die zehnjährigen Pimpfe übten schon in den Schulklassen mit LuftdruckGewehren im Rahmen der „vormilitärischen Ausbildung". Aus Anlaß des 25. Jahrestages des Auszugs der Standschützen in den Ersten Weltkrieg stifteten die neuen Machthaber im Mai 1940 eine Ehrenscheibe (Bild 19). Zu einem Preis-Schießen kamen am Pfingstmontag, 2. Juni 1941, sogar Gauleiter Hofer und Kreisleiter Dietrich auf den Wolfurter Schießstand. Auch die zur „Schützenmusik" umgetaufte Bürgermusik mußte spielen, allerdings fehlte der in Ungnade gefallene Kapellmeister Rohner. Bald wurde der Umgang mit dem Gewehr für viele Männer an den Fronten zum entsetzlichen Ernst. In den letzten Kriegsmonaten mußten im Rahmen des „Volkssturms" sogar die bisher verschonten älteren Jahrgänge noch unter dem TraditionsNamen „Standschützen" zur Ausbildung in vierwöchigen Kursen ins Südtirol. Am 2. Mai 1945 marschierte die französische Armee ein, der Krieg ging zu Ende. Wieder mußten, wie damals nach dem Aufstand von 1809 gegen die Bayern, alle Waffen abgeliefert werden. Neben Jagdgewehren und uralten Stutzen aus dem vorigen Jahrhundert wurden auch gute Sportwaffen eingesammelt und auf einem Haufen beim Schulhaus vernichtet. Der Schießstand wurde einige Zeit von marokkanischen Soldaten bewohnt und erlitt dadurch arge Beschädigungen. Es dauerte viele Jahre, bis sich das Leben wieder normalisierte. Albert Kirchberger hatte mit den alten Schützen-Akten sein Protokollbuch getreulich aufbewahrt und übergab nun alles zusammen dem ehemaligen U.Sch.M. Pepe Flatz. Gemeinsam mit dem langjährigen Funktionär Paul Schwarz versuchte dieser ab 1951, das Schützenwesen zu neuem Leben zu erwecken. Nach Überwindung großer Schwierigkeiten wurden tatsächlich schon im Herbst 1952 ein Jagd-Schießen und ein Frei-Schießen durchgeführt. Unter Leitung des provisorischen Schützenmeisters Erich Gasser fanden sich dann am 15. März 1953 in der Krone immerhin 15 Schützen zu einer Generalversammlung zusammen. Nur mühsam ging es aufwärts. Es fehlte an Gewehren und 12 Munition, an Geld und an Preisen. Ein Gewittersturm richtete im August 1958 am Schießstand großen Schaden an. Eine Änderung brachte erst das Jahr 1960. Unter O.Sch.M. Josef Dietrich waren Karl Aichholzer als Kassier und Hubert Flatz als Schriftführer in den Ausschuß gewählt worden. Mit neuen Ideen setzten sie Impulse zur Umkehr des „Krebsgangs im Schützenwesen". Besonders bewährte sich die Einführung eines regelmäßigen Trainings. Nach zwanzig Jahren wurde 1960 auch erstmals wieder eine Scheibe geschossen, mit der man der in den letzten Jahren verstorbenen Funktionäre gedachte (Bild 20). Schon im Jahre 1961 konnten bei Mannschafts-Wettkämpfen gegen Hohenems, Nonnenhorn und Schwarzenberg beachtliche Erfolge erzielt werden. Als stets zielsichere Schützen sind in den Aufzeichnungen Hans Loacker, Karl Aichholzer und Martin Dietrich festgehalten. Ihr Beispiel riß mit, auch bei den ständigen Renovierungsarbeiten am Schießstand, bei denen Aichholzer das Kommando und die meiste Arbeit übernahm. Die Zahl der Mitglieder stieg an. Jetzt wurden jedes Jahr gut vorbereitete Vereinsmeisterschaften durchgeführt und mit großem Ehrgeiz ein „Schützenkönig" gekürt. Auch Damen wurden als Mitglieder aufgenommen und die Jungschützen mit großer Aufmerksamkeit betreut. Als sich immer mehr junge Menschen um die Mitgliedschaft bemühten, auch solche aus Nachbargemeinden, in denen kein Schützenverein mehr bestand, wurde es bei den Schüblings- und Meisterschafts-Schießen auf Kronenwirts Bühel und bei den Generalversammlungen in Luzias Stube in der Krone langsam eng. Unter Allfälligem begann Egon Pehr in der Generalversammlung vom 30. Jänner 1970 daher eine Debatte über einen Schießstand-Neubau. Schriftführer Hubert Flatz griff die Idee auf und fand allgemeine Zustimmung. Wieviel Arbeit ihm daraus in den folgenden fünf Jahren erwachsen würde, konnte er noch nicht ahnen. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 Vallaster, Schützenscheibenbuch, Dornbirn 1984, S. 118 Bilgeri, Geschichte Vorarlbergs III, S. 44 Wie 2, S. 90 Welti, Jakob Hannibal, S. 103 und S. 443 ff und Kellnhof Wolfurt, S. 6. GA Wolfurt, Fischer-Chronik, S. 16 GA Wolfurt, Chronik Schneider 2, S. 53 Hubert Flatz, Schützen-Chronik, 1988, S. 1 ff, nach Forschungen im VLA Fröweis, Rathausfenster Lauterach, Nr. 3/2001, S. 14 Ebner, Tagebuch 1844, 14.-17. September Nach Akten 1846 im Schützenarchiv Wolfurt GA, GV-Protokolle, Einladung zur Sitzung am 16. Aug. 1860 GA, Chronik Schneider 3, S. 277 ff Heimat Wolfurt 23/1999, S. 42 GA, Chronik Schneider 3, S. 213 Heimat Wolfurt 7/1991, S. 33 ff Schützenprotokoll v. 1. Okt. 1924, Ladschreiben 13 1975 - Der neue Schießstand an der Ach Im Jänner 1970 war also in der Krone die Idee zu einem neuen Schießstand geboren worden. Alle dachten dabei zuerst an einen Neubau am alten Platz auf Kronenwirts Bühel. Dort gab es aber schon bisher Probleme mit Zufahrt und Parkplatz für die inzwischen ja weitgehend motorisierten Schützen. Und auf dem vor ein paar Jahren noch unverbauten Bühel standen jetzt auch schon einige Einfamilienhäuser. Trotz alter verbriefter Rechte konnten daraus in der Zukunft für die Schützen Erschwernisse entstehen. Da richtete Gemeindesekretär August Geiger die Aufmerksamkeit der Verantwortlichen auf das LAWK-Gelände an der Ach, von dem der Fußballverein schon 1947 ein großes Stück pachtweise übernommen und darauf seinen Sportplartz errichtet hatte. Tatsächlich erhielten die Schützen nun am 17. Dezember 1970 von der LAWK (Linksseitige Achwuhrkonkurrenz) die Grundparzelle 303/15 in Pacht. Die Planung konnte beginnen. Hubert Flatz hat darüber mit Hilfe von sorgfältig geführten Tagebuch-Aufzeichnungen im Jahre 1988 eine eigene Schießstand-Chronik verfaßt, aus welcher ich hier einiges zitieren darf. Im Februar 1971 wurde unter Obmann Karl Aichholzer ein Bauausschuß gebildet und bald danach die Rodung des Auwaldes in Angriff genommen. Als Hindernis erwies sich eine von der Gemeinde nach dem Krieg aufgestellte Baracke, deren Bewohner zuerst umgesiedelt werden mußten. Die Gemeinde verbürgte sich für einen Baukredit. Schon im Mai 1972 legte Edelbert Klimmer als Mitglied des Bauausschusses die ersten Pläne vor. Ab jetzt übernahm er die gesamte Planung und auch den größten Teil der Bauaufsicht. Die nun beginnende dreijährige Bautätigkeit wurde eine heute unglaublich anmutende Erfolgsgeschichte. Es gelang Hubert Flatz und Ferdl Matt, eine große Anzahl von freiwilligen Helfern zur Mitarbeit zu bewegen, die Arbeiten unter Leitung von erfahrenen Fachleuten zu koordinieren und das notwendige Baumaterial rechtzeitig vor Ort zu bringen. Darüber hinaus erhielten die Schützen, deren Begeisterung sich nicht selten auch auf die Lieferanten übertrug, beachtliche Spenden an Material, Maschinenstunden oder Zufuhrkosten. Viele Kontakte zu den Firmen vermittelte der Planer Edelbert Klimmer, andere besaß Hubert Flatz selbst in seinem Freundeskreis und unter den Wirtschaftstreibenden von Wolfurt. Im April 1973 begann man mit dem Aushub für das Hauptgebäude, bereits am 29. September konnte die Firstfeier stattfinden. Einziger Wermutstropfen war ein Protest der Oberfelder Nachbarn gewesen, die glaubten, ihre paradiesische Ruhe könnte allenfalls durch Schießlärm beeinträchtigt werden. Sie ließen sich aber bald durch Schallmessungen von Fachleuten beruhigen. Durch das ganze Jahr 1974 waren immer wieder ganze Gruppen von Schützen mit ihren Freunden mit dem Innenausbau beschäftigt. Fast alle taten es für ein Dankeschön und eine Jause, die in großzügiger Art jeweils der Sternenwirt Metzgermeister Johann Fischer spendierte. 14 Bild 2: Die Schützenstube mit der Kassettendecke Bild 3: Wegkreuz beim Schießstand: „.... daß einer über uns steht, der unsere Geschicke lenkt." Im November 1974 konnte im ausgebauten Kellergeschoß das Luftgewehr-Training aufgenommen werden. Den ganzen Winter über arbeiteten Willi Abier und Tone Repolusk an der Restaurierung der kostbaren alten Schützenscheiben, die sie von der Decke des alten Standes an der Hub abgenommen hatten. Bei der Zimmerei Berchtold wurden sie zum Einbau vorbereitet. Als die aus 38 Scheiben zusammengesetzte Decke schließlich von Fachleuten begutachtet wurde, ernteten die Handwerker höchstes Lob. Am 30. Mai 1975 wurde die Eröffnungsscheibe geschossen. An den folgenden 14 Tagen kamen 363 Schützen aus dem ganzen Land, aus der Schweiz und aus Deutschland und machten das Schießen auf dem vielbewunderten Wolfurter Stand zu einem anhaltenden Fest. Gemeinschaftssinn und Idealismus hatten ein großes Werk geschaffen. Zuerst sind da sicher die weit über 12 000 freiwillig von Handwerkern und Hilfsarbeitern geleisteten Arbeitsstunden zu nennen, die Schriftführer Ferdl Matt in seinem Stundenbuch fein säuberlich aufgezeichnet hat. Aus der Liste der 130 Namen stechen einige mit besonders großen Stundenzahlen hervor. Weitaus angeführt werden sie vom Gesamtleiter Hubert Flatz und seiner rechten Hand Ferdl Matt. Daneben 15 sind der Planer Edelbert Klimmer, Zimmermann Willi Abler, Baupolier Josef Leitner, Bodenleger Karl Aichholzer, die Schlosser Tone Lingenhel und Günther Muxel, die Elektriker Werner Dietrich und Wilfried Braitsch, Gärtner Franz Strezek und schließlich der Maler Anton Repolusk zu nennen, die für ihre Spezialgebiete verantwortlich zeichneten, aber auch sonst überall Hand anlegten, wo sie gebraucht wurden. Entscheidend für das Gelingen ihres Werks war jedoch die Mitarbeit jener weiteren 120 hier nicht genannten Helfer! Auch in der Liste der zahlreichen Förderer des Schießstandes fallen einige Namen auf. So hatte Alwin Rohner schon in der ersten Stunde, damals 1970 noch draußen in der Krone, die Lieferung sämtlicher Ziegel zugesagt. Er hielt sich nicht nur daran, sondern stellte unentgeltlich zusätzlich noch Zement, Kalk und Rohre nach Bedarf zur Verfügung. Neben den großen Beiträgen durch die Firmen Doppelmayr, Eisenkonstruktionen, und Berchtold, Zimmermannsarbeit, fällt Luis Erath in Lochau auf, der die Waschbetonplatten für den Hausplatz nicht nur spendierte, sondern auch selbst verlegte. Viele andere schließen sich an, von Holzsägern über Baggerfahrer bis zum Bildhauer Nitz in Lochau, der das Kruzifix für die Schützenstube stiftete. Ihre Namen sind auf einer Ehrenscheibe im Hauseingang verzeichnet. Nicht vergessen werden sollen die beachtlichen finanziellen Zuwendungen von Gemeinde Wolfurt, Land Vorarlberg und von der Österr. Turn- und Sportunion, der die Schützengilde Wolfurt beigetreten war. Sie alle konnten das Geld im sicheren Bewußtsein überweisen, daß es durch den Idealismus der Schützen vervielfacht in der Zukunft reiche Zinsen tragen würde. Als Hubert Flatz sein großes Werk fertiggestellt und auch fertig bezahlt hatte, wollte er seinen Dank noch auf ganz besondere Art abstatten. Bei Bildhauer Hubert Fessler in Hörbranz fand er ein Wegkreuz aus Stein, das er persönlich etwas oberhalb des Schießstandes aufstellte und am 18. Mai 1980 von Pfarrer Willi einweihen ließ (Bild 3). Er schreibt dazu. „Ich habe dieses Feldkreuz aufstellen lassen im Bewußtsein, daß einer über uns steht, der unsere Geschicke lenkt. Ihm haben wir zu danken, daß unser Gemeinschaftswerk, der Schießstandbau, gut gelungen ist. " Der neue Schießstand bewährte sich in den folgenden Jahren bei vielen Wettkämpfen. Im Erdgeschoß beherbergt er die Halle mit den 12 Klein-Kaliber-Ständen für die 50 Meter-Distanz und den großen Aufenthaltsraum, die „Schützen-Stube". Sie besitzt als Nebenräume eine kleine Küche mit einer praktisch eingerichteten Schank und die notwendigen Sanitär-Anlagen. Das ermöglicht die Bewirtung von Schützen und Gästen in angenehmer Atmosphäre. Hier hat sich ein Team von fleißigen Schützenfrauen sehr bewährt. Neben der Schießhalle befinden sich noch ein abgesonderter Auswertungsraum, natürlich mit Computer-Einrichtung, und ein Büro. Im Untergeschoß sind 12 Luftgewehr-Stände für 10 Meter-Distanz eingerichtet. Daneben sind eine zweite Schützenstube und ein separater Auswertungsraum sowie ein Vorratskeller situiert. Das Schießen mit großkalibrigen Gewehren und Jagd16 waffen, wie es auf den ehemaligen Ständen gepflegt wurde, ist im neuen Wolfurter Schießstand nicht mehr möglich. Dazu werden Interessenten auf die Anlagen einiger befreundeter Vereine im Land verwiesen. In einem Anbau stehen ausreichend Absteilflächen und Stauraum für die vielen Gerätschaften, die der moderne Schießbetrieb erfordert, zur Verfügung. Auf dem landschaftlich schönen Platz vor dem Gebäude ist auch die Abhaltung der zur Tradition gehörenden Schützenfeste möglich. Regelmäßig treffen sich an den Ständen junge und alte Schützen, Frauen und Männer, Wolfurter und Freunde aus den Nachbargemeinden. Sie üben ihr Auge und ihre ruhige Hand. Sie tauschen Erfahrungen aus und pflegen nach Feierabend die Gemeinschaft in gastlicher Runde. Die Liste der Erfolge von Vereins-Mitgliedern füllt viele Seiten der Chronik. Die junge Generation von Funktionären wird, gestützt auf die Erfahrung ihrer älteren Schützenkameraden, die USG Wolfurt sicherlich gut in die Zukunft führen. Wir Wolfurter sind stolz auf unsere Schützengilde und auf unseren Schießstand! 17 „Union Schützengilde Wolfurt" Die Vereinsführung im Jahre 2004 Markus Gasser Oberschützenmeister Romana Herburger Unterschützenmeisterin Roland Matt Marjeta Ulmer Thomas Ulmer Werner Böhler Rene Skamletz Josef Leitner Willi Hehle Franz Ratz Schriftführer Kassierin Sportleiter Kleinkaliber Sportleiter Luftgewehr Sportleiter Luftpistole Schützenrat Schützenrat Schützenrat Obersehüt/enmeister in Wolfurt Nach der Schützen-Chronik von Hubert Flatz, 1988. Aus den Anfängen des Schützenwesens sind nur zwei Schützenmeister bekannt: 1838-1844 um 1866 Andreas Klocker Josef Halder Ziegelfabrikant Gemeinde-Vorsteher Ab 1883 hat Flatz die Liste mit Hilfe der Schützenscheiben erstellt, ab 1923 liegen Protokolle vor. 1883-1886 1886-1890 1890-1895 1895-1904 1904-1911 1911-1915 1923-1926 1926-1928 1928-1931 1931-1937 1953-1954 1954-1957 1957-1963 1963-1972 1972-1979 1979-1981 1981-1996 1996Joh. Georg Fischer Ferdinand Schneider Martin Arnold Carl Müller Josef Rünzler Rudolf Böhler Dr. Wilhelm Mohr Hans-Martin Dietrich Paul Schwarz Siegfried Kalb Erich Gasser Josef Flatz Josef Dietrich Alfred Fischer Hubert Flatz Günther Muxel Ferdl Matt Markus Gasser Adlerwirt und Vorsteher Fabriksarbeiter und Chronist Bauer Kronenwirt Steinhauer Sternenwirt und Postmeister Landesbeamter Bauer Klöppelspitzenfabrikant Schwanenwirt Schreiner Fahrradmechaniker Elektriker Klöppelspitzenfabrikant Finanzbeamter Schlosser Finanzbeamter Angestellter Annelies Rohner Klaus Muxel Fahnenpatin 1984 Fähnrich Ehrenmitglieder 2004 Ferdl Matt Franz Strezeck Edelbert Klimmer Wilfried Braitsch Josef Leitner Valentin Lanker Helmut Vögel Alwin Rohner Roman Fekonja Ehren-Oberschützenmeister 18 19 Die Schützenscheiben Schützenscheiben sind Ehrenscheiben! Sie halten meist ein besonderes Ereignis fest und bekunden die Wertschätzung, die die Kameraden mit ihrem Ehrenschuß auf die bunte Scheibe zum Ausdruck bringen wollten. Darüber hinaus lassen sie den Betrachter einen Blick in die Geschichte tun, erzählen von den Leistungen der Schützen und von übermütigem Festtreiben, von Kaiser und Papst, von Jubiläen großzügiger Spender, aber auch von Kriegsnot und Tod. Die älteste erhalten gebliebene Schützenscheibe in unserem Land stammt aus Feldkirch und trägt die Jahreszahl 1640. Da können die Wolfurter Scheiben natürlich nicht mithalten. Noch lange Zeit besaß unsere Gemeinde keinen Stand, in dem man die Bilder hätte aufbewahren können. Auch die 12 Scheiben, für die Lorenz Höfle 1863 den Schützen sieben Gulden verrechnete, sind verschwunden. Auf eine davon war bereits ein „Hanswurst" aufgemalt, ein Faschingsnarr als Zielfigur. Im Schießstand wurden in die Täfel-Decke der Schützenstube 38 Scheiben eingearbeitet, dazu 11 in die Decke des LG-Standes im Keller. Weitere 21 Bildtafeln schmücken die Wände. Etwa 30 kleine Scheiben haben einen Platz an der Wand im LG-Stand gefunden. Von den insgesamt mehr als hundert Scheiben soll in diesem Heft eine Auswahl aus allen Gebieten des Schützenwesens gezeigt werden. Sie könnten für dich bei einem Besuch in unserem Schützenheim ein kleiner Führer sein. Den Anfang machen wir mit der historisch besonders wertvollen Scheibe aus dem Jahre 1899. Die folgenden Bilder sind in bunter Vielfalt nach ihrem Alter von 1891 bis 1988 gereiht und machen uns das Auf und Ab des Schützenwesens im 20. Jahrhundert bewußt. Angeschlossen sind einige Scheiben aus der Serie „AltWolfurt" und drei Ehrenscheiben für besonders verdiente Funktionäre. Den Abschluß bildet die große Jubiläums-Scheibe von 1988. Bild 6. Die Schießstand-Scheibe von 1899. Johann Fischer, Schnidarles Hannes, 1853-1945, war ein künstlerisch begabter Schreiner, Zeichner und Maler. Er hat sie für seinen Vater Josef Fischer, Schreiner an der Hub, zu dessen 50jährigem SchützenJubiläum gemalt. Das besondere an ihr ist, daß sie uns die drei ehemaligen Schießstände zeigt. Eigentlich hatte Fischer sein Jubiläum schon drei Jahre früher gefeiert, denn er war gemeinsam mit Johann Baptist Höfle 1846 bei den Schützen eingetreten.. Der Neubau des Schießstandes im Jahre 1898 machte eine Fertigstellung der Fischer-Scheibe mit dem gewählten Motiv erst jetzt möglich. Aber mit dem KaiserJubiläum im gleichen Jahr wollte Fischer wohl doch nicht konkurrieren und wartete daher noch ein Jahr. Im Bild sieht man den grauhaarigen Schützen mit geschultertem Stutzen. Er winkt uns grüßend mit dem Schützenhut zu. Zu seinen Füßen ein Schützen-Symbol: Schießscheibe und Narrenkappe zusammen auf einem Lorbeerzweig! Daneben der neue 20 Schießstand auf Kronenwirts Bühel mit grünen Fensterläden und einer rot-weißen Fahne auf hohem Mast. Davor sitzen Gäste, eine Kellnerin wartet auf. Im Hintergrund der Scheibenstock. Im Zentrum der Scheibe hält ein Falke die schwarzen Ringe des Ziels. Im der oberen Hälfte eine Rückblende in die jungen Jahre des Jubilars: Zuerst in einem Quadrat der älteste Schießstand im Kirchdorf. Zwei Schützen an einem einfachen Latten-„Stand". Daneben an einem Tisch der Schreiber. Hinten links die Häuser im Tobel, auf dem Bühel gegenüber die Schießscheiben. Oben das alte Schloß. Dazu eine Inschrift: „Schützenwesen 1838 beim Rössle Wolfurt". Die zweite Einblendung zeigt in einem Kreis einen anderen Stand. Diesmal lautet die Schrift: „Schießstand in Rickenbach 1846". Von der Straße tritt ein Schütze durch eine Lücke in der Mauer zu der einfachen „Schießhütte" mit dem steilen Bretterdach. Auf der Wiese einige Bäume und ein kleiner Stock mit zwei Scheiben. Weiter hinten ein Haus im Rickenbach-Lo und ein Berg. Aus Gemeinde-Akten und aus dem Kataster wissen wir, daß dieser Stand beim Gasthof Adler unmittelbar neben der Landstraße nach Dornbirn stand. An beide Stände konnten sich die Jubilare Josef Fischer, 1823-1902, und J.B. Höfle, 1826-1923, ganz sicher persönlich erinnern. Auf der Fischer-Scheibe sind insgesamt 43 Schützen mit ihren Ehren-Schüssen verzeichnet. Wir finden darunter den Jubilar Josef Fischer selbst, Altvorsteher Martin Schertler, den Altschützen und ehemaligen O.Sch.M. Ferdinand Schneider und O.Sch.M. Carl Müller. Ein einziger von den Schüssen, bei denen es ja nicht um Sieg und Niederlage ging, traf ins Schwarze, jener von Johann Gmeinder, Frickeneschers. Bild 7. Die älteste Wolfurter Scheibe trägt das Datum 3. Mai 1891. Sie zeigt einen vor dem Schützen flüchtenden Gamsbock. Auch diese Scheibe hat Schnidarles Hannes gemalt. Gewidmet wurde sie den neuen Schützenmeistern Martin Arnold aus Rickenbach und Gebhard Böhler aus dem Kirchdorf anläßlich ihres Amtsantritts. Bild 8. J.B. Höfle, s alt Küofarle von der Hub, hatte schon 1896 eine 50er-Ehrenscheibe spendiert. Als begeisterter Jäger sah er im Steinadler eine begehrte Beute. Höfle hat danach noch 27 weitere Jahre den Schützen angehört und ist erst 1923 als 9 8j ähriger von ihnen zu Grabe getragen worden. Diese und die meisten anderen von den 28 erhaltenen alten Schützenscheiben aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg hat nach einer Untersuchung von Anton Repolusk und Hubert Flatz der Maler Engelbert Köb angefertigt. Lehrars Engelbert auf dem Bühel war 1890 bekannt geworden, als er nach eigenen Entwürfen die Wolfurter Pfarrkirche ausgemalt hatte. Später hat er für seine Familie die Villa Bucherstraße 1 gebaut. Er war viele Jahre Erster Gemeinderat. 1915 ist er mit den Standschützen an die Front in den Dolomiten eingerückt und hat sich dort eine tödliche Krankheit zugezogen. 21 Bild 9. Zum 50jährigen Regierungs-Jubiläum von Kaiser Franz Joseph schoß die Schützengesellschaft 1898 eine Scheibe mit dem Kaiserwappen und dem Lothringer Kreuz aus. Wenige Wochen später ließen die befreundeten „Veteraner" ihre schöne Fahne weihen (Bild 38). Nachdem sieben Schützen im gleichen Jahr am Bundesschießen in Wien teilgenommen hatten, stifteten diese eine zweite Scheibe. Auch die 14 Teilnehmer am nächsten Kaiser-Jubiläums-Schießen 1908 spendierten wieder eine Scheibe, diesmal eine mit der Siegesgöttin. Bild 10. Daß manche Schützen auch sehr trinkfest waren, erfahren wir aus vielen Geschichten in den Protokollen. Daher stellte der Maler 1898 den Schmied Wilhelm Böhler vom Strohdorf mit Stutzen und Weinglas auf ein Faß. Bild 11. Ganz anders die Scheibe von 1899, die der Zimmermeister Josef Anton Köb, Lehrars, seinen Schützen-Kollegen widmete. Aus seinen Erinnerungen trat ein Bild aus dem Balkankrieg hervor, wo sich ein Schütze im grausamen Bajonettkampf gegen zwei Feinde durchsetzte. Bild 12. Im gleichen Jahr aber auch wieder Leichtsinn und Übermut.Schertler-Veres waren als eine der ersten Sticker-Familien zu Geld gekommen. Maria Schertler wurde von den Veteranern zu ihrer Fahnenpatin ausersehen. Ihr älterer Bruder Bernhard stiftete dieses Bild mit dem gefährlichen Hochrad und der Aufschrift „Behüt Dich Gott vor Fall und Wunden, vor bösen Weibern und vor Hunden!". Ein paar Jahre später hat Schertler die großartige Villa an der Lauteracherstraße bauen lassen. Bild 13. Ein neuer Vorstand wurde 1903 gewählt. Auf seine Schützenscheibe ließ er einen prachtvollen Löwen malen. Darunter verewigten sich die beiden Schützenmeister Josef Rünzler, Steinhauer in Spetenlehen, und Martin Dietrich, Bauer und „Armenvater" an der Hub, und dazu die beiden Schützenräte Gebhard Böhler, Schlosser im Dorf, und Gebhard Schedler, „Maschinen-Macher" im Loch. Bild 14. Noch eine Scheibe aus der Stickerei-Blütezeit von 1905! Schwankende Musikanten sind das Motiv für Kapellmeister Franz Rohner, Vinälars, und StickereiFabrikant Bernhard Schertler, Veres. Sie kommen vom Schwanen, wo sich die Sticker regelmäßig im Römer-Stüble trafen. Bild 15. Stellvertretend für viele erfolgreiche Meisterschützen des Vereins steht die Jubiläums-Tafel von Alt-O.Sch.M. Ferdinand Schneider aus dem Jahre 1908. Er war ein armer Fabriksarbeiter, aber begeisterter Jäger, Bergsteiger und Musikant. Außerdem betätigte er sich als Schauspieler, Feuerwerker, Sänger und Botaniker. Besonders wertvoll ist seine Dorf-Chronik, die auch allerlei Schützengeschichten enthält. So berichtet er, daß er die 3 Gulden 60 Kreuzer, die er dem Maler Engelbert 22 Köb für diese Scheibe schuldete, mit der Anlegung eines Gartens zu dessen neuer Villa oberhalb des Dorfplatzes abarbeitete. Aber wie bei vielen früheren Bewerben hielt er sich auch diesmal schadlos und gewann beim Kaiser-Jubiläums-Schießen im gleichen Jahr das bar ausbezahlte „Hauptbest". Bild 16. In den Kriegszeiten klaffen von 1912 bis 1924 und von 1940 bis 1960 große Lücken in den Reihen der Scheiben. Die erste nach dem Ersten Weltkrieg hat Pfarrer Simon Stadelmann 1924 zusammen mit Kapellmeister Rohner und O.Sch.M. Dr. Mohr nach einer Pilgerfahrt zum Papst nach Rom gestiftet. Sie zeigt ein prachtvolles Bild des Petersplatzes und wurde mit den Schützen auch vom Pfarrer selbst beschossen. An die gefallenen Schützen erinnern erst die Scheiben 1934 vom Heldendenkmal in Wien, 1936 vom Wolfurter Kriegerdenkmal, 1937 eine von fünf ehemaligen Offizieren gestiftete Tafel und schließlich die von 1940 (Bild 19). Bild 17. Albert Schwerzler, Hafnars, war 1905 nach Amerika ausgewandert, kehrte aber mehrmals auf Besuch in die Heimat zurück. Als er 1936 diese Scheibe mit der Silhouette von New York ausschießen ließ, waren unter den 44 Schützen auch der alte Hauptmann Ludwig Köb und viele Jungschützen. Den besten Schuß in die schwarzen Ringe brachte der damals 15jährige Hubert Flatz an. In seiner Chronik erzählt er, er habe dafür fünf Schillinge bekommen, die ihm seine Mutter aber gleich wieder zur Aufbesserung ihres schmalen Haushaltsgeldes abgefaßt habe. Bild 18. Eine Hochzeitsscheibe spendierte Ernst Gmeiner, Fideles, 1937 anläßlich seiner Vermählung. Etwas anzüglich neckten ihn seine übermütigen Freunde mit einem Schützen, der vor einer drohenden Wildsau auf einen Baum geflüchtet ist und die Waffe wegwirft. Bild 19. Sogar die NS-Zeit ist als bedrückender Teil unserer Geschichte in der Scheibensammlung präsent. Die 1940 gemalte „Ehrenscheibe zum 25. Jahrestag des Ausmarsches der Standschützen von Wolfurt am 23. Mai 1915 in den Weltkrieg" nennt die Namen der im Krieg verstorbenen neun Schützen. Sie zeigt nach dem Anschluß Vorarlbergs an den Gau Tirol als Wappen den roten Tiroler Adler mit dem Hakenkreuz und dazu das Wolfurter Wappen von der Schützenfahne von 1913. Gestiftet wurde die wegen ihrer Rarität heute sicher auffallende Scheibe vom „Ortsschützen-Verband Wolfurt 1940". Unter den zum Ehrenschuß aufgerufenen Schützen-Veteranen findet man den ehemaligen Standschützen-Hauptmann Ludwig Köb und die beiden Leutnante Dr. Wilhelm Mohr und Joh. Gg. Hohl. Daneben steht als Ehrengast der „Orts-Schützen-Leiter" Emil Beck. Bild 20. Die Scheibe von 1960 ist die erste nach der langen Unterbrechung durch den Zweiten Weltkrieg. Sie zeigt den Scheibenstock und weit hinten die Wald23 Kapelle auf Kronenwirts Bühel vor dessen Verbauung. Gewidmet ist sie dem Gedächtnis an acht verstorbene Funktionäre. Drei davon waren O.Sch.M. gewesen: Hansmarte Dietrich, der Schwanenwirt Siegfried Kalb und der Fahrrad-Mechaniker Pepe Flatz. Dazu erinnert sie an Fritz Pehr, Karl Müller, Hannes Fischer-Seppos, Mathias Rist und Isidor Flatz. Bild 21. Eine feinsinnige Hochzeitsscheibe von 1967 für Alwin Rohner und Annelies Schertler. Beide blieben den Schützen mit großen Verdiensten verbunden, Annelies als Fahnenpatin, Alwin als großzügiger Förderer des Schießstand-Neubaus. Bild 22. Viele Scheiben berichten von den Erfolgen der Wolfurter Schützen bei örtlichen und internationalen Wettkämpfen. Diese häuften sich besonders, nachdem ab 1960 ein regelmäßiges Training aufgenommen worden war und die JungschützenBetreuung Früchte trug. Zuerst war schon 1973 Wolfgang Aichholzer als Jungschütze Landesmeister und ein Jahr später österreichischer Junioren-Staatsmeister geworden. Eine eigene Scheibe zeigt 1979 Gerhard Muxel, der bei der Europa-Meisterschaft eine Medaille gewonnen hatte. Eine weitere Tafel faßt die Namen von zehn Gildenmitgliedern zusammen, die bis 1979 zu Staatsmeisterschaften gefahren waren: Gerhild Flatz, Doris Muxel, Wolfgang Aichholzer, Gerhard und Günther Muxel, Josef Vonach, Josef Hechenberger, Alexander Strezeck, Werner Böhler und Werner Vogel. Ihnen folgten in den Jahren danach noch zahlreiche weitere Teilnehmer an Staatsmeisterschaften und internationalen Wettkämpfen. Die abgebildete Ehrenscheibe erhielt 1983 Reinhard Muxel, österreichischer Jugend-Meister und Teilnehmer an der EM in Dortmund. Bild 23. Mit mehreren Scheiben ist die Schützen-Dynastie Fischer vertreten, Nachkommen des Schützenwirts Martin Fischer, der 1860 den Schießstand an der Hub erbaut hatte. Sein Sohn war der Lammwirt und Metzger Gebhard Fischer, ein langjähriger Förderer des Schützenwesens, der schon 1897 eine fröhliche Scheibe mit einem „Ochsenreiter" spendierte. Auch der Enkel Dr. August Fischer blieb den Schützen sein Leben lang verbunden. Er erforschte ihre Geschichte beim Aufstand gegen die Bayern im Jahre 1809 und ließ zum Gedenken an den Wolfurter Major Jakob Schertler 1977 am Schützenheim eine Bronzetafel anbringen. Zu seinem 90. Geburtstag spendierte er 1988 diese Scheibe, die ihn als Ehrenmitglied der Matreier Schützen in Tiroler Tracht zeigt. Den besten Schuß beim Festschießen gab übrigens sein Neffe August Hinteregger, der Pfarrer von Bildstein, ab. Als Förderer der Schützen galt auch ein anderer Neffe, Johann Fischer, Metzgermeister und Sternenwirt. Zum Kreis der Schützenwirt-Verwandten gehört schließlich auch noch Alfred Fischer von der Steig, zu dessen 60jährigem SchützenJubiläum 1970 eine Ehrenscheibe ausgeschossen wurde. Als O.Sch.M. war er damals an den Vorbereitungen zum Schießstand-Neubau beteiligt. 24 Bild 24. Zwei große Tafeln ehren die Sieger der „ER und SIE-Schießen". Die erste von 1976 zeigt das Schloß noch mit dem ursprünglichen Turm, den es vor der Gründung des Schützenvereins 1835 besessen hatte. Die Umrahmung bilden oben zwei Ansichten von 1936, unten Motive nach dem Brand von 1939. Bild 25. Das zweite „ER und SIE"-Bild von 1980 ruft die alte Volksschule im Strohdorf in Erinnerung. 1872 war sie gebaut worden, hatte dann bis 1967 neben der Schule auch das Gemeindeamt beherbergt und war schließlich 1979 abgebrochen worden. Bilder 26 bis 31. Anton Repolusk hatte schon 1968 die Scheiben-Serie „AltWolfurt" begonnen, mit der er abgebrochene Häuser dem Vergessen entreißen wollte. Für die jährlichen Vereins-Meisterschaften schufen er und nach ihm einige andere Vereins-Angehörige mehr als 30 kleine Scheiben. Ein wirklich beachtlicher Beitrag zur Dorf-Geschichte! Bild 32. Drei Männern mit ganz besonderen Verdiensten um die Schützengilde sind eigene Ehrenscheiben gewidmet. Zuerst Hubert Flatz, 1921-1991. Von seinem Vater Josef (Pepe) Flatz wurde er dem Verein schon 1935 als Jungschütze zugeführt. Nach dem Krieg half er dem Vater beim Wiederaufbau und übernahm 1960 als Schriftführer Verantwortung. Mit ungeheurem Einsatz trieb er, nachdem er 1972 zum Oberschützenmeister gewählt worden war, den Neubau des Schießstandes an der Ach voran. Er trat von dem Amt erst 1979 zurück, als er den vier Jahre vorher fertiggestellten Bau seinem Nachfolger Günther Muxel schuldenfrei übergeben konnte. Jede Ehrung lehnte er ab. Erst nach seinem Tod wurden mit dem „HubertFlatz-Schießen" von 1993 und dieser Gedenkscheibe, auf der sich 170 Schützen eintrugen, seine Verdienste festgehalten. Bild 33. Die nächste Scheibe hat die Gilde 1995 ihrem Ehren-O.Sch.M. Ferdl Matt gewidmet. 221 Schützen haben darauf mit einem Ehrenschuß ihre Anerkennung gezeigt. Ferdl Matt war 1972 als Schriftführer an die Seite von Hubert Flatz getreten und hatte mit ihm den Bau des Schießstandes geleitet. Von 1981 bis 1995 übernahm er selbst das Amt des O.Sch-M. Bild 34. Eine weitere Tafel zeigt Ehrenmitglied Anton Repolusk, den Maler. Mit unendlicher Sorgfalt restaurierte er viele von den alten Scheiben, die dann in die beiden Decken in der Schützenstube und im LG-Stand eingefügt wurden. Eine ganze Reihe von den jüngeren Scheiben malte er selbst. Viele Bilder schuf aber auch der Schütze und Jäger Hubert Gasser, akad. Maler, der ebenso zur Restaurierung der alten Scheiben beigetragen hatte. Zum Abschluß des Schießstandbaus hielt Repolusk 1975 viele Namen der Mitarbeiter und Förderer auf 25 einer Ehrentafel fest. Sie hängt heute im Haus-Eingang. Unter die Bilder der am Platz des Schießstands längst verschwundenen alten Holzbrücke und des neuen Hauses setzte der Maler dort die Worte „Idealismus - Einigkeit - Tatkraft". Bild 42. Nach den nun angeschlossenen Fahnen-Bildern (35 bis 41, 4 und 5) steht als Abschluß die große Jubiläums-Scheibe von 1988. Noch einmal scheint hier die Wolfurter Schützengeschichte auf. Hubert Gasser malte die Tafel zum 150-JahrJubiläum der Gilde und nahm dabei die „Fischer"-Schicßstand-Scheibe von 1899 (Bild 6) zur Vorlage. Stifter waren die Marktgemeinde Wolfurt und Bürgermeister Erwin Mohr. Der Tradition zuliebe sammelten sich die Schützen noch einmal zu einem letzten Fest draußen auf Kronenwirts Bühel. „Geschossen am alten Schießstand in der Hub am 17. September 1988 unter Oberschützenmeister Ferdl Matt". Prächtig ist der neue Stand mit seiner grün-weißen Schützenfahne und der Schrift „An der Ach, erbaut 1972-1975" dargestellt. Die Aufschriften zu den anderen Ständen wurden gegenüber dem Original verändert. Der „Rößle"-Garten war inzwischen beim Bau des Pfarrheims verschwunden. Daher steht jetzt beim ersten Stand „Auf dem Pfarrbühel 1846". Beim zweiten steht „Im Kella 1846". Das müßte auf „Beim Adler 1846" korrigiert werden. Der dritte Stand an der Hub erhielt zwar bei der Renovierung von 1898 dieses Aussehen, er war dort aber bereits 1860 erbaut worden. Insgesamt 69 Ehrenschüsse sind auf der Scheibe verzeichnet, darunter die von Bürgermeister Erwin Mohr, Altbürgermeister Hubert Waibel, O.Sch.M. Ferdl Matt und Alt-O.Sch.M. Hubert Flatz. Auffallend ist der hohe Anteil von 11 „Schützinnen". Als bester Schuß ins Zentrum wurde der von Hans Schwaighofer gewertet. Ihm folgt mit Susanne Fekonja bereits die erste Dame. Noch zahlreiche weitere Scheiben von Mitgliedern und Ehrenmitgliedern, von Hochzeiten, Jubiläen und anderen Schützenfesten, schmücken den Schießstand. Sie künden den Nachkommen von der Verbundenheit ihrer Väter und zunehmend auch der Mütter mit dem Wolfurter Schützenwesen. Mögen noch viele folgen! Bild 6: Schützenjubiläum 1899. Diese besonders wertvolle Scheibe, gemalt von Schnidartes Hannes, zeigt die drei alten Wolfurter Schießstände beim Rößle, beim Adler und auf Kronenwirts Bühel. 26 27 Bild 7: Die älteste Wolfurter Scheibe von 1891. Ein Gamsbock für die beiden neuen Schützenmeister. Bild 8: 50 Jahre bei den Schützen! Küfermeister Joh. Bapt. Höfle feierte 1896 sein Jubiläum mit einem übergroßen Adler. 28 29 Bild 9: Kaiser-Jubiläum 1898. Die Schützen ehrten ihren Landesherrn bei vielerlei Anlässen. Bild 10: 1898. Trinkfest sollten die Schützen auch sein! Jedenfalls galt das für den Schmied Böhler aus dem Strohdorf. 30 31 Bild 11: Der Krieg auf dem Balkan als Thema einer Schützenscheibe von 1899. Josef Anton Köb, Lehrars Seppatone auf dem Bühel, hatte es gewählt. Bild 12: Ein Hochrad von 1899. Bernhard Schertler, Veres, hielt den neumodischen Männersport samt einer übermütigen Warnung fest. 32 33 Bild 13: Ein Löwe als Ziel! Der neue Vorstand von 1903 wollte in Würde erscheinen. Bild 14: 1905. Musik und Gesang auf dem Kirchplatz vor dem Schwanen. Die reichen Sticker Bernhard Schertler und Franz Rohner, Kapeollar, freuten sich über die goldenen Zeiten. 34 35 Bild 15: 1908. Wieder ein Goldenes Jubiläum. Ferdinand Schneider, 1841-1917, hatte sich als Meisterschütze und Oberschützenmeister Verdienste erworben. Aber auch in anderen Vereinen und vor allem als Dorf-Chronist hat der einfache FabriksArbeiter viel für die Gemeinschaft geleistet. Bild 16. 1924. Wallfahrt nach Rom! Die erste Schützenscheibe nach dem Ersten Weltkrieg. 36 37
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Heimat_Wolfurt_...002_A Wolfurt 01.04.2002 19.11.2012, 18:19 Heft 26 Zeitschrift des Heimatkundekreises April 2002 Bild 1: s Doktor-Hus an der Hub. Erbaut 1905. Inhalt: 130. Ärzte in Wolfurt 131. Elektrizität 132. Malerfamilie Schneider 133. Das älteste Bild 134. Anna selbdritt 135. Menschen um uns 136. Alte Häuser Bildnachweis: Bild 16 Sammlung Johann Kaufmann Bilder 27 u. 28 VLM, Flatz-Katalog 2000 Bilder 15 u. 20 Siegfried Heim Bild 30 Karl Hinteregger Alle anderen sind der Sammlung Heim entnommen, die meisten sind Reproduktionen von Hubert Mohr oder Kopien aus dem Gemeindearchiv. Zuschriften und Ergänzungen Vorsteher und Bürgermeister (4) (Heft 25, S. 6) Das Echo auf den letzten Teil der Bürgermeister-Serie, die sich mit den kritischen Jahren des 20. Jahrhunderts befaßte, war durchaus positiv, obwohl bei genauer Durchsicht sicher einiges zu beanstanden oder auf alle Fälle zu ergänzen wäre. Das hat bis jetzt - trotz Aufforderung - niemand getan. Lediglich Alt-Bürgermeister Emil Geiger berichtet, daß er damals 1950 mit seinen 27 Jahren der weitaus jüngste Bürgermeister im Lande gewesen sei. Mord und Totschlag (Heft 25, S. 47) Im Sterbebuch von 1839 fand ich endlich die Totschlag-Geschichte von Toniles Bub. Das Unglück ereignete sich am 29. Juni 1839, nachts 1/4 vor 11 Uhr an der Hub. Gestorben ist Franz Xaver Flatz, verehelicht in Alberschwende und beiläufig 30 Jahre alt. Die Leiche wurde nach Alberschwende überführt und dann dort am Iten Juli l. J. beerdiget. Dieser Mann wurde an der Hub der Pfarre Wolfurt mit einem Stiletstich, der 6 3/4 Zoll tief war, u. durch den Magen, Leber und eine Schlagader gieng, plötzlich getödtet. So heo s i ghört (25) (Heft 25, S. 63) Zum Mundart-Beitrag ist eine Berichtigung von meinem Bruder Adolf Heim eingegangen, die ich ganz hinten im Heft wiedergebe. Danke! Auf unser Konto Heimatkundekreis 87 957 Raiba Wolfurt sind mit den in Heft 25 ausgesandten Erlagscheinen wieder viele Spenden eingegangen. Damit konnte ein beachtlicher Teil der Druckkosten abgedeckt werden. Allen Spendern sagen wir ein herzliches Danke schön. Unser besonderer Dank gilt aber wieder der Gemeinde Wolfurt, die den Abgang trägt! Herausgeber: Heimatkundekreis Wolfurt Für den Inhalt verantwortlich: Siegfried Heim, Funkenweg 11, A-6922 Wolfurt Satz und Grafik: Erik Reinhard, A-6922 Wolfurt Fotosatz: Mayr Record Scan, A-6922 Wolfurt Druck: Lohs Ges.m.b.H., A-6922 Wolfurt 3 Siegfried Heim Bittere Medizin Die Arzneikunst, die uns heute mit hochqualifizierten Ärzten und großartig ausgestatteten Krankenhäusern unser ganzes Leben lang umsorgt, hat einen langen und schwierigen Weg zurückgelegt. Auf ihre Entwicklung in Wolfurt möchte ich hier zurückschauen. Angefangen hat sie wohl bei allen Naturvölkern mit den Erfahrungen über Wunden und Krankheiten. Weise Frauen und Medizinmänner gaben ihr Wissen um Heilpflanzen, Salben und „Behandlungen" weiter. Erste Höhepunkte der Medizin kennen wir von den Priestern des Altertums und von der Schule des Hippokrates in Griechenland. Im Mittelalter zeigte sich wenig Fortschritt. Arzneikunst erschien vielen als eine Art von Zauberei. Große Kenner der Natur wie Hildegard von Bingen und Albertus Magnus waren Ausnahmen. Erst am Beginn der Neuzeit reformierte der 1493 in Einsiedeln geborene Paracelsus die Medizin in Mitteleuropa. Wundärzte begleiteten im Dreißigjährigen Krieg die Söldnerheere. Gegen Pest und Cholera, die in schrecklichen Epidemien Städte und Dörfer menschenleer fegten, wußten sie aber keinen Rat. Bei vielen Krankheiten suchte man Heilung in den Bädern. Von der geheimnisvollen Kraft mancher Quellen erhoffte man sich wahre Wunderdinge. Unter den Heilwässern in Vorarlberg findet sich auch der Rickenbach. Zwar heißt es 1605 von der Badstube am Rickenbach, sie sei „zergangen". Aber 1694 wird dort noch einmal ein „Meister Caspar Gasser, Barbierer von dem Bad neben der Mülin zu Rikhenbach" ' erwähnt. Es dürfte der gleiche Kaspar Gasser gewesen sein, der um 1700 als Besitzer der Taverne in Spetenlehen genannt wird, aus der später der Gasthof Krone wurde. Unsere vergilbten Sterbebücher geben allerlei Hinweise auf die Krankheiten und auch auf die allerältesten Wolfurter Ärzte. Einer davon war Antonius Bildstein. In Dornbirn, das damals aus mehreren zu einem Gericht zusammengefaßten Dörfern bestand, war er 1706 geboren worden. Sein Vater Michael Bildstein war hier der Gemeindearzt, den man damals chirurgus nannte. Gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Mathias erhielt auch Anton eine Ausbildung zum Chirurgus. Mathias wurde später selbst Arzt in Dornbirn. Anton kam als junger Doktor zuerst nach Hard, wo er seine Frau Katharina Dörler kennen lernte. Um das Jahr 1739 ließ sich das junge Paar dann in Wolfurt nieder. Der Arzt hatte das große Haus neben der Kirchenstiege erworben, das man später nach einem seiner Nachkommen Hanso Hus nannte.2 Die Tätigkeit eines Dorfarztes war in jenen Hungerjahren noch sehr eingeschränkt. Zu seiner Ausstattung gehörten scharfe Messer. Er führte damit verschiedene Operationen durch und amputierte sogar zerquetschte oder von Wundbrand be4 Bild 2: Hanso Hus. Hier lebte um 1750 der erste bekannte Wolfurter Arzt, der Chirurgus Antonius Bildstein. fallene Glieder. Er öffnete bei manchen Krankheiten eine Vene, um durch „zuAder-Lassen" im Körper neue Kräfte zu aktivieren. Bei „Schwerblütigkeit" setzte er Blutegel auf Bauch und Oberschenkel. Die Verstopfung bekämpfte er mit einer Klistier-Spritze. Bei Wasser-Leiden führte er schon Katheter ein. Mit einer Zange riß er schmerzende Zähne aus. Er verband Wunden und versuchte, mit einem glühenden Eisen eiternde Wunden zu desinfizieren. Mit Schindeln und straffen Verbänden behandelte er Beinbrüche und Verrenkungen. Und in allerhand Tiegeln und Töpfen verwahrte der Chirurgus seine Salben, Pülverchen und getrockneten Heilpflanzen, von denen man sich Abhilfe von den verschiedensten Leiden versprach. - Wahrhaft bittere Medizin! Auch zu komplizierten Geburten wurde der Arzt gerufen. Doch allzu oft war seinen geschickten Händen hier der Erfolg versagt. Die Sterbebücher mit den Aufzählungen von Kindbetterinnen und ihren notgetauften „Engeln" lassen viel Leid erahnen. Die Inanspruchnahme ärztlicher Hilfe war für die meisten Familienväter viel zu teuer. Der Ertrag seiner Kunst vermochte den Arzt Anton Bildstein und seine neun Kinder in dem großen Haus am Kirchplatz nicht zu ernähren. Er gebrauchte sein scharfes Messer bald auch, um den Bauern damit ihre Bärte zu stutzen. Balbierer schrieb der Pfarrer jetzt zu seinem Namen. Schon im Alter von 47 Jahren starb er. Keiner von seinen vielen Söhnen wählte den Arztberuf. Crispin Bildstein, 1740-1819, richtete im Arzthaus den ersten Wolfurter Krämerladen ein. Unter seinen zahlreichen Wolfurter Nachkommen finden sich ein Pfarrer und ein Vorsteher und der bedeutendste aller Wolfurter Ärzte, der Ehrenbürger Prof. Dr. Lorenz Böhler. Ein anderer Sohn des Anton war Johannes Bildstein, geb. 1746. Der Enkel Josef Anton Bildstein, 1773-1846, begründete als Wagner an der Hub jenes große 5 Geschlecht, aus dem nicht nur Dutzende von Wolfurter Familien stammen, sondern u.a. auch die Lauteracher und Feldkircher Bildstein und der Lecher Schilift-Pionier Sepp Bildstein. Wenn Antonius Bildstein, der Stammvater all dieser angesehenen Familien, von der Not getrieben, sich vom Chirurgus zum Balbierer wandeln mußte, so war eine der Ursachen auch, daß viele Kranke aus Furcht vor dem Arzthonorar lieber Zuflucht zu alten Hausmitteln oder gar zu Zaubermitteln nahmen. Solche fand man in den „Egyptischen Geheimnissen", einem noch um 1800 in vielen Auflagen verbreiteten Buch, das geschäftstüchtige Verleger fälschlich dem Bischof Albertus Magnus zuschrieben.3 Der gelehrte Dominikanermönch war um 1250 als Naturwissenschaftler selbst der Zauberei verdächtigt worden. Für Bild 3: Egyptische Geheimnisse. Titelseite eines uns klingen die ihm später zugeschriemedizinischen Zauberbuches benen und trotz kaiserlichem Verbot verbreiteten Rezepte ganz unglaublich. Aber noch bis etwa zum Jahr 1850 folgten ihnen nicht wenige Leute. Man hatte dem Buch ja mit Totenkopf und Kreuz, die in schwarzem Siegellack aufgeprägt worden waren, und mit lateinischen Zauberformeln einen magisch anziehenden Anstrich verliehen. Einige Rezepte aus den Egyptischen Geheimnissen des Albertus Magnus: Gegen Husten Brate Zwiebel, schmiere die Fußsohlen damit, es wird besser; oder man nehme starken Branntwein, tauche ein weißes Tüchlein darin, und schmiere die Fußsohlen damit; Morgens und Abends, es hilft. Gegen Blasensteine Man brenne einen im März gefangenen Hasen mit Haut und Haar zu Pulver, nehme gestoßenen Petersilien-Saamen und Honig, bereite eine Latwerge daraus, gebe sie dem Patienten Morgens früh nüchtern und Abends beim Schlafengehen, so bricht der Stein. Gegen Zahnweh Lorbeerpulver für 2 Kreuzer, Venchelpulver für 2 Kreuzer. Eine Hand voll weiß Mehl und ein Ei, dises zu einem Küchlein gebacken, und nächtlich warm über die Ohren gelegt. 6 Für neuen Haarwuchs Nimm Hundsmilch und bestreich den Ort damit, wo du Haare haben willst, es wächst gewiß Haar. Gegen Durchfall Nimm Hasel-Zapfen zwei Theil, Roßknochen zwei Theil, ein Theil Schuhsohlen, mache alles zu Pulver. Morgens und Abends 2 Löffel davon eingeben. Gegen anhaltendes Fieber Dagegen ist ein gutes Mittel eine große Kreuzspinne, welche man in einer Nuß dem Patienten etliche Tage am Hals hängen läßt, doch muß der Patient nicht wissen, was in der Nuß ist. Gegen Halsbräune (Diphtherie) Gut ist ein ganzes Schwalbennest, klein gestoßen und in Wein gesotten; der hieraus entstandene Brei wird dem Kranken um den Hals geschlagen. Zwischen die Rezepte eingefügt finden sich aber auch reine Zaubersprüche, etwa: Gegen Fußweh Satora robote Netabe rottota S. + Gegen solche „Rezepte" und gegen den Wildwuchs von kaum ausgebildeten Wundärzten, Badern, Barbieren, Wurzelkrämern und Bauchschneidern wandte sich Kaiserin Maria Theresia, die 1764 die allgemeine Schulpflicht eingeführt hatte, mit zwei Sanitätsgesetzen von 1767 und 1770, in denen sie ausdrücklich die Anpreisung von Zaubermitteln verbot. Sie verlangte ab jetzt als Abschluß der ärztlichen Lehr- und Wanderjahre eine Prüfung an der Hochschule. Einer der ersten, der in Wolfurt den neuen Normen entsprach, war der „Kyrurg" Georg Gmeiner, 1766-1827, der sich in manchen Schreiben selbst als „Wundarzt und Geburtshelfer" bezeichnete. Er war 1766 in Unterlinden geboren worden, im heute noch stehenden Haus Frickenescherweg 4. Aus dem gleichen Haus stammte auch sein Onkel Lorenz Gmeiner, der von 1781 bis 1814 als Pfarrer die große Pfarrei Wolfurt durch die Franzosen- und Bayernzeit lenkte. Der junge Arzt Georg Gmeiner erwarb zu seiner ersten Hochzeit 1794 ein Haus am heutigen Sternen-Platz (Kirchstraße 1. Es ist 1949 abgebrannt). Für lange Zeit wurde dieses Haus damit zum Wolfurter „Doktor-Hus ". Der Winter 1796/97 brachte für den Arzt die erste große Belastungsprobe. Durchziehende Soldaten hatten die „Schwarzen Blattern" eingeschleppt, die Pocken. Innerhalb weniger Monate raffte die schreckliche Seuche 57 Kinder dahin, die meisten ein oder zwei Jahre alt, nur wenige 4 oder 5 Jahre. Dagegen verschwindet im Sterbebuch fast die Notiz des Pfarrers vom 15. September 1796: „Sex milites caesarei et tres gallicani quorum nomina ignota". Sechs kaiserliche und drei französische Soldaten, deren Namen unbekannt waren, hatte man nach einem schweren Gefecht in Wolfurt begraben müssen. Sicher mußte auch der Gemeindearzt den vielen Verwundeten Hilfe leisten. 7 Bild 4: Doktor Rohner-Hus im Strohdorf Ungeheuer groß war die Kindersterblichkeit, verursacht vor allem durch falsche Ernährung, Vitamin-Mangel, aber auch fehlende Hygiene. Ganz erschütternd und für uns fast unfaßbar sind die Zahlen aus Pfarrer Gmeiners Sterberegister: 1790 42 Verstorbene davon 32 Kinder unter 7 Jähren 1791 52 Verstorbene davon 29 Kinder 1792 52 Verstorbene davon 34 Kinder. Auf diese Not waren jetzt auch die kaiserlichen Behörden aufmerksam geworden. Mit einer Reihe von Verordnungen versuchten sie, den Ausbildungsstand der Hebammen zu verbessern. Hebammen trugen ja einen großen Teil der Verantwortung für die Gesundheit im Ort. Außer Geburtshilfe und Betreuung von Wöchnerin und Säugling war ihnen die Behandlung von vielerlei Frauenleiden anvertraut. Sie stillten Blutungen und legten Katheter an. Für Wolfurt ließ der Wundarzt Georg Gmeiner seine eigene Frau Magdalena Höfle zur Hebamme ausbilden. Nach siebenjähriger Tätigkeit starb sie 1804 sehr früh. Gmeiner heiratete noch im gleichen Jahr die 1885 in Schwarzach geborene Anna Maria Greussing. Auch diese wurde nun für Jahrzehnte Hebamme für Wolfurt und Schwarzach. 1815 unterzog sie sich der von den Behörden geforderten Prüfung und erhielt dafür ein Diplom. Vorsteher Mathias Schneider, der ab 1817 die noch junge Gemeinde durchorganisierte, gewährte ihr nun für ihre Tätigkeit ein jährliches „Wartgeld" von 50 Gulden. Ihr Gatte, der als Arzt ohne Wartgeld ganz auf HonorarEinnahmen angewiesen war, holte diesen Betrag jeweils ab. Als 1824 der neue Vorsteher Vonach sein Amt antrat und dafür jährlich 51 Gulden zuerkannt erhielt, mißgönnte er der Hebamme ihren Lohn. Es kam zu einem häßlichen Streit mit ihr und ihrem Ehemann. Der Vorsteher warf dem Arzt häufigen Gasthausbesuch und Spielsucht und der Hebamme eine ganze Anzahl von Pflichtversäumnissen bis zur Beherbergung von Huren vor. Gmeiner antwortete mit 8 einer Verleumdungsklage beim Landgericht und bekam Recht. Der Vorsteher mußte nach nur elfmonatiger Amtszeit gehen.4 Wenige Jahre danach starb 1827 der Wundarzt nach 33jähriger Tätigkeit in Wolfurt. Von seinen sechs Kindern studierte damals der Sohn Gebhard Gmeiner in Wien Medizin. Als 19jähriger Student verstarb er dort schon 1830. Noch zu Lebzeiten des Vaters hatte die Tochter Anna Maria Gmeiner den Alberschwender Gemeindearzt Joh. Martin Rohner, 1790-1864, geheiratet. Dieser stammte aus Wolfurt und war im späteren Gasthaus „Rößle" an der Kirchenstiegen geboren worden. Er hatte Napoleons Rußland-Feldzug heil überstanden,5 In Wien hatte er 1820 sein Arztdiplom erhalten. Nun verzichtete er auf seine Arztstelle in Alberschwende und übernahm die Praxis seines erkrankten Schwiegervaters. Nur wenig ist über seine Tätigkeit überliefert, außer daß er recht rauhe Umgangsformen hatte und in Erinnerung an seine Soldatenzeit häufig französisch und russisch fluchte. Beim Landgericht ging 1833 eine Anzeige ein, weil er ohne Einverständnis der Angehörigen, aber im Beisein von Pfarrer Barraga, einen verstorbenen jungen Mann untersucht hatte. Er habe dem Leichnam den Bauch aufgeschnitten und die Eingeweide heraus genommen.6 Solche Eingriffe erschienen den meisten Leuten als Frevel. In einem Rundschreiben vom 25. Jänner 1842 an alle Gemeinden7 fragte das k.k. Landgericht nach der Todtenbeschau. Es waren Klagen vorgebracht worden, .... daß Leichname sogleich nach ihrem Ableben entweder in Schupfen, Gängen u. abgelegenen Kammern, mit gänzlicher Vernachläßigung einer ferneren Aufsicht untergebracht, oder sogleich nach gemachtem Todtensarg vor Ablauf von 48 Stunden in Todtensarg gelegt, u. mit dem Sargdeckel fest verschloßen worden Die Behörden waren besorgt, es könnten Scheintote bestattet werden, .... wovon uns die Vorzeit die gräßlichsten Beyspiele aufgezeichnet hat.... In dem angeordneten Antwortschreiben hielt der neue Pfarrer J. A. Hiller fest, daß so etwas in Wolfurt nicht zu befürchten sei. In diesen Jahren machte die Medizin gewaltige Fortschritte. In einer Preisliste für chirurgische Verrichtungen, herausgegeben vom k.k. Gubernium im Jahre 1821, werden bereits eine Reihe von höchst komplizierten Operationen genannt:8 Für die Operation einer Hasenscharte 2 fl Für Luftröhrenöffnung 7 fl Für den Kaiserschnitt bei einer Lebenden 10 fl Für den Blasensteinschnitt 20 fl Solche Eingriffe waren mit großen Schmerzen verbunden, denn sie fanden praktisch ohne Narkose statt. Nur höchst selten verwendete man Hanf-Absud oder andere pflanzliche Drogen, häufiger starke Eingaben von Alkohol. Erst ab 1844 verbreitete sich von den Städten aus der Gebrauch von Lachgas für Betäubungen. Bald folgten Äther und Chloroform. Erst mit diesen beiden Narkosemitteln konnte sich die Chirurgie in der zweiten Hälfte des 19. und im 20. Jahrhundert entwickeln. 9 Bild 5: Die Post im Strohdorf beherbergte von 1860 bis 1905 die Arztpraxis und von 1928 bis 1963 die Krankenschwestern. Von einem sehr frühen Kaiserschnitt berichtet das Sterbebuch der Pfarrei Buch. Im Jahre 1834 lag die Frau des Vorstehers Böhler in argen Wehen. Mit mehreren anderen Ärzten wurde auch der Kreis-Physikus von Soltmann aus Bregenz gerufen. In höchster Not wagte dieser einen Kaiserschnitt. Vergebens! Frau und Kind überlebten den Eingriff nicht. Und immer noch war die Kindersterblichkeit entsetzlich groß: 1849 66 Taufen / 54 Verstorbene, davon 24 weniger als ein Jahr alt 1850 58 Taufen / 79 Verstorbene, davon 33 weniger als ein Jahr alt 1851 64 Taufen / 56 Verstorbene, davon 23 weniger als ein Jahr alt. Im Durchschnitt starben also 42 (!) Prozent der Kinder im ersten Lebensjahr. Im Jahre 1864 ist der „Doktor" Georg Gmeiner gestorben. Eine ganze Reihe von verschiedenen Ärzten bemühten sich in den folgenden Jahren um die Wolfurter Kranken. Als Doktorhaus diente viele Jahre lang eine Wohnung im 1851 vom späteren Vorsteher Josef Anton Schertler aus Stein erbauten schönen Haus Schulstraße 1, der im Jahre 1965 abgebrochenen Post. Der Pfarrer führte dieses neue Haus provisorisch ein paar Jahre lang unter der Nummer „154", was später die Nachforschungen recht kompliziert machte. Nachweisbar9 sind die Ärzte Joh. Gmeiner und Franz Müller mit ihren Familien im Haus C 149 (Wälderstraße 1, Köbo Ferdeles) und Johann Moritz mit seiner Familie in C 147 (Wälderstraße 10, Düros). Weil sie aber in der damals sehr armen Gemeinde kein Wartgeld und wahrscheinlich auch nicht genügend zahlende Patienten bekamen, blieben die meisten nur wenige Jahre. Folgende Namen konnte ich ausfindig machen:10 Dr. med. Johann Gmeiner, 1827-1862, Studium in Wien, promoviert 1857. Noch zu Lebzeiten von Rohner praktizierte er von 1857 bis 1862 in Wolfurt. Schon als 35jähriger ist er am 2. Februar 1862 gestorben, nach dem Sterbebuch im Haus „154" (Post). Beerdigt wurde er in Lauterach. 10 Dr. med. Franz Müller, 1820-1868, Studium in Wien und in Innsbruck, promoviert 1844. Als Wundarzt kam er mit seiner Familie 1865 nach Wolfurt. Schon nach drei Jahren ist er am 10. April 1868 im Haus „154" an Brustwassersucht und Altersschwäche gestorben. - Altersschwäche? Mit 48 Jahren? - Müller hinterließ seine Frau Cäcilia und fünf Kinder im Alter zwischen 5 und 18 Jahren. Dr. med. Johann Moritz, geb. 1825, zuständig nach Feldkirch. Im Taufbuch findet er sich 1869 als Geburtshelfer. Mit seiner Frau und den drei Buben verließ er Wolfurt bald wieder. Dr. med. Dünser, Arzt in Wolfurt etwa von 1871 bis 1877. Im Taufbuch findet wir ihn in diesen Jahren oft als Geburtshelfer, einmal 1877 auch als Spender der Nottaufe. Daten und Vorname werden aber nirgends genannt. Im Jahre 1875 war Vorsteher Schertler in sein neues Zieglerhaus im Flotzbach übersiedelt und hatte das Haus „154" an den Kronenwirt Sohm verkauft. Es blieb aber Doktorhaus. Dr. med. Franz Josef Gmeiner, 1847-1915, geboren in Alberschwende, Studium in Innsbruck, promoviert 1877. Als junger Arzt begann er 1877 seine Praxis in Wolfurt, bildete sich zum Homöopathen aus und arbeitete zeitweise als Kurarzt im Heilbad Obladis in Tirol. 1880 übersiedelte er nach Dornbirn und schon 1883 nach Bregenz. Dort wirkte er als gesuchter Augen- und Lungen-Spezialist noch 30 Jahre lang." Dr. med. Schnetzer. Auch ihn kennen wir nur aus den Pfarrbüchern. Schon im Mai 1879 wird er im Sterbebuch als „von hier" bezeichnet und dann bis 1883 mehrmals im Taufbuch als Geburtshelfer. Dr. med. Fritz Elsler. Er stammte aus Ried in Tirol und hatte von 1883 bis 1890 in Wolfurt die Stelle eines Gemeindearztes inne. Bekannt geworden ist seine gemeindepolitische Tätigkeit mit den Casino-Leuten.12 1882 hatte Pfarrer Sieber den Friedhof vergrößert und 1883 den ersten Todtenwagen für Beerdigungen eingeführt. Im Jahre 1888 ging vom verseuchten Rickenbacher Brunnen eine Typhus-Epidemie aus, die acht Todesopfer forderte. Darunter befand sich auch der Mechaniker Dür, der mit seiner Groß-Schlosserei das Stammwerk der Firma Doppelmayr geschaffen hatte. Laut Sanitätsgesetz von 1889 mußte das ganze Land flächendeckend in Sanitätssprengel aufgeteilt werden. So wurde für Wolfurt, Schwarzach und Bildstein (ohne Farnach) ein gemeinsamer Sprengel erstellt und von den Vorstehern J. M. Schertler, Johann Kohler und Urban Grabher in einer gemeinsamen Sitzung am 15. September 1889 im Löwen in Rickenbach dem Wolfurter Gemeindearzt Dr. Elsler anvertraut. Die Bedingungen waren aber so schlecht, daß Elsler ein Jahr später kündigte. Dr. med. Bilgeri. Auch der im Dezember 1890 zum Sprengelarzt bestellte Dr. Bilgeri wurde mit der Festsetzung des Wartgeldes so lange vertröstet, bis er Wolfurt schon nach zwei Jahren wieder verließ. 11 Erst jetzt erstellten die drei Gemeinden gemeinsam einen ordentlichen Vertrag:13 1. Der Sprengelarzt erhält jährlich ein Wartgeld von 400 Gulden, das in vier Raten ausbezahlt wird. 2. Folgende Gebühren werden festgelegt: a) Ganggeld für Hausbesuche in Wolfurt 50 Kreuzer in Schwarzach 1 Gulden in Bildstein 1 Gulden b) Totenbeschau in Wolfurt 80 Kreuzer in Schwarzach 1 Gulden 50 Kreuzer in Bildstein 1 Gulden 50 Kreuzer c) Ordination im Hause 30 Kreuzer. 3. Die Kündigungsfrist beträgt 3 Monate. Dr. med. Martin Hauser. Am 8. Juli 1892 wurde der obige Vertrag von Dr. Hauser aus Kappl bei Landeck unterzeichnet. Schon ein Jahr später kündigte er ihn wieder und ging nach Silz in Tirol. Trotz mehrfacher Ausschreibung konnte lange Zeit für den großen Sprengel mit der kleinen Rendite kein Arzt mehr gefunden werden. Der Schwarzacher Vorsteher Johann Kohler, der als Reichsratsabgeordneter über gute Kontakte verfügte, bemühte sich vergeblich sogar in Wien und in der Steiermark. Ein paar junge Mediziner, die sich die Verhältnisse im Sprengel wenigstens angeschaut hatten, verließen Wolfurt schnell wieder. Kranke mußten daher teure auswärtige Ärzte holen lassen. Im Jahre 1885 hatte der Sticker Gebhard Gmeiner, Lutzo-Schrinars, das Doktorhaus - es führte jetzt wieder die richtige Nummer C 261 - erworben. Weil aber ArztPraxis und Wohnung meist leer standen, drohte er 1894, die Wohnung anderweitig zu vergeben. Da schlössen die Sprengel-Gemeinden, bei denen Wolfurt jetzt durch den neuen Vorsteher Lorenz Schertler vertreten wurde, einen Vertrag mit ihm. Für jährlich 150 Gulden konnte der Vorsteher ab 1. Mai 1894 Räume für eine Arztpraxis mit Apothek-Zimmer und Wohnung (im Haus Schulstraße 1) mieten. Dr. med. Franz Lutz aus Steinhaus im Südtiroler Ahrntal bezog diese Räume, verließ sie aber schon nach einem Jahr wieder. Das „Wartgeld", der Grundgehalt des Arztes, war mit jährlich nur 400 Gulden einfach zu niedrig, auch wenn die Fabrik Jenny und Schindler für die Betreuung ihrer Arbeiter noch zusätzliche 100 Gulden beisteuerte. Schon im Herbst 1896 mußte die Stelle neu ausgeschrieben werden. Diesmal bewarb sich der bereits 58 Jahre alte Doktor Embacher, der bisherige Gemeindearzt von Blons. Dr. med. Johann Embacher, 1839-1923, Studium in Wien, promoviert 1868. Er stammte aus Kössen in Tirol und trat am 1. März 1897 die Sprengelarztstelle in Wolfurt an. 26 Jahre lang behielt er sie bis in das hohe Alter von 84 Jahren. Die Einwohnerzahl des Sanitätssprengels war stark im Steigen und lag 1900 bei etwa 3500 Menschen, die der Doktor - zu Fuß! - zu betreuen hatte, zum Teil auf abgelegenen Höfen in Bildstein und in Schwarzach. 12 Allein unter den über 2000 Wolfurtern gab es jetzt jedes Jahr im Durchschnitt 73 Geburten und 51 Sterbefälle. Und noch immer lag die Kindersterblichkeit mit etwa 20 Prozent Verstorbenen im ersten Lebensjahr sehr hoch. Als Todesursachen gab der Arzt bei den Kindern am häufigsten Durchfall, Bronchitis und Fraisen oder Gichter (durch Vitamin-Mangel verursachte Krämpfe) an, daneben manchmal auch Lebensschwäche, harte Geburt, Keuchhusten und andere. Als Ergänzung zu diesen nüchternen Prozentzahlen biete ich dem interessierten Leser umseitig eine Skizze des Wolfurter Friedhofs mit den vielen Kindergräbern von 1906 an! Nach langen Verhandlungen erbaute die Gemeinde 1905 für Dr. Embacher ein gemeindeeigenes Haus an der Hub (heute Schulstraße 12, Titelbild), das nun bis zum Jahre 1965 das Wolfurter Doktor-Hus blieb. Bild 6: Vor der Rädler-Arkade im neuen Friedhof, 1912. Von links: Oberlehrer Rädler, Kaplan Hagspiel, Dr. Embacher, Pfarrer Nachbauer Im Februar 1906 bekam es der Arzt noch einmal mit den so gefürchteten „Blattern " zu tun. Von Lustenau herauf, wo die Krankheit etliche Todesopfer forderte, waren sie durch Frau Emerenz Holzer eingeschleppt worden. Die arme Emerenz wurde eingesperrt und streng bewacht, die gesamte Bevölkerung geimpft und alle Bälle und Zusammenkünfte in der Fasnat abgesagt. Mit Erfolg! Die Verbreitung der Seuche blieb aus. Überaus viele Tote forderte dagegen die „Spanische Grippe " von 1918 unter der vom Krieg arg geschwächten Bevölkerung. Dr. Embacher war jetzt 80 Jahre alt und - nach schriftlichen Aufzeichnungen im Gemeindeamt - eigentlich dienstunfähig, fast erblindet und schwerhörig. Trotzdem behielten ihn die knauserigen Sprengelgemeinden. Er verlangte ja nicht einmal in den Jahren der Inflation die ihm zustehende Lohn-Aufbesserung. Die Kranken mußten also wieder Hilfe in den Nachbargemeinden suchen. Am 8. November 1923 ist der gute alte Doktor gestorben. Mit Dr. Embacher und seiner Frau Kreszentia waren von ihren sieben Kindern nur die Tochter Emilie Embacher und die Stieftochter Emma Klotz nach Wolfurt gekommen. Emilie wurde 1901 die Ehefrau des Schwanenwirts Joh. Gg. Kalb und damit die Mutter des Wolfurter Schwanenwirts Siegfried Kalb und seiner 13 Friedhofs-Aufnahme 1906 Wegen des Platzmangels auf dem Friedhof ordnete Pfarrer Nachbauer 1906 eine Bedarfserhebung an. Die Zählung am 22. April 1906 ergab insgesamt 605 Gräber: 1 Priestergrab für den 1902 beerdigten Pfarrer J. Gg. Sieber 15 Separatgräber (Familiengräber), z.B. für Schwanen- und Lammwirt 459 Reihengräber, unglaublich eng beieinander 127 „Engel"Gräber für die vielen verstorbenen Kleinkinder 3 Selbstmörder-Gräber in ungeweihter Erde in der Friedhofsecke. Als Folge dieser Zählung ließ die Gemeinde unter Vorsteher Ferdinand Köb und Bauleiter Gemeinderat Engelbert Köb den „oberen" Friedhof mit den Arkaden erbauen. 1911 konnte er eingeweiht werden. Das große Holzkreuz in der Mitte des Friedhofs wurde 1914 zum „Kriegergrab", zur Gedenkstätte für die in fernen Ländern gefallenen Soldaten. Zur Kirche gehörte seit Gründung der Pfarrei Wolfurt im Jahre 1512 ein anfangs sehr kleiner Friedhof. „ et in ac apud capellam coemeterium " heißt es im Erhebungsbrief. In Ausnahmsfällen, etwa bei der Beerdigung eines Priesters, wurde das Grab also innerhalb der Kirche ausgehoben. Als es auf dem Friedhof dann zu wenig Platz gab, mußte jedes Grab schon nach wenigen Jahren neu belegt werden. Für die unverwesten Knochen errichtete man jetzt beim Kirchturm ein Beinhaus. Es enthielt einige Hundert Schädel und wurde erst 1833 beim Neubau der Kirche unter Pfarrer Barraga abgebrochen14. Jetzt wurde der Friedhof ab dem bisherigen Priestergrab, das am Platz der später errichteten Lourdes-Kapelle stand, um ein beachtliches Stück gegen Westen (in der Skizze oben) erweitert. Schon 1882 gewann Pfarrer Sieber beim Abbruch des alten Pfarrhofs und des Pfarrer-Stadels neuerlich Platz für eine Ausdehnung nach Osten. Im Jahre 1906 war nun der Friedhof wieder zu klein geworden. In langen Reihen standen ringsum die weißen Kreuzchen für die verstorbenen Kleinkinder. Mit dem Arkaden-Friedhof von 1911 fand die Gemeinde das Auslangen bis zum Jahre 1988. Dann mußte auf dem anschließenden Hügel der große Terrassen-Friedhof, der auch Platz für Urnengräber einschließt, gebaut werden. Nur mehr ganz vereinzelt findet man ein Kindergrab. Schau noch einmal hin: 1906 waren es noch 127! 14 15 Schwestern Elsa Mohr und Anna Schertler in Bregenz. Emma Klotz heiratete den Sticker Ferdinand Köb in der Bütze. Von ihren drei Töchtern haben wir alle noch die erst 1998 verstorbene Ferdinanda Grabher von der Unterlindenstraße gekannt. Dr. med. Eugen Lecher, 1884-1964, geboren in Dornbirn, Studium in Wien, promoviert 1919. Am Wilhelminen-Spital in Wien hatte er sich im Anschluß an sein Studium noch einer Spezial-Ausbildung in Frauen-Heilkunde unterzogen und 1923 eine Privatpraxis in Dornbirn eröffnet. Noch im gleichen Jahr bewarb er sich um die Arztstelle in Wolfurt, die er 1924 antrat. Unermüdlich war er mit seinem Fahrrad und der bald abgegriffenen ledernen Arzt-Tasche durch seinen großen Sprengel unterwegs. Im Winter zog der Schäferhund „Rexl" den Schlitten mit der Tasche nach Bildstein hinauf. Das Einkommen blieb bescheiden. Erst in den 30er-Jahren konnte sich der „Doktor" für die besonders bei Nacht oft beschwerlichen Krankenbesuche ein Auto anschaffen. Als 1928 medizinisch ausgebildete Krankenschwestern nach Wolfurt kamen, war sein Verhältnis zu diesen anfangs sehr reserviert. Für ein „Vergelt 's Gott" verbanden die beliebten Schwestern ja jetzt Wunden, legten Salben auf heiße Abszesse auf und übernahmen mit Rat und Tat einen großen Teil der Kranken-Versorgung. So sehr man ihre aufopferungsvolle Tätigkeit in Wolfurt15 schätzte, so waren sie für den Arzt doch eine beachtliche Konkurrenz. Dr. Lecher hatte schon 1924 zusammen mit Wagnermeister Johann Heitz innerhalb der Feuerwehr eine Rettungsabteilung gegründet, die mit einem fahrbaren Liegebett ausgerüstet war. Er blieb bis zu seiner Pensionierung Mitglied der Feuerwehr und des Roten Kreuzes, dessen Ortsgruppe sich aus der Rettungsabteilung entwickelt hatte. In zahlreichen Schulungen lehrte er Erste Hilfe. Auch hier schuf er sich eine Konkurrenz, denn bei vielen Verletzungen und Verstauchungen suchten die Wolfurter jetzt ausgezeichnete (und preisgünstige) Hilfe bei Postmeister Anton Klettl, dem Ortsleiter des Roten Kreuzes. Fast nur bei schwereren Erkrankungen ging man zum Arzt, der auch schmerzende Zähne zog und unter Zuhilfenahme von Lachgas sogar manchmal auf dem schlichten Liegebett in seiner Ordination einen Leistenbruch operierte. Jetzt gab es bereits Krankenhäuser. Zu schweren Operationen ließ man sich in das „Spital" in Hohenems bringen, dessen jüdische Ärzte einen ganz besonders hohen Ruf hatten. Auch im „Sanatorium" Mehrerau suchte man Heilung, seltener in den Krankenhäusern von Bregenz und Dornbirn. Entbindungen fanden aber noch bis etwa zum Jahr 1950 immer zu Hause im Gado statt. Dazu holte man die erfahrene Hebamme, die zusammen mit einer Pfleogare Mutter und Kind versorgte. Wenn aber Komplikationen eintraten, rief man nach Dr. Lecher, der ja als Geburtshelfer speziell ausgebildet war. Gar manche Wolfurter haben ihm ihr Leben zu verdanken. Die Kindersterblichkeit sank enorm. Große Fortschritte in der Hygiene und in der Kinderernährung trugen dazu bei. Aber es sank auch die Anzahl der Geburten. In den Jahren von 1901 bis 1910 schwankte die jährliche Geburtenzahl in Wolfurt bei etwa 2200 Einwohnern noch 17 Bild 8: Dr. Eugen Lecher mit Frau und Adoptivtochter Hedl. Bild 9: Fahrbare RettungsBahre der Feuerwehr 1924 Bild 10: Dr. Lecher in seinem ersten Arztauto 1930 16 zwischen 57 (1906) und 80 (1908) und lag im Durchschnitt bei 70 pro Jahr. Von 1931 bis 1940 pendelte sie dagegen bei annähernd gleich viel Einwohnern zwischen 23 (1937) und 44 (1939) und lag im Durchschnitt mit 33,5 unter der Hälfte der ersten zehn Jahre des 20. Jahrhunderts. Die Zeit der Großfamilien war vorbei! Es wandelten sich auch die Anforderungen an den Arzt. Krankenkassen und Krankenversicherungen ermöglichten vielen Menschen jetzt einen Arztbesuch. Die nach dem Krieg ab 1948 ansteigende Bevölkerungszahl machte die Teilung des Sanitätssprengeis notwendig. Im Jahre 1955 wurde für Schwarzach und Bildstein ein eigener Sprengel festgelegt, der von 1956 bis 1987 dem Schwarzacher Gemeindearzt Dr. Walter Hinteregger anvertraut wurde. Gleichzeitig hatte 1955 in Wolfurt Dr. Lecher seine Pensionierung angemeldet. 32 Jahre lang hatte er hier in schwierigen Friedenszeiten und in den Notjahren während und nach dem Zweiten Weltkrieg seinen Arztdienst verläßlich versehen. Jetzt übersiedelte er mit Frau und Adoptivtochter Hedl ins Feldmoos nach Bregenz. 1964 ist er gestorben. Beerdigt wurde er im Familiengrab in Dornbirn. Dr. med. Lothar Schneider, Jg. 1920, ein Sohn des Gymnasial-Direktors und ehemaligen Unterrichtsministers Dr. Emil Schneider. Bis 1955 war Dr. Schneider Arzt am Stadt. Krankenhaus in Bregenz gewesen. Am 1. Jänner 1956 trat er die neue Stelle in Wolfurt an. Sein Sanitätssprengel umfaßte jetzt das ganze Gemeindegebiet mit rund 3000 Einwohnern. Weil das nun schon 50 Jahre alte Doktorhaus zuerst umgebaut werden sollte, mußte Dr. Schneider einige Zeit lang in der Schulküche Ordination abhalten. Mit seiner Freundlichkeit und Geduld und vor allem mit seiner Einsatzbereitschaft durch alle 24 Stunden des Tages gewann er schnell das Vertrauen der Mitbürger. Wieder hatte sich in den letzten Jahren viel geändert. Fast alle Haushalte besaßen jetzt Telefon. Fast alle Leute waren jetzt in der Krankenkassa versichert. Manche machten es sich nun leicht und ließen den Arzt bei jedem Husten oder Fieber und auch bei eingebildeten Krankheiten ins Haus kommen, und das nicht selten sogar nach Mitternacht. Es gab aber auch noch Stunden schwerster Prüfung. Pest und Cholera waren längst aus dem Gedächtnis entschwunden, seit 1888 auch der Typhus als Epidemie. Noch lange hatten Pocken, Scharlach und Diphtherie ihre Opfer gefordert. Aber seit Kleinkinder und Schüler dagegen geimpft wurden, galten auch sie als überwunden. Eine einzige Geißel war noch geblieben: die Kinderlähmung, die gefürchtete Poliomyelitis. Alle paar Jahre durchzog sie als Epidemie die Lande, forderte Menschenleben oder machte Kinder zu Krüppeln. Drüben in Amerika bot der Bakterienforscher Dr. Salk seit 1953 seine sicher wirkende Schutzimpfung an. Aber unsere Behörden zögerten zu lange. Als im Frühjahr 1958 die Epidemie wieder ausbrach, fühlten sich Ärzte und Eltern verlassen. Täglich las man Todesmeldungen in der Zeitung. Die einzige Eiserne Lunge in der Valduna konnte die Vielzahl von eingelieferten und in höchster Todesangst nach 18 Luft ringenden Gelähmten nicht alle aufnehmen. Völlig gesunde Buben und Mädchen waren nach zwei Krankheitstagen tot! Und der Arzt wußte keinerlei Hilfe für die verzweifelten Eltern. Als junger Lehrer und Vater habe ich im benachbarten Buch diese Wochen selbst erlebt. Seltsame Rezepte aus dem „finsteren" Mittelalter wurden wieder hervorgeholt. Während einzelne Mütter ihre Kinder mit starkem Bohnenkaffee abwuschen und ihnen auch solchen einflößten, taten andere das gleiche mit Schnaps! Viele rieben ihre Kinder mit zerschnittenem Knoblauch ein und hängten ihnen eine Kette aus Knoblauchzehen um den Hals. Und als zwei Kinder verstorben waren, verbot man den Mitschülern die Teilnahme am Begräbnis. Nur zu Hause durften sie noch beten! Nur beten! Weit mehr als einhundert Todesopfer forderte diese letzte Seuche damals im Bild 11: Dr. Lothar Schneider Land Vorarlberg, dazu gab es viele bleibend Invalide. Seither impfte man auch bei uns gegen Polio. Der Gemeindearzt war jetzt kein Einzelkämpfer mehr. Für Blut- und Harn-Untersuchungen und auch zum Röntgen arbeitete er eng mit benachbarten Laboratorien zusammen. Und bei schweren Erkrankungen konnte er in ein Krankenhaus einweisen. Aber sein Wartezimmer blieb stets übervoll. Schließlich benötigte er sogar noch spezielle Sprachkenntnisse, um auch den vielen eingewanderten türkischen und jugoslawischen Patienten helfen zu können. Im Jahre 1965 übersiedelte Dr. Schneider mit seiner Familie an die Unterlindenstraße, wo er in einem neuen Haus seine eigene Praxis und auch weiterhin eine eigene Arzt-Apotheke eingerichtet hatte. Als in den 70er-Jahren die Einwohnerzahl auf über 6000 gestiegen war, mußten die Gemeinde-Verantwortlichen an eine Erweiterung der ärztlichen Versorgung denken. Im Jahre 1977 wurde mit Dr. Vorhofer ein zweiter Gemeindearzt eingestellt. Er ordinierte vorerst im alten Doktorhaus an der Schulstraße. Gleichzeitig richtete Mag. Wolf im Unterlinden-Zentrum an der Lauteracherstraße die erste selbständige Apotheke ein. Noch bis zum September 1984 blieb Dr. Lothar Schneider im Dienst. Dann über19 ließ er die Praxis seinem Sohn Dr. Gerold Schneider und zog sich in den Ruhestand nach Bregenz zurück. In seiner Bescheidenheit lehnte er eine ihm von der Gemeinde für den 28jährigen aufopferungsvollen Einsatz zugedachte Ehrung ab. Seither hat sich die medizinische Versorgung der Menschen in unserem 8000Einwohner-Dorf immer schneller verändert. Eine ganze Anzahl von Ärzten hat sich hier niedergelassen. Ich entnehme ihre (wahrscheinlich schon wieder überholte) Liste dem letzten „Blauen Buch" aus dem Jahre 2000: Praktische Ärzte Dr. Roland Gmeiner Dr. Michael Tonko Dr. Rudolf Vorhofer Dr. Agnes Thurnher Fachärzte Dr. Herwig Meusburger Dr. Christof Breier Dr. Christian Allhoff Dr. Peter Huemer Dr. Markus Lunardon Apotheke Mag. pharm. Rainer Wolf Achstraße 33a Unterlinden 24 Fattstraße 1 Kreuzstraße 2 Frauenheilkunde und Geburtshilfe Innere Medizin Zahn- und Kieferheilkunde Zahn- und Kieferheilkunde Zahn- und Kieferheilkunde Bützestraße 9 Bildsteinerstraße 5 Kirchstraße 2a Lauteracherstraße 3 Kellhofstaße. 1 Lauteracherstraße 1 Das ist eine ganz unglaubliche Entwicklung und Bereicherung, wenn man bedenkt, daß hier noch bis 1976 Dr. Schneider ganz allein gewirkt hat. Zusätzlich stehen uns zahlreiche Fachärzte in den nahen Städten zur Verfügung, sowie auch die ausgezeichnet ausgestatteten Krankenhäuser mit ihren Ambulanz-, Operations-, Bestrahlungs- und Rehabilitations-Einrichtungen. Nicht vergessen soll der Beitrag der Natur-Heilpraktiker sein. Eine große Rolle spielen aber auch Maßnahmen für eine gesunde Ernährung und für sinnvolle Freizeitgestaltung mit Bewegung und Entspannung. Wesentlich ergänzt wird das Gesundheits-Programm durch Bestrebungen gegen den Mißbrauch von Alkohol, Nikotin und anderer Suchtgifte. Schutzimpfungen machen uns immun gegen viele Krankheiten, die in vergangenen Jahrhunderten Tod und Entsetzen ins Dorf brachten. Durch unser ganzes Leben sind wir ärztlich umsorgt. Es beginnt mit Mutter-KindPaß und Säuglings-Fürsorge und setzt sich fort über die zahlreichen Schuluntersuchungen bis zu mancherlei Vorsorge-Untersuchungen für Gesunde, für Frauen, für Schwangere, für Schwerarbeiter und Risiko-Berufe. In den letzten Jahrzehnten des Wohlstandes und der sozialen Sicherheit hat sich 20 unsere Einstellung zum Leben und zum Sterben völlig verändert. Die Lebenserwartung ist sehr hoch geworden. Schon spricht man sogar von unwertem Leben in den Pflegeheimen und von aktiver Sterbehilfe. Stark gesunken ist dagegen die Anzahl der Geburten. Am besten wird das an den nüchternen Zahlen der Statistik sichtbar: Ende der 50er- und in den 60er-Jahren lag in dem mit seinen vielen neuen Einfamilienhäusern rasch wachsenden Wolfurt die Rate mit bis zu 33 Geburten auf 1000 Einwohner überdurchschnittlich hoch. Die allerhöchste absolute Geburtenzahl brachte dann das Jahr 1972 mit 147 Geburten. Das war bei 6305 Einwohnern immer noch eine hohe Rate von 23. Dann sank sie aber mit der Entwicklung der „Anti-Baby-Pille" schlagartig ab. Die letzten drei Jahre: Einwohner Geburten Sterbefälle 1999 7931 87 45 2000 7960 79 50 2001 7984 69 38 Damit ist die Geburtenrate (von früher 33) auf durchschnittlich 9,8 gesunken, im letzten Jahr 2001 sogar auf sehr niedrige 8,6! Und die Kindersterblichkeit? - Im Jahre 1999 sind zwei Kleinkinder gestorben, im Jahre 2000 eines und 2001 keines. Kein einziges! - Wenn du jetzt so ganz schnell über diesen letzten Satz hinweg gelesen hast, dann blättere doch zurück zu den 127 kleinen weißen „Engel"-Kreuzlein von 1906! Was haben die Ärzte, denen ich am Anfang „Bittere Medizin" unterstellt habe, mit ihrem Forschergeist und ihrem großen Einsatz alles geleistet! - Und doch hat all dieses menschliche Bemühen seine Grenzen. Irgendwann holt der unerforschliche Tod uns alle heim! Ärzte aus Wolfurt Neben den oben genannten Wolfurter Gemeindeärzten Joh. Georg Gmeiner und Joh. Martin Rohner möchte ich hier noch ein paar Namen von Ärzten nennen, die ebenfalls aus Wolfurt stammten, ihren Beruf aber in der Fremde ausgeübt haben. Dr. Balthasar Gmeiner, 1791-1863. Er war ein Neffe des Wolfurter Gemeindearztes J. Gg. Gmeiner (I.) und stammte wie dieser aus dem Haus an der Frickenescherstraße. Er hatte in Wien studiert und dort 1820 promoviert. Schon 1826 erlangte er die bedeutende Stelle eines Stadt-Wundarztes von Feldkirch, die er bis 1862 innehatte. 1863 ist er in Feldkirch gestorben.16 Dr. Joh. Georg Gmeiner (II.), 1804-1851. Er war der jüngste Bruder des Balthasar. Als Militärarzt verschlug es ihn bis in die Walachei. Gestorben ist er schon 1851 in Wien. Sein Enkel diente später in Wien als k.u.k. Offizier. Dr. Karl Wilhelm Rohner, geb. 1832 im Strohdorf. Er war nach dem Tod von sechs Geschwistern der älteste lebende Sohn des Gemeindearztes Joh. Martin Rohner. 21 Während sehr viele seiner Alterskollegen in den 50er-Jahren des 19. Jahrhunderts nach Amerika auswanderten, wählte er Australien als Ziel. Dort soll er „in Chiltern, Victoria" gearbeitet haben. Prof. Dr. Lorenz Böhler, 1885-1973. Er gilt als Begründer der modernen UnfallChirurgie und war schon zu Lebzeiten weltweit bekannt. Im Jahre 1957 ernannte ihn die Gemeinde Wolfurt zum Ehrenbürger. Viele Jahrzehnte lang leitete er das von ihm gegründete legendäre Unfall-Krankenhaus an der Webergasse in Wien. Eine lange Reihe von Büchern sind von ihm und auch über ihn geschrieben worden. Seine 1991 von Inge Lehne herausgebrachte Biographie wird in Wolfurt jedes Jahr als Teil des „Böhler-Preises" an die besten Schüler vergeben. Prof. Dr. Jörg Böhler, geb. 1917. Er hat zwar immer in Bozen, Wien oder Linz gelebt und gearbeitet, aber Wolfurt regelmäßig besucht. Von hier erhielt er auch seinen „Heimatschein". Als Unfall-Chirurg wurde er der Nachfolger seines berühmten Vaters Lorenz Böhler. Er leitete das Unfall-Krankenhaus in Linz und ab 1972 das große neue „Lorenz-Böhler-Krankenhaus" in Wien. Dr. Josef Hinteregger, 1888-1947. Erwuchs als Sohn des Andreas Hinteregger auf dem Bühel in Wolfurt auf. Schon als Student beteiligte er sich in Verbindung mit amerikanischen Wissenschaftlern an der Erforschung der in Wolfurt wegen Jodmangel weit verbreiteten Kropf-Erkrankungen. Seine Schwestern mußten dazu die Station für die Versuchs-Ratten betreuen. Nach zehn Dienstjahren in Oberösterreich war Hinteregger 24 Jahre lang Gemeindearzt in Satteins. Er starb bei einem MotorradUnfall. Auch seine beiden Söhne studierten Medizin. Dr. Walter Hinteregger wurde von 1956 bis 1987 der erste Gemeindearzt in Schwarzach. Dr. Georg Hinteregger war von 1958 bis 1994 Gemeindearzt in Alberschwende. Prof. Dr. Emil Beck, 1931-2001. Er wurde im „Engel" im Kirchdorf geboren. Während seines Studiums in Wien wurde er von seinem Lehrer Prof. Lorenz Böhler besonders gefördert. Als Unfall-Chirurg begleitete er dessen Sohn Jörg nach Linz und kehrte mit ihm nach Wien zurück. Im Jahre 1974 wurde er der erste Leiter des neuen Vorarlberger Unfall-Krankenhauses in Feldkirch. Später erhielt er den Lehrstuhl für Unfall-Chirurgie in Innsbruck. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in Feldkirch. Die Marktgemeinde Wolfurt verlieh ihm ihren Ehrenring. Sicher gibt es noch weitere Ärzte aus Wolfurt, deren Namen hier fehlen. Stellvertretend für jene, die in den letzten Jahrzehnten diesen verantwortungsvollen Beruf gewählt haben, nenne ich nur mehr zwei: Dr. Norbert Böhler, Jg. 1951. Er wuchs als Sohn des Zimmermeisters Eduard Böhler an der Bützestraße auf. Seit vielen Jahren ist er Gemeindearzt in Schruns. Dr. Gerold Schneider, Jg. 1954. Er ist ein Sohn des Gemeindearztes Dr. Lothar Schneider und übernahm 1984 dessen Arztpraxis an der Unterlindenstraße. Nach wenigen Jahren gab er die Gemeindearzt-Stelle auf und unterzog sich einem FachStudium. Heute arbeitet er als geschätzter Facharzt für Augen-Heilkunde in Dornbirn. Bild 12: Bekannte Ärzte aus Wolfurt, 1992: Prof. Dr. Emil Beck und Prof. Dr. Jörg Böhler vor dem Bild von Prof. Dr. Lorenz Böhler. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 Werner Vogt, Alte Vorarlberger Heilbäder, Feldkirch 2001, S. 101 Siegfried Heim, Heims Ahnen, Privat, 2001, S. 20 Albertus magnus, egyptische Geheimnisse, 20. Auflage, ohne Angabe des Verlages mit Ausnahme der vermutlich gefälschten Herkunftsbezeichnung „Toledo", antiquarisch in Privatbesitz Forschungen von Dr. Johann Greißing in Landesgerichtsakten im VLA, die er freundlich zur Verfügung gestellt hat Heimat Wolfurt, Heft 7/1991,'S. 21 Wie Anm. 4, Forschungen Dr. Greißing GA Wolfurt, Schachtel 1842 Walter Hinteregger, Gesundheitswesen, Heimat Schwarzach, 1990, S. 178 GA Wolfurt, Familienbuch 1850, cod. 19 Die meisten aus: Zirker, Ärzte in Vorarlberg 1814-1914, Regensburg 1998, aus Alemannia studens, Band 3 Andere aus Gemeinde- und Pfarrbüchern Hinteregger, wie Anm. 8, S. 179 Heimat Wolfurt, Heft 24/2000, S. 28 GA Wolfurt, Schachtel 1892 Vorsteher Schertler für Landeskunde, Schachtel 1883 im GA Heimat Wolfurt, Heft 15/1995, S. 3 Zirker, Ärzte in Vorarlberg 1814-1914, Regensburg 1998, aus Alemannia studens, Band 3 22 23 Siegfried Heim Strom für Wolfurt „s Eläcktrisch" im Jahre 2002! - Tausend Apparate jeden Tag vom Wecker am Morgen über Kaffeemaschine und Telephon bis zum Fernseher noch spät am Abend! Dazwischen all die unzähligen Maschinen und Automaten in Werkstatt, Büro und im Straßenverkehr! Strom-Ausfall im Jahre 2002? - Nicht auszudenken! Wir sind völlig abhängig geworden von der Elektrizität. Da ist es vielleicht ganz gut, wenn wir uns einmal an die Anfänge vor gut 100 Jahren zurückerinnern. Der Historiker Dr. Reinhard Mittersteiner hat letztes Jahr die Elektrizitätsgeschichte unseres Landes gründlich erforscht und uns in seinem Buch Kraftfelder' zugänglich gemacht. Zu Weihnachten 2001 haben die Vorarlberger Kraftwerke ihr 100Jahr-Jubiläum gefeiert. Anlaß dazu war, daß das E-Werk Schindler in Rieden als Vorgänger der VKW am 24. Dezember 1901 erstmals Strom in das dörfliche Ortsnetz Rieden eingespeist hat. Die Stadt Bregenz bekam erst 1903 Strom, Hard und Lustenau folgten 1905. Und Wolfurt? Unsere Gemeinde war zusammen mit Schwarzach mehr als ein Jahr früher dran. Bei uns leuchteten die Glühlampen schon ab Mai 1900. Als allererste Gemeinden im Land wurden wir flächendeckend mit der neuen Energieform versorgt. Wie hat das alles begonnen? Große Wissenschaftler hatten zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Grundlagen der Elektrizität erforscht: Galvani, Volta, Faraday, Ampere, Ohm und andere. Fünfzig Jahre später griffen die Techniker die Ergebnisse der Forschungen auf und machten daraus Geld. Als Begründer der E-Technik gilt Werner von Siemens,18161896, der 1866 eine Dynamo-Maschine erfand und damit 1879 eine erste elektrische Lokomotive und 1881 die erste elektrische Straßenbahn baute (Schon 1902 fuhr eine solche Tram von Dornbirn nach Lustenau!). In Amerika erfand Thomas Alva Edison, 1847-1931, im Jahre 1879 eine brauchbare Kohlenfaden-Glühlampe und richtete damit 1882 in New-York erstmals ein Ortsnetz für 400 Haushalte ein. Seit 1883 erzeugten sowohl Siemens als auch Edison in ihren Firmen serienweise Glühlampen. Der rasche Siegeszug des neuen Lichtes konnte beginnen! Mittersteiner hat nun in seinem Buch manches richtig gestellt, was wir Lehrer bis jetzt falsch gelehrt haben, weil es falsch in unseren Büchern stand und immer wieder falsch abgeschrieben wurde: 1. In Kennelbach brannte 1884 das erste elektrische Licht der ganzen öst.-ung. Monarchie. (Dr. Hans Nägele in Feierabend 1932 / 30, S. 17) Falsch! Schon 1870 und 1873 leuchteten elektrische Bogenlampen in Wien. Auf der „Internationalen Electrischen Ausstellung" erstrahlten 1883 an der Rotunde in Wien sogar bereits 3400 Glühlampen. (Mittersteiner, S. 21 u. 22) 2. Die Schindler-Fabrik in Kennelbach bekam als erste Fabrik elektrische Beleuchtung. Falsch! 24 Schon 1884 installierte die Firma F.M. Hämmerle in ihrem Werk in DornbirnFischbach die erste Fabriks-Beleuchtung in Vorarlberg. Im Juli 1886 folgten Getzner im Werk Bludenz-Klarenbrunn und als dritte dann am 29. September 1886 die Firma Jenny und Schindler in ihrer großen Spinnerei in Kennelbach. (Mittersteiner, S. 29) Diese Richtigstellungen können der Pionierleistung Friedrich Schindlers, 1856-1920, auf dem Gebiet der Elektrizität keinen Abbruch tun. Seine Forschungen ab 1882 in der oberen Villa in Kennelbach, seine Thermo-ElektrikPatente für die Welt-Ausstellung 1893 in Chicago, der Bau der Kraftwerke Rieden und Andelsbuch und die Gründung der „Elektra" sind Marksteine in der Elektrizitäts-Geschichte Vorarlbergs. Bild 13: Plazidus Gunz, 1861-1920 Jetzt aber endlich zu „Strom für Wolfurt"! Dessen Geschichte ist vor allem mit zwei Namen verbunden, mit Plazidus Gunz und mit Albert Loacker. Pazidus Gunz, 1861-1920 Als junger Weber heiratete der aus Bildstein-Staudach stammende Josef Gunz 1853 in die Familie des Rickenbacher Schmiedes Lorenz Dür ein. Der Schwiegervater vertraute ihm die neu aufgebaute Mühle an und begründete damit die Firma MühleGunz. Die junge Familie wohnte äußerst bescheiden in der Mühle. Von den 16 Kindern der tüchtigen Mutter Christina starben 11 ganz jung. Die anderen mußten von Kindheit an schwer arbeiten.2 Plazidus hatte glücklich die Pocken überstanden, trug aber davon tiefe Narben im Gesicht. In der Schule war er einer der besten, allerdings wurde sein Schulbesuch als mangelhaft eingestuft. Allzu oft versäumte er den Unterricht, weil er in Mühle und Landwirtschaft helfen mußte. Schon früh zeigte sich bei ihm die technische Begabung der Dür-Ahnen. Ohne besondere Ausbildung galt er als ausgezeichneter Schreiner, Schlosser, Schmied, Mühlenmacher und Dreher. Das meiste davon hatte er sich selbst in der benachbarten Schlosserei seines Onkels Josef Anton Dür angeeignet. Nach absolviertem Militärdienst widmete er sich nun dem Ausbau der Mühle. 25 Bild 14: Die Gunz-Mühle um 1900. Hier brannte zu Weihnachten 1896 das erste elektrische Licht in Wolfurt. Im Jahre 1890 schafften die Brüder Gunz bei der Firma Rüsch in Dornbirn eine Turbine an. (Mehr darüber im Anhang unter Vor der Elektrizität) Im gleichen Jahr übersiedelten Plazidus und sein jüngerer Bruder Christian nach Bludenz, wo sie die alte Mühle bei St. Peter mit ihrem Wasserrecht erworben hatten. Sofort begannen sie mit der Renovierung. Dazu gehörte auch der Einbau einer gebrauchten Turbine, die sie preisgünstig bei Samuel Jenny in der Mühle Lauterach-Lerchenau aufgetrieben hatten. Äußerste Sparsamkeit gehörte zu den Prinzipien der Gunz-Brüder. Wo immer möglich, kauften sie gebrauchte Einrichtung und richteten diese mit ihren geschickten Händen wieder her. Im Jahre 1891 wurde die Kunstmühle Gunz in Bludenz eröffnet. Bei einer folgenden Renovierung der Mühle in Rickenbach setzte Plazidus bei seinen Brüdern im Jahre 1896 seine Idee durch, auch hier, ähnlich wie in den Fabriken von Kennelbach und Dornbirn, elektrisches Licht einzuführen. Für 300 Gulden kaufte er bei der Firma Josef Oser in Krems eine kleine Dynamo-Maschine und setzte sie selbst auf die Turbine auf. .... Welch eine Freude hatten wir als es zum ersten mal gebrant hat, der Plaze ist bereitz die gantze Nacht bei der Dinamomaschine gestanden und hat den Schöpfer gelobt für diese Erfindung. Es wurde bald bekannt das Müllers elektrisches Licht haben. Die Nachbarn .... sind herbei geeilt und haben das Wunderding bewundert Sobald es in Rickenbach im Betrieb war, ist der Plaze nach Bludenz geeilt mit der Aufgabe, das mus in Bludenz auch gemacht werden. Es hat aber nichts kosten sollen. Der Albert Loaker war damals ein noch junger Elektrotechniker und der Plaze hat in Erfahrung gebracht, das er eine Djinamomaschine habe, die aber nicht gehe. Das hat dem Plaze schon gefallen, denn die kranke Djnamomaschine wurde nach Rickenbach gebracht. Der Loaker und Plaze 26 haben den Anker sowie die Spulen neu gewikelt mit Anstrangung aller ihrer Kenntniße und haben die Maschine zum gehen gebracht. Dieselbe wurde zuerst in Rickenbach ausbrobiert und als sie die Lebensfähigkeitsprobe bestanden hatte hat man dieselbe in möglichst feierlicher Weiße nach Bludenz überführt und in der Bludenzermühle zur Überraschung der ganzen Bludenzer gegend in Bewegung gesetzt (Gunz-Chronik, S. 455. Die oft fehlerhafte Rechtschreibung ist dadurch zu erklären, daß der Verfasser Lorenz Gunz wegen seines mangelhaften Schulbesuchs das Schreiben erst beim Militär erlernt hat.) Seit 1896 brannte also elektrisches Licht in der Mühle Rickenbach, seit April 1897 auch in Bludenz, jeweils mit einer Spannung von 110 Volt. Im gleichen Jahr 1897 nahm jetzt auch Johann Walter Zuppinger in seiner Mühle im Kessel einen großen Generator in Betrieb. Ganz sicher wollte er nicht hinter der Müller-Konkurrenz zurückbleiben. Plazidus Gunz hatte aber bereits neue Pläne. .... er hat sich mit dem nicht begnügt, daß wir nur allein Licht haben und ist dann auf den Gedanken gekommen, man müße die Wasserkraft im Schwarzachtobel ausnützen für die Gemeinden Schwarzach und Wolfurt Ein völlig neuer Gedanke im Lande Vorarlberg! Bisher hatten die meist liberalen Fabrikanten in der Elektrizität nur einen Weg zur weiteren Produktionssteigerung in ihren Fabriken gesehen. Kaum einer hatte an den Annehmlichkeiten des neuen Lichtes die Nachbarn teilhaben lassen, schon gar nicht die Einwohner eines ganzen Dorfes! Plazidus Gunz ließ bei Ingenieur Julius Rhomberg (So wird er in der Gunz-Chronik genannt. Vermutlich handelt es sich um den Dornbirner Ingenieur Leopold Rhomberg. Siehe Mittersteiner, S. 75) Pläne für ein E-Werk und ein Ortsnetz ausarbeiten. Bei Troll und Hefel und anderen Mitbesitzern der Wetzstein-Schleifen im Schwarzachtobel sicherte er sich die Wasserrechte und beantragte bei der k.u.k. Bezirkshauptmannschaft Bregenz schon 1897 die Baugenehmigung. Nach zwei Bürgerversammlungen legte er die Pläne den Gemeinden vor. Dort fand er in den fortschrittlichen Casino-Männern Johann Kohler und Wendelin Rädler3 starke Befürworter. Die Zuschrift der Gebrüder Gunz betreffend die Anlage einer elektrischen Beleuchtung in u. für Wolfurt sowie der Plan der Hauptstromleitung wurde zur Einsicht genommen. Dieses Unternehmen wird begrüßt mit der Versicherung daß ihm seitens der Gemeindevertretung die bestmögliche Unterstützung zu theil werde. (Gemeindevertretung Wolfurt, Protokoll v. 14.10.1897) Nun schlössen die Brüder Gunz mit der Elektrofirma Ganz u. Co. in Budapest(!) einen Bauvertrag für das zukünftige Werk ab. 4 Durch Einsprüche der Schwarzacher Anrainer verzögerte sich der Baubeginn. Erst nach einem langen Instanzenweg erhielten die Gebrüder Gunz von der B.H. Feldkirch endlich am 10. Februar 1900 27 die Baubewilligung. Inzwischen hatte Plazidus Gunz enge Kontakte zu Albert Loacker geknüpft. Im Mai 1899 hatte er diesem alle seine Pläne und die an der Schwarzach erworbenen Rechte für bare 1000 Gulden verkauft. Zum Kaufpreis gehörte auch noch die unentgeltliche Lieferung von Strom „für einen 15 PfK Elektromotor" solange das Werk besteht. Plazidus betreute weiterhin die technische Einrichtung und die Lichtmaschine in der Mühle in Wolfurt. In Bludenz setzte er sich mit Erfolg für die Gründung eines Städtischen E-Werks ein, das dann am 1. Jänner 1901 in Betrieb ging. Für seine Frau baute er ein elektrisches Bügeleisen, das auch als MusWärmer für die Kinder Verwendung fand. Bekannt wurden seine elektrische Christbaum-Beleuchtung, der AusbrüteBild 15: Das E-Werk am Rickenbach 2002. Apparat für Hühnereier und der ScheinElmar Gunz vor dem unter der Werkbank werfer, mit dem er vom Giebel seines arbeitenden Generator. Hauses aus in die Stadt hinaufleuchtete. Im Jahre 1911 baute er für die Stadtpfarrkirche St. Laurentius das erste elektrische Läutewerk in Vorarlberg, das er mit einem Fest am Katharinentag 1913 der Öffentlichkeit vorstellte.5 Um die Stadt Bludenz machte sich Plazidus Gunz aber auch als christlich-sozialer Politiker und als Gründer der Raiffeisenkassa verdient. Schon im Alter von 60 Jahren ist er im Sommer 1920 plötzlich gestorben. Seine technische Begabung lebte und lebt in zahlreichen Nachkommen weiter. Die Mühle in Bludenz mußte allerdings unter dem Druck der globalisierten Getreide-Weltwirtschaft im Jahre 1997 geschlossen werden. Die Mühle im Rickenbach-Tobel ist schon 1976 abgebrannt. Geblieben ist dort aber ein winziges E-Werk. Noch immer wird es, wie schon vor 106 Jahren, aus den alten Rohren vom Rickenbach betrieben. Mit Sorgfalt betreut Elmar Gunz, Jg. 1931, ein Enkel des Plazidus, den Generator, der das Gunz-Haus mit Licht und Wärme versorgt. Und den Energie-Überschuß von etwa 150 000 kWh im Jahr, den speist er, durch Sondervertrag mit den VKW geregelt, in unser Landes-Netz ein. Immerhin ausreichend für etwa dreißig Einfamilienhäuser! - Strom aus Wolfurt! Albert Loacker, 1873-1956 Albert Loacker hatte sich nach seiner Schlosserlehre in Rankweil bei der Elektro-Firma Ganz u. Co in Budapest zum Fachmann für Elektro-Technik ausgebildet. Im Jahre 1895 eröffnete er dann in Rankweil das erste ElektroInstallationsgeschäft in Vorarlberg. Der junge Mann hatte große Pläne. Mit einem Kraftwerk an der Frutz wollte er fast ganz Vorarlberg von Bludenz bis Bregenz mit Strom versorgen. Für ein solches Gemeinschaftswerk waren aber die Gemeinden und Städte des Landes noch nicht reif. Es war schwer genug, Geld und Interessenten für kleine lokale E-Werke aufzutreiben. Loacker verlegte sein Geschäft zuerst nach Dornbirn und dann 1902 nach Bregenz. Inzwischen hatte er Plazidus Gunz kennen gelernt und ihm die ersten Kenntnisse der Bild 16: Albert Loacker, 1873-1956 Elektro-Technik beigebracht. Während Gunz noch auf die Genehmigung seines Kraftwerks im Schwarzach-Tobel wartete, begann Loacker schon mit den Vorarbeiten dazu. Im Frühling 1899 traten die Gebrüder Gunz ihre Rechte an ihn ab. Darauf schloß die Gemeinde Wolfurt mit Loacker am 20. Juni 1899 ihren ersten Vertrag ab, in welchem sie ihm u. a. ein Elektro-Monopol in ihrem Gemeindegebiet einräumte. Erst jetzt fixierte Loacker am 31. August 1899 den endgültigen Ablösevertrag mit den Brüdern Gunz und begann sofort mit dem Bau von Kraftwerk und Ortsnetz. Ab Mai 1900 konnte er die beiden Gemeinden Schwarzach und Wolfurt mit Strom versorgen. Jetzt erkannten Jenny und Schindler, deren Werk Rieden seit 1891 genügend Strom für die Fabriken in Kennelbach lieferte, daß auch die Errichtung von Ortsnetzen ein Geschäft werden könnte. Ab 1901 belieferten sie Rieden und 1903 die Stadt Bregenz, während Loacker mit seinen beschränkten Mitteln 1903 nur noch Lauterach anschließen konnte. Um Hard lieferten sich die beiden Konkurrenten dann 1905 einen häßlichen Kampf in den Tageszeitungen, den schließlich Schindler für sich entschied. Resignierend schrieb Loacker schon 1904 in einem Brief an die Gemeinde Wolfurt: .... Sie werden mir zugeben müssen, dass ich der erste war, der es wagte in Vorarlberg Elektrizitätswerke unter Verhältnissen zu gründen, wo deren Gewinn ein fraglicher war, und niemand getraute sich damals für so eine Sache Geld 29 28 herzugeben, weil er den Wert eines Elektrizitätswerkes nicht schätzen konnte. Nachdem ich der Firma Jenny & Schindler im Jahre 1900 & 1901 einen weiteren Beweis erbringen konnte, dass die Errichtung elektrischer Zentralstationen ein gewinnbringendes Unternehmen sein könnte, da entschloss sich jene Firma zur Vergrösserung ihrer damaligen Kraftanlage und dazu noch Rieden und Kennelbach Strom abzugeben, später kam dann auch Bregenz dazu, und nun auch Lustenau und Hohenems, aber angefangen in solchen Gemeinden habe ich .... (Brief im GA Wolfurt) Das ist also der eigentliche Anfang der VKW als Versorger der Allgemeinheit: 1897 eine Idee von Plazidus Gunz 1899 deren Verwirklichung durch Albert Loacker in Schwarzach und Wolfurt 1901 die Nachahmung durch Jenny und Schindler in Rieden. Loacker mußte sich ab jetzt auf sein Werk an der Schwarzach beschränken. Seine Installations-Monteure waren allerdings im ganzen Land tätig, besonders auch bei der Errichtung des großen Kraftwerks Andelsbuch. In Lauterach (heute Antoniusstraße 14) besaß er eine große Werkstätte für Motoren- und Freileitungsbau, die zuletzt sein Chef-Monteur Bargehr betreute. Viele Jahre lang gehörte Albert Loacker dem Stadtrat in Bregenz an. Vom Land Vorarlberg wurde er als Fachmann sowohl bei der Übernahme der Schindler-Werke durch das Land als auch bei der Gründung der 111-Werke 1924 zugezogen. In Tirol konnte er bis 1914 noch die Kraftwerke Fügen, Uderns, Ried, Kaltenbach und Stumm (im Zillertal) errichten. Im Alter von 84 Jahren ist der um unser Land so hochverdiente Mann 1956 in Bregenz gestorben. Bild 17: Rickenbach um 1925 mit dem Loacker-Trafo und den alten Stromleitungen. Die Entwicklung in Wolfurt Am 26. Juni 1899 hatte die Gemeinde Wolfurt also den ersten Vertrag mit Loacker geschlossen und diesen am 19. August noch ergänzt. Sie erkannte darin die von Loacker vorgeschlagenen Strombezugs-Bedingungen und Tarife an. Loacker erhielt ein Stromdurchleitungs-Monopol für 40 Jahre und ein Verkaufs-Monopol für Elektro-Material und Lampen. Die Preise mußten allerdings den allgemeinen Marktpreisen angepaßt werden. Die Stangen für die Leitungen durften auf Gemeindegrund an den Straßenrändern aufgestellt werden. Den Strom für eine große Lampe auf dem Kirchplatz lieferte Loacker kostenlos. Eine für jene Gründerzeit bezeichnende Ausnahme vom Leitungs-Monopol wurde auch noch in den Vertrag aufgenommen. Vorsteher Lorenz Schertler und sein Bruder Jakob beabsichtigten, für ihre große Ziegelei im Flotzbach ein eigenes Kraftwerk im Wirthatobel zu errichten. (Sie haben daran übrigens bis zum Sommer 1903 gebaut, dann aber nach einem Hochwasser-Schaden ihre Pläne und Rechte an Loacker verkauft. Dieser legte die Pläne beiseite, zumal er von Schindler keine Durchleitungsrechte durch Kennelbach bekam.) 30 Die Gemeinde bildete ein Elektrizitäts-Komitee, bestehend aus Vorsteher Lorenz Schertler Adlerwirt Joh. Georg Fischer Kreuzwirt Johann Haltmayer Gemeinderat Fidel Kirchberger und Oberlehrer i. R. Wendelin Rädler. Nach einer Begehung wurden im November 1899 die Leitungsmasten aufgestellt. Loacker offerierte die geplanten 22 Straßenlampen mit 4200 Meter Kupferdraht und 170 Isolatoren für 1046 Gulden. Die 6 Lampen (sechs!) für das Schulhaus sollten 80 Gulden kosten, die 5 für den Pfarrhof 133 Gulden. Eine einzelne Leuchte samt Kohlenfaden-Lampe kam auf stolze 2.30 Gulden. Für einen Monteur berechnete Loacker gar pro Tag 5 Gulden. Das war in einer Zeit, wo Taglöhner noch um einen Gulden arbeiteten, sehr viel. Das Werk im Schwarzachtobel war im März 1900 fertig. Sofort begann es mit der Stromlieferung, im Mai dann auch für Wolfurt. Zwei Turbinen von der Firma Rüsch in Dornbirn nützten 70 Meter Gefälle der Schwarzach. Diese lieferte bis zu 300 Liter Wasser pro Sekunde, bei Vereisung oder anhaltender Trockenheit aber leider oft nicht einmal 50 Liter. Zwei Generatoren erzeugten Strom mit einer Spannung von 3000 Volt, der in vier hölzernen Trafo-Häuschen auf die von Loacker (nach Empfehlung durch die Berliner AEG) vorgeschlagene Haushalts-Spannung von 220 Volt transformiert wurde. Von der Maximal-Leistung von 45 Kilowatt mußten 15 Kilowatt kostenlos für die Wasserrechte an Troll, Hefel u. Co. abgegeben werden. Zwei Aufseher betreuten das Kraftwerk in abwechselnden Arbeitsschichten von je 12 Stunden. Sofort nach der Inbetriebnahme schafften die vielen Wolfurter Sticker ElektroMotoren an. Bald reichte die Leistung des Werkes nicht mehr aus, den steigenden 31 Bedarf zu decken. Schon im ersten Winter 1900/01 kam es zu großen „Kalamitäten": Die Lampen brannten „schlecht oder fast gar nicht", die Motoren liefen auf halben Touren. Eine vorübergehende Besserung erreichte Loacker durch Strom-Zukauf von Schindler aus dessen Werk Rieden. Schon im Juni 1901 und später noch mehrmals bot Loacker sein Werk den beiden Gemeinden zum Kauf an. Sie getrauten sich aber nicht, den inzwischen auf 350 000 Kronen geschätzten Betrieb selbst zu übernehmen und zu führen. Bis März 1902 waren von den insgesamt fast 450 Häusern aber erst 90 angeschlossen. Sie besaßen zusammen 1207 Glühlampen und 40 Motoren. Dazu kamen noch 6 Bügeleisen von je 500 Watt. Diese galten als ausgesprochene Luxus-Geräte und kosteten dementsprechend auch je 42 Gulden (oder 84 Kronen). Der Strompreis war pro Lampe pauschaliert. Die Benutzer schalteten ihre Lampen daher nur aus, weil die Kohlenfaden-Lampen eine Brenndauer von höchstens 1000 Stunden hatten und jede neue Lampe 1.40 Kronen kostete. In Rieden und in Dornbirn hielten die E-Werke eine Spannung von 150 Volt. Gerne hätte sich Loacker jetzt den Nachbarn angepaßt. Wolfurt weigerte sich aber, die teure Umstellung zu genehmigen. Inzwischen hatten die Wolfurter Lausbuben die Straßenlampen als Ziel für ihre Steinwürfe entdeckt. Schon im März 1902 verlangte Loacker von der Gemeinde Schaden-Ersatz und Ausforschung der Übeltäter. Im Lande hatte eine Hochkonjunktur der Stickerei mit den neuen Schiffle-Stickmaschinen eingesetzt. Im Zentrum Lustenau liefen 1903 insgesamt 111 Maschinen, alle von ratternden Benzin- oder von komplizierten Gas-Motoren angetrieben. Jetzt konnte Wolfurt den Vorteil des eigenen E-Werkes ausnützen! In Wolfurt surrten im gleichen Jahr bereits 45 Schiffle-Stickmaschinen (in Relation zur Einwohnerzahl also deutlich mehr als in Lustenau), und die besaßen alle einen bequemen ElektroMotor! (Nach Mittersteiner, S. 137) Jetzt wurden auch Lauterach und Lustenau wach. Lauterach schloß 1903 einen Vertrag mit Loacker zum Anschluß an das Wolfurter Netz, Lustenau einen mit Schindler. Weil Loacker nicht einmal genug Strom für den rasch wachsenden Bedarf in Wolfurt hatte und Schindler die Hilfslieferungen ab 1. April 1903 einstellte, legte sich die Gemeinde Wolfurt gegen den Anschluß von Lauterach quer. Loacker schaffte als Energie-Reserve jetzt eine teure Dampf-Lokomobile an, eine riesige Dampfmaschine mit Generator, und stellte das Ungetüm in Lauterach in der Nähe des Bahnhofs auf. Für den Strom aus Schwarzach, aber auch zur Einspeisung des mit Hilfe der Lokomobile in Lauterach erzeugten Stroms in das Wolfurter Netz, baute Loacker eine Verbindungsleitung von der Kapelle Rickenbach an der Ziegelhütte im Flotzbach vorbei nach Lauterach. Die Gemeinde Wolfurt, seit 1901 vom neuen Vorsteher Fidel Kirchberger geführt, klagte wegen Besitzstörung, konnte aber die Fertigstellung der Leitung nur verzögern. Damit schadete sie am meisten ihren eigenen Stickern, die den Strom aus der Lokomobile dringend gebraucht hätten. Die Sticker verlangten nun in einer Krisen32 Bild 18: Gasthof Rößle um 1910. Davor auf dem Kirchplatz der große Kandelaber, für den Loacker kostenlos Strom liefern mußte. Sitzung am Neujahrstag 1904, die Gemeinde solle „auf Grund der schlächten Licht und Kraftzusendung von Herrn Albert Loacker" die Auflösung des MonopolVertrages mit diesem beschließen. Sie wollten Strom von dem leistungsfähigeren Schindler-Werk in Rieden beziehen. Fast zwei Jahre dauerte nun der (vermutlich von Schindler geschürte) Streit. Die Gemeinde verlor schon ihre beiden ersten Prozesse beim Bezirksgericht in Bregenz, dann auch noch im September 1905 die beiden Berufungs-Prozesse am Kreisgericht in Feldkirch und mußte die Kosten in der Höhe von 932 Kronen übernehmen. Trotzdem entschloß sie sich zur Berufung an das Höchstgericht in Wien. Sie hätte wohl auch dort verspielt, wenn nicht Loacker nun Konzessionen nach den Tarifen von Schindler gemacht und die Gemeinde damit zum Zurückziehen der Klagen gebracht hätte. Inzwischen lief die Lokomobile in Lauterach seit Jänner 1904 fast ohne Probleme. Nur am 12. Februar 1905 kam es noch einmal zu einem Strom-Ausfall von einer Viertelstunde. Großer Schneefall hatte das Wasser der Schwarzach plötzlich fast verschwinden lassen. Es dauerte einige Zeit, bis die Lokomobile in Schwung war. Loacker mußte sich entschuldigen. Das Verhältnis zu ihm war nach den Prozessen für lange Zeit vergiftet. In einem Brief an die Gemeinde klagte er über „Hass und Verläumdung". Ein anderes Mal mußte er von der auffallend großen Menge zerschlagener Isolatoren berichten. Im März 1906 konnte Loacker aber wieder einen Strom-Liefervertrag mit Schindler abschließen, der ihn aller Sorgen enthob und den Einsatz der Lokomobile als Reserve entbehrlich machte. Schindler brauchte ihn jetzt wieder. Für das von ihm erworbene Netz Dornbirn, vor allem aber als Verbindung zum großen neuen Werk in Andelsbuch wollte er eine Ringleitung durch Wolfurt bauen und dazu war Loackers Einverständnis notwendig. Andere Sorgen stellten sich ein. 1907 stellten Loackers Inkassanten fest, daß nicht 33 wenige Leute in Wolfurt größere und hellere Lampen eingeschraubt hatten. Das war natürlich bei den pauschalierten Anlagen ein arger Mißbrauch des Vertrauens und mußte entsprechend bestraft werden. Jetzt empfahl Loacker den Einbau von „Zählern". Inzwischen hatte er auch in seinem Bereich die in Bregenz und Dornbirn gebräuchliche Spannung von 150 Volt eingeführt. Immer mehr von den neuen Osram-Lampen traten an die Stelle der bisher verwendeten Kohlenfaden-Lampen. Auer von Welsbach hatte ja schon 1902 Metallfäden in seine Glühbirnen eingebaut. Nach vielen Versuchen hatte schließlich eine Osmium-Wolfram-Legierung die besten Eigenschaften gezeigt. Nach langen zähen Verhandlungen schloß Loacker am 13. Juni 1908 einen neuen Vertrag mit der Gemeinde, der sich weitgehend an Schindlers Tarifen in Bregenz orientierte. Damit waren nun beide Seiten für lange Zeit zufrieden. Im Jahre 1913 hatten einige durch die Stickerei-Krise verarmte Wolfurter ihre Stromzähler manipuliert. Seither mußten die Zähler und die Sicherungs-Kassetten plombiert werden. Im Jahre 1916 wurde die Hauptleitung nach Lauterach begradigt, um die eingesparten Kupferdrähte wie die Glocken vom Kirchturm als Kanonen-Metall abliefern zu können. Große Schwierigkeiten bereitete die Inflation nach dem Weltkrieg mit den immer wieder überholten und neu festzulegenden Tarifen. Bis zum 1. Jänner 1925 stiegen die Stromkosten auf das 9500-fache des Vorkriegspreises und wurden jetzt mit vielen Nullen geschrieben. Im Februar 1924 konnten die VKW endlich ihre Hochspannungsleitung auf Holzmasten von Rieden über die Ach und durch die Wolfurter Felder nach Schwarzach und weiter nach Andelsbuch verlegen. Um dem Chaos mit den verschiedenen Spannungen, das ja von Ort zu Ort verschiedene Anschlüsse für die vielen Elektrogeräte und auch für die jetzt zahlreich gewordenen Glühbirnen verlangte, ein Ende zu bereiten, gab es seit 1924 eine internationale Empfehlung zum Übergang auf die Normalspannung von 220/380 Volt. Das führte natürlich in Wolfurt, wo man erst 1908 von den jetzt wieder geforderten 220 Volt abgegangen war, zu neuem Ärger. Zuerst änderte Loacker in Wolfurt die Spannung nur in dem von der Trafo-Station bei der Kapelle Rickenbach versorgten Bereich. Zahlreiche der neuen Glühbirnen brannten dort schnell durch und mußten auf Kosten der Lieferfirma ersetzt werden. Erst 1927 wagte Loacker die Umstellung des Bereichs Hub. Er nahm die alten Lampen zurück und lieferte neue zum halben Preis. Die Motoren wickelte er auf eigene Kosten in seiner Werkstatt in Lauterach neu. Im Dezember 1931 notierte Loacker befriedigt, jetzt sei schon „ein großer Teil" von Wolfurt auf die moderne Spannung von 220/380 Volt umgestellt. Bregenz und Dornbirn stellten erst 1932 um, Hard 1934 und Kennelbach gar erst 1936! Die Illwerke bauten im Winter 1929/30 ihre große Überlandleitung von Bürs bis ins Ruhrgebiet. Es war die allererste 220 000 Volt-Anlage in Europa. Seither beherrschen ihre Masten die schönen Wolfurter Bühel vom Bannholz über das Schloß bis 34 zur Ach. Bald galt es für die Buben als Mutprobe, die Masten bis zu den drei „Schiffle" zu ersteigen. Am meisten bewunderten wir Königs Max, wenn er ganz oben an der Spitze auf dem „Blitzableiter" (Erdseil) seine Turnkünste vorführte. Im Jahre 1930 stand Loacker vor der Notwendigkeit, sein nun schon dreißig Jahre altes E-Werk an der Schwarzach zu modernisieren. Das Netz Schwarzach-LauterachWolfurt mußte jetzt fast 10 000 Glühlampen und dazu gegen 500 Motoren und 600 Koch- und Heizgeräte versorgen. Nachdem Loacker das ganze Werk noch einmal ohne Erfolg den Gemeinden zum Kauf angeboten hatte, legte er es aus wirtschaftlichen Erwägungen still und bezog ab 1931 den gesamten Strom von den VKW, die seit 1929 Eigentum des Landes Vorarlberg waren. Laufend wurden „elektrische" Herde angeschlossen, zu denen zwingend ein Zähler vorgeschrieben werden mußte. Im Jahre 1936 bekam sogar die Schule einen ersten Elektro-Herd, auf welchem nun die Schulschwestern und andere bekannte Köchinnen die Wolfurter Frauen in Kochkursen ausbildeten. Im gleichen Jahr erhielt auch die Pfarrkirche ein „elektrisches" Geläute, 25 Jahre nachdem der Wolfurter Elektro-Pionier Plazidus Gunz sein erstes in Bludenz installiert hatte. Wenn aber der alte Mesner Johann Köb jetzt die starken Motoren des Läutewerks einschaltete, war das Netz so überlastet, daß alle Lampen im Kirchdorf zu zucken begannen. Allmählich wurden die alten Haus-Installationen den neuen Erfordernissen angepaßt. Für das Bügeleisen hatte man bisher einen Schraubkontakt anstelle der Glühbirne einschrauben müssen. Nun wurde eine Steckdose an der Wand angebracht, allerdings noch eine ohne Erdungsschutz. Die Stromzuführung von der Holzstange an der Straße zur Haus wand erwies sich mehrfach als gefährliche Todesfalle. So kostete eine Berührung mit den Drähten unter anderen ein siebenjähriges Kind in Rickenbach, den 16jährigen Rudolf Seichter im Oberfeld und noch 1955 den 42jährigen Maler Julius Loitz, der in Ausübung seines Berufes beim Gasthaus Adler verunglückte, das Leben. Wo Motoren oder ein Elektro-Herd verwendet wurden, mußten anstelle der beiden „Licht"-Drähte nun die vier „Starkstrom"-Drähte zugeführt werden. Seit Kriegsende wurden diese meist zu einem weniger gefährlichen „Dachreiter" geführt und ab 1960 sogar durch ein isoliertes (selbst-tragendes) „Setra"-Kabel. Später verlegten die VKW nach und nach fast alle Leitungen im ganzen Land unter die Erde. Wer die Verhältnisse in anderen Bundesländern oder gar in den Staaten des östlichen Auslandes kennt, weiß das dankbar zu schätzen! Die vielen neuen Elektrogeräte führten anfangs häufig zur Überlastung der als Lichtleitungen verlegten Anschlüsse im Haus. Wenn die damals gebräuchlichen Schraub-Sicherungen dann durchbrannten, behalfen sich nicht wenige „Bastler" mit „Flicken" derselben mit Hilfe von Drähten. Das war dann immer wieder die Ursache, daß Häuser in Brand gerieten. Nicht einmal das Schloß war ausreichend sicher installiert. Als Fritz Schindler jun., der Sohn des Kennelbacher Elektro-Pioniers, 1936 dort eingezogen war, hatte man 35 hat, nicht verzichten. Daher schreibe ich an den Schluß ein großes „Danke schön" an Friedrich Schindler, an Plazidus Gunz, Albert Loacker und an die VKW! Was war denn vor der Elektrizität? Sie ist ja heute unsere wichtigste Energie-Form. Energie ist aber - so lernen es die Schüler - die Fähigkeit, eine Arbeit zu verrichten. Arbeit gab es aber wohl immer schon. Am Beispiel der Wolfurter Familie Dür-Gunz möchte ich von der Entwicklung der Arbeitsbewältigung erzählen. Lorenz Dür wurde 1788 in „Hannes Franzo Hus" am Röhle-Rank geboren. Nach seiner Lehrzeit durchwanderte er zur Zeit der Franzosenkriege als Schmiedegeselle Süd-Deutschland und die West-Schweiz. Nach Ablegung der Meisterprüfung erbaute er 1812 im Getreidefeld gegenüber seinem Elternhaus eine Schmiede und ein Jahr später ein Haus (Es steht noch heute unter der Nummer 11, Schorrers, an der Bregenzerstraße). Seine Frau Johanna Köb gebar ihm dort fast jedes Jahr ein Kind, insgesamt fünfzehn. Dazu mußte sie noch als Schmiede-Gesellin am Amboß schaffen: .... Wenn der Mann in der Schmiede war und mit dem Hammer auf dem Amboß das Zeichen gab zum Daraufschlagen, dan mußte das Weib, wenn sie gerade mit dem beschäftigt war dem Kind Muß zu geben, die Pfanne wegwerfen und in die Schmiede springen zum den Gehilfen machen (Gunz-Chronik,S.444) Später baute der Schmied einen schweren Fall-Hammer und dazu einen GöppelAntrieb. Jetzt führten seine Buben einen alten Gaul um den Goppel und ersetzten damit die Muskelkraft ihrer Mutter durch die des Pferdes. Drei von den Dür-Buben erlernten ebenfalls das Schmiede-Handwerk. Ihnen genügte der Göppel-Hammer bald nicht mehr. 1846 kaufte ihr Vater für sie die uralte und zerfallene Hunds-Mühle am Rickenbach. Sie hatte den Namen davon, daß ihr Müller schon im Mittelalter verpflichtet war, die Jagdhunde des Grafen von Bregenz zu versorgen. Als Mühle hatte sie ausgedient, aber ihre Wasserkraft stand nun den jungen Schmieden zur Verfügung. Sie bauten das Haus (heute Rickenbacherstraße 9, Stammhaus Doppelmayr) neu auf. Mit hölzernen Känern leiteten sie das Wasser des Rickenbachs auf zwei Wasserräder und betrieben damit ihre neue Hammerschmiede, dazu aber zeitweise auch eine Säge, eine Nudlerei, eine kleine Maismühle und einen Lor-Stampf, in welchem Baumrinde für die Gerber zerquetscht wurde. Schon 1852 erbauten sie dann weiter hinten im Tobel eine neue große Mühle, die sie zwei Jahre später ihrem Schwager Josef Gunz überließen. Auch die neue Mühle wurde durch ein Wasserrad vom Rickenbach angetrieben. Mit seinen heranwachsenden Söhnen Josef, Lorenz, Plazidus und Christian erweiterte der Vater Josef Gunz den Betrieb ständig. Ein Lor-, ein Knochen- und ein GerstenStampf wurden angefügt, dazu Landwirtschaft und Frächterei und schließlich sogar 37 Bild 19. Durch einen ElektroDefekt ist das Schloß am 12. Dez. 1939 abgebrannt. vieles großzügig renoviert. Den Stromverbrauch eines nachträglich noch eingebauten großen Bade-Boilers dürfte man aber unterschätzt haben. Jedenfalls sollen dessen überhitzte Zuleitungen die Ursache jenes Großbrandes gewesen sein, dem das Schloß am 12. Dezember 1939 zum Opfer fiel. Noch immer leitete Albert Loacker sein angesehenes Unternehmen in Bregenz und die Stromversorgung in unserem Netz. Sein Bruder besuchte in regelmäßigen Abständen die Häuser und kassierte die Stromrechnung ein. Wir schätzen diese Besuche wohl mehr als die Mutter, denn für uns Kinder hatte der weißbärtige Mann immer „a Pfefformünzle" in der Tasche. Im Jahre 1939 legte Loacker in einem gedruckten Heft die neuen Tarife vor, die im nationalsozialistischen Staat für das ganze Reich einheitlich gestaltet werden sollten. Das seit vielen Jahren stillstehende Werk nannte sich jetzt „Elektrizitätswerk an der Schwarzach" mit dem Untertitel „Gegründet 1899". Mitten im Krieg übernahmen dann am 1. Jänner 1943 die VKW das von Loacker geschaffene und betreute Netz Schwarzach-Wolfurt-Lauterach und beendeten damit dessen 44 Jahre alte Eigenständigkeit. Wie sich die Elektrizität seither entwickelt hat, haben wir selbst erlebt. Wir erinnern uns an den Bau der zweiten großen Illwerke-Überlandleitung vom Ried durch das Kella und über die Schneiderspitze nach Deutschland im Jahre 1957. Wir erinnern uns an den Bau von Zwentendorf und an die Aufrufe zum Strom-Sparen während der Öl-Krise. Wir haben die Einführung von Fernseher, Computer und Handy erlebt. Ganze Lichterketten erhellen die Straßen, grelle Halogen-Scheinwerfer am Güterbahnhof auch das einst so friedliche Ried. Wir schimpfen über vieles und wir kaufen noch mehr. Auch wenn da und dort einer vor gesundheitsschädlichen Strahlungen aus Kabeln und Elektro-Geräten warnt -, wir möchten doch alle auf die Annehmlichkeiten, die uns die Elektrizität gebracht 36 Bild 20: Noch nach mehr als 100 Jahren tun die Arlberg-Rohre im Rickenbach-Tobel ihren Dienst. eine Malzkaffee-Rösterei, die erst 1893 wegen der Konkurrenz durch Kathreiner aufgegeben werden mußte. Längst reichten die Wasserräder nicht mehr für den steigenden Energie-Bedarf. Eine Verbesserung brachte die von Onkel Josef Anton Dür selbst angefertigte Turbine. Dazu sollte aber auch der Druck des Wassers erhöht werden. Eine Rohrleitung ins Tobel erschien den sparsamen Gunz-Brüdern zu teuer. Da hörten sie davon, daß die beim Bau des Arlberg-Tunnels bis 1884 verwendeten Abwasserrohre nun als Schrott verkauft wurden. Statt 80 Gulden Neuwert kostete ein Rohr nur noch 5 Gulden. Gekauft! Die arg beschädigten Rohre waren 6 m lang und hatten 30 cm Durchmesser. Bei einer Wandstärke von 4 mm wog jedes über 200 kg. Jetzt mußten sie repariert werden: .... An den meisten Röhren hat etwas gefält Die eingetrückten Röhren hat man in folgender Weiße hergerichtet. Man hat das defekte Rohr hinten und vorne auf einen Stein gelegt und die eingedrückten stellen rotwarm gemacht indem man mit Buschein und Holz ein festes Feuer gemacht hat. Wenn die genanten stellen warm genug waren, haben es 4 Mann gepakt und an einem teil fest gemacht und dan eine alte Schrotwalze in das Rohr hineingegeben mit 28 cm, dann durch das Rohr eine Kette gezogen, die Walze die etwas konisch war angebunden und mit einem vierfachen Seilflaschenzug, der an das Zugseil angemacht wurde, nach Willkür vorwärts gezogen. Und dann sind immer 4 junge Männer mit je einem Eisenschlegel bereit gestanden und wenn die Walze nicht vorwätz gehen wollte hat es geheißen Darauf. Daß muste ales aber schnell gehen, also es hat damals schon geheißen, mann mus das Eisen schmieden wenn es warm ist. .... dann kam die zweite aufgäbe, das Hinmontiren es war ebenfals keine leichte aufgäbe, es war schon Herbst bei allem Wetter must man weiter machen, den ganzen Tag nass, man muste die Röhren durch den Bach hineintra38 gen, 4 Mann haben sich aufgestellt, zwei vorne und zwei hinten, es wurde nämlich an der Flansche eine Eisenstange mit einem Haken angebracht und dann hat es geheißen Marsch. Die Röhren bis zum Weyer hat mann bis Ankereute mit Pferden geführt und in den Bach hinunter gelasen und die anderen wurden wie schon gezeigt hinein getragen Im September haben wir angefangen die Röhren herzuführen und an Weinachten hat mann die Mühle mit der Neuenwasserleitung in Betrieb gesetzt. Da hatten wir eine Große Freude (Gunz-Chronik, S. 451 ff, verfaßt vom Müller Lorenz Gunz) Welch gigantische körperliche Leistung der jungen Männer war da notwendig! Zuerst schlugen sie fünf Wochen lang mit schweren Eisen-Schlegeln auf die glühenden Rohre ein. Dann trugen sie zu viert die 230 kg schweren Lasten durch das rutschige Bachbett hinauf. Jeder Fehltritt hätte alle Träger gefährdet. Noch einmal also ein Triumph der Muskelkraft! Im Jahre 1890 bauten die Brüder Gunz dann eine neue Turbine von der Firma Rüsch aus Dornbirn ein, die nun bis 1923 genügend Energie für die Mühle lieferte. Zusätzlich trieb sie ab 1896 die von Plazidus Gunz aufgesetzte Dynamo-Maschine an und lieferte das erste elektrische Licht in Wolfurt. Außer bei der Gunz-Mühle gab es noch einige andere Wasserräder in Wolfurt. Die Tobel-Mühle hinter dem Rößle am Fuß des Kirchenbühels konnte nie große Bedeutung erreichen. Zu gering war das Wasser-Aufkommen des Tobelbachs im Sommer und auch im Winter. Seit dem Mittelalter mehrfach erwähnt ist dagegen die Mühle im Holz, die die Kraft des Holzer-Baches (auf den Karten heißt er Ippach-Bach) ausnützte. Sie gehörte ursprünglich zum Schloß und war bis etwa 1920 im Besitz der Holz-Müller Schwerzler in Betrieb. Nur wenige Meter daneben lag die schon 1731 erwähnte obere Mühle im Holz, die seit 1852 den Holzer-Schmieden gehörte. Wegen der Wasserkraft hatte Jakob Böhler in diesem Jahr seine Schmiede von Unterlinden an den Mühlteich im Holz verlegt, wo zwei neue Wasserräder nun Fall-Hammer, Blasebalg und Drehbank antrieben. Immer noch wurde aber in der oberen Mühle Dinkel-Korn gemahlen und Gerste gestampft und der berühmte Chirurg Dr. Lorenz Böhler hat als Bub manchen Mehl-Stumpen ins Dorf hinab getragen. Um 1890 bauten die Holzer-Schmiede August und Adolf Böhler auch hier eine Turbine ein, die zusätzlich zu den Mühlsteinen noch eine Werkzeug-Schleifmaschine antreiben mußte. Um das Jahr 1935 wurde die obere Mühle stillgelegt, die Schmiede erst 1950. Die allererste Hammerschmiede mit Wasserrad-Antrieb hat in Wolfurt aber schon 1824 Joh. Baptist Rohner am Unterlauf des Holzer-Baches in Unterlinden erbaut. Allerdings verkaufte er sie schon nach zehn Jahren wieder. Seine Familie nahm den Hausnamen „Hammorschmiods" mit in ihr neues Haus an der Ach. Die Schmiede kaufte 1835 der aus der Schweiz zugewanderte Drechsler („Draiar") Karl Zuppinger und ließ sich dort nun seine Drehbank durch das Wasserrad antreiben. 39
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Wolfurt 2010 04 Winter Wolfurt 21.12.2010 19.11.2012, 18:14 wolfurt WINTER 2010 G G G G G G G G G G G G G G G „Es weihnachtet sehr …..“ G Ich stehe oben in der Parzelle Frickenesch und schaue auf das tiefverschneite Wolfurt. In der friedvollen späten Abenddämmerung dringt so etwas wie Ruhe, ja fast Besinnlichkeit, vom Tal hoch zu meinem Aussichtspunkt. Erstmals wird mir richtig bewusst, dass der Advent schon begonnen hat. Ich genieße diesen harmonischen Moment, betrachte die Lichter, die fahrenden Autos welche die weiße Winterlandschaft sanft durchbrechen … und denke bei mir „…es weihnachtet sehr…“. Wieder ist ein Jahr vergangen, in dem sich innerhalb unserer bestens funktionierenden Dorfgemeinschaft viel getan hat. Viele kleine und große Veranstaltungen wurden organisiert und durchgeführt. Viele Momente der Begegnung haben stattgefunden. Ich bedanke mich bei allen, die in den Vereinen und verschiedensten Institutionen, aber auch im privaten Bereich für andere Menschen da gewesen sind. Sie alle haben wesentlich zu einem harmonischen Miteinander beigetragen. G G G G G G G G G G G G Mein aufrichtiger Dank gilt auch meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Rathaus, Bauhof, in den Kindergärten, Schulen und den sozialen Diensten. Sie alle haben wiederum viel Engagement gezeigt und eine tolle Arbeit geleistet. Nach den Wahlen haben viele neue Mandatare erstmals ihre Arbeit in den Gemeindegremien aufgenommen. Die Ressorts wurden neu organisiert und die Ausschüsse sind mit viel Eifer bei der Arbeit. Ich darf mich bei allen Mandataren, Gemeinderäten und unserer Vizebürgermeisterin für oftmals ehrenamtliche Tätigkeit recht herzlich bedanken. Mein Dank gilt aber auch den ausgeschiedenen Mandataren. Sie alle haben mit erheblichem Einsatz im vergangenen Jahr wiederum viele kleine und große Projekte zum Wohle unserer Gemeinde umgesetzt. Besonders freut mich, dass auch in der neuen Periode der respektvolle Umgang miteinander gelebter Alltag ist. Ich wünsche Ihnen ruhige und besinnliche Weihnachten! Kommen Sie gut ins neue Jahr. Ich wünsche Ihnen viel Elan für die neuen Herausforderungen, aber vor allem Zufriedenheit und Gesundheit. G G G Euer Bürgermeister Christian Natter G G 2 G G G G G G G G Aus dem Rathaus Blick ins Gemeindegeschehen Gasthaus “Stern” Areal Strohdorf Vorplatz - Gasthaus “Stern” Die Arbeiten beim Gasthaus “Stern” gehen gut voran und liegen im Plan. Im Frühjahr werden die Außenarbeiten in Angriff genommen. Wir wollen die Chance wahrnehmen, dem Platz vor dem Sternen eine neue Qualität zu geben. So sollen alle Flächen, analog dem Hofsteig-Ader Konzept für die Kernzonen, auf einer Ebene sein. Sie wird sich idealerweise von den Häusern über die jetzige Fahrbahn und Gehsteige ziehen. Alle - Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer – werden sich diesen gemeinsamen Raum gleichberechtigt teilen. Der Platz soll auf eine Länge von ca. 100 Metern auf die Kirchstraße / Hofsteigstraße weitergezogen werden. In diesem Zuge gilt es auch, die Verkehrsführung für die „Obere Straße“ zu überdenken und neu zu definieren. Für Ende Jänner bzw. Anfang Februar ist ein Informationsabend geplant. Zu diesem werden wir Sie noch gesondert einladen und freuen uns heute schon auf eine rege Teilnahme. Areal Strohdorf Für die Entwicklung der Nachnutzung des alten Feuerwehrhauses wurde eine kleine Projektgruppe gegründet. Allerdings war schnell klar, dass wir nicht nur das Objekt Feuerwehrhaus, sondern das komplette Areal Strohdorf inkl. Rathaus in unsere Überlegungen mit einbeziehen mussten. In der ersten Phase ging es darum, den Ist-Stand und die zukünftigen Anforderungen zu erheben. Mit acht verschiedenen Institutionen und Vereinen wurden Gespräche geführt. Die vielen Informationen werden jetzt nach einem eigens erstellten Anforderungsprofil sortiert und bewertet. Im Frühjahr 2011 sollen die ersten Ergebnisse am Tisch liegen. Danach wird die Gruppe einen Vorschlag ausarbeiten, was in Zukunft im Areal Strohdorf stattfinden soll bzw. kann. Anschließend werden sich die Gemeindegremien intensiv damit beschäftigen. Ich gehe davon aus, dass wir im Herbst 2011 dann in die konkrete Planung einsteigen werden und 2012 mit der ersten Phase der Umsetzung beginnen können. Aus dem Rathaus 3 Blick ins Gemeindegeschehen Fortsetzung VOGEWOSI Dornbirner Straße Biomasseheizung Strohdorf Im Zuge der Neuerrichtung des Sternenareals musste auch unsere Biomasse an die neuen Erfordernisse angepasst werden. Rathaus, Hauptschule inkl. Hofsteig- und Ringerhalle, Musikschule, Cubus, Vereinshaus und eben das neue Sternenobjekt sind inzwischen an der umweltfreundlichen Anlage angeschlossen. Das Leitungsnetz wurde entsprechend erweitert, alle Abnehmer mit neuen Übergabestationen ausgerüstet. Auch die Heizzentrale im Rathaus musste nach 50 Jahren erneuert werden. Insgesamt investierte die Gemeinde ca. 300.000,-- Euro. Damit wurde aber auch gleichzeitig die Voraussetzung geschafften, die Biomasse in Zukunft erweitern zu können. In den vergangen Wochen wurden ca. 100 Haushalte in der nächsten Umgebung angeschrieben, um einen möglichen Anschlussbedarf zu erheben. Die ersten Rückmeldungen sind durchwegs vielversprechend. 2011 wird die Auswertung erfolgen. Dann wird gegebenenfalls zu entscheiden sein, ob eine Erweiterung sinnvoll und umsetzbar ist. VOGEWOSI Dornbirner Straße bezogen Ende September wurde die 2. Bauetappe der Wohnanlage Dornbirner Straße fertig gestellt. Bei schönstem Wetter, durften der Geschäftsführer der VOGEWOSI Dr. HansPeter Lorenz und Bürgermeister Christian Natter die 20 Wohnungen im Rahmen eines kleinen Festes im Innenhof der Wohnanlage, an Wolfurter Familien übergeben. Unser Pfarrer German Amann sorgte, in seiner bekannt humorvollen Art, für den geistlichen Segen. Auch einige Mitglieder des Wohnungsausschusses, allen voran Gemeinderätin Elisabeth Fischer waren unter den zahlreichen Gästen. Die zwei Häuser wurden nach den neuesten energetischen Erkenntnissen in Passivhausstandard erbaut. Erschwingliche Betriebskosten sollen damit auch in Zukunft garantiert sein. Die ansprechende Architektur, der großzügige Innenraum und die örtliche Lage dürfen als besonders hervorhebenswert bezeichnet werden. Erstmals wurde bereits im Vorfeld eine „Einzugsbegleitung“ organisiert. Sie soll dazu beitragen, dass die zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner sich kennenlernen und ein gegenseitiges Miteinander gefördert wird. Inzwischen wurden in Wolfurt insgesamt 389 gemeinnützige Wohnungen erbaut. Unsere Gemeinde liegt damit vorarlbergweit im Spitzenfeld. Bauhofmitarbeiter auf Klausur In den letzten Jahren hat es mehrere Führungswechsel im Bauhof gegeben. Es war daher an der Zeit, die eingefahrenen Strukturen zu hinterfragen und Aufgaben neu zu definieren. Unter der Leitung von Dr. Wolfgang Herburger hat sich unser gesamtes Team (inkl. Gemeindesekretär Dr. Sylv Schneider und Bürgermeister Christian Natter) eineinhalb Tage intensiv mit der Organisation und den internen Arbeitsabläufen auseinander gesetzt. Gemeinsam wurden Qualitätsmechanismen entwickelt. Unser Ziel ist es, nicht nur die internen Strukturen zu verbessern, sondern den Bauhof auch als Dienstleister für unseren gesamten Ort zu präsentieren. Lesen Sie mehr dazu in der nächsten WolfurtInfo. 4 Aus dem Rathaus Bauhofmitarbeiter-Klausur Tobelbach Holznutzung Tobelbach In den kommenden Wochen wird zur Minimierung der Verklausungsgefahr Holz, das sich im Bachbett des Tobelbachs befindet, entfernt. Zum Zweck des Hochwasserschutzes ist es auch dringend erforderlich, Holznutzungen in den Grabeneinhängen des Tobelbaches vorzunehmen, die im Zuge dieser Maßnahmen ebenfalls durchgeführt werden. Es wird daher oberhalb des Auffangbeckens bergwärts bis zur „Mäserlichtung“ zu erheblichen Holzschlägerungen kommen. Die Arbeiten sollen in den kommenden Wochen erfolgen. Der Abtransport wird in Richtung Bucher Straße erfolgen. In dieser Zeit wird der Wanderweg teilweise gesperrt werden müssen bzw. nur erschwert passierbar sein. Ich bitte um Ihr Verständnis und um Beachtung der Absperrungen. Immer wieder kommt es bei Starkniederschlägen durch Verklausungen zu gefährlichen Situationen und Überschwemmungen. Ich möchte bei dieser Gelegenheit daher nochmals alle Waldbesitzer darauf aufmerksam machen, ihre Wälder, speziell in unmittelbarer Nähe zu den Gewässern, von Totholz zu säubern. Diese Verpflichtung ist im Forstgesetz eindeutig verankert. Ich bedanke mich für Ihre Mithilfe. Bei Fragen wenden Sie sich bitte direkt an unseren Waldaufseher Jürgen ERNST (Tel. 0664/625 56 16). Anrufe, dass die Straßen in Wolfurt besonders gut geräumt sind. Ich gebe dieses Lob gerne auf diesem Wege an unsere Mitarbeiter weiter. Mein Dank gilt aber auch allen anderen Unternehmen, die für uns, für das Land oder für Private die Schneeräumungen professionell erledigen. Trotzdem bitte ich um Verständnis, dass bei starkem Schneefall nicht überall gleichzeitig geräumt werden kann. Ich möchte aber auch darauf aufmerksam machen, dass lt. § 93 der Straßenverkehrsordnung jeder Grund- und Hausbesitzer verantwortlich ist, dass Gehsteige und Gehwege vor dem eigenen Grundstück geräumt, bzw. bei Schnee und Glatteis gestreut sein müssen. Ich bedanke mich bei allen Eigentümern, die immer den Winterdienstverpflichtungen nachkommen! Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit der Fußgänger. Sperre Wanderweg nach Buch Aufgrund eines Erdrutsches auf der alten Bucher Straße musste der Wanderweg ab der Abzweigung von der Genossenschaftsstraße aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. Wir werden möglichst bald im Frühjahr die Reparaturarbeiten durchführen und bitte Sie bis dahin um Ihr Verständnis. Schneeräumung - auch Pflicht der Grund- und Hausbesitzer?! Um den KFZ-Lenkern, Fahrradfahrern und Fußgängern sichere Verhältnisse zu bieten, sind unsere Bauhofmitarbeiter, wenn nötig, beinahe rund um die Uhr im Einsatz. Den Wintereinbruch Ende November haben sie bestens gemeistert. Ich bekam einige Euer Bürgermeister Christian Natter Aus dem Rathaus 5 Isabella Hechenberger Alexandra Waibel Marlene Troy Selina Resch Monika Böhler Sandra Paiser Klaudia Nagl Sandra Westreicher Neue Mitarbeiterinnen im Kindergartenbereich Die vom Landesgesetzgeber vorgegebenen Änderungen, wie beispielsweise die Öffnung der Kindergärten für Dreijährige, oder die Senkung der Kinderzahlen je Gruppe, aber auch der unerwartete Ansturm an unsere neue Ganztageseinrichtung „KiVi“, stellten unser Kindergartenteam im vergangenen Jahr vor enorme Herausforderungen. Um diesen Herausforderungen auch für die Zukunft gerecht werden zu können, musste der Personalstand kräftig aufgestockt werden. Daneben ergaben sich aber auch durch Integrationsgruppen, Karenzierungen, Kündigungen etc. diverse Verschiebungen und Ausweitungen der Dienstzeiten. Im Kindergarten Bütze verstärkt Klaudia Nagl das Team. Sie übernimmt auch einen Teil der frühen Sprachförderung. Neu im Team des Kindergartens Fatt ist Isabella Hechenberger. Hier übergab zudem Irma Fehr die Kindergartenleitung an Adrienne Kienreich. Unsere Sonderkindergärtnerin Birgit Wilke wechselte von der KiVi in die Integrationsgruppe im Kindergarten Strohdorf. Dafür ist nun Doris Lang ganztägig in der KiVi angestellt. Erstmalig verfügen wir heuer über eine Springerin - Monika Böhler. Sie ist ebenfalls am Kindergarten Strohdorf stationiert. Neben der angeführten Personalrochade wurde das KiVi-Team mit Selina Resch ergänzt. Im Kindergarten Rickenbach ging Vera König in Karenz. An ihrer Stelle verstärkt nun Sandra Paiser den Kindergarten. Ein Dienstposten wurde geteilt und konnte mit Marlene Troy eine Mitarbeiterin für das Job-Sharing-Modell gewonnen werden. Ganz besonders erfreulich ist auch, dass sich nach einjähriger Pause wieder in den Personen von Sandra Westreicher und Alexandra Waibel zwei Sprachheillehrerinnen um Kinder mit Sprachfehlern kümmern können. Wir wünschen den neuen Mitarbeiterinnen viel Freude und Erfolg bei ihren Tätigkeiten. 6 Aus dem Rathaus Hypo-Bauherrenpreis für Volksschule Mähdle Auszeichnung für Sanierung der Volksschule Mähdle Bei der im September stattgefundenen Überreichung der Auszeichnungen des 6. Hypo-Bauherrenpreises konnten Vizebgm. Angelika Moosbrugger und DI Jutta Nenning die Urkunde und einen Apfelbaum, der seinen Platz im Außenbereich des Kindergarten Fatt bzw. des Seniorenheims gefunden hat, entgegennehmen. Von den rund 150 Einreichungen wurden zehn mit Preisen und 16 mit Auszeichnungen für überzeugende und zukunftsweisende Bauten honoriert. Gemäß der Ausschreibung mussten die Projekte im Zeitraum zwischen Jänner 2005 und Juni 2010 entstanden und Bauten von "hoher architektonischer, raumplanerischer und energetischer Qualität" sein. Vor allem nachhaltiges Handeln bei den verschiedensten Aufgabenstellungen überzeugte die Jury in der Kategorie Sanierung. Aus dem Jurybericht: Nicht umgebaut, nicht nachgebessert - diese Schule wurde von einem engagierten Bauherrn mit Gewinn weitergebaut! Bauherr: Marktgemeinde Wolfurt Immobilienverwaltungs GmbH & Co KG Architekt: Arch. DI Gerhard Zweier Gemeindearchiv umgesiedelt Mitte Oktober war es soweit - das über viele Jahre von Siegfried Heim betreute Gemeindearchiv konnte in die neu errichteten Räumlichkeiten oberhalb der Schulwartwohnung bei der VS Mähdle umziehen. Die neu gegründete, rührige Archivgruppe um Vizebgm. Angelika Moosbrugger und DI Richard Eberle packte kräftig an, um die Archivalien vom Gemeindeamt in die neuen Räumlichkeiten zu transportieren. Siegi Weber und Dieter Gorbach vom Gemeindebauhof verstärkten das Umzugsteam. In Schachteln verpackt wurden die Dokumente umgelagert. Dass weder das Rathaus, noch die neuen Räumlichkeiten über einen Lift verfügen, konnte die Mannschaft nicht von der schweißtreibenden Arbeit abhalten. Aus dem Rathaus 7 Veränderungen im Gewerberegister Eintragungen in das Gewerberegister Isabelle Tembl-Böhler, Werbegrafik-Designerin, Sonnenstraße 11, Wolfurt; Katarina Millecker, Personenbetreuung, Bützestraße 8, Wolfurt. „rasch4you“ Rackette & Schwendinger OG, Handelsgewerbe und Handelsagentengewerbe, Lauteracher Straße 1, Wolfurt; Marcel Melchior Meyer, Finanzdienstleistungsassistent (Ausübung von Tätigkeiten gemäß § 2 Abs.1 Z 15 des Wertpapieraufsichtsgesetztes 2007), Inselstraße 15/3. Patrick Fischer, Erzeugung von pyrotechnischen Artikeln sowie Handel mit pyrotechnischen Artikeln (Pyrotechnikunternehmen), eingeschränkt auf den Handel mit pyrotechnischen Artikeln, Holzriedstraße 33, Wolfurt; Manfred Schnedl, Handelsgewerbe und Handelsagentengewerbe sowie Kraftfahrzeugtechnik verbunden mit Karosseriebau- und Karosserielackiertechnik (verbundenes Handwerk), Im Wida 6a, Wolfurt; Dazud e.U., Johan Kotze, Bedrucken von Plastik, Metall und Textilien (ausgenommen Folien), Im Dorf 8, Wolfurt; EberleTec e.U. Ingenieurbüros (Beratende Ingenieure) für Technische Physik, Erlenstraße 5; Gerhard Winder, Immobilientreuhänder eingeschränkt auf Bauträger, Holzriedstraße 21. Hermine Antonia Ladurner, Erzeugung von Kappen, Patschen, Taschen und Schals sowie losen Sitzauflagen in einfacher Art aus Filz, LorenzSchertler-Straße 12a, Wolfurt. Eva Prisztacsova, Personenbetreuung, von Wolfurt, Bregenzer Straße 29b nach Bludesch; Maria Jevinova, Personenbetreuung, von Hörbranz, nach Wolfurt, Felle 8; Mario Josef Greißing, Mechatroniker für Elektromaschinenbau und Automatisierung (Handwerk) verbunden mit Mechatroniker für Maschinen- und Fertigungstechnik; Mechatroniker für Elektronik, Büro- und EDV-Systemtechnik; Mechatroniker für Medizingerätetechnik, von Wolfurt, Achstraße 1 nach Hohenweiler; Katharina Millecker, Personenbetreuung von Wolfurt, Bützestraße 8 nach Egg. Kostenlose Sprechstunden von Rechtsanwälten und Notaren Die kostenlosen Beratungs-Sprechstunden von Rechtsanwälten und Notaren werden von der Wolfurter Bevölkerung gerne in Anspruch genommen, daher wird dieses Beratungsangebot wie folgt fortgesetzt: Errichtung einer weiteren Betriebsstätte Georg Viktor Madlener, Gastgewerbe Gasthaus „Kreuz“, Dornbirner Straße 1, weitere Betriebsstätte: Rheinauweg 65a, Höchst. MAWERA Holzfeuerungsanlagen Gesellschaft mbH, Industriemäßiger Maschinen- und Kesselbau einschließlich dazugehöriger Steuerungen, Handelsgewerbe eingeschränkt auf Einzelhandel mit Maschinen, Hard, weitere Betriebsstätte: Flotzbachstraße 33, Wolfurt Sprechstunden Rechtsanwälte von 18:00 - 20:00 Uhr Mittwoch, 05. Jänner 2011: Dr. Wolfgang Hirsch - ENTFÄLLT Mittwoch, 02. Februar 2011: Dr. Claus Brändle Mittwoch, 2. März 2011: Dr. Nikolaus Schertler Mittwoch, 6. April 2011: Dr. Wolfgang Hirsch Übergang einer Gewerbeberechtigung aufgrund einer Umgründung Gewerbeinhaber (Rechtsnachfolger): Alber Großküchentechnik GmbH & Co KG, Wälderstraße 15d, Wolfurt, früherer Gewerbeinhaber (Rechtsvorgänger): Alber Großküchentechnik GmbH, Kesselstraße 10g. Reisebüro Sonne und Meer GmbH, Johann Jakob Metzler, Reisebüro, Kirchstraße 20; Schwärzler Betriebs GmbH, Spengler (Handwerk) verbunden mit Kupferschmiede, Geschäftsführer: Jürgen Schwärzler, Kesselstraße 52. Gewerbelöschungen Wolfgang Rainer Stickler, Dienstleistungen in der automatischen Datenverarbeitung und Informationstechnik, Lorenz-Schertler-Straße 1, Wolfurt; Thomas Hörburger, Kraftfahrzeugtechnik, verbunden mit Karosseriebauer einschließlich Karosseriespengler und Karosserielackierer (Handwerk), Achstraße 47a; Harald Josef Wurzer, Betrieb eines Bräunungsstudios, Unterlinden 5; Bernd Schiffrer, Handelsgewerbe und Handelsagenten, Lerchenstraße 50a, Wolfurt. Mag. Andrea Dotter, Finanzdienstleistungsassistentin, Bahnhofstraße 9, Wolfurt. Sprechstunden Notar von 18:00 - 19:00 Uhr Mittwoch, 19. Jänner 2011: Dr. Klaus Ender Mittwoch, 16. März 2011: Dr. Klaus Ender Übergang einer Gewerbeberechtigung aufgrund einer Umgründung sowie die Bestellung eines gewerblichen Geschäftsführers Zahnmedizinisches Institut Dr. Huemer GmbH, Handelsgewerbe, eingeschränkt auf den Handel mit Mundhygienehilfsmitteln, Lauteracher Str. 8a, Geschäftsführer: Dr. med. Peter Huemer. Löschung des gewerblichen Geschäftsführers Benz Turn- und Sportgeräte Gesellschaft m.b.H., Handelsgewerbe eingeschränkt auf den Handel mit Sportgeräten, Schwimmbadausrüstungen, Kinderspielplatzgeräten, Montage und Wartung von Turn- und Sportgeräten, Achstraße 46, Wolfurt, Geschäftsführer: Kaspar Troy. Die Sprechstunden finden jeweils im Rathaus Wolfurt statt. Notariatsverteilung bei Todesfällen Zur Abwicklung der Verlassenschaften nach Todesfällen von Familienangehörigen wurden vom Bezirksgericht Bregenz die Notare für folgende Termine nominiert: Standortverlegungen Gerd Gmeiner, Karosseriebauer einschließlich Karosseriespengler und Karosserielackierer, von Dornbirn nach Wolfurt, Dornbirner Straße 14a; Berghild Böhler, Hilfestellung zur Erreichung einer körperlichen bzw. energetischen Ausgewogenheit mittels der Methode von Dr. Bach, mittels Auswahl von Farben, Düften, Lichtquellen, Aromastoffen, Edelsteinen, Musik, unter Anwendung kinesiologischer Methoden, mittels Interpretation der Aura, durch sanfte Berührung des Körpers bzw. gezieltes Auflegen der Hände an bestimmten Körperstellen, mittels Cranio Sacral Balancing, von Bregenz nach Wolfurt, Kirchstraße 43; Dariusz Adam Mazur, Personenbetreuung, von Wolfurt, Schmerzenbildstraße 11 nach Dornbirn; Böhler Sportpreise Gesellschaft m.b.H., Handelsgewerbe (Einzelhandel), von Wolfurt Fattstraße 68 nach Dammstraße 61; Julia Vojtekova, Personenbetreuung, von Wolfurt, Florianweg 3/1 nach Bregenz; Bestellung eines gewerblichen Geschäftsführers VETSCH Internationale Transporte GmbH, Spediteure einschließlich der Transportagenten, eingeschränkt auf Zollabfertigungen aller Art, Geschäftsführer: Klaus Günter Neumayer, Senderstraße 30. Benz Turn- und Sportgeräte Gesellschaft m.b.H., Handelsgewerbe eingeschränkt auf den Handel mit Sportgeräten, Schwimmbadausrüstungen, Kinderspielplatzgeräten, Montage und Wartung von Turn- und Sportgeräten, Achstraße 46, Wolfurt, Geschäftsführer: Gunter Benz. Todesfälle jeweils Dr. Nikolaus Ender Jänner, Juni, und 01.11. - 12.11. Dr. Ivo Fussenegger Februar, Juli, und 13.11. - 26.11. Dr. Richard Huter März, August, und 27.11. - 07.12. Dr. E. Michel April, September, und 08.12. - 20.12. Dr. Kurt Zimmermann Mai, Oktober, und 21.12. - 31.12. Änderung des Firmennamens ÖBB-IKT GmbH, (früher ÖBB-Dienstleistungs Gesellschaft mbH) Gastgewerbe Selbstbedienungsrestaurant (Betriebsküche „Güterbahnhof Wolfurt“), Senderstraße 20, Wolfurt 8 Aus dem Rathaus Heizkostenzuschuss für das Jahr 2010/2011 Wie in den vergangenen Heizperioden besteht auch in der Heizperiode 2010/2011 für Personen, die ihren Lebensunterhalt, zu dem auch die Kosten für Beheizung zählen, für sich und für die in Familiengemeinschaft lebenden unterhaltsberechtigten Angehörigen voraussichtlich nicht oder nicht ausreichend selbst beschaffen können die Möglichkeit, eine finanzielle Hilfe zu erhalten. Zum Einkommen zählen somit insbesondere Löhne, Gehälter, Renten, Pensionen, Leistungen aus der Arbeitslosen- und der Krankenversicherung, weiters Wohnbeihilfen, Unterhaltszahlungen jeglicher Art, Kinderbetreuungsgeld und Lehrlingsentschädigungen. Nicht als Einkommen gelten Familienbeihilfen, Familienzuschüsse, Kinderabsetzbeträge, Studienbeihilfen, Pflegegelder, Zuschüsse im Rahmen der Unterstützung der 24-Stunden-Betreuung oder bei sonstiger ambulanter Pflege, Opferrenten nach dem Opferfürsorgegesetz sowie Grundrenten nach dem Kriegsopferversorgungs- und Heeresversorgungsgesetz. Unberücksichtigt bleiben auch allfällige Sonderzahlungen (sogenannte 13. und 14.). Tatsächlich geleistete Unterhaltszahlungen werden bei der Ermittlung der Höhe des Einkommens bis zu einem Betrag von € 133,00 pro Person berücksichtigt. Sämtliche Einkommen bzw. zu leistende Unterhaltszahlungen sind durch möglichst aktuelle Unterlagen (z.B. Pensionsbezugsabschnitt, Gehaltszettel, Kontoauszug, Wohnbeihilfebestätigung) nachzuweisen. Antragstellung und Ausbezahlung: Der Heizkostenzuschuss kann im Zeitraum von Montag, den 18. Oktober 2010 bis Freitag, den 11. Februar 2011, beim Marktgemeindeamt Wolfurt, Bürgerservice, beantragt werden. Personen, die aus Mitteln der Sozialhilfe (Bedarfsorientierte Mindestsicherung) unterstützt werden, haben keinen Anspruch auf diesen Zuschuss, da deren Aufwand für Beheizung bereits im Rahmen der Sozialhilfe getragen wird. Berücksichtigung von Einkommen und Vermögen: a) Einkommen Das monatliche Haushaltseinkommen darf laut Tabelle höchstens betragen. 1 Anzahl Erwachsene (alleinstehend, alleinerziehend, Ehepaar, Lebensgemeinschaft oder sonst max. 2 Erwachsene) 1 2 1 1 1 1 1 2 2 2 2 Anzahl Kinder bzw. weitere erwachsene Person im Haushalt 3 Mtl. Nettoeinkommen bis höchstens Euro 4 Mtl. Nettoeinkommen + 10 % in besonders berücksichtigungswürdigen Fällen (Härtefall) 1.122,-1.651,-1.268,-1.415,-1.561,-1.707,-1.854,-1.797,-1.944,-2.090,-- 1 2 3 4 5 1 2 3 1.020,-1.501,-1.153,-1.286,-1.419,-1.552,-1.685,-1.634,-1.767,-1.900,-- b) Vermögen Die Vermögenssituation bleibt gänzlich außer Betracht. Bei Zuschussgewährung wird der Heizkostenzuschuss von 250,- unverzüglich ausbezahlt. Für allfällige weitere Fragen steht Ihnen das Marktgemeindeamt Wolfurt, Bürgerservice, Telefon 05574/6840 Frau Köb (DW 10), Frau Amhof (DW 16) oder Herr Hinteregger (DW 17) gerne zur Verfügung. Als Einkommen gelten alle Einkünfte aus selbständiger Arbeit, aus nicht selbständiger Arbeit, aus Gewerbebetrieb, aus Land- und Forstwirtschaft sowie aus Vermietung und Verpachtung. Aus dem Rathaus 9 Fundamt Fundgegenstände und Fahrräder, welche im 4. Quartal 2010 im Fundamt abgegeben wurden: diverse Schlüssel Geldtasche mit höherem Geldbetrag Ebenfalls wurden diverse Fahrräder abgegeben, die während der Amtsstunden beim Gemeindeamt Wolfurt, Fundamt (Tel.-Nr.: 05574/6840-10, Fax: 6840-810, E-Mail: angelika.koeb@wolfurt.at) besichtigt und an den rechtmäßigen Besitzer ausgefolgt werden können. Direkte Informationen finden Sie auch im Internet unter www.fundinfo.at Angelika Köb Kinderferien-Aktionen im Sommer 2011 Ferienheim Oberbildstein für Kinder von 6 - 13 Jahren (Jahrgänge 1998 - 2005) Anmeldungen ab Jänner 2011 bei der Marktgemeinde Lustenau, Yvonne Ulrich, Sozialamt, Tel.: 05577/8181-303, E-Mail: yvonne.ulrich@lustenau.at Ferienheim Amerlügen Informieren Sie sich ab Ende Jänner 2011 beim Amt der Stadt Feldkirch, Anita Leonhartsberger-Schrott, Bürgerservicestelle, Tel.: 05522/304-1244, E-Mail: anita.leonhartsbergerschrott@feldkirch.at Information bezüglich Vermessungsarbeiten Auch dieses Jahr werden in unserem Gemeindegebiet, im Zuge der jährlichen GISNachführung, wieder div. Neubauten, Zubauten und Veränderungen bei Gebäuden vermessen. Früher wurden diese Vermessungsarbeiten von der VKW durchgeführt. Das Privatunternehmen Vermessungsbüro Dobler GmbH aus Lorüns hat nun die Vermessungsarbeiten übernommen. Ferienheim Schönenbach für Kinder von 8 - 13 Jahren Anmeldungen ab Februar 2011 beim Vorarlberger Kinderdorf, Angelika Bösch, Tel.: 05574/4992-0, E-Mail: kindersommer@voki.at. Weitere Informationen unter: www.kindersommer.com Voraussichtlich wird Mitte Februar 2011 mit den Arbeiten begonnen, und dauern bis ca. Mai 2011. Wir bitten die Bevölkerung um Unterstützung und Verständnis, da meistens auf Privatgrund Zutritt gewährt werden muss. Bei eventuellen Rückfragen steht Ihnen gerne Michael Hechtl unter 05574/6840-12, oder E-Mail: michael.hechtl@wolfurt.at zur Verfügung. 10 Aus dem Rathaus Gefahr am Schutzweg: Bei Dunkelheit leben Fußgänger gefährlich Fußgänger müssen in der dunklen Jahreszeit mit erhöhtem Unfallrisiko rechnen. Grund hierfür sind schlechte Sicht, die Witterungsverhältnisse und dunkle Kleidung. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) startet jetzt die Aktion „Vorrang für Zebras“, denn Sichtbarkeit rettet Leben. Für Fußgänger beginnt nun die unfallträchtigste Zeit des Jahres: Früh einsetzende Dunkelheit und schlechte Sichtverhältnisse sorgen für vermehrte Fußgängerunfälle. In den vergangenen fünf Jahren passierten in Vorarlberg insgesamt 938 Unfälle mit Fußgängern. Statistisch gesehen sind die Monate November und Dezember die gefährlichsten Monate für Fußgänger. Schlechte Witterungsverhältnisse, schlechte Sicht und dunkle Kleidung sind die Hauptgründe für die hohe Unfallgefahr. Damit der abendliche Heimweg oder Spaziergang für Fußgänger unfallfrei bleibt, hilft helle Kleidung oder am besten Kleidung, die mit Reflektoren ausgestattet ist. „Ein Fußgänger, der Kleidung mit Reflektoren trägt, ist für einen Autofahrer mit Abblendlicht bereits aus 150 Metern Entfernung zu sehen - ein dunkel gekleideter erst aus etwa 20 bis 30 Metern“, erklärt Martin Pfanner, Leiter der Landesstelle Vorarlberg im KfV (Kuratorium für Verkehrssicherheit). Keine Chance für Unsichtbarkeit: Aktion „Vorrang für Zebras“ Fußgänger sehen zwar hellbeleuchtete Kfz bereits aus der Ferne, sie selbst werden dagegen aber vom motorisierten Verkehr oft erst sehr spät wahrgenommen. „Aus unseren Studien wissen wir, dass bei Nacht eine deutlich geringere Anhaltebereitschaft vor Zebrastreifen besteht als tagsüber“, weiß Pfanner. Das gilt vor allem vor schlecht beleuchteten Zebrastreifen - hier ist die Anhaltebereitschaft um ein Drittel geringer als bei gut ausgeleuchteten Zebrastreifen. Sichtbarkeit rettet Leben Das KfV startete daher zur Zeitumstellung von Sommer- auf Winterzeit Ende Oktober die Aktion Zebra. Dabei stehen Weiße Engel mit hochreflektierenden „Vorrang für Zebra“-Tafeln an Schutzwegen, um Autofahrer auch bei Dunkelheit bzw. Dämmerung an den Vorrang für Fußgänger am Schutzweg zu erinnern. In jedem Bezirk Vorarlbergs postieren sich an Fußgängerübergängen ohne Ampelregelung auf jeder Seite Aktionsmitarbeiter mit einer Tafel „Vorrang für Zebras“. Wenn sich ein Fußgänger dem Gehsteigrand nähert, um die Fahrbahn zu überqueren, postiert sich das „Zebra“ mit der Tafel auffällig am Gehsteigrand, um so herannahende Autofahrer zum Anhalten zu motivieren. Fußgänger und Autofahrer werden über die Gefahren informiert und erhalten Reflektionsmaterialien. Weitere Sicherheits-Tipps für die dunkle Jahreszeit Überprüfen Sie Ihre Fahrzeugbeleuchtung > > Rüsten Sie um auf hochwertige Scheinwerferlampen > Säubern Sie die Scheiben regelmäßig > Geschwindigkeit reduzieren bei Dämmerung und in der Dunkelheit > Reflektoren und helle Kleidung bieten mehr Sicherheit > Tragen Sie Warnwesten Rückfragehinweis: Martin Pfanner Kuratorium für Verkehrssicherheit Tel.: 05-77077-1700 E-Mail: martin.pfanner@kfv.at www.kfv.at Gemeindepanorama 11 Hofsteig-Ader: Randmarkierungen sind keine Radstreifen! Wir möchten an dieser Stelle nochmals darauf aufmerksam machen, dass es sich bei der auf der Landesstraße L 3 aufgebrachten ockerfarbigen Randmarkierung nicht um Radstreifen handelt. Diese Markierung wurde gemäß dem Gestaltungskonzept des Hofsteig-AderProjekts aufgebracht, um den Straßenraum optisch schmaler ausschauen zu lassen. Dadurch soll - in Kombination mit den fehlenden Mittelstreifen - eine geschwindigkeitsreduzierende Wirkung erreicht werden. Leider ist in einem Medienbericht diese Randmarkierung fälschlicherweise als Fahrradstreifen bezeichnet worden. Es soll deshalb nochmals klargestellt werden, dass Radler nicht verpflichtet sind, sich auf der L 3 ausschließlich auf diesen optischen Randmarkierungen zu bewegen. Es wird im Gegenteil sogar empfohlen, sich im Regelfall auf der Fahrbahn knapp neben der Randmarkierung zu bewegen. Damit kann vermieden werden, dass man mit dem Pedal am Randstein hängen bleibt und so zu Sturz kommt. Außerdem ist es auch für andere Kraftfahrzeuge möglich, bei Bedarf kurzfristig auf die Randmarkierung auszuweichen - wenn sich beispielsweise zwei breite LKWs begegnen. Wir hoffen, dass wir mit dieser Information allfällige Unklarheiten beseitigen konnten und möchten alle Wolfurterinnen und Wolfurter bitten, diese Information auch an Bekannte, Verwandte und Freunde weiterzugeben. Hans Fetz, Gemeinderat für Infrastruktur 5 Gemeinden - ein Fluss: Exkursion per Rad zur weiteren Planung Unter dem gemeinsamen Dach „5 Gemeinden - ein Fluss“ bündeln die Bregenzerach-Gemeinden Bregenz, Hard, Kennelbach, Lauterach und Wolfurt wie berichtet ihre Aktivitäten für den Erholungsraum am Fluss. In enger Abstimmung mit dem Natur- und Landschaftsschutz, der Wasserwirtschaft und der Raumplanungsabteilung beim Land Vorarlberg wird das Freizeiterlebnis an der Bregenzerach Schritt für Schritt weiterentwickelt. Eine gemeinsame Charta für alle Maßnahmen haben die 5 Gemeinden bereits beschlossen, auch eine gemeinsame Arbeitsgrundlage liegt vor. Derzeit werden die Vorhaben für das kommende Jahr abgestimmt. Dazu waren die Vertreter aller 5 Gemeinden am 5. Oktober 2010 per Rad in der Natur unterwegs, um sich vor Ort ein Bild zu machen - auch strömender Regen bremste sie nicht. Vizebgm. Angelika Moosbrugger 12 Gemeindepanorama Erster Teilabschnitt der Hofsteig-Ader eröffnet Bei Kaiserwetter konnte Bürgermeister Christian Natter am 9. Oktober 2010 eine Anzahl prominenter Gäste, Vertreter der ausführenden Firmen, aber auch viele Anrainer und Interessierte zur Eröffnung des 1. Teilabschnittes der Hofsteig-Ader begrüßen. Neben dem Vertreter des Landes, Landesrat Mag. Karl-Heinz Rüdisser, galt sein Gruß Bezirkshauptmann Dr. Elmar Zech, Bgm. Manfred Flatz aus Schwarzach, den Altbürgermeistern Helmut Leite, Hugo Rogginer und Erwin Mohr, Pater Rufus, der die Segnung vornahm, dem Gemeindevorstand mit dem für Infrastruktur zuständigen Gemeinderat Hans Fetz, dem Verkehrsexperten Herrn Köbi aus Könitz, dem für den Bau Verantwortlichen, Hans Zengerle, sowie allen Erschienenen. Umrahmt wurde die Feier durch die Bürgermusik Wolfurt. Großes Echo fand dieses Projekt einerseits wegen der durch den Bau zum Ausdruck gebrachten Absicht, eine Hauptverkehrsader zu einem gemeinsam und gleichrangig nutzbaren öffentlichen Raum umzugestalten, aber auch durch die einmalige Zusammenarbeit des Landes und der beiden Gemeinden Schwarzach und Wolfurt mit Einbindung der Bevölkerung in den Planungsprozess. Für den ersten Bauabschnitt wurden EUR 1,5 Mill., von welchen 70 % das Land Vorarlberg und 30 % die Marktgemeinde Wolfurt finanzierten. Auch wurden im Zuge der Bauarbeiten die gesamten Leitungssysteme erneuert. Großes Lob wurde den ausführenden Firmen und dem Gemeindebauhof gezollt, die dafür Sorge trugen, dass die Anrainer trotz der Bauarbeiten geringstmögliche Behinderungen in Kauf nehmen mussten. Hans Fetz, Gemeinderat für Infrastruktur Gemeindepanorama 13 Neubürgerfeier im Cubus Zur Neubürgerfeier der besonderen Art hat die Gemeinde im September alle neu zugezogenen Mitbürgerinnen und Mitbürger eingeladen. Vizebürgermeisterin Angelika Moosbrugger und Gemeinderätin Elisabeth Fischer schlüpften in eine für sie neue Rolle und führten die zahlreich erschienenen Gäste durch den Abend. Heimatforscher Siegfried Heim wusste viel Interessantes über die Geschichte Wolfurts in Wort und Bild zu erzählen, der Film über das Ehrenamt in Wolfurt ließ so manchen Gast staunen. Ein Bläser-Ensemble der Musikschule am Hofsteig sorgte für erste musikalische Höhepunkte, Bürgermeister Christian Natter gab mit interessanten Details Einblick in das Gemeindegeschehen. Die Gemeinderäte berichteten von der vielfältigen Arbeit in den einzelnen Ressorts. Der weitere Abend wurde von der erfolgreichen Wolfurter Musikerin und Sängerin Theresia Natter begleitet. Bei einem Umtrunk mit kleinem Buffet blieb für die neuen Wolfurterinnen und Wolfurter viel Raum, um sich mit den politisch Verantwortlichen und den anwesenden Vereinsobleuten zu unterhalten und neue Kontakte zu knüpfen. Elisabeth Fischer, Gemeinderätin für Soziales 14 Gemeindepanorama Gemeindepanorama 15 Gasthaus “Stern” als neuer Stern in der Wolfurter Die neuen Pächter sind: Thomas Dellagiacoma, Jg. 1984 geb. in Feldkirch, wohnhaft in Lauterach Thomas hat seine gastronomische Laufbahn 2000 als Lehrling im Montafoner Hof in Tschagguns begonnen und wurde beim 39. Bundeslehrlingswettbewerb in Innsbruck Silbermedaillengewinner. In seiner Laufbahn als Koch war er unter anderem im Restaurant „Guth“ Lauterach, Hotel Schwärzler, Bregenz, Genießerhotel Mondschein, Stuben, Gasthaus Käthr, Hard und bei Walch’s Event Hospitally für Moto GP tätig. In den letzten Jahren war er Küchenchef in der Sichtbar, Dornbirn und zuletzt in Bregenz „Deuringstr. elf“. Thomas Dellagiacoma: „Nach meiner Ausbildung war ich in mehreren namhaften Gastronomiebetrieben in Vorarlberg tätig und habe schnell bemerkt, dass man in diesem Gewerbe nur erfolgreich sein kann, wenn man für die Gastronomie lebt. Wichtig ist Wissen, Wissen über die Küche, Service und Management, sprich: auf was der Vorarlberger in einem Gasthaus Wert legt.“ Seit der Schließung des alten „Sternen“ hat im Ortsteil Strohdorf etwas gefehlt. Im Juni 2011 wird das neue GASTHAUS STERN eröffnen. Neben dem sichtbaren baulichen Fortschritt werkelt unsere Gemeindeimmobiliengesellschaft noch an der Planung für die Einrichtung des Lokals. Mit eingebunden in diese letzten Planungsüberlegungen sind auch bereits die zukünftigen Pächter dieses Lokals. Nach der Ausschreibung der Gastronomiepacht gab es zwölf Bewerber, die vom Gastronomieberater vorgeprüft wurden. Vier dieser Bewerber wurden zu einem eingehenden Hearing eingeladen, in dem sie die Möglichkeit hatten ihr Konzept zu präsentieren. Nach dem Hearing gab es einen einstimmigen Beschluss der Gesellschafterversammlung, zwei jungen, engagierten, innovativen und gut ausgebildeten Herren die Chance für den Schritt in die Selbstständigkeit zu geben. 16 Gemeindepanorama Gastronomieszene - zwei Jungprofis als Pächter Nach dem vorgelegten Konzept freuen sie sich auf den Spagat zwischen gehobenem, gutbürgerlichem Gasthaus und dem Gasthaus, in dem jeder Platz hat, auch wenn er nur ein Bier oder einen Kaffee trinken will. Sie freuen sich auch auf Veranstaltungen wie Hochzeiten, Firmen-, Familien-, Vereinsfeiern, aber auch auf die Bewirtung der Gäste des SternenHotel Garni. Neben Themenwochen wie Schlachtpartie und Wildwochen etc. wollen sie ihr hervorragendes Kochwissen auch an die Bevölkerung durch Kochkurse weitergeben. Statement der beiden Pächter: Das Gasthaus Stern, das in ein neues modernes Gebäude integriert ist, soll auch durch uns einen neuen Aufwind erleben. Wir möchten nicht nur ein Ort des zusammen Kommens sein, sondern gastronomische Lücken in Wolfurt schließen. Wir werden hauptsächlich mit regionalen Produkten arbeiten. Ebenso möchten wir mit besonderen Veranstaltungen das Wolfurter Dorfleben bereichern. Wir freuen uns auf Euer Kommen ab Juni.... Thomas Dellagiacoma & Sven Kaminski Sven Kaminski, Jg. 1982 geb. in Schleswig, wohnhaft in Bregenz (auf Wohnungssuche in Wolfurt) Sven machte seine Ausbildung in guten Restaurants in Deutschland, u.a. im Hotel Bötticherhof, Hamburg, Hotel Intercontinental, Hamburg. Seine erste Station in Österreich war das Hotel Mondschein, Stuben, wo er auch mit Thomas gearbeitet hat. Danach arbeitete er im Falstaff Restaurant Casino Bregenz, bei WalchCatering auch als Event-Küchenchef beim Team Catering BMW-Sauber F1 und ist momentan Küchenchef im Restaurant Bühne 3 im Festspielhaus. Sven Kaminski:„Ich bin seit 5 Jahren in Vorarlberg und finde es ein sehr schönes Land zum Leben. Es ist so facettenreich, traditionell und modern zugleich. In den Jahren in Vorarlberg habe ich ein soziales Netzwerk aufgebaut, auf das ich jederzeit zählen kann und nicht mehr missen möchte. Ich habe die Vorarlberger Küche kennen und kochen gelernt und bin von den heimischen Produkten begeistert“. Wir sind der festen Überzeugung, dass die beiden Jungprofis eine echte Bereichung für die Wolfurter Gastronomieszene sein werden. Ferde Hammerer, Geschäftsführer GIG Wolfurt v.l.n.r: GIG-GF Ferde Hammerer, Thomas Dellagiacoma, Sven Kaminski, DI Jutta Nenning Gemeindepanorama 17 Gala-Abend „Ehrenamt“ als Dank der Gemeinde Was wäre eine Gemeinde ohne ehrenamtlich engagierte Bürger und Bürgerinnen? Viele Vereine bieten Erwachsenen und Kindern eine schöne, interessante und sinnvolle Freizeitbeschäftigung an, bei der sie sich mit ihren Interessen und Fähigkeiten einbringen können. Das Ehrenamt ist in Wolfurt auch eine sehr wichtige Ergänzung zu professionellen Einrichtungen und deshalb aus dem Gemeindegeschehen nicht mehr weg zu denken. Daher lud die Gemeinde vor kurzem rund 400 ehrenamtliche Mitbürgerinnen und Mitbürger aus unserer Gemeinde als Dank zu einer Feierstunde in den Cubus ein. Eingebettet in ein stimmungsvolles Programm mit dem Kabarett „Mama und Däta“ sowie dem Künstlerpaar „Duo Viola“ wurde von den Gemeindeverantwortlichen die Wertschätzung und Anerkennung für die vielen unbezahlten und unbezahlbaren Stunden ehrenamtlicher Arbeit zum Ausdruck gebracht. Ohne die Arbeit dieser Mitbürgerinnen und Mitbürger, die in Vereinen und Organisationen, oft aber auch in der Nachbarschaft unschätzbare Dienste leisten, wäre unser dörfliches Gemeinschaftsleben um vieles ärmer. Das Motto des Gala-Abends war „Helfende Hände“. Der Dank aller gilt unserer EventManagerin Manuela Bundschuh für die vielen Ideen und die hervorragende Organisation. Danke auch den Kindergartenkindern, die bei der Gestaltung der Tischdekoration eifrig mitgeholfen haben. Bgm. Christian Natter 18 Gemeindepanorama Gemeindepanorama 19 Projektgruppe Integration Die Projektgruppe Integration gehört zum Ausschuss "Soziales Miteinander" und wird von Maria Thaler in Zusammenarbeit mit Durmus Yildiz geleitet. In mehreren Workshops, die Dr. Eva Häfele leitet, soll ein Integrationskonzept erarbeitet werden. Die Gruppe setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Kindergärten, der Schulen, der Jugendarbeit, der Wirtschaft und der Gemeindevertretungsfraktionen zusammen. Auch Personen, deren Eltern oder Großeltern Migrationshintergrund hatten, sind dabei. Auch viele von uns sind nach Wolfurt zugewandert... > Offenheit in den Beziehungen und Wertschätzung des anderen sind Basis, um ein MITEINANDER LEBEN zu ermöglichen. > Wichtige Handlungsfelder sind die deutsche Sprache und Bildung, Begegnungsmöglichkeiten und Kulturange> BrückenbauerInnen sind Unterstützung auf dem Weg zum WIR. > Ideal ist eine gleichmäßige Durchmischung aller, die in Wolfurt wohnen, in den Bereichen Bildung, Arbeitsmarkt, Gesundheit, Wohnen und Politik. Chancengleichheit ermöglicht die Teilhabe aller und ist Fundament für sozialen Frieden. > Begegnungen fördern die soziale Dimension. So kann bei Bedarf Unterstützung im Alltag gegeben werden. > Es gibt Angleichungsverlangen bei Sprache, Demokratie, Menschenrechten etc. - andererseits auch Pluralismus bei Meinungen, Wertvorstellungen, Entscheidungen, was für jede/n Herausforderung sein kann. > "Wir und die anderen" - Diese Sichtweise beurteilt klar, wer dazugehört und wer Außenseiter ist. Dies dient also nicht einem Miteinander. > In nächster Zeit wollen wir in der Gruppe Maßnahmen ausarbeiten, die auf die Situation in Wolfurt Bezug nehmen. Es soll eine Basis geschaffen werden, Vertrauen untereinander zu stärken und uns für einen besseren Umgang miteinander in Wort und Tat zu sensibilisieren. Nach Abschluss der Workshops werden wir die Ergebnisse vorstellen und jede Person, die will, kann sich bei der Überarbeitung einbringen. Maria Thaler bote. Ausbildung zur Tagesmutter abgeschlossen Wolfurt hat eine neue Tagesmutter. Am 4. November wurde Bianca Meusburger in feierlicher Atmosphäre im Siechenhaus in Bregenz ihr Zeugnis überreicht. Auf dem Ausbildungsplan standen während der 1 ½ Jahre die Bereiche Kommunikation, Konfliktlösung und Familiendynamik, außerdem wurden pädagogische Grundlagen, Kenntnisse über die Entwicklung und Förderung von Kindern sowie Gesundheitsthemen vermittelt. Tagesmütter kommen dort zum Einsatz, wo öffentliche Einrichtungen vom zeitlichen Betreuungsumfang her nicht mehr ausreichen, aber auch dann, wenn Mütter kleiner Kinder sehr bald wieder in den Beruf zurück möchten oder müssen. Wir wünschen Bianca Meusburger bei ihrer wichtigen Tätigkeit für die Familien viel Freude und Erfolg. Elisabeth Fischer, Gemeinderätin für Soziales GR Elisabeth Fischer schließt sich der Gratulation an. 20 Gemeindepanorama
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Wolfurt 2011 04 Winter Wolfurt 21.12.2011 19.11.2012, 18:14 wolfurt WINTER 2011 * * „Die Weihnachtszeit ist eigeläutet...“ Im Dorfzentrum hängt die schöne Weihnachtsbeleuchtung und verzaubert die dunklen Abende mit ihrem warmen Licht. Die Menschen sprechen über ihre Wünsche, ihre Träume und Erlebtes, Trauer und Freude, Einsamkeit und Geselligkeit. Es scheint, als ob wir uns besinnen, nach der Hektik des Jahres wieder Zeit für uns und unsere Familien zu finden. Zeit, die wir vielfach viel zu schnell an uns vorüber ziehen ließen, ohne ein gutes Gespräch mit unseren Liebsten, mit Nachbarn oder Freunden geführt zu haben. Es ist aber auch eine Zeit des Rückblickes auf ein ereignisreiches, turbulentes und spannendes Jahr 2011. Weihnachten steht vor der Tür, und ich möchte dies gerne zum Anlass nehmen, mich bei allen Menschen zu bedanken, die rückblickend auf das Jahr zum Wohl unserer Gemeinde beigetragen haben. Bei allen Leuten, deren Hilfe in Vereinen und Organisationen ankam, in nachbarschaftlichem Miteinander eingesetzt wurde oder die in einer anderen Form dazu beigetragen haben, dass Wolfurt so ein lebenswertes Dorf ist und bleibt. * * * * * Einen herzlichen Dank möchte ich auch allen meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in unseren öffentlichen Einrichtungen wie Rathaus, Bauhof, Kindergärten, Schulen und den Sozialen Diensten sagen. Sie haben mich und die Gemeinde in allen Belangen bestens unterstützt und eine tolle Arbeit geleistet. Mein Dank geht aber auch an alle Mandatare, Gemeinderäte und die Vizebürgermeisterin für ihr Engagement. Es bleibt mir, Ihnen geruhsame und besinnliche Weihnachtsfeiertage zu wünschen. Für das kommende Jahr 2012 wünsche ich Ihnen die allerbeste Gesundheit, Zufriedenheit und Zuversicht für die Umsetzung Ihrer Vorsätze und Pläne. Mit weihnachtlichen Grüßen. Euer Bürgermeister Christian Natter * * * Blick ins Gemeindegeschehen Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger! Wohl kaum in einem anderen Jahr wurden so viele neue Konzepte verabschiedet und für die Umsetzung freigegeben. Langwierige und intensive Prozesse sind mit viel Beteiligung von engagierten Personen vorausgegangen. Bereits im ersten Halbjahr wurden das Integrationsund das regionale Radroutenkonzept verabschiedet. Über drei weitere Weichenstellungen darf ich Sie in dieser Ausgabe informieren. Betreuung unserer älteren Menschen Seit einigen Jahren wird in den Sozialdiensten Wolfurt sehr erfolgreich ein Case- und Caremanagement unter der Leitung von Barbara Moser-Natter durchgeführt. Im Wesentlichen geht es darum, Betroffenen den Zugang zu den diversen Hilfsdiensten und Einrichtungen zu erleichtern bzw. diese zu koordinieren. Nun wird in einem Pilotprojekt diese Herangehensweise auf die meisten Hofsteiggemeinden ausgedehnt. Lesen Sie dazu mehr auf der Seite 49. Immer wieder bekommen wir positive Rückmeldungen bezüglich der Betreuung in unserem Seniorenheim, was uns ganz besonders freut. Trotzdem müssen wir uns schon heute mit der weiteren Entwicklung beschäftigen. Bei den Pflegebetten bewegen wir uns permanent am „Anschlag“. Mohi, Tagesbetreuung, Krankenpflege und interne Strukturen wie die Küche etc. leiden unter einem zunehmenden Platzmangel. Die demographische Entwicklung fordert uns ebenfalls auf, die Weichen frühzeitig zu stellen. Im Sinne von regionaler Zusammenarbeit haben sich die Gemeinden Kennelbach, Schwarzach und Wolfurt entschlossen, genau zu prüfen, ob in Zukunft eine gemeinsame Lösung sinnvoll ist, organisatorische Vorteile mit sich brächte und kostengünstiger wäre. Es geht dabei nicht nur um die Verbesserung der bestehenden Strukturen, sondern auch darum, moderne Ansätze wie Betreutes Wohnen umzusetzen. Die drei Gemeindevorstände haben im Oktober die notwendige Auftragsvergabe verabschiedet. Die Sozialdienste Wolfurt GmbH hat nun in deren Auftrag Herrn Mag. Christoph Jochum engagiert, sämtliche relevante Daten wie demographische Entwicklung, vorhandene Strukturen, neue Lösungsansätze bei betreuenden Angehörigen etc. zu untersuchen. Wir werden daher bis April 2012 über genaue Informationen aus unserer Region verfügen. Ich gehe davon aus, dass noch im 1. Halbjahr 2012 die Entscheidungen für eine zukünftige Zusammenarbeit gefällt werden können. Aus dem Rathaus 3 Sprachfördernetzwerk Wolfurt beschlossen Im Zuge der Entwicklung unseres Integrationskonzeptes wurde immer wieder festgestellt, dass die gemeinsame Sprache wohl zu den wichtigsten Faktoren zählt, um erfolgreiche Integration auch wirklich leben zu können. Es war GR Elisabeth Fischer daher ein Anliegen, in Zusammenarbeit mit VizeBgm. Angelika Moosbrugger genau an diesem Punkt anzusetzen. Mit „okay.zusammenleben“ hat GR Fischer auch gleich einen kompetenten Partner gefunden. Andreas Holzknecht von „OBHUT - Beratungsservice für Kinderbetreuung“ wird den einjährigen Prozess als weiterer Profi begleiten. Anfang 2012 wird nun das 2-Phasen-Projekt mit folgenden Schwerpunkten gestartet: > Früh beginnen 0 - 3 Jahre > Kinder in Kindereinrichtungen intensiv fördern > Sprachförderung im Kontext von Mehrsprachigkeit > Kooperation mit Eltern > Qualifizierung der MitarbeiterInnen > Vernetzung aller Beteiligten > Dokumentation und Evaluation Nun gilt es, den Ist-Stand zu erheben und die Zielsetzungen und Leitlinien für die Zukunft festzulegen. Natürlich werden wir die intensive Planungsphase mit einer starken Beteiligung aller Betroffen durchführen. Ich bedanke mich heute schon bei allen Akteuren für die Mithilfe. Der Prozess findet im Budget 2012 mit EUR 18.000 Berücksichtigung und wird vom Land Vorarlberg mit 50% unterstützt. Strohdorf Areal - eine neue Ära wird eingeläutet Nicht nur, weil einige Gebäude (altes Feuerwehrhaus/ Musikschule, Osttrakt Mittelschule, Rathaus) im Strohdorfareal in die Jahre gekommen sind, sondern weil sich die Anforderungen in den letzten Jahren deutlich verändert haben, sind die Gemeindeverantwortlichen mit einer Vielzahl von gut begründeten Wünschen konfrontiert. Erweiterung/Neubau Musikschule, Hauptschuladaptierung, zusätzliche Turnhalle, Kinderund Schülerbetreuung, Kindergarten, Rathaus, Bibliothek, Hofsteig-Ader, Wälderstraße/Vereinshausparkplatz (Hochwasserschutzbau), Spiel- und Freiraumkonzept um nur einige zu nennen. Es war bald klar, dass wir nicht einfach mit einem beliebigen Gebäude starten können, ohne die Gesamtzusammenhänge zu verstehen und entsprechend geplant vorgehen zu können. So wurde im Oktober vorigen Jahres eine Projektgruppe, in der alle politischen Fraktionen vertreten sind, unter der Begleitung der Fa. Kairos ins Leben gerufen. Alle bisherigen Nutzer hatten die Möglichkeit, die Ist-Situation zu schildern und die Anforderungen an die Zukunft zu definieren. Inzwischen liegen die Erhebungen am Tisch. Es geht aber nicht nur um Gebäude (Größe, Höhe, Position etc.), sondern auch sehr stark um die Gestaltung der Außenräume. Räumlichkeiten gemeinsam zu nutzen, sowie Synergien auszubauen und zu verstärken, werden ebenfalls ihren Niederschlag finden. Die politischen Verantwortlichen haben daher sechs renommierte Architekturbüros eingeladen, ihr Angebot zur Erstellung eines städtebaulichen Masterplanes zu legen. Fünf Büros sind dieser Einladung gefolgt und wurden einen Tag lang über die komplexen Anforderungen informiert. Die Herangehensweise, die Einbeziehung der Nutzer und der Bevölkerung, Erkennen und Entwickeln gemeinsamer Ressourcen und die Berücksichtigung der „Wolfurter Philosophie“ (Leitbild, Spielund Freiraumkonzept, Umwelt, Nachhaltigkeit, …) waren mit die wichtigsten Vergabekriterien. Unter den fünf wirklich hochklassigen Präsentationen hat sich 4 Aus dem Rathaus Hochwasserschutz und Wasserleitungsbau Schwerpunkt 2012 Seit vielen Jahren investiert die Marktgemeinde beträchtliche Mittel in eine sichere Wasserversorgung. Wie ich bereits in der letzten Ausgabe berichtet habe, beschäftigt uns seit geraumer Zeit auch die Hochwasserproblematik immer mehr. Nach einer langen Vorbereitungszeit haben die Ressortverantwortlichen GR Robert Hasler und GR Hans Fetz mit viel Einsatz die Projekte Hochwasserschutz Ippachbach und die Wasserleitungsverlegung Sonnenstraße bis zum Hochbehälter Frickenesch vorangetrieben. Die letzten Details sind in Ausarbeitung. Voraussichtlich werden ca. 2,5 Mio. EUR im Budget 2012 für die Umsetzung berücksichtigt werden. Bund und Land beteiligen sich mit ca. 70% Förderung. Mit dem Bau der Geschiebesperre Ippachbach, hinter dem Haus Frickenescherweg 5 (beim „Silbersee“) wurde bereits begonnen. Das Auffangbecken wird erheblich erweitert. Die Verklausungsgefahr im unteren Bereich des Ippachbaches wird dadurch deutlich verringert. Damit das Geschiebe entfernt werden kann, wird auch die Zufahrtssituation verbessert. Die Fertigstellung erfolgt im Frühjahr 2012. Liebe Wolfurterinnen und Wolfurter, wie Sie sehen, wird das Jahr 2012 einige Herausforderungen mit sich bringen. Ich bin zuversichtlich, dass wir diese in einem positiven Miteinander wiederum gut meistern werden. Ihr Bürgermeister Christian Natter im Rahmen eines Hearings die StrohdorfProjektgruppe, fachlich verstärkt durch DI Wolfgang Dittrich (Bauamtsleiter Gemeinde Wolfurt) und DI Bernhard Kathrein (Raumplanung Gemeinde Hard), nach intensiven Diskussionen einstimmig für das Büro Cukrowicz/Nachbaur ausgesprochen. Der Gemeindevorstand ist dieser Empfehlung gefolgt und hat die Vergabe ebenfalls einhellig beschlossen. Der Prozess wird umgehend im Jänner gestartet und soll bis im Sommer 2012 abgeschlossen sein. Nach Fertigstellung des städtebaulichen Masterplanes sollen die Grundlagen der weiteren Maßnahmen bzw. Architektenwettbewerbe vorliegen. Diese sind im Wesentlichen: > Baufelder und Funktionsflächen > Teilprojekte und deren Zusammenhänge > Übergeordnete Betrachtung des Außenraumes > Konzept Verkehr, Erschließung, Parkierung > Etappenpläne, Prioritätenliste Ich persönlich bin der Meinung, dass wir eine Jahrhundertchance haben, das Zentrum Strohdorf weiter zu entwickeln und in seiner Identität zu stärken. Nun gilt es, diese Aufgaben engagiert und mit viel Gefühl und Selbstvertrauen konsequent voran zu treiben. Bürgermeister- bzw. Wohnungssprechstunde im Winter: Die Sprechstunden finden jeweils im Rathaus Wolfurt statt. Sprechstunden Bürgermeister Christian Natter von 18:00 - 19:30 Uhr Mittwoch, 11. Jänner ___________________________________________________________________________ Mittwoch, 25. Jänner ___________________________________________________________________________ Mittwoch, 08. Februar ___________________________________________________________________________ Mittwoch, 22. Februar ___________________________________________________________________________ Mittwoch, 07. März ___________________________________________________________________________ Mittwoch, 21. März ___________________________________________________________________________ Wohnungssprechstunden von Gemeinderätin Elisabeth Fischer von 18:00 - 19:30 Uhr Mittwoch, 18. Jänner ___________________________________________________________________________ Mittwoch, 01. Februar ___________________________________________________________________________ Mittwoch, 29. Februar ___________________________________________________________________________ Mittwoch, 14. März ___________________________________________________________________________ Mittwoch, 28. März ___________________________________________________________________________ Vor dem 11. Jänner bzw. zwischen dem 13. - 17. Februar finden auf Grund der Weihnachts- bzw. Semesterferien keine Sprechstunden statt! Aus dem Rathaus 5 Fundamt Fundgegenstände und Fahrräder, welche im 4. Quartal 2011 im Fundamt abgegeben wurden: ________________________________________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________________________________________ Ebenfalls wurden diverse Fahrräder abgegeben, die während der Amtsstunden beim Gemeindeamt Wolfurt, Fundamt (Tel.-Nr.: 05574/6840-10, Fax: 6840-810, E-Mail: angelika.koeb@wolfurt.at) besichtigt und an den rechtmäßigen Besitzer ausgefolgt werden können. Direkte Informationen finden Sie auch im Internet unter www.fundinfo.at Angelika Köb diverse Schlüssel 6 Aus dem Rathaus Veränderungen im Gewerberegister Eintragungen in das Gewerberegister e-Vision Elektrotechnik e. U., Elektrotechnik, Holzriedstraße 33, Ludmila Hribova, Personenbetreuung, Brühlstraße 15/1; Berchtold GmbH & Co. LG, Tischlerhandwerk verbunden mit Modell- und Bootbauer, Binder, Drechsler und Bildhauer, Wiesenweg 105, Ludmilla Drefkova, Personenbetreuung, Flotzbachstraße 13, Bc. Helena Dominikova, Personenbetreuung, Fattstraße 25, Angel Dimov, Schwarzdecker, Bahnhofstraße 8b 1, Trayko Gogov, Schwarzdecker, Bahnhofstraße 8b 1, Blanka Beganova, Personenbetreuung, Im Wida 6, CommuniCare - Susanne Lohs PR Beratung e. U., Public Relations Berater, Albert-Loacker-Straße 8, Michael Böhler, Datenverarbeitung und Informationstechnik, Bucher Straße 54a, Mathias Unterpirker, Vermittlung von Werkverträgen, Lerchenstr. 34a/1, Martin Erich Gasser, Erzeugung und Verteilung von Wärme, Mähdlestraße 58, Chananda Thanomwong, Handelsgewerbe, Bucher Str. 28/2, Maria Hajduova, Personenbetreuung, Hofsteigstraße 23, Vonier OG, Hörgeräteakustik, Kreuzstraße 7, Anton Kurt Meyer, Handelsgewerbe, Gartenstraße 6, Susanne Linder, Handelsgewerbe, Dammstr. 40; Verlegung einer Betriebsstätte in einen anderen Standort: Mangold Elektromaschinen GmbH, Mechatroniker für Elektromaschinen und Automatisierung, von Lustenau nach Wolfurt, Holzriedstraße 33, Marcel Prasch, Versicherungsagent, von Hohenems nach Wolfurt, Konrad-Doppelmayr-Straße 17, Gerhard Winder, Gerüstverleih, Schneeräumer und Immobilientreuhänder für Bauträger, von Wolfurt, Holzriedstraße 21, nach Wolfurt, Holzriedstraße 33, Petra Erne, Lebensund Sozialberaterin, von Gmunden nach Wolfurt, Rutzenbergstraße 19c, Helena Edelmanova, Personenbetreuung, von Wolfurt, Brühlstraße 15/2, nach Wolfurt, Unterlinden 3/2, Maria Lastikova, Personenbetreuung, von Wolfurt, Achstraße 50 nach Dornbirn, Sandra Margarethe Lang, Handelsgewerbe und Handelsagenten, von Wolfurt, Lerchenstraße 11 nach Wolfurt, Schnepfenweg 2d, Slavka Faberova, Personenbetreuung, von Wolfurt, Hofsteigstraße 23 nach Bregenz, Maria Javorcikova, Personenbetreuung, von Hard nach Wolfurt, Flurstraße 30/27, Iveta Berankova, Personenbetreuung, von Höchst nach Wolfurt, Unterlinden 3, Ernst Wagner, Filmproduktion, von Wien nach Wolfurt, Kellhofstraße 1/3, Michael Böhler, Handelsgewerbe und Handelsagent, von Dornbirn nach Wolfurt, Bucher Straße 54a, Eva Tobkova, Personenbetreuung, von Leonding nach Wolfurt, Kesselsiedlung 20, Edita Berillova, Personenbeteruung, von Vandans nach Wolfurt, LorenzSchertler-Straße 18, Ivana Taticova, Personenbetreuung, von Göfis nach Wolfurt, Hofsteigstraße 23, Mirjana Mesarek, Friseurin und Perückenmacherin, von Wolfurt, Bützestraße 18, nach Wolfurt, Achstraße 35, Burkhard Nagele, MBA, Vermögensberatung, von Lochau nach Wolfurt, Bahnhofstraße 8b, Sarina Ursula Nagele, Vermögensberatung von Lochau nach Wolfurt, Bahnhofstraße 8b, Trafag Gesellschaft m.b.H., Handel mit Regel- und Steuergeräten, von Leopoldsdorf nach Wolfurt, Schreibern 7, Andrea Keri Events e. U., Reisebüro, von Klaus nach Wolfurt, Achstraße 25/4, Andrea Keri, Event-Agentur, von Klaus nach Wolfurt, Achstraße 25/4, Mgr. Dagmar Javorcikova, Personenbetreuung, von Hard nach Wolfurt, Flurstraße 30/27, Schwendinger + Fink Spenglerund Dachdecker Gesellschaft m.b.H., Dachdecker und Spengler, von Wolfurt, Inselstraße 22 nach Wolfurt, Inselstraße 19, Eleonora Suhajdova, Personenbetreuung, von Klaus nach Wolfurt, Wälderstraße 31/1, Edita Lopuchove, Personenbetreuung, von Dornbirn nach Wolfurt, Kesselstraße 10; Kostenlose Sprechstunden von Rechtsanwälten und Notaren Die kostenlosen Beratungs-Sprechstunden von Rechtsanwälten und Notaren werden von der Wolfurter Bevölkerung gerne in Anspruch genommen, daher wird dieses Beratungsangebot wie folgt fortgesetzt: ___________________________________ Sprechstunden Rechtsanwälte von 18:00 - 20:00 Uhr Mittwoch, 04. Jänner 2012, Dr. Wolfgang Hirsch Mittwoch, 02. Februar 2012, Dr. Claus Brändle Mittwoch, 07. März 2012, Dr. Nikolaus Schertler Mittwoch, 04. April 2012, Dr. Wolfgang Hirsch ___________________________________ Sprechstunden Notar von 18:00 - 19:00 Uhr Mittwoch, 18. Jänner 2012, Dr. Michel Mittwoch, 14. März 2012, Dr. Michel ___________________________________ Gewerbelöschungen Dominic Holzer, Finanzdienstleistungsassistent, Lorenz-Schertler-Straße 1, Laritz Fenster & Fassaden GmbH, Tischler und Handelsgewerbe für Fenstern und Türen, Bucher Straße 32, Manfred Alwin Amann, Heizungs-, Sanitärund Klimabedarf Handel, Bahnhofstraße 4, Maria Ewa Smiejczak, Personenbetreuung, Unterhub 9, Wolfgang Barta, Kraftfahrzeugtechnik Herstellung und Montage von Motorrädern, Holzriedstraße 33; Die Sprechstunden finden jeweils im Rathaus Wolfurt statt. ___________________________________ Notariatsverteilung bei Todesfällen Zur Abwicklung der Verlassenschaften nach Todesfällen von Familienangehörigen wurden vom Bezirksgericht Bregenz die Notare für folgende Termine nominiert: ___________________________________ Bestellung eines gewerberechtlichen Geschäftsführers Gerd Arnold, Stukkateure und Trockenausbauer, Engerrütte 18, gelöschter Geschäftsführer: Gerhard Krainz; Todesfälle jeweils Dr. Nikolaus Ender Jänner, Juni und 01.11. - 12.11. Dr. Ivo Fussenegger Februar, Juli und 13.11. - 26.11. Dr. Richard Huter März, August und 27.11. - 07.12. Dr. E. Michel April, September und 08.12. - 20.12. Dr. Kurt Zimmermann Mai, Oktober und 21.12. - 31.12. Errichtung einer weiteren Betriebsstätte: Attensam T / V Hausbetreuung GmbH, Schneeräumung, Holzriedstraße 33; Änderung des Firmenwortlautes Von N. Berchtold Gesellschaft m.b.H. & Co KG zu Berchtold GmbH & Co. KG, Bauträgerund Zimmermeistergewerbe, Wiesenweg 105, Von Andrea Keri zu Andrea Keri Events e. U., Reisebüro, Achstraße 25/4; Aus dem Rathaus 7 Heizkostenzuschuss 2011/2012 Wie in den vergangenen Heizperioden besteht auch in der Heizperiode 2011/2012 für Personen, die ihren Lebensunterhalt, zu dem auch die Kosten für Beheizung zählen, für sich und für die in Familiengemeinschaft lebenden unterhaltsberechtigten Angehörigen voraussichtlich nicht oder nicht ausreichend selbst beschaffen können, die Möglichkeit, eine finanzielle Hilfe zu erhalten. Renten, Pensionen, Leistungen aus der Arbeitslosen- und der Krankenversicherung, weiters Wohnbeihilfen, Unterhaltszahlungen jeglicher Art, Kinderbetreuungsgeld und Lehrlingsentschädigungen. Nicht als Einkommen gelten Familienbeihilfen, Familienzuschüsse, Kinderabsetzbeträge, Studienbeihilfen, Pflegegelder, Zuschüsse im Rahmen der Unterstützung der 24-Stunden-Betreuung oder bei sonstiger ambulanter Pflege, Opferrenten nach dem Opferfürsorgegesetz sowie Grundrenten nach dem Kriegsopferversorgungs- und Heeresversorgungsgesetz. Unberücksichtigt bleiben auch allfällige Sonderzahlungen (sogenannte 13. und 14.). Tatsächlich geleistete Unterhaltszahlungen werden bei der Ermittlung der Höhe des Einkommens bis zu einem Betrag von € 133,00 pro Person berücksichtigt. Sämtliche Einkommen bzw. zu leistende Unterhaltszahlungen sind durch möglichst aktuelle Unterlagen (z.B. Pensionsbezugsabschnitt, Gehaltszettel, Kontoauszug, Wohnbeihilfebestätigung) nachzuweisen. Antragstellung und Ausbezahlung: Der Heizkostenzuschuss kann im Zeitraum von Montag, den 17. Oktober 2011, bis Freitag, den 10. Februar 2012, beim Marktgemeindeamt Wolfurt, Bürgerservice beantragt werden. Personen, die aus Mitteln der Sozialhilfe (Bedarfsorientierte Mindestsicherung) unterstützt werden, haben keinen Anspruch auf diesen Zuschuss, da deren Aufwand für Beheizung bereits im Rahmen der Sozialhilfe getragen wird. Berücksichtigung von Einkommen und Vermögen: a) Einkommen Das monatliche Haushaltseinkommen darf laut Tabelle höchstens betragen: 1 Anzahl Erwachsene (alleinstehend, alleinerziehend, Ehepaar, Lebensgemeinschaft oder sonst max. 2 E) 2 Anzahl Kinder bzw. weitere erwachsene Person im Haushalt 3 Mtl Nettoeinkommen bis höchstens Euro 4 Mtl Nettoeinkommen + 10 % in besonders berücksichtigungswürdigen Fällen (Härtefall) 1 1.068,-1.175,-__________________________________________________ 2 1.575,-1.733,-__________________________________________________ __________________________________________________ 1 1 1.201,-1.321,-__________________________________________________ 1 2 1.334,-1.467,-__________________________________________________ 1 3 1.467,-1.614,-__________________________________________________ 1 4 1.600,-1.760,-__________________________________________________ 1 5 1.733,-1.906,-__________________________________________________ __________________________________________________ 2 1 1.708,-1.879,-__________________________________________________ 2 2 1.841,-2.025,-__________________________________________________ 2 3 1.974,-2.171,-__________________________________________________ Als Einkommen gelten alle Einkünfte aus selbständiger Arbeit, aus nicht selbständiger Arbeit, aus Gewerbebetrieb, aus Land- und Forstwirtschaft sowie aus Vermietung und Verpachtung. Zum Einkommen zählen somit insbesondere Löhne, Gehälter, b) Vermögen Die Vermögenssituation bleibt gänzlich außer Betracht. Bei Zuschussgewährung wird der Heizkostenzuschuss von € 250,-- unverzüglich ausbezahlt. Für allfällige weitere Fragen steht Ihnen das Marktgemeindeamt Wolfurt, Bürgerservice, Telefon 05574/6840 Frau Köb (DW 10), Frau Amhof (DW 16) oder Herr Hinteregger (DW 17) gerne zur Verfügung. 8 Aus dem Rathaus Neue Anfahrtsregelung für Problemstoffsammlung Bei der monatlich stattfindenden Problemstoffsammlung am Bauhof Wolfurt, jeweils am ersten Donnerstag und ersten Samstag des Monats, kam es bislang zu erheblichen Verkehrsbehinderungen im Bereich der Kreuzung Fitzkurve. Diese hat den Verkehr Kennelbach – Bregenz – Wolfurt massiv behindert, und es kam zu starken Rückstaubildungen, welche verkehrstechnisch nicht mehr tragbar sind. Für eine Lösung des Problems wird die Marktgemeinde Wolfurt den Versuch starten, eine Verkehrsumleitung für die Zufahrt entlang der Achstraße in die Dammstraße (vorbei am Pfadiheim zum Bauhof) einzurichten. Sollte sich diese bewähren und eine Verbesserung der Verkehrslage herbeiführen, wird dies an beiden Sammeltagen fortgeführt. Für einen reibungslosen Ablauf der Umleitung wurde zusätzliches Personal bis Februar beauftragt, den Verkehr zu regeln. Die Anrainer der Dammstraße haben selbstverständlich trotzdem die Zufahrt gewährt. Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis. Böller und Feuerwerke müssen genehmigt werden In den letzten Monaten häufen sich im Gemeindeamt die Beschwerden über Lärmstörungen durch Feuerwerke und Böllerschüsse. Es wird darauf hingewiesen, dass in unserem Gemeindegebiet keinerlei Feuerwerke nach 22:00 Uhr genehmigt werden (außer Silvesternacht). Größere Feuerwerke müssen ohnedies von der Bezirkshauptmannschaft und nicht von der Gemeinde bewilligt werden. Das „Braut-Wachschießen“ am Hochzeitstag geht auf eine bereits ältere Tradition in Wolfurt zurück. Es wurde allerdings nur dann eine Braut wachgeschossen, wenn sie auch einen Mann aus dem Ort geheiratet hat. Entsprechend dieser Tradition kann ein „Braut-Schießen“ mit Böllern bewilligt werden, wenn die Braut in Wolfurt wohnhaft ist. Ein Wachschießen des Bräutigams ist strikt verboten, ebenso das Schießen vor 6:00 Uhr früh. Jedes Brautschießen muss vorher von der Gemeinde bewilligt werden. Es wird ersucht, diese Rahmenbedingung zu berücksichtigen, da bei nicht bewilligten Feuerwerken oder Böllerschüssen Anzeige erstattet werden muss. Bürgermeister Christian Natter Aus dem Rathaus 9 Österreichische Lesewoche auch in der Bücherei Wolfurt Vom 17. - 23. Oktober 2011 fanden wieder die Österreichischen Lesewochen mit dem Kampagnennamen „Österreich liest. Treffpunkt Bibliothek“ statt. Das landesweite Literaturfestival wurde heuer bereits zum sechsten Mal in der Woche vor dem Nationalfeiertag umgesetzt. Auch unsere Wolfurter Bücherei schloss sich dieser Aktionswoche tatkräftig an und beteiligte sich mit tollen Aktionen. Zum einen fand eine Lesung des Dornbirner Autors Peter Natter im „Alten Schwanen“ statt, zum anderen das Handpuppenspiel „Karlinchen“, welches die 3 - 6jährigen im Kultursaal begeisterte und unterhielt. Der zur Lesewoche hinzukommende „Welttag des Buches“ Ende April war Anlass für die Wolfurter Bücherei, zum gemütlichen Verweilen bei Kaffee und Kuchen einzuladen. Dieser Brauch gehört inzwischen zu einem Fixpunkt im Büchereijahr. Gleichzeitig nutzten wir diesen Nachmittag als Start unserer neuesten Aktion „Vorlesen für unsere Kleinen“. Dieses gemütliche Zusammensein findet seitdem am ersten Freitag jeden Monats um 14.30 Uhr statt und richtet sich an Kinder im Kindergartenalter, die sich gerne von neuen Geschichten und Bilderbüchern überraschen lassen. Dank großzügiger finanzieller Unterstützung kann die Bücherei Wolfurt mit einem äußert aktuellen und reichhaltigen Medienangebot punkten. Besonders positiv hat sich die Förderaktion der Gemeinde, die jedem Kind zum Kindergarten- und auch zum Volksschuleintritt einen Gutschein für eine Bücherei-Familienjahreskarte ausstellt, für die Bücherei ausgewirkt. Der Erfolg kann sich auf jeden Fall sehen lassen. Stattliche 43.000 Entlehnungen konnte die Bücherei Wolfurt im letzten Jahr verzeichnen. In unser Angebot können Sie gerne unter www.buechereiwolfurt.webopac.at Einblick nehmen oder besuchen Sie uns Di + Do von 14:00 - 18:00 Uhr sowie Fr von 15:00 19:00 Uhr in unseren Büchereiräumlichkeiten gegenüber vom Wolfurter Rathaus. Wir freuen uns auf Sie! Neue Inselstraße Neben dem Neubau vom Sternenplatz konnte mit der Sanierung / Neubau der Inselstraße, Teilabschnitt von der L3 bis zur Bregenzerstraße, eine weitere Großbaustelle abgeschlossen werden. Eine moderne, erstmals in Wolfurt eingesetzte LED Straßenbeleuchtung sorgt für angenehme Helligkeit und entsprechende Sicherheit für die Straßenbenutzer. Die Kosten der neuen Straße belaufen sich auf € 240.000,- und werden von der Gemeinde finanziert In diesem Zuge bedanken wir uns beim Planungsbüro Rudhardt + Gasser, der ausführenden Firma Oberhauser und Schedler, speziell aber auch bei unseren Mitarbeitern vom Bauhof. Sie trugen stets dafür Sorge, dass die Anrainer trotz der Bauarbeiten geringstmögliche Behinderungen in Kauf nehmen mussten. Ganz besonderen Dank gebührt auch den Anrainern für das Entgegenkommen, die konstruktive Zusammenarbeit und das Verständnis während der Bauzeit. Hans Fetz, Gemeinderat für Infrastruktur Die Inselstraße war in einem äußerst mangelhaften Zustand, hatte einen sehr schlechten Unterbau und keine Straßenentwässerung. Daher war die Straße für die Benutzer nur sehr erschwert passierbar. Vor allem Fußgänger und Radfahrer hatten bei Nässe und Schnee ihre Mühe. Der Teilabschnitt der Inselstraße wurde somit auf eine Länge von 331m komplett erneuert. Die Straßenbreite wurde zur Geschwindigkeitsreduzierung, auch auf Wunsch der Anrainer, variabel gestaltet. In diesem Zuge wurden auch die Versorgungsleitungen wie Wasserleitung, Erdgas und VKW neu verlegt. Im Rahmen von BA18 Ortskanal wurde gleichzeitig auch die Kanalsanierung durchgeführt. Neben neuem Unterbau wurde desweiteren eine Straßenentwässerung nach neuen Richtlinien im Trennsystem über Sickerschächte und Sickerpakete eingebaut. . 10 Gemeindepanorama 500 Jahre Pfarre Wolfurt Christliche Symbole: Wegkreuz in der Heimkehrersiedlung 1950 Der Kircheninnenraum um 1960 Pfarrkirche mit niedrigem Turm vor 1904 Ausschnitt aus der Stiftungsurkunde von 1512 Zeichen der Religiösen Dorfbevölkerung: Kapelle Rickenbach 1920 Im kommenden Jahr dürfen wir ein besonderes Jubiläum feiern. Vor einem halben Jahrtausend wurde Wolfurt zur selbstständigen Pfarrei erhoben. Zu diesem Anlass wird es im Jahr 2012 verschiedene Aktivitäten und Veranstaltungen in unserer Pfarre und Gemeinde geben. Schon ab Jänner wird die Katholische Jugend Wolfurt (KJ) in verschiedenen Projekten auf das Jubiläum hinweisen. Der Schwerpunkt des umfangreichen Programms, das unter dem Motto „Glauben leben - Hoffnung geben“ steht, ist vom 14. Oktober bis 9. Dezember 2012 geplant. Unter anderem ist auch die Herausgabe eines Buches vorgesehen, in dem die 500jährige Geschichte der Pfarre beschrieben und illustriert werden soll. Das Buch soll nicht nur die "alte" Geschichte beinhalten, sondern auch die jüngere Pfarrgeschichte, die wir noch selbst miterlebt haben, soll darin dokumentiert werden. Um das Buch ansprechend und interessant für viele Mitbürger gestalten zu können, bitten wir dabei um Unterstützung. Kontaktadresse: Herr Richard Eberle E-Mail des Gemeindearchivs: archiv@wolfurt.info Telefon (nur abends): 05574 / 83701 Die Pfarrgemeinde Wolfurt freut sich auf das außergewöhnliche Jubiläum im kommenden Jahr 2012 und lädt die ganze Bevölkerung zur Teilnahme an den verschiedenen Aktivitäten ein. Walter Reis, Koordinator Richard Eberle, Gemeindearchiv Alte Bilder, Geschichten und Informationen von Zeitzeugen sind gefragt So suchen wir nach Fotos aus den Nachkriegsjahren, die z. B. den Innenraum der Kirche zeigen, Fotos von Prozessionen und kirchlichen Festen, von Wegkreuzen, Kapellen und Bildstöcken, ganz allgemein nach Bildern, die das kirchliche Leben in unserem Dorf dokumentieren. Wir sind aber auch dankbar, wenn uns Zeitzeugen Geschichten erzählen, die einen Einblick in die Veränderung des Pfarrlebens in den letzten 60 Jahren, die Tätigkeit der Seelsorger usw. ermöglichen. So gab es z.B. zwischen 1960 und 1970 Bemühungen zur Erbauung einer neuen Pfarrkirche im Mähdle (Kirchenbaukomitee St. Josef und Magnus), über die uns keine Unterlagen mehr vorliegen. Gemeindepanoroama 11 Haberkorn Ulmer erhält Natur- und Mitweltpreis Am 28. November 2011 lud die Vorarlberger Landesregierung zur Verleihung des Vorarlberger Mitwelt- und Energiepreises 2011 in das Landhaus ein. Das Wolfurter Unternehmen Haberkorn Ulmer erhielt aus einer Rekordzahl von 33 Einreichungen den Hauptpreis in der Kategorie Natur- und Mitwelt für das Projekt „Vom Klimaschutz zum Nachhaltigen Handeln“. Das Unternehmen hat eine Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt, in deren Zentrum drei Hauptbereiche stehen: Der wertschätzende Umgang mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die bewusste Gestaltung der Sortimente und Services sowie ressourcenschonende Prozesse. An allen 6 Standorten des Unternehmens in Österreich, von Wolfurt bis Wien, wurden Projektteams mit Umweltverantwortlichen gebildet, die sich den verschiedenen Themen im Bereich Klimaschutz annahmen. Einige Highlights seien genannt: Um möglichst viele Beschäftigte für sanfte Mobilität zu gewinnen, bietet das Unternehmen z.B. elf firmeneigene Jobräder, die für die Wege zwischen Bahnhof und Betrieb zur Verfügung stehen. Damit wurden ca. 100.000 Autokilometer auf Fahrrad bzw. Bahn verlagert. Jobtickets für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Gratis Tickets für den öffentlichen Verkehr werden zur Verfügung gestellt. E-Bikes werden gefördert, es gibt Pendlerberatungen und ein Mobilitätsfrühstück. Energieeffizienzcheck für alle IT Anschaffungen, virtuelle Server und die Energieoptimierung der Serverräume helfen die Energiekosten erheblich zu reduzieren. Die Optimierung des firmeneigenen Fuhrparks, die Gebäudeoptimierung, die Umstellung der Papiersorten, die Reduktion des Papierverbrauchs, Aktionen zur Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung der Mitarbeiter, Lehrlingsprojekte halfen, in den letzten Jahren über 500 Tonnen CO2 einzusparen. Alles in allem also ein umfassendes Maßnahmenpaket, das die Firma Haberkorn Ulmer zum würdigen Preisträger macht. Die Marktgemeinde gratuliert sehr herzlich zu diesem tollen Preis. Wolfurter Firmen erhalten gemeinsamen Anerkennungspreis Im Rahmen der oben genannten Veranstaltung wurde der vom Land ausgeschriebene Energie- und Mitwelt Anerkennungs-preis 2011 für das Gemeinschaftsprojekt „JOBRADe - auf die „sanfte“ Tour umsteigen“ an die Wolfurter Firmen Doppelmayr, Haberkorn Ulmer und INTEGRA verliehen. Auch wenn es sich bei den Firmen des gemeinschaftlichen Projektes um Unternehmen verschiedener Größe und unterschiedlicher Branchen handelt, bringt der gemeinsame Standort Wolfurt doch ähnliche Mobilitätsbedürfnisse der Beschäftigten mit sich. In den drei Unternehmen wurden tolle Mitarbeiteraktionen gestartet. E-Bikes sollen für die mit der Arbeit verbundenen Wege als Alternative ins Bewusstsein gerufen und die Hürde etwa des höheren Anschaffungspreises für hochwertige E-Bikes herabgesetzt werden. Daher wurde den interessierten Mitarbeitern ein ausgearbeitetes Leasingmodell zusammen gestellt, bei welchem der Kaufpreis unter Berücksichtigung eines Händlerrabatts, der Inanspruchnahme einer Bundesförderung, und eines zusätzlichen Beitrages des Unternehmens verringert wurde. Die Anschaffungskosten werden vom Betrieb vorfinanziert und können dann von den MitarbeiterInnen zinsfrei an das Unternehmen zurückbezahlt werden. Ein tolles Angebot, das so letztendlich vergleichbar mit den Kosten einer Monatskarte des ÖPNV ist und inzwischen von 74 begeisterten Angestellten genutzt wird. Zusätzlich bleibt anzumerken, dass dieses tolle Projekt und die daraus resultierende Wertschöpfung infolge der Beschaffung über die Wolfurter Radhändler komplett in der Region bleibt. Die Marktgemeinde Wolfurt gratuliert den teilnehmenden Firmen recht herzlich zu dieser tollen Auszeichnung, und bedankt sich sehr für den vorbildhaften Umweltund Gesundheitsgedanken, den diese Unternehmen vorleben. 12 Gemeindepanoroama Vorarlberg MOBILWoche Genießen und gewinnen - plan-b Grillfest zum Abschluss des Fahrradwettbewerbs 2011 Der Yachtclub Bregenz war am 21. September 2011 der besondere Rahmen, in dem der diesjährige Fahrradwettbewerb seinen Abschluss fand. Viele begeisterte Alltags- und FreizeitradlerInnen genossen den Grillabend am Bodensee. 1.262 TeilnehmerInnen beim Fahrradwettbewerb 2011, die mindestens 100 Kilometer auf dem Rad zurückgelegt haben - das ist neuer plan-b Rekord. Gemeinsam haben die WettbewerbsteilnehmerInnen mehr als 1,17 Mio. Kilometer und damit die Distanz zum Mond gleich dreimal zurückgelegt. Besonders spannend verlief entsprechend die Verlosung der Hauptpreise in den drei Kategorien Einsteiger, Alltagsradler und Sportler. Je 3 HauptgewinnerInnen pro Kategorie durften sich über tolle Gutscheine des Fahrradfachhandels freuen. Jeweils ein/e TeilnehmerIn konnte gleich einen gefüllten Picknickkorb mit nach Hause nehmen. Das plan-b Grillfest stand unter dem Motto „genießen und gewinnen“. Die „First Leiblach Valley Pipes and Drums“, eine Dudelsack-Formation, und der Harder Alt-Bürgermeister Hugo Rogginer mit den 3M sorgten für beste Unterhaltung. Spannende Eindrücke und Blicke boten u. a. das Kuratorium für Verkehrssicherheit mit der Rauschbrille, oder die Polizei und Wasserrettung mit Bootsrundfahrten auf dem abendlichen Bodensee. Einsteiger: ___________________________________________________________________________ 1. Platz: Marjeta Ulmer, Wolfurt ___________________________________________________________________________ 2. Platz: Renate Lechner, Bregenz ___________________________________________________________________________ 3. Platz: Martin Rainer, Hard ___________________________________________________________________________ 4. Platz: Günter Böhler, Schwarzach ___________________________________________________________________________ Jede/r TeilnehmerIn gewinnt „Radfahren macht Spaß, hält fit und entlastet die Geldbörse. Radfahren ist damit ein Beitrag zum Umweltschutz und zum Energiesparen - und zu mehr Lebensqualität. Somit kann sich jede/r TeilnehmerIn als GewinnerIn bezeichnen“, bringen es die teilnehmenden Radfahrer als persönliche Argumente auf den Punkt. Die plan-b Gemeinden Bregenz, Hard, Kennelbach, Lauterach, Schwarzach und Wolfurt bedanken sich bei allen HelferInnen. Insbesondere bei denen des Yachtclub Bregenz, bei den Schützlingen der Lebenshilfe, bei den Partnern und natürlich bei allen, die am Fahrradwettbewerb 2011 teilgenommen haben. Robert Hasler, GR für Mobilität und Umwelt Alltagsradler: 1. Platz: Gerda Neuwirt, Hard ___________________________________________________________________________ 2. Platz: Otto Nester, Bregenz ___________________________________________________________________________ 3. Platz: Christiane Janetscheck, Lauterach ___________________________________________________________________________ 4. Platz: Fiona Stockmaier, Hard ___________________________________________________________________________ Sportler: 1. Platz: Alexander Schmidinger, Bregenz ___________________________________________________________________________ 2. Platz: Martin Lindenthal, Wolfurt ___________________________________________________________________________ 3. Platz: Ingrid Bickel, Hard ___________________________________________________________________________ 4. Platz: Bruno Bildstein, Wolfurt ___________________________________________________________________________ Umwelt 13 Schnell und sicher durch den Winter! Zeitlich befristete Förderaktion für Rad-Lichtanlagen und Spike-Reifen Eine Aktion des In Zusammenarbeit mit Radfahren ist gesund, schützt die Umwelt und verringert Verkehrslärm. Um jedoch auch in der kalten Jahreszeit sicher und gefahrlos mit dem Fahrrad unterwegs sein zu können, sollte jedes Fahrrad mit einer modernen Lichtanlage – bestehend aus Nabendynamo und LED-Licht – ausgestattet sein. Nabendynamos sind im Gegensatz zu herkömmlichen „Seitenläufern“ unempfindlich gegen Schnee oder Nässe. LED-Lampen leuchten deutlich heller als Glühlampen und sind robuster. Wer auch bei glatten und rutschigen Straßenverhältnissen sicher und gefahrlos unterwegs sein möchte, sollte seinen Drahtesel darüber hinaus mit Spike-Reifen ausstatten. Der Marktgemeinde Wolfurt ist die Förderung des Alltagsradverkehrs als modernes und umweltfreundliches Verkehrsmittel, aber auch die Verkehrssicherheit der Wolfurter BürgerInnen ein besonderes Anliegen. Aus diesem Grund möchten wir in einer zeitlich befristeten Förderaktion auf die Verfügbarkeit moderner Sicherheitstechnik für den Radverkehr aufmerksam machen. Gefördert werden in einer zeitlich befristeten Aktion bis zum 31. Jänner 2012 > 70 Nachrüstungen von Alltagsfahrrädern bei einem der Wolfurter Fahrradfachhändler mit einem Set aus einem hochwertigen Shimano-Nabendynamo, einer neuen Hohlkammerfelge und einem modernen LED-Scheinwerfer mit Lichtsensor und Standlichtfunktion im Wert von € 150,- mit einem Förderbeitrag in der Höhe von € 50,sowie > die Anschaffung von insgesamt 40 hochwertigen Spike-Reifen bei einem der Wolfurter Fahrradfachhändler im Wert von € 50,- mit einem Förderbeitrag von € 20,-. Die Fördergutscheine können – so lange der Vorrat reicht – ab dem 1. Dezember beim Bürgerservice im Gemeindeamt abgeholt, und bei einem der Wolfurter Radhändler eingelöst werden. Um möglichst viele Wolfurter Haushalte in den Genuss der Förderung kommen zu lassen, werden pro Haushalt maximal eine LichtanlagenNachrüstung und zwei Spike-Reifen gefördert. Robert Hasler, GR für Mobilität und Umwelt 14 Umwelt Bus fahren: Aber sicher! Über 1000 Kindergartenkinder der plan-b Region üben mit Kasperl und der Polizei Große Busse, kleine Kinder: Die Aktion „Kids im Bus“ gibt Kindergartenkindern erste Impulse für das sichere Unterwegssein mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Heute waren die letzten 250 von insgesamt über 1000 Kindern aus den sechs plan-b Gemeinden bei der ÖBB Postbus in Wolfurt zu Gast. Die plan-b Region, die Polizei, die Initiative „Sichere Gemeinden“ und der Verkehrsverbund Vorarlberg arbeiten mit „Kids im Bus“ gemeinsam mit dem Kindergarteninspektorat und weiteren Partnern an sicheren Wegen speziell für die jüngsten Verkehrsteilnehmer unter uns. Der Weg zur Haltestelle, das Warten, Einsteigen und Mitfahren - auch Bus fahren will gelernt sein. Die plan-b Gemeinden Bregenz, Hard, Kennelbach, Lauterach, Schwarzach und Wolfurt gaben in den letzten zwei Wochen über 1000 Kindergartenkindern die Möglichkeit dazu. Linienbusse brachten die Kindergartengruppen mit ihren Begleiterinnen von der Haltestelle beim Kindergarten zur ÖBB-Postbus-Garage nach Wolfurt. Tipps, wie sich Kinder und Erwachsene im Bus und rundum verhalten sollten. Eine feine Sutterlüty-Jause für den Kindergarten rundete das Erlebte ab. Gemeinsam aktiv: Partner für bewusste Mobilität Kids im Bus ist eine gemeinsame Aktion der plan-b Gemeinden Bregenz, Hard, Kennelbach, Lauterach, Schwarzach und Wolfurt, von der Polizei und von der ÖBBPostbus GmbH, die die Kinder transportiert und zugleich auch Gastgeber ist. Unterstützung kommt vom Verkehrsverbund Vorarlberg, den Sutterlüty-Märkten, die zur Jause beitragen, von der Kindergarteninspektorin und dem Landesschulrat beim Amt der Vorarlberger Landesregierung sowie von der Initiative Sichere Gemeinden. Robert Hasler, GR für Mobilität und Umwelt Spielerisch und praktisch erleben In Wolfurt erlebten die Kinder etwa, wie wichtig ausreichend Abstand zu den sich öffnenden Türen oder zu einem fahrenden Bus ist. Die bei der praktischen Übung vom ausschwenkenden Bus umgestoßene Puppe bleibt im Gedächtnis und hilft so, Unfälle zu vermeiden. Kasperl und andere bekannte Figuren gaben zusätzliche Neuer Busfahrplan ab 11. Dezember 2011 > Nichts geändert hat sich in der Taktdichte und Fahrstrecke der Linie 35 (Wälderbus) und Linie 24 (Richtung Buch Alberschwende) sowie der Linie 20 und 21. Sie werden auch im kommenden Jahr wie bisher unterwegs sein. > Eine kleine Änderung bei der Line 13: Der erste Bus (ab Dorfzentrum Richtung Dornbirn) fährt um 05:59 Uhr, und die Abfahrtszeiten Richtung Dornbirn haben sich um 3 Minuten verändert. Ansonsten sind die Taktdichte und die Fahrstrecke gleich geblieben. > Bei der Linie 18 sind die Abfahrtszeiten ab Wolfurt gleich geblieben. Die Streckenführung ab der Haltestelle Lerchenau hat sich geändert und wurde verlängert bis zum Bahnhof Lustenau (siehe Fahrplan). Detaillierte Informationen zum neuen Fahrplan können wie gewohnt dem Kursbuch des Verkehrsverbunds sowie den beigelegten Taschenfahrplänen des Landbus Unterland, und auf der Homepage der Gemeinde Wolfurt so wie auf http://www.vmobil.at/ entnommen werden. Außerdem möchten wir auf die kostenlose Mobilitätsberatung hinweisen, die von der Gemeinde einmal pro Monat in der Energieberatungsstelle angeboten wird. Genaue Terminangaben finden sich monatlich im Wolfurter Veranstaltungskalender. Robert Hasler, GR für Umwelt und Mobilität Umwelt 15 LED Testkoffer Seit 1. September 2011 dürfen 60-Watt-Glühbirnen in der EU nicht mehr produziert und vertrieben werden. (Im Handel dürfen die 60-Watt-Birnen aber weiterhin verkauft werden - solange der Vorrat reicht!) Die 100- und 75-WattGlühbirnen sind schon in den vergangenen Jahren gemäß EU-Verordnung aus den Regalen verschwunden. Der Fortschritt der LED-Technologie LED funktioniert ohne Energieverlust durch Wärmeentwicklung und ohne schädliche UV-Strahlen. Diese Lampen revolutionieren zur Zeit die Beleuchtung in privaten Bereichen. Daher wurde unser Lampen-Testkoffer mit sechs Stück LED-Lampen mit unterschiedlichen Sockeln ergänzt. Die Vorteile: > Im Vergleich zu herkömmlichen Glühlampen verbraucht jede LEDON Lampe um 80 Prozent weniger Strom. > Die Lebensdauer ist ca. 25-mal höher als jene von herkömmlichen Glühlampen. > Eine LED-Lampe erzeugt warmweißes Licht, ähnlich jenem der Glühlampe. > Die LED-Lampen passen in dieselben Fassungen wie herkömmliche Glühlampen. > Das Einschaltverhalten einer LED-Lampe ist gleich wie bei einer Glühlampe, d. h. Einschalten und sofort 100% Licht. Durch den Einsatz von Energiesparlampen kann der Stromverbrauch bereits deutlich gesenkt werden. Daher gibt es seit einiger Zeit den EnergiesparlampenTestkoffer, in welchem sich verschiedene Energiesparlampen befinden. Dieser kann im Wolfurter Rathaus ausgeliehen werden, um für das eigene Heim und die verschiedenen Räume die richtigen Lampen zu finden. Das e5-Team freut sich auf rege Ausleihfrequenz! Nach ca. 2-3 Tagen sollte der Koffer wieder zurückgebracht werden, dann gibt´s auch die € 20,- wieder retour. Kontakt Lampen-Testkoffer: Rathaus Wolfurt, Burkhard Hinteregger, Tel. 05574 / 6840-17, Kaution: € 20,- 16 Umwelt Ê Abfuhr Restabfall (Unrat) Jede ungerade Woche am Dienstag ab 6:00 Uhr Abholung am Straßenrand Abfuhr Gelber Sack (Kunststoffe) Jede gerade Woche am Dienstag ab 6:00 Uhr Abholung am Straßenrand Abfuhr Bioabfall Jede Woche am Dienstag ab 6:00 Uhr Abholung am Straßenrand Abfallberatung Jeden ersten Samstag im Monat von 8:00 – 11:00 Uhr sowie am Donnerstag davor von 17:00 – 19:00 Uhr am Bauhof Wertstoffannahme Jeden ersten Samstag im Monat von 8:00 – 11:00 Uhr sowie am Donnerstag davor von 17:00 – 19:00 Uhr am Bauhof Grünmüllannahme (1.3. - 30.11.2012) Grünschnittsammelstelle Lauteracher Str. Mittwoch und Freitag 15:00 – 18:00 Uhr, Samstag 10:00 – 15:00 Uhr Sperrmüllannahme Jeden ersten Samstag im Monat von 8:00 – 11:00 Uhr sowie am Donnerstag davor von 17:00 – 19:00 Uhr am Bauhof Problemstoffannahme - kostenlos Jeden ersten Samstag im Monat von 8:00 – 11:00 Uhr sowie am Donnerstag davor von 17:00 – 19:00 Uhr Problemstoffsammelstelle am Bauhof Kontaktadresse Burkhard Hinteregger, Gemeindeamt Wolfurt, Tel.: 6840-17 Abfallkalender Umwelt 17 Ê 18 Abfuhr Restabfall (Unrat) Jede ungerade Woche am Dienstag ab 6:00 Uhr Abholung am Straßenrand Abfuhr Gelber Sack (Kunststoffe) Jede gerade Woche am Dienstag ab 6:00 Uhr Abholung am Straßenrand Abfuhr Bioabfall Jede Woche am Dienstag ab 6:00 Uhr Abholung am Straßenrand Abfallberatung Jeden ersten Samstag im Monat von 8:00 – 11:00 Uhr sowie am Donnerstag davor von 17:00 – 19:00 Uhr am Bauhof Wertstoffannahme Jeden ersten Samstag im Monat von 8:00 – 11:00 Uhr sowie am Donnerstag davor von 17:00 – 19:00 Uhr am Bauhof Grünmüllannahme (1.3. - 30.11.2012) Grünschnittsammelstelle Lauteracher Str. Mittwoch und Freitag 15:00 – 18:00 Uhr, Samstag 10:00 – 15:00 Uhr Sperrmüllannahme Jeden ersten Samstag im Monat von 8:00 – 11:00 Uhr sowie am Donnerstag davor von 17:00 – 19:00 Uhr am Bauhof Problemstoffannahme - kostenlos Jeden ersten Samstag im Monat von 8:00 – 11:00 Uhr sowie am Donnerstag davor von 17:00 – 19:00 Uhr Problemstoffsammelstelle am Bauhof Kontaktadresse Burkhard Hinteregger, Gemeindeamt Wolfurt, Tel.: 6840-17 Abfallkalender Umwelt Tipps und Informationen vom e5-Team Neues Energieeffizienz-Label der EU Im Jahr 1995 wurde zur Kennzeichnung des Energieverbrauchs verschiedener Güter das Energieeffizienz-Label der EU mit den Effizienzklassen A bis G eingeführt. Aufgrund des technischen Fortschritts ist diese Kennzeichnung in den letzten Jahren überarbeitet worden. Die höchste (beste) Stufe hat nun (je nach Art des Geräts) die Bezeichnung A+++. Für Kühl- und Gefriergeräte beispielsweise bedeutet das, dass ein Gerät der Klasse A+++ 60% weniger Energie verbraucht als ein Gerät der Klasse A. Ab 01. Juli 2012 dürfen keine Geräte mehr produziert werden, die schlechter eingestuft sind als A+. Die Energieeffizienzklasse alleine genügt nicht in allen Fällen zur Beurteilung des Energieverbrauchs. Bei Fernsehgeräten z.B. bezieht sie sich auf die Bildschirmfläche, d.h. ein 32-Zoll-Gerät verbraucht doppelt so viel Strom wie ein 46-Zoll-Gerät, auch wenn beide der Klasse A+ entsprechen! > Aktuelle Informationen zu energieeffizienten Produkten finden Sie im Internet unter www.topprodukte.at. Thermostatventile Zu Winterbeginn möchten wir auf die besonderen Eigenschaften von Thermostatventilen an Heizkörpern hinweisen. Thermostatventile sind automatische Regelgeräte, d.h. sie verändern die Leistung des Heizkörpers je nach Raumtemperatur. Das hat den Vorteil, dass z.B. bei Sonneneinstrahlung, beim Kochen oder wenn viele Personen anwesend sind, eine Überhitzung des Raums verhindert und wertvolle Energie gespart werden. Thermostatköpfe sind üblicherweise mit Zahlen von 1 bis 5 beschriftet. Die Mittelstellung (meist Stufe 3) entspricht einer Raumtemperatur von ca. 21°C und empfiehlt sich für die meisten Wohnräume. > Wichtig: Auf Stufe 5 wird ein Zimmer zwar wärmer als auf Stufe 3, schneller warm wird es aber nicht! Der Heizkörper heizt nicht stärker, nur länger. Damit ein Thermostatkopf richtig arbeiten kann, muss er frei von der Raumluft umströmt werden. Er darf nicht von einem Vorhang o.ä. verdeckt werden. Für Heizkörper, die hinter Verkleidungen montiert sind, werden Fernfühler angeboten. Sie haben noch Heizkörper ohne Thermostatventile? Sprechen Sie mit Ihrem Installateur - die Umrüstung rechnet sich aufgrund der Energieeinsparung innerhalb weniger Jahre! Stromverbrauch Schulzentrum Strohdorf Dass auch relativ neue Anlagen gelegentlich einer Überprüfung bedürfen, zeigt das Beispiel des im Jahr 2004 errichteten Gebäudes der Hauptschule. Dort wurde in den vergangenen Jahren ein Stromverbrauch festgestellt, der nicht den Erwartungen an ein energieeffizientes Gebäude entspricht. Durch ausführliche Messungen konnte das e5-Team die Lüftungsanlage als einen Hauptverursacher des erhöhten Verbrauchs identifizieren. Daraufhin wurden einige Einstellungen der Steuerung an die tatsächlichen Bedürfnisse angepasst. Nach einem knappen Jahr liegen erste, erfreuliche Ergebnisse vor: Der jährliche Stromverbrauch der Hauptschule hat sich um rund 42.500 kWh bzw. 18% verringert. Für die Marktgemeinde Wolfurt bedeutet das eine Einsparung von rund € 5.900,- pro Jahr. Johannes Köb, e5-Team-Leiter Umwelt 19 Viele Höhepunkte auf dem Wolfurter Markt Das Jahr 2011 ist schon fast wieder vorbei und es hat sich wieder einiges getan beim Wolfurter Wochenmarkt, der jeden Freitag von 14:00 bis 17:00 Uhr stattfindet. Tolle Musikgruppen, Zauberer, Artisten und Aktionen sowie die vielen Marktfahrer sorgten schon seit Jahresanfang für ein unterhaltsames Programm. Wunderbares Herbstwetter, viele Aktionen und begeisterte Besucher waren ein Garant für ein tolles Ambiente auf dem Marktplatz. Am 16. September 2011 präsentierte sich die Türkei als Urlaubs- und Tourismusland auf dem Wolfurter Markt. In Zusammenarbeit mit dem Türkischen Konsulat wurden nicht nur feine kulinarische Spezialitäten, die der Aktion „ma hilft“ gespendet wurden, angeboten, sondern vieles mehr. Es gab z.B. auch ein Reisebüro, bei dem die Besucher über die Schönheiten der Türkei informiert wurden. Das ganze wurde dann mit Folkloreauftritten und südländischer Musik abgerundet. Es war ein schöner Nachmittag mit sehr vielen Besuchern. Herr Konsulent Cagdas Bilgin und Landesrat Erich Schwärzler waren begeistert von den Darbietungen auf dem Wolfurter Markt. Weiters gab es zwei Mal ein Kürbisschnitzen und Gratiswürstel für die Kinder, Bastelnachmittage und soziale Aktionen. Hervorragend besucht war auch der 18. November. Hier gab es eine Aktion für die Pfarre Wolfurt - „Versteckte Not“. Kichoro- und Flädlesuppe, zubereitet von den „Frickenescher Moadla“, wurden von den Marktbesuchern geradezu weggeputzt. Alles ausverkauft hieß es um 17:00 Uhr, und eine Spende von über € 600,-- konnte übergeben werden. Ein herzliches Vergelt`s Gott an alle Marktbesucher. Der Wolfurter Markt bietet zahlreiche und vor allem qualitativ tolle Produkte an, und das auch im Winter. Da gibt es verschiedene Käsesorten aus dem Bregenzerwald und Eichenberg, Steirische, französische, griechische und italienische Spezialitäten, Brot und Gebäck, Obst und Gemüse, Säfte, Suppen und Soßen, Wurstwaren, Honig, Blumen und Pflanzen, Heilmittel und Naturprodukte, Dekowaren, Schmuckwaren, Steine, Fische, Messer- und Scherenschleifer, Weine, biotechnische Produkte, Olivenöle, Sockenund Textilwaren. Der Marktwirt Thomas Reichl freut sich auf viele Besucher. Michael Fröwis 20 Wirtschaft
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Wolfurt 2008 04 Winter Wolfurt 21.12.2008 19.11.2012, 18:13 wolfurt WINTER 08 Der erste Schnee Homle übar d’ Nacht hots gschneit, d’ Welt zogat si im neua Kleid. So subar schouts im Dorf jetzt us, a wisse Kappe hot jeds Hus. D’Hagpföhl hond Hüble übarku, d’ kahle Bömm hot as des düstere gnu. Wo gescht an Weg, ischt hüt a Rodelbahn und glatt ischt as, dass ma kaum loufa ka. Die klänne Tännele hintrm Hus lugand wie Kinder i Kapuzzamäntl us. S’Bächle hot si zmol varsteckt bloß murmla hört mas no i sinam Bett. Beim Futtrhüsle strittn Finka, Moisle und an Spatz, s’got zu wia of am Rummelplatz. D’Katzebohle streckt d’Schwanz i d’ Höh, schlicht Toapa schüttlad durch d’Schnee. An Radfahrer kämpft sie mit Gwalt durch Schneeloisa, muss obacht geh, dass ar nit fallt. Glückle lachand viele Kind die in Gedanko scho, mit Schie und Rodel, am nöchsta Bühel domma sind. Vor d’Schul a mords Gaudee, die erste Schlacht wird gschlaga mit dem Schnee. Im Ofa knistrad s’Für, die Schittr krachand, als wänd si säga d’Wintr ischt verwachat. Am Kachelofa tuat d’Opa vor si ane dösa, ma sieht ean leasa oder Krüzworträtsel lösa, ar moant d’Winter gäng ean nüt me a, er sei scho lang an alta Ma. Im Stubawinkel frei und zfrieda, tuat’s jüngschte Enkelkindle spiela, mit tüt a tü und brumm brumm brumm, schiabt as a Äutele rundum. D’Opa schlicht si zmol as Fenster, uf oamol tuat eam nüt me weh, mit dem Enkelkind ga rodla goh, wär sicher nit dia minscht Idee. Weihnachts- und Neujahrswünsche In wenigen Tagen neigt sich ein ereignisreiches Jahr seinem Ende zu, Weihnachten steht vor der Tür. Ich möchte dies gerne zum Anlass nehmen, um im Rückblick auf das vergangene Jahr allen Menschen in unserer Gemeinde, die in den verschiedensten Vereinen und Organisationen mitgearbeitet haben, ein herzliches Danke zu sagen. Dieser Dank geht auch an alle jene, die im Nachbarschaftsbereich oder im privaten Bereich in irgendeiner Form für andere da gewesen sind, sie alle haben beigetragen, dass unsere Gemeinde lebenswert ist und bleibt. Einen herzlichen Dank möchte ich auch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in unseren öffentlichen Einrichtungen wie Rathaus, Bauhof, Kindergärten, Schulen, Sozialen Diensten und vielen Weiteren sagen: Sie haben auch heuer wieder ihr Bestes gegeben. Dieser Dank geht natürlich auch an alle Mandatare und an unseren Vizebürgermeister, wir konnten in einem vertrauensvollen politischen Klima viele gute Entscheidungen für unsere Gemeinde treffen und Vorhaben realisieren. Es ist wohltuend, auch von außerhalb immer wieder zu hören, dass die Zusammenarbeit und der Zusammenhalt in unserer Gemeinde vorbildlich funktionieren. Auf diesem Weg möchte ich Ihnen geruhsame und besinnliche Weihnachtsfeiertage und für das kommende Jahr gute Gesundheit und ein harmonisches Miteinander wünschen. Mit herzlichen Grüßen Euer Bürgermeister Erwin Mohr Dietmar Ungerank Blick ins Gemeindegeschehen Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger! Seit der letzten Ausgabe gab es in unserer weltweit vernetzten Finanzbranche Ereignisse, die niemand für möglich gehalten hätte. Ein Kapitalismus, dem offensichtlich kaum mehr Grenzen gesetzt waren, hat Auswüchse gezeitigt, die wohl mehr als eine Milliarde Menschen betroffen und Millionen davon in den Ruin getrieben haben. Viele waren offensichtlich der Meinung, dass Geld sich auch ohne entsprechende Arbeitsleistung dahinter vermehren kann und spekulierten in Fremdwährungen, in Aktien und Immobilien. Wer sein Geld in Anleihen oder gar nur auf dem Sparbuch hatte, wurde als konservativ wenn nicht gar als zurückgeblieben eingestuft. Am härtesten betroffen sind jene, die sogar Geld aufgenommen haben, um mit solch riskanten Geschäften noch mehr Geld zu verdienen. Ein vielleicht kleiner Trost ist die Tatsache, dass viele „normale“ Menschen kein Geld verloren haben, weil sie keines zu veranlagen hatten. nunmehr einen Stundentakt Richtung Buch-Alberschwende und retour. Im Gegenzug musste die Linie Wolfurt Rutzenberg-Bildstein wegen fehlender Nachfrage eingestellt werden. Eine deutliche Verbesserung erfährt auch die Anbindung unseres Gewerbegebietes Güterbahnhof/Hohe Brücke, da alle Busse jetzt über Zollamt Wolfurt und Konrad-Doppelmayr-Straße geführt werden. Diese Verbesserungen werden für Wolfurt zu Mehrkosten von rund € 70.000,-- führen. Finanzielle Situation unserer Gemeinde Für die derzeit großen Investitionen haben wir größere Rücklagenbeträge in den guten Jahren gespart und in sicheren Bereichen veranlagt. Wir hatten zwar nicht ganz soviel Zins, wie wir vielleicht in Island gehabt hätten, dafür haben wir aber nichts verloren. Das gleiche gilt für unsere Seniorenstiftung und auch die MartinSchwerzler-Stiftung. Wir werden also trotz aktueller Finanzkrise im kommenden Jahr in der Lage sein, große Investitionen zu tätigen und zu finanzieren. Dies auch unter Berücksichtigung von Mindereinnahmen im Jahr 2009, einerseits durch die angekündigte Steuerreform, an der die Gemeinden ca. 12 % mittragen müssen, sowie der voraussichtlich stagnierenden Kommunalsteuer-Einnahmen. Sanierung Nahwärmeheizung Dorfzentrum Die vor einigen Jahren neu errichtete Nahwärmeheizung Dorfzentrum, die auch die Wärme unter anderem für das Pfarrheim, das Arzthaus, den Alten Schwanen, das Spielzeugmuseum oder das Heitz-Haus liefert, hatte aufgrund von Planungsfehlern ständig Probleme bereitet. Im heurigen Sommer wurde nunmehr ein Sanierungskonzept erstellt und wesentliche Verbesserungen vorgenommen. Ein überwiegender Teil der Kosten von € 70.000,-- ist von der Planungsfirma bzw. den ausführenden Firmen als Garantieleistung zu übernehmen. Wir hoffen, dass damit die Probleme der letzten Jahre behoben sind. Landbus-Angebot weiter ausgebaut Mit dem Fahrplanwechsel Anfang Dezember gab es auch im Landbus-Angebot in Wolfurt einige wesentliche Änderungen und Verbesserungen. So wurde über mehrfachen Wunsch aus Wolfurt, aber auch aus Lauterach, eine neue Linie von Lauterach über die Wälderstraße nach Wolfurt und weiter nach Kennelbach und Bregenz eingerichtet. Eine neue Haltestelle Schmerzenbildstraße wurde errichtet. Neu im Verkehrsverbund Landbus Unterland ist die Gemeinde Buch. Hier gibt es Aus dem Rathaus 3 Fußgänger-Aufstellfläche an der Lorenz-Schertler-Straße Parkplatz Pfarrhaus Bauvorhaben der Gemeinde fertig gestellt Die seit langem gewünschte Fußgänger-Aufstellfläche an der Lorenz-SchertlerStraße / Einmündung Flotzbachstraße wurde fertig gestellt. Durch die Einengung des Straßenraumes und Schaffung der Aufstellfläche konnte eine wesentliche Verbesserung und Sicherung des Schulweges in Richtung Mähdle erreicht werden. Nach Abschluss einer entsprechenden Vereinbarung mit der Pfarrgemeinde konnten beim Pfarrhaus ein neuer Parkplatz und ein weiterer direkter Zugang auf den Terrassenfriedhof mit Kosten von knapp € 40.000,-- realisiert werden. Dieser Parkplatz wurde vor allem zur leichteren Betreuung der Grabstätten am Terrassenfriedhof geschaffen. Die Sanierung des Heitz-Hauses ist inzwischen abgeschlossen und darf als sehr gelungen bezeichnet werden. Vor allem hinsichtlich der neuen Schindelfassade sind viele der Meinung, dass sie sich sehr gut in das Gesamtbild des alten Dorfkernes einfügt. Die Kosten für die gesamte Sanierung inklusive Ausbau zusätzlicher Büroräume sowie Umbau des Geschäftlokales im Erdgeschoss werden bei rund € 350.000,-- liegen. Neuer Mitarbeiter im Rathaus Seit Mitte September haben wir mit Thomas Plangger einen neuen Mitarbeiter im Rathaus, nachdem sich Ing. Markus Moosbrugger überraschend für einen Stellenwechsel entschieden hat. Thomas Plangger betreut den gesamten Bereich Tiefbau. Dieser umfasst vor allem den Straßenbau, das Kanal- und Wasserleitungsnetz und die offenen bzw. verrohrten Gewässer. Er ist gleichzeitig auch verantwortlich für unser achtköpfiges Bauhofteam. Kontakt: thomas.plangger@wolfurt.at, Tel.: 05574/6840-23 Grundstücksangelegenheiten Durch die Gemeindevertretung wurde der einstimmige Beschluss gefasst, von Frau Irmgard Wirth, Andelsbuch, den in ihrem Besitz befindlichen 1/3 Anteil am GST-NR 1554 in der Augasse zum Preis von € 147.000,-- zu erwerben. Die Gemeinde war bereits im Besitz von 2/3 Anteilen und ist nunmehr Alleineigentümerin. Derzeit gibt es keine Absichten, das Grundstück zu verwerten. Bei der Privatstraße „Blumenfeld“ gab es im heurigen Jahr eine Bereinigung der Besitzverhältnisse der Privateigentümer. In diesem Zuge konnte die Gemeinde mit den neuen Eigentümern eine privatrechtliche Vereinbarung über die Einräumung einer Dienstbarkeit des Gehens und Fahrens für Fußgänger und Radfahrer abschließen. Die Gemeinde hat im Gegenzug anteilige Instandhaltung, Schneeräumung, Beleuchtung usw. übernommen. Der Durchgang sowie die Durchfahrt für Fahrräder sind damit in Zukunft für jedermann straffrei möglich. 4 Aus dem Rathaus Heitz-Haus www.wolfurt.at www.gem24.at Böhler Fensterbau GmbH Fend & Eberle GmbH Derzeit finden die letzten Beratungen für den Gemeindehaushalt 2009 statt. Aufgrund des Bedarfes und auch der Wünsche der verschiedenen Ausschüsse zeichnet sich das größte Investitionsbudget ab, das Wolfurt je verabschiedete. Die Zeit für Investitionen im kommenden Jahr dürfte aufgrund der Preissituation günstig sein, darüber hinaus sichern die Investitionen auch Arbeitsplätze. Allerdings wird es unumgänglich sein, trotz größter Sorgfalt die Vorhaben zum Teil aus Rücklagen zu finanzieren. Sollten Sie eine Gebäudesanierung oder einen Neubau ins Auge fassen, dann dürfte das kommende Jahr günstig sein: einerseits zeichnen sich niedrigere Preise ab, andererseits wurden neue hohe Förderungen ab 01.01.2009 in Aussicht gestellt. Darüber hinaus erzielen Sie einen Energie-Einspareffekt, der bei sicher wieder steigenden Energiepreisen positiv zu Buche schlägt. Firmenneubauten Die Firma Böhler Fensterbau GmbH errichtete am Wiesenweg eine neue Produktionshalle, die eine Verdoppelung des Umsatzes, wie er in den nächsten Jahren vom Unternehmen angestrebt wird, auch platzmäßig ermöglicht. Die Firma Fend & Eberle GmbH, Spezialist für alle Bodenbeläge, hat inzwischen den Rohbau ihres neuen Betriebsgebäudes am Brückenweg, unmittelbar neben dem Neubau von Gebäudereinigung Majer GmbH, fertig gestellt. Der Firmenumsiedlung im kommenden Jahr steht damit nichts mehr im Wege. Auch wenn derzeit manche Wolken am Konjunkturhimmel sichtbar sind, bin ich doch überzeugt, dass wir nicht ins Jammern verfallen, sondern mit Zuversicht und Tatkraft ins neue Jahr gehen und das Beste daraus machen sollten! Herzlichst Ihr Bürgermeister Erwin Mohr Aus dem Rathaus 5 Der neue Familienpass 2009 ist da! Ab Ende November 2008 erhalten Sie im Gemeindeamt über Antrag kostenlos den neuen Vorarlberger Familienpass. chen sowie Familienaktionen und Veranstaltungen. Außerdem berechtigt der Familienpass zu preisgünstigen Fahrten mit Bus, Bahn und Schiff. Partnerbetriebe Eine aktuelle Liste der Partnerbetriebe finden Sie hinten im beiliegenden Familienkalender. Bei Ausflügen achten Sie auf die mit dem Familienpass-Sticker gekennzeichneten Betriebe, sie bieten besonders familienfreundliche Tarife an. Es lohnt sich aber auch, bei anderen Unternehmen Ihren Familienpass zu zeigen und nach einem Familientarif zu fragen. Das Angebot an Partnerbetrieben wird laufend ausgebaut. Ziele: > > > > Förderung des Gemeinschaftserlebnisses der Familien in Vorarlberg Finanzielle Entlastung der Familien in Vorarlberg Leichterer Zugang zu Freizeit-, Sport- und Kultureinrichtungen Förderung der Inanspruchnahme des öffentlichen Verkehrs, um zum Abbau der verkehrsbedingten Umweltbelastungen beizutragen Reisen in Österreich mit dem Familienpass Der Vorarlberger Familienpass ist auch in anderen österreichischen Bundesländern gültig und bringt dort ähnliche Vorteile. Genauere Auskünfte finden Sie auf den Familienpassseiten auf www.vorarlberg.at/familie. Wer bekommt den Familienpass? Alle in unserer Gemeinde wohnhaften Familien, natürlich auch Alleinerziehende und Lebensgemeinschaften, mit Kindern unter 18 Jahren können den Familienpass beantragen. Wenn gewünscht, erhalten beide Elternteile bzw. Partner einen Familienpass. So können auch Besuchseltern im Familienpass eingetragen werden, auch wenn ihre Kinder nicht an der gleichen Adresse wohnen. Wo erhalte ich den Familienpass? Bei einem Erstantrag können Sie den Familienpass direkt beim Wohnsitzgemeindeamt anfordern und gleich mitnehmen. In den Folgejahren wird Ihr Familienpass automatisch verlängert und einmal pro Jahr vom Amt der Vbg. Landesregierung, Jugend- und Familienreferat, zugeschickt. Bei Änderung Ihrer Daten oder bei der Geburt eines weiteren Kindes melden Sie diese Änderungen bitte dem Gemeindeamt. Wie erhalte ich die Ermäßigungen? Am besten, Sie tragen den Familienpass immer bei sich, wenn Sie gemeinsam mit Ihren Kindern unterwegs sind. Ob in öffentlichen Verkehrsmitteln oder bei Freizeiteinrichtungen, zeigen Sie Ihren Familienpass gemeinsam mit einem gültigen Lichtbildausweis einfach an der Kassa vor, um die aktuellen Ermäßigungen zu erhalten. Weitere Informationen zum Familienpass erhalten Sie im Gemeindeamt, Bürgerservice bei Frau Melanie Amhof (Tel. 6840-10) sowie bei Frau Lydia Bechter (Tel. 6840-16). Wie lange ist der Familienpass gültig? Ihr Familienpass ist jeweils für ein Kalenderjahr (Anfang Januar bis Ende Dezember) gültig. Ein neuer Pass wird Ihnen jedes Jahr automatisch zugeschickt, bis Ihr Anspruch auf den Familienpass endet. Wo ist der Familienpass gültig? Mit dem Familienpass haben Sie Anspruch auf die Familientarife in Freizeit-, Sportund Kultureinrichtungen in Vorarlberg. Die vielfältigen Angebote reichen von Skitagen und anderen Sportmöglichkeiten bis hin zu Theater- und Museumsbesu- 6 Aus dem Rathaus Wanderweg-Betreuer gesucht Unsere Gemeinde verfügt in Verbindung mit den benachbarten Hofsteig-Gemeinden über ein ausgedehntes Radund Wanderwegenetz, das es auch entsprechend instand zu halten gilt. Eine wichtige Funktion in diesem Zusammenhang hat der örtliche Wanderweg-Betreuer, diese Funktion hatte über viele Jahre und äußerst verdienstvoll unser nunmehriger Hauptschuldirektor Norbert Moosbrugger inne. Wir möchten ihm dafür einen herzlichen Dank aussprechen. Wir suchen nunmehr eine Person, die sich als Wanderweg-Betreuer oder Betreuerin betätigen möchte. Besonders geeignet wäre jemand, der viel auf Wolfurts Wanderwegen unterwegs ist und damit den Zustand der Wege, der Beschilderungen und Markierungen beobachten kann. Er muss keine Reparaturen oder Instandhaltungen selber durchführen, sondern lediglich seine Beobachtungen über den Zustand der Wege und Einrichtungen der Gemeinde berichten. Die Arbeiten werden dann vom Bauhof bewerkstelligt. Wir würden uns sehr freuen, wenn sich wieder jemand für diese ehrenamtliche Aufgabe zur Verfügung stellen würde und ersuchen um Kontaktaufnahme mit Gemeindesekretär Dr. Sylvester Schneider, Tel.: 6840-13. Heizkostenzuschuss 2008/2009 Wie in den vergangenen Heizperioden besteht auch in der Heizperiode 2008/2009 für Personen, die ihren Lebensunterhalt, zu dem auch die Kosten für Beheizung zählen, für sich und für die in Familiengemeinschaft lebenden unterhaltsberechtigten Angehörigen voraussichtlich nicht oder nicht ausreichend selbst beschaffen können die Möglichkeit, eine finanzielle Hilfe zu erhalten. Antragstellung und Ausbezahlung: Der Heizkostenzuschuss kann im Zeitraum vom und 14.). Tatsächlich geleistete Unterhaltszahlungen sind bei der Ermittlung der Höhe des Einkommens vom Einkommen abzuziehen. Sämtliche Einkommen bzw. zu leistende Unterhaltszahlungen sind durch möglichst aktuelle Unterlagen (z.B. Pensionsbezugsabschnitt, Gehaltszettel, Kontoauszug, Wohnbeihilfebestätigung) nachzuweisen. Mittwoch, den 01. Oktober 2008 bis Freitag, den 30. Jänner 2009 beim Marktgemeindeamt Wolfurt, Bürgerservice, beantragt werden. Personen, die im dauernden Bezug von Sozialhilfe stehen und somit auf diesem Wege die Heizkosten bezahlt erhalten, haben keinen Anspruch auf diesen Zuschuss Berücksichtigung von Einkommen und Vermögen: a) Einkommen Das monatliche Haushaltseinkommen darf höchstens a) bei einer alleinstehenden bzw. alleinerziehenden Person netto € 1.000,-b) bei Ehepaaren, Lebensgemeinschaften oder sonst zwei in einem gemeinsamen Haushalt lebenden Erwachsenen, nicht familienbeihilfebeziehenden Personen, netto € 1.500,-- und c) bei jeder weiteren Person im Haushalt (insbesondere Kinder) je € 130,-- betragen. Als Einkommen gelten alle Einkünfte aus selbständiger Arbeit, aus nicht selbständiger Arbeit, aus Gewerbebetrieb, aus Land- und Forstwirtschaft sowie aus Vermietung und Verpachtung. Zum Einkommen zählen somit insbesondere Löhne, Gehälter, Renten, Pensionen, Leistungen aus der Arbeitslosen- und der Krankenversicherung, weiters Wohnbeihilfen, Unterhaltszahlungen jeglicher Art, Kinderbetreuungsgeld und Lehrlingsentschädigungen. Nicht als Einkommen gelten Familienbeihilfen, Familienzuschüsse, Kinderabsetzbeträge, Studienbeihilfen, Pflegegelder, Opferrenten nach dem Opferfürsorgegesetz sowie Grundrenten nach dem Kriegsopferversorgungs- und Heeresversorgungsgesetz. Unberücksichtigt bleiben auch allfällige Sonderzahlungen (so genannte 13. b) Vermögen Die Vermögenssituation bleibt gänzlich außer Betracht. Der Antrag kann beim Marktgemeindeamt Wolfurt, Bürgerservice, bis 30. Jänner 2009 gestellt werden. Bei Zuschussgewährung wird der Heizkostenzuschuss von € 250,-unverzüglich ausbezahlt. Für weitere Fragen steht Ihnen das Marktgemeindeamt Wolfurt, (Tel. 05574/6840) Bürgerservice, Frau Lydia Bechter (DW 16) oder Herr Stefan Fischer (DW 15) gerne zur Verfügung. Aus dem Rathaus 7 Fundamt Fundgegenstände und Fahrräder, welche im 4. Quartal 2008 im Fundamt abgegeben wurden: Kostenlose Sprechstunden von Rechtsanwälten und Notaren Die kostenlosen Beratungs-Sprechstunden von Rechtsanwälten und Notaren werden von der Wolfurter Bevölkerung gerne in Anspruch genommen, daher wird dieses Beratungsangebot wie folgt fortgesetzt: Sprechstunden Rechtsanwälte von 18:00 - 20:00 Uhr Diverse Schlüssel Brillenetui Ebenfalls wurden diverse Fahrräder abgegeben, die während der Amtsstunden beim Gemeindeamt Wolfurt, Fundamt (Tel.-Nr.: 05574/6840-10, Fax: 6840-810, E-Mail: melanie.amhof@wolfurt.at) besichtigt und an den rechtmäßigen Besitzer ausgefolgt werden können. Direkte Informationen finden Sie auch im Internet unter www.fundinfo.at Melanie Amhof Mittwoch, Mittwoch, Mittwoch, Mittwoch, 07. 04. 04. 01. Jänner 2009, Dr. Wolfgang Hirsch Februar 2009, Dr. Claus Brändle März 2009, Dr. Nikolaus Schertler April 2009, Dr. Wolfgang Hirsch Sprechstunden Notar von 18:00 - 19:00 Uhr Mittwoch, 21. Jänner 2009, Dr. Kurt Zimmermann Mittwoch, 11. März 2009, Dr. Kurt Zimmermann Die Sprechstunden finden jeweils im Rathaus Wolfurt statt. Notariatsverteilung bei Todesfällen: Zur Abwicklung der Verlassenschaften nach Todesfällen von Familienangehörigen wurden vom Bezirksgericht Bregenz die Notare für folgende Termine nominiert: Dr. Nikolaus Ender Jänner, Juni, 01.11. - 12.11. Dr. Ivo Fussenegger Februar, Juli, 13.11. - 26.11. Dr. Richard Huter März, August, 27.11. - 07.12. Dr. E. Michel April, September, 08.12. - 20.12. Dr. Kurt Zimmermann Mai, Oktober, 21.12. - 31.12. Veränderungen im Gewerberegister Eintragungen in das Gewerberegister Maria Javorcikova, Personenbetreuung, Im Kessel 32; Udo Stimpfl, Handelsgewerbe und Handelsagenten, Unterhub 1a; Maria Folentova, Personenbetreuung, LorenzSchertler-Straße 4; Bertram Klien, Handelsgewerbe und Handelsagenten, Hofsteigstraße 42b; Simone Burtscher, Zeichenbüro, Hofsteigstraße 28c; Zülfikar Osman Tosun, Handelsgewerbe, Bahnhofstraße 8b; Femox GmbH, Handelsgewerbe und Handelsagenten, Bahnhofstraße 8b; Ing. Lubica Vajova, Personenbetreuung, Felle 4; Gerhard Winder, Scheeräumer (Verkehrsflächenreiniger), Kirchstraße 16; Jenni GmbH, Handelsgewerbe und Handelsagenten, Konrad-DoppelmayrStraße 17; Berufsdetektei Marent OG, Sicherheitsgewerbe, Engerrütte 1/6; Bernd Schiffrer, Handelsgewerbe und Handelsagenten, Lerchenstraße 50a. Standortverlegungen Gasser, Erdbewegung, Transporte, Abbruch, Deponie GmbH & Co KG, Durchführung von Erdbewegungsarbeiten unter Ausschluss der dem konzessionierten Baugewerbe vorbehaltenen Arbeiten, Gewerbsmäßige Beförderung von Gütern mit einem Kraftfahrzeug im innerstaatlichen Verkehr, Erdbau, Kies-, Sand- und Schottergewinnung, von Wolfurt Dammstraße 67a nach Bregenz; Robert Bischof, Werbeagentur, von Lochau nach Wolfurt, Bucher Straße 29; WGC Winsauer GmbH, Handelsgewerbe und Handelsagenten, von Wolfurt Wiesenweg 1 nach Dornbirn; Christian Mandlik, Handelsgewerbe, von Wolfurt Dammstraße 67a nach Wolfurt Senderstraße 16; Viera Buranska, Personenbetreuung, von Wolfurt, LorenzSchertler-Straße 4 nach Lochau; Farrag Tech GmbH, Handelsgewerbe, von Wolfurt Wälderstraße 13a nach Wolfurt Dammstraße 61; Alena Pisarcikova, Personenbetreuung, von Kappl nach Wolfurt, Brunnengasse 2; „Furore“ Handelsgesellschaft mbH & Co. KG, Handelsgewerbe und Handelsagenten, von Wolfurt Bahnhofstraße 9 nach Bregenz; Biserka Stabodin, Handelsgewerbe, von Kennelbach nach Wolfurt, Bützestraße 24/9; Alwin Norbert Giesinger, Aufstellung von Niederdruckzentralheizungsanlagen und Warmwasserbereitungsanlagen, Handelsgewerbe, von Wolfurt Kirchstraße 20 nach Wolfurt Unterhub 15a; Alfred Magnus Bertsch, Gastgewerbe, von Wolfurt Dornbirner Str. 1 nach Klaus; DI Beate Eveline Haiden, Handelsgewerbe und Handelsagent, von Bludenz nach Wolfurt, Schlattweg 5. Änderung der Geschäftsanschrift MD Unternehmensbeteiligungsgesellschaft m.b.H., Handelsgewerbe und Handelsagenten, Nelkenweg 8c. Übertragung der Gewerbeberechtigung, Standortverlegung und Geschäftsführerbestellung Mopptex GmbH, Handelsgewerbe und Handelsagenten, Konrad-Doppelmayr-Str. 17, Geschäftsführer: Mehmet Cetinkaya. Gewerbelöschungen Martin Lartiz, Tischler, Bützestr. 21; „ Triple A“ Aqua Service Holding GmbH, Handelsgewerbe, Bahnhofstraße 10; Dragisa Kostic, Hausbetreuungstätigkeiten, Kreuzstr. 7; Adriana Papuchova, Personenbetreuung, Hofsteigstr. 20; H. Gmeiner KEG, Film- und Videoproduktion, Bucher Str. 21; Bioline Handels Gesellschaft m.b.H., Bekämpfung von tierischen und pflanzlichen Schädlingen ohne Verwendung hochgiftiger Gase, Im Wida 6. Errichtung einer weiteren Betriebsstätte SIMACEK FACILITY GmbH, Zimmer- und Gebäudereiniger, Senderstraße 8; Triple A Aqua Service GmbH, Handels- und Handelsagentengewerbe, Bahnhofstraße 10. Übergang der Gewerbeberechtigung Logwin Road + Rail Austria GmbH (früher delacher Logistics AG + Co KG), Beförderung von Gütern mit fünfzig Lastkraftwagen, Am Güterbahnhof Wolfurt. 8 Aus dem Rathaus Japanische Forschergruppe besuchte Wolfurt Eine dreiköpfige japanische Forschergruppe, bestehend aus zwei Professoren und einem Dozenten der MIE-Universität in Japan, besuchten kürzlich unsere Marktgemeinde, um sich hier über Modelle der Bürgerbeteiligung, über nachhaltige Sozialsysteme und spezielle Schwerpunkte der lokalen Umweltpolitik zu informieren. Wolfurt wurde von den Wissenschaftlern deshalb als Ziel ausgewählt, weil wir in der Vergangenheit sowohl im Umwelt- als auch im Sozialbereich erfolgreiche Projekte durchführten und auch zahlreiche Anerkennungspreise dafür erhielten. Böller und Feuerwerke müssen genehmigt werden In den letzten Monaten häufen sich im Gemeindeamt die Beschwerden über Lärmstörungen durch Feuerwerke und Böllerschüsse. Es wird deshalb darauf hingewiesen, dass in unserem Gemeindegebiet keinerlei Feuerwerke nach 22:00 Uhr genehmigt werden (außer Silvesternacht). Größere Feuerwerke müssen ohnedies von der Bezirkshauptmannschaft und nicht von der Gemeinde bewilligt werden. Das „Braut-Wachschießen“ am Hochzeitstag geht auf eine bereits ältere Tradition in Wolfurt zurück. Es wurde allerdings nur dann eine Braut wachgeschossen, wenn sie auch einen Mann aus dem Ort geheiratet hat. Entsprechend dieser Tradition kann ein „Braut-Schießen“ mit Böllern bewilligt werden, wenn die Braut in Wolfurt wohnhaft ist. Ein Wachschießen des Bräutigams ist strikt verboten, ebenso das Schießen vor 6:00 Uhr früh. Jedes Brautschießen muss vorher von der Gemeinde bewilligt werden. Es wird ersucht, diese Rahmenbedingungen zu berücksichtigen, da bei nicht bewilligten Feuerwerken oder Böllerschüssen Anzeige erstattet werden muss. Bürgermeister Erwin Mohr Gemeindepanorama 9 Offene Jugendarbeit im Umbruch! Erwachsen werden ist nicht leicht, Erwachsene haben diese Zeit zwar durchlebt, haben aber in vielfachen Fällen wenig Verständnis für die Nöte und Probleme der Jugendlichen. Damit diese Pubertätsphase nicht unkontrolliert irgendwo im Halbdunkel durchlebt werden muss, ist eine gezielte Jugendarbeit sehr wichtig. In Wolfurt wird diese Arbeit über zwei zusammenwirkende Schienen angeboten. Einerseits gibt es den Jugendverein s`Team, dieser ist der Träger der Offenen Jugendarbeit, unterstützt wird der Verein durch unseren neuen Jugendarbeiter Günter Sutterlüti. Damit kann den Jugendlichen in Wolfurt unkompliziert und professionell eine niederschwellige Hilfe angeboten werden. Mit dem Jugendraum „CAGE“ steht den Jugendlichen ein beaufsichtigter Raum zur Verfügung. In einer zweitägigen Vorstandsklausur, unter Mitwirken des Jugendarbeiters sowie des Vizebürgermeisters Christian Natter - als Beauftragter der Gemeinde - wurde die Struktur der Offenen Jugendarbeit für die Zukunft neu erarbeitet. Eine kleine Vorschau unseres Angebotes für die nächste Zeit: > Hip Hop Tanzkurs > Just in Time - Festival > Aufbau einer Mädchengruppe > Jugendtheater > Einrichten einer Kultur-Gruppe für Jugendliche bis 16 Jahre Weitere Informationen unter: www.cage.at Michael Klimmer, Obmann s’Team Erste Umsetzungen von „case my place“ Neue Öffnungszeiten Cage: Dienstag 13:00 bis 17:00 Uhr - offener Betrieb Mittwoch 16:00 bis 20:00 Uhr - offener Betrieb Freitag 18:30 bis 22:00 Uhr - Jugenddisco Dem großen Wunsch unserer Jugendlichen, in der Region ein Jugendhaus zu eröffnen, konnten die Gemeindeverantwortlichen der Hofsteiggemeinden in einer gemeinsamen Sitzung, leider nicht folge leisten. Als erster Schritt wurde vereinbart, die Öffnungszeiten und Angebote der jeweiligen Jugendräume soweit wie möglich auf einander abzustimmen bzw. zu erweitern. So soll ein breites Angebot über die ganz Woche in unserer Region entstehen. In Wolfurt wurden die Öffnungszeiten durch unseren neuen Jugendarbeiter Günter Sutterlüti, im Cage deutlich erweitert - siehe nebenstehend. Proberäume für Jugendbands - war ebenfalls ein großes Anliegen der Jugendbefragung. Die Gemeinde konnte im ehemaligen Gardinen-Geiger-Areal entsprechende Räumlichkeiten anmieten, in denen auch die Rovermen ein neues zu Haus finden werden. Die Jugendlichen werden nun mit viel Eigenleistung die Räume adaptieren um dann bald richtig abrocken zu können. 10 Gemeindepanorama Tätigkeitsprofil der Offenen Jugendarbeit Wolfurt Neuer Vorstand des Jugendverein s`Team v.l.n.r.: Siegi Fink, Tamara Moser, Daniel Grießer, René Passler, Manuel Feurstein, Michael Klimmer, Günter Sutterlüti, Vizebgm. Christian Natter Neuer Jugendarbeiter in Wolfurt Mit Günter Sutterlüti wurde ein kompetenter Nachfolger für die bisherige Jugendkoordinatorin Manuela Preuß gefunden. Erstmals wurde diese Aufgabe als eine 100%-Stelle ausgeschrieben. Es soll damit sichergestellt werden, dass für die ansteigenden Anforderungen auch entsprechende Ressourcen zur Verfügung stehen. Die Hauptaufgaben von Günter sind: die Gestaltung, Durchführung und Begleitung der Offenen Jugendarbeit, insbesondere die Unterstützung vom s’Team bzw. Cage, sowie die mobile und aufsuchende Jugendarbeit. Günter Sutterlüti schloss diesen Sommer seine Ausbildung als Sozialarbeiter an der Fachhochschule in Dornbirn ab. Schon während des Studiums galt sein Interesse der Kinder- und Jugendarbeit. In dieser Zeit sammelte er bereits erste Erfahrungen im Kernteam der Offenen Jugendarbeit im Bregenzerwald bzw. bei Kiddy & Co im 14. Bezirk in Wien, wo er sein Berufspraktikum absolvierte. Mit Günter haben wir einen jungen und engagierten Menschen für Wolfurt gewinnen können. Ich bin sicher, dass er in Zusammenarbeit mit dem Team um Michael Klimmer viele neue Impulse setzen kann. Wir freuen uns auf eine aktive, befruchtende, aber auch herausfordernde Zusammenarbeit. Christian Natter, Gemeinderat für Jugend und Vizebürgermeister Gemeindepanorama 11 Dankesbrief an die Gemeinde „Aktion Demenz” - gemeinsam für ein besseres Leben mit Demenz Im Mittelpunkt der „Aktion Demenz“ steht die Vision, dass in Vorarlberg Menschen mit Demenz am öffentlichen und sozialen Leben ungehindert teilnehmen können. Die Gemeinde Wolfurt ist eine von 7 Modellgemeinden in Vorarlberg, die sich in den nächsten Jahren intensiv mit dem Thema Demenz auseinandersetzt. Wir wollen damit einen Beitrag zur würdigen Umsorgung und Integration von Menschen mit einer demenziell bedingten Veränderung und zur Unterstützung von deren Angehörigen in Vorarlberg leisten. Als zentrale Aufgabe sehen wir die Verbesserung der Lebensbedingungen für Menschen mit Demenz. Durch Öffentlichkeitsarbeit wird das Bewusstsein für die Thematik gestärkt und ein aufgeklärtes Bild von Demenz vermittelt. Den Zugang zu diesem Thema wollen wir auf verschiedensten Wegen möglich machen. Einerseits soll die Information und Sensibilisierung Schwerpunkt sein, andererseits sollen auch Ideen für verschiedene Initiativen (z.B. Freizeitangebote, Kulturveranstaltungen, Einbezug der Wirtschaft und Schulen etc.) gefördert werden. Dazu wurde unter der Leitung von DSA Barbara Moser-Natter eine engagierte Projektgruppe gegründet, die sich um die Umsetzung dieser Ziele und Schwerpunkte kümmert. Folgende Personen sind in der Projektgruppe vertreten: DGKS Maria Claeßens, DGKS Andrea Schwarz, Waltraud Gmeiner und Geschäftsführer Mag. Erich Gruber, Gemeinderätin Elisabeth Fischer. Die Bevölkerung ist herzlich dazu eingeladen, sich an der Aktion Demenz mit Ideen, Anregungen und Mitarbeit zu beteiligen! Kontakt: DSA Barbara Moser-Natter, Sozialdienste Wolfurt, Gartenstr. 1, Tel: 71326-610 oder 0664/8408744 Elisabeth Fischer, Gemeinderätin für Soziales 12 Soziales Wolfurt zur„Seniorenfreundlichen Gemeinde“ ausgezeichnet Bereits im vergangenen Jahr wurde unsere Gemeinde beim Wettbewerb „Innovativste Gemeinden Österreichs“ für das „Netzwerk für Senioren“ mit dem 2. Platz ausgezeichnet. Vor wenigen Wochen wurde unser vorbildliches Seniorenheim, das vor drei Jahren in der „Pflege nach Professor Böhm“ als erstes Pflegeheim Europas ganzheitlich mit vier Sternen ausgezeichnet wurde, rezertifiziert und wieder mit vier Sternen eingestuft. Das bedeutet Pflege auf höchstem Niveau! Bei dem vom Sozialministerium, der Österreichischen Volkshilfe und dem Pensionistenverband ausgeschriebenen Wettbewerb „Seniorenfreundliche Gemeinden 2008“ wurde Wolfurt als Seniorenfreundlichste Gemeinde in der Kategorie 5.000 - 10.000 Einwohner ausgezeichnet. Diese Auszeichnung erhielt unsere Gemeinde für das besondere Engagement für die ältere Generation, wobei neben den Einrichtungen der Gemeinde für die Seniorenbetreuung besonders das private und ehrenamtliche Engagement der vielen Vereine und Organisationen lobend erwähnt wurde. Der funktionierende Seniorenrat, die neu gegründete Seniorenbörse, die seit Jahren bestehende Seniorenstiftung und viele weitere Aktivitäten wurden nur beispielhaft aufgeführt. Eine kleine Abordnung aus unserer Gemeinde durfte die Anerkennungsurkunde und den Preis aus den Händen von Sozialminister Erwin Buchinger, VolkshilfePräsident Josef Weidenhofer und Pensionistenverbands-Präsident Karl Blecha entgegennehmen. Diese Auszeichnung bedeutet eine schöne Anerkennung der bisherigen Arbeit der vielen Menschen, die sich für unsere ältere Generation engagieren und ist gleichzeitig auch Auftrag, diesen erfolgreichen Weg weiterzugehen. Elisabeth Fischer, Gemeinderätin für Soziales Soziales 13 Seniorenbörse Wolfurt ein gutes Gefühl, dabei zu sein! Brauchen Sie Unterstützung beim Winterdienst? Wir lassen Sie nicht im Schnee stecken, wenn Sie Hilfe brauchen. Werden Sie Mitglied! Mitbürger/innen mit sozialer Einstellung, handwerklichem Geschick oder einfach nur mit dem Willen, anderen zu helfen, sind bei uns sehr willkommen. Wir bedanken uns recht herzlich für das Vertrauen bei allen Mitgliedern, die unsere Hilfe in Anspruch genommen haben und ganz besonders bei den ehrenamtlichen Helfern, die sich in bisher ca. 430 Einsätzen oder 900 Stunden in den Dienst der guten Sache gestellt haben. Obmann Werner Kessler Sind Sie im Krankenhaus oder auf Kur? Wir schauen zu Ihrer Wohnung und Ihren Haustieren. Können Sie kleinere Reparaturen selbst nicht mehr bewältigen? Wir vermitteln Ihnen unsere hilfsbereiten, handwerklich geschickten Mitglieder. Benötigen Sie vorübergehend Mithilfe im Haushalt? Wir sind hilfreich zur Stelle und unterstützen Sie gerne. Wöchentlicher Bürodienst jeden Donnerstag (außer Feiertag) von 9:30 - 11:30 Uhr im Büro Vereinshaus, Eingang Nord, 1. Stock , Tel. 0664/8200 690 oder seniorenboerse.wolfurt@gmx.at 14 Soziales Verein Wolfurt für Wolfurt Der Verein Wolfurt für Wolfurt erhielt wieder von der Firma Doppelmayr Aufzüge AG einen Scheck über € 400,-- für in Not geratene Menschen in Wolfurt. Das Geld wurde durch eine Mitarbeiteraktion erzielt und gilt auch für uns als Ansporn für weitere Aktivitäten in der Gemeinde. Wir bedanken uns recht herzlich. Weiteres hat der Verein Wolfurt für Wolfurt bei der heurigen Hofsteiger Modeparty im Cubus die Modebar übernommen, und der Erlös wurde für die alljährliche Weihnachtsaktion für Notleidende in Zusammenarbeit mit der Gemeinde verwendet. Wir wünschen allen ein zufriedenes Weihnachtsfest und einen gesunden Rutsch ins neue Jahr 2009. Günther Faigle, Team Wolfurt für Wolfurt Bei der Scheckübergabe im Bild v.l.n.r.: Betriebsrat W. Kalcher, H. Hörburger vom Verein Wolfurt für Wolfurt und Geschäftsführer Dipl.-Ing. J. Bösch. Pfarrkrankenpflege bedankt sich herzlich! Die in den Monaten Juli und August durchgeführte Haussammlung ergab das erfreuliche Ergebnis von 17.708,80 Euro. (Das sind um € 1.413,30 € ~ 7,4 % - weniger als im vergangenen Jahr.) Ich möchte mich bei allen Spenderinnen und Spendern ganz herzlich bedanken. Danke auch allen 42 Sammlerinnen und Sammlern, die diese ehrenamtliche Aufgabe für uns übernommen haben. Herzlichen Dank auch für die großzügigen Geldspenden im Gedenken an Verstorbene. Ein ganz besonderer Dank gilt allen Wolfurter Firmen, die uns immer wieder unterstützen und den Wolfurter Vereinen, die Einnahmen von Festen oder anderen Vereinsaktivitäten als Spende zur Verfügung stellen. Einen wesentlichen Teil unserer finanziellen Mittel erbringen die betreuten Kranken mit ihren Pflegekostenbeiträgen. Auch ihnen herzlichen Dank. Übrigens: In Wolfurt ist die Krankenpflege nicht als Verein organisiert, sondern sie arbeitet als Teilorganisation der Pfarre. Jede und jeder, der die Hilfe der Schwestern braucht, wird betreut. Falls SIE uns brauchen: Die Schwestern sind von Montag bis Freitag zwischen 11:00 und 12:00 Uhr im Büro (Sozialzentrum-Gartenstraße 1) erreichbar. Tel: 713 26-600, Fax: 713 26-605 Unsere E-Mail-Adresse: pfarrkrankenpflege@sozialdienste-wolfurt.at Peter Heinzle, Obmann Soziales 15 Neue Radwegbrücke Richtung Bregenz Vor kurzem wurden die Bauarbeiten für die neue Radwegbrücke entlang der A 14 Richtung Bregenz begonnen. Die bereits im Zuge des Autobahnanschlusses geplante kurze Brücke über die Achstraße wurde damals nicht realisiert, das neue Projekt sieht eine aufgeständerte Brücke über die Abfahrtsspur der Autobahn, weiter über die Achstraße und über die Dammstraße bis fast zum Wuhrweg vor. Die Gesamtlänge liegt bei ca. 230 Metern. Dass die Brücke erforderlich ist, zeigten die Verkehrszählungen auf dem gefährlichen Fuß- und Radwegübergang über die Achstraße: rund 800 Personen benützen täglich diesen Übergang, darunter auch viele Schüler auf ihrem Schulweg nach Bregenz. In den letzten Wochen wurden die Fundamente errichtet, dabei mussten zahlreiche unterirdische Leitungen umgelegt werden. Weiters wurden die Stützpfeiler eingebaut, auf denen später die Brückenteile eingehängt werden. Die Brückenelemente selbst werden von der Firma Nägele in Sulz in deren Hallen als vorgefertigte Teile hergestellt und unmittelbar nach dem Winter mit Mobil-Kränen eingehängt. Danach sind noch die Anschlussrampen Richtung Achuferweg und Richtung Bogenstraße fertigzustellen und die Brücke mit einer entsprechenden Beleuchtung auszustatten. Die Gesamtkosten werden sich auf rund 1 Million Euro belaufen, einen wesentlichen Teil davon werden der Klimafonds des Bundes sowie das Land Vorarlberg übernehmen, einen kleineren Teil die ASFINAG. Die Gemeinde Wolfurt wird ca. € 300.000,-- tragen müssen. Mit dieser neuen und komfortablen Radwegverbindung wird der Weg von Wolfurt nach Bregenz oder Lauterach / Hard noch schneller und vor allem noch sicherer und könnte ein neuer Anreiz zum Umstieg auf das Fahrrad sein. Die Eröffnung ist übrigens anlässlich eines „Fahrrad-Tages“ am 4. April 2009 vorgesehen. Hans Fetz, Gemeinderat für Mobilität Kanalsanierungen Wolfurt Nord / Bauabschnitt 17 / Baulos 1 Sanierungen konnten noch Ende September abgeschlossen werden Nach einer mehr als 2jährigen Vorbereitungszeit, bei der umfangreiche Vorarbeiten wie Grundlagendatenerhebungen, Vermessungen, versch. Planungen, hydraulische Modellierung des Kanalnetzes etc. durchgeführt werden mussten, konnten nach Erteilung der wasserrechtlichen Bewilligung durch die BH Bregenz die Sanierungsarbeiten mit Ende April an den schadhaften Kanälen beginnen! Mit der Durchführung der Kanalsanierungen wurde die Firma STRABAG beauftragt. Die Kanalsanierungen wurden in nachfolgenden Straßen durchgeführt, wobei die ältesten, schadhaften Haltungen auf Grund der Kanalbefahrungen der Jahre 2005 und 2006 saniert werden mussten: Inselstraße, Bogenstraße, Achstraße, Nußgasse, Oberfeldgasse, Wälderstraße, Lerchenstraße, Montfortstraße, Flurstraße, Feldeggstraße, Unterlinden, Lauteracher Straße, Schulstraße, Schmerzenbildstraße, St. Antoniusweg Dringende Maßnahmen bei einigen Kanälen, die ursprünglich nicht im Projekt BA 17 geplant waren, machten nachfolgende Projektumfangserweiterungen notwendig. • Sanierungen von insgesamt 62 Schächten • Anbindung der Hafnergasse • Neutrassierung einer Kanalhaltung in der Inselstraße • Verlängerung eines Sammelkanals Kesselstraße • Sanierung einer Kanalhaltung in der Hofsteigstraße Bereits Ende September konnte das Ende der Sanierungsarbeiten, früher als geplant, verkündet werden. Mit der Sanierung der Kanäle kann die technische Funktionsfähigkeit auf viele Jahre hinaus wieder gewährleistet werden. Die Firma STRABAG hat sich im Zuge dieses Sanierungsprogrammes als verlässlicher und kompetenter Partner präsentiert. Wolfurt Nord / Bauabschnitt 17 / Baulos 2 Umstellung von Misch- auf Trennsystem! Bei den Kanalbefahrungen der Jahre 2005 und 2006 stellte sich heraus, dass verschiedene Haltungen in den Straßen Bregenzer Straße, Feldweg und Röhleweg dringend einer Sanierung zugeführt werden müssen. Die Überprüfung des Wolfurter Kanalnetzes durch das Teilprojekt „Hydrauli- 16 Umwelt sche Modellierung“ ergab jedoch, dass die Kanäle in diesem Bereich hydraulisch überlastet sind und eine reine Sanierung mittels Inliner nicht ausreichen wird. Das Problem der hydraulischen Überlast kann nur gelöst werden, wenn 1. die bestehenden Kanäle gegen neue, größere Kanäle getauscht werden oder 2. das Kanalsystem von Misch- auf ein Trennsystem umgestellt wird! Das Trennsystem hat den Vorteil, dass die bestehenden Kanäle nicht getauscht, sondern nur mittels Inliner saniert werden müssen. Dafür müssen aber die Niederschlagswässer aus dem gesamten Einzugsbereich dieser Kanäle aus der MWKanalisation heraus genommen werden, d.h. dass diese Wässer in einem gesonderten Rohrsystem abgeleitet oder versickert werden müssen! Das hat weiter zur Folge, dass sich die Betriebskosten an der ARA Hofsteig durch reduzierte Wasseranlieferung positiver = gebührenfreundlicher entwickeln werden! Die MG Wolfurt wird deshalb konsequent den eingeschlagenen Weg fortsetzen, bei Gebietsneuerschließungen, Sanierungen und allen sich bietenden Möglichkeiten die Umstellung der eigenen Kanalisation auf ein Trennsystem umzusetzen! Versickerung der NS-Wässer im Straßenraum Mit dem Planungsbüro Rudhardt + Gasser wurden mehrere Möglichkeiten durchgerechnet, um die Oberflächenwässer effizient ableiten oder versickern zu können. Da eine Ableitung der Oberflächenwässer in die Bregenzer Ache viel zu aufwendig und zu teuer wäre bzw. die Schaffung eines Retentionsbereiches in der Nähe der Bützestraße ebenfalls nicht realisierbar ist, wurde der bestehende Straßenraum zur teilweisen Speicherung und Versickerung der NS-Wässer heran gezogen. Dabei wird in ca. 1 m Tiefe unter der Straßenoberfläche ein Versickerungskörper mit einem Drainagerohr gesetzt, in dem sämtliche Oberflächenwässer der Einzugsbereiche zur Versickerung eingeleitet werden. Die Länge der Sickerpakete im Straßenraum hat fast dieselbe Länge wie die Straße selbst. Um die hydraulische Überlast abbauen zu können, werden die Versickerungsanlagen in den Straßen Bregenzer Straße, Röhleweg, Feldweg und Oberfeldgasse eingebaut. Um die Gefahr einer Überflutung bei Starkniederschlägen hintan zu halten, werden die Sickerpakete mittels Notüberlauf an die bestehende MW-Kanalisation angeschlossen und springen im Überlastfall an! Herstellungsarbeiten beginnen im Frühjahr 2009 Die gesamten baulichen Maßnahmen werden von der Firma STRABAG durchgeführt, Um die Sickerpakete einsetzen und anschließen zu können ist es erforderlich, teilweise den Straßenraum zu öffnen. Ich bitte Sie jetzt schon um Verständnis für ev. Verkehrsbehinderungen im Zuge der Bauarbeiten in den Straßen Bregenzer Straße, Feldweg, Röhleweg und Oberfeldgasse. Alle an diesem Projekt Beteiligten werden versuchen, die Verkehrsbehinderungen auf das unbedingt erforderliche Ausmaß zu beschränken. Wenn die Arbeiten planmäßig beginnen, sollten diese bis zum Sommer 2009 abgeschlossen werden können. Peter Grebenz, Gemeinderat für Wasser, Kanal und offene Gerinne Entlastung der ARA Hofsteig in Hard Mit der Umstellung der Kanalisation von Mischwasser auf Trennsystem in diesem Ortsteil können Niederschlagswässer aus einem Einzugsbereich von ca. 70.000 m3 aus der bestehenden Kanalisation genommen und einer Versickerung zugeführt werden. Dies hat zur Folge, dass jährlich ca. 30.000 m3 weniger Wasser aus Wolfurt zur gemeinsamen Kläranlage der ARA Hofsteig fließt. Neuer Standort der Energieberatung Ab Jänner 2009 wird die Energieberatung Hofsteig (vormals Ökowerkstatt) ihre neuen Räumlichkeiten im Untergeschoss vom Arzthaus, Kirchstraße 43, direkt beim Marktplatz beziehen. Wie bisher, stehen Ihnen unsere Energieberater jeden Mittwoch von 18:00 20:00 Uhr zur Verfügung. Voranmeldung nicht erforderlich. Unsere Energieprofis beraten Sie gerne und freuen sich auf Ihren Besuch! Energieberatung Hofsteig, Tel.: 05574/76580 Umwelt 17 Schutzwasserbauliche Maßnahmen Maßnahmenplanung bei allen Wolfurter Bächen und Entwässerungsgräben Auf Grund der letztjährigen Hochwasserereignisse stellte sich auch in Wolfurt die Frage, ob die Aufnahmekapazität der NS-Wässer bei Starkniederschlägen bei den Wolfurter Bächen und Entwässerungsgräben ausreichend ist. Aus wissenschaftlichen Studien geht eindeutig hervor, dass zukünftig mit häufigeren und größeren Extremereignissen zu rechnen ist. Aus diesem Grund und auf Grund der Empfehlung zur Erstellung eines Gefahrenzonenplans für das Gebiet der MG Wolfurt als Resultat des Endberichtes des GBK Dornbirner Ache ist ein Planungsbüro beauftragt worden, sämtliche Wolfurter Gerinne und Schutzwasserbauten auf zukünftige Extremereignisse hin zu untersuchen. los ableiten zu können. In anderen Fällen ist eine Kombination von offenen/verrohrten Gerinnen wie beim Kleinprojekt Engerrütte vorgesehen, die Lösung von Hochwasser-Problemen. In den nächsten Jahren wird konsequent an Verbesserungen der Schutzwasserbauten beim Rickenbach, Eulentobelbach, Ippachbach und Tobelbach gearbeitet werden, da diese Gerinne sicherlich das größte Gefahrenpotential bei Starkniederschlägen darstellen. Computerunterstützte Simulationen Dabei werden alle Wolfurter Wildbäche und Gerinne auf ihre maximalen Aufnahmekapazitäten hin untersucht. Als Folge wurden und werden die jeweiligen Einzugsgebiete aller Wolfurter Gerinne mit Modellregengruppen mittels Computersimulation „überregnet“, um die Abflusssituation und die Auswirkung auf sämtliche Gerinne feststellen zu können. Die Arbeit an den hydraulischen Berechnungsmodellen ist zwar noch nicht abgeschlossen, es kann aber grundsätzlich die Aussage getroffen werden, dass teilweise die Ablaufsituationen bei den Wolfurter Gerinnen auf zukünftige Extremereignisse angepasst werden müssen! Nach Beendigung der aufwendigen Berechnungsmodelle werden die Ergebnisse dem Land Vorarlberg und dem Ministerium in Wien vorgelegt, um die „Generelle Projektplanung“ einzuleiten bzw. die finanzielle Bedeckung aus Bundesmitteln sicherzustellen. Schadholzräumung beim Rickenbach und Ippachbach Bei den Wildbachbegehungen in den Monaten Juli und September mussten bei den Gerinnen Rickenbach und Ippachbach teilweise massive Schadholzablagerungen festgestellt werden. Speziell im hinteren Tobel des Rickenbaches verursachten Hangrutschungen, entwurzelte und umgestürzte Bäume, Wurzelstöcke sowie große Totholzmengen massive Verklausungsgefahren, die dringend entfernt werden mussten. Da die gefährliche Räumung in diesem unwegsamen Gelände zur Vermeidung von Verklausungsgefahren unbedingt notwendig war, musste der Betreuungsdienst der WLV aktiviert werden! In diesem Zusammenhang werden auch die Grundstücksbesitzer im Einzugsbereich der Wildbäche gebeten, durch Bewirtschaftung ihrer Wälder Gerinneverlegungen vorzubeugen! Peter Grebenz, Gemeinderat für Wasser, Kanal und offene Gerinne Vorverlegte Maßnahmenplanung für Wolfurt Zwischenzeitlich hat man sich jedoch mit der Abteilung VIId der Landesregierung darauf geeinigt, nicht weiter zuzuwarten bis ein Gefahrenzonenplan für die MG Wolfurt vorliegt, sondern mit den jetzt vorliegenden und aussagekräftigen Ergebnissen eine Maßnahmenplanung zum Ausbau von Schutzwasserbauten in Auftrag zu geben. Erste Baumaßnahmen bei den Wildbächen Das Hauptaugenmerk ist grundsätzlich bei den Wildbächen auf die Einlauf- und Schutzbauwerke vor dem Siedlungsgebiet zu richten. Deshalb wurden seitens der MG Wolfurt schon vor einiger Zeit Projektanträge zur Verbesserung der Einlaufsituationen an die zuständigen Stellen gerichtet. Teilweise sind Geschiebesperren und/oder Retentionsanlagen beim Übergangsbereich zum Siedlungsgebiet zu errichten, um die größte Gefahr für Überschwemmungen und Geschieberutschungen zu bannen. Teilweise müssen die Rohrquerschnitte bei verrohrten Regenwasserkanälen vergrößert werden, um die Wassermengen bei Extremereignissen gefahr- 18 Umwelt Ê Abfallinformationen der Marktgemeinde Wolfurt 2009 Abfuhr „Restabfall“ (Unrat) Jede ungerade Woche am Dienstag ab 6:00 Uhr Abholung am Straßenrand Abfuhr „Gelber Sack“ (Kunststoffe) Jede gerade Woche am Dienstag ab 6:00 Uhr Abholung am Straßenrand Abfuhr „Bioabfall“ Jede Woche am Dienstag ab 6:00 Uhr Abholung am Straßenrand Abfallberatung Jeden ersten Samstag im Monat von 8:00 - 11:00 Uhr sowie am Donnerstag davor von 17:00 - 19:00 Uhr am Bauhof Wertstoffannahme Jeden ersten Samstag im Monat von 8:00 - 11:00 Uhr sowie am Donnerstag davor von 17:00 - 19:00 Uhr am Bauhof Grünmüllannahme (vom 1.3. - 30.11.2009) Grünschnittsammelstelle Lauteracher Str. Mittwoch und Freitag 15:00 - 18:00 Uhr, Samstag 10:00 - 15:00 Uhr (1.12. - 28.2. geschlossen) Sperrmüllannahme Jeden ersten Samstag im Monat 8:00 11:00 Uhr sowie am Donnerstag davor von 17:00 - 19:00 Uhr am Bauhof Problemstoffannahme (kostenlos) Problemstoffsammelstelle Jeden ersten Samstag im Monat von 8:00 - 11:00 Uhr sowie am Donnerstag davor von 17:00 - 19:00 Uhr am Bauhof Kontaktadresse Burkhard Hinteregger, Gemeindeamt Wolfurt, Tel: 6840-17 Umwelt 19 Rad-Gala 2008 im Cubus Im vollbesetzten Cubus ging Ende September eine „Rad-Gala“ der Hofsteiggemeinden und der Landeshauptstadt Bregenz über die Bühne, die gleichzeitig auch den Abschluss einer großen Fahr-Rad-Aktion bildete. In der Zeit von Mitte April bis Mitte September beteiligten sich tausende Vorarlbergerinnen und Vorarlberger an dieser Aktion, in dem sie die täglichen Wege zur Arbeit, zum Einkaufen oder in der Freizeit mit dem umweltfreundlichsten Verkehrsmittel Fahrrad zurücklegten und die gefahrenen Kilometer aufschrieben. Aus den genannten Gemeinden beteiligten sich 741 Teilnehmer (430 Männer und 311 Frauen) und legten insgesamt über 700.000 Kilometer zurück. Die Einsparung gegenüber PKW-Fahrten liegt bei 112 Tonnen CO2. Die 236 teilnehmenden Radler aus Wolfurt erradelten beim Fahrradwettbewerb stolze 166.317 Kilometer. Die ganze Veranstaltung mit schmissigen Klängen der neuen Bauernkapelle Wolfurt unter der beschwingten Leitung von Dietmar Wüstner, von Clown Nano bestens moderiert, war ein voller Erfolg. Nach beeindruckenden Show-Einlagen der Kunstradfahrer Christopher (9 Jahre) und Linda (12 Jahre) wurden die besten bzw. erfolgreichsten Radlerinnen und Radler im Beisein der Bürgermeister bzw. Vizebürgermeister mit Anerkennungspreisen bedacht. Von den Verantwortlichen wurde einmal mehr die gute Zusammenarbeit der Gemeinden gerade im Verkehrsbereich betont und die ganze Aktion „Plan b“ als äußerst positiv bewertet. Ein besonderer Dank ging an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Hans Fetz, Gemeinderat für Mobilität 20 Umwelt
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Wolfurt 2008 03 Herbst Wolfurt 21.09.2008 19.11.2012, 18:13 wolfurt HERBST 08 Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger! Blick ins Gemeindegeschehen Sie werden vielleicht überrascht oder erstaunt sein, die neue Wolfurt-Information in Farbe und mit überarbeitetem Erscheinungsbild in den Händen zu halten. Nach der gründlichen Überarbeitung unserer Homepage wurden auch die Informations-Zeitschrift und der monatlich erscheinende Veranstaltungskalender „Demnächst“ überarbeitet und aufgefrischt. Inhaltlich wird sich nicht allzu viel ändern, es sollen aber mehr und gute Fotos vorkommen. Wenn Sie Wünsche und Anregungen oder Kritik dazu anbringen möchten, sind wir für jede Rückmeldung dankbar. Kleinwohnanlage “Alpenländische” Bauvorhaben in Wolfurt > Die Kleinwohnanlage Kesselstraße der Alpenländischen Heimstätte mit elf Wohnungen geht ihrer Fertigstellung entgegen, der Bezug ist für 1. Dezember 2008 geplant. Wie manchmal irrtümlich angenommen wurde, handelt es sich nicht um ein Seniorenheim, sondern es sind unter anderem fünf barrierefreie 2-ZimmerWohnungen in dem Haus, die an ältere Personen vermietet werden. Die restlichen Wohnungen sind an Familien mit Kindern vergeben worden. > Eine Kleinwohnanlage mit drei schönen Wohnungen in hervorragender Hanglage an der Rutzenbergstraße (unterhalb Haus Stadelmann) wurde als Projekt eingereicht und steht derzeit in Begutachtung. > Die ÖBB-Postbus GmbH an der Senderstraße hat durch den Umzug der bisherigen Buswerkstätte von Dornbirn nach Wolfurt Platzbedarf und baut einerseits neue Garagenboxen für die längeren Gelenksbusse, andererseits wurde eine Aufstockung der Büro- und Personalräume für die gestiegene Mitarbeiteranzahl erforderlich. > Die Sanierung des Heitz-Hauses im Dorfzentrum ist in vollem Gange, neben der wärmetechnischen Sanierung (neues Dach, neue Fenster, neue Fassade) wurden im zweiten Obergeschoss zusätzliche Büroräume ausgebaut, die vermietet werden. Im Erdgeschoss wurde das südlich gelegene Geschäftslokal (bisher Reisebüro) an den italienischen Marktfahrer Matteo D’Amato vermietet, der dort ganzjährig seine italienischen Lebensmittel und Spezialitäten anbieten wird. > Die Radwegbrücke im Bereich der Autobahn A 14 über die Achstraße und die Dammstraße wird langsam konkret: Die Detailplanungsarbeiten sind bereits abgeschlossen, die Ausschreibung der Baumeisterarbeiten für die Fundamente und Pfeiler sowie die Konstruktion der Stahlbetonfertigteile ist ebenfalls erfolgt. Die Genehmigungsverfahren wurden eingeleitet und wenn alles nach Plan läuft, könnte mit den Bauarbeiten noch im heurigen Spätherbst begonnen werden. Angestrebter Eröffnungstermin wäre April 2009. Hotelprojekt Sternen Hinsichtlich der Realisierung eines Gasthaus- und Hotelprojektes auf dem Sternen-Areal stehen wir mit einer Investorengruppen intensiv in Verhandlungen. Die Investoren haben vom Architekturbüro Walser + Werle in Feldkirch ein Vorprojekt erstellen lassen, 2 Aus dem Rathaus Sternen-Areal ÖBB Postbus Garagen Heitz-Haus das ein Hotel Garni mit 70 Zimmern und einen Saal für rund 100 Personen vorsieht. Unmittelbar angeschlossen an diesen Saal ist eine Gaststätte mit ca. 70 - 80 Plätzen. Ebenfalls im Erdgeschoss sind neue Geschäftsräume für die Bregenzer Sparkasse eingeplant. Zur Unterbringung der Kraftfahrzeuge ist eine zweigeschossige Tiefgarage vorgesehen. Da die Investorengruppe lediglich das Hotel Garni mit einem Tiefgaragengeschoss errichten würde, müsste die Gemeinde das Gastlokal mit einem Tiefgaragengeschoss übernehmen. Diese Situation wurde in der Gemeindevertretung diskutiert und ein positiver Grundsatzbeschluss dazu gefasst. Die Bregenzer Sparkasse ihrerseits würde die erforderlichen Bank-Geschäftsräume finanzieren. Derzeit finden intensive Gespräche über das Raumprogramm, die Kostenoptimierung bei den Baukosten sowie deren Zuordnung auf die einzelnen Geschäftseinheiten statt. Wir hoffen, dass diese Gespräche in den nächsten Wochen positiv abgeschlossen werden können. Die Bregenzer Sparkasse sowie die Mosterei und Brennerei Peter Schwerzler werden bis zum Abschluss aller Verträge, jedenfalls aber bis Ende dieses Jahres in ihren Räumlichkeiten bleiben. Peter Schwerzler hat zugesagt, heuer auch noch angeliefertes Obst anzunehmen. Schülerzuwachs verzeichnete, einige Wünsche angemeldet. Gleichzeitig wurde von einer eigens dafür installierten „Arbeitsgruppe Schülerbetreuung“ der Wunsch vorgetragen, entsprechende Räumlichkeiten für die Mittags-, Nachmittags- und Ferienbetreuung von Volks- und Hauptschülern auszubauen und an einem geeigneten Ort anzusiedeln. Hier bietet sich der Umbau des Feuerwehrhauses an, da das Mittagessen im nahe liegenden Hofsteighallen-Foyer ausgegeben wird und im großen Hauptschul-Campus viele Möglichkeiten für Nachmittags- und Ferienbetreuung bestehen. Entsprechende Planungsüberlegungen werden im Herbst aufgenommen, erforderliche Umbaukosten sollen im Budget 2009 bereits berücksichtigt werden. > Nachnutzung altes Feuerwehrhaus Mit dem Umzug unserer Ortsfeuerwehr und auch der Rotkreuz-Ortsstelle in das neue Gerätehaus stellt sich auch die Frage der Nachnutzung der bisher genutzten Räume. Hier hat die Musikschule, die in den vergangenen Jahren stetigen Aus dem Rathaus 3 www.wolfurt.at www.gem24.at > Fortsetzung Blick ins Gemeindegeschehen Betriebsausflug Wegen des Betriebsausfluges am Freitag, 5. September 2008, bleibt das Rathaus geschlossen! Danke für Ihr Verständnis! Michael Hechtl Adrienne Kienreich Michaela Gunz Personelle Veränderungen Mit Ende dieses Kalenderjahres wird unser langjähriger Bauamts-Referent Raimund Dörler pensionsbedingt ausscheiden. Seine Stelle nimmt seit 1. August 2008 Herr Michael Hechtl, wohnhaft in Dornbirn, ein. An unseren Kindergärten ist durch verschiedene Umstrukturierungen und Angebotserweiterungen eine Personalaufstockung erforderlich geworden. Im Kindergarten Fatt wird ab Herbst Adrienne Kienreich aus Lauterach das dortige Team verstärken. Im Kindergarten Rickenbach ist ebenfalls ab Herbst Manuela Gunz aus Wolfurt neu im Team. Unsere Jugendbetreuerin Manuela Preuß, die zu je 50 % in Wolfurt und in Lauterach tätig war, hat sich für eine 100 % Beschäftigung in Lauterach entschieden. Diese Stelle wurde ausgeschrieben und soll demnächst nachbesetzt werden. Nationalratswahlen am 28. September 2008 Sie können sich sicher vorstellen, dass weder die Beschäftigten hier im Rathaus noch die politischen Mandatare begeistert davon sind, bereits zwei Jahre nach der letzten Nationalratswahl wieder zu wählen. Es ist für uns alle mit zusätzlicher Arbeit verbunden, auf die wir gut verzichten hätten können. Ich habe deshalb auch großes Verständnis, dass viele Menschen den Wunsch verspüren, es „denen da oben“ einmal zu zeigen und gar nicht zur Wahl zu gehen. Ich möchte Sie aber gerade deshalb oder trotzdem ersuchen, sich an der Wahl zu beteiligen. Das Schlechteste wäre wohl, wenn wie in der Schweiz manchmal nur noch 40 % zur Wahl gehen und dann 20 % oder noch weniger Prozent der Bevölkerung darüber entscheiden, wo der Kurs hingeht. Meine Bitte deshalb an Sie: Gehen Sie zur Wahl und entscheiden Sie mit! Am 29. September ist es zu spät. Herzlichst Ihr Bürgermeister Erwin Mohr 4 Aus dem Rathaus Nationalratswahl 2008 Am Sonntag, den 28. September 2008, finden Nationalratswahlen statt. Wahlberechtigt und im Wählerverzeichnis eingetragen sind alle Männer und Frauen, welche spätestens mit Ablauf des Tages der Wahl das 16. Lebensjahr vollendet haben, die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen, vom Wahlrecht nicht ausgeschlossen sind und am Stichtag 29. Juli 2008 mit Hauptwohnsitz in der Gemeinde gemeldet waren. Weiters wahlberechtigt sind alle Auslandsösterreicher(innen), welche einen diesbezüglichen Antrag gestellt haben. Gewählt wird in unserer Gemeinde in den bewährten 5 Wahlsprengeln von 7:00 bis 13:00 Uhr. Jedem(r) Wahlberechtigten wird bis spätestens am 4. Tag vor dem Wahltag ein amtlicher Wahlausweis (je Sprengel verschiedenfärbig) zur leichteren Durchführung der Wahl zugestellt. Wählen mit Wahlkarte Mittels Wahlkarte können Personen wählen, die am Wahltag ortsabwesend sind (Wahlkartenwahllokal einer Gemeinde in Österreich), ebenso auch Personen, die gehbehindert oder bettlägerig sind (besondere Wahlbehörde). Briefwahl Erstmals kann auch mittels Briefwahl (ohne Beisein einer Wahlbehörde oder eines Wahlzeugen) gewählt werden. Sie können sofort nach Erhalt der Wahlkarte bis vor Schließen des letzten Wahllokals, also bis 28.09.2008 (Wahltag), 17:00 Uhr, im Inland wie im Ausland (Zeitverschiebungen gegenüber Österreich beachten) wählen. Die Wahlkarte muss im Postweg - ausreichend frankiert - bis zum 8. Tag nach der Wahl bis 14:00 Uhr bei der zuständigen Bezirkswahlbehörde einlangen, um in die Ergebnisermittlung einbezogen werden zu können. Wo kann ich eine Wahlkarte beantragen? Sie können die Wahlkarte bei der Gemeinde, in deren Wählerverzeichnis Sie eingetragen sind, schriftlich (im Postweg, per Telefax, per E-Mail) bis zum 4. Tag und mündlich bis zum 2. Tag, 12:00 Uhr, vor dem Wahltag beantragen. Als Wahlkartenwähler beachten Sie bitte die für den Wahlvorgang und die Übermittlung der Wahlkarte beiliegenden Informationen. Bei dieser Wahl besteht keine Wahlpflicht. Für weitere Fragen steht Ihnen das Bürgerserviceteam der Gemeinde gerne zur Verfügung. Stefan Fischer Aus dem Rathaus 5 Kostenlose Beratung in Grundstücks- und Immobilienangelegenheiten: Richard Richter, der gerichtlich beeideter Ortssachverständige für Immobilien, wird sein Wissen und seine Berufserfahrung den Bürgern und Bürgerinnen kostenlos zu folgenden Beratungsterminen zur Verfügung stellen: Rathaus Wolfurt, 18:00 - 20:00 Uhr Kostenlose Sprechstunden von Rechtsanwälten und Notaren Die kostenlosen Beratungs-Sprechstunden von Rechtsanwälten und Notaren werden von der Wolfurter Bevölkerung gerne in Anspruch genommen, daher wird dieses Beratungsangebot wie folgt fortgesetzt: Sprechstunden Rechtsanwälte von 18:00 - 20:00 Uhr Mittwoch, Mittwoch, Mittwoch, Mittwoch, 03. 01. 05. 03. September 2008, Dr. Nikolaus Schertler Oktober 2008, Dr. Wolfgang Hirsch November 2008, Dr. Claus Brändle Dezember 2008, Dr. Nikolaus Schertler Sprechstunden Notar von 18:00 - 19:00 Uhr Mittwoch, 17. September 2008, Dr. Nikolaus Ender Mittwoch, 19. November 2008, Dr. Nikolaus Ender Mittwoch, 10. September 2008 Mittwoch, 29. Oktober 2008 Fundamt Fundgegenstände, welche im 3. Quartal 2008 im Fundamt abgegeben wurden: Diverse Schlüssel, Blaue Geldtasche, Rote, optische Brille, Blaues Handy, Fahrräder. Infos beim Gemeindeamt Wolfurt, (Tel.05574/6840-10, E-Mail: melanie.amhof@wolfurt.at). Direkte Informationen finden Sie auch im Internet unter www.fundinfo.at Melanie Amhof Die Sprechstunden finden jeweils im Rathaus Wolfurt statt. Notariatsverteilung bei Todesfällen Zur Abwicklung der Verlassenschaften nach Todesfällen von Familienangehörigen wurden vom Bezirksgericht Bregenz die Notare für folgende Termine nominiert: Dr. Nikolaus Ender Jänner, Juni, 01.11. - 12.11. Dr. Ivo Fussenegger Februar, Juli, 13.11. - 26.11. Dr. Richard Huter März, August, 27.11. - 07.12. Dr. E. Michel April, September, 08.12. - 20.12. Dr. Kurt Zimmermann Mai, Oktober, 21.12. - 31.12. Veränderungen im Gewerberegister Eintragungen in das Gewerberegister pH-7 Unternehmensberatung OG, Unternehmensberatung einschließlich der Unternehmensorganisation, Weiherstraße 26; Zuzana Novakova, Personenbetreuung, Rutzenbergstraße 49; Maria Barusova, Personenbetreuung, Rutzenbergstraße 49; Alexandra Palenikova, Personenbetreuung, Bützestraße 8; Zofia Chudzik, Personenbetreuung, Achstraße 1; Sona Hlavova, Personenbetreuung, Lorenz-Schertler-Straße 4; Mgr Dagmar Javorcikova, Personenbetreuung, Im Kessel 32; Viera Buranska, Personenbetreuung, Lorenz-Schertler-Straße 4; Tamara Petschulat, Modeschmuckerzeugerin, Kesselstraße 26; Klimmer Wohnbau GmbH, Heizungstechnik (Handwerk), eingeschränkt auf die Erstellung von Energieausweisen für Gebäude sowie die damit im Zusammenhang stehenden Berechnungen sowie Energieberatung, Geschäftsführer Daniel Pauger, Lauteracher Straße 7; AgenT-Com Telekommunikationshandel GmbH, Handelsgewerbe und Handelsagenten sowie Vermittlung von Verträgen betreffend die Benützung von Fernmeldeeinrichtungen (Telekommunikationseinrichtungen) Dritter, Senderstraße 16; Zdenka Hatnancikova, Personenbetreuung, Brunnengasse 2; ETZEL – FEC Facade Engineering and Consulting GmbH, Handelsgewerbe, Konrad-Doppelmayr-Straße 17; Sona Kasanova, Personenbetreuung, Oberfeldgasse 7, Anna Pacekova, Personenbetreuung, Bützestraße 8. mann, Hörgeräteakustik (Handwerk), von Wolfurt Flotzbachstraße 17b nach Bregenz; Richard Josef Wieser, Anbieten von Hausbetreuungstätigkeiten als persönliche Dienste an nicht öffentlichen Orten, von Wolfurt Nußgasse 14 nach Kesselstraße 21; Peter Böhler, Platten- und Fliesenleger, von Hohenweiler nach Wolfurt, Heimkehrerstraße 4; Gewerbelöschungen Serife Özdemir, Handelsgewerbe und Handelsagenten, Achstraße 2; Günther Georg Schmutzer, Handelsgewerbe, eingeschränkt auf den Handel mit technischen Produkten, Wälderstraße 14; „Toni’s Schnellimbiss“, Pear Danica OEG, Gastgewerbe, Achstraße; Ahmet Celik, Dienstleistungen in der automatischen Datenverarbeitung und Informationstechnik, An der Fatt 33. Standortverlegung einer weiteren Betriebsstätte Jungheinrich Austria Gesellschaft m.b.H., Handel mit Maschinen, deren Ersatzteilen und Zubehör unter Ausschluss von Land-, Büround Nähmaschinen, von Wolfurt Holzriedstraße 29 nach Konrad-Doppelmayr-Straße 17; Aufhebung der Einschränkung Löschung einer Geschäftsführerin Geschäftsführerin Claudia Peintner wurde gelöscht, Firma Bernd Bechter, Gewerbsmäßige Beförderung von Gütern mit zwei Kraftfahrzeugen im grenzüberschreitenden Verkehr. Jona Zimmermann, Gewerbliche Vermögensberatung mit Berechtigung zur Vermittlung von Lebens- und Unfallversicherungen in der Form Versicherungsagent; KonradDoppelmayr-Straße 17; Firmenwortlautänderung Standortverlegungen Cornelia Anna Amann, Unternehmensberatung einschließlich der Unternehmensorganisation und Werbeagentur, von Rankweil nach Wolfurt, Eulentobel 5j; Thomas Ried- ComBran GmbH (früher Autofunk Gesellschaft m.b.H) Handelsgewerbe, eingeschränkt auf den Großhandel mit Waren und Getränken, der Nachrichten- und Datentechnik und Elektronik und Radiomechaniker; Lauteracher Straße 21; 6 Aus dem Rathaus Gemeindehaushalt 2007 positiv abgeschlossen Der Rechnungsabschluss 2007 mit Einnahmen und Ausgaben von 16,58 Mio. Euro wurde vor der Sommerpause von der Gemeindevertretung einstimmig verabschiedet. Erfreulich dabei ist vor allem, dass aufgrund der guten Einnahmenentwicklung einerseits und der sparsamen Ausgabenpolitik Rücklagen in der Höhe von 2,0 Mio. Euro gebildet werde konnten. Jeweils 800.000,-- Euro davon wurden für das Feuerwehrhaus bzw. die Sanierung Volksschule Mähdle reserviert. Damit können diese beiden Vorhaben ohne Darlehensaufnahme finanziert werden. Die sehr gute gesamtwirtschaftliche Entwicklung im vergangenen Kalenderjahr und die besonders gute Entwicklung der Wolfurter Unternehmen spiegeln sich im positiven Kommunalsteueraufkommen wider. Hier müssen wir aufgrund der aktuellen Entwicklungen im kommenden Jahr vorsichtiger budgetieren. Aufgrund der vorhandenen Rücklagen, die wir in guten Zeiten gebildet haben, sind wir aber auch weiterhin in der Lage, die Gemeindeabgaben und Gebühren, soweit es sich nicht um indexbedingte Personalkosten handelt, stabil zu halten. Finanzreferent Bgm. Erwin Mohr Die größten Einnahmen: 5.306.000,-- Euro 4.745.000,-- Euro 635.000,-- Euro 500.000,-- Euro 199.000,-- Euro 144.000,-- Euro Ertragsanteile des Bundes (+ 8,8 % gegenüber 2006) Kommunalsteuer unserer Firmen (+ 4,57 %) Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung Grundsteuern Zinserträge Erträge aus Beteiligungen Beiträge an das Land 1.284.000,-- Euro 921.000,-- Euro 977.000,-- Euro 115.000,-- Euro 94.000,-- Euro für Sozialhilfe (+ 5,1 %) Spitalskosten (+ 7,0 %) Landesumlage (+ 11,1 %) Landespflegegeld (+ 5,2 %) Wohnbauförderung Ausgaben für Personalkosten 1.145.000,-- Euro 914.000,-- Euro 639.000,-- Euro 328.000,-- Euro 258.000,-- Euro Musikschule (inkl. Lauterach und Schwarzach) Verwaltung / Rathaus inkl. Pensionen Kindergärten Bauhof Schulwarte / Raumpflege Verschuldung neuerlich gesenkt Trotz großer Investitionen konnte die Gesamtverschuldung neuerlich gesenkt werden und lag am Jahresende bei 2,3 Mio. Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung von 275,-- Euro ist die zweit-niedrigste im Land Vorarlberg, der Landesdurchschnitt liegt bei ca. 1.800,-- Euro. Die ausgezeichnete Finanzsituation ist aufgrund des neuen Bundes-Finanzausgleichs von der Erhöhung der Ertragsanteile aus Bundessteuern geprägt. Allerdings werden hier die geplante Steuerreform und weitere Wahlversprechen für das kommende Jahr wieder Einbußen erwarten lassen. Aus dem Rathaus 7 Kundmachung über die Auflage des Flächenwidmungsplanentwurfs für die Marktgemeinde Wolfurt Die Gemeindevertretung hat in ihrer 28. Sitzung am 2.7.2008 die Auflage des Flächenwidmungsplanentwurfs für die Marktgemeinde Wolfurt gemäß §21 Raumplanungsgesetz beschlossen. Während der Auflagefrist (11.8.2008 bis 29.9.2008) kann jeweils während der Amtsstunden (MO bis FR 8:00 Uhr bis 12:00 Uhr) jeder Gemeindebürger oder Eigentümer von Grundstücken, auf die sich der Flächenwidmungsplan bezieht, zum Entwurf schriftlich oder mündlich Änderungsvorschläge erstatten. Der Auflageentwurf zum Flächenwidmungsplan und der Erläuterungsbericht liegen während der Amtsstunden im Gemeindeamt zur öffentlichen Einsicht auf und kann unter www.wolfurt.at eingesehen werden. Zur Erbringung dieser Änderungsvorschläge oder bei etwaigen Fragen wenden Sie sich bitte an die Mitarbeiter des Bauamts (Tel. 05574 / 6840-44). Zusätzlich werden Planersprechtage mit dem fachlich betrauten Raumplanungsbüro stadtland und einem Vertreter der Gemeinde im Rathaus eingerichtet: Donnerstag 11.9.2008, von 08:00 bis 12:00 Uhr Dienstag 16.9.2008, von 16:00 bis 20:00 Uhr Montag 22.9.2008, von 13:30 bis 17:30 Uhr Für die Planersprechtage ist eine Terminvereinbarung unter der Telefon Nr. 05574 / 6840-44 bei Frau Bettina Hopfner notwendig. Stellungnahmen, die in den Planersprechtagen deponiert werden, werden ebenfalls als Stellungnahmen der Auflage gewertet. Bürgermeister Erwin Mohr 8 Aus dem Rathaus FlächenwidmungsplanÜberarbeitung aufgelegt Gemäß Vorarlberger Raumplanungsgesetz sind die Städte und Gemeinden angehalten, den Flächenwidmungsplan in bestimmten Abständen zu überprüfen und erforderliche Anpassungen vorzunehmen. Räumliches Entwicklungskonzept Vor der Überarbeitung des Flächenwidmungsplanes wurde für Wolfurt ein räumliches Entwicklungskonzept erstellt und von der Gemeindevertretung einstimmig verabschiedet. In diesem Entwicklungskonzept wurde festgestellt, dass Wolfurt rund 8.300 Einwohner aufweist, dem gegenüber aber gewidmetes Bauland für rund 16.000 Einwohner laut Flächenwidmungsplan ausgewiesen hat. Dieses gewidmete Bauland reicht bei derzeitiger Bevölkerungsentwicklung von 0,8 % pro Jahr für das ganze Jahrhundert aus. Nach den Empfehlungen der Raumplaner wären BaulandRückwidmungen erforderlich gewesen, dies hätte jedoch zu möglichen Entschädigungszahlungen geführt, es wurde deshalb davon Abstand genommen. In Einzelfällen, wo Grundstücke innerhalb der roten Gefahrenzonen lagen, mussten wegen generellem Bauverbot Rückwidmungen erfolgen. Aufgrund der vorgeschilderten Fakten wurden auch keine Neuwidmungen vorgenommen, die bestehenden Siedlungsränder sollen unter allen Umständen gehalten werden. Manche Wünsche auf Baulandwidmung konnten deshalb leider nicht erfüllt werden. Um einer drohenden „Verhüttelung“ des Wolfurter Riedes entgegenzuwirken und diese Flächen in Zukunft der Landwirtschaft zu sichern, wurde der Bereich westlich der L 190 und südlich der Schwarzach in Freihaltegebiet gewidmet. Weiteres Verfahren Wie aus der Kundmachung ersichtlich, hat die Gemeindevertretung den Entwurf des Flächenwidmungsplanes zur Auflage beschlossen. Innerhalb der Auflagefrist kann jeder in den Plan Einsicht nehmen und eine Stellungnahme mündlich oder schriftlich abgeben. Es wird Planersprechtage geben, bei denen allgemeine oder spezifische Fragen mit den Planern direkt diskutiert werden können. Nach Ende der Auflagefrist müssen alle Stellungnahmen gesammelt und der Gemeindevertretung zur Kenntnis gebracht werden. Danach ist beabsichtigt, den Flächenwidmungsplan mit eventuell noch erforderlichen Abänderungen in der Gemeindevertretungssitzung am 19. November 2008 zu beschließen. Daraufhin muss der Plan der Vorarlberger Landesregierung vorgelegt werden, erst nach Genehmigung durch die Landesregierung tritt der neue Flächenwidmungsplan in Kraft. Der Entwurf des Flächenwidmungsplanes ist auch auf der Gemeindehomepage www.wolfurt.at einsehbar! Aus dem Rathaus 9 25 Jahre Wasserwerk Wolfurt Wasserkrüge Wolfurter Wasser Die Untersuchungen und Befunde des Umweltinstitutes beweisen und bestätigen immer wieder, dass Wolfurter Trinkwasser von bester Qualität ist und ruhigen Gewissens empfohlen werden kann. Auch in der Gemeinde, im Rathaus, bei Sitzungen der Gemeindevertretung und Ausschüssen, ist das Erfrischungsgetränk „Wolfurter Wasser“ schon längst zur fixen Einrichtung geworden. Um das Wolfurter Wasser zukünftig seiner Qualität uns seinem Stellenwert entsprechend präsentieren zu können, haben wir uns in der Gemeinde entschlossen, dafür edle Gefäße anzuschaffen. So wie diese Wasserkrüge in Zukunft in der Gemeinde, im Rathaus, in allen gemeindenahen Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Seniorenheim, etc. verwendet werden, hoffen wir, dass auch viele Wolfurterinnen und Wolfurter es uns gleich tun werden - nämlich als Erfrischungsgetränk „Wolfurter Wasser“ in diesem edlen Gefäß zu servieren. Die Wasserkrüge erhalten Sie zum Preis von € 10,-- /Krug im Rathaus Wolfurt bei Melanie Amhof und Lydia Bechter. Peter Grebenz, Gemeinderat für Wasser, Kanal und offene Gerinne Ökologischer Vergleich Mineralwasser in Flasche (über Geschäft) Zur Herstellung einer Plastikflasche sind 162 g Öl notwendig + 7 Liter Trinkwasser zur Herstellung + Transportkosten vom Abfüller bis zum Regal im Geschäft + Logistik- und Lagerkosten > keine Transportkosten + Verkehrsbelastung und Straßenabnützung durch Transport + Entsorgung Plastikflasche + Abholung Plastikmüll Verkehrsbelastung und Straßennützung > keine Umweltbelastung > keine Abfallprobleme > Lieferung frei Haus Wolfurter Trinkwasser Keine Aufbereitung notwendig > höchste Reinheit (Untersuchungen UI) > keine Abfüllung > keine Flaschenerzeugung zum Preis von ca. € 0,45/Flasche zum Preis von € 0,45/m2 = 1000 Liter Trinkwasser oder € 0,00045 pro Liter Wolfurter Trinkwasser Gemeindepanorama 11 Spatenstich neues Feuerwehrhaus Wolfurt Neueste Technik - energieeffizient - ökologisch - barrierefrei - zukunftsorientiert und nachhaltig vorne: Franz Wetzel, Bauunternehmen Gobber, hinten v.l.n.r.: DI Günther Hammerer, DI (FH) Sacha Vaucher, DI Dietmar Lenz, Ferde Hammerer, Ing. Jürgen Hiebeler, DI Matthias Hein, Baumeister Thomas Marte v.l.n.r.: Ferde Hammerer, Bgm. Erwin Mohr ach ca. 40 Jahren ist das bisherige Feuerwehrhaus im Campus der Hauptschule in die Jahre gekommen. „Zu klein, nicht mehr den neuen technischen Anforderungen entsprechend und am falschen Standort“ waren die Überlegungen, die die Wolfurter Gemeindeverantwortlichen zum einstimmigen Beschluss kommen ließen, ein neues Feuerwehrhaus zu bauen, das wieder für die nächsten Jahrzehnte ausreicht. Der neue Standort an der Weberstraße entspricht der örtlichen Einsatz- und Gefahrenentwicklung, die sich durch die zunehmende Bebauung des Gewerbegebietes an der Hohen Brücke und des Güterbahnhofes stark in dieses Gebiet verlagert hat. Dieser Standort hat eine gute Verkehrsanbindung ins Gewerbegebiet wie auch in alle Richtungen des Ortsgebietes. Im neuen Feuerwehrhaus erhält auch die Rot-Kreuz-Ortsstelle Wolfurt neue Räumlichkeiten. N Energietechnik Mit der kompakten Anordnung gleichartiger Temperaturzonen mit entsprechender Wärmedämmung erreichen wir als erstes Feuerwehrhaus Vorarlbergs annähernd Passivhausstandard. Der benötigte Wärme- und Warmwasserbedarf wird durch eine 50 m2 thermische Solaranlage sowie durch eine Wasser-Wärmepumpe erzeugt. Der benötigte Strom für die Wärmepumpe soll durch eine Fotovoltaikanlage, die auf der Volksschule Mähdle installiert wird, kompensiert werden. Ein Notstromaggregat zur sicheren Versorgung der Technik bei einem Stromausfall wird stationär im Gebäude vorhanden sein. Räumliche Ausstattung 7 Garagenplätze mit einer modern eingerichteten Waschhalle, Kommandozentrale, Nachrichtenraum und Bereitschaftsraum, Umkleideraum mit den entsprechenden Waschräumen, Kantine, Schulungssaal, Raum für die Jugendfeuerwehr und Büroräume, Atemschutzwerkstätte, Aufrüst- und Lagerräume, Technikräume, Schlauchturm mit Übungsmöglichkeit, Aufenthaltsraum, Büro und Lagerraum der Rot-Kreuz-Ortsstelle Wolfurt. 12 Gemeindepanorama v.l.n.r.: Ferde Hammerer, DI (FH) Sacha Vaucher, DI Matthias Hein, Baumeister Thomas Marte, Bgm. Erwin Mohr, Andreas Honeder, Gerhard Pehr, Johann Böhler, LFI Ulrich Welte, Andreas Böhler. Umweltvorgaben Durch einen ökologischen Vorgabekatalog werden umweltfreundliche und nachhaltige Baustoffe bei der Umsetzung vorgeschrieben. Die Kontrolle erfolgt durch Einbindung des Umweltverbandes und des Energieinstituts. Aus dem Protokoll der Wettbewerbs-Jury „Die Situierung des stringent kubisch formulierten Baukörpers parallel zur nördlichen Grundgrenze bewirkt ein deutliches Abdrehen von der Flucht der Weberstraße. Diese Geste setzt am Ortseingang und Siedlungsrand einen interessanten städtebaulichen Akzent, der durch den schlanken Schlauchturm noch markant unterstrichen wird. Weiters werden durch diese Positionierung die Außenflächen sinnvoll und nutzungsfreundlich zoniert. Das Projekt überzeugt durch eine räumlich präzise und funktionell überzeugende Grundrissorganisation. Die interessanten innenräumlichen Sichtbeziehungen stellen eine weitere überzeugende Qualität dar.“ Über eine Kamera auf dem Illwerke-Mast können die Bauarbeiten laufend im Internet unter: www.feuerwehr.wolfur.at beobachtet werden. Errichter des neuen Hauses ist die Gemeindeimmobilien GmbH & KEG Wolfurt. Geschäftsführer Ferde Hammerer Kosten inkl. Ausstattung Ca. 3,5 Mio. EUR (ohne MwSt) Terminplan Baubeginn: 24. Juni 2008 Rohbaufertigstellung: Dezember 2008 Gesamtfertigstellung: Juni 2009 Architektur Architekten Matthias Hein + Juri Troy, Bregenz - Wien (Mitarbeiter: Sacha Vaucher) Sieger des geladenen Architektenwettbewerbes 2007 Gemeindepanorama 13 Volksschule Mähdle vom ALTBAU zur WOHLFÜHLSCHULE Im kommenden Jahr erfolgt die Generalsanierung und Erweiterung der Volksschule Mähdle. Ca. 3,5 Mio. Euro investiert die Gemeinde inkl. Förderungen des Landes Vorarlberg und einer Sonderförderung des Bundes (für thermische Solaranlage, Wärmepumpe und energieeffiziente Sanierung). Gleichzeitig wird auch die Schulwartwohnung aufgestockt, um das Gemeindearchiv unterzubringen. In einer Projektgruppe der Gemeindevertretung, unter Mitwirkung der Lehrerschaft, wurden die Planungsgrundlagen definiert und vorbereitet. Das schulbehördliche Verfahren, sowie das Bauverfahren sind bereits durchgeführt, die Detailplanungen laufen auf Hochtouren und die Ausschreibungen sind in Vorbereitung, sodass pünktlich in den Energieferien 2009 mit dem Umbau begonnen werden kann. Die Arbeiten sollten bis Oktober 2009 bewältigt sein. Durch das Schließen des freien Durchganges zwischen Schule und Turnhalle und die Verbreiterung des Schulgebäudes um 4 Meter wird zusätzlich nutzbare Fläche gewonnen. Jeder Klasse kann nun ein eigener Gruppenraum zugeordnet werden. Darüber hinaus werden in Zukunft die derzeit als Garderobe genutzten Gangflächen als „Lernatelier“ zur Verfügung stehen, da eine Zentralgarderobe für alle Schüler vorgesehen ist. Ebenfalls neu ist die Zugangssituation über einen abgesenkten Schulhof auf dem Niveau des derzeitigen Untergeschosses. Damit entsteht ein geschützter, großzügiger Vorplatz, der über eine behindertengerechte Rampe mit dem Sport- und Spielgelände verbunden ist. Architekt Gerhard Zweier zur Erweiterung und Sanierung der Schule: Nach 35 Jahren Schulbetrieb soll die Volksschule Mähdle saniert werden, um sie wieder in einen Zustand zu bringen, der den heutigen Anforderungen an ein modernes Schulgebäude entspricht. Die Planung sieht eine umfassende thermische Sanierung der gesamten Gebäudehülle auf Passivhausstandard vor, alle Klassen werden mit dezentralen Lüftungsgeräten ausgestattet. Eine Grundwasserwärmepumpe und eine thermische Solaranlage ergänzen das nachhaltige Energiekonzept. Der benötigte Strombedarf für den Betrieb der haustechnischen Anlagen wird über eine Photovoltaikanlage am Dach erzeugt, sodass sich in der Jahresbilanz ein „Nullenergiegebäude“ ergibt. 14 Gemeindepanorama Mit diesem neuen räumlichen Konzept entsteht ein vielseitig nutzbares Gebäude, das offen ist für neue Unterrichtskonzepte. Bei der Materialwahl wird auf natürliche Baustoffe gesetzt: Mit Holzschindelverkleidungen an der Fassade, Holzfenster- und Türen, Linoleumböden und Akustikdecken aus Holzwolleplatten, sowie Birkensperrholzmöbeln soll das von der Gemeinde Wolfurt vorgegebene Ziel einer „Wohlfühlschule“ erreicht werden. zugsmöglichkeiten, gute Akustik und Schallschutz, Spielgeräte auf dem Schulhof insgesamt auf ein „Erfahrungsfeld der Sinne“. Auch die Außengestaltung der Schule und des gesamten Schulhofes soll unsere pädagogische Grundhaltung spiegeln. Nicht nur das Gebäude wird adaptiert. Unsere pädagogischen Konzepte des Werkstattunterrichts und der Lernebene finden in den neuen Räumlichkeiten die besten Voraussetzungen zur Umsetzung. Wir freuen uns auf die neuen Lernebenen, auf die Neugestaltung der Klassen und die vielen Möglichkeiten, den Kindern eine gut vorbereitete Lernumgebung bieten zu können. Gemeinderätin Angelika Moosbrugger zur Schule als Lern- und Lebensort für Kinder: Die Aufgabe der Gemeinde ist es, den Ort und den Raum zu bereiten, in dem Schule stattfinden kann. Wir stellen den Rahmen zur Verfügung, in dem Kinder und Lehrer miteinander arbeiten und gemeinsam fürs Leben lernen können. Eine kostenintensive und wichtige Aufgabe, die wir sehr ernst nehmen und die auf unterschiedliche Art verwirklicht werden kann, wie wir an unseren verschiedenen Schulen in Wolfurt sehen können. Zurzeit steht die Sanierung der VS Mähdle an, und wir sind dabei auf einem spannenden Weg. Einerseits soll die „neue“ Schule vom Gebäude her neue Maßstäbe setzen. Als e5Gemeinde ist es uns wichtig, Energiebewusstsein und Nachhaltigkeit zu unterstützen, und dies auch selber, wo es möglich ist, in die Praxis umzusetzen. Aber auch bei der Innengestaltung möchten wir Neues verwirklichen. Arbeitsateliers statt der platzintensiven, wenig genutzten Gänge, bewegliche Regale für die Lernmaterialien, die je nach Unterrichtsform frei zugänglich sein sollen, Klassen mit Gruppenräumen für differenzierten Unterricht, eine Zentralgarderobe. Gemeinsam mit den Lehrern und den Architekten entwickeln wir ein System, in dem Funktionalität, verschiedene Arbeitsmöglichkeiten und der Wohlfühlfaktor ihren Platz haben. Vor 35 Jahren, als die VS Mähdle neu gebaut - bunt und modern - eröffnet wurde, war sie sicher ein Vorzeigemodell für die damalige Zeit. Heute, saniert, im Raumprogramm optimiert und an die neuen Anforderungen an eine Schule angepasst, soll sie wieder der besondere Ort sein, der Schule eben ist: ein Platz, an dem unsere Kinder für ihre und unsere Zukunft vorbereitet werden, indem sie Grundlagenwissen, eine positive Arbeitshaltung, Kreativität, verschiedene Lernmöglichkeiten entwickeln können. Wir glauben, als Gemeinde dafür gute Rahmenbedingungen zur Verfügung zu stellen, und wir wünschen uns, dass dieser Ort mit viel Leben und Buntheit gefüllt wird. Volksschul-Direktorin Silvia Benzer zu den Zielen der Schule: Wir Lehrer und Lehrerinnen freuen uns über das wertvolle Angebot der Mitgestaltung an der Sanierung und am Umbau der VS Mähdle. Mit großem Engagement und in unzähligen Konferenzen wurden Konzepte entworfen, Ideen entwickelt und wir ließen uns auf einen spannenden Planungsprozess ein. Unsere „neue“ Schule soll Lernort und Lebensraum sein und Atmosphäre ausstrahlen - darin waren wir uns von Anfang an einig. Darüber hinaus ging es aber auch um die individuellen Wünsche von Schülern und Lehrern. Am Anfang standen die Fragen: Welche Arbeitsplätze brauchen die Kinder? Welche Arbeitsplätze brauchen die Lehrer? Wie können wir den Raumbedarf an unser pädagogisches Konzept anpassen? Welche Möglichkeiten muss die Schule Mähdle in Zukunft bieten können? Bei der Mitgestaltung legten wir großen Wert auf Flexibilität und Multifunktionalität der Räume, Gliederung der Klassenzimmer und Gänge, auf Rück- Gemeindepanorama 15 Vis!on Rheintal Rheintalgemeinden vertiefen Kooperationen bei regionalen Betriebsgebieten Eine stärkere Zusammenarbeit der Rheintalgemeinden bei regionalen Betriebsgebieten und der Kinderbetreuung ist wünschenswert. Darüber herrschte auf der 7. Rheintalkonferenz breiter Konsens. Die 42 Anwesenden, BürgermeisterInnen und Mitglieder der Vorarlberger Landesregierung und des Landtags, vereinbarten die weitere Vorgehensweise zu beiden Themen. Das Thema regionale Betriebsgebiete stellt sowohl für das Land Vorarlberg als auch für die Gemeinden eine große Herausforderung dar. "Wir sind im Rheintal in der Situation, dass es einen großen Bedarf der Unternehmen an Betriebsflächen gibt. Die Zahlen zeigen, wie wichtig dieses Thema für den Wirtschaftsstandort Vorarlberg ist", betont Wirtschaftslandesrat Manfred Rein. Von knapp 1000 Hektar an Betriebsgebieten waren 2006 nur mehr 35 Prozent ungenutzt, um sieben Prozentpunkte weniger als fünf Jahre zuvor. "Wir haben Handlungsbedarf, um auch mittel- und langfristig genügend Raum für die Vorarlberger Betriebe bieten zu können", bekräftigt Rein. Kooperationen immer wichtiger Verstärktes Augenmerk wollen die Gemeinden künftig auch der Standortentwicklung widmen. Damit sich Betriebsgebiete optimal entwickeln, sollen Planung und Umsetzung vermehrt gemeindeübergreifend erarbeitet werden, beschlossen die Politiker der Rheintalkonferenz. Sie einigten sich auch darauf, die Notwendigkeit von zusätzlichen Ausgleichsmaßnahmen in Zukunft schon bei der Planung neuer Gebiete zu prüfen. "Schon die bestehenden Mechanismen sorgen für einen erheblichen Ausgleich zwischen den Gemeinden. Werden neue Betriebsgebiete geplant, ist es aber absolut sinnvoll, dass die Gemeinden über den Ausgleich von Nutzen und Belastungen diskutieren", betont Landesrat Manfred Rein. Konkrete Maßnahmen beschlossen Die 42 anwesenden BürgermeisterInnen und Mitglieder der Landesregierung und des Landtags einigten sich bei der Rheintalkonferenz auf ein Gesamtpaket zum Thema regionale Betriebsgebiete. Zu den geplanten Maßnahmen zählt die Vergabe einer Studie. Sie soll den künftigen Bedarf an regionalen Betriebsgebieten im Rheintal abschätzen. Vergeben wird die Untersuchung gemeinsam von der Raumplanungsabteilung des Landes und Vis!on Rheintal. Gleichzeitig werden mögliche Standorte für neue Betriebsgebiete ermittelt. Optimale Standorte zeichnen sich durch eine gute Verkehrsanbindung an Bahn und hochrangiges Straßennetz sowie durch Expansionsmöglichkeiten aus. Zugleich nehmen sie Rücksicht auf andere Nutzungen, wie Wohnnachbarschaften, ökologisch wertvolle Flächen und die Landwirtschaft. Das Institut für Rechtswissenschaften der TU Wien hat für Vis!on Rheintal bereits erhoben, welche Maßnahmen andere Bundesländer setzen, um die Verfügbarkeit von Bauflächen für Betriebsgebiete zu gewährleisten. "Diese Ergebnisse werden nun detailliert auf ihre Anwendbarkeit für Vorarlberg geprüft", kündigt Vis!onRheintal-Projektleiter Martin Assmann an. 16 Gemeindepanorama Sonderpreis: Familienfreundliches Wolfurt Vom Amt der Vorarlberger Landesregierung wurde in diesem Jahr zum zweiten Mal der Vorarlberger Preis für Familiengerechte Gemeinden ausgeschrieben und Wolfurt hat sich an diesem Wettbewerb beteiligt. Bereits 1996 hat sich Wolfurt mit 15 anderen Städten und Gemeinden am damaligen Pilotprojekt beteiligt und seit dieser Zeit zahlreiche Aktivitäten in den Bereichen Kinderfreundlichkeit, Familienunterstützung, Bürgerbeteiligung, Tarifgestaltung usw. gesetzt. Inzwischen sind 66 Gemeinden mit Projekten dabei und unsere Gemeinde wurde für die vielfältigen Angebote und Aktivitäten für einen Sonderpreis vorgeschlagen. Diese Anerkennung freut uns natürlich sehr, wenngleich wir wissen, dass im Bereich Familienfreundlichkeit noch vieles getan werden kann und auch getan werden muss. Wir haben aber die Bestätigung, dass wir auf einem guten Weg sind. Elisabeth Fischer, Gemeinderätin für Soziales Gold! Diesmal ist es keine Person, die den Grund für einen gemeinsamen Ausstellungsbesuch darstellt, sondern ein Gegenstand, von dem jedes Wolfurter Volkschulkind schon gehört hat: Der Wolfurter Kelch. Durch die Jahrhunderte vermochte kein anderes Material die Menschen derart in seinen Bann zu ziehen wie das Edelmetall Gold. Den Reichen und Mächtigen diente es zu allen Zeiten, um Einfluss auszuüben, Kriege zu bestreiten, Friedensabkommen zu schließen und Verträge zu besiegeln. Sein bis heute beachtlicher materieller Wert und seine Strahlkraft verhalfen dem besonderen Material zu einer bis heute unveränderten Anziehungskraft. Die diesjährige Ausstellung des Vorarlberger Landesmuseums zeigt die unbekannte Vielfalt mittelalterlicher Schatzkunst zwischen Bodensee und Chur, wie sie so noch nie zu sehen war. Unser Beitrag zu dieser Ausstellung ist der „Wolfurter Kelch“, der nun als Leihgabe zwischen ca. 90 anderen herausragenden Objekten zu sehen ist. Wir laden die Wolfurter Bevölkerung herzlich ein, in einer speziell organisierten Führung diese besondere Ausstellung zu genießen. Es stehen mehrere Vermittlungspersonen zur Verfügung, für Kinder gibt es ein Zusatzprogramm. Sonntag, 14. September 2008, 10:00 Uhr (die Führung dauert ca. 1 Stunde) Treffpunkt: Vorarlberger Landesmuseum, Kornmarktplatz 1, Bregenz Eintritt: € 4,--, Schüler ab 6 Jahren € 1,50. Die Eintrittskarte gilt auch für den zweiten Teil der Ausstellung in der Johanniterkirche in Feldkirch. Führungskarte: € 2,50,-- pro Person (übernimmt die Gemeinde) Wir freuen uns auf rege Teilnahme! Angelika Moosbrugger, Gemeinderätin für Schule und Kultur Ambulante Dienste arbeiten hervorragend Das Schwesternteam unten v.l.n.r. Sr. Michaela Erath - Pflegedienstleiterin, Sr. Ulrike Böhler, Sr. Sabine Fetz oben v.l.n.r. Sr. Ursula Geiger-Hinteregger, Sr. Renate Gruber, Sr. Lucia Hinteregger, Sr. Andrea Schwarz Adriana Morscher Die Betreuung kranker und älterer Menschen in unserem Dorf und zum Teil auch in Nachbargemeinden ist neben der Führung des Seniorenheimes eine der wesentlichen Aufgaben unserer Sozialdienste-Gesellschaft. Geschäftsführer und Chef der knapp hundert Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist Mag. Erich Gruber. Einige dieser Dienste sollen hier näher vorgestellt werden. Pfarrkrankenpflege Wolfurt Die Pfarrkrankenpflege Wolfurt unter ihrem Obmann Peter Heinzle ist eigentlich der Pfarre Wolfurt unterstellt, ihre Einsatzzentrale ist aber seit vielen Jahren im Sozialzentrum Wolfurt situiert. Derzeit sind sieben Krankenschwestern in Teilzeitbeschäftigung für die Pflege vorwiegend älterer Menschen tagtäglich im Einsatz. Im Falle von Urlaub und Krankheit dehnen sie ihr Beschäftigungsverhältnis aus und springen gegenseitig ein, manchmal auch in Nachbargemeinden. Die Bezahlung der Krankenschwestern erfolgt zu einem wesentlichen Teil aus Spenden der Pflegefamilien, aus sozialen Zuwendungen von Firmen, Jahrgängen und Privatpersonen sowie aus Mitteln des Sozialfonds. Die Hilfe können alle in Wolfurt wohnhaften Personen ohne Ansehung ihrer Konfession in Anspruch nehmen, eine Vereinsmitgliedschaft oder ein Mitgliedsbeitrag ist nicht erforderlich. Mobiler Hilfsdienst (MOHI) Diplom-Sozialarbeiterin Barbara MoserNatter ist zentrale Anlaufstelle für alle Hilfesuchenden, wenn es um Betreuung von älteren Menschen geht. Mit ihrem Team von derzeit 23 Mitarbeiterinnen unterstützen und betreuen sie rund 45 vorwiegend ältere Personen in deren häuslichem Umfeld. Die Einsatzstunden sind von rund 3.000 vor drei Jahren auf knapp 5.000 im heurigen Jahr angewachsen. 18 Gemeindepanorama MOHI-MitarbeiterInnen Tagesbetreuung Von Mitarbeiterinnen des MOHI wird auch die Tagesbetreuung im Sozialzentrum angeboten. Dieses Angebot ist vor allem für pflegende Angehörige gedacht, die entweder berufstätig sind oder manchmal einen freien Tag zur Entspannung oder für Besorgungen benötigen. Die Besucherstunden haben sich in den letzten drei Jahren von 1.500 auf 3.000 Stunden verdoppelt. Rollender Essensdienst Unsere Mitarbeiterin Adriana Morscher stellt täglich an rund 50 Personen in einem speziellen Warmhalte-Koffer das vom Seniorenheim schmackhaft zubereitete 3gängige Mittagessen zu. Angefahren werden Haushalte in Wolfurt und Kennelbach. Darüber hinaus beziehen auch einige Schwarzacher Senioren das Essen aus dem Seniorenheim Wolfurt, dieses wird von Franz Brichac täglich abgeholt und in Schwarzach zugestellt. Viele Menschen haben den verständlichen Wunsch, solange als möglich in ihrer gewohnten Umgebung zu bleiben, auch wenn sie die eine oder andere Hilfe benötigen. Wir unterstützen diesen Wunsch nach besten Kräften durch den stetigen Ausbau aller Dienste. Es freut mich, dass ich bei meinen Geburtstagsbesuchen älterer Menschen immer wieder großes Lob über die Mitarbeiterinnen der Pfarrkrankenpflege, der Mobilen Hilfsdienste und des Rollenden Essensdienstes höre und möchte ihnen an dieser Stelle einmal einen herzlichen Dank aussprechen. Bürgermeister Erwin Mohr Nähere Informationen finden Sie unter: www.sozialdienste-wolfurt.at oder unter Telefon: 0664/8408744. Gemeindepanorama 19 Grillfest der Läbbe im Seniorenheim Am 12. Juli fand das traditionelle Grillfest der Läbbe im Seniorenheim statt. Nachdem das Wetter miserabel war, entschieden wir uns in Absprache mit den Cheforganisatoren der Läbbe, das Fest im Saal und die Ausschank im Freien (unter Dach) zu veranstalten. Nach der Begrüßung durch Gerhard Pehr fand unser Bürgermeister Erwin Mohr einige nette Worte, bei denen er unter anderem die Bewohnerinnen und Bewohner vom Seniorenwohnheim Kennelbach herzlich bei uns begrüßte. Wie immer kümmerten sich die Läbbe vorbildlich um die Bewirtung unserer Bewohnerinnen und Bewohner sowie der Gäste (Nachbarn und Ange- hörige), und unser Musiker Oskar traf wie gewohnt die passenden Töne und verleitete so manche/n Bewohner/in zum Mitsummen und Mitsingen. Unsere Bewohnerinnen und Bewohner haben das Fest wie immer sehr genossen, und unser Dank gilt den Läbbe, die wie jedes Jahr eine tolle Veranstaltung organisiert haben! Geschäftsführer Mag. Erich Gruber Freiwillige Pensionsversicherung für pflegende Angehörige 80 % der Pflegebedürftigen werden zu Hause gepflegt, vorwiegend von Töchtern, Schwiegertöchtern oder Partnern. Es gibt die Möglichkeit, als pflegender Angehöriger kostengünstig eine Pensionsversicherung zu erwerben. Als Basis der Berechnung wird ein Betrag von € 1.350,-- eingesetzt, damit fällt ein Dienstgeberbeitrag von € 169,40 und ein Dienstnehmerbeitrag von € 138,40 an, also ist für eine Pensionsversicherung ein Betrag von € 307,80 pro Monat zu bezahlen. Voraussetzung ist die Anmeldung bei der zuständigen Pensionsversicherungsanstalt bzw. der PV der Angestellten. Weitere Informationen finden Sie in der Broschüre "Finanzielle Entlastungs- und Unterstützungsangebote zur Pflege daheim" - die Broschüre liegt im Rathaus auf. Frauensprecherin Maria Claeßens Ab Pflegestufe 3: Der Bund übernimmt den Dienstgeberbeitrag, der Angehörige trägt den Dienstnehmeranteil von € 138,40 pro Monat. Ab Pflegestufe 4: Der Bund trägt zusätzlich 50 % des Dienstnehmeranteils, der Angehörige bezahlt € 69,20 pro Monat für die Pensionsversicherung. Bei Pflegestufe 5, 6 und 7 Der Bund übernimmt den Dienstgeber- und Dienstnehmeranteil und somit kann der pflegende Angehörige Pensionsversicherungszeiten ohne Kosten erwerben. 20 Gemeindepanorama
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Wolfurt_2009_01_Frü... Wolfurt 21.03.2009 19.11.2012, 18:12 wolfurt FRÜHLING 09 Blick ins Gemeindegeschehen Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger! Das neue Jahr ist bereits wieder drei Monate alt und die Gemeindevertretung hat wichtige Beschlüsse gefasst. Das Jahresprogramm wurde erstellt, das dazugehörende Budget 2009 wurde beschlossen. Details darüber finden Sie auf den nächsten Seiten. Flächenwidmungsplan wurde überarbeitet Der aus dem Jahr 1976 stammende Flächenwidmungsplan entsprach in vielen Details nicht mehr dem heute aktuellen Stand. So mussten unter anderem verschiedene Straßen, Bäche, Waldflächen oder Hochwasser-Schutzzonen aufgrund von inzwischen vorliegenden Plänen angepasst werden. In Rickenbach, im Strohdorf und im Dorfzentrum wurden drei Kerngebiete ausgewiesen, in denen zukünftig Ortsteilzentren entwickelt werden sollen. Von den insgesamt 63 eingelangten Stellungnahmen während der Auflagefrist des Planes konnte der größte Teil positiv bzw. zumindest teilweise positiv erledigt werden. Lediglich jene Wünsche, die auf eine Ausweitung von Bauland über die Siedlungsränder hinaus zum Ziel hatten, mussten abgelehnt werden. Der neue Flächenwidmungsplan wurde einstimmig beschlossen und wird nun dem Amt der Vorarlberger Landesregierung zur Genehmigung vorgelegt. Kinderbetreuung wird erweitert Das Angebot der Ganztages-Kinderbetreuung wird deutlich ausgebaut. Entsprechend den Vorgaben einer Projektgruppe, die sich aus Kindergartenpädagoginnen, Elternvereinsvertretern, Gemeindemandataren und Fachleuten zusammensetzte, wird das Haus Wälderstraße 1a in den nächsten Monaten zu einer „Kindervilla“ umgebaut bzw. adaptiert. Ziel ist es, allen berufstätigen Eltern eine Ganztagsbetreuung während des ganzen Jahres für ihre Kinder anzubieten. Aufgenommen werden Kinder von 1,5 bis 6 Jahren (Vorschulalter). Der derzeitige Ganztages-Kindergarten Fatt wird dann ab Herbst 2009 in dieses Objekt übersiedeln, die täglichen Öffnungszeiten werden dem Bedarf angepasst sein. Sternen-Hotel soll gebaut werden Mit zwei Gemeindevertretungsbeschlüssen, jeweils einstimmig, wurde die Absicht bekräftigt, das derzeitige sehr desolate Sternen-Objekt abzureißen und an dessen Stelle ein Hotel mit 70 Zimmern, ein Gastronomielokal mit einem kleinen Saal sowie die Bankfiliale der Bregenzer Sparkasse neu zu errichten. Zwei TiefgaragenGeschosse sind ebenfalls Teil des Projektes. In den letzten Wochen fanden intensive Finanzierungsgespräche statt, ein privater Betreiber würde das Hotel mit einem Parkgeschoss, die Gemeinde das Gastlokal mit einem weiteren Parkgeschoss errichten, die Bregenzer Sparkasse ihre neue Filiale. Die gesamten Verhandlungen werden federführend von der Gemeinde-Immobilien GmbH bzw. deren Geschäftsführer Ferde Hammerer geführt. Wenn alle Gespräche erfolgreich verlaufen, könnte im Herbst mit dem Bau begonnen werden. 2 Aus dem Rathaus VOGEWOSI-Wohnanlage Dornbirner Straße “Kindervilla” Wälderstraße 1a Anmietung von Vereinsräumen Im ehemaligen Gardinen-Geiger Areal, Fattweg, wurden Räumlichkeiten für Vereinsaktivitäten durch die Gemeinde angemietet und verschiedenen Jugendgruppen für Vereinsaktivitäten zur Verfügung gestellt. Den einen Teil der Flächen benützen die Rovermen, die durch verschiedene Kulturveranstaltungen bekannt sind. Den zweiten Teil der Räumlichkeiten verwenden junge Musik-Bands zum Proben und Vorbereiten für Auftritte. Im Gardinen-Böhler Objekt, Dornbirner Straße, wurden rund 1.000 m² Fläche angemietet. Hier sollen voraussichtlich drei Gymnastikräume bzw. Bewegungsstudios eingerichtet werden. Diese Räumlichkeiten sind für jene Vereinsaktivitäten gedacht, die derzeit in verschiedenen Turnhallen stattfinden, die aber nicht unbedingt die Flächen einer Turnhalle benötigen. Durch diese Maßnahme sollen in Zukunft die Hallen wieder vermehrt jenen Vereinen zur Verfügung stehen, die auf solche Flächen angewiesen sind und derzeit verschiedene Aktivitäten gar nicht ausüben oder anbieten können. Die Anmietung ist eine wesentlich günstigere Variante als z.B. der Neubau solcher Räumlichkeiten. Achrain-Tunnel eröffnet Ende Jänner dieses Jahres wurde der neue Achrain-Tunnel eröffnet, der den Bregenzerwald-Verkehr direkt zur Autobahnauffahrt Dornbirn Nord leitet. Von diesem Neubau erwarten sich vor allem Haselstauden und Schwarzach eine drastische Verkehrsreduktion, auch in Wolfurt sollte der Durchzugsverkehr entsprechend der Prognosen des Landes etwas abnehmen. Ob dies tatsächlich der Fall sein wird, wird durch genaue Verkehrszählungen erfasst. Die Zählungen an zahlreichen Zählstellen erfolgten einerseits vor der Eröffnung des Tunnels und andererseits in den nächsten Monaten. Dabei wird sich herausstellen, ob die Erwartungen auch erfüllt werden. Grundankauf Dorfzentrum Einstimmig beschloss die Gemeindevertretung den Ankauf einer bebauten Liegenschaft im Dorfzentrum (derzeit Stiegenbau Peter) von Familie Zeller aus Hohenems. Das Ausmaß der Fläche beträgt rund 1.000 m², sie liegt im Baukerngebiet. Mittelfristiges Ziel ist die Errichtung eines Geschäfts- und Wohnobjektes. Deshalb finden auch mit umliegenden Grundeigentümern Gespräche statt. Busangebot ausgebaut neuer Fahrplan Wie bereits früher berichtet, wurde das Angebot Landbus-Unterland auf mehreren Strecken deutlich ausgebaut bzw. der Takt zwischen Bregenz - Wolfurt Dornbirn tagsüber auf 15 Minuten verkürzt. Damit Sie immer wissen, wann in unserer Region der nächste Bus verfügbar ist, liegt in diesem Heft ein MiniTaschenfahrplan für Ihre Jackentasche bei. Deshalb mein Aufruf: Schonen Sie Ihr Auto und fahren Sie mit Chauffeur! Lärmkataster entlang der Autobahn Nach jahrelangem Drängen durch die Gemeinden Wolfurt und Lauterach hat die ASFINAG nun endlich einen Lärmkataster für die Wohnobjekte entlang der Rheintalautobahn A 14 erstellen lassen. Daraus ist die Lärmbelastung für die einzelnen Objekte ersichtlich. Am Mittwoch, 15. April 2009 findet um 18:00 Uhr im Hofsteigsaal Lauterach die öffentliche Präsentation mit Diskussion statt. Dabei wird vor allem diskutiert, welche Maßnahmen zum Schutz der Anrainer ergriffen werden. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Bauvorbereitung VOGEWOSI Dornbirner Straße Derzeit laufen die Bauvorbereitungen für die zweite Bauetappe der VOGEWOSIWohnanlage Dornbirner Straße auf Hochtouren. Der Bedarf an erschwinglichen Mietwohnungen in Wolfurt ist nach wie vor hoch. Es werden 20 zusätzliche Wohnungen entstehen, Baubeginn wird im heurigen Frühsommer sein, die Fertigstellung ist für Herbst 2010 geplant. > Fortsetzung Aus dem Rathaus 3 Vorzeitiger Bürgermeisterwechsel im Mai Ursprünglich hatte ich die Absicht, die volle Funktionsperiode bis zu den Neuwahlen im April 2010 im Amt zu bleiben. Allerdings bin ich zur Erkenntnis gelangt, dass es für unsere Gemeinde und für die kontinuierliche Amtsübergabe von Vorteil ist, wenn ein Bürgermeisterwechsel bereits rund ein Jahr vor der Wahl stattfindet. Ich habe mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht, ich bin aber der Auffassung, dass unserer Gemeinde ein Generationswechsel in der Führung neue Impulse geben kann. Ich kann guten Gewissens die Geschicke in jüngere Hände legen, vor allem weil ich mit unserem Vizebürgermeister Christian Natter einen wirklich guten und sehr engagierten Nachfolger vorschlagen darf, der sich in Abstimmung mit seiner Familie bereiterklärt hat, dieses nicht immer ganz leichte Amt zu übernehmen. Es gibt im Land zahlreiche Gemeinden, die kaum einen Nachfolger finden. Am 20. Mai 2009 gibt es eine Gemeindevertretungssitzung, in der die Nachfolge vollzogen werden soll. Durch den vorgesehenen Wechsel von Christian Natter ist auch die Funktion des Vizebürgermeisters neu zu besetzen. Hier gibt es einen einstimmigen Vorschlag der ÖVP-Fraktion auf Gemeinderätin Angelika Moosbrugger. Sie hat in den letzten vier Jahren in den Ressorts Schule und Kultur erfolgreich gearbeitet und würde diese neue Funktion sicher gut ausfüllen. Die Bevölkerung ist herzlich zur öffentlichen Sondersitzung der Gemeindevertretung eingeladen. www.wolfurt.at www.gem24.at Danke für schöne und interessante Jahre 24 Jahre durfte ich hauptverantwortlich die Geschicke unserer Gemeinde leiten und gemeinsam mit einem hervorragenden Mitarbeiterstab, mit verantwortungsbewussten und sehr engagierten Gemeinderäten und Gemeindemandataren in einem guten politischen Klima unzählige Entscheidungen treffen und Weichen für unseren Ort stellen. Fünfmal erhielt ich von Ihnen, geschätzte Mitbürgerinnen und Mitbürger, großen Zuspruch bei den Wahlen, dies war die stärkste Motivation für mich, immer wieder mein Bestes zu geben. Ich möchte mich am Ende meiner Zeit als Bürgermeister ganz herzlich bei Ihnen bedanken für das Vertrauen, das Sie immer wieder in mich gesetzt haben und für die Unterstützung in vielerlei Belangen, die ich immer wieder erleben durfte. Ein ebenso herzlicher Dank geht an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gemeindedienst, ich durfte hier ein wirklich tolles und motiviertes Team erleben. Der gleiche Dank geht auch an alle derzeitigen und ehemaligen Vizebürgermeister, Gemeinderäte und Gemeindevertreter. Mit ihren vielfältigen Ideen und Vorschlägen haben sie mich immer wieder auf Trab gehalten. Einen wichtigen Dank möchte ich hier am Schluss auch einmal öffentlich aussprechen: Den Dank an meine Familie und hier insbesondere an meine Gattin Albine. Sie hat mich in all den Jahren großartig unterstützt und in schwierigen Situationen, die es auch gegeben hat, ermuntert. Nochmals einen herzlichen Dank an Sie alle für 24 spannende, schöne, erfüllte Bürgermeister-Jahre! Mit etwas Wehmut im Herzen, Euer Bürgermeister Erwin Mohr 4 Aus dem Rathaus Dienstjubiläen bei Gemeinde Bgm. Erwin Mohr, Dr. Sylvester Schneider mit Gattin Frieda Beatrix Mersin, Bgm. Erwin Mohr Auch im vergangenen Jahr wurden anlässlich der traditionellen Abschlussfeier zwei langjährige und verdiente Bedienstete geehrt. Dr. Sylvester Schneider konnte unter Einrechnung seiner Vordienstzeit beim Bezirksgericht sein 25-jähriges Dienstjubiläum feiern. Er trat am 1. April 1986 in den Gemeindedienst ein und ist seitdem als Amtsleiter und Personalchef der oberste Bedienstete unserer Gemeinde. Insbesondere das positive Arbeitsklima im Rathaus und in zahlreichen Dienststellen ist seiner ruhigen und freundlichen Art zu verdanken. Sein außerordentlich breites Wissen über unsere Gemeinde machte ihn auch zur Anlaufstelle für zahllose Bürgeranfragen und Beratungen. Er ist auch über die Gemeindegrenzen hinaus Ratgeber in heiklen Fragen für Nachbargemeinden und übergeordnete Dienststellen. Im Kreise seiner Gemeindesekretäre-Kollegen gilt er als einer der Besten im Lande! Beatrix Mersin ist als ausgebildete Kindergärtnerin bereits seit 1979 tätig. Ihre früheren Dienstorte waren Doren, Schoppernau, Bildstein, Hohenems und wieder Bildstein, dann war sie einige Zeit in Karenz, bevor sie 1998 die Leitung des Kindergartens Mähdle in Wolfurt übernahm. 2007 erfolgte dann ein Wechsel in den Kindergarten Strohdorf. Beatrix Mersin bewältigte die während der letzten zweieinhalb Jahrzehnte gewaltigen Umbrüche im Kindergartenwesen bestens und war durch all die Jahre, die sie in unserer Gemeinde und für unsere Kinder tätig war, eine verlässliche und vorbildliche Mitarbeiterin. Wir möchten den beiden Jubilaren anlässlich ihres Dienstjubiläums herzlich gratulieren und auch den verdienten Dank für ihr vorbildliches Engagement in unserer Gemeinde zum Ausdruck bringen. Bürgermeister Erwin Mohr Aus dem Rathaus 5 Wer kennt Heiligen-Figur? Nachdem es zur abgebildeten Heiligen-Figur einige Unklarheiten gibt, möchten wir alle Personen aufrufen, sich zu melden, wenn Sie diese Figur schon einmal gesehen haben oder zuordnen können. Die Statue stellt die Heilige Maria dar und stammt aus dem Nachlass von Zilla Zoller. Früher soll diese Figur als „Wander-Madonna“ in vielen Wolfurter Häusern für Anbetungsstunden gestanden haben. Nach jeweils einigen Tagen musste man die Figur wieder ins Schwesternhaus (heute Spielzeugmuseum) zurückbringen. Die wesentliche Frage ist: Handelt es sich bei dieser Figur um die seinerzeitige Wander-Madonna oder nicht? Wer dazu Angaben machen kann oder Informationen hat, wird ersucht, dies im Gemeindeamt Wolfurt, Frau Victoria Thompson, Tel.: 6840-29, E-Mail: victoria.thompson@wolfurt.at, mitzuteilen. Sicherheitstipps zur Verhinderung von Haus- und Wohnungseinbrüchen Viele Menschen sorgen sich vor einer Urlaubsreise vor allem um die Sicherung ihrer Wohnung oder ihres Hauses. Kurz vor einer Reise lassen sich umfangreichere Sicherungsmaßnahmen im Wohnbereich kaum realisieren - so etwas verlangt Zeit und Planung. Man kann aber jedenfalls Zeichen längerer Abwesenheit vermeiden und die Hilfe von Freunden oder Nachbarn in Anspruch nehmen. Sicherheitstipps: > Ungeleerte Briefkästen, ständig heruntergelassene Rollläden, zugezogene Vorhänge sind für ausspähende Einbrecher sichere Zeichen, dass hier niemand zu Hause ist. Lassen Sie Ihre Wohnung oder Ihr Haus durch Freunde, Verwandte, Bekannte oder Nachbarn bewohnt erscheinen und Ihren Briefkasten leeren sowie Rollläden, Vorhänge, Beleuchtung, Radio und Fernseher zu unregelmäßigen Zeiten betätigen. Einfache Maßnahmen, wie z.B. Zeitschaltuhren, können hier auch gute Dienste leisten. > Einbrecher vertrauen auch darauf, dass sich niemand darum kümmert, was im Stiegenhaus oder in der Nachbarwohnung vor sich geht. Aufmerksame Nachbarschaft würde vielen Ganoven das Handwerk legen. > Ziehen Sie Türen nicht nur ins Schloss, sondern schließen Sie diese immer zweifach ab. Verschließen Sie Fenster, Balkon- und Terrassentüren. Lassen Sie Fenster nicht gekippt - für Einbrecher sind gekippte Fenster wie offene Fenster. > Verstecken Sie Ihren Wohnungs- oder Hausschlüssel nicht unter der Fußmatte. Hier schauen die Einbrecher zuerst nach. > Schließen Sie Leitern, Gartenmöbel, Mistkübel und andere Gegenstände, die sich als Aufstiegshilfen eignen, weg oder sichern Sie diese z. B. mit einer Kette. > Schalten Sie Außensteckdosen ab. > Notieren Sie Gerätenummern in einem Eigentumsverzeichnis und fotografieren Sie die Gegenstände. Für weitere Informationen in Sachen Einbruchsschutz, aber auch zu anderen Themen, stehen die Präventionsbeamten der österreichischen Sicherheitsexekutive zur Verfügung. Die Umsetzung der Tipps im eigenen häuslichen Bereich trägt garantiert zu einem höheren Sicherheitsstandard in unserem Land bei. Kontakt mit einem Präventionsbeamten kann über jede Polizeidienststelle in Österreich aufgenommen werden. Ein Besuch der Präventionsseiten unter www.bmi.gv.at lohnt sich auf jeden Fall. Es werden dort neben Informationen über die verschiedenen Bereiche der Kriminalprävention auch wichtige Kontaktadressen angeboten. Sicherheitsdirektion Vorarlberg 6 Aus dem Rathaus Gemeindebudget 2009 Mit dem größten je beschlossenen Budget im Ausmaß von 23,48 Mio. Euro (Vorjahr 18,44 Mio.) geht die Gemeinde in das Jahr 2009. Dieses Investitionsbudget war nur dank der sparsamen Haushaltsgebarung in den Vorjahren und der Bildung von entsprechenden Rücklagen möglich, die jetzt teilweise aufgelöst werden. Gebühren und Abgaben Trotz äußerst knapper Kalkulationen ist es auch für heuer gelungen, die Steuern und Gebühren im Wesentlichen auf dem Vorjahresstand zu belassen. Bei den Kindergartengebühren wird es aufgrund aktueller Gespräche mit dem Bund möglicherweise noch zu einer Reduktion für 5-Jährige kommen. Die Musikschultarife werden erst in den nächsten Wochen neu kalkuliert, müssen aber sicher aufgrund der Gehaltssteigerungen bei den Lehrpersonen angehoben werden. Schuldenstand Trotz der angespannten Finanzaussichten werden wir rund 200.000,-- Euro Schuldentilgung vornehmen und mit 1,9 Mio. Euro niedrig verzinsten Darlehen die zweitniedrigste Pro-Kopf-Verschuldung im Lande aufweisen. Beiträge an das Land 1.626.000,-1.164.400,-900.000,-148.000,-110.800,-€ € € € € Sozialhilfe-Umlage (Steigerung 15,45 %!) Landesumlage (Steigerung 7,95 %) Spitalbeiträge für Wolfurter Bürger und Bürgerinnen Beitrag zum Landes-Pflegegeld (+ 20 %) Beitrag für Wohnbauförderung (+ 10 %) Die wesentlichsten Aufwendungen Einnahmen werden sinken Die österreichweite Steuerreform für Arbeitnehmer und Betriebe im Ausmaß von 3,2 Mrd. Euro bedeutet auch beträchtliche Mindereinnahmen für die Gemeinde. Da auch die Einnahmen aus der Mehrwertsteuer, aus den Kapitalertragssteuern und Unternehmenssteuern zurück gehen, muss mit einer deutlichen Reduktion der Einnahmen in diesem Jahr gerechnet werden. Die Botschaft lautet daher, sinnvoll zu sparen, wo dies ohne Qualitätseinbußen möglich ist. 6.550.000,-- € Beiträge an Gemeinde-Immobiliengesellschaft für: Feuerwehrhaus, Sanierung VS Mähdle, Beteiligung Sternen-Hotel, Adaptierung Kindervilla Grundstücks-Ankäufe (gleichzeitig 1,0 Mio. Grundstückverkauf) Fahrrad-Brücke A 14 (durch Förderungen Echtkosten 350.000,-- Euro) Kunstrasenplatz Flotzbach Neubau / Sanierung Kanalnetz Neubau / Sanierung Wassernetz Sanierung Straßen Umbaumaßnahmen L 3 Hofsteig-Ader Direkte Vereinsförderung Finanzreferent Bgm. Erwin Mohr 1.000.000,-- € 690.000,-- € 420.000,-390.000,-305.000,-220.000,-160.000,-316.500,-€ € € € € € Vorinformation zu Vermessungsarbeiten Auch dieses Jahr werden in unserem Gemeindegebiet im Zuge der jährlichen GIS-Nachführung wieder div. Neubauten, Zubauten und Veränderungen bei Gebäuden vermessen. Früher wurden diese Vermessungsarbeiten von den VKW durchgeführt. Auf Wunsch der Vorarlberger Landesregierung werden die Vermessungsarbeiten an Privatunternehmen mittels Ausschreibung vergeben. Voraussichtlich wird im Mai Juni mit den Arbeiten begonnen. Wir bitten die Bevölkerung um Unterstützung und Verständnis, da meistens auf Privatgrund Zutritt gewährt werden muss. Aus dem Rathaus 7 Kostenlose Beratung in Grundstücksund Immobilienangelegenheiten: Richard Richter, der gerichtlich beeidete Ortssachverständige für Immobilien, wird sein Wissen und seine Berufserfahrung den Bürgern und Bürgerinnen kostenlos zu folgenden Beratungsterminen zur Verfügung stellen: Wahltermine 2009 Für das heurige Jahr stehen bereits nachstehende Wahltermine fest: Europawahl: 7. Juni 2009 Landtagswahl: 20. September 2009 Nähere Informationen entnehmen Sie zum gegebenen Zeitpunkt dem Anschlag beim Rathaus oder der Homepage der Marktgemeinde Wolfurt unter www.wolfurt.at Bürgerservice-Leiter Stefan Fischer Rathaus Wolfurt 18:00 - 20:00 Uhr Mittwoch, 8. April 2009 Mittwoch, 27. Mai 2009 Veränderungen im Gewerberegister Eintragungen in das Gewerberegister Mag. Thomas Schelling, Hilfestellung zur Erreichung einer körperlichen bzw. energetischen Ausgewogenheit mittels der Methode von Dr. Bach, Schloßgasse 8; Anna Vladykova, Personenbetreuung, Kesselsiedlung 2; Johann Peter Meusburger, Gastgewerbe „Lorenzo B“, Kellhofstraße 3; Christine Ellinger, Versicherungsvermittlung in der Form Versicherungsagent, KonradDoppelmayr-Straße 17; Paradigma Österreich Energietechnik GmbH & Co. KG, Handelsgewerbe und Handelsagenten, Heizungstechnik, Holzriedstraße 33; Jacqueline Hörburger, Handelsgewerbe und Handelsagenten, Frühlingstraße 10a; Dagmar Hörburger, Handelsgewerbe und Handelsagenten, Sonnenstraße 18; Sandra Margarethe Lang, Handelsgewerbe und Handelsagenten, Lerchenstraße 11; Silvia Kadisch, Handelsgewerbe und Handelsagenten, Lerchenstraße 4; DCC Doppelmayr Cable Car GmbH & Co, Unternehmensberatung einschließlich der Unternehmensorganisation, Holzriedstraße 29; Yakup Gürdap, Handelsgewerbe und Handelsagenten, Albert-Loacker-Straße 13; Gerhard Presser, Dienstleistungen in der automatischen Datenverarbeitung und Informationstechnik, Achstraße 46; FAIR PLAY Messestand- und Raumdesign GmbH, Handelsgewerbe und Handelsagenten, Werbearchitekt, KonradDoppelmayr-Straße 17; Helena Edelmanova, Personenbetreuung, Brühlstraße 13; Sandra Bertsch, Betrieb eines Reitstalls, Inselstraße 11; Ningbo CMC Handelsgesellschaft mbH, Handelsgewerbe und Handelsagenten, Montfortstraße 86, Martin Ender, Werbeagentur, Bogenstraße 45, Christian Wilburger, Werbeagentur, Bogenstraße 45, Viera Stefanerova, Personenbetreuung, Brühlstraße 13. Gökhan Alkin, Handelsgewerbe, Fattweg 7; Mag. (FH) Simon Nußbaumer, Unternehmensberatung einschließlich der Unternehmensorganisation, Weiherstraße 26; Sona Kasanova, Personenbetreuung, Oberfeldgasse 7; Radcult Schedler OEG, Handelsgewerbe, eingeschränkt auf den Handel mit Fahrrädern samt Zubehör, Im Dorf 1a. Löschung eines Geschäftsführers ph-7 Unternehmensberatung OG, Mag. (FH) Simon Nußbaumer wurde als Geschäftsführer gelöscht. Geschäftsführerbestellung DCC Management GmbH, Unternehmensberatung einschließlich der Unternehmensorganisation, Geschäftsführer: DI Stephan Wabnegger, Holzriedstraße 29; Josef Köb Holding GmbH, Handelsgewerbe, Geschäftsführer: Günther Köb, Flotzbachstraße 20a. Standortverlegungen Marc Christian Lorünser, Dienstleistungen in der automatischen Datenverarbeitung und Informationstechnik; Handelsgewerbe, von Wolfurt Bützestraße 39, nach Wolfurt, Fliederweg 9b; Jaroslava Samuelova, Personenbetreuung, von Lochau nach Wolfurt, Im Wida 18/1; IDEEFIX System- und Softwareentwicklung GmbH, Handelsgewerbe und Dienstleistungen in der automatischen Datenverarbeitung und Informationstechnik, von Lauterach nach Wolfurt, Konrad-Doppelmayr-Straße 17; Karl Sapper, Masseur, von Dornbirn nach Wolfurt, Achstraße 42; Robert Karlinger, Organisation von Events, von Dornbirn nach Wolfurt, Albert-LoackerStraße 53/3; Robert Bischof, Werbeagentur, von Wolfurt, Bucherstraße 29, nach Bregenz; Darina Mrlianova, Personenbetreuung, von Dornbirn nach Wolfurt, Augasse 17; Thomas Andreas Fohn, Baumeistergewerbe, von Wolfurt, Feldeggstraße 10, nach Wolfurt Kirchstraße 20; Michael Fischer, Massage ausgenommen Elektro- und Ultraschallanwendungen, sowie Hydro-, Thermo- und Balneoanwendungen von Dornbirn nach Wolfurt, Schwertgasse 11; Christian Mandlik, Handelsgewerbe, von Wolfurt, Senderstraße 16 nach Wolfurt, Holzriedstraße 33; Angelika Walser, Handelsgewerbe und Handelsagenten, von Wolfurt, Senderstraße 16, nach Wolfurt, Holzriedstraße 33. Änderung des Gewerbewortlautes und eine Standortverlegung Slavica Eric, neu: Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereinigung (Handwerk), ausgenommen der Maschinen- und Anlagenreinigung sowie der Reinigung von Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern und Rehazentren, von Wolfurt, Gartenstraße 13f, nach Bregenz. Verständigung über den Übergang der Gewerbeberechtigung, eine Standortverlegung und die Errichtung einer weiteren Betriebsstätte RADCULT GmbH & Co KG, Fahrradtechnik, von Wolfurt, Im Dorf 1a, nach Bregenz. Verständigung über die Errichtung einer weiteren Betriebsstätte RADCULT GmbH & Co KG, Handelsgewerbe, Jahnstraße 11, Bregenz, Standort der weiteren Betriebsstätte: Im Dorf 1a, Wolfurt. Übergang der Gewerbeberechtigung Fenkart Automaten KEG - Neu: Uwe Fenkart, Handelsgewerbe und Handelsagenten, Bucher Straße 13. Gewerbelöschungen Fredi Jenni, Handelsgewerbe, KonradDoppelmayr-Straße 17; Elfriede Helga Mons, Buchhaltung, Martinsweg 5; Roman Martin Sieber, Gewerbliche Vermögensberatung, Flurstraße 7; Herbert Josef Schramm, Gastgewerbe „Lorenzo B“, Kellhofstraße 3; Firmenwortlautänderung MD Getränke GmbH, Handelsgewerbe und Handelsagenten, Nelkenstraße 8; webtourismus.at gmbH, Werbungsmittler, KonradDoppelmayr-Straße 17; ph-7 OG, Unternehmensberatung einschließlich der Unternehmensorganisation, Weiherstraße 26. Verständigung über eine Änderung des Sitzes AgenT-Com Telekommunikationshandel GmbH, Handelsgewerbe und Handelsagenten, Vermittlung von Verträgen betreffend Benützung von Fernmeldeeinrichtungen (Telekommunikationseinrichtungen) Dritter, Senderstraße 16, Änderung des Sitzes nach 6850 Dornbirn. 8 Aus dem Rathaus Fundamt Fundgegenstände und Fahrräder, welche im 1. Quartal 2009 im Fundamt abgegeben wurden: Kostenlose Sprechstunden von Rechtsanwälten und Notaren Die kostenlosen Beratungs-Sprechstunden von Rechtsanwälten und Notaren werden von der Wolfurter Bevölkerung gerne in Anspruch genommen, daher wird dieses Beratungsangebot wie folgt fortgesetzt: Diverse Schlüssel Ebenfalls wurden diverse Fahrräder abgegeben, die während der Amtsstunden beim Gemeindeamt Wolfurt, Fundamt (Tel.Nr.: 05574/6840-10, Fax: 6840-810, E-Mail: melanie.amhof@wolfurt.at) besichtigt und an den rechtmäßigen Besitzer ausgefolgt werden können. Direkte Informationen finden Sie auch im Internet unter www.fundinfo.at Melanie Amhof Sprechstunden Rechtsanwälte von 18:00 - 20:00 Uhrr Mittwoch, 06. Mai 2009, Dr. Claus Brändle Mittwoch, 03. Juni 2009, Dr. Nikolaus Schertler Mittwoch, 01. Juli 2009, Dr. Wolfgang Hirsch Sprechstunden Notar von 18:00 - 19:00 Uhr Mittwoch, 20. Mai 2009, Dr. Kurt Zimmermann Mittwoch, 15. Juli 2009, Dr. E. Michel Die Sprechstunden finden jeweils im Rathaus Wolfurt statt. Notariatsverteilung bei Todesfällen: Zur Abwicklung der Verlassenschaften nach Todesfällen von Familienangehörigen wurden vom Bezirksgericht Bregenz die Notare für folgende Termine nominiert: Dr. Nikolaus Ender Jänner, Juni, 01.11. - 12.11. Dr. Ivo Fussenegger Februar, Juli, 13.11. - 26.11. Dr. Richard Huter März, August, 27.11. - 07.12. Dr. E. Michel April, September, 08.12. - 20.12. Dr. Kurt Zimmermann Mai, Oktober, 21.12. - 31.12. Aktuelle Zahlen aus dem Rathaus Stand: 31. Dezember 2008 2004 Gemeldete Personen (inkl. Zweitwohnsitz) 8.128 73 70 3 49 40 2005 8.192 78 64 14 40 33 2006 8.307 82 73 9 47 43 2007 8.373 92 82 10 54 17 2008 8.378 80 75 5 60 39 Auszahlung Heizkostenzuschuss Marktgemeinde Wolfurt 2004 / 2005 90 Antragsteller à 150,-= Gesamt € 13.500,-- Geburten gesamt davon Österreicher davon Ausländer Sterbefälle gesamt Eheschließungen 2005 / 2006 122 Antragsteller à 176-,= Gesamt € 21.472,-- Verdoppelung der Eheschließungen - Bemerkenswert ist der Anstieg der Eheschließungen von 17 auf 39. Hohe Anzahl Sterbefälle - Seit vielen Jahren mussten wir mit 60 die höchste Zahl an Sterbefällen verzeichnen. 2006 / 2007 139 Antragsteller à 208,-= Gesamt € 28.912,-- Bautätigkeit 2008 Erteilte Baubewilligungen Einfamilienhäuser Mehrfamilienhäuser Betriebsgebäude 2005 23 3 4 2006 30 3 2 2007 22 1 2 2008 23 3 2 2007 / 2008 138 Antragsteller à 208,-= Gesamt € 28.704,-- Zu- und Umbauten: Wohnhäuser Betriebsgebäude Althaussanierungsanträge Sonstige Bauwerke (Schwimmbäder, Schuppen etc.) 30 6 21 36 25 21 28 57 11 11 14 79 30 9 20 44 2008 / 2009 278 Antragsteller à 250,-= Gesamt € 69.500,-Bürgerservice-Leiter Stefan Fischer Aus dem Rathaus 9 8. Rheintalkonferenz: Rheintalgemeinden wollen noch stärker zusammenarbeiten Pflege und Betreuung älterer Menschen Wichtiges Thema der 8. Rheintalkonferenz war die Pflege und Betreuung älterer Menschen. Insgesamt wohnen im Rheintal rund 1.300 Menschen in 25 Pflegeheimen sowie acht Altersheimen und Seniorenwohnungen. Rund 31 Prozent dieser Personen kommen nicht aus der Gemeinde, in der sie nun betreut werden. Weitere 5.700 ältere Menschen greifen in den 29 Rheintalgemeinden auf die Dienste der Hauskrankenpflege, der Mobilen Hilfsdienste (MOHI) und anderer ambulanter Pflegeinstitutionen zurück. Einige dieser Einrichtungen - vor allem in kleineren Gemeinden - arbeiten bereits jetzt gemeindeübergreifend. „Die Zusammenarbeit im Pflege- und Betreuungsbereich soll über räumliche und institutionelle Grenzen hinweg gefördert werden. Denn sie garantiert eine optimale Betreuung und Pflege von älteren Menschen ", bringt der Altacher Bürgermeister und Mitglied des Lenkungsausschusses Vision Rheintal die Diskussion der Rheintalkonferenz auf den Punkt. Land und Gemeinden werden zu diesem Zweck gemeinsam mit den lokalen und regionalen Pflege- und Betreuungseinrichtungen die Ziele der Zusammenarbeit erarbeiten. Vision-Rheintal-Projektleiter Martin Assmann: „Aufbauend darauf werden wir die Kooperationspotenziale definieren." Pilotprojekte in Kleinregionen sollen gleichzeitig konkrete Lösungen erarbeiten. „Eine finanzielle Unterstützung für diese Projekte hat das Land auf der Rheintalkonferenz bereits zugesichert", so Assmann. die Bedeutung stationärer sowie ambulanter Pflege- und Betreuungsinstitutionen. Brändle: „Beide Einichtungen sind für eine optimale Betreuung und Pflege von älteren Menschen notwendig. Die Rheintalkonferenz hat deshalb beschlossen, eine Weiterentwicklung beider Strukturen zu fördern und zu unterstützen." Regionale Betriebsgebiete und Kinderbetreuung Konkretisiert haben die 38 TeilnehmerInnen der Rheintalkonferenz die Handlungsempfehlungen für die Schwerpunktthemen Regionale Betriebsgebiete und Kinderbetreuung. „In den nächsten Wochen wird die Raumplanungsabteilung des Landes, wie auf der letzten Rheintalkonferenz beschlossen, einen Auftrag zur Abschätzung des künftigen Bedarfs an regionalen Betriebsgebieten vergeben", berichtet Landesrat Karlheinz Rüdisser. Mitte März erfolgte eine Ausschreibung für ein Projekt, das mögliche Standorte für neue Betriebsgebiete ermitteln soll. Die Gesetzgebungsabteilung des Landes hat die rechtlichen Möglichkeiten geprüft, die eine bessere Verfügbarkeit von Bauflächen in Betriebsgebieten gewährleisten könnten. Land und Gemeinden werden nun gemeinsam ein Modell für Vorarlberg erarbeiten. Ebenfalls beauftragt hat das Land eine Studie, die bereits funktionierende Gemeindekooperationen in der Kinderbetreuung untersucht. Ziel dieser Analyse ist es, die Faktoren einer erfolgreichen Kooperation herauszufiltern und konkrete Empfehlungen zu erarbeiten. Gemeinde und Institutionen übergreifend „Trotz positiver Beispiele gibt es nach wie vor Faktoren, die eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Institutionen hemmen", berichtet Bürgermeister Brändle. Lösungen sollen deshalb künftig entsprechend dem Kooperationsgedanken gemeinsam erarbeitet werden, beschlossen die Politiker der Rheintalkonferenz. Zusätzlich einigte man sich auf eine vertiefte Analyse der Schnittstellen zwischen ambulanten und stationären Einrichtungen. Untersucht wird weiters, inwieweit Rahmenbedingungen wie Förderungen und Finanzierungsmöglichkeiten die Zusammenarbeit unterstützen. Einig war man sich auf der Rheintalkonferenz über 10 Gemeindepanorama Bezirksredakteur Peter Strauß von Bürgermeistern verabschiedet Der langjährige VN-Bezirksredakteur der Region Bregenz / Bregenzerwald, Peter Strauß, ist mit Ende Jänner dieses Jahres in seinen wohlverdienten Ruhestand getreten. Dies nahmen die Bürgermeister der Region Hofsteig / Rheindelta zwischen Alberschwende und Gaißau zum Anlass, dem engagierten Journalisten und Redakteur für seine nahezu 30jährige Tätigkeit und Berichterstattung in und über diese Regionen den verdienten Dank auszusprechen. Im Rahmen eines gemütlichen Mittagessens wurden die Leistungen und Verdienste von Peter Strauß entsprechend gewürdigt und gleichzeitig auch seiner Gattin Marianne für die zahllosen Termine gedankt, die ihr Gatte mit ihr gemeinsam und auch oft ohne sie in der Region wahrnehmen musste. In freundschaftlicher Verbundenheit wünschten ihm die anwesenden Bürgermeister gute Gesundheit und viel Freude im neuen Lebensabschnitt. hinten v.l.n.r.: Bgm. Elmar Rhomberg, Bgm. Werner Schneider, Bgm. Reinhold Eberle, Bgm. Hugo Rogginer vorne v.l.n.r.: Bgm. Reinhard Dür, Bgm. Hans Bertsch, Bgm. Egon Troy, Bgm. Franz Martin, Bgm. Helmut Leite, Marianne und Peter Strauß, Bgm. Erwin Mohr Einladung zur 21. Vollversammlung der Genossenschaftsjagd Wolfurt Kundmachung: Die Vollversammlung 2009 der Genossenschaftsjagd Wolfurt wird gemäß § 4 der Genossenschaftssatzungen auf Dienstag, 5. Mai 2009, um 19:00 Uhr, im Gasthaus „Adler“einberufen. Tagesordnung 1. Mitteilung 2. Vorlage der Jahresrechnung 2008/2009 und Verwendung des Jagdpachtertrages 3. Bestellung von Rechnungsprüfern 4. Neuwahlen Obmann 5. Sanierung Mösleweg, Zuschuss aus Jagdpachterlösen 6. Genehmigung der Verhandlungsschrift der 20. Vollversammlung vom 8.5.2008 7. Allfälliges Hinweis Ist die Vollversammlung zum festgesetzten Zeitpunkt nicht beschlussfähig, so wird sie nach Ablauf einer halben Stunde bei unveränderter Tagesordnung ohne Rücksicht auf die Zahl der anwesenden Mitglieder und der auf die Mitglieder entfallenden Stimmen beschlussfähig. Bürgermeister Erwin Mohr Gemeindepanorama 11 Neues von der Offenen Jugendarbeit Über die Wintermonate hat sich einiges in der Offenen Jugendarbeit Wolfurt getan. In und rund um den Jugendtreff „Cage“ wurden verschiedene Veranstaltungen, Workshops und Projekte geplant und durchgeführt. Im Anschluss ein kurzer Ausschnitt von den wichtigsten Highlights. Hallenfussball in der Volksschule Bütze Jeden zweiten Samstag im Monat erhielten die Jugendlichen die Möglichkeit, ihren geliebten Fußball-Sort in der Sporthalle Bütze auszuüben. Thema, viele verstehen darunter die „Automobilität“. Dass dem nicht so ist, bedarf es einer Auseinandersetzung mit den Jugendlichen. Derzeit entsteht in Wolfurt ein wichtiges Bauwerk zur Hebung der „sanften Mobilität“, die Radbrücke über die L 3. Dies ist Anlass, sich der Thematik zu stellen, wir versuchen es mit einem Kunst-Projekt. Die offene Jugendarbeit stellt sich der Herausforderung und wagt sich an den Bau einer Kunstskulptur nach dem Motto „Kunst am Bau“. Die Skulptur wird im Bereich der neuen Radbrücke aufgestellt. Erfreulich ist die Unterstützung, die der Verein und damit die Jugendlichen durch das Land und die Gemeinde erfahren durften. Kulturgruppe Die Kulturgruppe für Jugendliche über 16 Jahre wurde bereits installiert, und wir können schon gespannt sein, welche Aktionen sie für uns dieses Jahr geplant haben. Projekte Zum Start in den Frühling laufen derzeit zwei verschiedene Kunst–Projekte, dabei werden die Jugendlichen kreativ gefordert. Die Arbeiten werden zur Eröffnung der Radbrücke der breiten Bevölkerung präsentiert. HipHop Body Percussion Am 17.02.09, erfolgte der Startschuss für das HipHop Body Percussion Projekt. Das Projekt ermöglicht den Jugendlichen, sich eigenständig mit der Jugendkultur HipHop zu beschäftigen. Im Rahmen dieses Projektes werden den Jugendlichen die Jugendkultur, sowie musikalische Grundlagen wie Rhythmus näher gebracht. Weiters wird versucht, mit verschiedensten Gegenständen aus dem Alltag und seinem eigenen Körper einen HipHop Song zu kreieren und im Anschluss vor Publikum zu präsentieren. Weiters entstand aus diesem Projekt ein Breakdance Kurs, der jeden Samstag für einen kleinen Selbstkostenbeitrag für interessierte Jugendliche zur Verfügung gestellt wird. Vorschau Frühling / Sommer: > Tag der offenen Tür im Jugendtreff am 2. Mai 2009 > Aufführungen des Jugendtheaters im Juli Günter Sutterlüti (Jugendarbeiter) und Michael Klimmer (Obmann s’Team) Kunst am Bau Zum Bau der neuen Radbrücke, hat sich unser Verein überlegt, dass auch wir etwas dazu beisteuern könnten. Die Idee der Jugendlichen ist es, gemeinsam mit dem Verein ein kleines Kunstwerk ins Leben zu rufen, welches dann bei der neuen Radbrücke aufgestellt wird. Mobilität ist für junge Menschen ein sehr wichtiges 12 Gemeindepanorama Jugendproberaum und Räumlichkeiten für den Kultur- und Freizeitverein a rovermenproduction Ein großer Wunsch aus dem Jugendprojekt „Case my place“ wird umgesetzt. Die Gemeinde hat im Geigerareal Räumlichkeiten angemietet. Einerseits findet dort der Kultur- und Freizeitverein a rovermenproduction endlich eine adäquate Heimstätte, anderseits entsteht ein Proberaum für Wolfurter Jugendliche. Das Erfreuliche ist, dass die Rovermen, unterstützt von den Jugendlichen, die Räumlichkeiten gestalten und ausbauen. Viele Stunden wurden von den jungen Männern bereits investiert. Die Gemeinde stellt die Materialkosten. Auch in Zukunft ist an eine enge Zusammenarbeit der Rovermen mit unseren Jugendlichen gedacht. Die Räumlichkeiten werden in Kürze fertig gestellt sein. Christian Natter, Gemeinderat für Jugend und Sport, Vizebürgermeister Gohscht mit is Museum? Wie wäre es mit einem Frühlings-Radausflug oder Spaziergang mit einem besonderen Ziel? Zwei Vorschläge: Erstens: Spielzeugmuseum Wolfurt Das jährliche Treffen der Kulturverantwortlichen der sieben Hofsteiggemeinden fand heuer im Wolfurter Spielzeugmuseum statt. Auch unsere Gemeinde-Nachbarn waren überrascht und begeistert von der umfangreichen Ausstellung, die mit sehr viel Liebe zum Detail und großem Engagement vom Ehepaar Alge zusammengestellt, gepflegt und ständig erweitert wird. Die momentane Sonderausstellung zum Thema „Ostern“ ist besonders sehenswert - da werden viele Erinnerungen geweckt, vom roten Zuckerhasen bis zum wunderschönen Papp-Ei ist alles zu finden. Ein Besuch lohnt sich! > Fr, Sa, So: 14:00 bis 18:00 Uhr, Eintritt: Erwachsene € 4,--; Kinder von 6 -14 Jahren: € 1,--; Kinder bis 6 Jahre: Freier Eintritt Zweitens: Ausstellung „KUNST IM HOFSTEIG - Raum - Landschaft - Natur“ Ziel der Hofsteig-Zusammentreffen sind der Erfahrungsaustausch untereinander, gegenseitige Infos und das Organisieren gemeinsamer kultureller Projekte (ca. alle 1-2 Jahre). Erstes Ergebnis dieser Kooperation ist eine Ausstellung im Kunsthaus Rohner in Lauterach, zu der alle Hofsteig-Bewohner - Wolfurter, Lauteracher, Harder, Schwarzacher, Kennelbacher, Bucher und Bildsteiner - bei Gratis-Eintritt eingeladen sind. Künstler und Sammler aus allen diesen Gemeinden stellen Leihgaben zur Verfügung, einige schufen sogar eigens für diese Ausstellung ein neues Werk. Im Mittelpunkt steht das Kunstschaffen des 20. Jahrhunderts; die Auswahl der vielfältigen Arbeiten übernahm Alwin Rohner. Über 30 Werke von insgesamt 27 Kunstschaffenden allein zum Thema Landschaft und Ortsbilder sprechen für das enorme Potenzial in den Dörfern des Hofsteigs. > Eröffnung: Freitag, 8. Mai, 18:00 Uhr, Freier Eintritt von 9. bis 31. Mai, jeweils Mittwoch bis Sonntag, Dauer: ½ Jahr (bis Oktober 2009) Angelika Moosbrugger, Gemeinderätin für Schule und Kultur Gemeindepanorama 13 Bushaltestellen: Verschmutzung und Beschädigungen In jüngster Vergangenheit kam es immer öfter zu erheblichen Verschmutzungen unserer Bushaltestellen. Vor kurzem wurden zum wiederholten Mal die Glasscheiben bei einer Halterstelle mutwillig zertrümert. Alleine die Behebung eines solchen Schaden beläuft sich auf ca. € 3.000,--. Die Reparatur ist von der Gemeinde zu bezahlen, also von Ihnen - den Steuerzahlern. Die Marktgemeinde Wolfurt leistet einen wesentlichen Anteil (ca. € 280.000,-- im Jahre 2009) an den qualitativen Verbesserungen der öffentlichen Verkehrsmittel. Beispielsweise die Verlängerung der Nachtfahrten - dass unsere Jugendlichen auch noch um 2:00 Uhr mit dem Bus nach Hause kommen, oder für die Berufspendler die inzwischen einen 10-Minuten-Takt nach Bregenz und Dornbirn in Anspruch nehmen können. Es scheint mir daher mehr wie angemessen, dass WIR alle mit dieser Infrastruktur behutsam umgehen. Ich bitte Sie daher, Personen, die Busse oder Haltestellen verschmutzen oder gar beschädigen, anzusprechen oder bei uns zu melden, damit wir die Verursacher zur Verantwortung ziehen können. Ich bedanke mich für Ihre Mitarbeit! Christian Natter, Umweltgemeinderat und Vizebürgermeister Neuer Traktor für Bauhof Das neue Fahrzeug leistet nicht nur wertvolle Dienste im Zuge der Schneeräumung, sondern ist speziell auch in meinem Ressort bei Maßnahmen und Sanierungen in den Bereichen Wasser, Kanal und öffentliche Gerinne unverzichtbar. Das neue Gerät kostete rund 75.000,-Euro und wurde angeschafft, weil der alte Traktor: > in die Jahre gekommen ist und schon aufwendige Reparaturen durchgeführt werden mussten. > mit diesem neuen, leistungsstarken Traktor die notwendigen Arbeiten wesentlich effizienter durchgeführt werden können. Peter Grebenz, Gemeinderat für Wasser, Kanal und offene Gerinne 14 Gemeindepanorama Projekt Hofsteig-Ader: Erste Umsetzungen in Vorbereitung Verkehrszählung im März Beispielspielbild einer Markierungsänderung Die Eröffnung des Achrain-Tunnels hat Berichten zu Folge bereits erste spürbare Verkehrsentlastungen gebracht. Um jedoch auch konkrete Zahlen vorliegen zu haben, hat das Land Vorarlberg eine Vorher/Nachher-Zählung in Auftrag gegeben. Die Vorher-Zählung wurde an 10 Tagen Mitte November 2008 durchgeführt. Die Nachher-Zählung erfolgt im März 2009. Das Ergebnis der Zählungen wird nach Vorliegen des Endberichts veröffentlicht werden. Konkrete Umsetzungen im Jahr 2009 Um die erreichten Verkehrsentlastungen längerfristig abzusichern und Anrainern, Fußgängern und Radfahrern bessere Bedingungen an der „Hauptstraße“ zu bieten, werden nun auch die Umsetzungen aus dem Hofsteig-Ader-Planungsprozess in Angriff genommen: Konkret soll durch die Markierung von Seitenflächen und der Entfernung der Mittelstreifen eine optische Einengung des Straßenraums erreicht werden. Damit wird die neue Funktion der Hofsteig-Ader als Sammel- und Verbindungsstraße unterstrichen. Ebenfalls noch heuer sollen alle Fußwege im Bereich der Hofsteig-Ader neu markiert und mit einer verbesserten Beleuchtung ausgestattet werden. Neugestaltung Einmündung Bildsteiner Straße und Achtraße Planungen für die Neugestaltung der „Tempostrecke“ im Bereich der Einmündung Bildsteiner Straße und dem Abschnitt Achstraße/Fitzkurve laufen derzeit auf Hochtouren. Ziel ist es, die Detailplanung im Zeitraum Mai/Juni den Anrainern vorzustellen. Die Umsetzung könnte dann bereits im Herbst 2009 (Bildsteiner Straße) bzw. Frühjahr 2010 erfolgen. Detailplanung für Dorfzentrum, Cubus und Weberstraße Weiters sollen noch im Frühjahr die Detailplanung für den Bereich Dorfzentrum und die Pläne für den Kreisverkehr Weberstraße in Angriff genommen werden. Ziel ist es, auch den für den Verkehrsfluss wichtigen Kreisverkehr sowie die Gestaltung der Kernzonen Dorfzentrum und Cubus möglichst bald einer konkreten Realisierung zukommen zu lassen. Hans Fetz, Gemeinderat für Mobilität Gemeindepanorama 15 Richtlinien für Schwimmbäder Die Anzahl der privaten Schwimmbäder in Wolfurt hat in den vergangenen Jahren sprunghaft zugenommen. Es mussten aus diesem Grunde entsprechende Richtlinien für die Befüllung bzw. Entleerung der Schwimmbäder erlassen werden. Grundsätzlich ist das Befüllen von Schwimmbädern nur mehr über den Hauswasseranschluss und damit über den Wasserzähler zulässig. Illegale Wasserentnahmen an Hydranten sind verboten! Für die Entleerung der Schwimmbäder und der verunreinigten bzw. mit Chemikalien belasteten Gewässer gelten strenge Vorschriften zum Schutze des Grundwassers. Diese Vorschriften können beim Gemeindeamt (Frau Bettina Hopfner, Tel.: 6840-44) angefordert oder von der Homepage der Gemeinde unter www.wolfurt.at heruntergeladen werden. Peter Grebenz, Gemeinderat für Wasser, Kanal und offene Gerinne Grillen - des einen Freud, des anderen Leid! Mit dem Frühlingserwachen fängt auch wieder die lang ersehnte Garten- und damit auch die Grillsaison an. Was gibt es schöneres, als in der freien Natur die selbst gegrillten Köstlichkeiten zu genießen. Und was ein echter Grillprofi ist, der schwört auf seinen Holzkohlengrill. Doch ist des einen Freud möglicherweise auch des anderen Leid. Rauch- und Duftwolken machen leider nicht an der Grundstücksgrenze Halt, und der Nachbar kann den Grillfreuden möglicherweise nicht dasselbe abgewinnen wie der eifrige Grillmeister. Vor allem dann, wenn die Fenster zugerammelt werden müssen, um nicht „geräuchert“ zu werden, oder wenn danach an der frisch gewaschenen Wäsche in Nachbars Garten das komplette Grillmenü erschnuppert werden kann. Gleiches gilt natürlich auch für die stark im Trend liegenden Feuerschalen und Feuerkörbe, die zwar Lagerfeueratmosphäre verbreiten mögen, dem Nachbar aber möglicherweise die Sommerabende vergällen. Deshalb – Grillen und Feuerschalen ja, aber denken Sie auch an Ihre Nachbarn! Die persönliche Freiheit und das individuelle Vergnügen finden auch hier ihre Grenzen am Rücksichtnahmegebot gegenüber den Nachbarn. Empfohlene Rasenmäherzeiten Montag - Freitag: 08:00 - 12:00 Uhr und 14:00 - 19:00 Uhr Samstag: 9:00 - 12:00 Uhr Für alle anderen lärmerzeugenden Maschinen wie Holzsägen, Häcksler etc. sind die selben Zeiten empfohlen. Im Sinne gutnachbarschaftlicher Beziehungen bedanken wir uns für Ihr Verständnis! 16 Umwelt EU-Energiekommissar Andris Piebalgs (Mitte) mit vier österreichischen Bürgermeistern (Bgm. Mohr rechts) bei der Unterzeichnung im EU-Parlament Brüssel EU-Bürgermeisterkonvent, Wolfurt ist dabei Als einzige Gemeinde Vorarlbergs trat Wolfurt dem europaweiten Bürgermeister-Konvent bei, der sich im Rahmen der Europa-Initiative zu den Zielen „20:20:20“ bis 2020 bekannt hat. Das bedeutet, dass Wolfurt bis zu diesem Datum 20 % Energieeinsparung, 20 % mehr erneuerbare Energie und 20 % CO2-Einsparung erreichen muss. Gemeinsam mit Wolfurt haben 370 weitere Städte und Gemeinden, darunter auch z.B. Madrid, Hamburg oder Malmö diese Vereinbarung unterzeichnet. Diese Zielsetzung bedeutet, dass wir neben einer beträchtlichen Umweltentlastung auch eine deutliche EnergieEinsparung und damit Kostenersparnis erreichen werden. Darüber hinaus werden diese Maßnahmen einen wichtigen Beschäftigungsimpuls gerade in der regionalen Wirtschaft geben. Einen wichtigen Beitrag zur Erreichung dieser Ziele kann die ganze Bevölkerung und vor allem jeder Einzelne leisten. Aktionen wie sanfte Mobilität, energieeffiziente Althaus-Sanierungen, intelligentes Heizungsmanagement, Energiesparlampen für Gebäude- und Straßenbeleuchtung, Einsatz von Photovoltaik und vieles mehr sind möglich. Alljährlich wird es einen großen Informationstag zu diesem Thema in unserer Gemeinde geben. Infostelle - Brachvogel, Kiebitz und Co. Eröffnung der Infostelle und Exkursion am Ostermontag Im Wolfurter Birken gibt es viel zu beobachten. Die Streuwiesen sind Lebensraum für eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Hintergrund-Informationen dazu bietet die neue Infostelle, die im Interreg-Projekt „Feuchtgrünland und Storchenlebensräume zwischen Alpenrhein und Donau“ erstellt wurde. Am Ostermontag sind alle Interessierten zur Eröffnung eingeladen. Im Anschluss führen Sie erfahrene Vogelkundler durch das Wolfurter und Lauteracher Ried. Mit etwas Glück sehen Sie neben Brachvögeln und Kiebitzen auch eine Bekassine. Denn diese Riede sind Teil des wichtigsten Wiesenbrütergebiets im Bodenseeraum. Treffpunkt: 9:00 Uhr Senderstraße bei der Autobahnunterführung Wolfurt Exkursionsleitung: Alwin Schönenberger, Dipl. Biol. Anne Puchta u. Mag. Jürgen Ulmer Veranstalter: Naturschutzbund Vorarlberg und Marktgemeinde Wolfurt Christian Natter, Umweltgemeinderat und Vizebürgermeister Umwelt 17 Energiesparlampen: 1/5 Stromverbrauch bei 10-facher Lebensdauer Die Zeiten des verschwenderischen Umgangs mit Energie sind vorbei. Neben Elektrogeräten ist die Beleuchtung ein weiterer Faktor, der die Stromrechnung in die Höhe treibt. Durch den Einsatz von Energiesparlampen kann der Stromverbrauch erheblich gesenkt werden. Energiesparlampen eignen sich hervorragend für dauerhafte Beleuchtung. Gleiche Leuchtkraft, wesentlich weniger Strom: So können z.B. 35 W Glühlampen durch 7 W Energiesparlampen, 40 W durch 9 W oder auch 60 W durch 11 W Energiesparlampen ersetzt werden. Hohe Lebensdauer: Während eine normale Glühbirne eine Lebensdauer von ca. 1.000 Stunden hat, kann eine Energiesparlampe im Mittel 10.000 Stunden aufweisen. Ihr Vorteil: 1/5 Stromverbrauch bei 10-facher Lebensdauer! Wenn das kein Grund zum Umsteigen ist! Der Testkoffer: Daher hat das e5-Team einen Energiesparlampen-Testkoffer zusammengestellt, in welchem sich 23 verschiedene Energiesparlampen befinden. Da es oft schwierig ist, die passende Energiesparlampe für den speziellen Einsatzbereich zu finden, kann dieser Koffer ausgeliehen und die darin befindlichen Lampen getestet werden. Ist die passende Energiesparlampe gefunden, so kann diese, mit der sich im Koffer befindlichen Lampenbeschreibung, beim Elektrofachgeschäft besorgt werden. Nach ca. 2 Tagen sollte der Koffer wieder zurückgebracht werden. Ausleihstelle: Rathaus Wolfurt, Burkhard Hinteregger, Tel. 05574 / 6840-17, Kaution: € 20,-- Übrigens: Im Flur, Treppenhaus, Garten- und Hauseingang, auf Zufahrt und Gartenwegen wird Licht oft nur zur Orientierung benötigt. Daher sollten Sie in diesen Bereichen Lampen benutzen, die direkt mit voller Lichtleistung leuchten. Wenn Sie in diesen Bereichen die Beleuchtung mit Bewegungsmeldern steuern, reduzieren Sie den Energieverbrauch ebenfalls. Das e5-Team freut sich auf rege Ausleihfrequenz! Robert Hasler, e5-Teamleiter 18 Umwelt LANDRAD - neue Mobilität für den Alltagsverkehr in Vorarlberg Mehr als 2/3 aller Wege, die wir VorarlbergerInnen an einem Werktag mit dem PKW zurücklegen, sind kürzer als 10 km. Immer noch 43 % aller Wege sind sogar kürzer als 5 km. Da sollte es doch kostengünstigere, gesündere und umweltfreundlichere Alternativen für solche Strecken geben. Das Fahrrad ist in Vorarlberg bereits heute eine der wichtigsten Alternativen. Ungefähr 14 % aller Wege an einem Werktag werden in Vorarlberg mit dem Fahrrad zurückgelegt. Die Zahlen für den PKW auf Kurzstrecken versprechen da aber noch einiges an Potential. Gründe, die immer wieder gegen das Fahrrad ins Treffen geführt werden, sind vor allem das Problem, dass niemand verschwitzt ins Büro oder in eine Sitzung kommen kann, die vielen kleineren und größeren Steigungen, die es mit dem Fahrrad in Vorarlberg zu überwinden gilt und teilweise noch immer fehlende Radwege und ungünstige Routenführungen. Eine nicht mehr neue, aber in Vorarlberg noch wenig bekannte Technik ist das Pedelec. Ein Fahrrad, das über eine Batterie und einen in der Nabe integrierten Elektroantrieb verfügt. Dieser wird nicht über einen Gashebel gesteuert, sondern rein durch das eigene Treten. Je stärker in die Pedale getreten wird, desto mehr unterstützt der Motor. Geräuschlos, sauber und mit enorm geringem Energieverbrauch. Damit können Steigungen aber auch weitere Strecken mühelos auch mit einem Fahrrad überwunden werden. Und vor allem erlebt man Fahrfreude, ohne auf den positiven Effekt der Bewegung an der frischen Luft verzichten zu müssen. Um herauszufinden, in welchem Ausmaß solche elektrisch unterstützten Fahrräder in Vorarlberg PKW-Wege ersetzen können, hat das gemeinnützige Institut Kairos Wirkungsforschung & Entwicklung gemeinsam mit Land Vorarlberg und Energieinstitut das Projekt LANDRAD gestartet. Zwischen Mai und Juli werden in Vorarlberg 500 hochwertige, elektrisch unterstützte Fahrräder zu einem attraktiven Preis verkauft. Im Gegenzug stellen die LANDRAD-KäuferInnen Daten ihrer Fahrradsteuerung quartalsweise ein Jahr lang für dieses Forschungsprojekt zur Verfügung. Bereits jetzt können die LANDRÄDER reserviert werden. Bei ausgesuchten Fahrrad Fachhändlern liegen Informationen und Teilnahmeformulare auf, mit denen man sich „sein“ LANDRAD sichern kann. Die Händlerliste findet sich im Internet unter www.landrad.at. Persönlich getestet werden konnte das LANDRAD bereits bei der Radbrückeneröffnung am 4. April 2009, an der Ach. Die Kosten für ein LANDRAD, das im oberen Qualitätssegment liegt, belaufen sich auf EUR 1.250,--. Dieser Preis gilt für Privatpersonen bereits inkl. MWSt., für Institutionen und Firmen als Nettopreis. Weitere Informationen: Martin Strele, Kairos - Wirkungsforschung & Entwicklung gGmbH Anton Walser-Gasse 4, 6900 Bregenz, Tel.: 05574 58445, Fax: 05574 52607 E-Mail: ms@kairos.or.at, Internet: www.kairos.or.at Alle Daten aus: Verkehrskonzept Vorarlberg, 2006 Hans Fetz, Gemeinderat für Mobilität Umwelt 19 Sanierung von Hauptwasserleitungen Die Erstellung des flächendeckenden Wasserleitungsnetzes erfolgte in der Marktgemeinde Wolfurt ab dem Jahre 1953. Speziell in den 70er und 80er Jahren wurden überwiegend Ferroguß-Leitungen für die Trinkwasserversorgung verbaut. Korrodierte Hauptleitungen Bei einigen dieser Hauptleitungen mussten jedoch nach weniger als 15 Betriebsjahren teilweise massive Korrosionsangriffe an den Werkstoffen festgestellt werden. Die Folge waren unzählige punktuelle Rohrsanierungen aufgrund von Rohrbrüchen. Fazit war, dass die zu erwartende Lebensdauer des eingesetzten Rohrmaterials nicht annähernd erreicht werden konnte und damit bei diesen Rohrstrecken aufgrund der kurzen Lebensdauer ein Vollaustausch der Leitungen unausweichlich wurde. Von diesem Schadensumfang sind die Haupttransportleitungen zum Güterbahnhof Wolfurt, zum Hochbehälter Frickenesch sowie Transportleitungen ins Gewerbegebiet, in der Achstraße und in der Dornbirner Straße betroffen. Der Vollaustausch dieser Leitungen bedeutet jedoch einen hohen Kostenaufwand für die Gemeinde, den man nicht gewillt war, alleine zu tragen. Verhandlung mit Herstellerfirma Da die uns seinerzeit vom Hersteller zugesagte Lebensdauer für die verbauten Trinkwasserrohre nicht annähernd erreicht werden konnte, machte die Marktgemeinde Wolfurt einen verdeckten Mangel bei der Herstellerfirma geltend. In zähen, 2 ½ Jahren dauernden Verhandlungen konnte im Jahr 2008 schlussendlich mit der damaligen Erzeugerfirma ein Kompromiss ausgearbeitet werden. Planungen, Beginn der Sanierungen Im Jahre 2008 wurde das Trinkwassernetz einer Netzanalyse unterzogen, damit geänderte Netzverhältnisse in die Sanierung mit einbezogen werden können. Darauf aufbauend wurde vom Planungsbüro ein „Generelles Sanierungsprojekt“ erstellt, weil dieses große Sanierungsvorhaben nur über mehrere Jahre und in Etappen umgesetzt werden kann. Für dieses Jahr ist geplant, dass die Haupttransportleitung vom Grundwasserpumpwerk bis zum Güterbahnhof erneuert werden soll. Leitungsaustausch beim Fußballplatz Flotzbach Gemäß Planunterlagen hätte die Sanierung, ausgehend vom Grundwasserpumpwerk beginnen sollen. Da jedoch ein Teil der Leitung unter dem Fußballplatz Flotzbach liegt, sah man sich gezwungen, diesen Teil der Sanierung vorzuziehen, da seit Herbst 2008 an der Errichtung des neuen Kunstrasenplatzes gearbeitet wurde. Um einem ev. Schadensfall am neuen Kunstrasenplatz durch die alte Leitung vorzubeugen, wurde auf einer Länge von ca. 250 m die TrinkwasserLeitung in einer neuen Trasse umgelegt und die alte Leitung außer Betrieb gesetzt! Peter Grebenz, Gemeinderat für Wasser, Kanal und offene Gerinne 20 Umwelt
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Wolfurt 2011 02 Sommer Wolfurt 21.07.2011 19.11.2012, 18:10 wolfurt SOMMER 2011 Blick ins Gemeindegeschehen Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger! Vor der Sommerpause darf ich Sie wiederum über aktuelle Themen in unserer Gemeinde informieren. Sternenareal Im Juni haben die Sparkasse Bregenz, das Sternenhotel und das Gasthaus Stern mit einer Reihe von Veranstaltungen endlich die Pforten geöffnet. Lesen Sie dazu mehr auf den Seiten 8, 9 und 21. Nach einer Bauzeit von rund 1,5 Jahren präsentiert sich das neue Gebäude am Sternenplatz in voller Pracht. Die Platzgestaltung wurde noch während der 1. Bauphase entwickelt und mutig umgesetzt. Die vielen positiven Rückmeldungen für den Sternenkomplex und die Platzgestaltung freuen mich ganz besonders. Ich möchte es nicht verabsäumen, mich nochmals bei unseren Nachbarn für die große Geduld und ihr Verständnis zu bedanken. Einen ausführlichen Bericht über den „Tag der offenen Tür“ lesen Sie bitte dann in der Septemberausgabe. Rohner Emil GmbH - Deponie am neuen Standort Nach langem Suchen ist es gelungen, für die Firma Rohner Emil GmbH im Bereich Senderstraße L190 einen geeigneten Standort für die Deponie und Schredderanlage zu finden. Bis Anfang Sommer sollte der bisherige Standort auf dem Gelände der Firma Doppelmayr endgültig geräumt sein. Nun ist es dem Geschäftsführer Christoph Rohner möglich, auch den größten Teil der Geräte- und Maschinenlagerungen aus dem Flotzbach zu verlegen. Lediglich die Holz- und landwirtschaftlichen Gerätschaften verbleiben in Schreibern 7. Damit wird sich die Belastung für den Ortsteil Flotzbach deutlich reduzieren. Erweiterung Güterbahnhof Nach fast 30 Jahren ist allen klar, dass unser Güterbahnhof auf einen neuen Stand gebracht werden muss. Der Containerumschlag hat sich vervielfacht und entspricht zwischenzeitlich längst nicht mehr den heutigen Ansprüchen. Das Terminal Wolfurt ist ein ganz zentraler Umschlagplatz für die gesamte Vorarlberger Wirtschaft. Auch seitens der Bundes- und Landesregierung wurde dem Projekt Güterbahnhof oberste Priorität zugestanden. Jetzt fehlt nur noch die endgültige Freigabe durch den Vor- 2 Aus dem Rathaus Schredderanlage Schotterfang stand der ÖBB-Infrastruktur. Nachdem in den letzten Jahren die Gespräche mit den unterschiedlichsten Partnern immer wieder ins Stocken kamen, haben Bürgermeister Elmar Rhomberg (der Güterbahhof steht auch auf Lauteracher Gemeindegebiet) und ich im Herbst letzten Jahres das Büro „stadtland“ beauftragt, einen Masterplan für die weitere Vorgehensweise zu entwickeln. Dieser wurde Anfang des Jahres vom Land genehmigt. Nun wurde endlich Fahrt aufgenommen und ich hoffe, dass ich Sie in den nächsten Ausgaben über die konkreten weiteren Schritte informieren kann. Hofsteig-Ader - es geht weiter Nach der Umsetzung der 1. Wohnzone an der Achstraße ist das gemeinsame Projekt der Gemeinden Schwarzach, Wolfurt und dem Land Vorarlberg auf Grund der wirtschaftlichen Lage etwas ins Stocken gekommen. Nach Rücksprache mit Landesrat Mag. Karl-Heinz Rüdisser sind die Mittel für die kommenden Jahre nun gesichert. Für Wolfurt bedeutet dies, dass nun die Planungsarbeiten für die zwei Kernzonen Cubus/Rathaus und Rickenbach 2011/12 vorangetrieben werden können. Die Umsetzung der ersten Kernzone soll dann 2013 erfolgen. In unserer Nachbargemeinde Schwarzach werden 2012 die Radwegführung im Pfeller sowie der Umbau der Kreuzung Tobelstraße/Bahnhofstraße in Angriff genommen. Hochwassermaßnahmen Unsere Bauhofmitarbeiter haben in den letzten Wochen alle Schotterfänge unserer Bäche geräumt. Wir sind daher soweit wie möglich für die kommenden Sommergewitter gerüstet. Extremereignisse bleiben aber immer unkalkulierbar. Wir hoffen, dass wir dieses Jahr von Intensivniederschlägen verschont bleiben. Die erste Bauphase für das Hochwasserschutzprojekt Ippachbach / Himmelreichbach ist im Zuge der Bauarbeiten am Sternenplatz bereits umgesetzt worden. Das Gesamtprojekt ist mit den Behörden vorbesprochen und wird im Herbst zur Genehmigung vorgelegt. Noch dieses Jahr sollen die Arbeiten am oberen Teil des Himmelreichbaches und an der Geschiebesperre im Frickenescherweg aufgenommen werden. 2012 erfolgt die Verbauung des verrohten Teiles bis zur Sonnenstraße und anschließend die Renaturierung des unteren Teiles inklusive Retentionsfläche (Nähe Güterbahnhof). Wir hoffen, bis im Herbst die Verhandlungen mit den betroffenen Grundeigentümern positiv abgeschlossen zu haben. Das Hochwasser im August 2010 hat uns die Ausleitung Tobelbach (Höhe Ende Bucher Straße) zu einem erheblichen Teil weggespült. Die Ausleitung muss nun komplett erneuert werden. Das Projekt vom Büro Rudhardt + Gasser wurde vor Kurzem verhandelt und wird noch 2011 mit einer Investitionssumme von ca. EUR 120.000 umgesetzt. Im Rahmen der Hochwassersofortmaßnahmen werden Land und Bund Fördermittel von 85 % zur Verfügung stellen. Liebe Wolfurterinnen und Wolfurter, ich freue mich mit Ihnen auf die vor uns liegende Ferien- und Urlaubzeit. Ich wünsche Ihnen gute Erholung, viel Spaß und kommen Sie alle gesund und munter wieder nach Hause. Ihr Bürgermeister Christian Natter Aus dem Rathaus 3 Veränderungen im Gewerberegister Eintragungen in das Gewerberegister Sebastian Martin Mathies, Finanzdienstleistungsassistent (Ausübung von Tätigkeiten gemäß des Wertpapieraufsichtsgesetzes, Raiffeisenstraße 4; Harald Mayer, Hilfestellung zur Erreichung einer körperlichen bzw. energetischen Ausgewogenheit mittels Bachblüten, Biofeedback oder Bioresonanz, Cranio Sacral Balancing, Auswahl von Farben, Düften, Lichtquellen, Aromastoffen, Edelsteinen, Musik, kinesiologischer Methoden, Aura-Interpretation, Einrichtungsberatung unter radiästhetischen Grundsätzen unter Einbeziehung von Feng Shui, Magnetfeldanwendungen mit Ausnahme der den Ärzten vorbehaltenen Magnetfeldtherapie, durch sanfte Berührung des Körpers bzw. gezieltes Handauflegen an bestimmten Körperstellen mit Ausnahme der den reglementierten Gewerben der Massage und Kosmetik (Schönheitspflege) vorbehaltenen Tätigkeiten wie insbesondere Massagetechniken, die vergleichbar Akupressur und Shiatsu sind bzw. infolge Wärmeentwicklung und damit verbundener Optimierung der Durchblutung von Muskulatur oder Haut einen der Massage oder der Schönheitspflege gleichkommenden Effekt erzielen oder von solchen Tätigkeiten, die dem Massagegewerbe bzw. den Kosmetikern vorbehaltenen Kenntnisse der Hygiene erfordern, Kreuzstraße 2; Daniel Feurle, Dienstleistungen in der automatischen Datenverarbeitung und Informationstechnik, Schloßgasse 7a; Dietmar Menghin, Stukkateure und Trockenausbauer, Lorenz-Schertler-Straße 3; Ing. Philipp Oberforcher, MSc, Herstellung von Entwürfen für die Gestaltung von Produkten in Form- und Farbgebung, sowie die optische Gestaltung von Industriearbeiten einschließlich der Anfertigung von Modellen unter Ausschluss von Tätigkeiten, die den Technischen Büros und den Modellbauern vorbehalten sind, Unterfeldstraße 2. Bilgeri & Kohlhaupt OG, Blumenbinder (Floristen), verbunden mit Gärtner (Handwerk), Neudorfstraße 11a; Jürgen Thurnher, Handelsgewerbe, Bahnweg 8; Anna Saksova, Personenbetreuung, Fattstraße 25; Marco Leimegger, Karosseriebau- und Karosserielackiertechniker verbunden mit Kraftfahrzeugtechnik (verbundenes Handwerk), Dammstraße 70; Birgit Strele, Schreibbüros, Brühlstraße 36; Yvon del Valle Gomez, Handelsgewerbe und Handelsagentengewerbe, Engerrütte 18; Manuela Kofler, Handelsgewerbe und Handelsagentengewerbe, Flurstraße 28; Maria Jarecka, Personenbetreuung, Rutzenbergstraße 3/1; Gyöngyi Jakab, Personenbetreuung, Brunnengasse 2; Elke BargehrWirthensohn, Direktvertrieb, Rosenstraße 9c; Bernd Hörfarter, Handelsgewerbe und Handelsagentengewerbe, Frickenescherweg 14. Gewerbelöschungen Michael Rupp, Tischler, eingeschränkt auf die Herstellung von Holzstiegen, Unterlinden 35; Roland Schwendinger, Handelsgewerbe und Handelsagenten, Albert-Loacker-Straße 62c; Manfred Erich Pfeiffer, Handelsagent, Werbungsvertreter, Montfortstraße 84; Darina Mrlianova, Personenbetreuung, Dornbirner Straße 20a; Sebastian Martin Mathies, Finanzdienstleistungsassistent, Raiffeisenstraße 4; Meusburger Immobilien OG, Immobilientreuhänder (Immobilienmakler, Immobilienverwalter, Bauträger) eingeschränkt auf Immobilienmakler, Florianweg 11; Heinz Wolf, Kraftfahrzeugtechnik und Karosseriebauer, Wuhrweg 31; Silwana Magdalena Jappel, Marktfahrer, Herstellung von kunstgewerblichen Artikeln, St. Antoniusweg 19. und Handelsagentengewerbe, Dienstleistungen in der automatischen Datenverarbeitung und Informationstechnik, Spediteure einschließlich der Transportagenten, Senderstraße 28. Vonier OG (früher: David, Vonier Optik OEG), Augenoptiker, Kontaktlinsenoptiker, Kreuzstraße 7. Löschung des gewerberechtlichen Geschäftsführers Doppelmayr Transport Technology GmbH, Produktion von Transportmitteln auf Basis der Seiltechnologie in Form eines Industriebetriebes, Holzriedstraße 29, Geschäftsführer gelöscht: Ing. Michael Konrad Doppelmayr. DCC Doppelmayr Cable Car GmbH & Co KG, Unternehmensberatung einschließlich der Unternehmensorganisation, Holzriedstraße 29, Geschäftsführer gelöscht: DI Stephan Wabnegger; DCC Doppelmayr Cable Car GmbH & Co KG, Projektierung, Konstruktion, Herstellung, Montage, Inbetriebnahme und Vertrieb von Cable Car Anlagen und ähnlicher urbaner Verkehrsmittel für den kontinuierlichen Transport von Personen und Gütern sowie deren Service in der Form eines Industriebetriebes, Holzriedstraße 29, Geschäftsführer gelöscht: DI Stephan Wabnegger; DCC Management GmbH, Unternehmensberatung einschließlich der Unternehmensorganisation, Holzriedstraße 29, Geschäftsführer gelöscht: DI Stephan Wabnegger. Standortverlegungen Maria Sorocinova, Personenbetreuung, von Lustenau nach Wolfurt, Fattstraße 25. Slavka Sulakova, Personenbetreuung, von Wolfurt (Felle 8) nach Raggal. Jenni GmbH, Handelsgewerbe und Handelsagentengewerbe, von Wolfurt (Konrad-Doppelmayr-Straße 17) nach Dornbirn; Sigrun Brändle, Damenkleidermacher, von Wolfurt (Knappenweg 12) nach Lauterach; Mangold Elektromaschinen GmbH, Mechatroniker für Elektromaschinenbau und Automatisierung, von Lustenau nach Wolfurt (Holzriedstraße 33); webtourismus.at gmbh, Werbungsmittler, von Wolfurt (Konrad-Doppelmayr-Straße 17) nach Dornbirn, Maria Ondikova, Personenbetreuung, von Feldkirch nach Wolfurt (Lauteracher Straße 27); Elke Strolz, Massage, eingeschränkt auf Shiatsu, von Wolfurt (Unterlindenstraße 24) nach Lauterach. Bestellung eines gewerberechtlichen Geschäftsführers DCC Doppelmayr Cable Car GmbH & Co KG, Projektierung, Konstruktion, Herstellung, Montage, Inbetriebnahme und Vertrieb von Cable Car Anlagen und ähnlicher urbaner Verkehrsmittel für den kontinuierlichen Transport von Personen und Gütern sowie deren Service in der Form eines Industriebetriebes, Holzriedstraße 29, Geschäftsführer: Ing. Hermann Frühstück; DCC Management GmbH, Unternehmensberatung einschließlich der Unternehmensorganisation, Holzriedstraße 29, Geschäftsführer: Ing. Hermann Frühstück, DCC Doppelmayr Cable Car GmbH & Co KG, Unternehmensberatung einschließlich der Unternehmensorganisation, Holzriedstraße 29, Geschäftsführer: Ing. Hermann Frühstück; Doppelmayr Transport Technology GmbH, Produktion von Transportmitteln auf Basis der Seiltechnologie in Form eines Industriebetriebes, Holzriedstraße 29, Geschäftsführer: Ing. Hermann Frühstück. Wiederaufnahme der Gewerbeausübung Jürgen Heinrich Willy Schumann, Versicherungsvermittlung in der Form Versicherungsagent, Konrad-Doppelmayr-Straße 17. Übergang einer Gewerbeberechtigung Emil Rohner GmbH & Co KG, (früher Emil Rohner Betriebs GmbH; Emil Rohner GmbH), Erdbeweger, Baumeister, Handelsgewerbe, eingeschränkt auf den Handel mit Holz, Gewerbsmäßige Beförderung von Gütern mit 23 Kraftfahrzeugen im grenzüberschreitenden Verkehr (grenzüberschreitender Güterverkehr), Konrad-Doppelmayr-Straße 13a. Änderung des Firmenwortlautes JCL Logistics Austria GmbH (früher: JCL Overland Logistics GmbH), Gewerbsmäßige Beförderung von Gütern mit 50 Kraftfahrzeugen im grenzüberschreitenden Verkehr (grenzüberschreitender Güterverkehr), Handelsgewerbe Errichtung einer weiteren Betriebsstätte JCL Logistics Austria GmbH, Unternehmensberatung einschließlich der Unternehmensorganisation, Senderstraße 28. 4 Aus dem Rathaus Neue Mitarbeiterin im Rathaus Victoria Thompson sieht Mutterfreuden entgegen und wird Mitte Juli ihren Karenzurlaub antreten. Mit Nicole Schmid konnte eine kompetente und engagierte Vertretung gefunden werden. Seit 1. Juni arbeitet sie sich in ihr Aufgabengebiet ein und übernimmt sukzessive die Stelle der Sekretärin des Bürgermeisters. Wir wünschen Nicole viel Freude und Erfolg bei ihrer neuen Tätigkeit Nicole Schmid Kostenlose Sprechstunden von Rechtsanwälten und Notaren Die kostenlosen Beratungs-Sprechstunden von Rechtsanwälten und Notaren werden von der Wolfurter Bevölkerung gerne in Anspruch genommen, daher wird dieses Beratungsangebot wie folgt fortgesetzt: ___________________________________ Sprechstunden Rechtsanwälte von 18:00 - 20:00 Uhr Mittwoch, 3. August 2011, Dr. Claus Brändle Mittwoch, 7. September 2011, Dr. Nikolaus Schertler ___________________________________ Fundamt Fundgegenstände und Fahrräder, welche im 2. Quartal 2011 im Fundamt abgegeben wurden: _________________________________________________________________________ diverse Schlüssel, Handys _________________________________________________________________________ Ebenfalls wurden diverse Fahrräder abgegeben, die während der Amtsstunden beim Gemeindeamt Wolfurt, Fundamt (Tel.-Nr.: 05574/6840-10, Fax: 6840-810, EMail: angelika.koeb@wolfurt.at) besichtigt und an den rechtmäßigen Besitzer ausgefolgt werden können. Direkte Informationen finden Sie auch im Internet unter www.fundinfo.at Angelika Köb Sprechstunden Notar von 18:00 - 19:00 Uhr Mittwoch, 20. Juli 2011, Dr. Kurt Zimmermann ___________________________________ Die Sprechstunden finden jeweils im Rathaus Wolfurt statt. ___________________________________ Notariatsverteilung bei Todesfällen Zur Abwicklung der Verlassenschaften nach Todesfällen von Familienangehörigen wurden vom Bezirksgericht Bregenz die Notare für folgende Termine nominiert: ___________________________________ Bürgermeister-/Wohnungssprechstunde im Sommer: Die Sprechstunden finden jeweils im Rathaus Wolfurt statt. __________________________________________________________________________ Sprechstunden Bürgermeister Christian Natter, 18:00 - 19:30 Uhr Mittwoch, 4. August Mittwoch, 7. September __________________________________________________________________________ Todesfälle jeweils Dr. Nikolaus Ender Jänner, Juni und 01.11. - 12.11. Dr. Ivo Fussenegger Februar, Juli und 13.11. - 26.11. Dr. Richard Huter März, August und 27.11. - 07.12. Dr. E. Michel April, September und 08.12. - 20.12. Dr. Kurt Zimmermann Mai, Oktober und 21.12. - 31.12. Wohnungssprechstunden von Gemeinderätin Elisabeth Fischer, 18:00 - 19:30 Uhr Mittwoch, 6. Juli Mittwoch, 17. August Mittwoch, 31. August __________________________________________________________________________ Vom 13. Juli 2010 bis 10. August 2011 finden auf Grund der Sommerpause keine Sprechstunden statt! __________________________________________________________________________ Aus dem Rathaus 5 Gemeindehaushalt 2010 positiv abgeschlossen Der Rechnungsabschluss 2010 mit Einnahmen und Ausgaben von 18,97 Mio. Euro wurde am 18. Mai 2011 von der Gemeindevertretung einstimmig verabschiedet Die größten Einnahmen Die Einnahmensituation hat sich im 2. Halbjahr 2010 beruhigt, sodass wir für 2011 wieder etwas optimistischer kalkulieren durften. Trotzdem ist die finanzielle Situation nach wie vor sensibel. Nun gilt es, die kommenden Monate genau zu beobachten und auch für 2012 wieder mit Bedacht an die Budgeterstellung heranzugehen. Finanzreferent Bgm. Christian Natter __________________________________________________________________________ Ertragsanteile des Bundes (- 1,32 % gegenüber 2009) 5.232.000,-- Euro __________________________________________________________________________ 5.126.000,-- Euro Kommunalsteuer unserer Firmen (+ 2,32 %) __________________________________________________________________________ 614.000,-- Euro Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung __________________________________________________________________________ 488.000,-- Euro Grundsteuern __________________________________________________________________________ 83.000,-- Euro Zinserträge __________________________________________________________________________ 132.000,-- Euro Erträge aus Beteiligungen __________________________________________________________________________ __________________________________________________________________________ 1.996.000,-- Euro für Sozialhilfe (+ 9,28 %) __________________________________________________________________________ 883.000,-- Euro Spitalskosten (+ 14,86 %) __________________________________________________________________________ 1.109.000,-- Euro Landesumlage (+ 2,95 %) __________________________________________________________________________ 152.000,-- Euro Landespflegegeld (+ 6,88 %) __________________________________________________________________________ 105.000,-- Euro Wohnbauförderung (- 4,62 %) __________________________________________________________________________ Beiträge an das Land Ausgaben für Personalkosten __________________________________________________________________________ 1.279.000,-- Euro Musikschule (inkl. Lauterach und Schwarzach) __________________________________________________________________________ 1.053.000,-- Euro Verwaltung / Rathaus inkl. Pensionen __________________________________________________________________________ 901.000,-- Euro Kindergärten __________________________________________________________________________ 383.000,-- Euro Bauhof __________________________________________________________________________ 310.000,-- Euro Schulwarte / Raumpflege __________________________________________________________________________ Verschuldung neuerlich gesenkt Trotz der immer noch angespannten Budgetsituation konnte die Gesamtverschuldung neuerlich gesenkt werden und lag am Jahresende bei 1,65 Mio. Euro. Die ProKopf-Verschuldung von 197,20 Euro ist eine der niedrigsten im Land Vorarlberg, der Landesdurchschnitt liegt bei ca. 1.800,-- Euro. Anforderungen an die Gemeinde nach wie vor im Steigen In vielen Bereichen sind es die Gemeinden, die zusätzliche Forderungen und Qualitätsverbesserungen wesentlich mitfinanzieren. So wachsen in unserer Gemeinde, wie auch in vielen anderen, die Ausgaben für Betreuung im Kinder- als auch im Sozialbereich jedes Jahr deutlich an. Der Trend wird in diese Richtung wohl auch anhalten. 6 Aus dem Rathaus Wie wär’s mit einem zünftigen Straßenfest? Zu viele Autos, zu viel Lärm, zu wenig Begegnung. Auch Nebenstraßen sind nicht mehr das, was sie einmal waren. Sackhüpfen, Kreidezeichnen, Radfängi, Ballspielen - ist das wirklich alles vorbei? Wenigstens für ein paar Stunden können Sie das Rad der Zeit zurückdrehen und die Straße in Ihrem Wohnviertel zu einem Ort der Begegnung, des Spielens und des gemeinsamen Feierns machen. Das Schönste daran - Sie erhalten bei der Organisation Unterstützung durch die Gemeinde Wolfurt und das Land Vorarlberg. Denn gelebte Nachbarschaft ist für unser aller Wohlbefinden wichtig. Das Land Vorarlberg Leistet über „Kinder in die Mitte“ (Karoline Diem, Tel.: 05574/511-24148) einen finanziellen Beitrag zum Gelingen Ihres Straßenfests: > Max. € 333,-- gibt es für die Miete von Kinderspielgeräten in der Spielothek, (www.spielothek-wolfurt.at) sowie für die Miete von Bankgarnituren, Zelten usw. > € 111.-- gibt es zusätzlich, wenn das Fest die Auszeichnung „ghörig feschta“ erhält und in diesem Sinne umgesetzt wird (Beratung durch Elke Klien, Tel.: 0664/400 64 34). Die Gemeinde Wolfurt sieht in diesen Straßenfesten einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung der Dorfgemeinschaft und hilft auf mehreren Ebenen: > Organisation einer Straßensperre (nur Nebenstraßen) für den Festzeitraum > Bereitstellung von Tischen und Bänken durch den Bauhof > Verleih von Mehrweggeschirr und Abfalleimern > Kostenlose Kopie von Einladungsblättern im Gemeindeamt Ihr Beitrag besteht darin, gemeinsam mit Ihren Nachbarn die Initiative zu setzen und das Fest auf die Beine zu stellen: > Organisation über Eigeninitiative der Straßengemeinschaft > Einbeziehung des Straßenraums als Fest- und Spielplatz > Kinder- und familienfreundliches Fest > Bewusstes (autofreies) Mobilitätsverhalten der Festteilnehmer Alteingesessene Nachbarn treffen sich zum gemütlichen Hock, neu Zugezogene können sich zwanglos integrieren, Kinder finden eine herrliche Spielgelegenheit – was also spricht dagegen, gemeinsam einen Anlauf zu nehmen? Informationen erhalten Sie bei Burkhard Hinteregger im Gemeindeamt Wolfurt. Telefon: 05574/6840-17 E-Mail: burkhard.hinteregger@wolfurt.at Elisabeth Fischer, Gemeinderätin für Soziales Miteinander Gemeindepanorama 7 Das Sternenareal - der Sternenplatz Ein Meilenstein im Ortsteilzentrum Strohdorf Am Freitag den 17. Juni 2011 konnte in Wolfurt ein neuer Ort der Begegnung eröffnet werden. 200 geladene Gäste nahmen an der Eröffnungsfeier im neuen Hotel teil und wurden durch die Küche des neuen Gasthauses Stern verwöhnt. Landesrat Mag. Karl-Heinz Rüdisser war einer der Ehrengäste der von der Moderatorin Dorothea Schertler begrüßt wurde. Bgm. Christian Natter und der Vertreter der Hotelinvestoren DI Bernd Winsauer ließen die Entstehungsgeschichte in einem Kurzinterview Revue passieren. Mit der Entscheidung, das Sternareal neu zu gestalten, setzte Wolfurt ein Zeichen aktiver Wirtschaftspolitik. Die Arch. Walser/Werle sehen die Überbauung als Neuinterpretation und Weiterentwicklung der gewachsenen räumlichen Strukturen Wolfurts. Die Zielsetzungen der Betreiber wurden kurz vorgestellt. Für die Sparkasse Bregenz durch Vorst. Dir. Mag. Martin Jäger, für das Sternen Hotel durch Dir. Richard Zünd, und für den Bauherrn des Gasthaus Stern deren Geschäftsführer Ferde Hammerer. 8 Gemeindepanorama Die Filiale der Sparkasse präsentiert sich zeitgemäß, innovativ und freundlich. Bei allen Planungsüberlegungen stand der Kunde im Mittelpunkt. Der Sparkasse Bregenz ist die Nähe zum Kunden sehr wichtig. Alle Entscheidungen können damit vor Ort und daher sehr individuell und schnell getroffen werden. Das Sternen Hotel will tolle Dienstleistungen und erstklassige Produkte - zu charmanten, attraktiven Preisen bieten - und Gastfreundschaft, die von Herzen kommt. Dir. Zünd baut daher auf sympathische, aufgeschlossene und engagierte Mitarbeiter, um den Gästen eine persönliche Bindung zum Haus und dessen Charakteren zu gewähren. Nachdem es der Gemeinde in vielen Jahren nicht gelungen war, einen Investor für den Gastronomiebetrieb zu finden der die Wünsche der Bevölkerung erfüllen konnte, ist die Immobiliengesellschaft unserer Marktgemeinde selbst als Bauherr aufgetreten. Mit den beiden innovativen, motivierten Pächtern Thomas Dellagiacoma und Sven Kaminski hat sie Wirte gefunden, die auf Grund ihrer Ausbildung und Karriere die Anforderungen erfüllen können. Endlich wird die Möglichkeit geboten, dass adäquate Räume für Hochzeiten, Familienfeiern oder Vereinsfeiern in einem Gastronomiebetrieb in Wolfurt angeboten werden können. Die Platzgestaltung um den Sternkomplex bietet in Zukunft eine ganz neue Qualität und wird damit ebenfalls wesentlich zur Belebung beitragen. In Summe waren sich alle Besucher des Abends klar: ein neuer Stern ist aufgegangen. Für die Errichtergemeinschaft, Ferde Hammerer Gemeindepanorama 9 Lenkungsteam v.l.n.r.: Durmus Yildiz, Dr. Eva Häfele, Maria Thaler, Elisabeth Fischer Integration als Herausforderung für alle Entwurf des Integrationskonzeptes 2011 der Öffentlichkeit vorgestellt Am 28. April 2011 war es so weit. Gemeinderätin Elisabeth Fischer als Vorsitzende des Sozialausschusses und Projektleiterin Maria Thaler luden in die Aula der Mittelschule Wolfurt ein, wo die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Projektgruppe „Integration“ den Entwurf der Öffentlichkeit präsentieren konnten. Viele Interessierte nahmen die Gelegenheit wahr und machten sich ein Bild über die erarbeiteten Handlungsfelder mit den begleitenden Umsetzungszielen und den geplanten konkreten Maßnahmen. Rege wurde in Kleingruppen diskutiert und die Anregungen aus der Bevölkerung anschließend in das Konzept eingearbeitet. Kernthemen waren Sprachförderung und Bildung die alle Lebensbereiche betreffen. Die Förderung soll so früh wie möglich beginnen, damit alle die gleichen Bildungschancen erhalten. Um das zu erreichen, bedarf es vor allem einer intensiven Elternarbeit. Es wurde auch die Erkenntnis gewonnen, dass ein friedliches Miteinander aller Wolfurterinnen und Wolfurter besonders gut gelingt, wenn eine gegenseitige Akzeptanz gegeben ist und die Begegnungen auf Augenhöhe stattfinden. Die Arbeit der Projektgruppe Integration wurde bestätigt In der darauf folgenden Gemeindevertretungssitzung wurde das Integrationskonzept angenommen. Besonders erfreulich ist der Umstand, dass sich alle Fraktionen darüber einig waren, dass die vielfältigen Maßnahmen zur besseren Integration das positive Lebensgefühl in Wolfurt weiter verstärken werden. Vorbereitung auf die Präsentation am 19. Juni beim „Fest der Begegnung“ Die Idee, das Integrationskonzept in Form von Schmetterlingen und verschiedenen Blumen, die aus Holz gefertigt sind, zu präsentieren, wurde unter der Leitung von Siegi Fink und einer engagierten Mal-Gruppe wirkungsvoll umgesetzt. 10 Gemeindepanorama Farbenfrohe Präsentation beim Fest der Begegnung Höhepunkt und vorläufiger Abschluss der intensiven Arbeit war die öffentliche Präsentation der Eckpfeiler des Konzepts beim Fest der Begegnung am 19. Juni. Gemeinderätin Elisabeth Fischer erklärte im Gespräch mit Moderator Martin Hartmann, wie in gemeinsamer Arbeit die Ideen und konkreten Aufträge entwickelt wurden. Maria Thaler und Jadranko Lesic führten anschließend durch die Präsentation der einzelnen Handlungsfelder und erklärten die verschiedenen Möglichkeiten der Umsetzung. Die bunten Blumen und Schmetterlinge (sie werden dem Ortsbild erhalten bleiben) sorgten für ein farbenfrohes Bühnenbild und eine einprägsame optische Umsetzung. Die dahinter steckende Idee, dass ein gegenseitiges Geben und Nehmen der Schlüssel zum Erfolg ist, wurde von Menschen unterschiedlicher Generationen und Nationen mit Begeisterung präsentiert. Allen Beteiligten ist aber klar, dass der Erfolg der Arbeit letztendlich davon abhängen wird, was von dem Konzept in den nächsten Monaten und Jahren umgesetzt werden kann und wie viele Menschen sich aktiv an diesem wichtigen Vorhaben beteiligen. Herzlichen Dank an alle, die engagiert mitgearbeitet haben. Vor allem danken wir Dr. Eva Häfele für die professionelle und freundschaftliche Prozessbegleitung. Elisabeth Fischer, Gemeinderätin für Soziales Miteinander Gemeindepanorama 11 Hurra - wir sprechen Deutsch Das Interesse an Orientierungskursen in deutscher Sprache ist ungebrochen. Frauen mit fünf verschiedenen Muttersprachen besuchten seit Herbst jeden Montagnachmittag einen Deutschkurs in der Volksschule Bütze. Oft finden diese Frauen dank ihrer Kinder den Weg zum Deutschkurs - etwa über den Vorkindergarten oder den Kindergarten. Dort werden sie von Bärbel Radl und Sandra Erath mit viel Sachkunde und Engagement betreut. Über erste kleine Erfolge wächst in der Regel schnell die Motivation, die deutsche Sprache besser zu erlernen. Der Schwerpunkt liegt im Einüben von alltäglichen Situationen, wie Besuch beim Kinderarzt oder Einkaufen. Heuer haben die Frauen den Kursnachmittag ins „Shanti“ verlegt und konnten dort das Erlernte sofort umsetzten. Dabei wurden sie von Andreas und Sonja zuvorkommend bedient. Damit sich die Frauen ganz auf den Kurs konzentrieren können, werden ihre Kleinsten im nahe gelegenen Kindergarten Bütze betreut. Die Kinder lernen von den Großen und haben so ganz selbstverständlich erste Berührungspunkte mit der deutschen Sprache. Da die Gemeinde Wolfurt und „Kinder in die Mitte“ die Kinderbetreuung finanziell unterstützen, ist eine Teilnahme für jede Frau leistbar. Dass daneben der Spaß nicht zu kurz kommt und viele wichtige Kontakte gepflegt werden können, macht die Deutschkurse doppelt wertvoll. Elisabeth Fischer, GR für Soziales Miteinander Wolfurter Jahrgang 1931 Am 5. April feierte der Wolfurter Jahrgang 1931 bei Jahrgänger Hermann Peter im Gasthof "Engel" dessen 80sten Geburtstag. Nach einer Gedenkandacht in der Pfarrkirche und Gräberbesuch von verstorbenen Jahrgängerinnen und Jahrgängern wurden im Gasthof “ Engel” bei Essen und Getränken alte Erlebnisse und Erinnerungen ausgetauscht. Unser Jahrgänger Siegfried Heim ließ in einer kurzen, launigen und besinnlichen Rede die vergangenen 80 Lebensjahre Revue passieren. Bürgermeister Natter übermittelte in seiner Ansprache an die Anwesenden Grüße und Glückwünsche der Gemeinde für den weiteren Lebensweg. Nach einigen Stunden gemütlichen Beisammenseins beendeten wir mit dem Wunsch eines baldigen gemeinsamen Ausfluges unser Fest. Remig Brauchle für den Jahrgang 1931 12 Gemeindepanorama Frauennetzwerk Regionensprecherinnen Hofsteig der Gemeinden: Schwarzach, Lauterach, Kennelbach, Hard, Höchst, Lustenau, Fussach und Wolfurt Regionensprecherinnen Laiblachtal der Gemeinden: Hörbranz, Lochau, Hohenweiler Gemeinsam mit den anderen Frauensprecherinnen der Gemeinden Vorarlbergs bilden wir das Frauennetzwerk-Vorarlberg. Als Netzwerk werden Informationen zu frauenrelevanten Themen ausgetauscht, Bildungsveranstaltungen organisiert und Kontakte zu anderen Vereinen oder beratenden Organisationen für Frauen hergestellt. Die Frauensprecherinnen sind alle ehrenamtlich tätig. Ziel ist die Gleichstellung von Mann und Frau Das Netzwerk bietet die Möglichkeit zu persönlichen und beruflichen Verbesserungen von Frauen. Durch das Netzwerk können Frauen rascher und oft auch unbürokratischer zu Hilfestellungen und Informationen kommen. Wichtig ist auch die Vernetzung von Frauen. Wir organisieren Sprechtage und Vorträge und hoffen, dass wir mit unserem Engagement einen guten Beitrag für die Gleichstellung leisten. Im Rahmen der 39. Sitzung der FS-Hofsteig und FS-Leiblachtal wurden die Regionensprecherinnen Maria Claessens und Ruth Loitz verabschiedet. Ihr Engagement über 10 Jahre hinterlässt ein gut funktionierendes Netzwerk. Im Sommer findet noch im Rahmen der Regionensitzung eine Verabschiedung mit Monika Lindermayr statt. Nächster FEMAIL-Sprechtag in Wolfurt: Montag 3. Oktober 2011, 16:00 - 18:00 Uhr, Rathaus Wolfurt Kontakt: In einem persönlichen, vertraulichen Gespräch erhalten Sie Informationen zu Ihren Fragen und Unterstützung bei der Klärung und Bearbeitung Ihrer Anliegen. FEMAIL nimmt sich neben Arbeitssuche und Wiedereinstieg auch um Anliegen wie Bildung, Schwangerschaft und Karenz, Ehe bzw. Lebensgemeinschaft, Trennung und Scheidung, Kinder, Pension sowie Einkommen und Beihilfen an. Das Beratungsangebot ist kostenlos und anonym. Yvonne Böhler Bucher Straße 55 Wolfurt Tel. 0664-73822893 E-Mail: yb@aon.at Gemeindepanorama 13 6 Jahre Sprachencafé Wolfurt Monatlich, jeweils am 1. Dienstag, treffen sich Sprachinteressierte um 19:00 Uhr im Alten Schwanen und perfektionieren ihre Sprachkenntnisse. An verschiedenen Tischen sitzen jeweils ein bis zwei Muttersprachler, die die Tischgespräche begleiten und Anregungen bzw. Hilfeleistung bei fehlenden Vokabeln bieten. Gesprochen wird über Gott und die Welt, über Urlaub und Landessitten, über die Arbeit oder das Essen. Angebotene Sprachen sind Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Deutsch. Von Hausfrauen bis zu Lehrpersonen, von Monteuren über Sekretärinnen bis zu Geschäftsleuten spannt sich der Bogen der Interessierten. Das Sprachencafé wird seit Beginn von Karina Gmeiner organisiert. Für Informationen ist sie unter der Tel. 0699 116 99 621 erreichbar. 5 Gemeinden - ein Fluss: Schülerinnen entwickeln Logo-Ideen Schülerinnen der Kreativklasse des BORG Lauterach haben sich mit Hintergründen und Aktivitäten des Kooperationsprojektes "5 Gemeinden - ein Fluss" auseinandergesetzt. Gemeinsam mit ihrem Professor, Herrn Erik Schneider, entwickelten sie in der Freizeit(!) Entwürfe für ein Logo dafür. Das Ergebnis hat die VertreterInnen von Bregenz, Hard, Kennelbach, Lauterach und Wolfurt und des Landes bei der Präsentation am 5. Mai im neuen Rathaus Lauterach auf Anhieb überzeugt: Eine der Arbeiten wird im Detail ausgearbeitet und in Zukunft den Wert des regionalen Freizeit- und Erholungsraums an der Bregenzerach auf vielen Wegen weitertragen. Vizebgm. Angelika Moosbrugger 14 Gemeindepanorama „Ein guter Tag“ - der neue 360-Kalender ist da! Der neue 360-Kalender ist ab sofort erhältlich Der 360-Kalender ist seit Jahren ein begehrter und nützlicher Begleiter der Vorarlberger Jugendlichen durch ihr Schuljahr/Lehrjahr. Heuer erscheint der Kalender im neuen Look erstmals zum Schulschluss 2011. Der praktische Planer für 2011/2012 steht ganz unter dem Zeichen der CO2-Kampagne „Ein guter Tag hat 100 Punkte“. Dafür wurde der CO2-Ausstoß für alltägliche Tätigkeiten in Punkte umgerechnet. Im Sinne eines umweltverträglichen Verhaltens sollte jeder Mensch nicht mehr als 100 Punkte pro Tag verbrauchen. Die bewusstseinsfördernde Kampagne veröffentlicht unter www.eingutertag.org Produkte und Handlungen mitsamt den Punkten, die für den CO2-Ausstoß stehen. In einer großen Mitmachaktion kann der CO2-Verbrauch der VorarlbergerInnen mittels Aufklebern im öffentlichen Raum sichtbar gemacht werden. Klima-Gewinnspiel Zeitgleich mit dem Erscheinen des Jugend-Kalenders startet das 360-Gewinnspiel „Klimaschonend durch den Tag!“. Alle Infos dazu sind im 360-Kalender und auf www.360card.at. Bis zum 11. Juli können Jugendliche einen Elektro-Scooter im Wert von € 3.500,-- gewinnen. Der neue 360-Kalender liegt ab sofort im Gemeindeamt, so wie im aha Dornbirn, Bregenz und Bludenz, in Schulen und Jugendzentren auf. 360-Vorarlberger Jugendkarte 6850 Dornbirn, Poststraße 1 Tel.: 05572-372995, Fax 05572-52212-12 office@360card.at, www.360card.at Gemeindepanorama 15 Fahrradwettbewerb 2011 Wolfurt macht mit! Jeder kann mitmachen und gewinnen! Fahrradfahren ist in unserer Gemeinde eine beliebte Freizeitaktivität. Mindestens ebenso gut eignet sich das Fahrrad aber auch als Alltagsverkehrsmittel. Fast die Hälfte aller Autofahrten ist kürzer als 5 km - also Fahrten, die man vielfach gut mit dem Fahrrad zurücklegen könnte. Hievon profitiert nicht nur die Umwelt und wir somit an Lebensqualität, sondern wir stärken und sichern somit unsere Nahversorgung im Ort! Der Fahrradwettbewerb will deshalb Lust machen, sich nun im Sommer nicht nur in der Freizeit, sondern auch bei Alltagswegen verstärkt aufs Fahrrad zu setzen. Der landesweite Fahrradwettbewerb ist nicht auf sportliche Höchstleistungen ausgelegt. Alle Teilnehmer, die bis Mitte September mehr als 100 Kilometer sammeln, nehmen an der Verlosung attraktiver Preise teil. Mitmachen kann jeder, der ein Fahrrad hat! Alle weiteren Informationen gibt`s im Internet unter www.fahrradwettbewerb.at oder direkt im Gemeindeamt. Danke für Landschaftsreinigung Wie alljährlich im Frühjahr fand kürzlich die jährliche Landschaftsreinigung statt. Es haben sich wieder zahlreiche Ortsvereine daran beteiligt, aber auch ganze Familien und viele Einzelpersonen. Obwohl das Umweltbewusstsein insgesamt doch sehr gut ist, gibt es leider immer wieder Mensch