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Montafoner_Muse...10_In 01.10.2010 17.12.2012, 08:04 Information montafoner montafoner museen museen 100 Jahre Hochwasser 1910 5 100 Jahre Hochwasser 1910 Liebe Freunde der Montafoner Museen! Liebe Freunde des Heimatschutzvereins! Das Montafon verfügt über eine Kulturlandschaft, die im gesamten Alpenraum ihresgleichen sucht. Auf überschaubarem Gebiet reihen sich kulturgeschichtliche Besonderheiten, die einen Zeitraum von mehreren Jahrtausenden umfassen. Der Monat September steht ganz im Zeichen dieser Kulturlandschaft Montafon und ihrer Geschichte. Historische Wege, Gebäude, Handwerkstechniken, Bewirtschaftungsformen ... das alles wollen wir Ihnen, geschätzte Mitglieder, in diesem Monat präsentieren. Das Verharren in der Vergangenheit ist nicht das Ziel, wie Sie dabei auch immer wieder bemerken werden, das Erhalten einer historischen Situation ist in vielen Fällen gar nicht möglich. Die Vermittlung all dieser Themen gelingt nur, wenn wir Menschen mit spezieller Kenntnis und Herz für das Montafon und seine Geschichte mit auf den Weg schicken. Wir wünschen allen Interessierten spannende Begegnungen und tiefe Einblicke. Andreas Rudigier (Obmann) Montafoner Museumsherbst im Zeichen der Kulturlandschaft An- und Abreisezeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln finden Sie unter www.vmobil.at. 1 2010 5 montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 veranstaltung 2010 Galgenul (ViaValtellina) Donnerstag, 9. Sept. 2010, 14-17 Uhr Besichtigungsmöglichkeit beim Trockenmauerkurs an der ViaValtellina Zum vierten Mal wird unter der Leitung des Trockenmauerexperten Martin Lutz (siehe seinen Beitrag im Jahresbericht der Montafoner Museen 2009) die Trockenmauer an der ViaValtellina saniert und im Rahmen dessen die wichtigsten Kenntnisse des alten Handwerks weiter gegeben. Nutzen Sie an diesem Nachmittag die Möglichkeit, den KursteilnehmerInnen bei der Arbeit zuzusehen. Raggal und Fontanella (Treffpunkt Bahnhof Schruns) Donnerstag, 9. Sept. 2010, 18 Uhr Walser Herbst: „Bilder vom Reisen“, „Fremde im Zimmer“, Wiener Kaffeehaus und das heißeste Projekt im Kochzelt (Ein Ausflug zu den Nachbarn) 2 Der Walser Herbst wartet mit zwei Sonderausstellungen auf, die wir an diesem Abend besuchen wollen. Im aufgelassenen Sparmarkt in Raggal präsentiert der Fotograf Nikolaus Walter Bilder vom Reisen. Der Schriftsteller Martin Prinz („Über die Alpen“) schreibt zu Nikolaus Walter: „Eine Frau am Strand. Über ihr die Sonne, vor ihr das Meer. ‚Sehnsucht‘ – kein Wort erzahlt mehr vom Reisen. Und doch scheint das Wort gerade dort am verlässlichsten ins Leere zu fuhren, wo die ersehnte Weite greifbar nah geworden ist. Das gegen die brennende Sonne über den Kopf geworfene Kleid, dichtgedrängte Hotelblocks an Urlaubsküsten, eine Schafherde am Kreisverkehr oder ein im Kofferraum seines Reisebusses sich ausschlafender Fahrer: Nikolaus Walters Bilder vom Reisen suchen jene Augenblicke, in denen sich die Versprechungen der großen weiten Welt gerade im Naheliegenden so unbeirrbar brechen, da sie dem Geheimnis von Sehnsucht auf der Spur sind.“ Veranstaltungen „Fremde im Zimmer – Erinnerungsräume“ ist eine Ausstellung, die im früheren Hotel Post in Fontanella gezeigt wird. Ein Alpenhotel in bester Lage bietet Raum für eine besondere Ausstellung. Erinnerungsstücke enthüllen den BesucherInnen sanft, aber doch unweigerlich die Realität florierender Zeiten der jüngeren Vergangenheit in einer aufstrebenden Fremdenverkehrsregion. Der Walserherbst beweist, dass das Wiener Kaffeehaus auch zum Kulturexportartikel taugt. Auf dem Dorfplatz von Fontanella beherbergt ein Pyramidenzelt wahrend des gesamten Walserherbst ein stimmig inszeniertes Cafe, in dem Melange und Mehlspeisen das Verweilen versüßen. Nationale und internationale Zeitungen und Magazine warten auf Leserschaft, Buchgespräche und Diskussionen laden zum Gedankenaustausch. Fallweise erklingt Pianomusik, ab und zu auch die Stimme einer Wiener „Dudlerin“. Als temporären Ort der Gastfreundschaft stellt der Walserherbst mitten in Raggal ein Pyramidenzelt mit Holzherd auf. An diesem kochen Walser Frauen und Männer einfache und ungewöhnliche Speisen, spezielle Gaste wiederum ihre Spezialitäten. Die Küche mit Holzherd wird zum abendlichen Versammlungs-, und Gesprächsort für Einheimische wie für FestivalbesucherInnen. Es wird gegessen, musiziert, erzahlt und philosophiert. Das Kochprojekt am Holzherd besticht hauptsächlich durch die Einfachheit und Seltenheit der gekochten Speisen. Anmeldung im Heimatmuseum bis Mittwoch, 8. September 2010 (12 Uhr), notwendig. montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 5 Bartholomäberg, Altes Frühmesshaus Dienstag, 14. September 2010, 19 Uhr „Jahre der Heimsuchung“ im wachsenden Museum (Lesung und Führung mit Andreas Rudigier) Im Juli ist der zwölfte Sonderband der Montafoner Schriftenreihe erschienen, der sich dem Sonderausstellungsthema der Montafoner Museen 2010 widmet (siehe die Info in diesem Infoblatt). An diesem Abend wird das Buch und der Bartholomäberger Teil der Sonderausstellung gezeigt. Und nicht nur das: Das Museum in Bartholomäberg ist vor einem Jahr mit dem Anspruch entstanden, langsam zu wachsen. Vor Jahresfrist wurde das Haus so gezeigt, wie die letzten BewohnerInnen es verlassen hatten – nun sind einige Maßnahmen gesetzt worden, die das Haus als Museum schon besser erkennen lassen ... und es haben herausragende Objekte regionaler Volkskunde Einzug in das Haus gehalten. 3 2010 5 montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 Veranstaltungen Tschagguns, Alpe Spora und Lindauer Hütte Donnerstag, 16. Sept. 2010, 17 u. 19 Uhr 2010 Treffpunkt Parkplatz Latschau Mittwoch, 15. September 2010, 9 Uhr „Schragazuseminar“ – Wie wird ein Schragenzaun gebaut? (eintägiger Kurs mit Friedrich Juen) 17 Uhr (Alpe Spora): Die „Schlacht auf der Alpe Spora“ – eine archäologische Spurensuche (Lokalaugenschein mit Univ.-Prof. Dr. Harald Stadler und Mag. Christoph Walser) Bei den Bündner Nachbarn gibt es einen Verein zur Erhaltung der „Graggenzäune“, hier gibt es einen Spezialisten genau für dieses Thema der bei uns „Schragazü“ oder „Scheiazü“ genannten Zäune: Friedrich Juen wird an diesem Tag Interessierten das Handwerk des Zäunemachens zeigen und die Interessierten auch mitarbeiten lassen. Juen führt in das Handwerk ein, zeigt die Herstellung von „Stäcka“ und „Scheia“ und schließlich die Errichtung des Zaunes. Zu den schwierigsten Details zählt die Gestaltung des „Schlosses“, der verbindende Abschluss des Zaunes. Anmeldung beim Heimatmuseum bis Montag, 13. September 2010 notwendig; Kosten pro TeilnehmerIn 25 Euro, Mitglieder des Heimatschutzvereins bezahlen 20 Euro. Für Verpflegung wird gesorgt. Manfred Tschaikner hatte mit seinem Beitrag im Jahresbericht der Montafoner Museen 2008 darauf aufmerksam gemacht. Der Bludenzer Vogteiverwalter David Pappus bereiste 1610 den Großteil der Grenzen der Herrschaften Bludenz und Sonnenberg. Die Aufzeichnungen darüber stellen eine wichtige landeskundliche Quelle dar, die auch Gegenstand des nachfolgenden Referats von Tschaikner darstellen. David Pappus berichtet auch von einem grausamen Gemetzel, das 1499 im so genannten Schweizerkrieg auf der Alpe Spora stattgefunden haben soll. Die Montafoner sollen in einem weiten Ried bei der Alpe 130 einfallende Prättigauer erschlagen haben. Als Beweise dafür galten ihm die Totenköpfe und militärischen Ausrüstungsgegenstände, die man dort noch 4 Veranstaltungen zu Beginn des 17. Jahrhunderts finden konnte. Das Projekt der Universität Innsbruck begibt sich nun auf Spurensuche, und wir laden Sie ein, sich ein Bild der Situation auf der Alpe Spora zu machen. montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 5 19 Uhr (Lindauer Hütte): Das Montafon wird selbstständig – eine Episode der Talgeschichte im 17. Jahrhundert (Vortrag von Univ.-Doz. Dr. Manfred Tschaikner) das Montafon de facto selbstständig. Um diesem Zustand ein Ende zu setzen, gestand man dem Tal 1613 wenigstens provisorisch ein eigenes Gericht zu, das aber nicht den Erwartungen entsprach. Als man es vier Jahre später wieder abschaffte, wurden die Hofjünger wie ehedem der Bludenzer Gerichtsbarkeit unterstellt. Dabei verblieb es dann für mehr als anderthalb Jahrhunderte. Der Traum vom unabhängigen Montafon hatte nur kurz gewährt. Hinweis: Sie können gerne ins Gauertal wandern, aber: Um 16.30, 17.30 und 18.30 Uhr fährt jeweils ein Bus von der Gemeinde Tschagguns (Parkplatz Altes Gemeindeamt) – die Rückreise ist ebenfalls mit dem Bus möglich. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts spitzten sich schon lange währende Konflikte der Montafoner mit der Stadt Bludenz extrem zu. Die Hofjünger verlangten nicht nur einen eigenen Viehmarkt und eine Änderung der Besteuerung, sondern vor allem ein eigenes Gericht. 1607 erhielten sie entsprechende Zusagen des Landesfürsten in Innsbruck, deren Umsetzung aber von den Bludenzern erfolgreich hintertrieben wurde. Daraufhin machte sich Latschau Freitag, 17. September 2010, 14-18 Uhr Alte Säge „Müllis Ferdi“ Die alte Säge am Rasafeibach in Latschau ist nach dem Flurnamen „Mülli“ (die Mülli erinnert an die bis ins 20. Jahrhundert in der Nähe betriebene Getreidemühle) und dem früheren Besitzer Ferdinand Loretz benannt. Die Familie Loretz erwarb 1849 die seit dem 18. Jahrhundert betriebene Säge von den Geschwistern Gavanesch. Der heutige Zustand entspricht im Wesentlichen dem von 1907. Damals erfolgte der Umbau zu einem so genannten Venezianergatter aus Teilen einer Säge in Frastanz. Im gemauerten Untergeschoss befindet sich das oberschlächtige hölzerne Wasserrad (Durchschnitt 4,1 m), welches in der Radstube die Transmission antreibt. Diese sorgen über zwei exzentrische Schwung5 2010 5 montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 Veranstaltungen 2010 räder und die Stelzen für die Auf- und Abbewegungen des Venezianergatters, einem einfachen senkrechten Sägeblatt mit automatischem Vorschub. Über eine Handwinde werden die Baumstämme seitlich auf den Blochwagen geholt. Die Säge ist voll funktionstüchtig und wird museal im Rahmen des Aqua-Wanderweges Tschagguns betrieben. Gebäude einerseits zu erhalten und andererseits moderne Wohnansprüche entsprechend zu berücksichtigen. Der Architekt wird an diesem Nachmittag anwesend sein und gerne Fragen im Umgang mit historischer Bausubstanz beantworten. Vandans, Agathweg 9 (Zufahrt über Obere Venserstraße) Montag, 20. Sept. 2010, 14-18 Uhr St. Gallenkirch, Sponaweg 39 (Tschuga-Hus) Dienstag, 21. Sept. 2010, 14-18 Uhr Ein historisches Gebäude in neuem Gewand (Besichtigungsmöglichkeit) Das etwa 300 Jahre alte Montafoner Bauernhaus wurde 2005/06 nach Plänen von Architekt Mag. Paul Köck material- und stilgerecht renoviert und umgebaut. Dieser Nachmittag bietet Gelegenheit, das heute als Zweitwohnsitz genutzte Haus zu besichtigen. Durch den Ausbau des Schopfes entstanden ein großzügiger, heller Essraum und ein geräumiges Bad. Ziel war es, ein historisches 6 Ein historisches Gebäude in neuem Gewand (Besichtigungsmöglichkeit) Das Gebäude ist ein giebelständiges Eckflurhaus und dürfte Teil einer etwa 450-jährigen Paarhofanlage im Dauersiedlungsraum St. Gallenkirch sein. Die ältesten Teile des Gebäudes datieren in die Zeit von 1398/99 (damals dürfte das Haus etwa 9,4 mal 10,7 m im Längsrechteck gemessen haben), der jüngste größere Umbau stammt aus dem Jahr 1723, wie auch aus der Inschrift im Giebelfeld deutlich wird. Veranstaltungen montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 5 Der Bauforscher und Dendrochronologe Klaus Pfeifer wird an diesem Nachmittag anwesend sein. Mittwoch, 22. Sept. 2010, 13 Uhr Treffpunkt Bartholomäberg, Parkplatz bei der Kirche Donnerstag, 23. Sept. 2010, 8.30 Uhr Treffpunkt Gargellen (Kirche) Die ehemalige Dauersiedlung Valleu: Wandel(n) in der Montafoner Kulturlandschaft 3 ExpertInnen im Bereich heimische Kulturlandschaft führen sie durch verschiedene Gebiete des Montafons und vermitteln ihnen an konkreten Beispielen die Eigenheiten, den Wandel und die einzigartige Schönheit der uralten Kulturlandschaften, die dieser Talschaft ihren besonderen, teils widersprüchlichen Charakter geben. Das Ziel der Wanderung ist Valleu – eine ehemalige, hoch gelegene Dauersiedlung in Bartholomäberg mit einer sehr bewegten Geschichte. Auf dem Weg dort hin passieren wir verschiedene Stationen, die eindrücklich den Wandel im Umgang mit der Kulturlandschaft und die daraus resultierenden Gegebenheiten widerspiegeln. Es begleiten und führen sie Peter Strasser und Marion Ebster (Kulturlandschaftsinventar Montafon) sowie Roland Blum (Landwirtschaftskammer Vorarlberg). Erstere informieren sie über 7 Die Rüti oberhalb von Gargellen (Führung mit Friedrich Juen und Martin Herburger) Das Bergkirchlein zur hl. Magdalena in Gargellen ist Ausgangspunkt einer kleinen Wanderung, die durch den Waldweg entlang des „Gargellener Fensters“ auf das kleine Anwesen Rüti führt (nicht zu verwechseln mit Rüti im Gargellental). Hier befinden sich noch vier Gebäude, die im Kern ins 15. Jahrhundert zurückreichen. Der Bewirtschafter Martin Herburger erzählt von früher und von dem, was er heute macht. Letzteres lässt sich auch verkosten! Gutes Schuhwerk erforderlich, Gesamtdauer etwa drei Stunden. Die Veranstaltung kostet pro Person 15 Euro (Jause inbegriffen), Mitglieder des Heimatschutzvereins bezahlen 10 Euro. 2010 5 montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 Veranstaltungen 2010 prägnante Veränderungen der Montafoner Kulturlandschaft auf den Stationen dieses Weges, während Herr Blum ganz konkret auf eine tierische Besonderheit des Montafons eingeht: das Montafoner Steinschaft, welches von ihm auf Valleu gehalten wird und auf seine eigene Weise zum Erhalt der dortigen Landschaft beiträgt. Der Weg führt von Bartolomäberg/Zentrum über Rellseck und das Schattamaisäß nach Valleu und wieder zurück. Die Wanderung führt durch steiles Gebiet und sollte nur mit festen Wanderschuhen unternommen werden. Die Dauer der Wanderung beträgt ca. 6 Stunden (inkl. Pausen), Verpflegung ist selbst mitzubringen. Die Wanderung findet nur bei guter Witterung statt. Treffpunkt Parkplatz Aquarena (St. Gallenkirch) Freitag, 24. September 2010, 14 Uhr Im Mittelpunkt dieser Wanderung steht die so genannte „Gavatzen-Mühle“, die sich am Unterlauf des Suggadinbachs befindet und eines der letzten bekannten Mühlengebäude im Montafon ist, dessen Mauern noch weitgehend erhalten geblieben sind. Darüber hinaus sind noch Teile der zum Ensemble gehörenden Infrastruktur erhalten, wie der Mühlstein oder die Reste des Wellbaumes. Durch die Errichtung der Suggadinbach-Verbauung sind die Reste des historischen Gebäudes bedauerlicherweise gefährdet. Dank der freundlichen Unterstützung der Wildbach- und Lawinenverbauung/Gebietsbauleitung Bludenz konnte die Mühlenruine im August Firma CONTEXT OG (Ranggen) nach archäologischbauhistorischen Kriterien dokumentiert werden. Die Mühle war eines der vielen Opfer des Jahrhunderthochwassers von 1910, das Gegenstand dieser nachmittäglichen Wanderung ist. Gutes Schuhwerk ist erforderlich. Die Veranstaltung ist frei zugänglich. Das Hochwasser von 1910 und seine Folgen (Wanderung mit Friedrich Juen und Mag. Christoph Walser) 8 Veranstaltungen Bartholomäberg, Mehrzweckgebäude Samstag, 25. Sept. 2010, 14-18 Uhr montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 5 12. Interregionale Alpgespräche: Die Inventarisierung der Kulturlandschaft Die Interregionalen Alpgespräche sind eine Initiative des Alpmuseum „Uf m Tannberg“ (Batzenalpe bei Schröcken), die sich jährlich mit kulturgeschichtlichen Themen rund um das Thema des Alpmuseums beschäftigen. Der Großteil der Veranstaltungen fand bislang in Schröcken statt, in den vergangenen Jahren wurden zunehmend aber auch neue Tagungsorte gesucht, wie etwa die verlassene Walsersiedlung Guscha (oberhalb von Maienfeld, CH), die seit den 1970er Jahren von einer privaten Gruppe hinsichtlich ihrer Erhaltung betreut wird. Das Thema der heurigen Tagung sind Kulturlandschaftsinventare, die allerorten entstehen und zur Sicherung des Wissens über das materielle und immaterielle Erbe dienen. Die Wahrnehmung, Inventarisierung, Erforschung und Neunutzung der bergbäuerlich geprägten Kulturlandschaft des Alpenraums stehen im Mittelpunkt. ReferentInnen in Bartholomäberg werden sein: Marion Ebster/Peter Strasser vom Stand Montafon (über das Kulturlandschaftsinventar Montafon), Roland Blum von der Landwirtschaftskammer Vorarlberg (über die Steinschafzucht und damit die angewandte Kulturlandschaftserhaltung), Klaus Pfeifer aus dem Bregenzerwald (über seine dendrochronologische Kulturgüterdatenbank), Thomas Reitmaier von der Universität Zürich (über das archäologische Forschungsprojekt zur Silvretta), Hanspeter Schneider von der ViaStoria/Universität Bern (über das Inventar der Schweizer Verkehrswege), Hans-Peter Meier vom Institut cultur prospectiv in Zürich (über das von ihm kuratierte Ausstellungsprojekt zum „nicht mehr gebrauchten Stall“, das derzeit im Gelben Haus in Flims zu sehen ist), Karl Wiesauer von der Tiroler Landesregierung (über den Tiroler Kunstkataster), Leo Walser vom Heimatschutzverein Montafon (über die Förderungsmöglichkeiten zur Erhaltung von kulturgeschichtlich speziellen Objekten in Vorarlberg). Anmeldung im Heimatmuseum bis Mittwoch, 22. September 2010, notwendig. Die Veranstaltung ist frei zugänglich. Treffpunkt Kristbergbahn Talstation Sonntag, 26. Sept. 2010, 9 Uhr Küngs Maisäß (Wanderung mit Dr. Leo Walser) Der Küngs Maisäß in Bartholomäberg stellt ein bemerkenswertes Zeugnis Montafoner Maisäßwirtschaft auf 1500 m Höhe dar. Er besteht aus sechs eingeschossigen Gebäuden: der Alp- oder Gemeinschaftshütte sowie zwei weiteren Maisäßhütten und drei Stallgebäu9 2010 5 montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 Veranstaltungen 2010 den, welche aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammen, in Blockbauweise errichtet wurden und mit Holzschindeln gedeckt sind. Seit dem 16. Jahrhundert wird dieses Gebiet in unterschiedlicher Weise bewirtschaftet. In einer eindrucksvollen Wanderung erfahren Sie Wissenswertes über die Nutzung des Maisäß sowie über die Restaurierungsarbeiten im Zuge der Unterschutzstellung. Der Weg vom Kristberg bis zum Küngs Maisäß dauert etwa 1,5 Stunden; gutes Schuhwerk erforderlich, Kosten für die Kristbergbahn berücksichtigen; die Veranstaltung findet nur bei guter Witterung statt – Anmeldung im Heimatmuseum notwendig. Gaschurn, Tanzlaube (Denkmaltag 2010) Sonntag, 26. Sept. 2010, 10-15 Uhr Die Tanzlaube in Gaschurn Die Tanzlaube von Gaschurn wurde letztmalig vermutlich kurz nach dem Kirchenneubau im Jahr 1876 über einem massiven Steinunterbau errichtet. Mit einem offenen Dachstuhl auf Holzpfosten kann sie als Erweiterung des Kirchplatzes gesehen werden. Noch heute ist der gedeckte Platz ein zentraler Ort der Kommunikation in der Gemeinde, an dem man unter anderem auch ausgiebig feiert. 10-13.30 Uhr: „Feiern wie früher“ beim Frühschoppen des Patroziniumsfestes im Festzelt mit Musik, Speis und Trank 14.30 Uhr: Geschichten zum Denkmal für Alt und Jung 10 Veranstaltungen Jahre der Heimsuchung. Historische Erzählbilder von Zerstörung und Not im Montafon: Ausstellungen in den Montafoner Museen und Begleitbuch Vor genau hundert Jahren wurde das Montafon von einer schrecklichen Naturkatastrophe heimgesucht. Rasche Schneeschmelze und Dauerregen verwandelten Rinnsale und Bäche zu reißenden Flüssen. Die verheerende Folge war ein Jahrhunderthochwasser mit extremen Vermurungen in mehren Orten des Tales. Das Katastrophenszenario ist uns nicht nur eindrücklich wegen der massiven Reaktionen in Erinnerung. Diese reichten bis zu Aussiedlungsplänen des am schlimmsten betroffenen Dorfes Vandans. Zudem kam bei dieser Katastrophe erstmals das Medium Fotografie sehr umfassend zum Einsatz. Somit konnte der Nachwelt das Bild der Verwüstungen deutlicher erhalten werden als jemals zuvor. Die Ausstellungen in allen vier Montafoner Museen und das vorliegende Begleitbuch spüren, in Erinnerung an dieses Hochwasser vor 100 Jahren, auch montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 5 anderen Katastrophenereignissen im Montafon nach. Dies geschieht in den vier Montafoner Museen allerdings auf unterschiedliche Weise und zu unterschiedlichen Themen. Der Bogen spannt sich von mehreren Lawinenkatastrophen über das Hungerjahr 1817 bis zu den jüngsten Muren- und Hochwasserereignissen. Das Buch und die vier Ausstellungen dokumentieren die Katastrophen selbst, aber auch deren Folgen für Mensch und Natur. Nicht zuletzt gilt das Interesse den vielfältigen Versuchen, solche „Schicksalsschläge“ zu verhindern: Im religiösen Leben, im Aberglauben – und letztlich durch ein wachsendes Bemühen, sich real abzusichern. Mit Beiträgen von Helmut Aschauer, Klaus Beitl, Edith Hessenberger, Friedrich Juen und Michael Kasper. 11 2010 5 montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 Informationen 2010 Heimatschutzverein Montafon • Montafoner Museen • Montafon Archiv Montafoner Heimatmuseum, Kirchplatz 15, 6780 Schruns T 05556/74723, F 05556/74723-24 E museen@montafon.at, I www.stand-montafon.at/kultur Bankverbindungen: Raiba Montafon, BLZ 37468, Kontonr. 302.547 Sparkasse Schruns, BLZ 20607, Kontonr. 0100-065333 Öffnungszeiten (Sommer 2010): Montafoner Heimatmuseum Schruns: Dienstag bis Samstag, 10-18 Uhr Grafik-Design Frei, Götzis Montafoner Tourismusmuseum Gaschurn: Dienstag bis Samstag, 15-18 Uhr Montafoner Bergbaumuseum Silbertal: Altes Frühmesshaus Bartholomäberg: Dienstag bis Samstag, 15-18 Uhr Dienstag bis Samstag, 15-18 Uhr Mitglieder des Heimatschutzvereins Montafon haben folgende Vorteile: • • • • • Freier Eintritt in alle Montafoner Museen Infos und freier Eintritt zu den Veranstaltungen des Vereins (Vorträge, Exkursionen, Lesungen) Deutlich reduzierter Bezugspreis für die Montafoner Schriftenreihe Kostenlose Inanspruchnahme des Montafon Archivs und der Bibliothek Kostenlose Inanspruchnahme des Services der Außenstelle der Vorarlberger Landesbibliothek Mit der Bezahlung des Mitgliedsbeitrages von € 20,- unterstützen Sie die Arbeit des Vereines und der Museen! ✃ Ja, ich möchte diese Vorteile nützen und werde Mitglied des Heimatschutzvereins Montafon. Vorname: ✃ Österr. Post AG Info.Mail Entgelt bezahlt Familienname: Straße/Hnr.: Postleitzahl/Ort: Telefonnummer: E-mail: 12
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Montafoner_Muse...09_In 01.10.2009 17.12.2012, 08:09 Information montafoner montafoner museen museen 125 Jahre AV Bezirk Montafon 5 125 Jahre AV Bezirk Montafon Liebe Freunde der Montafoner Museen! Liebe Freunde des Heimatschutzvereins! Die vorliegende Ausgabe der Mitgliederinformationen möchte sie auf eine Reihe von Veranstaltungen in den und außerhalb der Montafoner Museen, auf die vier Ausstellungen zum gleichen Thema, auf kulturlandschaftliche Besonderheiten des Montafons sowie auf die neuesten Publikationen des Heimatschutzvereins aufmerksam machen. Die Montafoner Museen wünschen allen Mitgliedern des Heimatschutzvereins und Interessierten einen schönen Sommer mit viel Muße für die Montafoner Museen und die Montafoner Kulturlandschaft! Andreas Rudigier (Obmann) 1 2009 5 montafoner museen 125 Jahre AV Bezirk Montafon Veranstaltungen bilder“ im Montafoner Heimatmuseum ins Vorarlberger Landesmuseum, wo am späten Vormittag ein Rundgang durch die Ausstellung „Auf den Spuren der Römer“ auf dem Programm steht. Nach dem Mittagessen folgt dann der Höhepunkt der Exkursion mit dem Besuch der großen Sommerausstellung „Schnee. Rohstoff der Kunst“. Anmeldung bis Freitag, 24. Juli, im Heimatmuseum (Anrufe bitte während der Öffnungszeiten Dienstag-Samstag, 10-18 Uhr), Kosten: Bus und Eintritt (sowie Mittagessen), Rückkehr gegen 18 Uhr – Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Interessensgemeinschaft Bildende Kunst 2009 Donnerstag, 30. Juli 2009, 9 Uhr Treffpunkt: Montafoner Heimatmuseum Schruns Berge – Römer – Schnee, Exkursion ins Vorarlberger Landesmuseum (mit Dr. Andreas Rudigier) Die Berge sind im Sommer 2009 nicht nur das Hauptthema der Ausstellungen in den Montafoner Museen, sondern auch in anderen Häusern des Landes und darüber hinaus. Wir wollen den Mitgliedern der Montafoner Museen das Angebot machen, alle diese Ausstellungen anzusehen. Die erste Exkursion führt nach einem Blick in die Ausstellung „Berg- Samstag, 1. August 2009, 9 Uhr/10 Uhr Treffpunkte: Vorarlberger Landesmuseum Bregenz, 9 Uhr; Montafoner Heimatmuseum Schruns, kurz vor 10 Uhr Vom Bodensee zum Gletschereis. Der Berg in Bildern und Geschichten, einst und jetzt (Exkursion mit Dr. Andreas Rudigier und Bruno Winkler) Der kulturhistorische Ausflug mit dem Bus bietet Einblick in die Kunst und Ausblick ins Gebirge. Die Route führt durch das Montafon, über die Silvretta nach Galtür. Anregende Stationen entlang 2 Veranstaltungen montafoner museen 125 Jahre AV Bezirk Montafon 5 Sonntag, 2. August 2009, 10-17 Uhr Montafoner Heimatmuseum Schruns Reiseziel Museum Schruns: „Bergbilder“ Alle Kinder sind wieder eingeladen, gemeinsam mit ihren Eltern (Familienpass nicht vergessen!) die „Bergwelten“ im Montafoner Heimatmuseum zu erkunden. Klaus Bertle beschäftigt sich um 10.30 Uhr und 14 Uhr in eigenen Programmen mit den Kindern. Weitere Informationen unter www.vorarlberg.at/ kinderindiemitte. Öffentliche Anbindung unter www.vmobil.at der Tour sind die Montafoner Museen, Marterl und Kapelle, Silvrettapanorama und Galtür mit Alpinarium – das alles in Begleitung kultur- und kunsthistorischer Experten, Zeitzeugen und einer Lektorin. Gemeinsames Mittagessen in einem Gaschurner Traditionshotel ist eingebaut, mit themennahen Überraschungen ist zu rechnen. Anmeldung bis Mittwoch, 29. Juli, im Heimatmuseum (Anrufe bitte während der Öffnungszeiten Dienstag-Samstag, 10-18 Uhr), Kosten 35 Euro (exkl. Mittagessen), Rückkehr gegen 19 Uhr (Schruns), 20 Uhr (Bregenz) – Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Vorarlberger Landesmuseum Montag, 3. August 2009, 17 Uhr Pfarrkirche St. Gallenkirch Kirchenführung mit Mag. Wilfried Dür Die Pfarrkirche in St. Gallenkirch gehört zu den herausragenden Kirchenbauten Vorarlbergs. Die seit dem frühen 14. Jahrhundert nachgewiesene Kirche zeigt seit der letzten Restaurierung im Chor 3 2009 5 montafoner museen 125 Jahre AV Bezirk Montafon Veranstaltungen der Innerfratte mit weitgehend intakter Bausubstanz und gesicherter Bewirtschaftung. Von dort erreicht man die nur durch Fuß- und Viehtriebwege erschlossene Netza-Alpe im Europaschutzgebiet Verwall, wo frühere Nutzungsbereiche als Bergheumähder und Spuren historischer Bergbautätigkeit noch heute gut erkennbar sind. 2009 noch Relikte aus der spätmittelalterlichen Zeit, als ein spätgotisches Fenster und mehrere spätgotische Malereien frei gelegt werden konnten. Insgesamt ist die Kirche aber ein einheitlicher spätbarocker Bau, dessen Ausstattung im überregionalen Vergleich außergewöhnlich ist. Dazu tragen vor allem die Deckengemälde bei, die von Christoph Klausner 1775 gemalt wurden und die eine Vielzahl seltener alttestamentarischer Darstellungen zeigen. ☛ Montafonerbahn von Bludenz kommt um 16.23 Uhr in Schruns an, Bus ab Schruns 16.35 Uhr, Rückreise um 18.38 Uhr Samstag, 8. August 2009, 9 Uhr St. Gallenkirch, Treffpunkt Gemeindeamt Die Auffahrt von St. Gallenkirch bis Montiel und die ev. Rückfahrt von dort ist mit dem Wanderbus möglich (Fahrpreis 4 Euro). Festes Schuhwerk, allenfalls Wanderstöcke, Regenschutz und Verpflegung (reine Gehzeit ca. 3,5 Std.) werden empfohlen. Aus organisatorischen Gründen ist eine telefonische Anmeldung unter 0650/6365484 (Leo Walser) bis 7. August, 18 Uhr, erbeten. ☛ Montafonerbahn von Bludenz kommt um 7.57 Uhr in Schruns an, Bus ab Schruns um 8.05 Uhr (Ankunft St. Gallenkirch 8.20 Uhr) Maisäß- und Alpwanderung Montiel, Netza, Manigg (Exkursion mit Dr. Leo Walser) Die Maisäßsiedlungen Montiel, Netza und Manigg zählen wohl zu den schönsten bergbäuerlichen Kulturlandschaften 4 Veranstaltungen Donnerstag, 13. August 2009, 19.30 Uhr montafoner museen 125 Jahre AV Bezirk Montafon 5 Haus des Gastes, Schruns Die Ausstellung ist bis zum 5. September zu sehen (8-18 Uhr). ☛ Montafonerbahn von Bludenz ab 18.57 Uhr, Rückreise um 21.03 oder 22.03 Uhr ViaValtellina – Impressionen an einem alten Säumerweg (Ausstellungseröffnung mit Mag. Wilfried Dür) Freitag, 14. August 2009, 18-20 Uhr Vandans, Gemeindemarkt 2. Montafoner Trachtenbörse Anlässlich des Vandanser Gemeindemarktes wird zum zweiten Mal die Montafoner Trachtenbörse durchgeführt. Hierbei können Trachtenteile gekauft werden; es besteht aber auch die Möglichkeit, Informationen zur Tracht einzuholen. Wilfried Dür, stellvertretender Obmann des Heimatschutzvereins, hat die ViaValtellina begangen. Auf seiner Wanderung von Schruns nach Tirano malte Dür Aquarelle und Bilder in Mischtechnik. Die Ausstellung verbindet Impressionen mit kritischen Ansätzen, die einen weiten Bogen von der Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft spannen. So finden sich auch Thematisierungen etwa des Weltwirtschaftsforums in Davos, der EU-Einheitskuh, welche die Schweizer Milchkuhrasse vereinnahmt, des CO2-Ausstoßes auf dem BerninaPass, der überfüllten Parkplätze vor der Diavolezza-Seilbahn oder des Gletscherschwundes an der Bernina. Wilfried Dür sieht in der Wanderung die Möglichkeit einer „Entschleunigung“, die ihm Objekte und Themen eröffnen, die scheinbar schon längst im Dunkel der Vergangenheit verschwunden sind und die sich in entspannter Atmosphäre neu betrachten lassen. Kontakt: Ulrike Bitschnau, Tel 0664/5243530, Mail ulrike.bitschnau@iplace.at ☛ Montafonerbahn von Schruns und Bludenz jeweils ab 17.37 Uhr, zurück nach Schruns um 19.49 Uhr, nach Bludenz um 20.10 Uhr Sonntag, 16. August 2009, 14.30 Uhr Latschau, Säge am Rasafeibach Führung mit Hubert Loretz und Klaus Bertle Die Säge am Rasafeibach gehört zu den herausragenden handwerklichen Objekten, die sich im Montafon erhalten haben. Der heutige Zustand entspricht im Wesentlichen dem von 1907. Damals erfolgte der Umbau zu einem so genannten Venezianergatter aus Teilen einer Säge aus Frastanz. Hubert Loretz stellt an 5 2009 5 montafoner museen 125 Jahre AV Bezirk Montafon Veranstaltungen 2009 diesem Nachmittag das kulturgeschichtliche Denkmal vor. ☛ MBS von Bludenz in Schruns an: 13.57 Uhr, Bus Schruns Bahnhof ab 14.05 Uhr, Latschau-Kraftwerk an 14.16 Uhr Samstag, 22. August 2009, 13 Uhr Gargellen, Schafbergbahnen (Treffpunkt Talstation) Ausgrabungen und die naturwissenschaftlichen Datierungen haben Überraschendes ergeben: Auf dem Schafberg wurde seit spätkeltischer Zeit und in römischer Zeit bis zum Beginn des Frühmittelalters (ca. 100 v. Chr. bis ca. 500 n. Chr.) Alpwirtschaft betrieben. Das ist ein erstaunliches Ergebnis. Die Arbeiten werden in diesem Sommer von den Archäologen der Universität Frankfurt mit Unterstützung der Schafbergbahnen und der Gemeinde St. Gallenkirch fortgesetzt. Im Rahmen der Exkursion werden die neuen Ergebnisse und die daraus resultierenden Fragestellungen vorgestellt. Rückkehr ist gegen 16.30 Uhr geplant, wir bitten die Teilnehmer/innen die Kosten für die Berg- und allenfalls Talfahrt zu beachten, und eine der alpinen Lage entsprechende Kleidung setzen wir voraus (die Veranstaltung findet bei jeder Witterung außer bei Schneefall statt). ☛ MBS von Bludenz in Schruns an: 10.57 Uhr, Bus Schruns Bahnhof ab 11.05 Uhr, Gargellen-Schafbergbahn an 11.40 Uhr. Rückfahrt ab Gargellen 17.15 Uhr möglich, Anbindung MBS 18.04 Uhr. Alpwüstungen aus der Römerzeit (Exkursion mit Univ.-Prof. Dr. Rüdiger Krause und Friedrich Juen) Auf dem Schafberg werden seit 2007 im Rahmen des archäologischen Forschungsprojekts zur frühen Besiedlungsgeschichte exemplarisch Alpwüstungen dokumentiert und ausgegraben. Es handelt sich dabei um verfallene Steinfundamente alter Alpbauten, deren Alter bislang nicht bekannt war. Die neuen 6 Veranstaltungen Mittwoch, 26. August 2009, 19 Uhr montafoner museen 125 Jahre AV Bezirk Montafon 5 Dienstag, 1. September 2009, 19 Uhr Bartholomäberg, Altes Frühmesserhaus Montafoner Tourismusmuseum Gaschurn Welche Aussicht! (Führung durch das neue Museum und die Ausstellung) Zwischen Valleu und Vallüla (Führung durch die Ausstellung) Das Montafoner Tourismusmuseum in Gaschurn ist im Wandel begriffen. Nach 17 Jahren Dauerausstellung zum Thema „Tourismusgeschichte“ zeigt das Haus in diesem Jahr seine außergewöhnlichen architektonischen Qualitäten, die es zu einem der schönsten Gebäude des Tales werden lassen. Die Ausstellung macht auf eine der schillerndsten Persönlichkeiten des Montafons aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufmerksam: auf Franz Josef Battlogg. Der damalige Frühmesser und spätere Pfarrer war ein alpiner Pionier und ist der Nachwelt als her- Seit Juni gibt es am Bartholomäberg ein neues Museum. Das Haus wird in seinem „Rohzustand“ gezeigt, das heißt, das Gebäude präsentiert sich so, wie es die letzten Besitzer vor zehn Jahren verlassen haben. Die architektonischen Details lassen sich wie ein 350 Jahre altes Buch lesen und überraschen in mehrfacher Hinsicht. Begeben Sie sich auf eine Zeitreise durch die Jahrhunderte! ☛ MBS von Bludenz in Schruns an: 18.23 Uhr, Bus Schruns Bahnhof ab 18.35 Uhr, Bartholomäberg-Kirche an: 18.48 Uhr. Rückreise nur mit Taxi möglich ausragender Musiker in Erinnerung, der die Welt in der Zeit um 1870 ins Bergdorf Gaschurn brachte. Die literarische Qualität seiner vielfach publizierten und in einem umfangreichen Tagebuch aufgeschriebenen Aussagen ist verblüffend. ☛ MBS von Bludenz in Schruns an: 18.23 Uhr, Bus Schruns Bahnhof ab 18.35 Uhr, Gaschurn-Zentrum an 19.00 Uhr. Rückreise nur mit Taxi möglich. 7 2009 5 montafoner museen 125 Jahre AV Bezirk Montafon Veranstaltungen Anmeldung bis 19. August im Heimatmuseum notwendig (Anrufe bitte während der Öffnungszeiten Dienstag-Samstag, 10-18 Uhr), Kosten für Golmerbahn sowie für den Aufenthalt in der Hütte beachten, alpine Kleidung wird vorausgesetzt (Veranstaltung findet bei jeder Witterung außer Schneefall statt). ☛ MBS von Bludenz in Schruns an: 12.56 Uhr, Bus Schruns Bahnhof ab 13.05 Uhr, Latschau-Golmerbahn an 13.20 Uhr 2009 Mittwoch, 2. September 2009, 14/18 Uhr Vandans, Heinrich Hueter-Hütte (Treffpunkt: Golmerbahn Latschau, 14 Uhr) Auf den Spuren des Menschen in den Bergen (Wanderung mit Erzählabend) Sonntag, 6. September 2009, 10-17 Uhr Montafoner Heimatmuseum Schruns Reiseziel Museum Schruns: „Bergbilder“ Alle Kinder sind wieder eingeladen, gemeinsam mit ihren Eltern (Familienpass nicht vergessen!) die „Bergwelten“ im Montafoner Heimatmuseum zu erkunden. Klaus Bertle beschäftigt sich um 10.30 Uhr und 14 Uhr in eigenen Programmen mit den Kindern. Weitere Informationen unter www.vorarlberg.at/ kinderindiemitte. ☛ Öffentliche Anbindung unter www.vmobil.at Die Sommerausstellungen „Mensch & Berg“ laden zu einer Wanderung in die Berge ein. Ziel ist die Heinrich-HueterHütte, die heuer 100 Jahre alt wird und als Alpenvereinshütte des AV Bezirk Montafon ein idealer Standort ist, Geschichten von Menschen in den Bergen zu hören. Wer Lust hat, kann ab 14 Uhr an einer Wanderung von Matschwitz ins Rellstal teilnehmen, oder sie/er schnappt den Rellstal-Bus und kommt bis 18 Uhr zur Hueter-Hütte. Es wartet ein bodenständiges Menü auf uns, und anschließend soll ein gemütlicher Hüttenabend im Gespräch mit Montafoner Alpinisten in die faszinierende Welt zwischen Lust und Last (wie der Ausstellungstitel besagt) entführen. Zeit für Übernachtung, Frühstück und allenfalls gemeinsames Herauswandern nach Vandans sollten die Teilnehmer/innen mit im Gepäck haben. 8 Mittwoch, 9. September 2009, 19 Uhr Montafoner Bergbaumuseum Silbertal Kind und Kuh. Zeugnisse aus der Sammlung Eugenie Goldstern (Führung durch die Ausstellung) Die Erinnerung an Eugenie Goldstern ist eine Erinnerung an Josef Vallaster, den Massenmörder von Sobibor, dessen Hel- Aktuelles montafoner museen 125 Jahre AV Bezirk Montafon 5 denverehrung in Silbertal nach Bekanntwerden seiner Rolle nicht mehr tragbar war. Goldstern wurde in Sobibor ermordet, als jüdische Wissenschaftlerin war sie schon Jahrzehnte früher einer Gesinnung zum Opfer gefallen, die an Menschenverachtung nicht zu überbieten war und die auch heute immer noch ihre Anhänger hat (siehe den Beitrag zum Kriegerdenkmal von Bruno Winkler in diesem Infoblatt). Goldstern forschte und lebte im bergbäuerlichen Milieu des Wallis beziehungsweise in Savoyen, und das von ihr dort gesammelte Kinderspielzeug gehört zu den faszinierendsten Aspekten der Volkskunde überhaupt – vielleicht weil es so einfach und klar ist und weil es in ihrer Charakterisierung weder zeitliche noch räumliche Grenzen kennt. ☛ MBS von Bludenz in Schruns an: 18.23 Uhr, Bus Schruns Bahnhof ab 18.35 Uhr, Silbertal-Zentrum an: 18.45 Uhr. Rückreise nur mit Taxi möglich. Aktuelles Regeln müssen sein, aber … Schrunser Plattform „wir-brauchen-diese-kinder“ „Ich bin froh über euren Vorstoß“, schreibt Caritas-Seelsorger Elmar Simma und meint damit den Appell einer großen Gruppe von Schrunserinnen und Schrunser an die verantwortlichen Politiker im Land, sich für ein Recht auf Bleiben für gut integrierte Kinder und ihre Eltern einzusetzen. Als vor fast fünf Jahren das Haus „Maria Rast“ für asylsuchende Flüchtlinge geöffnet wurde, war dieses Problem noch nicht zu sehen. Damals engagierte sich eine große Gruppe Einheimischer für diese Hilfesuchenden, die aus ihren Herkunftsländern flüchten mussten. Man wollte diesen Frauen und Männern, den Kindern diese „Heimat auf Zeit“ etwas angenehmer machen. Das Heimatmuseum und seine Leute waren von Anbeginn eine Drehscheibe für Kontakte und Kommunikation. Gesprächsabende 9 2009 5 montafoner museen 125 Jahre AV Bezirk Montafon Aktuelles relang in unseren Kindergärten, in Volksund Hauptschule integriert. Jetzt aber droht einigen dieser Familien die Ausweisung und Abschiebung. Damit das nicht passiert, dafür setzt sich die Schrunser Plattform, zu der auch Tschaggunser Persönlichkeiten dazu gestoßen sind, unterstützt von vielen Montafonerinnen und Montafonern ein. Seit die Anliegen dieser Bürgerinitiative auch im Internet stehen – www.wir-brauchen-diese-kinder.at – kommt großartige Unterstützung auch aus dem übrigen Vorarlberg und aus anderen Regionen. „Tun wir uns die Schande dieser Ausweisung nicht an“, mahnt Mundart-Autor Adolf Vallaster aus Mäder, und plädiert: „Diese Kinder werden nicht heimgeschickt, denn ihr Daheim ist hier. Diese Kinder werden, wie einst Hagar mit ihrem Sohn Ismael in die Wüste geschickt.“ Der Obmann des Kulturforums Bregenzerwald Kurt Bereuter erklärt: „Die Diesseitigkeit des Christentums ist gefragt.“ Und er zitiert den von den Nationalsozialisten ermordeten Theologen Bonhoeffer: „Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht.“ Die Kinder der 2b-Klasse in der Volksschule wollen Ismaijl unbedingt in ihrer Klassengemeinschaft behalten. Es geht auch um „unsere“ Kinder. Darauf weist die Plattform hin. Es sind prägende Erfahrungen für Kinder, wenn die Beziehungen zu Schulkameraden, Freundinnen, Spielgefährten durch staatliche Macht brutal abgerissen werden. Welches Beispiel geben wir da. Zum Heimatschutz gehört auch eine Erziehung, die auf Werten und Menschenrechten beruht. Wir wünschen uns Kinder, die zu weltoffenen, toleranten und solidarischen Erwachsenen werden. 2009 boten Austausch und Information, die Ergebnisse verschiedener Kunstprojekte wurden im Museum ausgestellt. Ehrenamtliche Helfer gaben Deutschunterricht und manches Fest wurde miteinander gefeiert. Ein großes Problem von Anfang an war, dass Männern und Frauen keine bezahlte Arbeit annehmen durften. „Der krankmachende Aspekt des Arbeitsverbotes – physisch und psychisch – erschüttert mich in meiner Arbeit besonders“, sagt die Tschaggunser Gemeindeärztin Alexandra Steininger. Durch freiwillige Nachbarschaftshilfe entstanden dennoch viele Kontakte zum Vorteil von beiden Seiten. Dass die Entscheidungen beim Ersuchen um Asyl so lange dauern würden, konnte man nicht sehen. Einige Familien konnten in Privatwohnungen untergebracht werden. Viele Kinder sind nun schon jah10 Aktuelles „Regeln müssen sein“, schreibt die Profil-Kolumnistin Elfriede Hammerl auf die Homepage der Bürgerinitiative und fährt fort: „Aber irgendwas stimmt nicht mit ihnen, wenn sie zur Folge haben, dass wir schutzlose Kinder aus dem Land, also wegwerfen. Was für eine Idiotie: Da jammern wir angesichts unserer Geburtenrate, wie sehr uns Nachwuchs fehlt, und dann weisen wir intelligente, lernbegierige, integrationswillige junge Menschen ab.“ Eleonore Schönborn weiß, wovon sie spricht: „Als ehemaliger Flüchtling möchte ich allen Leuten etwas sagen: Man geht nicht weg von zu Hause, wenn man nicht muss! – Integrierte Kinder auszuweisen ist unmenschlich, unchristlich und eines zivilisierten Staates unwürdig.“ (Franz Rüdisser) montafoner museen 125 Jahre AV Bezirk Montafon 5 Trockensteinmauern – bauen, sanieren und verstehen Zwischen 4. und 6. Mai nahmen 22 Interessierte, Mitarbeiter von Gemeindebauhöfen und Wegewarte an einem Kurs zur Vermittlung der Grundfertigkeiten für die Errichtung und Sanierung von Tro- ckensteinmauern teil. Die Leitung hatte Martin Lutz aus Belp in der Schweiz inne, drei Kurslehrer von der Weinbauschule in Krems unterstützten ihn dabei. Bernhard Maier, Thomas Lerch und Friedrich Juen standen vor Ort für organisatorische Fragen und als Vertreter des Standes Montafon, der Montafoner Museen und der Gemeinde St. Gallenkirch zur Verfügung. Die ganze Veranstaltung war eingebettet in das Kursangebot des ländlichen Fortbildungsinstitutes LFI Vorarlberg (Andrea Blum). Das große Interesse an der Veranstaltung führt übrigens dazu, dass zwischen 24. und 26. September ein zweiter Kurs angeboten wird (Anmeldung erbeten im Ländlichen Fortbildungsinstitut Vorarlberg unter der Mailadresse lfi@lk-vbg.at oder der Telefonnummer 05574/400-191; Anmeldungsschluss ist der 15. September). Museum Online 09 – Auszeichnung für Montafoner Schülerprojekt Sich sammeln. So der Titel eines spannenden, neuerdings auch prämierten Projektes. Und wieder einmal konnte das Montafoner Heimatmuseum wesentliche 11 2009 5 montafoner museen 125 Jahre AV Bezirk Montafon Aktuelles Projektgruppen aus allen Bundesländern wurde die Montafoner Website vom Bildungsministerium als die zweitbeste des Jahres 2009 prämiert. Es ist eine hoch verdiente Auszeichnung für ein höchst erfreuliches Produkt. Unverzichtbare Hilfe leisteten dabei Zeitzeugen und private Sammler ebenso, wie die sehr hilfsbereiten Mitarbeiter der Museen und des Archivs. 2009 Impulse liefern. Drei Schülergruppen aus dem Montafon waren eingeladen, sich im Rahmen eines österreichweiten Bildungsprojektes mit Alltagskultur auseinander zu setzen. Lust auf ein solches Projekt zeigten Gruppen der Hauptschule Schruns Dorf und der Polytechnischen Schule. Das von einer Fachjury in Wien nun ausgezeichnete Ergebnis dieses Projekts ist eine erstaunliche Homepage zum Thema „Sammeln.“ Entwickelt und betreut wurde das Projekt von Helmut Schlatter und Bruno Winkler. Zuerst haben die Schülergruppen vergangene Alltagskultur, wie sie auch in den Montafoner Museen ausgestellt ist, mit der eigenen Alltagskultur verglichen. Möglich war das im Heimatmuseum Schruns, in der Wintersportsammlung Tschagguns, im Talschaftsarchiv, in Gesprächen mit Zeitzeugen – und nicht zuletzt am Bildschirm. Neben Einblicken in die Montafoner Museumslandschaft sollten die Schüler wesentliche Aufgaben eines Museums (forschen, sammeln, vermitteln) kennen lernen, und eine eigenen Homepage dazu entwickeln. Vor einigen Tagen erst konnte eine kleine Montafoner Delegation (Schüler, Lehrer und Projektleitung) ihre Website in Wien präsentieren. Von 9 eingeladenen 12 Was von dieser lustvollen und bunten Sammlung bleibt: Eine Homepage im Internet, die jederzeit erreichbar und einsehbar ist. Das Projekt ermöglichte wertvolle Erfahrungen und verdiente Anerkennung. Und was noch kommt, ist eine kleine Ausstellung im Herbst des heurigen Jahres im Heimatmuseum. Die Projektgruppe der Ski-Hauptschule SchrunsDorf stellt gemeinsam mit ihrem Lehrer Alexander Sturn eine Auswahl der Projektsammlung aus. Denn diese gibt es nicht nur digital, sondern auch im Original: Objekte des Alltags, von früher und heute, geliehene und eigene. (Bruno Winkler) Die sehenswerte Homepage: http://vbg.mo09.museumonline.at/ Steinige Erinnerungswege Seit mehr als zwei Jahren besteht und arbeitet die Geschichtswerkstatt Silbertal. Maßgebliche Unterstützung und Hilfe wurde dieser Initiative von Seiten des Heimatschutzvereins Montafon zuteil. Als letztes Vorhaben findet gegenwärtig eine grundlegende Neudefinition der untragbar gewordenen Denkmalsituation statt. Im November ist die Fertigstellung eines neuen Platzes der Erinne- Aktuelles rung mit „bodenständiger“ Gestaltung vorgesehen. Damit wird dieser Ort ein würdiges Gedenken ermöglichen, das an ALLE Opfer des Nationalsozialismus und beider Weltkriege erinnert. montafoner museen 125 Jahre AV Bezirk Montafon 5 Schenkung für das Montafon Archiv Unter der Eingangs-Nummer 2009/2 konnte das Montafon Archiv am 17. März 2009 eine besondere Schenkung verzeichnen: Der Nachlass des WerksChores Rodund konnte entgegengenommen werden: Schriftgut, wie Vereinsakten, Notenblätter, eine reichhaltige Fotosammlung seit dem Gründungsjahr 1953 sowie Gegenstände (wie Gastgeschenke, Erinnerungen an Vereinsausflüge und internationale Sängertreffen) gewähren einen Einblick in das Leben des 2005 aufgelösten Chores. Wertvoll ist auch die penibel geführte, mit Bildern versehene Vereinschronik. Auch wenn die Stimmen des Chores, der über 50 Jahre lang zu den Stützen des kulturellen Lebens im Montafon zählte, nicht mehr erklingen werden, so wird die Erinnerung an ihn im Montafon Archiv wachgehalten werden. Das Montafon Archiv möchte sich bei Luis Kegele, Hubert Thomma und Wolfgang Zudrell, die den Nachlass zur Verfügung stellten, herzlich bedanken. Nachlässe und Fotosammlungen werden vom Montafon Archiv, wo eine fachgerechte Inventarisierung und Lagerung erfolgt, stets gerne entgegengenommen. (Peter Strasser) Nach breiter und überregionaler Anerkennung dieser beispielgebenden Initiative hat die Neugestaltung des Denkmalplatzes neuerdings verbale Aggressionen rechtsextremer Kreise ausgelöst. In höchst bedenklichen Netzportalen werden Einzelpersonen der Geschichtswerkstatt auf beängstigende Weise beschimpft und bedroht. Diese Pamphlete werden zusätzlich durch menschenfeindliche ideologische Ausflüsse „untermauert.“ Hätte es überhaupt noch eines Beweises bedurft, dass das Erinnerungsprojekt in Silbertal auf dem richtigen Weg ist: Eine rechtsextreme und neonazistische Gegnerschaft, so bedrohlich und erschütternd sie auch sein mag, dürfte für sich und die Situation sprechen. Drohungen und Beschimpfungen von solchen Adressaten werden nichts am eingeschlagenen Weg in Silbertal ändern. Dazu ist die geleistete Gedenkarbeit zu wertvoll, dazu ist ein sensibles und gleichzeitig ehrliches Erinnern zu wichtig. Erinnerungskultur steht auf dem Prüfstand. (Bruno Winkler) „Alte Hüte – neu betrachtet“. Ein Rückblick auf die Trachtengespräche in Vandans Fast 40 Personen besuchten die 9. Trachtengespräche in Vandans. Hinter den Besucherinnen der Veranstaltung, die sich mit den „Kopfbedeckungen der Montafoner Tracht“ beschäftigte, verbarg sich sehr viel an Wissen, weshalb die Diskussion an die zweieinhalb Stun13 2009 5 montafoner museen 125 Jahre AV Bezirk Montafon Aktuelles Auf den Spuren der Appenzeller Tracht Eine Gruppe von 20 Interessierten besuchte im Mai das Appenzeller Volkskundemuseum in Stein und das Museum in Wolfshalden. In Stein wird das Appenzeller Brauchtum auf drei Etagen präsentiert: Im Erdgeschoss ist die Appenzeller Sennenkultur zu sehen – besonders bemerkenswert sind die Dokumentation Appenzeller Bauernmalerei und als Höhepunkt die so genannten „Gaiser Wände“ (bemalte Holzbohlenwände aus dem 16. Jahrhundert). Mit der Textilabteilung im Untergeschoss wird einem repräsentativen Aspekt der Vergangenheit des Appenzells Rechnung getragen. Musterbücher und Kollektionen vermitteln einen Eindruck über die Produktion vor etwa 100 Jahren. Vorführungen an einem Plattstichwebstuhl und an einer Handstickmaschine lassen sehr eindrücklich die Mühen in der Produktion erahnen. Beachtenswert ist der hohe technische Standard dieser Textilmaschinen. 2009 den dauern sollte. Schäppelmacher Hermann Bitschnau und Marianne OlfenRehm begeisterten das Publikum mit ihrer herzlichen und offenen Art. Bei genauer Erläuterung der Arbeitsweise wurde auch auf die Fragen des Publikums eingegangen, wie etwa zu Materialbeschaffung, zu den Kosten etc. Im Mittelpunkt stand der Sanderhut, seines Zeichens der jüngste unter den Kopfbedeckungen der Montafoner Tracht. Auch neue Hüte konnten gezeigt werden. Die von Frau Olfen-Rehm gefertigten Sanderhüte aus Stroh wurden von Montafoner Frauen nach eigenen Vorstellungen verziert. Diese Arbeit stieß auf besonders großes Interesse. Wer nicht auf einen alten Hut zurückgreifen kann, hatte an diesem Abend schon die Aussicht auf eine Neuanschaffung. Man darf auf zukünftige Montafoner Modistinnen gespannt sein! (Elisabeth Walch) Von Stein führte der Weg quer durch das appenzellische Außerrhoden nach Wolfshalden. Nach einer willkommenen Kaffeepause im Gasthaus Krone stand ein Besuch des Ortsmuseums auf dem 14 Publikationen Programm. Der Holzbau aus dem 16. Jahrhundert vermittelt noch die Tradition des alten Appenzellerhauses. Die Führung der beiden Museumsverantwortlichen zeigte einmal mehr, dass neben der Qualität der Schausammlung auch die Begeisterung menschlicher Vermittlung ein wesentliches Qualitätskriterium für ein funktionierendes Museum ist. Ein Handwebstuhl als Beispiel für die Tradition der Seiden- und Leinenweberei stand schließlich im Mittelpunkt der vorwiegend weiblichen Exkursionsteilnehmer/innen. (Elisabeth Walch) montafoner museen 125 Jahre AV Bezirk Montafon 5 Buchneuerscheinung: Michael Kasper (Hg.): Röbi und Rongg. Beiträge zum Maisäß- und Alpwesen in Gargellen. Schruns 2009 (= Montafoner Schriftenreihe 22) Kulturlandschaftsinventar Montafon (KLIM) Im Rahmen des Kulturlandschaftsinventars Montafon (KLIM) trafen sich am 29. Juni Vertreter des Standes Montafon, des Montafon Tourismus und der Montafoner Museen zu einem anregenden Gedankenaustausch. Bei der Besichtigung der Maisäße Mularientsch und Ganeu in Vandans konnten an Hand verschiedener Gebäudebeispiele landschaftsprägende Elemente der Tradition und des Wandels eingehend in Augenschein genommen werden. (Peter Strasser) Mit der umfassenden Beschreibung der Alpe Rongg und des Maisäß und der Alpe Röbi im Gargellental konnte das Montafoner Maisäßinventar um einen wesentlichen Beitrag ergänzt werden. Die beiden etwas kleineren Alpen stehen beispielhaft für die Entwicklung der Alpwirtschaft im Montafon: der Rückgang der Bestoßung durch Vieh geht mit dem Nutzungswandel in Richtung Erholungsfunktion – vornehmlich beim Maisäß Röbi – einher. Gemein ist den beiden Alpen, dass sie bereits seit längerer Zeit im Besitz von Gemeinden von außerhalb des Tales standen oder noch ste15 2009 5 montafoner museen 125 Jahre AV Bezirk Montafon Publikationen 2009 hen: 1914 erwarb die Gemeinde Lorüns Rongg, bereits 1911 ging die Alpe Röbi in Bürserberger Gemeindebesitz über. Auch wenn der Bludenzer Vogteiverwalter David von Pappus bei seiner Grenzbeschreibung 1609 „Rongg“ und „Rubin“ bereits erwähnte, so ist ein walserischer Ursprung jedenfalls nicht gesichert. Im nunmehr 22. Band der Montafoner Schriftenreihe gelangen dem Herausgeber Michael Kasper und seinen Mitautor/ inn/en eine umfassende und fesselnde Schilderung der bemerkenswerten Kulturlandschaft an der Grenze zur Schweiz, wobei eine Reihe von verschiedenen Themen untersucht werden konnten: Naturräumliche Grundlagen, Siedlungsgeschichte bis in die frühe Neuzeit sowie Besitz- und Nutzungsgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert (Michael Kasper), dendrochronologische Untersuchung des Baubestandes (Klaus Pfeifer), die Chronik über das Maisäß Röbi (Hermann Erhart) und Betrachtungen über die Rolle und Funktion der Maisäße in der Gegenwart (Edith Hessenberger). Der umfangreiche Band wird mit einem Beitrag von Marion Ebster über die verschiedenen Aspekte der Wahrnehmung der alpinen Kulturlandschaft sowie mit einem umfangreichen Register abgeschlossen. (Peter Strasser) Buchneuerscheinung: Andreas Rudigier: Montafon. Ein kulturgeschichtlicher Führer. Schruns 2009 (= Sonderband zur Montafoner Schriftenreihe 7) Seit den ersten Veröffentlichungen über das Montafon um die Mitte des 19. Jahrhunderts – vornehmlich aus der Feder von Reiseschriftstellern – sind sich die 16 Autoren einig: Das Tal besitzt einen einzigartigen Reichtum an natürlichen und kulturellen Besonderheiten. Die vorliegende Publikation von Andreas Rudigier vermittelt eindrucksvoll, dass trotz des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandels (z.B. weitgehende Einstellung der Landwirtschaft zu Gunsten des Fremdenverkehrs, Zunahme der Tages-Auspendler) traditionelle Elemente der Architektur, das Bild der Kulturlandschaft und hervorragende Objekte des Kunsthandwerks bis in die Gegenwart erhalten werden konnten. Der handliche Kulturführer setzt sich zum Ziel, einen Einblick in das Montafon-Spezifische zu gewähren: Ausgrabungen prähistorischer Siedlungen, Barockkirchen, Zeugnisse des historischen Bergbaus sowie der Maisäß- und Alpkultur, Kraftwerks- und auch bemerkenswerte Hotelbauten aus verschiedenen Epochen sowie Formen des Brauch- Publikationen tums werden in der Publikation, die nach Gemeinden gegliedert ist, überblicksartig vorgestellt. Die Begeisterung, mit der der Autor die Kulturlandschaft des Tales vermittelt, regt zu einer genaueren Beschäftigung mit den Besonderheiten des Montafons ein. Die Fülle der Themen, die in dem Band angerissen werden, führen bei den Montafoner Museen und beim Montafon Archiv in den nächsten Jahren jedenfalls zur „Vollbeschäftigung“ bei der Umsetzung von weiterführenden, eingehenden Untersuchungen und Vermittlungsprojekten. (Peter Strasser) montafoner museen 125 Jahre AV Bezirk Montafon 5 Buchneuerscheinung: Österreichischer Alpenverein Bezirk Montafon (Hg.). Festschrift 125 Jahre Österreichischer Alpenverein Bezirk Montafon und 100 Jahre Heinrich-Hueter-Hütte. Tschagguns und Bludenz 2009. Die Tatsache, dass der Alpenverein im Montafon im Jahr 2008 sein 125-jähriges Bestehen feierte, war der Ausgangspunkt für eine intensive Kooperation zwischen dem Alpenverein und den Montafoner Museen. Diese resultierte u. a. in Ausstellungen in allen vier Montafoner Museen und in zwei Publikationen, nämlich dem Sonderband der Montafoner Schriftenreihe Mensch & Berg im Montafon seitens der Museen (siehe Foto) und der hier vorgestellten Festschrift seitens des Alpenvereins. Die 58-seitige, reichlich bebilderte Festschrift stellt nach einleitenden Grußworten den AV-Bezirk mit seiner langen Geschichte und den verschiedenen Aufgabenbereichen vor. Die Chronik umfasst lediglich drei Seiten. Für eine ausführlichere Darstellung wird auf den Beitrag von Wendelin Tschugmell im eingangs erwähnten Museumsband verwiesen. Obmann Franz Haag stellt weiters die Aufgabenbereiche des AV-Bezirks in der Gegenwart und in der nahen Zukunft vor. Den Kernbereichen Wegeerhaltung, Tourenwesen und Jugendarbeit werden drei kurze Kapitel gewidmet, in denen jeweils eine Person in Form eines Interviews zu Wort kommt. Der letzte Teil der Festschrift befasst sich mit dem Jubiläum der Heinrich-HueterHütte. Die 100-jährige Hüttengeschichte wird durch die Vorstellung des Tourengebiets ergänzt, in dem auch auf die geologischen Besonderheiten der Region eingegangen wird. Abschließend kann festgehalten werden, dass die kostenlose Festschrift, die über den Alpenverein und über das Heimatmuseum bezogen werden kann, eine interessante Darstellung 17 2009 5 montafoner museen 125 Jahre AV Bezirk Montafon Publikationen sein Essay über Schnee-Kulturen mit der Beschreibung des Lawinenbildes in der Rütikapelle in Galgenul. Manfred Tschaikner hält sich in seinem Beitrag über die Bedeutung des Schnees im spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Vorarlberg überhaupt weitgehend im Montafon auf. Er folgt den „Schneespuren“ über die Flurnamen, die Erklärung über die vielfach vergessene „Schneeflucht“, über den Schnee als Transport erleichternde Unterlage, über die Gründungslegende der Kapelle Maria Schnee in Gaschurn, über das Lawinenjahr 1689, über den Schnee in den Sagen und in den Hexenprozessen. (Andreas Rudigier) 2009 zur Alpingeschichte des Montafons ist, in der die Bedeutung des Alpenvereins hervorgehoben wird. (Andreas Brugger) Schnee. Rohstoff der Kunst. Hg. von Tobias G. Natter. Bregenz 2009 Das Vorarlberger Landesmuseum in Bregenz widmet sich in seiner letzten Ausstellung vor dem großen Umbau einem Thema, zu welchem das Montafon auf den ersten Blick besonders kompetent erscheint: Schnee. Als Rohstoff der Kunst ist aber nicht der Kunstschnee gemeint, auch wenn Roland Haas mit seinen bedrohlich wirkenden Schneekanonen in der Ausstellung vertreten ist. Die Ausstellung, die bis 4. Oktober zu sehen ist und auf eine Außenstelle im Museum Huber-Hus in Lech (also doch noch „Schnee-Kompetenz“!) verweisen kann, bietet vielmehr einen kunstgeschichtlichen Überblick über die Darstellung des Schnees vom späten 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Gemälde, Plakate, Fotos, Videoinstallationen und Skulpturen (gemeint sind weniger Schneemänner, auch wenn die Besucher der Lecher Ausstellung in den ersten Tagen ein schnell dahinschmelzender Kunstschneehügel begrüßte, als vielmehr etwa Schlitten aus verschiedenen Epochen oder eine moderne Nachbildung der Drei Türme) bestimmen den Inhalt. Neben den künstlerischen Bezügen zum Montafon rücken auch die Autoren des prachtvoll ausgestatteten Begleitbuchs, Bernhard Tschofen und Manfred Tschaikner das Montafon in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen. Tschofen beginnt 18 Buchneuerscheinung: Buchneuerscheinung: Hermann Braendle. Rätikon Reader. Bergwandern im Rätikon. Bregenz 2009. Der Rätikon Reader erfüllt die Kriterien eines Wander- und Tourenführers im klassischen Sinne. So enthält das 180 Seiten umfassende und reichlich illus­ trierte Buch 18 Wandertipps für den Rätikon, wobei der Autor keinesfalls den Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Hermann Braendle ist alle diese Touren selbst gegangen, wodurch das Buch reichlich mit Fotografien des Autors illustriert ist. Der Reader bietet jedoch noch mehr. So hat das Buch 24 Themenkapitel, die interessante Zusatzinformationen bieten, wie etwa historische Rückblicke in die Frühzeit des Alpinismus. So sind Säumer, Schmuggler und Krieger im Rätikon genau so ein Thema wie Wilderer, die Braendle als die „Rebellen der Berge“ bezeichnet. Weiters gibt der Autor 18 Sagen aus dem Rätikon wieder, die zum Teil bereits vor langer Zeit in Vergessen- Publikationen montafoner museen 125 Jahre AV Bezirk Montafon 5 Buchneuerscheinung: Hanns-Christian Gunga, Nathan Zuntz. His life and work in the fields of high altitude physiology and aviation medicine. Amsterdam et al., American Physiological Society 2009. 252 Seiten. Der deutsche Physiologe Nathan Zuntz (1847-1920) gilt als Wegbereiter der modernen Höhenphysiologie und der Luftfahrtmedizin. Bereits im Jahre 1989 publizierte der deutsche Weltraummediziner Hanns-Christian Gunga seine deutschsprachige Dissertation über das Leben von Nathan Zuntz. Das große Interesse der englischsprachigen Fachwelt führte dazu, dass Gunga eine völlig überarbeitete und erweitere englischsprachige Biografie von Zuntz verfasste, in der er neben dessen Leben vor allem sein wissenschaftliches Schaffen (über 700 Publikationen) in den Mittelpunkt stellte. Für das Montafon ist das vorliegende Werk darum interessant, weil Gunga bei seinen Recherchen auch das Montafon Archiv aufsuchte, wo er den Nachlass von Hofrat Arnold Durig durchforstete. Durig (1872-1961) war ein Schüler von Zuntz, der sich selbst als Physiologe einen Namen machte. So begleitete Durig Zuntz auf einigen Expeditionen, und sie verfassten mehrere gemeinsame Publikationen. Zuntz’ Wertschätzung für seinen jüngeren Kollegen Durig ging so weit, dass er ihn bei seiner Pensionierung im Jahre 1919 als seinen Lehrstuhlnachfolger in Berlin vorschlug. Da Durig 1918 zum Leiter des Physiologischen Instituts an der Universität Wien ernannt worden war, lehnte dieser jedoch ab. Auch Durig schätzte Zuntz sehr und fand 1920 in einem Nachruf nur lobende Worte für seinen Lehrer. Aufgrund dieses engen Verhältnisses setzte sich Gunga 19 heit geraten sind. Zahlreiche Literaturhinweise, wie sie in dieser Menge für Wander- und Tourenführer keinesfalls üblich sind, laden dazu ein, tiefer in die Materie vorzudringen. Ergänzt wird der Reader durch eine gut 80 Seiten starke Broschüre mit dem Titel „Schneemann. Ein Berg und Tal Krimi“. Damit beweist Braendle, dass er nicht nur ein leidenschaftlicher Bergsteiger sondern auch ein nicht weniger leidenschaftlicher Schriftsteller ist, der die Faktensammlung im Reader mit einem fiktiven Krimi kombiniert. Der Rätikon Reader ist eine spannende und abwechslungsreiche Lektüre mit vielen unterschiedlichen Ansätzen und kann im Heimatmuseum in Schruns käuflich erworben werden. (Andreas Brugger) 2009 5 montafoner museen 125 Jahre AV Bezirk Montafon Publikationen Ausstellung für das Tourismusmuseum in Gaschurn konzipierte, die von Juni bis Oktober 2008 zu sehen war. Weitere Themen waren „Was ist der Stand Montafon?“ (Peter Bußjäger), „Die bayerische Knechtschaft – Vorarlberg in den Jahren 1805 bis 1814“ (Alois Niederstätter), „Frühneuzeitliche Gemeindestrukturen im Raum Bludenz“ (Manfred Tschaikner), „Konrad Honold und die Montafoner Gemeindewappen“ (Ulrich Nachbaur und Andreas Rudigier). Der vorliegende Almanach ermöglicht es, dass die vielseitigen Erkenntnisse, die in den Vorträgen zutage kamen, auch all jenen Interessierten zugänglich sind, denen es nicht möglich war, den interessanten Vorträgen selbst beizuwohnen. (Andreas Brugger) 2009 im vorliegenden Buch sehr intensiv mit Durig auseinander, den er darin nicht nur abbildete, sondern von dem er auch eine Biografie im Umfang von einer Seite abdruckte. Es ist aus Montafoner Sicht als äußerst positiv hervorzuheben, dass ein Sohn des Tales in dieser wissenschaftlich äußerst fundierten Biografie, die von der internationalen Fachwelt sehnsüchtig erwartet wurde, lobende Erwähnung findet. (Andreas Brugger) Buchneuerscheinung: Ulrich Nachbaur u. Alois Niederstätter (Hg.), 200 Jahre Gemeindeorganisation. Almanach zum Vorarlberger Gemeindejahr 2008. Bregenz 2009. Im Jahre 1808 beschloss der bayerische König Maximilian I., die Gemeindeorganisation zu reformieren. Da Vorarlberg zu jener Zeit zu Bayern gehörte, war es von der Reform, dessen Grundstrukturen bis heute prägend sind, ebenfalls betroffen. Der Vorarlberger Gemeindeverband nahm dieses Jubiläum zum Anlass, unter der Koordination des Vorarlberger Landesarchivs eine historische Vortragsreihe durchzuführen. Vorarlbergweit wurden insgesamt 42 Veranstaltungen abgehalten, die sich mit dem Themenbereich Gemeindeorganisationen befassten. Fünf Vorträge davon, die im knapp 500-seitigen, farbig illustrierten Almanach vollständig abgedruckt sind, wurden in Kooperation mit den Montafoner Museen organisiert und fanden im Montafon statt. Ein Kernpunkt war das Thema „Die Herren im Tal – Eliten um 1800“, zu dem Michael Kasper nicht nur einen Vortrag hielt, sondern auch eine 20 Rückblick in Bildern Schruns, 26. Mai
  1. informationsschrift
  2. kulturlandschaft
  3. besonderheiten
Kanalordnung-2013 19.03.2013 10.06.2013, 19:57 Auf Grund des Beschlusses der Gemeindevertretung Höchst vom 19. März 2013 wird gemäß §§ 3, 4, 6, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 18, 20 und 22 des Kanalisationsgesetzes, LGBI. Nr. 5/1989 idgF BGBI. Nr. 58/2001 sowie des §7 Abs. 5 und §8 Abs. 5 des Finanzverfasssungs-gesetzes und § 15 Abs. 3 Z. 4 des Finanzausgleichsgesetzes 2008, BGBl. Nr. 103/2007 idgF, folgende Kanalordnung der Gemeinde Höchst erlassen: 1. Abschnitt Allgemeine rechtliche und technische Bestimmungen § 1 Allgemeines Der Anschluss von Bauwerken und befestigten Flächen, die im Einzugsbereich eines Sammelkanales liegen, an die öffentliche Abwasserbeseitigungsanlage und die Einleitung der von diesen Bauwerken und befestigten Flächen anfallenden Abwässer hat nach den Bestimmungen des Kanalisationsgesetzes und dieser Kanalordnung zu erfolgen. Der Einzugsbereich der Sammelkanäle wird durch Verordnung der Gemeindevertretung festgelegt. § 2 Begriffsbestimmungen 1. Abwasser ist Wasser, das durch den häuslichen, gewerblichen oder sonstigen Gebrauch verunreinigt oder dadurch sonst in seiner natürlichen Beschaffenheit verändert ist (Schmutzwasser), sowie Niederschlagswasser. 2. Öffentliche Abwasserbeseitigungsanlage – im Folgenden Abwasserbeseitigungs-anlage genannt – ist die Gesamtheit aller Einrichtungen einer Gemeinde oder einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung, an der eine Gemeinde mit mindestens 51 % beteiligt ist, durch welche in der Gemeinde anfallende Abwässer gesammelt, abgeleitet und gereinigt werden, einschließlich von Einrichtungen zur Behandlung des Klärschlammes. Diesem Zweck dienende Einrichtungen eines Wasserverbandes (§ 87 Abs.2 des Wasserrechtsgesetzes 1959) oder eines Gemeindeverbandes (§ 93 des Gemeindegesetzes), an denen die Gemeinde beteiligt ist, sind wie Teile der Abwasserbeseitigungsanlage zu behandeln. 3. Sammelkanäle sind jene Teile der Abwasserbeseitigungsanlage, welche der Aufnahme und Weiterleitung der über die Anschlusskanäle zugeleiteten Abwässer dienen, einschließlich der Anschlussschächte. 4. Anschlusskanäle sind jene Kanäle, die das zu entwässernde Bauwerk oder die zu entwässernde befestigte Fläche mit dem Sammelkanal verbinden. Sie reichen bis zum jeweiligen Anschlussschacht oder, wenn ein solcher nicht vorhanden ist, bis zur jeweiligen Anschlussstelle. 5. Die Anschlussstelle (Schnittstelle zwischen öffentlichem und privatem Kanal) liegt grundsätzlich beim Anschlussschacht bzw. beim Anschlussstutzen. § 3 Sammelkanäle 1. Die Aufnahme und Weiterleitung der anfallenden Abwässer erfolgt über folgende Arten von Sammelkanälen: a) Schmutzwasserkanäle: Sammelkanäle für Schmutzwässer; als Schmutzwasser gilt Wasser, das durch häuslichen, gewerblichen oder sonstigen Gebrauch verunreinigt oder dadurch sonst in seiner natürlichen Beschaffenheit verändert ist; b) Regenwasserkanäle: Sammelkanäle für Niederschlagswässer und sonstige nicht reinigungsbedürftige Abwässer. Als Regenwasserkanäle gelten auch offene Gräben und sonstige Gerinne sowie Drainagen, die von der Gemeinde Höchst errichtet oder erhalten werden. 2. In die einzelnen Arten von Sammelkanälen dürfen nur die Abwässer eingeleitet werden, für die der Sammelkanal bestimmt ist. 3. In der Verordnung der Gemeindevertretung über den Einzugsbereich der Sammelkanäle wird jeweils die Art des einzelnen Sammelkanales angegeben. § 4 Anschlusspflicht und Anschlussrecht 1. Soweit nach § 4 Abs. 2 bis 8 des Kanalisationsgesetzes nicht von der Anschlusspflicht befreit wurde und soweit diese Verordnung nichts anderes bestimmt, sind die Eigentümer von Bauwerken oder befestigten Flächen, die ganz oder überwiegend im Einzugsbereich eines Sammelkanales liegen (Anschlussnehmer), verpflichtet und berechtigt, diese nach Maßgabe des Anschlussbescheides (§ 5 Kanalisationsgesetz) an den Sammelkanal anzuschließen und die Abwässer in die Abwasserbeseitigungsanlage einzuleiten (Anschlusspflicht). 2. Dem Anschlussnehmer nach Abs. 1 wird der Anschluss an die Abwasserbeseitigungsanlage und die Einleitung der Abwässer mit Bescheid des Bürgermeisters vorgeschrieben. 3. Soweit eine Anschlusspflicht nicht besteht, hat der Bürgermeister auf Antrag den Anschluss an die Abwasserbeseitigungsanlage mit Bescheid zu gestatten, wenn dies dem Interesse an einem planmäßigen Ausbau der Abwasserbeseitigungsanlage nicht widerspricht und der Leistungsfähigkeit der Abwasserbeseitigungsanlage angemessen ist. 4. Die Anschlusspflicht gilt nicht für Abwässer, deren Beseitigung gesetzlich zu regeln Bundessache ist. Auf diese Abwässer sind aber die Bestimmungen des Kanalisationsgesetzes dann anzuwenden, wenn ihre Einleitung in die Abwasserbeseitigungsanlage gemäß Abs. 3 ausnahmsweise gestattet wird. 5. Niederschlagswässer und Abwässer die nicht reinigungsbedürftig sind (z.B. Kühlwasser), dürfen nur dann in die Abwasserbeseitigung eingeleitet werden, wenn eine sonstige einwandfreie Beseitigung nicht gewährleistet ist. Grundsätzlich sind diese Wässer auf eigenem Grund zu versickern, wenn dadurch Anrainer und öffentliche Interessen nicht nachteilig berührt werden. 6. Ist eine Versickerung aufgrund der Untergrundverhältnisse nur schwer oder nicht möglich, ist eine Retension (Zwischenspeichern des Wassers und gedrosseltes Entwässern in den Regenwasserkanal) der Abwässer notwendig. Dabei ist das Retentionsvolumen für einen 15-minütigen Starkregen mit 150l/s*ha zu dimensionieren. Der gedrosselte Ablauf darf max. 10l/s*ha betragen. § 5 Anschlusskanäle 1. Anschlusskanäle sind aus beständigem Material so herzustellen, dass sie dicht sind und sind unterirdisch mit einem Gefälle zu verlegen, wobei die Bestimmungen der geltenden ÖNORM (dzt. B 2501) einzuhalten sind. Ihr Rohrdurchmesser muss der zu erwartenden Abwassermenge entsprechen, mindestens aber 10 cm betragen. 2. Alle Anschlusskanäle sind mit den für die Überprüfung und Reinigung erforderlichen Schächten und Reinigungsverschlüssen auszustatten. Die Schächte und Reinigungsverschlüsse sind so anzuordnen, dass alle Teile des Anschlusskanales ohne besondere Schwierigkeit überprüft und durchgespült werden können. Die Schächte haben einen im Verhältnis zu ihrer Tiefe entsprechenden Durchmesser aufzuweisen und müssen mit Deckeln versehen sein, die der zu erwartenden Belastung standhalten können. 3. Anschlusskanäle sind über das anschlusspflichtige Bauwerk ausreichend und belästigungsfrei zu entlüften. 4. Sofern im Anschlussbescheid nichts anderes bestimmt ist, hat der Anschluss an den Sammelkanal an der Schachtsohle des Anschlussschachtes zu erfolgen. 5. Im Anschlussbescheid werden erforderlichenfalls weitere Bestimmungen über die bautechnische Ausführung der Anschlusskanäle, insbesondere über Baustoffe, Schächte, Reinigungsverschlüsse, Pumpen, Rückstausicherungen udgl. getroffen. 6. Anschlusskanäle sind im Übrigen vom Anschlussnehmer in allen ihren Teilen nach den Erfahrungen der Wissenschaften, insbesondere der technischen Wissenschaften, so zu errichten, zu erhalten und zu warten, dass sie den Erfordernissen einer hygienisch einwandfreien, unschädlichen und belästigungsfreien Ableitung von Abwässern entsprechen. 7. Die Dichtheit der Schmutzwasserkanäle von der Mauerdurchführung bis zur Anschlussstelle ist durch eine Dichtheitsprüfung (gem. gültiger ÖNORM, dzt. B 2503/EN 1610) durch ein befugtes Unternehmen nachzuweisen. 8. Gegen den Rückstau von Abwässern aus der Abwasserbeseitigungsanlage in die angeschlossenen Bauwerke und befestigten Flächen hat sich der Eigentümer der angeschlossenen Liegenschaften selbst und auf eigene Kosten zu schützen. 9. Zur Beseitigung von Abwässern, die unter der Kanalhöhe liegen, ist eine Pumpe oder eine andere geeignete Hebevorrichtung auf Kosten des Liegenschaftseigentümers einzubauen. Die Druckleitung solcher Anlagen ist über dem Rückstauspiegel zu führen. Als maßgebliche Rückstauebene gilt die Geländehöhe an der Anschlussstelle mit einem Zuschlag von 10 cm. 10.Erfolgt die Einleitung von Niederschlagswasser in ein offenes Gerinne, hat dies ausschließlich über ein sohlnahes, böschungsgleiches Auslaufbauwerk zu erfolgen. Der Abflussquerschnitt solcher Gerinne darf nicht verändert werden (zB. durch Einbauten, Bepflanzungen, Ablagerungen). 11.Zugänglichkeit von offenen Gerinnen: Für die Durchführung von Wartungsarbeiten an offenen Gerinnen ist ein mind. 1,5m breiter Streifen entlang der Böschungskante von Bepflanzungen, Bebauungen und Ablagerungen freizuhalten. Der uneingeschränkte Zugang für die Instandhaltung und Wartung des Gerinnes muss jederzeit gewährleistet sein. § 6 Beschaffenheit und zeitlicher Anfall der Abwässer 1. Die in die Abwasserbeseitigungsanlage einzuleitenden Abwässer müssen so beschaffen sein und zeitlich so anfallen, dass a) der ordnungsgemäße Betrieb und die Wirksamkeit der Abwasserbeseitigungsanlage nicht gefährdet oder beeinträchtigt wird, b) die für die Abwasserbeseitigung erteilte wasserrechtliche Bewilligung eingehalten werden kann und c) der in der gemeinsamen Abwasserreinigungsanlage anfallende Klärschlamm die Anforderungen für die Ausbringung erfüllt. 2. Es ist verboten, in die Abwasserbeseitigungsanlage einzubringen: a) Abfälle aller Art, dazu zählen insbesondere auch Altöle, Altfette, Molke, Schlachtblut, Jauche, Gülle, Lösungsmittel, Altfarben udgl.; b) Stoffe, welche geeignet sind, die Anlage zu verstopfen, insbesondere Sand, Asche, u.dgl.; c) feuergefährliche, explosive oder radioaktive Stoffe; d) Säuren, Laugen und giftige Stoffe, soweit diese die Abwasserbeseitigungsanlage beschädigen oder Personen oder den Betrieb der Anlage gefährden können; e) Abwässer, die schädliche Ausdünstungen oder außerordentlich üble Gerüche verbreiten und f) Abwässer mit mehr als 35 °C, sofern sie nicht in Haushalten anfallen. 3. Der Anschluss von Abfallzerkleinerern an die Abwasserbeseitigungsanlage ist verboten. 4. Wasser aus der Wasserhaltung von Baustellen darf nicht in die Schmutzwasserkanäle eingeleitet werden. Die Ableitung dieser Abwässer darf nur in Absprache mit der Gemeinde Höchst erfolgen. Zur Vermeidung einer Sandeinbringung in Regenwasserkanäle ist ein ausreichend dimensioniertes Sandabsetzbecken zwingend erforderlich. 5. Falls es aufgrund der Einleitung gem. Punkt 2), Punkt 3) und/oder Punkt 4) zu Verstopfungen oder Schäden im Kanalsystem kommt, haftet der Verursacher für deren Behebung, sowie für die damit verbundenen Folgeschäden (Schäden Dritter). § 7 Vorbehandlung 1. Werden andere als häusliche Abwässer eingeleitet, so sind vom Bürgermeister vor der Erlassung des Anschlussbescheides die Abt. Wasserwirtschaft beim Amt der Landesregierung sowie das Institut für Umwelt und Lebensmittelsicherheit über die Notwendigkeit, die Art und das Ausmaß der Vorbehandlung der Schmutzwässer sowie über die bautechnische Ausführung der Anlagen zur Vorbehandlung zu hören. 2. In den Anschlussbescheid sind insbesondere die erforderlichen Bestimmungen aufzunehmen über a) die Beschaffenheit und den zeitlichen Anfall der Abwässer sowie die Art und das Ausmaß der Vorbehandlung, b) die bautechnische Ausführung der Vorbehandlungsanlagen, c) die Überprüfung der Vorbehandlungsanlagen und Untersuchung des Abwassers einschließlich der erforderlichen messtechnischen Einrichtungen. 3. Anlagen zur Vorbehandlung einschließlich der messtechnischen Einrichtungen sind vom Anschlussnehmer in allen ihren Teilen nach den Erfahrungen der Wissenschaften, insbesondere der technischen Wissenschaften, so zu errichten, zu erhalten und zu warten, dass sie den Erfordernissen einer hygienisch einwandfreien, unschädlichen und belästigungsfreien Ableitung von Abwässern entsprechen. § 8 Auflassung von Hauskläranlagen Bestehende Anlagen zur Klärung von häuslichen Abwässern sind vom Anschlussnehmer aufzulassen, sobald die Einleitung ungeklärter häuslicher Abwässer in den Sammelkanal möglich ist. Die aufgelassene Hauskläranlage kann nach Durchführung der erforderlichen hygienischen Reinigung zur Regenwassersammlung und Nutzung oder als Retention für Niederschlagswasser weitergenutzt werden. § 9 Anzeigepflichten 1. Der Anschlussnehmer hat alle für die Abwasserbeseitigung bedeutsamen Änderungen auf dem angeschlossenen Grundstück unverzüglich der Behörde anzuzeigen. 2. Die Inhaber der an die Abwasserbeseitigungsanlage angeschlossenen Bauwerke und befestigten Flächen sind verpflichtet, der Gemeinde Höchst unverzüglich Anzeige zu erstatten, wenn a) die Funktion des Anschlusskanales durch Umstände beeinträchtigt wird, die auf Mängel in der Abwasserbeseitigungsanlage zurückzuführen sind, b) an Anlagen, die zur Vorbehandlung der Abwässer bestimmt sind, Mängel auftreten oder c) unzulässige Stoffe (§ 5 Abs. 2) in die Abwasserbeseitigungsanlage gelangt sind oder zu gelangen drohen. d) Die Kanalbenützer sind verpflichtet, den Organen der Gemeinde alle für die Überprüfung der Bestimmungen dieser Verordnung notwendigen Auskünfte zu erteilen und das Betreten der Bauwerke und Grundstücke zu gestatten. 2. Abschnitt Kanalisationsbeiträge § 10 Allgemeines 1. Die Gemeinde Höchst erhebt nach den Bestimmungen des 4. Abschnittes des Kanalisationsgesetzes folgende Kanalisationsbeiträge: Erschließungsbeitrag, Anschlussbeitrag, Ergänzungsbeitrag und Nachtragsbeitrag 2. Der Erschließungsbeitrag wird erhoben für die Erschließung innerhalb des Einzugsbereiches eines Sammelkanales gelegener Grundstücke, die in einem Flächenwidmungsplan als Bauflächen oder als bebaubare Sondergebiete gewidmet sind, sowie für Grundstücke, bei denen ein Anschluss gemäß § 4 Abs. 3 erfolgt. 3. Der Anschlussbeitrag wird erhoben für den Anschluss von Bauwerken und befestigten Flächen an einen Sammelkanal. Dies gilt auch für Objekte, bei denen ein Anschluss gemäß § 4 Abs. 3 erfolgt. 4. Der Ergänzungsbeitrag wird bei einer wesentlichen Änderung der Bewertungseinheit für die Bemessung des Anschlussbeitrages erhoben. Eine wesentliche Änderung der Bewertungseinheit liegt insbesondere vor, wenn sich aufgrund von baulichen Maßnahmen wie Auf-, Zu-, Ein- oder Umbauten, Einhausungen von Balkonen bzw. Terrassen, die Befestigung von Flächen u. dgl., die der Bemessung des Anschlussbeitrages zu Grunde gelegte Bewertungseinheit mindestens um 5 v.H. erhöht oder eine Teileinheit nach § 14 Abs. 2 Kanalisationsgesetz neu hinzukommt oder aufgrund der erhöhten Schmutzwassermenge die Teileinheit nach § 14 Abs. 6 des Kanalisationsgesetzes nicht oder nur in einem geringeren Ausmaß verringern würde. 5. Der Nachtragsbeitrag wird erhoben, wenn eine Abwasserbeseitigungsanlage durch eine gemeinsame Abwasserreinigungsanlage ergänzt wird. 6. Ein Wiederaufbau ist gegeben, wenn das alte Gebäude im Wesentlichen in derselben Form und am selben Ort wieder errichtet wird. Es muss sich um dasselbe Baugrundstück handeln und der Wiederaufbau in einem Zeitraum von maximal 5 Jahren ab Abbruch oder Zerstörung des Bauwerkes erfolgen (fertiggestellt ist). § 11 Beitragsausmaß und Beitragssatz 1. Das Ausmaß der Kanalisationsbeiträge ergibt sich aus dem mit der Bewertungseinheit (§§ 13, 14 und 17 des Kanalisationsgesetzes) vervielfachten Beitragssatz. 2. Geschossfläche: ist die Summe der Flächen der Geschosse eines Gebäudes, einschließlich der Außen- und Innenwände, gemessen 1,80 m über dem Fußboden; Geschossflächen von nicht allseits umschlossenen Räumen zählen nicht dazu. 3. die bebaute Fläche beinhaltet die Flächen inkl. der Dachvorsprünge. 4. befestigte Flächen sind jene Außenflächen auf dem Grundstück, die keine sickerfähige Oberflächen haben oder nicht auf dem eigenen Grund versickert werden. 5. Die Bewertungseinheit für die Berechnung des Erschließungsbeitrages beträgt 5 v.H. der in den Einzugsbereich fallenden Grundstücksfläche (m²). 6. Bei der Berechnung des Anschlussbeitrages nach § 14 Abs. 2 lit. c Kanalisationsgesetz (angeschlossene befestigte Fläche) bleibt jeweils eine Teilfläche von 200 m² unberücksichtigt. 7. Der Beitragssatz wird unter Berücksichtigung der jeweiligen Preisverhältnisse von der Gemeindevertretung Höchst durch eine Verordnung gesondert festgelegt. § 12 Abgabenschuldner 1. Abgabenschuldner ist hinsichtlich des Erschließungsbeitrages der Grundstückseigentümer, hinsichtlich der übrigen Kanalisationsbeiträge der Anschlussnehmer. 2. Miteigentümer schulden die Kanalisationsbeiträge zur ungeteilten Hand. Dies gilt nicht, wenn die Eigentümer Wohnungseigentümer sind. In diesen Fällen kann aber, sofern ein gemeinsamer Verwalter bestellt ist, die Zustellung von Abgabenbescheiden an diesen erfolgen. 3. Abschnitt Kanalbenützungsgebühren § 13 Allgemeines 1. Zur Deckung der Betriebs- und Instandhaltungskosten für die Abwasserbeseitigungsanlage und zur teilweisen Deckung der Errichtungskosten werden nach den Bestimmungen des 5. Abschnittes des Kanalisationsgesetzes Kanalbenützungsgebühren erhoben. 2. Der Berechnung der Kanalbenützungsgebühren wird die Menge der anfallenden Schmutzwässer zugrunde gelegt. § 14 Menge der Schmutzwässer 1. Die Menge der Schmutzwässer richtet sich vorbehaltlich der Absätze 2 und 3 nach dem Wasserbedarf oder nach den über eine Abwassermessanlage ermittelten Abwässern. Sind keine geeigneten Messgeräte zur Messung vorhanden, wird der Wasserbedarf unter Zugrundelegung des ortsüblichen Durchschnittsverbrauches von der Gemeinde Höchst Wasserwerk geschätzt. 2. Auf Antrag des Gebührenpflichtigen sind verbrauchte Wassermengen, die nachweisbar nicht der Abwasserbeseitigungsanlage zufließen und mindestens 10 v.H. des Wasserbedarfs/Jahr ausmachen, bei der Gebührenberechnung zu berücksichtigen. Der Nachweis kann vom Einbau einer geeigneten Abwassermessanlage abhängig gemacht werden. Für Abwässer von Schwimmbädern und Pools wird generell keine Befreiung von den Abwassergebühren gewährt. Eine Versickerung oder eine Ableitung in den Regenwasserkanal ist nur dann zulässig, wenn kein aktives Chlor mehr nachweisbar ist. Ein Nachweis ist zu führen und der Behörde auf Verlangen vorzulegen. 3. Bei Bauwerken, die ganz oder überwiegend der landwirtschaftlichen Nutzung dienen, wird die gebührenpflichtige häusliche Schmutzwassermenge durch einen eigenen Wasserzähler (Subzähler) ermittelt. Fehlt ein solches Messgerät, erfolgt die Gebührenbemessung nach Abs. 4 lit. a. 4. Wird der Wasserbedarf mangels geeigneter Messgeräte geschätzt, werden die Kanalbenützungsgebühren wie folgt festgesetzt: Bei Wohnungen wird ein monatlicher Wasserbedarf (Schmutzwassermenge) von pauschal 4 m³ pro Person bemessen, wobei die Personenstandsaufnahme vom 30.6. und 31.12. eines jeden Jahres Gültigkeit hat. § 15 Schmutzbeiwert Werden andere als häusliche Schmutzwässer der gemeinsamen Abwasserreinigungsanlage zugeführt, wird die Schmutzwassermenge mit einem von der Landesregierung durch Verordnung festgesetzten Schmutzbeiwert vervielfacht. Wenn in dieser Verordnung für die betreffende Art von Betrieben oder Einrichtungen kein Schmutzbeiwert festgesetzt wurde, oder wenn die Beschaffenheit der anfallenden Schmutzwässer von den bei solchen Betrieben oder Einrichtungen gewöhnlich anfallenden Schmutzwässern erheblich abweicht, wird im Einzelfall nach Anhören der Abt. Wasserwirtschaft beim Amt der Landesregierung vom Bürgermeister ein Schmutzbeiwert mit Bescheid festgesetzt. § 16 Gebührensatz Der Gebührensatz pro m³ Schmutzwasser wird jeweils durch Verordnung der Gemeindevertretung Höchst festgesetzt. § 17 Gebührenschuldner 1. Die Kanalbenützungsgebühr ist vom Eigentümer des Bauwerkes oder der befestigten Fläche zu entrichten. Die Bestimmungen des § 11 Abs. 2 gelten sinngemäß. 2. Ist das Bauwerk oder die befestigte Fläche vermietet, verpachtet oder sonst zum Gebrauch überlassen, so ist die Kanalbenützungsgebühr dem Inhaber (Mieter, Pächter dgl.) vorzuschreiben. Der Eigentümer haftet persönlich für die Abgabenschuld. § 18 Abrechnungszeitraum Die Kanalbenützungsgebühren sind vierteljährlich zu entrichten. § 19 Schlussbestimmung 1. Für Bauwerke, befestigte Flächen und Grundstücke, für die nach bisher geltenden Vorschriften ein Kanalisationsbeitrag vorgeschrieben ist, sind die Übergangsbestimmungen der §§ 28 und 29 des Kanalisationsgesetzes anzuwenden. 2. Diese Verordnung tritt am 1. April 2013 in Kraft. Gleichzeitig tritt die Kanalordnung vom 1. Jänner 2003 außer Kraft. Der Bürgermeister: gez. Werner Schneider - PAGE 8 -
  1. kanalordnung
  2. kanalgebührenordnung
  3. 2013
Kanalgebührenordnun... 10.06.2013 10.06.2013, 15:43 Auf Grund des Beschlusses der Gemeindevertretung Höchst vom 19. März 2013 wird gemäß § 15 Abs. 3 Z. 4 des Finanzausgleichsgesetz 2008, BGBl I Nr. 103/2007 idgF, folgende Verordnung über die Regelung der Kanalisationsbeiträge und Kanalbenützungsgebühren (Kanalgebührenverordnung) erlassen: § 1 Kanalisationsbeiträge 1. Der Beitragssatz beträgt 9 v. H. der Durchschnittskosten für die Herstellung eines Laufmeters Kanalleitung mit 400 mm Durchmesser in 3,0 m Tiefe, die mit dem Beitragssatz der Höhe nach mit gesonderter Verordnung festgelegt werden. § 2 Kanalbenützungsgebühren 1. Die Kanalbenützungsgebühr wird der Höhe nach mit gesonderter Verordnung festgelegt. 2. Für anschlusspflichtige bzw. anschlussberechtigte Bauwerke, von denen vorläufig nur geklärte Schmutzwässer eingeleitet werden dürfen (§ 20 des Kanalisationsgesetzes), ermäßigt sich der Gebührensatz, welcher der Höhe nach mit gesonderter Verordnung festgelegt wird. § 3 Inkrafttreten, Außerkrafttreten Diese Verordnung tritt am 1. April 2013 in Kraft. Gleichzeitig tritt die Kanalgebührenverordnung der Gemeinde Höchst vom 1. Jänner 2004 außer Kraft. Der Bürgermeister: gez. Werner Schneider
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20121201_BgmBrief Klaus 01.12.2012 27.06.2021, 09:30 Jahrgang 7, Ausgabe 12 Sehr geehrte Damen und Herren, werte Klauserinnen und Klauser! Zugestellt durch Post.at Klaus, im Dezember 2012 „Der K l a u s t a l e r “ Gutschein mit Nachhaltigkeit für die Gemeinde „Eine echt gute Geschenksidee die bis dato immer gut angekommen ist“ - dies ist der Kommentar vieler über den vor zwei Jahren eingeführten Klaustaler! Dabei handelt es sich um einen ortsgebundener Gutschein, der in allen Geschäften, Gasthäusern und Dienstleistungsbetrieben der Gemeinde Klaus gerne angenommen wird. Der Klaustaler ist ein Einkaufsgutschein im Wert von 10,-- Euro. Klaustaler sind aber mehr als ein gutes Geschenk. Wer diese Gutscheine erwirbt, stärkt auch die Kaufkraft in der Gemeinde Klaus und unterstützt so die Unternehmerinnen und Unternehmer im eigenen Dorf. Dies hilft auf lange Sicht, auch die Einkaufsvielfalt in der eigenen Gemeinde zu erhalten. Die Chance, dass man mit diesem Gutschein ein sinnvolles Geschenk macht, das die oder der Beschenkte auch brauchen kann, ist sehr hoch. Das heißt - “Es ist für fast jede/jeden etwas dabei!“ „Schenken Sie Klaustaler und Sie können den Advent genießen weil Sie schon ein passendes Geschenk haben!“ Die Gutscheine sind beim Gemeindeamt, bei der Raiffeisenbank Klaus und bei der Sparkasse Klaus erhältlich. In folgenden Klauser Geschäften wird der Klaustaler gerne angenommen: Gasthaus Adler, Gasthaus Zur Birke, Gasthof Sternen, Pizzeria Romana, Imbissstube Hofhansl, Kluser Stüble, Kosmetikstudio Beauty for you, Frisör Haar & Nagel Studio Monika Bösch, Frisör Sohm, Massagepraxis Renate Edlinger, Vinothek Summer, Bäckerei Waltner, Fachmarkt Grabuschnigg, Frick OHG und ENI Tankstelle Frick, Gärtnerei Ludescher, Jäger GmbH, Waibel Berufsbekleidung, M & M Buchhandlung+Vinothek, Textil Sonderegger, Kiosk Klaus, Post AG - Filiale Klaus, Anjas Schmucklädele, Broger Privatbrennerei OG, Austrian Distillery - Grafenwaldbrennerei, Reifen Forster und Weingut Bischof; Noch ein paar Tage, dann steht die Adventzeit und somit Weihnachten und auch das Ende des Jahres wieder vor der Tür! In der Gemeinde ist diese Zeit auf Grund der zahlreichen noch zu absolvierenden Sitzungen und der Budgeterstellung für das Jahr 2013 noch sehr intensiv und arbeitsreich. Vor lauter Aufgaben die vor uns liegen, wird oft vergessen was alles schon geschehen ist und geleistet wurde bzw. was sich zum Positiven gewendet hat! Am Freitag, den 16. November 2012, konnten wir nach nur 9 Monaten Bauzeit die Walgaustraße wieder freigeben. In diesen 9 Monaten wurden für insgesamt 2,4 Millionen Euro die Kanäle erneuert und auf Trennsystem umgestellt, die Wasserleitungen und die Straßenbeleuchtung erneuert und viele Kilometer neue Kabel für allfällige Leitungsträger (Gas/Kabel/TV/Post usw.) verlegt und Leerrohre für später eingebaut. Außerdem wurde die Straße neu gestaltet und markiert sowie 20 neue Bäume entlang der Straße gepflanzt! Neben den Verantwortlichen und den Mitarbeitern des Landes, der Gemeinde, dem Büro Adler+Partner, der Fa. Wilhelm & Mayer, der Fa. Nägele Bau und der Fa. Elektro Decker gilt mein Dank vor allem den AnrainerInnen und allen Klauserinnen und Klausern die in irgend einer Weise betroffen waren. Die unterschiedlichen, sich ständig wechselnden Umleitungen des öffentlichen und des Individualverkehrs verlangten sehr viel Geduld von allen ab. Diese Geduld und das notwendige Verständnis ist uns fast überall entgegengebracht worden, wofür ich mich ganz herzlich bei allen bedanke! Erfreulich ist auch die Tatsache, dass die Pizzeria Romana (früher La Barca) Ende Oktober wieder geöffnet hat und das GH Adler ab 01. Dezember wieder öffnen wird. Leider noch nicht gelöst ist die Frage des Lebensmittelgeschäftes nach der Schließung des ADEG-Marktes. Ich kann Ihnen aber versichern, dass wir hier mit Nachdruck daran arbeiten und nicht locker lassen werden. In den nächsten Wochen werden wir den Entwurfsplan des „Neubaus der Sporthalle samt Mehrzweckgebäude für die Mittelschule Klaus-Weiler-Fraxern fertig stellen und mit den jeweiligen Nutzerinnen und Nutzern besprechen! In Verbindung mit den besten Wünschen für eine ruhige und besinnliche Adventzeit danke ich Ihnen allen nochmals für Ihre Geduld und Ihr Verständnis! Ihr/euer Bürgermeister Agrargemeinschaft Klaus - Kontaktdaten Bei Fragen zur Agrargemeinschaft bitten wir Sie den neuen Obmann Hubert Längle unter 0664/9494599 zu kontaktieren! Gemeindeinformation Klaus Seite 1 Veranstaltungskalender der Gemeinde Klaus für Dezember 2012 Datum Sa. 01. So. 02. Veranstaltung Veranstalter Gemeinde Klaus, Musik in der Pforte Fa. Omicron, Klaus Union Schiverein u. Gemeinde Klaus Ort und Zeit Atrium der Fa. Omicron 20.00 Uhr (Infos unter 23/62536-10) Winzersaal 13.00 Uhr - 18.00 Uhr Klassisches Adventskonzert „Bochabela String Orchestra - Südafrika“ Leitung: Peter Guy, Viola: Klaus Christa Klus´r Advent mit Weihnachtsmarkt mit allerlei Selbstgemachtem und Wintersportartikelbasar 17.00 Uhr: „Entzünden des Christbaumes“ Mi./Do. 05.+06. Do. 06. Sa. 08. So. 09. Mo. 10. Mo. 10. Sa. 15. So. 16. Sa. 22. Sa. 22. Mo. 24. ► ► ► ☻ Traditionelle Nikolausaktion Der Nikolaus kommt ins Haus (Anmeldungen unter 05523/63814) Pfarre Klaus Mittwoch und Donnerstag jeweils 16.00 Uhr - 20.00 Uhr Bauhoflagerplatz der Gemeinde Klaus 16.00 Uhr - 19.00 Uhr Dammweg 43 und Grafenwaldweg 3 15.00 Uhr - 20.00 Uhr Winzersaal 14.30 Uhr Gemeindeamt 09.00 - 10.00 Uhr GH „Adler“ 20.00 Uhr Pavillon - Ernst Summer Park 09.30 Uhr - 11.00 Uhr Problemstoffsammlung Bauhoflagerplatz beim Bregenzerweg von 16.00 Uhr bis 19.00 Uhr Gemeinde Klaus Tag der offenen Brennereien Schnäpse, Liköre, Rum und Whisky Spezialtäten „made in Klaus“ Broger Privatbrennerei OG und Grafenwald Austrian Destillery Feierliche Adventfeier für Seniorinnen und Senioren Arbeitskreis Feste und Feiern Connexia und Gemeinde Klaus Heimatkundeverein Klaus Agrargemeinschaft Klaus Katholische Jugend Klaus Bürgermusik Klaus Gärtnerei Ludescher Jungfeuerwehr Klaus Elternberatung (Frau Auer - Dipl. Kinderkrankenschwester) Heimatkundeverein Monatstreffen Thema: “Brauchtum im Dezember in früherer Zeit (Advent, Weihnacht, Silvester….)“ Christbaumverkauf der Agrargemeinschaft Klaus Besinnliche Waldweihnacht am 3. Adventsonntag Treffpunkt: 17.00 Uhr bei der Kirche Gemeindegebiet 09.00 Uhr - 12.00 Uhr Gärtnerei Ludescher 19.00 Uhr Feuerwehrhaus 09.00 Uhr - 12.00 Uhr Adventliche Blasmusik des Bläserensembles der Bürgermusik Benefiz - Weihnachtskonzert „einander engel sein“ Friedenslichtaktion der Jungfeuerwehr Klaus Mülltermine im Dezember 2012 Do.: 06. Dezember Do.: 13. Dezember Fr.: 21. Dezember Problemstoffe/Alteisen Sperrmüll Restmüll/Bioabfall ► ► Fr.: 07. Dezember Fr.: 14. Dezember Restmüll/Bioabfall Kunststoff Wir bitten alle die Müllsäcke erst „kurz“ vor der Abholung bereit zu stellen!! Herzlichen Dank! DRINGENDE BITTE AN ALLE: „Bitte überfrachten Sie die Wertstoffsammelstellen nach den Weihnachtstagen nicht und nehmen Sie Wertstoffe wieder mit nach Hause, wenn die Behälter bereits voll sind!“ Umwelttipp: „Denken Sie bereits beim Einkauf an die Verpackung! Kein Müll ist der beste Müll!“ Gemeindeinformation Klaus Seite 2
  1. bürgermeisterbrief
  2. klaustaler
20121101_BgmBrief Klaus 01.11.2012 27.06.2021, 09:53 Jahrgang 7, Ausgabe 11 Sehr geehrte Damen und Herren, werte Klauserinnen und Klauser! Zugestellt durch Post.at Klaus, im November 2012 1. „Kluser Kurzfilmnacht“ 03. November ab 17.00 Uhr - Winzersaal Klaus Einmal jährlich veranstaltet der Verein „Filmszene Klaus“ in Zusammenarbeit mit dem Kultur– und Integrationsausschuss der Gemeinde Klaus die „Klauser Kurzfilmnacht“. Zur 1. Kurzfilmnacht wurde der Autor Rudolf Enter aus Wien eingeladen. Er wird über die Machart und die Hintergründe seiner Filme erzählen. Wie Sie sicherlich schon erfahren haben, findet am Sonntag, den 18. November 2012, die von der Gemeindevertretung beschlossene Volksabstimmung zur Flächenwidmung im Bereich „Hinterer Tschütsch“ statt. Die „einstimmig“ beschlossene und genaue Fragestellung lautet: „Soll der derzeit geltende Flächenwidmungsplan der Gemeinde Klaus im Gebiet Hinterer Tschütsch entsprechend dem von der Gemeindevertretung der Gemeinde Klaus am 23. Mai 2012 beschlossenen Auflageentwurf geändert werden? JA/NEIN.“ Auf Grund der möglichen und langfristigen Auswirkungen, die das eine oder andere Ergebnis für die Gemeinde haben kann, haben wir uns entschlossen, Sie neben dem gesetzlich vorgeschriebenen Begleitbericht, bei einer Informationsveranstaltung im Detail zu informieren. Zu dieser Informationsveranstaltung, die am Programm der 1. Kurzfilmnacht: 17.00 Uhr Flötenmädchen - Filmpremiere d. Primarschule Eschen Filmblock von Jugendlichen und Schulprojekten Ulrich Gabriel „GAUL“ erzählt über das Projekt „Heimatfilm“. 19.00 Uhr Beginn Filmblock 1 - Unterhaltsame Spiel– und Animationsfilme, für jedes Altger geeignet! Autorengespräch mit Autor Rudolf Enter, anschließend Filmblock 2 und 3 - Spiel- und Animationsfilme, größtenteils in deutscher Sprache! Filmblock 4 - Int. Spielfilme mit englischen Untertiteln. Zu diesem Abend mit Filmen auf höchstem Niveau sind alle Interessierten bei freiem Eintritt herzlich eingeladen! Aktuelle Informationen zur Filmszene Klaus finden Sie auf: www.filmszene-klaus.at und bei der Gemeinde. Montag, den 12. November 2012 um 20.00 Uhr im Winzersaal stattfindet, sind alle Interessierten herzlich eingeladen! Selbstverständlich werden an diesem Abend sowohl die Befürworter wie auch die Gegner die Möglichkeit haben, ihre Argumente und Überlegungen zu der von der Gemeindevertretung vorgeschlagenen Teilwidmung im Bereich „Hinterer Tschütsch“, vorzubringen! In der Hoffnung auf zahlreiche und interessierte TeilnehmerInnen bei dieser Veranstaltung verbleibe ich mit den besten Grüßen. Ihr/euer Bürgermeister Tai Bo Kurs - Fitnessgymnastik Aufgrund der großen Nachfrage organisieren wir einen Tai Bo Kurs mit Start im Jänner 2013. Geplanter Kurs-Start: Do, 10. Jänner 2013, 20.30 Uhr (10 Abende, Dauer 50 min., jeweils Donnerstags) Kurskosten: € 40,- / Kursleiter: Yacek Amengor-Zanetty Bei Interesse bitten wir um Anmeldung bis 15. November bei karin.siegl@klaus.cnv.at unter Angabe von Name, Adresse, Telefonnummer. Daten und Fakten zur Volksabstimmung Abstimmungstag: Abstimmungszeit: Abstimmungsorte: Wahlkarten: Wahlausweise: Weitere Infos: Sonntag, 18. November 2012 08.00 Uhr bis 12.00 Uhr Wahlsprengel 1: Volksschule Klaus Wahlsprengel 2: Winzersaal Klaus Wahlsprengel 3: Mittelschule Klaus Sind beim Bürgerservice der Gemeinde schriftlich oder persönlich anzufordern! Erhalten Sie mit der Post zugestellt! Erhalten Sie beim Bürgerservice 62536-10 Wichtige Infos zur Grünmüllabfuhr!!! Der Grünmüll muss am 13. November handlich gebündelt (nicht mit Draht) am Straßenrand bereit gestellt werden. Wurzelstöcke werden ausnahmslos nicht abgeführt. Lose Gartenabfälle, Laub und dergleichen sind in Säcken oder Schachteln bereit zu stellen. Zu schwerer oder schlecht gebundener Grünmüll sowie zu große Mengen können leider nicht abgeführt werden. Gemeindeinformation Klaus Seite 1 Veranstaltungskalender der Gemeinde Klaus für November 2012 Datum Sa. 03. So. 04. Mo.-Sa. 05.-10. Mi. 07 Sa. 10. Sa. 10. Veranstaltung Veranstalter Kulturausschuss und ogablick film Pfarre zur Hl. Agnes u. Gemeinde Klaus Mir Fraua vo Klus Pfarre - Arbeitskreis Fest und Feiern Bürgermusik Klaus Ort und Zeit Winzersaal ab 17.00 Uhr Pfarrkirche/Friedhof 10.00 Uhr Kindergarten Turnsaal 19.45 Uhr - 21.15 Uhr Pfarrkirche / Pfarrheim 14.30 Uhr Messfeier Winzersaal 20.00 Uhr Hauptschulturnhalle 20.00 Uhr Gemeindeamt 09.00 - 10.00 Uhr Winzersaal 20.00 Uhr Volksschule, Winzersaal und Mittelschule Gasthaus „Zur Birke“ 20.00 Uhr Gasthaus Sternen 14.30 Uhr Freitag: 08.00 Uhr - 18.00 Uhr Samstag: 08.00 Uhr - 17.00Uhr Sonntag: 10.00 Uhr - 16.00 Uhr „1. Kluser kurzFilmnacht“ im Winzersaal Klaus (nähere Infos siehe Seite 1) Seelensonntag Gedenken an die Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege „Fastenwoche“ nach Hildegard von Bingen Messfeier für Alleinstehende mit anschließendem Hock im KJ Heim Herbstkonzert der Bürgermusik und Spiel der JungmusikantInnen von Klaus und Weiler sowie Ehrungen Ringer - Bundesliga KSK-Klaus I - AC-Wals KSK-Klaus Connexia und Gemeinde Klaus Gemeinde Klaus Gemeinde Klaus 8.00 Uhr - 12.00 Uhr Mo. Elternberatung 12. + 26. (Frau Auer - Dipl. Kinderkrankenschwester) Mo. 12. So. 18. Mo. 19. Do. 22. Informationsveranstaltung zur Volksabstimmung am 18. November Volksabstimmung „Flächenwidmung Hinterer Tschütsch“ Heimatkundeverein Monatstreffen Thema: „Rückblick auf die Hensler Ausstellung“ Heimatkundeverein Klaus Seniorenbund Ortsgruppe Klaus Preisjassen für Seniorinnen und Senioren Fr.-So. Adventausstellung - Weihnachtwunder Gärtnerei Ludescher 23.-25. Freitag, 23. November - 19.00 Uhr - 21.00 Uhr „Livemusik mit den Geschwistern Klotz“ Fr. 30. Fr. 30. So. 02.12. Adventzauber Es werden wieder schöne selbstgemachte Sachen sowie diverse Köstlichkeiten angeboten! Union Tennis Club Klaus Pfarre - Arbeitskreis Feste und Feiern Union Schiverein u. Gemeinde Klaus Im und um das Tennishüsle ab 15.00 Uhr Bauhof der Gemeinde 19.00 Uhr - 21.30 Uhr Winzersaal 13.00 Uhr - 18.00 Uhr Adventkranz binden in gemütlicher Runde „Klus´r Advent“ mit Weihnachtsmarkt, Wintersportartikelbasar Mülltermine im November 2012 ► ► Fr.: 16. November Kunststoff Fr.: 23. November Restmüll/Bioabfall ☻ Wir bitten Sie die Müllsäcke bzw. den Müll erst „kurz“ vor der Abholung am Abfuhrtag bereit zu stellen ! Fr.: 09. November Restmüll/Bioabfall Do.: 22. November Sperrmüll/Sperrgut ► ► ► ► Do.: 08. November 2011 - ab 16.00 Uhr - Problemstoffe und Alteisen bei Bauhoflagerplatz Di.: 10. November 2011 - ab 07.00 Uhr - Grünmüllabfuhr (nur Kleinmengen) Gemeindeinformation Klaus Seite 2
  1. bürgermeisterbrief
  2. klauser-kurzfilmnacht
19690327_EKTC_P...ns-Wa Eichenberg 01.01.1969 27.06.2021, 07:57 Eichenberg 27. März 1969 Da in diesem Monat der Turm neu gedeckt wird und Turm und Knauf neu vergoldet, will ich den bisherigen Schriften auch eine hinzu fügen. Bisher war der Turm einfach mönchisch[?] und schlecht gedeckt. Diesmal wird er mit Lärchenschindeln (aus Brixlegg) vierfach gedeckt und mit einem Imprimierungsmittel (Xylamon Lassur – Mahagoni) behandelt von der gerüstlosen Turmdeckerfirma Walter Zeiner, Osttirol, Dölsach. Kreuz und Knopf werden ebenfalls von ihm mit Blattgold vergoldet. Gleichzeitig muß die Empore neu gestützt bezw. aufgelängt werden, da der äußere Tragbalken in der Mauer abgefault ist. Auch der Volksaltar wird neu errichtet werden um auch in Eichenberg nach Vaticanum II entsprechen zu können. Der Schreiber ist schon im 11. Jahr hier Seelsorger und hat über diese Zeit folgendes zu berichten. An der Kirche wurden bis jetzt circa 800.000 Schilling verbaut. Es wurden neue Türrahmen und Türen eingesetzt (Ferd. Immler), ein neuer Beichtstuhl, an Stelle einer Seitentür (früher waren die offenen Beichtstühle neben dem Hochaltar), die Orgel umgebaut (Orgelbauer Meier, Altenstadt), Innen ausgemalt und im Chor die Gipsstruktur gemacht, die Heizung v. „Accom“ Zürich angeschafft, beim Vorzeichen eine Mauer aufgeführt 1 Dach gedeckt mit Schweizer Falzziegeln und Eternit, Blitzableiter und Dachrinnen, und Mauerentfeuchtung, die alte Kanzel wurde abgetragen dafür ein Ambo errichtet und viele Paramente, Altartücher u.s.w. angeschafft. Auch elektrisches Geläute wurde angeschafft. Näheres in der Chronik! Jetzt den Turmhelm neueindecken, nächstes Jahr den Turm und die Kirche so Gott will und auch die Trögen Kapelle. Das größte aber war der neue Pfarrhof, der mehr als zu 80% von mir selbst finanziert wurde, er kam ebenfalls auf circa 800.000 S zu stehen. Der Plan stammt von mir. Der alte Pfarrhof war sehr baufällig und ungeschickt. Ich hab gleich daneben (nördlich) den Neuen bauen lassen und dann den alten abgebrochen. Die Leute hatten für den Pfarrhof nichts übrig und so habe ich mich um eigene Mittel umgesehen. Ein Großteil bekam ich von 2 alten Leuten (Geschwister Lang auf der Hub) die ihre große Landwirtschaft und wertvollen Wald (12 ha) dem Neffen Stefan gegeben haben, aber von ihm sehr enttäuscht wurden. Sie haben aber, was niemand wusste, noch viel Ersparnisse auf der Bank gehabt und diese dann mir gegeben, wenn ich sie in den neuen Pfarrhof, der ganz bei der 2 Kirche liegt, was für sie wichtig war, zeitlebens aufnehme und für sie sorge. Katharina und Maria Lang haben ihren Schritt noch keine Minute bereut. Meine Köchin und ich haben aber für die Eichenberger eine große Last auf uns genommen. Katharina Lang bei der Übernahme 86 Jahre alt war schon 5 Jahre völlig blind. Dr. Hefel von Dornbirn ein Schulfreund von mir hat sie aber operiert und jetzt sieht sie wieder mit beiden Augen und kann ganze Bücher lesen, was sie auch fleißig tut. Auch sonst habe ich so kleinere Gebrechen (wie ein eingeklemmtes Band) bei beiden wieder in Ordnung bringen lassen. Der neue Pfarrhof ist sehr schön. Bischof Wechner, der 1. Bischof der Diözese Vorarlberg, sagte, er sei der Schönste von ganz Vorarlberg. Zu meiner Zeit hat sich in Vorarlberg eine große Umschichtung vollzogen und ich glaub es ist nur der Anfang einer noch größeren. Vor zehn Jahren waren in Eichenberg außer 2 Lehrkräften und dem Pfarrer 2 – 3 Wegarbeiter, 3 Sennen und 3 der Hebamme, die im Kaplanhaus wohnte, noch alles Bauern. Jetzt gibt es außer den Genannten 3 Wirte, die nicht mehr Landwirtschaft betreiben, 1 Gendarm, der in Lochau Dienst macht und verschiedene Arbeiter, die auswärts arbeiten. Auch ein Apartmenthaus mit 6 Wohnungen, viele Wochenendhäuser und eine ganze Reihe von Häusern, die Bürgern der deutschen Bundesrepublik gehören, wurden auf unserem Gemeindegebiet erbaut. Vor einigen Jahren gingen noch alle Kinder in Eichenberg in die Schule, jetzt gehen 30 nach Lochau oder Bregenz. Auch in die Lehre fahren jetzt jeden Tag etwa ein Dutzend Burschen und Mädchen, was sehr zu begrüßen ist. Früher war keine Fahrtmöglichkeit und man mußte zu Fuß gehen, jetzt hat Wolfgang Hehle einen regelmäßigen Busverkehr eingerichtet. Die Bundes-Post will auf der steilen Straße nach Eichenberg keinen Busverkehr einricht[en]. Erst wenn die schon geplante neue Straße fertig ist, wird auch die Post an Eichenberg denken. Vor 10 Jahren waren in Eichenberg etwa 4 PKW. Heute sind in jedem 4 Hause PKW, Traktor, fast überall Bad und sehr viel Maschinen aller Art. Natürlich wird auch der Volkscharakter im Lauf der Jahre geändert und auch das religiöse Leben leidet darunter. Auch die Spendefreudigkeit ist zurück gegangen, man braucht ja das Geld für den Komfort. Früher war es noch leichter für die Kirche noch etwas hereinzubringen als heute. Aber eines muss man sagen für Bruder in Not Entwicklungshilfe und Missionen geben die Leute bis jetzt noch reichlich. Auch haben wir voriges Jahr seit Dürr Bernhard, also seit 63 Jahren, mit Hehle Herbert, Moos, wieder die erste Primiz gehabt. Nächstes Jahr werden wir wieder eine haben. Rädler Peter v. Fallenberg, der älteste von 13 Geschwistern, bereitet sich auf das Theologiedoktorat vor, er ist bereits im 12. Semester. Auch in Wien haben wir einen Theologen, Josef Böhler v. der Mühle, der letztes Jahr bei den Salvatorianern das Noviziat gemacht hat. Auch im Aufbaugymnasium Stams im Tirol und im „Marianum“ Bregenz sind Buben und danken mal jetzt noch daran Priester zu werden. Also besteht gute Hoffnung, daß noch mehr 5 Priester aus Eichenberg kommen. Das Schulhaus Eichenberg wurde vor 5 Jahren auch neu gebaut, der Bau ist aber nicht glücklich ausgefallen, das lag wohl am damaligen Vorsteher Josef Mager. Das alte Schulhaus verkaufte die Gemeinde an Finanzrat Oerlinds von Aachen. Als der Mesner Gebhard Immler zu Beginn dieses Jahres in sein neues Haus neben dem Pfarrhaus umzog, verlangte der H.[err] Finanzrat, daß der untere Stock (wo bisher der Mesner wohnte und auch seinen Verkaufsladen hatte und ebenso 3 Kühe im Stall) in Stand gesetzt werde (Trockenlegung usw.) und vom Stall zum Haus eine Feuerwand errichtet werde u.a. mehr. Und da Haus und Stall in einem schlechten Zustand waren und viel Geld zur Instandsetzung erfordert hätten, wurde die bisherige Mesnerwohnung an den Finanzrat verkauft um 110.000 S. Mit Genehmigung der bischöflichen Behörde aber mit der Auflage, daß das Kaplanhaus später zu einer Mesnerwohnung ausgebaut werde. Der Kauferlös wird gegenwärtig zum größten Teil für die Kirche verwendet. 6 Brand war in den letzten zehn Jahren einer. Der Hof auf der Stegen brannte an einem Sonntag 10 Uhr abends nieder. Wahrscheinlich durch einen hießen Tauchsieder, den ein Kind in einen Kasten versorgte. Gebaut wurde sehr viel, außer den schon genannten Häusern, das Café Fernblick, das an Stelle des 1945 abgebrannten (wahrscheinlich von einer aus Russland während des Krieges (39-45) deportierten Magd angezündet) Wohnhauses von Jakob Hehle 1958 erbaut wurde. Lothar Hehle, der Adoptivsohn d. I. M., errichtete das Gasthaus und das mit 6 Wohnungen ausgestattete Gästehaus weiter unten. Dann ein geräumiges Ferienhaus von Dr. Heiland, Chefarzt der Kinderklinik Scheidegg. Auf dem gleichen Grundstück ein Haus von einem Augsburger, der wieder verkauft an DDr. Ruß, Besitzer der Vorarlberger Nachrichten, des größten Blattes von Vorarlberg, und das Haus des damaligen Jagdpächters, eines deutschen Ingenieurs, der unter dessen aber wieder verkaufte. Auf der Ruggburg ebenso 2 neue Häuser, beide Besitzer deutsche Bundesbürger. Ein großes Fremdenhaus wird gegenwärtig in Lutzenreute gebaut von Edi Kienreich, Schwiegersohn des I. Baldauf, 7 Gastwirt in Lutzenreute, ehemals Konrad Gorbach. N.B. Das Gasthaus Ruggburg wurde abgebrochen und im neuen Haus keine Wirtschaft eröffnet. Das Haus neben der Sennerei Lutzenreute, Besitzer Eugen Immler, Sohn des Ferdinand Immler, fast alles neu und sehr schön gebaut. Neu gebaut hat auch Ferdinand Immler, der Bruder des Obigen, Schreinermeister, ebenfalls sehr schön. Auf Gorbachen wurde neu und groß gebaut. In der Sennerei Hinteregg, ein Wohnhaus auf der Halden von Alfons Feßler. In Jungholz Hans Vogler und Josef Halder, auf der Hub Stefan Lang und in Moosegg Heidegger ein schönes Gasthaus, nachdem das gepachtete Bauernhaus vor einigen Jahren abgebrannt ist. Neue Ställe hat in den letzten Jahren fast das ganze Dorf gebaut mit ganz wenigen Ausnahmen. Man will eben mit der Zeit gehen und modern sein, wenigstens was den Stall betrifft. Neu gebaut wurde auch das Wohnhaus des Alois Rädler im äußersten Dorf gegen 8 Lutzenreute und das Haus des Josef Gorbach, das vom Stall getrennt aufgestellt wurde. Es schaut so aus, daß auch in nächster Zeit noch viel gebaut wird. Aber die Leute geraten mit dem Bauen auch immer mehr in Schulden, denn das Bauen ist teuer, die Löhne hoch und der Holz- und Milchpreis hält nicht Schritt, ja wird kleiner. Der Straßenbau ist in den letzten Jahren sehr vorangetrieben worden, überall wurden Güterwege gebaut und auch die Straße von Lochau und Eichenberg soll jetzt neu angelegt und 5 m breit werden. Durch das Dorf ist sie bereits fertig. Bis zur Kirche ist es jetzt schon Landesstraße und das Land soll die Straße bis zur Grenze von Möggers übernehmen. Heuer wurde auch zu Fallenberg und Hof ein schöner Güterweg gebaut und von Lutzenreute bis Möggers während der Güterweg durch den Fürberg bis Eichenberg zum Teil geteert wurde. 9 Das wären so einige Dinge, die mir gerade eingefallen sind. Näheres ist in der Chronik zu finden, die im Pfarrheim aufbewahrt wird. N.B. Habe heute erfahren, daß der „Ecce Homo“ aus der Bischofskapelle, ehemals aus der Kapelle in Eichenberg, jetzt im Vorarlberger Landesmuseum sei. Alfons Walser, Pfarrer geb. 28.7.1913 in Gisingen im 31. Priesterjahr und im 11. Jahr als Pfarrer von Eichenberg am 28. März 1969 j 10
  1. ektc
  2. kirchturmchronik
19130811_EKTC_P...ael_H Eichenberg 01.01.1913 27.06.2021, 07:59 Seit den letzten hier aufbewahrten Aufzeichnungen wäre etwa das folgende bemerkenswert: Durch Pfarrer Grass wurde die Restaurierung der Kirche begonnen und durch den Unterzeichneten vollendet. Früher war die Kirche, wie die Leute es schildern, ein kahler, finsterer, kalter Keller, nach Durchführung der Restaurierung wird sie zu den schönsten des Landes gehören. Dies vorzüglich wegen der Bilder, sieben Schmerzen Mariens, die sie schmücken. Die Copien dieses Meisterwerkes Jansens sind von Meister Marte aus Schnifis. Bis heute sind in dieser Kirche die einzigen Kopien diese Bilder, Jansen erteilte keinem andern die Erlaubnis. Die Bilder, mit Ausnahme der 2 im Chor, wurden im Herbste fertig, das Bild für 280 Kronen. Die Vergoldung der Altäre lieferte Kunsttischler Dünser aus Düns für 1000 Kronen. Die Kirchenwände sind in Kalkfarbe getüncht und mit den Bildern der Apostel versehen, beides durch Maler Marte. Eine große Glocke ist nun angeschafft. – Soweit war die Restaurierung, als Pfarrer Grass (Dreikönigsfest 1912) erkrankte und am Portiuncula (4. August) 1912 starb. Bis zum 19. Dezember blieb die Pfarrei unter der Provision des Pater Philemon . Die Arbeiten an der Kirche ruhten. Dann wurde die Pfarrei dem Unterzeichneten verliehen. Im Sommer 1913 wurde die Restaurierung wieder aufgenommen. Maurermeister Gebhard Rupp von Hörbranz verputzte Kirche und Türen, für 1250 Kronen. Der Meßner Gebhard Immler übernahm das Anstreichen des Helmes und Vergolden des Kreuzes, für 200 Kronen. Spenglermeister Marik aus Lochau besorgte die nötigen Flaschnerarbeiten. Neue Bänke liefert (bis Allerheiligen) Alfons Dünser, für 2900 Kronen. Ein neuer Boden, aus Mettlacher Platten, kostet 2400 Kronen, wird im Sommer 1914 fertig. Meister Marte hat das Marmorieren der Altäre und die Herstellung der zwei noch fehlenden Bilder (über der Orgel) um 1000 Kronen übernommen. Die 6 Statuen auf den Altären sowie die Engelsfiguren auf dem Kanzeldach kommen von Ferdinand Stuflesser in Gröden und Kosten roh 520 Kronen. Marte wird sie fassen, wie er ebenso auch einen konstruktiv wirkenden Sockel herstellen wird. – Die sämtlichen Kosten wurden größtenteils durch die Freigiebigkeit der Pfarrei aufgebracht, teils durch Kirchenwald und ein wenig auch durch auswärtige Spenden. – Soviel von der Kirche. Sie ist ein Werk des Marte und Pfarrers Grass. Noch immer haben wir bloß viermalige Post wöchentlich; aber wir haben Aussicht auf Besserung. Auch der Bau einer ordentlichen Verbindungsstraße Eichenberg – Möggers scheint bald Wirklichkeit zu werden. Und hoffentlich wird diese Straße über Fallenberg und Haggen nach Bregenz, andererseits bis Scheidegg [erstellt]. Das Gäbe, besonders wenn sie über Lutzenreute – Stadlers – Ramsach – Weienried käme, die schönste Straße „in Mitteleuropa“. Ich halte die Eichenberger für brav und schätze, daß Gott und die Welt zufrieden wären, wäre die ganze Christenheit wie sie. Eichenberg, am 11. August 1913 Michael Huber Pfarrer
  1. ektc
  2. kirchturmchronik
19020729_EKTC_K...Koch_ Eichenberg 29.07.1902 27.06.2021, 07:57 Kurze Chronik der Höfe von Eichenberg. Wahres Interessantes wäre da für die Nachwelt aufzuzeichnen. Was mir gerade einfällt, will ich zu Papier bringen. Lutzenreute. Haus Nr. 23. In diesem Hause wohnen zur Zeit Sohler. Die Vorfahren sind circa 1735 – 40 aus Baiern eingewandert. Der Urgroßvater von meiner Großmutter scheint der Einwanderer gewesen zu sein. – Circa 1890 wurde bei diesem Hause ein neuer Stadel gebaut. – Nach einer Urkunde vom Jahr 1723 war damals in Lutzenreute ein gewisser Sebastian Hiller, nachweislich in diesem Hause. Haus Nr. 24. In diesem Hause wohnt zur Zeit Konrad Gorbach, von dem ich auf der anderen Urkunde schon erzählte. Er ist der 3. seines Geschlechtes auf diesem Hause. Das Haus trägt eine Jahreszahl aus dem 17. Jahrhundert (circa 1654). Vor 130 Jahren finden wir da auch schon Gorbach, nicht aber die Ahnen des jetzigen. In der Stubendecke ist eine von einem Schusse durchbohrte Tafel. Eine Inschrift gibt darüber Aufschluß. Sie lautet: „Zur Erinnerung an die Gefangennahme dreier französischer Deserteure im Jahre 1814.“ Mein Großvater erzählte, daß die Deserteure in der Hube waren und ein gewisser Bantel von Rucksteig stand vor dem Hause. Bantel hat wahrscheinlich einen Schuß in die 1 Höhe abgefeuert, dessen Spur heute noch zu sehen ist. Die Deserteure sollen Schuß auf Bantel abgefeuert und ihn in den Bauch getroffen haben. Bantels sei aber mit dem Leben davon gekommen. Daß in diesem Hause jetzt eine Wirtschaft ist, habe ich auf der undern Urkunde berichtet. Haus Nr. 25 Dieses Haus trägt die Inschrift 1774. Haus Nr. 26 In diesem Hause wohnten durch mehr als 200 Jahre Mangold. Schon 1665 traf ich [in] den Taufregistern von Bregenz einen Martin Mangold von Lutzenreute. 1878 starb hier mit Gebhard Mangold das Geschlecht aus. Mit seinem Bruder Johann Mangold Hutmacher in Bregenz pflanzt sich das Geschlecht in Bregenz und Dornbirn fort. Vor etwa 20 Jahren fanden sich auf dem Estrich dieses Hauses noch ein ganzer Stoß alter Urkunden und man hätte eine ganze Geschichte dieses Geschlechtes schreiben können. Leider verstand ich damals von der Sache nichts, und ich habe sie meinem Onkel Johann Georg Dürr, der nach Gebhard Mangold Besitzer des Hauses wurde, „verpflichtet“. Vor 130 Jahren war dort ein Besitzer, der sich mit dem Prädikat „von“ unterschrieb. Meine Großmutter erzählte mir, daß sie behaupteten, sie haben das Adelsprädikat. Vielleicht wäre davon unter den alten Urkunden etwas zu finden gewesen. Lehen. Haus Nr. 27. Dieses Haus stand früher in Lutzenreute. Vor 130 Jahren wurde es von einem gewissen Gorbach von Lutzenreute an die jetzige Stelle gebaut. Als es erst 14 Wochen bewohnt wurde, brannte es nieder. Es soll an einem Vormittag gewesen sein, Das jetzige Haus trägt die Jahreszahl 1773. Vor 100 Jahren wohnte da ein Sohler von 2 Lutzenreute. Von 1798 – 1812 wohnte da ein gewisser Köchle, der dann nach Bregenz zog. Noch zu unserer Zeit wohnten seine Nachkommen noch in Bregenz. 1812 kam dann daher mein Ururgroßvater Johann Georg Dür, der vorher durch 6 jahre – 1806 - 12 – in ?? droben wohnte. Dorthin war er aus seiner Heimat Geserberg Gemeinde Langen gekommen. Sein Vater hieß Martin Dürr und dessen Vater Johann Georg. Schon 1709 finden sich in den Taufregistern von Langen Dürr. Johann Georg Dür war von 1812 - 1843 Besitzer von Lehen. Nach ihm war sein Sohn Martin, mein Großvater, von 1843 – 73. Er feierte am 13. Februar 1893 mit seiner Gattin Magdalena Sohler von Lutzenreute die goldene Hochzeit. Das Ehepaar lebte dann noch 4 ½ Jahre miteinander. Nach Martin Dürr wurde Besitzer am Lehen sein ältester Sohn Bernhard, mein Vater. Er war Kapellmeister und Chorregent. Er besaß ein großes Malertalent. Ohne jede Ausbildung malte mit Tuschfarben Portraits, für einen einfachen Landsmann gewiß eine große Leistung. Er brachte auch die Eichenberger Musikkapelle auf eine Höhe, daß sie bei der Bregenzer Landesausstellung 1887 eine der besten Musikkapellen war. Sehr viel that er auch für den Kirchenchor. Wenn er auch mitunter Undank erntete, so setzte er doch zur Ehre Gottes dieses Amt bis zu seinem Tod fort. Er starb nach etwa 5jähriger Krankheit am 18. Jänner 1894 am Krebs, der am rechten Ohr seinen Anfang genommen hatte. Bei 14 Ärzten hat er vergeblich um Hilfe gesucht. Was er während seiner Krankheit geduldet, das weiß nur Gott. Er litt mit größter Geduld. 3 Mühle. Nr. 28 Das Haus trägt eine Jahreszahl 1808. Nr. 29 Hier wohnten nach einer Urkunde schon 1709 Feßler. Dieses Geschlecht ist jetzt dort mit der weiblichen Linie im Erlöschen. In Bregenz pflanzt sich aber noch die männliche fort. In diesem Hause solle eine alte Urkunde sein, der zufolge anno 1585 der Sägbach von den Möggersern um einen langen Rock gekauft wurde. Vor etwa 12 Jahren wollte die Stadt Bregenz dieses Wasser kaufen. Dann verlangten die 5 Sägebauern in Lutzenreute, Mühle und Unterfluh zusammen etwa 50000 Florentiner Gulden. Mein Vater verstand es, die Sache zu hintertreiben. Es hätte eben mit den Unterbergern, die Viehbesitzer sind, einen großartigen Prozeß abgesetzt, wenn man ihnen hier das Wasser so verkauft hätte. – Vor 50 Jahren war Mühle eine Gastwirtschaft. Unterfluh. Haus Nr. 30. Dieses Haus stand früher weiter droben, am Fuße des Waldes. Daher rührt wohl der Name Unterfluh. Um das Jahr 1816 gab es eine große Erdrutschung. Eine ?? soll es gerade mitten in den Stall hineingeführt haben. Es wurde dann das Haus an die heutige Stelle gebaut. Damals wohnten dort Feßler. Einer von ihnen, Michael Feßler, der als 90jähriger Mann in den Sechzigern des vergangenen Jahrhunderts in Großen droben starb, soll ein ungemein 4 starker und couragierter Mann gewesen sein. Das beweist ein Fall. Um das Jahr 1800 erhängte sich ein gewisser Feßler von Niederhaus in der Gemeindemühle von Lutzenreute, die heute noch unter dem Lehen drunten am Rinderhauser Kirchweg steht. Dann kam dieser Feßler in die Mühle und sah seinen Nachbar in den Mühlenrädern drunten hängen. Das machte dem Feßler gar nichts: Fing an zu mahlen und erst nachdem er mit seiner Arbeit zuende war, ging er zum Vorsteher, damals Geschworener genannt – wahrscheinlich war es Andreas Spieler in Lutzenreute – und erstattete die Anzeige. Von diesem zur Rede gestellt, warum er nicht sofort die Anzeige erstattet habe, soll dieser geantwortet haben: „Bigemp! Mir hat er wohl bombelet. I ho miesse Meahl hong.“ Von diesem Michael Feßler werden noch mehr Anekdoten erzählt, ich will sie aber hier der Kürze halber weglassen. Schüssellehen. Nr. 31 Dieses Haus soll einmal abgebrannt sein. Beim Schmalzsieden soll es in Brand geraten sein. Es dürfte das schon 200 Jahre her sein. Denn beim alten Hause, das vor etwa 2 Jahren neu gebaut wurde, war ob der Haustüre zu lesen: „Th. 1708. K.“ – TH. K.. = Thomas Kinz, ein Sohn des Kinz ?? in Bregenz. Schon 1772 treffen wir da einen Josef Feßler, den Urgroßvater des gegenwärtigen Besitzers. Sein Sohn Johannes, der nach Niederhaus zu einem Bauern in die Schule ging, sei beim Brande des Hauses in Lehen gerade da vorbai aus der Schule nach Hause gegangen. 5 Hochberg Haus Nr. 32. Dieses Haus war vor einigen Jahrzehnten noch das ganze Jahr bewohnt. Heute ist es eine Alphütte. Bromatsreute. Haus Nr. 33. War durch längere Zeit nur mehr im Sommer bewohnt. Heute ist man das ganze Jahr dort. Trögen Die Kapelle wurde vor etwa 150 Jahren von 3 Geschwistern namens Achberger, die damals in Trögen wohnten, gebaut. Diese Achberger zogen 100 Jahre später nach Bregenz, wo jetzt aber dieses Geschlecht erlöschen wird. 1885 wurde an der Kapelle eine große Reparatur vorgenommen. Sie mag etwa 300 Florentiner Gulden gekostet haben. Gschwend Haus Nr. 35. Dieses Haus ist seit etwa 4 Jahren das ganze Jahr unbewohnt. Nachdem Alois King und seine Gattin da gestorben, wurde es von Johann Georg Mayer, Kronenwirt und Vorsteher in Eichenberg, angekauft. Das Haus ist ganz baufällig. Haus Nr. 37 Dieses Haus soll vor einigen Jahrzehnten abgebrannt sein. Es soll vom Besitzer angezündet worden sein. Der letzte, vor mehr als 100 Jahren in Bregenz Hingerichtete, soll in diesem Hause Knecht gewesen sein. 6 Möschen oder Meschen Haus Nr. 38 Von diesem Hause weiß ich nichts Geschichtliches. Deshalb will ich hier nur die Ableitung des Namens anführen. Das Wort kommt hier von „Esch“, „im Esch (Eschen)“ = Meschen. Gorbachen Haus Nr. 39 Dieses Haus wurde vor 15 – 20 Jahren neu gebaut. In diesem Hause wurde im Jänner 1866 der erste einheimische Priester, Peter Schmidinger, geboren. Er feierte am 13. Juli 1892 in der Pfarrkirche zu Eichenberg seine Primiz. Seine Familie ging um diese Zeit hier bankrott. Halden Nr. 40 Davon weiß ich nichts zu berichten. Vor 50 Jahren lebte hier ein riesig starker Mann namens Fidel Gorbach. Er war imstande, mit seinem Zähnen an der Ecke einen Tisch vom Boden aufzuheben. Hinteregg Nr. 41 Dieses Haus wurde zu meiner Zeit neu gebaut. Nr. 42 Auch dieses Haus wurde vor noch nicht langer Zeit neu gebaut. In der zu diesem Haus gehörigen Viehweide steht auf dem Wege von Trögen nach dem Pfänder die sogenannte (uralte) Bischofsquelle. Wie gesagt, sie ist uralt. Eine Tradition berichtet, daß hier einst 2 Bischöfe durchreisten und da rasteten. Es wäre möglich, daß der eine der Heilige Ulrich gewesen wäre, der ja auch bei der heutigen Ulrichsquelle gewesen sein soll, und daß von da aus Ulrich auf den Sch??berg, den Geburtsort seines Zeitgenossen gereist wäre. Seit dem wie immer, die Kapelle ist uralt und heißt Bischofsquelle oder auch „beim Bischof“. Eine Zahl die heute noch drinnen aber verdeckt ist, gibt an, daß die Kapelle im Jahre 1763 von Michael und Johannes Reihart von Jungholz restauriert wurde. Der in der Kapelle 7 sich befindliche große Christus (Ecce homo) war früher in einer Kapelle, die sich im Dorfe von Eichenberg vor der Erbauung einer Kirche sich befand. Beim Kirchenbau in Eichenberg wollten die Fürberger die Kirche bei der Bischofsquelle droben haben. Jungholz Vor etwa 50 Jahren wollte diese Parzelle „verschleifen“. Der „Bühl“ ob Jungholz drohte hinunter zu rutschen. Stockach. Nr. 48 Vor 50 Jahren brannte dieses Haus ab. Es wurde von damaligen Besitzer, namens Sutter, in Brand gesteckt. Es wurden darüber zu meiner Zeit noch verschiedene Anekdoten erzählt. Z.B. sei die Schwarzwälderuhr während des Brandes an keinem Baume unter dem Hause drunten gehangen und habe ihr „Tik tak“ weiter gemacht. Verschiedene Mobilarien seien in der Tenne auf einen Wagen geladen gewesen und man habe den Wagen nur aus der Tenne ins Freie lassen müssen. – Von 1806 – 12 wohnte in diesem Hause mein Urgroßvater Johann Georg Dürr. Hub. Vor mehr als 50 Jahren sind hier an einem Lindauerjahrmarkt 3 Häuser niedergebrannt. Holzanger Nr. 53 ist seit mehr als 10 Jahren unbewohnt. Das Haus erhielt dann einen eigentlichen Beruf. Die Regierung fürchtete, es könnte die Cholera ausbrechen. Es wurden in den Gemeinden Vorkehrungen getroffen. Es wurden Plätze und Häuser zur Aufnahme von Cholerakranken ausgesucht und bestimmt. In der Gemeinde Möggers nun ward der Holzanger dazu bestimmt. Der damalige Besitzer Andreas Österle von Juggen erhielt dafür von der Gemeinde jährlich 10 Gulden. Juggen. Nr. 54 Das Haus trägt eine Jahreszahl aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. 8 Klein Juggen. Nr. 55 Dieses Haus wurde vor etwa 15 Jahren abgebrochen. Es stand von Juppen aus 1 – 2 Minuten gegen Fallenberg hin ob der Fluh und ob dem Walde. Trögle. Nr. 56 Von diesem Hause ist mir nichts bekannt. Hier wohnte der Gründer der Eichenberger Musikkapelle. Man hieß ihn nur den Nagler im Trögle. Die Gründung war circa 1846. Eichenberg. Nr. 57. In dieses Haus schlug am 3. September 1886 der Blitz. Es brannte total nieder und in ihm 8 – 10 Stück Vieh. Der damalige Besitzer war Jakob Hehle. Nr. 58. Schulhaus. Dieses brannte an jenem Tage ebenfalls ab. Am Eichenberg hatte man damals noch keine Feuerspritze und bis die von Möggers da war, stand das Schulhaus schon in Flammen. Beim Wiederaufbau leistete man viele Frondienste. Das Assekuranzgeld wurde dafür zum Ankauf einer neuen Orgel verwendet. Das wollte den Möggersern aber nicht recht gefallen. Auf dem Estrich des alten Schulhauses befand sich eine alte Fahne aus den Franzosenkriegen. Sie ist leider auch verbrannt. Von 1886 auf 87 wurde im Kaplanhaus Schule gehalten. Die Knaben und die Mädchen waren in einem eigenen Zimmer. Der Lehrer Homdbomus[?] Heiß hatte da zu thun genug, um über alle die Aufsicht zu führen. Nr. 59 In diesem Hause war seit urdenklichen Zeiten eine Wirtschaft. Der letzte Wirt war Andreas Reichart. Er stellte sein Geschäft ein um das Jahr 1880. Das Gasthaus hieß „Adler“. Auf dem Haus war das Wirtschaftsrecht, was nur bei ganz alten Wirtschaften der Fall ist. Nr. 63 Dieses Haus heißt auf der Mamm. Bernhard sind hier vielleicht schon seit mehr als 100 Jahren. In der Nähe des Hauses ist ein Bildstock (Marterl) mit der Inschrift: 9 „Am 8. August 1796 ist hier Katharina Hitzhaus von Lochau von dem Franzosen erschossen worden.“ Der Bildstock soll früher unter dem Hause gestanden sein. Nr. 64. Haus und Stadel wurden vor kurzem neu gebaut. Das Geschlecht Altmann ist bis auf eine alte weibliche Person ausgestorben. Eplisgehr. Von dem Brande der 2 Häuser am 6. Juni 1900 habe ich bereits berichtet. Das noch stehende Haus wurde vor 60 Jahren von Ferdinand Immler gebürtig aus Halberstein gebaut. Diese Immler kauften um das Jahr 1700 das Schlößlein Halberstein, das vor einem halben Jahrhundert abgetragen wurde und dort stand, wo heute der schöne Garten steht. – Von den 2 abgebrannten Häusern in Eplisgehr schaute das mittlere der Geschwister Ziller gegen das noch stehende des Franz Josef Immler. Das untere schaute gegen den Berg hinauf. In dieses schlug der Blitz circa 8 Uhr abends und es stand in kürzester Zeit in Flammen. – In Eplisgehr soll einst eine Kapelle gestanden sein. Ich bin im Besitze zweier Ölgemälde (die Rosenkranzkönigin und Maria Krönung). Diese Bilder sollen nach einer Tradition in dieser Kapelle gewesen sein. Das eine trägt die Jahreszahl 1738. Der Name Eplisgehr wird abgeleitet von „Gehr“ und Egli oder Eple (ein Geschlechtsname) Gehr des Egli. Ruggburg. Nr. 70 Das hiesige Schloß wurde circa 1462 von den verbündeten Städten am See an einem Nikolaustag zerstört. Der Besitzer, Hans von Rechberg, hatte sich große Gewalttaten erlaubt. Ich will darüber nichts Näheres schreiben. Aufschluß gibt ein Bericht des Vorarlberger Landesmuseums vor etwa 15 – 20 Jahren. Eine Tradition will ich hier niederschreiben. Auf der Mauer drüben habe man eine Kanone aufgestellt und sie auf die Ruggburg abgezielt. Als Hans v. Rechberg eines Tages bei der Mittagstafel saß, habe eine seiner Mägde in jenem Zimmer und bei jenem Fenster mit einem roten Sacktuch den Kanonieren ein Zeichen gegeben. Dann haben diese die Kanone abgefeuert und den Rechberg erschossen. Das ist eine reine Sage. Ich wollte sie aber doch niederschreiben. 10 Rechberg starb aber in der Schlacht bei Überlingen. – Um das Jahr 1560 wollte die ganze Ruggburg verschleifen. Einen Fehler beging man diesbezüglich vor 1 – 2 Jahrzehnten. Es stand damals viel Wald und Gebüsch in der Ruggburg. Dann hat der damalige Besitzer Jakob Krüsi, ein Schweizer, das meiste Holz gehauen und verkauft. Dann fing es an vielen Stellen wieder zu rutschen an. Trotzdem haben es vor etwa 5 Jahren die Lutzenreuter gewagt, durch die Ruggburg eine Straße zu bauen. Das Nähere hierüber steht auf der andern Urkunde. – Zu meiner Zeit sprach man noch viel vom Rutzensteiger Weiblein, das in der Rutzensteig geistern soll. Der im Jahre 1878 in Lutzenreute verstorbene Bauersmann Fidel Gorbach soll von ihm oft belästigt worden sein. Oft sei es ihm bis nach Lutzenreute nachgelaufen. Heute glaubt niemand mehr daran. Doch den Namen des Weibleins – Rutzensteigerweiblein – führt man hier noch oft im Munde. Niederhaus. Hier stand noch im 19. Jahrhundert nur ein Haus. Das obere Haus ist 1869 durch Blitzschlag eingeäschert worden. Vor 130 Jahren gab hier ein Bauer Schulunterricht. Damals wohnte da ein gewisser Judas Feßler. Er mag Lehrer gewesen sein. Ich habe bereits berichtet, daß sich vor etwa 100 Jahren ein Mann aus Niederhaus in der Lutzenreutener Gemeindemühle erhängt habe. Er soll geheißen haben „der Judasar“. So war es wahrscheinlich der Judas Feßler der dessen Sohn. Er soll an einer Gemütskrankheit gelitten haben. An einem Feste Maria Geburt (8. September) habe er sich erhängt. Mein Urgroßvater Johann Martin Sohler von Lutzenreute, der am 6. Juli 1818 starb, soll an jenem Tage noch mit ihm von Bregenz heraufgegangen sein. – Hinter dem obern Haus führt ein Weg durch den sogenannten Ledenbach. Dies war für die Umgebung von Lutzenreute der Leichenweg nach Bregenz, bevor in Eichenberg noch eine Kirche stand. Mit der Leiche sei man da hinunter gefahren. Der Leichenzug d.h. die Leute, die Begleiter, seien immer durch die Ruggburg hinunter gegangen. In Backenreute sei man dann wieder mit der Leiche zusammengetroffen. Auf dem steilen und holprigen Weg sei einmal ein Sargdeckel aufgesprungen und die Leiche habe es in die Höhe geworfen, wie wenn sie aufgestanden wäre. Darob sei der Fuhrmann oder der Bremser derart 11 erschrocken, daß er in einigen Tagen gestorben sei. Die Leiche, deren Sargdeckel aufsprang, war die Frau des Firmpaten meines Großvaters Martin Dürr. Der Firmpate hieß Steurer aus Niederhaus. – Im Jahre 1890 wurde ein Stück oberhalb des obern Hauses in Niederhaus eine Kapelle erbaut an die Stelle, wo ehedem ein Wegkreuz gestanden. Die Kapelle wurde von Franz Gorbach von Niederhaus ex voto gebaut, weil ihm 4 Jahre früher, im März 1886, ein Kind geboren wurde, das keinen Verstand hat und bis zur Stund weder laufen noch reden kann. – Am 15. Oktober 1895 starb in der Nähe dieser Kapelle plötzlich am Schlagfluß ein Kapuzinerbruder des Klosters in Bregenz namens Johann Georg Milz, gebürtig aus Scheidegg. Er wollte in seine Heimatgemeinde auf das Patrozinium gehen, fühlte sich in der Ruggburg drunten schon unwohl, nahm dort eine Stärkung, setzte seinen Weg weiter und wurde dann nach Einbruch der Nacht von Theodor Forster von Möggers am Wege tot aufgefunden. Der Finder stieß im Dunkel auf den Toten, zündete ein Zündhölzchen an und sah was geschah. Schnell erstattete er in Lutzenreute davon die Anzeige. Der Tote wurde in das Haus des Konrad Gorbach nach Lutzenreute getragen. Von dort wurde er am andern Tage nach Bregenz überführt. Die Stelle, wo er starb, ist von der Niederhauser Kapelle etwa 50 Schritte gegen Eplisgehr hin auf dem alten Fußweg. Stegen. In einer alten Urkunde von 1709 heißt es „auf der Stäg“. Das äußerste Haus (Nr. 74) wurde vor circa 20 Jahren von Benedikt Gorbach neu gebaut. Der Stadel des innern Haus (Nr. 73) stammt aus dem Jahr 1862. Beim Aufrichten dieses Stadels gab es ein Malheur. Ich schreibe die Geschichte wieder nieder, so gut und so genau sie mir bekannt ist. Ein gewisser Martin Sinz von Stadlers wollte von Stegen aus zur Nachtzeit mit einem Mädchen, dessen Namen mir unbekannt ist, nach Hause gehen. 12 Da lauerten ihm mehrere junge Burschen auf, und wie er mit dem Mädchen ahnungslos des Weges daherkam, schlugen sie mit „Hagstecken“ auf den Martin Sinz los. Das Werkzeug ist zum Loshauen auf einen Menschen etwas zu bunt und sie mögen auch nicht fein zugehauen haben. Kurz, Sinz sank unter den Streichen tot nieder. Ich weiß die Namen der Täter nicht alle. Die ich weiß will ich hier namhaft machen: Michael Wiedemann (oder Gorbach) aus Ebnit, Mangold Gebhard von Lutzenreute, Franz Josef Immler von Eplisgehr und ob Benedikt Reichart von Trögen auch dabei war, weiß ich nicht ganz gewiß. Einer von allen ist heute nur noch am Leben, Franz Josef Immler von Eplisgehr. Alle kamen längere oder kürzere Zeit in den Arrest oder ins Zuchthaus. Als Totschläger gab sich selbst an Gebhard Mangold. Er erhielt meines Wissens 3 Jahr Zuchthaus. Oft soll er nachher geäußert haben, nichts kränke ihn so sehr wie der Husten. Er starb im Mai 1878 im obersten Haus in Lutzenreute. So bin ich nun mit meiner „Chronik der Höfe“ zu Ende. Noch manches ließe sich niederschreiben, wenn man weiter nachfragen würde. Ich schrieb nur nieder, was mir zuerst einfiel. Für die Nachwelt ist wenigstens das gerettet und nach Jahrzehnten wird manches davon für die späteren Generationen von Eichenberg gewiß von Interesse sein. Mögen meine Aufzeichnungen gut aufbewahrt, und wenn es nötig ist, neu geschrieben werden. – Ich will nun noch einzelne Aufzeichnungen verschiedener Art machen. Im Jahre 1869 war in Eichenberg die erste goldene Hochzeit. Es konnte aber nur der Bräutigam, Martin Gmeiner von Hof in die Kirche kommen. Seine Frau, die viele Jahre bettlägrig war, mußte auf die Feier in der Kirche verzichten. Die Feier war am 28. Oktober, die Eheleute lebten dann noch bis 1872. – Die zweite oder genau genommen die erste goldene Hochzeit war in Eichenberg am 13. Februar 1893. 13 Es waren meine Großeltern Martin Dürr und Magdalena Sohler. In der Kirche war eine Predigt, gehalten von J.[ohann] G.[eorg] Giselbrecht Pfarrer von Möggers. Dann war die Erneuerung des Ehebundes am Altare, wobei vom Pfarrer Schedler dem Bräutigam ein Kruzifix überreicht wurde mit den Worten: „Nimm hin das Kruzifix! Es sei deine Stütze im Alter!“ Hierauf war ein Amt. Ich spielte dabei die Orgel. Der kirchliche Teil war beendet. Es begann der gemütliche. Natürlich spielte schon ein Kapellmeister. Um 12 Uhr begann das Mahl. Toste und Reden und Musizieren wechselten ab und würzten das Mahl. Es war ein recht eigentliches und recht schönes Familienfest, wie man eines erlebt haben muß, um sich davon einen rechten Begriff zu machen. Viele Verwandte aus nah und fern waren erschienen und freuten sich mit, alles war in heiterster Stimmung. __________________ Die erste Primiz in Eichenberg … am 13. Juli 1892. Der Primiziant war Peter Schmidinger aus Gorbachen. Wochenlang war ganz Eichenberg auf den Füßen, um sich auf diese Feier zu rüsten. Die ganze Pfarrei teilte sich in 3 Gruppen: 1.) Lutzenreute und Umgebung, 2.) Der Fürberg und 3.) die Dörfler Jede mußte einen Triumphbogen erstellen. Da gab es einen Wetteifer. Jede Gruppe wollte den schönsten Bogen haben. Die Lutzenreuter trugen schließlich doch den Sieg davon. Ihr Bogen aus 8 Säulen bestehend hatte nicht weniger als 1000 m Kränze aus Moos. Es war eine Pracht. Von Fremden wurde er abgezeichnet. Ein anderer Bogen kam dann noch bis nach Dornbirn zur Benützung bei einer Primiz. Das Wetter war am Primiztag vormittags leider ganz schlecht. Es regnete heftig. Die Festpredigt hielt P. de Hoya S. J. aus Feldkirch. Damals hieß es dann, jetzt erlebt Eichenberg keine Primiz mehr. Aber damals lag der Gedanke schon tief in meiner Brust, ich wolle studieren und Priester werden. Über jene Primiz wurde er nur noch erhärtet und im September desselben Jahres ging ich nach Feldkirch ans Gymnasium; und nun ist mein Ziel um 10 Jahre näher gerückt. 14 Das 50jährige Kirchenjubiläum in Eichenberg. Am 21. Jänner 1890 waren 50 Jahre verflossen, seit in Eichenberg der erste Gottesdienst gefeiert wurde. Dieser Tag wurde festlich begonnen. Die Musik und der Schützenverein rückte aus. Das Portal der Kirche war prächtig dekoriert. Leider war an diesem Tage wieder das Wetter schlecht. Dieser Tag war stürmisch wie kein zweiter in diesem Winter. Von diesem Jahre ab wird alljährlich der 21. Jänner – das Fest der Heiligen Agnes als zweites Kirchenpatrozinium – festlich begangen. Es kommt jedesmal ein fremder Priester nach Eichenberg und hält die Festpredigt. Jungfrau Katharina Reichart von Unterfluh stiftete dazu die Summe von 300 Florentiner Gulden. – Der 21. Jänner 1840 war ein Feiertag. Damals soll das Wetter recht schön gewesen sein. Musikverein von Eichenberg Darüber habe ich leider nur spärlich Daten. Der Musikverein soll von einem Nagler (Nagelschmied) in Trögen wohnhaft, gegründet worden sein. Ich hatte noch Statuten in den Händen aus dem Jahre 1848. Der Verein soll aber etwa 1846 gegründet worden sein. Im Juli 1898 starb Josef Gorbach von Ebnit, der durch mehr als 50 Jahre Mitglied des Vereines war. Mein Vater selig war es durch etwa 30 Jahre. Nahezu so lange war er auch Kapellmeister. Er war für den Verein unermüdlich tätig. Bei seinem Tod war es vorauszusehen, daß Eichenberg keinen solchen Musikfreund mehr haben werde, und mit seinem Tod wurde der Verein vaterlos und verweist. Eine bedeutende Einbuße hat der Verein aber schon durch den am 24. November 1889 erfolgten Tod meines Onkels Johann Georg Dürr in Lutzenreute erlitten. Er war der letzte Pistonbläser weit und breit. Möge der Verein zu neuer Blüte gelangen. Schützenverein Im Frühjahr 1886 starb in Hohenweiler ein Mitglied des dortigen Schützenvereines. Dabei verfiel man auf den Gedanken, beim nahen Fronleichnamsfest „Schützen zu haben“ Es waren 8 ehemalige Landesschützen. Konrad Gorbach war Hauptmann. Als am 7. Juli desselben Jahres der hochwürdigste Bischof Zobel nach Eichenberg kam, war[en] es bereits 14 Mann, und so wuchs er von Jahr zu Jahr. So an einem Fronleichnamstag oder Patrozinium war ein harmonisch schönes Leben. Pfarrer Rhomberg war ein großer Gönner beider Vereine. Der Schützenverein hat sich jetzt wieder aufgelöst. Zerschlitterung und Zerwürfnisse waren die Ursache. Schon vor 50 Jahren war hier ein Schützenverein, der wieder einging. 15 Der Fall Rhomberg. Auch darüber will ich kurz berichten, was ich weiß. Rhomberg kam im Mai 1880 als Pfarrprovisor nach Eichenberg. Am 25. Juli 1885 verkündete er in der Kirche, man habe ihm „Papierschnitzel“ in den Opferstock getan. Natürlich fiel das etwas auf. Es war dann aber wieder alles still. Im Herbst 1888 oder im Frühjahr 1889 brachte einmal meine Großmutter selig die Nachricht von Kaplans Köchin in Hörbranz, Rhomberg sei im Kopf nicht recht. Am 18. Juni 1889 kam dann der Neosacerdot J.A. Schäfer von Blons als provisorischer Kaplan nach Eichenberg und hatte keine geringere Aufgabe als über Rhomberg die Aufsicht zu führen. Rhomberg schmeckte den Braten und Kaplan Schäfer war von ihm nie geliebt. Es stellte sich dann heraus, daß Rhomberg bei der Heiligen Messe nicht communizierte, sondern die Heilige Hostie sonst irgendwie beseitigte. Mitte Oktober 1890 kam ein bischöfliches Dekret, daß die Deputierten und Kirchenpfleger von Rhomberg die Schriften und Schlüssel nehmen sollten. Das taten sie nicht. Schäfer wollte ihm dann den Kelch selbst nehmen. Rhomberg nahm ihn aber immer mit in den Pfarrhof. Die Jurisdiktion zur Spendung des Heiligen Bußsakramentes ward ihm ebenfalls genommen. Er hörte aber doch nicht und es gingen noch Leute zu ihm. Es war ein ganz furchtbarer Durcheinander in der Pfarrei. Die Mehrzahl der Leute stand auf Seite Rhombergs. Vom Kaplan hieß es, er gehe nur so vor, um in Eichenberg Pfarrer zu werden. Nach meiner Ansicht aber beging die kirchliche Obrigkeit einen Fehler, daß sie die Leute nicht näher aufklärte. Ob ihr das gelungen wäre, weiß ich nicht. Denn wenn die Bauern einmal verschrobene Köpfe haben, so ist es von Übel. Schäfer hatte ungemein viel zu leiden in Eichenberg. Er tat pünktlich seine Pflicht und zudem war es sein erster Posten. In den Predigten spielte Rhomberg oft auf den Kaplan an. So sagte er zum Beispiel einmal: „In jedes Kloster schickt der Teufel ein Luder, um Unfrieden zu stifen.“ Ja es ist wahr Rhomberg hat in der Pfarrei den Frieden bewahrt. Aber wie stellte er das an? Er ließ alles gehen. Die jungen Leute konnten machen, was sie wollten. So ist es ein Leichtes, den Frieden bewahren. Die Obrigkeit suchte vergebens, auf gütlichem Wege Rhomberg in Eichenberg fort zu bringen. Doch etwas muß ich einflechten. Im Juli 1890 kam der hochwürdigste Bischof zur Firmung und Visitation nach Eichenberg. Da verbarg sich Rhomberg in dem Wald, der gegen Lutzenreute dem Dorf Eichenberg am nächsten liegt. Pfarrer Giselbrecht von Möggers hatte nun die Aufgabe, Rhomberg dort zu holen, eine schwierige Aufgabe, denn Rhomberg hatte stets eine Pistole bei sich. Giselbrecht gelang es nicht, Rhomberg nach Eichenberg zu bringen. Erst nachdem es mit allen Glocken läutete und Rhomberg somit wußte, daß jetzt der Bischof abreiste, ging er ins Pfarrhaus zurück. Auf friedlichem Wege war mit Rhomberg nichts auszurichten. Er fürchtete aber, er werde vergiftet. Er litt an Verfolgungswahn. Deshalb erschien, so viel ich mich erinnere, am 27. Jänner 1891 in Eichenberg Polizei Schmid aus Bregenz und Lohnkutscher Hasler. Rhomberg wurde auf einem Schlitten gewaltsam fortgeführt und nach Valduna gebracht, wo er heute noch an dem Übel als Unheilbarer leidet. Das war an einem Samstag. Die Unruhe, die darob in Eichenberg neuerdings 16 entstand, kann man sich denken. Am andern Tag, am Sonntag, erkühnte sich während der Liturgie des Nachmittagsgottesdienstes der Schnapsbruder Johannes Reichart von Hinteregg in einem Rausche von einem seiner Kollegen ausgesetzt, zum Schlüsselloch der hinteren Kirchentür zweimal in die Kirche hineinzujauchzen. Das erstemal glaubte man, daß ein Hund vor der Kirchentür draußen heule, das zweitemal aber erkannte man deutlich, daß es ein Mensch sei, der dem Kaplan einen Streich spielen wollte. Johannes Reichart erhielt dann wegen Religionsstörung 2 Wochen Arrest. Die Anzeige wurde von meinem Vater selig erstattet. Schäfer war dann noch bis etwa zum 20. April in Eichenberg. Wie wird er Gott gedankt haben, daß er endlich in Eichenberg erlöst wurde und nach Hirschegg kam. Nach Wochen und Monaten, ja fast nach Jahren glaubten die Eichenberger, daß Rhomberg nicht recht sei im Kopfe. Er war in Eichenberg aber sehr beliebt. Er hatte mehrere Priestertugenden. So war er ein großer Freund der Armen. Bis dato kam es in Eichenberg 3mal vor, daß man an einem Tage zwei Leichen hatte. Nämlich im Mai 1870 Ferdinand Immler von Eplisgehr und Johann Georg Gorbach von Eichenberg (Kirchdorf im obersten Haus); im September 1885 Johannes Schmidinger in Gschwend (ein Onkel von Pfarrer Peter Schmidinger) und Franz Anton Schneider (im Haus unter der Kirche) und am 21. Juli 1892 Witwe Feßler von Schüssellehen und Bernhard Reichart, Uhrmacher in Eplisgehr, gebürtig aus Hinteregg. Einmal im Jahr 1891 hatte man an einem Tage auch die Leiche eines Erwachsenen und eines Kindes. – Den längsten Stillstand im Sterben unter den Erwachsenen mag gewesen sein vom 10. März 1900 – 18. September 1901, in welcher Zeit kein Erwachsenes starb. Ein solcher Zeitraum war auch einmal um das Jahr 1888, worauf mehr als 1 Jahr kein Erwachsenes verstarb. Im Jahr 1887 hatte man in Eichenberg keinen Organisten. Der damalige Lehrer H Heß konnte das Orgelspielen nicht und sonst konnte es in der Pfarrei auch niemand. Am 22. Dezember 1889 trat ich als 15jähriger Jüngling dieses Amt an und blieb Organist bis Mitte September 1892, wo ich dann nach Feldkirch ins Gymnasium ging. Vom Frühjahr 1888 an war ich auch bei der Eichenberger Musikkapelle. Lehen am 27. Juli 1902 B. Dürr. 17 Nach meinem Dafürhalten entsprechen vorstehende von Theologe Dürr gemachte Aufzeichnungen so ziemlich vollkommen den Tatsachen. Es wäre noch hinzuzufügen daß Eichenberg mehr und mehr zurückgeht. So sind während meines 4 ½ jährigen Hierseins 5 Höfe eingegangen und beträgt die Seelenzahl, welche vor einigen Jahrzehnten noch 438 war, jetzt nur mehr 302, und wird wahrscheinlich noch weiter zurückgehen. Die materiellen Verhältnisse werden auch nicht günstiger. Die Güterpreise sind viel zu hoch, was zur Folge hat, daß schon mancher verkauft hat und aus ?? wofür gewöhnlich arme Leute herkommen, die nicht existieren können, oder daß dort wo mehrere Kinder sind, eines davon das gut um einen viel zu hohen Preis übernehmen muß. Das Wirtshaussitzen soll seit Pfarrer Rhomberg stark überhandgenommen haben, und ist namentlich das Wirtshaussitzen der Mädchen respektive Jungfrauen ein Krebsschaden. Der gegenwärtige Lehrer heißt Fidel Wilhelmi, gebürtig von Thüringen, der sehr Meßmer Gallus Beck. Es wurde früher ein neues Vorzeichen aus Eisenkonstruktion aufgestellt, dasselbe bezahlte der Private Franz Martin Reichart, früher wohnhaft in Eplisgehr, jetzt im Kaplaneihaus. Sein Bruder Konrad Reichart von Unterfluh ist gegenwärtig Kirchenpfleger, und gleichfalls ein Wohntäter der Kirche. Eichenberg am 29. Juli 1902 Franz Koch, Pfarrer N.B. die Neuvergoldung des Kropfes und Kreuzes kostete 80 Florentiner Gulden. Einige Muster der gegenwärtigen Kronenwährung liegen an. 18
  1. ektc
  2. kirchturmchronik
19020723_EKTC_C..._Theo Eichenberg 23.07.1902 27.06.2021, 08:01 EKTC Chronik Bernhard Dür Theologe 1902 Die Kuppel des Eichenberger Kirchturmes wurde im Jahr 1874 neu gedeckt. Ein gewisser Boch, ein Maler, sollte damals die Kuppel malen. Er verwickelte sich aber derart in die Seile und Stricke des Gerüstes, dass er aus seiner Lage befreit und von der Kuppel heruntergeholt werden musste. Das Mittagessen soll ihm nach der ausgestandenen Höllenangst an jenem Tage gar nicht mehr gemundet haben. Das Kreuz und die Turmkugel wurden damals wahrscheinlich nicht heruntergenommen; denn sonst hätte man gewiss irgendein neues Schriftstück beigelegt. 1902 war wieder eine Reparatur notwendig. Die Kuppel mußte fast ganz neu gedeckt und das Kreuz und die Turmkugel neu vergoldet werden. Ausgeführt von Fidel Himmer Gold- und Silberarbeiter in Feldkirch. Die Vergoldung kostete…. Die Neudeckung der Kuppel geschah von folgenden Zimmerleuten: Ferdinand Immler, Gebhard Immler, Frz. Jos. Gessler junior v. Eplisgehr, Bartholomä Gorbach von Ebnit (derzeit Kapellmeister in Eichenberg) und Alois Österle von Juggen gebürtig. Der Verfasser dieser Schrift war auch auf der Kuppel und half einige Zeit abbrechen. Man konnte gespannt sein, was für Schriftstücke unten in der Turmkugel sich fänden. Es war leider sehr wenig. 2 Schriftstücke, von denen das eine Aufschluß gibt über die Erbauung der Kirche, das andere aber eine ganz kurze Geschichte über das kreuz und die Turmkugel. Ferners fanden sich einige alte Münzen vor. Das alles wird in der 1 Turmkugel weiter aufbewahrt und über Ersuchen des gegenwärtigen Hochwürdigen Herrn Pfarrers Franz Meinrad Koch, gebürtig aus Götzis, habe ich diese Schrift verfaßt und den erwähnten zwei Schriftstücken beigelegt. Hoffentlich wird auch späterer Zeit, wenn diese Turmkugel wieder einmal geöffnet wird, eine weitere Schrift geschrieben und beigelegt. Und so will ich noch der Nachwelt einiges überliefern vom gegenwärtigen Leben und Treiben der Eichenberger Bevölkerung. Seit mehreren Jahren kann man beobachten, wie hier Bauernhöfe in fremde Hände kommen, auch in die Hände von Hofhändlern, die dann die Wälder arg aushauen und zerstückeln – alles zum Schaden der ganze Pfarrgemeinde. Im Jahre 1900 schlug der Blitz in das Haus des Franz Martin Reinhart in Eplisgehr. Das Haus stand in kürzester Zeit in Flammen und es geriet auch das sehr nahe gelegene Haus der Geschwister Ziller in Brand. Diese Besitzer der 2 Häuser waren bereits ältere kinderlose Leute. Deshalb scheuten sie das Bauen und sie verkauften ihre Höfe an das Kloster Mehrerau. Auch das Kloster unterließ das Bauen der 2 Häuser. An ihre Stelle wurde nur ein Stadel gestellt. Der 3. Hof in Eplisgehr, dessen Besitzer bisher Franz Josef Immler war, ging durch Kauf ebenfalls an das Kloster Mehrerau über. So gehört diesem Kloster nun ganz Eplisgehr. Ob zum Nutzen der Pfarrgemeinde? In den Viehweiden wurden vom Kloster alsobald etwa 70000 Tannen angepflanzt. In Jahrzehnten gibt es dort, wo früher Saatenfelder und Weideplätze waren, einen 2 großen Wald, um nicht zu sagen, eine Wildnis. Und wie schön wäre es, wenn in Eplisgehr wieder 3 Häuser stehen würden. Wenn ich das alles überdenke, so muß ich mir sagen, daß die Veräußerung der Parzelle Eplisgehr an das Kloster Mehrerau ein Mißgriff war. Ich komme nun auf einen anderen Punkt zu sprechen, auf die Straßen. Vor einigen Jahren wurden vom Lande herauf zwei neue Straßen gebaut, die eine von Hofen zum Kirchdorf Eichenberg, die andere von Backenreute über Ruggburg nach Lutzenreute. Dieser Straßenbau war ebenfalls ein Mißgriff. Man hätte eine und nicht zwei Straßen bauen sollen, und diese Straße hätte direkt von Bregenz quer über den Bregenzerberg, etwa bei Grünegger und Fallenberg vorbei, zum Kirchdorf von Eichenberg und von da direkt und gerade noch Eplisgehr, Unterfluh und weiter nach Lutzenreute respective nach Mühle führen sollen. Das hätte eine schöne und bequeme Verbindungsstraße zwischen Bregenz und Scheidegg respective dem Allgäu gegeben Die Bewohner von Möggers und der Gegenden von Buchenberg und Fürberg wären ebenfalls Interessenten dieser großen Straße geworden. Diese Straße wäre dem Einzelnen nicht so hoch zu stehen gekommen wie die jetzigen zwei neuen Straßen, die zusammen ungefähr 40000 Kronen kosteten. Man hätte, wie man es anderorts bei großen Straßenbauten macht, den Staat und das Land um die Mithilfe ansprechen können. Wie schade ist es, daß man es hier nicht so gemacht! 3 Vielleicht macht es eine spätere Generation von Eichenberg so. Auf diese Weise würden dann die Bewohner der Gegend von Butzenreute einen bequemeren Kirchweg erhalten. Der jetzige Kirchweg von Lutzenreute ist in einem traurigen Zustand und er wird noch von Jahr zu Jahr schlechter. Übrigens wollen die jetzigen Bewohner dieser Gegend keinen besseren Kirchweg, sonst hätten sie heuer die günstige Gelegenheit benützt. Das Kloster Mehrerau wollte wollte von Eichenberg nach Eplisgehr eine Straße bauen, die Lutzenreuter sollten aber helfen und das Kloster hätten diesen wiederum bis Lutzenreute weitergeholfen; die Bauern gaben sich aber mit dem alten Kirchweg zufrieden und das Kloster baute allein eine Straße von Ruggburg aus durch den sogenannten Sattel. Es handelt sich nun um die Frage, warum die Eichenberger beim Straßenbau geteilt waren, warum sie zwei und nicht eine Straße bauten. Da voraussichtlich diese Schrift nicht in die Hände der gegenwärtigen Generation von Eichenberg gelangen wird, so glaube ich hier schon offen werden zu können und zu dürfen. Ein Geschichtsschreiber soll eben objektiv sein. Übrigens trifft das nicht alle Eichenberger, sondern nur einige oder auch nur einen. Aber auch auf diesen einen will ich keinen Stein werfen, ich will der Nachwelt nur die Wahrheit überliefern. Wo ist also die Ursache der Spaltung beim Straßenbau in Eichenberg zu suchen? Im Dezember des Jahres 1894 war Vorsteherwahl der Gemeinde Möggers-Eichenberg. Seit circa 1812 war der Vorsteher ohne Unterbrechung in Möggers. Fast schien es, es müßte so 4 sein. Das Jahr 1894 brachte eine Änderung. Durch eifrige Agitation des Fidel Eller von Großen, der den eigenen Pfarrangehörigen, den Möggersern, einen Possen spielen wollte, gelang es, bei der Ausschußwahl 7 Ausschußmänner nach Eichenberg zu bringen. 7 in Eichenberg gegen 5 in Möggers! Der Vorsteher war den Eichenbergern nun gewiß. Es handelte sich nur noch darum, welchen von diesen 7 man wählen wolle. Zu diesem Behufe versammelten sich die 7, respektive 6 erschienen. Konrad Gorbach von Lutzenreute erschien bei der Beratung nicht. Die 6 Teilnehmer nahmen an, Konrad Gorbach sei deshalb nicht erschienen, weil er so wie so zum Vorsteher gewählt wurde, ja gewählt werden müsse, weil sich unter den 6 übrigen kein Tauglicher fände. (Gorbach war aber am Erscheinen wegen eines Zwischenfalles zu Hause verhindert worden.) Weil die 6 den angeführten Grund für das Fernbleiben des K. Gorbach annehmen zu müssen glaubten und sie sich darob gekränkt fühlten, so beschlossen sie einstimmig, die Stimme dem Johann Georg Mayer, Kronenwirt in Eichenberg, zu geben. Fidel Eller, der den 5 Möggersern beigezählt war, gab die Stimme auch dem Johann Georg Mayer, und so konnten sie 4 übrigen Möggerser samt dem Konrad Gorbach, der aber den Wahlvorschlag arg erbost wurde, nichts ausrichten. Dem Johann Georg Mayer war die Stimmenmehrheit gesichert und er wurde bei der Vorsteherwahl dann wirklich gewählt. Darob erboste, wie gesagt, Konrad Gorbach und er mag dem neuen Vorsteher 5 Rache geschworen haben. Unglücklicherweise wurde um diese Zeit die Ruggburg an einen Berliner Protestanten namens Alexander Bau verkauft. Dieser hatte die Ruggburg unter der Bedingung gekauft, daß dorthin vom Lande herauf eine Straße gebaut werde. Die Ruggburg allein wäre eine Straße nie und nimmer wert gewesen und so mußte man sich um die Mithilfe der Lutzenreuter umsehen. Dies war dem Konrad Gorbach eine erwünschte Gelegenheit, den Eichenbergern Dorfbewohnern mit ihrem Vorsteher Mayer an der Spitze einen Streich zu spielen. Schnell gab es unter den Bauern der Lutzenreuter Gegend eine Agitation für eine neue Straße vom Lande herauf über Ruggburg nach Lutzenreute. In 2 oder 3 Wochen war das Projekt gemacht, der Straßenbau vergeben und in Angriff genommen. Die ganze Sache war überstürzt und viel zu rasch zum Abschluß gebracht worden. Aber Konrad Gorbach war der Hauptagitator und was tut der Mensch nicht alles, wenn er auf Rache sinnt? Die Dorfbewohner von Eichenberger wollten nun auch nicht den bloßen Zuschauer spielen. Auch sie wollten eine neue Straße haben; es blieb ihnen aber nichts anderes übrig, als von Hofen aus eine eigene Straße nach Eichenberg zu bauen. Das ist in kurzen Zügen der Grund, warum wir jetzt in Eichenberg 2 neue Straßen haben. Die Rache fiel unglücklich aus. Ganz Eichenberg hat daran zu büßen. Denn wir haben jetzt 2 halbe Straßen 6 und doch keine ganze. Noch auf andere Weise rächte sich Konrad Gorbach an Johann Georg Mayer. Vor 2 Jahren erlangte Gorbach nach mehrjährigem Ringen und Bemühen die Konzession zu einer Wirtschaft. Er betreibt sie bis heute und betreibt sie noch weiter, und wahrscheinlich ist der Hauptzweck der Wirtschaft, dem Kronenwirt und Vorsteher Johann Georg Mayer Konkurrenz zu machen. Jeder vernünftige Mensch muß bei der Kenntnis der Umstände dieser Ansicht sein. Eine schimpfliche, kleinliche Rache wiederum! Gorbach schadete durch Konkurrenz nicht so fest dem Kronenwirt als vielmehr seinen Nachbarn und Anwohnern, die bei ihm des öfteren zukehren, anstatt sie sonst an Sonntagen abends nach Hause gegangen und das sauer verdiente Geld bei sich behalten hätten. Solche Winkelwirtschaften sind oft der zeitliche und oft auch der ewige Ruin der Bevölkerung. Einen indirekten Vorteil aber hat die Wirtschaft in Lutzenreute doch gebracht. Seit 25 Jahren war in den Kellern dieses Hauses eine Brennerei der Bauern von Lutzenreute, Mühle, Niederhaus, Lehen und Unterfluh. Als dann die Gastwirtschaft begonnen hatte, zeigte sich zu wenig Platz für die Getränke und für die Sennerei, und Konrad Gorbach kündete den Milchbauern seine Keller auf. Deshalb beschlossen die Bauern von Lutzenreute und Umgebung im Herbste des Jahres 1901 die Erbauung eines eigenen Sennlokals in Lutzenreute. Im Februar 1902 wurde das neue große Lokal feierlich eröffnet. Es spielte die Eichenberger Musikkapelle und viele Menschen beteiligten sich an der Feier. Heute sind bei der Sennerei 7 18 Bauern beteiligt, während es früher nur etwa 8 oder 10 waren. Der Milchpreis ist jetzt schon um 20 Kronen für 1000 Liter gestiegen. Wie gesagt, die Milchwirtschaft ist mit diesem Lokal in der Gegend von Lutzenreute sehr vorangeschritten, und das hat man indirekt der Gastwirtschaft des Konrad Gorbach in Lutzenreute zu verdanken. Wäre diese nicht gewesen, so hätte man in den dortigen Kellern weiter gemacht wie bisher. Von einer Seite habe ich bereit vernommen, daß auch die Dorfbewohner von Eichenberg es mit einem Sennlokal den Lutzenreutern nachmachen wollen. Vielleicht tun es an dritter Stelle dann noch die Furberger[?] Mit der Hebung der Milchwirtschaft in Eichenberg ist da der Getreidebau im Abnehmen begriffen. Die Bauern halten lieber mehr Vieh und kaufen das Getreide respektive das Mehl. Die Mahlmühlen, deren es zu meiner Zeit noch etwa acht gab, gehen ab. Die Zeiten ändern sich. Am 2. August 1901 wurde die Gegend von Bregenz bis Feldkirch und der Bregenzerwald von einem derartigen Hochwasser betroffen wie seit Menschengedenken noch nie. Eichenberg wurde arg in Mitleidenschaft gezogen. Im Felde des Remig Gorbach in Mühle war z. B. eine große Erdabrutschung in das Feld von Lehen bis zum Wald hinunter (ein Stück hinter dem Hause von Unterfluh.) In Unterfluh war unterhalb des Hauses eine große Erdabrutschung. Der gegenwärtige Besitzer, 8 Konrad Reichart, sagte um Unglückstag abends, er würde 1000 Florentiner Gulden bezahlen, wenn die Abrutschung unter dem Haus nicht stattgefunden hätte. Von Eichenberg nach Lutzenreute riß das Wasser von den 5 Brücken 4 fort. Die sogenannte Lehenbrücke konnte noch gerettet werden. Zahlreich waren die Abrutschungen in ganz Eichenberg. Der Schaden war hier wie anderorts groß. In einzelnen Gemeinden im Oberland betrug der angerichtete Schaden tausende von Gulden. Im Winter auf 1902 wehte einmal ein orkanartiger Sturm und richtete hier und anderorts ungeheuren Schaden an in den Wäldern und Obstgärten. An Stellen, die stark dem Wind ausgesetzt waren, wurden viele große und kleine Tanne entwurzelt. Das Frühjahr 1902 war schlecht und spät. Der Wonnemonat Mai glich einem stürmischen und kalten März. Im Verlaufe des ganzen Monats war kaum ein schöner Tag. In Eichenberg machte es wiederholt Schnee. Ganz wenige Bauern waren es, die kein Heu kaufen mußten. Mitte Mai schneite es einmal am Vormittag in Bregenz wie mitten im Winter. Mitte Juni war eines Morgens der Pfänder mit Schnee bedeckt. Am 5. Juli 1901 brannte das Haus des Ferdinand Ruck in Stadlers infolge Blitzschadens ab. So schlug der Blitz in zwei Jahren nacheinander auf unserem Berg heroben 9 ein. Kein Wunder, daß die Leute in Angst gerieten. Bei den Dorfbewohnern von Eichenberg war das in einem solchen Grade der Fall, daß sie nach Stadlers zum Brande nicht einmal mit der Feuerspritze ausrückten, weil sie fürchteten, es könnte inzwischen im Dorfe der Blitz einschlagen. Von Freunden in der Not, gehen hundert auf ein Lot. Nach dem Brande in Stadlers giengen manche Bauern in Eichenberg sicher in die Feuerversicherung. Die hatten recht und taten gut, denn gewöhnlich sagt man erst nach dem Brande, man hätte sollen lieber in der Versicherung sein. In 32 Jahren hat der Blitz in Eichenberg, wenn man Stadlers dazu rechnen will, nicht weniger als fünfmal eingeschlagen. Im Jahre 1869 in das Gorbachsche Haus in Niederhaus, am 3. September 1886 in das Haus des Jakob Hehle in Eichenberg, mit welchem Hause zugleich das Schulhaus abbrannte, am 1. September 1894 in das Haus des Josef Walser in Hintereg (das Haus brannte nicht ab. Es war ein sogenannter kalter Streich.) Und dann das vierte- und fünftemal schlug der Blitz noch ein in Eplisgehr und Stadlers. Auf Blitzableiter hält man hier nicht viel. Nur 2 gibt es: auf dem Hause des Josef Anton Gorbach in Eichenberg und auf dem Hause des Remig Gorbach in Mühle. 10 Seit etwa 10 oder 15 Jahren verdient man hier auch mit dem Sticken auf den sogenannten Pariser Maschinen ein hübsches Geld; manche auch mit der Fabrikation von Besen aus Birkenreisig. Das Kohlenbrennen, das vor Jahrzehnten hier noch stark betrieben wurde, ist heute so gut wie ausgestorben. Vor etwa 2 Jahren sprach man wieder von einer Trennung der Gemeinden Möggers und Eichenberg. Es wurde nichts daraus. Jetzt ist wieder alles still davon. Nach dem Abbrennen des Schulhauses 1886 wäre eine Trennung am ehesten möglich gewesen, als es den Möggersern so schwer ankam, den Eichenbergern ein neues Schulhaus bauen zu helfen. Im vergangenen Winter erhielt Eichenberg endlich eine viermalige Post. Nun will ich meine geschichtlichen Notizen zum Abschluß bringen. Wenigstens wird jetzt die Nachwelt im Turmknopf etwas mehr aufgezeichnet finden, als wir gefunden. Bis man diese Schrift in fernen Jahren wieder liest, wird der Schreiber in der Ewigkeit sein. Möge dann seiner der Leser in seinem Gebete gedenken. Lehen bei Eichenberg am 23. Juli 1902, Bernhard Dür Theolog ________________________ Geschrieben mit Tuschfarbe | 11
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  2. kirchturmchronik
18960104_ltb000...umKa Landtag 02.07.2021 02.07.2021, 12:26 I. der Beilagen zu den stenogr. Protokollen des Vorarlberger Landtages. I. Session, 8. Periode 1897. Beilage I. Wsricht des Landes-Ausschusses in Angelegenheit der Feier des 50jährigen Regierungs­ Jubiläums Sr. Majestät des Kaisers. Hoher Landtag! Der h. Landtag hat mit Beschluss vom 14. Jänner 1895 dem Landes-Ausschusse die Er­ mächtigung, beziehungsweise den Auftrag ertheilt, in einer der nächsten Sessionen einen Vorschlag hin­ sichtlich eines zur Feier des 50-jährigen Regierungsjubiläums Sr. Majestät des Kaisers zu beschließenden Humanitätsactes in Vorlage zu bringen. • Es ist schon im Berichte des Landes-Ausschusses vom 22. December 1894, I. Beilage der stenografischen Protocolle der 1895er Session hervorgehoben worden, dass sich alle Theile des Reiches rüsten zur würdigen Feier dieses Festes. „Die ganze Regierungszeit Sr. Majestät des glorreich regierenden Kaisers, so heißt es in jenem Berichte, ist gekennzeichnet durch seine stete, wohlwollende, alle Länder, Völker und Nationen des weiten Reiches gleich umfassende Fürsorge, durch seine unermüdliche, pflichtgetrene, geradezu aufopfernde Thätigkeit in Erfüllung und Ausübung seiner Herrscherpflichten, durch seinen außerordentlich großen Wohlthätigkeits­ sinn, welcher sich bei jeder Gelegenheit werkthätig äußert, wenn es gilt, die Roth zu lindern, das Gute zu fördern, die bessernde Hand an vorhandene Zustände anzulegen, die Kunst und alles Edle zu fördern." „Die Regierungszeit Sr. Majestät des Kaisers wird trotz der in dieselben fallenden schlveren Schicksalsschläge und Ereignisse einen ruhmreichen Abschnitt in der Geschichte Oesterreichs bilden und jedes Blatt dieses Geschichtsabschnittes wird ein laut sprechender Zeuge sein des schönen und innigen Verhältnisses zwischen bem Monarchen und seinen Völkern, wie es inniger, herzlicher und aufrichtiger kaum je in irgend einem Reiche bestand." 1 Beilage 1. L der Beilagen zu den steiiogr. Protokollen des Vorarlberger Landtages. In allen Ländern Oesterreichs besteht das Bestreben, dieses Fest durch Humanitätsacte 51t feiern, Humanitätsacte, die vorzüglich nach zwei Richtungen hervortreten und zwar in der Sorge für die Jugend durch Gründung von Waisenhäusern, Waisencolonien und Besserungsanstalten für die Jugend, oder in der Sorge für das Alter in Errichtung dahinzielender Institute oder Anstalten. Der Landesausschuss, beziehungsweise das durch ihn zur Borberathung dieses Gegenstandes eingesetzte Sub-Eomiw hat die Frage, welcher Vorschlag hinsichtlich des zu beschließenden Humanitätsactes dem h. Landtage erstattet werden soll, in reifliche Erwägung gezogen. Es wurden eine Anzahl Personen eingeladen, Vorschläge zu erstatten. Die eingelangten Vorschläge bezogen sich auf: . 1. die Errichtung eines Landeswaisenhauses; 2. „ „ „ Greisenasyls; 3. „ „ „ allgemeinen Krankenhauses; 4. „ „ „ Dienstbotenheims; 5. ,, „ einer landwirthschastlichen Anstalt und Schule; 6. Erweiterung der Rettungsanstalt in Jagdberg mit Gründung eines Lehrlingsheims zur Handwerkserlernung. Außer diesen Vorschlägen richtete noch der Ausschuss des Museumsvereins eine Zuschrift an den Landes-Ausschuss, in welchem er darauf anfmerksam machte, dass nach Ansicht und Absicht des Museunisvereines üit Jubiläumsjahre ein Bau die reichen Sammlungen des Vereins aufnehmeu soll. Das neuerstehende Museuni solle zum bleibenden Gedächtnisse des 50-jährigen Regierungsjubiläums des erhabenen Monarchen den Rainen: „F ranzisk 0 I 0 sefinu 111" führen. Was diese Mittheilung des Museumsvereinsausschusses anbelangt, wird dieselbe gewiss mit Freude zur Kenntnis genommen. Der Bau eines Museums ist wünschenswert und nothwendig. Es kann diese Zuschrift indessen nicht als eine Art Vorschlag hinsichtlich des vom Lande zu beschließenden Humanitätsactes angesehen werden, sondern sie ist einfach als eine Mittheilung darüber aufzufassen, was von Seite des Museumsvereins für die Kaiserfeier geplant sei. Es wird Sache künftiger Beschlnssfassung der Landesvertretung bleiben, auf eventuelles Einschreiten des Museumsvereins hinsichtlich Gewährung eines mäßigen Landesbeitrages zum Musenmsbaue in eine Beschlussfassung einzutreten. Der Vorschlag betreffend die Errichtung einer landwirtschaftlichen Anstalt und Schule entfiel schon aus dem Grunde, weil die Gründung einer solchen Anstalt unabhängig von der Kaiserfeier in Aussicht genommen ist und ohnedem zur Durchführung gelangt. Die unter ad 1—4 aufgeführten Vorschläge sind alle sehr wichtig und wäre zu wünschen, dass alle diese Projecte der Realisirung entgegen geführt werden könnten, insbesondere wäre die Errichtung eines allgemeinen Krankenhauses und eines Landeswaisenhauses außerordentlich nothwendig. Die Gründung neuer Anstalten erfordert aber große Summen, die dein Lande nicht zu Gebote stehen. Es könnte sich daher, wenn die Gründung einer solchen Anstalt ins Auge gefasst werden wollte, dermalen nur um Votirung eines Beitrages handeln, der zur Bildung eines Fonds zu einer solchen Anstalt Verwendung fände. Der Landesansschuss hielt es daher für zweckmäßiger, das Augenmerk auf eine im Lande bereits bestehende, wohlthätigen Zwecken dienende Anstalt zu richten und deren Erweiterung ins Auge zu fassen. AIs aut meisten geeignet erschien ihm die Rettungsanstalt für verwahrloste Kinder. Diese Anstalt, durch die Initiative der Landesvertretung ins Leben gerufen, ist gegenwärtig in Jagdberg untergebracht und wird von beit Kreuzschwestern besorgt. Der Verein zur Rettung sittlich verwahrloster Kinder, der die Anstalt hält und leitet, verfügte wohl über ein Vermögen von circa 12.000 st.; die Gebäude, in denen die Anstalt untergebracht ist sammt deren Einrichtung sind aber Eigenthum der Kreuzschwestern. Es erscheint nun sehr wichtig, Vorsorge zu treffen, dass die Anstalt mit der Zeit ihr eigenes Heim bekomme, sei es durch käufliche Erwerbung von Jagdberg, oder den Bau eigener Anstaltsgebäude. Ebenso wichtig wäre die Erweiterung 2 I. Session der 8. Periode 1897. Beilage I. der Anstalt durch Errichtung eines Lehrlingsheims, in welchen: die Zöglinge der Anstalt zu Handwerkern herangebildet würden. Wenn die Zöglinge die Anstalt nach kürzer Aufenthaltszeit wieder zu verlassen gezwungen sind, so besteht die große Gefahr, dass die auf sie verwendeten Blühen vielfach wieder ver­ loren gehen, indem die schon nach zurückgelegtem schulpflichtigen Alter Austretenden meist sich selbst über­ lassen, ohne Ziel und Leitung nur zu oft wieder auf Abwege gerathen. Bei Erweiterung der Anstalt durch Gründung eines Lehrlingsheims würden aber die Zöglinge eine derartige Weiterbildung erhalten, dass sie bei Verlassen der bezüglichen Anstalten in der Lage wären, für einen angemessenen Lebens­ unterhalt hinreichend sorgen zu können. Was die Höhe des zu votierenden Betrages betrifft, so wäre derselbe nach Ansicht des Landes­ Ausschusses mit Rücksicht auf die Kleinheit des Landes und der zahlreichen anderweitigen Anforderungen, die in nächster Zeit an dasselbe herantreten, mit höchstens 20.000 fl. zu bemessen. Der Betrag wäre in den Jahren 1897 und 1898 in 2 gleichen Raten an den Verein zur Rettung verwahrloster Kinder auszufolgen. Dabei müsste aber durch entsprechende Abänderung der Statuten Vorsorge getroffen werden, dass dieser Betrag bleibend seinem Zwecke erhalten bliebe. Ebenso wäre in den Statuten vorzusorgen, dass ein Delegierter des Landes-Ausschusses Sitz und Stimme in der Vorstandschaft des Vereins erhielte. Nachdem die Erwerbung von Jagdberg, beziehungsweise die Errichtung dem Vereine eigenthümlicher Anstaltsgebäude voraussichtlich erst in einem spätern Zeitraume erfolgen kann, so sollte schließlich festgesetzt werden, dass die mittlerweile aus dein Landesbeitrage eingehenden Interessen zur Hälfte zur Erhöhung des Fondes, zur Hälfte aber zur Gewährung von Freiplätzen oder Herabsetzung der Beiträge für dürftige, vorarlbergische Zöglinge Verwendung zu finden haben. Es wäre zu wünschen, dass außer dem Beitrage des Landes der Anstalt auch anderweitige Unterstützungen in reichlichem Maße zu theil würden. Insbesondere erschiene es zweckmäßig, wenn seitens einzelner Gemeinden Freiplätze für Angehörige derselben gestiftet würden. Es erscheint daher angemessen, wenn die Gemeinden seitens des Landes-Ausschusses auf die Wichtigkeit und den Nutzen der Rettungsanstalt aufmerksam gemacht und zur Spendung von Beiträgen, beziehungsweise Stiftung von Freiplätzen ermuntert werden. Es werden gestellt folgende Anträge: Der hohe Landtag wolle beschließen: „1. Anlässlich des 50 jährigen Regierungs-Jubiläums Sr. Majestät des Kaisers wird für die Rettungsanstalt für jugendliche Personen zum Zwecke der Erweiterung und zur Erwerbung eigener Anstaltsgebüude aus der Landescasse ein Betrag von 20.000 fl. in zwei gleichen in den Jahren 1897 und 1898 auszufolgenden Raten votiert. 2. Die Leistung dieses Betrages wird an die Bedingung geknüpft, dass derselbe seinem bestimmten Zwecke stets erhalten bleibe und dass dem Landes-Ausschuss statuarisch das Recht eingeräumt werde, einen Delegierten mit Sitz und Stimme in die Vorstandschaft des Vereins zu entsenden. 3. Bis zu dem Zeitpunkte der Erwerbung eigener Anstaltsgebäude seitens des die Anstalt leitenden Vereins sind die Interessen des Landesbeitrages zur Hälfte zur Vergrößerung des aus demselbeu zu bildenden Fondes, zur andern Hälfte zur Gewährung von Freiplätzen oder Ermäßigung der Beiträge für dürftige, vorarlbergische Anstalts­ zöglinge zu verwenden. 3 I. der Beilagen zu den stenogr. Protokollen des Vorarlberger Landtages. I. Session, 8. Periode 1897. 4. Der Landes-Ausschuss wird beauftragt, die Vorstehungen der Gemeinden aus die Wichtigkeit und Nützlichkeit der Rettungsanstalt für jugendliche Personen aufmerksam zu machen, und dieselben zu ermuntern, dahinzuwirken, dass insbesondere anlässlich des Kaiserjubiläums, sowohl seitens der Gemeinden als der Privaten die Zwecke der Anstalt, sei es durch Beiträge oder Stiftung von Frciplätzen gefördert werden." Bregenz, am 4. Januar 1896. Der Landes-Airsschuss. Martin Thnrnher, Druck von I. N. Teutsch, Bregenz. 4 Referent.
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  6. kaiserjubiläum
18901014_EKTC_Pfarre... Eichenberg 13.12.1901 27.06.2021, 08:02 An die löbliche Gemeindevorstehung in Möggers Das gefertigte Generalvikariat setzt hiemit die löbliche Gemeindevorstehung diensthöflich davon in Kenntnis, daß es genötiget ist, im Auftrage des hochwürdigsten hochlöblichen Ordinariats den hochwürdigen Herrn Adolph Rhomberg, Pfarrprovisor in Eichenberg, wegen andauernder Geistesstörung der Provision der Pfarre Eichenberg zu entheben. Das Enthebungs-Dekret wird in den nächsten Tagen ausgefertiget, und wird gleichzeitig die Provision dem derzeitigen Kaplan hochwürdigem Herrn Anton Schäfer übertragen werden Da sich bei dem gestörten Geisteszustande des Herrn Rhomberg nicht voraussehen läßt, was derselbe in Folge dieser Enthebung tun werde, glaubt das General-Vikariat die löbliche Gemeindevorstehung jetzt schon über die bevorstehende Verfügung verständigen zu müssen, damit dieselbe das Erforderliche in Eichenberg veranlassen könne, um Herrn Rhomberg sorgfältig zu überwachen und unglücklichen Schritten vorzubeugen, bis es möglich sein wird, ihn in eine Heilanstalt zu überbringen, 1 was vor der Enthebung nicht möglich war. Auch wird die löbliche Gemeindevorstehung ersucht, dem neuen Pfarrprovisor Herrn Anton Schäfer ernstlich an die Hand zu gehen, damit ihm die Kirchenlade und Kirchenkassa ausgefolgt, und so die Pfarrkirche und Pfarrpfründe in Eichenberg vor Schaden bewahrt werde. F. B. General-Vikariat Feldkirch, den 10. Oktober 1890 Johannes Bischof u. freier Generalvikar Müller 2 [Briefumschlag] 140.90, Nr. 405 Nach genommener Einsicht wird dieser Auftrag an Herrn Gemeinderat Bernhard Dürr zur Verfügung abgetreten. Möggers den 14ten 10. 1890 Rupert Sinz Vorsteher „N.B. H.H. Jos. Rhomberg war vorher Professor der Theologie und kam nur wegen seines Geisteszustandes nach Eichenberg, wo aber seine Krankheit schlimmer wurde. Walser“ 3
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  2. kirchturmchronik
18370916_EKTC_k...Schre Eichenberg 13.12.1901 27.06.2021, 08:01 Diesen Knopf hat gemacht und im Sommer vergoldet Karl Anton Leupold Bürger und Gürtler Meister von Bregenz für den Preis von 110 Florentiner Gulden Rheinische Währung das Kreuz dazu für den Preis von 40 Florentiner Gulden Rheinische Währung und ist am Tage der heiligen Ludmilla am 16ten September 1837 auf den Kirchturm nach Eichenberg zur neuen Kirche gekommen. Gott sei mir wie auch allen Gnädig
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  2. kirchturmchronik
18370916_EKTC_I..._Memo Eichenberg 13.12.1901 27.06.2021, 07:58 In perpetuam rei Memoriam Über den neuen Kirchenbau am Eichenberg. Der Eichenberg bildet eine Parzelle der Gemeinde Möggers und gehört zur Pfarrey Bregenz des k.k. Land- und Criminal Gerichts daselbst. Ihre Kirche war besonders im Winter äußerst beschwerlich, und überdies von der Pfarrkirche Bregenz weit entlegen. Aus diesem Grund entwickelte sich dann unter mehreren Bewohner von Eichenberg der Wunsch daselbst eine Kirche zu erbauen, wozu wesentlich der biedere Bauer Josef Gorbach zu Ebert |: der aber leider am 5ten Februar 1830 in einem Alter von 86 Jahren im Herrn entschlafen ist, bevor der neue Kirchenbau förmlich entschieden war:| Magnus Reichhart damals zu Jungholz, und Jakob Rädler am Eichenberg, die Haupttriebfeder waren. Durch ihre unausgesetzten Bemühungen brachten sie es endlich mit tätiger Mitwirkung und Unterstützung des Gubernialrates und Kreishauptmannes v. Ebner soweit, daß durch den ehemaligen Hochlöblichen Kreis-Ingenieur Adjunkten Negrelli ein Kirchenbau Projekt entworfen wurde, welches von der hohen Landesstelle noch unter der Regentschaft des inzwischen verblichenen Kaisers Franz des Iten mit Dekret vom 5ten Dezember 1843 Nr 26784 zur Herstellung bewilliget worden ist. Schon früher, und während dieser Bewilligung bemühten sich die genannten Individuen mit 1 Hilfe einiger Mitbürger von Eichenberg, - weil eigentlich die Konkurrenz zur beabsichtigten neuen Kirchenbaute äußerst klein, und unbemittelt, ja selbst späterhin nicht ganz einig war, milde Beiträge zu sammeln. Als erster und größter Wohltäter zeigte sich: 1. Seine hochfürstliche Gnaden der hochwürdigste Fürstbischof zu Brixen Hochlöblicher Herr Bernhard Galura für den Kirchenbau für den Pfarrhofbau für die Existenz eines Geistlichen 300 Florentiner Gulden 200 Florentiner Gulden 1500 Florentiner Gulden 2. Der Hochwürdigste Bischof zu Hypsopolus Weihbischof und General-Vikar für Vorarlberg zu Feldkirch hochwürdiger Herr Georg Prünster zum Kirchenbau 300 Florentiner Gulden 3. Seine hochfürstlichen Gnaden Fürstbischof zu Trient ehemals Weihbischof und General-Vikar zu Feldkirch hochlöblicher Herr Johann Nepomuk v. Tschiderer zu Gleisheim 100 Florentiner Gulden 4. Der nunmehr verstorbene Herr Benefiziat Ambros Hehle zu St. Joseph in Bregenz 200 Florentiner Gulden 5. 24 Familien Einwohner am Eichenberg und in der Umgebung 2400 Florentiner Gulden 6. Im Kreise Vorarlberg fielen durch Sammlungen 4500 Florentiner Gulden 7. Hochlöblicher Adam Girer Weinhändler in Bregenz stiftete 1 schöne Bahne, und 1 Prozessionskreuz nebst Meßgewand 2 Bei diesen günstigen Folgen wurde sohin der neue Kirchenbau unter der Regentschaft Seiner Majestät Ferdinand des Iten am 1ten Juni 1836. Unter Leitung des kaiserlich königlichen Hochlöblichen Kreis-Ingenieurs Joseph Hirn, des Hochlöblichen Adjunkten Martin Kink und des k.k. Hochlöblichen Straßenmeisters Johann v. Hörmann durch den Maurermeister Joseph Daum und Zimmermeister Johann Stökeler von Weiler, das königlich kaiserliche Landgericht daselbst im Akkord begonnen, und im November 1837 mit aller Zufriedenheit vollendet, und zwar mit einer baren Auslage von 300 Florentiner Gulden jedoch ohne die innere Verzierungen etc. Als Bau-Inspizient wurde von Seite der politischen Behörden Magnus Reichhart derzeit am Eichenberg, und als Kassier Jakob Rädler am Eichenbergj aufgestellt, welche mit großen Aufopferungen ihrer zeitlichen Güter unermüdet waren, den neuen Kirchenbau gehörig zu Stande zu bringen wozu übrigens auch der Herr Landgerichts-Vorstand Anton Palang, der Hochlöbliche Landgerichts-Adjunkt Sebastian Stöckel, und Johann Seiter wesentlich beigetragen haben. Das erforderliche Holz wurde gleichfalls durch milde Beiträger in natura gespendet, und die Bausteine, so wie der Kalk und Sand haben die Einwohner von Eichenberg geliefert und so auch die mühseligen und vielen Hand- und Spannfronen unentgeltlich geleistet, wobei aber nur der geringere Teil von Eichenberg sich der ehrenvollen Arbeit widmete, da wie schon früher Erwähnung geschah, ein großer Teil mit dem neuen Kirchenbau nicht ganz einverstanden war, - so daß der ganze 3 Kirchenbau bloß von einigen wenigen Familien zur vollen Ausführung gebracht worden ist, die wir hier in soweit nicht namhaft machen wollen, da sie ihren Verdienst um das Wohl der Kirche selbst kennen werden. Der Hochwürdige Hochlöbliche Dekan Walser in Bregenz erteilte den Bauleiter die zu ihrem Zwecke führenden Ratschläge, und segnete ihre Schritte während auch der Hochlöbliche Gemeindevorsteher Fidel Hagen zu Möggers das Seine beitrug. Dank sei allen unseren Wohltätern dieser neuen Kirchenbaute, und der Himmel möge ihnen dies, und Jenseits hiefür eingedenk sein, und durch andere Wohltaten vergüten. Eichenberg den 16ten September 1837 Verfasst und geschrieben von Hauser zu Bregenz. 4
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  2. kirchturmchronik
18370901_Einsch...z_Mad Eichenberg 13.12.1901 27.06.2021, 08:00 Geschenke von Fachmänner und Straßenmeister v. Hörmann Bregenz d. [Ordnungszahl wegen Blattkorruption unlesbar] September 1837
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  2. kirchturmchronik
18290101_EKTC_B...en_Ka Eichenberg 13.12.1901 27.06.2021, 07:59 Euer Majestät In aller untertänigster und tiefster Verehrung bringen die gefertigten Deputierten der katholischen Gemeinde Eichenberg, der Pfarrer und des Landgerichts Bregenz, des Kreises Vorarlberg eine ihren Herzen höchst wichtige Bitte vor den Thron unseres Allergnädigsten Kaisers. Aller untertänigst bitten wir um eine seelsorgliche Expositur auf den Eichenberg der Pfarre und des k.k. Landgericht Bregenz um eine jährliche Dotation für den Seelsorger pro 300 fl. R. W. aus den jährlichen Konten des aufgehobenen Klosters Mehrerau, welches bis zur Aufhebung Patron von Eichenberg der Pfarre Bregenz war, dessen Konten sich jährlich auf circa 12000 fl. belaufen mögen. Manche Orte erhielten Exposituren und Eichenberg ist selber am meisten benötiget, und zwar aus folgenden physischen, moralischen und ökonomischen Gründen: a. Die physischen Gründe dafür bestehen in der 1 ½ bis 2 Stunden weiten und hohen Entfernung von der Pfarrkirche zu Bregenz<, - der Zugang zu dieser ist in der schönsten Jahreszeit immer beschwerlich und steil, dann zur Winterszeit wegen hohem Schnee, Eis und stürmischer Witterung für die zarte Jugend, die alten und gebrechlichen, besonders schwangeren Personen höchst gefährlich und oft gar nicht zu unternehmen. Daraus gehen b. Die moralischen Gründe hervor, daß nämlich diese Pfarrangehörigen von Bregenz, welche in 300 Seelen, in 55 über die Gebirge sehr zerstreut liegenden Häuser bestehen, dem Religionsunterrichte und Gottesdienste sehr oft gar nicht beiwohnen können, und wenn es ihnen auch gelingt in die Pfarrkirche zu kommen, das Bedürfnis der Ruhe und der Erquickung mit Nahrung zu sehr fühlen, als daß sie dem Gottesdienste mit der gehörigen Stimmung beiwohnen könnten, daß die gefährlich und schwer Erkrankten zur Winterszeit beim hohen Schnee immer in der bangen Besorgnis daliegen, der Seelsorger könne gar nicht oder zu spät kommen; - daß die Jugend dem nachmittäglichen Gottesdienste, der Widerholungsschule und so weiter gar nicht beiwohnen kann, auf dem Heimwege sich selbst überlassen, zu Ausgelassenheiten verstalt[?] , bei dunkler Nacht erst heim kommt; daß Eichenberg am äußersten Punkte des von Sekten verrissenen Auslande liegt, wo es nichts braucht als daß sich Einer, als Vorsteher zum Erklärer der Bibel hervor tut, die Leute zur Versammlung in Häuser einladet, wovon wir schon Versuche hatten, und so zum Separatismus verleiten; daß den längern Kranken und Sterbenden der Seelsorger im glücklichen Falle nur die Heiligen Sakramente reichen aber ihren bangen Kümmernissen mit Religionstrost nicht mehr beistehen kann, weil sie zu weit entfernt sind, und die gebieterischen Umstände sehr oft die Ankunft unmöglich machen. c. Als ökonomische Gründe müssen sie nur im Kurzen aufführen: - Die Beschwerlichkeit und Weite des Weges zur Pfarrkirche, welche sie schon um 9 Uhr frühe und folglich die längere Zeit des Jahres bei eitler Nacht durchwandern müssen, fördert Erquickung im Wirtshause, und wollten sie beim Nachmittagsgottesdienste bleiben, wären sie genötiget ein Mittagsmahl einzunehmen, womit für Einzelne und besonders für eine jede Familie Großer Aufwand verbunden ist. Die Länge und Beschwerlichkeit des Wegs die oft raue Witterung und verdorbenen Wege erhöhen den Bedarf der Kleider und Schuhe für jede Familie. – Wegen Beschwerlichkeit und weiter Entfernung zum Gottesdienste haben unsere Güter einen geringen Wert, welcher, wie auch die Kultur der noch öden Güter merklich steigen würde, wenn aus den angeführten Gründen eine beständige Seelsorge da wäre. Alle diese Gründe haben die hochoberkeitlichen aufgestellten Pfarr-Errichtungs Kommissionen von den Jahren 1755 et 56, - dann von 1780, 81 et 1785 als wahr und wichtig eingesehen, und schon in jenen Jahren auch die Errichtung einer eigenen Seelsorge auf dem Eichenberge angetragen. Diese Gründe erklärte als wahr eine am 6ten August 1823 nach Eichenberg abgeordnete k.k. Kommission, und trug auch eine eigene Seelsorge daselbst an.
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