• 10 Treffer
  Dokument Gemeinde Datum geändert Inhalt des Dokuments Schlagworte
test_oeffentlich_1 18.09.2019 18.09.2019, 05:46 VII. der Beilagen zu den stenogr. Protokollen des Vorarlberger Landtages. VI. Session der 8. Periode 1902. Keil««» VII. Bericht des (andes-Ausschusfes über die Wirksamkeit der NaturalWerpstegsstationen in Oorarlberg im )ahre ^OV Hoher Landtag! Im Jahre 1901 wurden in den vorarlbergischen Natural-Verpflegsstationen 39.911 mittellose Reisende aufgenommen. Im Jahre 1900 betrug die Zahl der Aufgenommenen 29.259, im Jahre 1899 28.664. Im Berichtsjahre ergibt sich sonach gegenüber dem Vorjahre eine Zunahme von 10.652 und gegenüber dem Vorjahre 1899 eine solche von 11.247. Die aufgenommenen Reisenden vertheilen sich auf die einzelnen Stationen, wie folgt: 1901 1900 1901 4900 3755 1327 Bregenz Hohenweiler . 4751 3523 860 Feldkirch Bezau 4399 3170 Bludenz 725 Au . 4263 3134 653 Dornbirn Sulzberg 4066 3007 561 Götzis Schröcken 2531 1884 Dalaas 486 Lech . 2449 1765 454 Langen Schruns 1676 2060 354 Höchst Gaschurn 1668 1091 232 Sonntag Alberschwende 1061 1516 Hittisau 172 Mittelberg 1484 994 Egg . Es ergibt sich sonach in sämmtlichen Stationen eine Zunahme der Frequenz. 1900 1088 574 484 481 354 288 373 307 171 79 Die außerordentliche Steigerung der Frequenz gegenüber den Vorjahren ist in erster Linie auf den schlechten Geschäftsgang, der sich nicht nur in Österreich, sondern insbesondere auch im Deutschen 27 VII. der Beilagen zu den stenogr. Protokollen des Vorarlberger Landtages. Beilage VII. Reich fühlbar machte, zurückzuführen. Die höhere Frequenz der Verpflegsstationen des Bregenzerwaldes wurde hauptsächlich durch den Bau der Bregenzermaldbahn verursacht. Das Berichtsjahr weist die höchste Frequenz seit dem Bestände der Verpflegsstationen in Vorarlberg auf:- (1891 Oktober bis December = 6.958, 1892 = 34.266, 1893 = 34.949, 1894 = 34.669, 1895 = 30.646, 1896 = 32.188, 1897 = 33.576, 1898 = 33.429, 1899 und 1900 siehe erste Seite.) Wie in den Vorjahren wurden auch im Berichtsjahre während der Wintermonate, d. i. während der Zeit der Nichtoffenhaltung der Arlbergstraße für den allgemeinen Verkehr, an mittellose von Vor­ arlberg nach Tirol sich wendende Reisende auf Kosten und Rechnung der Station Dludenz Fahrbillets Bludenz—St. Anton ausgefolgt. Die Zahl der auf diese Weise beförderten Reisenden beträgt 1344 gegenüber 808 im Vorjahre, sonach um 536 mehr. Die hiedurch verursachten Kosten betragen 1034 K 88 h gegenüber 622 K 16 h int Vorjahre. Die Auslagen für die Leitung der Stationen, für Verpflegung der Reisenden, für Miete der Locale, für Licht, Beheizung und Reinigung, dann Ergänzung und Instandhaltung der Einrichtung und hinsichtlich der Station Bludenz für die an Reisende ausgefolgten Eisenbahnfahrkarten beziffern sich für das Berichtsjahr wie folgt: Bezirk Siegen? Srege«?eriuald lltiltf Ultra*) fornliir« ftlMtird) Milden? Mutation Auslagtn K h 6916 4570 134 4563 5939 8583 1054 31763 99 30 40 59 18 17 84 37 Übernahmt Repartiert auf den auf die des Landesfond Gemeinden K h K h — — 1500 — — — — — — — 3600 — — — 5100 1 --- 6916 3070 134 4563 5939 4983 1054 36663 Steuerfurnnre 99 30 40 59 18 17 84 37 Bezirkes h K 273.754 78.705 6.301 167.127 184.859 127.125 36.794 874.667 35 41 17 65 — 80 61 99 Entfällt auf die Gemeinden in % M den direkten ärar. Steuern 2'526 3-9 2-13 2-73 3213 3'91 2-864 3'048 Im Jahre 1900 waren folgende Auslagen zu decken: Bezirk Auslagen K Sregen? Lregemerwald Mittelberg*) Sornbirn Feldkirch Stuben? Montavon 5804 3373 35 3706 4655 6592 951 35118 | h 24 10 50 49 90 28 20 71 Übernahme Repartiert Steuersumme auf den auf die des Landesfond Gemeinden K K h h — — 750 — — — — - — — 2400 — 3150 -- 5804 2623 35 3706 4655 4192 951 21968 1 24 10 50 49 90 28 20 71 Bezirkes K h 273.110 80.611 5.831 159.847 176.598 126.084 35.609 857.693 18 06 31 68 — 76 55 54 Entfällt auf die Gemeinden in °/0 ;u den direkten ärar. Steuern 2-125 3-254 0-688 2-319 2'64 3'325 2'67 2-561 *) Auslogen für Miete, Beleuchtung, Reinigung u. dgl. wurden nicht in Anrechnung gebracht, da die Station in einem Locale des Armenhauses untergebracht ist. Der angerechnete Betrag bezieht sich daher nur auf die Kost und die Leitungsgebür. 28 Beilage VII. VI. Session der 8. Periode 1902. Im Jahre 1899 umreit folgende Auslagen zu decken: Bezirk Ansingen Übernahme Repartiert Steuersumme auf den auf die des Landesfond Gemeinden fl- Stegen? 2892 1760 Srtgtitjmtmlb 38 Mittelberg 1749 Dornbirn 2310 Feldkirch 3275 Anden? 473 Montavon 12500 kr. 87 12 80 40 13 62 50 44 fl. kr. — — 460 — — — — — — 1200 — 1660 — — — — fl2892 1300 38 1749 2310 2075 473 10840 kr. 87 12 80 40 13 62 50 44 Bezirkes fl. 135.784 36.462 2.909 79.494 93.703 62.529 17.780 428.665 kr. 23 78 95 90 11 84 79 60 Entfällt auf dir Gemeinden in °/0 zu den direkten ärar. Steuern 2*13 3'565 1-33 222 2466 332 2662 2529 Die Gesammtauslagen sind somit int Berichtsjahre gegenüber dem Vorjahre um 6643 K 66 h und gegenüber dem Jahre 1899 um 6761 K 49 h höher. Auf Grund der Landtagsbeschlüsse vom 27. October 1890 wurde seitens des Landes-Ausschusses dem Bezirke Bludenz zur theilweisen Deckung der für die Natural-Verpflegsstationen erwachsenen Kosten eine Subvention von 3600 K und dem Bezirke Bregenzerwald eine solche von 1500 K aus dem Landesfonde gewährt (1900 erhielt Bludenz 2400 K, Bregenzerwald 750 K). Hinsichtlich Ermäßigung einzelner Ausgabeposten, z. B. Miete, Leitung Beheizung u. dgl. bei einigen Natural-Verpflegsstationen des Bregenzerwaldes wurden die Vorstehungen der Stationsgemeinden zur Einleitung von Verhandlungen mit den betreffenden Stationsleitern beauftragt. Die Erfolge der Verpflegsstationen hinsichtlich Einschränkung des Bettels und des Vagabunden­ wesens sind auch im Berichtsjahre im allgemeinen als günstige anzusehen!. Es wird aber immer seitens der Gemeinden mit allem Ernste darauf hinzuwirken sein, dass die Bevölkerung zur Erreichung des Zweckes der Institution thatkräftig mitwirkt. Im Jahre 1901 wurden sämmtliche Verpflegsstationen, mit Ausnahme jener von Sonntag und Mittelberg, von dem mit der Überwachung dieser Anstalten betrauten Referenten und zwar die kleinern einmal, die größeru zwei- bis dreimal besucht, und es konnte auch in diesem Jahre hinsichtlich der Einrichtung und Leitung der Stationen, sowie der Verpflegung der Reisenden ein befriedigender Zustand constatiert werden. Wahrgenommene Mängel wurden in geeigneter Weise zu heben gesucht. In der Station Dalaas trat der bisherige Stationsleiter mit Schluss des Jahres zurück, und es gelangte sonach vont 1. Jänner 1902 an sowohl die Leitung als die Besorgung der übrigen Stations­ agenden in andere Hände. Arbeitsvermittlungen erfolgten im Berichtsjahre 461 gegenüber 443 im Vorjahre und 509 im Jahre 1899. Die Arbeitsvermittlungen wurden durch folgende Stationen besorgt: Feldkirch 143, Bregenz 63, Dornbirn 53, Bludenz 48, Götzis 39, Egg 39, Höchst 15, Hittisau 13, Bezau 10, An 8, Hohenweiler 7, Sulzberg 7, Dalaas 6, Langen 6, Schruns 2, Alberschwende 2. Die bereits im Berichte des Jahres 1900 erwähnte Anregung des großherzoglich badischen Landes-Commissärs der Kreise Konstanz, Villingen und Landshut und des schweizerischen Stations29 VII. der Beilagen zu den stenogr. Protokollen des Vorarlberger Landtages. VI. Session der 8. Periode 1902. verpflegsverbandes nach nachbarlicher Verständigung zur Erzielung eines einheitlichen Vorgehens in An­ gelegenheit der Natural-Verpflegsstationen wurde vom Landes-Ausschusse nicht außer Beachtung gelassen; es war aber der Referent nicht in der Lage, an den diesfalls für den Herbst 1901 in Aussicht genom­ menen Verhandlungen theilzunehmen, weshalb dieselben auf Frühjahr 1903 verschoben wurden. Es wird gestellt der B tt t * « 5: „Der hohe Landtag wolle den vorstehenden Bericht über die Thätigkeit und die Erfolge der Natural-Verpflegsstationen im Jahre 1901 zur Kenntnis nehmen." Bregenz, am 13. März 1902. Der Kandes-A«ssch«fs. Martin Thnrnher, Referent. Druck v. I. N. Teutsch, Bregenz. 30
  1. manuell
  2. firstuploads
Montafoner_Muse...10_In 01.09.2010 17.12.2012, 08:13 Information montafoner montafoner museen museen 100 Jahre Hochwasser 1910 6 100 Jahre Hochwasser 1910 Liebe Freunde der Montafoner Museen! Liebe Freunde des Heimatschutzvereins! Mit dieser Mitgliederinformation möchten wir Sie herzlich zu den Veranstaltungen im Oktober einladen. An erster Stelle ist wieder die Lange Nacht der Museen zu nennen, die zum 11. Mal durchgeführt wird und bereits zum 9. Mal auf eine Montafoner Beteiligung zählen kann. Das ist nicht selbstverständlich. Das südliche Vorarlberg ist nicht an die öffentliche Busverbindung des Landes angeschlossen und auch sonst sind die Montafoner Museen wie etwa die Kolleginnen und Kollegen im Klostertal oder Lech auf sich alleine gestellt (weniger Werbemittel, geringere Öffentlichkeitsarbeit). Wir sind auch die einzigen im Land, die nicht nur ein Haus, sondern gleich fünf Häuser bespielen. Umso mehr möchte ich an dieser Stelle unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hervorheben, die immer wieder das Unmögliche möglich machen. Und wir hoffen auch auf unsere Mitglieder, dass Sie uns mit Ihrem Besuch erfreuen. Andreas Rudigier (Obmann) 1 2010 6 montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 Information und eine nächtliche Rundfahrt durch die Montafoner Museen zu genießen. Bitte im Heimatmuseum bis 30. September anmelden! 2010 Montafoner Heimatmuseum Schruns Freitag, 1. Oktober 2010, 20 Uhr Freitag, 5. November 2010, 20 Uhr Offenes Singen (mit Hannes Riesch) An diesen zwei Herbstfreitagen findet im Heimatmuseum in Schruns wieder das Offene Singen statt. Wir laden alle ein, die gerne in geselliger Runde alte und neuere Volkslieder singen. Hannes Riesch begleitet mit der Gitarre die Lieder, die vorwiegend aus dem Vorarlberger Liederbuch und dem Wirtshausliederbuch gesungen werden. ☛ Hinweis: Mit der Bahn Bludenz ab 18.35 Uhr, Schruns an 18.55 Uhr, Rückreise Schruns ab 22.03 Uhr möglich Montafoner Heimatmuseum Schruns 18 Kinder im Museum 19 Der Kulturverein illlitz bietet wieder ein Überraschungsprogramm 20 Mit Taschenlampen durchs Geisterhaus. Eine ungewöhnliche Erkundungstour für klein und groß 21 Eine ungewöhnliche Fotosammlung: Der Zeitzeuge Kilian Jochum erzählt 23 Mit Taschenlampen durchs Geisterhaus. Eine ungewöhnliche Erkundungstour für groß und klein Wir bieten Ihnen auch Kulinarisches, Filmisches, Musikalisches. Schruns, Tschagguns, Bartholomäberg, Silbertal und Gaschurn Samstag, 2. Oktober 2010, 18-1 Uhr Lange Nacht der Montafoner Museen (in Zusammenarbeit mit dem ORF) Nachts im Museumsbus! Ab 17.30 Uhr, Treffpunkt Heimatmuseum Schruns, gibt es wieder die Gelegenheit, das Museumstaxi zu buchen 2 Veranstaltungen Altes Frühmesshaus Bartholomäberg 18 Führung durch das wachsende Museum (Es tut sich was!) 19.30 Jahre der Heimsuchung – Zeitzeugen erzählen 20.30 „Bsondrige Musig“ 22 Orgelwanderung in Erinnerung an Franz Josef Battlogg (mit Bruno Oberhammer und dem „Quartett vocaliter“ in der Pfarrkirche Bartholomäberg, GrassOrgel, 1792) Wir bieten Ihnen auch Kulinarisches („Gsottne Erdöpfel, dörre Biara und Kees“ im Museums-Keller) montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 6 19 Führung durch das Museum und die Sonderausstellung 20 Wolle spinnen, Schäpel und Trachtenhüte machen (bis 24 Uhr) Sonderausstellung „Jahre der Heimsuchung“, Ausgrabungen am Luterseeberg/Alpe Netza und beim Veltliner Hüsli Wir bieten Ihnen Musikalisches und Kulinarisches („Kruutspätzle mit Öpfelmuas“) Montafoner Bergbaumuseum Silbertal 18 Führung durch das Museum 20 Jahre der Heimsuchung: Lesung, Zeitzeugen erzählen 22 Musikalischer Ausklang Sonderausstellung „Jahre der Heimsuchung“ und Miskeyitarbeiten des BORG Götzis“ Montafoner Tourismusmuseum Gaschurn 18 Orgelwanderung in Erinnerung an Franz Josef Battlogg (mit Bruno Oberhammer und dem „Quartett vocaliter“ in der Pfarrkirche Gaschurn, Mayer-Orgel, 1884) 3 2010 6 montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 Veranstaltungen Montafoner Tourismusmuseum Gaschurn Dienstag, 5. Oktober 2010, 19.30 Uhr 2010 Montafoner Katastrophengeschichten (Buchvorstellung und Ausstellungsführung mit Mag. Michael Kasper) Wintersportausstellung „Einst und Jetzt“ (Altes Gemeindeamt Tschagguns) 18 „Leben auf der Alpe“ (Erzählcafé) 20 Orgelwanderung in Erinnerung an Franz Josef Battlogg (mit Bruno Oberhammer und dem „Quartett vocaliter“ in der Pfarrkirche Tschagguns, „Bergöntzle-Orgel, 1816) 21 Die Besteigung des Matterhorns und andere Filme Kellergalerie montartphon (Schruns, Bahnhofstraße 12) 19.30 Eröffnung der Sonderausstellung zum Werk von Hugo Damian Graf Schönborn Informationen: langenacht.ORF.at Hochwasser, Lawinen und Bergstürze, Seuchen und Hungersnöte haben zu allen Zeiten die Menschen im Montafon heimgesucht. Mehrere dieser Katastrophenereignisse werden von ihren Wirkungen auf Kultur und Gesellschaft her betrachtet werden. Anhand verschiedener Beispiele aus dem Montafon werden einige der Unglücksereignisse selbst, aber auch die Versuche weitere derartige Schicksalsschläge zu verhindern oder zumindest zu bewältigen vorgestellt. Wie gingen die Betroffenen mit den Geschehnissen um, wie bewältigten sie die Folgen und zu welchen Maßnahmen hat sie der Schock der Katastrophe bewogen? Einige Begebenheiten aus der Montafoner Katastrophengeschichte werden anhand von historischen Aufzeichnungen, jüngeren Zeitzeugenberichten und traditionellem Sagengut geschildert und mit zahlreichen zeitgenössischen Abbildungen veranschaulicht. 4 Veranstaltungen ☛ Hinweis: Der Bus fährt ab 19.05 Uhr von Schruns nach Gaschurn, der Rückweg ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mehr möglich, melden Sie sich bitte im Heimatmuseum, wenn Sie eine Rückfahrgelegenheit brauchen. montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 6 ☛ Hinweis: Mit der Bahn Schruns ab 19.03 Uhr, Lorüns an 19.16 Uhr, Rückreise Lorüns Richtung Schruns ab 21.42 oder 22.40 Uhr Montafoner Heimatmuseum Schruns Lorüns (Schulsaal) Donnerstag, 7. Oktober 2010, 19.30 Uhr Freitag, 8. Oktober 2010, 18-23 Uhr 5. Schrunser Kunstnacht Die 5. Schrunser Kunstnacht wird um 18.30 Uhr am Kirchplatz mit allen teilnehmenden Künstlern eröffnet. Für unterhaltsames Rahmenprogramm mit Livemusik ist gesorgt. Das Montafoner Heimatmuseum möchte im Rahmen der Kunstnacht auf Werke von Franz und Jakob Bertle aufmerksam machen, die derzeit im Heimatmuseum zu sehen sind. Vor allem das Bild der „Montafonerin“ von Franz Bertle wurde uns freundlicherweise vom Vorarlberger Landesmuseum als Leihgabe zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus ist auch noch das Werk der Fotografin Adele Maklott in der Kunstnacht zu sehen. Von der Alfenz bis Prazalanz: Flurnamen aus St. Anton, Lorüns und Stallehr (Vortrag mit Univ.-Prof. Dr. Guntram Plangg) Die Flur- und Ortsnamen am Montafoner Talausgang sind vorwiegend bestimmt durch die Gewässer, die Wegsicherung und den Verkehr. Die alten Namen erzählen von Vermurung und Überschwemmung, aber auch von Bewässerung und Brunnen, die umstritten waren. Wege. Brücken, Steigungen und Pässe wurden früher anders bewertet. Eine Diskussion mit Ortskundigen und Heimischen ist beabsichtigt. Die Ergebnisse fließen in das entstehende Montafoner Flurnamenbuch ein. 5 2010 6 montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 Veranstaltungen Treffpunkt Bahnhof Schruns Samstag, 16. Oktober 2010, 7 Uhr (Rückkehr gegen 18 Uhr) 2010 Montafoner Heimatmuseum Schruns Donnerstag, 14. Oktober 2010, 19 Uhr 14. Montafoner Trachtengespräche Historische Jacken – Entwicklung und Geschichte bis in die Gegenwart Wie viele Jackenformen kennen wir bis heute und welche Jacken sind heute noch gebräuchlich? Alles rund um dieses Thema soll betrachtet werden. Bildliche Darstellungen aber auch historische Jacken können an diesem Abend angesehen werden. Insbesonders soll der Frage nachgegangen werden, wie heutige Trachtennäherinnen historische Trachten als Inspirationsquelle für ihre eigenen Kreationen nutzen. Zeitgenössische Architektur in historischen Baukontexten (Exkursion nach Tirol) Die Exkursion greift einige Beispiele aus der jüngeren Architekturgeschichte seit den 1980er Jahren heraus, in denen ArchitektInnen und BauträgerInnen versucht haben, zeitgenössisches Bauen in einer historischen Umgebung zu realisieren. Auswahlkriterien sind eine Lage im Ortskern und eine öffentliche Nutzung der Gebäude. Erste Station ist Kappl im Paznauntal. Die kleine Gemeinde hat mit dem „Dorfzentrum Kappl“ ein modernes und offenes Gemeinde- und Veranstaltungshaus errichtet, das auch eine Lücke in der Dorfstruktur geschlossen hat. Die nächste Station, das „DOZ“ (Dorfzentrum) in Fließ, hat der Architekturtheoretiker Otto Kapfinger als „starkes Implantat inmitten des traditionellen, hoch über dem Talboden gelegenen Dorfes“ bezeichnet. Ein Stopp in Stams führt zu einem Objekt, das zu den heurigen Preisträgern des BTVBauherrenpreises gehört – einer Erweiterung des Internatsgebäudes für Schisportlerinnen. Weitere Objekte in der kleinen, aber für die Tiroler Geschichte wichtigen Gemeinde, sind das Internat und die Schule für Schisportler, und das Feuerwehr- und Vereinshaus. Allen Gebäuden ist gemeinsam, sich trotz expressiver Formensprache sensibel in ein Geflecht aus historischer Umgebung und einer beeindruckenden Bergkulisse einzufügen. Und wieder die Bitte an unsere Besucherinnen: Wenn Sie Trachtenstücke (alt und neu) oder alte Fotos zum Thema beisteuern könnten, bringen sie diese mit – sie sind wie immer ein wichtiger Bestandteil der Trachtengespräche. ☛ Hinweis: Mit der Bahn Bludenz ab 18.35 Uhr, Schruns an 18.55 Uhr, Rückreise Schruns ab 21.03 oder 22.03 Uhr möglich 6 Veranstaltungen Die Gemeinde Rum (bei Innsbruck) hat mit dem „FoRum“ ein Veranstaltungszentrum neben das Gemeindeamt aus dem 18. Jahrhundert gesetzt. Das „FoRum“ ist seither nicht nur ein Beispiel für eine gelungene Verbindung von historischer und neuer Architektur sondern auch für die Belebung einer Dorfgemeinschaft durch eine sensible, auf die Bedürfnisse der BewohnerInnen abgestimmte Architektur. In diesem Jahr fertig gestellt und schon voll in Betrieb ist das Kultur- und Veranstaltungszentrum KiWi Absam, ein Bau, der mehrfach zwischen historischer Bausubstanz und neuer Architektur vermittelt, denn der Bau des KiWi umfasste sowohl denkmalpflegerische Maßnahmen, als auch die Konzeption eines neuen Gebäudeteils. Das KiWi beinhaltet neben einem Veranstaltungszentrum auch ein Gasthaus mit historischer Veranda und ein neu gestaltetes Gemeindemuseum. Am Rand der Altstadt der historischen Salzstadt Hall in Tirol wurde 1930/31 das „Turmhotel Seeber“ von Lois Welzenbacher errichtet. Nachdem der Bau 1997 von der Stadt Hall angekauft wurde, wurde das Gebäude revitalisiert und durch einen Neubau, das „Parkhotel“ ergänzt. Der Baukörper des Parkhotels ist ein gelungenes Beispiel für zeitgenössische Architektur, die sich an einem der wichtigsten Bauten des „Neuen Bauens“ in Tirol misst. Geleitet wird die Exkursion von Dr. Verena Konrad, Kunsthistorikerin und Architekturtheoretikerin. In Absam werden auch der Architekt und der Bürgermeister für Fragen zur Verfügung stehen. montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 6 Anmeldung im Montafoner Heimatmuseum bis 14. Oktober notwendig (Kosten für Exkursion werden bekannt gegeben). Mittwoch, 20. Oktober 2010, 16 Uhr Altes Frühmesshaus Bartholomäberg Räucherspezialitätenkurs (mit Karin Sander-Pichler) Zur Herbst- und Winterzeit wird an langen Abenden auch in unserer Gegend gerne mit besonderen Düften geräuchert. Weihrauch, Harze und Räucherspezialitäten aus aller Welt sowie heimische Rauchkräuter werden von Karin Sander-Pichler detailliert und ausführlich an einem Kursnachmittag erklärt und gezeigt. Die Kursgebühr beträgt für Mitglieder 7 Euro und für Nichtmitglieder 10 Euro. Unterschiedliche Räucherwaren, Kohlen und Räuchergefäße aus dem Weltladen in Schruns können im Anschluss an den Kurs erworben werden. ☛ Hinweis: Mit der Bahn Bludenz ab 14.37 Uhr, Schruns an 14.57 Uhr, mit Bus ab Schruns Richtung Bartholomäberg 15.35, Ankunft um 15.48 Uhr; Rückreise mit Bus 18.12 Uhr, Ankunft Bahnhof Schruns 18.25 Uhr, Anbindung mit der Bahn Richtung Bludenz ab 19.03 Uhr 7 2010 6 montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 Veranstaltungen 2010 Kellergalerie montartphon Mittwoch, 20. Oktober 2010, 20.10 Uhr Hugo Damian Graf Schönborn (Ausstellungsgespräch mit Lore Schönborn) Die Frau des Künstlers, Eleonore Schönborn, spricht zur laufenden Ausstellung in der Kellergalerie. ☛ Hinweis: Mit der Bahn Bludenz ab 19.35 Uhr, Schruns an 19.55 Uhr, Rückreise Schruns ab 22.03 Uhr möglich Bludenz, Stadtvertretungssaal (Rathaus) Donnerstag, 21. Oktober 2010, 20 Uhr „Achtzehnhundertundzutodegefroren“ – Die Hungersnot 1816/17 im Süden Vorarlbergs (Vortrag von Mag. Michael Kasper) In den Jahren 1816/17 kam es unter anderem aufgrund eines Vulkanausbruchs in Indonesien zu einer globalen Abkühlung und zahlreichen daraus resultierenden Naturkatastrophen sowie zu weitreichenden Ernteausfällen. Im kühlen und schneereichen Winter 1816/17 ereigneten sich daher besonders viele Lawinenabgänge und die spärlichen Nahrungsvorräte gingen in vielen Regionen zur Neige, sodass im Frühjahr 1817 aufgrund der Unter- und Mangel­ ernährung vermehrt Krankheiten auftraten, die zu einer erhöhten Sterblichkeit führten. In den Sommermonaten folgten schwere Überschwemmungen und Hagelschäden. Erst mit der Ernte im Herbst 1817 ging die Hungersnot in den meisten Gebieten zu Ende. In manchen 8 höher gelegenen Bereichen besserte sich die Lage schließlich erst nach einem weiteren harten Winter im Sommer 1818. Begleitend zur diesjährigen Sommerausstellung in den Montafoner Museen „Jahre der Heimsuchung. Historische Erzählbilder von Zerstörung und Not im Montafon“ wird im Vortrag auf die Ereignisse, die sich in den Jahren 1816/17 im Süden Vorarlbergs zutrugen, eingegangen. Außerdem werden die Hintergründe der Ernährungskrise näher beleuchtet und die Gegenstrategien der Obrigkeit sowie die Reaktionen der Bevölkerung dargestellt. Schließlich wird auch ein Blick auf die Situation in den umliegenden Regionen geworfen und damit die Lage im südlichen Vorarlberg in einen etwas größeren Kontext eingeordnet. ☛ Hinweis: Mit der Bahn Schruns ab 19.03 Uhr, Bludenz an 19.23 Uhr, Rückreise Bludenz ab 22.33 Uhr möglich Aktuelles Montafoner Museen in Schruns, Bartholomäberg, Silbertal und Gaschurn Dienstag, 26. Oktober 2010, 14-18 Uhr montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 6 Aktuelles Ausstellung zu Konrad Honold in Weingarten Ausstellungsabschluss mit Kaffee und Kuchen Der Ausstellungssommer 2010 geht zu Ende. Der viele Regen hatte für uns auch was Gutes – erraten: Es kamen deutlich mehr Menschen in unsere Museen als vor einem Jahr. An diesem Nachmittag ist uns und hoffentlich auch Ihnen das Wetter egal ... Wir bieten Ihnen letztmalig einen umfassenden Einblick in die laufenden Sonderausstellungen der Montafoner Museen. Am 31. Oktober machen die Montafoner Museen dann von kleinen Ausnahmen abgesehen bis Weihnachten zu. Der vielseitige Künstler Konrad Honold wurde 1918 in Weingarten geboren. Mit 14 Jahren begann er die Lehre in der Malerwerkstatt Waibel in Ravensburg. Es folgten Ausbildungen an der Malschule von Toni Kirchmayr in Innsbruck sowie an der Akademie der Bildenden Künste in Berlin. Das Montafon lernte er 1937 kennen, wurde 1945 nach seiner Heirat mit Huberta Juen in Schruns ansässig und dort als Maler und Restaurator tätig. Unter seinen Bildern finden sich Landschaftsgemälde mit Motiven aus dem Montafon und von seinen zahlreichen Auslandsreisen, sowie Stillleben und Porträts. Ein dominierender Bereich in seinem Werk war die sakrale Kunst. Verschiedene Kirchen Vorarlbergs wurden von ihm restauriert und teilweise neu gestaltet. Er schuf Fassadenmalereien für öffentliche Gebäude in verschiedenen Techniken und entwarf als Heraldiker mehr als 30 Gemeindewappen der Region. 9 2010 6 montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 Aktuelles Tod malte. Die Schau ist als Verkaufsausstellung konzipiert und ermöglicht somit der kunstinteressierten Besucherin beziehungsweise dem kunstinteressierten Besucher die einmalige Chance, ein Bild jener schillernden Malerpersönlichkeit (Hugo Schönborn war u.a. mit Pablo Picasso bekannt) zu erwerben, welcher in seinem bewegten Leben ein paar Jahre in Schruns Station machte und nach seinem Tod 1979, obwohl in Schruns begraben, etwas in Vergessenheit geraten war. 2010 Konrad Honold (1918-2007) – ein Künstler aus Weingarten im Montafon (bis 17. Oktober 2010) Stadtmuseum im Schlössle, Scherzachstr. 1, 88250 Weingarten Tel.: 0751/405 255, museen@weingarten-online.de Öffnungszeiten: Di –So 14-17 Uhr, Do 14-18 Uhr, jeden 1. Do im Monat 14-20 Uhr Ausstellung zu Hugo Schönborn in Schruns Die MAP-Kellergalerie zeigt in ihrer Herbstausstellung eine Retrospektive des Malers Hugo Schönborn (1916-1979), welcher mehrere Jahre in Schruns wohnte und arbeitete. Seit der letzten Personale in der Galerie Welz in Wien sind über 50 Jahre vergangen. Die Tatsache, dass nun Bilder, welche mehrere Jahrzehnte in einem Depot lagerten, der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden, ist der Familie des Künstlers zu verdanken, allen voran Lore Schönborn, welche die ursprüngliche Idee zu dieser Ausstellung hatte. Unter dem Motto „Stationen der Moderne“ werden Werke gezeigt, die Hugo Schönborn nach seiner Rückkehr aus dem Krieg bis kurz vor seinem Schrunser Trachtentreffen Die schöne Montafonertracht soll wieder vermehrt zu kirchlichen Anlässen getragen werden. Um diesen Brauch in Schruns weiter aufleben zu lassen, treffen sich junge und ältere TrachtenträgerInnen sechsmal im Jahr zum gemeinsamen Kirchgang: Am Ostersonntag, zu Christi Himmelfahrt und Pfingsten, an Fronleichnam und Mariä Himmelfahrt sowie zum Erntedankfest. Wer sich informieren möchte, kann sich bei Petra Stocker melden (Tel. 0664/8616595). Der aktuelle Termin erscheint auch regelmäßig in „Schruns im Bilde.“ 10 Aktuelles Klausurtagung auf der Tübinger Hütte montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 6 keting“ und „Sonstiges“ gegliedert. Am zweiten Tag wurden vier Arbeitsgruppen gebildet, die jeweils einen Themenbereich bearbeiteten. Die im Anschluss vorgestellten Vorschläge reichten von der Einrichtung eines Seminarraums, über die Verbesserung der Internetpräsenz der Hütte bis hin zu Kletterkursen in der umliegenden Bergwelt. Die Anregungen wurden von der engagierten Sektionsleitung sehr positiv aufgenommen. Man darf also gespannt sein, wie sich die Tübinger Hütte in ein paar Jahren präsentieren wird. (Andreas Brugger) Die Tübinger Hütte befindet sich am Ende des Garneratals in der Silvretta auf einer Seehöhe von knapp 2.200 m. Da sie im Vergleich zu benachbarten Hütten, wie der Wiesbadner oder der Saarbrückner Hütte, etwas abseits der stark frequentierten Hauptwanderrouten ist, hat die Anzahl der Besucher in den letzten Jahren trotz ihrer wunderschönen Lage etwas zu Wünschen übrig gelassen. Die Sektionsverantwortlichen entschieden sich daher zur Abhaltung einer Klausurtagung auf der Tübinger Hütte, die am 26./27. Juni 2010 bei herrlichem Bergwetter stattfand. Anwesend waren neben dem fast vollständigen Sektionsvorstand und dem Hüttenwirt auch zahlreiche Montafoner aus den Bereichen Politik, Tourismus und Kultur sowie von der Bergrettung und der benachbarten Alpe Garnera. Am ersten Tag präsentierten alle Anwesenden in kurzen Wortmeldungen ihr Bild von der Tübinger Hütte und ihre Vorschläge, wie deren Attraktivität gesteigert werden könnte. Diese Ideen wurden gesammelt und in die Bereiche „Hütte“, „Infrastruktur“, „Mar- Klaus Oeggl (u. a.), Mining in European History and its Impact on Environment and Human Societies. Innsbruck 2010. „HIMAT“ befasst sich mit der Geschichte des Bergbaus in Tirol und den angrenzenden Gebieten, zu denen auch das Montafon zählt, wo der Bergbau eine jahrhundertealte Tradition hat. Der vorliegende Tagungsband ist eine Sammlung aller Vorträge, die 2009 im Rahmen einer internationalen Konferenz über die historische Entwicklung des Bergbaus in Innsbruck präsentiert wurden. Die 61 auf Englisch verfassten Beiträge mit einem Gesamtumfang von knapp 500 Seiten befassen sich nicht nur mit der Entwicklung des Bergbaus in Tirol und der näheren Umgebung, sondern zeichnen ein gesamteuropäisches Bild. Zwei Beiträge setzen sich konkret mit dem Montafon auseinander. Jener von Astrid Röpke befasst sich mit einer geo-archäologischen Untersuchung der Sedimentsschichten im Bereich der Grabungen in Bartholomäberg (Bodaweg, Lippaloch und Knappa Gruaba). His11 2010 6 montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 Aktuelles 2010 torisch sehr interessant ist der Aufsatz von Georg Neuhauser über die Bedeutung des Schichtmeisters für den Montafoner Bergbau. Darin präsentiert er die von Kaiser Karl V. im Jahre 1522 für das Montafon erlassene Bergwerksordnung, welche die Aufgaben und Befugnisse dieses für den Bergbau sehr wichtigen Funktionsträgers definierte. Neuhauser gewährt dabei einen interessanten Einblick in das Leben im Montafon im frühen 16. Jahrhundert. Der Tagungsband ist ein wichtiger Beitrag für die europäische Bergbaugeschichte und es ist äußerst positiv hervorzuheben, dass das Montafon darin Erwähnung findet. Interessierte können ihn über das Heimatmuseum beziehen. (Andreas Brugger) Kulturlandschaft Montafon Maisäßgebäude in Silbertal (Fotos: Elmar Zint) 12 Rückblick montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 6 Schiers, 12. August Fontanella, 9. September St. Antönien, 28. August Latschau, 15. September Bielerhöhe, 6. September Gauertal, 16. September 13 2010 6 montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 Publikationen 12 Keiler/Pfeifer/Rudigier: Der Maisäß Montiel. 2004 (€ 22,-/18,-) 13 Nachbaur/Strasser: Die Markterhebung von Schruns. 2004 (€ 22,-/18,-) 14 Wink (Hg.): Ausgrabungen im Montafon. Diebschlössle und Valkastiel (2 Bde). 2005 (€ 22,-/18,-) 15 Keiler/Pfeifer/Rudigier: Der Maisäß Valschaviel. 2005 (€ 22,-/18,-) 16 Hachfeld/Vossebürger/Pfeifer: Die „Alpe“ Bofa. 2005 (€ 10,90/8,70) 17 Hessenberger/Kasper: Lebenswelten junger Menschen im Montafon. 2006 (€ 13,-/10,-) 18 Malin/Maier/Dönz-Breuß: Standeswald Montafon. 2007 (€ 22,-/18,-) 19 Ohneberg: Märzengerichtsprotokoll. 2007 (€ 28,-/22,-) 20 Bußjäger: Die „Montavon“-Krise. 2007 (€ 13,-/10,-) 21 Beitl/Strasser: Richard Beitl. 2009 (€ 25,-/20,-) 22 Kasper: Röbi und Rongg. 2009 (€ 25,-/20,-) 2010 Publikationen Montafoner Geschichte Band 1 Rollinger/Rollinger: Montafon 1. Mensch – Geschichte – Naturraum. Die lebensweltlichen Grundlagen. 2005 (€ 44,-, in Verbindung mit allen vier Bänden um 15 % reduziert) Band 2 Rollinger: Montafon 2. Besiedlung - Bergbau - Relikte. Von der Steinzeit bis zum Ende des Mittelalters. 2009 (€ 46,-, in Verbindung mit allen vier Bänden um 15 % reduziert) Montafoner Schriftenreihe Moosbrugger: Maisäßkultur und Maisäßlandschaft im Montafon. 2001 (vergriffen) 2 Keiler/Pfeifer (Hg.): Plazadels und Wachters Dieja. 2001 (€ 10,90, für Mitglieder € 8,70) 3 Haas: Das Montafonerhaus und sein Stall. 2001 (€ 20,-/16,50) 4 Dönz: Muntafuner Wärter, Spröch und Spröchli. 2001 (€ 20,-/16,50) 5 Rudigier/Zamora (Hg.): Das romanische Vortragekreuz von Bartholomäberg. 2002 (€13,-/10,-) 6 Keiler/Pfeifer/Rudigier: Gweil – Mai­ säß und Alpen. 2002 (€ 20,-/16,50) 7 Beitl: Die Votivbilder aus den Montafoner Gnadenstätten. 2002 (€ 16,-/13,-) 8 Netzer: Silbertaler Soldaten im Zweiten Weltkrieg. 2003 (€ 16,-/13,-) 9 Keiler/Pfeifer/Rudigier: Die Maisäße auf Tafamunt. 2003 (€ 22,-/18,-) 10 Strasser: Montafoner ReiseBilder. 2003 (€ 20,-/16,50) 11 Nesensohn-Vallaster: Der Lawinenwinter 1954. 2004 (€ 16,-/13,-) 14 1 Sonderbände zur Montafoner Schriftenreihe SB 1 Strasser/Rudigier: montafon.1906_2006 – Eine Zeitreise in Bildern. 2006 (vergriffen) SB 2 Truschnegg: Lorüns. Dorfgeschichte in Schrift und Erzählung. 2006 (€ 35,-/30,-) SB 3 Brugger: 100 Jahre Skisport im Montafon. 2006 (€ 33,-/27,-) SB 4 Rudigier: Heimat Montafon. Eine Annäherung. 2007 (€ 22,-/18,-) SB 5 Hessenberger: Grenzüberschreitungen. 2008 (€ 28,-/22,-) SB 6 Arnold: Montafonerin. 2008 (€ 19,50/16,50) Publikationen SB 7 Rudigier: Kulturgeschichte Montafon. 2009 (€ 9,50/7,50) SB 8 Hessenberger/Rudigier/Strasser/ Winkler: Mensch & Berg im Montafon. 2009 (€ 28,-/22,-) SB 9 Strasser: Schruns um 1920 (Adele Maklott). 2009 (€ 18,90/16,90) SB 10 Philp/Rudigier: Philipp Schönborn Montafon. 2010 (€ 22,-/18,-) SB 11 Trippolt/Bertle: Hannes Bertle. 2010 (€ 23,-/18,-) SB 12 Hessenberger/Kasper/Rudigier/ Winkler: Jahre der Heimsuchung. 2010 (€ 28,-/22,-) Kataloge und Führer Maklott – Jehly – Schmid. Sommerausstellung 2004 im Montafoner Heimatmuseum Schruns (€ 10,-/8,-) Rudigier/Strasser: Ein kleiner Führer durch das Montafoner Heimatmuseum. 2008 (€ 5,-/4,-) Brugger: Museum Guide of the Montafon Folk Museum Schruns. 2008 (€ 3,-) Filme und andere Medien Plazadels und Wachters Dieja. Maisäßsiedlung im Gauertal. Videodokumentation von info-film (Banas & Banas), 14 min. 2001 (€ 26,-/22,-) Montafon. Von Feldkirch in das Montafon. Historische Filme in der Reihe „Österreich in historischen Filmdokumentationen. Edition Vorarlberg“ vom Filmarchiv Austria, 83 min. 2004 (VHS 21,60, DVD 24,90) montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 6 Die prähistorische Besiedlung des Montafons. 7000 Jahre Besiedlungsgeschichte von der Steinzeit bis zu den Römern. Interaktive CD zur gleichnamigen Ausstellung im Montafoner Heimatmuseum, Rüdiger Krause, ArcTron GmbH, Montafoner Heimatmuseum. 2005 (€ 10,-/8,-) Kulturhistorische Wanderwege Montafon Bertle: Geologischer Lehrwanderweg Bartholomäberg. 1978 (€ 6,-/5,-) Rudigier: Gaschurn-Dorf. 2003 (€ 2,-) Ebster: Sagenweg Vandans. 2007 (€ 2,-) Jahresberichte der Montafoner Museen 2001 (€ 2,-) 2002 (€ 2,-) 2003 (€ 2,-) 2004 (€ 4,-) 2005 (€ 4,-) 2006 (€ 4,-) 2007 (€ 10,-) 2008 (€ 10,-) 2009 (€ 10,-) 15 2010 6 montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 Informationen 2010 Heimatschutzverein Montafon • Montafoner Museen • Montafon Archiv Montafoner Heimatmuseum, Kirchplatz 15, 6780 Schruns T 05556/74723, F 05556/74723-24 E museen@montafon.at, I www.montafoner-museen.at Bankverbindungen: Raiba Montafon, BLZ 37468, Kontonr. 302.547 Sparkasse Schruns, BLZ 20607, Kontonr. 0100-065333 Öffnungszeiten (bis 31. Oktober 2010): Montafoner Heimatmuseum Schruns: Dienstag bis Samstag, 10-18 Uhr Grafik-Design Frei, Götzis Montafoner Tourismusmuseum Gaschurn: Dienstag bis Samstag, 15-18 Uhr Montafoner Bergbaumuseum Silbertal: Altes Frühmesshaus Bartholomäberg: Dienstag bis Samstag, 15-18 Uhr Dienstag bis Samstag, 15-18 Uhr Mitglieder des Heimatschutzvereins Montafon haben folgende Vorteile: • • • • • Freier Eintritt in alle Montafoner Museen Infos und freier Eintritt zu den Veranstaltungen des Vereins (Vorträge, Exkursionen, Lesungen) Deutlich reduzierter Bezugspreis für die Montafoner Schriftenreihe Kostenlose Inanspruchnahme des Montafon Archivs und der Bibliothek Kostenlose Inanspruchnahme des Services der Außenstelle der Vorarlberger Landesbibliothek Mit der Bezahlung des Mitgliedsbeitrages von € 20,- unterstützen Sie die Arbeit des Vereines und der Museen! ✃ Ja, ich möchte diese Vorteile nützen und werde Mitglied des Heimatschutzvereins Montafon. Vorname: ✃ Österr. Post AG Info.Mail Entgelt bezahlt Familienname: Straße/Hnr.: Postleitzahl/Ort: Telefonnummer: E-mail: 16
  1. informationsschrift
  2. museumsnacht
Montafoner_Muse...10_In 01.10.2010 17.12.2012, 08:04 Information montafoner montafoner museen museen 100 Jahre Hochwasser 1910 5 100 Jahre Hochwasser 1910 Liebe Freunde der Montafoner Museen! Liebe Freunde des Heimatschutzvereins! Das Montafon verfügt über eine Kulturlandschaft, die im gesamten Alpenraum ihresgleichen sucht. Auf überschaubarem Gebiet reihen sich kulturgeschichtliche Besonderheiten, die einen Zeitraum von mehreren Jahrtausenden umfassen. Der Monat September steht ganz im Zeichen dieser Kulturlandschaft Montafon und ihrer Geschichte. Historische Wege, Gebäude, Handwerkstechniken, Bewirtschaftungsformen ... das alles wollen wir Ihnen, geschätzte Mitglieder, in diesem Monat präsentieren. Das Verharren in der Vergangenheit ist nicht das Ziel, wie Sie dabei auch immer wieder bemerken werden, das Erhalten einer historischen Situation ist in vielen Fällen gar nicht möglich. Die Vermittlung all dieser Themen gelingt nur, wenn wir Menschen mit spezieller Kenntnis und Herz für das Montafon und seine Geschichte mit auf den Weg schicken. Wir wünschen allen Interessierten spannende Begegnungen und tiefe Einblicke. Andreas Rudigier (Obmann) Montafoner Museumsherbst im Zeichen der Kulturlandschaft An- und Abreisezeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln finden Sie unter www.vmobil.at. 1 2010 5 montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 veranstaltung 2010 Galgenul (ViaValtellina) Donnerstag, 9. Sept. 2010, 14-17 Uhr Besichtigungsmöglichkeit beim Trockenmauerkurs an der ViaValtellina Zum vierten Mal wird unter der Leitung des Trockenmauerexperten Martin Lutz (siehe seinen Beitrag im Jahresbericht der Montafoner Museen 2009) die Trockenmauer an der ViaValtellina saniert und im Rahmen dessen die wichtigsten Kenntnisse des alten Handwerks weiter gegeben. Nutzen Sie an diesem Nachmittag die Möglichkeit, den KursteilnehmerInnen bei der Arbeit zuzusehen. Raggal und Fontanella (Treffpunkt Bahnhof Schruns) Donnerstag, 9. Sept. 2010, 18 Uhr Walser Herbst: „Bilder vom Reisen“, „Fremde im Zimmer“, Wiener Kaffeehaus und das heißeste Projekt im Kochzelt (Ein Ausflug zu den Nachbarn) 2 Der Walser Herbst wartet mit zwei Sonderausstellungen auf, die wir an diesem Abend besuchen wollen. Im aufgelassenen Sparmarkt in Raggal präsentiert der Fotograf Nikolaus Walter Bilder vom Reisen. Der Schriftsteller Martin Prinz („Über die Alpen“) schreibt zu Nikolaus Walter: „Eine Frau am Strand. Über ihr die Sonne, vor ihr das Meer. ‚Sehnsucht‘ – kein Wort erzahlt mehr vom Reisen. Und doch scheint das Wort gerade dort am verlässlichsten ins Leere zu fuhren, wo die ersehnte Weite greifbar nah geworden ist. Das gegen die brennende Sonne über den Kopf geworfene Kleid, dichtgedrängte Hotelblocks an Urlaubsküsten, eine Schafherde am Kreisverkehr oder ein im Kofferraum seines Reisebusses sich ausschlafender Fahrer: Nikolaus Walters Bilder vom Reisen suchen jene Augenblicke, in denen sich die Versprechungen der großen weiten Welt gerade im Naheliegenden so unbeirrbar brechen, da sie dem Geheimnis von Sehnsucht auf der Spur sind.“ Veranstaltungen „Fremde im Zimmer – Erinnerungsräume“ ist eine Ausstellung, die im früheren Hotel Post in Fontanella gezeigt wird. Ein Alpenhotel in bester Lage bietet Raum für eine besondere Ausstellung. Erinnerungsstücke enthüllen den BesucherInnen sanft, aber doch unweigerlich die Realität florierender Zeiten der jüngeren Vergangenheit in einer aufstrebenden Fremdenverkehrsregion. Der Walserherbst beweist, dass das Wiener Kaffeehaus auch zum Kulturexportartikel taugt. Auf dem Dorfplatz von Fontanella beherbergt ein Pyramidenzelt wahrend des gesamten Walserherbst ein stimmig inszeniertes Cafe, in dem Melange und Mehlspeisen das Verweilen versüßen. Nationale und internationale Zeitungen und Magazine warten auf Leserschaft, Buchgespräche und Diskussionen laden zum Gedankenaustausch. Fallweise erklingt Pianomusik, ab und zu auch die Stimme einer Wiener „Dudlerin“. Als temporären Ort der Gastfreundschaft stellt der Walserherbst mitten in Raggal ein Pyramidenzelt mit Holzherd auf. An diesem kochen Walser Frauen und Männer einfache und ungewöhnliche Speisen, spezielle Gaste wiederum ihre Spezialitäten. Die Küche mit Holzherd wird zum abendlichen Versammlungs-, und Gesprächsort für Einheimische wie für FestivalbesucherInnen. Es wird gegessen, musiziert, erzahlt und philosophiert. Das Kochprojekt am Holzherd besticht hauptsächlich durch die Einfachheit und Seltenheit der gekochten Speisen. Anmeldung im Heimatmuseum bis Mittwoch, 8. September 2010 (12 Uhr), notwendig. montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 5 Bartholomäberg, Altes Frühmesshaus Dienstag, 14. September 2010, 19 Uhr „Jahre der Heimsuchung“ im wachsenden Museum (Lesung und Führung mit Andreas Rudigier) Im Juli ist der zwölfte Sonderband der Montafoner Schriftenreihe erschienen, der sich dem Sonderausstellungsthema der Montafoner Museen 2010 widmet (siehe die Info in diesem Infoblatt). An diesem Abend wird das Buch und der Bartholomäberger Teil der Sonderausstellung gezeigt. Und nicht nur das: Das Museum in Bartholomäberg ist vor einem Jahr mit dem Anspruch entstanden, langsam zu wachsen. Vor Jahresfrist wurde das Haus so gezeigt, wie die letzten BewohnerInnen es verlassen hatten – nun sind einige Maßnahmen gesetzt worden, die das Haus als Museum schon besser erkennen lassen ... und es haben herausragende Objekte regionaler Volkskunde Einzug in das Haus gehalten. 3 2010 5 montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 Veranstaltungen Tschagguns, Alpe Spora und Lindauer Hütte Donnerstag, 16. Sept. 2010, 17 u. 19 Uhr 2010 Treffpunkt Parkplatz Latschau Mittwoch, 15. September 2010, 9 Uhr „Schragazuseminar“ – Wie wird ein Schragenzaun gebaut? (eintägiger Kurs mit Friedrich Juen) 17 Uhr (Alpe Spora): Die „Schlacht auf der Alpe Spora“ – eine archäologische Spurensuche (Lokalaugenschein mit Univ.-Prof. Dr. Harald Stadler und Mag. Christoph Walser) Bei den Bündner Nachbarn gibt es einen Verein zur Erhaltung der „Graggenzäune“, hier gibt es einen Spezialisten genau für dieses Thema der bei uns „Schragazü“ oder „Scheiazü“ genannten Zäune: Friedrich Juen wird an diesem Tag Interessierten das Handwerk des Zäunemachens zeigen und die Interessierten auch mitarbeiten lassen. Juen führt in das Handwerk ein, zeigt die Herstellung von „Stäcka“ und „Scheia“ und schließlich die Errichtung des Zaunes. Zu den schwierigsten Details zählt die Gestaltung des „Schlosses“, der verbindende Abschluss des Zaunes. Anmeldung beim Heimatmuseum bis Montag, 13. September 2010 notwendig; Kosten pro TeilnehmerIn 25 Euro, Mitglieder des Heimatschutzvereins bezahlen 20 Euro. Für Verpflegung wird gesorgt. Manfred Tschaikner hatte mit seinem Beitrag im Jahresbericht der Montafoner Museen 2008 darauf aufmerksam gemacht. Der Bludenzer Vogteiverwalter David Pappus bereiste 1610 den Großteil der Grenzen der Herrschaften Bludenz und Sonnenberg. Die Aufzeichnungen darüber stellen eine wichtige landeskundliche Quelle dar, die auch Gegenstand des nachfolgenden Referats von Tschaikner darstellen. David Pappus berichtet auch von einem grausamen Gemetzel, das 1499 im so genannten Schweizerkrieg auf der Alpe Spora stattgefunden haben soll. Die Montafoner sollen in einem weiten Ried bei der Alpe 130 einfallende Prättigauer erschlagen haben. Als Beweise dafür galten ihm die Totenköpfe und militärischen Ausrüstungsgegenstände, die man dort noch 4 Veranstaltungen zu Beginn des 17. Jahrhunderts finden konnte. Das Projekt der Universität Innsbruck begibt sich nun auf Spurensuche, und wir laden Sie ein, sich ein Bild der Situation auf der Alpe Spora zu machen. montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 5 19 Uhr (Lindauer Hütte): Das Montafon wird selbstständig – eine Episode der Talgeschichte im 17. Jahrhundert (Vortrag von Univ.-Doz. Dr. Manfred Tschaikner) das Montafon de facto selbstständig. Um diesem Zustand ein Ende zu setzen, gestand man dem Tal 1613 wenigstens provisorisch ein eigenes Gericht zu, das aber nicht den Erwartungen entsprach. Als man es vier Jahre später wieder abschaffte, wurden die Hofjünger wie ehedem der Bludenzer Gerichtsbarkeit unterstellt. Dabei verblieb es dann für mehr als anderthalb Jahrhunderte. Der Traum vom unabhängigen Montafon hatte nur kurz gewährt. Hinweis: Sie können gerne ins Gauertal wandern, aber: Um 16.30, 17.30 und 18.30 Uhr fährt jeweils ein Bus von der Gemeinde Tschagguns (Parkplatz Altes Gemeindeamt) – die Rückreise ist ebenfalls mit dem Bus möglich. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts spitzten sich schon lange währende Konflikte der Montafoner mit der Stadt Bludenz extrem zu. Die Hofjünger verlangten nicht nur einen eigenen Viehmarkt und eine Änderung der Besteuerung, sondern vor allem ein eigenes Gericht. 1607 erhielten sie entsprechende Zusagen des Landesfürsten in Innsbruck, deren Umsetzung aber von den Bludenzern erfolgreich hintertrieben wurde. Daraufhin machte sich Latschau Freitag, 17. September 2010, 14-18 Uhr Alte Säge „Müllis Ferdi“ Die alte Säge am Rasafeibach in Latschau ist nach dem Flurnamen „Mülli“ (die Mülli erinnert an die bis ins 20. Jahrhundert in der Nähe betriebene Getreidemühle) und dem früheren Besitzer Ferdinand Loretz benannt. Die Familie Loretz erwarb 1849 die seit dem 18. Jahrhundert betriebene Säge von den Geschwistern Gavanesch. Der heutige Zustand entspricht im Wesentlichen dem von 1907. Damals erfolgte der Umbau zu einem so genannten Venezianergatter aus Teilen einer Säge in Frastanz. Im gemauerten Untergeschoss befindet sich das oberschlächtige hölzerne Wasserrad (Durchschnitt 4,1 m), welches in der Radstube die Transmission antreibt. Diese sorgen über zwei exzentrische Schwung5 2010 5 montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 Veranstaltungen 2010 räder und die Stelzen für die Auf- und Abbewegungen des Venezianergatters, einem einfachen senkrechten Sägeblatt mit automatischem Vorschub. Über eine Handwinde werden die Baumstämme seitlich auf den Blochwagen geholt. Die Säge ist voll funktionstüchtig und wird museal im Rahmen des Aqua-Wanderweges Tschagguns betrieben. Gebäude einerseits zu erhalten und andererseits moderne Wohnansprüche entsprechend zu berücksichtigen. Der Architekt wird an diesem Nachmittag anwesend sein und gerne Fragen im Umgang mit historischer Bausubstanz beantworten. Vandans, Agathweg 9 (Zufahrt über Obere Venserstraße) Montag, 20. Sept. 2010, 14-18 Uhr St. Gallenkirch, Sponaweg 39 (Tschuga-Hus) Dienstag, 21. Sept. 2010, 14-18 Uhr Ein historisches Gebäude in neuem Gewand (Besichtigungsmöglichkeit) Das etwa 300 Jahre alte Montafoner Bauernhaus wurde 2005/06 nach Plänen von Architekt Mag. Paul Köck material- und stilgerecht renoviert und umgebaut. Dieser Nachmittag bietet Gelegenheit, das heute als Zweitwohnsitz genutzte Haus zu besichtigen. Durch den Ausbau des Schopfes entstanden ein großzügiger, heller Essraum und ein geräumiges Bad. Ziel war es, ein historisches 6 Ein historisches Gebäude in neuem Gewand (Besichtigungsmöglichkeit) Das Gebäude ist ein giebelständiges Eckflurhaus und dürfte Teil einer etwa 450-jährigen Paarhofanlage im Dauersiedlungsraum St. Gallenkirch sein. Die ältesten Teile des Gebäudes datieren in die Zeit von 1398/99 (damals dürfte das Haus etwa 9,4 mal 10,7 m im Längsrechteck gemessen haben), der jüngste größere Umbau stammt aus dem Jahr 1723, wie auch aus der Inschrift im Giebelfeld deutlich wird. Veranstaltungen montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 5 Der Bauforscher und Dendrochronologe Klaus Pfeifer wird an diesem Nachmittag anwesend sein. Mittwoch, 22. Sept. 2010, 13 Uhr Treffpunkt Bartholomäberg, Parkplatz bei der Kirche Donnerstag, 23. Sept. 2010, 8.30 Uhr Treffpunkt Gargellen (Kirche) Die ehemalige Dauersiedlung Valleu: Wandel(n) in der Montafoner Kulturlandschaft 3 ExpertInnen im Bereich heimische Kulturlandschaft führen sie durch verschiedene Gebiete des Montafons und vermitteln ihnen an konkreten Beispielen die Eigenheiten, den Wandel und die einzigartige Schönheit der uralten Kulturlandschaften, die dieser Talschaft ihren besonderen, teils widersprüchlichen Charakter geben. Das Ziel der Wanderung ist Valleu – eine ehemalige, hoch gelegene Dauersiedlung in Bartholomäberg mit einer sehr bewegten Geschichte. Auf dem Weg dort hin passieren wir verschiedene Stationen, die eindrücklich den Wandel im Umgang mit der Kulturlandschaft und die daraus resultierenden Gegebenheiten widerspiegeln. Es begleiten und führen sie Peter Strasser und Marion Ebster (Kulturlandschaftsinventar Montafon) sowie Roland Blum (Landwirtschaftskammer Vorarlberg). Erstere informieren sie über 7 Die Rüti oberhalb von Gargellen (Führung mit Friedrich Juen und Martin Herburger) Das Bergkirchlein zur hl. Magdalena in Gargellen ist Ausgangspunkt einer kleinen Wanderung, die durch den Waldweg entlang des „Gargellener Fensters“ auf das kleine Anwesen Rüti führt (nicht zu verwechseln mit Rüti im Gargellental). Hier befinden sich noch vier Gebäude, die im Kern ins 15. Jahrhundert zurückreichen. Der Bewirtschafter Martin Herburger erzählt von früher und von dem, was er heute macht. Letzteres lässt sich auch verkosten! Gutes Schuhwerk erforderlich, Gesamtdauer etwa drei Stunden. Die Veranstaltung kostet pro Person 15 Euro (Jause inbegriffen), Mitglieder des Heimatschutzvereins bezahlen 10 Euro. 2010 5 montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 Veranstaltungen 2010 prägnante Veränderungen der Montafoner Kulturlandschaft auf den Stationen dieses Weges, während Herr Blum ganz konkret auf eine tierische Besonderheit des Montafons eingeht: das Montafoner Steinschaft, welches von ihm auf Valleu gehalten wird und auf seine eigene Weise zum Erhalt der dortigen Landschaft beiträgt. Der Weg führt von Bartolomäberg/Zentrum über Rellseck und das Schattamaisäß nach Valleu und wieder zurück. Die Wanderung führt durch steiles Gebiet und sollte nur mit festen Wanderschuhen unternommen werden. Die Dauer der Wanderung beträgt ca. 6 Stunden (inkl. Pausen), Verpflegung ist selbst mitzubringen. Die Wanderung findet nur bei guter Witterung statt. Treffpunkt Parkplatz Aquarena (St. Gallenkirch) Freitag, 24. September 2010, 14 Uhr Im Mittelpunkt dieser Wanderung steht die so genannte „Gavatzen-Mühle“, die sich am Unterlauf des Suggadinbachs befindet und eines der letzten bekannten Mühlengebäude im Montafon ist, dessen Mauern noch weitgehend erhalten geblieben sind. Darüber hinaus sind noch Teile der zum Ensemble gehörenden Infrastruktur erhalten, wie der Mühlstein oder die Reste des Wellbaumes. Durch die Errichtung der Suggadinbach-Verbauung sind die Reste des historischen Gebäudes bedauerlicherweise gefährdet. Dank der freundlichen Unterstützung der Wildbach- und Lawinenverbauung/Gebietsbauleitung Bludenz konnte die Mühlenruine im August Firma CONTEXT OG (Ranggen) nach archäologischbauhistorischen Kriterien dokumentiert werden. Die Mühle war eines der vielen Opfer des Jahrhunderthochwassers von 1910, das Gegenstand dieser nachmittäglichen Wanderung ist. Gutes Schuhwerk ist erforderlich. Die Veranstaltung ist frei zugänglich. Das Hochwasser von 1910 und seine Folgen (Wanderung mit Friedrich Juen und Mag. Christoph Walser) 8 Veranstaltungen Bartholomäberg, Mehrzweckgebäude Samstag, 25. Sept. 2010, 14-18 Uhr montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 5 12. Interregionale Alpgespräche: Die Inventarisierung der Kulturlandschaft Die Interregionalen Alpgespräche sind eine Initiative des Alpmuseum „Uf m Tannberg“ (Batzenalpe bei Schröcken), die sich jährlich mit kulturgeschichtlichen Themen rund um das Thema des Alpmuseums beschäftigen. Der Großteil der Veranstaltungen fand bislang in Schröcken statt, in den vergangenen Jahren wurden zunehmend aber auch neue Tagungsorte gesucht, wie etwa die verlassene Walsersiedlung Guscha (oberhalb von Maienfeld, CH), die seit den 1970er Jahren von einer privaten Gruppe hinsichtlich ihrer Erhaltung betreut wird. Das Thema der heurigen Tagung sind Kulturlandschaftsinventare, die allerorten entstehen und zur Sicherung des Wissens über das materielle und immaterielle Erbe dienen. Die Wahrnehmung, Inventarisierung, Erforschung und Neunutzung der bergbäuerlich geprägten Kulturlandschaft des Alpenraums stehen im Mittelpunkt. ReferentInnen in Bartholomäberg werden sein: Marion Ebster/Peter Strasser vom Stand Montafon (über das Kulturlandschaftsinventar Montafon), Roland Blum von der Landwirtschaftskammer Vorarlberg (über die Steinschafzucht und damit die angewandte Kulturlandschaftserhaltung), Klaus Pfeifer aus dem Bregenzerwald (über seine dendrochronologische Kulturgüterdatenbank), Thomas Reitmaier von der Universität Zürich (über das archäologische Forschungsprojekt zur Silvretta), Hanspeter Schneider von der ViaStoria/Universität Bern (über das Inventar der Schweizer Verkehrswege), Hans-Peter Meier vom Institut cultur prospectiv in Zürich (über das von ihm kuratierte Ausstellungsprojekt zum „nicht mehr gebrauchten Stall“, das derzeit im Gelben Haus in Flims zu sehen ist), Karl Wiesauer von der Tiroler Landesregierung (über den Tiroler Kunstkataster), Leo Walser vom Heimatschutzverein Montafon (über die Förderungsmöglichkeiten zur Erhaltung von kulturgeschichtlich speziellen Objekten in Vorarlberg). Anmeldung im Heimatmuseum bis Mittwoch, 22. September 2010, notwendig. Die Veranstaltung ist frei zugänglich. Treffpunkt Kristbergbahn Talstation Sonntag, 26. Sept. 2010, 9 Uhr Küngs Maisäß (Wanderung mit Dr. Leo Walser) Der Küngs Maisäß in Bartholomäberg stellt ein bemerkenswertes Zeugnis Montafoner Maisäßwirtschaft auf 1500 m Höhe dar. Er besteht aus sechs eingeschossigen Gebäuden: der Alp- oder Gemeinschaftshütte sowie zwei weiteren Maisäßhütten und drei Stallgebäu9 2010 5 montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 Veranstaltungen 2010 den, welche aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammen, in Blockbauweise errichtet wurden und mit Holzschindeln gedeckt sind. Seit dem 16. Jahrhundert wird dieses Gebiet in unterschiedlicher Weise bewirtschaftet. In einer eindrucksvollen Wanderung erfahren Sie Wissenswertes über die Nutzung des Maisäß sowie über die Restaurierungsarbeiten im Zuge der Unterschutzstellung. Der Weg vom Kristberg bis zum Küngs Maisäß dauert etwa 1,5 Stunden; gutes Schuhwerk erforderlich, Kosten für die Kristbergbahn berücksichtigen; die Veranstaltung findet nur bei guter Witterung statt – Anmeldung im Heimatmuseum notwendig. Gaschurn, Tanzlaube (Denkmaltag 2010) Sonntag, 26. Sept. 2010, 10-15 Uhr Die Tanzlaube in Gaschurn Die Tanzlaube von Gaschurn wurde letztmalig vermutlich kurz nach dem Kirchenneubau im Jahr 1876 über einem massiven Steinunterbau errichtet. Mit einem offenen Dachstuhl auf Holzpfosten kann sie als Erweiterung des Kirchplatzes gesehen werden. Noch heute ist der gedeckte Platz ein zentraler Ort der Kommunikation in der Gemeinde, an dem man unter anderem auch ausgiebig feiert. 10-13.30 Uhr: „Feiern wie früher“ beim Frühschoppen des Patroziniumsfestes im Festzelt mit Musik, Speis und Trank 14.30 Uhr: Geschichten zum Denkmal für Alt und Jung 10 Veranstaltungen Jahre der Heimsuchung. Historische Erzählbilder von Zerstörung und Not im Montafon: Ausstellungen in den Montafoner Museen und Begleitbuch Vor genau hundert Jahren wurde das Montafon von einer schrecklichen Naturkatastrophe heimgesucht. Rasche Schneeschmelze und Dauerregen verwandelten Rinnsale und Bäche zu reißenden Flüssen. Die verheerende Folge war ein Jahrhunderthochwasser mit extremen Vermurungen in mehren Orten des Tales. Das Katastrophenszenario ist uns nicht nur eindrücklich wegen der massiven Reaktionen in Erinnerung. Diese reichten bis zu Aussiedlungsplänen des am schlimmsten betroffenen Dorfes Vandans. Zudem kam bei dieser Katastrophe erstmals das Medium Fotografie sehr umfassend zum Einsatz. Somit konnte der Nachwelt das Bild der Verwüstungen deutlicher erhalten werden als jemals zuvor. Die Ausstellungen in allen vier Montafoner Museen und das vorliegende Begleitbuch spüren, in Erinnerung an dieses Hochwasser vor 100 Jahren, auch montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 5 anderen Katastrophenereignissen im Montafon nach. Dies geschieht in den vier Montafoner Museen allerdings auf unterschiedliche Weise und zu unterschiedlichen Themen. Der Bogen spannt sich von mehreren Lawinenkatastrophen über das Hungerjahr 1817 bis zu den jüngsten Muren- und Hochwasserereignissen. Das Buch und die vier Ausstellungen dokumentieren die Katastrophen selbst, aber auch deren Folgen für Mensch und Natur. Nicht zuletzt gilt das Interesse den vielfältigen Versuchen, solche „Schicksalsschläge“ zu verhindern: Im religiösen Leben, im Aberglauben – und letztlich durch ein wachsendes Bemühen, sich real abzusichern. Mit Beiträgen von Helmut Aschauer, Klaus Beitl, Edith Hessenberger, Friedrich Juen und Michael Kasper. 11 2010 5 montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 Informationen 2010 Heimatschutzverein Montafon • Montafoner Museen • Montafon Archiv Montafoner Heimatmuseum, Kirchplatz 15, 6780 Schruns T 05556/74723, F 05556/74723-24 E museen@montafon.at, I www.stand-montafon.at/kultur Bankverbindungen: Raiba Montafon, BLZ 37468, Kontonr. 302.547 Sparkasse Schruns, BLZ 20607, Kontonr. 0100-065333 Öffnungszeiten (Sommer 2010): Montafoner Heimatmuseum Schruns: Dienstag bis Samstag, 10-18 Uhr Grafik-Design Frei, Götzis Montafoner Tourismusmuseum Gaschurn: Dienstag bis Samstag, 15-18 Uhr Montafoner Bergbaumuseum Silbertal: Altes Frühmesshaus Bartholomäberg: Dienstag bis Samstag, 15-18 Uhr Dienstag bis Samstag, 15-18 Uhr Mitglieder des Heimatschutzvereins Montafon haben folgende Vorteile: • • • • • Freier Eintritt in alle Montafoner Museen Infos und freier Eintritt zu den Veranstaltungen des Vereins (Vorträge, Exkursionen, Lesungen) Deutlich reduzierter Bezugspreis für die Montafoner Schriftenreihe Kostenlose Inanspruchnahme des Montafon Archivs und der Bibliothek Kostenlose Inanspruchnahme des Services der Außenstelle der Vorarlberger Landesbibliothek Mit der Bezahlung des Mitgliedsbeitrages von € 20,- unterstützen Sie die Arbeit des Vereines und der Museen! ✃ Ja, ich möchte diese Vorteile nützen und werde Mitglied des Heimatschutzvereins Montafon. Vorname: ✃ Österr. Post AG Info.Mail Entgelt bezahlt Familienname: Straße/Hnr.: Postleitzahl/Ort: Telefonnummer: E-mail: 12
  1. informationsschrift
  2. kulturlandschaft
  3. montafon
Montafoner_Muse...10_In 01.06.2010 17.12.2012, 08:07 Information montafoner montafoner museen museen 100 Jahre Hochwasser 1910 3 100 Jahre Hochwasser 1910 Liebe Freunde der Montafoner Museen! Liebe Freunde des Heimatschutzvereins! In den kommenden Wochen beschäfti­ gen uns drei Schwerpunktthemen, die sich auch in einer hohen Anzahl von Veranstaltungen niederschlagen. Am 11. Mai eröffnet die Wanderausstellung „Mobilität im Montafon“. Der Inhalt betrifft uns alle, die Art und Weise der Vermittlung in einem beweglichen Con­ tainer, der sein Aussehen von Ort zu Ort ändern wird, stößt auf besonderes Inter­ esse der Museumsverantwortlichen. Die Diskussion um das MuseumNeu wird am 18. Mai mit einem Gespräch mit Jurymit­ gliedern beziehungsweise den Architek­ ten fortgesetzt. Ab 1. Juni werden dann auch die Entwürfe aller Architektenbüros in einer Ausstellung im Heimatmuseum zu sehen sein. Der 1. Juni ist auch das Stichwort für einen dritten wichtigen Themenbereich, der uns 2010 beschäf­ tigen wird: In Erinnerung an das verhee­ rende Hochwasser von 1910 werden vor allem in den drei Museen in Bartholo­ mäberg, Gaschurn und Silbertal Ausstel­ lungen zum Thema „Katastrophen“ zu sehen sein. Es handelt sich um Erzähl­ bilder, die auf verschiedene Facetten des Themas eingehen, neben Wasser und Schnee werden auch Kälte, Feuer und Seuchen als Urheber von katastrophalen Ereignissen angesprochen. An dieser Stelle sei auch noch etwas Erfreuliches erwähnt. Robert Rollinger, Herausgeber der ersten beiden Bände zur Montafoner Geschichte, hat dieser Tage den Würdigungspreis für Wissen­ schaft vom Land Vorarlberg erhalten. Damit sind in den vergangenen drei Jah­ ren fünf Personen mit Bezug auf die im Montafon laufenden Projekte vom Land ausgezeichnet worden. Die Bauforschung des Architekten Raimund Rhomberg gibt Auf­ schluss über das Alter jeden Details des bestehenden Heimat­ museums und des ehemaligen Konsum­ gebäudes. Andreas Rudigier (Obmann) 1 2010 3 montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 Information Montag, 31. Mai, 18 Uhr: MONT.AGsbau – Führung mit Archi­ tekt Hans Hohenfellner im Bahnhofsareal (Bahnhof Schruns) Dienstag, 1. Juni: Die Montafoner Museen haben wie­ der offen und zeigen Ausstellungen zu den Themen „Architekturentwürfe für ein neues Montafoner Heimatmuseum“ (Schruns) und zu „Jahre der Heimsuchung“ (Bartholomäberg, Gaschurn, Silbertal) Donnerstag, 3. Juni, später Vormittag: Frühschoppen und Bewirtung im Rahmen der Ausstellung „Mobilität im Montafon“ (Bartholomäberg) Donnerstag, 3. Juni, 10 – 18 Uhr: Tag der offenen Tür in allen Montafo­ ner Museen (Bartholomäberg, Gaschurn, Schruns, Silbertal) Samstag, 12. Juni, 8.15 – 17 Uhr: Exkursionen zu Bauten von und mit Marte. Marte (Vorarlberger Vorderland) Dienstag, 15. Juni, 19 Uhr: Eröffnung der Ausstellung „Mobilität im Montafon“ in Gaschurn Montag, 21. Juni, 18 Uhr: MONT.AGsbau – Führung mit Bauforscher Raimund Rhomberg durch das zur Diskus­ sion stehende Gebäude des ehemaligen SilvrettaCenters (Kirchplatz Schruns) Montag, 28. Juni, 10 Uhr: MONT.AGstreff – alles Wissenswerte rund um das MuseumNeu (Museum Schruns) Montag, 28. Juni, 18 Uhr: (Anmeldung notwendig!) MONT.AGstreff – alles Wissenswerte rund um das Muse­ umNeu (Museum Schruns) 2010 Veranstaltungen im Überblick Dienstag, 11. Mai, 18 Uhr: Mobilität im Montafon, Ausstellungseröff­ nung (Kulturbühne Schruns) Dienstag, 18. Mai, 19 Uhr: 13. Montafoner Trachtengespräche: Die Werktagstracht (Museum Gaschurn – Näheres siehe letzte Mitgliederinfo) Dienstag, 18. Mai, 19.30 Uhr: Positionen zum Planungsentwurf Museum­ Neu. Gespräch mit Juroren und Architek­ ten (Museum Schruns) Mittwoch, 19. Mai, 16 Uhr: Kinderworkshop zur Malerei von Hannes Bertle (MAP-Kellergalerie, Museum Schruns – Näheres siehe letzte Mitgliederinfo) Donnerstag, 20. Mai, 19.30 Uhr: Flurnamen in Bartholomäberg, Vortrag und Diskussion mit Guntram Plangg (Mehr­ zwecksaal Bartholomäberg) Donnerstag, 27. Mai, 19.30 Uhr: Die Gattenwahl vor der Einführung der kirchlichen Eheschließung, Vortrag von Manfred Tschaikner (Wintersportsamm­ lung Tschagguns) Freitag, 28. Mai, 20.30 Uhr: Musikalische und lyrische Meditationen mit Bruno Oberhammer und Augustin Jagg (Pfarrkirche Tschagguns) Samstag, 29. Mai, 12.30 Uhr: Stiftsarchiv St. Gallen, Führung mit Peter Erhart Montag, 31. Mai, 10 Uhr: MONT.AGstreff – alles Wissenswerte rund um das MuseumNeu (Museum Schruns) 2 Veranstaltungen Kulturbühne Schruns Dienstag, 11. Mai 2010, 18 Uhr montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 3 Mobilität im Montafon (Ausstellungseröffnung mit Landesrat Karl-Heinz Rüdisser) Anfang 2009 startete der Prozess „Rau­ mentwicklung Montafon“. Die zehn Montafoner Gemeinden arbeiten seither intensiv gemeinsam mit dem Stand Mon­ tafon und dem Land Vorarlberg an regi­ onalen Entwicklungsthemen und lang­ fristig tragfähigen Perspektiven für die Region. Im Zuge dieses Prozesses wan­ dert vom 11. Mai bis zum 18. Juli 2010 eine Ausstellung zum Thema Mobili­ tät im Montafon durch alle Gemein­ den. Ganz im Sinne des Themas findet diese in einem Container statt, der sei­ nen Standort und sein Erscheinungsbild wöchentlich wechselt und so in allen zehn Montafoner Gemeinden ein spezi­ elles Besuchsziel wird. ten. Anmeldungen sind nicht notwen­ dig. Wünschen Sie für Ihren Verein, Ihre Schulklasse, Gruppe oder Nachbarschaft einen eigenen Termin für eine Führung oder Diskussion, melden Sie diese bitte mit Angabe einer Telefonnummer unter der Email-Adresse montafon@kairos. or.at bzw. telefonisch unter 0557454044. In jeder Gemeinde wird es gesonderte Veranstaltungen unter Einbindung von lokalen Vereinen oder Gruppen geben. Diese sind sowohl dem Programm unten (siehe S. 7-8), als auch den örtlichen Gemeindeblättern zu entnehmen. ☛ Anreise mit der Bahn Bludenz um 17.37 Uhr, Ankunft in Schruns um 17.57 Uhr ... Rückreise ab Schruns stündlich ab 20.03 Uhr Schruns, Montafoner Heimatmuseum Dienstag, 18. Mai 2010, 19.30 Uhr Positionen zum Planungsentwurf MuseumNeu (Gespräch mit Dr. Walter Angonese und den Architekten DI Bernhard Marte, DI Stefan Marte) Erstmals besteht die Möglichkeit, die Plan­ ntwürfe des Siegerprojekts für eine e Museumserweiterung mit maßgeblichen Experten zu diskutieren. Die Brüder Bern­ hard und Stefan Marte erläutern ihre Museumspläne, die vorgesehene Funk­ tionsweise, und nicht zuletzt ihre Archi­ tektursprache. Der zweite Fachmann des Abends ist Walter Angonese aus Kaltern. Er war beim Wettbewerb Fachjuror, und erläutert an diesem Abend seine Position zum Planentwurf als Preisrichter. Darüber 3 In der multimedialen Ausstellung stehen sich ein Rückblick zur Geschichte der Mobilität im Montafon und eine Vision für die Zukunft gegenüber. Der Ausstel­ lungsraum ist während der Ausstellungs­ tage ganztägig offen. Jeden Dienstag um 17 Uhr und jeden Donnerstag um 17 Uhr werden Führungen und Diskus­ sionen direkt in der Ausstellung angebo­ 2010 3 montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 Veranstaltungen 2010 hinaus informiert Walter Angonese über seine Erfahrungen in Südtirol mit Orts­ kernverbauung, mit der Kombination alt/neu, und über örtliche Bauentwick­ lungskonzepte. Im Anschluss an die Aus­ führungen der Gastreferenten ist eine offene Diskussion mit den Architekten und dem Fachjuror vorgesehen. ☛ Anreise mit der Bahn Bludenz um 18.35 Uhr, Ankunft in Schruns um 18.55 Uhr ... Rückreise ab Schruns um 22.03 Uhr Bartholomäberg, Mehrzweckgebäude Donnerstag, 20. Mai 2010, 19.30 Uhr Alte Namen am Bartholomäberg (Vortrag mit Univ.-Prof. Dr. Guntram Plangg) Unter vielen deutschen Namen wie „Küahli Rast“ oder „Mäßboda“, die dem bäuerlichen Alltag gelten und für Heimi­ sche „sprechende Namen“ sein dürften, sind „Brosistall“ oder „Lippaloch“ schon schwieriger zu erklären, weil die Perso­ nennamen als romanische Kurzformen auftreten (Ambrós, Philípp). Jüngere Leute werden „Küubriascha“ nicht mehr verstehen – „briasch me net a“, sagte man, wenn jemand laut wurde. Rätoro­ manisch „bargir, bariéscha“ heißt „brül­ len“. Ganz romanisch wird dann „(G) lavadíel“ (kleiner Stall) oder „Liamat“ (Grenze) neben vielen anderen interes­ santen Benennungen, die wir bespre­ chen wollen, in „Red und Widerred“. Guntram Plangg ist emeritierter Profes­ sor und ehemals Institutsleiter an der Romanistik (Universität Innsbruck). Er arbeitet in Kooperation mit den Mon­ tafoner Museen derzeit an einer Veröf­ fentlichung zu Montafoner Flurnamen. 4 Zu diesem Anlass hält Professor Plangg in allen Gemeinden des Tales Vorträge, um auf dieses Thema aufmerksam zu machen und auch Fragen des interessier­ ten Publikums – wenn es möglich ist – zu beantworten. ☛ Anreise mit der Bahn Bludenz ab 18.10 Uhr, Schruns an 18.30 Uhr, Bus ab Schruns 18.35, Bartholomäberg an 18.48 Uhr, Mitfahrgelegenheit möglich, bitte um Anmeldung im Museum Schruns, ab Bahnhof Schruns Rückreise um 22.03 Uhr Tschagguns, Wintersportsammlung (Altes Gemeindeamt) Donnerstag, 27. Mai 2010, 19.30 Uhr Die Gattenwahl vor der Einführung der kirchlichen Eheschließung (Vortrag mit Univ.-Doz. Dr. Manfred Tschaikner) Die Eheschließung von einer persönli­ chen Abmachung in eine obrigkeitlich normierte und kontrollierte Einrichtung umzuformen, bedurfte langer Zeit und großer Anstrengungen. Vordergründig ging es dabei auch darum, bigamistische Verhältnisse zu verhindern. Ein entspre­ chender Montafoner Gerichtsfall aus der Veranstaltungen Mitte des 16. Jahrhunderts ermöglicht tiefe Einblicke in die volkstümlichen Vor­ formen der kirchlichen Eheschließung. Manfred Tschaikner arbeitet am Vorarl­ berger Landesarchiv und lehrt Geschichte an der Universität in Wien. Überdies ist er derzeit mit der Verfassung des Tex­ tes für den dritten Band der Montafoner Geschichte (Frühe Neuzeit, 17./18. Jahr­ hundert) beauftragt. montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 3 ☛ Anreise mit der Bahn Bludenz ab 18.35 Uhr, Ankunft in Tschagguns um 18.53 Uhr, Rückreise ab Tschagguns Richtung Bludenz um 22.05 Uhr. Tschagguns, Pfarrkirche Freitag, 28. Mai 2010, 20.30 Uhr Meditationes Viae Crucis. Musikalische und lyrische Meditationen zum Kreuzweg von Hannes Bertle (Konzert und Lesung mit Prof. Bruno Oberhammer und Augustin Jagg) Die Ausstellung zum Schaffen von Han­ nes Bertle (1910-1978) endet an diesem Abend mit einem besonderen Hörer­ lebnis. Professor Bruno Oberhammer ist ein Virtuose auf der Orgel und wird das bekannte, von Joseph Bergöntzle geschaffene Instrument mit Werken von Johann Sebastian Bach und eige­ nen Improvisationen zum Kreuzwegtext 5 2010 3 montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 Veranstaltungen Zu beachten sind: Die Kosten für den Bus und den Eintritt (richtet sich nach der Anzahl der Teilnehmer/innen) – Anmel­ dung bis 26. Mai im Montafoner Hei­ matmuseum. Donnerstag, 3. Juni 2010, 10-18 Uhr 2010 „Hände am Holz“ des Dichters Josef Dirnbeck erklingen lassen. Der Theater­ macher und Fernsehsprecher Augustin Jagg wird dem Publikum als Rezitator die Texte Dirnbecks näher bringen. ☛ Anreise mit der Bahn Bludenz ab 19.35 Uhr, Ankunft in Tschagguns um 19.55 Uhr, Rückreise ab Tschagguns Richtung Bludenz um 22.05 Uhr St. Gallen, Stiftsarchiv Samstag, 29. Mai 2010, 12.30 Uhr (Treffpunkt: Bahnhof Schruns) Altes Frühmesshaus Bartholomäberg, Montafoner Tourismusmuseum Gaschurn, Montafoner Bergbaumuseum Silbertal, Montafoner Heimatmuseum Schruns Das Stiftsarchiv St. Gallen (Exkursion mit Dr. Peter Erhart) Im Stiftsarchiv St. Gallen werden die ältesten schriftlichen Zeugnisse für den Walgau aus dem frühen Mittelalter auf­ bewahrt, darunter auch der erste Nach­ weis für Bludenz. Gemeinsam mit der Stiftsbibliothek, die neben der Kathed­ rale zu den wichtigsten Werken des Bre­ genzerwälder Baumeisters Peter Thumb gehören, erhalten Sie Gelegenheit, UNESCO-Weltkulturerbe und die Bezie­ hungen zwischen St. Gallen und dem Vorarlberger Oberland kennenzulernen. Jahre der Heimsuchung. Historische Erzählbilder von Zerstörung und Not im Montafon (Tag der offenen Tür) Auch heuer steht der Montafoner Muse­ umssommer unter einem gemeinsamen thematischen Dach. War es im vergange­ nen Jahr die leidenschaftliche Beziehung zwischen Mensch und Berg, so sind es heuer Katastrophen, die aus unterschied­ lichen Blickwinkeln beleuchtet werden. In allen vier Museen erzählen Befunde, Fotografien und Zeitzeugen von kleine­ ren und größeren Katastrophen im Mon­ tafon. Sich diesem Phänomen in umfassen­ der Weise nähern zu wollen, wäre ein vermessenes Vorhaben. Einzelne kleine Geschichten von Not und Unheil im Montafon haben deshalb nur episodi­ schen Charakter. Allerdings, diese Redu­ ziertheit ist auch durch einen anderen Umstand bedingt: Der Heimatschutzver­ ein widmet sich im heurigen Jahr parallel zur Thematik Katastrophe auch anderen aktuellen Entwicklungen. Dazu gehören in erster Linie die Mon­ tafoner Architekturgespräche, in Anleh­ 6 Veranstaltungen montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 3 Silbertal: „Alpiner Zengarten“ Mittwoch, 26. Mai bis Sonntag, 30. Mai: Ausstellung ganztägig geöffnet Führungen und Diskussion: Donnerstag, 27. Mai, 17 Uhr Sonntag, 30. Mai, 10 Uhr: Im Zuge des „Tages der Blasmusik“ im Silbertal, ist für musikalische Unterhaltung und das leibli­ che Wohl aller Gäste gesorgt Bartholomäberg: „Aussichtsterrasse“ Dienstag, 1. Juni bis Sonntag, 6. Juni: Ausstellung ganztägig geöffnet Führungen und Diskussion: Dienstag, 1. Juni, 17 Uhr Donnerstag, 3. Juni: bei guter Witterung gibt es einen Frühschoppen mit Bewir­ tung und Musik im Anschluss an die Fronleichnamsprozession. St. Gallenkirch: „Open Air Kino“ Dienstag, 8. Juni bis Sonntag, 13. Juni: Ausstellung ist ganztägig geöffnet Führungen und Diskussion: Dienstag, 8. Juni und Donnerstag, 10. Juni, jeweils um 17 Uhr Freitag, 11. Juni, 16 Uhr: Public Scree­ ning zur Eröffnung der Fußballweltmeis­ terschaft. Für Speis und Trank ist gesorgt. Gaschurn: „Temporäres Wohnen im alpi­ nen Raum“ Dienstag, 15. Juni bis Sonntag, 20. Juni: Die Ausstellung ist ganztägig geöffnet Dienstag 15. Juni, 19 Uhr: Eröffnung durch den Bürgermeister, Führungen durch die Ausstellung. Musikalische Unterhaltung durch die Bürgermusik Gaschurn/Partenen sowie den DJ Phil­ lip Dona. Für die Bewirtung sorgen das Vitalzentrum Felbermayer, die Lokale Galarie und Ausrutscher. Zusätzliche Führung und Diskussion: Donnerstag, 17. Juni, 17 Uhr Bei guter Witterung kann auf dem Con­ 7 nung an das Wettbewerbsergebnis zum Projekt MuseumNEU. Am Standort Schruns ist eine Ausstellung mit allen Pla­ nentwürfen vorgesehen. Weiters zeigt das Frühmesshaus Gaschurn archäologi­ sche Ergebnisse des internationalen For­ schungsprojekts „Rückwege“ aus dem Studienraum Silvrettagruppe. Das behut­ sam wachsende Frühmesshaus Bartholo­ mäberg widmet sich aktuellen Aspekten der Hausforschung und zeigt Neuzu­ gänge der wachsenden Sammlung. Aktuelles Wanderausstellung „Mobilität im Montafon“ – das Programm raumentwicklung montafon Schruns/Tschagguns: „Zentrum“ Mittwoch, 12. Mai bis Montag, 24. Mai: Ausstellung ganztägig geöffnet Führungen und Diskussion: Dienstag, 18. Mai und Donnerstag, 20. Mai jeweils um 17 Uhr 2010 3 montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 Aktuelles stellungsbesucher durch die örtliche Feu­ erwehr. 2010 tainer mit Blick in die Sterne übernachtet werden. Anmeldungen im Gemeinde­ amt erbeten. St. Anton: „Vorsicht Fußgänger“ Dienstag, 22. Juni bis Sonntag, 27. Juni: Die Ausstellung ist ganztägig geöffnet Führungen und Diskussion: Dienstag, 22. Juni und Donnerstag, 24. Juni, 17 Uhr Dienstag, 22. Juni, 17 Uhr: Für das leib­ liche Wohl der Fußgänger wird gesorgt. Vandans: „Schöne Aussicht Erneuerbare Energie“ Dienstag, 29. Juni bis Sonntag, 4. Juli: Die Ausstellung ist ganztägig geöffnet Führungen und Diskussion: Dienstag, 29. Juni und Donnerstag, 1. Juli, 17 Uhr Stallehr: „Wo geht’s hier nach Monta­ fon?“ Dienstag, 6. Juli bis Sonntag, 11. Juli: Die Ausstellung ist ganztägig geöffnet Führungen und Diskussion: Dienstag, 6. Juli und Donnerstag, 8. Juli, 17 Uhr Freitag, 9. Juli, 20 Uhr: Platzkonzert bei der Ausstellung. Für das leibliche Wohl der Besucher ist gesorgt. Lorüns: „Info Center Montafon Park“ Dienstag, 13. Juli bis Sonntag, 18. Juli: Die Ausstellung ist ganztägig geöffnet Führungen und Diskussion: Dienstag, 13. Juli und Donnerstag, 15. Juli, 17 Uhr Dienstag, 13. Juli: Verköstigung der Aus­ 8 Mit der Zeinisjochbahn durch das Montafon. Dokumente über ein nicht verwirklichtes Bahnprojekt im Österreichischen Staatsarchiv in Wien gefunden In Vorarlberg bestanden einige Eisen­ bahn- und Seilbahnprojekte, die niemals verwirklicht wurden (Verlängerung der Bregenzerwaldbahn nach Schoppernau, Straßenbahn ins Gütle bei Dornbirn, Ringstraßenbahn im unteren Rheintal, Geologische Skizze von Prof. Koch, 1872 Aktuelles montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 3 Seilbahn von Feldkirch aufs Älpele). Die Erbauer der Montafonerbahn träumten – bei der Eröff­ nung 1905 – von der Verlängerung der Bahn sogar bis Davos, auch von einer Zahnradbahn nach Gargellen und von einem Elektrobus (O-Bus) nach Gaschurn war vor rund 100 Jahren die Rede. Das Jahrhun­ Streckenverlauf derthochwasser 1910 und später der Erste Weltkrieg machten diese Pläne zunichte. Seit bei­ nahe 30 Jahren wird die Verlängerung der Montafonerbahn in die Innerfratte immer wie­ der erwogen. In der Eisenbahnlitera­ tur stößt man auf den Hinweis einer geplanten Bahn unter dem Zeinis­ joch als Alternativtrasse Längenprofilskizze (ÖStA Wien) zur Arlbergbahn. Im Zuge der Recherchen für die Wanderaus­ sofort aus, denn der Scheitelpunkt lag stellung „Mobilität im Montafon“ (siehe von allen Trassenvarianten am höchs­ den Hinweis in diesem Heft) konnten ten. Für die „Zeynesjochbahn“ wurden nun im Österreichischen Staatsarchiv in aber noch 1872 Trassen- und Tunnel­ Wien die Unterlagen zu diesem Projekt studien vorgenommen. Der Professor ausgehoben und Kopien für das Monta­ für Geologe und Mineralogie in Wien, fon Archiv angefertigt werden. Gustav Adolf Koch, erstellte ein geolo­ Bereits um 1869 (also noch vor der Eröff­ gisches Gutachten. Doch die Strecken­ nung der Bahn Lindau-Bludenz 1872) führung durch das Kloster- und Stanzer­ wurden in einem Bericht über die „Tirol- tal erwies sich als vorteilhafter: Die Bahn Vorarlbergische Verbindungsbahn“ drei durch das Montafon und Paznaun, für Trassenvarianten für die Streckenfüh­ die Stationen in Schruns, „Gurtepohl“ rung erörtert: die Linie durch das Klos­ und Gaschurn vorgesehen waren, ehe tertal und den Arlberg, die Überwindung sie das Zeinisjoch mittels eines Tunnels des Silbertaler Winterjöchl und auch bewältigen sollte, hätte im Vergleich mit die Untertunnelung des Zeinisjoches. der späteren Arlbergbahn eine größere Die Strecke durch das Silbertal schied Streckenlänge, einen längeren Tunnel 9 2010 3 montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 Aktuelles bung erläutern zu lassen und darüber zu diskutieren. Für den Beginn der Serie MONT.AG-Bau hatten wir bereits am 3. Mai den Schrunser Friedhof (Planungs­ büro Lang/Vonier) gewählt. MONT.AG. Bau II: Der zweite Ort für unseren „MONT.AG. Bau“ ist das Bahn­ hofsareal Schruns. Bei Klagen über den Verlust einer cha­ rakteristischen Architektur im Schrunser Zentrum wird immer wieder das Erschei­ nungsbild des Bahnhofsareals erwähnt. Grund genug, auch hier vor Ort über Expertisen und Emotionen zu diskutie­ ren. Der planende Architekt Hans Hohen­ fellner führt durch das Gelände und in das Objekt. Dabei erläutert er Funktio­ nalität, Erscheinungsbild, Materialwahl und die städtebauliche Einordnung sei­ ner Planung. Termin: Montag, 31. Mai (18 Uhr), Bahn­ hof Schruns mit Architekt Hans Hohen­ fellner MONT.AG. Bau III: Dritter Ort für unse­ ren „MONT.AG. Bau“ ist der einstmalige Konsum am Kirchplatz. Ein fachkundig begleiteter Lokalaugenschein mit Haus­ führung verspricht ein besonderes Erleb­ nis zu werden. Die Ergebnisse einer äußerst fundierten Bauforschung haben für dieses Objekt eine selten bewegte Aus-, Auf-, An- und Umbaugeschichte ausgewiesen. Zusätzli­ ches Gewicht erhält diese Hausführung durch den Umstand, dass die Oberge­ schosse des Hauses nach den Planungs­ entwürfen der Architekten Marte.Marte durch einen Neubau ersetzt werden sollen. Raimund Rhomberg, Autor der Bauforschungsstudie, wird die bauhis­ 2010 sowie eine längere Bauzeit mit weitaus höheren Baukosten erfordert. Gleichzei­ tig herrschten ungünstigere klimatische und geologische Verhältnisse bei einem zudem höheren Scheitelpunkt. Seit nunmehr 126 Jahren – 1884 – fah­ ren Züge durch das Klostertal zum Arl­ berg hinauf, das Montafon erhielt seine Bahn (nach jahrelangen Diskussionen) schließlich 1905. (Peter Strasser) Montafoner Architekturgespräche (MONT.AG): Eine Serie mit Angeboten zu Architektur, rund um das Projekt MuseumNEU (1) MONT.AG. Impulse: Jeden Montag verschicken wir per Mail anregende Impulse zu Architektur MONT.AG. Bild: Knapp kommentierte Beispiele aus nahe gelegenen Alpenregi­ onen. MONT.AG. Frage: Dafür braucht es kein Fachwissen, lediglich Interesse am Pro­ jekt MuseumNEU. MONT.AG. Treff: Einmal monatlich kann man sich im Heimatmuseum informieren und austauschen. Nächste Termine: 31. Mai (10 Uhr), 28. Juni (10 Uhr, bei Bedarf auch um 18 Uhr – für letztere Uhrzeit bitte anmelden) Wir nehmen interessierte Personen, die unsere „MONT.AG. Impulse“ erhalten möch­en, gern in unseren Mailverteiler auf. t (2) MONT.AG. Bau Fallweise bieten wir die Möglichkeit, sich von Expertinnen und Experten exemp­ larische Objekte in Schruns und Umge­ 10 Aktuelles torische Gesamtsituation erläutern, und durch das seit etlichen Jahren leer ste­ hende Haus führen. Dabei wird Raimund Rhomberg diverse Altersstrukturen, Bau­ etappen und Stilmerkmale auch für Laien lesbar machen. Termin: Montag, 21. Juni (18 Uhr), Treff­ punkt Heimatmuseum Foyer. Hausrund­ gang im ehemaligen Silvretta Center mit Bauforscher Raimund Rhomberg (3) Positionen zum Planungsentwurf Siehe Veranstaltung am 18. Mai (S. 3) (4) Ausstellung Planentwürfe für MuseumNeu Die Entwicklung des Projekts Museum­ NEU umfasste neben einer akribischen Bauforschung auch einen architekto­ nischen Wettbewerb, der acht renom­ mierte Architekturbüros aus Vorarlberg, der Schweiz und Italien bewogen hat, ihre Planungsideen einzureichen. Die im Charakter sehr unterschiedlichen Pla­ nungsentwürfe sollen nun öffentlich präsentiert und diskutiert werden. Zuvor war es dem Projektträger ein Anliegen, den Nachbarn, Geschäftsbetreibern, dem Museumsteam, dem Museumsaus­ schuss, den Mitgliedern des Heimat­ schutzvereins und den Auftraggebern auf politischer Ebene in vielen Gesprä­ chen den Rohentwurf des Siegerprojek­ tes persönlich vorzustellen. Diese Phase ist nun abgeschlossen, und ab Juni sind die Pläne der Wettbewerbsteilnehmer im Heimatmuseum ausgestellt. Montafoner Heimatmuseum: 1. Juni bis 31. Oktober, Dienstag bis Samstag, 10-18 Uhr montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 3 (5) Exkursion zu und mit Marte.Marte Eine Architekturfahrt durch das Vorarl­ berger Vorderland führt zu mehreren Objekten, die von Marte.Marte Architek­ ten geplant worden sind. Geleitet wird die Exkursion von Stefan bzw. Bernhard Marte. Diese Architekturfahrt gewährt konkrete Einblicke in das breite Spektrum der Arbeit von Marte.Marte Architekten auf engstem Raum. Absicht der Objekt­ auswahl ist es, die Unterschiedlichkeit der Funktionsweisen (vom Wohnhaus über Feuerwehrhaus bis zum Friedhof) zu zeigen, die Architektur auch im Innern erfahrbar zu machen, und jene Architek­ ten persönlich kennen zu lernen, die für das Heimatmuseum einen überzeugen­ den Planungsentwurf vorgelegt haben. Erste Station der Exkursion ist das Atelier der Architekten, ein altes Rheintalhaus in Weiler. Termin: Samstag, 12. Juni, Abfahrt in Schruns am Bahnhof um 8.15 Uhr. Fahrt im gemeinsamen Bus, Rückkehr nach Schruns ca. 17 Uhr. Voranmeldung im Heimatmuseum Schruns. (6) MONT.AG. Treff. Spezial! Anlässlich des Architekturtreffs am letz­ ten Montag des Monats bieten wir für den Juni-Treff eine Besonderheit an: Eine Kurzführung durch die Ausstellung mit den Einreichplänen für das MuseumNEU. Im Zentrum der gesprächsorientierten Führung stehen verschiedene Vergleichs­ ebenen zwischen den Plänen, womit die subjektiven Einschätzungen mit objekti­ vierbaren Qualitätskriterien in Beziehung gesetzt werden können. Termin: Montag, 28. Juni (10 Uhr), Hei­ matmuseum. Bei Bedarf bieten wir die­ 11 2010 3 montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 Aktuelles 2010 sen Spezialtreff am selben Montag auch um 18 Uhr an. Für den Abendtermin ersuchen wir um Voranmeldung. Tipp: Am 28. und 29. Mai werden in Vorarlberg wie im übrigen Österreich so genannte „Architekturtage durchgeführt. Infos unter www.architekturtage.at Vom Abreißen und Neubauen – ein neues Museum für Schruns. Vor hundert Jahren stand bereits einmal der Neubau des Montafoner Heimatmuseums zur Diskussion Vor rund hundert Jahren stellte sich in Schruns die Frage nach einem Bau des Museumsgebäudes. Nach der Gründung einer „Freien Gesellschaft zur Schaf­ fung einer naturhistorischen Samm­ lung für das Tal Montafon“ 1906 wuchs der Sammlungsbestand so rasch an, dass die Vitrinen im Schrunser Schul­ haus bald nicht mehr ausreichten (denn inzwischen erweiterte man das Sam­ melspektrum auch auf kunstgeschicht­ liche Gegenstände). Der Ausschuss der „Freien Gesellschaft“ beschloss daher am 2. Dezember 1911 den Bau eines Museumsgebäudes. Um das große Pro­ jekt nachhaltiger vorantreiben zu kön­ nen, erfolgte 1912 die Umwandlung der 12 „Freien Gesellschaft“ zum „Verein für Heimatschutz im Tale Montafon“. Die Gemeinde Schruns und der Stand Montafon standen dem Projekt wohl­ wollend gegenüber (Die Einstellung der Bevölkerung geht aus den zahlreichen Akten im Museumsarchiv nicht hervor): Die Gemeinde sicherte den Bauplatz zu, der Stand hätte das Holz zur Verfügung gestellt – zum Bau kam es aber dennoch nicht. Was war geschehen? Aktuelles Die Planung wurde auf eine professi­ onelle Basis gestellt: Der Landesarchi­ var Viktor Kleiner beriet über die Vor­ gangsweise und stellte den Kontakt zu den Behörden in Bregenz, Innsbruck und Wien her. Baumeister Wolf aus Bludenz entwarf eine dreigeschossige Villa (Kel­ ler, EG, OG) mit Elementen des damals modischen „Heimatstils“. Der Entwurf wurde sowohl dem „k.k. Landeskonser­ vatorat für Denkmalpflege“ in Innsbruck als auch der „k.k. Zentralkommission für Denkmalpflege“ in Wien zur Begutach­ tung vorgelegt. Durch die Einbeziehung höchster Stellen des Denkmalschutzes in montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 3 der Monarchie wurde eine architekto­ nisch hochstehende Expertise erreicht, die damals (und wohl auch später) für das Montafon außergewöhnlich war. Die beiden damals führenden Exper­ ten für ländliche Architektur, der Archi­ tekt Georg Baumeister und der Landes­ konservator für Tirol-Vorarlberg, Johann Deininger, bescheinigten in ihren Gut­ achten, dass „das projektierte Gebäude hinsichtlich seiner Grundrissanlage und äußeren Erscheinung im allgemeinen der alten Montafoner Bauernhaustype [ent­ spricht].“ Deren Änderungsvorschläge (insbesonders im Bereich der Fassade, Jahre der Heimsuchung Historische Erzählbilder von Zerstörung und Not im Montafon Vor genau hundert Jahren wurde das Montafon von einer schrecklichen Naturkatastrophe heimgesucht. Rasche Schneeschmelze und Dauerregen verwandelten Rinnsale und Bäche zu reißenden Flüssen. Die verheerende Folge war ein Jahrhunderthochwasser mit extremen Vermurungen in mehren Orten des Tales. Das Katastrophenszenario ist uns nicht nur eindrücklich in Erinnerung wegen der massiven Reaktionen. Diese reichten bis zu Aussiedlungsplänen des am schlimmsten betroffenen Dorfes Vandans. Zudem kam bei dieser Katastrophe erstmals das Medium Fotografie sehr umfassend zum Einsatz. Somit konnte der Nachwelt das Bild der Verwüstungen deutlicher erhalten werden als jemals zuvor. Die Ausstellungen in allen vier Montafoner Museen spüren, in Erinnerung an dieses Hochwasser vor 100 Jahren, auch anderen Katastrophenereignissen im Montafon nach. Dies geschieht in den vier Montafoner Museen allerdings auf unterschiedliche Weise und zu unterschiedlichen Themen. Der Bogen spannt sich von der Lawinenkatastrophe 1689 über das Hungerjahr 1817 bis zu jüngsten Brand- und Sturmschäden. Die 4 Ausstellungen dokumentieren die Katastrophen selbst, aber auch deren Folgen für Mensch und Natur. Nicht zuletzt gilt das Interesse den vielfältigen Versuchen, solche „Schicksalsschläge“ zu verhindern: Im religiösen Leben, im Aberglauben – und letztlich durch ein wachsendes Bemühen, sich real abzusichern. Ausstellungsdauer: 1. Juni – 31. Oktober 2010 Öffnungszeiten: Montafoner Heimatmuseum Schruns: Dienstag bis Samstag, jeweils 10 bis 18 Uhr Montafoner Tourismusmuseum Gaschurn: Dienstag bis Samstag, jeweils 15 bis 18 Uhr Montafoner Bergbaumuseum Silbertal: Dienstag bis Samstag, jeweils 15 bis 18 Uhr Altes Frühmesshaus Bartholomäberg: Dienstag bis Samstag, jeweils 15 bis 18 Uhr Informationen: Montafoner Heimatmuseum, 6780 Schruns, T 05556/74723, F 05556/74723-24 E museen@montafon.at; I www.stand-montafon.at/kultur www.luger-grafik.com 13 2010 3 montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 Aktuelles 2010 der Fensterformen und Ornamente) wur­ den im Endentwurf berücksichtigt. Zeugte die architektonische Gestaltung und Vorgangsweise von hoher Professi­ onalität, so scheiterte das ambitionierte Projekt schließlich an der Mittelaufbrin­ gung: Die geplante Lotterie mit 30.000 Losen zu je 1 Krone führte mit dem k.k. Finanzministerium zu zähen, langwieri­ gen Verhandlungen. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Sommer 1914 ließ die Pläne in der „Schublade“ (sprich im Museumsarchiv) verschwinden. Da der Bau nicht ausgeführt wurde, konnte sich ein anderes Gebäude an einer Neunutzung und Gnadenfrist erfreuen: Das Museum hätte etwa im Bereich des heutigen „Haus des Gastes“ in der Silvrettastraße 6 errichtet wer­ den sollen. Das Frühmesshaus aus dem Jahre 1690 wäre damals dem Abriss sicher gewesen. Nun konnte aber das geschichtsträchtige Haus – auf Anre­ gung des damaligen Direktors des Vor­ arlberger Landesmuseums Ing. Lukesch – am 12. Juni 1921 als „Montafoner Heimatschutz-Museum“ eröffnet wer­ den. 1931 unter Denkmalschutz gestellt, musste das ungünstig situierte Gebäude – es bildete eine Engstelle – im Frühjahr 1972 zugunsten des Straßenverkehrs weichen. Das Museumsgut wurde zehn Jahre später im heutigen Haus am Kirch­ platz wieder der Bevölkerung zugänglich gemacht. (Peter Strasser) Internationaler Kulturwanderweg ViaValtellina im Abschnitt Montafon Schon seit 20 Jahren begleitet der frü­ here Geschäftsführer des Montafon-Tou­ rismus Karl Perathoner Wandergruppen 14 auf den Spuren des historischen Säu­ merweges zwischen Tirano im Wein­ baugebiet Veltlin und Schruns. In letz­ ter Zeit nutzen in zunehmendem Maß auch andere Wanderführer und Weit­ wanderer, die eigenständig unterwegs sind, diese attraktive Wanderroute durch vielfältige Kultur- und Berglandschaf­ ten in drei Staaten und Sprachregio­ nen. Seit Mai 2007 ist die ViaValtellina eine der interessantesten und am stärks­ ten frequentierten Routen im Tourismus­ programm „Kulturwege Schweiz“. Im Schweizer Förderverein ViaValtellina ist auch das Montafon durch den Obmann des Heimatschutzvereines vertreten. Der Stand Montafon und die Gemeinde St. Gallenkirch bemühen sich seit 2008 im Rahmen eines EU-geförderten Pro­ jektes (Leader13), die Trasse des Veltlin­ erweges auch zwischen Gargellen und Schruns/Tschagguns unter Einbeziehung der noch vorhandenen oder in der Natur erkennbaren Reste des bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts genutzten Saum­ weges durchgehend rechtlich und bau­ lich umzusetzen. Der Heimatschutz­ verein unterstützt die Projektträger im Rahmen einer Arbeitsgruppe bei der Trassenplanung, den Verhandlungen mit den Grundeigentümern und der bauli­ chen Umsetzung einschließlich Wegwei­ sung und Markierung. Aktuelles Zwischen Schruns/Tschagguns und St. Gallenkirch/Galgenuel und auch zwi­ schen dem Sarotlamaisäß und Gargel­ len ist der Wegverlauf bereits festgelegt und begehbar. Im Bereich ZuggawaldPlatinabach sind vor Anlegung der Via­ Valtellina noch bauliche Sicherungs- und Sanierungsarbeiten der Landesstraßen­ verwaltung (Steinschlagschutz Zugga­ wald, Rutschungssanierung Platinastutz) abzuwarten. Zu den restlichen Wegab­ schnitten im vorderen Gargellental sind in den letzten Monaten die Verhandlun­ gen mit den Grundeigentümern intensi­ viert worden. Dabei konnte weitestge­ hend Verständnis für dieses Wegprojekt als Bestandteil eines regionalen und internationalen Netzwerkes für nachhal­ tige Mobilität in Tourismus, Freizeit und Alltag festgestellt werden. (Leo Walser) St. Gallenkircher Beichtregister: 1610 und 1613 Zu den Vorbereitungen auf die Oster­ feier zählte die Verpflichtung, während der vorangehenden Buß- oder Fastenzeit die Beichte abzulegen. Um die vollstän­ dige Teilnahme der zum Kommunions­ empfang zugelassenen Ortsbevölkerung zu überprüfen, legten die Pfarrer Regis­ ter an, die heute wertvolle familien-, namen- und sozialgeschichtliche Quellen darstellen. Zu den ältesten erhaltenen Unterlagen dieser Art in Vorarlberg zählen die bei­ den St. Gallenkircher Beichtregister von 1610 und 1613, die von den Pfarrern Johannes Vonbank und Johann Reich angelegt wurden. Ein Vergleich der bei­ den Verzeichnisse veranschaulicht unter anderem, dass sich feststehende Perso­ nenbezeichnungen und Familiennamen um diese Zeit erst ausbildeten. Die ältere montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 3 Liste enthält zahlreiche Namen wie das „gschwollen Madlini“, der „krumme Schneiderbub“, die „grüselich Meigga“, der „Schöblig“, das „Schmölleli“, das „Pfözi“, Jakle Netzer und „sein Gagi“ oder Hans Gafanesch und „sein Klo­ cker“ (Hoffentlich war damit nicht seine Frau gemeint). Das drei Jahre später angelegte Verzeichnis hingegen führt dieselben Personen großteils mit heute noch bekannten Familiennamen an, bei denen die Netzer, Sander und Viel vor­ herrschten. Die bei weitem beliebtesten weiblichen Vornamen bildeten Maria und Anna. Jede dritte Frau hieß so. Sehr häufig wurden Mädchen auch „Barbla“ (Barbara) und „Threina“ (Katharina) genannt. Bei den Männern trugen mehr als 40 Prozent entweder den Namen Christian oder Hans. Sehr viele hießen Jörg, Peter oder Jakob. Geht man davon aus, dass die Zahl der Kinder oder Nicht-Kommunikanten etwa ein Drittel ausmachte, ergibt sich aus den Beichtregistern für die Pfarre St. Gallen­ kirch zu Beginn des 17. Jahrhunderts die beträchtliche Zahl von ungefähr 1.200 Einwohnern. (Manfred Tschaikner) Tipp: Das Vorarlberger Landesarchiv prä­ sentiert monatlich auf seiner Internet­ seite eine „Archivalie des Monats“ – das 15 2010 3 montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 Aktuelles xität von Instandsetzungen minderge­ nutzter Bausubstanz zu beleuchten und die Herausforderungen an die einzel­ nen Akteure zu verstehen. Des Weiteren soll ein Diskurs über die verschiedenen Handlungsfelder und Lösungsszenarien aller Beteiligten und der öffentlichen Hand entstehen. Nach der Fachtagung haben Sie ein neues Verständnis im Umgang mit alter Bausubstanz, verste­ hen die Vielschichtigkeit des Themas und haben mögliche Lenkungsszenarien kennengelernt. Sie verstehen was nach­ haltiges Sanieren ausmacht und wel­ che Wirkung historische Bausubstanz auf Raum, Mensch und die Umwelt hat. Ein Blick über den Tälerrand zeigt, wie andere vergleichbare ländliche Regionen das Thema bearbeiten. Bei der angebo­ tenen Exkursion können Sie gelungene Beispiele aus den unterschiedlichsten Anwendungsgebieten erleben (www. altebausubstanz.at). Fotodatenbank Montafon Die Montafoner Museen bedanken sich bei Horst Hefel, Tschagguns, für die Über­ lassung historischer Montafon-Ansichten für das Montafon Archiv. 2010 Beichtregister aus St. Gallenkirch ist eine davon (www.landesarchiv.at). Kulturlandschaft Montafon im Wandel Üblicherweise wird bei einem alten Paar­ hof zuerst einmal das Haus neu gebaut, ehe für den Stall keine Verwendung mehr gefunden wird und er zerfällt oder abge­ brochen wird. In Tschagguns-Mauren gin­ gen die Besitzer einen anderen Weg. Tipp: Am 17. und 18. Mai findet in Schwarzenberg eine erste Fachtagung zum Thema „Alte Bausubstanz. Neues Leben in alten Häusern. Aufgaben, Trends & kommunale Strategien“ statt. Durch demografische und gesellschaft­ liche Veränderungen befindet sich auch die Bausubstanz vielerorts im Wandel – oder auch nicht? Zunehmender Leer­ stand und weiterer Widmungsdruck beschäftigen viele Kommunen nicht nur im Bregenzerwald. Warum Fachtagung? Ziel der Fachtagung ist es, die Komple­ 16 Rückblick montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 3 Gaschurn, 31. März Schruns, 14. April Silbertal, 7. April Wolfegg, 24. April Innerberg, 10. April Bregenz, 26. April 17 2010 3 montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 Publikationen 12 Keiler/Pfeifer/Rudigier: Der Maisäß Montiel. 2004 (€ 22,-/18,-) 13 Nachbaur/Strasser: Die Markterhe­ bung von Schruns. 2004 (€ 22,-/18,-) 14 Wink (Hg.): Ausgrabungen im Montafon. Diebschlössle und Val­ kastiel (2 Bde). 2005 (€ 22,-/18,-) 15 Keiler/Pfeifer/Rudigier: Der Maisäß Valschaviel. 2005 (€ 22,-/18,-) 16 Hachfeld/Vossebürger/Pfeifer: Die „Alpe“ Bofa. 2005 (€ 10,90/8,70) 17 Hessenberger/Kasper: Lebenswel­ ten junger Menschen im Montafon. 2006 (€ 13,-/10,-) 18 Malin/Maier/Dönz-Breuß: Standes­ wald Montafon. 2007 (€ 22,-/18,-) 19 Ohneberg: Märzengerichtsproto­ koll. 2007 (€ 28,-/22,-) 20 Bußjäger: Die „Montavon“-Krise. 2007 (€ 13,-/10,-) 21 Beitl/Strasser: Richard Beitl. 2009 (€ 25,-/20,-) 22 Kasper: Röbi und Rongg. 2009 (€ 25,-/20,-) 2010 Publikationen Montafoner Geschichte Band 1 Rollinger/Rollinger: Montafon 1. Mensch – Geschichte – Naturraum. Die lebensweltlichen Grundlagen. 2005 (€ 44,-, in Verbindung mit allen vier Bänden um 15 % reduziert) Band 2 Rollinger: Montafon 2. Besied­ lung - Bergbau - Relikte. Von der Stein­ zeit bis zum Ende des Mittelalters. 2009 (€ 46,-, in Verbindung mit allen vier Bän­ den um 15 % reduziert) Montafoner Schriftenreihe Moosbrugger: Maisäßkultur und Maisäßlandschaft im Montafon. 2001 (vergriffen) 2 Keiler/Pfeifer (Hg.): Plazadels und Wachters Dieja. 2001 (€ 10,90, für Mitglieder € 8,70) 3 Haas: Das Montafonerhaus und sein Stall. 2001 (€ 20,-/16,50) 4 Dönz: Muntafuner Wärter, Spröch und Spröchli. 2001 (€ 20,-/16,50) 5 Rudigier/Zamora (Hg.): Das roma­ nische Vortragekreuz von Bartholo­ mäberg. 2002 (€13,-/10,-) 6 Keiler/Pfeifer/Rudigier: Gweil – Mai­ säß und Alpen. 2002 (€ 20,-/16,50) 7 Beitl: Die Votivbilder aus den Mon­ tafoner Gnadenstätten. 2002 (€ 16,-/13,-) 8 Netzer: Silbertaler Soldaten im Zwei­ ten Weltkrieg. 2003 (€ 16,-/13,-) 9 Keiler/Pfeifer/Rudigier: Die Maisäße auf Tafamunt. 2003 (€ 22,-/18,-) 10 Strasser: Montafoner ReiseBilder. 2003 (€ 20,-/16,50) 11 Nesensohn-Vallaster: Der Lawinen­ winter 1954. 2004 (€ 16,-/13,-) 18 1 Sonderbände zur Montafoner Schriftenreihe SB 1 Strasser/Rudigier: montafon.1906_2006 – Eine Zeitreise in Bildern. 2006 (vergriffen) SB 2 Truschnegg: Lorüns. Dorfgeschichte in Schrift und Erzählung. 2006 (€ 35,-/30,-) SB 3 Brugger: 100 Jahre Skisport im Montafon. 2006 (€ 33,-/27,-) SB 4 Rudigier: Heimat Montafon. Eine Annäherung. 2007 (€ 22,-/18,-) SB 5 Hessenberger: Grenzüberschreitun­ gen. 2008 (€ 28,-/22,-) SB 6 Arnold: Montafonerin. 2008 (€ 19,50/16,50) Publikationen SB 7 Rudigier: Kulturgeschichte Monta­ fon. 2009 (€ 9,50/7,50) SB 8 Hessenberger/Rudigier/Strasser/ Winkler: Mensch & Berg im Monta­ fon. 2009 (€ 28,-/22,-) SB 9 Strasser: Schruns um 1920 (Adele Maklott). 2009 (€ 18,90/16,90) SB 10 Philp/Rudigier: Philipp Schönborn Montafon. 2010 (€ 22,-/18,-) SB 11 Trippolt/Bertle: Hannes Bertle. 2010 (€ 23,-/18,-) Kataloge und Führer Maklott – Jehly – Schmid. Sommeraus­ stellung 2004 im Montafoner Heimat­ museum Schruns (€ 10,-/8,-) Rudigier/Strasser: Ein kleiner Führer durch das Montafoner Heimatmuseum. 2008 (€ 5,-/4,-) Brugger: Museum Guide of the Monta­ fon Folk Museum Schruns. 2008 (€ 3,-) Filme und andere Medien Plazadels und Wachters Dieja. Maisäß­ siedlung im Gauertal. Videodokumen­ tation von info-film (Banas & Banas), 14 min. 2001 (€ 26,-/22,-) Montafon. Von Feldkirch in das Mon­ tafon. Historische Filme in der Reihe „Österreich in historischen Filmdoku­ mentationen. Edition Vorarlberg“ vom Filmarchiv Austria, 83 min. 2004 (VHS 21,60, DVD 24,90) Die prähistorische Besiedlung des Monta­ fons. 7000 Jahre Besiedlungsgeschichte von der Steinzeit bis zu den Römern. Fotonachweis montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 3 Interaktive CD zur gleichnamigen Aus­ stellung im Montafoner Heimatmuseum, Rüdiger Krause, ArcTron GmbH, Monta­ foner Heimatmuseum. 2005 (€ 10,-/8,-) Kulturhistorische Wanderwege Montafon Bertle: Geologischer Lehrwanderweg Bartholomäberg. 1978 (€ 6,-/5,-) Rudigier: Gaschurn-Dorf. 2003 (€ 2,-) Ebster: Sagenweg Vandans. 2007 (€ 2,-) Jahresberichte der Montafoner Museen 2001 (€ 2,-) 2002 (€ 2,-) 2003 (€ 2,-) 2004 (€ 4,-) 2005 (€ 4,-) 2006 (€ 4,-) 2007 (€ 10,-) 2008 (€ 10,-) 2009 (€ 10,-) Horst Hefel, Friedrich Juen, Marte.Marte Architekten, Montafon Archiv, Raimund Rhomberg, Stiftsarchiv St. Gallen, Lukas Seilern, Superwien, Vorarlberger Landes­ archiv 19 2010 3 montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 Informationen 2010 Heimatschutzverein Montafon • Montafoner Museen • Montafon Archiv Montafoner Heimatmuseum, Kirchplatz 15, 6780 Schruns T 05556/74723, F 05556/74723-24 E museen@montafon.at, I www.stand-montafon.at/kultur Bankverbindungen: Raiba Montafon, BLZ 37468, Kontonr. 302.547 Sparkasse Schruns, BLZ 20607, Kontonr. 0100-065333 Öffnungszeiten (alle ab 1. Juni 2010): Montafoner Heimatmuseum Schruns: Dienstag bis Samstag, 10-18 Uhr Grafik-Design Frei, Götzis Montafoner Tourismusmuseum Gaschurn: Dienstag bis Samstag, 15-18 Uhr Montafoner Bergbaumuseum Silbertal: Altes Frühmesshaus Bartholomäberg: Dienstag bis Samstag, 15-18 Uhr Dienstag bis Samstag, 15-18 Uhr Mitglieder des Heimatschutzvereins Montafon haben folgende Vorteile: • • • • • Freier Eintritt in alle Montafoner Museen Infos und freier Eintritt zu den Veranstaltungen des Vereins (Vorträge, Exkursionen, Lesungen) Deutlich reduzierter Bezugspreis für die Montafoner Schriftenreihe Kostenlose Inanspruchnahme des Montafon Archivs und der Bibliothek Kostenlose Inanspruchnahme des Services der Außenstelle der Vorarlberger Landesbibliothek Mit der Bezahlung des Mitgliedsbeitrages von € 20,- unterstützen Sie die Arbeit des Vereines und der Museen! ✃ Ja, ich möchte diese Vorteile nützen und werde Mitglied des Heimatschutzvereins Montafon. Vorname: ✃ Österr. Post AG Info.Mail Entgelt bezahlt Familienname: Straße/Hnr.: Postleitzahl/Ort: Telefonnummer: E-mail: 20
  1. informationsschrift
  2. wanderausstellung
  3. mobilität
Montafoner_Muse...09_In 01.01.2009 17.12.2012, 08:15 Information montafoner montafoner museen museen 125 Jahre AV Sektion Montafon 1 125 Jahre AV Sektion Montafon Liebe Freunde der Montafoner Museen! Liebe Freunde des Heimatschutzvereins! Das Vereinsjahr 2009 hat begonnen und ich möchte Ihnen dazu die besten Wünsche vermitteln! 2008 stand neben dem Anspruch, die laufenden Projekte fortzusetzen, ganz im Zeichen der talweiten Ausdehnung der Aktivitäten. Der Verein bemühte sich 2008 um mehr Veranstaltungen außerhalb des Heimatmuseums, was sich auf die Besucherzahlen wie folgt niederschlug: Während das Montafoner Heimatmuseum diesmal etwa 10.200 Menschen besuchten (Vorjahr 12.000) konnten die Museen und der Verein insgesamt mehr als 18.000 Menschen erreichen (Vorjahr 17.500). Wie wichtig Veranstaltungen sind, zeigt der Umstand, dass mehr als 10.000 Besucherinnen und Besucher den Einladungen der rund 270 Veranstaltungen und Führungen folgten. Im Mittelpunkt der Ausstellungstätigkeit stand das Thema „Grenzüberschreitungen“, das von Edith Hessenberger kuratiert und von einer umfangreichen Publikation begleitet wurde. Projekte zur Archäologie, Bergbaugeschichte, ViaValtellina, Kulturlandschaft im Allgemeinen, Maisäßlandschaft im Besonderen, Montafonertracht, Archivierung (Fotos, ZeitzeugInnen, Kulturgüter), zu Themenwegen sowie zu weiteren Aspekten der Zeitgeschichte konnten teilweise sehr erfolgreich weiter geführt werden. Mehr 1 2009 1 montafoner museen 125 Jahre AV Sektion Montafon Rückblick sondern auch auf die neue Außenstelle am Bartholomäberg sowie vor allem die Besetzung der für den Verein relevanten Themen im Tal konzentrieren wird. Die an fünf Orten zu sehende Ausstellung „Mensch & Berg. Die Geschichte einer leidenschaftlichen Beziehung“ wird ab Pfingsten nicht nur eines der zentralsten Themen im Leben der Montafonerinnen und Montafoner in den Mittelpunkt rücken, sondern die Ausstellungen wollen auch die Zusammenarbeit in der Region im Sinne des künftigen musealen Konzepts fördern. 2009 als 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgten für die Umsetzung des Programms, alle Veranstaltungen, Arbeitsgruppen und Projekte zusammengezählt waren etwa 130 Menschen für die Sache des Heimatschutzvereins Montafon und die Montafoner Museen im Einsatz! Ihnen allen gebührt ein großer Dank, so wie ich mich auch bei allen 750 Mitgliedern beziehungsweise jenem großen Teil, die ihren Mitgliedsbeitrag bezahlten, bedanken möchte. 2009 sollen die laufenden Projekte fortgesetzt werden. Im Mittelpunkt steht die Erweiterung der Montafoner Museen, die sich nicht nur auf den Standort Schruns, Für kritische Anregungen und Ergänzungen sind wir dankbar und freuen uns schon jetzt auf die nächste Begegnung mit Ihnen in einem der Montafoner Museen oder bei einer Veranstaltung außerhalb der Museen. Andreas Rudigier Vorarlberger Landesmuseumsverein 2 Veranstaltungen Dienstag, 27. Jänner 2009, 19.15 Uhr montafoner museen 125 Jahre AV Sektion Montafon 1 Schruns, Montafoner Heimatmuseum November 1918 in Vorarlberg. Untergang und Neubeginn (Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Gerhard Wanner) Am 3. November erklärte sich Vorarlberg zum selbstständigen Staat mit einer republikanischen Verfassung, eigener Währung, einem Volksheer und einer Grenze am Arlberg. Wohin jedoch die Zukunft führen würde, wusste man nicht. Der allgemeine Trend hieß zur Schweiz! Der Referent schildert erstmals umfassend die turbulenten Monate November-Dezember 1918: die Politik, Vorarlbergs Auslandsbeziehungen, die Rollen der katholischen Kirche und der Parteien, das Leben und Leiden der sozialen Klassen und Gruppen, den starken Antisemitismus und die tristen wirtschaftlichen Verhältnisse. Es herrschte Hungersnot, die „Spanische Grippe“ forderte Hunderte von Menschenleben, die einst blühende Textilindustrie lag am Boden, Tausende enttäuschter und geschundener Kriegsheimkehrer waren arbeitslos. Frauen und Kinder waren unglaublichen Belastungen ausgesetzt. ☛ Anreise mit der Bahn von Bludenz ab 18.37 Uhr (Lorüns 18.44, St. Anton 18.47, Vandans 18.49, Tschagguns 18.55), Ankunft Schruns 18.57 Uhr – Rückreise ab Schruns: 21.03 oder 22.03 Uhr ☛ Anreise mit dem Bus von Partenen-Zentrum ab 18.17 Uhr (Gaschurn-Zentrum 18.28, Gortipohl-Zentrum 18.33, St. Gallenkirch-Zentrum 18.38), Ankunft Schruns 18.55 Uhr – Rückreise mit dem Nachtexpress Montafon möglich: Schruns-Bahnhof stündlich ab 21.03 Uhr Richtung Partenen (Vorverkaufsstellen für Nachtexpress: Gemeindeämter, Tourismusbüros, Hotels, Gastronomie, Stand Montafon, Bahnhof Schruns, Wachter Autoreisen Vandans, Anton Shuttleservice) Donnerstag, 29. Jänner 2009, 19.15 Uhr Montafoner Heimatmuseum Schruns Richard Beitl (1900-1982). Dichtung – Wissenschaft – Wirken für die Heimat (Ausstellungseröffnung) Dem Volkskundeprofessor, Schriftsteller und langjährigen Schrunser Kulturreferenten Richard Beitl (1900-1982) wird die Winterausstellung im Montafoner Heimatmuseum in Schruns gewidmet. Der aus Schruns stammende Beitl war als Dozent für Volkskunde in Berlin tätig und verfasste auch heute noch gültige Publikationen. In der Nachkriegszeit setzte 3 2009 1 montafoner museen 125 Jahre AV Sektion Montafon Veranstaltungen ☛ Anreise mit dem Bus von Partenen-Zentrum ab 18.17 Uhr (Gaschurn-Zentrum 18.28, Gortipohl-Zentrum 18.33, St. Gallenkirch-Zentrum 18.38), Ankunft Schruns 18.55 Uhr – Rückreise mit dem Nachtexpress Montafon möglich: Schruns-Bahnhof stündlich ab 21.03 Uhr Richtung Partenen (Vorverkaufsstellen für Nachtexpress: Gemeindeämter, Tourismusbüros, Hotels, Gastronomie, Stand Montafon, Bahnhof Schruns, Wachter Autoreisen Vandans, Anton Shuttleservice) 2009 er sich als Schrunser Kulturreferent für den Bau der Hochjochbahn und gegen die Ableitung der Litz ins Klostertal ein und spielte eine entscheidende Rolle in der Auseinandersetzung um die Schreibweise „Montavon“. Hohe Bekanntheit erlangte er als Schriftsteller von Romanen („Angelika“, „Johringla“). Freitag, 6. Februar 2009, 20 Uhr Offenes Singen (mit Hannes Riesch) Lustige, gesellige Lieder und auch Lieder zum Tanzen sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Faschingszeit erfreuen. Hannes Riesch begleitet auf der Gitarre zu den Liedern aus dem Vorarlberger Liederbuch und dem Wirtshausliederbüachle. ☛ Anreise mit der Bahn von Bludenz ab 19.37 Uhr (Lorüns 19.44, St. Anton 19.47, Vandans 19.49, Tschagguns 19.55), Ankunft Schruns 19.57 Uhr – Rückreise von Schruns um 22.03 Uhr ☛ Anreise mit dem Bus von Partenen-Zentrum ab 19.17 Uhr (Gaschurn-Zentrum 19.28, Gortipohl-Zentrum 19.33, St. Gallenkirch-Zentrum 19.38), Ankunft Schruns 19.55 Uhr – Rückreise mit dem Nachtexpress Montafon möglich: Schruns-Bahnhof stündlich ab 21.03 Uhr Richtung Partenen (Vorverkaufsstellen für Nachtexpress: Gemeindeämter, Tourismusbüros, Hotels, Gastronomie, Stand Montafon, Bahnhof Schruns, Wachter Autoreisen Vandans, Anton Shuttleservice) Zur Eröffnung sprechen Dr. Paul Rachbauer und Prof. Klaus Beitl. Im März erscheint zu Richard Beitl ein Band der Montafoner Schriftenreihe, zu dem international renommierte Autorinnen und Autoren beitragen und das breite Schaffen Beitls anschaulich darlegen werden. Vorträge und Lesungen ergänzen ebenfalls im März und April das Rahmenprogramm zur Ausstellung, die bis 18. April zu sehen ist. ☛ Anreise mit der Bahn von Bludenz ab 18.37 Uhr (Lorüns 18.44, St. Anton 18.47, Vandans 18.49, Tschagguns 18.55), Ankunft Schruns 18.57 Uhr – Rückreise ab Schruns: 21.03 oder 22.03 Uhr 4 Veranstaltungen Montag, 16. Februar 2009, 19.30 Uhr montafoner museen 125 Jahre AV Sektion Montafon 1 Hittisau, Frauenmuseum Frauen im Bergbau vom Mittelalter bis in die Gegenwart (Bildvortrag von Prof. Dr. Christina Vanja) des Fachbereichs Archiv, Gedenkstätten und Historische Sammlungen beim Landeswohlfahrtsverband Hessen. Die Montafoner Museen laden gerne zu diesem gerade für das Montafon wichtigen Vortrag ein. Sollten Sie Interesse an einer Mitfahrgelegenheit haben (oder selbst in Ihrem Auto jemanden mitnehmen können), bitten wir Sie, uns rechtzeitig beim Heimatmuseum in Schruns Informationen zukommen zu lassen. Die Ausstellung in Hittisau ist noch bis 28. Februar 2009 zu sehen. Die Öffnungszeiten sind Freitag und Samstag, jeweils von 15 bis 17 Uhr, sowie Sonntag, 14 bis 17 Uhr; Sonderführungen sind jeweils am letzten Sonntag in einem Monat (28.12., 25.1., 22.2.) um 15 Uhr angesetzt. Nach telefonischer Vereinbarung (05513/6209-50) kann die Ausstellung auch jederzeit besucht werden. Das Frauenmuseum in Hittisau (Bregenzerwald) widmet seine Winterausstellung den Frauen im Bergbau. Unter dem Titel „Von Kohle gezeichnet“ präsentiert Dariusz Kantor Fotografien aus der Kohlenwäsche, die zwischen 2002 und 2004 aufgenommen wurden. Mit der Kamera erzählt Dariusz Kantor von Frauen, die im oberschlesischen Bergbau unter großen physischen Belastungen arbeiten. Die dokumentarischen Photographien werden durch ihre künstlerische Qualität zu Metaphern für menschliche Arbeit und soziale Verhältnisse. Im Frauenmuseum werden die schwarz-weißen Bildgeschichten der Gegenwart durch Einblicke in sozialgeschichtliche Entwicklungen erweitert. Aktuelles Michael Kasper: Ein Montafoner Steuerbuch aus dem Jahr 1645. Bemerkungen zur regionalen Wirtschafts- und Sozialgeschichte in der frühen Neuzeit – Edition und sozialstatistische Auswertung. Saarbrücken 2008, 131 S. Der Historiker und Theologe Michael Kasper nahm sich in seiner Diplomarbeit einer bisher wenig beachteten Quellengattung an: Er untersuchte das älteste Montafoner Steuerbuch aus dem Jahre 1645 für die Gemeinden Bartholomäberg, St. Anton und Schruns. Die Auswertung stellt die bisher gängigen (und wohl auch zum Teil schon „liebgewonnenen“) 5 Im Vermittlungsprogramm referiert an diesem Abend die Historikerin Christina Vanja über das vor allem bei uns noch viel zu wenig beachtete Thema über die Rolle und Arbeit der Frauen im Bergbau. Professorin Christina Vanja ist Leiterin 2009 1 montafoner museen 125 Jahre AV Sektion Montafon Aktuelles Wissenschaftsprojekt zu Montafoner Steuerbüchern Die Förderung des Projekts „Frühneuzeitliche Steuerbücher aus der Region Montafon – Edition und sozialstatistische Auswertung“ wurde am 19. November vom TWF (Tiroler Wissenschaftsfonds) beschlossen. Dem aktuellen Ansatz in der Geschichtsschreibung folgend, der von Daten, Fakten und Ereignissen hin zu Strukturen, Lebensbedingungen und den Lebenschancen breiter Kreise der Bevölkerung geht, beschäftigt sich das Projekt auf der Grundlage erhaltener Steuerbücher mit der frühneuzeitlichen Sozialgeschichte einer ländlich geprägten alpinen Region am Beispiel des Montafons. Bisher gibt es in erster Linie vergleichbare Untersuchungen zu urbanen Räumen, jedoch nur wenige Arbeiten, die agrarisch geprägte periphere Regionen im Blick haben. Insbesondere im ostalpinen Raum herrscht hierzu noch eine zu schließende Forschungslücke. Vorarlberg und zahlreiche angrenzende Regionen wurden bislang in der wirtschafts- und sozialhistorischen Forschung als (Proto-) Industrieländer wahrgenommen, während die Sozialgeschichte der ländlichen Berggebiete weitgehend aus dem Blick geriet. Dieses Projekt setzt bei diesem Mangel an und nähert sich über serielle quantitative Quellen den dort herrschenden sozialen Verhältnisse vom 17. bis ins frühe 19. Jahrhundert. Die Steuerbücher, die im Rahmen des Projekts ediert und statistisch ausgewertet werden, wurden anlässlich des Einzugs von Steuern angelegt. Sie definieren sich über die erhobenen Abgaben und lassen sich den seriellen Quellen zuordnen. Während manche Steuerbücher die Vermögensverhältnisse beschreiben, um dann für einen längeren Zeitraum im Gebrauch zu sein, verrech- 2009 Erkenntnisse von einer homogen strukturierten bäuerlichen Erwerbsgesellschaft in Frage. Kaspers Interpretation der Vermögensverhältnisse geht eine detailliert vorgenommene Untersuchung der aus dem Buch ableitbaren Sozialstruktur voraus. Von den 1341 im Steuerbuch angeführten Personen (davon 723 Steuerpflichtige) zählten auf Grund ihrer Steuerleistung 78 Prozent zur Unterschicht, 15 Prozent zur Mittelschicht (wobei diese Gruppe am meisten zum Steueraufkommen beitrug) und lediglich 5 Prozent zur vermögenden Oberschicht. Diese Minderheit ist jedoch, wie der Autor eingehend ausführt, am ehesten biographisch fassbar: Als politische Entscheidungsträger, vermögende Bauern und im Dorfleben bestens verankerte Wirte erfuhren sie hohe Bekanntheit und Wertschätzung. Kaspers Untersuchung stellt einen wichtigen (und vorbildlich ausgeführten) Beitrag zur Sozialgeschichte des Montafons dar. (Peter Strasser) 6 AKTUELLES montafoner museen 125 Jahre AV Sektion Montafon 1 tafons auf einer umfassenden ganzheitlichen Ebene beschäftigen soll, beim FWF (Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung) beantragt werden. (Michael Kasper) Österreichischer Skiverband (Hg.), Österreichische Skistars von A-Z. Zusammengetragen von Otto Schwald. Innsbruck 2008, 543 Seiten „Otto Schwald, der ÖSV-Sisyphus“ – so bezeichnet der Präsident des Österreichischen Skiverbandes Peter Schröcksnadel im Vorwort den Autor des vorliegenden Bandes, Ausschussmitglied und stellvertretenden Obmann des Geschichtsvereins Region Bludenz. Der Bludenzer Sporthistoriker Otto Schwald hatte in über zehn Jahre andauernder Recherchearbeit die Biografien und Erfolge von etwa 700 ÖSV-Sportlerinnen und Sportlern eruiert. Sie sind im vorliegenden Buch, das über den Österreichischen Skiverband in Innsbruck (Olympiastraße 10) zu beziehen ist, nun publiziert worden. Aus dem Montafon fanden folgende Sportlerinnen und Sportler Aufnahme: Andrea Amann (Freestylerin des WSV Tschagguns), Mathias Berthold (Skifahrer des SC Gargellen), Werner Bleiner (Skifahrer des WSV Tschagguns), Kurt Engstler (Skifahrer des WSV Tschagguns), Ignaz Ganahl (Firngleiter und Carver des Figl-Clubs Bürs, in St. Gallenkirch beheimatet), Ingrid Gfölner (Skifahrerin des SV Vandans und SC Montafon), Edwin Hartmann (Skispringer und Langläufer des SK Frastanz, in Schruns beheimatet), Sepp Horntrich (Langläufer des SC Gaschurn), Luise Jaretz (Skifahrerin des SC Montafon), Lothar Kuster (Freestyler des Vorarlberger Freestyler Clubs, aus St. 7 neten andere nur die tatsächlich entrichteten Steuern. Beide Formen stellen zwei der wichtigsten Quellen für die historische Statistik, sowie für sozialhistorische und genealogische Fragestellungen dar. Der Entwurf eines umfassenden sozialbeziehungsweise wirtschaftsgeschichtlichen Profils des Untersuchungsraumes Montafon bedarf einer sowohl quantitativ als auch qualitativ breit erschlossenen Quellenbasis. Dieses Projekt soll im erstgenannten Bereich die Basis für die sozialgeschichtliche Aufarbeitung des komplexen Mikrokosmos der Gesellschaft des Montafons in der frühen Neuzeit bieten, denn mit Hilfe der erhobenen Daten können Rückschlüsse auf soziale Strukturen und gesellschaftliche Transformationsprozesse gezogen werden. Um zu einem umfassenden Verständnis zu gelangen, sind jedoch noch weitere intensive Forschungen – insbesondere im Bereich der qualitativen Quellen – notwendig. Deshalb soll anschließend an diese Untersuchung ein breit angelegtes Projekt, das sich mit der Sozialgeschichte des Mon- 2009 1 montafoner museen 125 Jahre AV Sektion Montafon Aktuelles gegenüber letztem Jahr stark zugenommen. Durch die Aufnahme der Albula-/ Berninastrecken der Rhätischen Bahn in die UNESCO-Welterbeliste habe der Weitwanderweg an Attraktivität gewonnen, sind die Fachorganisation ViaStoria und die Rhätische Bahn überzeugt. 2009 Gallenkirch), Sonja Liebl-Mangeng (Firngleiterin des WSV Tschagguns), Martin Marinac (Skifahrer des SC Gaschurn), Erika Netzer (Skifahrerin des WSV St. Gallenkirch), Christian Orlainsky (Skifahrer des WSV Tschagguns), Angelika Rudigier (Skifahrerin des SC Partenen), Petra Sagmeister (Firngleiterin des Figl-Clubs Bürs, beheimatet in Vandans), Rainer Salzgeber (Skifahrer des WSV Tschagguns), Markus Schairer (Snowboarder des WSV St. Gallenkirch), Reneé Svardsjö (Freestylerin des SC Gaschurn), Corinna Tan-Mengeng (Firngleiterin des WSV Tschagguns), Anita Wachter (Skifahrerin des WSV Tschagguns). Die nackten Zahlen über die Erfolge der vorgestellten Sportlerinnen und Sportler mögen Statistikfreaks interessieren, die jeweils vorangestellten Biografien hingegen machen einen spannenden Teil aus und sollten eine breite Leserschaft in ihren Bann ziehen. (Andreas Rudigier) ViaValtellina im Hoch Die Zahl der Kulturwandernden, die die ViaValtellina mit einem vier-, fünf- oder achttägigen Package erkundet haben, hat 8 Der historische Weinsäumerweg ViaValtellina ist eine der zwölf Via-Routen des Tourismusprogramms Kulturwege Schweiz von ViaStoria. Er führt von Schruns über Davos und Pontresina nach Tirano ins italienische Veltlin. Über den Berninapass und durch das Valposchiavo bis Tirano verläuft die ViaValtellina entlang der Berninanstrecke der Rhätischen Bahn, die im Juli in die Welterbeliste aufgenommen wurde. Entlang der ViaValtellina arbeiten zahlreiche Unternehmen aus Hotellerie, Gastronomie, Tourismus und Transport eng zusammen und garantieren einen reibungslosen Ablauf des Weitwanderprogramms. Dies ist umso wichtiger, da die meisten Buchun- Aktuelles gen kurzfristig erfolgen und kleinere Einrichtungen zeitweise schon an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Laut Angaben der Buchungsstelle bei der Rhätischen Bahn sind die Packages besonders bei der Kundschaft aus Deutschland und der Schweiz beliebt. (Text aus „Terra Grischuna“ 6/2008) montafoner museen 125 Jahre AV Sektion Montafon 1 Günther J. Wolf, Silvretta Connection. Die schicksalhaften Aufenthalte von Ernest Hemingway und John Dos Passos im Montafon. Bludenz, Rhätikonverlag 2008. In den Wintern 1924/25 und 1925/26 verbrachte der damals noch unbekannte Journalist und Schriftsteller Ernest Hemingway zwei mehrmonatige Winterurlaube im Montafon. Günther J. Wolf hat diesen Aufenthalten bereits im Jahr 2000 ein mittlerweile vergriffenes zweisprachiges Buch gewidmet (Paradies ohne Wiederkehr. Hemingway im Montafon). Das nun vorliegende Buch Silvretta Connection stellt eine inhaltlich erweiterte Aufarbeitung dieses Werkes dar. Wolf arbeitet in seinem neuen Buch jene Passagen in den literarischen Werken Hemingways heraus, in denen er auf das Montafon Bezug nimmt. So erinnert sich Hemingway in seinem letzten semi-autobiografischen Roman Paris – Ein Fest fürs Leben an seine Zeit im Montafon zurück. Wolf zitiert weiters auch aus Briefen, die Hemingway im Montafon geschrieben hat und erzählt auch sonst noch so manche Anekdote aus dem Leben des berühmten Schriftstellers. Im letzten Teil der Silvretta Connection finden sich, wie der Titel eigentlich nicht vermuten lässt, detaillierte Ausführungen zum aktuellen Tourismusgeschehen im Montafon. Zudem widmet sich Wolf in diesem Teil dem 2008 in Schruns eingeweihten und kontrovers diskutierten HemingwayDenkmal. Dabei geht er mit den Kritikern des Denkmals hart ins Gericht und manche Aussage wäre – unter uns gesagt – in der Glosse einer Regionalzeitung besser aufgehoben gewesen als in dem ansonsten lesenswerten Buch Silvretta Connection. (Andreas Brugger) 9 2009 1 montafoner museen 125 Jahre AV Sektion Montafon Publikationen 15 Keiler/Pfeifer/Rudigier: Der Maisäß Valschaviel. 2005 (€ 22,-/18,-) 16 Hachfeld/Vossebürger/Pfeifer: Die „Alpe“ Bofa. 2005 (€ 10,90/8,70) 17 Hessenberger/Kasper: Lebenswelten junger Menschen im Montafon. 2006 (€ 13,-/10,-) 18 Malin/Maier/Dönz-Breuß: Standeswald Montafon. 2007 (€ 22,-/18,-) 19 Ohneberg: Märzengerichtsprotokoll. 2007 (€ 28,-/22,-) 20 Bußjäger: Die „Montavon“-Krise. 2007 (€ 13,-/10,-) Sonderbände zur Montafoner Schriftenreihe SB 1 Strasser/Rudigier: montafon. 1906_2006 – Eine Zeitreise in Bildern. 2006 (€ 28,-/22,-) SB 2 Truschnegg: Lorüns. Dorfgeschichte in Schrift und Erzählung. 2006 (€ 35,-/30,-) SB 3 Brugger: 100 Jahre Skisport im Montafon. 2006 (€ 33,-/27,-) SB 4 Rudigier: Heimat Montafon. Eine Annäherung. 2007 (€ 22,-/18,-) SB 5 Hessenberger: Grenzüberschreitungen. 2008 (€ 28,-/22,-) SB 6 Arnold: Montafonerin. 2008 (€ 19,50/16,50) Kataloge und Führer Maklott – Jehly – Schmid. Sommerausstellung 2004 im Montafoner Heimatmuseum Schruns (€ 10,-/8,-) Rudigier/Strasser: Ein kleiner Führer durch das Montafoner Heimatmuseum. 2008 (€ 5,-/4,-) Brugger: Museum Guide of the Montafon Folk Museum Schruns. 2008 (€ 3,-) 2009 Montafoner Geschichte Band 1 Rollinger/Rollinger: Montafon 1. Mensch – Geschichte – Naturraum. Die lebensweltlichen Grundlagen. 2005 (€ 44,-, in Verbindung mit allen vier Bänden um 15 % reduziert) Montafoner Schriftenreihe 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 Moosbrugger: Maisäßkultur und Maisäßlandschaft im Montafon. 2001 (vergriffen) Keiler/Pfeifer (Hg.): Plazadels und Wachters Dieja. 2001 (€ 10,90, für Mitglieder € 8,70) Haas: Das Montafonerhaus und sein Stall. 2001 (€ 20,-/16,50) Dönz: Muntafuner Wärter, Spröch und Spröchli. 2001 € 20,-/16,50) Rudigier/Zamora (Hg.): Das romanische Vortragekreuz von Bartholomäberg. 2002 (€13,-/10,-) Keiler/Pfeifer/Rudigier: Gweil – Maisäß und Alpen. 2002 € 20,-/16,50) Beitl: Die Votivbilder aus den Montafoner Gnadenstätten. 2002 (€ 16,-/13,-) Netzer: Silbertaler Soldaten im Zweiten Weltkrieg. 2003 (€ 16,-/13,-) Keiler/Pfeifer/Rudigier: Die Maisäße auf Tafamunt. 2003 (€ 22,-/18,-) Strasser: Montafoner ReiseBilder. 2003 (€ 20,-/16,50) Nesensohn-Vallaster: Der Lawinenwinter 1954. 2004 (€ 16,-/13,-) Keiler/Pfeifer/Rudigier: Der Maisäß Montiel. 2004 (€ 22,-/18,-) Nachbaur/Strasser: Die Markterhebung von Schruns. 2004 (€ 22,-/18,-) Wink (Hg.): Ausgrabungen im Montafon. Diebschlössle und Valkastiel (2 Bde). 2005 (€ 22,-/18,-) 10 Publikationen Filme und andere Medien Plazadels und Wachters Dieja. Maisäßsiedlung im Gauertal. Videodokumentation von info-film (Banas & Banas), 14 min. 2001 (€ 26,-/22,-) Montafon. Von Feldkirch in das Montafon. Historische Filme in der Reihe „Österreich in historischen Filmdokumentationen. Edition Vorarlberg“ vom Filmarchiv Austria, 83 min. 2004 (VHS 21,60, DVD 24,90) Die prähistorische Besiedlung des Montafons. 7000 Jahre Besiedlungsgeschichte von der Steinzeit bis zu den Römern. Interaktive CD zur gleichnamigen Ausstellung im Montafoner Heimatmuseum, Rüdiger Krause, ArcTron GmbH, Montafoner Heimatmuseum. 2005 (€ 10,-/8,-) Kulturhistorische Wanderwege Montafon Bertle: Geologischer Lehrwanderweg Bartholomäberg. 1978 (€ 6,-/5,-) Rudigier: Gaschurn-Dorf. 2003 (€ 2,-) Ebster: Sagenweg Vandans. 2007 (€ 2,-) Jahresberichte der Montafoner Museen 2001 (€ 2,-) 2002 (€ 2,-) 2003 (€ 2,-) 2004 (€ 4,-) 2005 (€ 4,-) 2006 (€ 4,-) 2007 (€ 10,-) 2008 (€ 10,-) montafoner museen 125 Jahre AV Sektion Montafon 1 Veranstaltungsübersicht 27. Jänner November 1918 in Vorarlberg, Vortrag von Univ.-Prof. Gerhard Wanner (Schruns) 29. Jänner Richard Beitl, Ausstellungseröffnung (Schruns) 6. Februar Offenes Singen (Schruns) 16. Februar Frauen im Bergbau, Vortrag von Prof. Christina Vanja (Hittisau) 11 2009 1 montafoner museen 125 Jahre AV Sektion Montafon Informationen 2009 Heimatschutzverein Montafon • Montafoner Museen • Montafon Archiv Montafoner Heimatmuseum, Kirchplatz 15, 6780 Schruns T 05556/74723, F 05556/74723-24 E museen@montafon.at, I www.stand-montafon/kultur Bankverbindungen: Raiba Montafon, BLZ 37468, Kontonr. 302.547 Sparkasse Schruns, BLZ 20607, Kontonr. 0100-065333 Öffnungszeiten (Winter) Montafoner Heimatmuseum Schruns: Dienstag bis Samstag, 16-18 Uhr Montafoner Tourismusmuseum Gaschurn: Dienstag und Freitag, 16-18 Uhr Montafoner Bergbaumuseum Silbertal: Mittwoch und Freitag, 16-18 Uhr Mitglieder des Heimatschutzvereins Montafon haben folgende Vorteile: • • • • • Freier Eintritt in alle Montafoner Museen Infos und freier Eintritt zu den Veranstaltungen des Vereins (Vorträge, Exkursionen, Lesungen) Deutlich reduzierter Bezugspreis für die Montafoner Schriftenreihe Kostenlose Inanspruchnahme des Montafon Archivs und der Bibliothek Kostenlose Inanspruchnahme des Services der Außenstelle der Vorarlberger Landesbibliothek Mit der Bezahlung des Mitgliedsbeitrages von € 15,- unterstützen Sie die Arbeit des Vereines und der Museen! ✃ Ja, ich möchte diese Vorteile nützen und werde Mitglied des Heimatschutzvereins Montafon. Vorname: ✃ Familienname: Postleitzahl/Ort: Telefonnummer: E-mail: 12 Grafik-Design Frei, Nenzing Straße/Hnr.:
  1. informationsschrift
  2. museumsprojekte
20191201_First_...eschr Fraxern 01.10.2019 27.06.2021, 08:49 FIRST BLICK Foto: Bettina Kathan Jahreschronik der Gemeinde Fraxern 2 Mitteilungen der Gemeinde Fraxern Rechtzeitig zum Jahresende liegt sie druckfrisch vor – die aktuelle, fünfte Ausgabe unseres FIRST BLICK, die eine lebendige Aktuelles aus der Gemeindestube Rückschau auf die bewegenden Ereignisse des Jahres 2019 bie- „Wandlung ist notwendig wie die Erneuerung der Blätter im Frühling.“ Vincent van Gogh tet. Ein Jahr, in dem das größte Wohnbauprojekt in der Geschichte der Berggemeinde seinen Anfang genommen hat und das uns sicher schon dadurch in Erinnerung bleiben wird. Liebe Fraxnerinnen und Fraxner, Einblick das Jahr 2019 neigt sich dem Ende zu. Die vielfältigen FIRST BLICK- nachtszeit… Hoffentlich beginnt für uns alle nun eine besinnliche und ruhige Weih- Beiträge reichen diesmal von der Die Zeit um den Jahreswechsel gibt Herkunft bzw. den sprachlichen immer auch Anlass zu einem Rückblick Wurzeln der Fraxner Flurna- auf das Erreichte und eine Vorschau men bis hin zu einem Ausflug auf Künftiges: Im vergangenen Win- in die Geschichte des hiesigen ter haben wir in Fraxern Schneefälle März 2020. Das Demokratische Forum Jagdreviers. Ansonsten möchten erlebt, wie selten oder noch nie zuvor und die Gemeindeliste Fraxern haben wir mit unserer Chronik wieder dagewesen. Innerhalb von 24 Stunden sich dazu entschieden, im nächsten die besonderen Momente des hat es auf Kapieters über einen Meter Frühjahr mit einer gemeinsamen Liste vergangenen Jahres Revue pas- Neuschnee gegeben. Nur durch einen zu kandidieren. Die erfolgreiche Zusam- sieren lassen und wünschen uns großartigen Zusammenhalt und das menarbeit zwischen beiden Fraktionen Verständnis der Bevölkerung konnten basierte immer auf Respekt und völli- wir diese besondere Herausforderung ger Transparenz. Sämtliche Entschei- meistern. dungen wurden intensiv, fachlich und Es ist wunderbar zu erleben, wie unsere sachlich diskutiert und führten dadurch Dorfgemeinschaft von neuen Erden- zu demokratischen Entscheidungen IMPRESSUM: bürgern erfüllt wird – in diesem Jahr im Interesse der Gemeinde. Diese FIRST BLICK 5/2019 Herausgeber: Bürgermeister Steve Mayr Gemeinde Fraxern, Im Dorf 3, 6833 Fraxern, Tel: 05523 / 64511 Redaktion, Satz und Gestaltung: Alexandra Zittier-Summer, Gabi Oberhauser Textbeiträge: Kornelia Maier-Häfele, Steve Mayr, Kornelia Neururer, Albert Summer, Franziska Summer, Peggy Winkler Koordination: Angela Alicke angela.alicke@fraxern.at durften wir wieder 14 gesunde Babys in Beschlüsse des vernünftigen Handelns Fraxern willkommen heißen! – im gesetzlich vorgegebenen Rahmen Im Kindergarten und in der Volksschule und auf Grundlage unserer finanziel- gab es unerwartet personelle Verände- len Mittel – wurden nahezu immer rungen, die Kinder, Eltern und Mitar- einstimmig gefällt. Das zeugt von beiter zu Beginn des neuen Schuljahres einer gut sondierten Ausgangslage. vor eine herausfordernde Situation Uns ging es niemals um Partei- oder stellten. Ausdrücklich möchte ich mich Gruppierungspolitik, sondern immer daher bei allen Beteiligten für ihren nur um das Bestmögliche für unsere Einsatz und ihre Geduld bedanken, bis Heimat – eine Arbeitsweise, die das die Abläufe neu organisiert waren. bestehende Team stets ausgezeichnet Nicht nur das Kalenderjahr geht zu hat. Daher ist ein gemeinsames Kandi- Ende. Auch die laufende Legislaturperi- dieren eine logische Konsequenz aus ode der Gemeindevertretung endet im der vergangenen Zusammenarbeit. eine freudige Aufnahme in allen Fraxner Haushalten. Viel Spaß beim Lesen und schöne Aussichten! Alle Fotos, sofern nicht anders angegeben, sind aus Privat– bzw. Vereinsbesitz. Das Titelfoto stellte uns Bettina Kathan zur Verfügung. Vielen Dank! Dezember 2019 Einige arrivierte Mandatare wer- Stelle herzlich bei allen scheidenden Gemeindevertretung alles Gute für den für die Zukunft nicht mehr zur und künftigen Aktiven für ihr Enga- das neue Jahr 2020 wünschen – Verfügung stehen. Diese freigewor- gement und die gute Teamleistung möge es Gesundheit, Glück und viel denen Listenplätze möchten wir zum Wohle der Dorfgemeinschaft! Erfolg bereithalten. mit frischen, motivierten Personen Schließlich darf ich den Leserinnen Herzlichst Steve Mayr, besetzen. Ich bedanke mich an dieser und Lesern namens der gesamten Bürgermeister erneuert und erweitert und die Gemeindestraßen „Obere Morgengabe“ und „Rohrackerweg“ asphaltiert. Saniert bzw. ausgetauscht wurden auch die Wasserleitung sowie Löschwassernetze im Gebiet „Untere Morgengabe“ und im Zuge dieser Arbeiten ein Leitungsringschluss installiert – eine Maßnahme, die die Betriebssicherheit für das gesamte Netz im Oberdorf um ein Vielfaches erhöht. Verschont wurden wir auch im zu Ende gehenden Jahr nicht von Rohr- Großbaustelle auch abgewanderten Fraxnerinnen und brüchen, die jeweils kurzzeitig zu Ein- Ein spannendes Schauspiel bietet sich Fraxnern vor. Bezugsfertig sollten die schränkungen beim Wasserverbrauch derzeit am Dorfeingang: Dort haben Objekte im Frühjahr 2021 sein. geführt haben. Unser Bauhof-Team, vor kurzem die Bauarbeiten für die unterstützt von Andreas Lins, konnte erste gemeinnützige Wohnanlage in Sanierungen Fraxern begonnen. Mit dem von der Einige Instandhaltungsarbeiten, die Alpenländischen Wohnbaugesellschaft wir uns vorgenommen hatten, konn- getragenen Projekt sollen in drei ge- ten dieses Jahr erfolgreich abgeschlos- Vorhaben trennten Gebäuden insgesamt zwan- sen werden: So wurden die Lüftungs- Leider konnten die Kugelweg-Sa- zig leistbare Wohnungen für junge und Heizungssteuerung der Gemeinde nierung und die neue Quellwasser- Familien entstehen. Die Umsetzung erneuert und die Photovoltaikanlage schutzgebiet-Ausweisung im Bereich erfolgt, wie sie der Bevölkerung am in Betrieb genommen. Im gesamten „Dürawürt“ nicht, wie geplant, um- 13. Dezember 2017 – also vor ziemlich Dorf wurde die Straßenbeleuchtung gesetzt werden. In den Behördenver- die schadhaften Stellen jedoch zügig lokalisieren finden beheben. genau zwei Jahren – im Jakob-Sum- fahren haben sich unvorhergesehene mer-Saal präsentiert wurde. Alleine Probleme ergeben, die mehr Zeit an diesem Datum kann man ablesen, in Anspruch genommen haben, als wie viel Zeit vergeht, bis aus einem gedacht. Diese Projekte werden im Plan Wirklichkeit wird. Aktuell liegen kommenden Jahr abgearbeitet. für die Wohneinheiten, die teilweise Auf den Agenden für 2020 steht die im Zuge von Mietkauf als Eigentum Umlegung des „Vergitz“-Gebietes. erworben werden können, achtzehn Durch den strengen Winter kam es zu Hier entstehen eine neue Privatstraße Bewerbungen von derzeitigen oder einigen Rohrbrüchen. für die Erschließung der fünfzehn 4 Mitteilungen der Gemeinde Fraxern neuen Bauplätze, ein Kanal für die dann noch die Randsteine und das Es wurde eine Arbeitsgruppe initiiert, Ableitung der Schmutz- und Ober- Wegekonzept erneuert werden. Der die aus der Bevölkerung heraus ent- flächenwässer sowie eine Wasser- Friedhofsausschuss wird hier einige standen ist und wachsen soll. Denn der leitung. Diese Wasserleitung wird Alternativen zu den bestehenden Pflas- Input der Einwohner ist wichtig, um übrigens, beginnend vom „Kapfweg“ tersteinen prüfen. zu ergründen, wohin wir uns entwi- aus, total erneuert und bis zur neu ckeln können oder sollen. Die Gemein- entstehenden Wohnanlage (siehe Verwaltung Großbaustelle) auf „Blois/Fäscha“ Der Beitritt zur Finanzverwaltung in die Infrastruktur zu investieren, um gezogen. Dadurch gibt es neue Ring- Vorderland hat sich als richtige Ent- darauf eventuell zusätzliche Förder- schlüsse im Wasserleitungsnetz, die scheidung erwiesen. Die Umstellung töpfe vom Land Vorarlberg anzapfen die Versorgungsqualität und -sicher- von der kameralistischen Buchfüh- zu können. Die Kommune nimmt sich heit im Unterdorf enorm erhöhen. rung auf das neue VRV-System war dieser Aufgabe sehr gerne an – ohne Außerdem werden auch neue Hyd- extrem aufwändig und für unser Amt den Konsum und das Besuchen eines ranten installiert, die die Schlagkraft alleine nicht zu stemmen. Sämtliche der letzten sozialen Treffpunkte im unserer Feuerwehr in einem Brandfall Vermögenswerte mussten erfasst, Dorf sind allerdings alle Bemühungen stärken. bewertet und in das Buchhaltungs- vergebens. Ich bitte euch um eure programm eingepflegt werden. Jeder Rückmeldung zu diesem laufenden Meter Forstweg, jedes Werkzeug Projekt und freue mich über jeden im Bauhof, der gesamte Grund- und neuen Kunden in unserem jetzigen Immobilienbesitz bis hin zu den Mö- „Brotlädele“ und dem neuen „Laden beln in den Gemeindegebäuden. Nun 2020“ in der Zukunft. de Fraxern ist gerne bereit, mehr Geld ist Fraxern für die Zukunft gerüstet und profitiert von den gebündelten Kräften im Vorderland. Zu alldem mussten heuer noch drei Wahlen organisiert werden – EU-Parlament, Nationalrat und Landtagswahl. Dieser Verwaltungsaufwand ist nicht zu unterschätzen. Ein großes Dankeschön gebührt daher Angela Alicke und Manfred Nachbaur für die geleistete Mehrarbeit in der Gemeindestube. Eine neue Hecke wurde am Friedhof gepflanzt. Friedhof Dorfladen Das „Brotlädele“ ist in der bisherigen Form in die Jahre gekommen und hat Nachdem der Buchsbaumzünsler keine große Zukunft mehr. Für die der Heckenabgrenzung den Garaus Betreiberfirma Mangold ist es nahezu gemacht hat, haben wir mit der Sanie- unmöglich, Personal für ihre = unsere rung und Modernisierung des Fried- Außenstelle zu finden. Die Dorfge- hofs begonnen. Im ersten Zug wurde meinschaft steht an einem Richtungs- die abgestorbene Hecke gegen eine entscheid: Entweder es gelingt, das unempfindliche, heimische Schnee- Sortiment und die Öffnungszeiten so Zur Freude aller Passanten wurde das beere ersetzt. Außerdem wird es in Zu- anzupassen, dass die Bürger „ihren“ Wegkreuz zwischen Riedackerweg und kunft neu gestaltete Urnen-Erdgräber Dorfladen lieben und nutzen, oder die Kreuzgasse von den Bauhof-Mitarbei- geben. In den nächsten Jahren sollten Zukunft ist mehr als ungewiss. tern wiederhergerichtet. Dezember 2019 ASZ Vorderland nimmt im Frühjahr 2020 Betrieb auf Meilenstein der Zusammenarbeit Das Altstoffsammelzentrum (ASZ) Vorderland wird im Frühjahr 2020 seinen Betrieb aufnehmen. Ab dann können dort rund 40 verschiedene Abfallsorten abgegeben werden, wie Altstoffe, Verpackungsabfälle, Problemstoffe, Altholz, Sperrmüll, Alteisen, Bauschutt, Elektroaltgeräte oder Grünschnitt. Das ASZ wird kundenfreundlich an vier Tagen pro Woche geöffnet sein – inklusive Freitagnachmittag und Samstagvormittag. Im Industriegebiet Sulz, genauer in der Industriestraße 1, wird seit Oktober 2018 fleißig gebaut. Hier emtsteht Das zentrale Entsorgungszentrum in Sulz öffnet im neuen Jahr seine Pforten. Bilanz der LEADER-Region Vorderland-Walgau-Bludenz Innovatives und vielseitiges Jahr ein hochmodernes Altstoffsammelzentrum (ASZ). Als Service-Einrichtung Von der Alpenstadt Bludenz über sämt- Euro, die die Projektträger als Eigen- für die knapp 30.000 Einwohner der liche Walgaugemeinden bis hin zur mittel eingebracht haben. Diese finan- elf beteiligten Gemeinden – Fraxern, Marktgemeinde Rankweil und allen zielle Unterstützung gäbe es ohne die Klaus, Laterns, Meiningen, Rankweil, Vorderlandkommunen erstreckt sich LEADER-Region nicht. „Es ist enorm, Röthis, Sulz, Übersaxen, Viktorsberg, die LEADER-Region und bietet 26 Ge- was wir mit LEADER in unserer Regi- Weiler und Zwischenwasser – ist hier meinden mit rund 82.000 Einwohnern on in den letzten 4,5 Jahren bewegen eine hochmoderne Anlage entstanden, die Möglichkeit, Projekte ins Leben zu konnten“ ist Walter Rauch sichtlich die eine weitestgehend sortenreine rufen und nachhaltig in der Region zu beeindruckt. Entsorgung ermöglicht. Wertstoffe etablieren. Das „Bottom-up-Prinzip“ lautet dabei können einer sinnvollen Weiterverar- Die Zahlen sprechen für sich. Obmann stets: Die Bürger gestalten ihre beitung bzw. Wiederverwendung zu- Walter Rauch unterstreicht, dass es mit Heimat! Unter diesem Motto wurden geführt werden. So hat nicht nur der insgesamt 53 Projekten sehr erfolg- allein 2019 zehn LEADER-Projekte Kunde weniger für die Entsorgung zu reich gelungen sei, innovative Projekte eingereicht, die die Vielseitigkeit sehr bezahlen – auch die Betreibergemein- mit Vorzeigecharakter umzusetzen deutlich machen. Sie stärken beispiels- den haben einen finanziellen Vorteil, und nachhaltig auf Schiene zu brin- weise kulturelles Erbe, verdichtetes da durch die Sortenreinheit höhere gen. Nicht nur satte 2,6 Mio. Euro an und nachhaltiges Bauen, entwickeln Erlöse für die Wertstoffe erzielt wer- EU-Geldern sind damit in die Region Vermarktungsstrategien für regionale den können. geflossen, sondern zusätzliche 2 Mio. Produkte und vieles mehr. 6 Mitteilungen der Gemeinde Fraxern Fraxner Porträt Foto: VN/Knobel Eine Kämpferin mit Herz Ein eingeschworenes Team: Hanna Devigili kann sich der Unterstützung ihrer Familie – Papa und Coach Daniel, Mama Karin und Bruder Elias – stets gewiss sein. Von einer charakterstarken und höchst talentierten Nachwuchssportlerin, die sich trotz aller Erfolge ihre jugendliche Unbekümmertheit bewahrt hat, handelt dieses First-Blick-Porträt – Hanna Devigili, Jahrgang 2003, hat genaue Zukunftspläne. erinnert sich Hanna. Doch allzu lange nicht nur hier im Dorf, sondern bereits sollte es nicht dauern, bis die junge in der ganzen Kampfsportwelt ein Be- Fraxnerin zu ihren Altersgenossinnen griff: Die Rede ist von Hanna Devigili, aufgeschlossen hatte. Ihren ersten der Karatesportlerin aus Fraxern. großen Erfolg konnte Hanna bereits bei Hanna ist das ältere der beiden Kinder den Österreichischen Meisterschaften Foto: Gerhard Grafoner Sie ist gerade erst 16 Jahre alt und doch von Karin und Daniel Devigili. Nun möchte man meinen, dass es bei diesen sportlichen Eltern klar sei, dass aus Hanna eine Athletin, am ehesten wohl eine Karatekämpferin werden würde. U12 verbuchen und bei ihrer ersten WM-Teilnahme mit 14 Jahren stieß sie bis in die 4. Runde vor. Ihren bisher größten Erfolg errang sie heuer in Dänemark mit dem Europameistertitel. Das stimmt so aber nicht ganz, sagt Die amtierende Europameisterin „in ac- Die Freude war riesig, doch Hanna hat Hanna: Sie durfte ihren Vater im Alter tion“ gegen die Finnin Venla Karttunen bei auch gelernt, in schwierigeren Zeiten von 6 Jahren zu Trainingslehrgän- der Weltmeisterschaft in Teneriffa 2017. durchzuhalten. So auch nach dem Bänderriss, den sie sich diesen Sommer gen des Karateclub Götzis begleiten, bei welchen ihr die anderen kleinen so seine Meinung und Hanna wartete zuzog. Da war einige Wochen nichts Mädchen im Kimono so gut gefielen, ungeduldig, bis sie mit 9 Jahren endlich mit Training, stattdessen sollte sie es dass sie auch sofort mit dem Training loslegen durfte. „Da waren die kleinen ruhiger angehen lassen und zur Physio- anfangen wollte. Papa Daniel erlaubte Mädchen von damals schon ziemlich therapie gehen. „Dann wechselten auch es ihr jedoch noch nicht. „Viel zu früh“, gut und ich eine richtige Anfängerin“, noch viele meiner Freunde in andere Dezember 2019 Schulen, das war nicht einfach“, meint Hanna. Da Karate ein Als richtige Fraxnerin muss Hanna leider zugeben, dass sie Einzelsport ist und viel Zeit für Training und Wettkämpfe beim „Kriasegewinnen“ bisher fast nie mithelfen konnte, weil in Anspruch nimmt, ist es oft schwierig, Freundschaften zu in dieser Zeit stets Wettkämpfe stattfinden. „Aber wenn ich Hause zu pflegen und Dingen nachzugehen, die Jugendliche Kriase esse, werden die Steine natürlich geschluckt, weil das in ihrem Alter so machen. Dennoch möchte sie ihren Sport die Fraxner so tun“, lacht Hanna. nicht missen – er gibt ihren Tagen Struktur: Trainiert wird Ihre größte Herausforderung derzeit ist es, die Schule und jeden Tag, auch am Wochenende und in den Ferien. An vielen den Sport unter einen Hut zu bringen. „Manchmal macht Wochenenden ist Hanna auf einem Wettkampf anzutreffen, die Schule keinen Spaß, besonders Mathe und Französisch verbringt sie einmal ein Wochenende zuhause, besucht sie mag ich nicht so gerne“, so Hanna. Doch ihr ist klar, dass gerne ihre Freunde auf deren Sportveranstaltungen. Papa der Schulerfolg für ihre Zukunft mindestens so wichtig ist, Daniel ist seit Beginn als Trainer und Coach dabei. An der wie jener im Sport. Für die nächsten 10 bis 15 Jahre sieht sie Zusammenarbeit mit ihm schätzt sie neben seinem Wissen diese Zukunft im Sport; als Profisportlerin möchte sie zum und seiner Erfahrung vor allem, dass er von ihr Eigenstän- Bundesheer. Danach will sie es eher weniger kämpferisch digkeit und Selbständigkeit erwartet. „Und dann ist es natür- angehen, ihr Wunsch ist es, Krankenschwester zu werden. lich auch super, den Papa auf den Wettkämpfen, die oft weit Das First-Blick-Team wünscht der sympathischen Hanna weg von daheim stattfinden, dabei zu haben“, freut sie sich. das Allerbeste bei der Verwirklichung ihrer Ziele. Neuigkeiten aus der Pfarre Liebe Pfarrangehörige, Es ist schön, dass auch in Fraxern liebe Fraxnerinnen und Fraxner! künftig ein frischer Wind durch die Ich darf Sie darüber informieren, Pfarre weht und viele engagierte dass zum 1. Dezember 2019 für die Menschen das Pfarrleben mitge- Pfarre Fraxern wichtige Neuerun- stalten wollen! gen in Kraft getreten sind: Zum Denn es gibt auch Änderungen in einen ist Fraxern mit Beginn des der Gottesdienstordnung: In der neuen Kirchenjahres offiziell Teil Pfarre Fraxern, wie in den anderen Für die Gestaltung der WortGot- der „Seelsorgeregion Vorderland“. Pfarren der Seelsorgeregion, werden tesFeiern in der Pfarre Fraxern Neun Monate lang wurde in den in Zukunft am Sonntag durchschnitt- konnten wir Klaudia Summer, eine Pfarren des Vorderlands – Bat- lich alle fünf Wochen WortGottes- Weilerin mit Fraxner Wurzeln, ge- schuns, Dafins, Fraxern, Klaus, Feiern stattfinden, die von bischöf- winnen. Für ihre Bereitschaft, sich Laterns mit Innerlaterns, Muntlix, lich beauftragten Ehrenamtlichen gemeinsam mit der Pfarre Fraxern Röthis, Sulz, Viktorsberg sowie mit den Gemeinden gefeiert werden. auf diesen Weg zu begeben und Weiler – gemeinsam gearbeitet, Dies ist zum einen notwendig auf- Gottesdienst zu feiern, bedanke ich diskutiert und ein Konzept entwi- grund der Mitbetreuung der Pfarre mich herzlich und wünsche ihr für ckelt, das schließlich von Bischof Muntlix durch die aktiven Priester ihr Wirken Gottes Segen! Benno Elbs bestätigt wurde: Die in der Region, zum anderen ist Aktuelle Informationen zur Seel- Pfarren werden dabei enger zusam- diese Situation für jede Pfarre auch sorgeregion finden Sie auf der menarbeiten, um in gemeinsamer eine Chance, eine neue Form des Homepage unter: Verantwortung für die Kirche in Gottesdienst-Feierns zu entdecken www.kath-kirchevorderland.at. der Region eine gute Zukunft für und gemeinsam Verantwortung zu uns alle mitgestalten zu können. übernehmen. Pfarrer Pio Reinprecht 8 Mitteilungen der Gemeinde Fraxern Herkunft und Bedeutung der Fraxner Flurnamen (Teil 1) Zwischen Apfelbaumgarten und Bärenlager Wer die Flurnamen in Fraxern liest silbe ARIU. Die deutsche Wortbe- der angrenzenden „Quodra“ (lat. QUAD- oder hört, wird mit fremden, wohl- deutung könnte mit ‚Apfelbaumgarten‘ RUS = Viereck). Dieses Ackerfeld weist klingenden und uns doch sehr ver- umschrieben werden (lat. „malus“ = auf eine viereckige Austeilung hin. trauten Namen konfrontiert. Zum Apfelbaum). Jene Wiese, die vom Kapf Die Wiese oberhalb der Quodra heißt Teil gründen diese Flurnamen in südöstlich abfällt, nennt sich „a Blois“, „Gupps“ und leitet sich vom Lateini- einem dunklen, rätischen Erbe, also vom rätischen PLAGIA = Einschnitt, schen (GUBBUS = Buckel) her. Das in einer mehr als ein Jahrtausend Wunde, Anbruch. Derzeit sind dort drei angrenzende Bächlein durchfließt das zurückliegenden Vergangenheit. Mehrfamilienhäuser im Entstehen. „Guppstobel“. Auf dem südlich dem Dorf vorgelager- Weiter taleinwärts gelangen wir auf Erstmals urkundlich erwähnt wird der te Bergrücken, dem „Kapf“ (deutsch „Elaschins“. Vermutlich leitet sich Dorfname im Jahr 1127, als der Ort ‚Bergkopf‘), befindet sich westseitig dieser Flurname vom vorrömischen „Fraxnara“ hieß. Es handelt sich um die Flur „of Mattstoija“. Hier dürfte ein RASIA = Baumharz mit der Endung eine Ableitung vom vulgärlateinischen vorrömisches MOTTA (Hügel) oder lat. -INA ab. Dieser Name, das östlich FRAXINARIU (= ein Ort, wo viele MONS (Berg) im vorderen Namensteil folgende „Rungelitsch“ und „Gafidura“ Eschen sind, lat. „fraxinus“ = Esche). Zu enthalten sein. Vermutlich trug das sind (spätmittelalterliche) Rodungsna- Füßen und zum Schutze des Dorfes lag rätoromanische ‚statgia‘, entstanden men. Hier wurde die Dorfflur erweitert damals die Burg Altmontfort an einem aus dem lateinischen STADIUM, zu (RUNCA und ALE und ICEU = grobe, strategisch wichtigen Punkt, an einer ‚Latte, Pfahl, Grenze‘ zur Namensge- schlechte Reute; und zu lat. CAPRA und alten Sprachgrenze (Räter/Aleman- bung bei. Für den zweiten Namensteil ATURA = von Ziegen geschält). Diese nen) und an der Bistumsgrenze (Chur/ wäre auch eine Ableitung des lateini- Rodungsart des Schälens der Baum- Konstanz). Das Dorf dürfte damals schen FUSTAGO, rätisch ‚(fa)staiga‘, zu rinde, deutsch „Schwemmen“, hat sich eine Ansammlung von zehn Gehöften Deutsch ‚Holzries – Hohlweg‘ denkbar. bis heute erhalten. Der Baum wird dürr gewesen sein. Von Malärs über Kapfrain, Mattstoija und stirbt ab. In klimatisch bester, humusreicher und Vergitz führte bis 1780 die älteste Die kleine Ebene weiter taleinwärts Lage wurden unterhalb des Dorfes Landstraße nach Fraxern. heißt „i Arka“; deren Name leitet sich Ackerfeldgebiete ausgeteilt und gegen Zins verliehen, den Flurformen und vom lat. ARCA = Wuhrung oder Kasten- Spitze Äcker und Streifen Namen nach schon in rätoromanischer wuhr ab. Hier soll im 19. Jahrhundert eine Sägemühle gestanden haben. Die Zeit. Oberhalb des Dorfes lagen die Ertragreiche Äcker nördlich des Kapfs darüber anschließende Talweitung Fettheuwiesen, bergauf die Mager- bezeichnet man als „Vergitz“ (lat. AGER heißt „Vadratza“. Sie ist vom rätoro- wiesen. Ausbaustufen zu bestehenden und ACUTU = Spitzacker). Dieser Name manischen „Val da ratza“, zu Deutsch alten Feldfluren sind in typischen Ro- ist demnach der Flurform geschuldet. ‚Ratztal oder -tobel‘ abzuleiten. Der dungsnamen aus rätischer Zeit erhal- Die nordöstlich von Kapf angrenzende Bachname „Ratz“ dürfte mit dem lat. ten: Gafidura, Rungelitsch, Rungebuns, Flur heißt „Fäscha“ (lat. FASCIA = Strei- RADICARE = austoben, wüten, entwur- Gamsjola, Eladüns. fen, Binde). Heute befindet sich dort ja zeln zusammenhängen. Noch weiter Von Weiler kommend, überschreitet auch eine Bushaltestelle. Sie verrät die oben, unterhalb des Fräsa-Wasserfalls man die Gemeindegrenze „i Malärs“. Art der Aufteilung des Grundes in Form (vorrömisch Fräsa = steiler, nicht be- Der Name dieser Flur leitet sich ab von von schmalen Wiesenstreifen. Ein ana- weidbarer Berghang), befinden sich die lateinisch MALUM und der Nach- loger Vorgang erklärt die Bezeichnung sumpfigen Streuewiesen von „Knitz“ Dezember 2019 Flurnamenkarte von Fraxern (Quelle: Sonderdruck aus „Montfort“, Vierteljahresschrift für Geschichte und Gegenwart Vorarlbergs, 34. Jahrgang, 1982, Heft 2, S. 177: Fraxern und seine Flurnamen. Das Bild einer Bergbauerngemeinde) (lat. CANNA und ITTU = Schilfrohr- Wiesen ‚Rifa‘ und ‚Fals‘ genannt, gehen schels, Matons (lat. BULIUM = Brun- wuchs, Rohrstreueplatz). auf lat. RIPA = am Ufer und lat. VALLIS nentrog, MONTICELLU = Berglein, = Tal, Mulde, Tobel zurück. MONTONE = Berganhöhe). Darüber URSU + Endung ANCU = zum Bären liegt ein weites Wiesenfeld in einer gehörend, Bärenlager sind die Sprach- Mulde „uf Kapiaders“ (lat. CAMPUS = wurzeln der Parzelle Orsanken. Der Feld und dem Personennamen PETRUS, Mittelpunkt des Kleindorfes war der breite Geländerücken südöstlich von rätisch ‚Piader‘, etwa ‚Petersfeld“ zu herrschaftliche Hof, dem das Einsam- Orsanka wird ‚Gruppa‘ genannt (rätisch deutsch. Der südöstlich angrenzende meln des Zinses oblag. Auch das Dom- ‚grupp‘ bedeutet „Anhöhe, Knoten“). Berghügel trägt die Bezeichnung „Ama- kapitel Chur dürfte in Fraxern ein Höfle Der schattseitig gelegene Wiesengrund plons“ (lat. MONS = BERG und PLANU besessen haben. heißt „Elafuns“ (rätisch „il funds“, lat. = eben). Der von Amaplons südlich ab- Von der Dorfmitte gelangen wir FUNDUS = Boden, Grund). Eine auf zweigende Rücken heißt „Kredetscha“ westwärts auf „Platta“ (lat. PLATTUS = Gruppa spitz in den Wald zulaufende (lat. CRISTA + ACEA = grober, schlech- Fläche, Glätte). Ein von „Sala“ kommen- Wiese wird „Gamsjola“ genannt, was ter Kamm, Grat). des Bächlein (fränkisch SALAHA oder soviel wie „im Hemdzipfel“ heißt (rä- Diesen Beitrag werden wir im nächsten lat. SALIX = Bachweide) fließt durch tisch ‚Camisiola‘). Jahr fortsetzen – dann wird es schwer- „Eladüns“ (lat. ROTUNDUS = rund, Die sonnigen und fruchtbaren Hänge punktmäßig um die Namensherkunft runde Rodung oder rätisch „ladum“ = im Oberdorf tragen ebenfalls viele der Magerwiesen und der Alpen ober- Dünger). Die am Bach angrenzenden rätoromanische Flurnamen: Bola, Mat- halb des Dorfes gehen. Von Weiden und Hemdzipfeln 10 Mitteilungen der Gemeinde Fraxern Einblicke in die Geschichte des Fraxner Jagdreviers Jagdaufseher aus Leidenschaft in der vierten Generation. „Waldhirts“, der Hausname ist Programm, wie man heutzutage sagen würde – seit mittlerweile drei Generationen liegt die Aufsicht über das Fraxner Jagdrevier in den Händen der Familie Summer, das sind bald stolze 120 Jahre! Inzwischen ist schon die nächste Generation in den Startlöchern. Ein Gespräch mit Vater und Sohn zwischen Rückschau und Ausblick… Seit 1904 – insgesamt 36 Jahre lang Begründer der Familient- in erster Generation – war Josef radition: 36 Jahre lang war Summer amtierender Revierjäger in Josef Summer Jagdaufseher Fraxern und hatte damit die Aufsicht in Fraxern. über das hiesige Jagdgebiet inne. Der Lohn für die Tätigkeit war allerdings Zu Zeiten von Otto Summer wurde das erlegte Wild noch sehr bescheiden, ein weibliches Stück oft mit dem Hornerschlitten zu Tal gebracht. Rotwild pro Jahr gab es für die bis zu drei Jagdaufseher, die mit dieser Auf- den Wald und das darin lebende Gemeinde, dem Jagdaufseher und gabe damals betraut waren. 1944, ge- Wild zu respektieren und zu schüt- natürlich dem jeweiligen Jagdpächter. gen Ende des 2. Weltkriegs, verstarb zen. Als Otto dann 1974 in Pension Schon um 1930 wurde ein Jagdhaus Josef Summer im Kriegseinsatz. ging, übergab er seinem Sohn Josef auf Maisäß vom damaligen Pächter Sein Sohn Otto Summer – in zwei- die Aufsicht über den Wald und die Josef Jansen erbaut. Es diente fortan ter Generation – hatte schon 1940 Jagd in Fraxern, welcher das Amt des als Unterkunft für die Jäger. offiziell die Jagd- und Waldaufsicht Jagdaufsehers bis zum heutigen Tag In den 1960er Jahren wechselten die von seinem Vater übernommen. Kurz ausübt. Ein Jahr zuvor hatte Josef Pächter und Walter Müller übernahm darauf war er allerdings ebenfalls ein- erfolgreich seine Jagdaufseher- und das Revier. Die Jagdgäste wohnten gezogen und in Russland so schwer 1974 auch seine Waldaufseherprü- damals vorwiegend im Gasthaus verwundet worden, dass er heimkeh- fung bestanden. Sonnenblick oder mieteten sich in private Gästezimmer im Dorf ein. ren durfte und zum Glück nicht mehr an die Front zurückkehren musste. Jagdpächter und -gäste Walter Müller wollte Fraxern auch als Skigebiet erschließen und hatte für Schon seit frühester Kindheit hatte Josef Summer – bereits die dritte Damit im Jagdrevier alles reibungslos diese Idee einigen Zuspruch im Ort. Generation – seinen Vater Otto auf abläuft, bedarf es einer guten Zusam- Das Vorhaben scheiterte jedoch an die Jagd begleitet: Er lernte von ihm, menarbeit von Forst und Alpen, der der schlechten Infrastruktur und vor Dezember 2019 allem der fehlenden Zubringerstraße. Bestand im Wandel Der folgende Jagdpächter Adolf aktivitäten von Downhill-Mountainbiken bis hin zu Vollmondwanderun- Pröbstl ließ das heutige Jagdhaus auf Der Wildbestand variierte und gen aufgekommen sind, wird es für Matons errichten; tragischerweise variiert in den Jahren und unter- die Wildtiere immer schwerer, einen verunglückte er 1989 in der Nähe liegt natürlichen Schwankungen: Rückzugsort zu finden. von Orsanka tödlich. Seit 1990 ist In früheren Zeiten war der hiesige Durch diesen Umstand muss der die Familie Palmers aus der Schweiz Bestand an Rot-, Reh- und Gamswild Jäger noch sensibler sein, um den Pächter des Fraxner Jagdreviers und noch höher, aber durch zunehmen- Tieren die nötige Ruhe zu gönnen, mittlerweile auch schon mit drei Ge- de Verbauung und Besiedlung kann was durch den von der Behörde nerationen bei der Jagd vertreten. Die das Wild mittlerweile seine natürli- vorgegebenen Abschussplan ande- Pächterfamilie hat ein gutes Verhält- chen Wanderungen im Sommer und rerseits erschwert wird. Immer mehr nis zum Jagdaufseher – man ist mit Winter, zwischen Berg und Tal, nicht Abschüsse sind durchzuführen – eine seiner Arbeit sehr zufrieden und oft mehr durchführen. In der heutigen Auflage, der die Fraxner Jägerschaft geht es gemeinsam auf Pirschgang. Zeit, in der beständig mehr Freizeit- in wenigen Tagen im Jahr durch Freuen sich über kapitale Beute: Jagdpächter Mischa Palmers (links) mit Jagdaufseher Josef Summer und Sohn Simon, der in die Fußstapfen seiner Vorfahren treten will. 12 Mitteilungen der Gemeinde Fraxern des Jagdgesetzes, der Schonzeit und wird das erlegte Wild, das dem Pächter versucht, damit sich das Wild zwi- der Behördenauflagen wird nach bes- gehört, an Gasthäuser verkauft. schenzeitlich wieder erholen kann und tem Wissen und Gewissen gehandelt, „Manchmal haben wir es auch ganz nicht aus Angst tief in die Dickichte um den vorgegebenen Abschussplan lustig“, erinnert sich Josef: „Einmal ha- der Wälder getrieben wird. Dort richtet zu erfüllen und einen gesunden und ben mein Vater Otto und ich einen Be- es nämlich den größten forstlichen artenreichen Wildbestand zu erhalten. triebsausflug des Jagdpächters betreut, Schaden an. Daher freut es Jagdaufse- Denn nur durch konsequente Beja- der mit seinen Gästen im Sonnenblick her Josef stets von Herzen, wenn sich gung ist es möglich, einen ausge- eingekehrt war, um die Hirschbrunft die Tiere aus dem Unterholz heraus- wogenen Lebensraum zu erhalten, zu erleben. Da aber an diesem Abend trauen und auf den am Waldrain an- die Naturverjüngung zu verbessern keine Hirsche zu hören waren, alle grenzenden Wiesen vertraut äsen. Was und eine nachhaltige Artenvielfalt aber nur deswegen gekommen waren, aber nicht bedeutet, so der Fachmann, zu gewährleisten. Dieses Hegen und bin ich mit meinem Vater in den Wald dass es viel mehr Wild gibt, sondern Pflegen des Wildbestandes empfindet gelaufen und da haben dann wir die lediglich, dass die Bejagung schonend Josef Summer bis zum heutigen Tag Hirschbrunft imitiert.“ für das Wild ausgeübt wird. als sehr befriedigende Aufgabe. Ein weiteres besonderes Erlebnis war, Der Vogelbestand hat sich eben- Er räumt auch ein, dass sein Herz noch als Josef 2018 den Pächter Mischa falls verändert: Heute gibt es mehr immer höher schlägt und sich der Puls Palmers auf die Jagd begleitete und Tauben, Elstern und Rabenkrähen in erhöht, wenn er ein Tier erlegen muss. sie zu einem kapitalen Hirsch führte, höheren Lagen, demgegenüber ist Er hat eine große Ehrfurcht und den einem Sechzehnender. Josef kann sich der Bestand an Amseln, Finken und größten Respekt vor jedem Tier. Wenn an keinen prächtigeren Abschuss erin- Schwalben zum Beispiel zurückge- angefahrene oder nicht richtig getrof- nern als an diesen. gangen. Die Anzahl der Spechte ist fene Tiere gesucht werden müssen, ebenfalls gestiegen, da diese sich oft leidet ein Jäger mit den Tieren mit. vom Borkenkäfer ernähren, der sich Neben dem aktiven Jagen oder dem aufgrund der vorherrschenden Tro- Kümmern um Wildunfälle, richtet der Auch seinen Sohn Simon hat er von ckenheit rasant vermehrt hat. Positiv Jagdaufseher die Hochstände, mäht klein auf miteinbezogen. Dieser hat hat sich der Bestand bei Käuzen und nach Bedarf die Wildwiesen, unter- von seinem Vater Josef viel gelernt; Birkwild, sowie dem Weißrücken- stützt bei forstlichen Schutzmaßnah- die Wildbeobachtung beim Pirschgang spechten entwickelt. men und füttert in der Winterzeit rund wird für die beiden nie langweilig, Der Fuchsbestand wurde durch die drei bis vier Monate lang das Rotwild der Wald bedeutet Erholung für sie. Krankheiten Tollwut und Staupe stark mit Heu. Fälle von Wilderei hat es Simon hat 2017 erfolgreich seine dezimiert. Nach der landesweiten Impf- in der Vergangenheit zum Glück nur Jagdschutzorganprüfung abgelegt. Er aktion und dem Auslegen von Ködern vereinzelt gegeben. So wurde 1983 ein ist sehr stolz auf die Tradition seiner erholt sich der Bestand allmählich wie- Wilderer auf der Hohen Kugel auf fri- Familie und will diese in Zukunft der. Der Durchzug von Wildschweinen, scher Tat bei der Birkwildjagd ertappt weiterführen. Wölfen und dem Luchs ist selten, aber und festgenommen. Dass mit allen Pächtern ein gutes Intervallbejagung nachzukommen Verhältnis herrschte und man auch definitiv vorhanden, was sich direkt auf die Bejagung auswirkt. Man merke es Wie der Vater, so der Sohn Erinnerungen mit der Gemeinde Fraxern stets einen fairen Umgang pflegte sowie im- den Tieren sofort an, wenn sie einen ungewohnten Feind im Revier fürchten, Früher habe die Jagd noch einen mer Gehör gefunden habe, freut den ist sich der Jagdaufseher sicher. höheren Stellenwert gehabt und vom Waidmann besonders. Für die Jagd im erlegten Wild, das oft noch mit dem Allgemeinen und seinen Sohn Simon Hornerschlitten geborgen werden wünscht er sich, dass das Verständnis musste, wurde alles genutzt, erinnert sowie die Rücksichtnahme bei der Be- Der Jagdschutz gehört ebenfalls zu sich Josef Summer. Es sei ein wichti- völkerung für Natur und Jagd wieder seinen Aufgaben: Unter Einhaltung ger Fleischlieferant gewesen. Heute ein höheres wird. Hege und Pflege Dezember 2019 100 Jahre Frauenwahlrecht in Österreich „Frauen, ihr müsst selbstbewusst werden“ Zum Schauplatz eines hochkarätigen etwa zwanzig Besucherinnen und Vortrags wurde der Bewegungsraum Besuchern des Vortrags deutlich vor des Fraxner Kindergartens Ende Augen, dass Gleichbehandlung und September. Stefania Pitscheider politische Teilhabe von Frauen nicht Soraperra, Kunsthistorikerin, Kultur- selbstverständlich, sondern viel- managerin und Direktorin des Frau- mehr hart erarbeitete und erstrittene enmuseums Hittisau, referierte zum Errungenschaften sind, die auch Thema „100 Jahre Frauenwahlrecht hundert Jahre nach Einführung des in Österreich“. Frauenwahlrechts noch nicht überall 1919 hatten die Frauen in der ehema- in unserer gesellschaftlichen Wirk- ligen k.u.k. Monarchie erstmals die lichkeit angekommen sind. Möglichkeit zu wählen, nachdem die Organisiert hatte den Vortrag Angela Provisorische Nationalversammlung Alicke, Frauensprecherin für Fraxern, am 12. November 1918 das „allge- Regionensprecherin für die Region meine, gleiche, direkte und gehei- Vorderland und seit diesem Jahr auch me Stimmrecht aller Staatsbürger Landessprecherin des Frauennetz- ohne Unterschied des Geschlechts“ werks Vorarlberg. Die Gemeinde Fra- beschlossen hatte. Dies war über- xern darf stolz sein, heute Powerfrau- haupt erst durch den risikoreichen en wie sie in ihrer Mitte zu haben. Einsatz mutiger Frauen ermöglicht Der Vortrag brachte den Anwesenden, worden, wie Stefania Pitscheider unter ihnen auch Fraxerns neue, Soraperra anhand prägnanter Bei- stellvertretende Frauensprecherin Peggy Winkler, einige interessante spiele aufzeigte. Unter dem von der Frauenrechtlerin Louise Otto-Peters Zu Gast in Fraxern: Stefania Pitscheider Denkanstöße, wie die angeregten geprägten Slogan „Wir wollen lieber Soraperra mit Angela Alicke, Landes- Gespräche beim anschließenden Um- fliegen, als kriechen“ führte sie den sprecherin des Frauennetzwerks (rechts). trunk zeigten. Erste Frau in der Gemeindevertretung Hätten Sie es gewusst? Im Jahr 1995 wurde Monika Ebner im Alter von damals 42 Jahren zur ersten weiblichen Gemeindevertreterin im Bergdorf gewählt. In der nächsten Wahlperiode, von 2000 bis 2005, war sie unter Bürgermeister Josef Summer auch im Gemeindevorstand tätig; sie engagierte sich außerdem als Obfrau des Sozialausschusses sowie als Abgeordnete für Fraxern in der Planung und Umsetzung des „Vorderlandhus“ – des gemeinsamen Sozialzentrums der acht Vorderländer Gemeinden – und fungierte auch als Vorderlandbeauftragte für Frauenangelegenheiten. Nach dem Vortrag: intensive Gespräche und Gedankenaustausch 14 Mitteilungen der Gemeinde Fraxern Florian Summer – ein arbeitsames Leben im Dorf „Was ma macht, des macht ma ghörig…“ „Aus Anlass seines 85. Geburtstags Jahre bei der Firma Fussenegger führte die FIRST BLICK-Redaktion in Klaus als Weber gemeinsam mit ein Zeitzeugen-Gespräch mit Flo- seinem Bruder Luis. Im Sommer 1952 rian Summer, der am 8. November und 1953 ging er wieder als Bisenn 1934 als viertes Kind von Emil und auf die Alpe, da es den Brüdern in der Anna Summer im Hangat das Licht Fabrik nicht gefallen hatte. Gelegen- der Welt erblickte. Sein ganzes heitsarbeiten für die Gemeinde waren Leben hat der Jubilar in Fraxern ein Zubrot zur kleinen elterlichen verbracht und so spiegelt seine Landwirtschaft. bewegte Biographie auch mehr als 1954 machte sich Florian schließlich ein dreiviertel Jahrhundert Dorf- als Sticker selbstständig. Bei der geschichte wider, längst in Verges- Firma Böhi in Lustenau mietete er senheit geratene Zeiten, als in den alte Stickmaschinen an, die im Keller meisten Häusern von früh bis spät seines Elternhauses installiert wur- die Stickmaschinen surrten oder den – übrigens vom Vater des späte- im Bergdorf der Fremdenverkehr ren Bischofs Erwin Kräutler. In dieser Einzug hielt. Lebenserinnerungen Zeit war die Stickerei ein gängiger eines gestandenen Fraxner. und wichtiger Zuverdienst in Fraxern. Mit Akkordarbeit konnte man ein Der Jubilar beginnt seine Erzählun- gutes Geschäft machen, erinnert sich gen sogleich mit einer Anekdote, über Florian. Hergestellt wurden haupt- die noch heute in der Familie gelacht Hat sich in seinem Leben selten eine sächlich „Banda“, bestickte Bänder, wird: Nach Florians Geburt schrieb Rast gegönnt – Florian Summer beim und Stofftaschentücher mit Mustern. der Vater das Wort „FERTIG“ in den Dungverteilen auf dem First. Schwester Maria, „Marthes Erna“ und Bregenzer Kalender. Als dann vier Vater Emil halfen bei der Produktion. Jahre später Schwester Maria geboren von 1936 bis 1938 Bürgermeister von Mit der Zeit ließ sich dann nicht mehr wurde, vermerkte er ein Fragezeichen Fraxern. Florian erinnert sich noch viel Geld mit der Stickerei verdienen unter dem Datum. Die Kalender hat heute lebhaft an den Tag, als jener – 1970 war Florian der letzte aktive Florian bis heute archiviert. von der NSDAP abgesetzt wurde: Emil Sticker im Dorf und ohne zusätzliches 1930 war Bruder Anton geboren hatte sich geweigert, eine Parteifahne Arbeiten bei seinem Bruder Anton, worden, 1931 Klaudia und 1932 Luis auf Gemeindekosten anzuschaffen, dem Schreinermeister, hätte er nicht und 1938 folgte noch Maria. Mit woraufhin er prompt durch den Gau- überleben können. Er bedauert, dass seinen Geschwistern pflegte Florian leiter persönlich abberufen wurde. es keine filmische Dokumentation zeitlebens einen innigen Kontakt. Nach Abschluss der Schule war Flo- über diese mühevolle Arbeit gibt, die Insbesondere mit Anton verband rian 1950 erstmals in seinem Leben zeigt, wie sie tage- und nächtelang ihn das Geschick für Holzarbeiten – angestellt. Zunächst arbeitete er als auf Melkschemeln saßen und an gemeinsam fertigten die beiden viele Kleinhirte für die Gemeinde Fraxern einem Rad drehten. Schreinerarbeiten an. Vater Emil war auf der Staffel-Alpe, dann für zwei 1971 fand Florian dann in der Schrei- Dezember 2019 nerei der Gebrüder Künzle in Gais in Florian Gründungsmitglied. Die erste der Schweiz eine feste Anstellung. Amtshandlung war das Aufstellen von Von Weiler aus konnte er mit dem 30 Ruhebänken für die Touristen. Flo- Werksverkehr zu seiner Arbeitsstelle rian selbst betonierte die Sockel dafür fahren, bei der er bis 1995 zufrieden in seiner Garage. Bei Karl Kathan, angestellt war. Bis heute schätzt er es, „Ferdismechels Sonnenblick-Wirt“, dass die Chefs morgens jeden Mitar- wurden die Bänke zusammengebaut, beiter persönlich begrüßten. gemeinsam mit Werner Nachbaur, Ein Jahr später heiratete er Renate „Lehrer Jakoba“, entschieden, wo im „Sevas“ Nachbaur. Zum Kennenlernen Dorf die „Bänkle“ montiert werden bemerkt Florian trocken: „Do git’s gär sollten. Den umtriebigen Fraxnern nix z’reda!“ – der Fall sei von Anfang war aber auch schnell klar: jede Bank an klar gewesen und bis heute habe braucht Schatten, sonst fühlen sich die Ehe schließlich gut funktioniert. die Gäste nicht wohl. Also sollte Nach dem Tod von Mutter Anna hatte jeder Ruheplatz zwei Birken bekom- Florian übrigens vier Jahre alleine men. Das Geld für die teuren Bäume mit seinem Vater gelebt, bevor Renate war aber natürlich nicht vorhanden. zu ihnen stieß. Eine richtige „Männer- Gott sei Dank gab es „Zillers Maria“, wirtschaft“, die gut funktionierte: Flo- erinnert sich Florian. Diese wusste rian kümmerte sich um den Haushalt nämlich, wo in einem Wald in Göfis und erinnert sich lachend: „Epas han i junge Birken wuchsen. Mit ihr zusam- In jungen Jahren war Florian ein all kochat.“ Nur sonntags hatte er frei, men grub er 60 Stück von Hand aus, schneidiger und erfolgreicher Skifahrer. da gingen er zu Maria und der Vater die schließlich in Fraxern gepflanzt zu Klaudia zum Essen. wurden. Das Ergebnis lässt sich heute Prospekt unter die Leute zu bringen, Nach der Hochzeit vermietete das noch vielerorts bewundern. was tatsächlich immer wieder zu neu- junge Paar noch einige Jahre lang die 1970 nahm sich Florian des Amts des en Gästen führte. Damals wurde auch Fremdenzimmer, die Florian schon Wegewartes von Fraxern an. Spä- noch mit einem Skilift im Dorf speku- als Junggeselle ausgebaut hatte. Bis ter stieß sein Freund Kurt Nägele, liert – die Fraxner blickten hoffnungs- zu neun Urlauber konnten gleichzei- „Kosles“, dazu. Die gesamte Beschil- voll in die Zukunft und glaubten an tig im Haus am Hangat beherbergt derung, wie wir sie heute kennen, war eine Einnahmequelle durch Ski- und werden. Damals hatte Florian noch damals eine moderne Errungenschaft. Wandertourismus, erzählt Florian. geglaubt, durch den Gästestrom kön- Jahrzehntelang wurden Wege und Florian war auch ein begeisterter Ski- ne er ewig von der Vermietung leben, Bänke von den beiden betreut. Bis fahrer. 40 Jahre lang war er aktives besinnt er sich wehmütig zurück. zum heutigen Tag ist Kurt offizieller Mitglied beim Fraxner Schiverein, Schließlich wurden die Ansprüche Wegewart. Florian, der sich schon achtmal wurde er Vereinsmeister und der Touristen an den Komfort jedoch früher offiziell zur Ruhe gesetzt hatte, zweimal Vorderländer Meister. Auf immer höher und Investieren wollten half ihm noch viele Jahre aus, wenn diese sportlichen Erfolge blickt er die Eheleute nicht mehr. So bauten es „klemmte“. heute noch mit einem gewissen Stolz sie 1979 die Zimmer für die eigenen Die Feriengäste kamen damals haupt- zurück. Der für ihn schönste Sieg Kinder um: 1973 war Sohn Robert zur sächlich aus Deutschland. Die innova- war beim „Bazora-Lauf“ in Frastanz, Welt gekommen, 1976 Bertram und tiven Fraxner ließen bei Winsauer in zu dem er mit seinem Freund Karl 1978 Marina. Diese schenkten Renate Dornbirn einen Prospekt drucken, mit Devigili fuhr, um beim Slalom zu und Florian vier Enkel und ein erfüll- dem schon Ende der 1960er Jahre pro- starten. Für die Frastner war klar, tes Familienleben. fessionell Werbung gemacht wurde. dass ihr Rennläufer Egger das Rennen Als 1966 der Fraxner Fremdenver- Sobald die Bürgermusik auf Konzert- gewinnen würde, da er aus einem kehrsverein geschaffen wurde, war reise ging, wurde sie angewiesen, den modernen Trainingslager des ÖSV 16 Mitteilungen der Gemeinde Fraxern Erinnerungsbild mit Vereinskollegen – (von links) vordere Reihe: Adam Nachbaur (dahinter Ernst Nägele), Arnold Büsel, Ewald Kathan, Otto Nachbaur, Fritz Huber – hintere Reihe: Ulla Huber, Florian Summer, unbekannt, Josef Spechtenhauser, Gebhard Porod, Edwin Kathan, Oswald Nachbaur, Walter Summer, Alois Summer, Walter Nägele. kam und seinen Heimathang wie kein strahlt, wenn er von diesen einfachen begonnen. Da sie die Hoffnung an das Zweiter kannte. Karl wies die Frastner und schönen Zeiten erzählt. Skilift-Projekt noch nicht aufgegeben jedoch darauf hin, dass „sein Läufer“ Eine Geschichte, die man sich heute hatten, hielten sie es für sinnvoll, erst nicht zu unterschätzen sei. Diese Vor- so gar nicht mehr vorstellen kann, eine Skihütte zu bauen, da diese, wenn schusslorbeeren waren Florian sehr trug sich Anfang der 1950er Jahre der Lift erst einmal da wäre, wahr- unangenehm, er behielt jedoch die zu, als die jungen und motivierten scheinlich nicht mehr bewilligt wer- Nerven und konnte in beiden Läufen „Schivereinler“ auf Maiensäss von der den würde. Die neue Hütte teilte aber die Bestzeit und somit den Tagessieg unteren „Stoag“ bis ins „Lange Ress“ schließlich das Schicksal des Lifts – erlangen. „I han‘s damals einfach guat einen Skilift bauten. Das benötigte nach einigen Jahren wurde sie abgeris- künna“, ist sein heutiges Fazit. Holz wurde von der Gemeinde ge- sen. Zurückblickend freut Florian noch Mit Lachtränen in den Augen er- stellt. Der Aufwand war enorm und heute, mit welcher Begeisterung und zählt Florian von einer Erfindung, die Arbeit anstrengend, doch mit der Tatkraft Dinge früher einfach angegan- die er machte, um mehr Kraft in den Aussicht und Vorfreude auf zukünftige gen wurden und das stets in positiver Oberschenkeln zu bekommen. Da es Abfahrten, wurde das Projekt voller Stimmung und mit gutem Humor. damals noch keine Fitnesscenter gab Elan umgesetzt. Umso größer war der Eines Winters wurde sogar die und gewöhnliches Turnen nicht den Unmut bei den „jungen Wilden“, als Möglichkeit geschaffen, nachts zu von ihm gewünschten Effekt hatte, der Liftbetrieb bereits nach wenigen trainieren: Im Sonnenblick bei Karl entwickelte Florian kurzerhand einen Tagen behördlich eingestellt wurde. kam man auf die Idee, eine gewöhnli- eigenen „Heimtrainer“. Auf dem Dach- Da sie das Holz ja von der Gemeinde che Lichterkette vom Gasthaus nach boden montierte er ein altes Fahrrad bekommen hatten, hatten sie sich auf „Elaschins“ zu spannen, um so auch auf Holzklötze und spannte die Brem- der sicheren Seite gefühlt. im Dunkeln trainieren zu können. Der sen an. Auf diesem Apparat konnte Ihr Tatendrang wurde damit aber nicht Trainingserfolg war allerdings mäßig er dann treten, bis seine Schenkel gestoppt, sondern kurzerhand auf und nur die besten Läufer waren be- brannten – so wurde täglich heimlich andere Projekte umgeleitet: So wurde reit, sich diesen Verhältnissen zu stel- und konsequent trainiert. Florian mit dem Bau einer Skihütte in „Knitz“ len, die Stimmung im Gasthaus nach Dezember 2019 dem Training wurde davon allerdings eigenhändig veredelte. Aus wilden der Jubilar seinem Sohn Robert und nicht getrübt. Hochstämmen zog er Halbstämme. seinem Enkel Fabian ebenfalls weiter. Einmal wurde Florian von Karl zu Diese Methode war unkonventionell Es ist ihm wichtig, dass das Wissen, einem „echten“ Skitag auf einem und man konnte sich nicht sicher wie man eine „Fraxner Kriasi-Loatra“ modernen Lift eingeladen. Bei eisiger sein, dass sie erfolgreich sein würde. baut, nicht verloren geht. Kälte ging es auf Karls Motorrad nach Für seinen Schwiegervater „Bölsers“ Wie er sagt, war Florian in seinem Lech. Karl hatte als Kriegsversehrter Hans veredelte er dann aber ebenfalls Leben stets zufrieden. Es gab nicht nur ein Bein und „an Holzfuaß“. Die 25 Bäume aus demselben Wald. Das viel, aber zum Leben hatte man ge- Ski wurden links und rechts an das Zweien und Schneiden der Bäume nug: „Butter und Käs vo da Alpe und Motorrad gebunden. Die Fahrt war hatte Florian vom Bürgermeister wenn ma im Hirbst noch a Süle hot abenteuerlich und das Erlebnis beein- „Sümmerle“ gelernt, bei dem sie als metzgra künna, isch as oam guat gan- druckend für die einfachen Männer Buben mitgehen durften, um sich ein ga.“ Ein Hobby, das er sich bis heute aus Fraxern. Sackgeld zu verdienen. Bäume haben beibehalten hat, ist das Schnapsbren- Als Anfang der 1970er Jahre der „Kri- Florian von Anfang an fasziniert – nen. Gelernt hatte er dies bei seinem asi-Boom“ in Fraxern ausbrach, war sie zu pflegen, mitzuerleben, wie Vater, aber da er mit dessen Brennerei Florian auch dabei. Einige Fraxner sie gedeihen und wie jeder Schnitt nicht zufrieden war, lieh er sich bald setzten Hunderte Kirschbäume mit seine Wirkung entfaltet, waren sein eine modernere, fahrbare in Weiler neuen Sorten. Die Plantage in „Grop- Steckenpferd. und Rankweil aus. Wer Florian kennt, pa“, unter der „Platta“, ist zum Bei- In der Pension startete Florian mit weiß, dass er ein „Tüpfleschießer“ ist. spiel ein Überbleibsel der damaligen dem „Loatra-Macha“ neu durch und Sein Motto: „Was ma macht, macht Zeit. Florian fuhr mit Alois Nachbaur hat bereits über 120 Stück herge- ma ghörig oder gär net“, gilt auch und Primus Kathan zu einer Obst- stellt. Heutzutage macht er es aber fürs Schnapsbrennen. 2015 bekam Versuchsanstalt in der Schweiz. Dort nur noch, wenn man ihm die Latten er den Landesmeistertitel Gold, für einigten sie sich auf die Sorten „Star“, liefert. Im Wald nach dem geeigneten seinen Kriasi-Schnaps. Das war das „Heidegger“ und „Schauenburger“, die Holz zu suchen und es vorzubereiten, erste und letzte Mal, dass er am Wett- Fraxern robuste, ertragreiche Kriasi ist ihm mit 85 Jahren zu mühselig. bewerb teilnahm. Gold beim ersten liefern sollten. Das Talent zur Holzverarbeitung hat Mal – diese Tatsache stimmte ihn so Florian investierte damals aus finan- Florian nach eigener Aussage von zufrieden, dass er danach nie mehr ziellen Gründen nicht in diese Sorten. seinem Vater geerbt. In „Gidis Tonis“ eine Probe einsendete. An Selbstbe- Stattdessen grub er selbst 40 Bäume verdiente man sich mit der Herstel- wusstsein mangelt es dem Brenner aus dem Wald der Agrar Rankweil lung von Rodeln und Leitern immer mit dem verschmitzten Lächeln wahr- entlang der Frutz aus, die er alle etwas dazu. Dieses Geschick gab lich nicht! Enkel Fabian geht dem Opa schon beim „Loatra-Macha“ zur Hand. 18 Mitteilungen der Gemeinde Fraxern Alina Natali Brugger geboren am 20. Oktober 2019 Über meine Geburt im KH Dornbirn, bei der ich 3320 g wog und 47 cm groß war, freuten sich meine Eltern Martina und Andreas Elli Fink, geboren am 18. März 2019 Brugger und mein Bru- Über meine Geburt freuten sich meine Eltern Silvana der Elias. Gemeinsam und Florian Fink und mein Bruder Casper. Zur Welt wohnen wir im kam ich mit 3340 g und 49 cm im schönen Fraxern. Riedackerweg 21a. Zu Hause sind wir im Sägeweg 3a. Emil Ender, geboren am 28. Juni 2019 Mit 3970 g und 57 cm kam ich im LKH Feldkirch zur Welt. Meine Eltern Jeanine und Peter Ender, mit denen ich in Emelie Summer geboren am 5. März 2019 Orsanka 3 wohne, freuten sich sehr über meine Meine Eltern Christine und Christoph Summer und Geburt. meine Schwester Sofia, mit denen ich im Unterdorf 6 wohne, freuten sich sehr über meine Geburt im LKH Feldkirch, bei der ich 4250 g wog und 56 cm groß war. Elisa Marie Tschabrun, geboren am 1. Oktober 2019 Als ich im LKH Bregenz zur war 48,5 cm groß. Zu Hause Finn Münsch, geboren am 6. November 2019 bin ich mit meinen Eltern Als ich im LKH Feldkirch das Licht der Welt erblickte, Sara Tschabrun und Raphael wog ich 3730 g und war genau 50 cm groß. Mit meinen Schrenk und mit meinem Bru- Eltern Martina und Mathias Münsch bin ich in der Dorf- der Jakob in der Dorfstraße 40. straße 25 zu Hause. Welt kam, wog ich 3090 g und Dezember 2019 Lea Nachbaur geboren am 1. September 2019 Neuigkeiten vom Klapperstorch Über meine Geburt im LKH Feldkirch, bei der groß war, freuten sich Lorenz Julius und Luisa Stefanie HöfleLängle, geboren am 7. November 2019 außer meinen Eltern Als wir beide – ein bisschen zu früh – im KH Dornbirn Kristina und Daniel das Licht der Welt erblickten, wog ich, Lorenz, 1866 g Nachbaur auch meine und war 43 cm groß, mein Schwesterchen Luisa hatte Schwester Pia. Unsere ein Gewicht von 2120 g und eine Länge von 43,6 cm. Mit Familie wohnt im Bola 6. unseren glücklichen Eltern Julia und Alexandra Höfle- 3130 g wog und 52 cm Moritz Martin Summer, geboren am 4. November 2019 Längle sind wir in der Dorfstraße 32 zu Hause. Mit 3786 g und 54 cm erblickte ich im KH Dornbirn das Licht der Welt. Mit meiner Mama Sarah Summer, die über meine Geburt sehr glücklich war, wohne ich in der Unteren Morgengabe 2. Lennard Elias Peter, geboren am 17. Juli 2019 Ich erblickte mit 4352 g und 56 cm im LKH Bregenz das Licht der Welt. Mit meinen Eltern Michaela und Christian Peter und meinen Brüdern Liam und Luis wohne ich im Hof 4. Hanna Luisa Mück, geboren am 18. August 2019 Mit 2992 g und 52 cm erblickte ich im LKH Bregenz das Licht der Welt. Mit meinen glücklichen Eltern Elisabeth und Philipp Mück bin ich in der Unteren Morgengabe 1a zu Hause. Kassian Summer, geboren am 14. März 2019 Als ich im LKH Feldkirch zur Welt kam, wog ich 3470 g und war 53 cm groß. Meine glücklichen Eltern sind Petra und Johannes Summer. Gemeinsam wohnen wir in der Schmalzgasse 3a. 20 Mitteilungen der Gemeinde Fraxern Volksschule mit eigenem Schulgarten Wenn Gärtnern auf dem Lehrplan steht... Der bewusste und praxisnahe Umgang mit der Natur steht seit diesem Jahr auf dem Lehrplan der Volksschule Fraxern. Auf Initiative von Lehrerin Eva Krahbichler und mit Unterstützung der Gemeinde wurde der schöne, alte Garten des Pfarrhofs noch im Herbst wieder zu neuem Leben erweckt – regelmäßig werden die Kinder nun aktiv lernen, welche Freude und welchen Nutzen das eigene Säen, Ernten und Verwerten von Gemüse bedeuten können. Mitte Oktober war es endlich soweit: Die zweite, dritte und vierte Klasse begannen mit der ersten Gartenarbeit. Zur Einstimmung war vorher im Klas- Tatkräftig richten Bürgermeister Steve Mayr und sein Vize Hugo Kathan (links) den senzimmer Kresse ausgesät worden, künftigen Schulgarten her. bevor die Schülerinnen und Schüler in den Garten hinausgingen. Dort wurde Gepflanzt wurden Mairüben, Spinat, noch den Boden für das nächste Jahr zuerst der Boden aufgelockert, dann die Feldsalat, Radieschen und Rettich. vorzubereiten. Aus dem Geernteten Beete abgemessen und anschließend In den folgenden Wochen besuchten sollte später eine gesunde Jause für die bekam jedes Kind eine Arbeit zugeteilt. die Dritt- und Viertklässler den Garten ganze Schule entstehen. Leider waren immer wieder, denn sie hatten nicht Mairüben und Rettich nichts gewor- nur die Aufgabe erhalten, die Beete zu den, dafür konnten die „Nachwuchs- bepflanzen, sondern auch sie fachge- gärtner“ umso mehr Radieschen aus recht zu pflegen, also Unkraut zu jäten der Erde ziehen. oder zu gießen, ganz nach Bedarf. Eine Woche später bereiteten die Im November war schließlich der Dritt- und Viertklässler dann eine mit Spannung erwartete Tag gekom- gesunde Nachmittagsjause zu, von men – es war an der Zeit zu ernten, der selbstverständlich auch die bevor Fraxern im Schnee versinkt. Die anderen Klassen und die Lehrkräfte Volksschüler gingen also hinaus in etwas abbekamen. Auf dem Speise- „ihren“ Garten und ernteten Feldsalat, plan standen mit Käse überbackene Radieschen und Spinat. Und trotz der Spinatbrote, frisch zubereiteter Feld- an diesem Tag herrschenden Kälte salat und mit Schnittlauch bestreute schafften es die Kinder, daneben auch Radieschenbrote. Auch hierbei hatten
  1. firstblick
  2. jahreschronik
  3. mitteilungsblatt
20171201_First_...eschr Fraxern 01.10.2017 27.06.2021, 08:50 FIRST BLICK Jahreschronik der Gemeinde Fraxern 2 Mitteilungen der Gemeinde Fraxern Gerade noch rechtzeitig zum Jahreswechsel liegt sie druckfrisch vor – die aktuelle, dritte Ausgabe unseres FIRST BLICK, die mit 32 Seiten Aktuelles aus der Gemeindestube Umfang die bisher umfassendste ist. Nachdem wir im Sommer mit Kinder sind für unseren Kindergarten, einem zusätzlichen Mitteilungs- die Volksschule und für das gesamte blatt dem Bedürfnis nach aktuelle- Vereinswesen unglaublich wichtig. Ich ren Informationen nachgekommen freue mich, dass sich so viele junge Frax- sind, wird der FIRST BLICK künftig ner und Fraxnerinnen dazu entschieden einmal im Jahr erscheinen und da- haben, ihre Familien in unserer Heimat mit noch mehr den Charakter einer zu gründen. Chronik haben. Die Bevölkerungsentwicklung war im zu Einblick Liebe Fraxnerinnen und Fraxner, Gleich vorab sei darauf hingewiesen, dass das Fraxner Großereignis des zu Ende gehenden Jahres, das 140jährige Jubiläum der Ortsfeuerwehr, von den Brandschützern nicht nur perfekt organisiert, sondern auch medienwirksam bestens aufbereitet worden ist – in einem eigenen Bildband. Deshalb sei uns verziehen, wenn wir an dieses besondere Festwochenende nur stellvertretend in unserer Fotocollage am Ende des die Halbzeit der aktuellen Legislaturpe- tur in Fraxern, die uns in der Erhaltung riode ist mit Ende 2017 erreicht und wir sehr viel Geld kostet. Die einzige „echte“ werfen mit der dritten Ausgabe unse- Einnahmequelle, die wir haben, sind die res FIRSTBLICKs wieder einen Blick Ertragsanteile vom Bund. Diese werden zurück auf unser Handeln. 2017 war ein pro Hauptwohnsitz ausgeschüttet. sehr bewegtes Jahr für die Gemeinde: Bevor ich meinen Bericht über die poli- Wir mussten mit Martin Dobler und tische Arbeit in der Gemeinde seit dem Klemens Nachbaur von zwei ehema- Sommer gebe, möchte ich Ihnen und ligen Gemeindemandataren Abschied Ihren Familien namens der gesamten nehmen. In dieser Ausgabe werden wir Gemeindevertretung alles erdenklich dieser beiden Persönlichkeiten in einem Gute für das neue Jahr 2018 wünschen Nachruf gedenken. Es ist mir und dem – Glück, Gesundheit und persönliches Redaktionsteam allerdings nicht möglich, Wohlergehen. Wie sagte schon Albert all ihre großen Verdienste über Jahrzehnte Einstein: „Wenn's alte Jahr erfolgreich den Rückblick auf die bewegen- zu dokumentieren. war, dann freue dich aufs neue. Und war den Ereignisse des vergangenen Neben den Todesfällen, die wir bekla- es schlecht, ja dann erst recht.“ Jahres zusammengestellt zu gen mussten, durften wir uns über viele In diesem Sinne… haben, und wünschen uns eine gesunde Babies in Fraxern freuen. Der freudige Aufnahme in allen Frax- Schuljahrgang 2016/2017 ist einer der Herzlichst ner Haushalten. Viel Spaß beim stärksten, die wir die letzten Jahre hatten. Steve Mayr FIRST BLICK erinnern. Ansonsten hoffen wir, mit unserer Chronik wieder einen ansprechen- FIRST BLICK 3/2017 Herausgeber: Bürgermeister Steve Mayr, Gemeinde Fraxern, Im Dorf 3, 6833 Fraxern, Tel: 05523 / 64511 Redaktion, Satz und Gestaltung: Alexandra Zittier-Summer, Gabi Oberhauser, Karin Devigili, Kornelia Maier-Häfele, Steve Mayr Koordination: Angela Alicke angela.alicke@fraxern.at tiv, auch durch den Zuzug von außerhalb. Wir haben eine hervorragende Infrastruk- Lesen und schöne Aussichten! IMPRESSUM: Ende gehenden Jahr insgesamt sehr posi- Prosit Neujahr ! Dezember 2017 Mandatsverzichte 2015 zu unserem Team als Gemeindevertreterin; neben ihrem großen Einsatz für den FIRSTBLICK hat sie Gerhard Ellensohn hat sein Mandat aus Er wird den Vorstand mit seiner Person nun weitere wichtige Aufgaben für persönlichen und beruflichen Gründen bereichern und mit hundertprozenti- unsere Gemeinde übernommen. niedergelegt. Der Gemeindevertretung gem Einsatz für Fraxern tätig sein, da Petra Hammerer ist für Roland nachge- gehörte er seit 2010 an und wurde bin ich mir sicher. rückt und seit dem 27.11.2017 frisch- nach der letzten Wahl in den Vorstand Eine weitere Veränderung betrifft gebackene Gemeindevertreterin. Petra gewählt. Stets sachlich und objektiv, Roland Mathes: Mit der beruflichen war schon Mitglied im Ausschuss für war er ein Garant für transparente und Chance, Filialleiter in Zams zu werden, Familie und Soziales und ist bei jeder klare Entscheidungen. Ich möchte mich ging für ihn ein langgehegter Traum in Sitzung anwesend gewesen. Auch bei bei Gerhard für seinen Einsatz in den Erfüllung. Allerdings sah er sich durch den Fraktionssitzungen hat sich Petra vergangenen Jahren bedanken und ihm die neue Herausforderung nicht mehr immer über die neuesten Entwicklun- alles Gute für seine Zukunft wünschen. im Stande, sein Mandat in gewohnter gen in unserer Gemeinde informiert und Norbert Ender wurde am 27.11.2017 Qualität wahrzunehmen und hat dieses ihre Meinung eingebracht. Egal um was als sein Nachfolger in der Gemein- schweren Herzens niedergelegt. Ich es geht, wenn Petra vor Ort ist, ist sie devertretung angelobt. Norbert war wünsche Roland, dass all seine Pläne immer mit Leib und Seele bei der Sache. schon Mitglied im Bauausschuss und mit der neuen Aufgabe in Erfüllung Lukas Nachbaur vom Mittelberger- immer ein verlässlicher und interes- gehen, und hoffe insgeheim, dass sich Hof wird Peter im Prüfungsausschuss sierter Mitstreiter bei allen Sitzungen unser Weg in der Gemeindestube wie- nachfolgen. Auch Lukas war bei jeder und Beratungen. der einmal kreuzen wird. Fraktionssitzung anwesend und stets Die Agenden von Gerhard im Vorstand Roland war begeisterter Obmann im informiert über die laufenden Agenden. werden in Zukunft von Peter Lechner Unterausschuss für Familie und Sozi- Lukas wird in Zukunft als erster Ersatz- übernommen. In der Gemeindevertre- ales. Diese Funktion wird in Zukunft mann der „Gemeindeliste Fraxern“ an tungssitzung vom 27.11.2017 wurde von Karin Devigili übernommen. der einen oder anderen Sitzung teilneh- Peter einstimmig zum Nachfolger Karin ist seit 2010 eine gestandene men. Seit 2015 ist Lukas aktiv im Un- gewählt. Ich habe als Bürgermeister Gemeindevertreterin in Fraxern und terausschuss Alp- und Forstwirtschaft bewusst auf die Funktion im Vorstand genauso lange hat sie in diesem Aus- für die Gemeinde Fraxern im Einsatz. verzichtet, damit dieser möglichst breit schuss emsig mitgewirkt. Mit ihrer Ich bin froh, dass es uns gelungen ist, aufgestellt ist. Das ist eine sehr unübli- positiven Art wird sie die neue Aufga- Gerhard und Roland als gestandene che Situation: Der Bürgermeister leitet be sicher mit Bravour meistern. Persönlichkeiten durch neue und den- zwar die Vorstandsitzungen, hat in In den Sozialausschuss wird Alexandra noch routinierte Kräfte zu ersetzen und diesem Gremium aber kein Stimmrecht. Zittier-Summer für Roland nachfol- bedanke mich bei Peter, Norbert, Karin, Ich habe allerdings gerne auf dieses gen. Auch im Prüfungsausschuss wird Alexandra, Petra und Lukas, dass sie Mandat verzichtet und freue mich sehr, Alexandra in Zukunft an seiner Stelle diese neuen Aufgaben zum Wohle der dass wir Peter dafür gewinnen konnten. vertreten sein. Alexandra gehört seit Gemeinde übernommen haben. Kugelwegsanierung auf mehrere Baulose aufzuteilen und wird 2018 das erste ausschreiben. Es wird mit dem sanierungsbedürftigs- Es ist für uns nicht finanzierbar, den Da jedoch Teile der Schwarzdecke ten Abschnitt, vom Peter-Hof bis zur gesamten Kugelweg in einer Baue- „zerbröseln“, haben wir Handlungs- Einfahrt Untere Gächt, begonnen. Hier tappe zu generalsanieren – dafür fehlt bedarf. Die Gemeindevertretung hat werden die Kosten mit rund 180.000 uns schlicht und einfach das Geld. sich dazu entschieden, die Sanierung Euro zu Buche schlagen. 4 Mitteilungen der Gemeinde Fraxern Umlegungsgebiete Resultierend aus dem Räumlichen Erhaltungskosten für die Gemeinde telbarer Nähe. Allerdings sind die Entwicklungskonzept aus dem Jahr in Zukunft nicht explodieren. Es ist Wasserleitungen in einem absolut 2016 hat es in Fraxern drei neue gewährleistet, dass alle Betroffenen zu desolaten Zustand und müssen tota- Siedlungsgebiete gegeben, die in ihren Grundstücken zufahren kön- lerneuert werden. Die Erweiterung diesem Jahr umgelegt wurden – Ver- nen. Die Kosten für Erstellung sowie und die Sanierung des Kanals sowie gitz, Platta und Morgengabe. Diese Erhaltung werden unter den Besitzern der Neubau der Wasserleitungen Umlegungen sind alle direkt an Ge- mit entsprechenden Kostenschlüsseln wird die Gemeinde rund 200.000 meindestraßen angebunden und damit aufgeteilt. Euro kosten. In diesem Zug wird es ausreichend erschlossen. Die Erschlie- Bei der Umlegung Vergitz liegt der wahrscheinlich eine Ringleitung ßung der einzelnen Grundstücke in- Kanal mitten im betroffenen Gebiet. geben, dadurch werden große Teile nerhalb der Umlegungsgemeinschaft Auch die Wasserleitungen sind im der Wasserversorgung im Unterdorf erfolgt über private Straßen, damit die Kapf- und Vergitzweg in unmit- betriebssicherer. Wohnraumschaffung Mit der Alpenländischen Wohnbau- noch ein drittes Gebäude mit acht Baukörper mit Holzfassaden und roten gesellschaft ist es der Gemeinde Wohnungen vorgesehen. Dieses wird Satteldächern. Dieses Projekt ist ein gelungen, einen Partner für günstiges jedoch erst dann umgesetzt, wenn wichtiger Schlüssel, damit wir die Wohnen in Fraxern zu finden, der weiterer Wohnungsbedarf entsteht. Der positive Entwicklung bei der Bevölke- sehr kleine und hochwertige Projekte planende Architekt Reinhold Drexel rung halten können. Wir brauchen eine umsetzen möchte. Geplant sind derzeit hat sich Fraxern genau angeschaut Alternative zum mittlerweile fast nicht zwei Häuser mit je sechs Wohnungen und Häuser entwickelt, die sehr gut mehr leistbaren Einfamilienhaus in zu errichten, und für die Zukunft ist in unser Dorf passen – rechteckige unserer Heimat. Dezember 2017 Neuverpachtung Die Gemeinde Fraxern hat 1992 die kein Betrag für ein solches Vorhaben belastete Gemeinde sind wir angehal- einstige Jausenstation von Hubert vorgesehen war. ten, den bestmöglichen Pachtbetrag zu Nachbaur vom Motaboda nach Kapie- Mittlerweile befand sich die Hütte lukrieren. Investitionen in Höhe von ters verlegt, da sich der alte Standort im auch in einem sanierungsbedürftigen 50.000 Euro in zwei Jahren sind für uns Quellwasserschutzgebiet befand. Das Zustand und die Gemeinde investierte keine Kleinigkeit und wir müssen dafür Gebäude steht auf einem Grundstück etwas mehr als 25.000 Euro, damit das sorgen, dass die Jausenstation so wenig der Gemeinde Fraxern und gehört auch Gebäude für Gäste wieder attraktiver wie möglich an Steuergeld verschlingt. der Gemeinde. Das Nutzungsrecht lag werden sollte. Die jetzige Pächterin Schließlich ist das Betreiben eines Lo- exklusiv und vertraglich zugesichert Edith Wohlgenannt hat sich mit der Fa- kals keine Kernaufgabe der Gemeinde. bei der Familie Nachbaur bis zum milie Nachbaur über das Nutzugsrecht Was tatsächlich möglich ist, wissen wir 31.12.2017. Nach dem plötzlichen Tod bis zum 31.12.2017 geeinigt und vom nur nach einer offiziellen Ausschrei- von Hubert vor zehn Jahren wurde die 1.6.2016 an die Jausenstation betrieben. bung; zu einer solchen hat sich die Jausenstation von der Familie Nachbaur Im September hat die Gemeinde mit Gemeindevertretung einstimmig am noch bis 2009 weitergeführt. Danach Edith Wohlgenannt Verhandlungen über 27.11.2017 entschieden. wurde die Hütte unterverpachtet bis eine weitere Verpachtung für ein Jahr Um Gerüchten vorzubeugen, möchte zum 1.6.2016. Damals ist der langjähri- aufgenommen. Leider waren die Kondi- ich hier festhalten, dass die Jausen- ge Pächter Norbert Müller aus gesund- tionen, die von externen Gastronomie- station Kapieters seit 1992 über eine heitlichen Gründen ausgeschieden. experten für das Objekt empfohlen wur- ordentliche Benützungsbewilligung Brigitte Nachbaur wollte daraufhin das den, für die Betreiberin nicht akzeptabel. durch die Bezirkshauptmannschaft Nutzungsrecht für die vertraglich ver- Die Gemeinde wollte eine monatliche Feldkirch verfügt. Derzeit werden bleibenden 18 Monate gegen finanzielle Pacht von 550 Euro erzielen. sämtliche Optionen für eine zukünf- Abgeltung an die Gemeinde abtreten. Es zeichnet sich ab, dass wir 2018 tige Verwendung geprüft, damit die Für diese wiederum kam eine Ablöse weitere 25.000 Euro in ein neues Dach Jausenstation möglichst bald wieder nicht in Frage, da im Gemeindebudget investieren müssen. Als finanziell sehr ihre Türen öffnen kann. Holzwurmbefall Die Holzfassade am Gemeindeamt Dorfstraße sehr schlecht auftrocknen, ist vom Holzwurm befallen! Leider hat der Schädling hier ideale Le- mussten wir feststellen, dass die bensbedingungen vorgefunden – das Trägerkonstruktion unter der Fassade Holz ist oft feucht und damit leicht morsch ist und die Schrauben nicht zu durchbohren. Zum Glück ist die mehr gezogen haben. Anfänglich Unterkonstruktion des Gebäudes nicht hatte ich den Verdacht, dass durch die betroffen. Momentan wird geprüft, wel- Installation der Klimaanlage im Jahr che Form der Sanierung die vernünf- 2007 Fehler passiert sind. Als wir aber tigste ist; wahrscheinlich werden wir begannen, die Bretter abzuschrauben, wieder dieselbe Konstruktion aufbrin- wurde offenkundig, dass sich hier der gen, damit die Fassade weiter mit dem Holzwurm großflächig eingenistet hat. Dach konform läuft und wir das Dach Da die Wände zum Fitz-Haus und zur nicht auch noch umbauen müssen. 6 Mitteilungen der Gemeinde Fraxern Spielregeln für Plätzle und Jugendbühne vereinbart Gespräch zwischen Gemeinde und Dorfjugend auf Augenhöhe Eine Gruppe Fraxner Jugendlicher traf einige handwerklich geschickte Jugend- Plätzle besprochen. Hier kam man über- sich Anfang November mit Bürger- liche mit Hilfe von Dominik Juen Bü- ein, dass Musik in Zimmerlautstärke meister Steve Mayr und Gemeinderat cherregale schreinern, um einen neuen bis 22 Uhr erlaubt ist, falls sich Mitbür- Hugo Kathan, um über die Nutzung Platz für die Bücher aus der Telefonzel- ger jedoch gestört fühlen sollten, im von Plätzle, Spielplatz und Jugendbüh- le zu schaffen, deren Fassungsvermögen Zweifelsfall darauf verzichtet wird. Die ne und das richtige Verhalten vor Ort bereits seit Längerem erschöpft ist. Im Jugendlichen zeigten sich einsichtig. zu sprechen. Dem informellen Treffen Gegenzug versprach die Gemeinde, Zum Schluss rief die Gemeinde die wohnten Nicole Beck und Dominik dafür zu sorgen, dass vermehrt interes- Jugendlichen noch dazu auf, Perso- Juen von der Offenen Jugendarbeit sante Bücher für junge Erwachsene zur nen, die sich nicht an die Spielregeln (OJA) Lebensraum Vorderland bei. Verfügung gestellt werden. halten, immer offen anzusprechen. Die Jugendlichen hatten die Möglich- Steve Mayr und Hugo Kathan stellten Sollte das nichts bringen, wird das keit, sich Gehör zu verschaffen und ihre den Jugendlichen Beleuchtung für Gespräch von Seiten der Gemeinde Wünsche und Anregungen anzubringen die Jugendbühne in Aussicht, wenn oder der OJA gesucht. Zur Motivation – eine Chance, die sie gerne ergriffen: Als Entgegenkommen gezeigt wird und die stellte die OJA interessante Work- Hauptanliegen kristallisierte sich schnell gemeinsam formulierten Spielregeln shops und Ausflüge in Aussicht, wenn der richtige Umgang mit Konfliktsitua- eingehalten werden. So wurde auch die die Zusammenarbeit mit den jungen tionen beim Plätzle heraus. So wurden Verwendung von Musikboxen beim Fraxnern gut funktioniert. Fälle berichtet, in denen die Dorfjugend Das Treffen, bei dem die Jugendlichen durch Erwachsene vom Spielfeld vertrie- mit der Gemeinde auf Augenhöhe dis- ben wurde. Um künftig in einem solchen kutieren konnten, wurde von allen sehr Fall Abhilfe zu schaffen, wurde verein- positiv aufgenommen. Die Gemeinde bart, dass sich die Jugendlichen sofort bittet alle Erwachsenen darum, den und direkt bei der Gemeinde melden, Jugendlichen mit derselben offenen damit ein Gespräch mit allen Beteiligten Einstellung zu begegnen, wie diese gesucht werden kann. Das „Miteinander“ den Gemeindevertretern begegnet soll bei der Nutzung des Plätzles klar im sind. Dann sollte einem friedlichen Vordergrund stehen. Zusammenleben als Dorfgemein- Des Weiteren wurde beschlossen, dass schaft nichts im Weg stehen. Schleifen für mehr Sicherheit Rechtzeitig zum Beginn der dunklen Steve Mayr den Kindern ans Herz, wie retten Leben!“ der Initiative Sicheres Jahreszeit hat die Gemeinde Fraxern alle wichtig es ist, sich im Straßenverkehr Vorarlberg ermöglicht. Übrigens reicht Volksschüler sowie die Firma Pratopac gut sichtbar zu machen, damit man nicht schon ein schmaler, reflektierender den Kindergarten mit reflektierenden übersehen wird. Die Ausrüstung der Streifen aus, um eine Person für den Schleifen bzw. Schärpen ausgestattet. Fraxner Kinder wurde im Rahmen der Lenker eines Fahrzeuges aus etwa 150 Bei der Übergabe legte Bürgermeister Aktion „Reflektierende Materialien Metern Entfernung sichtbar zu machen! Dezember 2017 Wie in den bisherigen FirstBlick-Ausgaben, gibt es auch dieses Mal wieder ein Rezept von Michael „Mike“ Nachbaur unter dem Motto „Einfach guat“. Für den bevorstehenden Jahreswechsel hat Mike die „einfache“ Kalbsbratwurst neu interpretiert. Mike‘s Style Kalbsbratwurst in Rucola-Knödelhülle dazu Rotkraut und süße Kürbiskrapferl Zutaten für 4 Personen: 2 Kalbsbratwürste (Man kann aber auch Kalbs- oder Schweinefilet dazu verwenden.) Knödelhülle: 500g Semmelwürfel oder getrocknete Laugenbrotwürfel, 150g Butter, 2 Zwiebeln, Rucola oder Petersilie oder Kerbel oder was man gerade im Kühlschrank hat!, 1/2 Liter warme Milch, 5 Eier, Salz, Pfeffer, Muskatnuss, (Tipp: Das Knödelbrot zuerst würzen, dann die Milch dazu.) Die Zubereitung von einer Knödelmasse kennt, glaube ich, jeder Fraxner. Wenn ihr ein eigenes Knödelrezept habt, dann geht das auch! Wie wird's gemacht: Die Kalbsbratwurst oder das Filet anbraten. Die Knödelmasse auf eine mit Butter bestrichene Alufolie 1 cm dick ausbreiten. (Tipp: Mit nassen Händen geht’s einfacher!) Die angebratene Wurst darin einrollen und gut verschließen, dann ab ins Wasserbad oder zum Dämpfen ins Rohr. Für beides gilt: 20 Minuten leicht köcheln, danach die Folie entfernen und die Knödel-Wurst-Roulade nochmals in der Pfanne mit brauner Butter leicht braten! Für das Rotkraut gilt das gleiche: Jeder Fraxner „ka des sicher ohne Rezept“. (Tipp zum Verfeinern: Apfel-, Birnen-, Marillen-Marmelade). That‘s it! Nun zum Kürbiskrapferl: Zutaten für 4 Personen: 160 g Hokkaidokürbis (geschält ohne Kerne), 180 g glattes Mehl, 2 Messerspitzen Backpulver, 2 Eier, 1 Päckchen Vanillezucker, 60 g Kristallzucker, Schale von einer Zitrone, 140 g Topfen (10% Fett), 60 g Mandeln (gerieben) Zur Zubereitung: 1. Kürbis fein raspeln und behutsam ausdrücken. Mehl mit Backpulver versieben. Eier mit Kristallzucker und Vanillezucker, abgeriebener Zitronenschale und 1 Prise Salz gut cremig rühren. Topfen, Kürbis, Mandeln und Mehl unter die Eimasse heben. 2. Ca. 3 Finger hoch Öl erhitzen. Aus der Kürbismasse mit einem Suppenlöffel gleich große Nocken ausstechen und im heißen Öl goldgelb backen, dabei öfter wenden. 3. Nocken mit einem Siebschöpfer herausheben, auf Küchenpapier abtropfen lassen und servieren.  „An guata!“ ! Übrigens: Man kann die Krapferln auch mit Apfelmus als Dessert servieren. 8 Mitteilungen der Gemeinde Fraxern In Memoriam Klemens Nachbaur Am 10. Mai 2017 ist Klemens Nachbaur verstorben. 20 Jahre lang – von 1975 bis 1995 – gehörte er der Gemeindevertretung seines Heimatdorfes an und ebenso lange war er Obmann des Wasserausschusses. Bis zu seinem Ausscheiden im Jahre 1995 trug Klemens als Gemeinderat besondere Verantwortung für die Dorfentwicklung, insgesamt 15 Jahre lang. An den „Senior“ im Gemeindevor- Als Gemeindevorstand gehörte Klemens Nachbaur (rechts) beim 90. Geburtstag von stand und in der Gemeindevertretung Brigitta Ritter zu den offiziellen Gratulanten. erinnert sich Altbürgermeister Josef Summer mit persönlichen Worten: In der Gemeindevertretung sei ihm liegen von Klemens. Jahre vor meiner „Für mich ist in Erinnerung, wie er neben vielen anderen Themen die Zeit als Bürgermeister wurden unter die Überlegungen, Beratungen und Wasserversorgung ein ehrliches An- seiner Verantwortung als Obmann des schlussendlich die Entscheidung zum liegen gewesen. Summer: „Das Trink- Wasserausschusses die Wasserzähler Kauf des Anwesens von Peter Michael wasserprojekt mit dem Hochbehälter (Wasseruhren) eingeführt. Das führte mitgetragen hat. Es ging um einen Brand und dem Quellschutzgebiet mit zu vielen Diskussionen im ganzen Kaufpreis von knapp 9 Millionen dem Neubau der Jausenstation auf Ka- Dorf. Klemens hat sich mit voller Schilling.“ pieters waren so richtige Herzensan- Leidenschaft diesen Diskussionen gestellt.“ Trotz seiner Schichtarbeit sei Klemens stets ein verlässlicher Gemeindemandatar gewesen, erinnert sich der Altbürgermeister – „ein richtiger Fels in der Brandung“. Sein handwerkliches Geschick habe Klemens bei vielen kleineren und größeren Maurerarbeiten unter Beweis gestellt: Ob Neu-, Um- oder Ausbauten – immer stand er Freunden und Bekannten in baulichen Fragen mit Rat und Tat zur Seite. Viele Häuser in Fraxern würden seine Handschrift tragen. „Auch auf unseren Alpen hat Klemens als Zimmerer und Klemens Nachbaur mit seiner legendären Kopfbedeckung (Mitte hinten) im Einsatz Maurer durch Jahrzehnte seine Spu- beim Neubau der Jausenstation Kapieters. ren hinterlassen“, so Josef Summer. Dezember 2017 Martin Dobler Am 2. Oktober 2017 verstarb Martin Dobler. Drei Jahrzehnte lang – von 1970 bis 2000 – gehörte er der Gemeindevertretung an und nach dem Ausscheiden von Heinz Kathan hatte er das Amt des WaldausschussObmannes 25 Jahre lang inne. Damals gab es noch keine Forstbetriebsgemeinschaft mit einem Betriebsleiter gab – rechtlich gesehen war der Bürgermeister Forstbetriebsleiter – war dies eine Martin Dobler (links) bei der Besichtigung des Schadens auf der Alpe Hohe Kugel. besonders wichtige Aufgabe. Altbürgermeister Josef Summer erinnert sich: auf unseren Alpen wäre er wie auch te, war jedenfalls bereits aufgeräumt „Martin hat diese Agenden außeror- Klemens nicht wegzudenken.“ – Martin hatte mit seinem Gerät und dentlich geführt.“ Er habe einfach alle Martin war sein ganzes Leben getra- eventuell notwendigen Helfern bereits Ereignisse registriert, sie unverzüglich gen von einer großen Hilfsbereitschaft: ganze Arbeit geleistet. auf der Gemeinde gemeldet und dabei Welches Unglück auch immer passiert „Martin wurde von mir Jahre bewun- geholfen, eine gute Lösung zu finden. war, stets wurde Martin gerufen. Auch dert, wie er Frühschicht, am Nach- „Ich habe viele Male gelacht, wenn er nachts war er oft „der rettende Engel“. mittag Holz- oder andere Arbeit, am wieder ein Borkenkäfernest entdeckt Seine Gattin Elisabeth kann bestätigen, Abend Sitzungen (Gemeindevertretung hatte: Du bist ja wirklich schneller als wie gut es war, dass ihr Schlafzimmer und Unterausschüsse), Musikprobe, der Borkenkäfer!“, berichtet Summer. ebenerdig lag. Da klopfte einfach wie- Feuerwehrprobe und anschließende Egal, welches Problem es gab, Martin der jemand, der womöglich sein Auto Nachbesprechungen am Stammtisch habe immer die Diskussion für eine in einen Graben versenkt hatte... In der einfach so unter einen Hut brachte“, Lösung gesucht und in der Folge für Früh, wenn die Welt langsam erwach- beteuert Josef Summer. die Umsetzung immer bereitgestanden. Anders als Klemens habe Martin nur Frühschicht gearbeitet. Der Altbürgermeister: „Eine Pause nach der Schicht kannte Martin nicht. Kaum das Mittagessen erledigt, war er schon wieder irgendwo im Einsatz und zwar sehr flexibel natürlich dort, wo der Hut am stärksten brannte. Ein „Das-geht-nicht“ war für Martin unbekannt. Notfalls konstruierte er für die Behebung eines Problems in seiner Werkstatt ein eigenes Werkzeug. Verantwortungsbewusstsein und Hilfsbereitschaft waren aus meiner rückblickenden Sicht die Grundpfeiler seines Lebens. Bei allen Beim Ausschaufeln der Sennhütte auf der Alpe Hohe Kugel war Martin Dobler (ganz Baustellen der letzten vier Jahrzehnte links) selbstverständlich dabei – die Schneemassen hatten 1999 den Alpstall zerstört. 10 Mitteilungen der Gemeinde Fraxern Die neue Maiensäß-Hütte nimmt Gestalt an. Aus Schutt und Asche neu erstanden Vor 30 Jahren wurde die Maiensäß-Hütte ein Raub der Flammen. In einer beispiellosen Gemeinschaftsaktion wurde der Wiederaufbau realisiert, so dass die neue Hütte knapp elf Monate später im Beisein von mehr als 1000 Menschen feierlich eingeweiht werden konnte. Der 5. September 1987 war ein schick- diesen Gebirgslagen. Als dann die der die Hütte in- und auswendig salsträchtiger Tag für unsere Gemein- Brandschützer im alten Feuerwehr- kannte, wagte sich noch durch das de. Als der damalige Bürgermeister keller eingetroffen waren, war ihnen hintere Stubenfenster in das bren- Alois Nachbaur aus Innsbruck von sofort klar, dass nichts mehr zu retten nende Gebäude. Im Dorf hatte man einem Besuch bei dem jungen Fraxner wäre, bis sie bei der Hütte eingetrof- ihnen nämlich nachgerufen: „Rettet Priester Roman Nägele retour kam, fen wären. Kurzerhand entschlossen das Milchbuch!“ Auf diesem basierte ereilte ihn beim Passieren der Dorf- sich Anton Nachbaur, der heutige nämlich die komplette Abrechnung kreuzung die fürchterliche Nachricht: Alpmeister, und sein Bruder Dietmar der Milchgelder; es war also existen- Die Maiensäß-Hütte ist abgebrannt! Kofler, mit Tonis Privatauto voraus- tiell für die Bauern. Werfen wir einen Blick zurück auf diesen zufahren. Dietmar war zu diesem In der Zwischenzeit war auch der dramatischen Samstag vor 30 Jahren: Zeitpunkt Skivereins-Obmann und Hirte von der Kugel-Alpe, Bernhard Die Familie des Emil Kaufmann befand hing sehr an der Maiensäß-Hütte, die Schwärzler, eingetroffen. Mit seiner sich noch auf der Alpe und betreute dort damals schon vom Skiverein bewirt- Hilfe wurde das fahrbare Stromag- 75 Kühe in der alten Maiensäß-Hütte, schaftet wurde und in den Jahren gregat aus den Flammen gerettet. als es am Vormittag aus unerklärlichen 1974/75 in mühevoller Handarbeit Mittlerweile haben schon die Gasfla- Gründen zu einem Brand am hinteren generalsaniert worden war. schen, die im oberen Stock der Hütte Teil des Stalles kam – später wurde dann ein Blitzschlag als wahrscheinlichste gelagert waren, gepfiffen. Die Feuer- Milchbuch gerettet Ursache angenommen. wehr konnte nur noch ein kontrolliertes Abbrennen und Übergreifen auf Rainer Büsel war als Bub auf der Alpe Als die Brüder auf der Alpe ankamen, die anderen Gebäude verhindern. und wurde zu Fuß ins Dorf geschickt, fanden sie den Stall in Vollbrand vor Früher gab es drei Gebäude auf der um die Feuerwehr zu alarmieren. Es und die Hütte wurde gerade von den Maiensäß-Alpe. Neben dem uns bekann- gab ja damals noch kein Telefon in lodernden Flammen erfasst. Dietmar, ten Gebäude standen noch die Büsel- Dezember 2017 und die Watzenegger-Hütte. Nach dem Brand haben sich die Ereignisse überschlagen und die Dorfbevölkerung hat Unglaubliches geleistet, denn bereits knapp elf Monate später – am 31. Juli 1988 – konnten der neue Stall mit Wohngebäude feierlich eingeweiht werden. Mehr als 1000 Besucher nahmen an der Bergmesse teil. Bis es soweit war, gab es aber noch etliche Diskussionen: Die Vorarlberger Landesversicherung wollte den Schaden nicht bezahlen, da die vereinbarte Versicherungssumme auch für die Ställe Watzenegger und Büsel gegolten hätte und diese ja unversehrt geblieben waren. Nach intensiven Verhandlungen Im Jänner 1988 wurde bereits die Bodenplatte betoniert. durch Bürgermeister Alois Nachbaur schüttete die VLV schließlich aber doch damaligen Verantwortlichen begann man im Dorf, mussten sich die weit- die volle Versicherungssumme aus. damit keine einfache Zeit, denn an sichtigen, engagierten Treiber dieses Trotz dieser kulanten Abgeltung gab es jedem Stammtisch wurde gespottet: Projektes anhören. (Es gab sie damals einen ordentlichen Fehlbetrag, da das „Kein einziger Älpler braucht vier schon die Stammtische, an denen die neue Gebäude moderner und größer Schlafzimmer.“ Das Geld könne man handelnden Personen verurteilt wur- ausgeführt werden sollte. sich getrost sparen, denn früher hätten den.) Für die Gemeindevertretung und die Älpler auch im Heu, Stroh oder auf den Skiverein war es dann eine Genug- Laubsäcken geschlafen… tuung, dass die meisten Kritiker schon Spott zum Trotz Ebenfalls war dem kritischen Teil der während des Baues, spätestens nach Der Skiverein hatte eine größere Stube Bevölkerung die neue, große Stube der Eröffnung, verstummt sind. und vier Schlafzimmer in das neue ein Dorn im Auge: Man brauche keine Ursprünglich war auch noch die Konzept hineinreklamiert. Für die „Tanzhalle“ auf der Alpe, tanzen könne Diskussion aufgekommen, ob das neue Gebäude an einer anderen Stelle errichtet werden solle. Dürawirt wäre von der topografischen Lage ideal gewesen. Da es dort aber immer Rutschungen gegeben hat, ist diese Überlegung jedoch schnell ausgeschieden. Es stand noch der Schwataa zur Debatte: Damals ist man mit den kleineren, leichteren und laufstärkeren Milchkühen immer noch in den Schwimmersboden gefahren, um zu hüten. Dieser Umstand sprach klar gegen eine Abwanderung von Maiensäß. Das „Alpen“ von früher hat sich deutlich verändert. Mit dem heutigen Wissen wäre Monatelang wurde bis tief in die Nacht auf der Baustelle gearbeitet. ein anderer Standort wahrscheinlicher 12 Mitteilungen der Gemeinde Fraxern Nach Feierabend geworden. Es kam damals jedoch immer im Einsatz. Auch der lang- nach vielen Überlegungen zu einer jährige Alpmeister Julius Mittelber- demokratischen Abstimmung und ger war damals schon in Amt und Neben den Gemeindemandataren war einer Mehrheit für den jetzigen Würden; als junger Milchbauer aus der Skiverein mit seinen Mitgliedern Standort. Fraxern war seine Expertise unver- immer zur Stelle, wenn man Hilfe Bürgermeister Alois Nachbaur hatte zichtbar. Vizebürgermeister Erich brauchte. Der Wettergott meinte es ein sehr engagiertes Team um sich, Kathan war bekannt als „Baumeister“ gut mit der Baustelle. In jenem Winter das ihn bei dieser Meisterleistung von Fraxern. Er hat damals die Pläne sind die ersten nennenswerten Schnee- unterstützt hat. So ein unglaubliches für das neue Gebäude überarbeitet fälle erst Ende Jänner gefallen. Bis Projekt, in so kurzer Zeit umzuset- und optimiert, damit Kosten gespart Mitte Jänner konnten noch die Boden- zen, ist nur gemeinsam möglich. werden konnten. Auch Klemens platte betoniert und Erdarbeiten durch- Angefangen von der Planung bis Nachbaur als Gemeinderat hat sich geführt werden. Im April 1988 hat eine zur Ausschreibung, über die Behör- einiger Aufgaben angenommen und Schneefräse einer Privatperson aus dengänge von Bewilligungen und mit seinem handwerklichen Ge- Fontanella den Weg auf die Alpen frei Förderungen war es ein ordentliches schick auch persönlich mitgeholfen. gefräst, damit die Arbeiten fortgesetzt Stück Arbeit. Neben diesen namentlich erwähnten werden konnten. Der Skiverein hat Für die Holzbeschaffung aus dem handelnden Personen, haben natür- händisch die Baustelle am 1. Mai frei- Wald war der damalige Alpmeister lich noch viele andere Bürger ihren geschaufelt, damit am 2. Mai wieder Martin Dobler mit dem „Waldhirt“ Hilfsdienst auf der Alpe verrichtet. weitergebaut werden konnte. Dietmar Kofler kann sich noch erinnern, dass die handwerklich geschickten Vereinsmitglieder während der Woche, nach der regulären Arbeit, noch bis nachts um 2.30 Uhr am Innenausbau der Stube gearbeitet haben. Dieser Marathon wurde sechs Wochen durchgehalten, bis alles fertig war. Da die Alpe Staffel und Maiensäß schon damals mit derselben Hirtschaft betrieben wurden, kam es zu einem Problem. Der neue Stall wurde mit einer topmodernen Rohrmelkanlage ausgestattet. Auf diesen Luxus wollte man natürlich während der Zeit auf dem „Stoffel“ nicht verzichten. Das Geld für eine zweite Melkanlage war nicht vorhanden. Den schlauen Fraxnern kam dann die Idee, die gesamte Apparatur inklusive Kühlung auf einen Anhänger zu bauen, damit die Anlage einfach mitgenommen werden konnte. Not macht erfinderisch! Das ist ein Fakt und somit ist die vielleicht erste Erst drei Jahre vor dem Brand war die Hütte in Eigenleistung des Schivereins fahrbare Melkanlage der Welt in generalsaniert worden. Fraxern entstanden. Dezember 2017 Fraxner Porträt Eine Jubilarin gibt Gas Von einer gebürtigen Kärntnerin, die im fortgeschrittenen Alter noch gerne am Steuer sitzt, handelt dieses First-Blick-Porträt – Rosemarie Büsel, Jahrgang 1938, ist seit mehr als einem halben Jahrhundert in Fraxern heimisch. „Ich hatte eine wunderschöne Kind- seiner Schwester am Arbeitsplatz der mit Bravour abgelegten Prüfung heit und ein wunderbares Leben mit vorbeizuschauen. Sein Erfindungs- fuhr Rosi zum ersten Mal ganz allein liebevollen Eltern, war in ungekün- reichtum brachte bald die gesamte die weite Strecke bis in ihre alte Hei- digter Stellung und es fehlte mir an Belegschaft zum Schmunzeln und mat Kärnten. nichts“, erzählt Rosemarie „Rosi“ Bü- beeindruckte auch Rosi. „Aber mir Und bis heute freut sie sich jedes sel, wenn sie sich an ihre Jugendjahre war immer klar gewesen: Nur kein Jahr auf diese Autofahrt über den in Spittal an der Drau erinnert. Und Vorarlberger und schon gar nicht ei- Arlberg, durch St. Johann und über dennoch waren es diese zwei Schilling ner vom Berg!“ Doch wie so oft wurde den Pass Thurn, durch Mittersill, Stundenlohn mehr, die die gelernte auch die junge Frau eines Besseren über den Felbertauern und schließlich Damenschneiderin verlockten, sich bei belehrt und aus anfänglichen Kinobe- nach Spittal. „Ich folge einfach den der Firma Machold in Götzis um eine suchen und Motorradausflügen entwi- Schildern, Navi oder Karten brauch‘ Stellung zu bewerben. „Meine Mutter ckelte sich die große Liebe – spätere ich nicht“, lacht die patente Frau, die war untröstlich über eine prompte Zu- Hochzeit und Familienglück mit vier leidenschaftlich gerne komplizierte sage, aber dennoch saß ich innerhalb Kindern inbegriffen. Kreuzworträtsel löst und es sich einst kürzester Zeit im Zug – Ankunftsziel Die beiden durchlebten eine schö- zur Aufgabe gemacht hat, alle Haupt- Götzis in Vorarlberg“. ne Zeit, in der Rosi eins wurde mit städte Europas zu kennen. Mit ihrer offenen, fröhlichen Art war Fraxern und den Einwohnern. Aber Am 30. Januar wird Rosmarie Büsel es für Rosi, die damals noch Moser dann wurde plötzlich alles anders: in aller Gemütlichkeit im Kreise hieß, ein Leichtes, in ihrer neuen Nach dem viel zu frühen Tod von ihrer Familie den 80sten Geburtstag Heimat Fuß zu fassen: Sie fühlte sich Arnold war sie mit vier Kindern auf feiern, was man schwer glauben kann, rundum wohl, fand rasch Freunde und sich alleine gestellt. Damals war wenn man sie so sieht. „Es sind die nette Arbeitskolleginnen. Und selbst es Tochter Andrea, die sich um die Begegnungen mit Menschen, die das den Geschwistern dieser Kolleginnen Immobilität der Mutter sorgte und Leben lebenswert machen“, lautet ein entging die herzige Kärntnerin nicht. diese kurzerhand mit 53 Jahren zum bekanntes Zitat. Wenn man nach Fra- So kam es, dass Arnold aus Fraxern Führerschein anmeldete. Was für eine xern kommt und Rosi begegnet, weiß plötzlich viele Gründe fand, um bei gute Idee! Schon drei Wochen nach man, was damit gemeint ist. 14 Mitteilungen der Gemeinde Fraxern „I ka mi erinnera“ von der Präsentation des Buches „LEBENwert“, organisiert durch das “Musterdorf Fraxern – Gemeinschafts- Carl-Lampert-Forum. Wie Moderator aufbau im Bergland in der Aufbauge- Karlheinz Galehr einleitend ausführte, meinde Fraxern” im Vorjahr zum 2. war das vor einem Jahr erschienene Vorarlberger Zeitgeschichtetag, der Buch über das „Musterdorf“ Fraxern 26 Frauen und Männer aus Fraxern hier im November unter dem Motto der Anlass, der „uns alle ja eigentlich konnten in insgesamt 23 ausführlichen „Erforschen und erinnern“ stattfand. heute da heraufgebracht hat.“ Gesprächen im Rahmen eines Zeitzeu- Das Buch hatte den Anstoß dazu Einem Kurzreferat von Albert Summer genprojektes nach ihren Erinnerungen gegeben, Albert Summer und Chri- über die Aufbaugemeinde Fraxern an die Ereignisse während der natio- stof Thöny mit der Umsetzung eines folgte ein Vortrag von Johannes Spies nalsozialistischen Ära befragt werden. weiteren Projekts zur Geschichte der über die Darstellung der Russischen Die Interviews fanden zwischen Au- Gemeinde Fraxern in der NS-Zeit zu Revolution in der Berichterstattung gust und Oktober statt. Angesprochen beauftragen. des Vorarlberger Volksblattes. Wie der wurde dabei auch die unmittelbare Zeit Die finanzielle Grundlage für die lange Weg eines Spaniers vom spani- vor dem Umsturz beziehungsweise Realisierung des Zeitzeugenprojektes schen Bürgerkrieg über ein französi- Anschluss Österreichs an Nazideutsch- wurde durch die Gemeinde und auf- sches Anhaltelager in das KZ Maut- land 1938, ebenso die Phase nach der grund konkreter Förderungszusagen hausen und das Nebenlager Gusen Befreiung durch die Alliierten 1945. durch die Kulturabteilung des Landes in eine neue familiäre Heimat nach Vorarlberg und des Zukunftsfonds der Vorarlberg führte, zeichnete Susanne Republik Österreich geschaffen. Reisinger nach. Die Präsentation der Ergebnisse der Die Konfliktlinien zwischen ideolo- In seinen Begrüßungsworten spannte Zeitzeugenbefragung erfolgte im gischen Zielkonflikten und operati- Bürgermeister Steve Mayr den Bogen Rahmen der Veranstaltungsreihe ver Realität der NS-Agrarideologen Fraxner Zeitgeschichte in persönlichen Erzählungen festgehalten. Zeitgeschichtetag Dezember 2017 zog Gerhard Siegl mit einer Rede Die videogestützten Interviews wer- Landwirtschaft, Kirche, Schule, Fami- zu „Bergbauern im NS-Regime“, die den in digitaler Form dem Gemein- lie sowie über die Folgen des Brandes Ideen des Reichsbauernführers und dearchiv zugeführt. Albert Summer von 1934, dem sicherlich dramatischs- Reichsministers für Ernährung und hat alle Interviews transkribiert und ten Ereignis in der Geschichte des Landwirtschaft Richard Walter Darré in Papierform und auf USB-Stick Dorfes. Neben Bürgermeister Steve und seines Nachfolgers Herbert Ba- dem Bürgermeister zur Archivierung Mayr übernahmen Margit Primisser, cke aufzeigend. übergeben. Auszüge aus den Inter- Alexandra Zittier-Summer, Bern- „Der Süden Vorarlbergs im Zeitalter views sind in der Broschüre „I ka mi hard Loss, Erich Summer und Albert der Extreme 1914-1945“ ist jenes erinnera“ veröffentlicht worden, die Summer die Moderation der einzelnen Buch überschrieben, das Michael im Gemeindeamt erhältlich ist. Themenbereiche. Erzählcafé Die Aufnahmen stammen Kasper vorstellte. Er hat es 2016 zusammen mit Christof Thöny herausgegeben. aus dem Privatbesitz von Christof Thöny präsentierte im „Es escht aso gsi“: Das Gespräch über Ewald Kathan und Karlheinz abschließenden Teil des Symposi- vergangene Zeiten stand auch im Devigili (2) und zeigen einige ums das Zeitzeugenprojekt „I ka mi Mittelpunkt eines von der Gemeinde der serbischen Kriegsgefangenen, erinnera“, indem er in kurzen Filmse- Fraxern organisierten Erzählcafés, an die nicht nur im Straßenbau quenzen alle jene Frauen und Männer dem im September rund 50 Interes- eingesetzt wurden, sondern aus Fraxern zu Wort kommen ließ, sierte teilnahmen. Sie unterhielten auch bei der Heuernte o die sich den 23 Zeitzeugengesprä- sich mehr als zwei Stunden lang der anderen bäuerlichen chen stellten. angeregt zu den Themen Dorfleben, Arbeiten helfen mussten. 16 Mitteilungen der Gemeinde Fraxern Neuigkeiten vom Klapperstorch Mathilda Mündle, geboren am 2. Dezember 2016 Als ich im LKH Feldkirch zur Welt kam, wog ich 3700 g und war schon 54 cm groß. Mit meinen Eltern, Lucia und Toni Mündle, deren erstes Kind ich bin, wohne ich im Riedackerweg 16a. Victoria Dobler, geboren am 20. Dezember 2016 Mit einem Gewicht von 3190 g und einer Größe von 52 cm kam ich im LKH Feldkirch auf die Welt. Meine Eltern, Nicole und Denis Dobler, meine Schwester Emely und ich wohnen im Ella Lilly Kathan, geboren am 30. September 2017 Kugelweg 16a. Als ich im LKH Feldkirch auf die Welt groß. Meine Eltern, Jasmine und Tho- Lilly Marie Stoss, geboren am 10. Mai 2017 mas Kathan, freuten sich sehr über den Meine Eltern, Melanie und Jürgen Stoss, Zuwachs in der Familie und Lina, die freuten sich sehr über meine Geburt im große Schwester, unterstützt Mama, LKH Feldkirch. Als ich das Licht der Welt wo sie nur kann. Zuhause sind wir in erblickte, wog ich 4340 g und war 52 cm der Dorfstraße 10. groß. Zuhause sind wir in der Fäscha 5a. kam, wog ich 3320 g und war 51 cm Sofia Summer, geboren am 10. Juli 2017 Maximilian Mayr, geboren am 15. Jänner 2017 Meine Eltern, Christine Als ich im LKH Feld- und Christoph Summer, kirch das Licht der Welt freuten sich sehr über erblickte, wog ich 2730 meine Geburt im LKH g und war 49 cm groß. Feldkirch. Als ich das Mit meinen Eltern, Julia Licht der Welt erblickte, und Steve Mayr, deren wog ich 3300 g und war erstes Kind ich bin, 51 cm groß. Wir wohnen wohne ich in der Unte- im Unterdorf 6. ren Gächt 4. Dezember 2017 Ben Henry Dobler, geboren am 27. August 2016 Mit einem Gewicht von 3310 g und einer Größe von 51 cm erblickte ich im LKH Feldkirch das Licht der Welt. Mit meinen Eltern, Karin und Manfred Dobler, und meinem Bruder Linus wohne ich im Pia Nachbaur, geboren am 13. Juni 2017 Riedackerweg 40. Mein Name ist Pia Nachbaur. Bei meiner Geburt im LKH Feldkirch war ich 48 cm groß und wog 2840 g. Mit meinen Eltern, Kristina und Daniel Nachbaur, Mia Sofia Katharina Gstallnig, geboren am 7. März 2017 bin ich im Bola 6 zuhause. Meine Eltern, Janine Ida Maria Breuss, geboren am 26. April 2017 Gstallnig und Jürgen Malli, freuen sich sehr über mich. Bei meiner Geburt im LKH Auf die Welt gekommen Feldkirch war ich 2240g bin ich im LKH Feldkirch. schwer und 45 cm groß. Bei der Geburt wog ich Zuhause sind wir in der Anton Nachbaur, geboren am 11. März 2017 2960 g und war 49 cm Morgengabe 8. Nach Maria bin ich das zweite Kind drea und Patrick Breuss, von Claudia und Lukas Nachbaur. Bei mit denen ich in der Al- meiner Geburt im LKH Feldkirch wog ten Dorfstraße 2 wohne, ich 3270 g und war 49 cm groß. Wir sind sehr stolz auf mich. groß. Meine Eltern An- sind im Riedackerweg 38 zuhause. Adrian Bauer, geboren am 15. März 2017 Nach Emma bin ich das zweite Kind von Sylvia Bauer und Martin Ludwig. Als ich im LKH Feldkirch zur Welt kam, wog ich 3440 g und war 52 cm groß. Wir wohnen in der Fäscha 5. Lara Mittelberger, geboren am 5. April 2017 Elena Nachbaur, geboren am 29. November 2016 Ich bin nach Johannes, Julian und Laurin das vierte Ich bin nach Sofia das zweite Kind von Kind von Nadja und René Doris Mittelberger und Lukas Nach- Nachbaur. Mit einem Ge- baur, kam im KH Dornbirn zur Welt, wicht von 3850g und einer wog 3348 g und war 52 cm groß. Mit Länge von 52cm kam ich in meinen Eltern und meiner Schwester Bludenz zur Welt. Zuhause wohne ich im Kapfweg 8. sind wir im Brunnenweg 4. 18 Mitteilungen der Gemeinde Fraxern Es „krabbelt” im Kindergarten 22 muntere „Käferle“ besuchen aktuell den Bewegungskindergarten, der sich „Die Welt der Farben“ zum Jahresthema erkoren hat. Und so wird gemäß diesem Motto seit Herbst drinnen wie draußen fleißig gespielt, gewerkt und geturnt – bekanntlich nimmt ja die Bewegung einen Schwerpunkt im hiesigen Kindergarten ein. Im Frühjahr können sich die zehn gelben und zwölf roten Käferkinder übrigens über Zuwachs freuen: Vier weitere kleine Fraxner werden dann die Kinderschar verstärken. Kindergärtler retteten kleinen Waldkauz Der Kindergartenbeginn gestaltete sich Doch der kleine, verunglückte Kauz vom heuer in Fraxern besonders spannend! Kindergarten hatte Glück im Unglück. Er Auf dem Spielplatz kam es nämlich wurde von Karl Heinz gesund gepflegt zu einer unerwarteten Begegnung mit und schließlich in Kennelbach im Wald einem jungen Waldkauz. Die Kinder- wieder freigelassen. Wer weiß, vielleicht gärtler bemerkten recht bald, dass der begegnet man ihm ja eines Tages wieder kleine Waldbewohner, der dort im Gras in Fraxern. Denn Waldkauze haben eine saß, ein unfreiwilliger Gast war und ziemlich gute Orientierung! Hilfe benötigte: Denn ein vorsichtiges Augenblinzeln, ein leichtes Kopfdrehen Zur Information: Verletzte und verun- und zwei bis drei kleine Schritte waren glückte Tiere brauchen die Hilfe des die einzigen Lebenszeichen, die der Menschen! Karl Heinz Hanny ist erreich- Tierschützer Karl Heinz Hanny nahm junge Vogel von sich gab. bar unter Telefon 0664 / 3330330. den jungen Waldkauz in Obhut. Der Kindergarten informierte die Tierrettung über den gefiederten Patienten und beschützte ihn bis zum Eintreffen von Tierschützer Karl Heinz Hanny vor den hungrigen Dorfkatzen. Für Karl Heinz war sofort klar, dass der kleine Kauz auf der Suche nach einem neuen Revier mit der Fensterscheibe des Bewegungsraumes kollidiert sein musste. Und tatsächlich waren beim genauen Nachschauen die Unfallspuren an der frisch geputzten Fensterscheibe zu sehen. Wie der Tierretter erklärte, zählen nämlich Fensterscheiben zu den größten Feinden von Wildvögeln. Vorsichtig beschützten die Kindergärtler das verletzte Tier. Dezember 2017 Volksschüler erkundeten Bio-Bauernhof Von der Wiese in den Kühlschrank Wer an die eigene Schulzeit zurückdenkt, erinnert sich sicher gerne an die Ausflüge oder Exkursionen, die stets eine willkommene Abwechslung im Schulalltag darstellten. Über einen ebenso spannenden wie lehrreichen Besuch auf dem Bauernhof berichtet die Volksschule dem FirstBlick. schrank“ – hierbei konnte es sich nur Rinder und Kälber, 30 Hühner in um unsere gute Ländle-Milch handeln. Freilandhaltung, den Hund „Fly“, Auf dem Hof angekommen, spielte Hel- sechs Katzen, Igel und Vögel. ga mit den Schülerinnen und Schülern Im Hofladen gibt es Milch, Eier, ein Tierratespiel. Auch unsere Lehre- Getreide und zweimal jährlich Kalb- rinnen durften mitspielen. Dann ging’s und Rindfleisch zu kaufen. Helga in den Stall zu einem weiteren Rate- hat den Zertifikatslehrgang „Schule spiel, diesmal mit verbundenen Augen. am Bauernhof“ absolviert und bietet Schließlich durften sie zu den Kühen seitdem Kindern an, Naturkreisläufe und Kälbern: Es war Fütterungszeit und hautnah zu erleben. jedes Kind transportierte einen großen Nach einer leckeren Jause mit Müsli, Haufen Heu zu allen Milchkühen im eigenem Brot mit Topfenaufstrich, Käse „Niklas aus der 2. Klasse hat im letzten Stall. Bei 32 Milchkühen auf dem Hof und frischen Äpfeln ließen die Kinder Schuljahr an einem Zeichenwettbewerb gibt es einiges zu tun! und ihre Begleitung den Vormittag am teilgenommen und einen Bauernhof- Zurzeit beheimatet der Hof 75 Kühe, Bauernhof langsam ausklingen.“ besuch für die ganze Klasse gewonnen. Auch die 1. Klasse wurde dazu eingeladen, worüber sie sich sehr freute. Am 4. Oktober, kurz vor acht Uhr, fuhren die Kinder mit dem Bus zum Bahnhof nach Klaus. Gemeinsam mit unseren Lehrerinnen trafen sie dort Helga Malin, die schon auf sie wartete. Helga bewirtschaftet gemeinsam mit Martin Malin ihren Bauernhof im Kolbengraben 2. Nach einer herzlichen Begrüßung marschierten die Kinder über einen Feldweg Richtung Bauernhof. Der „Kirchmas Hof“, wie er auch genannt wird, ist ein Vollerwerbsbetrieb mit den Bäuerin Helga Malin brachte den Fraxner Volksschülern den Alltag auf dem Betriebszweigen Milchwirtschaft, Vieh- Bauernhof näher. Der Besuch wurde zu einem Erlebnis für alle Sinne… zucht und Getreideanbau und seit heuer wird er biologisch geführt. Schon auf dem Weg bekamen die Schülerinnen und Schüler eine Aufgabe. Eine Gruppe sammelte Müll von den Wiesenrändern, die andere Gruppe pflückte Gras und steckte es in eine Milchverpackung. Unser Tagesthema lautete: „Von der Wiese in den Kühl- 20 Mitteilungen der Gemeinde Fraxern Unsere Jubilare in Fraxern Erich und Gebhardine Kathan Am 20. Oktober, zufällig genau am Tag ihrer standesamtlichen Hochzeit, verbrachten Erich und Gebhardine Kathan anlässlich ihrer Diamantenen Hochzeit mit Bürgermeister Steve Mayr, Kornelia Neururer und dem zweiten Jubelpaar, Ludwina und Hausverbot wieder aufgelöst und die galt dem Skifahren. Erich betrieb mit Elmar Nägele, ein paar gemütliche beiden Verliebten konnten sich erneut seinem Kollegen Oswald Nachbaur Stunden im Gasthaus Sonnenblick. in Gebhardines Elternhaus treffen. Als einen Skilift auf dem „Dürawirt“. Gebhar- Gebhardine und Erich stammen beide Erich dann um ihre Hand anhielt, ver- dine war keine begeisterte Skifahrerin, aus Fraxern. Als junger Mann war sprach er: „Ich erbe zwar kein Grund- dennoch wollte sie dem Hobby der Erich ein begnadeter Tänzer, der mit stück von zu Hause aus, aber zu einem gesamten Familie nicht im Wege stehen seinem Können die Aufmerksamkeit Eigenheim für Gebhardine und unsere und wagte sich gemeinsam mit ihrer der Damenwelt auf sich zu ziehen Familie werde ich es bringen“. Und jüngsten Tochter Maria auf die Skier. wusste – mit Erfolg, denn Gebhardine, dieses Versprechen setzte er tatkräftig Auch Gebhardine trug zum Haushalts- sein großer Schwarm, verliebte sich um, kaufte ein Grundstück und errichte- einkommen bei, sie nähte in Heimarbeit letztlich auch in ihn. te in Eigenregie ein kleines Haus. Dabei für das Modehaus Mayer in Götzis. Ge- Der Start des jungen Paares war hatte er ein wenig Hilfe von seinem prägt durch den finanziell schwierigen allerdings nicht ganz einfach, denn in Bruder, die meiste Arbeit blieb dem Start erwarb sich das Paar mit einem Fraxern standen gerade die Bürger- geschickten Handwerker aber selbst. sparsamen Leben und viel Arbeit einen meisterwahlen an und Gebhardines Erich war gelernter Zimmermann, beachtlichen Wohlstand. Das verdiente Vater, „Fefaseppas“ Adolf, hatte sich als wechselte jedoch schon früh als Planer Geld wurde, wenn möglich, in Grund- Kandidat aufstellen lassen. Eines Abends zur Firma Wilhelm & Mayer ins Büro. stücke in Fraxern investiert. Die stolzen bei der „Stubate“ wurde Erich gefragt, Nach einigen Jahren im Büro zog es ihn Eltern überließen diese Böden später ob seine Stimme dem Schwiegervater in allerdings zurück auf die Baustelle. Er ihren vier Kindern: Lothar, Peter, Sigrid spe wohl sicher sei, worauf dieser offen sagte zu seinem Chef: „Lass mi usse i und Maria. Diese sollten es einfacher und ehrlich antwortete: „I glob net, i d‘Natur, im Büro würr i krank.“ Von da haben, als sie es gehabt hatten. Alle toa bi da andara mit.“ Prompt wurde er an war Erich jahrzehntelang Bauleiter, Kinder sind in Fraxern wohnhaft geblie- darauf hinausgeworfen und mit einem für ihn die ideale Abwechslung zwi- ben und haben dem Paar acht Enkelkin- Hausverbot belegt. Doch Gebhardine schen Baustelle und Büro. der geschenkt, mit denen es schon viele und ihre Mutter hielten zu Erich, dem Sein frühes politisches Engagement schöne Stunden verbringen durfte. aufrichtigen, fleißigen und liebenswürdi- führte Erich 1975 in den Gemeindevor- Gebhardine ist heute noch sehr fit und gen jungen Mann. Dieser holte weiterhin stand. Von 1985 bis 1995 war er sogar eine große Stütze für ihren Ehemann, seine Freundin mit dem Motorrad ab Vizebürgermeister. Außerdem war er ein der ohne die liebevolle Pflege seiner und führte sie zum Tanzen aus. geschätztes Mitglied der Freiwilligen Frau den Alltag leider nicht mehr allei- Nach einem halben Jahr wurde das Feuerwehr. Seine größte Leidenschaft ne meistern könnte.
  1. firstblick
  2. jahreschronik
  3. mitteilungsblatt
20161201_First_...eschr Fraxern 01.10.2016 27.06.2021, 08:50 FIRST BLICK Das Mitteilungsblättle der Gemeinde Fraxern 2 Mitteilungen der Gemeinde Fraxern Versprochen, ist versprochen: Mit allen Ideengebern, die dazu beigetragen hatten, unseren FIRST BLICK aus der Taufe zu heben, konnte das Redaktionsteam an einem leider unwirtlichen Abend im April auf Maiensäß eine ausgiebige Käs­knöpfle-Partie genießen. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle den fleißigen Köchen und Kellnern rund um Bürgermeister Steve! Aktuelles aus der Gemeindestube geprägt und sich für keine Aufgabe zu gut sind. Bei mir hat sich ein Bild besonders eingeprägt: Es war anlässlich der Erstkommunion, als eines der Flüchtlingskinder im Schulchor aus voller Kehle mitgesungen hat. Der Vater und die Geschwister haben an Einblick Egal, ob man nun die Aussicht vom oder zum Fraxner Hausberg oder den „Premium“-Blick auf das Dorfgeschehen mit dem Namen des neuen Gemeinde-Blättle verbindet, uns erfüllen die zahlreichen positiven Rückmeldungen, die wir auf unsere erste FIRST BLICK-Ausgabe erhalten haben, mit nicht wenig Stolz und großer Freude. Sie werden uns auch künftig Ansporn sein, wichtige Ereignisse in unserem Dorf in Wort und Bild festzuhalten und möglichst vielfältige Einblicke in das Gemeindeleben zu gewähren. Wie bei den kreativen Vorschlägen für die Namensfindung freuen wir uns auch künftig über viele Anregungen, Ideen und Verbesserungsvorschläge aus der Bevölkerung, damit der FIRST BLICK zur Lektüre Nummer Eins in allen Fraxner Haushalten wird. Und nun: Viel Spaß beim Lesen und schöne Aussichten! IMPRESSUM: FIRST BLICK 2/2016 Herausgeber: Bürgermeister Steve Mayr, Gemeinde Fraxern, Tel: 05523/ 64511, Redaktion, Satz und Gestaltung: Alexandra Zittier-Summer, Gabi Oberhauser, Karin Devigili, Kornelia Maier-Häfele, Steve Mayr, Mitarbeit: Franziska Summer, Koordination: Angela Alicke - angela.alicke@fraxern.at diesem Gottesdienst ebenfalls teilgenommen und vor Stolz gestrahlt – ein Liebe Fraxnerinnen und Fraxner, schöner Beweis, wie sich in Fraxern Gräben schließen lassen, unabhängig von der Religion oder der Kultur der mehr als 18 Monate sind nun schon Menschen. Stellvertretend möchte seit der Gemeindevertretungswahl ich Peter Hein und Sandra Kathan vergangen; mittlerweile befinde ich ein herzliches „Vergelt‘s Gott“ aus- mich in meinem zweiten Amtsjahr – sprechen für ihre Koordinationsarbeit Anlass für eine kurze Bilanz: Wir ha- zwischen Caritas, Gemeinde, Hilfspro- ben eine bewegte und bewegende Zeit jekten und den betroffenen Menschen. hinter uns, die wir mit partnerschaft- Die beiden stehen buchstäblich rund lichem Zusammenwirken und großer um die Uhr bereit, wenn es etwas zu Solidarität gemeistert haben. erledigen gibt! Als Vorarlberg, wie ganz Europa, vom Flüchtlingsstrom getroffen wurde, hat Nachfolgend mein Bericht über die sich in Fraxern aus der Bevölkerung politische Arbeit in der Gemeinde seit heraus eine Arbeitsgruppe für Inte- dem Frühjahr. Sie lässt sich mit zwei gration gebildet. Dieses Team leistet Worten beschreiben: Harmonisch und hervorragende Arbeit, und ich bewun- effektiv. Machen Sie sich gerne selbst dere, wie selbstlos sich die einzelnen ein Bild… Mitglieder in den Dienst der Menschlichkeit stellen. Es sind wirkliche Herzlichst Idealisten, die von Hilfsbereitschaft Steve Mayr Trinkwasser Landeshauptmann Markus Wallner Unter dem Motto „Wasser für alle“ Nach der Fertigstellung unserer konnten wir vor kurzem der interes- „Großbaustelle Orsanka“, verkaufen sierten Bevölkerung im Rahmen der wir nun das Überwasser nach Klaus Fraxner Kilbi die neue Trinkwasser- und Weiler und erzeugen dabei auch versorgung präsentieren und dazu mit noch ökologisch Strom. prominenten Besuch begrüßen. Oktober 2016 Photovoltaik Photovoltaik-Aktion engagiert. Nach- wurden die ersten Anlagen montiert dem dann im Winter die Förderstruk- und bis Redaktionsschluss insgesamt Selbst ein begeisterter „Energienutzer- tur des Bundes für 2016 fixiert worden 25 Photovoltaik-Anlagen installiert. Es Umweltschützer“, habe ich mich war, ist die Aktion „Strom vom eigenen erfüllt mich mit Freude zu sehen, wie bereits vor einem Jahr für eine Betei- Dach“ auch in unserer Gemeinde schnell diese gute Idee in Richtung ligung Fraxerns an der landesweiten erfolgreich angelaufen: Schon im März Energieautonomie Fuß gefasst hat. Flurreinigung Direktorin Silvia Rothmund sowie um die Umgebung unseres Dorfes zu die Pädagogen Petra Medwed und säubern. Insgesamt waren über 70 Nach längerer Zeit wurde heuer auch Stefan Kienböck für die großartige Personen dabei. Auch die Geselligkeit in Fraxern wieder eine Flurreini- Mithilfe. So eine Aktion in der Natur kam nicht zu kurz, und nach beiden gungsaktion durchgeführt. Wir haben ist für die Bewusstseinsbildung der Einsätzen gab es einen gemütlichen gemeinsam mit der Volksschule Kinder einfach unbezahlbar. Ange- Ausklang, der für die Dorfgemein- einen Vormittag investiert und sind spornt durch den fleißigen Einsatz schaft sicherlich förderlich war. mit allen Kindern durch das Dorf der Schüler haben sich eine Woche gezogen, um Müll einzusammeln. später noch einmal viele Kinder und Ein Dankeschön an dieser Stelle an Erwachsene auf den Weg gemacht, Kanalisation die schwächsten Stellen des Net- dazu entschlossen, ab sofort jedes Jahr zes investieren. Ergreifen wir diese 50.000 Euro in die Sanierung zu in- Schon seit längerem steht auch Maßnahmen heute nicht, steuern wir vestieren. Mir ist bewusst, dass solche unser Kanalsystem auf der Agenda. langfristig auf einen Totalschaden (Tiefbau-) Arbeiten eher unspektakulär Nach Überprüfung des technischen zu – das darf nicht passieren, denn sind und von der Öffentlichkeit kaum Zustands hat sich gezeigt, dass dieses Versäumnis müsste die nächste registriert werden. Ich hoffe dennoch dringend Handlungsbedarf besteht: Generation teuer bezahlen. auf die Weitsicht unserer Bürger und Ab sofort müssen wir fortlaufend in Die Gemeindevertretung hat sich daher freue mich über deren Akzeptanz. Kugelweg Gründen dazu entschließen müssen, lungsspielraum begrenzt ist, haben den Baubeginn zu verschieben – ver- wir die Anschaffung eines neuen Nachdem das Projekt Kugelweg-Sa- mutlich werden wir die Maßnahme Feuerwehrfahrzeuges für das Jahr nierung im Detail analysiert worden erst in zwei bis drei Jahren in Angriff 2017 vorgezogen. ist, haben wir uns aus finanziellen nehmen können. Weil unser Hand- Alpen sprochen hat, haben wir auch dort in dieselben Anlagen, mit denen wir die Infrastruktur investiert: Im Juli in den Hochbehältern und auf der Da die Trinkwasserversorgung auf wurden auf den Hütten Maiensäß Alpe Hohe Kugel beste Erfahrungen unseren Alphütten leider nicht mehr und Staffel neue UV-Anlagen für gemacht haben. ganz dem Stand der Technik ent- die Wasserentkeimung installiert, 4 Mitteilungen der Gemeinde Fraxern Bauhof konnten wir bis jetzt keine fundierte Bauhofes erfasst, bewertet und den Anschaffungsentscheidung fällen. Um diversen Gerätschaften zugeteilt Leider ist auch unser Kommunal- die beste Lösung für die Gemeinde werden und zugleich mögliche Aus- fahrzeug in die Jahre gekommen und zu finden, wurde daher eine Grup- lagerungen geprüft werden. Am Ende hat in der Vergangenheit mehr Geld pe gebildet, die bereits gemeinsam dieser Untersuchungsphase wird sich verschlungen, als es für unseren mit dem Bauhof-Team die Arbeiten hoffentlich eine praktikable Lösung Haushalt tragbar war. Da bekanntlich erhoben hat, die bisher mit dem abgezeichnet haben bzw. zeigen, der Kosten-Nutzen-Faktor für eine Fahrzeug verrichtet wurden. Weiter welches Fahrzeug für Fraxern das Kaufentscheidung maßgeblich ist, sollen generell alle Tätigkeiten des günstigste wäre. Gemeindegut stellungsgrundsätzen nicht mehr festgelegt. Mit diesem Geld können entsprach. Diese Ungerechtigkeit Wege erhalten, Bäche ausgeräumt Die Fraxner Bevölkerung verfügt wurde nun beseitigt und zugleich und die Verwaltung finanziert wer- über ein generelles Nutzungsrecht die Nutzungsmöglichkeiten – Obst-, den. Nachdem viele Bürger zwi- für das Gemeindegut. Da die entspre- Acker- und Grasnutzung – neu gere- schenzeitlich auf ihre angestammten chende Verordnung noch aus dem gelt. Die „alten“ Nutzer wurden über Nutzungsrechte verzichtet haben, Jahr 1846 (!) stammte, wurden darin ihre Rechte und Pflichten informiert sind Gemeindeteile frei geworden, Frauen als Nutzungsberechtigte nicht und, da für den Erhalt des Gemein- die jetzt neu vergeben werden kön- aufgeführt, ein Umstand, der selbst- deguts große Kosten entstehen, die nen. Interessierte Neu-„Kriase-Bur“ verständlich den heutigen Gleich- Nutzungsgebühr auf 30 Euro pro Jahr bitte melden! Einwohnerzahl Fraxern als attraktiver Wohn- und auf dem Niveau von vor 20 Jahren Lebensort fortbesteht. Mich persön- angelangt – bei 682 Bürgern! Die Leider bleiben auch wir nicht ver- lich macht die Tatsache sehr betrof- Erhaltungskosten unserer Gemeinde schont von den stetig steigenden fen, dass immer mehr junge Leute ihr werden im Gegenzug allerdings nicht Grundstückspreisen und Baukosten Heimatdorf verlassen, weil es keine weniger. Also müssen wir schon im im „Ländle“. Die Gemeindevertretung Alternative zum Einfamilienhaus-Bau Hinblick auf die Finanzausgleichs- hat dieses Problem erkannt und will gibt. Leider schlägt sich dies auch zahlungen aktiv gegen eine schrump- mit aller Kraft ihren sehr begrenz- in der Statistik nieder: Wir sind von fende Bevölkerungsentwicklung ten Spielraum ausschöpfen, damit über 700 Einwohnern nun wieder vorgehen. Fenster gekauft, die nie funktionier- einer Fortsetzung des Prozesses die ten, und wollte diese repariert oder gesamten Kosten auf die Gemeinde Prozess gewonnen ersetzt haben – ohne Erfolg! Bei einer zurückfallen könnten. Eine katastro- Ende gut, alles gut! Nach mehr als solchen Ausgangslage sollte einer phale Vorstellung und eine Tragweite, acht Jahre währendem Rechtsstreit Klage auf Schadensersatz nichts im die jeder einzelne Gemeindevertreter mit einem Fenster-Lieferanten hat Wege stehen, würde man meinen. Und bei seinem Votum genauestens abwä- die Gemeinde letztlich in sämtlichen annehmen, dass man eine solche gar gen musste. Belangen Recht bekommen. Die nicht verlieren kann. Doch genau die- Fazit: Verantwortung für die Allge- Gesamtkosten des Prozesses beliefen ser Fall ist eingetreten. Die Gemeinde meinheit zu übernehmen, ist eine eh- sich auf über 130.000 Euro. Wie kam ist in erster Instanz gescheitert, und renvolle, manchmal schwere Aufgabe, es zu diesem Rechtsstreit? Erinnern die Mandatare mussten sich mit dem die nicht hoch genug wertgeschätzt wir uns kurz: Die Gemeinde hatte Szenario auseinandersetzen, dass bei werden kann. Dankeschön! Oktober 2016 Fraxner Porträt Ein Obmann mit Visionen Von einem, der „kam, sah und wirkte“, handelt dieses First-Blick-Interview: Roland Mathes, 38, noch keine 10 Jahre ein „Fraxner“, aber dennoch mit größter Begeisterung für das Gemeinwohl unserer kleinen Gemeinde aktiv. Roland, wie kam es, dass du dich – halbe Kindheit und wohl damals schon sehr geehrt und nach kurzer Überle- zum Glück für Fraxern – hier nieder- stellte ich meine Berufung als Verkäu- gung und Rücksprache mit meiner gelassen hast? fer fest. Heute ist mein tägliches Tun Frau habe ich dann gerne zugesagt. eigentlich genau das, was ich immer Caroline, meine Frau! Wäre Caroline wollte: Ich bin Verkaufsleiter in einem 2010 bis 2015 als Mandatar im Er- eine Götznerin gewesen, wäre ich heu- „Laden“! Der Vollständigkeit halber sei satz, seit 2015 in der Gemeindever- te vermutlich in Götzis (lacht). Aber hinzugefügt, dass ich in diesem Au- tretung und Obmann des Unteraus- zu meiner eigenen großen Freude ist gust noch die Versicherungsagentur schusses für Familie und Soziales. es Fraxern geworden. Ich mag dieses meines Vaters übernommen habe. Wie darf man sich diesen politischen Werdegang vorstellen? Dorf sehr, und bereits bei meiner allerersten Ausfahrt zur „Stubate“ bei Caro- Was ist deine Lebensphilosophie? In meiner ersten Periode war es mir line war ich begeistert. Ich fühle mich Gib immer dein Bestes. wichtig, überhaupt einmal politische Luft zu schnuppern. Damals ereigneten hier so wohl, dass ich mich voll Stolz Stichwort „Aktiv für das Gemein- sich wesentliche persönliche Dinge in wohl unserer Gemeinde“: Was hat meinem Leben und ich konnte mich Hattest du als Kind dich bewogen, in Fraxern politisch nicht in dem Ausmaß einbringen, wie einen Traumberuf? tätig zu werden? ich es mir eigentlich vorgestellt hätte. Ich wollte immer schon meinen Ganz einfach, ein Anruf vom damali- Heute würde ich diese ersten fünf Jahre eigenen Laden haben. Als kleiner gen Bürgermeister: Reinhard Nach- als Kommunalpolitiker als Einarbei- Junge hatte ich einen Kaufladen mit baur hat mich persönlich gefragt, ob tungsphase bezeichnen. Somit war dann allerhand Zubehör. Hinter dessen ich mir vorstellen könnte, politisch in die Wahl 2015 ein völliger Neustart: Tresen verbrachte ich nahezu meine Fraxern mitzuwirken. Ich fühlte mich Der Einzug in die Gemeindevertretung schon selbst als Fraxner bezeichne. 6 Mitteilungen der Gemeinde Fraxern und die Ernennung zum Obmann für den Menschen eine tiefe Freude zu ganz herzlich bedanken. Ebenso bei Unterausschuss für Familie und Sozia- bereiten, die – sei es durch Handicaps Caroline, die mich immer sehr inspi- les waren für mich ein großer Ansporn, oder schwere Erkrankungen – vom riert und in meinem Tun unterstützt. komplett politische Verantwortung zu Schicksal nicht mit Samthandschuhen übernehmen. Besonders meinen Kindern angefasst wurden. Unser Familien- Stell dir vor, du hättest drei Wün- möchte ich mit meinem Engagement Spielefest am Sonntag, 6. November, sche für Fraxern frei – vorleben, wie sinnvoll und wertvoll es wird zum Beispiel genau dies unter- welche wären das? ist, etwas für die Allgemeinheit zu tun. stützen! Die Hälfte des Erlöses werden Mein erster Wunsch wäre, dass wir wir dem Verein „Husky Toni´s Kinder- es politisch schaffen können, jedem traum“ spenden. Fraxner und jeder Fraxnerin, die in Unterausschuss für Familie und Soziales: Was beinhaltet dieses unserem Dorf wohnen bleiben möch- Ressort? An dieser Stelle sei mir gleich ein ten, dies auch zu ermöglichen. Mein Dieses Gremium besteht aus einer bisschen Werbung erlaubt: Toni wird zweiter Wunsch wäre es, dass sich Gruppe von Leuten, die sich aktiv für bei unserem Fest mit 14 Huskys nach jeder Fraxner und jede Fraxnerin we- die Fraxner Bevölkerung einsetzen. Sie Fraxern kommen. Für Kinder ein nigstens einmal pro Jahr in irgendei- haben es sich zur Aufgabe gemacht, wunderbares Erlebnis und (lacht) wer ner Form ehrenamtlich einbringt, um Traditionen und Werte zu erhalten und nicht kommt, ist selber schuld. Übri- selbst zu erfahren, wie gut es tut, sich das soziale Miteinander durch diverse gens möchte ich ausdrücklich feststel- für die Allgemeinheit einzusetzen. Aktionen zu fördern. Dazu gehören zum len, dass alle diese zusätzlichen Akti- Und mein dritter Wunsch wäre, dass Beispiel das Baby-Willkommens-Paket, vitäten nicht aus der Gemeindekasse es hier auch in Zukunft immer genü- Glückwunschbekundungen für Jubilare, bezahlt werden, sondern von uns gend Menschen gibt, die bereit sind, Seniorenausflüge, Faschingsveranstal- selbst erarbeitet – bei unseren Veran- Verantwortung zu übernehmen, damit tungen, Familien-Spiele-Fest, Sport- staltungen und Sammlungen. Auch Fraxern weiterhin eine so positive stunden, Altpapiersammlung, Obleute- deshalb bin ich auf die Mitglieder des Entwicklung erlebt. Treffen etc. Unterausschusses sehr stolz – es ist eine extrem konstruktive Truppe, die Lieber Roland, Spielefest mit mit einer sagenhaften Begeisterung das First-Blick-Team tierischem Besuch und Freude dabei ist. Dafür möchte dankt für das Gespräch. Darüber hinaus liegt mir persön- ich mich bei Karin, Petra, Kornelia, Wir sind sehr froh, dass lich besonders am Herzen, solchen Conny, Lisa, Hugo und Steve einmal du ein Fraxner bist! Am 6. November 2016 gibt es eine Neuauflage des Familien-SpieleFests im JabkobSummer-Saal Oktober 2016 Wunderbar gelebte Menschlichkeit und Zusammenhalt „Die Flüchtlingshilfe in Fraxern ist eine Geschichte wunderbar gelebter Menschlichkeit und starken Zusammenhalts, wie diese Bilanz verdeutlicht.“ Ein Teil der Fraxner Flüchtlinge mit Sandra Kathan von der AG Intergration. Infolge einer Bürgerversammlung zur im „Brand“ beherbergte, afghanische Wie bereits im vergangenen Schuljahr aktuellen Lage der Flüchtlingskrise hat Familie Rezai fühlt sich mit ihrer klei- besuchen die schulpflichtigen Kinder sich im vergangenen Herbst in Fraxern nen Tochter sehr wohl im Zusammen- Javid und Asal auch jetzt ab Herbst eine Arbeitsgruppe Integration/Flücht- leben mit den Fraxner Mitmenschen. wieder die Volksschule. berichtete), der sich seither immer Im April kam noch einmal Asyl- wieder Einwohner anschließen. Fast „Nachwuchs“ aus Afghanistan dazu. zeitgleich gelangten diverse private Im Oberdorf teilen sich drei Parteien Überwältigende Unterstützung Wohnungsangebote bei der Caritas eine Wohnung: eine Mutter mit ihren Derzeit sind 53 Personen – mehr oder ein, die geprüft wurden: Aktuell ist die beiden Söhnen, eine weitere Frau mit weniger aktiv – in der Arbeitsgruppe Caritas Mieter von vier Privatwohnun- einem Sohn und ein junges Eheaar, Integration vertreten, um die in Fra- gen in Fraxern, in denen insgesamt 19 das im November sein erstes Baby xern wohnhaften Asylwerber in allen Flüchtlinge ihr momentanes Zuhause erwartet. Auch diese Familien haben Lebenslagen und Herausforderungen, gefunden haben. sich inzwischen gut eingelebt. die es in einem fremden Land gibt, or- Und seit Sommer ist der 19-jährige ganisatorisch und menschlich zu un- Seit kurz vor Weihnachten ist die Victor aus Afrika ebenfalls in Fraxern terstützen. Die Kinder, Jugendlichen, achtköpfige irakische Familie Alhas- in Caritas-Miete. Der junge Mann ist Frauen und Männer der Arbeitsgruppe hemi im Oberdorf wohnhaft und alle Konventionsflüchtling, was heißt, dass haben in den vergangenen Monaten Familienmitglieder fühlen sich hier ihm bereits der rechtliche Status eines wirklich Unglaubliches auf die Beine wirklich zuhause. Auch die seit Jänner Flüchtlings zuerkannt wurde. gestellt. lingshilfe gegründet (der FIRST BLICK 8 Mitteilungen der Gemeinde Fraxern „Gemeinsam schauen wir nicht weg schritte in ihren Deutsch-Kenntnissen „Herzlichen Dank an wirklich alle sondern hin und packen gemeinsam erzielt haben und sie der AG dadurch Fraxnerinnen und Fraxner, die mit mit an. Gemeinsam wirken wir Wun- so sehr helfen können und dies auch ihrer Hilfe die vielen Tätigkeiten der der – das Wunder der Menschlichkeit“, gerne tun. Arbeitsgruppe Integration so sehr chen. „Wir sind überwältigt über so Nachdem Carina Neuhauser wegen ihres rer Flüchtlingsfamilien damit um viel Zusammenhalt in unserem Dorf, Studienbeginns aus der Deutsch-Gruppe ein Vielfaches erleichtern“, heißt es wenn Menschen unsere Hilfe brau- ausgeschieden ist, hat Alexandra Zittier- weiter von Seiten der Ehrenamtlichen. chen. Wir danken euch allen!“, heißt Summer dankenswerterweise die Grup- Der gesamten Bevölkerung gebühre es von Seiten der Arbeitsgruppe. Jeder penleitung übernommen und wird darin Dank und Anerkennung für deren einzelne sei von unbezahlbarem Wert von Peter Hein bei Bedarf unterstützt. freundliche und respektvolle Aufnah- und nicht mehr wegzudenken. Bei Interesse, in der Deutsch-Gruppe me der Flüchtlingsfamilien. mitzuarbeiten, bitte gerne per Mail an Dankeschön auch im Namen der Alexandra wenden: a.z.summer@aon.at. Familien für die vielen, seit Dezember unterstützen und das Leben unse- so lautet die Devise der Ehrenamtli- Die Leitung der Arbeitsgruppe hat Sandra Kathan im Sommer aus zeitlichen Gründen an Peter Hein eingelangten Spenden an Kleidung, Vielfältiger Dank übergeben. Seither laufen nun bei ihm die vielen organisatorischen Fäden Spielsachen, Gebrauchsgegenständen und vielem mehr sowie für die Bar- r Danke allen Vereinen, die sich geld-Spenden. Dazu wurde ein eigenes zwischen AG Integration, Gemeinde, bereits aktiv an die Flüchtlinge „Flüchtlingshilfe-Spendenkonto“ bei Caritas, Flüchtlingshilfe, der Regio gewandt haben, mit dem Angebot der Raiba Vorderland eingerichtet, Vorderland und den Fraxner Flücht- zu deren Mitwirkung im Verein, auf das alle Geldspenden gelangen lingsfamilien zusammen. Im Sinne und danke den Vereinen, die dies (Spendenkonto-Daten weiter unten). eines Funktionstausches nimmt San- vielleicht künftig noch tun werden. „Vornezu können wir damit den in dra künftig die Stellvertretung in der Gruppenleitung wahr. Erfolgreiche Deutsch-Gruppe r Merci an den FC Fraxern für die Fraxern wohnhaften Asylanten-Fami- Aufnahme und Unterstützung lien unter die Arme greifen – mit dem der Männer beim regelmäßigen Kauf von dringend Notwendigem, „Tschutten“, das für sie das große das über Sachspenden nicht zusam- Wochen-Highlight darstellt. menkommt und auch über die Caritas r Vergelt’s Gott dem Theaterverein nicht finanziert werden kann“, so die Um die Zeit bis zu den Deutsch-Kur- Macamoth Biroko für die sehr, Verantwortlichen. sen über die Caritas (die Warteschlan- sehr großzügige Spende. In der Danksagung der Arbeitsgrup- ge dafür ist sehr, sehr lang) zu über- r Dankeschön dem Kapellenverein pe heißt es last but not least: „Merci und der Kappele-Jugend für die an Bürgermeister Steve mit dem 15 Frauen und Männer innerhalb der tollen Geschenke für die Flücht- ganzen Gemeindeamt-Team Ulrike, AG Integration eine Deutsch-Gruppe lings-Kinder. Angela und Manfred für eure posi- brücken und aktiv zu nutzen, haben eingerichtet, die bis vor kurzem von r Vielen Dank den Kindern und Pä- tive, wohlwollende und hilfsbereite Carina Neuhauser organisiert wurde. dagoginnen vom Kindergarten für Unterstützung in ganz verschiede- Im Wechsel unterrichtet die Gruppe die Geschenke an die Familien und nen Bereichen. Danke an Gemein- die Asylanten an fünf Tagen die Wo- das Angebot zur Aufnahme der devorstand Hugo Kathan, unter an- Asylkinder in den Kindergarten. derem für seine automatische Hilfe che bereits seit Jahresbeginn. Und die Erfolge sprechen für sich! r Großes Lob und Anerkennung an bei Arbeitsgruppen-Besprechungen.“ So werden Reza und Arefe Rezai Volksschule Fraxern und Mittel- Das Motto „Gemeinsam Wunder wir- inzwischen von den afghanischen Fa- schule Klaus-Weiler-Fraxern für ken“ sei voll aufgegangen. „Schön, milien im Oberdorf gerne als Dolmet- die rasche und so wichtige Aufnah- in einem Dorf zu wohnen, in dem scher akzeptiert. Ein toller Erfolg, dass me der irakischen und afghani- Zusammenhalt und Gemeinschaft die Rezais so rasche und enorme Fort- schen Kinder im Schulalter. keine leeren Worte sind.“ Oktober 2016 Gemeinsam Zeit verbringen plett. Wer hier etwas beitragen Spendenkonto-Verantwortliche sind kann, bitte bei Peter Hein oder der Lothar und Monika Kathan. Die Funk- Wer wissen möchte, was die Bevölke- Gemeinde melden bzw. direkt bei tion der Kassarevisoren haben Karin rung derzeit tun kann – Zeit mit den der Gemeinde abgeben. Auch Geld- Nachbaur (Hangat) und Hugo Kathan Flüchtlingsfamilien verbringen: Alle spenden können dort abgegeben übernommen. Familien würden sich jederzeit über oder direkt auf das Spendenkonto persönliche Kontaktaufnahmen freu- überwiesen werden. en, so die Arbeitsgruppe. Dies fördere Beschäftigung geben r Allgemein werden ganz dringend einerseits das Erlernen der Sprache Kinderkleidung und Kinderschuhe Der Wunsch nach einer wenigstens als auch das soziale Integrieren in die in jeder Größe benötigt. Die Kinder gelegentlichen Beschäftigung ist sehr Dorfgemeinschaft. Von gemeinsamen wachsen sehr, sehr schnell aus der groß. Dabei ist nicht das Geldverdie- Spaziergängen, zusammen Backen, Kleidung heraus. Deshalb sind die nen im Vordergrund, sondern mehr Spielen, Handarbeiten, Werkeln und Asylanten-Familien immer wieder das Gebrauchtwerden zur Stärkung vielem mehr, gebe es zahlreiche froh über diese Spenden, die ganz des Selbstwertes. Nur über das Pro- Möglichkeiten, ganz kurzfristig und einfach bei der Gemeinde abge- jekt der Caritas-„Nachbarschaftshilfe“ unkompliziert mit den Flüchtlingsfa- geben werden können. Die Ehren- war das bis vor kurzem möglich. Wie milien in Kontakt zu treten. Auch Be- amtlichen sorgen dann für deren in den Medien vielfach berichtet wur- Verteilung. de, ist dieses Projekt politisch leider sucher würden von den Familien stets überaus gastfreundlich aufgenommen. r Geldspenden, Winter-Artikel-Be- außer Kraft gesetzt worden. Einzig Unterhaltungen in Deutsch würden darf und Staubsauger bei der Ge- die Gemeinde kann nun noch Arbei- immer besser gelingen, in Kombinati- meinde abgeben: Die drei Parteien ten an die Asylanten vergeben. Die on mit Händen und Füßen könne auch im Oberdorf haben mit Blick auf Arbeitsgruppe Integration hofft sehr das, auf ganz lustige Art und Weise, die kalte Jahreszeit noch einige Be- darauf, dass diese Möglichkeit von zum Erfolg führen. Und alle Famili- dürfnisse, wie z.B. warme Beklei- der Gemeinde Fraxern fleißig genutzt enmitglieder seien sehr wissbegierig dung und Schuhwerk, Teppiche, wird, um den Flüchtlingen damit und freuten sich über jedes neu ge- Decken, Wärmflasche. Ebenso wäre wenigstens zeitweise eine Beschäf- lernte Wort. Auch seien weiterhin die ein Staubsauger sehr hilfreich. tigung zu geben. Weitere, künftige Vereine um Integration der Familien in ihr Vereinsleben gebeten. Arbeitsmöglichkeiten werden derzeit Spendenkonto ausgelotet. Kontakt zur Arbeitsgruppe Integrati- Die Verantwortlichen: „Wer sich Die Arbeitsgruppe Integration/Flücht- on/Flüchtlingshilfe Fraxern an deren vorstellen kann, Hobby-Runden oder lingshilfe hat gemeinsam mit der Leiter Peter Hein: peterf@hein.vol.at ähnliches zu organisieren, z.B. Hand- Gemeinde Fraxern ein Spendenkonto arbeitsrunden (nähen, stricken, häkeln, zur Unterstützung ausschließlich der basteln, werken etc.), bitte gerne bei in Fraxern wohnhaften Flüchtlingsfa- Peter und Sigrid Hein oder Sandra milien eingerichtet. An dieser Stelle Kathan melden.“ ein herzliches Dankeschön an alle, die diese Form der Hilfe unterstützen: Aktuell gesucht Spendenkonto: Arbeitsgruppe Integra- DANKE ... an Sandra Kathan für den Aufbau der Arbeitsgruppe Integration, an Peter Hein und Sandra für die Leitung der Gruppe und tion/Flüchtlingshilfe Fraxern den unermüdlichen Einsatz in Raiba Vorderland, BLZ 37475 dieser Sache! Herzlichen Dank afghanische Paar im Oberdorf be- IBAN AT 47 3747 5000 0249 3765 an Carina Neuhauser für den kommt im November Nachwuchs. Geldspenden können entweder direkt Aufbau und die Leitung der Einen Kinderwagen und Bettzeug auf dieses Konto eingezahlt/über- Sprachunterrichts-Gruppe und haben sie bereits erhalten, aber die wiesen werden oder auch bar bei der ihren großen Einsatz! Erstausstattung fehlt noch kom- Gemeinde abgegeben werden. r Baby-Erstausstattung: Das junge 10 Mitteilungen der Gemeinde Fraxern Unsere Jubilare in Fraxern Klaudia Nachbaur „Wir hatten es nie leicht, aber wir mussten auch nie hungern“, stellt Klaudia Nachbaur, die heuer ihr 85. Lebensjahr vollendete, rückblickend fest. Als zweitgeborenes Kind von Emil und Anna Summer war sie mit fünf Geschwistern im Hangat aufgewachsen. 21-jährig gründete Klaudia mit Gerold Nachbaur eine Familie. Das Paar bekam sechs Kinder. Es war alles andere als ein einfaches Leben, das sie führten: Annehmlichkeiten wie Essengehen, Ausflüge oder gar Urlaube gab es nie. Lediglich die Hochzeitsreise hatte das junge Paar in die Bundeshauptstadt geführt. Da sie Zugfahrt spendiert bekommen hatten, hätten sie quasi fahren „müssen“, erinnert sich die Jubilarin. Jedoch war keinerlei Geld für einen Einkehrschwung im schönen Wien vorhanden, weshalb die Frischvermählten sämtliche Verpflegung von zu Hause mitgenommen hatten. Auch geschlafen wurde nur im Zug. Wieder daheim angekommen, unternahm das Paar nie mehr einen Ausflug oder eine Reise. Klaudias Leben war von Arbeit und Rückschlägen geprägt. Gerold war als Frächter Tag und Nacht im Einsatz, während sie die Kinder, den Garten und die Landwirtschaft – mit damals immerhin schon 30 Schweinen – versorgte. Eine Anekdote aus Klaudias Alltag: „Wo i oamol uf am hoha Büchel am Kriase gwinna gsi bin, isch as so steil gsi. Oa Kind isch i da Schesa gsi, s ander han i amna Bändel uma Gurt an Bom binda müssa, dass as net vertrola heat künna und da Ältescht isch mit mir uf d Loatra.“ Im Jahre 1972 wurde dann in Sulz ein neuer Stall für 500 Schweine errichtet. Von da an nahm die Arbeit noch mehr zu. Bis zu ihrem 82. Lebensjahr packte Klaudia mit Leib und Seele im Stall mit an, unterbrochen nur durch einen Schicksalsschlag – die Erkrankung Gerolds, der an der seltenen Krankheit ALS litt und den sie hingebungsvoll pflegte, bis er in ihren Armen entschlief. Damals trug sie buchstäblich über ein Jahr lang keine Schuhe mehr, weil sie nicht von seiner Seite wich. Alleine zu sterben, war nämlich Gerolds größte Angst. Besorgungen wurden von ihren Kindern und Schwiegerkindern erledigt und die Jubilarin musste auch auf ihre geliebten Messbesuche verzichten. Heute ist sie überzeugt, dass sie ihren Lebensweg ohne ihren starken Glauben an Gott nicht so hätte meistern können, und stellt rückblickend zufrieden fest: „Alls was mir zemma uf a Weag gno hond, heat klappat.“ Die Bescheidenheit aus den schwierigen Zeiten blieb dem Paar erhalten. Seine Freude lag darin, seinen Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen. Nach dem Tod ihres Mannes nahm Klaudia die Stallarbeit wieder auf, da sie es nicht gewohnt war, nichts zu tun. Ihre Nachbarin Martha konnte sie zum Kartenspielen überreden. „Gott sei Dank“, wie sie heute sagt, denn das Jassen und die Veranstaltungen mit dem Seniorenbund sind ihr zur größten Freude geworden. Mittlerweile unternimmt sie auch Ausflüge. Sogar bis nach Spanien zu ihrer jüngsten Tochter hat sie es geschafft. Klaudia erfreut sich bester Gesundheit, sie ist dem Herrgott dankbar für ihr körperliches Wohlbefinden und genießt den Lebensabend mit ihrer Familie und den Fraxner Senioren. Ruth und Edi Müller Einen doppelten Achtziger konnten Ruth und Edi Müller schon im vergangenen Jahr feiern – er wurde am 10. Oktober und sie am 9. November 1935 geboren. Geheiratet haben die beiden 1959 in Innsbruck, da dort Verwandte lebten. Edi ist ein gebürtiger Klauser und hatte immer schon einen engen Kontakt zu Fraxern: In Hohenems wohnhaft, wurde die Hohe Kugel für ihn und seine Emser Freunde zum Hausberg und er verbrachte viele Stunden im Dorf. Später hegte das Ehepaar den gemeinsamen Traum eines Häuschens in Fraxern und arbeitete jahrelang auf dieses Ziel hin. 1969 war es soweit; die Jubilare erwarben ein Grundstück, auf dem sie ein Ferienhaus errichteten. Nachdem die beiden dann 1995 pensioniert wurden, schlug Ruth kurzerhand vor, ganz nach Fraxern zu ziehen, was Edi sofort goutierte. Die vier Kinder der beiden hatten am Anfang jedoch massive Bedenken, da das kleine Haus über keine direkte Zufahrt verfügt. Die beiden rüstigen Pensionisten müssen daher heute noch alles zu Fuß, Sommer wie Winter, durch den Wald tragen. Aber da sie sowieso jeden Tag einen ausgedehnten Spaziergang unternehmen, stört sie dieser Umweg nicht. Edi und Ruth haben sich sehr schnell in Fraxern eingelebt und könnten sich heute nicht mehr vorstellen, woanders zu leben. Oktober 2016 Ein Herz für den Frieden Mit diesem Motiv gewann Annabell Nachbaur beim internationalen Friedensplakat-Wettbewerb des Lions-Clubs österreichweit einen sensationellen 3. Platz. Zur Auszeichnung durfte sie mit Das preisgekrönte Friedensplakat von Annabell. ihren Eltern Andrea und Peter nach Wien reisen. „Im vergangenen Herbst machte meine Klasse (die 4b der Mittelschule KlausWeiler-Fraxern; Anm.d.Red.) beim Lions Club Peace Poster Award mit“, erzählt die 14-jährige, die ihrem Bild den Titel „LOVE CAN CHANGE EVERYTHING“ Eltern und ich zum Lions-Tag mit den mich war es ein einmaliges und schö- gab. Als sie nach ein paar Wochen von Vereinten Nationen nach Wien eingela- nes Erlebnis“, resümiert die kreative ihrer Top-Platzierung erfahren habe, sei den wurden.“ Schülerin über das Wochenende in sie total überrascht gewesen und habe Stilvoll fand dort das Event mit Ehrung der Bundeshauptstadt, bei dem selbst- sich riesig gefreut. „Besonders toll fand der Gewinner im prächtigen Palais verständlich auch noch Zeit für einen ich“, so Annabell weiter, „dass meine Trautson statt: „Für meine Eltern und gemütlichen Stadtbummel blieb. Neuigkeiten vom Klapperstorch Das FIRST Blick-Team heißt die neuen Erdenbürger herzlich willkommen! Als ich, Tobias, am 6. Ich, David, bin nach Mai im KH Dornbirn Jakob und Jonathan das Licht der Welt das dritte Kind von erblickte, wog ich Swenja-Maria und 3543 g und war 50 Marco Achilles. Als cm groß. Mit mei- ich am 8. Juni im LKH nen Eltern, Julia und Feldkirch zur Welt Robert Kathan, deren kam, wog ich 3020 g erstes Kind ich bin, und war 51 cm groß. wohne ich in der Zuhause sind wir in Dorfstraße 37. der Morgengabe 4. 12 Mitteilungen der Gemeinde Fraxern Nicht nur im Klassenzimmer aktiv So macht Schule Spaß! Belgien, Steinzeit, Hunde, Hasen, Rit- noch eine Empfehlung parat: „Ich Ob Ausflüge, Müllaktion ter und FC Barcelona. Die VS Fraxern rate allen Lehrern einen Ausflug zu ist eine ganz tolle Schule. Wir können machen, bei dem man sich vertrauen auch Schach lernen und am Morgen muss. So entsteht eine sehr gute Klas- kann man Jonglieren.“ sengemeinschaft.“ Rappenlochschlucht Erfolge im Schach Ein Ausflug nach Dornbirn hat der Nina, Theresa und David berichten über Klasse so gut gefallen, dass gleich drei ihre Teilnahme zu sechst am Josefi- Schülerinnen ihre Eindrücke beschrie- Schachturnier in der FH Dornbirn: „Wir ben haben. So ist der alte Mammut- waren dabei, weil man bei uns in der baum im Gütle Jolien und Klaudia von Schule Schach lernen kann. Es waren ihrer Wanderung durch die Rappen- fünf Runden. Jeder hatte 25 Minuten lochschlucht in Erinnerung geblieben. Zeit, um nachzudenken“, schildern sie Über diese schreiben sie: „Wir sahen den Ablauf. Und stellen abschließend „Die 4. Klasse der VS Fraxern hat sehr viele schöne Sachen, wie Wasserfälle, fest: „Wir sind froh, dass unser Lehrer viel Spaß beim Unterricht“, so beginnt Schluchten und Höhlen. Als wir alle mit uns dorthin gegangen ist.“ der Beitrag von Anna und Sanne über Hunger hatten, suchten wir uns einen Am Landesfinale in Götzis nahmen den Schulalltag, die Klassengemein- schönen Platz zum Grillen. Wir fanden dann aus Fraxern Luca Nachbaur, schaft und das Unterrichtsgeschehen. auch einen. Zuerst mussten wir Holz Felix Nachbaur, Fabian Stark, Jolien Die Mädchen berichten: „Sie (die suchen, um ein Feuer zu machen, und Allgäuer, David Summer, Nina Ellen- Schüler – Anmerk.d.Red.) haben die dann aßen wir alle Würste. Später sohn, Marius Brändle, Anna Häfele, verschiedensten Bücher, in denen spielten wir noch ein bisschen, und Corinna Koch und Theresa Kathan teil. alles sehr gut erklärt wird. Aber wenn dann liefen wir auch schon wieder Dort wurden laut Fabian und Luca jemand etwas nicht gleich versteht, zurück zum Bus. Wir fanden, dass es sieben Runden gespielt. „Als es Mittag muss man auch den Lehrer fragen. ein toller Tag war.“ war, spazierten wir zu einem Spiel- oder Schachturnier – Lehrer Stefan Kienböck hat die Viertklässler des vergangenen Schuljahres „Mini“Artikel über die vielfältigen Aktivitäten verfassen lassen. Der FIRST BLICK freut sich über den journalistischen „Nachwuchs“. Dann erklärt Herr Kienböck das der ganzen Klasse. Er ist sehr nett und platz und spielten“, so die beiden. „Als … und „inatura“ achtet darauf, dass niemand ausge- die siebente Runde vorbei war, gab es die Preisverleihung. Die Fraxner lacht wird. Zu diesem gehörte auch ein Besuch Mädchen konnten den dritten Platz Die Kinder Häfele Anna, Stark Fabi- in der „inatura“, wo den Viertklässlern erobern.“ an, Nachbaur Felix, Allgäuer Jolien, ein besonderes Thema nahe gebracht Hartmann Klaudia, Nachbaur Luca, wurde. Dazu Anna: „Gebucht war die Allgäuer Sanne und Winkler Tristan Führung über Kristalle und Steine, die sind sehr gute Schüler. Außerdem allen ebenfalls sehr gut gefallen hat. Über den Besuch in der Montfort- haben wir eine tolle Klassengemein- Nach der Führung durfte die Klasse Stadt berichten Klaudia und Tristan: schaft. Jeder hat mindestens ein Refe- Kristalle schleifen und anschließend „Als wir ankamen, trafen wir eine rat gemacht. Über folgende Themen diese wunderschönen Kristalle mit Frau, die uns viel erklärte. Sie erzähl- haben die Kinder berichtet: Frettchen, nach Hause nehmen.“ Sie hat auch te uns über den Katzenturm und wir In Feldkirch unterwegs Oktober 2016 einem Lift, der wieder ganz nach oben führte. Einmal blieb der Lift plötzlich stehen und wir mussten 2 Minuten warten.“ Die beiden schildern unter anderem eine Piste mit Zeitmessung: „Luca brauchte 56 Sekunden, Tristan brauchte 49 Sekunden, Lucas Papa brauchte 57 Sekunden und Jolien und ich brauchten 51 Sekunden.“ Nachdem ein Foto gemacht wurde, ging es wieder ins Tal. „Da gab es auch noch eine kleine Schanze, über die wir alle sprangen. Beim Hinunterfahren sahen wir noch einen Freestyle-Schifahrer mit einem Kameramann.“ gingen in den Feldkircher Dom. (…) Danach gingen wir ins Rathaus, dort Schnellster Montforter zeigte uns die Frau eine alte Stadtkarte. Auf der Karte waren viele Türme und Häuser von früher aufgezeich- „Schnellster Montforter ist ein Wett- net. Sie erklärte uns, wie die Türme kampf, bei dem man sich für das Finale hießen. Später gingen wir ins Schat- beim Hypo-Meeting in Götzis im Mös- tenburgmuseum. Dort sahen wir eine le-Stadion qualifizieren kann“, berich- echte Ritterrüstung und wir durften ten Sanne und Jolien. „Für die Volks- eine Schandgeige tragen. Wir wur- schüler gibt es die Bewerbe Sprint (50 den auch zum Ritter und zur Ritterin Cola-Cocktail und noch viele mehr. Es m) und Mittelstrecke (600 m). Von geschlagen. Zum Schluss machten wir hat allen sehr gut gefallen.“ unserer Schule machten Felix Ender, Corinna Koch, Tobias Porod, Sanne All- noch ein Quiz.“ Zwei Schiausflüge Beim Schaffartag gäuer und Jolien Allgäuer mit. Natürlich war auch unser Herr Lehrer dabei. Ein gemeinsamer Schiausflug der Ins Finale hat es in beiden Bewerben Über einen erlebnisreichen Schaffartag Viert- und Dritt-Klässler führte ins Jolien Allgäuer geschafft. Am Nach- in Rankweiler Betrieben schreibt Felix: Brandnertal. Luca erzählt unter ande- mittag kam manchmal die Sonne raus „Beim TV-Lampert (…) sahen wir alte rem: „Als alle in Brand waren, gingen und manchmal war es auch kalt. Wir Fernseher und Radios. Wir gingen in wir zur Talstation und fuhren mit der bekamen alle ein Getränk.“ den Elektrikraum und man erklärte Gondel hinauf. Als wir oben waren, uns wie die Programme ins Fernsehen wurden wir in drei Gruppen eingeteilt. kommen. Wir gingen ins Fernsehstu- Dann fuhren alle Schi. (…) Um Mittag dio in die Green-Box. Dort ließ man trafen wir uns alle wieder beim Baby- An einem schönen Sommertag gin- uns mit einer Decke verschwinden.“ Lift. Dort aßen wir unsere Jause und gen die Volksschüler Müll sammeln. Bei Mahle-König durften die Kinder fuhren dann noch zwei Stunden. Als Tristan erzählt darüber unter ande- selbst Flaschen-Öffner herstellen. wir alle wieder im Auto saßen, hatten rem: „Wir fanden viele Zigaretten. Im „Danach fuhren wir wieder mit dem wir es lustig.“ Wald fanden wir auch ein paar Pla- Bus zum Mohren. Da empfing uns Auch nach Lech ging es auf Schiaus- nen. Danach gingen wir zum Feuer- eine Frau. Sie zeigte uns die Tiere und flug. Felix und Fabian haben einen lan- wehrhaus. Dort gab es Spaghetti und den Weinkeller. Danach gingen wir gen Bericht über die verschiedenen Ab- es gab noch einen Nachtisch. Cocktails mixen. Wir mixten einen fahrten verfasst. „Wir fuhren immer zu Es war ein schöner Tag.“ Müll gesammelt 14 Mitteilungen der Gemeinde Fraxern Zimmer zu vermieten für Hummel, Marienkäfer & Co Baumrinde, Pflanzenstängel, Moos und Tannenzapfen – verschiedene Naturmaterialien und ganz viel Eifer waren die Zutaten, mit denen die Kindergärtler heuer ihr eigenes Nützlingshotel herstellten, damit es am Ende heißen konnte: Zimmer zu vermieten! Viele Lebensräume der Insekten sind an: Unterstützt durch den Obst- und sammeln – einige motivierte Fami- heute aufgrund der intensiven Land- Gartenbauverein hat nun auch der lien halfen beim Sammeln und so bewirtschaftung stark zurückgedrängt, Kindergarten einen Beitrag für die konnte wenig später jedes Kinder- artenreiche Wiesen beispielsweise Umwelt geleistet und mit jedem gartenkind sein leeres Insektenhotel selten geworden. Während Bienen und Kind ein Insektenhotel gebaut. Die befüllen. Unglaublich, mit wieviel Hummeln unsere Pflanzen bestäuben, Holzrahmen für die Hotels wurden Freude und Ausdauer die Kleinen beseitigen Marienkäfer, Florfliegen vom OGV organisiert und vorab dabei ans Werk gingen. oder Ohrwürmer Schädlinge auf na- mit Hilfe des Bauhofs zusammenge- türliche Weise. baut, während sich die Kindergärtler Beim Alberschwender Gartenmarkt im Rahmen ihres Waldtages auf den „Bluama, Blekta, Bsundrigs“ wurde Durch das Errichten eines Nützlings- Weg machten, um passende Natur- später übrigens sogar noch ein Welt- hotels bietet man Insekten, die für materialien für die Hotels zu suchen. rekord aufgestellt – mit 1322 einzel- das Gleichgewicht der Natur wichtig Doch dieser Ausflug alleine reichte nen Insektenwohnungen entstand sind, Nist- und Brutmöglichkeiten nicht aus, um genug Füllmaterial zu das größte Nützlinghotel der Welt! Oktober 2016 Aus dem Vereinslokal Obst- und Gartenbauverein Fraxern         OGV-Vorstand im Amt bestätigt Mit einem einstimmig wiedergewählten Vorstand startete der Obst- und Gartenbauverein in das neue Gartenjahr, auf dem Programm eine Reihe interessanter und kreativer Veranstaltungen. Zuvor hatten Obmann Bertram Nachbaur im Rahmen der 25. Generalversammlung in gewohnt kurzer Manier von den Aktivitäten des Vorjahres berichtet und die Mitglieder den positiven Kassastand zur Kenntnis genommen. Nach den Neuwahlen, zu denen einzig Helmut Büsel nicht mehr antrat, präsentiert sich der Vorstand wie folgt: Ob- Werner Kathan und Monika Kathan wurden in ihren Äm- mann Bertram Nachbaur, Obmann-Stellvertreter Christoph tern bestätigt und zum Abschluss hielt Ing. Harald Rammel Summer, Kassier Friedhelm Dobler, Schriftführerin Maria von der Landwirtschaftskammer Vorarlberg einen interes- Marte, Beiräte Erika Nägele und Nadine Ender sowie santen Vortrag zum Thema „Garta tuat guat – Gärtnern für Zeugwart Michael Peter (siehe Foto). Auch die Kassaprüfer die junge Familie“. Kräuterschätzen auf der Spur Giersch, Bärlauch, Vogelmiere, Wilde Möhre und Gun- und in den Alltag integrieren lässt, um unserer Gesundheit delrebe waren nur einige der zahlreichen Wildkräuter, etwas Gutes zu tun. Anschließend an die Wanderung lud die etwa 20 Interessierte auf einer von Kräuterpädagogin Ingrid Markoc daher ein, mit ihr ein Kräutersalz aus den Ingrid Markoc geführten Frühlingswanderung entdeck- gefundenen Wiesenkräuterschätzen herzustellen. ten. Bei strahlendem Sonnenschein führte der Weg von der Dorfmitte zur Rifa, und die Wanderer erfuhren von Ingrid Markoc viele Details über die Wiesenkräuter, deren Anwendung und darüber, wie sich diese Schätze der Natur in den Alltag integrieren lassen. Nach der langen Winterruhe besitzen die ersten Pflanzen des Jahres eine besonders starke Kraft, die es zu nutzen gilt. Lebhaft erklärte die Kräuterexpertin, wie sich die Kräuterkunde – das traditionelle Wissen über die oft zu Unrecht als „Unkraut“ bezeichneten Wildkräuter – praktisch anwenden 16 Aus dem Vereinslokal Kapellenverein feiert 10jähriges Bestehen Die Mitglieder befinden sich in diesem Jahr in Jubiläumsstimmung: Vor einem Jahrzehnt wurde der Kapellenverein Fraxern aus der Taufe gehoben. Der aktuelle Vereinsvorstand: v.li. Andrea Amann, Monika Kathan, Carmen Nachbaur, Kurt Nägele, Werner Nachbaur, Silvia Nachbaur Der Gründung war – auf Initiative glieder. Aktuell gehören 93 Mitglieder Sponsoren und Förderungen, zu ver- von Carmen Nachbaur – ein öffent- dem Kapellenverein an. Der Grün- danken sowie dem sehr kompetenten licher „Kappele-Stammtisch“ im dungs-Vorstand, mit Carmen Nachbaur, Architektenteam Klasz-Kleeberger, April 2006 vorausgegangen. Bei Alois Nachbaur, Werner Nachbaur, denen die Kapelle ebenfalls zu einer diesem wurde seitens der Bevöl- Kurt Nägele, Elke Nachbaur-Marte Herzensangelegenheit geworden war. kerung großes Interesse an einem und Monika Kathan, hat die Planung Die Mitglieder und die Fraxner Bevöl- Wiederaufbau der Fraxner Kapelle, der Kapelle in die Wege geleitet und kerung haben ganz enorm mit ange- damals wie heute liebevoll „Kappele“ in unfassbar kurzer Zeit den Bau packt – die einen bei der Durchführung genannt, bekundet. Die 1714 erbaute umgesetzt – dank tatkräftiger Mithilfe von Benefizveranstaltungen, damit die Kapelle musste 1971, nach schwe- zahlreicher Einwohner, Freunde, Gön- Baukasse klingelt, die anderen direkt rer Beschädigung beim Neubau der ner und Firmen aus Fraxern und der beim Bau der Kapelle. Unglaubliche, Landesstraße, abgebrochen werden Umgebung im In- und sogar Ausland. gemeinsame Kräfte haben in dieser und in den folgenden Jahren waren Vorarlbergs erste und einzige Fami- kurzen Zeit bis zur Segnung der Kapel- diverse Bemühungen der Gemeinde lienkapelle konnte bereits im Herbst le zusammen gewirkt. um einen Wiederaufbau ergebnislos. 2010 gesegnet und dem öffentlichen So wurde beim erwähnten Stamm- Leben übergeben werden. tisch beschlossen, den Kapellenverein Vier Jahre zuvor erschien dies ein zu gründen, der sich den Bau einer zeitlich überaus hoch gestecktes Ziel. Unverzichtbar für Planung, Geldein- neuen Kapelle zur Aufgabe machte. Dass mit dem schuldenfreien Bau des treibung und den „Kappele“-Bau hat „Kappele“ bereits im Juli 2009, nur sich Alois Nachbaur dann bei der drei Jahre nach Vereinsgründung, Generalversammlung 2011 aus dem begonnen werden konnte, ist einem aktiven Geschäft im Vorstand in die Bereits bei Gründung am 22. Septem- unglaublichen Einsatz des Vorstandes, ruhigere Riege der „allgemeinen“ ber 2006 umfasste der Verein 65 Mit- auf der Suche nach Spendengeldern, Mitglieder zurückgezogen. Zur Ehre, Vereinsgründung Vorstand Oktober 2016 vier Jahren unterstützt Silvia Nachbaur durchgeführt, deren Einnahmen den Vorstand als Beirätin mit allen gezielt einem bestimmten sozialen Kräften, und seit Beginn dieses Jahres Zweck zugeführt werden. Gleichzei- freut sich der Verein auch über die tig kommt das Leben in und um die tatkräftige Hilfe durch Andrea Amann. Kapelle nicht zu kurz. Aktuell gehören dem Vorstand somit Ein herzliches Dankeschön ergeht an: Carmen Nachbaur (Obfrau), Werner an die vielen fleißigen Helferinnen Nachbaur (stv. Obmann), Kurt Nägele und Helfer, die zum Gelingen der (Kassier), Monika Kathan (Schriftführe- verschiedenen Veranstaltungen rund rin), Silvia Nachbaur (Beirätin), Andrea um die Familienkapelle stets wertvoll Amann (Beirätin). beitragen. Ohne dieses großartige Miteinander wäre das „Projekt Fami- Soziales als Hauptaufgabe lienkapelle“ nie von einem Traum in die Wirklichkeit umsetzbar gewesen. Ehrenmitglied Alois Nachbaur und Obfrau Carmen Nachbaur Die Kapelle in Fraxern ist die erste Dass jede kleinste Hilfe so wertvoll Familienkapelle in Vorarlberg. Dem ist, erlebt der Verein immer wieder zum Respekt und als Dank für seine Weihethema gemäß macht es sich an den begeisterten Rückmeldungen außergewöhnlichen Dienste für den der Verein nun zur Hauptaufgabe, der vielen Besucher der Kapelle. Verein und die Familienkapelle wurde der Kapelle Leben einzuhauchen und Entsprechend eindrucksvoll wurde er bei diesem Anlass einstimmig zum Familien zu unterstützen – sowohl soeben die Vollendung des ersten Be- Ehrenmitglied ernannt. Bei derselben finanziell, als auch in sozialer und standsjahrzehnts des Kapellenvereins Jahreshauptversammlung hat sich humaner Hinsicht. Mit der Grün- begangen – genau zehn Jahre und auch Elke Nachbaur-Marte, die Frau dung der „Kappele-Jugend“ im Jahr einen Tag danach! für alle Fälle, als Beirätin aus dem Vor- 2013 ist der beispielhafte Einsatz der stand verabschiedet. Nicht für die ge- jungen Leute ein unverzichtbarer samte Periode, dafür umso elanvoller, Gewinn für den Verein. Da Instandhaltung und Pflege war Karin Nachbaur knappe zwei Jahre Das ganze Jahr hindurch werden der Familienkapelle bei allem die Schriftführerin im Vorstand. Seit Veranstaltungen bei der Kapelle ehrenamtlichen Engagement Kosten verursachen, ist der Verein sehr auf finanzielle Spenden angewiesen und für diese jederzeit überaus dankbar! Spenden per Banküberweisungen an: Kapellenverein Fraxern, IBAN AT08 3747 5000 0241 5024, BIC RVVGAT2B475 Auch neue Mitglieder – aktive oder passive – sind beim Kapellenverein sehr willkommen. Der Jahres-Mitgliedsbeitrag beträgt 10 Euro. Anmeldung via Mail an Der Vorstand 2006 bei der Gründungssitzung: v.li. Werner Nachbaur, Alois Nachbaur, Carmen Nachbaur, Kurt Nägele kapellenverein.fraxern@gmx.at 18 Aus dem Vereinslokal Vizemeister und Cup-Sieger in der Hobbyliga Mit einem starken Saisonfinish in der ersten Runde konnte sich Fraxern mit Thomas Kathan, als sich am Ende das Hobbyliga konnte sich die Fraxner einem 2:1-Sieg gegen den FC Amateure heimische FC-Team erstmalig den Cup- Kampfmannschaft den Vizemeistertitel Klaus durchsetzen. Schauplatz der Fi- Titel gesichert hatte. 2016 erneut aus eigener Kraft sichern: nalrunde sowie des Saisonabschlusses Das letzte Spiel der Meisterschaft und mit den beiden Preisverteilungen war Bei der anschließenden Meisterfeier gleichzeitig das Derby gegen den FC ebenfalls die Sportanlage auf Kapieters. nahm der FC Weiler unter großem Viktorsberg entschied die FC-Elf dank Bei diesen Bewerben werden die Final- Jubel den Pokal 2016 entgegen: Die dreier Tore von Sascha Liesinger für Teams aus K.O.-Begegnungen aller siegreiche Mannschaft hat in dieser sich. Gratulation der Kampfmann- Hobby-Liga-Mannschaften ermittelt. Saison übrigens neben den meisten schaft für eine sehr gute Saison! Im Finalspiel standen sich schließlich erzielten Toren (67) auch die wenigs- Übersaxen und Fraxern gegenüber ten Treffer kassiert. Sie beendeten die Neben der Hobbyliga stand noch der – und groß war die Freude nicht nur Meisterschaft ohne einzige Niederlage, „Cup“ auf dem Programm: Gleich in der beim Trainer-Duo Philipp Kathan und zwei Spiele endeten unentschieden. Neuer Kassier beim FC Der FC freut sich über „frisches Blut“ im Vorstand: Tobias Ender (Foto) heißt der neue Kassier, der dieses Amt von Hugo Kathan übernommen hat. Dieser wird sich, zur Freude des Vorstands, in Zukunft voll und ganz den Wirtschaftstätigkeiten im Clubheim widmen. Tobias spielt mittlerweile die dritte Saison in der Kampfmannschaft des FC und konnte nun also auch als Funktionär gewonnen werden. Erfolgreiche Terrassensanierung Mit mehr als 150 Stunden Eigenleistung durch die Vereinsmitglieder wurde die mittlerweile marode Clubheim-Terrasse auf der Sportanlage Kapieters rechtzeitig zum Saisonbeginn saniert. Die Kosten hierfür, die sich auf rund 12.000 Euro beliefen, wurden zur Gänze vom FC übernommen. Die Sanierung wäre jedoch noch sehr viel teurer geworden, wenn nicht so viele Mitglieder Hand angelegt hätten. Die FC-Führung bedankt sich daher bei allen, die den Verein tatkräftig unterstützt haben. Oktober 2016 Frühjahrskonzert mit Ehrungen Rudolf Mittelberger Der festliche Rahmen des traditionellen Früh- Mit der Goldenen Ehrenspange für 50 Jahre jahrskonzerts, bei dem die Musikantinnen und Mitgliedschaft wurde Rudolf Mittelberger Musikanten der Bürgermusik von 1865 nach ei- ebenfalls beim Ehrungsabend des Blasmusik- ner intensiven Vorbereitungsphase ihr Können verbandes ausgezeichnet. Rudolf ist im Jahr vor zahlreichen Besuchern zum Besten geben 1966, im Alter von 15 Jahren, der Bürgermu- konnten, bildete auch in diesem Jahr die Kulisse sik beigetreten und spielt seither Waldhorn. für Ehrungen aus den Reihen der Mitglieder: Von 1985 an war Rudolf bis 2014 für die Für die geleistete Arbeit und die treue Mit- Vereinsfinanzen als Kassier zuständig. Im gliedschaft, für die tolle Kameradschaft und die Jahr 1997 wurde ihm vom Österreichischen vielen schönen Stunden wurde Petra Mathis- Blasmusikverband die Verdienstmedaille in Matt, Rudolf Mittelberger und Erwin Nachbaur Silber überreicht. auf diese Weise mehr als einfach nur „Danke“ gesagt – diese Ehrung sollte als besondere Auch Erwin Nachbaur wurde im Herbst Auszeichnung oder Würdigung für die heraus- durch den Vorarlberger Blasmusikverband ragenden Leistungen verstanden werden. für 50 Jahre Mitgliedschaft mit der Goldenen Ehrenspange geehrt. Erwin ist im Jahr 1964, Erwin Nachbaur Petra Mathis Matt Petra Mathis-Matt wurde im Herbst vom Vor- im Alter von 15 Jahren, der BMF beigetre- arlberger Blasmusikverband für 25 Jahre Mit- ten. Nach einer Unterbrechung von 1985 bis gliedschaft mit der Verdienstmedaille in Silber 1987 war Erwin dann wieder durchgehend geehrt. Der BMF ist Petra im Jahr 1991, im Al- Mitglied des Vereins. Anfangs hat er Posau- ter von 11 Jahren, beigetreten. Sie hat anfangs ne gespielt, bevor er später auf das Tenor- noch Klarinette gespielt, anschließend viele horn wechselte, was er bis heute spielt. In Jahre Alt-Saxophon. Nach dem Frühjahrskon- diesen vielen Jahren war Erwin auch in zwei zert wechselte sie auf das Tenorhorn. Im Vor- Funktionen im Vorstand tätig – als Obmann- stand war Petra in verschiedensten Funktionen Stellvertreter und Instrumentenwart. Auch viele Jahre aktiv am Vereinsgeschehen betei- Erwin wurde im Jahr 1997 vom Österreichi- ligt – als Beirätin, Jugendreferentin, Notenwar- schen Blasmusikverband die Verdienstme- tin und bis heute als Schriftführerin. daille in Silber überreicht. Ständchen zur Erstkommunion In Kombination mit der Erstkommunion wollte die BMF heuer ursprünglich ihren Tag der Blasmusik begehen. Doch dieser musste wegen schlechten Wetters abgesagt werden. Ein Ständchen gab es dennoch: Trotz starken Regens wurden die Erstkommunikanten mit musikalischen Klängen im Jakob-Summer-Saal herzlich empfangen. Die zahlreichen Besucher konnten anschließend an die Messe mit einem Gläschen Wein anstoßen. Die Bürgermusik begrüßte die Familien und gratulierte den Erstkommunikanten mit Märschen und Polkas zu ihrer ersten heiligen Kommunion. 20 Mitteilungen der Gemeinde Fraxern OF: Schnell wie der Blitz Die Feuerwehr Fraxern ist die schnellste im ganzen Land! Erneut sicherte sich die Mannschaft den Bezirksschimeistertitel bei den diesjährigen Meisterschaften in Laterns. Die Mannschaft mit Mathias Kofler, Daniel Devigili, Robert Kathan und Timo Devigili setzte sich gegen Laterns und Viktorsberg auf den weiteren Plätzen durch und konnte somit den Titel vom Vorjahr erfolgreich verteidigen. Was folgte war eine äußerst gelungene Siegerehrung im Jakob-Summer-Saal bei der eine tolle, ausgelassene Stim- Für die Fraxner Ortsfeuerwehr bedeute- Jubiläumsfest, doch für die Mitglieder mung herrschte. Insgesamt nahmen te diese Veranstaltung aber noch mehr. hat das „f4: Großereignis“ schon lange 184 Läufer an dieser Meisterschaft teil. Sie war der offizielle Startschuss – die begonnen! Festausschüsse wurden Jung bis Alt – alles war vertreten und Auftaktveranstaltung – zum Jubiläums- gebildet und zahlreiche Sitzungen als der älteste Teilnehmer aus Hohe- fest vom 7. bis 9. Juli 2017. Riesenstim- abgehalten. nems (Jahrgang 1937) mit Standing mung und beste Laune: Alle Anwesen- Große Festveranstaltungen gab es ja Ovation auf die Bühne begleitet wurde, den bei der Preisverteilung erlebten schon in den Jahren 1972, 1977, 1987 hatte auch der letzte Feuerwehrler im einen ersten Vorgeschmack auf dieses und 1997 sowie 2007. Wie bei letzte- Saal eine Gänsehaut. Trotz schlechten Jubiläumsfest – auf das f4 Großereignis. ren Feierlichkeiten wird auch diesmal Wetters sorgte die Feuerwehr Fraxern um Kommandant Bernd Nachbaur für das Festzelt mitten im Dorf aufgebaut Noch acht Monate – zwischen dem Gasthaus Krone und eine perfekte Organisation und einen rund um das Feuerwehrhaus. Hierzu reibungslosen Ablauf der Bezirksmeis- Die Motivation der Feuerwehr Fraxern laufen die Planungsarbeiten auf Hoch- terschaften für die Bezirke Feldkirch wächst von Tag zu Tag; noch ist es touren. Unzählige Details gibt es zu und Dornbirn. knapp ein dreiviertel Jahr bis zum klären, gilt es doch eine Hundertschaft an Feuerwehrlern aus dem ganzen Land an allen drei Festtagen darin unterzubringen. Die Vorfreude ist jedenfalls riesengroß, nicht zuletzt nachdem bei diesem f4 Großereignis ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gehen wird: Wie bei der gut besuchten Kilbi im Foto: ©VOL.AT/KathanS. September höchst offiziell – durch Landeshauptmann Markus Wallner – angekündigt wurde, wird ein neues LF-A (Löschfahrzeug-Allrad) anlässlich des Festwochenendes feierlich übergeben werden. Ein weiterer Höhepunkt!
  1. firstblick
  2. jahreschronik
  3. mitteilungsblatt
20151201_First_...eschr Fraxern 01.10.2015 27.06.2021, 08:50 FIRST BLICK Das Mitteilungsblättle der Gemeinde Fraxern 2 Mitteilungen der Gemeinde Fraxern Das Geheimnis ist gelüftet: Wir freuen uns, die druckfrische Ausgabe unseres ersten FIRST BLICKs präsentieren zu dürfen: Mit dem neuen Gemeinde-Blättle möchten wir in der Art einer Chronik künftig zweimal pro Jahr Einblicke in das vielgestaltige Leben in unserem schönen Dorf gewähren und wichtige Ereignisse dokumentieren. Aktuelles aus der Gemeindestube Bürgermeister-Agenden einzuarbeiten und sie erfolgreich weiterzuführen. Eine sachliche und fachliche Hilfestellung durfte ich ebenso von unserem Bauhof-Team in allen technischen und infrastrukturellen Einblick Für die Namensfindung hatten wir einen Ideen-Wettbewerb ausgeschrieben; an dieser Stelle sei daher herzlich für die vielen, teils sehr originellen Rückmeldungen gedankt. Das Redaktionsteam hat alle Vorschläge ausführlich diskutiert und abgewogen und dabei Aspekte wie Prägnanz, FraxernBezug, Klang oder graphische Darstellbarkeit berücksichtigt. Inspiriert von den zahlreichen kreativen Vorschlägen haben wir einige „weitergesponnen“ und der FIRST BLICK war geboren! Der Name steht für Perspektive – für Ein- und Ausblicke, Überund Rückblicke in Dorfleben und Gemeindearbeit. Da er in Teamwork entwickelt wurde und es viele Anregungen gab, konnte kein klarer Sieger ermittelt werden. Somit möchten wir alle Ideengeber zu der besagten Käsknöpfle-Partie einladen. Und nun: Willkommen Belangen erfahren. Im Hinblick auf die neue Fraxner Gemeindevertretung darf ich behaupten, dass wir alle an einem Strang ziehen: Liebe Fraxnerinnen und Fraxner, Die Stimmung bei den Sitzungen ist konstruktiv und respektvoll – alle unsere Mandatare haben übrigens auf nun sind beinahe neun Monate ver- ihr Sitzungsgeld verzichtet – und nur gangen seit der Gemeindevertretungs- durch einen wertschätzenden Umgang wahl im Frühjahr 2015. miteinander können wir gewährleis- Mittlerweile habe ich mich gut in ten, dass es auch in Zukunft genügend mein Amt eingearbeitet und schon engagierte Bürger gibt, die sich in den weit über hundert Termine für unsere Dienst der Allgemeinheit stellen. schöne Berggemeinde wahrgenom- Danke an meine Fraktion, die Ge­ men. Für eine so vielseitige Aufgabe meinde­liste Fraxern, und das Demokra- ist ein funktionierendes Netzwerk auf tische Forum Fraxern: Es ist eine Freu- allen Ebenen der Kommunalpolitik de, mit euch zusammenzuarbeiten! – vom Land, über die Regio bis zur Gemeinde – unabdingbar. Ich kann heute sagen, dass es für Mit Leidenschaft und Augenmaß mich keine erfüllendere Aufgabe gibt, als mich mit aller Kraft für Bevor ich im Folgenden berichte, unser Fraxern einzusetzen. An dieser was im vergangenen Dreivierteljahr Stelle möchte ich daher noch einmal umgesetzt wurde, möchte ich noch von ganzem Herzen danken für den einen Gedanken ausführen: Es ist ein großen Vertrauensbeweis, den ich in langer Weg, bis ein Projekt geboren Aussichten! Form von 304 Vorzugsstimmen er- und gemeinsam politisch beschlossen halten habe. Die Bevölkerung hinter ist. Erst im Anschluss beginnt das IMPRESSUM: FIRST BLICK 1/2015 mir zu wissen, gibt mir vor allem in Umsetzen und dies – man glaubt es schwierigen Zeiten Kraft. kaum – ist der einfachere Teil in der Es ist mir aber auch ein Anliegen, Politik. Hierzu ein treffendes Zitat unseren Gemeindeamtsbediensteten von Max Weber: „Politik bedeutet ein Dank zu sagen für ihre hervorragende starkes, langsames Bohren von harten Unterstützung und ihren Teamgeist, Brettern mit Leidenschaft und Augen- die es mir ermöglichten, mich in die maß zugleich.“ beim FIRST BLICK – schöne Bürgermeister Steve Mayr, Gemeinde Fraxern, Im Dorf 3, 6833 Fraxern Tel: 05523 / 64511 Redaktion, Satz und Gestaltung: Alexandra Zittier-Summer, Gabi Oberhauser, Karin Devigili, Kornelia Maier-Häfele, Steve Mayr Koordination: Angela Alicke Dezember 2015 Orsanka Mit dem Orsanka-Projekt habe ich als Bürgermeister im Wortsinne eine Baustelle übernommen, in die ich mich mit Hilfe meines Amtsvorgängers Reinhard Nachbaur sowie des Bauhof-Mitarbeiters Thomas Porod eingearbeitet habe. Wer selbst schon einmal eine Baustelle hatte, weiß: Unverhofft, kommt oft! So war es auch bei uns. Zunächst mussten mehr Wasserleitungen ausgetauscht werden, als ursprünglich angenommen, weil Sanierungen Die Planungen für die Sanierung unserer beiden Hauptstraßen, des Kugelwegs und der Dorfstraße, wurden ebenfalls von der neuen Gemeindevertretung auf Schiene gebracht. Auf den ersten Blick schauen unsere Straßen nicht so schlecht aus, aber wenn wir uns die Mühe machen und den Untergrund mittels Kamerabefahrungen bzw. Vereine Im Hinblick auf das aktive Vereinsleben in unserem Dorf haben wir den Weg einer engeren Zusammenarbeit eingeschlagen: Wie schnell gibt es eine ungewollte Terminüberschneidung und schon deren Zustand sich als sehr viel schlechter erwiesen hat, als erwartet. In Folge wurden auch deren Verlauf sowie die Löschwasserversorgung umgelegt und dadurch optimiert. Unterhalb von Elafuns hat eine Krainerwand der Belastung nicht mehr standgehalten und musste mit Spritzbeton und Ankerstangen an den Hang gesichert werden. Dann hat sich herausgestellt, dass die Gesamtsteuerung der Fraxner Wasserversorgung technisch nicht mehr kompatibel ist mit den neuen Komponenten, die in diesem Jahr verbaut wurden. Somit musste eine komplett neue Regelanlage angeschafft werden. Als Ergebnis all dieser Maßnahmen haben wir jetzt im ganzen Dorf eine Lösch-, Trink- und Abwasserversorgung, die für die nächsten Generationen keine Wünsche offen lässt, und mit jedem Liter Wasser, den wir nach Klaus verkaufen, wird überdies noch umweltfreundlich Strom produziert. Alle Mehrkosten wurden übrigens vom Land Vorarlberg auf ihre Sinnhaftigkeit geprüft und anschließend gefördert. Probebohrungen untersuchen, dann zeigt sich leider ein anderes Bild: Es wird ein Millionen-Projekt, die Ortsdurchfahrung zu sanieren. Auch beim Fraxner Kanalsystem, das mittlerweile schon beinahe vierzig Jahre alt ist, wird viel Geld aufgewendet werden müssen, um es für die Zukunft tauglich zu machen. Für diese drei Großprojekte habe ich bereits unzählige Gespräche mit Förderstellen und Technikern absolviert. Trotz aller möglichen finanziellen Unterstützungen, die sich beispielsweise 2016 bei den Kanalinstandhaltungen zu unseren Gunsten verbessert haben, wird es noch eine Kunst, die Kosten hierfür im Budget unterzubringen. Bei diesen großen Vorhaben bitte ich die Bevölkerung daher um Geduld und Verständnis, wenn es zu Verzögerungen kommen sollte – getreu des Mottos: „Wer hohe Türme bauen will, muss lange beim Fundament verweilen.“ hängt der „Dorfsegen“ schief. Genau das wollen wir verhindern. Zweimal jährlich wird es künftig eine Obleute-Versammlung geben, damit die Kommunikation nicht zu kurz kommt. Beim ersten Treffen wurden die Vereinsvertreter unter anderem über das Projekt Gemeindezeitung informiert und eingeladen, dort über ihre Aktivitäten zu berichten. Auch die Vorzüge der neuen Fraxner Homepage wurden präsentiert. Im Vereinsleben ist es wie in der Politik – nur mit gegenseitiger Akzeptanz und einem freundlichen Umgang können wir Gutes für unsere Einwohnerschaft bewirken. 4 Mitteilungen der Gemeinde Fraxern Soziales Unser neuer Familien- und Sozialausschuss unter Obmann Roland Mathes und Stellvertreterin Karin Devigili ist sehr Alpen Auf unseren Alpen haben wir mit denselben Problemen zu kämpfen wie die gesamte Landwirtschaft – immer höhere Kosten und schlechtere Preise. Dennoch haben wir auch heuer die Abrechnung wieder positiv gestalten können, so dass die laufenden Investitionskosten Persönliches Dies war nur ein kurzer Überblick über meine und die Arbeit der Gemeindevertretung in den vergan- engagiert und hat es sich zum Ziel gesetzt, drei Veranstaltungen im Jahr speziell für die Senioren zu organisieren – ein sehr erfolgreicher Ausflug auf die Fraxner Alpen war bereits eine davon. Selbstverständlich wurde auch an die Jüngsten gedacht mit einem zum ersten Mal ausgerichteten, vergnüglichen Familien-Spiele-Fest. Und in der närrischen Zeit steht das tradi­ tionelle Faschingstreiben wieder auf dem Programm. für die Alpgebäude beinahe zur Gänze finanzieren wurden. Mit unserem Personal haben wir wirklich einen Glücksgriff gemacht: Unsere beiden Hirtschaften haben untereinander ein sehr gutes Verhältnis und helfen sich gegenseitig aus, wenn es einmal Probleme gibt. Unser Alpmeister Anton Nachbaur verbringt auch beinahe den ganzen Sommer auf den Alpen. Er hat in dieser Saison über 300 Stunden für den reibungslosen Ablauf aufgewendet, den größten Teil ehrenamtlich. Als Vorsitzender der Alpinteressentschaft werde ich von Hugo Kathan als Obmann des Unterausschusses sehr gut unterstützt. Während des Sommers „lebt“ Hugo für unsere Natur und reicht bei jeder Arbeit seine helfende Hand. genen Monaten. Nun möchte ich recht viel Freude beim Schmökern in unserer ersten First-Blick-Ausgabe wünschen sowie allen Lesern eine ruhige Adventszeit mit vielen schönen Stunden im Kreise ihrer Familien. Ich freue mich auf die vor mir liegende, weitere Amtszeit. Herzlichst Steve Mayr Bürgermeister Dezember 2015 Hilfsbereitschaft und Solidarität für Flüchtlinge „Hinter jedem Flüchtling steckt eine persönliche Geschichte… Foto: Tobias Nachbaur “ Zitat eines Besuchers Wie sehr die Flüchtlingsproblema- Ausdruck einer großen Solidarität Veranstaltung: „Wir sind sehr stolz tik auch die Fraxner Bevölkerung und Hilfsbereitschaft gegenüber den auf das Ergebnis dieses Abends, der beschäftigt, wurde anlässlich einer Flüchtlingen. bewiesen hat, dass Fraxern bereit ist, sich im Bedarfsfall gemeinsam Bürgerversammlung deutlich, zu der die Gemeinde auf vielseitigen Wunsch eingeladen hatte. Ziel war Plattform für aktive Hilfe ins Leben gerufen es, eine „Flüchtlingshilfe Fraxern“ um Kriegsflüchtlinge zu kümmern und sie in unserer Dorfgemeinschaft willkommen zu heißen.“ auf den Weg zu bringen. Ein Großteil der Teilnehmer hat Laut Auskunft der Caritas, so Mayr, Zum Bersten voll war der Bewe- sich an diesem Abend in eine Liste seien inzwischen bereits einzelne gungsraum als Stefan Arlanch von eingetragen, die der Gemeinde künf- private Wohnungsangebote aus der Caritas Vorarlberg in einem tig als Plattform all jener dient, die Fraxern eingelangt. Ob und wann kompakten Vortrag Wissenswertes ihre aktive Hilfe anbieten. Fortlau- es zu einer entsprechenden Zutei- zum Thema – interessante Fakten fend soll innerhalb dieser Plattform lung an Asylanten komme, sei von zur Flüchtlingssituation in Europa, über Neuigkeiten informiert und verschiedenen Faktoren abhängig. Österreich und Vorarlberg – vortrug. bei eventueller Hilfesuche Kontakt Die Gemeinde werde jedenfalls Mit Engagement und Sachkenntnis aufgenommen werden. Die Regio darüber informiert. „Und wie der beantwortete der Referent anschlie- Vorderland hat die Fraxner Freiwil- Versammlungsabend zeigte, sind wir ßend auch die vielen Fragen rund ligen mittlerweile auf diesem Weg Fraxnerinnen und Fraxner mensch- um Hilfsmöglichkeiten und die zu einem Workshop für ehrenamt- lich darauf positiv eingestellt und Organisationsarbeit der Caritas. liche Flüchtlingshelfer eingeladen. vorbereitet.“ Fraxnerinnen und Fraxner jeden Wer noch in diese Liste aufgenom- Alters haben nicht nur an diesem men werden möchte, kann sich mit Abend teilgenommen, sondern in Namen, Straße, Telefonnummer und vielerlei Hinsicht ihre Anteilnahme E-Mail bei der Gemeinde melden und positive Einstellung bekundet. (gemeinde@fraxern.at). Aber auch Sorgen und Ängste wur- Für die Arbeitsgruppe „Flüchtlings- den laut ausgesprochen. Insgesamt hilfe Fraxern“ zog Bürgermeister geriet die angeregte Diskussion zum Steve Mayr eine positive Bilanz der 6 Mitteilungen der Gemeinde Fraxern Wanna-Team: Mehr als gelebte Bürgerbeteiligung Mit der Idee, die alte Alphütte auf Wanna vor dem weiteren Niedergang zu bewahren, wurde vor mehr als einem Jahr eine großartige Bürgerbeteiligungsaktion ins Leben gerufen, die bereits sichtbare Erfolge gezeitigt hat. Gemeindevertretung ihre Zustim- diesem Projekt ist es uns gelungen, mung zu einem innovativen Nut- dass einige Bürger wieder einen zungskonzept – die zündende Idee Bezug zu unserer wertvollen Natur lautete, der Bevölkerung die Hütte aufbauen konnten. Die Liste der gegen Mitarbeit bei der Pflege der Mitstreiter ist sehr bunt und wir ha- Alpen zur Verfügung zu stellen: ben bei allen Einsätzen immer eine Jeder Fraxner, der zu dieser Art des Mordsgaude“. modernen „Frondienstes“ bereit ist, Die Nutzung der Hütte, die mitt- Ein Bewusstsein für öffentliches Gut bekommt die Möglichkeit, die Hütte lerweile in einem „super Zustand“ zu schaffen, aktiv zu werden, kurz: für sich privat zu nutzen. Es bildete sei, wird übrigens demokratisch im für Mutter Natur verantwortlich zu sich das sogenannte Wanna-Team, Team festgelegt. Mayr: „Uns war sein, war das Anliegen der Initiato- das als ersten Schritt die Sanierung das sehr wichtig.“ Die Freiwilligen ren Hugo Kathan und Steve Mayr, der Hütte selbst in Angriff nahm: würden sich allerdings über noch die das Projekt mit großem Einsatz Alles wurde neu ausgemalt und mehr helfende Hände freuen, ganz und viel Herzblut auf den Weg geputzt, eine Photovoltaikanlage für besonders über „Frauenhände“. brachten. Das war im Jahr 2013. die Beleuchtung installiert und ein Die Mitarbeit ist flexibel – jede Inzwischen hat es viele helfende neuer Ofen eingebaut. und jeder kann eigenverantwort- Hände gegeben, die auf Wanna tätig lich Arbeiten übernehmen und in gepflegt sowie die sichtbar in die 350 Stunden Alparbeit geleistet Jahre gekommene, idyllisch gelege- Auf den Alpen wurden durch die Tätigkeiten reichen von leichten ne Hütte saniert haben. Diese hatte Freiwilligen bis jetzt rund 350 Stun- Handarbeiten bis zu Großeinsätzen jahrelang leer gestanden und war den ehrenamtliche Arbeit verrichtet. mit schwerem Gerät und das Aus- nur noch sporadisch von den Jagd- Damit ist die Pflege des Alpgebietes maß beträgt lediglich vier Stunden. pächtern genutzt worden. Die kleine nicht mehr ausschließlich eine Ver- Die zweite Variante: Man schließt Alpe selbst wurde in den 60er Jahren pflichtung der Gemeinde. sich den organisierten Arbeiten im das letzte Mal mit Kälbern bestoßen. Wie Mitinitiator und nunmehr Bür- Team an. Ansprechpartner dafür sind Im vergangenen Jahr nun gab die germeister Steve Mayr betont: „Mit Hugo Kathan oder Steve Mayr. geworden sind und die kleine Alpe Eigenregie ausführen, wann immer es ihr oder ihm am besten passt. Die Dezember 2015 Fraxner Porträt Ein Globetrotter ist heimgekehrt. Von einem, der in die Welt auszog und in der Heimat angekommen ist, handelt das erste First-Blick-Porträt. Michael „Mike“ Nachbaur, Jahrgang 1977, gelernter Koch und Restaurantfachmann, Tausendsassa und Lebenskünstler. Schon immer stand der gebürtige ring die Formel-1-Szene kulinarisch ich mir in meinem Elternhaus mein Fraxner lieber neben seiner Mama am verwöhnte und schließlich in Pinehurst/ eigenes Reich geschaffen, und ich kann Herd, als in der Werkstatt bei seinem North Carolina in einem wunderbaren sagen, ich bin angekommen“, zieht der Vater. Und bereits im Kindergartenalter Restaurant namens „Elliott‘s on Linden“ Fraxner zufrieden Bilanz. Auch beruf- wusste er, dass seine Bestimmung die landete, wo er mit einem englischen lich ist er sesshaft geworden und freut Küche sein würde. Küchenchef feinste Speisen kreierte. sich jeden Tag über seine Tätigkeit als Nach der Pflichtschulzeit fand er im Er lernte Land und Leute kennen, Küchenchef bei der Firma Omicron in „Torggel“ in Röthis fähige Lehrmeister, sammelte viele Erfahrungen in der Klaus. Mike verleiht seinem Tun eine die ihm den Weg zum Koch ebneten. Kochkunst auf höchstem Niveau und eigene Handschrift und sucht das Gute Nach Ende der Ausbildung holte er sich dennoch war für den 38jährigen nach oft im Einfachen, jenseits der Moden. als Jungkoch in hervorragenden hiesi- etlichen Jahren in der Fremde „das Le- Besonders deshalb freut es das First- gen Häusern, wie der „Linde“ in Höchst ben aus dem Koffer“ genug – er kehrte Blick-Team jeweils ein „einfach gutes“ oder dem Hotel „Arlberg“ in Lech – wo zurück ins schöne Kriasidorf. Rezept aus der Feder von Michael sogar Lady Di von seinem Süppchen aß „Gemeinsam mit meinem Vater habe Nachbaur veröffentlichen zu dürfen. – seinen kulinarischen Feinschliff. Ein Besuch in London, bei einem ehemaligen Lehrlingskollegen, führte ihn nach einem erholsamen Strandaufenthalt an der britischen Südküste direkt an den Herd des „Grand Hotel Brighton“, wo er sich für rund ein Jahr mit der englischen Küche vertraut machte. Von da an zog es den sympathischen Fraxner immer wieder in die Ferne und viele, oft eher zufällige Bekanntschaften wollten es so, dass er in Atlanta in einem Golf Club unter einem dänischen Küchenchef wirkte, bei Do & Co Cate- Berner Würstle Mike‘s Style Zutaten: 1 Paar Wienerle, 50 g Speck, 50 g Bergkäse, 250 ml Milch, 1 Ei, 75 g bis100 g Glattes Mehl, Salz, Pfeffer, gehackte Petersilie So einfach „gots zum Macha“: Die Milch, Eier und Mehl zu einem dicken Flädleteig verrühren. Den Speck in Würfel schneiden und leicht in der Pfanne rösten. Den geriebenen Bergkäse, den gerösteten Speck und die gehackte Petersilie zum Teig dazugeben. Mit Salz, Pfeffer und evtl. Chili würzen. Dann das Wienerle einfach durch den Teig ziehen und in einer Pfanne mit heißem Fett frittieren. Dazu passt Kartoffelsalat. Gutes Gelingen und „an Guata“ wünscht da`Mike! 8 Mitteilungen der Gemeinde Fraxern Hubert Cäsar die Senioren mit einem zünftigen Wurstsalat. Die Stimmung wurde schnell ausgelassen, Lieder wurden angestimmt – auf der Gitarre begleitetet von Sigrid und Severin Kobald – und mit fröhlichem Gesang und Geplauder verweilte die gemütliche Runde bis in die Abendstunden. Zum riesigen Erlebnisspielplatz hatten die Ausschuss-Mitglieder den JakobSummer-Saal umgestaltet – nicht weniger als zwölf Stationen, an denen Senioren und Familien im Mittelpunkt Klein und Groß basteln und ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen konnten, gab es beim 1. FamilienSpiele-Fest. Den größten Spaß hatten die Youngsters mit der Riesenschaukel, die ständig belagert war, aber auch Zwei erfolgreiche Premieren: Eltern, Großeltern, Onkel und Tanten Jugenderinnerungen wurden geweckt, genossen das gemeinsame Spiel. Da so als die Senioren auf Einladung des viel Action bekanntlich hungrig und Familien- und Sozialausschusses durstig macht, wurde auch Speis‘ und einen liebevoll organisierten Ausflug Trank tüchtig zugesprochen. auf die Fraxner Alpen unternahmen. Bürgermeister Steve Mayr war Als absoluter Renner erwies sich übrigens als Riebel-Koch im Einsatz; das mit ebenso großem Engagement er teilte die sichtliche Begeisterung veranstaltete 1. Fraxner Familien- aller Besucher für diese vergnügliche Spiele-Fest. Veranstaltung. Ausgesprochen motiviert und kreativ hat der Ausschuss um Obmann Roland Mathes und Stellvertreterin Karin Devigili seine Arbeit aufgenommen, neue Ideen entwickelt und mit großem Erfolg umgesetzt. Der Seniorenausflug führte auf die Alpen Wanna, Schwimmersboden und Kugel. Nachdem die älteren Semester zunächst die renovierte Wanna-Hütte in Augenschein genommen hatten, wurden sie auf der Stofel-Hütte von Älpler Andreas Fetz und seiner Freundin Tanja bestens mit hausgemachtem Kuchen bewirtet. Auf der Kugel-Hütte empfing das Hirten-Paar Marlene und Dezember 2015 Unsere Jubilare in Fraxern Goldene Hochzeit im Hause Nägele Auf fünfzig gemeinsame Ehejahre können Erika und Siegfried Nägele zurückblicken. Knapp zweieinhalb Jahre nach dem couragierten Antrittsbesuch des künftigen Bräutigams gab sich das Paar am 25. September 1965 in Fraxern das Jawort. Mit dem Kauf eines Baugrunds legten die beiden alsbald den Grundstein für die Errichtung eines Einfamilienhauses, eine besondere Herausforderung für die jungen Eheleute. Im neuen Eigenheim machten bald zwei Kinder das Familienglück komplett und heute sind vier Enkelkinder der ganze Stolz des Paares. Die größte Leidenschaft von Erika ist das Gärtnern und so wundert es nicht, dass die Blumenfreundin, die seit 25 Jahren Jurorin beim landesweiten BlumenschmuckWettbewerb ist, ihren Siegfried mit ihrer Begeisterung infizierte. Mittlerweile ist der Garten ein gemeinsames Hobby der Jubilare, die sich übrigens von klein auf kennen, da beide aus Fraxern stammen. Geknistert hat es bei den späteren Eheleuten erstmals am Silvesterabend 1962 im Gasthaus Sonnenblick, dumm nur, dass Erika bereits einen anderen Verehrer hatte. Aber Siegfried, schon zu damaliger Zeit Besitzer eines eigenen Autos, agierte beherzt und wurde persönlich bei ihren Eltern – „Schrieners Benedikt und Maria“ – vorstellig: Spontan bat er sie um eine Verabredung mit Erika, angekleidet mit einem grünen Pullover und seinen besten Schuhen – „Lackschuhen“, wie Erika heute noch weiß. Den Eltern war der junge Fraxner allemal lieber als der Nebenbuhler mit deutscher Abstammung, aber die Tochter fühlte sich ein wenig überrumpelt. Da sie sich jedoch nicht mehr aus der Affäre ziehen konnte, fuhr sie mit Siegfried ins Kino nach Rankweil. Erika erinnert sich, dass ihr anfänglicher Unmut über Siegfrieds Eigenmächtigkeit sehr schnell verflogen sei. Bereits im Auto habe sie sich gedacht: „Schneidig ist er ja schon und die schönsten Augen von allen hat er sowieso.“ Nach besagtem Abend – es war der 4. Mai 1963 – waren die beiden ein offizielles Paar. Johann Nachbaur Als 9jähriger hat „Bölsers Hans“, der heuer seinen 90. Geburtstag feiern konnte, den Großbrand in Fraxern am 18. April 1934 hautnah miterlebt: Mit den anderen Kindern aus der Schule geflüchtet, beobachtete er die ganze Katastrophe aus sicherer Distanz. Von Höhen und Tiefen geprägt war der weitere Lebensweg des Jubilars, der mit 17 Jahren zum Kriegsdienst eingezogen wurde. Er ist der letzte lebende Fraxner Soldat, und noch heute sind dem 90jährigen die dramatischen Ereignisse an der italienischen Front gegenwärtig. So musste er miterleben, wie seine Kameraden im Schützengraben durch Granatfeuer getötet wurden. Nachdem auch sein Kommandant in seinen Händen gestorben war, trat Hans als letzter Überlebender der Kompanie den Rückzug an. Verwundet auch er, fand er in einem Stall Unterschlupf, wo er jedoch von den Engländern aufgegriffen wurde. Aber diese hatten Erbarmen mit dem jungen Fraxner und behandelten ihn gut. Nach zweieinhalbjähriger Gefangenschaft konnte er schließlich in die Heimat zurückkehren. Hans war immer ein begeisterter Musiker und insgesamt 29 Jahre bei der Bürgermusik sowie zwei Jahrzehnte im Kirchenchor. 1951 heiratete er Sefa und kaufte mit ihr und ihren ledigen Schwestern ein Haus. Die beiden bekamen vier Kinder und übernahmen 1965 eine Landwirtschaft. Daneben musste der Jubilar für das Auskommen immer arbeiten. Dass die beiden stets ein hervorragendes Team waren, haben sie auch bewiesen, als Sefa sehr krank wurde: Hans hat sein Leben ganz der liebevollen Pflege seiner Ehefrau untergeordnet. Im hohen Alter erlernte er, den Haushalt zu führen. Auf die Frage, wie er das gemeistert hat, antwortet er lakonisch: „I ha müssa da bessere si, sie hat‘s numma künna!“ 10 Mitteilungen der Gemeinde Fraxern Gisela Kathan In Krumbach ist Gisela Kathan, die heuer ihr 90. Lebensjahr vollendete, als Nachbarin des ehemaligen Fraxner Pfarrers Martin Fink aufgewachsen. Schon auf dem elterlichen Bauernhof musste sie hart arbeiten, daher lautet das Motto der Jubilarin noch heute: „Schaffa hat no koam gschadat.“ Nach der Schule erlernte sie das Schneiderhandwerk, obwohl es Anfang der 1930er Jahre weder üblich noch einfach war, als Mädchen eine Lehrstelle zu bekommen – Gisela musste dafür täglich einen einstündigen Fußmarsch querfeldein nach Doren auf sich nehmen. Jahrzehntelang nähte sie später die Kleidung für ihre Familie selbst und auch in Fraxern fand sie durch ihr handwerkliches Können bei Eugen Dobler („Schniederles“) für viele Jahre Arbeit. Auf die Frage, wie sie denn hierher gekommen sei, antwortet die 90jährige lachend: „Da Gebhard hat halt a günstige Magd brucht.“ Gebhard Kathan war 1956 in Doren bei einem Straßenbauprojekt der Firma Wilhelm & Mayer beschäftigt. So lernte er Gisela kennen und fuhr in Folge, unter erschwerten Umständen, zur „Stubate“ in den Bregenzerwald: zu Fuß ging es von Fraxern zum Klauser Bahnhof, dann weiter nach Krumbach, wo er zwar bei seiner Braut übernachten durfte, selbstverständlich in einem separaten „Gada“. Es galten strenge Regeln, und so durfte Gisela nicht einmal zum Wecken sein Zimmer betreten. Im selben Jahr, am 13. Oktober, wurde geheiratet. Die Freude über die langersehnte Schwiegertochter war im Hause „Matschelsers“ sehr groß. So groß, dass Gebhards Mutter sogar einen „Spion“ auf die Rellsalpe entsandte, wo das junge Paar die Alpwirtschaft übernommen hatte: Josef Nägele („Kochs Sepp“) sollte auskundschaften, ob die junge Ehefrau während des Sommers vielleicht schon schwanger geworden sei. Die Kinder sind dann etwas später eingetroffen, drei an der Zahl. Fraxern wurde der Krumbacherin schnell zur Heimat, „obwohl Fraxner scho oga Kopfate gsi sind“, wie sie schmunzelnd erzählt. Gisela ist bis über das 85. Lebensjahr hinaus noch täglich in den Stall gegangen. Ihr fällt nur eine Arbeit ein, die sie ihren Lebtag verweigert hat, und zwar beim Schlachten das Blut zu rühren. Die Jubilarin erfreut sich bester Gesundheit und ist täglich auf einem Spaziergang im Dorf anzutreffen. Im Winter muss sie jeden Tag den Ofen anheizen, damit es warm wird. Auch der Kochlöffel wird täglich geschwungen, am liebsten, wenn sich die Enkelkinder zum Mittagessen ankündigen. Gisela ist davon überzeugt, dass all diese Aktivitäten sie fit halten. Zufrieden mit ihrem Lebensweg merkt sie an: „Was früher an Moral und Armut zu viel war, haben wir heute zu wenig.” Gottlinde Nägele Als eines von vier Kindern wurde Gottlinde Nä- gele vor 80 Jahren im oberösterreichischen Lambach geboren. Nach Fraxern kam sie als junge Frau der Arbeit wegen: Zuvor hatte sie sich in der Heimat eine Stelle in der Kinderbetreuung suchen wollen, ihr Vater hat ihr jedoch ein Angebot vorenthalten, da es ihm zu weit weg von Zuhause war. Was aber tat die patente Gottlinde, als sie dies erfuhr? Sie nahm die „nächst“beste Stelle an – eben in Fraxern. Am 11. Mai 1954 begann sie ihren Dienst bei der Familie Löffelmann im einstigen Gasthaus „Adler”, das Arbeitsverhältnis dauerte aber nur zehn Tage, weil Gottlinde für alles eingesetzt wurde, nur nicht im Haushalt und für die Kinder: „Das habe ich mir nicht gefallen lassen.“ Gottlinde fand bei ihrer guten Freundin Herta Nägele („Tschofers“) Unterschlupf, wo sie fast ein Jahr, bis zu ihrer Hochzeit, wohnte. Die zehn Tage als unfreiwillige Kellnerin im „Adler” hatten ihr nämlich zwei Verehrer eingehandelt. Neben dem späteren Ehemann Hermann hatte auch Ernst Nägele ein Auge auf die junge Oberösterreicherin geworfen. Da sich die beiden nicht einig wurden, wer mit ihr anbandeln dürfte, vereinbarten sie kurzerhand, dass derjenige das erste Rendezvous bekommt, der länger „hocka blibt“. Am Ende hat Hermann das bessere „Sitzleder“ bewiesen, und einem Spaß unter Kollegen folgte eine Ehe, die über 55 Jahre andauerte und aus der vier Kinder hervorgingen. Gottlinde hat die Entscheidung, nach Fraxern zu gehen, nie bereut und mit ihrem Hermann den richtigen Partner fürs Leben gefunden. Dezember 2015 Herta Nachbaur Am 3. November vor 80 Jahren erblickte Herta Nach- baur, geborene Summer, in ihrem jetzigen Wohnhaus das Licht der Welt. 1957 ehelichte die 21jährige Bernhard – der Bräutigam zog zu „Kirmas“ und die jungen Eheleute übernahmen die elterliche Landwirtschaft. Deren stetiger Ausbau prägte das arbeitsreiche Leben der beiden, denen 48 gemeinsame Jahre vergönnt waren. Hertas Mutter Anna wurde 100 Jahre alt und verlangte der Tochter in ihren letzten Jahren viel Pflege ab. Aber die Jubilarin versichert: „ Mama war immer sehr frei zum Haben.“ Probleme habe es nur bei Unstimmigkeiten gegeben, „weil da Bernhard und Mama hond all zemma gholfa und sich gegasitig zuzwinkerat - ich has scho gseacha!“ Zehn Enkel und drei Urenkel sind heute der ganze Stolz der Oma, die eine hervorragende Köchin ist: Bei Herta gibt es die besten Käsknöpfle der ganzen Familie. Gerne kommen die Jungen auch zum Riebelessen zu ihr; hier jedoch scheiden sich die Geister, welche Variante die liebste sei – Riebel mit Kartoffeln oder auf die klassische Art. Mit ihren 80 Jahren ist die Jubilarin immer noch sehr umtriebig und beim „Kriasegwinna“ morgens um sechs die Erste auf dem Platz. Im Dorfleben hat sie stets viele Aufgaben übernommen: So war sie Jahrzehnte für das Schließen der Kirche, die Sirenenprüfung und das Überbringen der Gemeindenachrichten zuständig. Noch heute ist sie für das Wetterläuten im Einsatz und hat das Dorf vor manchem Unwetter gewarnt. Martha Nachbaur Heuer konnte Martha Nachbaur ihren 80. Geburtstag begehen. Die gebürtige Koblacherin hat 1961 nach Fraxern geheiratet und empfindet das Dorf mittlerweile als ihre Heimat. Aber es sei nicht immer leicht gewesen mit den Ur-Fraxnern: „Am Anfang haben die einen spüren lassen, dass man eine Zugezogene ist“, erzählt die Jubilarin. Ihren Mann Othmar hatte sie einst bei einer Nachbarin kennengelernt. Leider erkrankte dieser früh und musste sehr leiden, ein Umstand, der das Leben des Paares mühselig machte. Aus der Ehe sind drei Kinder hervorgegangen. Martha wohnt noch immer im Elternhaus von Othmar („Karleseppas“), wo bis 2008 auch ihre Schwägerin Hilda lebte. Diese hat Martha anfänglich auf jede Veranstaltung mitgenommen und der Jubilarin, die sich noch an viele Feste bis in die frühen Morgenstunden erinnern kann, gelang es mit ihrer humorvollen und offenen Art, sich gut in das Dorfleben zu integrieren. Freundschaften entstanden, die bis heute anhalten. In Koblach habe man immer zu den Kindern gesagt: „Wenn ihr nicht folgt, kommt ihr nach Fraxern“, lacht die Seniorin. So schlimm sei es allerdings nicht geworden. Notburga Dobler Ihren 80. Geburtstag konnte Notburga Dobler unlängst begehen. Die gebürtige Höchsterin ist heute noch stolz auf ihre Wurzeln und hat die Liebe zu ihrer Heimat im Rheindelta nie verloren. Es war Anfang der 1960er Jahre als „Schuamachers Heini“ mit einigen Motorradkollegen einen Ausflug nach Höchst unternahm – eine Fraxnerin, „Sönsers Anna“, war dort verheiratet. Bei diesem Besuch stach Notburga Heinrich derart ins Auge, dass der junge Fraxner zu einem Trick griff: Kurzerhand „vergaß“ er seinen Motorradhelm in Höchst, so dass er auf dem Heimweg „gezwungen“ war, noch einmal allein umzukehren. Da hat es gefunkt! Am 22. September1962 wurde geheiratet und Notburga zog hinauf in das Bergdorf. Die erste Ehezeit war sehr beschwerlich, denn Heinrich hatte als junger Frächter viele Schulden auf seinem neuen Lkw. Aber Notburga war hartes Arbeiten von der heimischen Landwirtschaft gewohnt: „Üs hat man nia verpoppalat und des isch guat gsi, denn ka ma o epas durgstoh“, stellt die Jubilarin heute stolz fest. Fünf Kinder hat sie großgezogen, sich stets auch für soziale oder kirchliche Dinge engagiert und insgesamt ein glückliches Leben in Fraxern verbracht. Dabei hatte sie am Anfang rasch erkannt, dass die Bevölkerung lästerte, wenn man „sinnlos“ durchs Dorf spazierte. Immer wenn Notburga eine Runde laufen wollte, nahm sie also einen leeren Eimer oder eine Gartenhacke mit, damit die Leute dächten, sie gehe zum Arbeiten. So waren die Zeiten… 12 Mitteilungen der Gemeinde Fraxern Ignaz Ender Seinen 85. Geburtstag hat Ignaz Ender im Vorderlandhus be- gangen, wo er mittlerweile seinen Lebensabend verbringt. Die Feierlichkeit fand im familiären Rahmen statt; einer jungen Dame hatte es der Jubilar dabei besonders angetan – seiner Urenkelin Greta. 32jährig heiratete Ignaz Maria Stopler und gründete mit ihr eine Familie. Auf der Egg bewohnten sie eines der Bauernhäuser, die nach der verheerenden Brandkatastrophe von 1934 ausgesiedelt worden waren. 1967 verlor Ignaz bei einem tragischen Unglück seine Frau. In den ohnehin kargen Zeiten war es für den Witwer nun umso schwerer, den Alltag zu meistern, aber die Familie rückte eng zusammen: Als große Stütze erwies sich Ignaz‘ Schwester Theresia – sie zog die Kinder gemeinsam mit ihrem Bruder liebevoll groß. Ignaz führte die Landwirtschaft und arbeitete noch zusätzlich als Älpler. In der Natur fühlte er sich immer am wohlsten. Besonders in seinem geliebten „Eledretscha“ verbrachte er unzählige Stunden bei der Pflege von Wald und Wiesen. Dass mittlerweile so viele Magerwiesen zugewachsen sind, hat Ignaz nie verstanden, seine Wiesen wurden von ihm immer geschwendet und perfekt gepflegt. So hat es den Jubilar gefreut zu hören, dass das Wanna-Team diese Fläche im Sommer wieder gemäht und das Heu eingebracht hat. Neuigkeiten vom Klapperstorch Geburt von Amelie Schwarzhans Geburt von Lina Maria Kathan am 27. April 2015 am 7. Mai 2015 Als ich im LKH Feldkirch das Licht Bei meiner Geburt im LKH Feldkirch der Welt erblickte, wog ich 3710 g wog ich 2580 g und war 47 cm groß. und war 51 cm groß. Meine Eltern, Meine Eltern, Jasmine Huck-Babics Jacquline und Martin Schwarzhans, und Thomas Kathan, mit denen mit denen ich in Fraxern im Brun- ich in Fraxern wohne, freuen sich nenweg 6 wohne, freuen sich sehr sehr über meine Geburt. Ich bin das über meine Geburt. Im Moment bin erste Kind und wir wohnen in der ich noch ein Einzelkind. Dorfstraße 10. Geburt von Ella Marie Lampert am 15. August 2015 Ich bin nach Greta das zweite Kind von Christiane Lampert und Manuel Ender. Als ich im Landeskrankenhaus Feldkirch zur Welt kam, war ich 3200 g schwer und 50 cm groß. Wir sind in Fraxern in der Dorfstraße 28 A zuhause. Dezember 2015 Kinder in Bewegung als Konzept 21 Mädchen und Buben besuchen entwickeln dabei ihr Körpergefühl, derzeit den dorfeigenen Kindergarten, Gleichgewicht, Geschicklichkeit sowie der seit Herbst 2011 als zertifizierter motorische Fähigkeiten und Fertigkei- Bewegungskindergarten geführt wird. ten. In Bewegung entwickeln sich das Die Kleinen werden von den engagierten Spiel und das Spielen. In Bewegung Kindergarten-Pädagoginnen Melanie entwickeln Kinder ihre Kreativität und Markoc' (Leiterin), Elke Nachbaur-Marte, drücken diese wiederum in Bewegung Claudia Schörgenhofer, Sonja Lechner aus. In Bewegung finden permanent und Silvia Peter betreut. Lernprozesse statt. In Bewegung lernen Kinder sich selber und ihre Mit- Im Folgenden gewährt das Team menschen kennen: Sie machen soziale einen kleinen Einblick in die bewegte Erfahrungen, erleben sich als Teil Welt der Kinder: einer Gruppe und als eigenständiges „Kinder haben den natürlichen Drang, Individuum mit all seinen Grenzen sich zu bewegen! In Bewegung drü- und Möglichkeiten. Ein Wechselspiel cken Kinder ihre Lebendigkeit und von Miteinander und Eigenständigkeit ihre Lebensfreude aus. In Bewegung finden ihren Platz. setzen sich Kinder aktiv mit sich sel- In Bewegung finden Kinder Ventile ber und ihrer Umwelt auseinander. In und Ausdruck für ihre Emotionen. Bewegung erleben Kinder sich selbst In Bewegung und durch alle unzähli- wirksam – sie bewegen, schaffen, fahren, tragen, schaukeln, rutschen, gen ganzheitlichen Bewegungserfah- bauen, schieben, ziehen, heben, rollen, helfen… In Bewegung machen Kinder rungen findet die Persönlichkeitsent- legen, backen, tanzen, malen, werken, permanent unzählige und vielfäl- wicklung unserer Kinder statt. rühren, schaufeln, gießen, baggern, tige körperliche Erfahrungen: Sie …bewegt über so viel Bewegung?“ „Motopädagogik macht Spaß” Was der Begriff Motopädagogik bedeutet, erklärt Kindergarten-Pädagogin Elke Nachbaur-Marte. Sie hat diese Zusatzqualifikation in den vergangenen 18 Monaten in insgesamt 200 Unterrichtseinheiten erworben und mit einem Bildungszertifikat abgeschlossen – übrigens gemeinsam mit Daniela Summer, die nun in Fraxern ein entsprechendes Angebot für Kinder vor dem Kindergarteneintritt bereithält. „Unter Motopädagogik ist eine psychomotorische Entwicklungsbegleitung zu verstehen. Es ist ein ganzheitliches Konzept, das sich mit der Bedeutung der Bewegung für die Entwicklung der kindlichen Persönlichkeit beschäftigt“, so Elke Nachbaur-Marte. Ziel der motopädagogischen Angebote sei es, die Handlungsfähigkeit, das Selbstvertrauen, die Selbsttätigkeit und die sozialen Kompetenzen der Kinder zu stärken. Sie sagt: „Kinder lieben Bewegung und Motopädagogik macht einfach Spaß! 14 Mitteilungen der Gemeinde Fraxern Aktivitäten im Klassenzimmer und in der Natur Per Purzelbaum talwärts Viel Spaß hatten die Volksschüler bei ihrem alljährlichen Herbstwandertag, der sie diesmal zur Alpe Maiensäß führte. Bereits frühmorgens um 7.30 Uhr konnte man die ersten munteren Kinderstimmen in den Gassen und Straßen von Fraxern vernehmen. Flott waren sie unterwegs, denn schon nach einer halben Stunde kam der Frühsport-Trupp mit Lehrer Stefan Kienböck oben am Sportplatz an, wo er auf die restlichen Schüler und Lehrerin Petra bewegten sich alle im Purzelbaum von den Bauernhöfen jeweils in der Medwed traf. Von hier aus ging es Richtung Dorf hinunter. Nähe der Schule. gemeinsam Richtung Maiensäß. Die letzten Meter zur Schule wurden Den Fraxner Erstklässlern statteten Anfänglich war es noch recht kalt, dank einer überraschenden Gratis- Agnes Mittelberger und Roswitha Pe- doch die ersten Schritte steil den Busfahrt schnell bewältigt: „Juhuu, ter einen Besuch ab; dabei hatten sie Berg hinauf wärmten, und so war war das ein schöner Wandertag!“ so einige Leckereien, die mit großem es besser, zügig mitzuhalten, als am Wegesrand nach Blättern oder Tieren Ausschau zu halten. Auf Genuss gemeinsam verkostet wurden: Leckere Schultüten von den Fraxner Bäuerinnen Walnüsse, getrocknete Äpfel und Birnen, Karotten, Tomaten, frische Milch, der Alpe angekommen, packten die Apfelsaft und vieles mehr. Die beiden Kinder erst einmal ihre Getränke aus Bäuerinnen zeigten den Schulkindern, und folgten dann Lehrer Kienböck, wie sich aus Gemüse, selbst gemach- um nach Grillstecken und Feuerholz tem Aufstrich und frischem Din- zu suchen. Bald schon wärmte ein kelbrot lustige Brotgesichter gestalten kräftiges Feuer die kalten Hände und lassen. Nebenbei wurde Süßrahm in es konnte eifrig gegrillt werden. einem verschlossenen Glas kräftig Solchermaßen gestärkt, wurde noch geschüttelt und wenige Minuten Ball gespielt, viel geredet und ge- später war herrlich frische Butter ent- lacht, bevor es wieder talwärts ging. Die Erstklässler aus Fraxern kamen standen, mit denen die Mädchen und Je tiefer sie kamen, umso wärmer heuer in den Genuss, eines besonde- Buben sogleich ihre Brote bestrichen. wurde es den Mädchen und Buben ren Angebotes, das in 150 Vorarlber- Die Erstklässler haben an diesem in der strahlenden Mittagssonne ger Schulklassen veranstaltet wurde Vormittag nicht nur eine leckere Jause und umso übermütiger wurden sie: – der sogenannten Schultüten-Aktion. erhalten, sondern auch gelernt, dass Auf dem Rückweg kamen plötzlich Es handelte sich hierbei nicht um eine Lebensmittel sehr kostbar sind und einige auf die Idee, eine Abkürzung gewöhnliche Schultüte, sondern um unsere regionale Landwirtschaft viele über die Wiese zu nehmen, und bald eine, gefüllt mit frischen Produkten wertvolle Lebensmittel anbietet. Dezember 2015 Aus dem Vereinslokal Obst- und Gartenbauverein Fraxern         OF-Abschlussübung: Schule „brannte“ Ein Brand in der Volksschule war Ende Oktober das halb weniger Minuten mit TLF und MTF (Tanklösch- und Szenario der letzten Übung der Ortsfeuerwehr in diesem Mannschaftstransportfahrzeug) aus. Nach Erkundung der Jahr. Exakt um 18:53 Uhr wurden die Feuerwehrmitglieder Lage durch Einsatzleiter Kommandant Bernd Nachbaur mittels Sirene und Piepser alarmiert und rückten inner- wurde unverzüglich ein Atemschutztrupp zur Rettung der Schulkinder und Lehrpersonen ins Gebäude geschickt. Die vorgefundene Situation machte es auch erforderlich, die Ortsfeuerwehren aus Weiler und Sulz sowie die Drehleiter aus Hohenems anzufordern. Diese unterstützten die Fraxner Kameraden vor allem bei der Personenrettung, denn mehrere Kinder mussten mittels Drehleiter aus dem oberen Stockwerk des Gebäudes, vom Balkon der Panoramaklasse, geborgen werden. Parallel dazu wurde der Brand erfolgreich bekämpft. Neben den Löscharbeiten wurden auch die insgesamt 16 evakuierten Personen betreut. Einsatzleiter Nachbaur zog zufrieden Bilanz, die insgesamt beteiligten 57 Kameraden hätten die Übung „mit Bravour“ gemeistert. Burg-Abenteuer Eine abenteuerliche Wanderung zur Burgruine AltMontfort, verbunden mit einer spannenden Schatzsuche, unterhaltsamen Spielen und gemütlichem Plausch kennzeichneten den sehr gelungenen Familien-ErlebnisNachmittag, zu dem der Kapellenverein seine Mitglieder, die Kappele-Jugend und deren Angehörige eingeladen hatte. Bei Kaffee und Kuchen sowie Grillen am offenen Feuer verging die Zeit, bis es dunkel war, wie im Fluge. Besonders wird die Burg-Episode in Erinnerung bleiben, ein Erlebnis, das Vize-Obmann Werner Nachbaur und Viktor Summer bestens organisiert hatten. 16 Aus dem Vereinslokal Einsätze zu sozialen und wohltätigen Zwecken begleiten seither die Aktivitäten rund um die Familienkapelle. Auch für externe Veranstaltungen wird die Kapelle gerne gebucht und aufgesucht, wie Hochzeiten, Taufen, Wallfahrten, Einkehrtage, geplantes Wanderziel, kirchliche Lehrgangsveranstaltungen oder als beliebtes Ziel im Rahmen von Sakramentenvorbereitungen. Kappele-Jugend Neben aktuell 95 Mitgliedern, die dem Verein angehören, ist der Vorstand „Üser’s Kappele” feiert fünften Geburtstag rund um Obfrau Carmen Nachbaur stolz auf die Gründung seiner KappeleJugend im Herbst 2013. 18 Kinder und Jugendliche treffen sich seither jeden zweiten Freitagnachmittag im Monat. Eine beliebte Zeit für Spiel und Spaß Nach Gründung des Kapellenvereins weilen inmitten der Natur ein – mit sowie Vorbereitungen für diverse 2006, der sich den Wiederaufbau der herrlichem Blick ins Tal. Aktivitäten: Denn die Jugendlichen engagieren sich mit vorbildlichem Kapelle am ursprünglichen Standort zur Aufgabe gemacht hatte, konnte Beliebtes Ziel Einsatz sozial und für ein lebendiges Leben in und um die Familienkapelle. fast auf den Tag genau vier Jahre später, am 26. September 2010, die Öffentliche Veranstaltungen des Ver- Dabei werden sie dankenswerter Weise neue Familienkapelle in einer feier­ eines, wie Maiandachten, Vespern, von ihren Eltern sehr unterstützt. lichen Zeremonie gesegnet werden. Adventsingen, Fest der Heiligen Der modern ausgeführte Bau, geplant Familie, Familiengebete, Genera- von Architekt Walter Klasz, steht an tionen-Treffen, Musicals, Stunden der L 69, etwa auf halber Strecke des Kreuzes, Agapen, Frühschop- Der Kapellenverein freut sich stets zwischen Weiler und Fraxern. pen, Brunch, Mitglieder-Ausflüge, über neue Mitglieder (Beitrag 10 Seither hat sich viel getan. Das ganze Kappele­-Jugend-Treffs und diverse Euro/Jahr). Egal, ob aktiv oder passiv, Mitglied werden Jahr hindurch ist das „Kappele“ mit jegliche Unterstützung ist will- Leben gefüllt. Das Innere, mit dem kommen. Auch zur Kappele-Jugend speziell für diesen Raum angefer- können sich Kinder und Jugendliche tigten Gemälde der Künstlerin Jutta ab acht Jahren jederzeit anmelden. Kiechl, in dem die Gestalt Jesus in den Ansprechpersonen sind die Vor- verschiedenen Situationen einer Fami- standsmitglieder: Carmen Nachbaur, lie zu finden ist, beherbergt immer Werner Nachbaur, Kurt Nägele, Silvia wieder Menschen, die sich eine Zeit Nachbaur oder Monika Kathan. der Einkehr, Meditation, Ruhe gönnen. Kontakt per E-Mail: kapellenverein. Auch der wunderbare Platz rund um fraxern@gmx.at oder carmennach- die Kapelle lädt zum ent­spannten Ver- baur@aon.at Dezember 2015 Damenfußball mit Scheckübergabe Grandiose Stimmung beim Damenfußball: der FFC fairvesta Vorderland organisierte im Oktober auf der Sportanlage Kapieters ein gut besuchtes Gastspielturnier, Investitionen auf Kapieters Die Sportanlage Kapieters ist als eine der schönsten ihrer Art im ganzen Land bekannt. Die Anlage bei dem alle drei Teams erfolgreich im Einsatz waren. Wie der FC Fraxern mitteilt, samt Clubheim zu erhalten, sind in Zukunft weitere Gastspiele geplant, so dass es auch an den Wochenenden fordert Jahr für Jahr Vereinsmit- einen Spielbetrieb in Fraxern geben wird. Am Rande der Veranstaltung übergaben glieder, Gönner und Sponsoren, Philipp Kathan und Ewald Bachmann (FFC Vorderland) Anna-Lena Kathan einen denn die Kosten für Instandhal- Scheck in Höhe von 5160 Euro, dem stolzen Erlös aus der Benefizveranstaltung tung, Wartung und Reparatur „Kick-4-Anna-Lena“. Mit den Einnahmen aus Bewirtung, Tombola und Versteige- sind beträchtlich und – vor allem rung konnte Anna-Lenas Herzenswunsch, ein Spezialfahrrad, finanziert werden. für einen kleinen Verein – nur durch enormen Einsatz und zahllose ehrenamtliche Stunden zu bewältigen. Trotz umfangreicher Eigenleistungen wurden in den letzten Jahren beträchtliche Summen investiert, die der FC zur Gänze selbst aufgebracht hat: Gastherme ersetzen € 800,- Platz-Bewässerung € 350,- Zaun erneuern € 1400,- Tornetze € 1200,- Sanierung Flachdach € 800,- Reparatur Grill € 450,- Rasenmäher € 21.000,- Umbau Heizung € 3.500,- FC organisiert auch 2016 Hobbyliga = Summe € 29.500,- Mit der Preisverteilung im Jakob-Summer-Saal wurde die Saison der Hobbyliga Vorderland Ende September offiziell abgeschlossen. Der FC beendete sowohl den Cup als auch die Meisterschaft auf dem sehr guten 2. Platz, wofür den Trainern Philipp und Thomas Kathan sowie der jungen Mannschaft Gratulation gebührt – ein Team, das auch in den nächsten Jahren Potential für beste Platzierungen in der Hobbyliga besitzt. Wie im Vorjahr war der FC Fraxern auch heuer Veranstalter und ist stolz auf den erfolgreichen und reibungslosen Verlauf der Saison. Sein Dank gilt daher allen Helfern, sei es als Sponsoren, Aushilfe im Clubheim oder Zuschauer bei den Spielen. Da sich für 2016 kein anderer Verein meldete, erklärte sich der FC bereit, noch eine weitere Saison die Organisation der Hobbyliga zu übernehmen. Erstmals in der Hobbyliga wurde übrigens die Gelbe anstatt der Blauen Karte eingeführt; diese Regelung wird voraussichtlich auch in der kommenden Saison beibehalten. Laufende jährliche Kosten: Wartung Lüftung € Platzerhaltung € 2.000,- 280,- Energiekosten € 3.500,- = Summe € 5.780,- Die nächsten Monate steht eine weitere Großinvestition an: Der Terrassenboden beim Clubheim wird bis Frühjahr 2016 komplett erneuert (Kosten ca. 15000 €). Auch hier wird wieder vieles in Eigenleistung erbracht; so hat Platzwart Robert Summer bereits im Oktober mit den Vorarbeiten begonnen. 18 Aus dem Vereinslokal Kirchenchor freut sich über Verstärkung „I sing gern“ lautet das Motto des Kirchenchors, dem sich einige sangesfreudige Fraxnerinnen und Fraxner verschrieben haben – immerhin zählt der Verein momentan 16 aktive Mitglieder. Gesungen wird an den kirchlichen Hochfesten wie Allerheiligen, Weihnachten oder Ostern. Die musikalische Leitung liegt in der Hand von Yvonne PorodBertschler, deren Liederauswahl Alt und Jung zu begeistern vermag. Der Vorstand mit Obfrau Monika Hartmann (Tel. 0664 20 59 574), Stellvertreterin Yvonne Porod-Bertschler (Tel. 0650 99 79 516), Kassierin Nadja Nachbaur (Tel. 0664 51 86 137) und Schriftführerin Michaela Koch (Tel. 0664 75 08 54 37) würde sich jederzeit über neue Mitglieder freuen. Probentermine sind zweimal im Monat mittwochs ab 19.30 Uhr im Probelokal in der Volksschule. Interessenten können sich gerne beim Vorstand informieren. Silberne Verdienstmedaille für Bertram Summer Für 25 Jahre aktive Mitgliedschaft zirks Feldkirch mit der Verdienst- war er auch im Vorstand als Trach- wurde Bertram Summer anlässlich medaille in Silber des Vorarlberger tenwart, Jugendreferent und zuletzt eines Festabends des Blasmusikbe- Blasmusikverbandes geehrt. Bereits als Beirat tätig. Obfrau Lucia Mündle im Rahmen des Frühjahrskonzerts freut sich auf viele weitere Jahre mit hatten die Fraxner Musikantinnen dem ausgezeichneten Musikanten: und Musikanten ihren Jubilar mit ei- „Auf dem 1. Tenorhorn ist Bertram ner Ehrenurkunde ausgezeichnet. Im für uns eine wichtige musikalische Alter von 14 Jahren war dieser 1990 Stütze“, lobte sie in ihrer Gratulation. der Bürgermusik beigetreten und „Aber auch im Vereinsleben wäre er spielt seither Tenorhorn. Zwölf Jahre nicht wegzudenken.“ Maria Marte „Flora 2015“-Siegerin Feldkirch statt. Die Königsdisziplin 47 Prämierten in den verschiedenen stolz, dass mit Maria Marte ein dieses Wettbewerbs ist der Blumen- Kategorien. Mitglied aus den eigenen Reihen schmuck am Haus mit Vorgarten: beim landesweiten Blumenschmuck- Angesichts der vielen Einreichungen Wettbewerb, der „Flora 2015“, zur hatte die „Flora“-Jury die Qual der Landessiegerin gekürt wurde. Mehr Wahl, so dass sie in dieser Kategorie als 150 Blumenfreunde aus dem insgesamt elf Landessieger auszeich- ganzen Land hatten sich der Bewer- nete. Mit den gepflegten Pflanzen tung gestellt; die Preisverleihung und Arrangements an ihrem Haus fand im Rahmen einer Gala-Veran- in Orsanka überzeugte auch Maria staltung im neuen Montforthaus in Marte und gehörte am Ende zu den Der Obst- und Gartenbauverein ist Dezember 2015 Adventsingen und „Kappele“-Geburtstag Gesellige Stunden am Christbaummarkt Der Kappellenverein ist immer bestrebt, der Familien- Zum alljährlichen Christbaummarkt lädt die Gemeinde kapelle Leben einzuhauchen: So ist die Bevölkerung am Fraxern am Samstag, 19. Dezember, ein. Ab 15 Uhr können Samstag, 12. Dezember, ab 17 Uhr wieder herzlich zum die vorbestellten, frisch geschnittenen Christbäume aus Adventsingen dorthin eingeladen. Bei diesem stim- heimischen Wäldern auf dem Platz vor dem Gemeindeamt mungsvollen Anlass soll auch der 5. Geburtstag des abgeholt werden. Ein Ensemble der Bürgermusik Fraxern „Kappele“ gebührend gefeiert werden. stimmt mit vorweihnachtlichen Weisen auf die kommenden Feiertage ein. Punsch, Kindertee und Feines aus der Christbaumfeier der BMF Küche von Hugo Kathan warten auf die Besucher. Das Seit vielen Jahren veranstaltet die Bürgermusik Einladung zum FC-Kränzle Fraxern 1865 am Stephanitag, dem 26. Dezember, die traditionelle Christbaumfeier. Auch in diesem Jahr l Organisationsteam freut sich auf einen regen Besuch. aden die Musikantinnen und Musikanten zu diesem Noch gut in Erinnerung ist das vergangene FC-Faschings- beliebten Ereignis in den Jakob-Summer-Saal ein. Kränzle, in dem „Bauer Luis“ neben tollem Rahmenprogramm Beginn ist um 20 Uhr. Wie gewohnt, starten die Jung- und der Band „TwoTube“ für sensationelle Stimmung sorgte. musik und die Bürgermusik mit einem Konzert in den Im kommenden Jahr findet das schon zur Tradition gewordene Abend. Im Anschluss daran besteht die Möglichkeit, Kränzle am Samstag, 16. Jänner, im Jakob-Summer-Saal statt. das Glück bei der Tombola zu versuchen. Die traditio- Unter dem Motto „Es lebe der Sport“ erwartet die Besucher nelle Versteigerung des festlich geschmückten Christ- wieder jede Menge Rambazamba und beste Faschingsstim- baumes ist ein weiterer Höhepunkt des Abends, bevor mung. Anmeldungen sind ab sofort täglich von 18 bis 20 Uhr zum Tanz aufgespielt wird. bei Hugo Kathan unter Telefon 0680 55 69 545 möglich. Alle Termine auf einen Blick... RÜCK BLICK Impressionen aus dem Dorfleben
  1. firstblick
  2. jahreschronik
  3. mitteilungsblatt
19120213_ltb003...tsge Landtag 04.07.2021 05.07.2021, 13:38 Hoher Landtag! Die bisherigen gesetzlichen Vorschriften für den Sanitätsdienst in den Gemeinden des Landes Vorarlberg entsprechen nicht mehr den Anforderungen der Gegenwart, sind lückenhaft und veraltet. In sämtlichen Kronländern des Reiches mit Ausnahme von Salzburg und Görz und Gradiska, die überhaupt kein Landessanitätsgefetz haben, find die diesbezüglichen Gesetze aus ähnlichen Gründen erneuert worden. Die Ärzte des Landes Vorarlberg haben seit langem die Rückständigkeit des geltenden Gesetzes sowohl als einen sachlichen wie auch persönlichen Nachteil empfunden und halten sich daher für berechtigt, beim hohen Landtage um die eheste Neuregelung des Gesetzes für den Sanitätsdienst in den Gemeinden des Landes anzusuchen. Die Ärzteschaft glaubt, die Sache ihrerseits dadurch fördern zu sollen, daß sie dem hohen Landtage ihre Wünsche in Form eines Entwurfes vorlegt, der sich auf das Studium der Sanitätsgesetze der übrigen Kronländer unter gleichzeitiger Berücksichtigung der dort gemachten Erfahrungen aufbaut. Die Ärztekammer glaubt nicht, den vorliegenden Entwurf in den einzelnen Paragraphen, weder in meritorischer noch in formeller Hinsicht, heute schon eingehend begründen zu müssen, ist jedoch jederzeit gerne bereit, zu den seinerzeitigen Beratungen über diesen Gesetzentwurf einzelne Vertreter ihrerseits namhaft zu machen. Nach der Anschauung der Ärztekammer dürfte die fallweise Beiziehung von Beratern aus dem ärztlichen Stande zur Schaffung eines allseitig befriedigenden Gesetzes zweckdienlich sein. Indessen kann sich die Ärztekammer nicht versagen, schon bei Einreichung des Entwurfes aus einige wesentliche Neuerungen hinzuweisen. Die Neueinteilung der Sprengel soll mit Berücksichtigung lokaler und persönlicher Interessen ermöglicht werden (§ 3). Die Zahl der Mitglieder für den Gesundheitsausschuß soll eine angemessene und auserlesene Beschränkung erfahren (§§ 4, 5). Nach dem geltenden Gesetze ist der Wirkungskreis des Sanitätsausschuffes zu beschränkt und nicht klar umschrieben. Die §§ 10 und 11 des Entwurfes tragen diesem Mangel durch Erweiterung der Aufgaben und genaue Festlegung der Kompetenz des Gesundheitsausschusses hinreichend Rechnung. Dem Gemeindearzte als Referenten des Gesundheitsausfchufses ist zur Förderung der allgemeinen Gesundheitspflege ein ausreichender Einfluß gesichert. Sollte der Gesundheitsausschuß seiner Aufgabe nicht gerecht werden, so kann er der Kontrolle des Landes­ ausschusses und der politischen Bezirksbehörde unterstellt werden (§ 9). Die Gemeindeärzte wurden von den Sanitätssprengeln bisher nur Vertragsweise mit dem Rechte gegenseitiger Kündigung angestellt. Dieses Anstellungsverhältnis entspricht nicht der für den Gemeindearzt als öffentliches Sanitätsorgan unbedingt notwendigen Unabhängigkeit von unsachlichen und persönlichen Einflüssen. 1 Die §§ 16 und 22 des Entwurfes sollen daher dem Gemeindearzte eine definitive und unkündbare Stellung sichern und der § J 7 durch Verleihung des Beamtencharakters dessen Ansehen wesentlich heben. Die nur durch Dienstunfähigkeit oder im Wege des Disziplinarverfahrens lösbare definitive Anstellung ist nahezu allen öffentlich Angestellten in Land und Reich bereits gesetzlich gewährleistet, int besonderen auch für die Gemeindeärzte der übrigen Kronländer zu Recht bestehend. Das Amt des Gemeindearztes beschränkt wie kein anderer Beruf die persönliche Freiheit des Trägers durch die Residenzpflicht, überdies übernimmt der Gemeindearzt mit seinem Amte noch die schwere Pflicht, ohne zeitliche Einschränkung, zu jeder Stunde des Tages und der Nacht mit dem ganzen Einsätze seiner körperlichen und geistigen Kraft das höchste Lebensgut des Menschen, die Gesundheit, zu schützen, nicht selten sogar mit Hintansetzung seiner persönlichen Interessen und des Wohles seiner Familie. Im Hinblick darauf sind die int Entwürfe für den Gemeindearzt angesprochenen Dienstbezüge (§ 26) nur als eine Abschlagszahlung, als ein bescheidenes Entgelt anzusehen, und dies umsomehr, als er hiesür ohnehin noch eine Reihe unentgeltlicher Dienste für die Bewohner seines Sprengels zu leisten hat. Die angesprochenen Dienstbezüge des Gemeindearztes übersteigen nur wenig jene in den übrigen Kronländern und erscheinen in der Wohlhabenheit des Landes sowie in der hierzulande, im Vergleich zu den übrigen Ländern, weitaus teuersten Lebensführung berechtigt. Das Pensionsrecht des Gemeindearztes und die Versorgungsansprüche seiner Hinterbliebenen sind in den Sanitätsgesetzen aller Kronländer festgesetzt. Nach bent Entwürfe sollen die einzelnen Bestimmungen im Einklänge mit dem Pensionsrecht der Landesbeamten im allgemeinen nach den für die Staatsbeamten jeweilig geltenden Vorschriften beurteilt werden. Doch soll dem Gemeindearzte die Möglichkeit gewahrt bleiben, zu seiner Pensionierung auch seinerseits Stellung nehmen zu können (§ 31). Die jährlichen Beiträge des Gemeindearztes für den Pensionssonds entsprechen annäherungsweise den für Staatsbeamte und Vorarlberger Landesbeamte vorgeschriebenen Leistungen (§ 35). Der Arzt hat das längste, prüfungsreichste und teuerste Studium zu absolvieren und gelangt im allgemeinen weit später als Angehörige eines anderen Berufes zu einer selbständigen Lebensstellung. Der ärztliche Beruf zählt zu den aufreibendsten; der Arzt erreicht unter allen auf akademischer Bildung beruhenden Berufsständen die geringste Anzabl von Berufsjahren. Es erscheint daher vollends gerechtfertigt, daß er die volle Dienstzeit mit 30 Jahren erreiche (§ 28). Die (Anrechnung der nach erlangtem Doktorate geleisteten Spitalsdienste (§ 28) wüd den Promovierten noch öfter und leichter als bisher zur weiteren fachlichen Ausbildung anspornen, da ihm diese Jahre auch für den Gehalt und die Versorgungsansprüche nicht verloren gehen. Diese Einrechnung ist übrigens auch dadurch vollends gerechtfertigt, als eine solche berufliche Weiterbildung nur zum allgemeinen Vorteile für Gemeinden und Land gereicht. Ein jährlicher Urlaub gehört zur unbestreitbar notwendigen Erholung des Gemeindearztes und ermöglicht diesem auch gelegentlich den Besuch von Fortbildungskursen (§ 21). Eine vorübergehende Dienstunfähigkeit ist für den Gemeindearzt mit ganz besonderen Existenznachteilen verbunden. Jeder Arbeiter ist für den Erkrankungsfall auf längere Zeit versichert; der Gemeindearzt, besonders im Beginn seiner Praxis, soll im Erkrankungssalle für die Dauer eines Jahres wenigstens vor direkter Notlage geschützt werden (§ 20). Die besonderen Gefahren des Berufes sollen dem betroffenen Arzte und seiner Familie nach den Bestimmungen des § 41 einige Entschädigung bringen. Disziplinar- beziehungsweise Dienstgerichte sind in sämtlichenLandessanitätsgesetzen vorgesehen, doch entbehren dieselben durchwegs einer Regelung des Verfahrens. Der § 24 des Entwurfes 2 skizziert im Grundrisse das im Regierungsentwurf für die Staatsbeamten (Dienstpragmatik) vorgesehene Verfahren, dessen nähere Ausführung dem Verordnungswege vorbehalten bleiben muß, sofern der vorliegende Entwurf nicht übermäßige Formen annehmen soll. Den Gemeindeärzten soll bei Beginn der Wirksamkeit dieses Gesetzes ihre bisherige Dienstzeit voll eingerechnet werden, wie dies auch in andern Ländern größtenteils der Fall ist (§ 46). Die Ärztekammer verbindet mit der Bitte die zuversichtliche Hoffnung, daß ihren im vorliegenden Entwürfe enthaltenen Wünschen die ehebaldigste gesetzliche Anerkennung nicht versagt werde. Bregenz, am 13. Februar 1912. Für die vorarlbergische Ärztekammer: Der Präsident: Dr. Ferdinand Hofbaner. Druck von I. 91. Teutsch, Bregenz. 3
  1. ltm_
  2. ltp10
  3. ltb0
  4. lt1913
  5. ltb1913
  6. memorandum
  • 10 Treffer

Kategorie


Anmelden

Copyright

Vorarlberger Gemeindedokumentation,
Markus Kuhn

Zuletzt geändert




Kontakt

Holzriedstraße 33, TOP A1_4
A-6960 Wolfurt

+43 0 557 46 48 90