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19460210_GVE015 Wolfurt 10.02.1946 30.05.2021, 14:39 - 1 Verhandlungsschrift über die Sitzung der Gemeindeverwaltung vom 10.2.1946. Anwesend alle Mitglieder. Punkt 1. Zur Ausstellung von politischen Gutachten wird ein Komitee, bestehend aus Gunz Alfons, Schertler Armin, Reiner Ludwig und Lerchenmüller Josef bestimmt. Punkt 2. Betreffend Meldung der Illegalen aus Wolfurt an die Bezirkshauptmannschaft sind jene von der Gendarmerie Lauterach im Einvernehmen mit der Ortsgruppenleitung (Altbürgermeister Rohner und Math. Reiner) genannten Parteimitglieder zu melden. Punkt 3. Der Vorsitzende berichtet, daß Frau Keckeisen um Verlängerung ihres Aufenthaltes in der Gemeinde Wolfurt angesucht habe. Nach eingeholter Erkundigung bei der Bezirkshauptmannschaft Bregenz wird diese Angelegenheit durch die Vorarlberger Landesregierung beziehungsweise Militärregierung entschieden. Punkt 4. Dem Schertler Gebhard, Wolfurt 139, ist sein Ansuchen um Ausübung des Schneidergewerbes zu befürworten. Punkt 5. Dem Ansuchen des Leo Elsensohn in Wolfurt 277 zur Ausübung des Frächtergewerbes ist mangels an Bedarf nicht zu befürworten. Punkt 6. Bezüglich Modistengewerbe von Hermine Beck ist der Bezirkshauptmannschaft zu berichten, daß der Lokalbedarf vorhanden und diese auf den Verdienst angewiesen ist. Beizufügen ist jedoch, daß diese eine Parteianhängerin war. Punkt 7. Die Rechnung des Albert Loacker über die teilweise Neuinstallierung beim Gemeindehause Nr. 167 ist mit dem Krankenpflegeverein und Postmeister Amann - 2 - gemeinsam (Gemeinde 50%, die anderen je 25%) zu bezahlen. Punkt 8. Zur Forsttagsatzung hat die Gemeinde den notwendigen Bedarf an Nutz- und Brennholz anzumelden. Punkt 9. Der Bericht über die Lieferung von Straßenkies auf die Gemeindestraßen wurde zur Kenntnis genommen. Punkt 10. Die Verhandlungsschrift zur Sitzung vom 4.2. wurde genehmigt. Der Bürgermeister A. Fischer Schriftführer L. Hinteregger
  1. wolfurtvertretung
19460204_GVE014 Wolfurt 04.02.1946 30.05.2021, 09:00 - 1 - Verhandlungsschrift über die Sitzung vom 4. Februar 1946. Anwesend alle Mitglieder. Punkt 1. Der Vorsitzende berichtet, daß an Stelle des zurückgetretenen Mitgliedes der Gemeindeverwaltung, Karl Geiger, von [der] sozialdemokratischen Partei Armin Schertler in Wolfurt 333 als Vertreter namhaft gemacht und zu dieser Sitzung eingeladen wurde. Punkt 2. Bezüglich Ausräumung des Krebsgrabens wurde beschlossen, die auf die Gemeinde Wolfurt entfallenden Kosten zu übernehmen. Das Gesamterfordernis ist mit S. 3655,76 veranschlagt, hievon trifft es auf die Gemeinde Wolfurt neun Dreißigstel. Punkt 3. Josef Maurer, Ing. in Schwarzach wohnhaft, ersucht um Zusicherung der Aufnahme in den Gemeindeverband, da er in Wolurt Nr. 332 eine feinmechanische Werkstätte führt. Dem Genannten ist mitzuteilen, daß derzeit die Gemeinde für solche Zusicherungen nicht zuständig ist, er müßte bei der Vorarlberger Landesregierung den Antrag auf Verleihung der österreichischen Staatsbürgerschaft stellen. Gleichzeitig wäre mit Josef Spettel, Mechaniker, Fühlung zu nehmen, ob Ing. Maurer für ihn eine Konkurrenz bedeuten würde. Punkt 4. Der in Wolfurt provisorisch angestellten Lehrerin Liebscher ist für die Zeit ihrer Wirksamkeit einschließlich Ferien die Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Punkt 5. Hinsichtlich Beschlagnahme von Wohnräumen bei Illegalen und Parteifunktionären zur Deckung des unerträglichen Wohnungsbedarfes in Bregenz hat die Bezirkshauptmannschaft Bregenz die Gemeinde Wolfurt verhalten, eine Liste über die Wohnungsverhältnisse politisch belasteter Parteimitglieder vorzulegen. - 2 - Punkt 6. Anton Giselbrecht in Wolfurt 370, ersucht um Bewilligung zur Aufstellung einer Wohnbaracke für seinen Sohn Fritz Giselbrecht. Der Vorsitzende mit Rohner Franz haben diese Angelegenheit zu überprüfen. Punkt 7. An Stelle der verstorbenen Schuldienerin Anna Fischer-Maccani wird deren Tochter Frieda Maccani vorderhand mit diesen Arbeiten betraut. Punkt 8. Der Bericht des Landesernährungsamtes Bregenz über die angeforderte Viehablieferung im 1. Halbjahr 1946 wird zur Kenntnis gebracht. 9. Das Protokoll der letzten Sitzung wurde ohne Einwendung genehmigt. Der Bürgermeister A. Fischer Schriftführer L. Hinteregger
  1. wolfurtvertretung
19460120_GVE013 Wolfurt 20.01.1946 29.05.2021, 11:23 - 1 - Verhandlungsschrift über die Sitzung der Gemeindeverwaltung vom 20. Jänner 1946. Anwesend alle Mitglieder. Punkt 1. Der Vorsitzende berichtet, daß ein Vertreter des Wohnungsausschusses Bregenz mit einem französischen Offizier im Gemeindeamte vorgesprochen habe in dem Sinne, daß alle Wohnungen der Illegalen und Parteifunktionäre zu melden seien. Eine weitere Wohnungsbeschlagnahme sei in Bregenz unmöglich und müßte daher künftighin in den umliegenden Gemeinden Lauterach, Wolfurt und Schwarzach Wohnraum zur Entlastung für Bregenz geschaffen werden. Es wurde jedoch der Standpunkt vertreten, daß das Wohnungsamt Bregenz - 2 - der Gemeindeverwaltung Wolfurt keine Vorschriften zu erlassen habe, es soll erst mit der Bezirkshauptmannschaft Bregenz Fühlung aufgenommen werden. Punkt 2. Albinger Herbert pachtete im Jahre 1941 zwei ar Grund von der neben seinem Garten gelegenen Gemeindewiese. Dieser Grund wurde Genanntem im Sommer 1945 wegen Zugehörigkeit zur NSDAP gekündigt. Über sein Ansuchen wurde beschlossen, ihm diesen Grund vorderhand zu belassen, da ein anderer Pächter nicht in Betracht kommt. Punkt 3. Über Anfrage des Herrn Bargehr, Werkleiter bei den Vorarlberger Kraftwerken, wegen Verlegung der Transformatorenstation Hub auf die Wiese beim Schulhauses unter das Spritzenhaus wurde im Interesse einer besseren Stromversorgung beschlossen, diesem Ersuchen statt zu geben. Punkt 4. Der Vorsitzende berichtet, daß er zum Sicherheitsdirektor Mayer bei der Vorarlberger Landesregierung Bregenz vorgeladen wurde wegen Erteilung der Zuzugsgenehmigung für die aus der C.S.R. ausgewiesene Schwiegermutter des Franz Bohle. Die Gemeinde wehrt sich nach wie vor gegen die Erteilung solcher Bewilligungen, wegen Schaffung eines Präjudizfalles. Punkt 5. Die Gemeinde Wolfurt wurde verhalten, zur Instandsetzung der Straße zum Schloß 15% der erlaufenen Kosten zu tragen, da im unteren Teile auch die Gemeindestraße mitbezogen wird. Der Gemeindeanteil am bisherigen Aufwand beträgt S. 700.-, welcher vorderhand nicht bezahlt werden soll, da nach Anordnung des Herrn Oberst Jung die ganzen Kosten aus Landesmitteln bezahlt werden sollen. Punkt 6. Die Verhandlungsschrift vom 12.1.1946 wurde genehmigt. A. Fischer Schriftführer Der Bürgermeister L. Hinteregger
  1. wolfurtvertretung
19460112_GVE012 Wolfurt 12.01.1946 30.05.2021, 07:31 - 1 - Verhandlungsschrift über die am 12. Jänner 1946 stattgefundene Besprechung. Anwesend alle Mitglieder. Punkt 1. Der Vorsitzende erstattete Bericht a) Über die Viehablieferung im Jahre 1945. Die Vorschreibung vom 1. Mai bis 31. Dezember betrug 28.920 kg Lebendgewicht. b) Betreffend Maisablieferung 1945. Insgesamt wurden 5376 kg Mais vorgeschrieben. Infolge des großen Sturmes am 7. August 1945 wurde der Mais besonders im Innerdorf nahezu vollständig vernichtet. Dem erfolgten Einspruche seitens der Anbauer wurde durch das Landesernährungsamt Bregenz stattgegeben und die Ablieferungsmenge um 1517 kg ermäßigt. c) Über die Milchablieferung, welche im Jahre 1945 gegenüber den früheren ganz wesentlich zurückging, was ganz besonders auf die Abgabe an die Besatzungstruppen und Minderertrag durch die Fütterung der Muli der Truppen zurückzuführen ist. Punkt 2. Martin Höfle berichtete über die Begehung der Krebsgraben-Konkurrenz, wonach die Säuberung dieses Grabens höchst notwendig ist. Die Gemeinde Wolfurt ist an den Kosten mit neun Dreißigstel beteiligt. Punkt 3. Für den Fünfjahr-Anbau wird der Gemeinde eine Gemüseanbaufläche von 2 1/2 - 3 Hektar vorgeschrieben. Die größeren Landwirte sind frühzeitig mit einer entsprechenden Umlage zu beteilen. Punkt 4. Die Stierhaltung in der Gemeinde wurde seit einigen Jahren durch die Gemeinde selbst geführt. Mit der Sprungperiode 1945/46 haben die Viehbesitzer bzw. die Stierhaltungskomitees die Geschäfte wieder selbst übernommen. Aus dem von diesen Geschäften erzielten Gewinn - 2 - sind 20% an den Viehzuchtverein Wolfurt auszuzahlen. Punkt 5. Dem Tierarzt Drechsel in Lauterach soll über sein Ansuchen nach Fühlungsnahme mit den anderen interessierten Gemeinden für das Jahr 1946 ein einmaliger Beitrag von 200 S. gegeben werden. Punkt 6. Der Schertler Sidonia in Wolfurt Nr. 71, welche wegen nationalsozialistischer Betätigung ihres Mannes keinen Familienunterhalt mehr bekommt, soll durch die allgemeine Fürsorge das zum Leben Notwendigste verschafft werden. Punkt 7. Die im Hause Nr. 98 (Forster Johanna) freiwerdende Wohnung ist an Waibel Johann, Wolfurt, Nr. 268, zu vergeben. Die hiedurch im Hause Nr. 268 freiwerdende Wohnung ist an Thaler Hubert zu reservieren. Punkt 8. Die Riedgräben sind im Frühjahr zu öffnen. An die Arbeiter ist ein Stundenlohn von 80 bis 90 Groschen zu bezahlen. Punkt 9. Es wurde beschlossen, die bei der Hypothekenbank Bregenz vom seinerzeitigen Straßenbau stammende Schuld von ca. S. 64.000.zurückzubezahlen. Die Gemeinde hat Rücklagen mit Zweckbestimmung in der Höhe von S. 80.000.angelegt, welche nahezu zinslos sind während auf der anderen Seite für obige Schuld 4 1/4% Zins zu zahlen ist. Die Gemeinde Wolfurt hat bei der Spar- und Darlehenskassa Wolfurt eine weitere Einlage von S 40.396,55 per 31. Dezember 1945 zur Verfügung, sodaß sie auch bei Bezahlung obiger Schuld noch über ein genügend großes Betriebskapital verfügt. Bezüglich der Rücklagen wird bemerkt, daß ein Schulhaus-Neubau in Wolfurt nicht in Frage kommt, da ein ganz stattliches Schulgebäude vorhanden ist und die Rücklage von 45.522,40 ohne weiteres für die Schuld-Rückzahlung verwendet - 3 - werden kann. Die Vorarlberger Landesregierung ist um diesbezügliche Genehmigung zu ersuchen. Punkt 10. Anton Peter zum Engel und Frau Theresia Heitz sind zu verhalten, den an der Straße bei ihrem Anwesen liegenden Schutt abzuführen. Punkt 11. Gemeindeverwaltungsmitglied Geiger Karl legt auf Grund des Wahlergebnisses vom 25.11.1945 sein Mandat zurück. Die Gemeindeverwaltung nimmt dies zur Kenntnis. Es wird ihm vom Vorsitzenden der Dank für seine bisherige Mitarbeit ausgesprochen. Punkt 12. Das Protokoll der letzten Sitzung wurde einwandfrei genehmigt. Der Bürgermeister A. Fischer Schriftführer L. Hinteregger
  1. wolfurtvertretung
19451219_GVE011 Wolfurt 19.12.1945 30.05.2021, 08:34 - 1 - Verhandlungsschrift über die am 19. Dezember 1945 stattgefundenen Sitzung der Gemeindeverwaltung. Anwesend alle Mitglieder. Punkt 1. Die Bezirkshauptmannschaft Bregenz ersucht die Gemeindeverwaltung um Stellungnahme zum Einbürgerungsansuchen des italienischen Staatsangehörigen Raffael Festini mit Familie. Es wurde der Standpunkt vertreten, daß die derzeitige provisorische Gemeindeverwaltung zur Fassung derartig weitreichender Beschlüsse nicht berufen sei und soll die BH verständigt werden. Punkt 2. Das Zollamt Bregenz stellt das Ersuchen um politische Beurteilung der Tabaktrafikanten in Wolfurt. Diesem Amte ist zu berichten, daß der Trafikant Franz Bohle als Kassenleiter bei der NSDAP tätig war. Hinsichtlich des Trafikanten Madler ist zu erheben, - 2 - ob diese Trafik zugunsten eines Wolfurter Invaliden gewechselt werden könnte, da Madlener auch Mitglied der nationalsozialistischen Partei war. Punkt 3. An die Gemeindeangestellten und Arbeiter soll eine Weihnachtszulage von S. 50.- bezahlt werden. Punkt 4. Die Frau [des] Bohle Franz stellte das Ersuchen, ihrer in der Tschechoslovakei wohnhaften Mutter, welche ausgewiesen wird, die Einreisbewilligung nach Wolfurt zu erteilen. Auf Grund des Umstandes, daß diese Eheleute vor der Scheidung stehen, wurde das Ansuchen nicht bewilligt. Punkt 5: Mit der Lieferung von 15 Raummeter Nutzholz an das Landspital Rieden (Berechnung erfolgte zu 50% auf Grund der Anteile und zu 50% auf Grund der Gemeinde-Insaßen) soll noch abgewartet werden. Punkt 6. Die Öffnung der Riedgräben wurde als äußerst notwendig erachtet. Es ist im Gemeindeblatt eine Kundmachung zur Werbung von Arbeitern einzuschalten. Punkt 7. Das Protokoll der letzten Sitzung wurde ohne Einwendung genehmigt. Der Bürgermeister A. Fischer Schriftführer L. Hinteregger
  1. wolfurtvertretung
19451115_GVE010 Wolfurt 15.11.1945 30.05.2021, 14:56 - 1 - Verhandlungsschrift über die Sitzung der Gemeindeverwaltung vom 15. November 1945. Abwesend: Rohner Franz. Punkt 1. Dem Ansuchen des Loitz Withold, Bregenz, um Erteilung der Einreisebewilligung für seine Schwägerinnen Wollmann und Hanke aus Mährisch-Schönberg nach Wolfurt wurde in Anbetracht des Umstandes, daß solche Ansuchen von verschiedenen Parteien vorgebracht wurden und dies zu einem untragbaren Zustande in der Gemeinde führen müßte, nicht entsprochen. Punkt 2. Bezüglich Zuschrift der BH Bregenz in Sachen Kraftwagengewerbe und Lastwagen des Paul Rohner in Wolfurt wurde der Standpunkt vertreten, daß Rohner den Kraftwagen vom Hauptzollamt Feldkirch des gerichtlich verurteilten Georg Müller, Lauterach, kaufte und diesem der Rückkauf seines ehemaligen Wagens ermöglicht werden soll. Punkt 3. Das Ansuchen der Frau Anna Schwärzler - 2 - Nr. 287 um Nachzahlung des Gehaltes für ihren Mann Walter Schwärzler, Gemeindesekretär in Wolfurt, wird zur Einholung von näheren Erkundigungen auf die nächste Sitzung vertagt. Punkt 4. Der Vorsitzende berichtet, daß die jährlich vorzunehmende Feuerbeschau durch den Bausachverständigen, den Kaminkehrermeister und Gebhard Gmeinder, Gemeindediener, durchgeführt wurde. Punkt 5. Betreffend einer Zuschrift der BH Bregenz wegen Zahlung der Güter, die unter die Bestimmungen des Erlasses Nr. 3 fallen, sind die bezüglichen Druckkosten den Reichsdeutschen, welche in Wolfurt Realbesitz haben, zuzustellen. Punkt 6. Dem neueingestellten Lehrer Heinzle wird eine Wohnung im Hause Nr. 124 (Besitzer Math[ias] Rist) und der Lehrerin Fessler Erna eine Wohnung im Haus 128 (Besitzer Albinger Johann Mart.) zuzuweisen. Der Frau Bähler Tusnelde in Wolfurt Nr. 82 wird eine Wohnung im Hause Nr. 124 beigestellt, sobald Frau Schwerzler Klara eine Wohnung inne hat. Punkt 7. Dem zur Durchführung der Lebensmittelkarten-Ausgabe in der Gemeinde Wolfurt eingestellten Mohr Eduard wird ein Monatslohn von RM 200.- bewilligt. Punkt 8 Das Ansuchen des Fischer Hubert zur Ausübung des Gewerbes für Auto-Reparaturen etc. ist zu befürworten, desgleichen auch das Ansuchen des Dobler Rudolf für das Maurer-Kleingewerbe. Punkt 9. Die Verhandlungsschrift vom 5. Oktober 1945 wird ohne Einwendung genehmigt. A. Fischer Schriftführer Der Bürgermeister: L. Hinteregger
  1. wolfurtvertretung
19451115_GVE009 Wolfurt 15.11.1945 30.05.2021, 08:40 - 1 Niederschrift über die Sitzung der Gemeindeverwaltung am 5. Oktober. Anwesend alle Mitglieder. Punkt 1. Bezüglich Rückführung von Reichsdeutschen wurde die Liste der in Wolfurt wohnhaften überprüft und sich für jeden einzelnen Fall für oder gegen Verlängerung des Aufenthaltes entschieden. Punkt 2. Das Ansuchen des Böhler Gebhard in Wolfurt Nr. 26 um Befürwortung für die Ausübung des Frächtergewerbes wird bewilligt. Punkt 3. Dem Ansuchen des Gorbach Kurt in Wolfurt Nr. 236 um Befürwortung für die Ausübung des Frächtergewerbes wird wegen Mangel an Lokalbedarf nicht entsprochen. Punkt 4. Das Ansuchen des Fidel Schwerzler, Zimmermeister, betreffend Wiedereröffnung seines Zimmergewerbes, wird befürwortet. Punkt 5. Betreffend Zuschrift des Vorarlberger Landesausschusses über die Überprüfung des Brotgewichtes soll Erkundigung eingeholt werden, ob eine geeignete Person die Durchführung für unsere Gemeinde übernähme. Punkt 6. Der Vorsitzende berichtet, daß die vom Lande geforderte Obst-Umlage erfüllt wurde, die Nachfrage von Mostobst von Gemeindeangehörigen sei jedoch besonders groß, da durch den Sturm vom 7. August des Jahres viel Obst zugrunde ging. Es ist besonders zu trachten, daß alle Einwohner wenigstens etwas Lagerobst erhalten. Punkt 7. Der Vorsitzende teilt weiters mit, daß der Gemeinde Wolfurt für 1945 keine Heu-Umlage vorgeschrieben wurde, weil die Muli der französischen Besatzungstruppen viel Futter beanspruchen. Die Gemeindeverwaltung beschloß jedoch eine örtliche Umlage durchzuführen, um Brennholz für die Gemeindeangehörigen - 2 - einzutauschen. Punkt 8. Die Feuerbeschau ist in nächster Zeit noch vorzunehmen und wird hiezu Maurermeister Troll, Schwarzach, Gemeindediener Gmeiner und ein Mitglied der Feuerwehr Wolfurt beauftragt. Punkt 9. Das Kriegerdenkmal ist von Unkraut zu säubern und soll einer Person die laufende Instandhaltung des Kriegerdenkmal übertragen werden. Punkt 10. Die Niederschrift der letzten Verhandlung wurde ohne Einwand genehmigt. Der Bürgermeister: A. Fischer Schriftführer L. Hinteregger
  1. wolfurtvertretung
19450925_GVE008 Wolfurt 25.09.1945 30.05.2021, 07:16 - 1 - Niederschrift über die Sitzung vom 25.9.1945, anwesend alle Mitglieder. Punkt 1. In den Ortsschulrat der Gemeinde Wolfurt wird H.H. Pfarrer Brunold, Bürgermeister Hinteregger, Schulleiter Mohr, Alfons Gunz, Rohner Franz Nr. 48 und Lang Franz in Vorschlag gebracht. 2. Punkt. Die Wiedereröffnung des Kindergartens soll bis zum Frühjahr verschoben werden, da einerseits das Heizmaterial zur Beheizung des Raumes fehlt und andererseits den Kindern die nötigen Schuhe während der kalten und nassen Jahreszeit fehlen. Punkt 3. Zur Durchführung des Landeshilfswerkes für notdürftige Vorarlberger wurde ein Ausschuß bestellt. Punkt 4. Als Ortsjugendfürsorgerin für die Gemeinde Wolfurt wird Fischer Anna, Wolfurt, 361. vorgeschlagen. Punkt 5. Dem neuerlichen Ansuchen des Josef Mitterdorfer um Befürwortung für die Ausübung des Kleidermachergewerbes wird in Anbetracht des Umstandes, daß derselbe für die nationalsozialistische Partei schwärmte, nur für beschränkte Zeit zugestimmt. Punkt 6. Dem Ansuchen der Frau Maria Schobel in Wolfurt um Befürwortung für die Ausübung des Kleidermachergewerbes wird entsprochen. Punkt 7. Auf Grund der Zuschrift der BH Bregenz vom 18.9.1945 betreffend Erfassung der Nazivermögen wurde nach Fühlungnahme mit der Gendarmerie eine Liste von Firmen, Unternehmen, Betrieben aufgestellt, welche sich im Sinne der NSDAP betätigt haben. Punkt 8. Der Bericht des Vorsitzenden, wonach die Vergebung der Zuchtstiere im Versteigerungswege ergebnislos verlief, wurde zur Kenntnis genommen. Punkt 9. Die letzte Verhandlungsschrift wurde einwandfrei genehmigt. A. Fischer Schriftführer Bürgermeister: L. Hinteregger
  1. wolfurtvertretung
19450823_GVE007 Wolfurt 23.08.1945 30.05.2021, 07:50 - 1 - Verhandlungsschrift über die Sitzung der provisorischen Gemeindeverwaltung vom 23. August 1945. Anwesend alle Mitglieder. Punkt 1. Auf Grund eines Schreibens der BH Bregenz bezüglich Evakuierung der Reichsdeutschen bis zum 15. September 1945 wurde beschlossen, alle Reichsdeutschen, welche nach dem März 1938 in die Gemeinde zugewandert sind, zur Evakuierung zu beantragen. Desgleichen wurde auch August Keckeisen zum Stern, der zwar länger in Wolfurt wohnhaft ist, sich aber außerordentlich politisch betätigt zur Evakuierung beantragt; dessen Familienangehörigen wird eine befristete Verlängerung des Aufenthaltes in der Gemeinde befürwortet. Weiters wird für Schwarz Paul und Otto Reminger, welche auch politisch belastet sind, eine befristete Aufenthaltsgenehmigung vorgeschlagen. - 2 - Punkt 2. Es wurde die Zuschrift des Vorarlberger Landesausschußes über den Anbau von Raps zur Kenntnis gebracht. Der Gemeinde Wolfurt wird eine Anbaufläche von 6 ha vorgeschrieben. Da der Raps zur Gewinnung von Tafelöl dient, wird dieser Aktion die größte Aufmerksamkeit geschenkt. Höfle Martin erklärt sich bereit, die Durchführung dieses Anbaues zu übernehmen. Punkt 3. Der Frau Wilhelmina Witzemann wird über ihr Ersuchen 5 Kubikmeter Nutzholz aus der Gemeindewaldung zur Instandsetzung des anläßlich der Brückensprengung beschädigten Hauses um den normalen Holzpreis überlassen. Punkt 4. Der am 20. November 1941 zwischen der Gemeinde Wolfurt und den Geschwister Müller zur Krone in Wolfurt abgeschlossene Vertrag, laut welchem den letzteren bezüglich ihres Besitzes beim Schießstande gewisse Einschränkungen auferlegt wurden, wird außer Kraft gesetzt, da dieser Vertrag unter dem Druck des nationalsozialistischen Regimes zustande kam. Punkt 5. Als Ortsschätzer der Gemeinde Wolfurt wird Josef Schertler, Flotzbach, und Eduard Böhler, Zimmermeister, namhaft gemacht. Punkt 6. Als Mitarbeiter im Pressewesen wurde Othmar Graß vorgeschlagen. Punkt 7. Die Hundemusterung ist im Einvernehmen mit dem Amtstierarzte ehestens vorzunehmen. Die Gebühr wird wie im Vorjahr auf RM 7,50 für einen männlichen und verschnittenen weiblichen Hund und RM 20.- für einen weiblichen Hund festgesetzt. Punkt 8. Die Verhandlungsschrift der letzten Sitzung wurde einwandfrei genehmigt. A. Fischer Schriftführer Der Bürgermeister
  1. wolfurtvertretung
19450731_GVE006 Wolfurt 31.07.1945 30.05.2021, 14:55 - 1 - Niederschrift über die Sitzung der Gemeindeverwaltung vom 31. Juli 1945. Anwesend alle Mitglieder. Punkt 1. In den Ortsleitungsausschuß der Gemeinde Wolfurt wurde[n] Bürgermeister L. Hinteregger, Martin Höfle, Geiger Karl, Gmeiner Gebhard, Klocker Heinrich und die Milchabgabe-Leiter Schelling Bernhard und Gasser Engelbert bestellt. Punkt 2. Die freiwerdende Wohnung in Wolfurt 135 soll an Josef Dersola in Wolfurt 91 vergeben werden. Punkt 3. Als Mitarbeiter in die Auskunftsstelle für österreichische Heimkehrer wurde Eugen Müller zum Rössle namhaft gemacht. Punkt 4. In den Ausschuß der österreichischen Widerstandsbewegung wurde Müller Eugen, Geiger Karl, Schneider Johann und Grass Othmar bestellt. Punkt 5. Das Ansuchen des Mitterdorfer Josef um Wiederaufnahme seines Schneidergewerbes soll nicht befürwortet werden, da er sich in besonderer Weise nationalsozialistisch betätigte. Punkt 6. Eduard Mohr soll als Angestellter für die Lebensmittelverteilung in der Gemeinde Wolfurt eingestellt werden. Punkt 7. Dem Herbert Albinger in Wolfurt Nr. 393 ist der Ertrag [der] von der Gemeinde gepachteten Wiese für 1945 zu belassen. Punkt 8. Bezüglich der von Zimmermeister Schertler in Lauterach beim Vereinshause erstellten Baracke, wofür er bis heute keine Bezahlung erhielt, soll vorerst Auskunft eingeholt werden. Punkt 9. Mathias Reiner, OrtsgruppenleiterStellvertreter ist zu verhalten, mit den seinerzeitigen - 2 - Parteimitgliedern die in der Gemeinde aufgeworfenen Verschanzungen zu verebnen. Punkt 10. Böhler Josef in Wolfurt 185 hat für die in der Zeit vom April 1943 bis April 1945 in der Gemeindekanzlei geleistete Aushilfe keine Zahlung erhalten. Der Betrag von RM 458,00 (Stundenlohn -.40 Pfennig) ist zu bezahlen. Punkt 11. Die Verhandlungsschrift der letzten Beratung wurde ohne Einwendung genehmigt. Der Bürgermeister: L. Hinteregger A. Fischer, Schriftführer
  1. wolfurtvertretung
19450717_GVE005 Wolfurt 17.07.1945 30.05.2021, 08:05 - 1 - Niederschrift über die am 17. Juli 1945 stattgefundene Beratung der provisorischen Gemeindeverwaltung Wolfurt. Anwesend alle Mitglieder. Punkt 1: Für die Lebensmittelbewirtschaftung, Kartenabgabe etc. ist der Kriegsinvalide Eduard Mohr als Angestellter provisorisch einzustellen. Punkt 2. Infolge der in der letzten Zeit vorgekommenen Felddiebstähle war die Einführung einer Feldwache notwendig geworden. Diese Maßnahme wird genehmigt. Punkt 3. Das an die serbischen Kriegsgefangenen, welche in Wolfurt arbeiteten, anläßlich ihrer Heimfahrt durch die Gemeindeverwaltung ausgestellte Anerkennungsschreiben für ihr Verhalten während des - 2 - Aufenthaltes in Wolfurt wird gutgeheißen. Punkt 4. Die französischen Besatzungsbehörden haben die provisorische Gemeindeverwaltung bestätigt und zwar: Hinteregger Ludwig Bürgermeister Gunz Alfons Gemeinderat Rohner Franz Gemeinderat Höfle Martin Gemeinderat Geiger Karl Gemeinderat Die Bestellungsdekrete wurden den Genannten übergeben. Punkt 5. Über Antrag der Bezirkshauptmannschaft Bregenz wurde im Einvernehmen mit der Gendarmerie Lauterach bezüglich Säuberung der Gemeinde von führenden Nazielementen die Liste der Illegalen alten Kämpfer, SS und SA durchberaten und ein Vorschlag erstattet. Punkt 6. Über Ersuchen der Bezirksabgabestelle für Obst und Gemüse, Bast in Lustenau, zur Errichtung einer Obst-Sammelstelle in Wolfurt wird Ludwig Gmeiner in Wolfurt Nr. 133 als Leiter dieser Sammelstelle bestimmt. Punkt 7. Die Niederschrift der letzten Beratung wurde ohne Einwendung genehmigt. Der Bürgermeister: L. Hinteregger A. Fischer, Schriftführer
  1. wolfurtvertretung
19450705_GVE004 Wolfurt 05.07.1945 30.05.2021, 08:03 - 1 - Niederschrift über die am 5. Juli 1945 stattfindenden Beratung der provisorischen Gemeindeverwaltung in Wolfurt. Anwesend alle Mitglieder. Punkt 1. Bezüglich Heimschaffung der in Wolfurt wohnhaften Reichsdeutschen wurden diese Personen auf Grund des Einwohnerverzeichnis in die Dringlichkeitsstufen zur Heimschaffung eingereiht. Punkt 2. Die Holzschlägerung in der Gemeindewaldung Mösle soll ehestens in Angriff genommen werden. Das Forstamt Bregenz wurde hievon verständigt und liegt der Schlägerung nichts im Wege. Punkt 3. An Stelle des provisorischen Waldaufsehers Eberle, Buch, wurde Filibert Rohner in Wolfurt provisorisch mit dem Waldaufsichtsdienst beauftragt. Punkt 4. Da der Fernsprechdienst in nächster Zeit beschränkt in Betrieb gesetzt wird, würden jene Teilnehmer, deren Betrieb im öffentlichen oder wirtschaftlichen Interesse liegt, um Zulassung zum Fernsprechdienst namhaft - 2 - gemacht. Punkt 5: Das Ansuchen der Frau Wilhelmina Witzemann um Instandsetzung ihres durch die Brückensprengung beschädigten Hauses Nr. 322 wird befürwortet. Punkt 6. Der provisorisch angestellte Bürgermeister Hinteregger und Sekretär Fischer sollen als Arbeitsentschädigung jene Beträge erhalten, welche ihre Vorgänger monatlich bezogen haben. Punkt 7: Die Rechnungen das Johann Winder, Schreiner, und des Ludwig Rohner, Maler, welche Arbeiten für die französischen Besatzungstruppen tätigten, sind vorderhand durch die Gemeinde zu bezahlen. Es ist jedoch auf Rückersatz der Beträge an geeigneter Stelle vorzusprechen. Die provisorische Gemeindeverwaltung hat die letzte Verhandlungsschrift ohne Einwendung genehmigt. Der Bürgermeister: L. Hinteregger Schriftführer: A. Fischer
  1. wolfurtvertretung
19450625_GVE003 Wolfurt 25.06.1945 30.05.2021, 07:28 - 1 - Verhandlungsschrift über die am 25. Juni 1945 stattfindende Beratung der provisorischen Gemeindeverwaltung in Wolfurt, anwwesend alle Mitglieder. Punkt 1. Bezüglich Bestellung eines provisorischen Waldaufsehers in Wolfurt soll vorerst mit dem Forstamt Bregenz Fühlung genommen werden. Punkt 2. Das vom Karl Stropp in Wolfurt 387 an die Bezirkshauptmannschaft Bregenz gestellte Ansuchen um Erteilung der Konzession für das Installationsgewerbe wird befürwortet. Punkt 3. Das Ansuchen des Bäckermeisters Pius Vogel um Beistellung von Brennholz für die Bäckerei wird abgelehnt, da die anderen Bäckereien in Wolfurt, Konsum Rickenbach, Bohle s B° - den Holzbedarf für ihre Bäckereien selbst aufbringen. Punkt 4. Dem Gärtner Prokopez, welcher einen Teil der Gemeindeinsel an der Ach anbaute, wird - 2 - die Bewilligung zum Aufenthalte in der Gemeinde bis nach der Ernte erteilt. Punkt 5. Das Ansuchen des Ziuber, Schneider in Wolfurt 242 und des Scheiterle, Schneider in Wolfurt 339, um Ausübung ihres Handwerkes in der Gemeinde wird abgelehnt, da es sich um Reichsdeutsche handelt, welche das Land verlassen müssen. Punkt 6. Die letzte Verhandlungsschrift wurde ohne Einwendung genehmigt. Der Bürgermeister: L. Hinteregger Schriftführer: A. Fischer
  1. wolfurtvertretung
19450604_GVE002 Wolfurt 04.06.1945 30.05.2021, 14:46 - 1 - Niederschrift über die am 4. Juni 1945 in der Gemeindekanzlei stattfindenden Beratung der provisorischen Gemeindeverwaltung. Anwesend alle Mitglieder. Punkt 1. Seit dem Einmarsch der französischen Truppen in Wolfurt 2.5.1946 sind keine Unterstützungen (Familienunterhalt, Kriegsbesoldung etc. an Angehörige von Einberufenen) ausbezahlt worden. Nach der Weisung des Landrates Bregenz hat nun die Gemeinde an notdürftige Familien die keinerlei Vermögen oder Barmittel verfügen, eine Unterstützung in gekürztem Ausmaße auszubezahlen. Es wurde beschlossen, die Höhe dieser Unterstützungen folgend festzusetzen: für Erwachsene RM 1.- täglich für Jugendliche 6-14 Jahr RM 0,75 täglich für Kinder RM 0,50 täglich fallweise ist überdies ein Beitrag zur Wohnungsmiete zu bezahlen. Punkt 2. Zur Beschaffung von Brennholz für die Einwohnerschaft wurde beschlossen, die Waldbesitzer zu verpflichten, Brennholz aus ihrer Waldung zur Versorgung von Parteien, welche kein Brennmaterial haben, auf den Winter herzurichten. In erster Linie ist aud der Gemeindewaldung Brennholz zu entnehmen. Zur Besichtigung der Gemeindewaldungen wurden nachstehende Personen bestimmt: Höfle Martin, Köb Paul, Rohner Franz und Schertler Josef. Punkt 3. Der Kaminkehrer ist zu verhalten, daß er die gesetzlich festgelegte Reinigung der Kamine und Heizanlagen vornimmt. Punkt 4. Wegen Herausgabe des Gemeindeblattes ist beim frühreren Herausgeber Albert Loser und in der Buchdruckerei Russ, Bregenz, vorzusprechen. - 2 - Punkt 5. Zur Überprüfung der Wohnungsverhältnisse in der Gemeinde wird ein Komitee bestehend aus Köb Paul, Schwärzler Karl und Rohner Ludwig gebildet. Dieses Komitee hat die Aufgabe auch besondere Härten in der Einquartierung auszugleichen. Punkt 6. Zur Ausgabe von Lebensmittelberechtigungsscheinen an ganz Bedürftige wird der Bürgermeister ermächtigt. Punkt 7. Es wurde beschlossen den Kartoffelkäfersuchdienst in der Gemeinde wie in früheren Jahren wieder einzuführen. Punkt 8. Die letzte Verhandlungsschrift wurde genehmigt. Der Bürgermeister: L. Hinteregger Der Schriftführer: A. Fischer
  1. wolfurtvertretung
19450508_GVE001 Wolfurt 08.05.1945 30.05.2021, 07:54 - 1 - Erste Niederschrift Niederschrift über die Neubestellung des Gemeindetages der Gemeinde Wolfurt anläßlich des Zusammenbruches des Dritten Reiches im Mai 1945. Durch die sich überstürzenden Ereignisse auf allen Kriegsschauplätzen, im allgemeinen durch die unaufhaltsame, immer näher an unsere Landesgrenze heranrückende i. französische Armee, im besonderen, die in baldiges Kriegsende voraussehen ließen, bedingt waren einige verantwortungsbewußte, um das Wohl der Gemeinde besorgte Männer Willens den Sturz der nationalsozialistischen Gemeindeverwaltung, Sonntag den 29.4. herbei zu führen. Es war bekannt, daß Bürgermeister Theodor Rohner auf dem Standpunkte stand, es wird nicht kapituliert, sondern verteidigt. Das Vorhaben scheiterte aber dadurch, daß an diesem Sonntag General Schmidt mit einer größeren SS Abteilung im Orte Quartier bezog, wodurch die Position des Bürgermeisters wieder gestärkt wurde. Am Mittwoch den 2. Mai ließ sich der Bürgermeister schließlich doch bewegen, an der Spitze einer größeren Volksmenge mit den deutschen Verteidigungskräften zwecks widerstandsloser Übergabe der Gemeinde zu verhandeln. Es war aber bereits zu spät, denn in der Nacht vom 1. auf den 2. Mai hatten die Franzosen die Bregenzerache, trotz der gesprengten Brücke, übersetzt und standen auf Wolfurter Boden. Am Freitag den 4. Mai wurde Bürgermeister Rohner im Einvernehmen mit dem französischen Besatzungskommando verhalten, die Amtsgeschäfte an die Mitglieder des bis 1938 bestandenen Gemeindetages zu übergeben - 2 - was anstandslos Nachmittags 4 Uhr erfolgte. Die nachstehenden Männer bildeten die provisorische Gemeindeverwaltung, die ihrerseits Altbürgermeister Ludwig Hinteregger als Bürgermeister, Altgemeindesekretär Adolf Fischer zum Gemeindesekretär bestellte. Es folgen die Vertreter Gunz Alfons Rohner Franz Schertler Josef Schertler Rudolf Schwärzler Karl Rohner Franz 49 Köb Paul Höfle Martin Zwickle Johann Es folgte dann seitens der Bezirkshauptmannschaft Bregenz eine Herabsetzung der Gemeindetagsmitglieder auf 5 und erfuhren nachstehende Herren seitens des französischen Kommando die Bestätigung als provisorische Gemeindeverwaltung, die die Geschäfte der Gemeindeverwaltung bis zu den seinerzeit stattfindenden Gemeindewahlen zu führen hat. Bürgermeister: Ludwig Hinteregger, Landwirt 1. Gemeinderat: Alfons Gunz, Mühlenbesitzer 2. Gemeinderat: Franz Rohner, Stickereibesitzer 3. Gemeinderat: Martin Höfle, Konsumverwalter 4. Gemeinderat: karl Geiger, Bauarbeiter Wolfurt, am 8. Mai 1945 Der Bürgermeister: L. Hinteregger Schriftführer: A. Fischer
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19440801_GVE020 Wolfurt 01.08.1950 30.05.2021, 11:48 - 1 - Niederschrift Über die am 1. August 1944, 20 Uhr im Gemeindehauses stattgefundene Beratung des Bürgermeisters mit den Gemeinderäten. Anwesend: Der Bürgermeister, zwei Beigeordnete und 2 Gemeinderäte, so wie der Landrat. Anwesend: Der Bürgermeister, zwei Beigeordnete und zwei Gemeindevertreter, sowie der Landrat. Die fehlenden Gemeinderäte waren entschuldigt. - 2 - Punkt 1. Der Bürgermeister eröffnete die Sitzung und begrüßte besonders den zu derselben erschienenen Herrn Landrat Didaukies. Punkt 2: Die Niederschrift der letzten Beratung wurde verlesen und genehmigt. 3. Der Bürgermeister berichtet über die Instandsetzung der Schulklassen. Diese wurde von Maler Metzler, Vorkloster mit Beihilfe des Wegmachers Kresser durchgeführt. 4. Der Bürgermeister gab einen ausführlichen Bericht über die Bewirtschaftung von Holz, Heu, Streu, Vieh, sowie im allgemeinen über das Bezugscheinwesen. 5. Er berichtet weiters über die in letzter Zeit durchgeführten Luftschutzübungen und Verdunklungsmaßnahmen. Die Berichte zu 3), 4), und 5) wurden zustimmend zur Kenntnis genommen. 6. Die Beratung wird um 23 Uhr geschlossen. Wolfurt, 1. August 1944 In Vertretung: Heim
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19440504_GVE019 Wolfurt 04.05.1944 30.05.2021, 11:15 - 1 - Niederschrift über die am 4. Mai 1944 um 20:00 Uhr im Gemeindehaus abgehaltene Beratung des Bürgermeisters mit den Gemeinderäten. Anwesend 3 Gemeinderäte und ein Beigeordneter. Beigeordneter Anton Heim und Gemeinderat Oswald Schwärzler entschuldigt. Punkt 1. Die Niederschrift der letzten Beratung wurde verlesen. Punkt 2. Der Bürgermeister berichtet über die Erstellung des Haushaltsplanes für das Jahr 1943 und Erlassung der Haushaltsrechnung für das Rechnungsjahr 1942. Haushaltsplan und Haushaltsrechnung wurden zustimmend zur Kenntnis genommen. Einwendungen wurden nicht erhoben. Punkt 3. Erlassung einer Hundesteuerordnung nach der deutschen Hundesteuerordnung wonach die Steuer für den ersten Hund mit RM 15.Zweiten Hund mit RM 20.Und für jeden weiteren RM 33.- festgesetzt wird. Punkt 4. Auf Grund des § Gemeindegesetz 944/2 der deutschen Gemeindeordnung wurde eine Verwaltungsgebührenordnung festgesetzt. Punkt 5. Gegen dem Kaufansuchen der Reichsstraßenverwaltung wegen Ankauf des Anteiles an der Lauteracher Konkurrenzkaserne samt Hofraum Bp. Nr. 228 Kat. Gemeinde Laterach wird keine Einwendungen erhoben. Punkt 6. Der Bürgermeister berichtet über die im Laufe des verflossenen Jahres geleisteten Arbeiten wie Errichtung der Schulklassen, Strassenarbeiten insbesonders konnte die Straße vom Adler in Rickenbach zur Fabrik Doppelmayer wegen des unverständigen Verhaltens des Straßenanrainers Anton Geiger nicht wie gewünscht erstellt werden. - 2 - Entschließung des Bürgermeisters. Zu P. 1 und 2 des Haushaltsplanes um Haushaltssatzung wurde nach vorliegender Fassung festgehalten. 3. wurde nach der vorliegenden Hundesteuerordnung eingeführt. 4. wird nach der vorliegenden Verwaltungsabgabenverordnung eingeführt. 5. dem Kaufansuchen der Reichsstraßenverwaltung des Anteiles der Lauteracher Konkurrenzkaserne wird die Zustimmung gegeben. Wolfurt den 4.5.44 Fischer Schriftführer Rohner Bürgermeister Nachtrag: zu Niederschrift: vom 4. Mai 1944 Entschließung des Bürgermeisters. Zweitens die Hundesteuerordnung für das Jahr 1942 wurde nach vorliegender Fassung beschlossen. Wolfurt den 4.5.44 Fischer Schriftführer Rohner Bürgermeister
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19421230_GVE018 Wolfurt 30.12.1942 30.05.2021, 09:02 - 1 - Niederschrift über die am 30. Dezember 1942 20 Uhr im Gemeindehaus abgehaltene Beratung des Bürgermeisters mit den Gemeinderäten. Anwesend: Der Bürgermeister, ein Beigeordneter, die Gemeinderäte, der Ortsgruppenleiter. Beigeordneter Fischer und Gemeinderat Reiner Entschuldigt. Punkt 1. Die Niederschrift über die Beratung vom 16.9.42 wurde verlesen und genehmigt. Punkt 2. Der Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1942 wurde durchberaten. Es wurden keine Einwendungen erhoben. Der Bürgermeister fasste die Entschließung: der Haushaltsplan wird wie niedergelegt festgehalten. Punkt 3. Die Haushaltssatzung für das Rechnungsjahr 1942 wird noch beraten. Einwendungen wurden nicht erhoben. Entschließung des Bürgermeisters: die Haushaltssatzung für das Rechnungsjahr 1942 wird, wie niedergelegt, festgehalten. Wolfurt, 30. Dezember 1942 Heim, Schriftführer Rohner
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19420916_GVE017 Wolfurt 16.09.1942 30.05.2021, 14:45 - 1 - Niederschrift über die am 16. September 1942 im Bürgermeisteramt stattgefundene Beratung mit dem Beigeordneten und Gemeinderäten. Anwesend: Der Bürgermeister, zwei Beigeordnete und 3 Gemeinderäte. Gemeinderat Rainer war entschuldigt. 1. Die Niederschrift über die letzte Beratung vom 23.4.1942 wurde verlesen und genehmigt. 2. Der Bericht des Bürgermeisters über die nach Beendigung des Krieges in Aussicht genommene Wasserversorgung für das ganze Gemeindegebiet wird zur Kenntnis genommen. Ing. Luger, Dornbirn wird beauftragt, im kommenden Winter die Projektierung hierzu durchzuführen. 3. Als Vorarbeiten für den zukünftigen Verbauungsplan der Gemeinde soll vorerst die Aufstellung einer Bestandsaufnahme und eines vorläufigen Wirtschaftsplanes durchgeführt und Ing. Keckeis, Bregenz mit der Durchführung der Arbeiten beauftragt werden. Dieser ist zur Zeit nicht in der Lage über die anfallenden Kosten Auskunft zu geben. Beigeordneter Fischer erklärt, es müsse Wert darauf gelegt werden, dass die Gemeinde vor Vergebung der Arbeiten Kenntnis von der ungefähr zu erwartenden Höhe der Kosten der Arbeiten erhalten. Im Übrigen wird die Durchführung von den Anwesenden befürwortet. 4. Der Bürgermeister legt verschiedene Pläne für Umbauten am Schulhauses vor. So ist die Verlegung der Schuldienerwohnung beabsichtigt. Hierdurch wird der Raum für eine neue Schulklasse gewonnen. Bis zur Einrichtung der neuen Klasse kann der Raum als Amtszimmer für die Gemeinde oder die Partei verwendet werden. Die Arbeiten werden zweckmäßig von gemeindeeigenen Arbeitern durchgeführt. Beabsichtigt ist ferner die aus sanitären Gründen dringend notwendige Neuerstellung der Abortanlagen. Die geplanten Plattenbeläge sind derzeit nicht erhältlich. Die Gemeinderäte Peter und Remminger sind der Ansicht, es sei vorteilhafter, mit den Neubauten der Anlagen zu warten, bis die nötigen Platten zur Verfügung stehen, statt an der Stelle einen weniger dauerhaften Belag zu verwenden. Außerdem ist die Verlegung der Stiege beim Eingang und der Stellung eines Windfanges beabsichtigt. Auch die Entwässerung des Sportplatzes soll in Angriff genommen werden. 5. Der Bürgermeister berichtet über den durch die D.A.F. vorgenommenen Verkauf des Vereinshauses an das Kaufhaus Hämmerle in Lustenau. Da die Gemeinde ohne vorherige Kenntnis vor eine vollendete Tatsache gestellt wurde und der Kauf des Hauses durch die Gemeinde für diese eine Prestigefrage darstellt, hat der Bürgermeister bereits den Landrat und die zuständige Parteistelle gebeten, das Notwendige zu unternehmen, um vorerst die Rechtskraft des Kaufes zu verhindern. 6. Zur Zeit wird die Verbindungsstraße im Hub umgebaut und erhält einen neuen Belag. Im Anschluss hieran ist die Verbesserung der Straße vom Schwanen über [?] zum Friseur Böhler in Aussicht genommen. Nach Maßgabe der Arbeitsverhältnisse ist ferner geplant, den Dorfgraben von Julie Böhler weiter bis zu Isidor Flatz in Rohre zu verlegen. 7. Die Gemeinde beabsichtigt für die kommende Tierzuchtperiode den Ankauf der Zuchtstiere selbst übernehmen. Die Vergebung derselben wird an Viezuchtvereines übertragen. 8. Der Bürgermeister berichtet über seine Entschließung, die Kreuz Schwestern Stiftung aufzulösen. Die Auflösung ist bereits durch den Landrat genehmigt, der Grundbesitz der Stiftung geht in das Eigentum der Gemeinde über. 9. Unter Verschiedenes berichtet der Bürgermeister über Verlängerung des Pacht des mit der Firma??, die notwendige Erneuerung des Daches am Doktorhause, sowie über die derzeit der Gemeinde obliegende Bewirtschaftung von Milch, Kartoffel, Heu, Eier und Obst und damit entstehende Fragen. Entschließung des Bürgermeisters: Zu 2. Ing. Luger, Dornbirn wird mit der Projektierung der Wasserleitung beauftragt. Zu 3. Ingenieur Keckeis wird nach Vorlage eines Kostenvoranschlages mit der Aufstellung der Bestandsaufnahme und des vorläufigen Wirtschaftsplanes beauftragt. Zu 4. Die Errichtung der Schulklasse und damit verbundene Verlegung der Schuldienerwohnung wird in der vorgesehenen Weise durchgeführt. Von der Neuerstellung der sanitären Anlagen wird bis zum Erhalt des notwendigen Baumaterials abgesehen. Diese werden bis dahin, so weit nötig, instandgesetzt. Zu 6. Soweit der Umbau der Straßen nicht bereits durchgeführt ist, werden diese in der vorgesehenen Weise nach Maßgabe der vorhandenen Arbeitskräfte verbessert, dasselbe geschieht auch mit der Verlegung des Dorf Beratungspunkt Zu 7. Der Ankauf der Zuchtstiere erfolgt durch die Gemeinde. Die Haltung derselben in wird an den Viehzuchtverein übertragen. Die Sitzung wurde um halb ein Uhr nachts geschlossen. Wolfurt, 17. September 1942 Heim, Schriftführer Rohner
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19420423_GVE016 Wolfurt 23.04.1942 30.05.2021, 07:39 - 1 - Niederschrift über die am 23. April 1942 20:30 Uhr im Gemeindehause abgehaltene Beratung des Bürgermeisters mit den Gemeinderäten. Anwesend: ein Gemeinderat und zwei Beigeordnete. Punkt 1. Die Niederschrift der letzten Beratung wurde verlesen. Punkt 2. Der Bürgermeister berichtete über die Erstellung des Haushaltsplanes und die Erlassung der Haushaltssatzung für das Rechnungsjahr 1941. Haushaltsplan um Haushaltssatzung wurden zustimmend zur Kenntnis genommen. Es wurden keine Einwendungen erhoben. Punkt 3. Der Bürgermeister berichtete über die Zuwendung eines Beitrages von 5000 Rm für den Schießstandneubau. Wolfurt, 23. April 1942 Heim, Schriftführer. Entschließung des Bürgermeisters: Der Haushaltsplan und die Haushaltssatzung werden, wie niedergelegt, festgehalten. Wolfurt, den 23. April 1942 Rohner Bürgermeister
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