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19220725_SV StandMontafon 1922-07-25 [-1-] Protokoll -o-o-o-oaufgenommen In der Gemeindekanzlei zu Schruns am 25.auli 1922 vor dem gefertigten Stabdesrepräsentanten Franz Wachter -o-o-o-o-o-oMit Einladung vom 22.Juli 1922 Zl. 504/St wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesausschußsitzung anberaumt, zu welcher 7 Standesvertreter erschienen sind. Nach Eröffnung der Versammlung durch den Vorsitzenden und dem Erklären der Beschlussfähigkeit wird das Protokoll der letzten Sitzung in Vorlage gebracht, auf dessen Verlesung jedoch aus dem Grunde verzichtet, da jede Gemeinde bereits mit je einer Abschrift behufs ortsüblicher Publikation beteilt wurde u. daher die Herren Gemeindevorsteher, bezw. Standesvertreter von dessen Inhalt in Kenntnis gesetzt sind. Nachdem in keiner Weise ein Widerspruch, bezw. eine Einwendung erhoben wurde, erfolgt die allseitige Fertigung, worauf in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen wird und werden gefasst, nachstehende Beschlüsse: -o-o-o-o-o1.) Der Herr Standesrepräsentant referiert über das außergewöhnliche Kostenerfordernis, welches durch die Ausarbeitung eines Wirtschaftsplanes für die Standeswaldungen Montafons sich geltend macht und stellt fest, dass die Aufbringung dieser Kosten unter den gegenwärtigen Verhältnissen unerschwinglich seien, da auch keine Aussicht besteht, durch Holz Verwertung eine nur annähernde Deckung gegenständlicher Auslagen finden zu können. Es wird daher einstimmig beschlossen, diese Arbeiten einstweilen einzustellen und zu deren Wiederaufnahme eine geeignetere Zeit abzuwarten. Sollten zur Vollendung bereits durchgeführter Aufnahmen bezw. deren Skizzierung noch Restarbeiten von geringerem Umfange erforderlich sein, wird Herr Standesrepräsentant ermächtigt, eine derartige Beendigung durchführen lassen zu können. 2.) Von der Vorarlberger Landesfeuerversicherungsanstalt werden Nachversicherungsverträge einiger Versicherungsnehmer des Montafoner Feuerversicherungsvereines in Vorlage gebracht und wird diese Angelegenheit auf Grund des § 32 der Vereins-Statuten in Beratung gezogen. Nach eingehender Prüfung der Sachlage wird der einstimmige Beschluss gefasst, derartige Nachversicherungen analog dem diesbezüglichen Beschlüsse der Standesvertretung vom 21. Mai 1921, Punkt 1 ,zu behandeln. Auf Grund dieses Beschlusses ist vom Versicherungsnehmer vor Eingehung einer Nachversicherung bei der Montafoner Brandassekuranz die höchst zulässige Versicherung durchzuführen und werden sodann einer Nachversicherung bei der Vorarlberger Feuerversicherungs-Anstalt keine Schranken mehr gesetzt. Eine Nachversicherung darf nur bei der Vorarlberger Landes-Feuerversicherungsanstalt eingegangen werden, doch ist vorverzeichnete Stipulierung genau einzuhalten und genanntes Institut zu ersuchen, diesem Beschlusse genaueste Beachtung zuteil werden zu lassen, andernfalls die im zitierten § 32 festgesetzte Begünstigung nicht gewährt werden könnte. Die vorliegenden Verträge sind dementsprechend umzugestalten und zu regeln. 3.) Die vorliegende Weisung des Vorarlberger Landesforstinspektorates in Bregenz vom 19. Juli 1922 Zl. 290/1 betreff Lieferung von Rollbahnschwellen an die österreichische Rheinbauleitung in Bregenz wird in Beratung gezogen und beschlossen, dem Antrage insoweit zu entsprechen, als demselben aus vorhandenem Schneedruck-, Windwurf- und Abgangsholz ohne Benachteiligung anderweitiger Ansprüche entsprochen werden kann. Die Durchführung dieser Angelegenheit wird demselben Komitee [-2-] resp. denselben Standesvertretern übertragen, wie solche im Punkte 2 des Standesausschußsitzungsprotokolls vom 3. Juli 1922 gewählt erscheinen. Das im sogenannten Schattenwalde im Relstal. Gemeinde Vandans, von der Gavadurarüfe sich einwärts befindliche Windwurf- und Schneebruchholz in einer Gesamtmenge von ungefähr 700 F.M. Nutz- und Brennholz ist im Versteigerungswege zu veräussern und zu verwerten und sind von dem hiezu bestimmten Komitee die erforderlichen Schritte einzuleiten. 4.) Zufolge Ansuchens der Frau Berta Liechtensteiner aus Innsbruck als Villabesitzerin in Gargellen kann die Bewilligung zum Bezuge von 5 Baustämmen aus Standeswaldungen im Gargellentale zu einer Brückenrenovation unter der Bedingung befürwortet werden, dass das gleiche Holzquantum aus der Eigentumswaldung der Genannten auf dem "Boden" Gemeinde St. Gallenkirch zur unbeschränkten Verfügung für den Stand Montafon an die Strasse gestellt wird. Um die erforderliche Bezugsbewilligung ist kompetenten Ortes einzuschreiten. 5.) Auf ein Ansuchen der Strassenkonkurrenz Bludenz-Partenen um vorschussweise Unterstützung zu den Wiederinstandsetzungsarbeiten an der Talstrasse und den betreffenden Brücken wird einstimmig beschlossen, nach besten Kräften zur ehesten Instandsetzung der beschädigten Objekte beizutragen. 6.) Dem Ansuchen der Waldaufseher Montafons um Erhöhung des Stundenlohnes wird entsprochen und derselbe mit 800 Kronen bis auf weiteres festgesetzt. 7.) Ein Ansuchen des Braunger Willi aus Dornbirn als Hausbesitzer auf Innergampabing, Gemeinde St. Gallenkirch, um Zuweisung von 6 H.M. Brennholz aus Standeswaldungen ist dahin zu begutachten, dass der Bezug nur aus ausgesprochenem Abfall- und dem Verderben ausgesetztem Holze gestattet wird. Die Bezugsbewilligung ist bei der Bezirksforstinspektion Bludenz einzuholen. 8.) Dem Finanzwachaspiranten Mathias Josef in Gargellen ist über erfolgtes Ansuchen der Bezug von 6 R.M. Brennholz im gleichen Sinne wie vor (Pkt.7.) zu begutachten. 9.) Das Ansuchen des Tschofen Ulrich in St. Gallenkirch um Zuweisung von Nutzholz für Reparaturen an seiner Säge und der damit verbundenen Wasserschwelle wurde in Beratung gezogen. Hiebei wird in erster Linie auf die Bestimmung des Holzstatutes Verwiesen, nach welcher bei Verlegung eines eingeforsteten Bauobjektes um die Bewilligung zum Weitergenuss des darauf haftenden Servitutsrechtes einzukommen ist. Nach Erfüllung dieser Bedingung steht der Gewährung des Holzbezuges im ehemaligen Umfange kein Hindernis für die Säge selbst im Wege, wahrend dieses Bezugsrecht für die Instandsetzung und Instandhaltung des Stauwehres nicht anerkannt werden kann. Die Begutachtung einer Holzbezugsbewilligung wird also von der Erfüllung vorbezeichneter statutarischer Vorschrift abhängig gemacht. 10.) Da in letzter Zeit Amtshandlungen der Standesvertretung, die im Interesse der Standeswaldungen eingeleitet und durchgeführt wurden, mehrfach von der Forstinspektion bemängelt, ja sogar die Berechtigung zur Konstatierung bezw. Hintanhaltung widerrechtlicher Unzukömmlichkeiten und Handlungen in Abrede gestellt wurde, entwickelt sich hierüber eine rege Aussprache. Einstimmig wurde in dieser Handlungsweise eine Verkennung der Autorität des Besitzers erblickt, dem das Recht der Überwachung des Eigentums aberkannt werden soll. Es ist nur zu gut bekannt, welch' schweren Schädigungen die Standeswaldungen ausgesetzt sind, wenn die Amtstätigkeit der Standesvertretung in dar Überwachung ihres Eigentums gehemmt wird und sind die Vorgänge verflossener Jahre noch in zu guter Erinnerung, um nicht die Handhabung strenger Vorkehrungen voll und ganz zu rechtfertigen. Besonders scharf wird auch die Aberkennung einer Einflussnahme auf die Forstaufsicht bekrittelt, welche dem Eigentümer umso eher zuzuerkennen ist, als ja auch er es ist, der die [-3-] hiemit verbundenen Lasten zu tragen hat. Wird in dieser Hinsicht nicht weitgehende Autonomie eingeräumt, ist jede Einflussnahme und damit das Ansehen der Standesvertretung in Frage gestellt, woraus unabsehbare Verwicklungen und Schädigungen entstehen müssen. Es wird daher einstimmig beschlossen, für die diesbezüglichen Rechte mit allen zu Gebote stehenden Mitteln einzuschreiten und besonders bei der Bezirksforstinspektion wie auch bei der Landesregierung im Gegenstande vorstellig zu werden. 11.) Da die Ansprüche des Hotel Madrisa auf Zuweisung von Brennholz ganz enorm sind, wird sich einhellig dahin ausgesprochen, dass ein tunlichstes Entgegenkommen gewährt werden kann, doch auch eine entsprechende Einschränkung Platz greifen muß. Es wird konstatiert, dass am Valiserabach und bei dessen Einmündung in den Sogadin an dessen rechtem Ufer auf- und abwärts grössere Mengen Holz lagern, die teilweise dem Verderben ausgesetzt sind und daher zum üblichen Kaufpreise in zulässiger Menge dem Hotel Madrisa zugewiesen werden können. 12.) Auf Grund des Beschlusses des Standesausschusses vom 3. Juni 1922 Pk. 11. berichtet Herr Gemeindevorsteher Würbel von Bartholomäberg, dass sich die anlässlich eines Waldbrandes beteiligte Hilfsmannschaft mit einer Entlohnung von 6000 Kronen zufrieden stelle, deren Verabfolgung bewilligt wird. 13.) Das Ansuchen des Herrn Oskar Mey, Besitzer des Hotel Madrisa im Gargellentale, um Zuweisung von ungefähr 10 Baustämmen zu einem Lawinenschutzbau wird eingehend besprochen und beschlossen, genauere Erhebungen zu pflegen und zwar über die erforderliche Qualität und Quantität des Holzes, dann über die Art und Weise der geplanten Schutzvorkehrungen. Im Prinzipe wird gegen die Verabfolgung des Holzes zu einem mässigen Preise keine Einwendung erhoben. Schruns, am 27. Juli 1922. [Unterschriften der Standesausschüsse]
  1. standmontafon
  2. standesprotokolle
  3. standesausschuss
19220703_SV_Langfassung StandMontafon 1922-07-03 [-1-] Protokoll -o-o-o-oaufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 3. Juli 1922 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter -o-o-o-o-o-oMit Einladung vom 30. Juni 1922 Zl. 347/St wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesausschußsitzung anberaumt, zu welcher 10 Standesvertreter erschienen sind. Nach Eröffnung der Versammlung durch den Vorsitzenden und dem Erklären der Beschlussfähigkeit wird das Protokoll der letzten Sitzung in Vorlage gebracht, auf dessen Verlesung jedoch aus dem Grunde verzichtet wird, da jede Gemeinde bereits mit je einer Abschrift behufs ortsüblicher Publikation beteilt wurde und daher die Herren Gemeindevorsteher bezw. Standesvertreter von dessen Inhalt in Kenntnis gesetzt sind. Nachdem in keiner Weise ein Widerspruch bezw. eine Einwendung erhoben wurde, erfolgt die allseitige Fertigung, worauf in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen wird und werden gefasst, nachstehende Beschlüsse: -o-o-o-o-o- 1.) Auf Grund der Stellungnahme des Standes Montafon, des Strassenkonkurrenzausschusses Bludenz-Partenen und der Fuhrwerksbesitzer gegen die Einführung einer periodischen Autopostfahrt Schruns-Partenen hat die Vorarlberger Landesregierung in Bregenz auf Mittwoch den 28. Juni 1922 eine diesbezügliche Sitzung in Schruns anberaumt, über deren Ergebnis Herr Gemeindevorsteher J. G. Jocnum von Tschagguns referiert wie folgt: Herr Jochum zergliedert seinen Vortrag in 3 Abschnitte und berichtet in erster Linie über die Behandlung des Protestes der Strassenkonkurrenz Bludenz-Partenen. Hiezu sei inbesonders hervorzuheben, dass durch die mässige Fahrt des Postautos die Strasse geschont werde und da die Gastwirte und Handelsgenossenschaft sich erbötig gezeigt habe, für die einschlägigen Mautgebühren aufzukommen, sei ein Ersatz für Abnützung der Strasse in derselben Weise geboten, wie solche die verschiedenen Privatautos durch Entrichtung der Mautgebühr leisten. Diese Zusage lasse den Protest als hinfällig erscheinen. In seiner weiteren Auseinandersetzung erwähnt er die Nichtstichhältigkeit der Beschwerde der Fuhrwerksbesitzer, da dieselbe von einer Anzahl gefertigt erscheine, die nicht einmal für Personentransporte eingerichtet sei und eigentlich nur Neyer Louise und Vallaster Johann Josef in Betracht kämen, wobei nicht unerwähnt bleiben dürfe, dass erstere im vergangenen Herbste bezw. Winter ihre Pferde verkauft und erst im Spätfrühling wieder neue eingestellt habe, daher auch als Stütze der Landwirtschaft nicht in Betracht komme, weshalb auch dieser Protest nicht ernst genommen werden könne. Was die Verwahrung des Standes Montafon anbelange, finde dieselbe schon teilweise in der Widerlegung vorberührter Proteste ihre Erledigung und müsse hiebei noch besonders hervorgehoben werden, dass die Strasse durch die schmalfelgigen Räder der Post- und Stellwagen ganz bedeutend in Mitleidenschaft gezogen werde, ohne auf eine separate Entschädigung rechnen zu kennen. Sowohl vom Vertreter der Postbehörde, sowie auch vom technischen Beirate der Landesregierung wurden überdies die Vorteile der Einführung des Postautos in üherzeugender Weise hervorgehoben und speziell auf die Förderung des so notwendigen Fremdenverkehrs hingewiesen, dass eine völlige Ablehnung untunlich erscheine und Herr Jochum sein Gutachten dahin abgab, dass er persönlich keine Verweigerungsbegründung einstelle, jedoch die Zustimmung des Standesausschusses sich vorbehalte. [-2-] Diesen Ausführungen gegenüber nimmt nun der Standesausschuss Stellung und kann sich der Überzeugung nicht verschliessen, dass all' die für die Einführung des Postautos in's Treffen geführten Protestentkräftigungen und auch Vorteile den Tatsachen gar nicht entspreche und in die Augen fallende Beweise das Gegenteil bezeugen. Die Jahrzehnte langen Post- und Stellwagenfahrten haben die Strasse nie auffallend belastet, während eine periodische Postautofahrt eine Strassenverwüstung erwarten lasse, deren Wiederinstandsetzung mit vielen Millionen verbunden sei, während die Mautentschädigung einige 100000 Kronen eintrage. Die Im Protokolle vorn 3. Juni 1922 festgesetzten Verweigerung gründe werden zur Gänze vollinhaltlich aufrecht erhalten und wird mit 9 gegen eine Stimme beschlossen, unter den gegenwärtigen so ungünstigen Verhältnissen gegen die Einführung eines Postautos mit allen zu Gebote stehenden Mitteln einzustehen und anzukämpfen und wenn anders nicht zulässig, den Gesamtautoverkehr in‘s Montafon gänzlich einzustellen. In diesem Sinne ist die Landesregierung in Bregenz telefonisch zu verständigen. [-2-] 2.) Das im sogenannten Schattenwalde im Relstale, Gemeinde Vandans, von der Gavadurarüfe sich einwärts befindliche Windwurf- und Schneebruchholz in einer Gesamtmenge von ungefähr 700 F.M. Nutz- und Brennholz, ist durch den Stand Montafon in eigener Regie aufarbeiten zu lassen und zu verwerten. Behufs Durchführung und Überwachung gegenständlicher Vorkehrungen wird ein Komitee, bestehend aus den Herren: Franz J. G. Anton Franz Wachter, Standesrepräsentant in Schruns, Jochum, Standesrepräsentant-Stellvertreter in Tschagguns, Fritz, Gemeindevorsteher in Silbertal und Josef Bitschnau, Gemeindevorsteher in Vandans bestimmt, welchen unumschränkte Handlungsweise zuerkannt wird. 3.) Ein Ansuchen des Christian Tschofen, Bauer in Schruns, um die Bewilligung zum Verkaufe von ungefähr 20 R.M. Brandholz behufs Einkauf von Kalk wird bewilligt. 4.) Der vom Standesausschusse delegierte Vertreter, Herr Gemeindevorsteher Ignaz Battlogg von St. Anton, berichtet über das Resultat einer Sitzung betreff Gründung eines Bezirkskrankenhauses in Bludenz, Gegenstand dieser Sitzung bildete in der Hauptsache die Finanzierung des geplanten Unternehmens, wobei die Ansicht ausgesprochen wurde, dass mit einem Aufwande von 400 Millionen Kronen das Auskommen gefunden werden könne, wovon auf die 29 Gemeinden des politischen Bezirkes Bludenz 100 Millionen zur Deckung in Aussicht genommen wurden. Nach einer auf Grund direkter Steuern ausgearbeiteten Reparation entfielen auf den Gerichtsbezirk Montafon 24200000 Kronen, woran die einzelnen Gemeinden in folgender Weise zu partizipieren hätten: _________________________________________________________________ Nr. Gemeinde Einwohnerzahl Direkte Kostenbetreffnis curr. Steuern _________________________________________________________________ 1. 2. 3. 4. 5. St. Anton 142 Bartholomäberg 1054 Gaschurn 792 St. Gallenkirch 1343 Schruns 1690 4038 321000.-69570 2600000.-26246 1310000.-387332 5420000.-693791 8200000.-- 6. 7. 8. 9. 10. Silbertal 456 Tschagguns 921 Lorüns Stallehr 85 Vandans 16553 122055 134 661 1055000.-2730000.-19547 420000.-7897 240000.-75158 1870000.-- Der Standesausschuss in seiner gegenständlichen Stellungnahme bezweifelt die Aufbringungsmöglichkeit der Gelder in bezeichnetem Rahmen nicht, äußert jedoch seine vollste Überzeugung dahin, dass, abgesehen von der Befürchtung über die Aufbringung der ganz ungedeckten 300 Millionen mit Sicherheit anzunehmen ist, dass das projektierte Unternehmen mit [-3-] dem Doppelten des Voranschlages, also mit 800 Millionen noch lange nicht der Verwirklichung zugeführt werden kann, wobei es sich also um Summen handelt, für die die Gemeinden niemals aufzukommen imstande sind. In Anbetracht dieser Sachlage wird eine ablehnende Stellungnahme beschlossen, um jedoch vollkommen gedeckt zu sein, ist ein diesbezüglicher Gemeindeausschussbeschluss einzuholen, welcher innerhalb 8 Tagen, von heute an gerechnet, der Standesrepräsentanz in Vorlage zu bringen ist. 5.) Um das Anwachsen des Reservefondes der Montafoner Brandassekuranz zu fördern, wird einstimmig beschlossen, 30% an Verwaltungskosten auf die Prämieneinnahmen zu verrechnen und einzuheben. 6.) Herr Gemeindevorsteher Marte von Stallehr weist darauf hin, dass er die Bewirtschaftung der Alpe Valisera für zweckentsprechender erachte, wenn die Heugewinnung eingeschränkt und dafür die Besetzung mit Weidevieh erhöht werde. Der Antrag findet allgemeine Anerkennung und wird beschlossen, denselben auf seine Ausnützung, Rentabilität und Vorteilhaftigkeit zu überprüfen und hierüber in einer späteren Sitzung zu referieren. Zu diesbezüglichen Erhebungen und Beratungen ist der Sachwalter Herr Alois Dajeng beizuziehen. Schruns, am 6. Juli 1922 [Unterschrift der Standesvertreter]
  1. standmontafon
  2. standesprotokolle
  3. standesausschuss
19220703_SV StandMontafon 1922-07-03 [-1-] Protokoll -o-o-o-oaufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 3. Juli 1922 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter -o-o-o-o-o-oMit Einladung vom 30. Juni 1922 Zl. 347/St wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesausschußsitzung anberaumt, zu welcher 10 Standesvertreter erschienen sind. Nach Eröffnung der Versammlung durch den Vorsitzenden und dem Erklären der Beschlussfähigkeit wird das Protokoll der letzten Sitzung in Vorlage gebracht, auf dessen Verlesung jedoch aus dem Grunde verzichtet wird, da jede Gemeinde bereits mit je einer Abschrift behufs ortsüblicher Publikation beteilt wurde und daher die Herren Gemeindevorsteher bezw. Standesvertreter von dessen Inhalt in Kenntnis gesetzt sind. Nachdem in keiner Weise ein Widerspruch bezw. eine Einwendung erhoben wurde, erfolgt die allseitige Fertigung, worauf in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen wird und werden gefasst, nachstehende Beschlüsse: -o-o-o-o-o- 1.) Auf Grund der Stellungnahme des Standes Montafon, des Strassenkonkurrenzausschusses Bludenz-Partenen und der Fuhrwerksbesitzer gegen die Einführung einer periodischen Autopostfahrt Schruns-Partenen hat die Vorarlberger Landesregierung in Bregenz auf Mittwoch den 28. Juni 1922 eine diesbezügliche Sitzung in Schruns anberaumt, über deren Ergebnis Herr Gemeindevorsteher J. G. Jochum von Tschagguns referiert wie folgt: Herr Jochum zergliedert seinen Vortrag in 3 Abschnitte und berichtet in erster Linie über die Behandlung des Protestes der Strassenkonkurrenz Bludenz-Partenen. Hiezu sei inbesonders hervorzuheben, dass durch die mässige Fahrt des Postautos die Strasse geschont werde und da die Gastwirte und Handelsgenossenschaft sich erbötig gezeigt habe, für die einschlägigen Mautgebühren aufzukommen, sei ein Ersatz für Abnützung der Strasse in derselben Weise geboten, wie solche die verschiedenen Privatautos durch Entrichtung der Mautgebühr leisten. Diese Zusage lasse den Protest als hinfällig erscheinen. In seiner weiteren Auseinandersetzung erwähnt er die Nichtstichhältigkeit der Beschwerde der Fuhrwerksbesitzer, da dieselbe von einer Anzahl gefertigt erscheine, die nicht einmal für Personentransporte eingerichtet sei und eigentlich nur Neyer Louise und Vallaster Johann Josef in Betracht kämen, wobei nicht unerwähnt bleiben dürfe, dass erstere im vergangenen Herbste bezw. Winter ihre Pferde verkauft und erst im Spätfrühling wieder neue eingestellt habe, daher auch als Stütze der Landwirtschaft nicht in Betracht komme, weshalb auch dieser Protest nicht ernst genommen werden könne. Was die Verwahrung des Standes Montafon anbelange, finde dieselbe schon teilweise in der Widerlegung vorberührter Proteste ihre Erledigung und müsse hiebei noch besonders hervorgehoben werden, dass die Strasse durch die schmalfelgigen Räder der Post- und Stellwagen ganz bedeutend in Mitleidenschaft gezogen werde, ohne auf eine separate Entschädigung rechnen zu kennen. Sowohl vom Vertreter der Postbehörde, sowie auch vom technischen Beirate der Landesregierung wurden überdies die Vorteile der Einführung des Postautos in überzeugender Weise hervorgehoben und speziell auf die Förderung des so notwendigen Fremdenverkehrs hingewiesen, dass eine völlige Ablehnung untunlich erscheine und Herr Jochum sein Gutachten dahin abgab, dass er persönlich keine Verweigerungsbegründung einstelle, jedoch die Zustimmung des Standesausschusses sich vorbehalte. [-2-] Diesen Ausführungen gegenüber nimmt nun der Standesausschuss Stellung und kann sich der Überzeugung nicht verschliessen, dass all' die für die Einführung des Postautos in's Treffen geführten Protestentkräftigungen und auch Vorteile den Tatsachen gar nicht entspreche und in die Augen fallende Beweise das Gegenteil bezeugen. Die Jahrzehnte langen Post- und Stellwagenfahrten haben die Strasse nie auffallend belastet, während eine periodische Postautofahrt eine Strassenverwüstung erwarten lasse, deren Wiederinstandsetzung mit vielen Millionen verbunden sei, während die Mautentschädigung einige 100000 Kronen eintrage. Die Im Protokolle vorn 3. Juni 1922 festgesetzten Verweigerung gründe werden zur Gänze vollinhaltlich aufrecht erhalten und wird mit 9 gegen eine Stimme beschlossen, unter den gegenwärtigen so ungünstigen Verhältnissen gegen die Einführung eines Postautos mit allen zu Gebote stehenden Mitteln einzustehen und anzukämpfen und wenn anders nicht zulässig, den Gesamtautoverkehr in‘s Montafon gänzlich einzustellen. In diesem Sinne ist die Landesregierung in Bregenz telefonisch zu verständigen. C. O. Folgen die Unterschriften. Den Gleichmut der Abschrift mit dem Originale bestätigt. Schruns, am 7. Juli 1922. Der Standesrepräsentant:
  1. standmontafon
  2. standesprotokolle
  3. standesausschuss
19220622_SV StandMontafon 1922-06-22 [-1-] Protokoll o-o-o-o-o aufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 22.Juni 1922 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter o-o-o-o-o-o-o Mit Einladung vom 17. Juni 1922 Zl.330/St wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesausschußsitzung anberaumt, zu welcher 8 Standesvertreter erschienen sind. Nach Eröffnung der Versammlung durch den Vorsitzenden und dem Erklären der Beschlussfähigkeit wird das Protokoll der letzten Sitzung in Vorlage gebracht, auf dessen Verlesung jedoch aus dem Grunde verzichtet wird, da jede Gemeinde bereits mit je einer Abschrift behufs ortsüblicher Publikation beteilt wurde-und daher die Herren Gemeindevorsteher bezw. Standesvertreter vom Inhalte in Kenntnis gesetzt sind. Da in keiner Weise ein Widerspruch bezw. eine Einwendung erhoben wird, erfolgt die allseitige Fertigung, worauf in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen wird und werden gefasst nachstehende Beschlüsse: -o-o-o-o-o1.) Vom Herrn Standesrepräsentanten als Berichterstatter eingeladen, berichtet Herr Waldaufseher Wilhelm Fleisch von Tschagguns, daß er die besonders durch Schneedruck devastierten Waldungen in Silbertal abgegangen und besichtigt habe und den grössten Schaden auf der rechten Litzflusseite vom Maisass Rain an bis in's Gebiet der Alpe Gafluna gefunden habe. In diesem Revier befindet sich eine Unmasse Schneedruck- und entwipfeltes Holz, dessen Aufarbeitung und Entrindung aus forstpolizeilichen Rücksichten in aller nächster Zeit ausgeführt werden müsse, da sonst das Auftreten und die Weiterentwicklung des Borkenkäfers stark zu befürchten stehe. Ein Grossteil dieses dem Verderben ausgesetzten Holzes sei erstklassiger Qualität und würde sich als Nutzholz in vorzüglicher weise eignen. Über die Ansicht der Verwertung dieses Holzes befragt äußert Fleisch seine Ansicht dahin, dass das Holz vom Maisäss Rain einwärts in der sogenannten Trura, dem Herrn Baumeister Galehr auf Grund des mit dem Stande Montafon abgeschlossenen Vertrages zugeteilt werden konnte. Als Vergütung sollte jedoch für Nutzholz bis zu 25 cm Durchmesser am dünneren Teile ein angemessener Holzpreis dienen, während Hölzer von 25 cm Durchmesser angefangen um den Vertragspreis überlassen werden könnten. Die Aufarbeitung des von der sogenannten Trura sich einwärts befindlichen Schneedruck-und entwipfelten Holzes sollte der Forstfond in eigener Regie ausführen, wodurch auf einige Jahre die Deckung des Brennholzbedarfes der Gemeinde Schruns vorgesorgt erschiene. Die Durchführung der hiezu erforderlichen Arbeiten sei freilich mit grössten Kosten verbunden, da der Raummeter Brennholz, auf die Schrunser Holzlende gestellt, auf wenigstens 8000 Kr zu stehen komme, doch sei das Betreten dieses Weges angesichts dieses bedeutenden Brennholzmangels und der unabsehbaren Steigerung der Holzpreise geboten. Herr Gemeindevorsteher von Silbertal ergreift hierauf das Wort und bemängelt in erster Linie die teilweise in gar keiner weise gerechtfertigte Holzzuweisung an Bauunternehmer Herrn Galehr. Diese Zuweisungen seien partieweise, qualitativ derart minderwertig, und in so schwierigen Lagen erfolgt, dass für Aufarbeitungs- und Ablieferungskosten keine Deckung mehr gefunden werden könne. Es liegt daher die Befürchtung nahe, dass Herr Galehr für die so sehr begehrte Verlängerung des bis zum Gieslerbach fertiggestellten Weges sich kaum mehr einsetzen werde, wenn [-2-] nicht seinen Auslagen entsprechende Holzanweisungen erfolgen werden, was im Allgemeininteresse hintangehalten werden müsse. Demgegenüber bemerkt Herr Waldaufseher Fleisch, dass die Holzauszeigung genau nach den Vertragsbestimmungen erfolgt seien und von den betreffenden Forstschutzorganen jede diesbezügliche Handlungsweise gerechtfertigt werden kann. Durch Herrn Standesrepräsentanten eingeladen erscheint Herr Galehr und über den Sachverhalt informiert, beschwert er sich auch vorerst über die letzten, für ihn höchst nachteiligen Holzzuweisungen und erklärt, dass er seinen Verpflichtungen bezüglich der weiteren Weganlage nur dann nachkommen könne, wenn ihm entsprechende Zuweisungen aus dem Schneedruck-und entwipfelten Holze in der sogenannten Trura und auf der Alpe Gatluna, bezw. in deren Umgebung zuerkannt werden. Weiters führt er aus, dass die Bestimmungen der Holzbewertung nach der Durchmesserstärke von 25 cm am dünneren Ende gemessen umständlich und schwer durchführbar sei und erlaubt er sich, den vom Herrn Standesrepräsentanten gestellten Antrag, wornach Hölzer, welche über 28 cm Mitteldurchmesser ausweisen, erst nach dem bestehenden Holzpreise bewertet werden, sollen, zur Annahme in Vorschlag zu bringen, während alles andere Holz bis zu einer Stärke von 28 cm Mitteldurchmesser zum Vertragspreise abgegeben wird. Im letzteren Punkte wurde eine Einigung erzielt. Im Übrigen wird der Standesausschuss dahin schlüssig, dass ein Kommissioneneller Augenschein an Ort und Stelle die Basis zur Eingehung des vorhabenden neuen ErgänzungsVertrages biete und werden mit dieser Aufgabe betraut der Herr Standesrepräsentant Franz Wachter und die Herren Gemeindevorsteher bezw. Standesvertreter J. G. Jochum von Tschagguns und Anton Fritz von Silbertal. Als Sachverständiger ist beizuziehen Herr Wilhelm Fleisch, Waldaufseher von Tschagguns und wird hiezu auch als Beteiligter Herr Franz Galehr eingeladen. Als Kommissionstag wird Samstag der 24,Juni 1922 bestimmt. Die vorgenannten 3 Herren Standesvertreter werden einstimmig ermächtigt, einen vollkommenen rechtsverbindlichen Vertrag abzuschliessen. 2.) Mit Verfügung vom 2.Juni 1922 Zl.341/3 hat die Bezirkshauptmannschaft Bludenz die Regelung der Auszahlung der Waldaufseher-Entlohnungen für Sie Zeit vom 1. Jänner bis incl. 31. Mai 1922 dem Forstfonde Montafon anheimgestellt und wird nach gegenständlicher Beratung beschlossen, die Entlohnung, gestützt auf das Waldaufsichtsgesetz vom 18.7. 1921 L.G.Bl, Nr. 110, sowie auf die durch die Landesregierung unterm 9. Mai 1922 VIII-Zl.43/4 angeordneten Gehaltsstufeneinreihung durchzuführen. 3.) In Brandversicherungsangelegenheiten wird, ein Gutachten des Herrn Wilhelm Mayer in Schruns, sowie eine Zuschrift der Vorarlberger Landesfeuerversicherungsanstalt Bregenz vom 12.Juni 1522 betreff Rückversicherung zur Kenntnis gebracht und werden die Gesamtdurchführungsbestimmungen des Montafoner Feuerversicherungsvereines einer neuerlichen Beratung unterzogen, deren Endresultat die Zulässigkeit auf eine 400%ige Erhöhung einer nach dem bestehenden Regulativ bestimmten Vollversicherung bildete. Alle Vertragsabschlüsse, welche diese 400%ige Erhöhung beinhalten, sind bei der Vorarlberger Feuerversicherungsanstalt einer 75%igen Rückversicherung zu unterziehen und ist diesbezüglich die erforderliche Zustimmung genannter Anstalt einzuholen. Über eine beabsichtigte Prämienerhöhung, sowie Einführung einer Verwaltungskosten-Entschädigung sind entsprechende Erhebungen einzuleiten und ist bei der nächsten Standesausschußsitzung hierüber zu referieren. 4.)Herr Standesrepräsentant berichtet über den günstigen Erfolg der Verpachtung des Jagdrechtes auf der Alpe Valisera und beantragt eine entsprechende Verbesserung an Gebäuden Wies-und Weidegründen, worauf ihm volle Aktionsfreiheit zugesprochen wird. 6.)Ein Ansuchen des Herrn Schulleiters Josef Flatz in St, Anton um Bezugsbewilligung von 7 F. M. Nutzholz aus Standeswaldung zu einem Stallbau wird geprüft und nach Konstatierung des Bedarfes und Feststellung des Bezugsberechtigung wird der Beschluss gefasst, den Antrag auf Gewährung der angesuchten Bezugsbewilligung kompetenten Ortes zu stellen 7.)Ein ähnliches Ansuchen der Witwe Katharina Bitschnau und Kinder in St. Anton um Zuweisung von 40 Baustämmen aus Standeswald wird derselben Behandlung unterzogen und wird nach eingehender Festsetzung der Sachlage beschlossen, nur den Bezug von 25 Baustämmen zu beantragen. Schruns, am 27.Juni 1922. [Unterschrift der Standesvertreter]
  1. standmontafon
  2. standesprotokolle
  3. standesausschuss
19220603_SV StandMontafon 1922-06-03 [-1-] Protokoll -o-o-o-oaufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 3. Juni 1922 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter -o-o-o-o-o-oMit Einladung vom 30.Mai 1922 Zl.291/St wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesausschußsitzung anberaumt, zu welcher 7 Standesvertreter erschienen, sind. Mach Eröffnung der Versammlung durch den Vorsitzenden und dem Erklären der Beschlussfähigkeit wird das Protokoll der letzten Sitzung in Vorlage gebracht, auf dessen Verlesung jedoch aus dem Grunde verzichtet wird, da jede Gemeinde bereits mit je einer Abschrift behufs ortsüblicher Publikation beteilt wurde und die Herren Gemeindevorsteher, bezw. Standesvertreter vom Inhalte in Kenntnis gesetzt sind. Da in keiner Weise ein Widerspruch erhoben wird, erfolgt die allseitige Fertigung ,worauf in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen wird und werden gefaßt nachstehende Beschlüsse: -o-o-o-o-o- 1.) Herr Standesrepräsentant erstattet Bericht über die bisherigen Vorkehrungen in Brandassekuranzsachen und besonders über das RückVersicherungswesen. Er gibt bekannt, dass die Landesfeuerversicherungsanstalt eine Rückversicherung jener Objekte, welche nach § 27 der Montafoner Feuerversicherungsvereinsstatuten zur Aufnahme unzulässig sind, unter normalen Verhältnissen vom Rückversicherungsvertrage ausgeschlossen sind, daher eine Lösung des Vertragsverhältnisses durchgeführt werden mußte. Da die Landesfeuerversicherungsanstalt sich jedoch erbot unter entsprechender Erhöhung der Prämien auf eine Versicherung solcher Objekte einzugehen, sind die betreffenden Versicherungsnehmer von dieser Gelegenheit durch die Herren Gemeindevorsteher in Kenntnis zu setzen. Da verschiedenereits Klagen von Versicherungsnehmern vorgebracht wurden, dass die Höhe einer bisherigen Vollversicherung den heutigen Teuerungsverhältnissen nicht annähernd entspreche, wurde nach eingehender Beratung einstimmig beschlossen, zur Vollversicherung eine 200%ige Erhöhung zu bewilligen. Alle Gebäulichkeiten, welche die Erhöhung in Anspruch nehmen, sind mit 50% bei der Landesfeuerversicherungs-Anstalt rückzuversichern. Bezüglich der allgemeinen Rückversicherung sind die diesbezüglichen Zusammenstellungen, bezw. Anträge in der GemeindeKanzlei in Schruns auszuarbeiten und ist nach Durchführung dieser Arbeiten der Herr Gemeindevorsteher zu verständigen und einzuladen, mit erfahrenen Sachverständigen behufs Feststellung des Prozentsatzes zur Rückversicherung in der Gemeindekanzlei Schruns zu erscheinen. 2.)Die Gehaltsgruppeneinteilung der Waldaufseher auf Grund Erlasses der Vorarlberger Landesregierung VIII Zl.48/4 vom 9.5.1922 nebst Bekanntgabe der Dienstalters-und Teuerungszulage, bekannt gegeben durch die Bezirkshauptmannschaft Bludenz dtto.2.6.1922 Zl.341/3 wird zur Kenntnis gebracht, wobei eine in der Gruppierung ersichtliche Ungleichheit abfällig beurteilt und angeregt wird, eine Vermittlung dieses Verhältnisses anzustreben. Einem Ansuchen der Waldaufseher um Erhöhung des Stundenlohnes auf Kr,250 für Arbeiten und Verrichtungen, welche ausser dem Forstschutz- und Aufsichtsdienste stehen, wird Folge gegeben. Jede Überschreitung dieser Stipulierung muß hintangehalten werden. Da Dienstverrichtungen, welche auf Grund von behördlicher Verfügungen anlässlich der Forsttagsatzung zur Ausführung gelangen, seinerzeit ohne besondere Entlohnung vollzogen werden mußten, sind diesbezüglich kompetenten Ortes entsprechende Erhebungen zu pflegen. [-2-] Da die Waldaufsichtsgehalte und Entlohnungen für forstliche Arbeiten, dann die Kosten für die administrative und Rechnungsverwaltung, sowie tagtäglich diverse Auslagen grosse Summen erfordern, sieht sich die Forstverwaltung auf Grund eines Voranschlages gezwungen, eine Voreinzahlung von 4 1/2 Millionen Kronen einzuheften. Dieser Vorumlage haben die bisherigen Stockgeldausweise als Basis zu dienen Zur Letzteren werden eingehend beraten und deren Ausführung einstimmig beschlossen. Um die aussergewöhnlichen Auslagen decken zu können, wird einstimmig beschlossen, die bisherigen Stockgeldpreise aller Art auf das 50fache zu erhöhen. Durch gegenständliche Beschlüsse erledigt sich auch Punkt 5 der Tagesordnung. 3.) Ein Ansuchen des Veterinärrates August Albrich um Erhöhung seines Wartgeldes auf jährlich Kr. 120000 rückwirkend mit 1. Jänner 1922 wird einstimmig genehmigt, doch wird demselben die Bedingung gestellt, jedes Jahr über erste Hilfeleistung bei Tierkrankheiten und Unfällen einen Tageskurs abzuhalten. Der Tag ist auf ortsübliche Weise im ganzen Tale bekannt zu geben und ist besonders das Alpvolk auf die Wohltat dieser Einrichtung aufmerksam zu machen. 4.) Aus einer Zuschrift an Frau Rosa Pfefferkorn, Gastwirtin in Partenen durch die staatlichen Kraftfahrtbetriebe Betriebsleitung Wien, Zl. 3520/Kl/F, ist zu entnehmen, dass mit 1. Juli 1922 ein Kraftwagenverkehr zwischen Schruns und Partenen in's Leben gerufen werden soll. In der heute stattfindenden Standesausschußsitzung wird nun gegen dieses Vorhaben auf das entschiedenste Stellung genommen und zwar aus folgenden Gründen: Die im Tale befindlichen Pferde sind während der Wintermonate hauptsächlich mit Holztransporten, dann im Frühjahre und Herbste ganz überwiegend durch die Landwirtschaft in Anspruch genommen. Dieser Haupterwerb entfällt während der Sommermonate fast ganz und sind sämtliche Fuhrwerks- und Pferdebesitzer mit ihrer Existenz auf den Personenverkehr angewiesen. Wird ihnen diese Erwerbsquelle entzogen, sind sie gezwungen, ihre Pferde abzusetzen, da niemand in der Lage ist, unter den heutigen Teuerungsverhältnissen die Futtermittel aufzubringen, wenn nicht genügend Verdienst vorhanden ist. Dieser Pferdeabsatz würde aber eine schwere Schädigung, ja geradezu katastrophale Hemmung der Landwirtschaft involvieren, denn eine sofortige Ergänzung im Erfordernisfalle ist undenkbar und mit unüberwindlichen Schwierigkeiten verbunden. Der Pferdebestand kann also nur aufrechterhalten bleiben, wenn während der Sommermonate die bisherige Erwerbsquelle des Personentransportes aufrecht erhalten bleibt. Gerade auf der Strecke Schruns-Partenen herrscht ein reger Viehverkehr, welcher durch Einführung eines täglichen Autoverkehrs auf das ärgste gefährdet würde, was denn doch im Tale Montafon, dessen Lebensader die Viehzucht bildet, ganz besonderer Berücksichtigung würdig erscheint. Nun kommt aber der Hauptgrund und das ist der Erhaltung der Talstrasse. Die Erstellungskosten erfordern von der Talbevölkerung grösste Opfer und die jetzige Unterhaltung ist mit ganz enormen Auslagen verbunden. Obwohl der Autoverkehr gegenwärtig gering ist, muß doch konstatiert werden, dass die Strasse besonders unter dieser Abnützung am meisten leidet und es ist ganz unabsehbar, in welche zerstörender Weise diese Anlage durch einen periodischen Kraftwagenverkehr in Anspruch genommen werden muß. Für noch grössere Auslagen als bisher können die Gemeinden nicht mehr aufkommen und es daher ganz selbstverständlich, dass der Stand Montafon gegen die in Aussicht gestellte Zerstörung dieser einzigen Talkommunikation mit allen zu Gebote stehenden Mitteln ankämpft, welchen Standpunkt zweifellos auch die Strassenkonkurrenz einnehmen wird. Unter den gegebenen Konjunkturen kann durch die Einführung einer Kraftwagenfahrt zwischen Schruns-Partenen eine Förderung des Personenverkehrs in keiner Weise erblickt werden, [-3-] da dieser Verkehr durch die vorhandenen Pferde zu denselben Preisen bewerkstelligt werden kann. Durch die geplante Autofahrt ist also nur größte Beeinträchtigung der Pferdebesitzer und offensichtlich unabsehbare Schädigung des gesamten Landwirtschaftsbetriebes, dann eine Devastation der Talstrasse zu befürchten, deren völlige Instandsetzung zur Unmöglichkeit gehören dürfte, während ein Vorteil in gar keiner Weise in Aussicht steht. Der Standesausschuss fasst daher den einstimmigen Beschluss, gegen die beabsichtigte Autofahrt mit aller Macht anzukämpfen und eine geehrte Landesregierung auf das dringende zu bitten, mit allen Mitteln das projektierte Vorhaben zu hindern. 5.) Eine Zuschrift der Bezirksforstinspektion Bludenz vorn 1.6. 1922 behufs Zuweisung des Lawinen-und Schneedruckholzes auf dem Rain in Silbertal an die Gemeinde St. Anton, behufs Deckung des für diese Gemeinde durch die Forsttagsatzung bestimmten Holzbedarfes pro 1922 wird zur Kenntnis gebracht und beschlossen, diese Holzverwendung unter der Bedingung gut zu heissen, dass die Aufarbeitung ehestens erfolgt und entsprechende Räumung durchgeführt wird. 6.) Das Ansuchen aes Pfarramtes St. Gallenkirch behufs Austausch von einer grösseren Anzahl für den Glockenfond gewidmeten Sagstämme gegen günstig gelegenes Standesholz kann trotz des höchst anerkennenswerten Zweckes keine Berücksichtigung finden, da forstpolizeiliche und andere schwerwiegende gründe der Willfahrung entgegen sind und auch die Schaffung eines Präjudiz zu befürchten steht,dessen Folgen für die Zukunft eine nachteilige Wirkung involvieren könnten. 7.)Dem Ansuchen des Franz vallaster, Battlogg Christian u. Neyer Ferdinand sämtliche von Bartholomäberg, um Bezugsbewilligung von ungefähr 3 FM. Zirbenholz aus Vandanser oder Silbertaler Standeswaldungen wird unter der Bedingung die Genehmigung zuerkannt, dass nur gänzlich überständiges und dem Verderben ausgesetztes Holz bezogen werden darf. Der Kaufpreis wird nachträglich bestimmt werden. 8. Dem Elektrizitätswerke des Standes Montafon ist der Bezug von ungefähr 40 FM. Nutzholz aus Montafoner Standeswaldungen zur Erbauung einer Stauanlage beim Wirtshause zur Höll, Bartholomäberg, gegen Vergütung aes jeweiligen Holzwertes gestattet, doch wird zur Bedingung gemacht, dass nur Schneebruch- und Abgangholz in den Bezug einbezogen werden darf. 9.) Den Christberger Sägewerksinteressenten wird die Bewilligung erteilt, eine Wasserzuleitung über Standesgrund zu erstellen. Die Zuleitung muß ohne jede Schädigung und Gefährdung des Standeseigentums erfolgen und ist ein Revers dem Stande einzuhändigen, wodurch sich erwähnte Interessenten verpflichten, gegenständliche Zuleitung auf jedes Verlangen des Standes sofort zu entfernen, widrigens dies auf Kosten des Sägeunternehmens bezw. dessen Besitzer, welche solidarisch haften, durchgeführt werden kann. 10.) Ein Ansuchen des Ignaz Battlogg von St. Anton um die Bezugsbewilligung von 8 Baustämmen aus Standeswaldungen ist, gestützt auf eingeholte Informationen, zu begutachten. 11.) Eine entsprechende Entlohnung für geleistete Hilfeleistung anlässlich eines Waldbrandes in Bartholomäberg wird dem Herrn Gemeindevorsteher dieser Gemeinde zur Begleichung übertragen und unbeschränkte Freiheit des Handelns zugesichert. 12.) Im II. Stockwerke des Standesgebäues Nr.9 in Schruns werden allernotwendigste Reparaturen bewilligt, um eine kleinere Wohnung in benutzbaren Zustand zu versetzen. 13.) Zufolge Auftrages der Bezirkshauptmannschaft Bludenz v. 22.5. 1922 Zl.179/4 San. behufs Wahl eines Delegierten in den Ausschuss für Errichtung eines Bezirkskrankenhauses wird Herr Gemeindevorsteher u. Standesvertreter Ignaz Battlogg in St. Anton in dieser Eigenschaft gewählt und abgeordnet. [Unterschrift der Standesvertreter]
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19220318_SV StandMontafon 1922-03-18 [-1-] Protokoll o-o-o-o-oaufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 18. März 1922 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter Mit Einladung vom 14. März 1922 Zl. 147/St wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesausschußsitzung anberaumt, zu welcher 8 Standesvertreter erschienen sind. Nach Eröffnung der Versammlung durch den Vorsitzenden und den Erklären der Beschlussfähigkeit wird das Protokoll der letzten Sitzung in Vorlage gebracht, auf dessen Verlesung jedoch Verzicht geleistet wird, da jede Gemeinde bereits mit je einem Exemplar Behufs ortsüblicher Publikation beteilt wurde und die Herren Gemeindevorsteher, bezw. Standesvertreter vom Inhalte in Kenntnis gesetzt sind. Nach erfolgter Fertigung wird in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen und werden gefasst nachstehende Beschlüsse o-o-o-o-o1.) Über die bisher getroffenen Maßnahmen und Vorkehrungen in Brandassekuranzangelegenheiten erstattet Herr Standesrepräsentant Franz Wachter eingehenden Bericht und bringt das diesbezügliche Komitee-Sitzungsprotokoll vom 6. März 1922 zur Kenntnis, welches vollinhaltlich gutgeheissen und genehmigt wird. Mit diesem Beschlusse erfolgt auch unter einem die Annahme eines Rückversicherungsvertrages zwischen dem montafoner Feuerversicherungsvereine und der Vorarlberger Landesfeuerversicherungsanstalt. Behufe vollständiger Information der Herren Standesvertreter wird dieser Vertrag mit den durch das Komitee vorgenommenen Abänderungen ebenfalls zur Verlesung gebracht und demselben in allen seinen Einz einteilten Sie Zustimmung erteilt. Das Komitee-Sitzungsprotokoll ist diesem Akte einzuverleiben. In weiterer Debatte entwickelt sich auch eine Auseinandersetzung über die Rentabilität des Montafoner Feuerversicherungs-Institutes und weist Herr Wilhelm Mayer an der Hand von Aufzeichnungen und Berechnungen nach, dass unter den jetzigen Verhältnissen der enormen Geldentwertung und der Unstabilität der Valuta die niederen Prämien das Gleichgewicht gegenüber den Auslagen nicht herzustellen vermögen und diesem Übelstande nur durch Erhöhung der Prämien, welche besonders für Holzbauten weit niedriger als die anderen Assekuranzen seien, oder durch Einhebung eines einstweiligen Verwaltungskostenbeitrages wirksam begegnet werden kann. Diesen Ausführungen pflichtet auch der Standesausschuss einstimmig bei und beschließt, bis zum Eintritte geregelterer Zustände einstweilen einen 25%igen Zuschlag zu den jährlichen Verwaltungskosten einzuheben. Gerügt wird auch die unverantwortliche Passivität der Bevölkerung einiger Gemeinden, welche durch ihre gänzliche Teilnahmslosigkeit, oder doch nur schwache Beteiligung das Unternehmen auf‘s schwerste schädigt. Herr Gemeindevorsteher Franz Josef Bitschnau von Vandans beantragt die Einführung von Aufnahmen durch eigens hiezu ermächtigte Agenten in den einzelnen Gemeinden, welchem Antrage einhellig zugestimmt wird. 2.) Herr Wilhelm Mayer bringt Aufklärung über das Verhältnis zwischen Montafonerbahn und dem damit in Verbindung stehen den Elektrizitätswerke und führt aus, dass die Umgestaltung der Bundesbahn infolge elektrischen Betriebes eine grosse Änderung in der Einfahrt auf die Station Bludenz, bezw. auf den diesbezüglichen Bahnkörper ausser Brunnenfeld bedinge, welche Umgestaltung mit unerschwinglichen Kosten verbunden sei, daher eine Ablösung der Montafonerbahn durch die Bundesbahn angestrebt werden müsse. Das Elektrizitätswerk dagegen sei infolge seiner Abgabe von Licht und Kraft an die Bevölkerung von Schruns und die angrenzenden Gemeinden mit [-2-] den wirtschaftlichen und gewerblichen Interessen des Tales so eng verbunden, dass der Stand Montafon dessen Besitz mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu erhalten bestrebt sein müsse. Dieser Eventualität könne nur ausgewichen werden, wenn Bahn und Elektrizitätswerk getrennt würden. Es sei daher tunlichst darauf hinzuarbeiten, die Montafonerbahn dem Bunde abzutreten und das Elektrizitätswerk als Eigentum des Standes zu erhalten. Diesen Ausführungen wird voller Beifall gezollt und wird einstimmig beschlossen, gegenständliches Bestreben kräftigst zu unterstützen. 3.) Die Gehaltsregulierung für die Forstaufsichtsorgane, sowohl für die Standes-, wie Privatwaldungen wird einer eingehenden Erörterung unterzogen. Auf Grund diesbezüglicher behördlicher Weisungen, dann des Gesetzes vom 18. Juli 1921 L.G.Bl.Nr. 110 und einer Vorausberatung mit den Waldaufsehern wird Nachstehendes beschlossen: Die Standesgemeinde Montafon stützt sich der Waldaufsichtsentlohnung auf § 13 des Waldaufsichtsgesetzes und hält sich auch dieser Kosten an die Bestimmungen dieses mit der Festsetzung zitierten bezüglich Aufteilung §. Als Grundbasis zur Einreihung der Forstaufsichtsorgane in die im § 10 zitierten Gesetzes vorgesehenen Gehaltsgruppen dient der Vorschlag der Bezirkshauptmannschaft Bludenz vorn 19.Jänner 1922 Zl. 638/9, wobei auf die örtlichen Schwierigkeiten in Ausübung des Dienstes Rücksicht genommen wird. Dementsprechend werden die Waldaufseher von Vandans, Tschagguns, Schruns, Gaschurn und Bartholomäberg in die VIII. und jene von St. Gallenkirch und Silbertal in die VII. Gehaltsgruppe eingereiht. in Anbetracht der gegenwärtigen, ganz abnormen Teuerungsverhältnissen wird die Entlohnung bis auf Weiteres auf das 20fache des Grundgehaltes erhöht. Für ausserhalb der mit dem Dienste verbundenen Verrichtungen geleistete Arbeiten wird ein Stundenlohn von Kr. 130.- festgesetzt. Die Wirksamkeit dieser Lohnerhöhung beginnt mit 1. März 1922. Die Verumlagung hat auf Grund des § 13 Abs.2 des Waldaufsichtsgesetzes sowohl auf Standes wie Privatwaldungen zu erfolgen. Eine betreffs Gruppeneinteilung vorgenommene Abstimmung ergab 7 gegen 1 Stimme, während alle anderen Punkte einstimmig angenommen wurden. 4.) Dass eine entsprechende Stockgelderhöhung eingeführt werden muß, stellt sich als unabweisliche Notwendigkeit heraus, doch wird beschlossen, über sämtliche Waldbestände Montafons ein Reinertragsverzeichnis anzulegen und erst auf Grund des diesbezüglichen Ergebnisses die Stockgelderhöhung für Standesholzbezüge zu bestimmen. 5.) Über die bisherigen Ermittlungen und Vorkehrungen betreff des Lawinenholzes in Gortipohl und Gaschurn wurde vom Herrn Standesrepräsentanten Bericht erstattet und das Ergebnis der von der Bezirkshauptmannschaft Bludenz durchgeführten Unterhandlungen zur Kenntnis gebracht. Zur Stellungnahme im Gegenstande ersucht, berichtet Herr Gemeindevorsteher Flöry von Gaschurn, dass der durch die Lawinen angerichtete Schaden ein derart grosser sei, dass die Beschädigten durch die Belassung des Lawinenholzes auch nicht annähernd Ersatz finden könnten. Um das Unglück teilweise zu lindern, beantragt er die stockgeldfreie Zuweisung von Nutzholz zur Herstellung der beschädigten Bauobjekte, dann die ebenfalls stockgeldfreie Überlassung des noch verbleibenden Holzes zur Verwendung als Brennholz gegen entsprechenden Verzicht auf Bezug aus Standeswaldungen auf eine gewisse Zeit, welche durch die Brennholzmenge bestimmt wird. Als Vertreter des Standes Montafon bei den kommssionellen Erhebungen in St. Gallenkirch und Gaschurn konstatiert Herr Gemeindevorsteher Jochum, dasss der angerichtete Schaden in Gaschurn ungleich grösser als jener in Gortipohl sei, Herr Gemeindevorsteher Marlin von St. Gallenkirch gibt ebenfalls seine Erhebungen bekannt und spricht seine Überzeugung dahin aus, dass in Anbetracht des bedeutenden Schadens die Betroffenen tunlichste Berücksichtigung verdienen und [-3-] dieselben durch günstige Holzzuweisungen unterstützt werden müssen. Anschliessend an sein Parere bringt er eine Bittschrift der Beschädigten zur Verlesung, auf Grund derer die einzelnen Wünsche ersichtlich, gemacht werden. Herr Standesrepräsentant billigt die Ansprüche der Beschädigten, um jedoch eine geregelte Holzzuweisung durchführen zu können, erstattet er den Vorschlag, in jeder der zwei Gemeinden eine Kommission, bestehend aus einwandfreien, unparteiischen Mitgliedern mit der Durchführung dieser Aktion zu betrauen. Herr Gemeindevorsteher Jochum findet eine Entschädigung der Verwüstung vollkommen gerechtfertigt, und am Platze, weist jedoch auf die Möglichkeit hin, dass völliges Ausapperung grössere Holzmengen zu Tage fördern könnte, als es heute den Anschein hat, daher auch bezüglich der Zuweisung Vorsicht geboten sei und schlägt vor, dass durch eine Lokalkommission ein neuerlicher Augenschein vorzunehmen sei, auf Grund dessen sodann entsprechende Vorschläge zu erstatten wären. Letzterem Vorschlage wird einhellig zugestimmt und werden die Herren Standesrepräsentant Franz Wachter und Standesvertreter Anton Fritz zur Vornahme der neuerlicher Erhebungen delegiert, welcher Delegation der Herr Gemeindevorsteher und Herr Waldaufseher der betreffenden Gemeinde hinzuziehen ist. 6.) Das Waldbrandholz in St. Gallenkirch ist in Brennlose aufzuteilen und an Holzbezugsberechtigte der Gemeinde St. Gallenkirch abzugeben. 7. Für den Waldaufseher Herrn Albert Zugg wird der Kostenersatz für die zugerundegerichteten Schuhe mit Kr. 20000.festgesetzt. 8.) Den Interessenten der Alpe Vergalden wird zum Baue eines Schermes über Ansuchen der erforderliche Nutzholzbezug zuerkannt. 9.) Sin Ansuchen der Zollwachbeamten in Gargellen um Zuweisung von Brennholz wird entsprochen und ist Herr Waldaufseher Zugg mit der entsprechenden Zuweisung aus Abgangsnolz zu beauftragen. 10.) Über das Ansuchen des Herrn Josef Bargehr in Vandans um Verkaufsbewilligung von Abbruchhol2 sind Erhebungen zu pflegen und kann im Falle eines günstigen Resultates eine beschränkte Verkaufsbewilligung erteilt werden. 11.) Das Ansuchen des Herrn Franz Hueber von Schruns um Überlassung von Schneedrucknolz in Rodund zu dringenden Dachreparaturen an seinem Hause Mr. 87 ist zu befürworten und sind die erforderlichen Vorkehrungen zu treffen. 12.) Das Ansuchen des Herrn Veterinärrates August Albrich um Erhöhung seines Wartgeldes wird auf die nächste Sitzung vertagt. 13.) Herr Gemeindevorsteher Jochum teilt mit, dass er betreffs Zuweisung von Nutzholz aus Standeswaldungen zum Ausbaue der Tilisuna-Hütte eingehende Informationen an berufener Stelle eingeholt habe und könne ohne Beeinflussung, bezw. Schädigung von Standesinteressen nachstehender Vorschlag akzeptiert werden: Der Sektion „Vorarlberg“ des Deutschen u. Österreichischen Alpenvereines könne der Bezug des erforderlichen Nutzholzes aus den Beständen des Porzalengerwaldes gestattet werden, doch müsse hiefür ein Ersatz an Brennholz aus Privatwaldungen auf Landschau gestellt werden. Dieses Brennholz müsse aufgeschichtet und zwar für jeden F.M. Nutzholz je 1,33 R.M. Brennholz auf Landschau der Gemeinde Tschagguns zur Verfügung gestellt werden. [Unterschrift der Standesvertreter]
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19220306_SV StandMontafon 1922-03-06 [-1-] Protokoll o-o-o-o-o aufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 6. März 1922 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter -o-o-o-o-o-oMit h.o. Schreiben vom 3. d. Mts. Zl. 120/St. wurden die Herren Gemeindevorsteher von Tschagguns, Vandans und Silbertal zu einer Sitzung in Feuerversicherungsangelegenheiten eingeladen welche auch pünktlich erschienen sind. Zu diesen Verhandlungen wurden auch beigezogen Herr Johann Vallaster als Vertreter der Vorarlberger Landes- j Feuerversicherungs-Anstalt in Bregenz und Herr Wilhelm Mayer, Kunstmühlebesitzer in Schruns als Sachverständiger und Beirat. Als Gegenstand der Verhandlung liegt der Entwurf eines Rückversicherungsvertrages zwischen dem Montafoner Feuerversicherungsverein mit dem Sitze in Schruns und der Vorarlberger Landesfeuerversicherungsanstalt in Bregenz vor, welcher Punkt für Punkt durchberaten wird und werden nachstehend die getroffenen Änderungen ersichtlich gemacht: 1.)Absatz 2 des § 28 hätte in Zukunft zu lauten: " Die Schätzung, bezw. der Versicherungsantrag ist der Vereinsverwaltung zu überreichen, welche sodann die Aufnahme der angestrebten Versicherung in's Hauptoperat veranlasst und dem betreffenden Mitgliede entweder ein neues Assekuranzbüchel ausfertigt, oder eine eventuelle Änderung in dem bereits im Besitze des Mitgliedes sich befindlichen Büchel ersichtlich macht. Unter einem ist sofort die Rückversicherung bei der Vorarlberger Landesfeuerversicherungsanstalt einzuleiten und durchzuführen, deren Haftpflicht auf Grund der Vertragsbestimmungen geregelt erscheint.“ 2.) Unter den im § 27 bezeichneten Objekten in denen auffallend feuergefährliche Gewerbe betrieben, oder in denen grössere Quantitäten feuergefährlicher Gegenstände aufbewahrt werden, sind alle Tischler-, Schreiner-, Wagner- oder Zimmermannswerkstätten, bezw. alle Holzverarbeitungswerkstätten, wie auch Sägebetriebe verstanden und wird [-2-] beschlossen, alle derartigen Objekte aus dem MontafonerFeuerversicherungsvereine auszuscheiden und auszuschliessen. 3.) Nach Vornahme einiger in den betreffenden Artikeln vorgenommenen Änderungen wird dem Vertrage zugestimmt und ist derselbe nach erfolgter Richtigstellung im Sinne erwähnter Änderungsvorschläge in Reinschrift zur endgültigen Annahme und Beglaubigung neuerdings in Vorlage zu bringen. 4.)Nachdem die heutigen Versicherungen den Bauwerten nicht mehr entsprechen, wird beschlossen, eine Versicherungserhöhung um das bisher in Abzug gebrachte Viertel einer Volleinschätzung zu gestatten
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19220128_SV StandMontafon 1922-01-28 [-1-] Protokoll o-o-o-o-oaufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 28.Jänner 1922 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Frans Wachter Mit Einladung vom 23,Jänner 1922 Zl. 28 St wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesausschußsitzung anberaumt, zu welcher 7 Standesvertreter erschienen sind. Nach Eröffnung der Versammlung durch den Vorsitzenden und dem Erklären der Beschlussfähigkeit wird das Protokoll der letzten Sitzung in Vorlage gebracht, auf dessen Verlesung jedoch Verzicht geleistet wird, da jede Gemeinde bereits mit je einem Exemplar beteilt wurde und die Herren Gemeindevorsteher vom Inhalte in Kenntnis gesetzt sind. Nach erfolgter Fertigung wird in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen und werden gefasst, nachstehende Beschlüsse. o-o-o-o-o-o 1.) Da als erster Punkt die Holzbezugsangelegenheit des Herrn Franz Galehr, Sägewerksbesitzer in Schruns in Silbertaler Standeswaldungen und die hiemit in Verbindung stehenden Aktionen in Behandlung und Beratung gezogen werden, sind im Gegenstande Herr Galehr selbst, sowie die Herren Standeswaldaufseher Maier Engelbert von Vandans und Fleisch Wilhelm von Tschagguns zur Verhandlung erschienen. Herr Standesrepräsentant bringt eine Beschwerdeschrift des Herrn Galehr Franz zur Verlesung, in welcher der Stand Montafon beschuldigt wird, durch angebliche Hinterziehung der Holzauszeige dem Kontrahenten eine katastrophale Schädigung zugefügt zu haben und hiefür verantwortlich gemacht werden müsse. Herr Standesrepräsentant widerlegt die vorgebrachten Anschuldigungen und beruft sich auf das bisherige Vorgehen der berufenen Forstschutzorgane und deren Rechtfertigung. Vor allem wird in offensichtlicher Weise konstatiert, dass die ganze Handlungsweise des Standes Montafon bis zur Stunde sich auf die Verfügungen und Anordnungen kompetenter Stellen fußt und die Waldaufseher ergangenen Weisungen zufolge an eine successive Auszeige gebunden sind, die jedoch den Schlagunternehmer in keiner Weise in seinen Arbeiten hemmen soll. Herr Galehr beklagt sich über die wirklich hemmende Holzauszeige und fühlt sich zur Beschwerde schon deshalb berechtigt, weil die jetzige Auszeige nur eine Nutzung zulasse, welche den Holzpreis in einer ganz unverhältnismässigen Weise erhöhe, sodass an einen Weiterabsatz gar nicht mehr zu denken ist und kein Unternehmer sich ohne größte Schädigung auf ein derartiges Unternehmen einlassen kann. Auf Grund dieser Auseinandersetzungen schlägt Herr Staudesrepräsentant vor, diesbezüglich ein neuerliches Einvernehmen mit der Landesregierung anzubahnen und macht Herr Galehr den Vorschlag, in tunlichst kurzer Zeit eine Deputation zur Regelung dieser Angelegenheit nach Bregenz zu entsenden. Diese Anträge werden einstimmig akzeptiert und die Herren Standesrepräsentant Wachter Franz und Herr Gemeindevorsteher Fritz Anton von Silbertal unter Beiziehung des Herrn Franz Galehr als Delegierte zur Regelung dieser Angelegenheit gewählt, worüber sich mit der Landesregierung sofort in‘s Einvernehmen zu setzen ist. 2.) Die Rechnungen der Montafoner Brandassekuranz, des Standes und Forstfondes Montafon pro 1920 werden in Vorlage geh rächt, eingehend durchgegangen und genehmigt. 3.) Änlässlich der Anfangs Jänner 1922 ungewöhnlich grossen Schneefälle verbunden mit Tauwetter, gingen besonders in den Gemeinden St. Gallenkirch und Gaschurn grosse Schneelawinen zutal, welche an Standeswaldunfen grössten Schaden verursachten und bedeutende Holzmengen mit sich führten. Über die Zugehörigkeit und Verwertung dieses Holzes wird nun eingehend beraten und vertreten die Herren Gemeindevorsteher von St. Gallenkirch und Gaschurn den Standpunkt, dass in Anbetracht des ungeheueren Schadens, welcher durch die Übermurung den betreffenden Grundbesitzern erwachsen ist, das Lawinenholz den Beschädigten als Ersatz überlassen werden sollte. Herr Standesrepräsentant wendet dagegen ein, dass der Standesausschuss auch die Interessen des Forstfondes Montafon zu wahren berufen sei, und da doch er offensichtlich der Hauptbeschädigte ist, und im Falle [-2-] eventueller Durchführung von Sicherungsarbeiten zweifellos der Hauptbelastete sein wird, sei es nur recht und billig, wenn er das Verfügungsrecht über gegenständliches Lawinenholz in Anspruch nimmt und sei zur Wahrung dieser Interessen auch um so mehr verpflichtet, als der Rechtsstandpunkt dieses Bestrebens des Standes Montafon völlig rechtfertige. Zur Klarstellung der Sachlage wird beschlossen, die Intervention kompetenter Stellen zu erbitten und werden als Vertreter des Forstfondes Montafon die Herren Wachter Franz, Standesrepräsentant und im Verhinderungsfälle dessen Stellvertreter J. G. Jochum, dann die Herren Gemeindevorsteher von St. Gallenkirch und Gaschurn bestimmt. 4.) Sowohl von Holzbezugsberechtigten, wie auch von solchen Parteien, welchen eine einstweilige Berechtigung des Bezuges zuerkannt wurde und denen pro 1921 das in Gieslen zugewiesene Losholz wegen unerlaubten Umtausches beschlagnahmt worden ist, haben das Ansuchen gestellten Anbetracht der grossen Holznot mit Brennholz beteilt zu werden. Nach gepflogener Beratung und der erteilten Auskunft, dass das diesbezüglich eingeleitete Verfahren immer noch nicht ausgetragen sei, wird einstimmig beschlossen, jeden Brennholzbezug so lange zu sistieren, bis ein Abschluss des Verfahrens Einsicht in die Sachlage verschaffe. 5.) Das Ansuchen des Herrn Christian Thöny, Landwirt in Schruns, um die Bewilligung zur Verwertung von ca. 30 R.M. alten Stallholzes zwecks Erwerbung von Kalk zum Verputze seines neu gemauerten Stalles wird in Berücksichtigung des Umstandes Folge gegeben, dass infolge des Ersatzes des bisherigen aus Holz aufgeführten Stalles durch Mauerwerk eine wesentliche Entlastung des Standeswaldes eintritt. 6.) Zufolge Ansuchens des Josef Bargehr, Lehrer in Vandans, um Verkaufsbewilligung von 30 R.M. Abbruchholz vom Hause Nr. 81 wird die Genehmigung nur unter der Bedingung erteilt, dass Bittsteller auf jeden Bezug von Brennholz 2 Jahre hiedurch verzichtet und die zum Verkaufe in Aussicht genommenen 30 R.M. Abbruchholz ausschließlich nur in den Gemarkungen der Gemeinde Vandans Verwendung finden dürfen und hauptsächlich nur an solche abgegeben werden sollen, welchen als Nichtstandesbürgern eine Begünstigung des Holzbezuges zuerkannt wird. 7.) Bin Ansuchen der Sektion Vorarlberg des D.u.Ö. Alpenvereines um Bezugsbewilligung von Nutzholz zum geplanten Ausbau der Tilisunahütte wird behufs Einleitung und Durchführung von Erhebungen vertagt. 8.) Der Telegrafen-Sektion in Feldkirch wird über Ersuchen die Bewilligung erteilt, für die Telegrafenlinie von Kreuzgasse bis Parzelle Gargellen aus Standeswaldungen die erforderlichen Telegrafenstangen unter der Bedingung beziehen zu dürfen, dass die Vergütung zum jeweilig ortsüblichen Nutzholzpreise erfolgen und Fällung sowie Transport an Ort und Stelle durch den Waldaufseher Zugg gegen entsprechende Entlohnung durchgeführt werden muß. 9.) Dem Ansuchen der Frau Regina Tschanhenz, Bäuerin in St. Gallenkirch um die Bewilligung, das aus Standesholz ausgeschiedene Schindelholz zur Beschindelung ihres Hauses verwenden zu dürfen, wird Folge gegeben. 10.) Auf Grund eines vorliegenden Ansuchen^ der Standeswaldaufseher werden mit 1. Oktober 1921 deren Bezüge um 200% erhöht und für Dienstleistungen, welche ausser dem Rahmen dieser Bezüge liegen, wird ein/5 Stundenlohn von 100 Kr. festgesetzt. 11.) Für Zustandebringen von Frevelholz wird den betreffenden Forstschutzorganen eine Provision von 10% des erzielten Erlöses zuerkannt. 12.) Eine Anzeige des Herrn Johann Josef Kessler als Vertreter der Alpe Sanüel über Verlegung von Alpbewirtschaftungsgebäuden im Ausschlage dieser Alpe wird zur Kenntnis genommen und genehmigt. 13.)Dem Waldaufseher Herrn Christian Vallaster von Bartholomäberg wird für seine bei einem Waldbrande zugrunde gerichteten Schuhe der Ersatz durch Beschaffung anderer Schuhe im ungefähren gleichen Werte bewilligt. Auf gleiche, bezw. ähnliche Ersatzansprüche wird in Zukunft nicht mehr eingegangen werden. 14.) Der Bericht des Rechtsanwaltes Herrn Dr. Ender in Bregenz betreff Rückzahlung des Bahndarlehens an die Zentralbank der deutschen Sparkassen in Prag wird befriedigend zur Kenntnis genommen und beschlossen, vor Einleitung weiterer Schritte noch genauere Informationen einzuholen. 15.) Vor sämtlichen Herrn Standesvertretern wird der Aufkauf von Brennholz und die Ablieferung desselben in gewinnsüchtiger Weise ausser das Tal einer scharfen Kritik unterzogen. Dass die Standeswaldungen den an sie gestellten Anforderungen nicht zu entsprechen imstande sind, ist zur Genüge bekannt, daher zur Deckung des Abganges nur die Privatwaldungen in Betracht kommen. Die immer mehr zu Tage tretende Holznot beweist offenkundig, dass die immer mehr und mehr überhand nehmende Holzverschleppung [-3-] zu einer Katastrophe fuhren muß, die für‘s Tal Montafon zu einerhöchst verderblichen Wirkung sich gestalten wird. Am weitaus nachteiligsten wirkt der Aufkauf von Brennholz durch Agenden für‘s Spullerseewerk und ist es daher höchste Zeit, in dieser Beziehung sofortige Abhilfe zu schaffen. Es wird daher einstimmig beschlossen, eine hohe Landesregierung um den erforderlichen Schutz anzugehen und überhaupt kompetenten Ortes Schritte einzuleiten, damit diesem, die Existenz der Talbewohner gefährdenden Unfuge sofort wirksam entgegengearbeitet wird. Diesbezügliche Vorstellungen sind ehestens bei der hohen Landesregierung in Bregenz und bei der löbl. Bezirkshauptmannschaft Bludenz einzubringen und mit allem Nachdrucke dahin zu wirken, dass dem unabsehbaren Verderben entgegenfahrenden Unfuge schnellstens Einhalt geboten werde. Auch muß darauf hingewiesen werden, dass im Gegenstande nicht das Tal Montafon allein in Mitleidenschaft gezogen wird, und das Spullerseewerk verhalten wird, für seinen Brennholzbedarf auch in anderen Landesteilen Deckung zu suchen. 16.) Das Ansuchen des Herrn Zollwach-Kommissärs Wurzer in Gargellen um Zuweisung von 6 R.M. Abfallbrennholz aus Standeswaldungen wird bewilligt, da eine andere Holzbeschaffung ausgeschlossen ist. 17.) Die Ansuchen der Herrn Finanzwachbeamten Robert Stöger, Johann Silber und Johann Michael Wäger in St. Gallenkirch um Zuweisung von Brennholz aus Standeswaldungen werden mit der Begründung abgewiesen, dass die Möglichkeit der Erwerbung solchen Holzes im Kaufwege geboten erscheint. [Unterschrift der Standesvertreter]
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19211205_SV StandMontafon 1921-12-05 [-1-] Protokoll aufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 5. Dezember 1921 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter Mit Einladung vom 30. November 1921 Zl. 565 St wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesausschußsitzung anberaumt, zu welcher 8 Standesvertreter erschienen sind. Nach Eröffnung der Versammlung durch den Vorsitzenden und dem Erklären der Beschlussfähigkeit wird das Protokoll der letzten Sitzung in Vorlage gebracht, auf dessen Verlesung jedoch Verzicht geleistet wird, da jede Gemeinde durch je ein Exemplar bereits beteilt wurde. Hierauf wird in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen und werden gefasst nachstehende Beschlüsse 1.) In Brandassekuranzangelegenheiten erfolgt, gestützt auf die bisherigen Erfahrungen, eine eingehende Erörterung einschlägiger Vorkommisse, welche zur Überzeugung führen, dass die Ortsschätzer infolge bis jetzt ausgeübter Tätigkeit sich genügende Routine verschafft haben, eine Überprüfung und Begutachtung vorliegender Versicherungsanträge vornehmen zu können und erforderlichenfalls eine alleinige Schätzung durchzuführen. Selbstverständlich bleibt der Assekuranzverwaltung die Nachkontrolle durch das von der Standesvertretung bestimmte Überwachungsorgan vorbehalten, nur kann diese Aktion auf billigere Art und Weise zur Ausführung gelangen. Schriftliche Arbeiten und Dienstverrichtungen, welche durch die Herren Gemeindevorsteher oder über deren Veranlassung im Interesse der Feuerversicherungsanstalt ausgeführt werden und deren Entlohnung nicht von den betreffenden Versicherungsnehmern erwirkt werden kann, sind von der Assekuranzkassa zu vergüten. 2.) Das Ansuchen der A.Ges. Montafonerbahn Bludenz - Schruns um Bürgschaftsleistung bei der Spar- und Darlehenskasse für Montafon in Schruns für ein Darlehen von einer Million Kronen zur Deckung von Bau- und Einrichtungskosten wird einer eingehenden Beratung unterzogen und einstimmig beschlossen, in Anbetracht des geringen Risikos die angesuchte Bürgschaftsleistung zu übernehmen. Es wird in Anregung gebracht, bei der A.Ges. Montafonerbahn dahin zu wirken, dass eine Preiserhöhung für elektrischen Strom und des Bahntarifes in Aussicht zu nehmen wäre, um eine Schuldentilgung zu ermöglichen. 3.) Betreff Ausübung der Jagd auf der Alpe Valisera werden diesbezügliche Angebote und Anträge durch Fritz Fussenegger und Willi Braunegger in Dornbirn zur Kenntnis gebracht und beschlossen, die Lösung des gegenwärtigen Pachtverhältnisses und eine Neuverpachtung anzustreben. 4.) Eine Zuschrift des Landesinspektorates vom 19.11.1921 Zl. 257/1 betreff Verwendung elektrischen Stromes für Heizzwecke behufs Entlastung der Brennholzabgabe bezw. Hebung der Waldwirtschaft wird zur Verlesung gebracht und beschlossen, im Sinne der gegebenen Ausführungen zu wirken. 5.) Dem Ansuchen des Herrn Josef Beitl, Schneidermeister in Schruns um Überlassung eines Bauplatzes im Porzalengerwalde im Gauertal im Ausmasse von 400 Quadratmeter gegen eine Vergütung von 20000 Kronen wird entsprochen und demselben eine Stelle in der nordwestlichen Ecke der Waldparzelle Nr. 3246/1 ungefähr 200 m unter der Lindauerhütte ca. 100 m rechts am Wege gegen den Rachen zu gelegen. Ein Besitzübergang dieses Bauplatzes samt Bauobjekten ist nur auf Kinder, Kindeskinder, Enkelkinder u.s.w. gestattet. Im Falle Abganges solcher Rechtsnachfolger fällt der Gesamtbesitz dem Stande Montafon gegen eine den Verhältnissen entsprechende Ablösung der Gebäulichkeiten zu. Ebenso geht dieser Gesamtbesitz in das Eigentum des Standes Montafon über, wenn eine 5 jährige Nichtbenützung der Objekte konstatiert wird. [-2-] 6.) Auf ein Ansuchen des Johann Josef Märk, Bauer in Partenen, um Vornahme einer Erneuerung, bezw. Richtigstellung einer seinerzeit vorgenommenen Vermarkung auf der Alpe Schweizervermont gegen den Stand Montafon wird nicht eingegangen und beschlossen, bei den diesbezüglich festgesetzten Bestimmungen bestehender Dokumente zu beharren. 7.) Punkt 5 des Standesausschuss-Sitzungsprotokolles vom 30.8.1921 wird dahin ergänzt, dass nicht heimatberechtigten Besitzern von Bauernanwesen im Tale Montafon Brennholz aus Standeswaldungen, soweit diesr Bedarf aus Abgangsholz gedeckt werden kann, gegen eine Vergütung des 4 fachen Stockgeldpreises verabfolgt werden kann. Der bisher übliche Stockgeldpreis für sämtliche Holzgattungen aus Standeswaldungen Montafons wird um 100% erhöht. 8.) Dem Waldaufseher Albert Zugg, St. Gallenkirch, sind 1 Paar Schuhe, welche derselbe anlässlich des Waldbrandes in St. Gallenkirch total zugrunde gerichtet hat, zu ersetzen und sind ausserdem den aufgestellten Nachtwachen entsprechende Vergütungen zu leisten. 9.) Der Gemeindevorstehung Vandans wird gestattet, über erfolgte forstpolizeiliche Schlägerungsbewilligung aus Standeswaldungen Stangen als Gerüstholz für Kirchenrenovierungszwecke beziehen zu dürfen. 10.) Einem Ansuchen des Lorenz Würbel aus Bartholomäberg um Bewilligung von 3 Stangen aus seinem Brennlose zu elektrischen Stromleitungenszwecken verwenden zu dürfen, wird Folge gegeben. 11.) Herr Gemeindevertreter von Silbertal weist auf den Übelstand hin, dass eine geordnete Vermarkung zwischen Standeswaldungen und Privatbesitz nicht durchgeführt sei, was die Ausarbeitung eines Wirtschaftsplanes in einer Weise hemme, welche die Durchführung dieses Unternehmens in Frage stelle, weshalb ehetunlichste Vorkehrungen zur Beseitigung dieses Hemmnisses getroffen werden müssen, was einstimmig zugesagt wird. [Unterschrift der Standesvertreter]
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19211025_SV StandMontafon 1921-10-25 [-1-] Protokoll aufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 25. Oktober 1921 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter Mit Einladung vom 20. Oktober 1921 Zl. 482 St wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesausschuss-Sitzung anberaumt, zu welcher erschienen sind 8 Standesvertreter und 1 Ersatzmann. Nach Eröffnung der Versammlung und dem Erklären der Beschlussfähigkeit durch den Vorsitzenden wird das Protokoll der letzten Sitzung in Vorlage und zur Kenntnis gebracht, welches einstimmig genehmigt wird. Hierauf wird durch die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen und werden gefasst nachstehende Beschlüsse. 1.) Herr Standesrepräsentant referiert über die bisherigen Durchführungen in Brandassekuranzangelegenheiten und die diesbezüglichen Wahrnehmungen, wobei zweifelhafte Fälle über die Zulassung zur Versicherung, eventuelle Überschritte bei Höchstversicherungen und Einreihung in die Prämientarifklassen erörtert werden. Zufolge dieser Ausführungen wird einstimmig beschlossen, das Sägewerksgebäude des Bauunternehmers Herrn Franz Galehr im Grüt, Gemeindegebiet Schruns, auf Grund des § 27 der Vereinsstatuten aus der Versicherung auszuscheiden und den diesbezüglichen Vertrag zu künden. Weiters stellt der Herr Standesrepräsentant den Antrag, für besonders hoch versicherte Gebäude oder Objekte, welche infolge ihrer Bauart oder ihrer Umgebung grösserer Feuergefahr ausgesetzt erscheinen, eine Rückversicherung zu erwirken, welchem Antrage einhellig zugestimmt wird. Diesbezüglich ist mit der Niederösterreichischen Landesfeuerversicherungsanstalt in Wien ehestens in Unterhandlung zu treten. Das in der am 10. März 1921 stattgefundenen Standesausschussitzung gewählte Komitee zur Regelung von Brandassekuranzangelegenheiten wird ermächtigt, unter Beiziehung der Beiräte, der Herren Wilhelm Mayer und Franz Walser in allen zweifelhaften Fällen, besonders aber über Zulassung von Versicherungen Höchstbestimmungen der Versicherungssummen, Einreichung in die Prämientarifklasse etc. dann über den Abschluss eines Rückversicherungsvertrages endgültig zu beraten und zu beschließen, doch sind die diesbetreffenden Beschlüsse mit dem Standesausschusse zur Kenntnis zu bringen. 2.) Ein Ansuchen des Herrn Fritz Fussenegger, Fabrikant in Dornbirn, als Erbe seines verstorbenen Vaters August Fussenegger in Dornbirn um die Abschlussbewilligung eines Afterpachtes mit Herrn Albert Hoffmann in Zürich, betreff Eigenjagd auf der Alpe Valisera wird zur Kenntnis gebracht und einstimmig beschlossen, auf eine Afterverpachtung unter keinen Umständen einzugehen und auf die Einhaltung der Bestimmungen des Punktes 5 des Pachtvertrages zu bestehen. Unter einem wird beschlossen, auf Grund des § 47 des Jagdgesetzes vom 20.11.1904 ex 1907 L.G.Bl.Nr. 15 den Erben nach August Fussenegger den Pachtvertrag zu künden und das Pachtverhältnis zu lösen, da das Erklären über die Aufrechterhaltung und Fortsetzung des Pachtes innerhalb der Frist von 3 Monaten nicht erfolgte. 3.) Einem Ansuchen des Herrn Emil Nayer Kanzleigehilfe, um Erhöhung seiner Bezüge wird dahin entsprochen, dass vom 1. Oktober 1921 an seine Entlohnung auf Grund des Kollektivvertrages des Deutschen Handelsgehilfen-Verbandes mit einem Grundgehalte von 400 Kr. monatlich festgesetzt wird. 4.) Über erfolgtes Ansuchen wird der Strassenkonkurrenz Bludenz - Partenen die Bewilligung erteilt aus Standeswaldungen in St. Gallenkirch zur Eindeckung der inneren Lorünser-Illbrücke 6 Schindelstämme mit rund 12 F.M. um 500 K per F.M. beziehen zu dürfen und ist bei der Bezirkshauptmannschaft Bludenz die erforderliche Schlägerungsbewilligung einzuholen. 5.) Dem Hochw. Herrn Dr. Joh. Sahler, St. Josefbeneficiat in Bregenz wird zufolge gestellten Ansuchens das Recht zuerkannt, für das ihm und seinen Geschwistern gehörige, in St. Gallenkirch gelegene Anwesen H.Nr. 15, ein Brennlos von 6 R.M. zu beziehen. 6.) Das Ansuchen des Herrn Josef Beitl, Schneidermeister in Schruns, um Überlassung eines Grundkomplexes im Ausmasse von 4 Ar behufs Erstellung eines Unterkunftshauses im Porzalengerwalde in der Nähe der Lindauer-Hütte wird in Beratung gezogen und Waldaufseher Wilhelm Fleisch über die diesbezüglichen Verhältnisse einvernommen. Letzterer erklärt, dass seines Wissens der angestrebte Platz auf dem sogenannten Spielhahnkopf liege, ganz holzfrei, ja fast unproduktiv sei und am allerwenigsten durch dessen Abtretung der Waldbestand des Standes auch nur im Interesse der Jagd gegenständlicher Bau als schädigend angesehen werden und da die Jagdpachte den Gemeinden ein grosses Geld abwerfen, sei es selbstverständlich auch zum Vorteile des Standes Montafon, wenn diese Jagdreviere geschützt werden. Hierauf werden die Herren J. G. Jochmann, Gemeindevorsteher von Tschagguns, und Wilhelm Fleisch, Waldaufseher von Tschagguns, ermächtigt, sich im Gegenstande genau zu informieren, eventuell mit Herrn Beitl in Unterredung zu treten und das Resultat der nächsten Standesausschussitzung zur Beratung und Beschlussfassung zu unterbreiten. 7.) Über Ansuchen wird dem Hotel Madrisa sowie dem Finanzwachposten in Gargellen der Bezug von 40 R.M. bezw. 6 R.M. Brennholz pro 1921/22 zum ortsüblichen Tagespreise bewilligt, wobei jedoch nur Abgangholz verabreicht werden darf. 8.) Zufolge eingelaufenen Reklamationen wird zur Kenntnis gebracht, dass infolge grossen Holzmangels beschlagnahmtes Frevelholz durch die Forstbehörde den betreffenden Gemeinden zur Verfügung gestellt werde. Sollte dieses Holz jedoch von den Gemeinden an die schuldigen Parteien rückzuerstatten beabsichtigt werden, müsste dieses Holz zur Veräusserung gebracht und der Erlös auf Grund des § 50 des Ges. vom 8./4.1912 ex 1914 L.Ges.Bl. Nr 48 dem Landesforste ausgefolgt werden. 9.) Über Ansuchen der Innerkirchner-Bauern Brunneninteressentschaft in Gaschurn wird derselben der Bezug von 6 Deuchellatten zum Stockgeld-Preise zugestanden. 10.) Zur Beaufsichtigung der Standeswaldungen in Partenen wird Herr Martin März von Partenen bestimmt. 11.) Auf Ansuchen des Herrn Xaver Bitschnau von Schruns wird demselben für Fällen und Abliefern eines Brennloses in Giesslen eine Vergütung von K 600 bewilligt. 12.) Die Bezüge des Standesrepräsentanten werden auf jährlich 12000 K beginnend mit 1. Jänner 1921 erhöht. 13.) Für die Waldaufseher Montafons wird der Stundenlohn für ausserdienstliche Verrichtungen mit K 50 festgesetzt. Der Standesrepräsentant [Unterschrift der Standesvertreter]
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19210830_SV StandMontafon 1921-08-30 [-1-] Protokoll aufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 30. August 1921 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter Mit Einladung vom 26. August 1921 Zl. 407 St wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesausschußsitzung anberaumt, zu welcher erschienen sind 9 Standesvertreter und 1 Ersatzmann. Nach Eröffnung der Versammlung und dem Erklären der Beschlussfähigkeit durch den Vorsitzenden wird das Protokoll der letzten Sitzung zur Kenntnis gebracht, welches einstimmig genehmigt wird. Hierauf wird in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen und werden gefasst nachstehende Beschlüsse 1.) Die Rechnungen des Standes Montafon und Forstfondes sowie des Feuerversicherungsvereines Montafon pro 1919 werden in Vorlage gebracht, überprüft und vollkommen richtig befunden. Herr Standesrepräsentant Franz Wachter referiert über den Stand der Bahnschuld an die Zentrale der deutschen Sparkassen in Wien und beantragt die Rückzahlung dieses Kapitals mit allen zu Gebote stehenden Mitteln durchzusetzen. Sämtliche Standesvertreter stimmen diesem Antrage bei und ermächtigen hiemit den Herrn Standesrepräsentanten die hiezu erforderlichen Schritte beim Herrn Landeshauptmanne Dr. Ender in Bregenz einzuleiten und durchzuführen. 2.) Ein Ansuchen der Forstschutzorgane über die Standeswaldungen Montafon um Zuerkennung einer Renumeration von 100 Kr. per F.M. für Zustandebringung von gefreveltem Nutzholze wird eingehend beraten und beschlossen, diese Renumeration mit Kr. 60 bis auf Weiteres festzusetzen. 3.) Zur Herstellung eines Weges zwecks Holzlieferungen im Sinne eines mündlich gestellten Ansuchens des Waldaufsehers Herrn Michael Gavanisch von St. Gallenkirch wird ein einmaliger Kostenbeitrag von 10000.- Kr bewilligt. Die Ausführung der diesbezüglichen Wegarbeiten wird unter Leitung und Aufsicht des genannten Waldaufsehers den Interessenten überlassen. 4.) Ein Ansuchen des Herrn Landesgerichtsrates Dr. Franz Hosp um Erstellung eines Herdes im Standesgebäude Nr. 9 II. Stock in Schruns und Bestreitung einschlägiger Reparaturkosten wird unter der Bedingung bewilligt, dass vom jeweiligen Mieter gegenständlicher Wohnung 5% der erlaufenden Auslagen als Jahresmiete zu vergüten sind. Zugleich wird beschlossen, beim hohen Ärar dahin zu wirken, dass der gegenwärtige Mietzins für das Standesgebäude Nr. 9, dann für das Erdgeschoss und den I. Stock des Standesgebäudes Nr. 27 um das 3fache erhöht wird. 5.) Herr Standesrepräsentant berichtet das vielfache Einlaufen von Beschwerden aus den Standesgemeinden Montafons durch Nichtstandesbürger, welche entweder heimatberechtigt oder Besitzer eingeforsteter Heimgüter sind, über die Nichtbeteiligung mit Brennlosen aus Montafoner Standeswaldungen unter Berufung auf den Standesausschussbeschluss vom 16.12.1920 mit folgendem Wortlaute: "Für Nichtstandesbürger werden bis auf Widerruf, bezw. bis zur Festsetzung anderer Modalitäten eingesetzt nachstehende BESTIMMUNGEN. Für Heimatsberechtigte einer Standesgemeinde Montafons mit Ausnahme von Lorüns und Stallehr, sowie für Besitzer eines eingeforsteten Objektes ohne Standesbürger zu sein, kann Brennholz mit einem Aufschlage von 100% des Stockgeldpreises ausgefolgt werden. Alle anderen Talbewohner, welche nicht unter die vorgeschriebenen Kategorie gezählt werden [-2-] können, darf Brennholz nur insoweit solches vorrätig ist zum jeweiligen üblichen Holzpreise verabfolgt werden. Eine Verabfolgung von Brennholz an nicht heimatberechtigte Talbewohner kann nur über Ansuchen durch den Standesausschuss bewilligt werden. Der Brennholzbedarf ist, wenn immer möglich, aus Abgangsholz zu decken." Da die vorliegenden Verhältnisse die Aufrechterhaltung und Durchführung dieses Beschlusses dringend fordern, wird unter abermaliger Erneuerung desselben einstimmig beschlossen, durch Einleitung der vorgeschriebenen Schritte kompetenten Ortes die erforderliche Rechtskraft zu erwirken. Der letzte Zusatz des § 1 des Holzstatutes vom 4. März 1912 lautet: "Den Gemeindebürgern gleichzuhalten sind die Gemeindeanstalten und die Inhaber geistlicher Benefizien der 8 Montafoner Standesgemeinden." Es wird nun hiemit einstimmig beschlossen, diesen Absatz umzuändern in nachfolgender Weise. "Den Gemeindebürgern gleichzuhalten sind die Gemeindeanstalten, die Inhaber geistlicher Benefizien, dann die Gemeindeangestellten und Lehrer der 8 Montafoner Standesgemeinden." Auch behufs dieser Änderung ist die Genehmigung kompetenten Ortes einzuholen. 6.) Herr Waldaufseher Christian Vallaster in Bartholomäberg ist anzuweisen, Herrn Köberle Heinrich H. Nr. 101 aufzufordern, die Nachweisung zu erbringen, dass er sein Abbruchholz gegen Nutzholz umgetauscht hat. 7.) Das Ansuchen der Frau Berta Liechtensteiner in Innsbruck um Ausfolgung von 2 Baumstämmen zur Herstellung einer Brücke über den Sogadinbach zu ihrem Maisäß im Gargellen wird gegen Bezahlung des üblichen Holzpreises gestattet. 8.) Zufolge eines Ansuchens des Herrn Oskar Mey, Besitzer des Gasthauses zur Madrisa in Gargellen, um Ausfolgung des erforderlichen Nutzholzes zu Lawinenschutzbauten im oberen Teile seines Besitzes wird beschlossen wird beschlossen, behufs genauerer Informationen die Vorlage eines geanu ausgearbeiteten Planes nebst Bedarfsausweis abzuverlangen. 9.) Das Ansuchen der Fräulein Kappler Zenze und Fani um Bezugsbewilligung eines Schindelstammes zum üblichen Holzkaufpreise zu Reparaturen an ihrem Hausdache in Gargellen wird bewilligt. 10.) Über eine von Herrn Waldaufseher Albert Zugg eingestellte Rechnung betreff Waldräumarbeiten im Standeswald Marktobel sind Erhebungen über die Pflicht zur Vorname dieser Verrichtungen zu pflegen. 11.) Dem Herrn Tierarzt August Albrich werden seine Wartebezüge um 100% also von 12000 auf 24000 Kronen, beginnend mit 1. August 1921 erhöht. 12.) Als Hilfsarbeiter zur Ausführung von Brandassekuranzarbeiten, wird Herr Emil Nayer mit einer Monatsentlohnung von 6000 Kr gegen 14tägige Kündigung eingestellt. 13.) Über die Verwendung der Pachtzinse aus der Verpachtung der Gemeindejagden entwickelt sich eine äußerst rege Debatte. Herr Standesrepräsentant äußert seine Ansicht dahin, dass die Standeswaldungen den größten Teil des Gemeindejagdgebietes bilden und als Jagdgebiete überhaupt nur diese Waldungen in Betracht kommen, daher es nur billig und recht erscheine, wenn das auf diese Waldungen entfallende Betreffnis dem Forstfonde zufalle, was nach im Jagdgesetz voll und ganz begründet sei. Eine derartige Zuwendung sei umso mehr erforderlich, als gegenwärtig und für die nächste Zukunft die Ausarbeitung eines Wirtschaftsplanes mit enormen Auslagen verbunden sei. Dem gegenüber sprechen die übrigen Herrn Standesvertreter sich dahin aus, dass mit diesen Jagdpachtbeiträgen gewisse Bestimmungen und Verbindlichkeiten verbunden seien, welche im Falle einer Entziehung des Pachtzinses den Gemeinden, denselben in ganz erheblicher Weise kürzen würde und überhaupt, wie schon früher, Unzukömmlichkeiten zeitigen müßte, die den vorgeschlagenen Vorgang bis zur Unerträglichkeit gestalten könnten. Letztere Auseinandersetzungen gewannen die Oberhand und wurde beschlossen, einstweilen die Jagdpachterträgnisse den Gemeinden zu belassen. Dagegen wurde aber einstimmig beschlossen, zur Bestreitung der Kosten für die Ausarbeitung eines Waldwirtschaftsplanes einen Kredit von 500000 Kr. auf Rechnung des Forstfondes zu eröffnen und dazu die erforderliche Genehmigung der Landesregierung anzusuchen und einzuholen. [-3-] 14.) Betreff Erhöhung des Pachtzinserträgnisses für den Gipssteinbruch in St. Anton wird Herr Ignaz Battlogg in St. Anton diesbezüglich interpelliert und garantiert derselbe für eine entsprechende Vergütung beginnend mit 1. Jänner 1921 unter der Bedingung, dass die von der politischen Behörde eingeleitete Regelung der Steinlieferungsverhältnisse durchgeführt erscheine. Der Standesausschuss nimmt dieses Anerbieten zur Kenntnis mit der Zusage um Beendigung der im Zuge sich befindlichen behördlichen Regelungsarbeiten anzusuchen. 15.) Eine Änderung der Statuten des Montafoner Brandversicherungsvereines mit dem Sitze in Schruns wird in nachstehend ersichtlicher Weise beschlossen und ist sofort um Genehmigung durch die Landesregierung einzuschreiten. (§ 10 P.c Abs. 2.) Es hat demnach in Zukunft zu lauten -- § 28 -Ist einzuschalten als 2. Absatz: "An Stelle zweier beeideter Ortsschätzer kann die Schätzung auch von einem von der Vereinsvorstehung aufgestellten Fachmanne und einem Ortsschätzer durchgeführt werden. -- § 31 -hat in Zukunft zu lauten: "Die Versicherung kann bis zum vollen Schätzwerte nach Abzug eines Viertels stattfinden. Dem Versicherungsnehmer steht es jedoch frei, die Versicherungssumme in Grenzen des Schätzwertes zu bestimmen, die Teilversicherung darf jedoch jenen Betrag nie überschreiten, welcher sich aus der Vollschätzung nach Abzug des Viertels ergibt." -- § 34 -ist als 3. Absatz einzuschalten: "Auch ist es zulässig, die Versicherung von einem abgebrochenen Gebäude auf ein anderes Bauobjekt, welches der Bewirtschaftung ein und derselben Heimat, bezw. Grund und Boden dient und in derselben Arrondierung liegt, zu übertragen. Diese Übertragung kann nur durch den Vereinskassier auf Grund einer gemeindeamtlichen Bestätigung vorgenommen werden." -- § 39 -hat in Zukunft zu lauten wie folgt: "Für die vom Vereine geleistete Versicherung haben die Mitglieder folgende Beiträge zu entrichten a) eine jährliche Prämie b) allfällige Nachschusszahlungen." -- § 40 -hat zu lauten wie folgt: "Als Jahresprämien ist von je 100 Kr der Versicherungssumme zu entrichten. a) b) c) d) Für Für Für Für Massivbauten mit harter Bedachung ..... Massivbauten mit weicher Bedachung .... Holzbauten mit harter Bedachung ....... Holzbauten mit weicher Bedachung ...... 20 30 30 40 Heller Heller Heller Heller Für im Laufe des Jahres abgeschlossene Versicherungen oder Erhöhungen ist unter allen Umständen die ganze Prämie zu entrichten. Eine Änderung der Prämiensätze ist als Statutenänderung anzusehen." -- § 49 -Absatz 2 hat in Zukunft zu lauten: "Hat ein Versicherter sein Gebäude nicht zum vollen Wert, sondern nur teilweise versichert, so erfolgt im Falle eines Brandunglückes eine Entschädigung auf Grund des nach § 46 erhobenen Schadens bis zur Höhe der Versicherung. [Unterschrift der Standesvertreter]
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19210802_SV StandMontafon 1921-08-02 [-1-] Zl. 380 St. Protokoll aufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 2. August 1921 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter Zu der auf heute vormittags 9 Uhr anberaumten Sitzung des Komitees in Brandschadenversicherungsangelegenheiten sind erschienen die Herren Mitglieder Jochum I. Georg, Gemeindevorsteher von Tschagguns Bitschnau Franz Josef, Gemeindevorsteher von Vandans Fritz Anton, Gemeindevorsteher Silbertal dann Herr Wilhelm Mayer als Sachverständigenbeirat. In der am 20. Juli 1921 abgehaltenen Standesausschußsitzung wurde beschlossen, den Versicherungsnehmern des Montafoner Feuerversicherungsvereins die Möglichkeit zu bieten, ihre Bauobjekte den heutigen Wertverhältnissen entsprechend mit einem Viertelabzuge des Schätzwertes versichern zu können und wurde dem hiezu gewählten Komitee die Befugnis erteilt, die diesbezüglichen Bestimmungen zu treffen. Gefasst wurden nachstehende Beschlüsse 1) Dem Standesausschussbeschluss betreffend Zulassung einer Vollversicherung nach den jeweiligen Wertverhältnissen mit einem Viertelabzuge wird zugestimmt und hat dieser Beschluss mit heutigem Tage in Kraft zu treten. 2) Um das Unternehmen lebensfähig zu gestalten, werden die jährlichen Prämien bis auf Weiteres festgesetzt wie folgt. a) Für Massivbauten mit harter Bedachung 2 K. v. 1000 Kr. der Versicherungssumme b) Für Massivbauten mit weicher Bedachung 3 K. v. 1000 Kr. der Versicherungssumme c) Für Holzbauten mit harter Bedachung 3 K. v. 1000 Kr. der Versicherungssumme d) Für Holzbauten mit weicher Bedachung 4 K. v. 1000 Kr. der Versicherungssumme 3) Beitrittsgebühren sind in Zukunft keine mehr zu entrichten. 4) Behufs Durchführung einer Neuversicherung ist vorerst folgender Vorgang einzuhalten. Jeder Versicherungsvorschlag ist beim Herrn Gemeindevorsteher mit genauer Angabe der vorgeschriebenen Daten, welche bei der Gemeindevorstehung erhoben werden können, einzubringen. Diese gesammelten [-2-] Vorschläge werden von einem vom Tale Montafon delegierten Sachverständigen mit einem Schätzmanne der Gemeinde geprüft und bei einer Unterversicherung zur Aufnahme beantragt oder auf Grund eines Schätzungsregulativs der Versicherungswert festgestellt, welcher nach Abzug eines Viertels zur Eintragung kommt. 5) Der § 32 der Vereinsstatuten, wornach eine gleichzeitige Versicherung bei einer anderen Feuerversicherungsanstalt ganz unzulässig ist und die Ungültigkeit der Versicherung im Montafoner Brandschadenversicherungsvereines zur Folge hat, ist strengstens einzuhalten. 6) Bei Einschätzung eingeforsteter oder nicht eingeforsteter Objekte ist bis Eintritt anderweitiger eventuell später zu treffenden Verfügungen kein Unterschied zu machen. 7) Betreff einer etwaigen Rückversicherung sind noch Erhebungen zu pflegen und wird sich ein diesbezüglicher Beschluss auf später vorbehalten. 8) Die erforderlichen Statutenänderungen sind einzuleiten und durchzuführen. Schruns, am 8. August 1921 Der Standesrepräsentant:
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19210720_SV StandMontafon 1921-07-20 [-1-] Zl. 364 St. Protokoll aufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 20. Juli 1921 vor dem gefertigten Herrn Standesrepräsentanten. Franz Wachter Mit Einladung vom 16. Juli 1921 Zl. 361/St. wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesausschußsitzung anberaumt, zu welcher 8 Herrn Standesvertreter erschienen sind. Nach Eröffnung der Versammlung und dem Erklären der Beschlußfähigkeit durch den Herrn Standesrepräsentanten gelangt das Protokoll der letzten Sitzung zur Verlesung, welches einstimmig und vollinhaltlich genehmigt wird. Sodann wird in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen und werden gefasst nachstehende Beschlüsse 1.) Herr Standesrepräsentant erstattet Bericht über den bisherigen Verlauf der Verhandlungen in Angelegenheit der Montafoner Brandassekuranz und bringt das diesbezügliche schriftliche Material in Vorlage, zu welchem Herr Wilhelm Mayer erstattet nachstehendes Referat: Die Vorarlberger Landesfeuerversicherungsanstalt würde vertragsgemäß auf eine Nachversicherung für Versicherungsnehmer der Montafoner Brandassekuranz eingehen. Die diesbetreffenden Erhebungen haben jedoch ergeben, dass eine zufriedenstellende Liquidierung einer eventuellen Schadensumme nur im Falle einer Vollversicherung zu erwarten steht, während statutengemäß jede Unterversicherung die nachteiligsten Abzüge zu gewärtigen hat. Dieses Verhältnis nimmt nun noch schlimmere Folgen bei Teilbränden ein, in welchem Fall die Bewertung der unversehrten Gebäulichkeiten erfolgt und unter Umständen auf eine nennenswerte Entschädigung kaum mehr gerechnet werden kann. Es soll dies kein Vorwurf für die Vorarlberger Landesversicherungsanstalt sein, vielmehr liegt der Grund in den statutarischen Bestimmungen dieses Instituts und in der so ziemlich nachlässigen Versicherungsweise im Tale Montafon. Selbstverständlich hat dieser Versicherungsmodus auch den Nachteil, dass bei grossen Prämienzahlungen nur minimale Entschädigungen erzielt werden können. Diese Prämienzahlungen, die nach Jahren in die Millionen wachsen, würden einer anderen Gesellschaft zufließen, also der Montafoner Brandassekuranz verloren gehen. [-2-] Die Schadenersatzleistung der Montafoner Brandassekuranz ist auch derart festgesetzt, dass sie hauptsächlich bei Teilbränden den Hauptschaden zu zahlen hat, also nach bisherigen Erfahrungen auch in Zukunft dazu bestimmt wäre, die weitaus größte Entschädigung zu leisten. Seit über 100 Jahren, das ist seit dem Bestandes der Montafoner Brandassekuranz, sind erfahrungsgemäß keine allzubelastenden Brandunglücke zu verzeichnen, so z.B. wurden in den Jahren 1914 - 1918 nur 25.000 Kronen an Entschädigung ausbezahlt. Es handelt sich hauptsächlich darum, nur die ersten paar Jahre hinweg zu kommen. Nach 6 Jahren wäre z.B. bei durchschnittlich 3 Kr. Prämie von 1000 Kr. und 250 Millionen Versicherungssumme schon 3.305.000 Kr., das wäre für 14 Objekte mit je 250.000 Kronen Versicherungswert, eine Reserve geschaffen. Die Sache erscheint daher nicht allzu riskant. Die Prämien bleiben auf diese Weise im Tale und kommen den Talbewohnern zu gute, so dass nach späteren Jahren die Möglichkeit einer Prämienreduzierung geboten ist. Die überwiegend sich ergebenden Vorteile befürworten die Zulassung einer Vollversicherung nach den jeweiligen Verhältnissen mit einem einviertel Abzuge des Schätzungswertes und darf die Eventualität eines grösseren Unglückes in Anbetracht der bisherigen Erfahrungen und gestützt auf gute Sicherungs- und Löschvorkehrungen vom Betreten dieses Weges nicht zurückschrecken. Um nun aber auch eine tunlichst durchgreifende Versicherung zu ermöglichen, ist die Auflassung der Beitrittsgebühren zu empfehlen. Diese Ausführungen finden allgemeine Zustimmung und wird unter Vorbehalt der Genehmigung durch den Gemeindeausschuss einstimmig beschlossen, das Versicherungswesen im Tale Montafon auf Grund dieser Weisungen zu regeln und den diesbezüglichen Gemeindeausschussbeschluss bis längstens Dienstag den 26. Juli 1921 der Standesrepräsentanz zur Kenntnis zu bringen. Zur weiteren Ausarbeitung eines neuen Schätzungsregulativs, auch eventuell anderer Modalitäten, wird das bisherig funktionierende Komitee mit unbeschränkter Vollmacht betraut. Auch werden Regelungen über bisher getroffene Versicherungen mit der Vorarlberger Landesfeuerversicherungsanstalt diesem Komitee zu überlassen. Eine einstweilige Nachversicherung ist bis zur Austragung dieser Sache vom Tage der ortsüblichen Publikation an unter Berufung auf § 32 der Montafoner Feuerversicherungs-Statuten nicht gestattet. [Unterschrift der Standesvertreter]
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19210521_SV StandMontafon 1921-05-21 [- 1 -] Zl. 308 St. Protokoll aufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 21. Mai 1921 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter. Mit Rundschreiben vom 17. Mai 1921 Zl. 305 wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesausschußsitzung anberaumt, wozu erschienen sind 9 Herren Standesvertreter. Da an sämtliche Gemeinden Abschriften des letzten Protokolls zur Kenntnisnahme und ortsüblichen Publikation übersendet worden sind, daher alle Herren Gemeindevorsteher, bezw. Standesvertreter über den Inhalt vollkommen informiert sind, wird auf eine Verlesung dieser Verhandlungsschrift Verzicht geleistet und dieselbe vollinhaltlich und einstimmig genehmigt. Hierauf wird in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen und werden gefasst, nachstehende Beschlüsse. 1.) Über Regelung statutarischer Bestimmungen und anderer Angelegenheiten des Montafoner Feuerversicherungs-Vereines entwickelt sich eine rege Auseinandersetzung und Beratung und wird auf Grund der diesbezüglichen Komitee- und Sachverständigenberatungen und Bestimmungen beschlossen wie folgt. Die Versicherung in der Montafoner Gebäudebrandversicherungsanstalt kann auch in Zukunft auf Grund des jetzigen Schätzungsregulativs erfolgen, wozu eine 50%ige ständige Erhöhung für eingeforstete Objekte, sowie eine 70%ige stabile Erhöhung für nichteingeforstete Objekte erfolgen kann. Der bisher gestattete und durchgeführte Teuerungszuschlag von 50 bezw. 70% ist als feststehende Versicherung zu behandeln. Da die Verwaltungskosten unter den jetzigen Verhältnissen sich bedeutend gesteigert haben und durch die getroffenen Modalitäten dem Verein ein ungleich höheres Risiko erwächst, wird unter einem beschlossen, die Prämien zu erhöhen wie folgt. a) Für Massivbauten mit harter Bedachung Kr. 1,60 v. 1000 Kr. d. Versicherungssumme b) Für Massivbauten mit weicher Bedachung Kr. 2,60 v. 1000 Kr. d. Versicherungssumme c) Holzbauten mit harter Bedachung Kr. 2,60 v. 1000 Kr. d. Versicherungssumme d) Holzbauten mit weicher Bedachung Kr. 3,60 v. 1000 Kr. d. Versicherungssumme Die Beitrittsgebühr ist wie bisher mit ein Prozent aufrecht zu erhalten. Die Schadenvergütung ist unter Zugrundelegung des Prinzips der Verpflichtung der Gegenseitigkeit wie bisher zu leisten, sodass im Falle eines teilweisen Brandunglückes der Schaden auf Grund der Schadenerhebung nach den jeweiligen Verhältnissen (§ 46) bis zur Höhe der Versicherungssumme vergütet werden kann. Jedem Contrahenten des Montafoner Feuerversicherungsvereines ist es gestattet, zufolge des § 32 der Vereinsstatuten mit der Vorarlberger Feuerversicherungsanstalt eine Nachversicherung abzuschließen wenn bei der Montafoner Brandversicherung nach den gegenständlich getroffenen Verfügungen die Höchstversicherung durchgeführt erscheint. Bei diesen Nachversicherungen ist jeder Contrahent an die Satzungen der Vorarlberger Feuerversicherungsanstalt gebunden, wobei hauptsächlich die Artikel 20 und 21 dieser Versicherungsbedingungen in Betracht kommen, wonach der Versicherer nur denjenigen Teil des ermittelten Schadens zu vergüten hat, der dem Verhältnisse der Versicherungssumme zum Versicherungswert entspricht. Von Seite des Montafoner Brandversicherungsvereines werden einer Nachversicherung bei der Vorarlberger Feuerversicherungsanstalt keine Schranken gesetzt. Eventuelle Begünstigungen von Seite des Standes, bezw. Forstfondes Montafon bei Wiederaufbau eines abgebrannten Objektes durch Holzzuweisung etc. dürfen für die Vorarlberger Feuerversicherungsanstalt in keiner Weise einen Grund für Abzüge, bezw. Einrechnung bei der Schadenerhebung bilden. Die von den Mitgliedern des Montafoner Brandversicherungsvereines bei der Vorarlberger Feuerversicherungsanstalt abgeschlossenen Versicherungen können bis zu einem Zeitraume von 10 Jahren abgeschlossen werden, doch steht es den Mitgliedern frei, Veränderungen, Erhöhungen und Verminderungen den Wertverhältnissen entsprechend jederzeit durchführen zu lassen. Alle mit der Aufnahme und Durchführung [-2-] der Nachversicherung bei der Vorarlberger Landesfeuerversicherungsanstalt verbundenen Arbeiten und Kosten sowie das Inkasso der diesbezüglichen Prämien übernimmt diese Anstalt. Der Montafoner Brandversicherungsverein erhält von der Vorarlberger Feuerversicherungsanstalt von den Nettoprämien der an letzteres Institut gezahlten Versicherungsbeiträgen eine Jahresprovision von 15 (fünfzehn) Prozent. Der Montafoner Brandversicherungsverein behält sich das Recht bevor, diesen Vertrag jederzeit künden zu könne und zwar derart, dass nach erfolgter Kündigung keine Verträge im Sinne dieser Bestimmungen mehr abgeschlossen werden dürfen. Bereits abgeschlossene Verträge bleiben bis zum Ablaufe derselben in Gültigkeit, eine Erneuerung darf jedoch nach erfolgter Kündigung nicht mehr stattfinden. Eine Nachversicherung ein einer anderen Feuerversicherungsanstalt ist nicht zulässig und eine Zuwiderhandlung hat die Anwendung des § 32 zur Folge. Anläßlich dieser Regelung in Brandassekuranzangelegenheiten wird die Frage aufgeworfen, ob es nicht für die Brandassekuranz von Vorteil wäre, wenn Neubauten von Standesbürgern ebenfalls eingeforstet würden und dies umso eher, als auch den Standesbürgern dieses Holzbezugsrecht von rechtswegen eigentlich gebührte. Die Herren Gemeinde-Vorsteher von Vandans und Silbertal machen ihre Bedenken dahin geltend, dass durch eine derartige Bestimmung die Ertragsfähigkeit der Standeswälder zu stark in Anspruch genommen würde und beantragen, diese Angelegenheit, da ja die Ausarbeitung eines Wirtschaftsplanes in Aussicht steht, einstweilen zu vertagen, was angenommen wurde. 2.) Ein Antrag auf Festsetzung eines gleichmässigen Wartegeldes für alle Hebammen des Tales Montafon wurde nach eingehender Beratung abgelehnt, da die diesbezüglichen Verhältnisse in jeder Gemeinde anders gestaltet sind, ja in einzelnen vertragsgemäß geregelt erscheine. 3.) Dem Herrn Rudigier Ludwig, Bauer in Gaschurn wird über Ansuchen zum Wiederaufbaue seines abgebrannten Hauses in Anbetracht seiner Dürftigkeit der Stockgeldfreie Bezug des erforderlichen Bauholzes aus Standeswaldungen bewilligt. 4.) Dem Herrn Engelbert Bitschnau, Bauer in Bartholomäberg wird sein Ansuchen um Verkaufsbewilligung von 50 R.M. Abbruchholz unter der Bedingung bewilligt, dass bei einem eventuellen Wiederaufbaue des in Betracht kommenden Objektes kein Bauholz aus Standeswaldungen bezogen werden darf. 5.) Dem Stemer Franz Josef, Taglöhner von Silbertal, derzeit in Brunnenfeld, Gemeinde Bludenz, wird der Bezug am Burtschnerbach von jährlich 12 Kronen auf jährlich 20 Kronen erhöht. 7.) Die für Ausarbeitung eines Wirtschaftsplanes erlaufenden Kosten sind einstweilen aus dem Erlöse aus Standesholz per 300000 Kr. zu bezahlen. 8.) Nach Ablauf des Jagdpachtvertrages über das Eigenjagdrecht in der Alpe Valisera mit 21.12.1922 ist ein Antrag des Herrn Bankier Hoffmann aus Zürich auf Überlassung dieses Jagdreviers in erster Linie zu berücksichtigen. 9.) Die Holzschlagsbewilligungen in der Zelfner Waldung anläßlich des Baues des Gampadelser Elektrizitätswerkes wird zur Kenntnis gebracht und dem diesbezüglichen Übereinkommen, wornach das für die Werksanlage benötigte Quantum Brennholz gestellt werden muß, vollinhaltlich zugestimmt. Dieses Brennholz, sowie der Rest der Schlägerung ist in Anrechnung auf das Jahresetat 1921 an Holzbezugsberechtigte der Gemeinde Tschagguns zu verabfolgen. 10.) Ein Ansuchen des Benedikt Küng, Bauer in Bartholomäberg um Bezugsbewilligung von 6 Bau- und 2 Schindelstämmen zum Wiedraufbau seiner abgebrannten Barge wird aus dem Grunde abgewiesen, da dem Bittsteller [- 3 -] eigenes Verschulden am Abbrennen des erwähnten Objektes zur Last gelegt werden kann. Auch ist derselbe in der Lage, aus Eigentumswaldung gegenständlichen Bedarf größtenteils zu decken. 11.) Behufs Beteilung mit Brennholz der geistlichen Benefizien im Tale Montafon sind entsprechende Erhebungen zu pflegen und bei der nächsten Standesausschußsitzung zur Beratung und Beschlußfassung in Vorlage zu bringen. [Unterschriften der Gemeinde-Vorsteher]
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19210412_SV StandMontafon 1921-04-12 [-1-] Protokoll aufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 12. April 1921 unter dem Vorsitze des Standesrepräsentanten Franz Wachter Das in der Standesausschußsitzung vom 10. März 1921 gewählte Komitee behufs Regelung von Brandschadenversicherungsangelegenheiten bestehend aus den Herren J. G. Jochum, Gemeindevorsteher und Standesvertreter von Tschagguns Fritz Anton, Gemeindevorsteher und Standesvertreter von Silbertal und Bitschnau Franz Jossef Gemeindevorsteher und Standesvertreter von Vandans wurde auf heute vormittags 9 Uhr zu erscheinen eingeladen, welche Herren auch erschienen sind. Zugleich waren auch anwesend die Herren Mayer Wilhelm, Kunstmühlenbesitzer in Schruns als Sachverständiger und Beirat Walser Franz, Zimmermeister aus Schruns als Sachverständiger und Beirat Vallaster Franz, Beamter der Landes-Feuerversicherungsanstalt Bregenz als Vertreter letzteren Institutes. Nachdem die Montafoner Brandassekuranz unter den jetzigen Verhältnissen keine genügende Sicherheit bei Brandschadenfällen zu bieten vermag, wird eine möglichste Sicherung für die Interessenten, bezw. Mitglieder dieses Vereines angestrebt und zu diesem Zwecke eine Verbindung mit der Vorarlberger Landes-Verversicherungsanstalt angebahnt. Nach eingehender Besprechung dieser Angelegenheit einigte man sich im Prinzipe dahin, dass der Vorarlberger Feuerversicherungsanstalt grundsätzlich das Recht der Nachversicherung einzig und allein eingeräumt wird, sodass irgend welche Versicherung bei einer anderen Assekuranzanstalt die Wirkung des § 32 der Vereinsstatuten zur Folge hätte. Behufs Festsetzung der Vertragsbedingungen hat die Landesfeuerversicherungsanstalt einen Vertragsentwurf zur Überprüfung durch den Standesausschuss in Vorlage zu bringen. In der Hauptsache wird jedoch heute schon festgestellt, dass bei einem eventuellen Brandunglücke die Auszahlung der Schadenvergütung von den partizipierenden Vereinen im Verhältnis zur Versicherungssumme zu erfolgen hat, wobei jede Anstalt an ihre Statuten gebunden ist. [-2-] Nachdem infolge der Mittagszeit eine weitere Verhandlung abgebrochen werden mußte, wird die Fortsetzung auf abends 8 Uhr festgesetzt und wird in dieser Sitzung nach eingehender Beratung beschlossen, dem Standesausschusse zu unterbreiten, nachstehende Vorschläge Eventuelle Neuversicherungen, bezw. Erhöhungen haben bei der Montafoner Brandassekuranz wie bisher auf Grund des bestehenden Schätzungsregulativs zu erfolgen. Um nun aber den Mitgliedern des Vereines eine bessere Versicherung zu ermöglichen, ist eine höhere Versicherung von 100% zum Regulativ zu bewilligen. Dagegen hat der in der Standesausschußsitzung vom 4.11.1919, Punkt 8, bewilligte Teurungszuschlag von 50 resp. 70% in Zukunft zu entfallen, bezw. in Abzug gebracht zu werden. Aber auch eine annähernde Vollversicherung soll den Interessenten geboten werden können, zu welchem Zwecke bestimmt wird, wie folgt: Im Falle bei der Montafoner Brandassekuranz die Höchstversicherung, also eine 100%ige Erhöhung zum bestehenden Regulativ durchgeführt erscheint, ist es dem Mitgliede gestattet, bei der Vorarlberger Landesfeuerversicherungsanstalt in Bregenz eine Erhöhung bis zum 5fachen der Versicherungssumme bei der Montafoner Brandassekuranz durchzuführen. Diese Nachversicherung hat jedoch unabhängig von der Montafoner Brandassekuranz im Dienstwege der Landesfeuerversicherungsanstalt zu erfolgen, und erstere in keiner Weise zu belasten. Jede Nachversicherung bei der Landesfeuerversicherungsanstalt ist der Montafoner Brandassekuranz zur Anzeige zu bringen. Die bis zur Stunde sich ergebenden Wahrnehmungen haben gezeigt, dass die bisherige Beitrittsgebühr von 1% die Beteiligung bedeutend erschwert, es wird daher beantragt, diese Beitrittsgebühr abzuschaffen und dafür eine Erhöhung der Jahresprämie wie folgt vorzuschlagen. 1.) Für Massivbauten mit harter Bedachung Kr. 1,60 von Kr. 1000 der Versicherungssumme. 2.) Für Massivbauten mit weicher Bedachung Kr. 2,60 von Kr. 1000 " 3.) Für Holzbauten mit harter Bedachung Kr. 2,60 von Kr. 1000 " 4.) Für Holzbauten mit weicher Bedachung Kr. 3,60 von Kr. 1000 der Versicherungssumme. [Unterschrift der Standesvertreter]
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19210310_SV StandMontafon 1921-03-10 [-1-] Protokoll aufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 10. März 1921 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter Mit Rundschreiben vom 1. März 1921 Zl 115 St. wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesausschußsitzung anberaumt, wozu erschienen sind 10 Standesvertreter. Da an sämtliche Gemeinden Protokollabschriften zur Kenntnisnahme und ortsüblichen Publikation übersendet worden sind, daher alle Herren Gemeinde-Vorsteher bezw. Standesvertreter über den Inhalt vollkommen informiert sind, wird auf eine Verlesung des Protokolls Verzicht geleistet und dasselbe vollinhaltlich und einstimmig genehmigt. Hierauf wird in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen und werden gefaßt nachstehende BESCHLÜSSE 1.) Der von den Rechnungsrevisoren Herrn Wilhelm Mayer und Ignaz Sander abgefasste Schlussbericht zu der mit 6. September 1919 abgeschlossenen Revision der Standes- und Forstfondsrechnungen wird in Vorlage gebracht und genehmigt. 2.) Es wird zur Kenntnis gebracht, dass laut der vorliegenden Gemeindeausschussbeschlüsse den im Standesausschußsitzungsprotokolle vom 16. Dezember 1920 ersichtlich gemachten Anregungen des Herrn Wilhelm Mayer betreff Durchführung einer den heutigen Verhältnissen entsprechenden Brandschadenversicherungs-Erhöhung vollkommen zugestimmt wird. Einheitlich macht sich der Beschluss geltend, diese Angelegenheit ehestens einem befriedigenden Ziele zuzuführen und wird zu diesem Zwecke ein Komitee, bestehend aus den Herren Gemeindevorsteher, bezw. Standesvertreter von Tschagguns, Vandans und Silbertal, gewählt. Dieses Komitee wird ermächtigt, Statutenänderungen zu beantragen und vorzunehmen, und wird dringend ersucht, sich ehestens der ihm gestellten Aufgabe unterziehen zu wollen, damit die Versicherten in nicht allzulanger Zeit Gelegenheit geboten wird, bei der Montafoner Brandassekuranz bei eventuellen Brandschäden den heutigen Verhältnissen entsprechend Deckung zu finden. Dies ist ortsüblich zu verlautbaren. 3.) Zufolge Kundmachung des Standes Montafon, womit auf die Bestimmungen des §32 der Statuten der Montafoner Brandassekuranz hingewiesen wurde, wurden die Teilhaber dieses Institutes dahin vorstellig, dass sie ohne Kenntnis des zitierten § eine Mehrversicherung bei einer anderen Versicherungsgesellschaft eingegangen seien und um Genehmigung dieses Vorganges bitten. In Anbetracht des Umstandes, dass die Montafoner Brandassekuranz einstweilen eine volle Deckung nicht zu bieten vermag, kann auf die Bewilligung der gestellten Ansuchen unter der Bedingung eingegangen werden, dass mit dem Zeitpunkte, als die Verhältnisse des Montafoner Brandversicherungsvereines geregelt erscheinen und eine den heutigen Zuständen entsprechende Versicherung zulassen, entweder der mit einer anderen Versicherungsgesellschaft eingegangene Vertrag gelöst wird, oder der Austritt aus der Montafoner Brandassekuranz durchgeführt werden muss. Diesbezügliche Ansuchen liegen vor und werden in vorstehendem Sinne genehmigt. a) Geschwister Pauline und Maria Juen, Haus Nr. 16/17 und 38 in Schruns b) Hermann und Angelika Schwarzhans Haus Nr. 70 in Schruns c) Konsumverein Schruns Haus Nr. 28./29 in Schruns 4.) Das Ansuchen der Frau Josefa Bargehr, Schruns, Haus Nr. 167, um entsprechende Subventionierung für Haltung eines Zuchtebers wird abgewiesen, da auch in anderen Gemeinden des Tales Zuchteber ohne Inanspruchnahme einer Begünstigung gehalten werden. Die Anrechnung eines entsprechenden Sprunggeldes wird gutgeheißen. 5.) Der Preis für die hergerichteten Telefon- bezw. Telegrafenstangen im Gargellentale wird mit Kr. 1200.- per F.M. festgesetzt. 6.) Da aus mehreren Gemeinden Ansuchen um Bezugsbewilligung von Masten für Elektrizitätsleitungen vorliegen, wird beschlossen, diesen Bezug aus Standeswaldungen nur insoweit zu gestatten, als eine Deckung aus Eigentumswaldungen nicht gefunden werden kann. Der Preis wird gleichmäßig mit Kr. 400.- per F.M. festgesetzt. [-2-] Gegenständlich Bezugsbewilligung wird gewährt an einen Teil der Bewohner von Filters, Gemeinde Bartholomäber, für 22 Stöcke, dann an Stüttler Johann Josef, Bauer, H.Nr. 312 und Steu Franziska H.Nr. 311 am Hof zu Schruns für 7 Stück und an die Bewohner der Parzelle Gant, Gemeinde St. Gallenkirch für 35 Stück. 7.) Dem Ansuchen des Herrn Franz Erhart, Holzhändler in Schruns, um Überlassung von 2 bis 3 Tannen aus Montafoner Standeswaldungen zum Zwecke der Sicherung eines Holzrieses im Relstale Gemeinde Vandans, wird unter der Bedingung Folge gegeben, dass für das bezogene Holz der Marktpreis zu bezahlen ist. Die Bestimmung des Holzwertes wird dem Waldauseher Engelbert Maier in Vandans überlassen. 8.) 5 Ansuchen von Herrn Finanzwach-Beamten in St. Gallenkirch und Gargellentale um Zuweisung von Brennholz aus Standeswaldungen wird in Behandlung gezogen und nach eingehender Beratung dahin entschieden, dass auf Grund des § 1 des Holzstatutes vom November 1911 ein Anspruch zurückgewiesen werden muß. In Berücksichtigung ganz außergewöhnlicher Beschaffungsschwierigkeiten wird den im Gargellentale stationierten Herren Finanzwachebeamten die Bewilligung erteilt, aus dem in diesem Tale vorrätigen Brennholze je 6 R.M. zum jeweilig bestehenden Marktpreise ankaufen zu dürfen. Für die Herren Finanzwachbeamten in St. Gallenkirch muß jedoch, da die Beschaffung von Brennholz im Kaufwege keine besonderen Schwierigkeiten bietet, eine Beteilung aus Standeswaldungen abgewiesen werden. 9.) Zur Sicherung des Bahnkörpers wird über Ersuchen der Montafonerbahn die Bewilligung erteilt, aus Montafoner Standeswaldungen gegen Entrichtung des üblichen Stockgeldpreises 35 Latten zu 15 bis 20 m Länge beziehen zu dürfen. 10.) Das Ansuchen der Alpinteressenten von Wasserstuen, Gemeinde Silbertal, um Bezugsbewilligung von 1 Schindel- und 1 Baustamm zu einem Kapellenbaue wird begutachtet. 11.) Über Ansuchen der Johann Josef Dönz, Bauer in Silbertal, wird der jährliche Pachtschilling für den Pflanzgarten in Silbertal von 100 Kr. auf Kr. 150.- erhöht. 12.) Ein von Herrn Josef Nussbaumer in Schruns bezogenes, später beschlagnahmtes Brennlos wird demselben gegen Entrichtung des ortsüblichen Holzpreises zur freien Verfügung gestellt. 13.) Herr Gemeindevorsteher Martin von Stallehr beanständet auf Grund eingelaufender Beschwerden durch den Alpverwalter und den Hirten die Besetzung der Alpe Valisera durch eine größere Anzahl von Zuchstieren, weshalb beschlossen wird, die Besetzung, wenn überhaut, heuer noch tunlichst auf den Zuchtstier der Viehzuchtgenossenschaft Montafon zu beschränken. Unter einem macht derselbe darauf aufmerksam, dass es im Interesse der Alpe gelegen sei, wenn eine entsprechende Schwendung und Räumung durchgeführt werde, welchem Ansichten mit der Bestimmung beigepflichtet wurde, dass die hiedurch erwachsenen Kosten auf die zur Besetzung aufgetriebenen Viehstücke entsprechend verumlagt werden. 14.) Herr Gemeindevorsteher Düngler von St. Gallenkirch beantragt über Vorschlag des Herrn Waldaufseher Gavanesch die Herstellung eines Weges vom sogenannten "Untern Schlittbett" in's Vermiltobel. Für diese Anlage soll der Stand- bezw. Forstfond Montafon 6000 Kr. an Kosten übernehmen, während der Rest auf Holzlose, welche über diesen Weg transportiert werden, verumlagt werden soll. Dieser Antrag wird einstimmig angenommen. 15.) Über Vorschlag der Bezirkshauptmannschaft Bludenz vom 14.2.1921 Zl. 63/2 Forst wird dem ehemaligen Waldaufseher Herrn Johannes Essig in Partenen eine Renumeration von 100 Kr. bewilligt. 16.) Dem Waldaufseher Herrn Michael Gavanesch St. Gallenkirch wird über Ansuchen für den Besuch des Waldwächterkurses eine Vergütung von 100 Kr. bewilligt. 17.) Die Anzeige des Waldaufsehers Herrn Christian Vallaster von Bartholomäberg über unbefugte Holzfällungen im Alpgebiete Itons wird nochmals in Behandlung gezogen und beschlossen, genaue Erhebungen zu pflegen und auf Grund der Grundlasten Abl. u. Regl. Urkunden ddo. Innsbruck v. 20.12.1884 Nr. 23907/1436 verfacht beim Bezirksgerichte Schruns 14.12.1885 Fol. 293 die Abgrenzung zwischen Wald und Alpe durchzuführen, wozu die Herren Gemeindevorsteher Bitschnau von Vandans und Fritz von Silbertal gewählt werden. 18.) Behufs Bedachung und Einhaltung der Hütte auf dem Gafluner Winterjöchel wird ein Beitrag von 1000 Kr. und die unentgeltliche Überlassung des nötigen Schindelholzes am Stocke in günstiger Lage bewilligt. [-3-] 19.) Eventuelle Ansuchen des Herrn Galehr, Sägewerkbesitzer in Schruns, sind unter der Bedingung zu begutachten, als dieselben sich nur auf gänzlich überständiges, entwipfeltes Windwurf- oder Schneedruchholz erstrecken. Bezufs Konstatierung über die Zulässigkeit einer derartigen Schlägerung ist das Gutachten des Herrn Landesforstinspektor Hennrich durch die Landesregierung in Bregenz einzuholen. 20.) Über Ansuchen der Waldaufseher des Tales Montafon werden deren Bezüge vom 1. März 1921 an um 100% erhöht. Als Stundenlohn bei außerdienstlicher Verrichtung ist ein Mittelpreis in Anrechnung zu bringen. Die Bezahlung der vollgen Gebühren für die Krankenkasse übernimmt der Stand Montafon. Auf eine Stockgeldbefreiung wird nicht eingegangen. 21.) Ein Ansuchen des Herrn Josef Tschofen, Bauer in Gamprätz, Gemeinde Schruns, um Bezugsbewilligung von 100 Deuchellatten zu Wasserableitungszwecken am Holetobel wird gegen Entrichtung des üblichen Stockgeldpreises bewilligt. 22.) Frau Ludwina Maier, Bäuerin in Vandans, stellt das Ansuchen um Bezugsbewilligung von 56,53 F.M. Nutzholz aus Standeswaldungen zum Wiederaufbaue ihres abgebrannten Wohnhauses. Auch wolle ihr dieses Holz in Berücksichtigung ihrer großen Dürftigkeit stockgeldfrei verabfolgt werden. Nach Konstatierung der Wahrheit der gemachten Angaben wird dieses Ansuchen vollinhaltlich genehmigt. 23.) Ein Ansuchen des Herrn Mühlbacher Karl, Besitzer der Heimat H.Nr. 209 in Schruns um Bezugsbewilligung eines Brennloses aus Standeswaldungen wird bis zur Neukonstituierung rechtlicher Bezugsverhältnisse abgewiesen. 24.) Ein Ansuchen der Interessenten der Alpe Altschätz um die Bewilligung zum Bezuge von 2 Schindelstämmen für ein nicht eingeforstetes Sennereilokal auf genannter Alpe wird unter der Bedingung bewilligt, daß für das bezogene Holz ein entsprechender Kaufpreis, welcher mit Waldaufseher Herrn Wilhelm Fleisch von Tschagguns zu vereinbaren ist, zu entrichten ist. 25.) Dem Herrn Veterinärrat Albrich August wird infolge seines Ansuchens sein Jahresbezug um 100% erhöht, so dass dem Genannten vom 1. März an 12000 Kr. auszubezahlen sind. 26.) Die Interessenten von Inner- und Aussergampabing, Neuberg, Reute, sowie ein Großteil der Bewohner der Parzelle Obergalgenuel beabsichtigen die im Jahre 1910 durch Hochwasser zerstörte Gampabinger-Säge wiederherzustellen und stellen daher das Ansuchen, das im Gampabinger Standeswalde lagernde Windwurfholz, ungefähr 12 F.M., ihnen stockgeldfrei und das weiter noch benötigte Holz gegen Entrichtung des Stockgeldes zu überlassen. In Anbetracht des hohen Wertes genannter Säge für die Interessenten, dann für viele Maisäße und Alpen etc. wird das gestellte Ansuchen vollinhaltlich genehmigt. 27.) Infolge persönlicher Intervention des Herrn Standesrepräsentanten mit Herrn Oberforstkommissär Egger in Bludenz wurde besonders die Einschränkung der Holzbezugsbewilligungsansuchen außer der Forsttagsatzung erörtert, welche Angelegenheit zur Beschlußfassung dem Standesausschusse unterbreitet wird und wird diesbezüglich beschlossen, nur mehr Ansuche in äußerst dringenden, berücksichtigungswürdigen Fällen und im Prinzipe hauptsächlich nur bei Elementarunfällen in Behandlung zu ziehen. Abbruchholz von eingeforsteten Gebäulichkeiten ist als Standesholz zu behandeln und zwar soweit noch zulässig, in erster Linie als Nutzholz, während der Rest vom Besitzer als Brennholz verwendet werden muß. Jeder Verkauf ohne vorhergegangene Bewilligung ist gänzlich ausgeschlossen. 28.) In Anbetracht des Umstandes, dass unter den heutigen Verhältnissen Dienstgänge der Waldaufseher nach Bludenz mit grossen Kosten verbunden sind, wird einstimmig beschlossen, dahin vorstellig zu werden, dass diese Dienstgänge auf das allernotwendigste beschränkt werden und sind diesbezügliche Schritte ehestens einzuleiten und durchzuführen. [Unterschrift der Standesvertreter] Zl. 152 Nachtrags-Protokoll Zu Punkt 27 des Standesausschuss-Sitzungsprotokolles vom 10. März 1921 erfolgt nachstehende Ergänzung Allen jenen Parteien, welchen in ganz besonders berücksichtigungswürdigen Fällen außer der Forsttagsatzung eine Holzbewilligung erteilt wird, ist das doppelte Stockgeld in Anrechnung zu bringen. In diese Belastung sind Holzbezugsbewilligungen infolge elementarer Unfälle nicht einzubeziehen. [Unterschrift der Standesvertreter]
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19201216_SV StandMontafon 1920-12-16 [-1-] Protokoll aufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 16. Dezember 1920 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter Mit Rundschreiben vom 11. Dezember 1920 Zl. 666 St. wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesauschußsitzung anberaumt, wozu erschienen sind 8 Standesvertreter. Entschuldigt erscheinen die 2 Herren Standesvertreter von Lorüns und Stallehr. Da auch wichtige Standeswaldangelegenheiten in Beratung gezogen werden, wurden sämtliche Waldaufseher zum Erscheinen eingeladen. Nach Verlesung des letzten Protokolls wird dasselbe vollinhaltlich und einstimmig genehmigt. Sodann wird in die Beratung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen und werden gefasst nachstehende Beschlüsse Als erster Punkt wird die Behandlung des Standeswald als Standesvermögen in Beratung gezogen und auf Grund des vorliegenden Statutes vom 4. März 1912 einstimmig beschlossen, eine Forstproduktenabgabe aus Standeswaldungen zum ortsüblichen Stockgeldpreise nur an Standesbürger verabfolgen zu lassen. Für Nichtstandesbürger werden bis auf Widerruf, bezw. bis zur Festsetzung anderer Modalitäten eingesetzt nachstehende Bestimmungen: Für Heimatsberechtigte einer Standesgemeinde Montafons mit Ausnahme von Lorüns und Stallehr, sowie für Besitzer eines eingeforsteten Objektes ohne Standesbürger zu sein, kann Brennholz mit einem Aufschlage von 100% des Stockgeldpreises ausgefolgt werden. Alle anderen Talbewohner, welche nicht unter die vorgeschriebenen Kategorie gezählt werden können, darf Brennholz nur insoweit solches vorrätig ist zum jeweiligen üblichen Holzpreise verabfolgt werden. Eine Verabfolgung von Brennholz an nicht heimatberechtigte Talbewohner kann nur über Ansuchen durch den Standesausschuss bewilligt werden. Der Brennholzbedarf ist, wenn immer möglich, aus Abgangsholz zu decken. 2.) Hierauf wird zur Regulierung des Stockgeldpreises geschritten, da der jetzige den gegenwärtigen Verhältnissen in keiner Weise mehr entspricht. Vor allem beantragt Herr Waldaufseher Fleisch von Tschagguns, das Klassensystem aufzulassen und nur mehr einen allgemeinen Vorgang ohne Berücksichtigung der Lage einzuschlagen. Dem widerspricht Herr Gemeindevorsteher von Vandans und macht geltend, dass in gewissen Lagen und unter gewissen Verhältnissen eine Ausnahme gemacht werden muß. Hierauf wird eine Einigung auf Beibehaltung, bezw. Einführung von 2 Klassen erzielt und der neue Stockgeldtarif konstituiert und einmütig aufgestellt ein entsprechendes Verzeichnis, welches in Abschrift an sämtliche Herren Gemeindevorsteher und Waldaufseher zur Handhabung und Darnachachtung auszufolgen ist. Der neue Stockgeldtarif tritt mit 1. Jänner 1920[?] in Kraft und hat dementsprechend gehandhabt zu werden. Eine eventuelle Zuweisung von Abgangsholz und eine diesbezügliche Bewertung desselben wird dem Forstpersonale anheimgestellt, doch hat sich dasselbe stets im Rahmen der forstpolizeilichen Bestimmungen zu halten. 3.) Mit Erhebungen über Rückversicherungsmöglichkeiten für die Montafoner Brandassekuranz betraut, hat Herr Wilhelm Mayer von Schruns sich eingehend informiert und zur Aufklärung im Gegenstande wurde derselbe gebeten, zur heutigen Sitzung erscheinen zu wollen. Bevor jedoch Herr Mayer auf das Referat seiner diesbezüglichen Erhebungen eingeht, erstattet er vorausgehend über die heutigen Vermögensverhältnisse der Montafoner Brandassekuranz im Allgemeinen nachstehenden Bericht: Der Reservefond der Anstalt betrug Ende 1918 .... Kr. 511115.80 In den letzten 5 Jahren, 1914 - 1918 betrugen die Einnahmen für Prämien zus. Kr. 49581,31 Einnahmen für Erhöhungen zus. Kr. 10622,42 Einnahmen für Zinsen zus. Kr. 91360,22 _____________ Gesamteinnahmen für 5 Jahre a Kr. 30313,39 ist Kr. 151566,95 Die Ausgaben für Brandschäden Kr. 24824,15 Die Ausgaben für Verwaltungskosten und Steuern Kr. 23260,13 _____________ Gesamtausgaben für 5 Jahre a Kr. 9616,85 ist Kr. 48084,28 [-2-] Wie aus Vorstehendem zu ersehen ist, machten in zitiertem Zeitabschnitte die Einnahmen pro Jahr ......... Kr. 30313,38 aus Nach Abzug der Ausgaben per ................... Kr. 9616,85 ____________ verbleiben durchschnittlich pro Jahr Überschuss Kr. 20696,53 Aus dieser Aufstellung ergibt sich das gewiss größte Bedenken erweckende Bild, welche Schaden unter den heutigen Verhältnissen im Falle eines Brandunglückes Deckung finden können. Heute kostet jedes einfache Bauernhaus, selbst wenn das Holz unter den üblichen Bedingungen vom Stande beigestellt wird, mindestens Kr. 200000. Versichert sind derartige Objekte durchschnittlich mit 10 bis 20000 Kr. sodass in den meisten Fällen der gegenwärtige Versicherungsbetrag zur Räumung der Brandstätte kaum hinreichen würde. Hiezu würde in den weitaus meisten Fällen noch der Verlust der Haus- und Kücheneinrichtung, Kleider, Wäsche und Betten, dann Speise- und Futtervorräte etc. kommen, welche Einrichtungen und Vorräte selbst in einem kleinen einfachen Haushalte unter den jetzigen Verhältnissen mit 150 bis 200000 Kronen bewertet werden können. Angenommen der Versicherte sei heute finanziell besser gestellt wie früher, wird das vorhandene Bargeld kaum in einem Falle ausreichen, die verbrannten Gebäude wieder zu erstellen und das bewegliche Vermögen zu beschaffen. Eine gänzliche Verarmung steht daher gegebenen Falles zu befürchten und ist die Bevölkerung mit allen Mitteln auf diese Gefahr aufmerksam zu machen, um einer katastrophalen Verelendung noch rechtzeitig vorzubeugen. Zu diesem Zwecke muß die ganze bisherige Gebarung und Verwaltung der Montafoner Brandassekuranz einer gründlichen Änderung und Verbesserung unterzogen und die einschlägigen Statuten entsprechend umgearbeitet werden. Nur auf diese Weise kann ein Schutz vor größtem Schaden ermöglicht werden und ist das Institut imstande, diesen Schutz in einer Weise zu bieten wie ihn die heutigen Zeitverhältnisse und Anforderungen erheischen. Heute ist dies nicht der Fall, da eine Entschädigung des Versicherten im Verhältnisse zum Schaden beinahe Null ist. Es ist ganz selbstverständlich, dass eine höhere Versicherung mit erhöhten Auslagen verbunden ist, in Anbetracht jedoch des Umstandes, dass alles das 20, ja 100fache und noch mehr kostet, warum soll nicht dementsprechend auch eine höhere Versicherungsprämie bezahlt werden können, um auf diese Weise die Möglichkeit zu erlangen, im Falle eines Brandunglückes in die Lage zu kommen, den entstandenen Schaden tunlichst ausgleichen zu können. Im Anbetracht der geschilderten Mißstände wünscht daher Referent, dass sowohl Mobilien wie Immobilien zum Wiederherstellungspreise abzüglich 1/4tel am Versicherungsbetrage in die Brandschadenversicherungsanstalt aufgenommen werden können und dass zu diesem Zwecke eine entsprechende Umgestaltung dieses Instituts vorgenommen werde. Von einer Beitrittsgebühr sollte in Hinkunft abgesehen und dementsprechend die Prämien erhöht werden, da durch erstere Gebühren der Beitritt, bezw. Erhöhungen erschwert, ja mehrfach verhindert wird. Nach Erstattung dieses Vorberichtes geht Referent auf die geplante Rückversicherung über und erstattet folgende Mitteilungen: Eine Rückversicherung für Bauobjekte sollte mit der Feuergefährlichkeit des Gebäudes in Einklang gebracht werden. Nach den bisherigen Erhebungen könnte eine Rückversicherung mit der Versicherungsgesellschaft "ELEMENTAR" auf Grund eines vorliegenden Antrages eingeleitet und durchgeführt werden. Als Gegenleistung würde diese Gesellschaft, wenn sie 50% zur Rückversicherung übernimmt, 50% der Prämien verlangen. Eine Behebung der gerügten Mißstände, dann die Durchführung der Rückversicherung erfordert selbstverständlich eine gründliche Umgestaltung der bisherigen Geschäftsführung, welche nur durch einen Fachmann der Versicherungsbranche durchgeführt werden könnte. Ein solcher müßte die Einführung in die diesbezüglichen Agenden vornehmen. In Zukunft wäre die Geschäftsführung einem eigenen Beamten zu übertragen, welcher sich ausschließlich nur diesen Angelegenheiten zu widmen hätte. Die damit verbundenen Kosten würden aus den Einnahmen ihre Deckung finden, was umso leichter erfolgen könnte, wenn durch die entsprechenden Erhöhungen diese Einnahmen um das Vielfache gesteigert würden. Bei dieser Umgestaltung handelt es sich weniger um einen Gewinn für die Anstalt als wie um das beruhigende Gefühl unter der Bevölkerung, vor Brandschäden versichert zu sein und ist der Gewinn hauptsächlich darin zu suchen und zu finden, dass die Bevölkerung den heutigen Verhältnissen entsprechend versichern kann und für diese Versicherung geringere Prämien bezahlt als solche von einer fremden Versicherungsgesellschaft angefordert werden. Dieser Vorteil besteht hauptsächlich für Holzbauten und Bauten gemischter Bauart. [-3-] Vorstehende Ausführungen wurden zur Kenntnis genommen und einstimmig beschlossen, für deren Realisierung mit allem Nachdrucke einzustehen. Unter einem wurde beschlossen, betreff Einführung einer Rückversicherung, Aufhebung der Beitrittsgebühren und Erhöhung der Versicherungsprämien sowie Zulassung zu der durch Herrn Mayer skizzierten Höchstversicherung, die Gutachten der Gemeindeausschüsse aller 10 Talgemeinden einzuholen. 4.) Ein Ansuchen des Marlin Herman Josef, Bauer in St. Gallenkirch, um die Bewilligung zum Umtausche seiner Waldparzelle Nr. 1715 gegen die Waldparzelle 1057 des Standes Montafon wurde dahin entschieden, dass vor Eingehung in die diesbezügliche Behandlung der Sachverhalt kommissionell festzustellen ist. Als Kommissionsmitglieder werden bestimmt die Herren Gemeindevertreter Flöry von Gaschurn, Waldaufseher Fleisch Adolf von Schruns und Josef Andreas Mangard von St. Gallenkirch als Sachverständiger. Die Kommissionskosten sind vom Gesuchsteller zu tragen und ist derselbe vorerst anzufragen, ob er in dieser Weise auf der Austragung seines Ansuchens besteht. 5.) Der Netzer Anna Maria, Bäuerin in St. Gallenkirch, wird über Ansuchen die Bewilligung erteilt, bei ihrem Stallbaue das zum Baue des Sockels benötigte Bauholz gegen Zement umtauschen zu dürfen. Das Quantum des Tauschholzes darf jedoch nicht größer sein als dasselbe zur Ausführung des Sockelbaues benötigt würde. Die richtige Durchführung dieser Bewilligung ist vom Waldaufseher Gavanesch Michael zu überwachen. 6.) Zufolge eines Ansuchens des Herrn Postmeister Barbisch Josef von St. Gallenkirch um Beistellung von Telefonstangen für die Leitung nach Gargellen wird beschlossen, aus Abgangsholz derartige Stangen im Regiewege aufzuarbeiten und bereitzuhalten und dieselben im Bedarfsfalle zum Preise unter Einrechnung der Selbstkosten zu verkaufen. Mit der Durchführung dieser Verfügung wird der Waldaufseher Herr Zugg Albert betraut. 7.) Der Gemeinde Vandans wird über Ansuchen die Bewilligung erteilt, die zur Erstellung einer Elektrizitätsleitung erforderlichen Masten aus der Rotunder Standeswaldung gegen Bezahlung von Kr. 150 per F.M. zu beziehen. 8.) Die Behandlung der Anzeige des Waldaufsehers Herr Christian Vallaster in Bartholomäberg über unbefugten Holzbezug der Alpe Itons aus Standeswaldungen wird bis auf weiteres vertagt. 9.) Einem Ansuchen der Strassenkonkurrenz Bludenz - Partenen um Überlassung des erforderlichen Schindelholzes zur Eindeckung der inneren Lorünser Straße, sowie des nötigen Bauholzes wird Folge gegeben und sind für Schindelholz 500 Kr. per F.M. und für Bauholz 400 Kr. per FM. zu berechnen. 10.) Der Bericht der Bezirkshauptmannschaft Bludenz vom 23.9.1920 Zl. 449 F. betreffend Brennholzbezüge aus Standeswaldungen in Gaschurn, sowie Aufstellung eines Wirtschaftsplanes wird zur Kenntnis gebracht und beschlossen, behufs Konstatierung der diesbezüglichen Verhältnisse eine Kommission bestehend aus den Herren Waldaufseher Adolf und Wilhelm Fleisch und je einem Herrn Vertreter der Gemeinde Schruns und Tschagguns zu bestimmen. 11.) Der Bezug von 8 Stück Windwürfen aus dem Röbitobel durch Hermann Thöny aus St. Gallenkirch wird bewilligt. 12.) Eine weitere Behandlung der Gipsbruchangelegenheit der Herrn Battlogg in St. Gallenkirch wird bewilligt. 13.) Ein Ansuchen des Netzer Anton von Gaschurn um die Bewilligung, die harte Bedachung seines Wohnhauses wieder durch Schindeln zu ersetzen und das erforderliche Holz aus Standeswaldungen beziehen zu dürfen, wird, um der Schaffung eines Präjudizfalles vorzubeugen, abgewiesen. Schindelholzbeschaffung gegen 500 K pr. Fm. wird zugestanden. 14.) Dem Mangeng Jakob, Bauer in Bartholomäberg, wird über Ansuchen die Bewilligung erteilt, Deuchellatten aus Standeswald gegen einen Kaufpreis von Kr. 300 per F.M. zu beziehen. 15.) Herr Gemeindevorsteher und Standesvertreter von Tschagguns J.G. Jochum referiert über die mit Herrn Landesforstinstpektor Henrich gepflogenen Unterhaltungen über Ausarbeitung eines Wirtschaftsplanes zum Zwecke der Aufteilung der Standeswälder unter die 8 Gemeinden Montafons und stellt den Antrag, den Herrn Landesforstinspektor Henrich zu ersuchen, zur Ausarbeitung eines Wirtschaftsplanes sowie zum Entwurfe eines Planes für Aufteilung der Standeswaldungen unter die 8 Standesgemeinden des Tales Montafon die erforderlichen Schritte sofort einzuleiten und durchzuführen. [-3-] 16.) Dem Scheibenstock Eduard, derzeit in Brunnenfeld und zuständig nach Silbertal, wird der Bezug eines Brennholzloses aus Standeswaldungen in St. Anton begutachtet und zwar aus Rücksicht auf dessen ganz arme Vermögens- und Erwerbsverhältnisse. [Unterschrift der Standesvertreter]
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19201002_SV StandMontafon 1920-10-02 -1- Niederschrift -o-o-o-o-o-oaufgenommen in der Kanzlei der Marktgemeindevorstehung Schruns am Donnerstag den 2.Oktober 1920 unter dem Vorsitze des Herrn Standesrepräsentanten Franz Wachter. -o-o-o-o-o-o-o Mit Einladung vom 30.September 1930 Zl.258/5-St. wurde auf heute Donnerstag den 2. Oktober 1930,vormittags 9 Uhr eine Standesvertretungssitzung anberaumt, zu welcher erschienen sind sämtliche Herren GemeindeVorsteher als Standesvertreter des Tales Montafon. Als Vertreter der Gemeinde Lorüns erscheint Herr Gemeinderat Lehrer Grass, Nach Eröffnung der Sitzung und dem Erklären der Beschlussfähigkeit durch den Herrn Vorsitzenden wird das Protokoll der letzten Sitzung vom 13.September 1930 in Vorlage gebracht. Die Genehmigung erfolgt ohne vorherige Verlesung, da jede Gemeinde bereits mit je einer Abschrift zum Zwecke der ortsüblichen Verlautbarung beteilt wurde und daher die Herren Standesvertreter vom Inhalte desselben in Kenntnis sind, Einwendungen wurden keine erhoben. Es wird sodann in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen und werden gefasst folgende Beschlüsse: -o-o-o-o-o1. Vom Herrn Vorsitzenden werden die Berichte der einzelnen Gemeinden über die Stellungnahme der Gemeindevertretungen zur Schaffung eines Gemeindeblattes für das Tal bezw. den Gerichtsbezirk Montafon zur Kenntnis gebracht. Zu den einzelnen Berichten und Vorschlägen wird eingehend Stellung genommen. An den Verhandlungen nimmt das vorbereitende Komitee von Schruns, bestehend aus den Herren Kaufmann Ernst Steu und Gemeinderat Heinrich Daieng, in maßgebender Weise teil.Festzustellen ist, dass a) die Gemeinden Lorüns und Stallehr infolge ihrer territorialen Lage und ihrer hauptsächlichen Wirtschaftsbeziehungen zu Bludenz auf Grund der abgegebenen Erklärungen nicht als statutarische Mitglieder des Montafoner Gemeindeblattes sich beteiligen, das selbe aber und dessen Verbreitung wohlwollend unterstützen und fördern werden. b) dass die Gemeinde Bartholomäberg auf Grund des Gemeinde Vertretungsbeschlusses vom 21. September 1930 bezw. des diesbezüglichen Berichtes sich dem Unternehmen fernhält und die Statuten nicht anerkennt. c) Die übrigen Gemeinden Montafons sind mit der Schaffung des Blattes einverstanden und die anwesenden Vertreter auf Grund der Gemeindevertretungsbeschlüsse bevollmächtigt, ihre bindende Zustimmung zur Gründung des Blattes abzugeben, in welchem Sinne hiemit Beschluss gefasst wird, d) In Abänderung des § 3,Abs.2 wird beschlossen, in den engeren Verwaltungsausschuss einen Vertreter des Standes zu entsenden, der aus der Gemeinde Tschagguns delegiert wird, um jederzeit berufen werden zu können. Diesen Vertreter zu bestimmen wird dem Herrn Gemeindevorsteher von Tschagguns überlassen. e) Auf Grund der vorliegenden Offerte wird beschlossen, die Druckarbeiten der Fa.L. Sausgrubers Nachfolger Feldkirch zu übertragen. Zum Abschluss des diesbezüglichen Vertrages wird der engere Verwaltungsausschuss bevollmächtigt. Als Zeichnungsberechtigter für den ganzen Geschäftsverkehr dieses Ausschusses Fungiert der jeweilige Bürgermeister von Schruns. f) Die Bezugsgebühr für das Blatt wird für das Vierteljahr mit S 1,20 bei Abholen aus den Depotstellen und mit S 2.20 bei Postzustellung festgesetzt. Inserate kosten per Petitzeile(Kleindruckzeile) 18 g. g) Der Anbringung des Standeswappens auf dem Gemeindeblatte wird zugestimmt. h) Festsetzung der Reihenfolge der Einschaltungen; Die Manuskripte der übergeordneten Behörden haben rangmässig eingeordnet zu werden. Die Reihenfolge der Einschaltungen der Talgemeinden richtet sich nach der Einwohnerzahl (Antrag Fritz). -2- i) Das Verwaltungsjahr hat mit dem Kalenderjahre zu beginnen und zu enden. Die Versicherung der Standesvertreter, die Einführung des Blattes und dessen Bestand tatkräftigst zu unterstützen und zu fördern, mit dem üblichen Verlautbarungssystem aufzuhören, bezw. dasselbe auf das unumgänglich notwendigste zu beschränken und in die durch die geänderten Verhältnisse notwendig gewordene Neuerung Vertrauen zu setzen, wird festgehalten und begrüsst. Somit ist die Schaffung des Montafoner Gemeindeblattes endgültig beschlossen und die Gründung des für das ganze Tal unerlässlich notwendigen Unternehmens durchgeführt. 2.) Dem Ansuchen des Emeran Rudigier/Gaschurn um Freigabe der beschlagnahmten Nutzholzmenge von 75 fm wird, nachdem die Forstbehörde die Beschlagnahme aufgehoben hat, unter folgenden Bedingungen Folge gegeben; Für dieses Holz ist das tarifmässig festgesetzte Stockgeld zu bezahlen. Ferner hat Rudigier die aus dem Anlasse der Holzbeschlagnahme erwachsenen Unkosten jeder Art zur Zählung zu übernehmen, 3.)Dem Ansuchen der Alpverwaltung Horn/Tschagguns um Bewilligung von 129 fm Nutzholz zum Wiederaufbaue der abgebrannten Alpgebäude wird unter nachfolgenden Bedingungen Folge gegeben; Für jene Holzmenge, die die Alpverwaltung zum Wiederaufbaue der bezugsberechtigten Gebäude benötigt, ist das tarifmässige Stockgeld zu bezahlen. Die Holzmenge, welche über das bezugsberechtigte Quantum hinaus in Verwendung gezogen wird, ist mit dem ordentlichen Kaufpreise zu vergüten. 4.) Dem Köberle Albert/Bartholomäberg wird über sein Ansuchen die Bewilligung erteilt, aus Silbertaler Standeswaldung eine Zirbel (Rona) gegen Leistung des Kaufpreises, dessen Höhe der Forstwart zu bestimmen hat, beziehen zu können. 5.) Das Holzansuchen der Alpe Salonie/Vandans (Gde. Bürs) um Bezugsbewilligung für ca. 200 fm Nutzholz zum Alpstallbau wird nach längerer Beratung nochmals vertagt. Standesrepräsentanz für Montafon Schruns, am 4. Oktober 1930 Der Standesrepräsentant:
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19200723_SV StandMontafon 1920-07-23 [-1-] Protokoll aufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 23. Juli 1920 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter Zufolge Einladung sind zur heutigen Standesausschußsitzung erschienen sämtliche Herren Standesvertreter und wird nach Eröffnung der Sitzung durch den Vorsitzenden das Protokoll der letzten Versammlung zur Verlesung gebracht, welches vollinhaltlich genehmigt wird. Hierauf wird in die Beratung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen und werden gefasst nachstehende Beschlüsse 1.) Die zufolge Ausschreibung eingelangten Anbote auf Erweiterung des im Vermiltobel lagernden Abgangsholzes sowie einer Anzahl Randbäume werden zur Kenntnis gebracht und das Höchstoffert des Herrn Franz Galehr, Sägewerkbesitzer in Schruns, mit K 62.000 angenommen. Das Offert erstreckt sich auf 150 F.M. Nutz- & 300 F.M. Brennholz. Außer dem vorhandenen Abgangsholze und der zum Schlage in Aussicht genommenen Randschichten darf kein Holz abgegeben bezw. bezogen werden, wenn auch vorbezeichnete Menge nicht erreicht werden sollte, in welchem Falle das Pauschalangebot entsprechend reduziert werden müßte. Das abzugebende Holz wurde von den Herren Gemeindevorsteher Düngler und den Waldaufsehern Fleisch Adolf und Zugg Albert im Beisein des Herrn Franz Galehr, Bauunternehmer und Sägewerksbesitzer, bezeichnet und in Vormerkung genommen. 2.) Ein Ansuchen des Herrn Josef Marlin, Bauer in St. Gallenkirch, um Bezugsbewilligung von 6 leichten Baustämmen zum Baue einer Heubarge ist abweislich zu bescheiden, da bereits eine neue Barge erstellt und eine andere Barge repariert wurde und sonst kein Bergmahd in Betracht kommt, für welches eine Heubarge notwendig wäre. 3.) Anläßlich der Neuvermietung der Gendarmeriekaserne wird beschlossen, in Anbetracht der enormen Steuerzuwächse sowie der ganz bedeutend anwachsenden Erhaltungskosten den Mietzins um 100% zu erhöhen. 4.) Das Sprunggeld auf der Alpe Valisera ist mit Kr. 5.- zu berechnen. 5.) Da das Ansuchen des Herrn Marlin Ludwig, Bauer St. Gallenkirch, zum Holzbezugsbewilligung aus Standeswaldung von der Bezirkshauptmannschaft Bludenz abgewiesen wurde, entfällt eine diesbezügliche Stockgeldrechnung. 6.) Bezüglich des Bezuges von Masten aus Standeswaldungen zu einer elektrischen Leitung in Vens, Gemeinde Vandans, wird der Beschluss vom 16. Februar 1920 aufrechterhalten. 7.) Dem Herrn Juen Johann, Bauer, St. Gallenkirch, ist der Bezug von Sammelholz aus Standeswald mit Kr. 10.- per R.M. zu berechnen. 8.) Der Gemeinde St. Gallenkirch wird der Bezug eines Sagstammes und das erforderliche Brennholz zum Kalkbrennen im Gargellentale bewilligt. Der Bedarf ist aus Abgangsholz zu decken und kann, soweit Windwürfe-, Schneedruck- u. Lawinenholz reicht, unentgeltlich bezogen werden, während für gefälltes Holz per R.M. Kr. 10.- zu vergüten sind. 9.) Über Ansuchen der Sektion Vorarlberg wurde derselben der Bezug von 3 Schindelstämmen für die Tilisunahütte bewilligt und zwar zum Preise von Kr. 30.- per F.M. am Stock. 10.) Dem Christian Lorenzin von St. Gallenkirch wird als Ersatz für beschlagnahmte Säghölzer der Bezug eines Sagstammes unter der Voraussetzung genehmigt, dass von der Bezirkshauptmannschaft Bludenz die Bewilligung hiezu erteilt wird. 11.) Den Maisäßinteressenten von Tanafreida, vertreten durch Herrn Netzer Valentin, Bauer in St. Gallenkirch, wird die Bewilligung erteilt, aus aufgearbeitetem Windwurf- u. Schneedruckholz ungefähr 5 R.M. Brennholz und ca. 4 F.M. Sägholz verkaufen zu dürfen. 12.) Ein Ansuchen des Finanzwachpostens St. Gallenkirch um Bewilligung von 8 R.M. Brennholz aus Standeswaldungen wurde mit dem Hinweise auf die Verfügung der Bezirkshauptmannschaft Bludenz, wonach aus Rücksicht auf die Erschöpfung des Jahresetates keine derartigen Brennholzanweisungen mehr erfolgen können, abgewiesen. [-2-] 13.) Ein Entscheid der Bezirkshauptmannschaft Bludenz, wornach das dem Jagpächter Herrn Hoffmann zu Bauzwecken bewilligte Nutzholz in erster Linie zur Deckung des Bedarfes Holzbezugsberechtigter der Gemeinde Vandans zu verwenden wäre, wurde zur Kenntnis gebracht. Herr Gemeindevorsteher Bitschnau erklärte, dass eine solche Verwendung in Anbetracht der außerordentlichen Transporterschwernisse ausgeschlossen sei. Hierauf wurde beschlossen eine weitere allfällige Intervention dem Holzbezugswerber selbst zu überlassen. 14.) Behufs Anstellung eines Forsttechnikers für den Stand Montafon werden die einschlägigen Beschlüsse der Standesgemeinden zur Verlesung gebracht, auf Grund welcher beschlossen wird, zur Durchführung und Regelung dieser Angelegenheit ein Komite zu wählen, bestehend aus den Herren Gemeindevorsteher J. G. Jochum, Tschagguns, Anton Fritz, Silbertal, und Franz Josef Bitschnau von Vandans. Die Ausschreibung der Stelle ist ehestens einzuleiten mit der Weisung, die Gehaltsansprüche namhaft zu machen. Auch ist an kompetenter Stelle die Bewilligung zur Verwirklichung dieser Handlung einzuholen, wobei in Anbetracht der Allgemeinbedeutung des Unternehmens auch der Versuch auf Erlangung einer staatlichen Subvention zu machen ist. 15.) Der Vorschlag der Bezirkshauptmannschaft Bludenz über die Besoldung der Waldauseher im Tale Montafon wird zur Kenntnis gebracht und einstimmig genehmigt. 16.) Über Ansuchen des Herrn Veterinärrates Albrich wird demselben eine 100%ige Erhöhung seines Wartgeldes zuerkannt. 17.) Auf ein Ansuchen des Herrn Gavanesch Michael von St. Gallenkirch um Anstellung als Standeswaldaufseher wird als verfrüht nicht eingegangen. 18.) Ein Ansuchen der Gemeinde Stallehr um Erlangung einer Haltestelle beim Zementwerke Lorüns ist tatkräftigst zu unterstützen und zu fördern und in diesem Sinne an den p.t. Verwaltungsrat der Montafoner Bahn zu leiten. 19.) Dem Herrn Josef Düngler, St. Gallenkirch, ist über Ansuchen die Bezugsbewilligung eines Schindelstammes aus Standeswaldungen zu begutachten und hat derselbe per F.M. Kr. 30.- zu bezahlen. Die Fällungsbewilligung ist bei der Bezirkshauptmannschaft Bludenz einzuholen. 20.) Ein Ansuchen des Herrn Rudigier Kristian, Verwalter des Hotels "Madrisa" im Gargellentale um Bezugsbewilligung um 80 R.M. Brennholz wird einstweilen vertagt, da noch frühere Differenzen zu regeln und auszutragen sind. [Unterschrift der Standesvertreter]
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19200522_SV StandMontafon 1920-05-22 [-1-] Zl. 426 Protokoll aufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 22. Mai 1920 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten. Franz Wachter Mit Einladung vom 17. Mai 1920 Zl. 394 wurde auf den heutigen Tag eine Standesausschußsitzung anberaumt, zu welcher erschienen sind sämtliche Herrn Standesvertreter. Nach Eröffnung der Versammlung und dem Erklären der Beschlussfähigkeit durch den Vorsitzenden wird das Protokoll der letzten Sitzung zur Verlesung gebracht und einstimmig genehmigt. Hierauf wird in die Beratung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen und werden gefasst nachstehende Beschlüsse 1.) Über die Art und Weise der Brennholzbezüge entwickelt sich eine lebhafte Debatte. Herr Gemeindevorsteher Düngler von St. Gallenkirch setzt sich für den Standpunkt ein, dass es jederzeit Holzbezugsberechtigten überlassen sein soll, den Bezug seines Loses selbst durchzuführen. Ein Grossteil der Standesvertreter betont die Zweckmässigkeit der Aufarbeitung im Regiewege, da nur auf diese Weise eine Ordnung in den Standeswäldern geschaffen werden könne. Auf letzteren Standpunkt stellt sich auch Herr Standesrepräsentant Franz Wachter, empfiehlt im Gegenstande ein möglichst einheitliches Vorgehen und macht den Vorschlag, sich diesbezüglich an die Weisungen und Verfügungen der Forstinspektion in Bludenz zu halten, welcher Antrag zum Schlusse gutgeheißen und genehmigt wird. 2.) Betreffs Anstellung eines Forsttechnikers und Aufstellung eines Wirtschaftsplanes wird beschlossen (für die Standeswaldungen), im Gegenstande ein Gutachten der Gemeindevertretungen einzuholen und eine diesbezügliche Beratung und Beschlussfassung einstweilen zu vertagen. 3.) Das Abgangsholz im sogenannten Schnapfenwalde im Gargellentale ist zweckentsprechend zu verwerten. Die diesbezüglichen Arbeiten sind im Regiewege durchzuführen und wird Herr Waldaufseher Zugg in St. Gallenkirch hiemit betraut, aus den gewonnenen Holzvorräten sind in erster Linie die Holzbezugsberechtigten im Gargellentale zu beteilen. 4.) Das dem Verderben ausgesetzte Abgangsholz im Vermiltobel, Gemeinde St. Gallenkirch, ist zum Brennen von Holzkohle zu verwenden und ist diese Verwendung im Offertwege zu vergeben. 5.) Ein Ansuchen des Johann Josef Mangeng, Bauer, St. Gallenkirch, um Bezugsbewilligung eines Sagstammes aus Standeswaldungen in St. Gallenkirch zu einem Brückenbaue auf seinem Maisäße auf Vergalden ist zu begutachten. 6.) Über ein Ansuchen der Witwe Regina Walser, Bäuerin in St. Gallenkirch, um Ersatzleitung für eine aus ihrer Eigentumswaldung zu Standeszwecken beigestellte Tanne sind Erhebungen zu pflegen. 7.) Eine Beteilung des Gendarmeriepostenkommandanten Kaspar Glanzel in St. Gallenkirch um Brennholz, wird der Gemeinde St. Gallenkirch anheimgestellt. 8.) Ein Ansuchen des Josef Bernhard Stocker, St. Gallenkirch, um Bezugsbewilligung von 12 leichten Baustämmen und leichte Schindelstämme aus Standeswaldungen zu einem Neubaue einer Heubarge ist mit dem Antrage der Bezirkshauptmannschaft Bludenz in Vorlage zu bringen, nur den Bezug von 6 Baustämmen und 1 Schindelstamme bewilligen zu wollen. 9.) Ein Ansuchen des Josef Bernhard Stocker, St. Gallenkirch, um Bezugsbewilligung von 15 schweren Baustämmen und 2 Schindelstämmen zum Wiederaufbau eines Stalles ist unter der Bedingung zu begutachten, dass die berechnete Holzmenge von 30 F.M. auf 18 F.M. reduziert werde. 10.) Das Ansuchen des Marlin Ludwig, Bauer, St. Gallenkirch, um Bezugsbewilligung von 7 Sag- und 8 leichten Baustämmen aus Standeswaldungen ist dem Bittsteller mit der Weisung zurückzustellen, den Bedarf nachzuweisen. 11.) Das Ansuchen des Brugger Bernhard, Bauer, St. Gallenkirch, um Bezugsbewilligung eines Sagstammes und eines 1/2 Brennloses aus Standeswaldungen ist abweislich zu bescheiden, da die diesbezüglichen Angaben nicht erwiesen erscheinen. 12.) Das Ansuchen der Finanzwachkommissäre Morscher Mathies und Silber Johann in St. Gallenkirch um Brennholzbewilligung aus Standeswaldungen sind zurückzuweisen, da ein diesbezüglicher Holzbezug bereits stattgefunden hat. 13.) Dem Finanzwache-Kommissär Stöger Robert, sowie den FinanzwacheAufsehern Wilhelm Heinzle und Emil Bolter, St. Gallenkirch, kann über Ansuchen die Verabfolgung von je 4 R.M. Brennholz, also zusätzlich 8 R.M. begutachtet werden. [-2-] 14.) Das Ansuchen des Waldaufsehers Adolf Fleisch um Gehaltsaufbesserung wird bis zur diesbezüglichen allgemeinen Regulierung vertagt. 15.) Aus dem Erlös für beschlagnahmtes Holz per Kr. 1000.- kann der Parzelle Latschau, Gemeinde Tschagguns, die Hälfte zu Wegbauten ausgefolgt werden. 16.) Dem Forstwarte Engelbert Maier, Vandans, ist für Beistellung eines Stückes Ackerland zu einem Pflanzgarten ein Jahrespachtschilling von Kr. 50.- zu bezahlen. 17.) In Brandschaden-Rückversicherungs-Angelegenheiten sind genauere Erhebungen zu pflegen und das Resultat bei der nächsten Sitzung bekanntzugeben. 18.) Eine Beratung über die Stellungnahme behufs Nutzungsunterschied der Standesbürger gegenüber den Gemeindeangehörigen wird vertagt. 19.) Zur Bestreitung der Standesverwaltungskosten für die Angestellten wird ein Beitrag von jährlich Kr. 10000.- bewilligt. 20.) Den Erben nach Loretz Kristian, Bauer in Silbertal, ist ein Ansuchen um Bezugsbewilligung von 3 Baustämmen und einem Schindelstamme aus Standeswaldungen zur Herstellung eines Geißschermes zu begutachten. [Unterschrift der Standesvertreter]
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