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19250620_SV StandMontafon 1925-06-20 [-1-] Zl. 457/St. Protokoll -o-o-o-oaufgenommen In der Gemeindekanzlei zu Schruns am 20. Juni 1925 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter o-o-o-o-o-o-o Mit Einladung vom 17. Juni 1925 Zl. 438/St. wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesausschußsitzung anberaumt, zu weicher erschienen sind 7 Standesvertreter, bezw. Ersatzmänner. Nach Eröffnung der Sitzung durch den Standesrepräsentanten und dem Erklären der Beschlussfähigkeit wird das Protokoll der letzten Sitzung in Vorlage gebracht. Die Genehmigung und Fertigung erfolgt ohne vorherige Verlesung, da jede Gemeinde bereits mit je einer Abschrift behufs ortsüblicher Verlautbarung beteilt wurde, daher die Herren Gemeinde-Vorsteher, bezw. Standesvertreter von dessen Inhalt in Kenntnis gesetzt sind und keine Einwendungen erhoben werden. Hierauf wird in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen und werden gefasst nachstehende Beschlüsse: -o-o-o-o-o- 1.)Die Rechnungen des Standes und Forstfondes Montafon, sowie der Montafoner Brandassekuranz pro 1924 werden in Vorlage und zur Verlesung gebracht und genehmigend zur Kenntnis genommen. Es wird einstimmig beschlossen, für den Forstfond Montafon pro 1925 eine Voreinzahlung in der Höhe der vorjährigen Stockgeldbetreffnisse auszuschreiben und wird deren Einhebung in 2 Raten und zwar auf 15. Juli und 1. Novem. 1925 festgesetzt. Bei Nichteinhaltung der festgesetzten Termine sind die gesetzlichen Verzugszinsen zu entrichten. Zur Erleichterung der Geldgebarung ist der bei der hiesigen Sparkasse erwirkte und kompetenten Ortes genehmigte Kredit von 100 Millionen Kronen auf das Doppelte zu erhöhen und hiezu die vorgeschriebene Genehmigung einzuholen. Die erforderlichen Kreditansprüche sind durch die Einlaufe aus der Voreinzahlung tunlichst schnell zu decken. 3.) Der Berufung des Herrn Vallaster Franz Xaver, Bauer in Bartholomäberg, gegen die Reduzierung seiner BrandassekuranzVersicherung wird Folge gegeben und die angestrebte Versicherungshöhe genehmigt. 4.) Im gleichen Sinne wird auch ein Ansuchen des Herrn Köberle Johann Josef, Bauer von Bartholomäberg, erledigt, und die Höhe der beantragten Brandschadenversicherung genehmigt. 5.) Ein Ansuchen des Finanzwachpostens Gargellen um Überlassung eines Schindelstammes zur Bedachung einer Unterstandshütte in Valzifens wird unter der Bedingung bewilligt, dass für das obezogene Holz der ortsübliche Tagespreis bezahlt wird. 6.) Das Ansuchen des Wittwer Rudolf von Gaschurn um Intervention behufs Übertragung des Waldaufsichtsdienstes im Gebiete der Gemeindeparzelle Partenen wird eingehend beraten und bestimmt, dass, solange Sanderell Franz seinen Dienst als Waldaufsichtsorgan in Gaschurn versieht, von der Systemisierung einer zweiten Waldaufseherstelle Umgang genommen wird. In Anbetracht des ausgedehnten, schwer zu überwachenden Aufsichtsgebietes und der nun folgenden Bauperiode der Illwerke wird beschlossen, den Waldaufsichtsdienst durch Wittwer Rudolf provisorisch zu konstituieren und für seine Dienstleistungen eine Vergütung in der Höhe der bewilligten Stundenentlohnung zu gewähren. [-2-] Herr Standesrepräsentant referiert über die Verwertung von Abgangholz aller Art in Bartholomäberger Standeswaldungen und werden die diesbezüglichen bisher getroffenen Vorkehrungen vollkommen gutgeheissen und genehmigt. Mit Rücksicht auf die in den letzten Jahren in den Bartholomäberger Standeswaldungen vorgekommenen grossen Überschreitungen des festgesetzten Jahreshiebsatzes wird beschlossen, das in Eigenregie des Standes aufgerüstete Nutz- und Brennholz für die Eingeforstetenbezüge 1925 auszugeben. Sollte durch dieses Holz volle Deckung gefunden werden, ist kein anderes Holz mehr für Eingeforstetenzwecke anzuzeigen und zu fällen. Sollte Überschuss vorhanden sein, kann aus diesem Regieholze auch für die Jahre 1926 und 1927 auf Rechnung 3er Jahresbezüge die entfallenden Betreffnisse ausgegeben werden. 8.) Behufs Regelung der Besitzverhältnisse in Forner Standeswaldungen zwischen Forstfond Montafon und dem Gampadelswerke wird ein Komitee gewählt, bestehend aus den Herren J. G. Jochum, Gemeindevorsteher und Herrn Ludwig Marent, Gemeinderat in Tschagguns. Das Ergebnis der gepflogenen Verhandlungen ist dem Standesausschusse zur Genehmigung vorzulegen. 9.) Herr Vonier Anton, Bauer und Hüttenwirt in Schruns, stellt das Ansuchen um Überlassung eines Bauplatzes aus der Standeswaldparzelle Nr. 1442, Steuerdistrikt Silbertal in der Nähe des Litzbaches zwischen Alpe Ronen und Alpe Gaflunen auf dem sogenannten "Moos". Im Prinzipe stellt sich der Bewilligung kein Hindernis in den weg und wird sogar auf kostenlose Überlassung eines 200 m2 grossen Platzes plädiert, doch wird gegebenen Falles die Bedingung gestellt, dass im Falle der Eingehung der Hütte oder Aufhebung derselben das Eigentumsrecht an dem Forstfond zurückfällt. Zur Austragung dieser Angelegenheit und eventuell Weiterer Bestimmungen wird Herr Standesrepräsentant Franz Wachter von Schruns und dessen Stellvertreter J. G. Jochum von Tschagguns ermächtigt. Solange Schneedruck-, Windwurf- und anderes Abgangsholz vorhanden ist, kann solches zum Hüttenbaue gegen Entrichtung des üblichen Holzpreises abgegeben werden. 10.) Herr Standesrepräsentant berichtet über die Holzverkaufsabschlüsse an Herrn Leonhard Münch und die diesbezüglichen Differenzen. Das eingeschlagene Verfahren des Herrn Standesrepräsentanten wird durchwegs akzeptiert und ist die vom Landesgerichte Feldkirch angeforderte Kaution von 25 Millionen Kronen zu leisten. 11.) Über Ersuchen der Illwerke wird denselben in den Standeswaldungen in Partenen die Schaffung einer Lichtung durch Holzschlägerung in festgesetzten Grenzen von 1 Meter Breite mit dem Vorbehalte der Genehmigung durch die politische Behörde bewilligt. Als Vergütung ist der Holzwert zu ersetzen und eventuell sind Behinderungen der Bewirtschaftung schadlos zu halten. 12.) Von dem Gampadelswerke sind ohne Wissen des Standes Montafon und ohne Einholung behördlicher Bewilligung im Bereiche seiner Anlagen Holzschlägerungen im Standeswalde ausgeführt worden, was kompetenten Ortes zur Anzeige zu bringen und die entsprechende Schadloshaltung nach jeder Richtung zu erwirken ist. 13.) Da der Jahresbedarf für Holzbezugsberechtigte in der Gemeinde St. Anton aus Standeswaldungen im Gebiete dieser Gemeinde nicht gedeckt werden kann, wird der Vorschlag erstattet, das Abgangserfordernis von ungefähr 60 R.M. aus Standeswaldungen Im Gemeindegebiete von Bartholomäberg zu ersetzen. [-3-] 14.) Ein Anspruch der Gemeinde St. Anton bezüglich Erstellung und Einhaltung von Zäunungen gegen den Standeswald wird beschlossen, den bisher üblichen Modus einzuhalten, wornach der Forstfond das erforderliche Holz stellt, während die Anrainer die üblichen Kosten zu tragen haben. Schruns, am 24. Juni 1925. [Unterschrift der Standesvertreter]
  1. standmontafon
  2. standesprotokolle
  3. standesausschuss
19250428_SV StandMontafon 1925-04-28 [-1-] Zl. 521/St. Protokoll -o-o-o-oaufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 28. April 1925 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter -o-O-o-o-o-oMit Einladung vom 23. April 1925 Zl. 314/St wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesausschußsitzung anberaumt, zu welcher erschienen sind 8 Standesvertreter bezw. Ersatzmänner. Nach Eröffnung der Sitzung durch den Standesrepräsentanten und dem Erklären der Beschlussfähigkeit wird das Protokoll der letzten Sitzung in Vorlage gebracht. Die Genehmigung und Fertigung erfolgt ohne vorherige Verlesung, da jede Gemeinde bereits mit einer Abschrift behufs ortsüblicher Verlautbarung beteilt wurde, daher die Herren Gemeinde-Vorsteher, bezw. Standesvertreter von dessen Inhalt in Kenntnis gesetzt sind und keine Einwendungen erhoben haben. Hierauf wird in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen und werden gefasst nachstehende Beschlüsse: -o-o-o-o-o- 1.) Es wird einstimmig beschlossen, von den durch den Stand Montafon gegen die Konkursmasse Franz Galehr, Bauunternehmung und Sägewerksbesitzer in Schruns, geltend gemachten Ersatzansprüchen per S.70.000.- und S. 150.000.-- abzustehen, wenn die Konkursmasse das ausdrückliche und bindende Erklären abgibt, in den mit dem Stande Montafon abgeschlossenen Holzlieferungsvertrag betreffend die Silbertaler Standeswaldungen, dato. 28, Juni 1919 nicht einzutreten und keinerlei Bereicherungs- bezw. anderweitige Ansprüche im Gegenstande gegen den Stand Montafon geltend macht. Letzteres Erklären ist nur dann zu akzeptieren, wenn demselben die Genehmigung durch den Gläubigerausschuss zuerkannt wurde. Ausdrücklich wird noch bestimmt, dass jedem Teile das ihm vom anderen Teile bisher Geleistete zu verbleiben hat. 2.) Das Ansuchen des Herrn Josef Küng, Bauer in Vandans, um die Bezugsbewilligung von 37.691 FM. Nutzholz zum Umbaue seines Hausstalles ist in Anbetracht ausgesprochener Baufälligkeit zu begutachten. 3.) Das Ansuchen des Herrn Alwin Juen, Bauer und Gastwirt, um Bezugsbewilligung Won 167 FM. Nutzholz aus Standeswaldungen wird in Beratung gezogen und in Anbetracht des ausserordentlich hohen Holzquantums beschlossen, den Bittsteller zu veranlassen, genau detaillierte Baupläne mit entsprechenden Holzverzeichnissen in Vorlage zu bringen, wobei Herrn Juen darauf hinzuweisen ist, dass die Stallunterbauten aus hartem Materiale zu erstellen sind und sind die Bezugsansprüche, den Protokollsausführungen vom 2.1.1925 Rechnung tragend, im massigsten Rahmen zu halten. 4.) In auffallender weise zeigen sich die Vernachlässigungen der Gebäulichkeiten auf Heim- und Nebengütern, welche in den Besitz von Parteien übergegangen sind, die diese Reale nur zum Zwecke der Holzgewinnung erworben haben. Durch diese unverantwortliche Handlungsweise ist das Standesvermögen im höchsten Grade bedroht und sind die wirtschaftlichen Verhältnisse des Tales in verderblicher weise gefährdet, daher mit allen zu Gebote stehenden Mitteln dahin zu trachten und zu wirken ist, dass diesem Übelstande tunlichst Einhalt geboten wird. [-2-] 5.) um zur ist und Das Ansuchen des Herrn Pfefferkorn Alfred, Bauer in Partenen, Bezugsbewilligung von 25 FM. Nutzholz aus Standeswaldungen Wiederinstandsetzung seines Hauses Nr. 5 in Berücksichtigung des sehr baufälligen Zustandes des unaufschiebbaren Bedarfes zu befürworten. 6.) Dem Hotel Madrisa in Gargellen wird über Ansuchen die Bewilligung erteilt, aus dem im Sarottlentobel lagernden Abgangsholzbeständen den Brennholzbedarf pro 1925 mit zusammen 60 RM. decken zu dürfen. Als Gegenleistung wird der ortsübliche Holzpreis festgesetzt. 7.) Das Ansuchen des Herrn Marlin Ludwig, Schreiner in Gortipohl, um Bezugsbewilligung von 16 FM. Nutzholz aus Standeswaldungen zur Erstellung einer Wohnung bei seiner Säge wird mit der Begründung abgewiesen, dass ein Holzbezugsrecht nicht zuerkannt wird. 8.) Dem Ansuchen der Sektion Worms um Bezugsbewilligung von 6 RM. Brennholz aus Standeswaldungen zur Deckung des Hüttenbedarfes wird gegen Entrichtung des ortsüblichen HolzPreises Folge gegeben. 9.) Dem Herrn Sektionsleiter Herrn OLGRat Marchesani in Schruns sind zu Kanzlei-Beheizungszwecken 2 RM. Brennholz beizustellen. 10.) Dem durch die Interessentschaft des Alpausschlages Sarottlen von Herrn Christian Thöny, Landwirt in Schruns, käuflich erworbenen Maisässhäuschen wird nach dessen Versetzung als Hirtenhütte auf das innere Gebiet der Alpe das bisher bestandene Holzbezugsrecht aus Standeswaldungen auch fernerhin zuerkannt und zugestanden. 11.) Die Zuschrift der Landesforstinspektion Bregenz vom 17. März 1925 III-Zl. 140/1 betreff Aufstellung eines Wirtschaftsplanes für die Alpe Itons bezw. Regelung der Grenzverhältnisse zwischen Wald und Weide wird zur Kenntnis genommen und werden zur angeregten Vermarkung die Herren Standesrepräsentant Franz Wachter und Herr Gemeindevorsteher Anton Fritz delegiert. 12.) Das Ansuchen des Herrn Fitsch Josef, Bauer und Gipser in St. Gallenkirch, um Nachlass des mit 394 S bemessenen Stockgeldes wird abgewiesen, da prinzipiell derartige Begünstigungen nicht mehr gewahrt werden und in Anerkennung der Gesuchsgründe bereits früher eine namhafte Subvention gewährt wurde, 13.) Zufolge eines Ansuchens der Waldaufseher des Standes Montafon wird der Stundenlohn für ausseramtliche Dienstleistungen mit 0.70 S bestimmt. 14.) Ein Plan über Uferschutzbauten in der Alpe Valisera am Sogadinbache wird vorgelegt, geprüft und beschlossen, die von diesem Plane verzeichneten 2 Wuhrkästen einzubauen. 15.) Die Weisungen der Vorarlberger Landesregierung vom 21.3. 1925 IX-Zl. 281/8 betreff Statutenentwurf zur Regelung des Holzbezuges aus Montafoner Standeswaldungen werden zur Kenntnis gebracht und die Änderung des § 2, wornach die Worte: "sowie jene Gebäude, die nach dem Jahre 1882 für landwirtschaftliche Zwecke erbaut wurden. Unter einem solchen landwirtschaftlichen Besitz kann nur ein Anwesen verstanden werden, das zur Überwinterung einer Kuh das erforderliche Erträgnis liefert." - gestrichen werden sollen, einer eingehenden Beratung unterzogen. Nach ausführlichen Erörterungen wurde mit 6 gegen 2 stimmen beschlossen, auf dem im Statutenentwurfe abgefassten Wortlaute des § 2 vollinhaltlich zu bestehen und dessen Anerkennung tunlichst zu verfechten. 16.) Ein Ansuchen der Gemeinde St. Gallenkirch um die Bewilligung, das im Zamangtobel lagernde Lawinen- und Windwurfholz zu Ersatzzwecken für bereits erhaltenes Nutzholz verwenden zu dürfen, wird abgelehnt, da den gepflogenen Erhebungen zufolge eine solche Ersatzpflicht nicht besteht. 17.) Da verschiedentlich die Gepflogenheit eingehalten wird, an Holzbezugsberechtigte aus Windwurf-, Schneebruch- und überhaupt Abgangsholz, Brennholz zum ortsüblichen Preise [-3-] zu verkaufen und solches Holz auf diese Weise vor dem Verderben und den Stand vor Schaden zu wahren, sind die Waldaufseher zu ermächtigen, im Einverständnisse mit dem Standesrepräsentanten diese Holzabgabe auch weiterhin zu pflegen. Eine Abgabe derartigen Holzes an nicht Holzbezugsberechtigte ist an die Bewilligung des Standes Montafon gebunden. 18.) Das Ersuchen der Vorarlberger Landes-Elektrizitäts-AktienGesellschaft um Bewilligung, auf der Durchleitungsstrecke im Standeswalde St. Anton jene Bäume fällen zu dürfen, die der Leitung beim Sturze schaden könnten, wird eingehend besprochen und einstimmig beschlossen, nur rein rechtlichen Anforderungen zu willfahren, für die immerwährende Entwertung des Durchleitungsterritoriums jedoch entsprechende Entschädigung anzufordern und besonders darauf zu bestehen, dass die Bewirtschaftung der beiderseitig gelegenen Waldgründe durch diese Durchleitung in keiner Weise gehemmt wird. Als Vertreter des Standes bei den diesbezüglichen Verhandlungen am 30. d. Mts. wird Herr Gemeindevorsteher Bitschnau Franz Josef, Vandans, delegiert. 19.) Dem Unternehmen zur Durchführung der geplanten Illwerke In Partenen, bezw. Vermonttale, kann in den Höhenlagen von Gross- und Kleinvermont Holz, welches für die Talbewohner nur mit unverhältnismässig grossen Kosten zu beziehen ist, verabfolgt werden. Schruns, am 29. April 1925 [Unterschrift der Standesvertreter]
  1. standmontafon
  2. standesprotokolle
  3. standesausschuss
19250217_SV StandMontafon 1925-02-17 [-1-] Zl. 147/St. Protokoll o-o-o-o-o aufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 17.Februar 1925 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter -o-O-O-o-o-o- Mit Einladung vom 12. Februar 1925 Zl. 132 wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesausschußsitzung anberaumt, zu welcher erschienen sind 10 Standesvertreter bezw. Ersatzmänner. Nach Eröffnung der Sitzung durch den Standesrepräsentanten und dem Erklären der Beschlussfähigkeit wird das Protokoll der letzten Sitzung in Vorlage gebracht. Die Genehmigung und Fertigung erfolgt ohne vorherige Verlesung, da jede Gemeinde bereits mit einer Abschrift behufs ortsüblicher Verlautbarung beteilt wurde, daher die Herren Standesvertreter von dessen Inhalt in Kenntnis gesetzt sind und keine Einwendung erhoben wurde. Hierauf wird in die Behandlung der vorliegenden Tages-Ordnung eingegangen und werden gefasst, nachstehende Beschlüsse: -o-o-o-o-o- 1.) Betreff Schaffung einer Landesviehversicherungsanstalt wird gerade keine ablehnende Haltung eingenommen. Die 4 Gemeinden Bartholomäberg, Vandans, Gaschurn und St. Gallenkirch berichten, dass in jeder dieser Ortschaften ein derartiges Institut bestehe und den Verhältnissen genüge. Fast allgemein wird die Befürchtung ausgesprochen,dass eine Allgemeinversicherung mit allzu grossen Kosten verbunden sei und wurde beschlossen, im Gegenstande einstweilen eine abwartende Haltung einzunehmen. 2.) Über Mobilienversicherung bei der Vorarlberger Landesfeuerversicherungsanstalt Bregenz empfiehlt Herr Standesrepräsentant tunlichstes Entgegenkommen, da einerseits ein derartiger Schutz die Bevölkerung vor ungeahntem Schaden bewahre und andererseits die Bestimmungen genannter Anstalt einen reellen, gesicherten Standpunkt garantieren. Über Ersuchen ergreift sodann der Generalagent Herr Wackerle Ludwig das Wort zum Referat und schildert in ausführlicher Weise die Art und Weise des Versicherungswesens und die damit verbundenen Vorteile, wobei besonders hervorgehoben wird, dass durch Förderung dieser Anstalt in absehbarer Zeit eine wesentliche Erleichterung in den Prämienleistungen zu erwarten steht. In Anbetracht des zweifellosen Schutzes wichtigster, Existenz bedingender Vermögenheiten, sowie der Förderung von Landesinteressen ersucht Herr Wackerle die Herrn Standesvertreter um ihre diesbezügliche Vermittlung, was allgemein zugesagt wird und wird beschlossen, eine entsprechende Kundmachung zu erlassen. 3.) Das Ansuchen des Herrn Wachter Johann Josef, Bauer in Tschagguns, um Verkaufsbewilligung von ungefähr 20 RM. Stallabbruchholz wird unter der Bedingung bewilligt, dass dieses Holz nur an Bewohner des Tales Montafon abgegeben werden darf. 4.) Das Ansuchen des Herrn Neher Wilhelm, Bauer in Vandans, um kaufsweise Überlassung von 40 bis 50 Masten aus StandesWaldungen in Vandans zu einer elektrischen Leitung ist der Bezirkshauptmannschaft Bludenz begutachtend in Vorlage zu abringen. 5.) Der Bezug von 40 Masten zu einer Telefonleitung und einer elektrischen Leitung durch Herrn Dietrich Karl, Krauthobelfabrikant in Vandans, aus Standeswaldungen zum ortsüblichen Holzpreise ist im Sinne des gestellten Ansuchens zu begutachten. [-2-] 6.) Das Ansuchen des Herrn Wilhelm Mayer, Kunstmühlebesitzer in Schruns um kaufweise Überlassung von Nutzholz zu seinem Besitze in Gargellen ist in dem im Gesuche gestellten Umfange zu begutachten. 7.) Das Ansuchen der Aktien-Gesellschaft Montafonerbahn Bludenz Schruns um Bürgschaftsleistung für ein Darlehen hei der Spar- und Darlehenskasse für Montafon in Schruns im Betrage von 300 Millionen Kronen(:30.000.- Schilling:) bis zum 31. Mai 1926 wird einstimmig gewährt. 8.) Der Brandassekuranzantrag des Herrn Josef Kleber, Zimmermeister in Schruns wird angenommen. 9.) Ebenso wird derselbe Antrag des Herrn Gotthard Pfeifer, Landwirt in Schruns akzeptiert. 10.) Verschiedene Einwendungen und Protestkundgebungen, eine Erhöhung der Brandversicherungsprämie für jene Gebäude bezweckend, in welchen Maschinenbetriebe ausgeübt werden, lösen eine eingehende Beratung aus und nach eingehender Prüfung der Sachlage wird einstimmig beschlossen, Gebäude, in welchen Wasserbetriebe existieren einer Mehrbelastung von 50% und jene,in welchen elektrische Betriebe ausgeübt werden einer solchen von 100% der normalen Prämie zu unterziehen. 11.) Die Erhebung der Bezirksforstinspektion Bludenz vom 6.Februar 1925 Zl.22/1 betreffend einen Nutzholzbezug aus Standeswaldungen zu einem Stallbau auf der Alpe Itons wird zur Beratung in Vorlage gebracht und nachdem Herr Standesrepräsentant die bisher im Gegenstände gepflogenen Erhebungen zur Kenntnis gebracht hat, äussert sich Herr Gemeindevorsteher Bitschnau von Bartholomäberg dahin, dass das Zustandekommen des geplanten Neubaues nur zu begrüssen sei und bei richtiger Behandlung der Sachlage von einer Mehrbelastung des Forstfondes keine Rede sein könne. In Berücksichtigung der vorgebrachten Ausführungen wird einstimmig beschlossen, nebst dem bereits bestehenden Stalle mit 54 Stellen den Bau eines neuen Stalles mit 60 Stellen unter der Bedingung zu befürworten, dass nebst dem bestehenden und dem geplanten Stalle alle anderen Viehunterstände Scherme etc. einzugehen haben und wird daher die Genehmigung des Holzbezuges von einem diesbezüglichen Erklären der Alpinteressenten abhängig gemacht. 12.) Der Regelung der Vorarlberger Landesregierung in Bregenz betreff Entlohnung der WElaaufseher wird im Sinne des gestellten Vorschlages einhellig zugestimmt. 13.) Unter den in Betracht kommenden Herrn Gemeindevorstehern des Sanitätssprengeis Ausserfratte wird die Pestsetzung des Gehaltes des Gemeindearztes Herrn Dr. August Walser in Schruns zur Ansprache gebracht und mit Ausnahme von Schruns geben alle das Erklären ab, von einer diesbezüglichen Verständigung nichts zu wissen, geben jedoch die Zusage ehestens ein diesbezügliches schriftliches Erklären einzusenden. 14.) Dem Ansuchen des Herrn Marent Fidel, Bauer in Vandans, um Nachlass des erhöhten Stockgeldes für seinen Nutzholzbezug per 12 FM. wird in Berücksichtigung der vorliegenden Verhältnisse Folge gegeben. 15.) Das Ansuchen des Herrn Anton Stocker, Bauer in St. Gallenkirch um Verwendungsbewilligung des zum Hausbaue bezogenen Holzes zur Herstellung seines in höchstem Grade reparaturbedürftigen Stalles wird geprüft und beschlossen, behufs Konstatierung der Notwendigkeit, Sachverständigenbefund und Bedarfsnachweisung zu verlangen. Zur diesbezüglichen nachträglichen Entscheidung wird Herr Standesrepräsentant Franz Wachter ermächtigt. 16.) Über die bisherigen Vorkehrungen im Konkurse Herrn Franz Galehr, Sägewerk in Schruns, erstattet Herr Standesrepräsentant Bericht und referiert hauptsächlich über die Maßnahmen zur Geltendmachung der vom Forstfonde gestellten Forderungen. All' den im Gegenstande getroffenen Verfügungen wird vollinhaltlich zugestimmt und Herr Standesrepräsentant ermächtigt, weitere diesbezüglich erforderliche Schritte einzuleiten. [-3-] 17.) Das Ansuchen des Herrn Franz Tschofen, Bergführer in Partennen, um kaufweise Überlassung von Bauholz zum Baue eines Touristenhauses wird abgewiesen, da die Bedarfsnotwendigkeit nicht Bachgewiesen erscheint und die Ertragsfähigkeit der in Betracht kommenden Waldungen solche Schlägerung ausschliesst. 18.) Der einer-Verwüstung gleich kommende Zustand der Konkurrenzstrasse Bludenz-Partenen, sowie die Aussichtslosigkeit1 zur Bestreitung der Kosten der Wiederherstellung erfordern Maßnahmen, deren Ausführung den Standesausschuss in ernstester Weise "beschäftigen. Herr Standesrepräsentant veranschaulicht den, ganz trostlosen Zustand der jetzigen Strasse und konstatiert, dass nur ein Aufwand Abhilfe zu schaffen imstande wäre, den die ohnedies übermässig belastete Bevölkerung nicht mehr zu tragen im Stande ist. Diese Zustände haben in kürzester Zeit die Auto verschuldet, da vor der so übergrossen Inanspruchnahme der Strasse durch diese Kraftwagen ein annehmbarer Verkehrszustand herrschte. Die Schädigung der dem Fremdenverkehre dienenden Geschäfte durch die Auto's ist offenkundig, da dieselben einen direkten Verkehr ohne jeden Aufenthalt vom Bahnhofe Schruns bis Partenen und zurück vermitteln, wodurch jede geschäftliche Abwicklung unmöglich gemacht und auch dem Reisenden die Gelegenheit zu oft notwendigsten Versorgungen genommen wird. Lebensmittel aller Art, Getränke und vielerlei andere Frachten, selbst Holz befördern die Lastauto und schädigen die unter grossen Opfern durch den Stand Montafon erbaute Eisenbahn auf das empfindlichste, sodass nicht allein auf Kosten der Talbevölkerung die Strasse ruiniert, sondern auch das von ihr in's Leben gerufene Bahnunternehmen in seinem Bestände gefährdet wird. Die Frachtenbeförderung durch Auto's ist also in Anbetracht der Benützungsmöglichkeit der Bahn nicht allein ganz unnötig, sondern aus den angeführten Gründen geradezu verwerflich. Was die Förderung des Fremdenverkehrs durch Auto's betrifft, neigen sich die Ansichten zum weitaus grossten Teile zu Ungunsten dieses Verkehrsmittels. Bei einer eventuellen Abstimmung würden sich, wenig gesagt, über 80% gegen den Autoverkehr aussprechen. Die Sommergäste beschwerten sich vielfach über den Verlust der im Tale so vielfach vorgefundenen Ruhe und bemängelten hauptsachlich auch die Erschwernisse und Belästigungen einer Wanderung auf der durch Auto in eine Staubwolfe gehüllten Talstrasse, sodass viele erklärten, ruhigere und staubfreiere Orte zu ihrer Sommerfrische aufsuchen zu müssen. Sowohl für Passanten, besonders für Kinder, dann auch für Viehtriebe gestaltet sich der Autoverkehr nicht gefahrlos und ist es zu wundern, dass bis jetzt keine grösseren Unglücke zu verzeichnen sind. Dass der Autoverkehr Schruns-Partenen eine Notwendigkeit involviert, ist unrichtig, da diese Verbindung leicht mit Pferdefuhrwerk bewältigt werden kann und dies umso eher, als Partenen den vollständigen Abschluss des Tales bildet da von letzterem Orte aus nur mehr Fußsteige weiteres Begeben ermöglichen und die Bewältigung der kurzen Strecke SchrunsPartenen mit Pferdefuhrwerk für den Fremdenverkehr gewiss keine Schwierigkeiten bietet. Ein Resume des Gesagten kann also nur zur Überzeugung führen, dass der Autoverkehr im Tale Montafon nur schädigend wirkt und ein allgemeines Autoverbot in jeder Hinsicht gerechtfertigt erscheint. Nicht ausser Acht darf auch der Umstand bleiben, dass infolge des Autoverkehrs der Stand der Pferde derart zurückgegangen ist, dass die Bewirtschaftung von Grund und Boden durch den Mangel dieser Zugtiere erheblich leidet und können die Folgen für die Zukunft ganz unheilvolle sein. Eine selbst beträchtliche Steigerung der Autogebühren kann an den gerügten Übeln nichts ändern und gibt es nur einen Radikalkurs und das ist das Autoverbot. [-4-] Sämtliche Herren Vorsteher schliessen sich diesen Ausführungen vollinhaltlich an und kaum einer ist, der am Autoverkehr nicht noch das eine oder andere auszusetzen hat, es wird daher der einmütige Beschluss gefasst, auf Erlassung des Autoverbotes bei der Landesregierung in Bregenz mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu dringen, da nur auf diese Weise eine beinahe katastrophale Verkehrsstörung durch's Montafon verhütet werden kann. 19.) Herr Gemeindevorsteher Bitschnau von Bartholomäberg bringt eine Entlohnung für Einkassierung der Feuerversicherungs-Umlagen in Anregung und findet allseitige Unterstützung, daher einstimmig beschlossen wird, 2% der Umlagen einzugeben, welche Gebühren bei der Vorschreitung in Anrechnung zu bringen sind und ersichtlich zu machen sind. 20.) Die Herren Gemeindevorsteher von Vandans und St. Anton erkundigen sich über die Schadloshaltung infolge der Durchleitung über Standesgrund von Seite der Landeskraftleitung und stellt Herr Gemeindevorsteher Bitschnau den Antrag, eine jährliche Entschädigung in Goldkronen erwirken zu wollen, welchem Antrage einmütig zugestimmt wird. Schruns, am 18. Februar 1925. [Unterschrift der Gemeindevorsteher]
  1. standmontafon
  2. standesprotokolle
  3. standesausschuss
19250103_SV StandMontafon 1925-01-03 [-1-] Zl. 10/St. Protokoll -o-o-o-oaufgenommen In der Gemeindekanzlei zu Schruns am 3. Jänner 1925 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter -o-o-o-o-o-oMit Einladung vom 29.Dezember 1924 Zl. 596/St, wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesausschußsitzung anberaumt, zu welcher erschienen sind 9 Standesvertreter bezw. Ersatzmänner. Nach Eröffnung der Tagung durch den Vorsitzenden und dem Erklären der Beschlussfähigkeit wird das Protokoll der letzten Sitzung in Vorlage gebracht. Die Genehmigung erfolgt ohne vorherige Verlesung, da jede Gemeinde bereits mit einer Abschrift behufs ortsüblicher Verlautbarung beteilt wurde, daher die Herren Gemeindevorsteher, bezw. Standesvertreter von dessen Inhalt in Kenntnis gesetzt sind. Indem von keiner Seite irgend ein Einwand erhoben wird, wird die allseitige Fertigung durchgeführt, worauf sodann in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen wird und werden gefasst nachstehende Beschlüsse: -o-o-o-o-o- 1.) Die letzte Entscheidung des Bundeskanzleramtes Wien vom 10. November 1924 Zl. 111948/11, intimiert durch die Bezirkshauptmannschaft Bludenz dtto. 2. Dezember 1924 Zl. 1648/4 betreff Entwurf, bezw. Verfassung von Statuten über einen MobilienBrandschadenversicherungsverein für Montafon wird zur Verlesung gebracht und beschlossen, diese Angelegenheit einstweilen auf sich beruhen zu lassen. 2.) Herr Vallaster Jakob, Bauer in Bartholomäberg, ist in geringer Höhe bei der Tiroler Brandschadenversicherungsanstalt versichert, wünscht jedoch dieses Verhältnis zu lösen und ersucht daher um Aufnahme in den Montafoner Brandschadenversicherungsverein noch während des Bestandes des mit der erstgenannten Anstalt eingegangenen Versicherungsverhältnisses, was einstimmig genehmigt wird. 3.) Ein ähnlicher versicherungsvertrag besteht auch zwischen Herrn Josef Pfeifer, Bauer in Bartholomäberg und der Vorarlberger Brandschadenversicherungsanstalt und über sein Ansuchen wird such ihm die Aufnahme in den Montafoner Brandschadenversicherungsverein gestattet. 4.) Betreff Erwerbung eines Raupenschleppers aus der Franz Galehrschen Konkursmasse tauchen mehrseitige Anschauungen auf, die weit überwiegende Mehrheit neigt jedoch sich der Ansicht zu, dass die Strassenkonkurrenz Bludenz-Partenen für diesen Kraftwagen am meisten Verwendung finde, daher einstimmig beschlossen wird, diese Korporation zu gegenständlicher Erwerbung zu bewegen. 5.) Vom Herrn Standesrepräsentanten werden die bisherigen Unternehmungen und Ausführungen auf „Rotza und Valsott“, Gemeinde St. Gallenkirch, zur Kenntnis gebracht und werden, zur Durchführung der noh erübrigenden Vorkehrungen die Herren Standesrepräsentant Wachter und Vorsteher Düngler ermächtigt 6.) Der Beitritt als Mitglied zur Sparkasse Schruns wird einstimmig beschlossen. 7.) Für die Familie des verstorbenen Herrn Oberforstrates Hattler wird zufolge Anregung durch die Landesforstinspektion eine Subvention von Kr.500.000.-- gewährt. 8.) Das Ansuchen des Herrn Karl Gessl, Direktor der "Forstalia" Holzexportgesellschaft Wien auf Eingehung eines Holzlieferungsvertrages wird abgewiesen. 9.) Zur Regelung bezw. Abgabe von bereits aufgearbeitetem windwurf-, Schneedruck- und anderem Abgangsholze aus Standeswaldungen in Bartholomäberg werden, die Herren Gemeindevorsteher Bitschnau und Waldaufseher Vallaster in Bartholomäberg ermächtigt. [-2-] 10.) In Anbetracht der berücksichtigungswürdigen Vermögens- und Erwerbsverhältnisse des Bauers Stocker Anton in St. Gallenkirch ist demselben über Ansuchen nur der übliche, einfache Stockgeldbetrag für das von ihm bezogene Standesholz zu Gebäudereparaturen zu berechnen. 11.) Dem Herrn Zimmermann Anton, Bauer in Tschagguns, wird die Bewilligung erteilt, 30 RM. altes Abbruchholz unter der Bedingung verkaufen zu dürfen, dass die Veräusserung nur an Insassen des Tales Montafon erfolgen darf. 12.) Dem Ansuchen des Herrn Maier Bernhard in Vandans um Verkaufsbewilligung von 6 RM. altem Abbruchholze wird unter der Bedingung Folge gegeben, dass die Abgabe nur an Bewohner im Tale Montafon stattfinden darf. 13.) Über Ansuchen des Herrn Leeder Rudolf, Besitzer der Heimat Haus Nr/146 in Schruns wird die Genehmigung erteilt, ungefähr 25 RM. altes Abbruchholz an Ortsbewohner im Tale Montafon veräussern zu dürfen. 14.) Das Ansuchen des Herrn Juen Alwin, Landwirt in Schruns, um Bezugsbewilligung von ca. 157 F.M. Nutzholz aus Montafoner Standeswaldungen wird einer eingehenden Beratung unterzogen. Es wird konstatiert, dass für Reparaturzwecken an den Gebäulichkeiten der Heimat Haus Nr.259 in Tschagguns bereits grössere Holzquantitäten bezogen wurden, ohne ihrer Bestimmung zugeführt worden zu sein. Auch wird festgestellt, dass ein gänzlicher Abbruch der Gebäude ganz und gar unnotwendig war,welch1 ungerechtfertigter Handlungsweise der ungebührlich hohe Holzbedarf zuzuschreiben ist. Auch muss die Tatsache in Berücksichtigung gezogen werden, dass Herr Juen Alwin Besitzer grösserer Waldungen und in der Lage ist, gegenständlichen Bedarf aus Eigenem decken zu können. Aus all diesen Gründen wird auf Abweisung des vorliegenden Ansuchens der Antrag gestellt und einstimmig angenommen. 15.) Dem Herrn Gend. Ray. Inspektor Seewald Alois St. Gallenkirch wird zufolge Ansuchens der Bezug von 6 RM. Abgangsholz aus Standeswaldungen zum ortsüblichen Tagespreise bewilligt. 16.) Der Stundenlohn für die Waldaufseher Montafons wird mit Kr. 6.000.-- festgesetzt. 17.) Das Ansuchen der Alpinteressenten von Alpila, Gemeinde Tschagguns, um Nachlass, resp. Ermässigung eines Schadenersatzbetrages wird angewiesen. 18.) Ein Ansuchen des Herrn Wachter Johann Josef, Bauer in Bartholomäberg, um Bewilligung zum Bezuge von 40 FM. Nutzholz aus Standeswaldungen zu Gebäudereparaturen wird zufolge erstatteten Gutachtens auf den Höchstbezug von 32 EM. reduziert. 19.) Dem Herrn Vallaster Johann Josef, Bauer in Bartholomäberg, wird der Bezug von 34 FM. Nutzholz zur Wiederherstellung eines Stalles auf Grund gestellten Ansuchens und der betreffenden Gutachten bewilligt. 20.) Das Ansuchen des Herrn Tschofen Franz, Bauer in Partenen, um kaufweise Überlassung von Abgangsholz zum Baue eines Touristenhauses wird abgewiesen, da nach Äusserung des Forstaufsichtsorganes zu gedachtem Zwecke kein geeignetes Holz vorhanden ist. 21.) Der Frau Witwe Mathias Katharina, Bäuerin in St. Gallenkirch, wird die Bewilligung zum Verkaufe von altem Abbruchholz unter der Bedingung erteilt, dass dieses Holz nur an Inwohner des Tales Montafon veräussert werden darf. Schruns, am 7. Jänner 1925 [Unterschrift der Standesvertreter]
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  2. standesprotokolle
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19241018_SV StandMontafon 1924-10-18 [-1-] Zl. 596/St Protokoll -o-o-o-oaufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 18.Oktober 1924 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter -o-o-o-o-o-oMit Einladung vom 13. Oktober 1924 Zl. 578/St wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesausschußsitzung anberaumt zu weicher erschienen sind 9 Standesvertreter bezw. Ersatzmänner. Nach Eröffnung der Sitzung durch den Vorsitzenden und dem Erklären der Beschlussfähigkeit wird das Protokoll der letzten Sitzung in Vorlage gebracht. Die Genehmigung erfolgt ohne vorherige Verlesung, da jede Gemeinde bereits mit einer Abschrift behufs ortsüblicher Verlautbarung beteilt wurde, daher die Herren Gemeindevorsteher bezw. Standesvertreter von dessen Inhalt in Kenntnis gesetzt sind. Indem von keiner Seite irgend ein Einwand erfolgte, wurde die allseitige Fertigung durchgeführt, worauf sodann in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen wird und werden gefasst nachstehende Beschlüsse: -O-O-o-O—o- 1.) Der Kostenvoranschlag pro 1924 für den Forstfond Montafon wird zur Kenntnis gebracht, im Einzelnen genau geprüft und das Erfordernis in einer Höhe von 146.600.000 Kronen festgesetzt und dessen Veranlagung einstimmig genehmigt. Die Verumlagung erfolgt auf Grund des Stockgeldbetreffnisses pro 1924 und haben die Holzquantitäten, wie solche in den betreffenden Forsttagsatzungs-Verzeichnissen ausgewiesen erscheinen, als Berechnungsbasis zu dienen. Als Einzahlungstermin wird der 31. Dezember 1924 festgesetzt. Zufolge vorstehender Beschlüsse wird einhellig bestimmt nachstehende Verumlagung: --------------------------------------------------------------- Nr. Brennholz Nutzholz cor. Gemeinde à 60 Gh. -Kr. 8,64 à 2 GK - 28800 K. Zusammen ---------------------------------------------fm 3 Betrag fm3 Betrag --------------------------------------------------------------1 2 3 4 5 6 7 8 Schruns 1134 9800000 371 10600000 20400000.Tschagguns 826 7100000 510 14600000 21700000.Gaschurn 762 6600000 495 14200000 20800000.Vandans 734 6300000 534 15300000 21600000.Silbertal 577 5000000 242 6900000 11900000.St. Anton 135 1100000 135 3800000 4900000.Bartholomäberg 591 5100000 815 23400000 28500000.St. Gallenkirch 248 21400000 621 17800000 39200000.__________ 169000000.Hievon ab für eventuell nicht bezogene Lose 20000000.__________ Summe 149000000.__________________ 2.) Die im ganzen Tale Montafon allgemein auftretenden Klagen über die geradezu unerschwinglichen Kosten für Erhaltung der Konkurrenzstrasse Bludenz-Partenen und über die trotz dieses Kostenaufwandes trostlose Lage derselben, indem die während des heurigen Sommers verkehrenden Kraftwagen aller Art grösste Devastierung verursachten, zwingen die Vertreter der 10 Talgemeinden alle zu Gebote stehenden Maßnahmen einzuleiten, um diesem katastrophalen Übelstande wirksam begegnen zu können. - 2 - Die unerschwinglich hohen Erhaltungskosten, Aufhebung der Strassenmaut, daher nur minimale, aus dem Verkehr erwachsende Einnahmen, und der wirklich trostlose Zustand der Strasse erfüllen die Standesvertretung mit der unumstösslichen Überzeugung, dass aus eigener Kraft die Wiederherstellung und weitere Instandhaltung ganz unmöglich ist. Es ist daher an eine hohe Landesregierung die dringend gebotene Bitte zu richten, für Instandsetzung und Erhaltung der Talstrasse das Erforderliche gütigst veranlassen zu wollen, welcher Bitte durch Übernahme in eigene Verwaltung am wirksamsten entsprochen würde. 3.) Vom Herrn Standesrepräsentanten wurden die Zuschriften der Vorarlberger Landes-Feuerversicherungs-Anstalt Bregenz ddto. 30. April 1924 an Josef Kieber, Bauer In Schruns, dann die diesbezügliche hierortige Beschwerde vorn 6. Oktober 1924 Zl. 570/St., sowie die hierauf erfolgte Entgegnung genannter Anstalt vom 9.d. Mts. zur Verlesung gebracht. Sämtliche Standesvertreter finden in Anbetracht des bisherigen guten Einvernehmens die Ausdrucksweise der Vorarlberger Landes-Feuerversicherungs-Anstalt in höchstem Grade unkorrekt und entschieden misskreditierend und sehr schädigend und erklären sich einstimmig mit der Beschwerdesehrift einverstanden. Von einer Verfolgung im Klagewege wird vorerst aus dem Grunde Umgang genommen, um keine weiteren Unzukömmlichkeiten heraufzubeschworen, es wird jedoch einhellig beschlossen, sich die erforderliche Rehabilitierung zu verschaffen und zu diesem Zwecke die Unterstützung der hohen Landesregierung zu erbitten. Die Entgegnung der Feuerversicherungs-Anstalt mit der Auslese von Rügeworten bietet keine Satisfaktion und die Begründung mit Vertraulichkeit erscheint im Gegenstande hinfällig, da der Öffentlichkeit Tür und Tor geöffnet ist. 4.) Die von der Vorarlberger Landesregierung beschlossenen Änderungen zum Satzungsentwurfe des Standes Montafon behufs Regelung der Holzbezüge aus Standeswaldungen,ddto.Bregenz I.Oktober 1924 IX-Zl.231/7 werden vom Herrn Standesrepräsentanten zur Kenntnis gebracht und entwickelt sich hierüber eine rege.eingehende Debatte,deren Resultat sich bekundet in nachstehenden Beschlüssen: Herr Standesrepräsentant-Stellvertreter J. G. Jochum von Tschagguns bringt die von ihm wiederholt geltend gemachte Überzeugung zum Ausdrucke, dass Nichtstandesbürgern ein bestimmtes Recht auf Holzbezüge nicht einzuräumen sei, gegen die Befugnis des Standesausschusses, von Fall zu Fall eine Holzzuweisung zu gestatten, habe er nichts einzuwenden. In richtiger Würdigung der einschlägigen Verhältnisse und nach sorgsamer Prüfung der diesbezüglich sich ergebenden Momente gelangen die Herren Standesvertreter zur sicheren Überzeugung, dass die Fassung des § 2 voll und ganz entspreche und jede Änderung berechtigte Ansprüche beseitige, Auf die vorgeschlagene Änderung kann daher nicht eingegangen werden und wird um Berücksichtigung des Standpunktes des Standesausschusses ersucht. Die von der Landesregierung beantragten Änderungen der §§ 3, 4 und 5 werden akzeptiert und zwar soll es im I. Absatz § 3 gleich anfangs heissen: "Heimat- und Bürgerrechtes" -, dann zum Schlusse statt fortlaufend -" im Bedarfsfalle "- und für landwirtschaftliche Zwecke -" im Sinne des § 2 Holzbezugsberechtigten" - Absatz 3 - §4 hat zu lauten: - "Desgleichen nicht zur Erweiterung schon bestehender Gebäude. Als Erweiterung sind jedoch jene Um-, Zu- und Aufbauten nicht anzusehen, welche bei landwirtschaftlichen Gebäuden über den bisherigen Zweck nicht hinausgehen und die bei gewerblichen Unternehmungen nicht dem Zwecke einer Betriebsvergrösserung dienen" -. Auf die Streichung des letzten Absatzes des § 5 wird eingegangen. In den Absätzen 4 und 5 des § 7 ist das Wort Bauholz durch das Wort - "Bezugsholz" - zu ersetzen, während der Standesausschuss wünscht, dass die letzte Stilisierung [-3-] aufrecht erhalten bleibt. Die Umtauschgenehmigung ist in den meisten Fällen derart dringend, dass nicht erst eine Standesausschußsitzung abgewartet werden kann und überdies kann gegenständliche Befugnis dem betreffenden Herrn Gemeindevorsteher und Waldaufseher bedenkenlos eingeräumt werden. Auf die Einschaltung des Wortes - "freihändige" die Worte - "der" - und "Verkauf" - im 3. Absatz des § 9 wird eingegangen. Der letzte Satz des § 10 hat zu entfallen. 5.) Ein Ansuchen des Herrn Alois Sanderell Haus Nr. 56 um Bezugsbewilligung von rund 42 F.M. Nutzholz aus düngen zum teilweisen Umbaue seines reparaturbedürftigen Hauses wird dahin bewilligt, dass kompetenten Ortes die Bewilligung zum Bezuge von ca. 21 F.M. Nutzholz begutachtet wird. 6.) Bezüglich Abgabe des in Gafluna, Gemeinde Silbertal, an Herrn Franz Galehr vertragsgemäss überlassenen Holzes wird mit dem Masseverwalter Herrn Dr. Otto Bertel, Rechtsanwalt in Bludenz, welcher der Sitzung beigezogen wurde verhandelt und die Einigung getroffen, das Holz entweder gegen Bezahlung von insgesamt 7.000.000.- Kronen, oder einer Vergütung von 6.000.000.- Kr. und Freigabe der vorhandenen Schindeln zur Verfügung zu stellen. Über die Annahme des einen oder anderen Anbotes hat sich Herr Dr. Bertel innerhalb kurzer Frist zu entscheiden. 7.) Das an der Gargellnerstrasse lagernde, sowie das im Territorium Gampabing sich befindliche Standesholz ist ohne jede Vergütung an Aufrichtungskosten zu versteigern. 8.) Holzbezugsberechtigte v. Bartholomäberg, welche ihre Betreffnisse aus Standeswaldungen in Silbertal beziehen, haben ihre diesbezüglichen Anmeldungen bei der Gemeinde Bartholornäberg zu erstatten. 9.) Bezüglich der Ankaufspreise für 2 Bergmähder von Herrn Franz Lechtaler und Frau Witwe Maria Brugger aus St. Gallenkirch um 150 bezw. 300 Goldkronen übernimmt der anwesende Herr StandesVertreter Martin Kasper den Versuch, eine entsprechende Reduzierung zitierter Kaufpreise zu erzielen. Die geplanten Verpflockungsarbeiten und Schürfungen sind mit Unterstützung des Landesforstinspektorates für Vorarlberg durchzuführen, 10.) Für laufende Auslagen durch den Forstfond ist der Sparkasse in Schruns eine Kreditgewährung auf 100 Millionen zu erwirken. Die Frist dieses Kredites hat sich auf 4 Jahre zu erstrecken. Hiefür ist kompetenten Ortes um die erforderliche Bewilligung einzukommen. 11.) Ein Ansuchen der Waldaufseher Montafons um Erhöhung des Stundenlohnes wird behufs weiterer Erhebungen vertagt. 12.) Das Abgangsholz im Territorium Valisera, Gemeinde St. Gallenkirch, ist aufzurichten und an Holzbezugsberechtigte gegen entsprechende Vergütung auszufolgen. Das im Valiserabache vorfindliche Standesholz wird dem Herrn Josef Ganahl, Bauer in St. Gallenkirch, zur Aufarbeitung und freien Verwendung zur Verfügung gestellt, wofür er pro R.M. eine Vergütung von 10.000.- Kr. zu leisten hat, 13.) Dem Christian Erhart, Bauer in Silbertal, ist für seinen abgebrannten Stall die volle Schadensumme auszubezahlen. 14.) Für durch den Forstfond Montafon auszuführende Holzarbeiten sind die erforderlichen Werkzeuge anzuschaffen. Schruns, am 23. Oktober 1924. [Unterschriften der Standesausschüsse]
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19240802_SV StandMontafon 1924-08-02 [-1-] Zl. 470/St. Protokoll o-o-o-o-oaufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 2. August 1924 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter -o-o-o-o-o-oMit Einladung vom 28. Juli 1924 Zl. 461/St. wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesausschußsitzung anberaumt, zu welcher erschienen sind 9 Standesvertreter u. Ersatzmänner. Nach Eröffnung der Sitzung durch den Vorsitzenden und dem Erklären der Beschlussfähigkeit wird das Protokoll der letzten Sitzung in Vorlage gebracht. Die Genehmigung erfolgt ohne vorherige Verlesung, da jede Gemeinde bereits mit einer Abschrift behufs ortsüblicher Verlautbarung beteilt wurde, daher die Herren Gemeindevorsteher bezw. Standesvertreter von dessen Inhalt in Kenntnis gesetzt sind. Da keinerlei Einwendungen erhoben werden, erfolgt die allseitige Fertigung, worauf in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen wird und werden gefasst nachstehende Beschlüsse: -o-o-o-o-o1.) Der Erlass des Bundeskanzleramtes vom 30. Mai 1924 Zl. 7665111, wornach die Gründung eines Mobilienfeuerversicherungsvereines für Montafon als unzulässig erklärt wurde, wird zur Kenntnis gebracht und einstimmig beschlossen, zur Erreichung des gesteckten Zieles weitere geeignete Schritte zu unternehmen. 2.) Das Ansuchen um Überlassung von 18 F.M. Nutzholz an die Wildbachverbauung um den jeweiligen Holzpreis zu Sicherungsarbeiten im Falschefieltale wird zur Bewilligung beantragt. 3.) Die von Herrn Dr. Luis Mangard in Dornbirn verfasste Eingabe gegen den Abbau der zweiten Richterstelle beim Bezirksgerichte in Schruns wird zur Kenntnis gebracht und in Anbetracht der ausserordentlichen Nachteile, welche die Auflassung dieses für das ganze Tal so hochwichtigen Postens beinhalten würde, wird einstimmig beschlossen, diese Eingabe kompetenten Ortes zu unterbreiten. 4.) Die Verständigung der Landesforstinspektion in Bregenz vom 21. Mal 1924 Zl. III-186/22 betreff Luftbildaufnahmen im Tale Montafon wird zur Kenntnis genommen. 5.) Die bisherigen Verhandlungen behufs Verbauung des Lawinenstriches unter der Lokalität Valsott und Rotza am Eingange in's Gargellentale gelegen, werden bekannt gegeben und wird beschlossen, die in Betracht kommenden Realitäten der Witwe Maria Brugger, Bäuerin, und Herrn Franz Lechtahler, Bauer, beide in St. Gallenkirch, um den vereinbarten Kaufpreis von 300 bzw. 150 Goldkronen käuflich zu erwerben. Mit den Maisässinteressenten von Reutte sind diesbezügliche notwendige Abkommen zu treffen. 6.) Über die Verpachtung und Festsetzung des diesbezüglichen Pachtpreises für den Gipsbruch in St. Anton an die Herren Gebrüder Battlogg, Gipsmühlebesitzer in St. Anton, entwickelt sich eine eingehende Debatte. Herr Gemeindevorsteher Battlogg von St. Anton stellt als Interessent den Antrag auf Abschluss einer 25jährigen Pachtperiode mit dem jährlichen Mietzinse von 100 Goldkronen und begründet die Länge der Pachtdauer mit den kostspieligen Vorarbeiten, welche die Abdeckung des Bruches erforderlich machen. Die Herren Sachverständigen Gemeindevorsteher von Vandans und Bartholomäberg erstatten ihr Parere dahin, dass die Abdeckung des Bruches grosse Unkosten erfordere, daher ein Pachtzins von 100 Goldkronen als annehmbar bezeichnet werden könne, während die Pachtdauer als zu lange angesehen werden müsse, indem eine Änderung der Verhältnisse auch andere Pachtbedingungen erfordere und eine Bestimmung [-2-] derartigen Abänderungen einem späteren Verwaltungskörper vorzubehalten sei. Eine Überlassung des Holzes, welches in Folge des Abbaues der Abbruchstelle sich ergebe, könne zu massigen Preisen empfohlen werden. Herr Standesrepräsentant Wachter weist auch auf den Umstand hin, dass durch eine Stimulierung einer allzulangen Pachtperiode Rechte vergeben werden könnten, die den Tadel eines folgenden Standesausschusses zur Folge hätten. Nachdem noch im Einverständnisse des Herrn Gemeindevorstehers Battlogg als Beginn der Pachtperiode der 1. Jänner 1919 festgesetzt wurde, wird der Vertrag auf die Dauer von 10 Jahren, sage zehn Jahren, abgeschlossen mit der Beschränkung, dass die Festsetzung eines jährlichen Pachtschillings von 100 Goldkronen nur während der Funktionsdauer des letzten Standesausschusses Geltung haben soll, während dem folgenden Vertretungskörper eine eventuelle Erhöhung vorbehalten sein soll. Auch bei offenkundigen Rentabilitätssteigerungen und damit verbundener erhöhter Ausbeutevermehrung soll eine Erhöhung des Pachtschillings Platz greifen können. 7.) Den Interessenten der Gemeindeeinschichten Riefen und Trantraues, Gemeinde Gaschurn, wird über ihr Ansuchen ein Stückchen Grund und Boden im Ausmasse von aus Standeswaldparzelle Nr. ....... zur Anlage eines Wasserbassins für ein elektrisches Werk mit der Bestimmung überlassen, dass die Beteiligten jederzeit für jeden diesbezüglich erwachsenden Schaden aufzukommen haben. 8.) Eine Zuschrift des Waldaufsehers Herrn Christian Vallaster von Bartholomäberg wird bekannt gegeben und beschlossen, dem Herrn Tschofen Johannes in Bartholomäberg aus dem von ihm teilweise bezogenen, teilweise hergerichteten Standesholze einen Sagstamm und das zu Brennholzzwecken aufgearbeitete Material zu belassen, während das übrige noch vorhandene Nutzholz an bezugsberechtigte Parteien von Bartholomäberg abzugeben ist, ohne dass Herrn Tschofen ein Vergütungsrecht zusteht. 9.) Über Ansuchen der Hoteldirektion Madrisa in Gargellen wird die Bewertung der Telegrafenstangen von 160000 Kr. per F.M. auf 100000 Kr. herabgesetzt, da die Telegrafen- bezw. Telefonleitung besonders für die Bewirtschaftung von Alpen und Maisässen von grösstem Nutzen ist. 10.) Dem Ansuchen des Herrn Xaver Netzer in Vandans um Nachlass eines Schadenersatzes iin der Höhe von Kr.73.000.- wird keine Folge gegeben. 11.) Herr Tschofen Anton, Bauer in Gaschurn wird mit seinem Ansuchen um Zuerkennung einer Subvention anlässlich seines Lawinenunfalles abgewiesen. 12.) Dem Herrn Oberlandesgerichtsrates Anton Marchesani wird über Ansuchen die Bewilligung erteilt, 2 R.M. Brennholz zu Kanzleizwecken unentgeltlich beziehen zu dürfen. 13.) Auf Ansuchen, der Schützengilde Schruns und Umgebung wird derselben der Bezug von 10 F.M. Nutzholz aus Standeswaldungen unentgeltlich bewilligt. In Anbetracht der erwiesenen Mittellosigkeit hat die Anweisung in Lagen zu erfolgen, welche die Ablieferung nicht verteuern oder gar zu kostspielig gestalten. 14.) Herr Standesrepräsentant empfiehlt eine Überprüfung der Bewirtschaftung auf der Alpe Valisera und werden zu diesem Zwecke die Herren Gemeindevorsteher von Bartholomäberg und St. Anton ersucht, noch im Verlaufe des heurigen Sommers also bis längstens Ende August, diese Kontrolle durchzuführen. 15.) Herr Standesrepräsentant deckt sodann die Mängel finanzieller Gebarung in Forstfondsangelegenheiten auf und weist ganz besonders auf das Ungerechte des Umstandes hin, dass das Haupterträgnis der Waldungen. das sind die Jagdpachtgelder, den Gemeinden zufallen, während diese Waldungen noch durch Gemeinde-Umlagen auf das empfindlichste belastet werden. Entweder habe die Nutzung dem Forstfonde Montafon zuzufallen, oder die Belastung sei einzustellen. Dieser Einspruch fand etwas geteilte Aufnahme, doch die meisten der Herren Standesvertreter sprachen sich in dem Sinne aus, dass sie den gegenständlichen Ausführungen den [-3-] Rechtsstandpunkt zuerkennen und einer gerechteren Behandlung dieser Sache beipflichten müssen. Hierauf wird formuliert nachstehender Antrag: Die jährlichen Pachterträgnisse aus den Gemeindejagden verbleiben der Gemeinde zur bisherigen Verwendung, dagegen wird auf eine Einhebung von Gemeindeumlagen auf die Standeswaldungen Verzicht geleistet und zwar bis auf Weiteres beginnend mit dem Jahre 1924. Bei der Abstimmung erklärten sich 7 Herren Gemeindevertreter für die Annahme, während Herr Gemeindevorsteher von Gaschurn die Zustimmung verweigert und Herr Gemeindevorsteher von St. Gallenkirch sich der Abstimmung entzieht. Ausschlaggebend zur Berücksichtigung dieses Ausweges zeigte sich hauptsächlich die Erhöhung des Stockgeldes, welche bei Nichtgenehmigung um das Doppelte erfolgen müsste und eine derartige Belastung unter den jetzigen Verhältnissen nicht zulässig ist 16.) Zur Deckung der laufenden Forstfondsumlagen wird eine neuerliche Einhebung einer Voreinzahlung von 100 Millionen Kronen beschlossen und wird als Einzahlungstermin der 15. September 1924 festgesetzt. 17.) Dem Ansuchen des Berthold Ludwig, Silbertal, als Besitzer der Heimat Haus Nr. 132 in Schruns, um Bezugsbewilligung von 12 Bau- und 2 Schindelstämmen zum Ausbaue des Heimatstalles wird unter der Bedingung zugestimmt, dass zur Erwirkung der Fällungsbewillig die vorgeschriebenen Bestimmungen eingehalten werden. 18.) Ein Ansuchen der Alpinteressentschaft Alpila im Gemeindegebiete von Tschagguns um Nachlass eines Schadenersatzbetrages wird einstweilen vertagt, und sind unterdessen weitere erforderliche Erhebungen zu pflegen. 19.) Für das von Frau Berta Liechtensteiner in Innsbruck bezogene Nutzholz zu einem Brückenbaue in Gargellen wird ein Kaufpreis von Kr. 280.000.- per Festmeter festgesetzt. 20.) Dem Herrn Düngler Hermann, Bauer in St. Gallenkirch, wird über Ansuchen die Bewilligung erteilt, auf Standesgrund in der Lokalität Reute einen Geißscherm mit einem Umfange von ca.12 m2 bauen zu dürfen. Die Überlassung erfolgt kostenlos, das Objekt ist jedoch gegen Widerruf wieder zu entfernen. 21.) Da in sämtlichen Waldungen Montafons sich viel Schneedruck- und Windwurfholz befindet, welches dem Verderben ausgesetzt ist, kann solches an Nichtstandesbürger, welche einen Besitz haben und den Bedarf nachweisen, gegen entsprechenden Kaufpreis verabfolgt werden, doch ist die behördliche Bezugs- bezw. Schlägerungsbewilligung einzuholen. Schruns, am 7. August 1924. [Unterschrift der Gemeindevertreter]
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  2. standesprotokolle
  3. standesausschuss
19240419_SV StandMontafon 1924-04-19 [-1-] Zl.504/St. Protokoll auf genommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 19. April 1924 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter -o-o-o-o-o-oMit Einladung vom 15. April 1924 Zl. 294/St wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesausschußsitzung anberaumt, zu welcher erschienen sind 8 Standesausschüsse und Ersatzmänner Nach Eröffnung der Sitzung durch den Vorsitzenden und dem Erklären der Beschlussfähigkeit wird das Protokoll der letzten Sitzung in Vorlage gebracht. Die Genehmigung erfolgt ohne vorherige Verlesung, da jede Gemeinde bereits mit einer Abschrift behufs ortsüblicher Verlautbarung beteilt wurde, daher die Herren Gemeindevorsteher bezw. Standesvertreter von dessen Inhalt in Kenntnis gesetzt sind. Da keinerlei Einwendungen erhoben werden, erfolgt die allseitige Fertigung worauf in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen wird und werden gefasst nachstehende Beschlüsse: -o-o-o-o-o- 1.) Die Rechnungen des Standes und Forstfondes Montafon, sowie der Montafoner Brandassekuranz pro 1923 werden zur Verlesung gebracht und zur Kenntnis genommen. 2.) Ein Entwurf der geplanten Statuten des Montafoner MobilienFeuerversicherungs-Vereines mit dem Sitze in Schruns wurde In Vorlage gebracht, § für § in Beratung gezogen und sodann einstimmig Beschlossen, diesen Statutenentwurf kompetenten Ortes behufs Erwirkung der behördlichen Genehmigung in Vorlage zu bringen. Herr Gemeindevorsteher Bitschnau von Bartholomäberg brachte sodann das System der Einhebung eventueller Schadenvergütungen zur Sprache und wurde eine allgemeine Einigung dahin erzielt, dass auf Grund des § 41 der Vereinsstatuten die Gemeinden verpflichtet sein sollen, ohne Belastung der Anstalt die ausgeschriebenen Umlagen jederzeit einzuheben. 3.) Der Beschluss des Gemeindeausschusses von Schruns vom 12.4. 1924 Pkt. 2.), wornach die Systemisierung einer Rechnungsstelle von Seite des Standes und Forstfondes Montafon, sowie der Montafoner Brandassekuranz angeregt wurde, wird zur Kenntnis gebracht und einstimmig beschlossen, auf Systemisierung dieser Stelle einzugehen. Auf Grund dieser Systemisierung wird beschlossen, diese Rechnungssteile dem bisherigen Rechnungsbeamten Ganahl Josef definitiv zu verleihen. Die diesbezüglichen Bezüge sind nach Dienstzeit und analog der Besoldung der Landes- und Bundesbeamten im Rahmen der einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen auszuzahlen. Auf Grundd des vorliegenden Vorschlages der Gewerkschaft der Vorarlberger Gemeindeangestellten werden diese Bezüge für Ganahl Josef mit monatlich........Kr. 1.910.000.-- mit dem Stichtage 1. März 1924 festgesetzt. 4.) Die Verordnung der Bezirkshauptmannschaft Bludenz vom 27. März 1924 Zl. 177/1 F. über die Regelung der Waldaufsehergehalte wird verlesen und zur Kenntnis genommen. 5.) Der Antrag der Allgemeinen Versicherungs-Aktien-Gesellschaft "Donau" auf Genehmigung von Mehr- bezw. Nachversicherungen von Seite ihrer Geschäftsteile zu den abgeschlossenen Versicherungsbeträgen der Montafoner Gebäude-Brandversicherungsanstalt wird unter den gegenwärtigen Verhältnissen abgelehnt und einstimmig beschlossen, sich in diesem und ähnlichen Fällen an die einschlägigen Bestimmungen der Statuten zu halten 6.) Ein Antrag der Einbruch-und Feuerversicherungsgesellschaft für die Alpenländer Graz auf Eingehung einer Ruckversicherung durch die Montafoner Gebäude-Brandversicherungsanstalt wird abgelehnt. [-2-] 7.) Ein Bericht der Bezirkshauptmannschaft Bludenz vom 26.2. 1924 Zl. 2450/25 betreff Bewilligung zur Errichtung eines Sprengmittelverbrauchsmagazins auf Gp.Nr. 368 K.G. St. Anton, durch die Firma Gebr. Battlogg, Gipssteinbruch St. Anton, wurde zur Kenntnis genommen und die Herren Bitschnau Franz Josef Vandans und Bitschnau Engelbert - Bartholomäberg ermächtigt, den Sachverhalt zu erheben und bezüglich des PachtSchillings zu unterhandele, und bei der nächsten Standesausschußsitzung zu referieren. 8.) Das Ansuchen des Elektrizitätswerkes Schruns um die Bewilligung zum Einbaue eines Ria Transformators im sogenannten Menagelokale in Schruns wird unter der Bedingung erteilt, dass diese Einrichtung auf Verlangen des Standes Montafon kostenlos für letzteren entfernt werden muss und ist vom genannten Werke ein diesbezüglicher Revers auszustellen. 9.) Ein Offert des Bayerischen Hüttenamtes Sonthofen auf Anschaffung eines Automobilsteinbrechers für die Konkurrenzstrasse Bludenz-Partenen wird zur Kenntnis gebracht und in Behandlung gezogen. Auf Grund einer Mitteilung des Herrn Standesrepräsentanten dass derartige Maschinen vom Landesbauamte in Bregenz angeschafft werden und zur Verbesserung von Kommunikationen im Lande Vorarlberg leihweise zur Verfügung gestellt werden, wurde einstimmig beschlossen, einstweilen von einer Anschaffung Umgang zu nehmen und die betreffenden Akten dem Strassenkonkurrenzausschusse zur weiteren Verfügung zurückzustellen. 10.) Der Antrag der Handelsgewerbegenossenschaft für den Gerichts Bezirk Montafon in Schruns und des Gewerbebundes Montafon, Ortsgruppe Schruns, auf Einführung eines Gemeindeblattes für das Tal Montafon wird eingehend beraten. Die diesbezüglich früher gemachten Erfahrungen wirken für die Ablehnung und in Anbetracht des Umstandes, dass die Verhältnisse seither keine günstigere Wendung erfahren haben, wird trotz der Vorteile, die ein derartiges Unternehmen bieten würde, einstimmig beschlossen, diesen Antrag einstweilen zurückzuweisen. 11.) Das Ansuchen des Herrn Richard Sannwald, Fabrikant in Bregenz um Zuweisung eines Brennholzloses von 6 RM. aus vorhandenem Abgangsholze gegen Entrichtung des ortsüblichen Kaufspreises wird bewilligt. 12.) Dasselbe Ansuchen des Herrn Robert Meissel, Rayons-Inspektor in Gargellen wurde unter den gleichen Bedingungen ebenfalls bewilligt. 13.) Dem Abbrändler, Herrn Josef Fitsch Bauer in St. Gallenkirch, wird über Ansuchen in Berücksichtigung seines Unglückefalles und seiner notdürftigen Lage vom Stande Montafon eine Unterstützung von 2 Millionen Kronen gewahrt. 14. Dem durch Lawinenniedergange schwer geschädigten Herrn Rudolf Rudigier, Bauer in Gaschurn, wurde über Ansuchen vom Stande Montafon in Anbetracht des erfolgten Unglückes und erwiesener Dürftigkeit eine Unterstützung von 300.000.- Kr. bewilligt. 15.) Das Ansuchen um Gewährung einer Unterstützung des durch Lawinen geschädigten Herrn Alois Pfeifer, Bauer in Gaschurn, wurde abgewiesen, da eine entsprechende Dürftigkeit nicht erwiesen erscheint. 16.) Anfragen und Anregungen zwecks Errichtung eines Viehversicherungsvereines im Tale Montafon wurden eingehend besprochen und da für dieses Unternehmen gerade keine besonderen Sympathien sich geltend machen, wurde beschlossen, vorerst über die Geneigtheit der Landwirte zu sondieren und sodann bei einer späteren Sitzung weitere Beratungen zu pflegen. 17.) Mit der Auflassung des Pflanzgartens in Vandans und der Neuerrichtung eines solchen auf Bartholomäberger Standesgebiet erklärten sich die Herren Standesvertreter einverstanden. Die Herstellung des Pflanzgartens sowie dessen Instandhaltung wird der Forstverwaltung überlassen und stimmen die anwesenden Herren Standesvertreter einer entsprechenden Subventionierung zu. [-3-] 18.) Dem Marent Ferdinand, Bauer in Tschagguns, wird über sein Ansuchen um Verwertungsbewilligung des aus dem Lawinenunglücke auf seinem Maisässe Vollsporn geretteten Nutzholzes jeder Art die erbetene Bewilligung erteilt mit nachstehenden Weisungen: Das neue Schindel- und Sägholz, bezw. die neuen Schindeln, sowie Bretter hat Bittsteller für seine Heimat Haus Nr. 23/24 im Loch, Gemeinde Tschagguns, zu verwenden. Das von Herrn Anton Zimmermann, Bauer in Tschagguns, sowie von Herrn Johann Josef Thöny, Bauer in Tschagguns zur Wiederinstandsetzung ihrer ebenfalls durch Lawinen zerstörten Maisäßgebäude in Vollsporn benötigte Nutzholz ist denselben in erster Linie gegen angemessene Vergütung zu verabfolgen. Der Verkauf des übrigen Holzes ist nur innerhalb der Gemarkungen des Tales Montafon gestattet. 19.) Die vakante Wasenmeisterstelle ist zur Neubesetzung auszuschreiben und sind die diesbezüglichen Ansuchen bei der nächsten Standesausschußsitzung zur Entscheidung vorzulegen. 20.) Für das an Herrn Ingenieur Jäger Karl verabfolgte Lattenholz aus Standeswaldungen in Vandans sind Kr. 150.000.- pro Festmeter am Stock in Anrechnung zu bringen. 21.) Behufs Feststellung des Eigentums des Lawinenholzes auf der Stelle " Partenen, sowie Verwertung dieses Holzes werden Herr Standesrepräsentant Wachter und Herr Gemeindevorsteher Flöry ermächtigt, die erforderlichen Vorkehrungen zu treffen. 22.) Zwecks Anlage eines Wasserreservoirs ob der Riefen, Gemeinde Gaschurn, zur Speisung einer Trinkwasserleitung auf Standesgrund wird Herr Standesrepräsentant ermächtigt, diese Angelegenheit zu regeln und zum Abschlüsse zu bringen, 23.) Für das von der Gemeinde St. Gallenkirch zum Kaufpreise bezogene Nutzholz sind pro FM. 180.000.- Kr. zu bezahlen. Schruns, am 24. April 1924. [Unterschriften der Standesausschüsse]
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19240307_SV_Talvermessung_St.Anton_19240325 StandMontafon 1924-03-07 Zl 215 Herr Gemeinde-Vorsteher und Standesrepräsentant Schruns Bezugnehmend photographischer Aufnahme des Tales Montafon von einem Luftfahrzeuge aus, zwecks Aufstellung des Waldwirtschaftsplanes wurde in der hiesigen Gemeinde-Ausschußsitzung am 22./3. 24 referiert ["Reverirt"] und auf Grund der raschen und billigeren Durchführung einhellig zugestimmt. Battlogg, Vorsteher St. Anton, den 25./3. 24 _______________________________ | | | STAND MONTAFON | | Eingelangt am 26./3.1924 | | Zahl 245 St. | | | _______________________________
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19240307_SV StandMontafon 1924-03-07 [-1-] Protokoll o-o-o-o-o aufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 7. März 1924 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter -o-o-o-o-o-oMit Einladung vom 3. März 1924 Zl. 145/St wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesausschußsitzung anberaumt, zu welcher erschienen sind 9 Standesausschüsse und Ersatzmänner. Nach Eröffnung der Sitzung durch den Vorsitzenden und dem Erklären der Beschlussfähigkeit wird das Protokoll der letzten Sitzung in Vorlage gebracht. Die Genehmigung erfolgt ohne vorherige Verlesung, da jede Gemeinde bereits mit einer Abschrift behufs ortsüblicher Verlautbarung beteilt wurde, daher die Herren Gemeindevorsteher bezw. Standesvertreter von dessen Inhalt in Kenntnis gesetzt sind. Da keinerlei Einwendungen erhoben werden, erfolgt die allseitige Fertigung, worauf in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen wird, und werden gefasst nachstehende Beschlüsse: -o-o-o-o-o- 1.) Um eine rasche Beendigung der Arbeiten zur Herstellung eines Wirtschaftsplanes für die Montafoner Standeswaldungen zu erzielen, erfolgt von Seite der Vorarlberger Landesregierung bezw. des Landesforstinspektorates eine Weisung behufs photographischer Aufahme der Montafoner Standeswaldungen, bezw. des ganzen Tales von einem Flugzeuge aus. Bei der heutigen Standesausschußsitzung erscheinen die Herren Hofrat Henrich und Landesrat Neier, um im Gegenstande umfassende Aufklärungen zu erteilen und einzuschlagende Webe zu weisen. In überzeugender Weise führt Herr Hofrat Henrich in ungefähr einstündiger Rede die Notwendigkeit der Ausarbeitung eines Wirtschaftsplanes und die Beschaffung der hiezu notwendigen Behelfe aus. Klar legt Herr Hofrat die Grundlagen des Wirtschaftsplanes dar und berechnet als Basis desselben die Grundfläche und deren Bestand. Da nun durch den Steuerkataster die Hauptgrundlage, das ist die Fläche, ungenau angeführt erscheint, kann nur durch Neuaufnahmen diesem Übelstände abgeholfen werden, wozu jedoch viel Zeit und grosse Auslagen erforderlich sind. Nach den bisherigen Leistungen zu schliessen, dürfte die Aufstellung des Wirtschaftsplanes sicherlich noch 6 bis 7 Jahre dauern, wobei während dieses Zeitraumes alle Veränderungen im Walde durch Schlägerung und sonstige Ereignisse evident, gehalten werden müssen. Durch die Erfindung der stereophotogrametrischen Geländevermessung vom Luftflugzeuge aus ist ein Behelf geschaffen, der gegenständliche Arbeiten erleichtert, vereinfacht und verbilligt. Schwer zugängliche, ja unzugängliche Terraingestaltungen können auf diese Art einwandfrei kartographisch bearbeitet werden, was sonst nur mit sehr grossen finanziellen Opfern möglich ist. Vereinzelt liegende Waldbestände, die in die Alpenregionen reichenden Waldreste, ja sogar einzelne Baumgruppen können durch diese Vermessung einwandfrei bestimmt werden. Die aus dem photographischen Bilde mittelst Maschinen gezeichneten Karten zeigen jede Veränderung des heutigen Standes an Waldland gegenüber dem Kataster. Die Herstellung der Grundlage des Wirtschaftsplanes kann durch die Flugzeugaufnahmen in denkbar kürzester Zeit erfolgen. Die Genauigkeit der Bilder und Karten ist garantiert und kann mit anderen Instrumenten keineswegs erreicht werden. Auf den gewonnenen Bildern ist für den Betriebseinrichter jede Verschiedenartigkeit der Bestände erkenntlich. Er ersieht hieraus die geringste Blösse. Die Verschiedenartigkeit der Holzart, wie Nadelholz, Laubholz, Fichte, Lärche, Kiefer, Krummholz. Selbst Baumhöhenmessungen lassen sich aus diesen Bildern [-2-] durch die Schattenlänge genau ermitteln. Da in die Karte durch den Apparat auch alle Schichtenkurven eingetragen werden können, erhält die Karte zur Beurteilung der Holzablieferungsmöglichkeit, der Anlage von Waldungen, Wiesen und s.w. einen ungeahnten Wert. Die Gesamtkosten bewegen sich in folgenden Grenzen: Bei einfacher Ausarbeitung der Karte 20 Goldpfennige pro 1 Hektar Aufnahmeflache. Bei Ausarbeitung bis in's Detail 50 Goldpfennige pro 1 Hektar Aufnahmefläche. Nach dem Kataster beträgt die Gesamtwaldfläche Montafons 10611 ha. die Fläche der 8 Gemeinden Montafons ................... 44719 ha. Wäre nun die Gesamtfläche der Waldungen zusammenhängend, ergeben sich nachstehende 4 Variationen: 11000 ha. zu 20 Goldpfennig -2200 G.M. a 16000 Kr.ist 35.200.000.- Kr. 11000 " " 50 " -5500 " 88.000.000.- Kr. 45000 " " 20 45000 " " 50 " -9000 " " -22500 " 144.000.000.- Kr. 360.000.000.- Kr. Nach diesen Ausführungen kennzeichnet Herr Landesrat Neier in unverbindlicher Weise den Standpunkt der Landesregierung. Er erkennt die hoch einzuschätzenden Vorteile des Projektes an und da dessen Ausführung nur vom Kostenpunkte abhängt, drückt er seine persönliche Überzeugung dahin aus, dass die Realisierung die erforderlichen Opfer wert sei. Die Landesregierung habe jedoch nur für eine möglichst genaue Gesamtaufnahme Interesse und könne daher auch nur die IV. Variation der Kostenaufstellung in Betracht kommen, in welchem Falle jedoch die Finanzierung aus Landesmitteln hinreichend und entsprechend ermöglicht werden müsse. Bindende Zusagen können selbstverständlich nicht gemacht werden, doch dürfte der Stand Montafon auf ein das Unternehmen sicherndes Entgegenkommen rechnen. Wahrscheinlich dürfte ein Ausgleich in der Weise zu finden sein, dass der Stand, bezw. der Forstfond Montafon nur für die Ausführung jener Arbeiten aufzukommen hätte, welche sich auf die Waldungen, also sowohl Standes- wie Privatwaldungen beziehen. Ein unverzinsliches Darlehen mit einem Rückzahlungstermine von 10 fahren könne in Aussicht gestellt werden. Herr Standesrepräsentant Wachter äussert sich im Gegenstande dahin, dass eine richtige Beurteilung des Werkes vom Standpunkte des Laien aus unmöglich sei, doch müsse den Ausführungen gewiegter Fachmänner das vollste Vertrauen entgegen gebracht werden und da auch die Landesregierung so grosses Interesse an der Sache nehme, wäre es nicht gerechtfertigt, wenn der Stand bezw. der Forstfond Montafon sich ablehnend verhalten würde. Auch Herr Gemeindevorsteher und Standesvertreter Bitschnau von Bartholomäberg schliesst sich diesem Gutachten an und hebt hauptsächlich hervor, dass wenn durch diese photographischen Aufnahmen und Kartenherstellungen die Kosten für Ausarbeitung des Wirtschaftsplanes entsprechend verringert werden, kein Grund für die Nichtausführung bestehe. Im Prinzipe erklären sich auch die übrigen Herren Standesvertreter einverstanden und wird behufs Einholung genauerer Zusagen und eventueller Informationen die Wahl eines Ausschusses, bestehend aus dem Herrn Standesrepräsentanten Wachter Franz - Schruns, dessen Stellvertreter Jochum J. G. - Tschagguns und Standesvertreter Düngler Franz - St. Gallenkirch in Vorschlag gebracht, welchem Vorschlage einhellig zugestimmt wurde. 2.) Ein Bericht der Landesforstinspektion Bregenz betreff Niedergang einer Lawine von Valsott und der Lokalität Rotze am Eingang in's Gargellental und entsprechende Weisungen auf Verbauung des Lawinenstriches wird zur Kenntnis gebracht. Herr Hofrat Henrich referiert im Gegenstände und hebt besonders die Gefahr für die tiefer liegenden Standeswaldungen hervor. Herr Hofrat sagt die Unterstützung in der Höhe der Arbeitskosten zu. In Anbetracht der bedeutenden Unterstützung, sowie der grosssen Vorteile wird einstimmig beschlossen, diese Verbauung tunlichst zu fördern und hauptsächlich dahin zu trachten, die in Betracht kommenden Lokalitäten, welche sich in Privatbesitz [-3-] befinden, für gegenständlichen Zweck käuflich zu erwerben, wozu Herr Hofrat bemerkt, dass gegebenen Falles, wenn notwendig, im Enteignungswege vorgegangen werden kann. Herr Standesvertreter Düngler Franz - St. Gallenkirch wird ersucht, sich über die Erwerbsverhältnisse der diesbezüglichen Realitäten zu informieren und ehe tunlichst Bericht zu erstatten. Die allgemeine Zustimmung erfolgt umso williger, als Herr Hofrat weitestgehende Unterstützung zusichert. 3.) Über Einladung des Herrn Josef König in Bregenz begibt sich der Standesausschuss zu einer Vorführung des Feuerlöschapparates "Total" auf dem Kirchplatze. Etwa 10 Kisten wurden neben- und aufeinander gestellt mit 10 kg Teer und 4 Kg Benzin getränkt. Angezündet entwickelte sich momentan ein kolossales Feuer, welches unter Anwendung des Feuerlöschers ziemlich bald eingedämmt wurde. Die vollständige Löschung der mit Teer und Bezin gespeisten Flammen erforderte einige Minuten. Im Grossen und Ganzen konnte man folgern, dass ein im Entstehen begriffener Gebäude- bezw. Mobilienbrand durch gegenständliches Löschverfahren bewältigt werden kann. 4.) Ein Ansuchen des Emil und der Kunigunde Rudigier, Bauersleute aus Gaschurn um Verkaufsbewilligung von Abbruchholz wird unter der Bedingung Folge gegeben, dass bezüglich des Abbruchobjektes für immerwährende Zeiten auf jeden Holzbezug aus Standeswaldungen verzichtet wird und das gewonnene Abbruchholz nur im Tale Montafon zur Veräusserung gelangt. 5.) Unter denselben Bedingungen wird auch das Ansuchen der Kuratie Gortipohl genehmigt, wobei es sich um Abbruchholz von einem abgetragenen Speicher handelt. 6.) Dae Ansuchen des Rudolf Rudigier und Alois Pfeifer, Bauersleute aus Gaschurn, um Stockgeldnachlass wird einer eingehenden Behandlung unterzogen, welche das Resultat zeitigte, dass im Prinzip von jedem Stockgeldnachlass Umgang genommen werden müsse, da einesteils durch die Montafoner Brandschadenversicherungsanstalt Gelegenheit geboten ist, entsprechende Versicherung zu erlangen, andererseits auch bei anderen Elementarunfällen die Grenzen der Begünstigungsnotwendigkeit nur schwer gezogen werden können, daher auch keine Präjudiz geschaffen, werden, dürfe. 7.) Das Ansuchen der Gemeinde St. Gallenkirch um Bezugsbewilligung von 50 Fm, Nutzholz zum Umbaue der sogenannten Tanzlaube wird in Beratung gezogen und wird in Berücksichtigung des Umstandes, dass diese Tanzlaube eingeforstet ist, der Bezug der Hälfte des angesprochenen Holzes zum Stockgeldpreise begutachtet, während die andere Hälfte nur gegen Entrichtung des jeweiligen Holzkaufpreises ausgefolgt werden kann, da eine bedeutende Erweiterung des Bauobjektes erfolgt. 8.) Dem Herrn Ruider [?] Karl, Bauer in Bartholomäberg, wird über erfolgtes Ansuchen die Bewilligung erteilt, aus abgängigen Standesholz 8 R.M. Brennholz, zur Deckung seines Haus- und Gutsbedarfes gegen Entrichtung des üblichen Kaufpreises zu beziehen. 9.) Zufolge Ansuchens des Konsumvereins in Vandans wird hiemit die Einwilligung ausgesprochen, zu einem Magazinsbaue zum Hause Nr. 44 aus vorhandenem Abgangsholze in Standeswaldungen ungefähr 23 Fm. Nutzholz beziehen zu dürfen, wofür jedoch der jeweilige ortsübliche Kaufspreis zu entrichten ist. 10.) Die Ansuchen des Finanzwache-Kommissärs Herrn Anton Wurzer und des Zollwachbeamten Herrn Josef Bohler, beide in Gargellen, werden zur Kenntnis gebracht und analog vorheriger Fälle wird beschlossen,dem Ersteren den Bezug von 6 R.M. und Letzterem einen solchen von 4 R.M. zu bewilligen, jedoch nur gegen Bezahlung des entsprechenden Kaufspreises. 12.) Dem Herrn Tschabrun Franz, Bauer in Vandans, wird aus vorhandenem Abgangsholze in Standeswaldungen 6 R.M. Brennholz zur Deckung seines Haus- und Gutsbedarfes zum Bezuge bewilligt. Unter einem wird die Genehmigung ausgesprochen, im Relstale ungefähr 20 RM Abgangsholz in Standeswaldungen sammeln und zum Zwecke des Kalkbrennens verwenden zu dürfen. Für sämtliche Bezüge ist ein entsprechender Kaufpreis zu entrichten. [-4-] 13.) Die Bewilligung der Bezirkshauptmannschaft Bludenz vom 26.2. 1924 Zl. 2450/25 an die Firma Gebrüder Battlogg, Gipsbruch in St. Anton zur Errichtung eines Sprengmittelverbrauchsmagazins im Standeswalde Gp. 368 in St. Anton, wird zur Kenntnis gebracht und beschlossen, über die bezüglichen Rechtsverhältnisse genaue Erhebungen zu pflegen, womit die Herren Standesvertreter Bitschnau Franz Josef - Vandans und Bitschnau Engelbert Bartholomäberg betraut werden. Über das Resultat dieser Informationen ist bei der nächsten Standesausschußsitzung Bericht zu erstatten. 14.) Das Ansuchen des Fitsch Josef, Bauer in St. Gallenkirch, um Anerkennung einer nachträglichen Brandschadenversicherungs-Erhöhung anlässlich seines Hausbrandes muss aus dem Grunde abwiesen werden, da durch eine eventuelle Bewilligung die unangenehmsten Inkonsequenzen für die Zukunft entstehen könnten. Angeregt durch verschiedene Ansuchen auf Inanspruchnahme des Standes, sowie des Forstfondes Montafon wird die Notwendigkeit betont, dass in Fällen besonderer Dürftigkeit Ausnahmen zulässig sein sollen. Es wird denn auch beschlossen, von eventuellen Begünstigungen bezüglich Stockgeldnachlassen, Brandschadenunterstützungen etc. ein für allemal abzustehen, jedoch soll es Bedürftigen keineswegs unbenommen bleiben, Unterstützungsansuchen einzustellen, worauf nach Umfang der Unterstützungswürdigkeit tunlichste Berücksichtigung Platz greifen kann. 15.) Herr Standesrepräsentant teilt mit, dass zufolge späterer Anregungen die Statuten einer Mobilienbrandversicherung ausgearbeitet werden und nach Überprüfung derselben an die Konstituierung einer solchen Anstalt geschritten werden könne. Diesem Unternehmen wird allseitiges Interesse entgegen gebracht u. behufs Überprüfung der geplanten Statuten wird ein Ausschuss, bestehend aus den Herrn Standesrepräsentant Wachter Franz- Schruns, dessen Stellvertreter J. G. Jochum - Tschagguns u. dem Standesvertreter Franz Düngler - St. Gallenkirch gewählt. 16.) Um im Falle eines Brandunglückes in der Lage zu sein, eventuelle Schadenersätze sofort auszahlen zu können, wird hiemit die Bewilligung erteilt, auf Rechnung der Montafoner Feuerversicherungsanstalt bei der Spar- und Darlehenskasse für Montafon in Schruns einen Kredit bis zu 200 Millionen eröffnen zu dürfen. Die Begleichung derartiger Darlehen hat längstens innerhalb eines Jahres zu erfolgen. 17.) Um in die Durchführung der Brandschadenversicherung in ganz Montafon eine Gleichartigkeit bringen zu können, erstattet der Herr Standesrepräsentant den Vorschlag, in jeder Gemeinde einen geeigneten Ausschuss aufzustellen, welcher von der Vereinsleitung die erforderlichen Instruktionen einzuholen und sodann sämtliche Versicherungen, in der Gemeinde zu überprüfen und nötigenfalls richtigzustellen hat. 18.) Herr Standesrepräsentant erstattet Bericht über den Stand der Verhandlungen betreff Warenumsatzsteuer auf Brennholzbezüge aus Standeswaldungen und teilt mit, dass gegenwärtig die ganze Angelegenheit bei der Landesregierung in Bregenz anhängig gemacht wurde, welche ihre Intervention zugesichert hat. 19.) Herr Standesrepräsentant teilt mit, dass Herr Ing. Karl Jäger das Ansuchen gestellt hat, seinen allfälligen Bedarf an Nutzholz aus Abgangsholz in Standeswaldungen gegen entsprechende Schadloshaltung zum jeweiligen Kaufwerte decken zu dürfen. Dieser Holzabgabe wird, so weit der Vorrat an Abgangholz hinreicht, einhellig zugestimmt. 20.) Um die laufenden Ausgaben, für Stand und Forstfond Montafon pro 1924 decken zu können, wird einstimmig beschlossen, eine Voreinzahlung zur Ausschreibung zu bringen und zwar: Für den Forstfond Montafon mit ...... 50.000.000.-Für den Stand Montafon mit .......... 25.000.000.-- Schruns, am 12. März 1924 [Unterschrift der Standesvertreter]
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19231229_SV StandMontafon 1923-12-29 [-1-] Protokoll o-o-o-o-o aufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 29. Dezember 1923 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter -o-o-o-o-o-oMit Einladung vom 21. Dezember 1923 Zl. 705/St wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesausschußsitzung anberaumt zu welcher erschienen sind 7 Ausschüsse bezw. Ersatzmänner. Nach Eröffnung der Sitzung durch den Vorsitzenden und dem Erklären der Beschlussfähigkeit wird das Protokoll der letzten Sitzung in Vorlage gebracht. Die Genehmigung erfolgt ohne vorherige Verlesung, da jede Gemeinde bereits mit einer Abschrift behufs ortsüblicher Verlautbarung beteilt wurde und daher die Herren Gemeindevorsteher, bezw. Standesvertreter von dessen Inhalt in Kenntnis gesetzt sind. Da keinerlei Einwendungen erhoben werden, erfolgt die allseitige Fertigung. Bevor jedoch in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen wird, bringt Herr Standesrepräsentant den neu ausgearbeiteten Sanitätsvertrag zur Kenntnis und knüpft sich hieran eine längere Debatte. Anstoss erregt die Fassung bezw. der Inhalt der §§ 6 und 7, da hierin eine Beeinträchtigung der Allgemeininteressen des ganzen Tales erblickt wird. Nachdem es endlich geglückt ist, eine chirurgische Abteilung im St. Josefsheim der Gemeinde Schruns zu schaffen, soll gerade dieses Unternehmen vor jeder Hemmung, oder die Operationen beeinflussenden Eingriffe bewahrt werden. Die Rechte, welche dem Gemeindearzte auf Grund der diesbezüglichen sanitären Bestimmungen gewährleistet erscheinen, sollen keinesfalls gekürzt werden, doch irgend welches Verfügungsrecht über die Anstalt und deren Einrichtung, insoweit es die Aufnahme von Kranken und deren Behandlung anbelangt, soll Sache des Eigentümers sein und bleiben. Demzufolge steht das Verfügungsrecht nur dem Besitzer zu und soll diesbezüglich jedem Arzte das gleiche Verfügungsrecht eingeräumt werden. Dieser Anschauung schliessen sich sämtliche Standesvertreter mit dem Entschlüsse an, für diese Benützungsart im Interesse der Bevölkerung Montafons einzustehen. Bei den nun folgenden Beratungen werden gefasst, nachstehende Beschlüsse: -o-o-o-o-o- 1.) Der Vorschlag der Gemeinde St. Gallenkirch betreff Versteigerung von abgängigem Standesholz wird vertagt, da die Durchführung einer derartigen Aktion gegenwärtig untunlich erscheint. 2.) Zufolge einer Anregung des Waldaufsehers Herrn Christian V Vallaster in Bartholomäberg um Verabfolgung von abgängigem Standesholz an Brennholzbezugsbedürftige wird einstimmig beschlossen, dieser Holzbeteiligung die Genehmigung zu erteilen. 3.) Dem Ansuchen des Herrn Hans Schratt, Jagdaufseher in Gargellen um Zuweisung von 12 R.M. Brennholz wird dahin entsprochen dass ihm dieses Holzquantum aus Abgangsholz zum Tagespreise verabfolgt werden kann. 4.) Über Ansuchen der Hotelverwaltung Madrisa in Gargellen können derselben 14 Telegrafenstangen gegen Entrichtung des üblichen Kaufpreises verabfolgt werden. 5.) Dem Gendarmerie-Inspektor Herrn Karl Girardi in St. Gallenkirch wird die einmalige Bewilligung erteilt, 6 R.M. Brennholz aus Abgangsholz gegen Entrichtung des üblichen Kaufpreises beziehen zu dürfen. 6.) Das Ansuchen der Herrn Lorenzin Hermann u. Klehenz Mton, sowie der Frau Schnarf Johanna aus St. Gallenkirch um Überlassung von 14 Masten zu einer elektrischen Stromleitung gegen Entrichtung des üblichen Holzpreises wird Folge gegeben. [-2-] 7.) Die Ansuchen des Herrn Christian Stüttler, Bauer am Gamplaschg und der Witwe Stüttler Anna, Bäuerin am Gamplaschg in Schruns, um Nachlass einer Schadenersatzleistung werden abgewiesen, da im ersteren Falle die Alpinteressenten von Innerkapell aufzukommen haben und in letzterem Falle eine momentane Dürftigkeit insoweit berücksichtigt werden kann, als eine einhalgjährige Zahlungsfrist gewährt wird. 8.) Das Ansuchen der Maisässinteressenten von Grandau, Gemeinde St. Gallenkirch, wird behufs Einholung weiterer Informationen vertagt. 9.) Ein Ansuchen der Konkurrenzstrasse Bludenz-Partenen um Bewilligung zum Bezuge von 30 F.M.Bau-,Schindel-und Sägholz aus Standeswaldungen in St. Gallenkirch zum Tagespreise ist begutachtend der Bezirkshauptmannschaft Bludenz in Vorlage zu bringen. 10.) Dem Herrn Durig Franz Josef^Bauer in Tschagguns, wird die Bewilligung erteilt, sein Maisässlos per 3 R.M. für die Heimat Haus Nr.128 in Tschagguns verwenden zu dürfen, für welche Begünstigung er auf das auf die Heimat entfallende Brennlos Verzicht leistet. 11.) Die Weisungen der Vorarlberger Landesregierung in Bregenz vom 3. Dezember 1923 V-Zl. 825/74 an den Strassenkonkurrenz-Ausschuss Bludenz-Partenen betreff Ausführung von Brückenverstärkungen zur Erleichterung und Sicherung des Autoverkehrs auf der Montafoner KonkurrenzStrasse Bludenz-Partenen wird zur Kenntnis gebracht und diesbezüglich Nachstehendes beschlossen. In Anbetracht der Tatsache dass für den Verkehr von Personenautos kein Anstand obwaltet, für Lastautos aber um so weniger ein Bedürfnis vorhanden ist, also der Lastentransport auf der Montafonerbahn ungehindert bewerkstelligt werden kann und die erforderlichen Mehrkosten unter gegenwärtigen Verhältnissen unerschwinglich sind, ist einstweilen von den vorgeschlagenen Reparaturen abzusehen. Dies ist durch den Strassenkonkurrenzausschuss der geehrten Landesregierung zur Kenntnis zu bringen. 12.) Die vorliegenden Offerte behufs Beschaffung einer Steinbrecher-Maschine werden zur Kenntnis gebracht und eingesehen. Da nun während der Wintermonate die Verwendung einer solchen Maschine unmöglich erscheint und die Anschaffung mit ausserordentlich grossen Kosten verbunden ist, wird die Realisierung dieser Angelegenheit bis zur Konstatierung des kommenden Standesausschusses vertagt. 13.) Dem Herrn Reinhard Ganahl, Schustermeister in Schruns wird die Bewilligung erteilt, im Parterre des Standesgebäudes Nr. 27 gegen die Talstrasse an der oberen Seite ein Schaufenster anzubringen. Dasselbe ist gegen Widerruf in kürzester Zeit zu entfernen und der alte Zustand auf Kosten des Genannten wieder herzustellen, zu welchem Zwecke ein Revers auszustellen ist. 14.) Dem Antrage der Herrn Gebr.Ganahl H.Nr.173 und Frau Regina Büsch H.Nr. 425 in Schruns um Aufnahme in die Montafoner Brandassekuranz kann erst nach Regelung der Versicherungsverpflichtung dieser Parteien einer auswertigen Versicherungsanstalt gegenüber Stellung genommen werden. 15.) Dem Erhard Anton, Bauer in Silbertal, wird zum Wiederaufbaue seines abgebrannten Stalles die Bewilligung erteilt, sein aus Standeswaldungen zum Bezuge zuerkanntes Nutzholz gegen Privatholz aus der Eigentumswaldung des Herrn Christian Gantner Viehhändler in Schruns umtauschen zu dürfen. Zur Überwachung und Durchführung dieses Umtausches wird Herr Gemeindevorsteher Anton Fritz von Silbertal und Herr Waldaufseher Benedikt Loretz von Silbertal bestimmt. [-3-] 16.) Die von Herrn Sägewerksbesitzer Franz Galehr in Schruns gewünschte Bestätigung betreff von Standesholzbezügen aus Silbertaler Standeswaldüngen wird in der vorliegenden Form nicht genehmigt und bleibt die Regelung dieser Angelegenheit dem Herrn Standesrepräsentanten überlassen. [Unterschrift der Standesvertreter]
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  2. standesprotokolle
  3. standesausschuss
19231103_SV StandMontafon 1923-11-03 [-1-] Protokoll o-o-o-o-o aufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 3. November 1983 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter Mit Einladung vom 29. Oktober 1923 Zl. 478/St. wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesausschußsitzung anberaumt, zu welcher erschienen sind 9 Standesausschüsse bezw. Ersatzmänner. Nach Eröffnung der Sitzung durch den Vorsitzenden wird das Protokoll der letzten Sitzung vom 21.7.1923 in Vorlage gebracht. Die Genehmigung erfolgt ohne vorherige Verlesung, da jede Gemeinde bereits mit je einer Abschrift behufs ortsüblicher Verlautbarung beteilt wurde und daher die Herren Gemeindevorsteher, bezw. Standesvertreter von dessen Inhalt in Kenntnis gesetzt sind. Da keinerlei Einwendungen erhoben wurden, erfolgt die allseitige Fertigung, worauf in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen wird u. werden gefasst, nachstehende Beschlüsse: Eine Zuschrift des Bundeskanzleramtes Wien vom 13.9.1923 Zl 48053 Abt. 11 betreff Montafoner Brandassekuranz Statuten wird durch den Herrn Standesrepräsentanten zur Verlesung gebracht. In dieser Zuschrift wird die Genehmigung erwähnten Statuts angekündigt und die Weisung erlassen, behufs Erlangung der Sanktion durch die Vorarlberger Landesregierung die mit verschiedenen Neuerungen ausgearbeiteten Satzungen nochmals einer Beratung und Beschlußfassung durch den Standesausschuß zu unterziehen. Der Herr Vorsitzende bringt sodann die Satzungen mit den von der Bundesregierung beantragten Abänderungen zur Verlesung, wobei hauptsächlich die Bestimmungen des § 26 nicht die allgemeine Zustimmung finden könne. Zitierter § lautet wie folgt: "Gegenstand der Versicherung können alle im Vereinsgebiete gelegenen Gebäude sein. Die Gebäude werden bei Abschluss der Versicherung nach dem Gefahrenumfange in 3 Klassen eingereiht und zwar: I. Klasse: Massivbauten mit harter Bedachung. II. Massivbauten mit weicher Bedachung und Holzbauten mit harter Bedachung. III. Holzbauten mit weicher Bedachung. Bei Ausschreibung der Umlage sind die Gebäude der I. Klasse mit dem einfachen, die der II. Klasse mit dem doppelten und die der III. Klasse mit dem dreifachen Betrage der Versicherungssumme in Rechnung zu ziehen." Die Opposition äussert sich vorwiegend in dem Sinne, dass die Bevölkerung an den allzugrossen Abständen, bezw. Unterschieden in der Klassenbewertung Anstoss nehme und hiedurch dem Institute unbeabsichtigt grosster Schaden zugefügt werde. Damit nun aber die Sanktionierung der Statuten durch die Vorarlberger Landesregierung keine Verzögerung erleidet und die eheste Realisierung des Unternehmens im Interesse der Gesamtbevölkerung schnellstens durchgeführt werden kann, wird das vorliegende Statut in seiner heutigen Fassung im Sinne zitierter Verfügung des Bundeskanzleramtes einstimmig gutgeheissen und angenommen. 2.) In Berücksichtigung der Tatsache, dass in Anbetracht der im Tale vorherrschenden Bauart und der örtlichen Lage der Gebäulichkeiten im ganzen Montafon die Bestimmungen des § 26 Punkt 3 der Feuerversicherungsstatuten, wornach die Bauobjekte der II. und III. Klasse mit dem doppelten, bezw. dreifachen eventueller Kostenbetreffnisse belastet werden sollen, den vorliegenden Verhältnissen keineswegs entsprechend, wird über die Festsetzung einer gerechteren Verrechnungsgrundlage eingehend beraten. Es wird festgestellt, dass die stipulierte Begünstigung für Bauten der I. und II. Klasse, wie solche zitierter § 26 vorsieht, in keinem Verhältnisse zur Gefahrenveringerung steht. Da auch die Holzbauten zum weitaus grössten Teile vereinzelt u. abgesondert anzutreffen sind, während die Bauobjekte der I. u. II. Klasse sich meistens in Gebäudegruppen vorfinden, gleicht [-2-] sich der Gefahrenunterschied ziemlich aus. Selbstverständlich kann nicht in Abrede gestellt werden, dass geschlossenes Mauerwerk und besonders auch harte Bedachung die Feuersgerfahr veringern und Rettungsaktionen erleichtern, daher auch eine angemessene Begünstigung einhellig als vollkommen gerechtfertigt anerkannt wird. Nach eingehenden Erwägungen und gründlicher Überprüfung der Sachlage wird denn auch einstimmig beschlossen, kompetenten Ortes eine entsprechende Änderung mehrerwähnten § 26 anzustreben und nach Tunlichkeit dahin zu wirken, dass die Begünstigung für die I. und II. Klasse um wenigstens 50% veringert wird. § 26 Punkt 3 hätte daher zu lauten wie folgt: "Bei Ausschreibung der Umlage sind die Gebäude der I. Klasse mit dem einfachen, die der II. Klasse mit dem 1 1/2 fachen und jene der III. Klasse mit dem doppelten Betrage der Versicherungssumme in Rechnung zu ziehen." Unter einem ist ein Zusatz zu § 31 anzustreben, wornach eine Mehrversicherung über 15.000.- Goldkronen nur bei der Vorarlberger Landesfeuerversicherungs-Anstalt in Bregenz zulässig ist, während jede Mehrversicherung bei einer anderen Anstalt die Ungültigkeit der Versicherung bei der Montafoner Brandassekuranz zur Folge hätte. In besonders berücksichtigungswürdigen Fällen entscheidet der Standesausschuss. 3.) Zufolge eines Antrages des Herrn Oberlandesgerichtsrats Anton Marchesani auf Ablösung von zwei Ofen, welche er auf seine Kosten im I. Stocke des Gerichtsgebäudes erstellt hat, begeben sich die Herren Standesvertreter Fritz-Silbertal und Battlogg - St. Anton zur Besichtigung der Objekte und Konstatierung der Preiswürdigkeit an Ort und Stelle. Die Genannten sprechen sich über den Zustand der Ofen günstig aus und finden den Preisansatz dem Werte entsprechend keineswegs zu hoch, daher einstimmig beschlossen wird gegenständliche Beheizungsanlagen um den Höchstbetrag von Kronen 1.900.000.-- in das Eigentum des Standes Montafon zu übernehmen. 4.) Über Ansuchen des Herrn Oberlandesgerichtsrats Anton Marchesani in Schruns sind demselben zu Kanzleibeheizungszwecken 2.R.M. Brennholz aus Standeswaldungen beizustellen. 5.) Das Ansuchen des Salzgeber Michael, Krauthobelfabrikant in Tschagguns, um Zulassung zur Brandschadenversicherung seiner Betriebsanlage in der Montafoner Feuerversicherungsanstalt wird eingehend besprochen und einstimmig beschlossen, mit Ausnahme des Galehr'schen Sägewerkes keine Betriebsstätte im Tale Montafon von der Versicherungszulassung mehr auszuschliessen 6.) Eine Zuschrift der Bezirksforstinspektion Bludenz vom 16. Oktober 1923 Zl. 566/6 behufs Gewährung der Teuerungszulage an den neu ernannten Standeswaldaufseher Johann Ludwig Ganahl in Tschagguns wird zur Kenntnis gebracht und einstimmig beschlossen, die angestrebte Gewährung zu begutachten. 7.) Bezüglich der Stockgeldberechnung wird sich auf den diesbezüglichen Standesausschussbeschluss vom 12.3.1923 berufen und die Einhaltung desselben beschlossen. 8.) Herr Standesrepräsentant Franz Wachter erstattet Bericht H über den am 22.10.1923 erfolgten Verkauf von Holz aus Montafoner Standeswaldungen in Valisera, Gemeinde St. Gallenkirch, und wurde dieses Referat genehmigend zur Kenntnis genommen. 9.) Zufolge Anzeige des Strassenmeisters Herrn Anton Vallaster in Schruns über unberechtigtes Befahren der Montafoner Konkurrenzstrasse mit Lastautos durch die Firma Bierbrauerei Frastanz trotz strengen Verbotes wurde diese zu einer Geldstrafe von 1.000.000.- Kronen und zum Schadenersatze von Kr. 700.000.- verurteilt. 10.) Die Gemeinde Vandans berichtet, dass zur Herstellung von Ufer schutzbauten am rechten Ufer des Vensertobels die Wildbachverbauung sich erboten habe, 50% der Kosten zu tragen wenn die restierende Hälfte durch andere Interessenten gedeckt wird. Zufolge Referates des Herrn Gemeindevorstehers ist der Stand Montafon als Anrainer ganz vorwiegend interessiert, weshalb einstimmig beschlossen wird dass der Stand, bezw. Forstfond Montafon die Deckung von 25% der Kosten übernimmt, wenn die Gemeinde Vandans die restlichen 25% aus Gemeindemitteln zu zahlen bereit ist. [-3-] 11.) Ein Ansuchen des Franz Josef Bitschnau aus Vandans um Verkaufsbewilligung des Abbruchholzes eines kleinen Maisässhäuschens wird unter der Bedingung genehmigt, dass ein Verkauf des Holzes ausser die Gemarkung des Tales nicht gestattet ist. 12.) Zu einer Wegherstellung in den sogenannten Beerlöchern in Sarottlen, Gemeinde St. Gallenkirch werden in. Anbetracht späterer Benützbarkeit für Holzlieferungszwecken die halben Kosten vom Forstfonde übernommen, während die andere Hälfte die heurigen Holzbezugsberechtigten zu tragen haben. 13.) Den Geschwister Juen in Jetzmund, Gemeinde Bartholomäberg, kann das dem Theodor Wachter zugewiesene Brennholz zu Bauzwecken überlassen werden, jedoch ist das entsprechende Stockgeld zu bezahlen. [Unterschrift der Standesvertreter]
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19230721_SV StandMontafon 1923-07-21 [-1-] Protokoll O—O—O—O—O aufgenommen 1a der Gemeindekanzlei zu Schruns am 21. Juli 1923 vor dem gefertigtem Standesrepräsentanten Franz Wachter O—O—O—O—O-o-o Mit Einladung vom 16. Juli 1923 Zl. 334/St wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Stamdesausschußsitzung anberaumt, zu welcher erschienen sind 8 Standesausschüsse, bezw. Ersatzmänner. Nach Eröffnung der Sitzung durch den Vorsitzenden wird das Protokoll der letzten Sitzung vom 7. d. Mts. in Vorlage gebracht. Die Genehmigung erfolgt ohne vorherige Verlesung, da jede Gemeinde bereits mit je einer Abschrift behufs ortsüblicher Verlautbarung beteilt wurde und daher die Herren Gemeindevorsteher, bezw. Standesvertreter von dessen Inhalt im Kenntnis gesetzt sind. Da nun keine Einwendungen erhoben wurden, erfolgt die allseitige Fertigung, worauf in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen wird und werden gefasst nachstehende Beschlüsse: O—O—O—O—O-o 1.) Ein Vorschlag des Herrn Hofrat Henrich im Bregenz auf Einschlagung eines beschleunigten Verfahrens im Ausarbeitung des Waldwirtschaftsplanes wird in Beratung gezogen und in Anbetracht der Tatsache, dass mit Beendigung dieser Arbeiten an die Aufteilung dieser Standeswaldungen geschritten werden kann, einstimmig beschlossen, dem durch diese Unternehmungsförderung erwachsenden Kostenzuwachs nicht zu steuern. Auf Grund des Protokolls vom 12. März 1923 betreff Verbesserung der Waldwirtschaftsverhältnisse, bezw. der diesbezüglichen Beschlüsse am gleichen Tage ist zur Deckung des einschlägigen Erfordernisses sowie zur Bestreitung der Waldaufsichtskosten eine Voreinzahlung vom ca. 130 Millionen Kronen auf die interessierenden Gemeinden zu verumlagen. Auf eine Mahnung des Herrn Standesrepräsentanten auf ehetunlichste Einzahlung des angeforderten Betreffnisses, da sowohl für Ausarbeitung des Wirtschaftsplanes, wie für Entlohnung der Waldaufseher die erlaufenden Kosten zu decken sind, erfolgt die Zusage ehester Erfüllung dieser Zahlungspflicht. 2.) Ein Ansuchen des Jagdpächters Herrn Hofmann aus Zürich um Zuweisung von 40 F.M. Nutzholz aus Standeswaldungen zu einem Hüttenbau auf Montebello, Gemeinde Bartholomäberg, wird unter der Bedingung bewilligt, dass Gesuchssteller das gleiche Nutzholzquantum in tadelloser Qualität der Gemeinde Bartholomäberg aus Privatwaldungen ob dem Messwege zur Verfügung stellt, damit dasselbe an holzbezugsberechtigte Parteien verabfolgt werden kann. 3.) Dem Veterinärrat Herrn August Albrich wird sein Wartgeld im Sinne seines Ansuchens pro 1923 auf 10 Millionen Kronen jährlich erhöht. 4.) Das Ansuchen des Christian Schapler, Bauer in Vandans, um Verkaufsbewilligung von ungefähr 6 R.M. alten Stallholzes, Eigentum der m./j. Anna Schapler, wird unter der Bedingung genehmigt, dass das Holz nur an Bedürftige der Gemeinde Vandans abgegeben werden darf. [Unterschrift der Standesvertreter]
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19230707_SV StandMontafon 1923-07-07 [-1-] Protokoll aufgenommen In der Gemeindekanzlei zu Schruns am 7. Juli 1923 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter. Mit Einladung vom 4. Juli 1923 Zl. 315/St wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesausschußsitzung anberaumt, zu welcher erschienen sind die gefertigten Standesausschüsse bezw. Ersatzmänner. Nach Eröffnung der Sitzung durch den Vorsitzenden wird das Protokoll der letzten Sitzung vom 28.4.1923 in Vorlage gebracht. Die Genehmigung erfolgt ohne vorherige Verlesung, da jede Gemeinde bereits mit je einer Abschrift behufs ortsüblicher Verlautbarung beteilt wurde u. daher die Herrn Gemeindevorsteher bezw. Standesvertreter von dessen Inhalt in Kenntnis gesetzt sind. Da nun keine Einwendungen erhoben wurden, erfolgt die allseitige Fertigung, worauf in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen wird und werden gefasst, nachstehende Beschlüsse: 1.) Die Rechnungen des Standes u. Forstfondes Montafon pro 1921 u. 1922 sowie der Montafoner Brandassekuranz pro 1921 u. 1922 wurden der vorgeschriebenen Prüfung unterzogen u. ergab sich kein Anlass zu irgend welchen Bemängelungen, bezw. Einwendungen Unter einem wurde das Inventar des Standes u. Forstfondes Montafon in Vorlage gebracht und den heutigen Verhältnissen entsprechend vollkommen richtig befunden. 2.) Eine Verständigung der Bezirkshauptmannschaft Bludenz vom 21.4.1923 Zl. 1923 betreff Substitution des Forstschutzbezirkes Tschagguns unter Auszahlung der vollen Gebühren wird zur Kenntnis genommen. Innsbruck 3.) Der mit dem Oberlandesgerichtspräsidium Innsbruck neu abgeschlossene Mietvertrag betreffend die Standesgebäude Haus Nr. 9 und 27 in Schruns wird zur Kenntnis gebracht und unter Bezugnahme auf die bereits früher gefassten Beschlüsse vollinhaltlich genehmigt. 4.) Dem Jagdpächter Herrn Hofmann wird die Bewilligung erteilt, zu Dachreparaturen im Relstal, Gemeinde Vandans, eine Schindeltanne aus Standeswald unter der Bedingung zu beziehen, dass das gleiche Holzquantum vom Genannten der Gemeinde Vandans in der Ortschaft zur Verfügung gestellt wird. 5.) Einem Ansuchen des Finanz wachbeamten Herrn Josef Böhler in Gargellen, wird der Bezug von 3 bis 4 R.M. Brennholz aus Standeswaldungen demselben gegen Entrichtung des jeweiligen Holzpreises bewilligt. 6.) Die Weisungen des Bundeskanzleramtes(:Inneres:) Wien Abtl. 11 vom 16.6.1923 Zl. 31194 über die Umgestaltung der Montafoner Brandaussekuranz-Verordnungen werden zur Verlesung gebracht und einstimmig beschlossen, die geeigneten Schritte zur ehesten Regelung dieser Angelegenheit einzuleiten. Zu diesem Zwecke wird Herr Standesrepräsentant Wachter ersucht, persönlich bei der Landesregierung Bregenz vorstellig zu werden. [Unterschriften der Standesausschüsse]
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19230428_SV StandMontafon 1923-04-28 Protokoll -o-o-o-oaufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 28. April 1923 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter -o-o-o-o-o-oMit Einladung vom 24. April 1923 Zl. 195/St wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesausschußsitzung anberaumt, zu welcher 9 Standesausschüsse und Ersatzmänner erschienen sind. Nach Eröffnung der Versammlung durch den Vorsitzenden und dem Erklären der Beschlussfähigkeit wird das Protokoll der letzten Sitzung vom 14.April 1923 in Vorlage gebracht. Die Genehmigung erfolgt ohne vorherige Verlesung, da jede Gemeinde bereits mit je einer Abschrift behufs ortsüblicher Verlautbarung beteilt wurde und daher die Herren Gemeindevorsteher, bezw. Standesvertreter von dessen Inhalt in Kenntnis gesetzt sind. Nachdem nun keine Einwendung erhoben wurde, erfolgt die allseitige Fertigung, worauf in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen wird und werden gefasst, nachstehende Beschlüsse: -o-o-o-o-o1.) Der in den Standesausschußsitzungen nach den bisherigen beschlossenen Anregungen und Weisungen abgefasste Statutenentwurf, betreff Umgestaltung der gegenwärtigen Bestimmungen der Montafoner Gebäude-Brandschadenversicherungsanstalt wird einer bis in die kleinsten Details eindringenden Überprüfung unterzogen und § für § eingehend zergliedert und in Beratung gezogen. Das Statut wird mit Ausnahme geringer Änderungen im Wortlaute in seiner ganzen Passung einhellig als den Verhältnissen anpassend befunden und einstimmig beschlossen, für dessen. Zustandekommen und Verwirklichung einzustehen und dessen Genehmigung zu erwirken. 2.)Die Anforderung des Landesgerichtes in Feldkirch vom 22. April 1923 präs.225/3 auf Beistellung des Sachaufwandes für das hiesige Bezirksgericht und Gefangenhaus wird zur Kenntnis gebracht und beschlossen, auf die gestellten Anforderungen einzugehen. Mit der Regelung dieser Angelegenheit wird Herr Standesrepräsentant Franz Wachter und dessen Stellvertreter Herr J.G.Jochum betraut. 3.) Über Antrag der Bezirkshauptmannschaft Bludenz vom 21. April 1923 wird dem Waldaufseher Herrn Adolf Fleisch für seine Substitution im Schutzgebiete von Tschagguns die entfallenden Gebühren ohne Abzug zuerkannt. 4.)Dem Ansuchen des Herrn Franz Josef Battlogg, Bauer in Bartholomäberg um Fristerstreckung zur Heimlieferung des zum Bezüge bewilligten Nutzholzes wird in Berücksichtigung der glaubwürdigen Hindernisse Folge gegeben. 5.) Herr Gemeindevorsteher von St. Gallenkirch weist auf die Notwendigkeit hin, die Räumung des Sogadinbachbettes von Abgangholz aller Art ehe tunlichst zu veranlassen und wird beschlossen, die diesbezüglich erforderlichen Vorkehrungen zu treffen.
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19230414_SV StandMontafon 1923-04-14 [-1-] Protokoll o-o-o-o-o aufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 14. April 1923 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter. -o-o-o-o-o-oZufolge der in der Standesausschußsitzung vom 7. April 1923 getroffenen Vereinbarung wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine neuerliche Standesausschußsitzung anberaumt, zu welcher 7 Standesausschüsse und ein Ersatzmann erschienen sind. Zudem hat jede Gemeinde eine Anzahl Vertrauensmänner entsendet, welche der Beratung über die Verfassung eines neuen Holzstatutes beigezogen wurden. Nach Eröffnung der Versammlung durch den Vorsitzenden und dem Erklären der Beschlussfähigkeit wird das Protokoll der letzten Sitzung in Vorlage gebracht. Die Genehmigung erfolgt ohne vorherige Verlesung, weil jede Gemeinde bereits mit je einem Exemplar behufs ortsüblicher Verlautbarung beteilt wurde und daher die Herrn Gemeindevorsteher, bezw. Standesvertreter vom Protokollsinhalte in Kenntnis gesetzt sind. Nachdem keine Einwendungen erhoben wurden, erfolgt die allseitige Fertigung, worauf in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen wird. Als hauptsächlichster Gegenstand kommt die Beratung über den neu ausgearbeiteten Statutenentwurf in Betracht und entwickelt sich im Gegenstande eine äusserst rege Debatte. Wenn sich auch manche Meinungsverschiedenheiten zeigten, im Prinzipe konnte erfreulicherweise eine Einigung erzielt werden. Paragraph für Paragraph wird vom Herrn Standesrepräsentanten zur Verlesung gebracht und einer gründlichen Analyse unterzogen, wobei den sachlichen Einwendungen der Gemeinde St. Anton volle Beachtung zuteil wird. Als Grundlage wird für den Brennholzbezug das Personalrecht festgesetzt, welches sich nur auf Standesbürger beschränkt, während für Nutz-und Bauholzbezüge das Realrecht als Basis bestimmt wird. Unter Berücksichtigung alter Rechte und bisheriger Gepflogenheiten wird sodann ein Statutenentwurf ausgearbeitet und genehmigt, wovon ein Exemplar diesem Protokolle zur Vervollständigung dient. Hierauf wird in die Behandlung der weiteren Tagesordnung eingegangen und werden gefasst, nachstehende Beschlüsse: -o-o-o-o-o- 1.) Herr Standesrepräsentant stellt den Antrag, kompetenten Ortes auf Festsetzung des Erfordernisses für Ausarbeitung eines Waldwirtschaftsplanes zu dringen und unter einem einen Arbeitsplan in der Weise anzustreben, dass auf eine bestimmte Beendigung gerechnet werden kann. Da die ganze Bevölkerung Montafons die Waldteilung im Interesse einer rationellen Waldbewirtschaftung für notwendig erachtet, eine derartige Teilungsvornahme ohne Wirtschaftsplan geradezu undurchführbar ist, muss auf Ausarbeitung des Letzteren bestanden werden. 2.) Eine Aussprache über die Regelung der geplanten Feuerversicherungs-Erneuerungen verspricht im Grossen und Ganzen ein sehr günstiges Resultat, da die bisherigen Ergebnisse auf eine erspriessliche Verwirklichung des Unternehmens schliessen lassen. Unter allen Umständen soll darauf gedrungen werden, dass die erforderlichen neuen Statuten ehestens ausgearbeitet werden und die nötige Genehmigung kompetenten Ortes [-2-] erwirkt wird, damit der Talbevölkerung die ersehnte Schadloshaltung bei Brandunfällen gewährleistet werden kann. Zur Festsetzung der statutarischen Bestimmungen werden die Herren Standesvertreter von St. Anton, Bartholomäberg, St. Gallenkirch und Silbertal bestimmt. 3.) Ein Ansuchen um Zuweisung von Holz zu Bergbauzwecken aus Bartholomäberger Standeswaldungen ist nur unter der Bedingung zu begutachten, wenn der Gemeinde Bartholomäberg gleich grosse Holzquantitäten aus Privatwaldungen zur freien Verfügung gestellt werden. 4.) Dem Ansuchen des Herrn Meinrad Juen, Bauer in St. Gallenkirch, um Zuweisung von Standesholz zur Aufführung eines Neubaues kann aus dem Grunde keine Folge gegeben werden, da eine derartige Holzabgabe statutarisch untersagt ist. 5.) Dem Zollwachkommissär Herrn Mark Johann in Gargellen wird der Bezug von höchstens 6 R.M. Abgangholz zum jeweiligen Tagespreise aus dem Grunde gewährt, da ein anderer Bezug ausgeschlossen erscheint. 6.) Das Ansuchen des Herrn Josef Ganahl Bauer in St. Gallenkirch um Zuweisung von 2 Schindelstammen für ein eingeforstetes Objekt Ist in Anbetracht der nachgewiesenen Bedarfsnotwendigkeit zu begutachten. 7.) Nachdem Herr Rudigier Anton, Taglöhner von Gaschurn, sich dauernd in seiner Heimatgemeinde niederzulassen beabsichtigt, steht der Zuweisungsbewilligung eines Brennloses aus Standeswaldungen pro 1923 von Seite des Forstfondes Montafon kein Hindernis im Wege. [Unterschrift der Standesvertreter]
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19230407_SV StandMontafon 1923-04-07 [-1-] aufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 7. April 1923 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter -o-o-o-o-o-oMit Einladung vom 4. April 1923 Zl. 169/St wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesausschußsitzung anberaumt, zu welcher 8 Standesausschüsse erschienen sind. Nach Eröffnung der Versammlung durch den Vorsitzenden unß dem Erklären der Beschlussfähigkeit, wird das Protokoll der Sitzung vom 12.3.1923 in Vorlage gebracht. Die Genehmigung erfolgt ohne vorherige Verlesung, weil Jede Gemeinde bereits mit je einer Abschrift behufs ortsüblicher Verlautbarung beteilt wurde und daher die Herren Gemeindevorsteher, bezw. Standesvertreter von dessen Inhalt in Kenntnis gesetzt sind. Nachdem also keine Einwendung erhoben wurde, erfolgt die allseitige Fertigung, worauf in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen wird und werden gefasst, nachstehende Beschlüsse: -o-o-o-o-o1.) Die eingelaufenen Reklamationen gegen das neu verfasste Holzstatut werden zur Kenntnis gebracht und entwickelt sich sodann im Gegenstande abermals eine äusserst rege lebhafte Debatte, an welcher sich eine Abordnung der Gemeinde Schruns beteiligt. Den Schwerpunkt bildet die Entscheidung über die Behandlung gegenständlicher Servitut als Real- oder als Personalrecht und gelangen diesbezüglich die verschiedensten Auffassungen und Ansichten zum Ausdrucke. Da ein Grossteil der Herren Standesvertreter das ausdrückliche Erklären abgeben, ohne Einholung des Gutachtens der Gemeinde-Vertretung keinen endgültigen Bescheid abgeben zu können, wird behufs Einholung von Informationen eine diesbetreffende weitere Beratung eventuell Beschlussfassung auf kommenden Samstag den 14. April 1923 vertagt und beschlossen, dass es jedem der Herren Gemeindevorsteher frei steht, Vertrauensmänner zwecks Instruierung und eventueller Stellungnahme beizuziehen. 2.) In Brandassekuranzangelegenheiten wird beschlossen, behufs Feststellung der neuen Bestimmungen ehestens ein Statut auszuarbeiten und in Vorlage zu bringen, wobei die Frage, ob im Falle eines Brandunglückes der versicherte zum Wiederaufbaue verpflichtet ist oder nicht, in präziser Weise geregelt werden soll. 3.) Dem Ansuchen des Herrn Schreiber Ludwig, Villabesitzer in Gargellen, um Bezugsbewilligung von Brennholz aus StandesWaldungen wird dahin entsprochen, dass demselben der Bezug von höchstens 6 R.M. aus überschüssigem Schneedruck- u. Windwurfholz nur gegen Bezahlung des jeweiligen Holzpreises gestattet ist. 4.) Gegen die Genehmigung des Ansuchens des Herrn Josef Essig, Bauer in Partenen um Verkaufsbewilligung von Lawinenholz, welches aus Privatwaldungen stammt, wird keine Einwendung erhoben. 5.) Ein Ansuchen des Herrn Josef Bernhard Tschofen aus St. Gallenkirch um Verkaufsbewilligung von Lawinenholz, welches aus Standeswaldungen herrührt, ist ablehnend zu bescheiden, da derartige Verwendungen überhaupt unstatthaft sind. Genanntem ist jeder Holzbezug aus Standeswaldungen untersagt, als er seinen Bedarf aus gegenständlichem Holze zu decken im Stande ist. [-2-] 6.) Ein Ansuchen der Gemeinde Vandans um Bezugsbewilligung von 15 bis 20 R.M. Nutzholz zu Uferschutzhauten aus Standeswaldungen wird um so eher bewilligt, als die Holzbezugsberechtigung nachgewiesen erscheint. 7.) Das Ansuchen des Herrn Alois Liepert, Bauer in Vandans, um Verkaufsbewilligung von ungefähr 20 R.M. Abbruchholz ist unter der Bedingung zu begutachten, dass Genanntem der Brennholzbezug aus Standeswaldungen auf drei Jahre eingestellt wird. 8.) Dem Zollwachkommissär Herrn Anton Wurzer in Gargellen wird die Bewilligung erteilt, seinen Brennholzbedarf aus überschüssigem Schneedruck- und Windwurfholz in einer Höchstmenge von 6 R. M. gegen Bezahlung des jeweiligen Holzpreises decken zu dürfen. 9.) Ein neuerliches Ansuchen des Herrn Oskar Mey, Besitzer des Hotels "Madrisa" im Gargellentale um kostenlose Überlassung von Nutzholz zu Lawinenschutzbauten wird abermals nur unter der Bedingung zur Bewilligung empfohlen, wenn für das bezogene Holz der jeweilige Holzpreis entrichtet wird. 10.) Das Ansuchen des Herrn O.L.G.R.i.K. Marchesani in Schruns um Zuweisung von 2 R.M. Brennholz wird einstweilen vertagt. 11.) Das Ansuchen der Frau Witwe Anna Stüttler, Bäuerin am Hof in Schruns um Nachlass von Stockgeld wird abgewiesen. 12.) Dem Ansuchen des Turnvereins Schruns um die Bewilligung der Anbringung des Standeswappens auf seiner Vereinsfahne wird einstimmig Folge gegeben. 13.) Da zufolge Erhebungen aas Bündchen, G.P. Nr. 178 beim Bezirksgerichte in Schruns in die Sachvergütung nicht einbezogen erscheint, wird dessen Nutzung dem Standes-Sekretär Herrn Adolf Geiger wiederum auf drei Jahre überlassen. [Unterschrift der Standesvertreter]
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19230312_SV StandMontafon 1923-03-12 [-1-] Protokoll -o-o-o-oaufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 12. März 1923 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter -o-o-o-o-o-oAnlässlich der Überprüfung, bezw. Verfassung eines neuen Holzstatutes für die Montafoner Standeswaldungen wurde anknüpfend eine Standesausschußsitzung abgehaltenen, an welcher sich sämtliche Standesvertreter mit Ausnahme jener von Stallehr und Lorüns beteiligten. Nach Eröffnung der Versammlung durch den Vorsitzenden und dem Erklären der Beschlussfähigkeit werden die Protokolle der vergangenen 2 Sitzungen vom 11. November 1922 und 1. Februar, 1923 in Vorlage gebracht. Auf deren Verlesung wird jedoch aus dem Grunde verzichtet, weil jede Gemeinde bereits mit je einer Abschrift behufs ortsüblicher Verlautbarung beteilt wurde u. daher die Herren Gemeindevorsteher, bezw. Standesvertreter von deren Inhalt in Kenntnis gesetzt sind. Nachdem keine Einwendung erhoben wurde, erfolgt die allseitige Fertigung, worauf in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen wird und werden gefasst nachstehende Beschlüsse: -o-o-o-o-o- 1.) In Anerkennung der Begünstigung auf Belassung des BezirksGerichtes Montafon wird einstimmig beschlossen, die Bestreitung des für dieses Amt angestrebten Sachaufwandes aus Standesmitteln bis auf Weiteres zu übernehmen. 2.) Ein Ansuchen des Herrn. Wilhelm Kleboth, Bauer in St. Gallenkirch, um Bezugsbewilligung von 6 Masten aus Standeswaldungen zu einer elektrischen Leitung wird begutachtet. 3.) Bei der unter Leitung des Herrn Landeshauptmannes Dr. Ender abgehaltenen Verhandlung behufs Verfassung eines neuen Holz-Statuts wurde auch eine entsprechende Erhöhung der Stockgeld Preise angeregt, um die jährlich erwachsenden Verwaltungs-, Aufsichts- und andere Kosten, besonders für Ausarbeitung eines Wirtschaftsplanes, decken zu können. Über Vorschlag des Herrn Landeshauptmanns wird sodann einstimmig beschlossen, pro 1923 das Stockgeld derart zu berechnen, dass ineinander gerechnet auf je ein Raummeter Brennholz 60 Goldheller und auf je ein Festmeter Nutzholz 2 Goldkronen entfallen. Je nach Qualität des Holzes und mit Berücksichtigung der Bringungsverhältnisse hat eine Erhöhung bezw. eine Herabminderung vorverzeichneter Ansätze in der Weise zu erfolgen, dass das zu berechnende Stockgeld im Verhältnis zum festgesetzten Preise dem Holzquantum entspricht. 4.) Über Antrag des Herrn Hofrat Henrich wird auch beschlossen, dass Brennholz nur an Standesbürger abgegeben werden darf u. hätten die 8 Ausschüsse der 8 Standesgemeinden zu beschliessen, dass bis zum Zeitpunkte der Aufteilung der Standeswälder keine Standesbürger mehr aufgenommen werden dürfen. Der diesbezügliche Beschluss ist im Verlaufe von 4 Wochen an die Standesrepräsentanz einzusenden. 5.) Bei Durchberatung des Holzstatutes wurde der § 2 nur mit 5 Stimmen Mehrheit angenommen, während 3 Standesvertreter die Ansicht vertraten, dass im Bedarfsfalle Bauholz auch an jene Standesbürger verabfolgt werden solle, welche nach dem Jahre 1882 Bauten für landwirtschaftliche Zwecke erstellten, wobei der Umfang der Bauobjekte dem Erträgnis der Liegenschaft zu entsprechen hat. Im Übrigen erfolgte Stimmeneinhelligkeit. Schruns, am 16. März 1923
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19230201_SV StandMontafon 1923-02-01 [-1-] Protokoll -o-o-o-oaufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 1. Februar 1923 vor dem gefertigten Stellvertreter des Standesrepräsentanten J.G. Jochhum -o-o-o-o-o-o Mit Einladung vom 27.Jänner 1923 Zl.61/St. wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesausschußsitzung anberaumt, zu welcher 7 Standesausschüsse erschienen sind. Nach Eröffnung der Versammlung durch den Vorsitzenden und dem Erklären der Beschlussfähigkeit wird in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen und werden gefasst, nachstehende Beschlüsse: -o-o-o-o-o1. Betreff Einsichtnahme und Überprüfung der vorliegenden Entwürfe des Holzstatutes des Standes Montafon wird einstimmig beschlossen, zur Behandlung dieser Angelegenheit eine spezielle Sitzung einzuberufen. 2.) Der Vorschlag über die Regelung einer zweckentsprechenden Umgestaltung des Versicherungsmodus der Montafoner Brandassekuranz und der damit in Verbindung stehenden Verwaltungsagenden wird zur Kenntnis gebracht und erläutert der als Beirat beigezogene Herr Wilhelm Mayer in überzeugender Weise die Unhaltbarkeit der gegenwärtigen Versicherungsmodalitäten, sowie die Unrentabilität infolge der Interesselosigkeit, welche dem Unternehmen im allgemeinen entgegengebracht wird. Es handelt sich nun darum, Mittel und Wege zur Schaffung eines Unternehmens zu finden, welches volle Sicherheit gewährt und nach menschlicher Berechnung die billigste Versicherung zur Folge hat. Zu diesem Zwecke empfiehlt sich nachstehender Vorschlag; Sämtliche Teilnehmer verpflichten sich untereinander, im Verhältnis ihrer Versicherungsquote zur Deckung der im Schätzungswege ermittelten Schadensumme bis zur Höhe der Versicherung beizutragen. Für die Einbringlichmachung haftet der Besitz des Versicherten. Prämien sind keine zu bezahlen und ist ein eventueller Schadenersatz auf die Gesamtversicherung zu verumlagen, welcher Anteil um so geringer ausfällt, je frequenter die Beteiligung sich gestaltet, nach den bisherigen Erfahrungen dürfte aber dieser Ersatz nie die Höhe auch nur der günstigsten Prämie erreichen, ja, es können Jahre vergehen, ohne dass ein Anspruch mit Ausnahme der Verwaltungskosten erhoben werden muss. Nach erfolgter Aufnahme der Beteiligungssätze vereinfacht sich die Verwaltung ganz bedeutend, sodass auch die diesbezüglichen Kosten in ganz massigem Rahmen sich bewegen werden. Wenn die Bevölkerung Montafons sich in einem das Unternehmen fördernden Weise beteiligt und dem geplanten Unternehmen die ihm gebührende Unterstützung zuteil werden läßt, ist an einem segensreichen Erfolge nicht zu zweifeln u. ist es daher Pflicht jedes Besitzers, diesen Heimatschutz nach Kräften zu fördern, besonders auch, da er mit dem Selbstschutz jedes Beteiligten verbunden ist. Um auch eine Stabilität der Versicherung festzusetzen, muß derselben der Wert der Goldkrone als Basis dienen. Die Versicherung kann zum vollen Werte abgeschlossen werden, darf jedoch unter 50 Goldkronen für den einzelnen nicht betragen. Die Durchführung der Neuaufnahme erfolgt durch einen Vertrauensmann der Gemeinde und kann ohne Schätzung geregelt werden. In zweifelhaften Fällen entscheidet die Gemeindevertretung. Jede Gemeinde hat sofort eine Vorerhebung einzuleiten, um sich über die Teilnahme vergewissern zu können. [-2-] Diese Vorerhebung ist durch einen Vertrauensmann durchzuführender über den Wert der Bauobjekte Einsicht hat, durch Klarlegung des Sachverhaltes die Vorteile dieses Unternehmens in's rechte Licht zu stellen weiss und überhaupt von regem Interesse für das Zustandekommen und Gedeihen dieser Versicherung beseelt und eingenommen ist. Das erzielte Resultat ist dem Gemeindeausschusse nebst diesem Beschlüsse zur Beratung vorzulegen und das Ergebnis der Beratung mit den gesammelten Beitrittserklären zur nächsten Standesausschußsitzung einzusenden. 3.) Das Ansuchen der Bauleitung des Gampadelswerkes in Tschagguns vom 24.Jänner 1923 um käufliche Überlassung eines Waldstreifens aus den Gp.Nr. 2328 und 2329 im Gesamtausmasse von ungefähr 1 Hektar 15 Ar wird in Behandlung gezogen und beschlossen, einstweilen dem Gampadelswerke einen gegen Norden gelegenen, der projektierten Röhrenanlage entlang laufenden Streifen Wald in einer Breite von 4 Meter bis zur Beendigung der Bauzeit gegen seinerzeit im Schätzungswege festzustellende Vergütung zur freien Benützung zu überlassen. Der käuflichen Abtretung des 6 Meter breiten Waldstreifens für die Röhrenanlage im nördlichen Teile der Gp.Nr. 2328 und 2329 wird zugestimmt. Im Übrigen wird behufs weiterer Erhebungen die endgültige Erledigung vertagt. 4.) Das Dankschreiben der Sektion "Vorarlberg" des D.u.Oe.A. Vereines betreff Überlassung von Bauholz wird zur Kenntnis gebracht. 5.) Das Ansuchen der Vorarlberger Landeskraftleitungsgesellschaft Bregenz zur Erlangung des Durchzugsrechtes und Durchschlages auf Waldparzelle Nr. 369/1, St.D.St. Anton, wird in Beratung gezogen und der Beschluss gefasst, unter Einhaltung der von der Gemeinde St. Anton vorgeschlagenen Richtlinien und möglichsten Schonung des Standeswalaes gegen das projektierte Unternehmen keine Einwendung zu erheben. Die Entschädigung ist im Schätzungswege festzusetzen. 6.) Dem Herrn Josef Stofleth, Bauer in Schruns wird über Ersuchen der Bescheid zuteil, dass gegen die Verwendung von 6 R.M., vom Maisäss Sarottlen, Gemeinde St. Gallenkirch, herstammenden alten Stallholzes zu Brennzwecken auf der Heimat Haus Nr. 177 in Schruns von Seite des Standes Montafon kein Einspruch erhoben wird. 7.) Prau Berta Liechtensteiner in Innsbruck ist zu verständigen dass eine Anmeldung zum Bezuge von 4 Schindelstämmen zur Heimat "Hof" Gemeinde st. Gallenkirch, zur Forsttagsatzung nach den gegenwärtigen in Kraft bestehenden Holzbezugsverordnungen ganz nutzlos ist. 8.) Über Antrag des Herrn Gemeindevorstehers von Vandans wird Nachstehendes zum Beschlüsse erhoben: a) Latten zu Dachkennel, Deuchel und Leitern, sind nach demselben Stockgeldtarife zu berechnen, wie Bauholz, b) Zur Preisbestimmung für minderwertige Latten, welche im Durchforstungwege geschlägert werden, wird das Waldaufsichtsorgan ermächtigt und haben die Waldaufseher behufs gleichmässiger Durchführung eine Einigung anzubahnen. c)Die Stockgeldtarifsätze sind auf die Zahl 1000 abzurunden und zwar derart, dass die bisherigen Ansätze von 1 bis incl. 499 über 1000, in Abfall gebracht, dagegen die Ansätze von 500 bis incl. 999 auf das folgende 1000 erhöht werden. 9.) Das Ansuchen des Herrn Andreas Tschofen, Bauer in St. Gallekirch, um Stockgeldnachlass für das zum Aufbaue des abgebrannten Hauses auf Netzen benötigte Bauholz wird in Berücksichtigung des vorliegenden Unglücksfalles bewilligt. [-3-] 10.) Ein Ansuchen des Peter Werle, Taglöhner in Brunnenfeld Gemeinde Bludenz um Zuweisung eines Brennloses wird auf Grund der gegenwärtig zu Recht bestehenden statutarischen Bestimmungen angewiesen. Eine Beratung, bezw. Beschlussfassung über weitere zur Behandlung vorliegende Punkte wird zur nächsten Sitzung verschoben. Schruns, am 2. Februar 1923 [Unterschrift der Standesvertreter]
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19221111_SV StandMontafon 1922-11-11 [-1-] Protokoll -o-o-o-oaufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 11. November 1922 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter -o-o-o-o-o-oMit Einladung vom 8. November 1922 Zl. 680/St wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesausschußsitzung anberaumt, zu welcher 6 Standesausschüsse und Ersatzmänner erschienen sind. Nach Eröffnung der Versammlung durch den Vorsitzenden und dem Erklären der Beschlussfähigkeit wird das Protokoll der letzten Sitzung in Vorlage gebracht, auf dessen Verlesung jedoch aus dem Grunde verzichtet wird, da jede Gemeinde bereits mit je einer Abschrift behufs ortsüblicher Publikation beteilt wurde und daher die Herren GemeindeVorsteher, bezw. Standesvertreter von dessen Inhalt in Kenntnis gesetzt sind. Nachdem in keiner Weise ein Widerspruch, bezw. eine Einwendung erhoben wurde, erfolgt die allseitige Fertigung, worauf in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen wird und werden gefasst, nachstehende Beschlüsse : -o-o-o-o-o-o 1.) Der Beschluss des Standesausschusses vom 21. Oktober 1922 Punkt 5 betreff Pestsetzung der Stundenentlohnung der Waldaufseher fand bei denselben keine zustimmende Aufnahme und beschlossen dieselben in der am 8. November 1922 abgehaltenen Versammlung, mit einem Ansuchen um Entlohnung unter Zugrundelegung der Goldparität an den Standesausschuß heranzutreten. Dieses Ansuchen wird nun in Behandlung gezogen und nach eingehender Beratung der einstimmige Beschluss gefasst, um endlich einen festen Entlohnungsmodus zu erhalten, die Stundenentlohnung der Waldaufseher mit 40 Goldheller festzusetzen und die jeweiligen Auszahlungen zum gültigen Goldparitätsstande vorzunehmen und zwar ruckwirkend ab 1. Oktober 1922. 2.) Für das in den Standeswaldungen von Vandans und St. Gallenkirch am 16,November 1922 zur Versteigerung gelangende Brenn- und Nutzholz werden die einschlägigen diesbezüglichen Verkaufsbedingungen aufgestellt und festgesetzt. 3.) Der in der Sitzung vom 21. Oktober 1922 vertagte Punkt 15, betreffend die Besoldung des Herrn Standesrepräsentanten wird neuerlich in Beratung gezogen und wird der einstimmige Beschluss gefasst, jeweils Sie Hälfte der Bezüge des Gemeindevorstehers von Schruns als Besoldungsgrundlage für den Herrn Standesrepräsentanten für Montafon festzusetzen. 4.) Eine Aufstellung des Erfordernisses der Standesanstalten pro 1922 hat ergeben, dass mit der Erhöhung des Stockgeldtarifes um 200% das Auslangen nicht gefunden werden kann. Es wird daher einstimmig beschlossen, eine neuerliche Erhöhung dieses Tarifes um 50% rückwirkend für das Jahr 1922 eintreten zu lassen und sind die Holzpreisverzeichnisse diesbezüglich richtigzustellen. 5.) Einem Ansuchen der Wildbachverbauung in Bludenz, für die Bauleitung in Vandans, um die Bezugsbewilligung von 300 laufenden Meter zu Hostbauten am Schuttkegel In Vandans wird Folge gegeben und ist um die erforderliche Schlägerungsbewilligung bei der Bezirkshauptmannschaft Bludenz ehestens einzuschreiten. Als Entschädigung für das bezogene Rostholz wird ein Preis von Kr. 80000,- pro Pestmeter festgesetzt. [-2-] 6.) Eine Zuschrift des Viehversicherungsvereines des Standes Montafon vom 11.11.1922 betreff Einstellung der Versicherungstätigkeit für das Wintersemester 1922/23 wird zur Kenntnis genommen und beschlossen, bei Eintritt günstigerer Verhältnisse auf eine Versicherungsmöglichkeit des Viehstandes der Landwirte zu dringen. 7.) Dem Ansuchen des Fidel Fleisch von Vandans um Verkaufsbewilligung von 8 R. M. alten Stallholzes an Nichtstandesbürger In Vandans wird Folge gegeben. Schruns, am 17. November 1922. [Unterschrift der Standesvertreter]
  1. standmontafon
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  3. standesausschuss
19221021_SV StandMontafon 1922-10-21 [-1-] Protokoll -o-o-o-oauf genommen In der Gemeindekanzlei zu Schruns am 21. Oktober 1922 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter -o-o-o-o-o-oMit Einladung vom 10. Oktober 1922 Zl. 630/St. bezw. vom 14. Oktober 1922 Zl, 636/St wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesausschußsitzung anberaumt, zu welcher 8 Standesvertreter erschienen sind. Nach Eröffnung der Versammlung durch den Vorsitzenden und dem Erklären der Beschlussfähigkeit wird das Protokoll der letzten Sitzung in Vorlage gebracht, auf dessen Verlesung jedoch aus dem Grunde verzichtet wird, da jede Gemeinde bereits mit je einer Abschrift behufs ortsüblicher Publikation beteilt wurde und daher die Herren Gemeindevorsteher bezw. Standesvertreter von dessen Inhalt in Kenntnis gesetzt sind. Nachdem in keiner Weise ein Widerspruch, bezw. eine Einwendung erhoben wurde, erfolgt die allseitige Fertigung, worauf in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen wird und werden gefasst nachstehende Beschlüsse: -o-o-o-o-o1.) Zufolge Beschlusses in der am 1. September 1922 abgehaltenen Versammlung zwischen Vertretern der Vorarlberger Landesregierung und den Vertretern des Standes Montafon, wornach eine neuerliche Überprüfung des Standesholzstatutes. bezw. dessen Umarbeitung angeordnet wurde, bringt Herr Standesrepräsentant die Grundzüge der angestrebten Änderungen zur Kenntnis. Auf Grund der bisherigen Wahrnehmungen und Erfahrungen entwickelt sich im Gegenstande eine sehr rege Debatte. Herr Standesrepräsentant-Stellvertreter I. G. Jochum von Tschagguns beruft sich in erster Linie auf die Entscheidung der Vorarlberger Landesregierung vom 30.Dezember 1912 Zl. 4090, wornach den Anstalten und geistlichen Benefizien der eingeforsteten Gemeinden des Tales Montafon die Bezugsberechtigung von Standesholz eo ipso zusteht u. zwar ersteren als Institute der Besitzer und letzteren auf Grund alter Übung. Der Schlußsatz des § 1 des Statutes "Den Gemeindebürgern gleich zu halten sind die Gemeinde-Anstalten und die Inhaber geistlicher Benefizien der 8 Standesgemeinden" hätte daher zu entfallen. Weiters beantragt Herr Jochum eine Umgestaltung der §§ 1 und 2 des Statuts in dem Sinne, dass nur jenen Gemeindebezw. Standesbürgern das Nutzungsrecht an Standeswaldungen zustehen soll, welche diese Gemeinde, bezw. Standeszugehörigkeit auf Abstammung zurückzuführen vermögen. Auch sollen Besitzer von Eigentumswaldungen nur insoweit Ansprüche auf Standesholz erheben können, als sie ihren Bedarf aus Eigenem nicht zu decken imstande sind. Aber auch auf solche Gemeinde- bezw. Standesbürger, welche diese Eigenschaft, auf Abstammung zurückzuführen, in der Lage sind, soll das Holzbezugsrecht keine Anwendung finden, wenn sie nicht in einer der 8 Standesgemeinden Montafons ihren ordentlichen Wohnsitz haben. Herr Standesrepräsentant findet unter Geltendmachung beachtenswerter Gründe die beantragten Beschränkungen zum Teile in Widerspruch mit einschlägigen Verordnungen, andernteils in einer Beschränkung von Nutzungen, die nach Recht und Billigkeit und auf Grund nachweisbarer Gepflogenheiten wohl kaum in Abrede gestellt werden können. Herr Standesrepräsentant bringt auch die Ansicht zum Ausdrucke, dass bezüglich Aufnahme in den Bürgerverband dem Stande Montafon dadurch eine Ausgleichung geboten werden könnte, wenn ihm das Recht eingeräumt würde in Bürgerverleihungsangelegenheiten berechtigt zu sein, den Entscheid zu fällen. [-1-] Diesen, sowohl von der einen, wie von der anderen Seite zum Ausdrucke gebrachten Äusserungen neigen sich die Ansichten der Herren Standesvertreter bruchweise zu, eine zweckentsprechende Einigung ist jedoch nicht zu erzielen und so wird einstimmig das Übereinkommen getroffen, dass die Herren Standesrepräsentant Franz Wachter und Standesvertreter Franz Josef Bitschnau unter Beachtung all' den bisher gepflogenen Beratungen einen Statutenentwurf ausarbeiten sollen, welcher Entwurf der nächsten Standesausschuß Sitzung zur Überprüfung und Beschlussfassung in Vorlage zu bringen ist. 2.)Herr Standesrepräsentant teilt mit, dass im Valisera, Gargellental, ungefähr 20 R.M. und im sogenannten Bärenwald, Gargellental, ca 30 R.M. Windwurf- und Schneedruckholz aufzuarbeiten sind, für welches keine Verwendung ausgeworfen ist. Es wird beschlossen, dieses Holz zu veräussern und die diesbezügliche Bewilligung einzuholen. 3.) Das in Standeswaldungen von Vandans zum verkaufe bestimmte Windwurf- und Schneedruckholz ist möglichst gut zu verwerten. Zu diesem Zwecke ist eine öffentliche Versteigerung auszuschreiben und wird als Versteigerungsort Schruns bestimmt. 4.) Es wird einstimmig beschlossen, strenge darauf zu dringen, dass bei anderweitiger Verwendung von Brennholz, oder bei einem eventuellen Umtausche von Standesholz überhaupt, die diesbezüglichen Verfügungen und Anordnungen genauestens einzuhalten sind und diesbezügliche Übertretungen mit voller Strenge zu ahnden sind. 5.) Einem Ansuchen der Standeswaldaufseher Montafons um Erhöhung des Stundenlohnes wird dahin entsprochen, dass in Anbetracht der heutigen Verhältnisse diese Vergütung mit 3000 Kr.festgesetzt wird. 6.) Der Stockgeldtarif wird neuerlich um 200% rückwirkend auf das Jahr 1922 erhöht, da ohne entsprechende Einnahmen der Forstfond sein Auslangen nicht menr finden kann. 7.) Einem Ansuchen des Herrn Josef Liendle, Bauer in schruns, um kaufweise Überlassung von 1 Sag-, 2 Schindel- und 7 Baustämmen zu einem Schermaufbau auf dem Ausschlag Rütti, Gemeinde St. Gallenkirch wird Folge gegeben. 8.) Dem Herrn Christian Tschofen, Bauer in Schruns wird über sein Ansuchen der Nachlass des Stockgeldes für das Nutzholz, welches zum Aufbaue seines abgebrannten Stalles benötigt wird, bewilligt. 9.) Bei Nichteinzahlung von Forstfonds-und Standesumlagen zum vorgeschriebenen Termine sind Verzugszinsen in der Höhe von 17% zu berechnen. 10.) Ein Ansuchen des Herrn Franz Galehr, Sägewerksbesitzer in Schruns, um kaufweise Überlassung einzelner Tannen auf dem Schmelzhof, welche die Strasse gefährden, wird genehmigend zur Kenntnis genommen, doch werden die Herren Standesrepräsentant Wachter und Standesvertreter Bitschnau bevollmächtigt, den Umfang dieser Holzzuweisung zu prüfen und zu bestimmen. Auch haben sie die Preisbestimmung zu treffen. 11.) Das Ansuchen des Herrn Josef Marent, Bauer in Bartholomäberg um verkaufsweise Überlassung des alten Hauses Nr. 212 an Herrn Ludwig Wachter behufs Wiedererstellung in St. Anton wird unter der Bedingung bewilligt, dass Verkäufer auf jedes Holzbezugsrecht aus Standeswaldungen für dieses Haus Verzicht leistet. 12.) Dem Herrn Robert Nayer, Schneidermeister in Schruns, wird über Ansuchen die Bewilligung erteilt, das im Hause Nr. 423 sich befindliche Standesbrennholz des verstorbenen Michail Fleisch für seinen Gebrauch verwenden zu dürfen. Für dieses Holz sind an den Erben des Fleisch die Gestehungskosten, sowie Arbeitslöhne jeder Art zu vergüten. Auch hat Erwerber dieses Holzes auf seinen Brennholzbezug aus Standeswaldungen pro 1923 zu verzichten. 13.) Kompetenten Ortes ist das Ansuchen zu stellen, die Viehauftriebsbewilligung für den in Schruns am 11. November 1922 abzuhaltenden sogenannten Martini-Markt erteilen zu wollen. Diese Viehauftriebsbewilligung ist in 3 Zeitungen u. zwar Landeszeitung Bregenz, Tiroler-Anzeiger Innsbruck und [-3-] Bauernstimmen Graz mit zweimaliger Einschaltung bekannt zu machen. 14.) Da vielseitig die Befürchtung ausgesprochen wird, dass das Bezirksgericht Montafon und das Steueramt in Schruns aufgelöst werden sollen, ist mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln dahin zu wirken, dass diese Ämter, wie bisher, in Schruns belassen werden. 15) Die Besoldungsfrage des Herrn Standesrepräsentanten ist auf die nächste Tagesordnung zu bringen. 16.) Dem Herrn Oskar Mey, Besitzer des Hotel Madrisa, Gargellen, wird über sein Ansuchen die Bewilligung erteilt, zu Lawinenschutzbauten ob seinem Maisässbesitz aus Standeswaldungen 10 Baumstämme gegen forstamtliche Genehmigung und Bezahlung eines entsprechenden Kaufpreises beziehen zu dürfen. 17.) Ein Ansuchen der Strassenkonkurrenz Bludenz-Partenen um Überlassung von 20 Sagstämmen mit ca. 30 R.M. aus Standeswaldungen St. Gallenkirch zu Brücken-und Wuhrbauten wird unter Vorbehalt der forstamtlichen Bewilligung und Entrichtung des Tagespreises bewilligt. 18.) Das Ansuchen der Maisässinteressenten Sasarschen um Stockgeldentlastung für Nutzholz zur Wiederherstellung ihrer durch Lawinen zerstörten Bauobjekte wird behufs weiterer Erhebungen vertagt. Schruns, am 25. Oktober 1922. [Unterschrift der Standesvertreter]
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