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19270924_SV StandMontafon 1927-09-24 [-1-] Zl. 502/St. Protokoll -o-o-o-oaufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 24. September 1927 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter -o-o-o-o-o-oMit Einladung vom 22. September 1927 Zl. 479/St. wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesvertretungssitzung anberaumt, zu welcher erschienen sind 7 Herren Standesvertreter, bezw. Gemeindevorsteher des Tales Montafon. Nicht vertreten waren die Gemeinden Silbertal, Lorüns und Stallehr. Nach Eröffnung der Sitzung durch den Herrn Standesrepräsentanten und dem Erklären der Beschlussfähigkeit wird das Protokoll der letzten Sitzung vom 2. Juli 1927 in Vorlage gebracht. Die Genehmigung und Unterzeichnung erfolgt ohne vorherige Verlesung, da jede Gemeinde bereits mit ie einer Abschrift behufs ortsüblicher Verlautbarung beteilt wurde und die Herren Standesvertreter vom Inhalte desselben daher in Kenntnis sind. Einwendungen wurden nicht erhoben. Der Herr Standesrepräsentant begrüsst hierauf den neuen Vertreter der Gemeinde Bartholomäberg, Herrn Gemeindevorsteher Josef Kessler bestens. Sodann wird in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen und werden gefasst nachstehende Beschlüsse: -o-o-o-o-o- 1.) Das Ansuchen der Gemeinde St .Anton um Bewilligung, von der Holzlende in Schruns ca. 60 Rm3 Brennholz zur Deckung des restlichen aus dem Eigenbezirke nicht zu deckenden Holzbedarfes pro 1927 für Eingeforstete, wird in Behandlung gezogen.- Der Herr Gemeindevorsteher Battlogg von St. Anton begründet das Ansuchen mit entsprechenden Erklärungen.Der Herr Standesrepräsentant Wachter als Gemeindevorsteher von Schruns erklärt sich bereit, Brennholz, welches nach erfolgter Bedarfdeckung der Bezugsberechtigten von Schruns erübrigt, der Nachbargemeinde gegen vergütung der Kosten und des Stockgeldes abzugeben. Die Standesvertretung erklärt sich mit diesem Vorgange einverstanden. 2.) Nach eingehender Beratung wird beschlossen, bezüglich Erwerbung von Privatbesitz in unmittelbarer Nähe der Standeswaldungen,bezw.zwischen Standeswäldern mit den berufenen Faktoren in Verhandlung zu treten. Zur Durchführung dieser Verhandlungen werden die Herren Standesrepräsentant Franz Wachter Schruns und dessen Stellvertreter Gemeindevorsteher J.G.Jochum Tschagguns delegiert und wird bevollmächtigt, rechtsverbindende Kaufabschlüsse zum Vorteile des Standeseigentumes zu tätigen. 3.) Dem Josef Lorenz Wachter von Bartholomäberg Haus Nr. 225 wird die Bewilligung erteilt, ca. 15 Rm3 altes Abbruchholz vom Hausstalle, der abgetragen und zum Teile aus Mauerwerk aufgeführt wurde, in den Gemarkungen des Tales Montafon zu verkaufen. 4.) Das Ansuchen der Gemeinde Bartholomäberg um Nachlass des Stockgeldes für seinerzeit aufgearbeitetes Regieholz wird in Behandlung gezogen. Aufklärend teilt Herr Gemeindevorsteher Kessler mit, dass im Jahre 1924 grosse Mengen Windbruchholz aufgearbeitet werden mussten. Gewonnen wurde Nutz- und Brennholz, welches dann im Laufe der Jahre unter grössten Schwierigkeiten als Bezugsholz an die Berechtigten abgegeben wurde. Immer aber sind noch Reste von Brennholz vorhanden und zwar die entfernt gelegensten. Infolge der langen Lagerung und des Einflusses der Witterung ist die Qualität des Holzes ganz bedeutend vermindert, die Regiekosten des Holzes sind sehr hoch der Transport äusserst umständlich und beschwerlich. Wenn zu all diesen Umständen noch die Berechnung des Stockgeldes erfolgt, ist es nicht mehr gut möglich, mit Erfolg auf die Bevölkerung zum Bezuge der Lose einzuwirken. Das Holz soll aber doch seinen Bestimmung als Brennmaterial zugeführt werden und nicht im Walde zu Grunde gehen. Er ersucht dringend um Nachsicht von der Berechnung des Stockgeldes für das Jahr 1927, soweit es sich um das Restquantum des Regieholzes handelt.Der Herr Standesrepräsentant zieht einen Vergleich zwischen der Holzbeschaffung in Bartholomäberg und jener für die Gemeinden Schruns und [-2-] St. Anton und stellt fest, dass die Erschwerungen und der Kostenpunkt für diese zwei Gemeinden unvergleichlich höher sind, als in der Gemeinde Bartholomberg. Nach längerer Aussprache wird über Antrag des Herrn Standesrepräsentanten einstimmig beschlossen, für das noch lagernde Regie-Brennholz pro 1927 das Stockgeld in Berücksichtigung der Gesuchsbegründung nachzulassen. Die Standesvertretung erwartet sicher, dass in diesem Jahre endlich mit dieser Regieholzsache ein endgültiges Ende gemacht wird. 5.) Dem Bargehr Richard in Schruns Haus Nr. 6 wird über sein Ansuchen die Bewilligung erteilt, an der nordöstlichen Seite seines Hauses einen Gehsteig in der Breite von 70 cm entlang des Weges zum Bezirksgerichte anbringen zu können. 6.) Der Zollwachabteilung Gaschurn wird über Ansuchen die Bewilligung erteilt, auf Standesgrund beim Garnehra-See eine Zollwachhütte erstellen zu können. Das hiezu erforderliche Holz wird aus dort lagerndem Abgangholze im Ausmaße der Gesuchsangaben zu kostenlosem Bezuge bewilligt. Es wird jedoch ausdrücklich bestimmt, dass diese Hütte, wenn sie für Zwecke der Zollwachabteilung Gaschurn ausser Verwendung gestellt wird, alleiniges Eigentum des Standes Montafon zu sein hat, da dieser sowohl Besitzer des Baugrundes wie auch des Bauholzes ist. 7.) Zum Ansuchen der freiw. Feuerwehr Partenen um Bewilligung einer namhaften Subvention zur Anschaffung einer kleinen, aber sehr leistungsfähigen Dampffeuerlöschspritze äussert sich der Herr Standesrepräsentant, dass hier eigentlich der Feuerversicherungsverein für Montafon zuständig sei. - Bekanntlich ist jedoch infolge der Geldentwertung der grosse Fond dieses Vereines eingegangen, die Schaffung eines neuen Fondes aber erst mit 1. Jänner 1927, ermöglicht durch eine vollkommene Umgestaltung der Versicherungsart, begonnen worden. Der Verein ist heute deshalb noch nicht im Stande, Subventionen auszugeben. - Er stellt, um auch das Interesse des Standes Montafon an einer Erhöhung des Gebäudeschutzes zu kennzeichnenden Antrag der Feuerwehr Partenen zum Baue des Spritzen- und Gerätehauses im Umfange der Notwendigkeit das erforderliche Bauholz Stockgeldfrei zuzuweisen. - Dieser Antrag wird einstimmig gutgeheissen und angenommen. 8.) Das Ansuchen der Hotel Verwaltung Madrisa im Gargellentale vom 27. Juli d.Js. um Gestattung, in den umliegenden Waldungen des Standes Montafon Spazierwege für die Kurgäste anlegen zu dürfen, wird nach kurzer Beratung bewilligt. Selbstverständliche Voraussetzung ist, dass der Eigentumstitel des Standes Montafon auf die in Frage kommenden Gründe in keiner Weise, ohne Rücksicht auf die Zeitdauer der Anlage, angegriffen wird und die Waldkulturen nicht beschädigt werden. Durch die Bewilligung dieser Anlage will die Standesvertretung ihrerseits das Interesse an der Hebung und Förderung des Fremdenverkehrs, der für die gesamte Volkswirtschaft des Tales Montafon von eminenter Bedeutung ist, zum Ausdrucke gebracht haben. 9.) Einem weiteren Ansuchen dieser Verwaltung zufolge wird die Bewilligung zum Bezuge von 50 Ruf Brennholz, welches aus Abgangbeständen vorhanden ist, gegen Vergütung des ortsüblichen Kaufpreises erteilt. 10.) Die Zuschrift der Hotel Verwaltung Madrisa im Gargellentale vom 15. Juli 1927 womit um Ermässigung des Rechnungsbetrages für Telefonstangen ersucht wird, erregt starkes Befremden. Die Begründungen der Zuschrift erscheinen der Standesvertretung nicht stichhaltig, genug, um sine Reduzierung des Rechnungsbetrages eintreten zu lassen. Der Hinweis auf den Charakter der Oeffentlichkeit der Telefonstelle im Hotel Madrisa und die grosse Inanspruchnahme desselben durch die Fraktionsbewohner und verschiedenen Körperschaften ist bedeutungslos. Nach längerer Beratung wird einstimmig beschlossen, das Ansuchen abzulehnen und die Leistung des Rechnungsbetrages zu verlangen. 11.) Dem Ansuchen des Herrn Willi Braunger, Villabesitzer in Gargellen, um Zuweisung von 6 Rm3 Brennholz aus Abgangholzbeständen, wird gegen Leistung des ortsüblichen Kaufpreises Folge gegeben. 12.) Dem Herrn Richard Sannwald, Villabesitzer in Gargellen, wird über Ansuchen ebenfalls der Bezug und zwar von 15 Rm3 Brennholz aus Abgangbeständen zum Kaufpreise gestattet. 15.) Bem Gutsverwalter des Herrn Viktor Herose in Gargellen, Josef Meusburger, ist auf sein Ansuchen vom 14. Sept. 1927 mitzuteilen, dass er das erforderliche Quantum von 6 Ruf Brennholz und 2 Fm3 Nutz(block)holz gegen Entrichtung des ortsüblichen Kaufpreises erhalten kann und zwar aus Abgangsholzbeständen. Der Bezug dieses Holzes steht ausserhalb des Eingeforstetenrechtes, bezw. gründet sich auf keinen Servitutsanspruch. [-3-] 14.) Durch den Herrn Gemeindevorsteher Flöry von Gaschurn werden zwei Ansuchen der Abbrändler Barbisch, Geschwister, Haus Nr. 7/8, und Sohler Gebhard, Gasthaus Krone, um Bezugsbewilligung von Nutzholz zum Wiederaufbaue der abgebrannten Stallungen in Vorlage gebracht. Barbisch Geschwister beanspruchen 55 Fm3 Bauholz, Sohler Gebhard 60 Fm3. Das Ausmass des Anspruches erscheint für Stallbauten sehr hoch und erfordert eine Überprüfung. Nach kurzer Beratung wird einstimnig beschlossen, den Bausachverständigen des Montafoner FeuerversicherungsVereines, Herrn Johann Walser, Zimmermeister, zu beauftragen, auf Grund eines an Ort und Stelle eingenommenen Augenscheines festzustellen, ob diese Holzquantitäten wirklich benötigt werden. Das Resultat dieser Besichtigung soll dann maßgebend sein für die hiemit erteilte Bezugsbewilligung. 15.) Zum Ansuchen der Sektion Heilbronn des D.&.Oe.A.V., vertreten durch Bernhard Wittwer in Gaschurn, um Bezugsbewilligung von 12 Fm3 Brennholz aus liegenden Holzbeständen in der Standeswaldung "Oberwald" Verbellen, GP.Nr. 3013, teilt Herr Gemeindevorsteher Flöry von Gaschurn mit, dass das in Frage kommende Holz sich in einer Lage befindet, die eine Bringung durch holzbezugsberechtigte Eingeforstete zu ihren Gebäuden ausschließe. Eine Verkürzung der Nutzungsrechte derselben ist ausgeschlossen.Auf Grund dieser Mitteilung wird einstimmig beschlossen, gegen Leistung des ortsüblichen Kaufpreises dem Bezuge dieses Holzes zuzustimmen. Schruns, am 29. September 1927. Der Standesrepräsentant: [Unterschrift der Standesvertreter]
  1. standmontafon
  2. standesprotokolle
  3. standesausschuss
19270702_SV StandMontafon 1927-07-02 [-1-] Protokoll -o-o-o-oaufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 2. Juli 1927 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter -o-o-o-o-o-oMit Einladung vom 28. Juni 1927 Zl. 341/St. wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesvertretungssitzung anberaumt, zu welcher sämtliche Herren Gemeindevorsteher, bezw. Standesvertreter, resp. zum Teile deren Ersatzmänner erschienen sind. Nach Eröffnung der Sitzung durch den Herrn Standesrepräsentanten und dem Erklären der Beschlussfähigkeit wird das Protokoll der letzten Sitzung in Vorlage gebracht. Die Genehmigung und Unterzeichnung erfolgt ohne vorherige Verlesung, da jede Gemeinde bereits mit je einer Abschrift behufs ortsüblicher Verlautbarung beteilt wurde und die Herren Standesvertreter vom Inhalte desselben daher in Kenntnis sind. Einwendungen, welche eine Protokollsänderung bedingt hätten, wurden nicht erhoben. Hierauf wird in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen und werden gefasst nachstehende Beschlüsse -o-o-o-o-o- 1.) Der heutigen Sitzung liegen einige dringende Fragen in Sachen der Montafonerbahn Ä.Oes.in Schruns zur Beratung und Beschlussfassung vor. Der Herr Vorsitzende teilt mit, dass auf Grund des Beharrungsbeschlusses der Standesvertretung für Montafon in der Sitzung am 18. Juni d.Js. Herr Kammerrat Loacker anlässlich der Generalversammlung der A.Ges. Montafonerbahn am 28. Juni 1927 den Antrag stellte, die 720 Stück Prioritätsaktien unter Verzichtleistung auf die Vorzugsrechte der Zinsengarantie durch den Stand Montafon in Stammaktien umzuwandeln, wenn eine Aufwertung des gesamten Aktienbestandes von S 400 auf S 500.- pro 1000 Kronen Aktien nicht bewilligt werde.Erläuternd bemerkt er, dass sich das Aktienkapital wie folgt aufteilt: Bund Land Stand Private Zusammen Prioritätsaktien 540 180 720 Stammaktien I. Kl. 60 60 300 220 640 II.Kl. 125 125 125 _ 375 ___________________________________________ 185 165 555 400 1755 Stück ___________________________________________ Bekanntlich muss der Stand Montafon die Verzinsung der Prioritätsaktien bis heute voll garantieren, was immerhin ein Risiko darstellt und eine belastende Verpflichtung bedeutet, trotzdem mehr als 2/3tel dieser Art Aktien sich im Eigenbesitze des Standes Montafon befinden. Nach längerer Beratung wird folgender Beschluss gefasst: Der Stand Montafon stimmt grundsätzlich dem Antrage des Herrn Kammerrates Loacker auf Umwandlung der Prioritätsaktien auf Stammaktien unter der Voraussetzung zu, dass für diese, das sind 720 Stück Aktien, die Garantie Verpflichtung des Standes Montafon bezüglich der Verzinsung vollkommen entfällt und diese Aktien auf eine gleiche Stufe mit den Stammaktien I. und II. Klasse gestellt werden. Diese Aktien haben sohin in Zukunft die gleiche Behandlung zu erfahren, wie die Stammaktien und entbehren jeder Vorzugsrechte. Einer Aktienaufwertung von S 400 auf S 500.- pro 1000 Kronen Aktien stimmt der Stand Montafon in keinem Falle zu. 2.) Der Herr Vorsitzende teilt weiter mit, dass die Vorarlberger Illwerke, G-es.m.b.H.in Bregenz sich um die Erwerbung der Montafonerbahnlinie Schruns-Bludenz bewerben und diesbezügliche Vorschläge stellten. Dieser Gegenstand bildete bereits in mehreren Sitzungen der Aktiengesellschaft Montafonerbahn einen Hauptberatungsgrund. In langem eingehendem Referate entwickelt der Herr Standesrepräsentant die Grundideen dieses Kaufantrages, die Stellungnahme der A.Ges. Montafonerbahn hiezu und die voraussichtlich zu gewärtigenden Auswirkungen eines Bahnverkaufes auf die Volkswirtschaft des Tales Montafon. Die Ausführungen fanden ungeteilte Zustimmung. Da die gegenseitigen Verhandlungen noch kein klares Bild zeigen, wird von einer positiven Stellungnahme durch die Standesvertretung jedoch Abstand genommen und die weiteren Beratungen auf den geeigneten, späteren Zeitpunkt verschoben. [-2-] 3.) Das Ansuchen des Herrn Gemeindearztes Dr. August Walser von Schruns um Erteilung der Bewilligung zum Bezuge von Bruchsteinen aus dem Steinbruche im Rotunderwald, Gemeinde Vandans, wird dem Herrn Standesrepräsentanten Franz Wachter unter Beizug des Herrn Gemeindevorstehers Franz Josef Bitschnau von Vandans zur Erledigung überwiesen. 4.) Der Herr Gemeindevorsteher Franz Josef Bitschnau von Vandans bringt eine Parteienbeschwerde gegen den Wasenmeister Franz Josef Stüttler in Schruns wegen Berechnung zu hoher Ganggelder zur Kenntnis und ersucht um Stellungnahme hiezu. Der Wasenmeister wird zur Rechtfertigung vorgeladen und gibt an, dass er die Ganggebühren im Verhältnisse der zurückgelegten Wegstrecke nach allgemeinen Grundsätzen normal berechnet habe und sich nicht schuldig fühle, übermässige Forderungen gestellt zu haben. Unter Hinweis auf die durch verschiedene Vorkommnisse als Seuchenschaden in erster Linie u.s.w. ohnehin schwer leidende Volkswirtschaft des Tales wird dem Wasenmeister ernst empfohlen, die individuellen Verhältnisse jeder einzelnen Partei gebührend zu berücksichtigen und dementsprechend die Ganggeldberechnung in mässigster Form vorzunehmen. Herr Stüttler sichert die Einzelbehandlung eines jeden Falles nach Maßgabe der vorliegenden Verhältnisse im Rahmen des Mindestnotwendigen zu. Schruns, am 12. Juli 1927. Der Standesrepräsentant [Unterschrift der Standesvertreter]
  1. standmontafon
  2. standesprotokolle
  3. standesausschuss
19270618_SV StandMontafon 1927-06-18 [-1-] Zl. 514/St. Protokoll -o-o-o-oaufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 18.Juni 1927 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter. -o-o- o-o-o-oMit Einladung vom 15.Juni 1927 Zl. 299/St. wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesvertretungssitzung anberaumt, zu welcher erschienen sind sämtliche Herren Gemeindevorsteher, bezw. Standesvertreter Montafons mit Ausnahme jener der Gemeinden St. Gallenkirch, Bartholomäberg und Lorüns. Der Herr Gemeindevorsteher von St. Gallenkirch entschuldigt seine Abwesenheit. Nach Eröffnung der Sitzung durch den Herrn Standesrepräsentanten und dem Erklären der Beschlussfähigkeit wird das Protokoll der letzten Sitzung in Vorlage gebracht. Die Genehmigung und Unterzeichnung erfolgt ohne vorherige Verlesung, da jede Gemeinde bereits mit je einer Abschrift behufs ortsüblicher Verlautbarung beteilt wurde und die Herren Standesvertreter vom Inhalte desselben in Kenntnis sind .Einwendungen wurden keine erhoben. Hierauf wird in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen und werden gefasst nachstehende Beschlüsse: -o-o-o-o-o- 1.) Der Herr Standesrepräsentant begrüsst mit herzlichen Worten den Leiter der Sektion Montafon des Jugendfürsorgeamtes, Herrn OLGR. i.R. Anton Marchesani in Schruns, welcher zwecks Berichterstattung über das Wirken zur heutigen Sitzung über eigenen Wunsch geladen wurde und erteilt ihm das Wort zu seinen folgenden Ausführungen: Herr Marchesani schildert in längeren Ausführungen den Zweck und die Bedeutung der Jugendfürsorge als eine die Erhaltung geordneter und gesitteter Gemeinschaft bedingende Notwendigkeit. Der Jugend gehört die immer werdende Zukunft. Es ist daher höchste Pflicht der Eltern, der Schule, Gemeinde und des Staates, der Jugend das Beste an Erziehung und Schutz angedeihen zu lassen. Dieser Grundsatz ist der leitende Gedanke der staatlichen Jugendfürsorge. Diese Organisation ist jedoch in ihrem Wirken abhängig von der geistigen und materiellen Unterstützung durch die Gemeinden in erster Linie, angefangen von der Ziehkinderaufsicht bis zur Unterbringung in Existenzberufen. Ein enges verständiges Zusammenarbeiten zum Wohle der Jugend kann nur zum Erfolge führen. In allen Fällen, bei denen ein Einschreiten der Gemeinde, sei es durch Unterbringung in Anstalten, in Betriebe als Lehrlinge u.s.w. notwendig wird, soll das Amt der Jugendfürsorge zur praktischen Unterstützung herangezogen werden. - Die Erhaltung dieser Organisation ist natürlich auch mit materiellen Kosten verbunden, deren Aufbringung grossen Schwierigkeiten begegnet. - Da es sich um eine in erster Linie stehende Fürsorgeunternehmung handelt und deren Sinn und hohe kulturelle Bedeutung erklärt wurde, bittet der Herr Vortragende, die Vertreter der einzelnen Gemeinden wollen der Sektion Montafon jährlich einen angemessenen Beitrag bewilligen, bezw. in den Gemeindevertretungen begründend dafür einzustehen. Nach Beendigung des Vortrages dankt der Herr Vorsitzende dem Herrn Sektionsleitier für seine bisherigen grossen Bemühungen und sichert eine befürwortende Stellungnahme zu. 2.) Die Rechnungen des Standes Montafon, Forstfondes Montafon und des Montafoner Feuerversicherungsvereines pro 1926 werden verlesen, zur Kenntnis genommen und genehmigt. 3.) Mit Erlass der Vorarlberger Landesregierung in Bregenz vom 23.Mai 1927 Zl. Ia-615/15 wurden die Satzungen des Montafoner Feuerversicherungsvereines in der geänderten Fassung (siehe Beschluss vom 29.IV.1927 Zl. 215/St) genehmigt. Die Umgestaltung des Vereines nach Maßgabe der neuen Statuten hat daher sofort zu erfolgen. Der Herr Vorsitzende ersucht die Herren Standesvertreter, in ihren Gemeinden auf eine straffe Einhaltung und Befolgung der Feuerpolizei-Ordnung [-2-] vom 18. März 1888 LGBl. Nr. 18 mit allem Nachdrucke hinzuarbeiten, um zu erzielen, dass die Feuerungsanlagen etc. in einwandfreien Zustand versetzt und die Feuersgefahr dadurch auf ein Mindestmass reduziert werden kann. - Der Erfolg wird dann in einem ruhigen Entwickeln und Anwachsen des Reservefondes sichtbar werden.- 4.) Die Vorarlberger Illwerke wurden mit Ansuchen der Firma S.A.Ges. vormals W. Lahmeyer &. Co., Bauleitung Partenen vom 31. Mai 1927 vorstelliger Stand Montafon möge zur Verbreiterung der Rohrleitungstrasse für das Vermuntwerk in der Standeswaldparzelle Nr. 3266/1 von bereits bewilligten 12 m auf 20 Meter zustimmen. Die seinerzeit beanspruchte Breite von 12 Meter habe sich als bedeutend zu gering herausgestellt, der praktische Bau sei stark gehemmt. Es wird die Bereitwilligeit ausgesprochen, für den vom Stande Montafon abzutretenden Grund im Gesamtausmasse von 20 Meter Breite und der noch festzustellenden Länge ein gleichwertiges Waldgebiet als Ersatz zu stellen, sodass eine Verringerung der Waldfläche des Standes nicht eintreten wird.Weiter wird in dem zitierten Schreiben das Ansuchen gestellt, für die Deponie des Stollenmaterials im Trominier 2 Plätze und zur Errichtung von Mannschaftsbaracken und anderen für den Baubetrieb notwendigen Gebäuden dortselbst Waldgrund verwenden zu dürfen.- Als Gegenleistung wird die Leistung einer im Verhandlungswege festzusetzende Entschädigung vorgeschlagen.Für sämtliches durch die Ausführung dieser Pläne zu schlägernde und anfallende Holz wird ein angemessener Preis bei Überlassung bezahlt.Herr Standesvertreter Flöry von Gaschurn nimmt über Ersuchen des Herrn Vorsitzenden Stellung zu diesen Ansuchen und teilt mit, dass er mit dem Waldaufseher Sandrell von Gaschurn die in Betracht kommenden Gebiete besichtigt habe mit der Feststellung, dass dem ersten Teile des Ansuchens auf Verbreiterung bis zu 20 Meter wie auch dem Verlangen nach Verwendung von Standesgrund zu genannten Zwecken zugestimmt werden sollte, da erstens die Bestückung der Waldflachen eine schwache und verkümmerte sei, zweitens die angebotene Entschädigungsart sicher eine günstige Verhandlungsbasis bilde und endlich die Fortsetzung der Bauarbeiten durch die Gestattung der im Ansuchen erbetenen Berechtigungen ziemlich abhängig sei. Nach längerer Beratung wird nun gefasst folgender Beschluss: 1) Der Stand Montafon ist bereit, den Vorarlberger Illwerken zur zweckmässigen Ausbauung der Rohrleitungstrasse eine weitere Fläche von 8 Meter Breite im Zuge der Trasse aus der Waldparzelle Nr. 3266/1, zusammen also eine Maximalbreite von 20 Meter zu über lassen, wenn als Gegenleistung dem Stande Montafon ein Waldstück mit mindestens den demselben Flächeninhalte und der selben, guten Kultur in sicherer Lage als Tauschstück überlassen und gegeben wird. 2) Der Stand Montafon ist weiter bereit, zur Deponie von Stollenmaterial in Trominier und Errichtung von Mannschaftsbaracken auf Standeswaldgrund die Zustimmung zu erteilen, wenn für die Benützung der Fläche eine entsprechende, im Verhandlungswege noch zu bestimmende Entschädigung geleistet wird. Es wird jedoch als Bedingung gesetzt, dass nur im äusserst notwendigen Umfange Waldgrund in Verwendung gezogen wird. 3) Für das Infolge Ausführung der geplanten Arbeiten anfallende Holz ist ein angemessener Preis zu vergüten. 4) Die in Anspruch genommenen, pachtweise überlassenen Flächen sind nach Beendigung ihrer Inanspruchnahme urbar herzustellen und nach Weisung der Forstbehörde wieder anzupflanzen. Die Vorarlberger Illwerke haben sich dann an die diesbezüglichen Weisungen der Forstbehörde und des Standes Montafon zu halten.Die Preisbildung des anfallenden Holzes wird dem Herrn Gemeindevorsteher Flöry gemeinsam mit dem Waldaufseher Franz Sandrell von Gaschurn übertragen. Um die vorgeschriebene Schlägerungs- und Verkaufsbewilligung ist bei der Bezirkshauptmannschaft Bludenz durch die Standesrepräsentanz einzukommen. 5.) Die Arbeitsgemeinschaft für den Bau des Schrägaufzuges für das Vermuntwerk in Partenen ersucht mit Zuschrift vom 14. d.Mts., zur Errichtung und Erschliessung eines zweiten Steinbruches in der Waldparzelle Nr. 3266/1 150 m unterhalb des Stollenausganges für die Entnahme von 1500 m3 Bruchsteinen die Bewilligung erteilen zu wollen. Als Entschädigung wird ein Angebot von S 500.- gestellt.Nach längerer Beratung wird der Erschliessung dieses Steinbruches unter [-3-] der Bedingung zugestimmt, dass nach Beendigung der Steineentnahme die in Verwendung gezogene Fläche urbargemacht, ausplaniert und nach den Weisungen der Bezirksforstbehörde angepflanzt wird. Als Grundentschädigung, bezw. für die Dauer der Ausnützung des Steinbruches und Entnahme von Steinen wird eine Vergütung von S 800.- angesprochen. Die Führung der diesbezüglichen Verhandlung wird dem Herrn Standesrepräsentanten übertragen. 6.) Der Alpverwaltung von Sporn, Gemeinde Tschagguns wird über Ansuchen vom 4.Juni 1927 die Bewilligung erteilt, auf einer Strecke von ca.150 m den neu anzulegenden Älpweg durch Standesgrund kostenlos führen zu dürfen. 7.) Das Ansuchen des Baptist Schoder von Vandans vom 7. Juni 1927 um kaufweise Überlassung von 4 Schindelstämmen zur Eindeckung des im Gargellentale neu zu erbauenden Hauses aus dort gelegenen Standeswaldungen wird in Behandlung gezogen. Es ist eine bekannte Tatsache, dass der Bestand an Schindelholz in den Waldungen des Gargellentales ein sehr beschränkter ist, sodass die Deckung des Bedarfes eingeforsteter Objekte bereits Schwierigkeiten verursacht. Das Prinzip der Waldwirtschaft Montafons ruht aber auf dem Grundsatze, berechtigte Ansprüche Eingeforsteter jederzeit decken und befriedigen zu können, die Holzzuweisung an nicht Bezugsberechtigte also erst in dem Momente zu gestatten, wenn eine Beeinträchtigung der ersteren gewährleistend ausgeschlossen ist.- Der Waldaurseher Herr Albert Zugg von St. Gallenkirch unterstreicht mit seinen Erklärungen über das Vorhandensein der einzelnen Nutzholzgattungen in den Gargellnerwaldungen die Notwendigkeit, vom Verkaufe von Schindelholz an Nichtbezugsberechtigte abzusehen. Das Ansuchen des Baptist Schoder/Vandans kann daher infolge des beschränkten Vorhandenseins von Schindelholz in den gewünschten Lagen, das für den Bedarf der eingeforsteten Objekte reserviert werden muss, nicht bewilligt werden und wird einstimmig abgelehnt. 8.) Die Behandlung des Holzansuchens des Walter Flaig, Besitzer der Reute in Gargellen, zur Instandsetzung der Gebäude den Bezug von 10m3 Nutzholz und 3 Schindelstammen aus dem Titel des Servitutsrechtes dieser Objekte zu gestatten, wird zur Kenntnis genommen und genehmigt. 9.) Der Herr Standesrepräsentant teilt mit,dass der HotelVerwaltung Madrisa im Gargellentale aus einem notwendig gewordenen Holzschlage im Platinawalde das angesuchte Quantum von 22 Stück Telefonmasten zum Kaufpreise bewilligt und zugewiesen wurde. Dieser Gesuchserledigung wird ausnahmslos zugestimmt. 10.) Waldaufseher Albert Zugg/St. Gallenkirch teilt mit, dass im Valiserawalde aus Abgangbeständen bedeutende Mengen von Brennholz lagern und der Verkauf desselben zweckmässig sei. Es wird daher dem Ansuchen des Herrn Richard Sannwald, Villabesitzer in Gargellen, vom 7. März 1927, um Zuweisung von 10 Rm3 Brennholz Folge gegeben. Für das bezogene Holz ist ein angemessener Kaufpreis zu entrichten. 11.) Nach längerer Beratung wird der einstimmige Beschluss gefasst, die Ablösung der Servitutsrechte zum Schindelholzbezuge von Gebäuden, welche mit harter Bedachung versehen werden, zum Preise von S 1,- pro Quadratmeter, erst ab 1.Jänner 1927(sieben) vorzunehmen. Deshalb kann den Ansuchen des Franz Stocker von St. Anton und des Gabriel Thöny von Bartholomäberg um Vergütung keine Folge gegeben werden, da die Eindeckung mit Ziegeln lange vor diesem Zeitpunkte erfolgte. 12.) Einer Zuschrift des Waldaufsehers Christian Vallaster von Bartholomäberg vom 24. Mai 1927 zufolge ist es zweckmässiger, von der Rückgabe des durch Albert Hofmann, Jagdpächter in Bartholomäberg zum Baue eines kleinen Stalles beim Jagdhause verwendeten Holzes gegen Leistung eines ortsüblichen Kaufspreises Abstand zu nehmen. Diesem Antrage wird zugestimmt und beschlossen, für das bezogene Holz 6.838 Fm3 die Leistung eines entsprechenden Kaufpreises zu verlangen. 13.) Im vergangenen Jahre wurde durch die Besitzer der Alpe Platina, Gargellental, das Verlangen nach Feststellung der Grenzlinie zwischen dieser Alpe und dem Stande Montafon gestellt. Ursache hiezu bildete der Einspruch der Standesrepräsentanz gegen eine dortselbst vorgenommene Holzschlägerung. Über Antrag des Herrn Standesrepräsentanten werden zu dieser Vermarkung als Delegierte des Standes Montafon ernannt die Herren Gemeindevorsteher Alois Flory von Gaschurn und Anton Fritz von Silbertal. 14.) Der Herr Vorsitzende teilt mit, dass gleichzeitig mit dem Strassenbaue [-4-] in Schruns für eine Anzahl Häuser im Dorfe Schruns eine gemeinsame Kanalisation zur Ableitung der Abwässer erbaut werde. Der günstige Zeitpunkt zum Anschlusse an diese Leitung sollte für das Standesgebäude Haus Hr. 27 beachtet und ausgenützt werden, weshalb er den Antrag auf Bewilligung zur Beteiligung an dieser Kanalisation zur Beseitigung der Abwässer stellt.- Dieser Antrag wird einstimmig angenommen. 15.) Der Mietzins für die Gendamerieunterkunft im Standesgebäude Nr. 27 in Schruns beträgt bekanntlich vierteljährig S 1,69.- Die Leitung des Landesgendarmeriekommandos in Bregenz ist entgegenkommender Weise bereit auf eine Erhöhung hinzuwirken, doch setzt sie voraus, dass einige notwendige Adaptierungen vorgenommen werden. In erster Linie soll die Treppe zum Stockwerke, in welchem der Posten untergebracht ist, erneuert werden. Dann sollte im Gange eine Glastür eingebaut werden. Der Durchführung dieser Adaptierungen wird in der Erwartung nach einer entsprechenden Regelung des Mietzinses einheitlich zugestimmt. 16.) Über Antrag des Herrn Vorsitzenden wird beschlossen, den Holzschupfen beim Bezirksgerichte in Schruns neuerbauen zu lassen. Desgleichen wird der Renovierung dieses Gebäudes zugestimmt. 17.) Bezugnehmend auf die letzte Verwaltungsratsitzung der Montafonerbahn Aktien-Gesellschaft in Schruns teilt Herr Standesrepräsentant mit, dass in derselben ein Antrag auf Erhöhung der Aufwertung pro 1000 Kronen Aktie von S 400 auf S 500.- gestellt wurde, wodurch dann dem Stande Montafon die Garantieverpflichtung für den Aktienzinsendienst abgenommen würde. Nach eingehender Beratung wird der einstimmige Beschluss gefasst, der Aufwertung auf S 500.- nicht zuzustimmen, sondern beim letztjährigen Beschlüsse auf Aufwertung von ja 1000 Kronen Aktie mit S 400.-(vierhundert) zu verharren. Schruns, am 21. Juni 1927. Der Standesrepräsentant: [Unterschrift der Standesvertreter]
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  3. standesausschuss
19270509_SV_Rundschreiben StandMontafon 1927-05-09 [-1-] Zl. 239/St. Rundschreiben An sämtliche Herren Gemeindevorsteher bezw. Standesvertreter Montafons Die Arbeitsgemeinschaft für den Bau des Schrägaufzuges Vermuntwerk stellt an die Standesrepräsentanz das Ersuchen um Bewilligung einer Steinbruchanlage in der Standeswaldung Nr. 3266/1, wobei der Stein aus genannter Parzelle entnommen werden soll, und zwar ein Quantum von ca. 3000 m3. Als Entschädigung wird von vorgenannter Firma ein Pauschalbetrag von S 600.-- vorgeschlagen wobei sich die Unternehmung noch verpflichtet, die Halde sachgemäß abzubauen und nach Einstellung der Arbeiten die Gewinnungsteile zu planieren, resp. richtig zu böschen. Laut Zuschrift des Standeswaldaufsehers Franz Sanderell kann durch die Bewilligung des hier in Betracht kommenden Steinbruches kann nach seinem Ermessen dem Standeswalde nie ein großer Schaden erwachsen, indem dort infolge der steilen, felsigen Lage nur kümmerliche Bestände vorkommen. Es wird nun ersucht, auf gegenständlicher Kurrenda mitzuteilen, ob die Standesvertretung sowohl mit der Steinbruchanlage als auch mit dem angebotenen Pauschalbetrag von S 600.-einverstanden ist oder nicht. Die Zustimmung bzw. Ablehnung wolle gefl. mit "Ja" oder "Nein" auf diesem Akte vermerkt werden. Schruns, am 9. Mai 1927 Der Standesrepräsentant: Fr. Wachter [-2-] Entscheidung Unterschrift der Name der Gemeinde "Ja" oder "Nein" Herren Standesvertreter ________________________________________________________________ Alle Standesvertreter unterschreiben und stimmten mit "Ja".
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  2. standesprotokolle
  3. standesausschuss
19270429_SV StandMontafon 1927-04-29 [-1-] Zl.215/St. Protokoll -o-o-o-oaufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 29. April 1927 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter -o-o-o-o-o-oMit Einladung vom 26. April 1927 Zl. 207/St wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesvertretungssitzung anberaumt, zu welcher erschienen sind die Herren Standesvertretungsmitglieder bezw. Gemeindevorsteher von Montafon mit Ausnahme jener der Gemeinden Gaschurn, Stallehr und Bartholomäberg. Der Herr Gemeindevorsteher von Gaschurn hat sein Fernbleiben entschuldigt. Nach Eröffnung der Sitzung durch den Herrn Standesrepräsentanten und dem Erklären der Beschlussfähigkeit wird das Protokoll der letzten Sitzung in Vorlage gebracht. Die Genehmigung und Unterzeichnung erfolgt ohne vorherige Verlesung, da jede Gemeinde bereits mit je einem Abschrift behufs ortsüblicher Verlautbarung beteilt wurde und die Herren Standesvertreter vom Inhalte desselben in Kenntnis gesetzt sind. Einwendungen wurden keine erhoben. Hierauf wird in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen und werden gefasst nachstehende Beschlüsse: -o-o-o-o-o- Die Handels-Gewerbe-Genossenschaft für den Gerichtsbezirk Montafon mit dem Sitze in Schruns wurde unter Mitfertigung verschiedener anderer Gewerbegruppen, sowie des Bezirksgerichtes Montafon in Schruns mittelst Ansuchen vom 1. Februar 1927 vorstellig, die Standesvertretung für Montafon wolle die Einführung eines Gemeindeblattes für den Bezirk Montafon in Erwägung ziehen und die Schaffung desselben beschliessen. Über dieses Ansuchen wurde in die Beratung eingegangen und derselben Herr Buchdruckereibesitzer Ludwig Sausgruber von Feldkirch, vertreten durch seinen Sohn Josef Sausgruber, beigezogen. Herr Sausgruber unterbreitet zwei Möglichkeiten der Gründung des Gemeindeblattes und zwar: Bildung einer Konkurrenz der beteiligten Gemeinden mit eigener Haftung oder Herausgabe des Blattes auf Risiko des Buchdruckers. Grundbedingung für eine Lebensmöglichkeit des Gemeindeblattes wäre allerdings die Einstellung des Publikationsverfahrens, und erste Unterstützung von Seite der Gemeinden, in Bezug auf Zuführung der Abonnenten, Sammlung des Druckmaterials und Veranlassung der Verteilung des gedruckten Blattes. Herr Standesrepräsentant Wachter begrüsst die Verbesserung des Verlautbarungssystems und unterstützt die Bemühungen auf Einführung eines Gemeindeblattes bestens. Er spricht sich jedoch vorerst gegen die Bildung einer Konkurrenz aus. Nach längerer Beratung kommt zwischen der Standesvertretung für Montafon und dem Buchdruckereibesitzer Herrn Ludwig Sausgruber nachstehende Vereinbarung vorbehaltlich der Zustimmung der Gemeindevertretungen des Tales Montafon zustande: 1) Herr Ludwig Sausgruber übernimmt den Verlag, die Redaktion und Verwaltung des Gemeindeblattes auf eigenes Risiko. 2) Die Kundmachungen amtlichen Charakters des Standes Montafon und der Gemeinden des Tales (nicht Versteigerungen privater Charakters) werden unentgeltlich eingeschaltet. 3) Die Gemeinden und der Stand Montafon verpflichten sich, ihre amtlichen Kundmachungen, mit Ausnahme der ganz dringlichen, einzuschalten und das Verlesen derselben zu unterlassen. Ausgenommen von dieser Bestimmung sind Kundmachungen, welche nach Redaktionsschluss einlaufen und als dringlich verlautbart werden müssen." 4) Die Gemeinden erklären sich bereit, für die Werbung von Abonnenten Sorge zu tragen und die Verbreitung des Blattes zu unterstützen. 5) Es wird der Wunsch ausgedrückt, die Stadt Bludenz in den Ausgabebereich des Gemeindeblattes mit einzubeziehen. 6) Die Erklärungen der Herren Gemeindevorsteher werden von der Zustimmung der Gemeindevertretungen abhängig gemacht. 7) Der Bezugspreis pro Vierteljahr beträgt S 1,20 inclusive Zustellung in's Haus oder Verteilung am Kirchplatze Sonntags. Die Standesvertretung beschliesst somit unter Hinweis auf den angeführten Vorbehalt die Einführung des Gemeindeblattes für Montafon einstimmig. [- 2 -] 2.) Dem Beschlüsse der Konkurrenzstrassenverwaltung Bludenz-Partenen in Schruns vom 8. Marz 1927, Zuschrift vom 9. Marz 1927 Zl.56 betreffend Benützung der günstigen Gelegenheit zur Wiederinstandsetzung der sogenannten Sommerstrasse mit Tunnel nach Innerfratte wurde nach kurzer Beratung einstimmig zugestimmt und die Flüssigmachung des prozentuellen Standesanteiles bewilligt. 3.) Der Konkurrenzstrassenverwaltung Bludenz-Partenen wird zufolge Ansuchens vom 29. März 1927 Zl. 65 die Entnahme von Bruchsteinen aus dem Rotunderwalde in Vandans zum Strassenbaue bewilligt. 4.) Der gleichen Verwaltung wird über Ansuchen vom 16. Februar 1927 Zl.? der Bezug von 10 Fm3 Sageholz zur Instandhaltung der Bauobjekte in Gaschurn-Partenen gegen Entrichtung des Kaufspreises bewilligt. Die Bewertung des bezogenen Holzes hat durch den Waldaufseher Franz Sandrell unter Beizug des Herrn Gemeindevorstehers von Gaschurn zu erfolgen. 5.) Vom Herrn Vorsitzenden wird ein Protokoll vom 28. Februar 1927 über eine stattgefundene Interessentenversammlung betreff Anlegung eines Weges von Kristberg nach Wasserstuben in Vorlage gebracht. Nach diesem soll eine Wegkonkurrenz der Alpen Wasserstuben und Gritsch gebildet werden, zu der der Stand Montafon und die Gemeinden Bartholomäberg und Silbertal einen in 4 Jahresraten zu leistenden fixen Betrag geben sollen und zwar der Stand Montafon einen solchen von ...... S 5.000.-die Gemeinde Bartholomäberg ........................... S 5.800.—die Gemeinde Silbertal ................................. S 3.500.-Für die Aufbringung des Restkostenerfordernisses sollen sodann die Alpinteressentschaften Wasserstuben und Gritsch Sorge tragen. Die Anlage dieses Weges ist nach Überzeugung des Herrn Vorsitzenden neben der grossen Wichtigkeit für die Bewirtschaftung der genannten zwei Alpen auch von grosser Bedeutung für die Waldbewirtschaftung des Standes Montafon in den dortigen Lagen. Es ist dadurch die Holzbringung und Durchforstung von Waldteilen ermöglicht, welche bis heute im Ganzen noch unberührt standen und infolge der Unmöglichkeit einer Bringung sehr entwertet waren. - Die Erhaltung des zu bauenden Weges fällt zu Lasten der in erster Linie interessierten Alpgenossenscnaften Wasserstuben und Gritsch.Herr Standesrepräsentant Wachter stellt in voller Erkennung der Wichtigkeit dieser Neuanlage den Antrag auf Bewilligung der Leistung eines Beitrages von S 5.000,-, zahlbar in 4 Jahresraten. Herr Gemeindevorsteher Bitschnau von Vandans weist darauf hin, dass der Stand Montafon der Erbauung von Wegen in die Standeswaldungen ein erhöhtes Augenmerk zu widmen habe, indem durch das Schaffen von Abtransportmöglichkeiten, also Wege, die Waldungen erst richtig in Bewertung Kommen. Bei diesem Anlasse weist er auf die ganz ungenügenden Vorkehrungen im Gebiete der Gemeinde Vandans, in erster Linie des Relstal es, hin, in welchem jährlich hunderte von Festmeter Holz dem Verderben überliefert werden, da eine Aufarbeitung und Ablieferung infolge des Mangels an Wegen nicht möglich sei. - Er unterstützt daher das vorliegende Projekt mit Nachdruck und stellt zum Antrage des Herrn Vorsitzenden den Zusatzantrag, die Flüssigmachung des Standesbeitrages im Verhältnis zum Baufortschritte des Weges zu bewilligen. Der Antrag des Herrn Standesrepräsentanten Wachter mit dem Zusatzantrage des Herrn Gemeindevorstehers Bitschnau von Vandans wird sodann einstimmig angenommen. 6.) Die Zuschrift des Herrn Landeshauptmannes Dr. Otto Ender in Bregenz vom 12. März 1927 betreff Gebarung der Überschüsse aus der Waldbewirtschaftung wird mit einführenden Erläuterungen des Herrn Vorsitzenden zur Kenntnis genommen. 7.) Über Antrag des Herrn Vorsitzenden wird dem Ansuchen der freiwilligen Feuerwehr Gortipohl, Gemeinde St. Gallenkirch, um kosten- bezw. stockgeldfreie Zuweisung von ca. 6 Fm3 Bauholz zum Baue eines Zeugschuppens für die Unterbringung der Feuerwehrutensilien einstimmig Folge gegeben. Es wird lebhaft begrüsst, dass der Gedanke einer Selbstsicherung durch Schaffung freiwilliger Wehren gegen Brandschaden von der Bevölkerung in seiner ganzen Bedeutung erfasst wird. 8.) Die Firma Gebrüder Battlogg, Gipsfabrik in St. Anton, ersucht mit Zuschrift vom 10. März 1927 um Erteilung der Bewilligung, auf dem Besitze des Standes Montafon in der Umgebung des Steinbruches eine Schlafhütte errichten zu dürfen, und zwar im Ausmaße von 5 m Länge und 4 m Breite. Der Herr Standesrepräsentant stellt den Antrag auf Bewilligung, da der Platz, auf welchem diese Hütte erstellt werden soll, vollkommen unproduktiv ist. Die Bedingungen, welche an diese Bewilligung gestellt werden, sollen sich im Rahmen des Pachtvertrages über den Gipssteinbruch, [-3-] abgeschlossen zwischen dieser Firma und dem Stande Montafon als Besitzer des Steinbruches, halten. Mit der Auflösung des Pachtverhältnisses erlischt automatisch die erteilte Bewilligung der Verwendung des geplanten Grundstreifens und hat die Hütte abgetragen der Bauplatz in den früheren Zustand hergestellt und übergeben zu werden. Diesem Antrage wird einmütig zugestimmt. 9.) Das Ansuchen des Herrn Mangeng Johann Josef von Bartholomäberg Haus Nr. 271 um Berechnung des einfachen Stockgeldes für drei ausserhalb der Forstproduktenbezugsanmeldung bezogene Schindelstämme wird bewilligt, da die Schuldlosigkeit der Partei an der Nichteinhaltung der termingemässen Bezugsanmeldung erwiesen erscheint. 10.) Das Ansuchen der Gemeindevorstehung Bartholomäberg vom 9.III. d.Js. um Abschreibung eines ihr von der Bezirkshauptmannschaft Bludenz vorgeschriebenen Schadenersatzbetrages von S 11,52 wird zwecks Einziehung von Informationen vertagt. 11.) Dem Ansuchen des Herrn Josef Theodor Juen, Landwirt von Schruns um Erteilung der Übertragungsbewilligung des Holzbezugsrechtes eines abgetragenen Maisässhäuscnens am Maisässe in Mantschwitz auf ein dortselbst zu erbauendes Maisässhaus, welches zur Bewirtschaftung der Maisässliegenschaften unbedingt erforderlich, wird über Antrag des Herrn Vorsitzenden unter folgender Form bewilligt: Die Übertragung des Holzbezugsrechtes des abgetragenen Maisässhäuscnens auf das auf Mantschwitz, Gemeinde Tschagguns auf Gp. 1016 neu zu erstellenden Maisässhaus wird insolange bewilligt, als der heute im Besitze des Herrn Juen sich befindliche Maisäss jeweils im Besitze eines Standesbürgers von Montafon sich befindet. Mit dem Zeitpunkte, in welchem diese Maisässliegenschaft an einen Besitzer veräussert wird, der das Standesbürgerrecht in Montafon nicht besitzt, erlischt diese Bewilligung und damit auch das Bezugsrecht von Holz aus Montafoner Standeswaldungen. 12.) Der Sektion Worms des D.&.Oe.A.Vereines wird über Ansuchen der Bezug von 8 Rm3 Brennholz zur Hüttenbewirtschaftung gegen Leistung des Kaufspreises bewilligt. 13.) Das Ansuchen des Herrn Erhard Franz in Partenen um Bezügsbewilligung von 40 Fm3 Bauholz zum Baue eines Hauses in Partenen wird in Behandlung gezogen. Herr Standesrepräsentant teilt mit, dass nach Aussagen des Herrn Gemeindevorstehers von Gaschurn und des Waldaufsehers dortselbst, Herrn Franz Sandrell in Partenen, bezw. den dortigen Waldungen schlagbares überschüssiges Holz infolge der seinerzeitigen grossen Inanspruchnahme durch die Baufirmen nicht mehr vorhanden sei und eine vorsichtige Bewirtschaftung stattfinden müsse. Nach kurzer Beratung wird einstimmig beschlossen, den Herrn Standesrepräsentanten zu bevollmächtigen, nach Rücksprache mit dem Herrn Gemeindevorsteher und Waldaufseher von Gaschurn, die Entscheidung über die Zuweisung von Holz oder die Ablehnung des Ansuchens allein zu treffen. 14.) Die Ansuchen der Hotel Verwaltung Madrisa in Gargellen um 15.) Bezugsbewilligung für 50 Telefonmasten und des Herrn Richard Sannwald, Villabesitzer in Gargellen, um Zuweisung von 10 Rm3 Brennholz werden zwecks Pflegung von Erhebungen vertagt. 16.) Der von der Verwaltung der Vorarlberger Landes-Elektrizitätsaktiengesellschaft, Werk Gampadels, vorgelegte Entwurf eines Kaufvertrages, womit der Stand Montafon ein Ausmass von 23 a 90 m2, welches für die Rohrleitungstrasse aus den im gehörenden Gp.Nr. 2328 und 2329 mit der neuen Parzellierung Gp.Nr. 2326/3 in Verwendung gezogen wurde, gegen Leistung eines Kauf Schillings von S 1053 an dieses Unternehmen abgibt, wird gutgeheissen und der Kaufabschluss einstimmig bewilligt. 17.) Das Ansuchen des Herrn Wilhelm Stemer, Bauer von Schruns. Um Erteilung der Verkaufsbewilligung von 10 Rm3 Abbruchholz aus Sarottlen wird mit dem Vorbehalte bewilligt, dass der Verkauf nur innerhalb den Grenzen des Tales Montafon erfolgen darf. 18.) Über Antrag des Herrn Gemeindevorstehers Bitschnau von Vandans werden 19.) die Ansuchen des Herrn Gabriel Thöny von Bartholomäberg und des Franz Stocker von St. Anton um Vergütung des Verzichtes auf das Bezugsrecht für Schindelholz aus Standeswaldungen durch Eindeckung ihrer Wohnhäuser mit Ziegeln bis zur kommenden Sitzung vertagt. [-4-] 20.) Die Zuschrift der Bezirkshauptmannschaft Bludenz vom 22. April 1927 Zl. 1832/2, womit einige Voraussetzungen bekannt gegeben werden, unter welchen das Bundeskanzleramt in Wien die Satzungen des Montafoner Feuerversicherungsvereines nur genehmigen wird, gelangt zur Verlesung und eingehendsten Beratung. Als Ergebnis der eingehendst gepflogenen Beratung wird dem Verlangen des Bundeskanzleramtes vollkommen entsprochen und zwar in nachstehender Weise: 1) In § 27 wird die IT. Gefahrenklasse fallen gelassen, welche vorsieht, die Objekte, in welchen auffallend feuergefährliche Gegenstände aufbewahrt oder feuergefährliche Gewerbe betrieben werden, in den Versicherungskreis einzubeziehen. Dem entsprechend ist auch der übrige Wortlaut dieses § umzuändern. Diese Abänderung scheint im Hinblick auf die zwingenden Vorschriften des § 44(2)c) der Ministerialverordnung vom 7. März 1921 BGBl. Nr. 141 unerlässlich. Der § 28 neu der Statuten soll den unveränderten Wortlaut des § 27 alt der Statuten erhalten. 2) Der § 32 hat die Überschrift zu erhalten: "Versicherungssumme und gleichzeitige anderweitige Versicherung "Der Wortlaut desselben wird umgeändert wie folgt: "1. Absatz unverändert. Sodann: Ein Mehrwertbetrag soll nur bei der Vorarlberger Landes-Feuerversicherungsanstalt versichert werden. Die gleichzeitige Versicherung eines bei dem Vereine versicherten Objektes bei einer anderen Versicherungsanstalt soll vermieden werden. Wird trotzdem bei einer anderen Versicherungsanstalt versichert, so verliert das Mitglied einerseits den Anspruch an etwaigen Gebarungsüberschüssen im Sinne des § 19 (2) teilzunehmen, andererseits auch den Anspruch auf eine Beteilung aus dem Vereinsvermögen im Falle der Vereinsauflösung (§ 25). Der Abschluss jeder für dieselben Objekte bei einer anderen Versicherungsanstalt genommenen Versicherung ist dem Vereine beim Vertragsabschlusse bezw. wenn die andere Versicherung erst später genommen wurde, unverzüglich unter Bezeichnung des anderen Versicherers und der Versicherungssumme anzuzeigen. Hat das Mitglied diese Obliegenheit verletzt, so soll es das Recht auf Ersatzleistung des Vereines nach Maßgabe der gesetzlichen Vorschriften des Versicherungsvertragsgesetzes verlieren. Der § 49, vorletzter Absatz, ist durch das Auslassen der Worte "mit Einwilligung der Vereinsvorstehung" zu ändern. Weiter ist am Schlüsse dieses Absatzes noch zu bemerken: "(vergleiche die Bestimmungen des § 32)." 3.) Im § 33 sind zu zitieren die § S 31, 35, 36 und 55. In Erkennung der Notwendigkeit einer sofortigen Erledigung des Aktes und der verlangten Abänderungen, bezw. in der Hauptsache deren Stichhältigkeit, werden vorstehende Abänderungen mit Stimmeneinhelligkeit beschlossen. Schruns, am 29. April 1927. Der Standesrepräsentant: [Unterschrift der Standesvertreter] [-5-] [Anhang] Vereinbarung -o-o-o-o-o-o abgeschlossen zwischen der Standesvertretung für Montafon einerseits und Herrn L. Sausgruber, vertreten durch Josef Sausgruber, Buchdruckerei in Feldkirch am 29. April 1927 in Sachen der Einführung eines Gemeindeblattes für den Bezirk Montafon. 1.) Herr L. Sausgruber übernimmt den Verlag, Redaktion und Verwaltung des Gemeindeblattes auf eigenes Risiko. 2.) Die Kundmachungen amtlichen Charakters des Standes Montafon und der Gemeinden des Tales (nicht Versteigerungen privaten Charakters) werden unentgeltlich eingeschaltet. 3.) Die Gemeinden und der Stand Montafon verpflichten sich ihre amtlichen Kundmachungen, mit Ausnahme der ganz dringlichen einzuschalten und das Verlesen derselben zu unterlassen. Ausgenommen von dieser Bestimmung sind Kundmachungen, welche nach Redaktionsschluss einlaufen und als dringlich verlautbart werden müssen. 4.) Die Gemeinden erklären sich bereit, für die Werbung von Abonnenten Sorge zu tragen und die Verbreitung des Blattes zu unterstützen. 5.) Es wird der Wunsch ausgedrückt, die Stadt Bludenz in den AusgabeBereich des Gemeindeblattes mit einzubeziehen. 6.) Die Erklärungen der Herren Gemeindevorsteher werden von der Zustimmung der Gemeindevertretungen abhängig gemacht. 7.) Der Bezugspreis pro Vierteljahr beträgt S 1,20 inclusive Zustellung in's Haus oder Verteilung am Kirchplatze Sonntags. Gelesen und gefertigt: Josef Sausgruber
  1. standmontafon
  2. standesprotokolle
  3. standesausschuss
19270129_SV StandMontafon 1927-01-29 [-1-] Zl. 84/St. Protokoll -o-o-o-oaufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 29.Jänner 1927 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter -o-o-o-o-o-oMit Einladung vom 26. Jänner 1927 Zl. 52/St. wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesvertretungssitzung anberaumt, zu welcher erschienen sind sämtliche Herren Standesvertretungsmitglieder bezw. Gemeindevorsteher von Montafon mit Ausnahme jener der Gemeinden St. Gallenkirch, Lorüns und Stallehr. Die Herren Gemeinevorsteher von St. Gallenkirch und Lorüns haben ihr Fernbleiben entschuldigt. Nach Eröffnung der Sitzung durch den Herrn Standesrepräsentanten und dem Erklären der Beschlussfähigkeit wird das Protokoll der letzten Sitzung in Vorlage gebracht. Die Genehmigung und Unterzeichnung erfolgt ohne vorherige Verlesung, da jede Gemeinde bereits mit je einer Abschrift behufs ortsüblicher Verlautbarung beteilt wurde und die Herren Standesvertreter vom Inhalte desselben in Kenntnis sind. Einwendungen wurden keine erhoben. Hierauf wird in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen und wurden gefasst nachstehende Beschlüsse: -o-o-o-o-o1.) Von der Standesrepräsentanz wird ein Entwurf zur Änderung der Statuten des Montafoner Feuerversicherungsvereines in Vorlage gebracht und einer genauesten Beratung unterzogen. Zur Änderung sind vorgeschlagen die §§: 6,10,12,13,15,16,17,18,19; § 20 ist neu einzuschalten an Stelle des § 19 der alten Statuten, dann §§ 21,22,27,32,39,40 und 41. Der Änderungsentwurf sieht eine vollkommene Umwandlung des Versicherungswesens von der jeweiligen Schadensverumlagung zur Einführung der Prämienberechnung, Bildung eines Reservefondes und Einführung der Schilling-Währung vor, da mit Berechtigung angenommen werden kann, dass die Währungsstabilität in Österreich eine dauernde sein wird. Durch diese Umstellung auf normale Betätigung des Vereines wird der vom Bundeskanzleramte (:Inneres:) bei Genehmigung der letzten Statuten fer vorgelegte Entwurf wurde nach teilweiser Abänderung genehmigt und bildet unter Berücksichtigung der Änderungen als Anhang einen Bestandteil dieses Protokolles. Da im Jahre 1927 die Umlagebeiträge des Jahres 1926 fällig, nach dem Statutenentwurf aber auch die Prämien des laufenden Geschäftsjahres am Anfange desselben zu bezahlen sind, ergibt sich in diesem Jahre eine einmalige doppelte Belastung der Versicherungsnehmer. Es wird daher beschlossen, als Einzahlungstermin der Prämien pro 1927 den 1. Juni 1927 festzusetzen. Bis zu diesem Zeitpunkte haben die Gemeinden des Tales Montafon die Prämienzahlungen an die Vereinskasse zu leisten. Durch die Umrechnung der Versicherungssummen von Goldkronen auf Goldschilling ist es unvermeidlich, dass ungerade Versicherungssummen sich ergeben. Es sind daher Beträge bis zu S 50.- zu vernachlässigen, solche über S 50 aber auf S 100.- aufzurunden. Die Berechnung der Versicherungssummen, die Entschädigungsbeiträge, dann die Prämien und eventuellen Nachschuss Zahlungen der Mitglieder in Goldschilling hat ab 1.Jänner 1927 zu erfolgen. Von der Vereinsverwaltung sind die notwendigen Umarbeiten sofort in Angriff zu nehmen. Sämtliche, diesbezügliche Beschlüsse des Standesvertretung wurden mit Stimmeneinhelligkeit gefasst. 2.) In den Ausschuss der Konkurrenzstrasse Schruns-Silbertal werden als Vertreter der Standesvertretung für Montafon entsendet als Mitglied Herr Wachter Franz, Standesrepräsentant und Gemeindevorsteher v. Schruns, als dessen Ersatzmann der Herr Standesvertreter J.G.Jochum, Gemeindevorsteher von Tschagguns. Die Entsendung eines Vertreters in diese Körperschaft erfolgt in Entsprechung des Auftrages der Vorarlberger Landesregierung vom 24. Jänner 1927 v-Zl. 391/51 ex 1927. [-2-] 3.) Den Parteien Franz Josef Schwarzhans und Tschanhenz Regine von St. Gallenkirch wird über Ansuchen der Bezug von je 4, zusammen 8 Lichtleitungsmasten gegen Vergütung des jeweiligen Tagespreises bewilligt. Der Bedarf ist aus Abgangsbeständen zu decken. Der Verkauf von Abbruchholz wird über Ansuchen nachverzeichneten Parteien bewilligt mit der strickten Bedingung, dass dieses Holz nur in den Gemarkungen des Tales Montafon veräussert wird und zwar: 4.) Dem Herrn Salzgeber Franz Josef, Tschagguns Haus Nr. 157 für ein Quantum von 10 Fm3. 5.) Dem Herrn Netzer Johann Josef, Schruns Haus Nr. 191 für ein Quantum von ca. 23 Fm3. 6.) Dem Herrn Wachter Franz Josef, Schruns Haus Nr. 479 für ein Quantum von ca.6 Fm3. 7.) Herr Küng Josef, Bauer in Vandans/Rotund wurde mit Ansuchen vom 7. Jänner 1927 vorstellig, ihm aus dem Umstände, dass er seinen Stall auf der Heimat Haus Nr. 32 mit Ziegeln eindeckte, für den Entfall des ihm gebührenden Schindelholzes eine einmalige Entschädigung im Ausmaße von 36 Fm3 Nutzholz zu bewilligen. Die Ablösungsfrage derartiger Servitutsrechte zu Grünsten der Standeswaldungen gibt Anlass zu einer eingehenden Beratung. Herr Standesvertreter Franz Josef Bitschnau von Vandans stellt den Antrag, Ablösungen dieser Art nicht durch die Abgabe von Holz vorzunehmen, da hiedurch Unregelmässigkeiten nicht zu vermeiden sind, sondern pro Quadratmeter abzulösender Dachfläche eine feste Vergütung zu bestimmen. Nach längerer Aussprache wird einstimmig beschlossen, für den Quadratmeter abzulösender Schindelbedachung 1 (einen) Schilling Vergütung zu leisten unter der Bedingung, dass für das betreffende Gebäude Für immerwährende Zeiten auf den Bezug von Schindelholz aus Montafoner Standeswaldungen, bezw. auf das diesbezügliche Servitutsrecht Verzicht geleistet wird. In diesem Sinne ist auch das Ansuchen des Herrn Josef Küng zu erledigen. 8.) Das Ansuchen der Gebrüder Battlogg von St. Anton um Bezugsbewilligung für Zundrinenholz zur Schwellengewinnung aus Silbertaler Standeswaldungen wird neuerlich in Beratung gezogen. Herr Standesvertreter Fritz von Silbertal teilt hiezu mit, dass die Gewinnung von Zundrinen in Silbertaler Waldungen für den Unternehmer sehr ungünstig und unwirtschaftlich ist, da die Entfernung und die schwierigen Transportverhältnisse die Gestehungskosten derartigen Holzes unverhältnismässig erhöhen werden. Zundrinenholz ist in Silbertaler Waldungen vorzufinden. Über Antrag des Herrn Standesrepräsentanten wird im Einverständnisse der Gesuchssteller einstimmig beschlossen, vorerst probeweise der Gewinnung von 100 Stück Zundrinenschwellen zuzustimmen, um einen Einblick in die Rentabilität der Aktion zu gewinnen. Die Preisbestimmung über dieses bezogene Zundrinenholzquantum ist in einer späteren Sitzung vorzunehmen. 9.) In Vorlage wird eine Zuschrift des Herrn Waldaufsehers Vallaster Christian von Bartholomäberg gebracht mit welcher er den Antrag stellt, das seinerzeit aufgearbeitete Standesnutzholz, für welche sich Bezugsberechtigte dieser Gemeinde nicht interessieren, durch den Verkauf vom dem Verderben zu bewahren. Der Vertreter der Gemeinde Bartholomäberg, Herr Gemeinderat Kessler, betrachtet einen Verkauf für unvorteilhaft, da durch schwierige Transportverhältnisse sehr grosse Unkosten erwachsen würden und sieht in der Verwertung durch die Bezugsberechtigten eine bessere Verwendung. Dieser Ansicht stimmen auch die übrigen Standesvertreter zu. - Sollte aber wider Erwarten die Abgabe an Bezugsberechtigte nicht möglich sein, wird der Herr Standesrepräsentant beauftragt, die bestmöglichste Verwertung des Holzes zu veranlassen. 10.) Dem Ansuchen des Herrn Wittwer Kasimir, Bauer in Gaschurn, um Nachlass des Stockgeldes für das bezogene Nutzholz zum Wiederaufbaue des abgebrannten Hauses kann keine Folge gegeben werden, da ein Präjudizfall im Gegenstande nicht geschaffen werden darf. In Berücksichtigung der Gesuchsbegründungen wird dem Bittsteller ausnahmsweise eine Subvention von S 2000.- einstimmig bewilligt. [-3-] 11.) Herr Standesvertreter Franz Josef Bitschnau von Vandans stellt fest, dass im letzten Standesvertretungs-Protokolle die Ansicht der Standesvertretung in der Angelegenheit der Bestellung eines Wasenmeisters für das Tal Montafon nicht genügend deutlich zum Ausdrucke gebracht wurde. Bei Beschlussfassung war die Standesvertretung der Überzeugung, dass das Ganggeld dem Wasenmeister von den Parteien zu vergüten ist. Der Beschluss ist daher in diesem Sinne wie folgt richtigzustellen: Als Wasenmeister wird Herr Stüttler Franz Josef von Schruns Haus Nr. 77 ab 1. Dezember 1926 in provisorischer Eigenschaft auf ein Jahr mit einem täglichen Wartgelde von S 2.- (zwei Schilling) angestellt. Für jeden Weg ist der Wasenmeister berechtigt ohne Unterschied der Tiergattung von der Partei ein mässiges Ganggeld zu berechnen. 12.) Mit 31. Dezember 1926 ist die Bewilligung des Kredites von S 20.000.für den Montafoner Feuerversicherungsverein, welcher zur Deckung von Brandentschädigungen bis zum jeweiligen Eingänge der auszuschreibenden Umlagebeiträge, Verwendung zu finden hatte, abgelaufen. Durch die Umgestaltung des Versicherungswesen auf Prämieneinhebung ist nach Eingang der mit 1. Juni 1927 fälligen Prämien die Bedeutung des Kredites erledigt. Es wird daher einstimmig beschlossen, die neuerliche Eröffnung eines Kredites von S 20.000.- bei der Spar- und Darlehenskasse in Schruns auf die Dauer von 4 Jahren zu bewilligen. Um die diesbezügliche landesbehördliche Bewilligung ist sofort anzusuchen. Schruns, am 9. Februar 1927. Der Standesrepräsentant: [Unterschrift der Standesvertreter] [-4-] [Beilage Protokollberichtigung] Zl. 94/St. An sämtliche Gemeindevorstehungen in Montafon -o-o-o-o Bei Abfassung des Protokolls über die StandesvertretungsSitzung vom 29.Jänner 1927 sind im Funkte 10.) desselben nachstehende Unrichtigkeiten unterlaufen: An Stelle des Namens "Wittwer Kasimir" hat zu treten: "Wittwer Martin". - Weiter wurde nicht eine Subvention von S 2000.bewilligt, sondern eine solche von S 200.—. Diese Richtigstellung wolle dem Protokolle als Ergänzung, angeheftet werden. Schruns, am 15.Februar 1927. Der Standesrepräsentant:
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19261120_SV_Feuerversicherung StandMontafon 1926-11-20 [-1-] Änderungs - Entwurf zu den Statuten des Montafoner Feuerversicherung-Vereines. § 6. Die Mitglieder sind berechtigt, im Falle eines nach den Statuten versicherten Brandschadens vom Vereine die statutenmässige Vergütung zu verlangen. Hingegen haben die Mitglieder die Pflicht, die Statuten des Vereines genau einzuhalten, die vorgeschriebenen jährlichen Prämien sowie eventuelle Nachschusszahlungen T § 20) in der hiefür festgesetzten Frist zu entrichten. § 10. In den Wirkungskreis der Vereinsvorstehung gehört: a) die Prüfung und Genehmigung der Jahresrechnung (Vorschreibung der jährlichen Prämien, Vorschreibung eventuell notwendig werdender Nachschusszahlungen etc.); b) Die Wahl von zwei Rechnungs- bezw. Kassarevisoren: c) Beschlussfassung über etwaige Änderungen der Statuten; d) Beschlussfassung über die Auflösung des Vereines; e) Beschlussfassung über die Modalitäten der Vereinsauflösung; f) Beschlussfassung über jedes Übereinkommen, durch welches der Versicherungsbestand des Vereines in einem Ausmaße von mehr als 75% in was immer für einer Form an eine andere Versicherungsanstalt übertragen wird oder in Rückversicherung gegeben wird. Zur Gültigkeit vorstehender Beschlüsse ist mit Ausnahme der Punkte: a, b und d die staatliche Genehmigung erforderlich. Ausserdem hat die Vereinsvorstehung über alle zweifelhaften Fälle der Aufnahme oder des Ausschlusses von Mitgliedern zu entscheiden, über die Gebarungsüberschüsse zu bestimmen und über die Ausschreibung von eventuell notwendig werdenden Nachschusszahlungen zu beschliessen. Die Vereinsvorstehung beschliesst ferner über periodisch vorzunehmende Revisionen durch die Rechnungsrevisoren, auch steht ihr die Beschlussfassung über eventuelle Entlohnung der jeweiligen Funktionäre zu. Die Einberufung der Mitglieder der Vereinsvorstehung erfolgt analog der Gemeindeordnung und werden auch übereinstimmend mit dieser gültige Beschlüsse gefasst. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorsitzenden. § 12. Als Obmann des Vereines fungiert der jeweilige Standesrepräsentant Montafons. Der Obmann führt die jeweiligen Geschäfte des Vereines, vertritt den Verein nach Aussen und den Behörden gegenüber, beruft die Vereinsversammlung ein und führt in denselben den Vorsitz. Im Falle vorkommender Brandschäden hat er für die Schadensvergütung das Erforderliche Vorzukehren. § 13. Die Führung der laufenden Geschäfte, soweit sie nicht der Obmann an sich zieht, besonders die Evidenzhaltung des Versicherungsoperates, dann eventuelle Einkassierungen und Auszahlungen etc. liegen dem gewählten Vereinsbeamten ob und hat derselbe auch über die Finanzgebarung im abgelaufenen Jahre bis längstens Mitte Mai jeden Jahres Rechnung zu legen. Bei Geldbehebungen von über 1000 Goldschilling aus einer Kasse ist die Mitfertigung des Obmannes erforderlich. Beim Vereinsbeamten befindet sich die Vereinskanzlei. § 15. Alljährlich werden von der Vereinsvorstehung zwei Rechnungs-Revisoren gewählt. Die selben dürfen an der Verwaltung des Vereines in keiner anderen Weise teilnehmen. Die Rechnungsrevisoren haben das Recht, die Evidenzoperate und eventuelle Vermögensbestände des Vereines jederzeit einer eingehenden Revision zu unterziehen und in die administrative Gebarung Einsicht zu nehmen. Über das Ergebnis derartiger Revisionen ist ein schriftlicher Bericht zu erstatten, welcher von den bei der Revision Beteiligten zu unterzeichnen ist. [-2-] § 16. Das Rechnungsjahr beginnt am 1. Jänner und endet am 31. Dezember. Am Schlusse des Geschäftsjahres werden die Geschäftsbücher des Vereines abgeschlossen und ein Rechnungsabschluss auf gestellt. Die diesbezüglichen Rechnungsabschlüsse sind genau nach den von der staatlichen Aufsichtsbehörde vorgeschriebenen Formularien anzufertigen. Bei einem erforderlichen Vermögensnachweise hat die Bewertung der Wertpapiere nach dem Geldkurse am Schlüsse des bezüglichen Rechnungsjahres zu erfolgen. Eine Differenz zwischen dem gegenwärtigen und dem vorjährigen Kurswerte, bezw. dem Anschaffungswerte ist in der Betriebsrechnung als Kursgewinn oder als Kursverlust auszuweisen. Der jährliche Rechnungsabschluss ist ortsüblich in allen Standesgemeinden kundzumachen und mindestens 14 Tage vor Abhaltung der Versammlung der Vereinsvorstehung in der Kanzlei des Vereinsbeamten zur Einsicht der Mitglieder bereit zu halten. Nach erfolgter Prüfung durch die Rechnungsrevisoren und nach Beschlussfassung der Vereinsvorstehung ist der Rechnungsabschluss unter Beibringung des Nachweises über die erfolgte Genehmigung durch die Vereinsvorstehung nebst dem nach Vorschrift verfassten statistischen Ausweise über die Bewegung des Versicherungsstandes und die eingetretenen Schadensfälle alljährlich längstens bis Ende Juni im Wege der politischen Landesstelle dem Bundeskanzleramte (:Inneres:) vorzulegen. § 17. Die Versicherungssummen, die Einlagen des Reservefondes und die Entschädigungsbeträge, dann die Prämien, Umlagebeiträge und allfällige Nachschusszahlungen der Mitglieder werden in Goldschilling (GS) festgesetzt. Sowohl der Versicherungsnehmer als auch der Versicherer (der Verein) haben die Wahl, die ihnen nach dem allgemeinen Versicherungsbedingungen obliegenden, auf Goldschilling (GS) lautenden Leistungen und Verpflichtungen in gemünztem Golde oder in inländischen, gesetzlichen Zahlungsmitteln zu erfüllen, wobei in letzterem Falle der Goldschilling (GS) nach dem von der österreichischen Nationalbank oder deren Rechtsnachfolgern am Zahlungstage entsprechend der Goldparität festgesetzten Umrechnungskurse angerechnet wird. In Ermanglung eines festgesetzten Umrechnungskurses gilt der gesetzlich festgesetzte Goldwert des Schilling (Schillingrechnungsgesetz vom 20.XII.1924 BGBl. Kr.461, § 10, Abs.2 & 5: GS. 1000 = 211,72 g Feingold). § 18. Verwendung der Gebarungsüberschüsse, Bildung eines Reservefondes. Zur leichteren Einhaltung der vom Vereine übernommenen Verpflichtungen wird ein Reservefond gebildet, dem die sich jährlich ergebenden Gebarungsüberschüsse zuzuweisen sind. § 19. Solange der Reservefond nicht die Höhe von 10% der gesäumten Versicherungssummen des Vereines erreicht hat, müssen alle jährlichen Gebarungsüberschüsse in denselben einfliessen. Die späteren Gebarungsüberschüsse können über Beschluss der Vereinsvorstehung entweder zu einer weiteren Dotierung des Reservefondes oder zur Gutschrift auf die nächstjährige Prämie verwendet werden. Die Höhe der Prämiengutschrift ist in Prozenten der für jenes Rechnungsjahr, aus welchem der bezügliche Überschuss stammt, zur Zahlung vorgeschriebener Prämien festzusetzen. Der Reservefond kann zur Tilgung jener Brandschäden herangezogen werden, zu deren Begleichung die laufenden Einnahmen nicht hinreichen. § 20. Reichen die laufenden Einnahmen zur Bestreitung aller Auslagen nicht aus, so ist der Bedeckung des unbedeckten Abganges der vorhandene Reservefond heranzuziehen. Nach dessen Erschöpfung ist der Fehlbetrag Über Beschluss der Vereinsvorstehung sofort auf die Mitglieder in Prozenten der im Bedarfsjahre zu entrichtenden Prämien unter Berücksichtigung der Gefahren-Klassen-Einteilung aufzuteilen und als [-3-] Nachsichtigung der Gefahren-Klassen-Einteilung aufzuteilen und als Nachschusszahlung einzuheben. Die Mitglieder sind verpflichtet, diese Nachschusszahlungen binnen 14 Tagen, vom Tage der Verlautbarung an, zu entrichten. § 21. Anlage und Verwendung des Vereins Vermögens. Die Gelder des Vereines dürfen nur angelegt werden: a) in inländischen, nach Maßgabe des Sparkassenregulativs vom 2. September 1844 eingerichteten Sparkassen, sowie in der Postsparkasse. b) in mündelsicheren, inländischen Wertpapieren. Im Allgemeinen ist bei der Anlage von Geldern auf deren leichte Realisierbarkeit tunlichst Bedacht zu nehmen, damit die Erfüllbarkeit der Verbindlichkeiten des Vereines nicht gehemmt und gefährdet wird. § 22. Das Vermögen des Vereines darf zu keinem anderen Zwecke verwendet werden, als zur Deckung von Brandschäden in Gemässheit der Bestimmungen dieser Statuten. Unterstützungen, welche im Interesse des Feuerlöschwesens und von Vorkehrungen zur Abwendung von Feuersgefahr liegen, sowie Remunerationen an Personen und Körperschaften, welche in Brandfallen sich durch ihre Tätigkeit in der Erhaltung versicherter Gegenstände, oder bei den Feuerlöscharbeiten besonders hervorgetan haben, oder welche einen Brand entdeckten und durch die Anzeige hievon Schaden verhinderten, können von der Vereinsvorstehung von Fall zu Fall nach Prüfung der Sachlage bewilligt werden. § 27. Gegenstand der Versicherung können alle im Vereinsgebiete gelegenen Gebäude sein. Die Gebäude werden bei Abschluss der Versicherung nach dem Gefahrenumfange in vier Klassen eingereiht und zwar: I. Klasse: Massivbauten mit harter Bedachung. II. Klasse: Massigbauten mit weicher Bedachung und Holzbauten mit harter Bedachung. III. Klasse: Holzbauten mit weicher Bedachung. IV. Klasse: Objekte, in denen auffallend feuergefährliche Gewerbe betrieben, oder in denen grössere Hangen feuergefährlicher Gegenstände aufbewahrt werden (Sägen, Schreinereien, Mühlen etc.). Über die Zulassung solcher Objekte zur Versicherung entscheidet in jedem einzelnen Falle die Vereinsvorstehung, Ausgeschlossen von der Versicherung sind bewegliche Gegenstände aller Art. [Dieser Satz ist handschriftlich eingeklammert] Bei der alljährlichen Vorschreibung der Prämien sind an solchen einzuheben: - Von den Gebäuden der I. Klasse: Von je 1000 GS. Versicherungssumme GS. 0,75 Prämie II. Klasse: Von je 1000 GS. Versicherungssumme GS. 1,50 Prämie III. Klasse: Von je 1000 GS. Versicherungssumme GS. 2,00 Prämie IV. Klasse: Von je 1000 GS. Versicherungssumme GS. 4,—- Prämie. Reichen die laufenden Einnahmen zur Bedeckung der Auslagen nicht so ist zu deren vollständigen Bezahlung nach Laß gäbe der Bestimmungen des § 20 dieser Statuten vorzugehen. [Handschriftliche Anmerkung: "[§ 28]"] § 32. Dem Versicherungsnehmer steht es frei, die Versicherungssumme in den Grenzen des Gebäudewertes zu bestimmen. Die höchste Versicherungssumme, die der Verein auf eigene Rechnung für ein Gebäude übernimmt, beträgt Goldschilling (GS) 25.000. Ein Mehrwertbetrag darf nur bei der Vorarlberger Landes-Feuerversicherungsanstalt versichert werden. Der Abschluss jeder Mehrwertbetragsversicherung bei der Vorarlberger Landes-Feuerversicherungsanstalt ist von der Partei der Vereinsvorstehung anzuzeigen. [-4-] Die gleichzeitige Versicherung eines bei dem Vereine versicherten Objektes bei einer anderen Versicherungsanstalt ist nicht gestattet. Eine Nichtbefolgung dieser Bestimmungen schliesst jeden Anspruch "auf eine Brandentschädigung, sowie auf eine Beteiligung aus dem Vereinsvermögen im Falle der Auflösung des Vereines (§ 25) aus. Für die vom Vereine geleistete Versicherung haben die Mitglieder folgende Beiträge zu entrichten: a) eine jährliche Prämie (§27); b) allfällige Nachschusszahlungen (§20), § 40. Die Mitglieder haften im Verhältnisse der im Laufe des Geschäftsjahres abgeschlossenen Versicherungen oder Erhöhungen bezüglich Bezahlung der Prämien (§39a) vom ersten (1.) Tage jenes Monats, in welchem die Versicherung abgeschlossen wurde, bezüglich der Leistung von eventuellen Nachschusszahlungen (§ 59b) nur hinsichtlich der nach dem Abschlüsse der Versicherung oder Erhöhung eintretenden Fälle. § 41. Die Prämienbeträge sind bis längstens Ende Jänner des laufenden Geschäftsjahres für dieses im Vorhinein von den Vereinsmitgliedern zu bezahlen. Eventuell notwendig werdende Nachschusszahlungen sind unter Einhaltung der Bestimmungen des § 20 dieser Statuten zu verumlagen und einzuheben. Sämtliche Einzüge von den einzelnen Mitgliedern sind durch die Vorstehung der betreffenden Gemeinde zu besorgen, welche die eingehobenen Gelder an den Vereinsbeamten unter Vermeidung von Verzugszinsen termingenau abzuführen hat. Nachlässe an schuldigen Beiträgen und allfälligen Nachschusszahlungen finden nie und für niemanden statt. Rückstände aller Art können nach fruchtloser Mahnung im gerichtlichen Wege eingebracht werden.
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19261120_SV StandMontafon 1926-11-20 [-1-] Protokoll -o-o-o-oaufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 20. November 1926 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter. -o-o-o-o-o-o-o Mit Einladung vom 17. November 1926 Zl. 515/St. wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesvertretungssitzung anberaumt, zu welcher erschienen sind sämtliche Herren Gememdevorsteher bezw. Standesvertreter von Montafon, mit Ausnahme jener der Gemeinden Silbertal und Stallehr. Nach Eröffnung der Sitzung durch den Herrn Standesrepräsentanten und dem Erklären der Beschlussfähigkeit wird das Protokoll der letzten Sitzung in Vorlage gebracht. Die Genehmigung und Unterzeichnung erfolgt ohne vorherige Verlesung, da jede Gemeinde bereits mit einer Abschrift behufs ortsüblicher Verlautbarung beteilt wurde und die Herren Standesvertreter vom Inhalte desselben daher volle Kenntnis besitzen. Einwendungen wurden keine erhoben. Hierauf wird in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen und werden gefasst nachstehende Beschlüsse: -o-o-o-o-o- 1.) Vom Herrn Vorsitzenden wird der Bescheid der Bezirkshauptmannschaft Bludenz vom 24.Oktober 1926 Zl.5643/2 betreffend die Rechts-und Eigentums Verhältnisse am Vermuntwalde in Partenen, Gp. 3315, in Vorlage und zur Kenntnis gebracht. Mt diesem Bescheide wurde der Anspruch der Gemeinde Galtür auf die Nutzung aus dem Vermuntwalde Gp. 3315 abgewiesen, da diese Gemeinde an dem Walde kein Eigentumsrecht besitzt. Die Gemeinde Galtür besitzt nur das Holzbezugsrecht zur Deckung des Alpbedarfes für die Alpen Großvermunt und Fischernellen. Diese Servitutsberechtigung erscheint in der Servitutenregulierungs-Urkunde vom 26.VIII.1872 Zl. 14716/730 Folio 47-49 klar und eindeutig umschrieben. 2.) Dem Ansuchen der Gemeinde Schruns um Erteilung der Verkaufsbewilligung für das am 1. November 1926 durch plötzlich aufgetretenes Hochwasser infolge Bruches des Triftrechens weggeschwemmte Losholz wird Folge gegeben. Nach Mitteilung des Herrn Standesrepräsentanten sind ca. 500 bis 600 Rm3 Brennholz verloren gegangen. 3.) Das Ansuchen des Herrn Lorenz Vallaster, Bauer an Bartholomäberg Haus Nr. 68 um Berechnung des einfachen Stockgeldes für das ausser der Forsttagsatzung im Herbste 1926 bezogene Nutzholz zur Erneuerung des Stalleinbaues auf dem Heimatgute wird in Berücksichtigung der ausserordentlichen Umstände bewilligt. Durch die notwendig gewordene Desinfektion des Stalles nach überstandener Maul-und Klauenseuche zeigte sich, dass der Einbau des Stalles vollkommen morsch und verfault war, die Erneuerung daher ohne Aufschub sofort vorgenommen werden musste. 4.) Das Ansuchen des Herrn Alwin Juen, Bauer und Gastwirt in Schruns aus Nr. 126, um Erteilung der Verkaufsbewilligung für zum Bezuge bewilligtes Schindelholz gegen die Verpflichtung, den Heimatstall künftighin mit Ziegeln einzudecken, wird in Beratung gezogen. Es wird einstimmig beschlossen, die Bewilligung zum Verkaufe von Sägholz im Ausmasse des Schindelholzquantums unter der Voraussetzung zu erteilen, dass der Heimatstall ganz mit Ziegeln eingedeckt wird. Ausdrücklich wird betont, dass durch die Ausführung dieses Holzverkaufes das Servitutsrecht zum Bezuge von Schindelholz für diesen Stall für immerwährende Zeiten erlischt. 5.) Dem Hotel Madrisa in Gargellen wird über Ansuchen der Bezug von 5 Lichtleitungsmasten für die Elektrizitätsanlage des Hotels gegen Vergütung des Holzes zum Kaufpreise bewilligt. Dieser Bedarf ist aus Abgangholzbeständen zu decken. 6.) Dem Herrn Loretz Josef, Säger in Tschagguns, wird über Ansuchen die Bewilligung erteilt, aus der Waldparzelle Nr. 3243 in Tschagguns 1,50 Fm3 Lärchenholz zur Reparatur des Wasserrades seiner Säge zu beziehen. Für das bezogene Holz ist ein Kaufpreis von S 25.- pro Festmeter zu bezahlen. [-2-] 7.) Die Alpinteressentschaft Netzen in St. Gallenkirch, vertreten durch den zwecks Berichterstattung zur Sitzung eingeladenen Waldaufseher Herrn Michael Gavanesch, stellt mit vorliegender Zuschrift das Ansuchen, zu einem Wegbaue in die Maisässe Netzen auf einer vStrecke von 200 bis 300 Meter den Waldgrund des Standes Montafon benützen zu dürfen. Herr Waldaufseher Gavanesch erklärt, dass der ganze Weg auf Kosten der Maisäss- und Alpinteressenten erstellt werde, dem Stande Montafon also keine Ausgaben erwachsen würden. Der Weg bedeute für den Stand Montafon ebenfalls eine vorteilhafte Anlage, da dadurch die Ablieferung des Standesholzes aus den anschliessenden Waldungen bedeutend erleichtert werde. Es wird nun einstimmig beschlossen, der Weganlage durch dieses Standesgebiet bei voller Schonung der Kulturen zuzustimmen. 8.) Herr Waldaufseher Gavanesch stellt ferner das Ansuchen um kostenlose Beschaffung von 10 kg Dynamon-Sprengstoff durch den Stand Montafon. Dieser Sprengstoff soll verwendet werden zum Sprengen eines grossen Felsblockes, welcher die stabile Erstellung einer kleinen Brücke im Vermil verhindert. Diese Brücke ist zum Holztransporte aus den dort gelegenen Standeswaldungen unerlässlich notwendig, musste jedes Jahr neu errichtet werden, um dann unversehens ein Opfer des eintretenden Hochwassers zu sein. Durch die geplante Felssprengung ist eine widerstandsfähige Erstellung ermöglicht. Die Baukosten werden durch Frondienste gedeckt. Es wird beschlossen, die angesprochenen 10 Kg Dynamon zu kaufen. Zur Ausführung der Sprengarbeiten ist ein fachkundiger Mineur beizuziehen. 9.) Nach Mitteilung des Herrn Waldaufsehers Gavanescn befinden sich in der Gatschuner Standeswaldung, St. Gallenkirch, ca. 600 bis 700 Stück überständige Latten, welche zum Vorteile der Waldbewirtschaftung entfernt werden sollten und ohne Gefahr einer Schädigung des Bezugsrechtes Eingeforsteter verwertet werden können. Die Bringungsmöglichkeit ist eine günstige. Weiters wurden im Gafidaler Schirmwalde, St. Gallenkirch, ca. 20 Stück überständige Tannen mit Durchmessern bis zu 1,70 Meter am Stock und 1,20 Meter Brusthöhe in gut lieferbarer Lage festgestellt, welche, um ein Verderben zu verhindern, geschlägert werden sollten. Nach eingehender Besprechung wird der einstimmige Beschluss gefasst, die Schlägerung und Aufarbeitung vorbeschriebener Holzpartien auf Kosten des Standes durchzuführen und das Holz bestmöglichst zu verwerten. Mit der Überwachung und Durchführung dieser Aktion im weiteren wird der Herr Standesrepräsentant betraut. 10.) Die Mitteilung des Herrn Standesrepräsentanten über die veranlasste Aufarbeitung von abgängigem Holze im Sarottlentale, St. Gallenkirch, auf Kosten des Standes wird zustimmend zur Kenntnis genommen. Durch diese Veranlassung wird das in Frage stehende Abgangholz, welches der Vernichtung ausgesetzt wäre nutzbringend in Verwendung gezogen. 11.) Das Ansuchen der Maisässinteressentschaft Gafreschen. St. Gallenkirch, um Bewilligung einer Subvention für eine neu und zeitgemäss zu erstellende Brunnenwasserleitung in den Maisässen Gafreschen wird in Beratung gezogen. Herr Gemeindevorsteher Kraft von St. Gallenkirch erläutert hiezu, dass diese Leitung bis jetzt aus Holzdeucheln, für deren Beistellung der Standeswald belastet sei, bestanden habe. Diese Holzdeuchelleitung sei vollkommen defekt und müsse erneuert werden. Um einen längeren, klaglosen Bestand zu sichern, sollen nun Eisenrohre eingebaut werden. Für die leichtere Tragung der bedeutenden Mehrkosten wurde eine Unterstützung aus Landesmitteln erreicht, die jedoch nicht genüge. Indem nun für diese ca. 950 Meter lange Leitung, der berechtigte Bezugsanspruch von geeignetem Standesholze nicht geltend gemacht, sondern Eisenrohre in Verwendung gezogen werden, sei das Ansuchen um entsprechende Berücksichtigung und Unterstützung, gerechtfertigt. Diese Ausführungen in Betracht ziehend wird einhellig beschlossen, eine Subvention von S 300,- unter der Bedingung zu gewähren, dass das Servitutsrecht zum Bezuge von Holzdeuche In aus Standes Waldungen für die Maisässe Gafreschen für immerwährende Zeiten aufgegeben wird. 12.) Die Äusserung der Holzkommission in der Gemeinde St. Anton zum Bezugsansuchen von 3 Sagstämmen in der Gemeinde St. Anton für Stallreparaturen des Herrn Anton Ganahl wird verlesen. Nach aufklärender Berichterstattung des Herrn Gemeindevorstehers Battlogg von St. Anton wird einstimmig beschlossen, dem Gesuchsteller die angesuchten 3 Sagstämme zu überlassen unter der Bedingung, dass das Servitutsrecht zum Bezuge von Schindelholz für den Stall in der "Werles Bünde" für alle Zeiten erlischt. [-3-] 13) Das Ansuchen der Gebrüder Battlogg, Gipsfabrik in St. Anton, um Abgabe von Zundrinenholz aus Beständen in Standeswaldungen von Bartholomäberg und Silbertal zur Gewinnung von Schwellen wird neuerlich vertagt, da der Herr Standesvertreter von Silbertal zur Abgabe eines bezüglichen Erklärens bei der Sitzung nicht anwesend ist. 14.) Der Stand Montafon besitzt in Silbertal am Bannwalde eine Holzhütte, welche bereits durch Jahre unbenutzt steht und durch die Witterungseinflüsse Schaden leidet. Um das Holz dieser Hütte vor gänzlicher Entwertung zu schützen, wird einstimmig beschlossen, im Versteigerungswege dieselbe zu veräussern. 15.) Das Ansuchen der Herren Ignaz Thöny und Riezler Josef von Schruns HausNr. 7, um Gestattung des Anschlusses mit ihrem Trinkwasser an die Wasserleitung des Standes Montafon zum Bezirksgerichtsgebäude Nr. 9 in Schruns wird vorgelegt. Diesem Ansuchen wird einstimmig Folge gegeben, wenn die Parteien sich verpflichten, im Verhältnis der ursprünglichen Gestehungskosten für die Erbauung der Leitung eine entsprechende Anschlussgebühr zu bezahlen. 16.) Die Sektion Heilbronn des D.&.Oe.A.Vereines beabsichtigt, wie einer Anfrage des Zimmermeisters Schneider Georg von Lindau entnommen werden kann, bei den Scheidseen am Verbellner Winteriöchl, Gemeinde Gaschurn, ein grosses Alpenvereinsunterkunftshaus zu erstellen. Hiezu wird angeblich ein Quantum von 250 bis 300 Fm3 Bauholz benötigt, welches die Sektion zum Teile aus Standeswaldungen erwerben will. Zur Behandlung dieser Angelegenheit wird der Herr Waldaufseher Franz Sandrell von Gaschurn beigezogen. Herr Sandrell teilt mit, dass aus der Eigentumswaldung der Maisässe im Faleschefieltale aus vorhandenen Überständen ca. 100 fm3 Bauholz zum Preise von S 10.- pro Festmeter beigestellt werden könne. Aus den Waldungen des Standes Montafon in diesen Lagen könne ohne Gefahr der Verkürzung des Anspruches Eingeforsteter das restlich erforderliche Holz beigestellt werden. Die Bringung des Holzes durch Einheimische sei infolge der schwierigen Transportverhältnisse kaum möglich. Es wird hierauf einstimmig beschlossen, das Holzquantum, welches aus den Beständen des Faleschefieltale Privatwaldes zum geplanten Hüttenbaue nicht gedeckt werden kann, aus dort gelegenen Standeswaldungen zu dekken und hiefür den bestmöglichst erreichbaren Preis zu bilden. Die Ausführung dieses Beschlusses wird dem Herrn Standesrepräsentanten übertragen. Die Förderung dieses Hüttenbaues ist im Interesse der Förderung des Fremdenverkehrs im Tale Montafon gelegen. 17.) Auf eine Anfrage teilt Herr Waldaufseher Sandrell mit, dass aus Standeswaldungen in Partenen kein überständiges Holz mehr vorhanden sei und abgegeben werden könne. Das vorhandene Holz sei zur Deckung des Bedarfes der Eingeforsteten notwendig. Auf Holzabgabe abzielende Anfragen der verschiedenen Parteien und Unternehmungen in Partenen sind aber ablehnend zu beantworten. 18.) Am 19. November 1926 brannte in Gaschurn das Haus Nr. 61 des Herrn Wittwer Martin vollständig nieder. Das Haus ist zum Holzbezuge aus den Standeswaldungen berechtigt.- Nach Feststellung des Herrn Waldaufsehers Sandrell/Gaschurn besitzt die Partei in ihrer Privatwaldung kein schlagbares Holz. Zum Wiederaufbaue des Hauses werden ca. 110 Fm3 Bauholz benötigt. Entsprechend den Bestimmungen der Statuten des Feuerversicherungsvereines für Montafon wird beschlossen, dem Abbrändler das benötigte Holz in günstigsten Lagen aus den Standeswaldungen zum Bezuge zu bewilligen. 19.) Dem Ansuchen des Sektionsleiters für Montafon des Jugendfürsorgevereines in Vorarlberg, Herrn OLGR. i.P. Herrn Anton Marchesani, um Bezugsbewilligung für 2 Rm3 Brennholz pro 1926 zu Kanzleiheizzwecken wird Folge gegeben. 20.) Die Frage der Umgestaltung des Montafoner FeuerversicherungsVereines vom reinen Prinzipe der Schadensdeckung auf Gegenseitigkeit in ein Institut mit massiger Prämienberechnung bei Beibehaltung des Modus der Gegenseitigkeit als Rückdeckung ist in das Stadium ernsten Erwägens getreten. Die Währungsstabilität in Österreich scheint bei Fortschreiten normaler Wirtschaftsgebarung gegeben, sodass an die Schaffung eines neuen Reservefondes für den Versicherungsverein gedacht werden kann. Es ist somit auch der Zeitpunkt gekommen, die Bedingung, welche das hohe Bundeskanzleramt(Inneres) in Wien an die Genehmigung der derzeit gültigen Vereinsstatuten im Jahre 1823 stellte, zu erfüllen, indem von der Schadenserhebung durch reine Gegenseitigkeit zum Versicherungswesen mit Prämienberechnung übergegangen wird. [-4-] Die Standesrepräsentanz erhält hiemit den Auftrag, die nötigen Vorarbeiten unverzüglich zu beginnen, um bei der nächsten Sitzung entsprechende Grundlagen zur Fassung konkreter Beschlüsse zu besitzen. 21.) Über vielseitiges Verlangen wird beschlossen, die Stelle eines Wasenmeisters für das Tal Montafon wieder zu besetzen. Als Wasenmeister wird Herr Stüttler Franz Josef von Schruns Haus Nr. 77 ab 1. Dezember 1926 in provisorischer Eigenschaft auf ein Jahr mit einem täglichen Wartgelde von S 2.- (zwei Schilling) angestellt. Für jeden Weg ist der Wasenmeister berechtigt, ohne Unterschied der Tiergattung ein mässiges Ganggeld zu berechnen. Schruns, am 25. November 1926. Der Standesrepräsentant: [Unterschrift der Standesvertreter]
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19261007_SV_Rundschreiben StandMontafon 1926-10-07 [-1-] Zl. 455/St. Rundschreiben An sämtliche Herren Gemeindevorsteher bezw. Standesvertreter Montafons Wie aus dem Verlaufe verschiedener Standesvertretungssitzungen bekannt ist, hat die A.Ges. Montafonerbahn in Schruns den Betrieb der Bahn von Bludenz nach Schruns in eigene Verwaltung übernommen. Zu einer klaglosen Aufrechterhaltung des Betriebes wurde der Wagenpark der Bahn ergänzt und verbessert. Die Verwaltung der Bahn beabsichtigt nun, an diesen Wagen das Wappen des Standes Montafon anzubringen, um damit darzutun, dass die ganze Betriebsanlage Eigentum der Montafoner ist. Es wird ersucht, auf gegenständlicher Kurrenda mitzuteilen, ob die Standesvertretung mit der Anbringung des Standeswappen an den Wagen der Montafonerbahn einverstanden ist oder nicht. Die Zustimmung bezw. Ablehnung wolle gefl. mit "Ja" oder "Nein" auf diesem Akte vermerkt werden. Schruns, am 7. Oktober 1926. Der Standesrepräsentant Fr. Wachter [-2-] Entscheidung Unterschrift der Name der Gemeinde "Ja" oder "Nein" Herren Standesvertreter ________________________________________________________________ [Alle Standesvertreter unterschreiben und stimmten mit "Ja".]
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19260918_SV StandMontafon 1926-09-18 [-1-] Zl. 448/St. Protokoll -o-o-o-oaufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 18.September 1926 Ter dem gefertigten Standesrepräsentanten Frans Wachter -o-o-o-o-o-oMit Einladung rem 15. September 1926 Zl. 437/St. wurde auf heute Termittags 9 Uhr eine Standesvertretungs-Sitzung anberaumt, zu welcher erschienen sind sämtliche Herren Gemeindevorsteher bezw. Standesvertreter von Montafen, mit Ausnahme jener von Silbertal und Stallehr. Nach Eröffnung der Sitzung durch den Herrn Standesrepräsentanten und dem Erklären der Beschlussfähigkeit wird das Protokoll der letzten Sitzung in Vorläge gebracht. Von der Verlesung desselben wird Abstand genommen, da jede Gemeinde bereits mit je einer Abschrift behufs ortsüblicher Verlautbarung beteilt wurde und die Herren Standesvertreter von dessen Inhalt in Kenntnis gesetzt sind. Die Genehmigung und Fertigung erfolgt ohne Einwendung. Hierauf wird in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen und werden gefasst nachstehende Beschlüsse: -o-o-o-o-o- 1. Durch die Postenkette, welche zwecks Verhütung der Einschleppung der Maul- und Klauenseuche aus der Schweiz an der Grenze im vergangenen Sommer aufgestellt werden musste, sind erhebliche Unkosten erwachsen. Nach den Bestimmungen des VII. Abschnittes des Tierseuchengesetzes vom 6. August 1909 RGBl. Nr. 177 und des hiezu einschlägigen Landesgesetzes vom 14. September 1895 LGBl. Nr. 44 sind die Kosten für die Aufstellung von Wachen bei Tierseuchen zu je einem Dritteile vom Lande, vom Gerichtsbezirke und jenen Gemeinden zu tragen, welche die Wachen aufzustellen haben. - Die in den Grenzgemeinden aufgestellten Wachen verteilen sich auf Tschagguns mit 19, Vandans 4, St. Gallenkirch 8 und Gaschurn mit 2 Posten. Herr Standesrepräsentant-Stellvertreter Jochum von Tschagguns findet diesen Verteilungsschlüssel nicht gerecht, da an einer Einschleppungsverhütung die übrigen Gemeinden gleich stark interessiert sind. Herr Gemeindevorsteher Bitschnau von Vandaus ist der Ansicht, dass der Gerichtsbezirk, bezw. Stand Montafon auch das 1/3tel der Grenzgemeinden übernehmen sollte. Über Antrag des Herrn Standesrepräsentanten Franz Wachter wird nach längerer Beratung mit 6 Stimmen gegen 2 Stimmen beschlossen, bei der Aufteilung der Seuchenwachekosten den gesetzlichen Umlageschlüssel in Anwendung zu bringen, 2.) Dem Ansuchen des Landeskonservatoramtes für Vorarlberg in 20. August 1926 Zl. 487 um Beitragsleistung mit einem Betrage S 150.- zur Erhaltung der Ruine Valkastiel am Eingange in das in Vandans wird Folge gegeben. Die Subvention von s 150.- ist Bedarf durch die Standeskasse zur Auszahlung zu bringen. Bregenz vom von Rellstale bei 3.) Laut Mitteilung des Herrn Vorsitzenden benötigt die Baufirma Ingenieur Karl Jäger=Hinteregger in Partenen zur Erstellung des Schrägaufzuges von Partenen auf Trominier Stangenholz in Stärken von 14 bis 26 cm Durchmesser. Eine Umfrage bei den Waldaufsehern ergab, dass im AufsichtsBezirke des Waldaufsehers Herrn Gavanesch in St. Gallenkirch grössere Mengen derartigen Holzes ohne jede Schädigung des Waldbestandes und bei Vermeidung der Verkürzung des Bedarfes Eingeforsteter geschlägert und abgegeben werden könnte. Auf Grund der Mitteilung des Herrn Waldaufsehers Gavanesch von St. Gallenkirch wird nun einstimmig beschlossen, der Abgabe derartigen Holzes zum Kaufpreise zuzustimmen. Die Durchführung und den Abschlusses eines derartigen Verkaufes wird dem Herrn Standesrepräsentanten übertragen. 4.) Einer Zuschrift des Herrn Waldaufsehers Franz Sandrell in Gaschurn vom 10. September 1926 zufolge befindet sich in der Waldparzelle Nr. 3242 im inneren Vermunttale Schindelholz, welches für die Bedarfsdeckung [-2-] eingeforsteter Standesbürger infolge der Entfernung und zu grossen Bringungsschwierigkeit nicht mehr in Frage kommt. Herr Zimmermeister Franz Walser von Schruns beabsichtigt nun, eine von ihm für die Vorarlberger Illwerke im inneren Vermunttale zu erbauenden Baracke mit Schindeln einzudecken, wozu ein Quantum von ca. 25 ist erforderlich sei. Da eine Verkürzung des Anspruches Bezugsberechtigter nicht in Frage kommt, wird über Antrag des Herrn Gemeindevorstehers Flöry von Gaschurn einstimmig beschlossen, der Abgabe von 25 fm3 Schindeln zum Kaufpreise zuzustimmen. 5.) Den Herrn Gendarmeriebeamten Albert Seewald und Wilhelm Brändle von St. Gallenkirch wird über Ansuchen vom 13. August 1926 der Bezug von je 6 rm3 Brennheiz aus Abgangholzbeständen der Standeswaldungen für as Jahr 1926 zum Kaufpreise bei Anweisung durch den Waldaufseher bewilligt. 6.)Das Ansuchen der Herren Gebrüder Battlogg von St. Anten vom 24. Juli 1926 um kaufweise Abgabe von Zundrinenholz zur Verwendung als Schwellen aus Standeswaldungen in Bartholomäberg oder Silbertal wird vom Herrn Vorsitzenden in Vorlage gebracht. Nach Mitteilung des Waldaufsehers von Bartholomberg, Herrn Vallaster Christian, kann aus Waldbeständen in dieser Gemeinde ohne Schädigung derselben und Beeinträchtigung des Eingeforsteten-Bezugsrechtes eine derartige Abgabe nicht erfolgen. Da der Herr GemeindeTorsteher von Silbertal nicht anwesend ist und eine gutachtliche Stellungnahme von ihm daher nicht erlangt werden kann, wird über Antrag des Herrn Vorsitzenden die Erledigung des Ansuchens bis zur kommenden Sitzung vertagt. 7.) Das beim Elektrizitätswerke des Hotels Madrisa in Gargellen lagernde Abgangholz - ca. 2 fm3 - wird der Hotelverwaltung Madrisa zufolge Ansuchens vom 27. August 1926 und gutachtlicher Stellungnahme des Waldaufsehers Herrn Albert Zugg von St. Gallenkirch gegen Entrichtung des Kaufpreises überlassen. 8.) Herr Gemeindevorsteher Battlogg von Lorüns führt Beschwerde gegen die Behandlung eines Ansuchens dieser Gemeinde an die Bezirkshauptmannschaft Bludenz um Erteilung der Schlägerungsbewilligung von Holz aus dem der Gemeinde Lorüns gehörigen Alpgebiete Rong im Gargellentale durch die Standesrepräsentanz in Schruns. Er bezeichnet die Stellung der Standesrepräsentanz Montafon in dieser Sache als einen unbefugten Eingriff in die Privatbesitzrechte der Gemeinde Lorüns. Diese Gemeinde habe seinerzeit die Alpe Rong im Gargellen, Gemeinde St. Gallenkirch, samt Waldungen käuflich erworben. Es stehe ihr daher auch das unbeschränkte Nutzungsrecht dieser Waldungen im Rahmen der forstpolizeilichen Bestimmungen allein zu, sie sei daher auch berechtigt, Holz zu Verkaufszwecken zu schlägern. Diesen Anschauungen tritt der Herr Standesrepräsentant Franz Wachter entgegen und legt die Rechtsgepflogenheit des Standes Montafon in der Bewirtschaftung der Waldungen in diesem Tale wie folgt klar. Auf Grund des Kaufabschlusses mit dem Ärare vom Jahre 1832 trat der Stand Montafon in die vollen Besitzrechte des Vorgängers auf sämtliche Hoch- und Schwarzwaldungen im Tale Montafon ein, mit Ausnahme der im Zeitpunkte des Kaufabschlusses ausgemarkten Privatwaldungen. Die Talbewohner, Standesbürger, Maisässe und Alpen besitzen lediglich den Servitutsanspruch an diese Waldungen zur Deckung ihres Haus- und Gutsbedarfes, bezw. zur Maisäss- und Alpenbewirtschaftung, für Maisässe und Alpen aber wiederum nur im Rahmen des in den Servituten-Regulierungsurkunden für jedes einzelne Gebiet genau umschriebenen Nutzungsumfanges.- Der Stand Montafon ist also alleiniger Besitzer sämtlicher im Montafon aufgegangener und zuwachsender Waldungen. Diese Tatsache stützt sich auf die Kaufsurkunde vom Jahre 1832 und auf uralte Übung und Gepflogenheit. Bei der Amtsübergabe des jetzt verstorbenen, Jahrzehnte lang als Standesrepräsentant amtierenden Gemeinde-Vorstehers Herrn Jakob Stemer von Schruns wurde der heute vortragende Standesrepräsentant ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, dass sämtliche in Montafon [-3-] bestehenden und jeweils zuwachsenden Waldungen alleiniges Eigentum der Standesgemeinde Montafon seien, mit alleiniger Ausnahme der im Zeitpunkte des Kaufsabschlusses zwischen Stand und Ärar ausgemarkten Privatwaldungen. Diese Rechtsbelehrung habe er, Jakeb Stemer, von seinem Vater, dem langjährigen Standesrepräsentanten Montafons Franz Josef Stemer, Gemeinde-Vorsteher von Schruns, und dieser wiederum von seinem Amtsvorgänger mündlich erhalten und nach dieser traditionellen Überlieferung genau seines Amtes gewaltet. Der Herr Standesrepräsentant Frans Wachter schliesst seinen Vortrag mit dem Bemerken, dass er, getreu der bisherigen Rechtsgepflogenheit, auf die Waldwirtschaft Montafons eingewirkt habe und auch weiterhin im dargelegten Sinne arbeiten werde. Ein Abweichen von den bisherigen uralten Gepflogenheiten wäre gleichbedeutend mit einer ungereimten und unwirtschaftlichen Aufteilung und Zerstücklung des grossen Standeswaldbesitzes. Er stellt es jedoch der Standesvertretung frei, eine neue Auffassung über das Besitzrecht festzulegen, einer derartigen Änderung könne er jedoch seine Zustimmung nie und nimmer geben. Nach eingehender Beratung wird über Antrag des Herrn Standesrepräsentanten Franz Wachter mit sieben gegen eine Stimme beschlossen, unverrückbar auf der Rechtsgepflogenheit und uralten Übung der Vorfahren zu bestehen und zu verharren. Schruns, am 28. September 1926 Der Standesrepräsentant: [Unterschrift der Standesvertreter]
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19260807_SV StandMontafon 1926-08-07 [-1-] Zl. 391/St. Protokoll -o-o-o-oaufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 7. August 1926 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter. -o-o-o-o-o-o-o Mit Einladung vom 3. August 1926 Zl. 379/St. wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesvertretungssitzung anberaumt, zu welcher erschienen sind die Herren Gemeindevorsteher und Standesvertreter von Montafon mit Ausnahme von Stallehr. Herr Gemeindevorsteher Flöry von Gaschurn hat sein Fernbleiben schriftlich entschuldigt. Nach Eröffnung der Versammlung durch den Herrn Vorsitzenden und dem Erklären der Beschlussfähigkeit wird das Protokoll der letzten Sitzung in Vorlage gebracht. Von einer Verlesung desselben wird Abstand genommen, da die Herren Standesvertreter von dessen Inhalt in Kenntnis gesetzt sind, indem jede Gemeinde je eine Abschrift desselben zwecks ortsüblicher Verlautbarung zugestellt erhielt. Einwendungen wurden keine erhoben und wurde das Protokoll gefertigt. Hierauf wird in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen und werden gefasst nachstehende Beschlüsse: -o-o-o-o-o1.) Der Herr Standesrepräsentant bringt eine Zuschrift der Bezirkshauptmannschaft Bludenz vom 4. August 1926 Zl. 2538/21 zur Verlesung, nach welcher die Frage des Beizuges von Militär zur Grenzbewachung gegen die Schweiz zwecks Verhütung der Einschleppung von Maul- und Klauenseuche aufgerollt wird. Es entwickelt sich eine lebhafte Debatte, aus welcher hervorgeht, dass von der Anforderung von Militär Abstand zu nehmen ist, da die Grenze gegen die Schweiz bereits durch Zivilwacheposten gesperrt ist und der Wachedienst zufriedenstellend arbeitet. Eine wesentliche Verringerung der erwachsenden Unkosten ist nicht zu erwarten, da die Verpflegs- und Unterkunftsverhältnisse wesentliche Schwierigkeiten verursachen würden. Zudem ist die Ablösung des einwandfrei funktionierenden Zivilwachedienstes, welcher sich aus einheimischer Bevölkerung zusammensetzt, heute nicht mehr geboten. Über die Frage der Entlohnung der den Wachdienst versehenden Personen werden übereinstimmende Vorschläge erstattet und wird einstimmig beschlossen, eine Tagesentlohnung von S 12.-- pro Mann festzusetzen. Bezüglich der Unterbringungsmöglichkeit des dienstfreien Wachepersonals in den Schutzhütten ist im Wege von Verhandlungen durch die Bezirkshauptmannschaft Bludenz mit den Alpenvereinssektionen ein zufriedenstellendes Einvernehmen zu erzielen. 2.) In die Grenzberichtigungskommission zwischen Stand Montafon und Privatwaldbesitzer, deren Aufstellung die Vorarlberger Landesregierung mit Auftrag vom 20. Juni 1926 IIIc-Zl. 479/23, verlangt, werden gewählt die Herren: Wachter Franz, Standesrepräsentant als Kommissionsleiter, im Verhinderungsfalle als seine Stellvertreter die Herren Gemeindevorsteher Fritz Anton von Silbertal oder Bitschnau Engelbert von Bartholomäberg - und Fleisch Adolf, Waldaufseher von Schruns, als dessen Ersatzmann Vallaster Christian, Waldaufseher von Bartholomäberg. 3.) Das für den Forstgarten in Bartholomäberg laut Anzeige des Waldaufsehers Herrn Vallaster Christian bezogene Holzquantum von 1.667 m3 ist nach dem Stockgeldtarife zu berechnen. 4.) Dem Ansuchen des Herrn Mangeng Alois, Bauer am Innerbartholomäberg um Nachsicht von der Berechnung des doppelten Stockgeldes für bezogenes Nutzholz im Quantum von 8 für (Regie)-Nutzholz und 8 Fichtenstämmen zur Verwendung für Stallreparaturen wird auf Grund einer befürwortenden Stellungnahme des Waldaufsehers Folge gegeben. 5.) Anschliessend an die Verwaltungsrat-Sitzung der Montafonerbahn-A.Ges. vom 3. August 1926 erstattete Herr Albert Loacker in Bregenz mit Zuschrift vom 4. August 1926 Vorschläge über die Aufwertung der MontafonerbahnAktien. Diese Zuschrift wird vom Herrn Vorsitzenden zur Verlesung gebracht. [-2-] Aus dem Verlaufe der genannten Verwaltungssratsitzung berichtet der Herr Standesrepräsentant, dass zur Aufstellung der gesetzlich vorgeschriebenen Goldbilanz vor Allem die Wertfestsetzung des Aktienbestandes Grundbedingung sei. Um jedoch einen genauen Einblick in die Gebarung der Gesellschaft, sowie eine Grundlage zur Fassung eines konkreten Beschlusses zu fassen, empfiehlt er, die leitenden Persönlichkeiten der A. Gesellschaft zwecks Berichterstattung der heutigen Sitzung beizuziehen. - Auf Grund der zustimmenden Äusserung der Versammlung werden die Herren Präsident-Stellvertreter Max Borger und Betriebsleiter Heinrich Dajeng zur Referaterstattung eingeladen. Herr Betriebsleiter Dajeng unterrichtet die Herren Standesvertreter eingehend über die in der Verwaltungsratsitzung am 3. August 1926 gestellten Anträge betreff Aktienaufwertung, welche wie folgt lauten: 1.) Antrag des Herrn Max Borger, Schruns: Aufwertung der Stamm- und Prioritätsaktien in gleicher Weise mit S 400.-- pro Kr. 1000.- unter Garantieleistung des Standes Montafon und unterschiedlicher prozentueller Verteilung der Dividende. 2.) Antrag des Herrn Albert Loacker, Bregenz: a) Aufwertung der Stammaktien mit S 500.-, der Prioritätsaktien, welche sich in Händen von Privatpersonen befinden, mit S 750.- pro Kronen 1000.- und Verzichtleistung auf die Garantie des Standes Montafon, beziehungsweise: b) Aufwertung der Stamm- und Prioritätsaktien mit S 500.- pro Kr. 1000.in gleicher Weise, unter der Garantieleistung des Standes Montafon mit unterschiedlicher Prozentberechnung der Dividende (Superdividende der Prioritätsaktien). 3.) Antrag des hochw. Herrn Dekan Fink, Bregenz: Aufwertung der Stammaktien auf S 500,- und sämtlicher Prioritätsaktien auf S 750.- pro Kronen 1000.- bei Verzichtleistung auf die Garantie. Diese drei Anträge wollen der Standesvertretung als Beratungsgrundlage dienen. Nach eingehendsten Besprechungen wird einstimmig nachstehender Beschluss gefasst: Der Stand Montafon stimmt der Aufwertung des gesamten Aktien-Kapitals der Montafonerbahn Aktien-Gesellschaft bei und zwar in der Weise, dass sowohl die Stamm-, wie auch sämtliche Prioritätsaktien gleichmässig mit S 400.- pro Kronen 1000.- Aktie bewertet werden. Die Garantieleistung des Standes Montafon erfolgt in der bei der ursprünglich geschehenen Ausgabe der Aktien urkundlich festgelegten Art und Weise. Die Auszahlung der Dividende hat ebenfalls in der Weise zu geschehen wie sie seinerzeit urkundlich festgelegt wurde. Die Richtlinie zu diesem Beschlüsse bildet der Antrag des Herrn Max Borger von Schruns. Dieser Beschluss wurde mit Stimmeneinhelligkeit gefasst. Schruns, am 13. August 1926. [Unterschrift der Standesvertreter]
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19260718_SV_Currenda StandMontafon 1926-07-18 [-1-] Zl. 367/Stand Kurrenda -o-o-o-o an sämtliche Herren Gemeindevorsteher bezw. Standesvertreter Montafons. ___________________________________________________________ Die Vorarlberger Illwerke Ges.m.b.H., Bauleitung Vermuntwerk in Partenen wurden bei der Standesvertretung mit Ansuchen vom 18. Juli 1926 vorstellig, zur Schlägerung und zum Bezuge von 200 m3 Nutzholz im Unter-Trominier, Gemeinde Gaschurn in Form einer Plenterung, die Bewilligung erteilen zu wollen. Das angesprochene Holzquantum wird zur Durchführung der Bauarbeiten in Partenen benötigt. Der gefertigte Standesrepräsentant hat nun bei der Gemeindevorstehung Gaschurn und dem Standeswaldaufseher Herrn Franz Sandrell in Gaschurn Erhebungen gepflogen, ob durch diesen Holzbezug nicht die Bezugsrechte der eingeforsteten Holzbezugsberechtigten in Gaschurn-Partenen geschmälert und beeinträchtigt werden. Nach Mitteilung der Gemeindevorstehung Gaschurn und des Waldaufsehers besteht nun keinerlei Gefahr der Schädigung Eingeforsteter, da die Holzbestände im Trominier entlegen und für Private schwer bringbar sind. Es ist nun durch den Bedarf der Illwerke die Gelegenheit geboten, Holzbestände aus diesen Waldungen vorteilhaft zu veräussern und hiefür angemessene Preise zu erzielen, welche Privatparteien nie zu leisten in der Lage sind. Die Herren Gemeindevorsteher und Standesvertreter wollen auf diesem Akte nun ihr Erklären abgeben, ob sie mit der Abgabe von 200m3 Holz an die Vorarlberger Illwerke aus den Beständen der Trominierwaldung einverstanden sind oder nicht und dies durch "Ja" oder "Nein" in der folgenden Rubrik eintragen. Um beschleunigende Weiterleitung der Kurrenda von Gemeinde zu Gemeinde wird dringend ersucht, da die Gesuchssteller auf eheste Erledigung drängen, indem das benötigte Holz noch in der heurigen Bauperiode Verwendung finden soll. Schruns, am 29. Juli 1926. Der Standesrepräsentant [-2-] _________________________________________________________________ Nr. Erklären Datum der Unterschrift des Herrn cur. ob Ja oder Nein Behandlung Gemeindevorstehers mit Gemeinde-Siegel _________________________________________________________________ 1. Gemeinde Schruns 2. Gemeinde Tschagguns 3. Gemeinde Vandans 4. Gemeinde St. Anton 5. Gemeinde Bartholomäberg 6. Gemeinde Silbertal 7. Gemeinde St. Gallenkirch 8. Gemeinde Gaschurn [Alle Gemeindevorsteher stimmen mit "Ja"]
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19260703_SV StandMontafon 1926-07-03 [-1-] Protokoll -o-o-o-oaufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 3. Juli 1926 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter -o-o-o-o-o-oMit Einladung vom 1. Juli 1926 Zl. 341/St. wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesvertretungssitzung: anberaumt, zu welcher erschienen sind alle Vertreter des Standes Montafon mit Ausnahme jener von St. Gallenkirch, Lorüns und Stallehr. Herr Gemeindevorsteher Kristian Kraft von St. Gallenkirch entschuldigte sich ob seines Fernbleibens. Nach Eröffnung der Sitzung durch den Herrn Standesrepräsentanten und dem Erklären der Beschlussfähigkeit wird das Protokoll der letzten Versammlung in Vorlage gebracht. Die Genehmigung und Fertigung erfolgt ohne vorherige Verlesung, da jede Gemeinde bereits mit je einer Abschrift behufs ortsüblicher Verlautbarung beteilt wurde, daher die Herren Gemeindevorsteher bezw. Standesvertreter von dessen Inhalt in Kenntnis gesetzt sind. Einwendungen wurden keine erhoben. Hierauf wird in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen und werden gefasst nachstehende Beschlüsse: -o-o-o-o-o- 1.) Der Herr Standesrepräsentant bringt ein Ansuchen der AktienGesellschaft Montafonerbahn Bludenz-Schruns um Übernahme. der Bürgschaftsleistung für ein aufzunehmendes Darlehen von S 250.000.- zur Kenntnis. Er führt hiezu Folgendes aus: Durch die Umstellung der Bundesbahn von Dampf- auf Elektrizitätsbetrieb auf der Arlberglinie sind die Einfahrtsverhältnisse für die Montafonerbahn in den Bahnhof Bludenz infolge der Betriebsstromverschiedenheit äusserst ungünstige geworden. Die Aufrechterhaltung des Betriebes konnte lange Zeit hindurch nur mittelst Verwendung einer Dampflokomotive durchgeführt werden, welche von der Bundesbahnverwaltung für teuerste Vergütung beigestellt wurde. Gegenwärtig erfolgt die Ein- und Ausfahrt in bezw. aus der Bahnhofanlage in Bludenz mittelst durch Akkumulatoren angetriebenen Motorwagen. Zur Beförderung der Personenzüge ist dies ausreichend, nicht aber für Frachtentransporte. Für letztere ist nach wie vor die Verwendung der Lokomotive notwendig, da die gegenwärtig in Verwendung stehenden Betriebswagen die notwendige Leistungsfähigkeit nicht aufweisen. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben nun gezeigt, dass die weitere Betriebsführung der Bahn auf der geschilderten Basis gleichbedeutend mit dem absehbaren Ruine des Unternehmens ist und daher eine gründliche Umstellung erfahren muss. Die einzige Möglichkeit einer gesicherten Erhaltung des Unternehmens wird von den leitenden Funktionären darin erblickt, den Bahnbetrieb in eigene Regie zu übernehmen. Hiezu ist jedoch die Anschaffung von Motorwagen, die Umstellung und Ausgestaltung des Unternehmens auf kaufmännische Grundlage mit den verschiedensten Ergänzungen erforderlich, wozu ausreichende Geldmittel notwendig sind. - Nachdem nun der Stand Montafon als grösster Aktionär auch das grösste Interesse an einer klaglosen Entwicklung des Bahnunternehmens besitzen muss, ist eine tatkräftige Förderung dringend geboten. Um einen Überblick über das große Unternehmen - Bahn und ElektrizitätsWerk - gewinnen zu können, wird als bester Kennet dieser Verhältnisse Herr Wilhelm Mayer, Vorsitzender des Verwaltungsrates der A.Ges. Montafonerbahn, zwecks Aufklärungserteilung zur Sitzung eingeladen. Der Herr Vorsitzende begrüsst Herrn Mayer im Namen der Standes Vertretung für Montafon auf das herzlichste und bittet ihn, der Versammlung im Gegenstande zu referieren. Herr Mayer beleuchtet in kurzen Ausführungen die Notwendigkeit der Übernahme des Bahnunternehmens in Eigenbetrieb, wozu das Darlehen von S 250,000.- erforderlich sei. Das Unternehmen der A. Gesellschaft - als die Montafonerbahn und das Elektrizitätswerk - mit den gesamten Investitionen repräsentiert einen mehrfachen Wert von den in der Goldbilanz angeführten S 404.638, sodass also vollauf Deckung für die Bürgschaft durch das Eigenvermögen gegeben ist. [-2-] Durch Anführung einiger einschlägiger Zahlen beleuchtet er in interessanter Weise die Notwendigkeit der eigenen Betriebsführung. So mussten im letzten Betriebsjahre für Beistellung der Lokomotive S 146.000.- der Bundesbahnverwaltung bezahlt werden. Diese Ausgabe allein bildete beinahe der Hälfte der Gesamtbetriebsunkosten.Wohl sind für die erste Zeit des Eigenbetriebes enorm grosse Ausgaben erforderlich, doch fällt mit der zweckmässigen Ausgestaltung der Antriebswagen die Ausgabe der Dampfaushilfe, was gleichbedeutend mit einer vorteilhaften Ersparung ist.Herr Mayer schliesst seine Ausführungen mit dem Wunsche, die Standesvertretung: möge im Interesse einer zeitgemässen Instandhaltung: und Betriebsführung der eigenen Bahnanlage dem Ansuchen um Übernahme der Bürgschaft Folge geben, da keinerlei Gefährdung des Standesvermögens bestehe.- Der Herr Vorsitzende dankt Herrn Mayer für seine aufklärenden Darlegungen. Aus der nun einsetzenden Beratung tritt bald die allgemeine Überzeugung hervor, dass das nun einmal bestehende Bahnunternehmen zweckmässig ausgestaltet werden müsse, um es den Zeitverhältnissen gemäss konkurrenzfähig auszubauen und zu erhalten. Den weiteren Umstand in Betracht ziehend, dass das Eigenvermögen der Aktien-Gesellschaft vollste Sicherheit vor einer Schädigung garantiert, wird nach eingehendster Erörterung einstimmig folgender Beschluss gefasst: Der Stand Montafon übernimmt hiemit die Garantieleistung für ein Darlehen von S 250.000.-, welches die Aktien-Gesellschaft Montafonerbahn Bludenz-Schruns zur Ausgestaltung des Bahnbetriebes bei Übernahme in eigene Verwaltung notwendig hat. Um die Bewilligung ist bei der Vorarlberger Landesregierung ehestens anzusuchen. 2.) Eine Zuschrift des Herrn Albert Loacker in Bregenz vom 8. Juni 1926 betreff Aufwertung der in seinem Besitze befindlichen Montafonerbahn-Aktien etc. wird zur Kenntnis gebracht. Eine Beschlussfassung im Gegenstände wird vertagt, da die entsprechenden Unterlagen für eine Aufwertung nicht gegeben sind. 3.) Das Ansuchen der Herren Waldaufseher von Montafon um Erhöhung der Stundenentlohnung von S 0,70 auf S 1.- für Nebenleistungen im Waldbewirtschaftsdienste wird in Beratung gezogen. Einmütig besteht die Ansicht, dass eine Erhöhung des Stundenlohnes von S 0,70 auf S 0,90 entspreche, weshalb der Beschluss gefasst wird, den Stundenlohn mit S 0,90, rückwirkend ab 1. Jänner 1926, festzusetzen. 4.) Dem Herrn Mathies Erwin, Bauer und Gastwirt in St. Gallenkirch, wird über Ansuchen die Bewilligung erteilt, für die Eindeckung seiner Maisäßgebäude auf Gweil, welche durch Elementareinflüsse Schaden erlitten haben, einen Schindelstamm aus Standeswaldungen beziehen zu können. Um die forstpolizeiliche Schlägerungsbewilligung ist anzusuchen. 5.) Das Kaufansuchen des Herrn Josef Barbisch von St. Gallenkirch, bezüglich am Valiserabache im Gargellentale lagernden Holzes wird zwecks Einleitung noch erforderlicher Erhebungen vertagt. 6.) Die Verwaltung der Pfarrkirche von Bartholomäberg wurde mit Ansuchen vom 29. Mai 1926 bei der Standesvertretung vorstellig, zur Ermöglichung der Vornahme von Reparaturen an den Innenmauern der Kirche eine entsprechende Unterstützung in Form einer kostenlosen Holzzuweisung zu gewahren. Über Antrag des Herrn Gemeindevorstehers Franz Josef Bitschnau von Vandans wird beschlossen, zur Verhütung der Schaffung eines Präjudizfalles dem Ansuchen keine Folge zu geben. 7.) Herr Standesrepräsentant teilt mit, dass die Gemeinde Schruns sich veranlasst sah, eine neue Schreibmaschine anzuschaffen. - Nachdem in der Gemeindekanzlei Schruns die gesamte Verwaltungsarbeit des Standes Montafon geführt wird, in grossem Umfange auch die Schreibmaschine verwendet werden muss, wird in Anlehnung an den Beschluss der Gemeindevertretung von Schruns einstimmig beschlossen, an den Kaufkosten die Hälfte zu leisten. Schruns, am 9. Juli 1926. Der Standesrepräsentant: [Unterschriften der Standesausschüsse]
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19260612_SV StandMontafon 1926-06-12 Zl. 302/St. Protokoll o-o-o-o-o auf genommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 12. Juni 1925 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter -o-o-o-o-o-oMit Einladung vom 10.Juni 1926 Zl. 296/St. wurde auf heute vormittags 10 Uhr eine Standesvertretungssitzung anberaumt, zu welcher erschienen sind alle Vertreter des Standes Montafon mit Ausnahme jenes von Stallehr. Nach Eröffnung der Sitzung durch den Herrn Standesrepräsentanten und dem Erklären der Beschlussfähigkeit wird das Protokoll der letzten Versammlung in Vorlage gebracht. Die Genehmigung und Fertigung erfolgt ohne vorherige Verlesung, da jede Gemeinde bereits mit je einem Exemplar behufs ortsüblicher Verlautbarung beteilt wurde, daher die Herren Gemeindevorsteher bezw. Standesvertreter van dessen Inhalt in Kenntnis gesetzt sind. Hierauf wird in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen und werden gefasst nachstehende Beschlüsse: -o-o-o-o-o1.) Der Herr Vorsitzende, welcher als Standesrepräsentant gleichzeitig als Vertreter dieser Körperschaft dem Strassenkonkurrenzausschusse Bludenz-Partenen angehört, ersucht um die Vornahme der Wahl eines neuen Vertreters, da er die Befugnisse eines solchen in der Zukunft gleichzeitig als Gemeindevorsteher von Schruns nicht mehr auszuüben gewillt ist. Nach längerer Debatte stellt Herr Gemeinderat Maier als Vertreter des Herrn Gemeindevorstehers Bitschnau von Vandans den Antrag, als Vertreter des Standes Montafon Herrn Gemeindevorsteher und Standesvertreter Engelbert Bitschnau von Bartholomäberg zu delegieren. Dieser Antrag wird einstimmig angenommen, und Herr Gemeindevorsteher Bitschnau ersucht, den Stand Montafon im Ausschusse der Strassenkonkurrenz Bludenz-Partenen vertreten zu wollen. Schruns, am 14. Juni 1926. [Unterschrift der Standesvertreter]
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19260605_SV StandMontafon 1926-06-05 [-1-] Protokoll -o-o-o-oaufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 5. Juni 1926 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Mit Einladung vom 1. Juni 1926 Zl. 273/St. wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesausschußsitzung anberaumt zu welcher erschienen sind die Vertreter des Standes Montafon, mit Ausnahme jener von Lorüns und Stallehr. Nach Eröffnung der Sitzung durch den Herrn Standesrepräsentanten und dem Erklären der Beschlussfähigkeit wird das Protokoll der letzten Sitzung in Vorlage gebracht. Die Genehmigung und Fertigung erfolgt ohne vorherige Verlesung, da jede Gemeinde "bereits mit je einem Exemplare behufs ortsüblicher Verlautbarung beteilt wurde und die Herren Gemeindevorsteher bezw. Standesvertreter von dessen Inhalt in Kenntnis gesetzt sind. Einwendungen wurden keine erhoben. Hierauf wird in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen und werden gefasst nachstehende Beschlüsse: -o-o-o-o-o- 1.) Herr Kraft Kristian, Gemeindevorsteher und Standesvertreter von St. Gallenkirch erstattet über Ersuchen des Herrn Vorsitzenden eingehend Bericht über die Beschaffenheit, Lage und den ungefähren Wert verschiedener in die Konkursmasse Düngler/St. Gallenkirch fallender Waldungen in St. Gallenkirch. Hierauf wird vom Herrn Standesrepräsentanten der Kaufantrag des Herrn Masseverwalters Dr. Schiebäck in Innsbruck verlesen. Nach mehrstündiger, eingehender Beratung stellt Herr Fritz Anton, Gemeindevorsteher und Standesvertreter von Silbertal, den Antrag, von einem Ankaufe der in Beratung stehenden Waldungen aus der Konkursmasse Düngler/St. Gallenkirch aus freier Hand Abstand zu nehmen, da die vom Stande Montafon verlangten Verpflichtungen für diesen sehr ungünstige seien und eine Belastung des Standeswaldes darstellen würden, welche mit dem Werte der zu erwerbenden Waldungen heute und auch für die Zukunft nicht in Einklang zu bringen seien. Ein Ankauf solcher Waldungen soll nur aus einer öffentlichen Versteigerung erfolgen. Der stand Montafon kann daher in eine weitere Verhandlung über das vorliegende Kaufanbot nicht eingehen. Bei vorgenommener Abstimmung wird dieser Antrag einhellig angenommen und zum Beschlüsse erhoben. 2.) Das Protokoll vom 3. Mai 1926, welches mit Zuschrift vom 20. Mai 1926 Zl. 148/1 durch die Sektion Bregenz der Forsttechnischen Abteilung für Wildbachverhauung in Bregenz übermittelt wurde und einen Plan zur Verbauung des grossen Lawinenstriches in Gortipohl beinhaltet, wird vom Herrn Vorsitzenden verlesen und zur Kenntnis gebracht. Die Notwendigkeit der Verbauung dieses Lawinenstriches wird anerkannt und dem vorgesehenen Verbauungsplane daher zugestimmt. Über die Aufteilung der Baukosten sind entsprechende Richtlinien und Vorschläge abzuwarten und seinerzeit der Standesvertretung zur Beratung und Genehmigung vorzulegen. 3.) Der Alpgenossenschaft Wasserstuben in Silbertal wird über Ansuchen vom 21.Mai 1926 der Bezug von 2 Schindel- und 3 Baustämmen als Ergänzung des zur Forsttagsatzung angemeldeten Holzquantum zur Reparatur der Alpgebäulichkeiten bewilligt. Um die erforderliche Schlägerungsbewilligung ist bei der Bezirksforstinspektion in Bludenz anzusuchen. Für das bezogene Holzquantum ist der vorgeschriebene Stockgeldpreis zu entrichten. [-2-] 4.) Das Ansuchen der Alpverwaltung für Vergalden in St. Gallenkirch um Nachsicht von der Berechnung des doppelten Stockfeldes für bezogenes Nutzholz zum Aufbaue der Sennhütte in Vergalden wird vorgelegt. Dem Ansuchen wird ganz ausnahmsweise aus dem Grunde Folge gegeben, weil dieses bereits zur Zeit der Forsttagsatzung vorgelegen war, in die Anmeldeverzeichnisse jedoch aus technischen Gründen nicht mehr aufgenommen werden konnte. 5.) Dem Ansuchen der Alpverwaltung in Gafluna in Silbertal um Bezugsbewilligung von 4 Baustämmen zur Instandhaltung der Alpgebäulichkeiten wird Folge gegeben. Für das bezogene Holz ist das vorgeschriebene Stockgeld zu entrichten. Um die Schlägerungsbewilligung ist bei der Bezirksforstinspektion von Bludenz vorschriftsmässig einzukommen. 6.) Laut Mitteilung des Waldaufsehers Herrn Franz Sandrell in Gaschurn muß der dortselbst bestehende Pflanzgarten aufgelassen werden, da die Instandhaltung desselben mit viel zu hohen Kosten verbunden ist. Der Pflanzgarten in Gaschurn ist der noch einzige in Montafon. Über die vorteilhafte Anlage und Erhaltung eines neu anzulegenden Pflanzgartens sind vorerst bei der Forstbehörde Erhebungen zu pflegen und Richtlinien einzuholen. 7.) Zur Einhaltung der Bedachung des Bezirksschießstandsgebäudes für Montafon in Schruns wird über Ansuchen der kostenlose Bezug von 4 Schindelstammen bewilligt. 8.) Das Ansuchen des Herrn Peter Bitschnau, Schreiner in Schruns, um Bezugsbewilligung von 2 bis 3 m3 Zirbenholz (Rohnen) aus der Alpe Fresch in Silbertal wird in Vorlage gebracht. Über den Bestand und die Abgabemöglichkeit solchen Holzes sind durch den Waldaufseher von Silbertal Erhebungen zu pflegen. Im Falle der Verkaufsmöglichkeit ist dem Gesuchssteller das angesprochene Holzquantum zum ortsüblichen Tagespreise zu überlassen. 9.) Das Ansuchen des Herrn Gemeindesekretärs i.R. Adolf Geiger von Schruns um Überlassung des diesjährigen Erträgnisses aus dem Obstgarten beim Standesgebäude Nr. 9 in Schruns wird in Vorlage gebracht. Über Antrag des Herrn Standesrepräsentant-Stellvertreters J. G. Jochum von Tschagguns wird einstimmig beschlossen, den diesjährigen Nutzen aus dem beschriebenen Obstgarten zu zwei gleichen Teilen dem Herrn Gemeindesekretär i. R. Adolf Geiger und dem aktiven Standesbeamten Herrn Josef Ganahl von Schruns zu überlassen. 10.) Das Ansuchen des Glockenkomitees von Gargellen um Gewährung einer Spende zur Erleichterung der Anschaffung eines Geläutes vom 13.Jänner 1926 wird über Antrag des Herrn GemeindeVorstehers und Standesvertreters Kristian Kraft von St. Gallenkirch neuerlich in Beratung gebogen. Über Antrag des Herrn Standesrepräsentant-Stellvertreters J. G. Jochum von Tschagguns wird eine Unterstützung im Betrage von S 100.- bewilligt. 11.) Vom Herrn Standesrepräsentanten wird eine soeben eingelaufene Berufung der Gemeinde St. Anton, dtto. 30. V. 1926 Zl. 210 gegen den Punkt 3 des Standesvertretungs-Sitzungsprotokolles vom 8. Mai 1926 über die neue Fassung des § 2 des Holzstatutes in Vorlage gebracht. Die Berufung wendet sich gegen den 4. Absatz des neu formulierten Paragraphen. Dieser Absatz bestimmt, dass die Übertragung des Holzbezugsrechtes für Gebäude im Bereiche des Tales Montafon von einer Gemeinde in eine andere nicht zulässig ist. Durch diese Bestimmung, so führt die Berufung aus, werde das Eigentums- und Nutzungsrecht der einzelnen Standesgemeinden und der Standesbürger und Holzbezugsberechtigten aufgehoben oder doch in ungerechter Weise geschmälert und beeinträchtigt, sodass die ursprüngliche und bis heute gepflogene Bestimmung der Verwendung des Standeswaldes und Gemeinbesitzes zunichte gemacht werde. Dem eingeforsteten Standesbürger und den Servitutsberechtigten Objekten werde dadurch die Nutzungsberechtigung wertlos gemacht. Die Aufhebung dieser Zusatzbestimmung sei im grössten Interesse des Tales gelegen [-3-] und daher zu verlangen. Die über diese Berufung eingesetzte Beratung ergibt jedoch eine direkt gegenteilige Anschauung der Mehrheit des Standesvertretung. Die genaue Einhaltung und Befolgung der angefochtenen Bestimmung ist eine zwingende Notwendigkeit für eine rationelle Durchführung der Bewirtschaftung der Standeswaldungen. Der Erwerb des Holzbezugsrechtes eines alten Gebäudes und die Übertragung dieses Rechtes in eine andere Gemeinde durch bisher nicht bezugsberechtigte Personen, sichert diesen ein Anspruchsrecht auf Nutzungen aus den ohnehin schwer belasteten Standeswaldungen und hätte unbedingt das Eintreten eines schwunghaften Handels mit solchen Rechten auf Kosten des Standeswaldes zur Folge. Die angefochtene Bestimmung soll die Waldungen also in erster Linie vor einer unzweckmässigen Vermehrung und Erhöhung der Servitutslasten schützen, spekulationslüsterem Handeln mit Servitutsrechten ein Ende bereiten und endlich der Entsiedlungsgefahr, welche für entlegenere Gemeinden besteht, Einhalt bieten. von diesen Hauptargumenten ausgehend wird daher mit allen gegen die eine Stimme des Vertreters der berufenden Gemeinde beschlossen, den 4.Absatz des neu formulierten § 2 des Holzstatutes in seiner heutigen Passung aufrecht zu erhalten und die Berufung der Vorarlberger Landesregierung in Bregenz mit dem Antrage auf Abweisung zur Entscheidung vorzulegen. Schruns, am 10. Juni 1926. [Unterschrift der Standesvertreter] [-4-] Anhang zu Punkt 1.) Der Herr Standesrepräsentant berichtet über die Besichtigung der Waldungen in Silbertal und St. Gallenkirch, welche in die Konkursmasse Franz Düngler/St. Gallenkirch gehören, wie folgt: a) Der Hälfteanteil im Plattenwalde in Silbertal ist nach der Schätzung der Gerichtssachverständigen mit S 9010.bewertet. Der Wald weist zum Großteile einen 200jährigen Holzbestand auf. Bei einer grösseren Holzentnahme musste mit einer ebenso langen Nachwuchsdauer gerechnet werden, da das Terrain ein sehr steiniges ist, ein grosser Mangel an Humus vorherrscht und der Wald sich bereits in einer sehr hohen und wilden Region befindet. Die für diesen Waldanteil ermittelte Wertsumme dürfte daher zu hoch angesetzt sein. Für den Stand Montafon bildet dieser Wald daher nach Ansicht der Kommission keinen ausschlaggebenden wert. b) Dagegen scheint der Gadaventwald in St. Gallenkirch mit dem gerichtlicherseits ermittelten Schätzungsbetrage von S 6500.- als zu gering bewertet. Dieser Wald ist ha 24,7978 gross, befindet sich in vollkommen sicherer Lage mit sehr guten Bodenverhältnissen Der Abtransport von Holz ist ein sehr leichter und ungefährlicher. Die Höhenlage sowie die Bodenbeschaffenheit gewährleisten einen raschen, gesunden Aufwuchs in der Zeit von 50 bis 60 Jahren. Gegenwärtig sind allerdings die Grundparzellen Nr. 3555 und 3555/1, welche einen beträchtlichen Teil dieses Waldes ausmachen, ziemlich stark abgestockt. Dennoch repräsentiert dieser Wald für den Stand Montafon nach Überzeugung der Kommission einen bedeutenden Wert und muss die Erwerbung desselben bestens anempfohlen werden. c) In St. Gallenkirch befinden sich ferner noch der 2/3tel Anteil am Schönenwald in Gortipohl und der Bodenwald,deren Erwerb nach Mitteilung des Herrn Standesvertreter und Gemeindevorsteher von St. Gallenkirch Kraft für den Stand ebenfalls von Vorteil ist. d) Im Gemeindegebiete von Gaschurn gehören der Konkursmasse Düngler der 1/2 Anteil am Mottenwalde und Zerreswalde sowie der Buschwald. Herr Standesvertreter und Gemeindevorsteher von Gaschurn Flöry teilt mit, diese Waldungen besichtigt zu haben und bezeichnet den Buschwald als vollkommen lawinen- und murbruchsicher. Die Bodenverhältnisse sind sehr günstige und einen kräftigen, gesunden und raschen Wuchs fördernde. Der Ankauf dieses Waldes ist daher empfehlenswert. Der Cerreswald dagegen ist im Steinschlagbereiche und zum Teile zwischen Privatwaldungen gelegen. Diese voraufgeführten Waldungen erscheinen gerichtlich geschätzt, bezw. von der Kommission aes Standes Montafon bewertet wie folgt: Gerichtl. Schätzg.Komms.Bewertg. Plattenwald Silbertal 1/2 Ant. 9010.- 5000.Gadaventwald St. Gallenkirch 6500.- 10000.Schirmwald " 150.- 150.Bodenwald " 70.- 70.Galturneswaid " 107.50 107,50 Motten- u. Cerreswald, Gaschurn 690.- 690.Grüt- u. Buschwald " 25.- 25.Summe................ 16552,50 S 16042,50 S Auf diesen Waldungen lasten die Forderungen der Sparkassen von Schruns und St. Gallenkirch von ca. S 23.000.Nach Ansicht der Kommission des Standes Montafon sollte der Stand die Deckung dieser Forderungen übernehmen und die Waldungen dem Standesbesitze einverleiben. Diese Ansicht wird vom Herrn Standesrepräsentant-Stellvertreter Jochum von Tschagguns bestens unterstützet. [-5-] Nach längerer Besprecnung stellt Herr Standesrepräsentant Franz Wachter folgende Abträge: Der Stand Montafon übernimmt die gewährleistende Deckung der Sparkassenforderungen gegen Überlassung der gesamten Waldungen in Montafon aus der Konkursmasse Düngler im Einzelnen oder Gesamteumfange und gegen Entricntung einer angemessenen Kaufssumme. Der Stand Montafon ist auch nicht abgeneigt, diese Waldungen aus einer öffentlichen Versteigerung zu erwerben. Die KonkursVerwaltung hat an den Stand Montafon einen genau umschriebenen Kaufsantrag zu stellen, da der Stand als öffentliche Körperschaft kein Anbot einstellen wird. Der Ankauf der Waldungen wird im Gemeininteresse durchgeführt werden, um den Standesbesitz vorteilhaft arrondieren und vergrösseren zu können. Um bei einem Kaufabschlüsse über den erforderlichen Kaufschilling verfügen zu können, wird der Beschluss gefasst, bei der Spar- und Darlehenskasse für Montafon in Schruns einen Kredit von S 20.000.-- zu eröffnen. Ein eventueller Mehrbetrag ist durch den Verkauf hiebereifen Holzes aus den erworbenen Waldungen zu decken. Diese Anträge werden einstimmig angenommen und zu Beschlüssen erhoben. Als Delegierte des Standes Montafon zur Führung der Verhandlungen und Abschluss eines bezüglichen Kaufvertrages werden einstimmig bestimmt die Herren Standesrepräsentant Franz Wachter und StandesrepräsentantStellvertreter J. G. Jochum. Diesen Herren wird die Vollmacht erteilt, nach bestem Dafürhalten unter Wahrung der Standesinteressen den Waldankauf durchzuführen.
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19260508_SV StandMontafon 1926-05-08 [-1-] Zl. 252/St. Protokoll -o-o-o-oaufgenommen In der Gemeindekanzlei zu Schruns am 8. Mai 1926 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter -o-o-o-o-o-oMit Einladung vom 5. Mai 1926 Zl. 240/St. wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesausschußsitzung anberaumt, zu welcher erschienen sind die Vertreter des Standes Montafon mit Ausnahme jener von Lorüns und Stallehr. Nach Eröffnung der Sitzung durch den Herrn Standesrepräsentanten und dem Erklären der Beschlussfähigkeit wird das Protokoll der letzten Sitzung in Vorlage gebracht. Die Genehmigung und Fertigung erfolgt ohne vorherige Verlesung, da jede Gemeinde bereits mit je einem Exemplare behufs ortsüblicher Verlautbarung beteilt wurde und die Herren Gemeindevorsteher, bezw. Standesvertreter von dessen Inhalt in Kenntnis gesetzt sind. Einwendungen wurden keine erhoben. Hierauf wird in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen und werden gefasst nachstehende Beschlüsse: -o-o-o-o-o- 1.) Der Herr Vorsitzende erklärt die Beratung über den 1. Punkt der Tagesordnung betreffend Waldungen aus dem Konkurse Franz Düngler/St. Gallenkirch, als vertraulich. 2.) Den Herren Kessler Erwin von Bludenz und Fritz Josef von Schruns, Holzhändlern, wird über Ansuchen die Bewilligung erteilt, anlässlich ihrer Triftung von Holz aus dem Plattenwalde in Silbertal die vom Stande Montafon gepachtete Holzlände in Silbertal benützen zu können. Als Vergütung ist der zweijährige Pachtzins, den der Stand Montafon an die Grundbesitzer zu leisten hat, zu entrichten. Die Lände hat jedoch bis längstens im Frühjahre 1927 von sämtlichem Holze dieser Triftunternehmer geräumt zu sein. 3.) Die Entscheidung der Vorarlberger Landesregierung in Bregenz vom 20.Februar 1926,II-Zl.244/14.womit der Zusatz zu § 4 des Standesholzstatutes genehmigt wurde, wird verlesen und zur Kenntnis gebracht. Analog den in der zitierten Entscheidung erteilten Weisungen wird sodann nach eingehendster gründlicher Beratung der § 2 des Holzstatutes formuliert und genehmigt in nachstehender Weise: § 2.) 1) Zum Bezuge von Bau- und Nutzholz sind die Eigentümer der vor dem Jahre 1882 in einer der vorgenannten Gemeinden bestandenen Gebäude berechtigt. Für jene Gebäude, die nach dem Jahre 1882 an Stelle endgültig eingegangener eingeforsteter Gebäude errichtet worden sind oder errichtet werden und Eigentum von Standesbürgern sind oder werden, sowie der Landwirtschaft dienen, ist der Bezug von Bau-und Nutzholz zur Instandhaltung jeweils von der von Fall zu Fall durch den Standesausschuss Montafon nach Anhörung und gutachtlicher Äusserung der betreffenden Gemeinde zu erteilenden Bewilligung abhängig. 2) Der Umfang des Nutzungsrechtes darf aber in letzterem Falle den für das eingegangene Gebäude bestandenen Nutzungsumfang nicht überschreiten. 3) Unter einem Landwirtschaftsbesitze kann nur ein Anwesen verstanden werden, das mit den darauf befindlichen Gebäuden vereinigt zur Überwinterung von mindestens einer Kuh das erforderliche Erträgnis liefert und ein zusammengeschlossener alleiniger Besitz bildet und darstellt. [-2-] 4) Die Übertragung Raines Holzbezugsrechtes von einer Gemeinde in eine andere ist Jedoch unstatthaft. 4.) Der Herr Vorsitzende bringt zur Kenntnis, dass von verschiedenen Seiten die Anregung gemacht wurde, im Hinblicke auf die nun voraussichtlich durchgeführte Stabilisierung der österreichischen Währung bei der Montafoner Brandschaden-Versicherungs-Anstalt die Einführung eines massigen Prämiensatzes zwecks Bildung eines neuen Reservefondes in ernste Erwägung zu ziehen. Er betont weiter, dass die vom Bundeskanzleramte in Wien seinerzeit genehmigte Art des Versicherungswesens in Montafon ausdrücklich von der Bedingung abhängig gemacht wurde, bei Eintreten geordneter Wirtschafts- bezw. Geldverhältnisse auf das Prämiensystem zurückzugreifen. Die Sanktionierung des Versicherungswesens im Tale Montafon erfolgte nur in Form eines Übergangsstadiums in ausserordentlicher Berücksichtigung der örtlichen, ganz eigenen Verhältnisse. Es ist nun der Zeitpunkt gegeben, diese Bedingung zu erfüllen, da mit einem Andauern der österreichischen Währungsstabilität sicherlich zu rechnen ist. Dieser Anschauung schliessen sich die Herren Standesvertreter an und wird einhellig beschlossen, den weiteren Ausbau der Montafoner Brandassekuranz auf eine VersicherungsAnstalt mit Prämiensätzen zwecks Bildung eines Reservefondes zu genehmigen. Die diesbezüglichen Vorarbeiten sind in Angriff zu nehmen. 5.) Nach Mitteilung des Herrn Albert Zugg von St. Gallenkirch, Waldaufseher, befindet sich im Gargellentale, entgegen den Befürchtungen der Standesvertretung, derzeit genügend Abgangholz, verwendbar zu Brennzwecken. Es wird daher die Abgabe derartigen Holzes zum üblichen Tagespreise an Bezugswerber in Gargellen bewilligt. 6.) Herr Waldaufseher Albert Zugg von St. Gallenkirch gibt weiter bekannt, dass das der Sektion Karlsruhe zur Erbauung einer Skihütte bewilligte Holzquantum aus Abgangholzbeständen nur zur Hälfte gedeckt, bezw. geliefert werden könne. Doch befinde sich in Jungwuchsbeständen schlagreifes Holz, welches einer vollen Aufwuchsentwicklung dieser Anpflanzungen nur hinderlich sei. Das Fällen dieses überständigen Holzes sei daher geboten. Für die restliche Bedarfsdeckung der Sektion Karlsruhe empfiehlt er die Verwendung derartigen, überständigen Holzes. Es wird hierauf einstimmig beschlossen, die fehlende Holzmenge der Sektion Karlsruhe aus durch notwendig werdende Jungwuchsfreistellung gewonnenem Nutzholze auf das bewilligte Holzquantum zu ergänzen. 7.) Der Stand Montafon besitzt aus dem erledigten HolzlieferungsVertrage mit der Firma Franz Galehr in Schruns in Silbertal zwei Holzhütten und zwar eine Hütte auf der "Steinwand" und eine solche beim sogenannten "Bannwaldbilde". Diese stehen vollkommen unbenützt. Über Antrag des Herrn Standesrepräsentanten wird einstimmig beschlossen, die Hütte auf der "Steinwand" als Jagdhaus bei Gelegenheit zu verkaufen. Die Hütte beim "Bannwaldbilde" ist abzutragen und das Holz derselben als Bauholz bei sich bietendem Bedarfe zu verwenden und abzugeben. 8.) Der Alpmeister der Alpe Rona in Silbertal ,Herr Erhard Christian, teilte der Standesrepräsentanz, laut Berichterstattung des Herrn Standesrepräsentanten, mit, dass die Alpverwaltung beabsichtige, aus dem auf ihrem Alpgebiete aufgehenden Walde Holz zu schlägern und zu verkaufen, da dieser Waldbestand Eigentum der Alpe sei. Indem auf Grund des seinerzeitigen Kaufabschlusses mit dem Ärare sämtliche Hoch- und Schwarzwaldungen in Montafon, von der Talsohle an bis in die vegetationslose Gebirgszone, unbeschränktes Eigentum des Standes Montafon sind, wurde dem Alpmeister der Alpe Rona bedeutet, dass die Alpe ausser dem ihr zustehenden Servitutsrechte keinen Anspruch auf [-3-] Standeswaldungen erheben kann und die geplante Schlägerung unbedingt zu unterbleiben habe. Dieser vom Herrn Standesrepräsentanten eingenommene Rechtsstandpunkt wird einhellig gutgeheissen und demselben zugestimmt. 9.) Zur Deckung der Ausgaben für Stand und Forstfond Montafon im laufenden Geschäftsjahre bis zur endgültigen Rechnungs-Aufstellung wird beschlossen, die Hälfte der letztjährigen Umlagen und zwar für Stand Montafon mit .......... S 3494.und für Forstfond Montafon mit ................... S 8093.als Voreinzahlung auszuschreiben und einzuheben. Als Einzahlungstermin wird der 1. Juli 1926 anberaumt. Um die diesbezügliche Bewilligung ist bei der Vorarlberger Landesregierung in Bregenz anzusuchen. 10) Bezüglich Deckung der Auslagen an der Verpflegsstation in Schruns wird beschlossen, die Heimatsgemeinden der Unterstützungswerber zum Kostenrückersatze nach § 28 des Heimatgesetzes vom Jahre 1863, RGBl. Nr. 105 aufzufordern. Diese Maßnahme ist wegen der derzeit sehr grossen Inanspruchnahme der Verpflegsstation geboten. 11.) Nach Mitteilungen des Herrn Standesrepräsentanten ist die Frage der Ausdehnung des Hydrantennetzes in der Gemeinde Schruns aufgeworfen worden und ist beabsichtigt,zur Erleichterung der Ausführung dieses Projektes beim Stande Montafon um Gewährung einer Unterstützung anzusuchen. Die Standesvertretung ist der einhelligen Ansicht und Überzeugung, dass diese Erweiterung des Hydrantennetzes zur Erhöhung der Sicherheit gegen Feuersgefahr in Schruns bedeutend beitragen werde, weshalb) dieser Plan nach Möglichkeit zu unterstützen ist. Schruns, am 18. Mai 1926. [Unterschriften der Standesausschüsse]
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19260417_SV StandMontafon 1926-04-17 [-1-] Protokoll -o-o-o-oaufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 17. April 1926 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter -o-o-o-o-o-oMit Einladung vom 14. April heute vormittags 9 Uhr eine zu welcher erschienen sind Montafon mit Ausnahme jenes 1926 Zl.193/St. wurde auf Standesausschußsitzung anberaumt, die Vertreter des Standes der Gemeinde Lorüns. Nach Eröffnung der Sitzung durch den Standesrepräsentanten und dem Erklären der Beschlussfähigkeit wird das Protokoll der letzten Sitzung in Vorlage gebracht. Die Genehmigung und Fertigung erfolgt ohne vorherige Verlesung, da jede Gemeinde bereits mit je einer Abschrift behufs ortsüblicher Verlautbarung beteilt wurde und die Herren GemeindeVertreter, bezw. Standesvertreter von dessen Inhalt in Kenntnis gesetzt sind. Einwendungen wurden keine erhoben. Hierauf wird in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen und werden gefasst nachstehende Beschlüsse: -o-o-o-o-o- 1.) Die Rechnungen, und das Inventar des Standes und Forstfondes Montafon, sowie der Montafoner Brandassekuranz pro 1925 werden zur Verlesung gebracht und vollinhaltlich genehmigt. Anschliessend hieran wird die Abrechnung pro 1925 der Betriebseinrichtung Montafon, aufgestellt durch die forsttechnische Abteilung für Wildbachverbauung in Bregenz, zur Kenntnis der Standesvertretung gebracht. 2.) Das Ansuchen des Herrn Anton Ganahl, Bauer in Lorüns, um Bezugsbewilligung von 18 F.M. Nutzholz zur Reparatur des Stalles in der sogenannten "Werles Bündte" in St. Anton ist zur Überprüfung des Bedarfes der Holzkommission der Gemeinde St. Anton, unter Beizug des Waldaufsehers Herrn Vallaster Christian von Bartholomäberg, zu überweisen. Eine Beschlussfassung wird bis zum Einlangen des Kommissionsgutachtens vertagt. 3.) Das Ansuchen der Bewohnerschaft der Parzelle Gantschier, Gemeinde Bartholomäberg, um Nachlass des Stockgeldes im Betrage von S 21.65 für bezogenes Schindelholz zur Neueindeckung der Kapelle in Gantschier,wird zur Kenntnis gebracht. Es wird beschlossen,dem Ansuchen dann Folge zu geben und die Hälfte des Stockgeldes nachzulassen,wenn die Gemeinde Bartholomäberg die andere Hälfte zur Tragung übernimmt. 4.) Dem Herrn Theodor Zuderell von Schruns ist mitzuteilen, dass seinem Ansuchen um Bezugsbewilligung von 2 Schindelstämmen keine Folge gegeben werden kann, da eine solche Holzzuweisung statutarisch unzulässig ist, indem das von ihm erbaute Haus kein Holzbezugsrecht besitzt. 5.) Das Ansuchen der Parteien Herrn Michael Gavanesch, Anton Sander, Ulrich Rudigier und Valentin Zint von St. Gallenkirch um stockgeldfreie ueberlassung einiger Baustämme aus Abgangsholz zu einem Wuhrbaue im Schattenort wird zur Kenntnis gebracht. Da ein bestimmtes Holzquantum nicht angegeben ist, wird über Antrag des Herrn Standesrepräsentanten beschlossen, die Parteien zur Bekanntgabe der erforderlichen Holzmenge aufzufordern. Herr Standesrepräsentant Franz Wachter wird einstimmig ermächtigt, den Gesuchsstellern nach geeigneter Rückäusserung das erforderliche Holz sodann aus Abgangs- und Windwurfbeständen zum Bezuge stockgeldfrei zu bewilligen und zuzuweisen. 6.) Den Interessenten der Parzelle Gortniel, St. Gallenkirch, wird über Ansuchen die Bewilligung erteilt, zur Erstellung eines Steges über die Ill zur Kapelle unter dem Schröpfen, zwei starke Baustämme in entsprechender Länge stockgeldfrei beziehen zu dürfen. [-2-] 7.) Der Sektion Tübingen des D.&.Oe.A.V. ist über Ansuchen um Bezugsbewilligung von Holz zum Baue einer Skihütte im Gargellentale mitzuteilen, dass in nächster Zeit ein Quantum Nutzholz aus Windwurfbeständen zur Versteigerung gelangt, aus welchem sie ihren Bedarf zu decken Gelegenheit haben. Infolge der zu grossen Belastung der Standeswaldungen ist eine andere Art der Holzzuweisung nicht gegeben. 8.) Über Anzeige des Waldaufsehers Herrn Albert Zugg von St. Gallenkirch befinden sich im Reutewalde grössere Bestände Windwurfholz, das zu Säge-und Bauholz bester Qualität aufgearbeitet wurde. Es wird einstimmig beschlossen, dieses Holzem Ausmaße von ca. 45 P.M., im Versteigerungswege zu veräussern. Es handelt sich um Säge- und starkes Bauholz bis zu 8 Meter Länge. Der Herr Standesrepräsentant wird zur Veranlassung der Versteigerung hiemit ermächtigt und beauftragt. 9.) Herr Barbisch Josef, Postmeister von St. Gallenkirch, wird mit seinem Ansuchen um kaufweise Überlassung von ca. 10 Sagstämmen aus Windwurf- und Abgangsholzbeständen aus Standeswaldungen auf der Reute und am Valiserabache, am Eingange des Gargellentales; auf die in Aussicht genommene Nutzholzversteigerung im Teutewalde verwiesen. 10.) Laut Anzeige des Waldaufsehers Herrn Christian Vallaster von Bartholomäberg, befinden sich im Standeswalde Verblei und Gräfes 8 aufgerüstete Sagstämme, welche infolge ihrer Lagerung der Gefahr ausgesetzt sind, einem eventuellen Hochwasser zum Opfer zu fallen. Er beantragt den Verkauf dieses Holzes, um den Stand vor Schaden zu schützen. Über Antrag des Herrn Standesrepräsentanten wird beschlossen, Erhebungen einzuleiten, ob für dieses Holz nicht ein Bedarf Eingeforsteter vorliegt. Sollte ein Eigenbedarf nicht vorhanden sein, ist dieses Holz im Offertwege zu veräussern. 11.) Das Ansuchen des Herrn Netzer Alois, Bauer in Vandans, um Übertragungsbewilligung des Holzbezugsrechtes vom alten Hause Nr. 179 auf das auf der Gp. 1441 neu wiederzuerstellenden Hauses gleicher Nummer, wird unter der Bedingung bewilligt, dass das Bezugsrecht für das alte Haus auf immerwährende Zeiten erlischt. 12.) Dem Herrn Viktor Herose, Fabrikant in Konstanz, wird über Ansuchen zu seinem Hause in Gargellen der Bezug von 8 RM. Brennholz aus Abgangs- und Windwurfbeständen in Standeswaldungen zum ortsüblichen Tagespreise bewilligt. 13.) Das Ansuchen des Herrn Richard Sannwald, Fabrikant in Bregenz, um Bezugsbewilligung von 50 RM. Brennholz für sein Anwesen in Gargellen wird zur Kenntnis gebracht. Herr Standesrepräsentant findet die angesprochene Holzmenge als in keinem Verhältnisse stehend zum Brennholzbezuge der Bewohner der Fraktion Gargellen, welche mit 8 RM. pro Jahr das Auslangen finden müssen. Zudem bilden die jährlichen Holzanforderungen der Villabesitzer in Gargellen eine derart starke Belastung der dortigen Standeswaldungen, dass mit einer einschneidenden Einschränkung der Holzabgabe in kürzester Zeit begonnen werden muss, soll nicht das Bezugsrecht der Eingeforsteten in Gefahr gebracht werden. Über Antrag des Herrn Standesrepräsentanten wird daher beschlossen, Herrn Richard Sannwald für seine Villa in Gargellen 8 RM. Brennholz aus Abgangsholzbeständen zum ortsüblichen Tagespreise zum Bezuge zu bewilligen. 14.) Die von verschiedenen Gemeinden und einzelnen Waldaufsehern Montafons erstatteten Anzeigen über den schlechten Baulichen Zustand holzbezugsberechtigten Objekte werden in Vorlage gebracht. Es wird einstimmig beschlossen, die Besitzer derartiger Gebäude aufzufordern, innerhalb eines halben Jahres, vom Zeitpunkte des erteilten Auftrages an gerechnet, die Wiederinstandsetzung der fraglichen Gebäude vorzunehmen, andernfalls sie des Holzbezugsrechtes für diese Gebäude verlustig gehen. [-3-] 15.) Herr Standesrepräsentant wird einstimmig ermächtigt, zur Unterbringung des Gerichtsbeamten Herrn Max Ruf im Gerichtsgebäude Nr.9 in Schruns die notwendigen AusbauungsArbeiten zur Errichtung einer Wohnung ausführen zu lassen. 16.) Das Ansuchen des Standesbeamten Herrn Josef Ganahl von Schruns um Regelung seiner Besoldungsverhältnisse und Erlassung einer Dienstordnung in Ausführung der diesbezüglich gesetzlichen Bestimmungen wird vom. Herrn Standesrepräsentanten in Vorlage gebracht. Mit Standesausschussbeschluss vom 19.IV.1924 wurde die Stelle des Standesbeamten systemisiert und bestimmt, die Bezüge des Beamten analog jener der Bundes- und Landesbeamten nach Dienstzeit im Rahmen der einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen festzusetzen. Über Einschreiten der Angestellten der Gemeinde Schruns und des Standesbeamten Herrn Josef Ganahl erteilte die Vorarlberger Landesregierung mit Dekret vom 17.IX.1925 IX-Zl. 1872/6 den Auftrag, eine Dienstordnung zu beschliessen und führte in einer Berufungsentscheidung vom 19.XII.1925 IIb-Zl. 45/10 weiter aus, dass bei Festsetzung der Bezüge für die Angestellten in der Dienstordnung die auch bei den Landesbeamten vorgeschriebene Einreihung derselben in Verwendungsgruppen mit Zeitvorrückung sich nicht umgehen lasse. Das von der Gewerkschaft der Gemeindeangestellten Vorarlbergs in Bregenz ausgearbeitete Überführungsblatt für Herrn Ganahl sieht eine Reihung in die V. Dienstklasse, 7. Verwendungsgruppe 1. Gehaltsstufe, im Wege der freien Beförderung nach § 18 des Gehaltsgesetzes, BGBl. Nr. 245/1924, vor. Entgegen dieses Vorschlages wird nach eingehender Beratung beschlossen, den Beamten Herrn Josef Ganahl in die VIII. Dienstklasse, 7. Verwendungsgruppe, I. Gehaltsstufe mit einem Anfangsgehalte von S 1743,50 einzureihen. Auf Grund seiner anrechenbaren Dienstzeit von 10 Jahren, was 5 Zeitvorrichtungen a 2 Jahren gleichkommt, befindet sich Genannter mit 1. Jänner 1926 in der VII. Dienstklasse, 7. Verwendungsgruppe 3. Gehaltsstufe mit einem Monatsbezuge von S 229.51, zuzüglich der Frauen- und Kinderzulage von je S 5.--. Über Antrag des Herrn Standesrepräsentanten wird dem Standesbeamten Herrn Ganahl zu seinem, bisherigen Gehalte monatlich bis auf Weiteres ein Zuschuss in der Höhe bewilligt, dass sein Brutto-Monats-Gehalt die Summe von S 300.-- erreicht. Die Auszahlung dieses Gehaltszuschusses hat ab 1. April 1926 zu erfolgen. Zur Ausarbeitung der Dienstordnung werden die Herren Standesrepräsentant Franz Wachter und. dessen Stellvertreter, Herr Gemeindevorsteher J.G. Jochum von Tschagguns bestimmt. Diese Beschlüsse erfolgten einstimmig. 17.) Für das Standesgebäude Nr. 27 (Gendarmeriegebäude) in Schruns wird der Ankauf von 3 Liter Brunnenwasser bewilligt. 18.) Herr Gemeindevorsteher Plöry von Gaschurn legt ein Ansuchen der Parzellenvertretung Partenen, Gemeinde Gaschurn, um Subventionierung einer Hochdruckwasserleitung vor und ersucht um Behandlung des Gesuches im Rahmen der heutigen Tagesordnung. Mach den Ausführungen der Gesuchssteller betragen die Baukosten für die geplante Hochdruckwasserleitung ca. 18-20000 Schilling. Ein Dritteil dieser Kosten würde durch Beitragsleistung der Gastwirte Tschofen und Pfefferkorn in Partenen gedeckt. Die Standesvertretung würdigt die Erstellung einer Hochdruckleitung bestens und ist nicht abgeneigt, mit einer Subventionierung zur Ausführung des Projektes nach besten Kräften mitzuwirken. Herr Standesrepräsentant stellt den Antrag, den Gesuchsstellern nahe zu legen, jedoch ebenfalls eine Beitragsleistung der Gemeinde Gaschurn und der Vorarlberger Illwerke, welche neben der Fraktion Partenen doch in erster Linie interessiert sind, zu erwirken. Dieser Antrag wird ein stimmig angenommen und wird beschlossen, mit der Bestimmung der Beitragshöhe des Standes Montafon [-1-] bis zum Bekanntwerden der Unterstützung durch die Gemeinde Gaschurn und die Vorarlberger Illwerke zuzuwarten. 19.) Herr Standesrepräsentant bringt einen Beschluss der Strassenkonkurrenz Bludenz-Partenen vom 10.IV.1926 zur Verlesung, nach welchem, die Umlegung der Konkurrenzstrasse im Bereiche der geschlossenen Ortschaft Schruns vorgesehen ist, um damit eine gefahrlose Abwicklung des grossen Verkehres zu ermöglichen. In anschaulicher Weise führt er der Versammlung die Strassenneuanlage vom Bahnhofe Schruns aus unter der Ortschaft bis zur Einmündung in den gegenwärtigen Strassenzug innerhalb der Verkehrsunternehmung Witwe Neyer vor Augen und befürwortet die 5%ige Beitragsleistung des Standes Montafon an den Erbauungskosten. Nach eingehender Prüfung der Sachlage wird, einstimmig beschlossen, in Erkennung der Notwendigkeit der Ausführung des Projektes zuzustimmen und die 5%ige Beitragsleistung zu bewilligen. 20.) Nach Mitteilung des Herrn Standesrepräsentanten bietet sich gegenwärtig günstige Gelegenheit, zwei für den Stand Montafon wertvolle Waldanteile zu erwerben, indem aus dem KonkursVermögen des Herrn Franz Düngler von St. Gallenkirch dessen Anteile am sogenannten Gadavendwalde in St. Gallenkirch und am Plattenwalde in Silbertal in nächster Zeit zur Veräußerung gelangen. Er empfiehlt, die Erwerbung dieser Anteile in ernste Erwägung zu ziehen. Nach lebhafter Aussprache, aus welcher die einhellige Erwerbung dieser Waldanteile, bezw. die Absicht zum Ankaufe zu ersehen ist, stellt Herr StandesreiDräsentant-Stellvertreter J.G. Jochum von Tschagguns den Antrag, der Herr Standesrepräsentant Franz Wachter wolle mit den Herrn Gemeindevorstehern von Silbertal und St. Gallenkirch unter Beiziehung der Forstaufsichtsorgane und eines eventuellen weiteren Experten die in Frage kommenden Waldanteile besichtigen und auf ihren wert hin abschätzen, damit Richtlinien für den Ankauf gegeben werden. Herr Standesrepräsentant beantragt, die zwei Herren Gemeindevorsteher unter Beiziehung des Forstwartes Herrn Engelbert Maier von Vandans und der zuständigen Waldaufseher von Silbertal und St. Gallenkirch zur Besichtigung der Waldungen zu delegieren. Der erste Antrag des Herrn Standesrepräsentanten-Stellvertreter J. G. Jochum findet lebhafte Zustimmung, während jener des Herrn Standesrepräsentanten ablehnend zur Kenntnis genommen wird. Es wird hierauf mit überwiegender Stimmenmehrheit der erste Antrag des Herrn Jochum zum Beschlüsse erhoben und der Herr Standesrepräsentant gleichzeitig ermächtigt, im Falle der Eignung der in Frage kommenden Waldanteile für den Stand Montafon den Ankauf derselben durchzuführen. 21.) Zur Pestsetzung der Grenzen des Standeswaldes in Vandans gegen Privatwaidbesitzer am Kristenkopfe in Tschagguns werden als Delegierte des Standes Montafon bestimmt die Herren Standesvertreter und Gemeindevorsteher Franz Josef Bitschnau von Vandans und Forstwart Engelbert Maier von Vandans. Schruns, am 21. April 1926 [Unterschrift der Standesvertreter]
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19260123_SV StandMontafon 1926-01-23 [-1-] Protokoll -O-O-O-Oaufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 23.Jänner 1926 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter. -o-o-o-o-o-o-o Mit Einladung vom 18. Jänner 1926 Zl. 23/St. wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine StandesausschußSitzung anberaumt, zu weither erschienen sind die Vertreter des Standes Montafon mit Ausnahme jener von Lorüns und Stallehr. Nach Eröffnung der Sitzung durch den Standesrepräsentanten und dem Erklären der Beschlussfähigkeit wird das Protokoll der letzten Sitzung in Vorlage gebracht. Die Genehmigung und Fertigung erfolgt ohne vorherige Verlesung, da jede Gemeinde bereits mit je einer Abshrift behufs ortsüblicher Verlautbarung beteilt wurde, daher die Herren Gemeindevorsteher bezw. Standesvertreter von dessen Inhalt in Kenntnis gesetzt sind. Einwendungen wurden keine erhoben. Hierauf wird in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen und werden gefasst nachstehende Beschlüsse: -o-o-o-o-o- 1.) Das Ansuchen der Kuratie Gargellen um Unterstützung zur Glockenbeschaffung wird in Beratung gezogen und vor allem die Tatsache konstatiert, dass derartige Subventionen bisher nicht gewährt wurden. Im Ganzen wurde keine ablehnende Stellung eingenommen, doch wird beschlossen, die Stellungnahme der Gemeinde St. Gallenkirch im Gegenstande abzuwarten und der entsprechend in einer späteren Sitzung zu beschliessen. 2.) Ein Interessentenansuchen des Ausschlages Altschätz, Gemeinde Tschagguns, um Übertragungsbewilligung des Holzbezugsrechtes eines Schermes BPNr. 308/2 auf Plazadels, GPNr. 1065, auf einen neu zu erbauenden Scherm im Ausschlage Altschätz GPNr. 1121 wird unter der Bedingung bewilligt, dass das Holzbezugsrecht für den abzutragenden Scherm für alle Zeiten erlischt. 3.) Das Ansuchen des Ganahl Johann Nepomuk, Bauer in St. Anton, um Neuaufnahme seines umgebauten Hauses Nr. 16 in die Montafoner Brandassekuranz wird unter der Bedingung bewilligt, dass das Haus einen Hartverputz erhält. 4.) Das im Jonigerwald, Gargellentale, lagernde Nutzholz ist im Offertwege zu veräussern. 5.) Über das Resultat der Versteigerung des Nutzholzes im Rodund, Gemeinde Vandans, wird der Standesausschuss vom Herrn Standesrepräsentanten in Kenntnis gesetzt. 6.) Um über die Schätzung von Liegenschaften im Tale Montafon eine Einigung zu erzielen, welche zu einer gleichmässigen, entsprechenden Taxierung führt, sind Richtlinien zu schaffen, welche dieses Ziel ermöglichen. Die Einleitung diesbezüglicher Vorkehrungen bleibt dem Herrn Standesrepräsentanten überlassen. 7.) Vor wenigen Tagen hatten Herr Standesrepräsentant und dessen Stellvertreter eine Besprechung mit Herrn Landesrat Natter in Bregenz betreff Übernahme der Schürfrechte im Gemeindegebiete von Bartholomäberg und wurde die Vereinbarung getroffen, diese Angelegenheit in Anwesenheit des Herrn Landesrates Natter in einer Standesausschußsitzung in Beratung zu ziehen. Leider konnte wegen all zu kurzer Zeit Herr Landesrat Natter zu dieser Sitzung nicht eingeladen werden, doch wird die Angelegenheit einer eingehenden Aussprache unterzogen. Die auf diesem Gebiete durchgeführten Arbeiten in den letztverflossenen Jahren führten zu keinen besonders günstigen Resultaten und ist es daher nicht zu wundern, wenn [-2-] im Gegenstande mit Vorsicht vorgegangen wird. Da auch unter der Bevölkerung diese Sache kein besonderes Vertrauen entgegengebracht wird, sehen sich die Standesvertreter gezwungen, möglichste Zurückhaltung zu wahren. Leider ist auch das Fehlschlagen des letzten Holzvertrages zwischen Stand und Firma Galehr noch derart in Erinnerung, dass man vor Eingehen ähnlicher Packte eine gewisse Abneigung empfindet. Die in den letztvergangenen Jahren durchgeführten Arbeiten zur Schaffung eines Wirtschaftsplanes für die Standeswaldungen Montafons waren auch mit derart hohen Kosten verbunden, dass mit einer völligen Erschöpfung der Kasse gerechnet werden muss. Ganz besonders wurde auch der Abgang sachkundiger Personen bezw. Fachleute als ganz erschwerend angesehen und die Überzeugung zum Ausdrucke gebracht, dass gegenständliches Unternehmen im Besitze und unter Verwaltung der Landesregierung weit aussichtsvoller sich entwicklen kann, als im Besitze des Standes Montafon. Es ist der allgemeine Wunsch, dass eine diesbezügliche Auseinandersetzung mit dem Herrn Vertreter der Vorarlberger Landesregierung herbei geführt wird, weshalb eine endgültige Beschlussfassung bis zur nächsten Standesausschussitzung vertagt wird, zu welcher Herr Landesrat Natter einzuladen ist. [Unterschrift der Standesvertreter]
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  2. standesprotokolle
  3. standesausschuss
19251128_SV StandMontafon 1925-11-28 [-1-] Zl. 771/St. Protokoll -o-o-o-oaufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 28. November 1925 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter. Mit Einladung vom 24. November 1925 Zl. 548/St. wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesausschußsitzung anberaumt, zu welcher erschienen sind die Vertreter des Standes Montafon mit Ausnahme jener von Lorüns und Stallehr. Nach Eröffnung der Sitzung durch den Standesrepräsentanten und dem Erklären der Beschlussfähigkeit wird das Protokoll der letzten Sitzung in Vorlage gebracht. Die Genehmigung und Fertigung erfolgt ohne vorherige Verlesung, da jede Gemeinde bereits mit je einem Abschrift behufs ortsüblicher Verlautbarung beteilt wurde, daher die Herren Gemeindevorsteher, bezw. Standesvertreter von dessen Inhalt in Kenntnis gesetzt sind. Einwendungen wurden keine erhoben. Hierauf wird in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen und werden gefasst nachstehende Beschlüsse: 1.) Das Holzstatut des Standes Montafon wird nochmals durchberaten und einstimmig beschlossen, auf Genehmigung der Zusatzbestimmung im § 2, wornach Gebäude, die nach dem Jahre 1882 für landwirtschaftliche Zwecke erbaut wurden, insoweit holzbezugsberechtigt sein sollen, als der mit dem Neubaue verbundene Grundbesitz Erträgnis zur Überwinterung von wenigstens einer Kuh liefert, - zu dringen und mit möglichstem Nachdrucke auf Bewilligung in zitiertem Sinne hinzuwirken. Um den Verfall vieler Landwirtschaftsgebäude ,sowohl Häuser wie Stallungen etc., hintanzuhalten und der damit verbundenen schweren Schädigung landwirtschaftlicher Interessen wirksam zu steuern, wird einstimmig beschlossen, den § 4 des Holzstatutes zu ergänzen durch nachbeschriebene Zusatzbestimmung. "In jeder der 8 holzbezugsberechtigten Standesgemeinden ist jährlich kommissionell festzustellen, ob eingeforstete Gebäulichkeiten sich vorfinden, deren Bauzustand derart vernachlässigt erscheint, dass dem mit der Erhaltung belasteten Standeswald durch Verzögerung der Reparaturvornahme unberechenbarer Schaden erwachsen muss, indem bei schlecht erhaltenen Bauobjekten die Zerstörung mit der Zeit immer schneller vorschreitet. Gegebenen Falles ist der Besitzer mit gestecktem Ziele zur Ausführung der erforderlichen Reparaturen aufzufordern unter der Verfügung, dass im Nichtbefolgungsfalle nach abgelaufener Frist das baufällige Gebäude von jedem Holzbezugsrechte aus Standeswaldungen ausgeschlossen wird 2.) Der Voranschlag über die Einnahmen und Ausgaben des Forstfondes Montafon pro 1925 wurde im Entwürfe in Vorlage gebracht und wurde derselbe ohne Änderung mit einem Erfordernis von S 15790,-- genehmigt. Die Verumlagung erfolgt auf das Stockgeld 1925, wobei auf den Raummeter Brennholz ................ S 1.10 und auf den Festmeter Nutzholz ................. S 3.30 entfallen. 3.) Der Auftrag der Vorarlberger Landesregierung betreff Ausarbeitung einer Dienstordnung und Regelung der Bezüge für den Standeskassier Herrn Josef Ganahl wird bis zur Austragtang der gleichen Angelegenheit durch die Gemeinde Schruns vertagt. 4.) Dem Spar- und Barlehenskassenverein für Montafon mit dem Sitze in Schruns wird sein Ansuchen um Bewilligung auf seinen Schriftsachen das Standeswappen führen zu dürfen, genehmigt. [-2-] 5.) Der Gemeinde St. Anton wird über Ansuchen die Bewilligung erteilt, 7 FM. Standesholz als Ersatz für zu Bauzwecken beigestelltes Nutzholz verkaufen zu dürfen. 6.) Der Alpe Lünersee wird über Ansuchen die Bewilligung erteilt, zur teilweisen Deckung von Baukosten anlässlich der Reparatur der Alphütte 4 Nutzholzstamme aus Relser Standeswaldungen zu beziehen und zu verkaufen. 7.) Dem Herrn Karl Gantner, Bauer in Bartholomäberg, wird die Bewilligung erteilt.das von seinem Hause Nr. 159 gewonnene Abbruchnolz zum Neubaue eines Hauses durch Herrn Loretz Gregor in Bartholomäberg verkaufen zu dürfen. 8.) Der Alpenvereinssektion Karlsruhe wird zufolge Ansuchens die Bewilligung erteilt, zum Baue eines Unterkunftshäuschens auf dem Alpgebiete Valizfenz [durchgestrichen: "Valisera"] das erforderliche Nutzholz aus Standeswaldungen zum ortsüblichen Tagespreise zu beziehen. Soviel wie möglich ist der Bedarf aus vorhandenem Abgangsholz zu decken. 9.) Das Ansuchen der AlpenvereinsSektion Lindau um Zuweisung von Schindelholz zur Lindauerhütte kann nicht bewilligt werden, da in den Standeswaldbeständen im Gebiete genannter Unterkunftshütte die gewünschte Holzqualität äusserst sparsam vertreten ist. Die Sektion wird auf den Bezug aus Privatwaldungen aufmerksam gemacht. 10.) Dem Herrn Sannwald Richard, Fabrikant in Bregenz, wird der Bezug von 9 Raummeter Brennholz für sein Sommerhaus in Gargellen bewilligt. Der Bedarf ist aus Abgangsholz zu decken und für das Holz der ortsübliche Tagespreis zu bezahlen. 11.) Unter denselben Bedingungen wird dem Herrn Josef Böhler, Zollwachkommissär in Gargellen der Bezug von 6 Raummeter Brenholz bewilligt. 12.) Über die bisherigen Aktionen über Standeswaldungen mit den Illwerken in Partenen erstattet Herr Standesrepräsentant ausführliches Referat und wird vollste Zustimmung erteilt. 13.) Dem Herrn Stocker Anton, Bauer in St. Gallenkirch, wird über Ansuchen die Bewilligung erteilt, ungefähr 15 RM. Abbruchholz unter der Bedingung verkaufen zu dürfen, dass die Abgabe nur innerhalb der Gemarkungen Montafons erfolgen darf. 14.) Herr Standesrepräsentant berichtet über die bisherigen Vorkehrungen im Konkurse Franz Galehr und über den Holzverkehr mit Herrn Münch Leonhard und wird sämtlichen Aktionen die Zustimmung erteilt. 15.) Herr Gemeindevorsteher Jochum von Tschagguns teilt mit, dass ein Großteil der Brennholzbezugsberechtigten seiner Gemeinde sich über die Zuweisung dieses Materials in weit entlegenen Standeswaldungen auf‘s schwerste beklagen. Die Bringungskosten sollen derart hohe sein, dass der Holzwert weit überschritten wird und selbst von der kleinsten Begünstigung eines Holzbezugsrechtes keine Rede mehr sein kann. Herr Standesrepräsentant stellt eine Hilfe durch Abgabe von Lendeholz in Aussicht und werden diesbezügliche Erhebungen und Vorkehrungen vereinbart. [Unterschrift der Standesvertreter]
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19250801_SV StandMontafon 1925-08-01 [-1-] Zl. 548/St. Protokoll -o-o-o-oaufgenommen in der Gemeindekanzlei zu Schruns am 1. August 1925 vor dem gefertigten Standesrepräsentanten Franz Wachter. -o-o-o-o-o-oMit Einladung vom 29. Juli 1925 Zl. 540/St. wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesausschußsitzung anberaumt, zu welcher erschienen sind die Vertreter des Standes Montafon mit Ausnahme jener von Lorüns und Stallehr. Nach Eröffnung der Sitzung durch den Standesrepräsentanten und dem Erklären der Beschlussfähigkeit wird das Protokoll der letzten Sitzung in Vorlage gebracht. Die Genehmigung und Fertigung erfolgt ohne vorherige Verlesung, da jede Gemeinde "bereits mit je einer Abschrift behufs ortsüblicher Verlautbarung beteilt wurde, daher die Herren Gemeindevorsteher bezw. Standesvertreter von dessen Inhalt in Kenntnis gesetzt sind und keine Einwendungen erhoben werden Hierauf wird in die Behandlung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen und werden gefasst nachstehende Beschlüsse: -o-o-o-o-o- 1.) Die Entscheidung der Vorarlberger Landesregierung Bregenz, ddt. 15. VII. 1925, IX-Zl. 866/2 betreff Modifikation des § 2 des neuen Holzstatutes wurde zur Kenntnis gebracht und nachdem Herr Standesrepräsentant im Gegenstande ausführliches Referat erstattet, entwickelt sich eine äusserst rege Debatte. Vor Allem wird auf den Umstand hingewiesen, dass der bodenständigen Bevölkerung, das ist den Standesbürgern, durch die Fassung des § 2 des Holzstatutes im Sinne der Entscheidung der Vorarlberger Landesregierung einer entsprechend en Entwicklung in völkischen und landwirtschaftlichen Belangen schwer schädigende Hindernisse bereitet werden. Die Rücksichtnahme auf fremde Heimgüterbesitzer wird nicht so ganz abfällig beurteilt, doch besonders bemängelt wird diese Begünstigung als eine Bevorzugung jenen Standesbürgern gegenüber, welche nach dem Jahre 1882 Neubauten aufgeführt und ihre Existenz auf Bewirtschaftung heimatlichen Bodens gesetzt haben. Es muss denn doch als höchste Ungerechtigkeit angesehen werden, dass dieser Standesbürger, welcher sein Recht auf Abstammung und das Bestreben, in Fußstapfen seiner Vorfahren weiter zu leben, vollauf begründet, einem zugewanderten Heimguterwerber nachgestellt werden soll, welche Zurücksetzung auch allgemein verurteilt wird. Das Urteil der Bauernkammer lässt auf eine Verkennung der Verhältnisse im Tale Montafon schliessen. Mit wenigen Ausnahmen sind die landwirtschaftlichen Betriebe in Montafon keineswegs Existenz gewährend und ist beinahe jeder Landwirt auf Nebenerwerb angewiesen. Hat der Montafoner aber eine Heimstätte sich gegründet und wenn dieselbe auch noch so beschränkt ist, weiss er sein Fortkommen zu finden. Als Hilfsarbeiter im Tale oder als Arbeiter im Auslande, nicht allein im Baugewerbe, sondern auch in anderen Betrieben, sucht er seine Existenz zu verbessern und zu fristen, sodass Grundzuweisungen behufs selbständiger Heimstättengründungen keine Nachteile beinhalten können. Nicht ausser Acht darf auch der Umstand bleiben, dass anlässlich früherer forsttechnischer Gutachten und maßgebender Sachverständigen-Äusserungen anlässlich der gegenwärtigen Ausarbeitung eines Wirtschaftsplanes der Forstfond Montafon in der Lage sei, grössere Holzverkäufe durchführen zu können, welche Feststellungen wohl Hoffnungen auf [-2-] Holzüberschuss erwecken müssen, um so unerklärlicher sind selbstverständlich die von der Vorarlberger Landesregierung angestrebten Holzbezugsbeschränkungen bezw. Daseinserschwernisse für die Standesbürger. All diese Ausführungen finden Anerkennung, doch besonders ausschlaggebend wirkt die Tatsache, dass eingesessene Standesbürger weniger holzbezugsberechtigt sein sollen, als ganz fremde Einwanderer, welche in den Besitz irgend eines Helmgutes gelangt sind und so wird einstimmig beschlossen, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln für die vom Standesausschusse Montafon vorgeschlagene Fassung des § 2 des Holzstatutes einzustehen und neuerliche Schritte einzuleiten, um diese Formulierung durchzusetzten. Behufs persönlicher Intervention bei der Vorarlberger Landesregierung in Bregenz wird Herr Standesrepräsentant ermächtigt. 2.) In Anbetracht der hohen Kosten, welche die Ausarbeitung des Wirtschaftsplanes für die Standeswaldungen erfordert, wird einstimmig beschlossen, einen Teil derselben durch Holzverkäufe aus Rodund zu decken. 3.) Die Weisungen des Herrn Ingenieur Wagner auf Grenzberichtigungen der Standeswaldmarkungen in Silbertal werden in Beratung gezogen und beschlossen, diesbezüglich mit Herrn Hofrat Henrich in's Einvernehmen sich zu setzen, 4.) Über die Behandlung von Waldbeständen auf Alpen und Maisässen wird einstimmig beschlossen, im Interesse des Forstfondes die bisherigen Richtlinien einzuhalten und diesbezügliche Verfügungen den früheren einschlägigen Entscheidungen gemäss durchzuführen. 5.) Gegen Erwerbung von Standesgrund, bezw. Wald zu Bauzwecken für die Illwerke wird keine Einwendung erhoben. An diese Besitzerwerbung wird jedoch die Bedingung geknüpft, dass die Abtretung nur gegen Wiederstellung von waldgründen von Gleicher Bonität und im selben Ausmaße erfolgen darf. 6.) Herr Gemeindevorsteher Fritz von Silbertal erhebt Einwendungen und Protest gegen den Standesausschussbeschluß vom 2. VIII. 1924, wonach die Verumlagung von Gemeinde-Erfordernissen auf Standeswaldungen bis auf weiteres sistiert wurde, da die Gemeinde Silbertal verhältnismässig über Gebühr belastet werde. Es wird beschlossen, diesbezüglich genaue Erhebungen zu pflegen und das Resultat bei der nächsten Standesausschußsitzung zur weiteren Beratung in Vorlage zu bringen. 7.) Ein Antrag der Erben nach Oskar Leeder aus Wien auf Rückstellung von Standesholz gegen Ersatz der Bringungskosten wird zur Beteiligung an Bezugsberechtigte akzeptiert unter der Bedingung, dass der Forstfond Montafon keinerlei Schaden erleidet. Schruns, am 5. August 1925. [Unterschrift der Standesvertreter]
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