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19371231_SV StandMontafon 31.12.1937 24.05.2021, 13:19 [-1-] Zl. 408-1937-1/2 Stand Niederschrift aufgenommen in der Kanzlei des Marktgemeindeamtes Schruns am Freitag den 31. Dezember 1937 unter dem Vorsitze des Standesrepräsentanten Franz Wachter. Mit Einladungsschreiben vom 27. Dezember 1937 wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesvertretungssitzung anberaumt, zu welcher die Bürgermeister der Talgemeinden in der Eigenschaft als Standesvertreter vollzählig erschienen sind. Der Standesrepräsentant eröffnet die Sitzung um 9.25 h und stellt die Beschlussfähigkeit fest. Zur Erledigung liegt vor die folgende Tagesordnung: 1) Montafoner Feuerversicherungsverein: Bericht des Vorsitzenden über die Besprechungen mit der Landesfeuerversicherungsanstalt Bregenz wegen Zusammenschluss oder Schaffung einer Arbeitsgemeinschaft. Entgegennahme eines Referates des Herrn Direktors dieser Anstalt. 2. Stockgeldnachlass für Brennholz. Bericht des Vorsitzenden zum Vertagungsbeschluss der letzten Sitzung. 3) Stemer Hermann/Schruns: Kalkbrennen in Vandans. Berichterstattung des Unterausschusses und Beschlussfassung. 4) Stallabbruchholzverkauf: Ansuchen um Erteilung der Bewilligung hiezu a) durch Josef Wachter in Vandans Hs. Hr. 40 b) Mathias Juen, Schruns Hs. Nr. 340. 5) Genehmigung der Niederschrift vom 7.12.1937. Nach durchgeführter Beratung werden gefasst die folgenden Beschlüsse ad. 1): Der Herr Vorsitzende begrüsst in herzlichen Worten den über Einladung erschienen Direktor der Landesfeuerversicherungsanstalt in Bregenz, Herrn Dr. August Fischer und gibt ihm Gelegenheit, in einem ausführlichen Vortrag der Standesvertretung für Montafon seine Gedankengänge und Absichten über einen allfälligen Zusammenschluss beider Anstalten unter Führung der Landesanstalt oder über die Bildung einer engen Arbeitsgemeinschaft darzulegen. Herr Dr. Fischer löst diese Aufgabe in vorzüglicher Weise und schildert in packender Form die geschichtliche Entwicklung des Versicherungswesen von den Anfängen bis in die Gegenwart. Das Ziel seiner Bemühungen sieht er in der nachhaltigsten Förderung des Allgemeinwohles: Erfassung aller Versicherungsnehmer durch billigste Prämienberechnung bei gesunder wirtschaftlicher Führung, unter Rücksichtnahme auf gebietsmässig bedingte Eigenarten, durch die landesheimischen Versicherungsanstalten. Dieses Ziel muss durch stetige, gewissenhafte und sorgfältige Zusammenarbeit der im Lande heimischen Versicherungsanstalten erreicht werden, da eine obligatorische Versicherung (Versicherungszwang) gesetzlich derzeit nicht zulässig ist. Den richtigen Weg zur Erreichung dieses Zieles in gerader Linie sieht der Vortragende im Zusammenschluss der im Lande heimischen Versicherungsanstalten auf Gegenseitigkeit unter Führung der Landesanstalt. Wenn diese neue Form noch nicht rasch Gedankengut der Verantwortlichen werden kann, so erstrebt der Vortragende als Vorstufe die Schaffung enger Arbeitsgemeinschaften. [-2-] Für den Überaus interessanten einstündigen Vortrag dankt der Herr Vorsitzende Herrn Direktor Dr. Fischer im Namen der Standesvertretung herzlich. In der anschliessenden Aussprache findet zwischen den Standesvertretern und Herrn Direktor Dr. Fischer ein reger Gedankenaustausch über Einzelnfragen statt.- Die Fühlungnahme hatte unterrichtenden Charakter. Die Standesvertretung erteilt dem bestellten Unterausschuss den Auftrag, mit der Direktion der Landesfeuerversicherungsanstalt in Bregenz über das Zusammengehen in einer noch engeren Arbeitsgemeinschaft als bisher die Verbindung aufrecht zu erhalten. ad. 2): Nach Entgegennahme eines Berichtes über die finanzielle Ergiebigkeit des erhöhten Stockgeldpreises für den Brennholmehrbezug von 2 rm3 (von 6 auf 8 rm3) wird mit Stimmenmehrheit beschlossen, für derartige Brennholzmehrbezüge im Jahre 1938 ausnahmsweise das einfache Stockgeld in Anrechnung m bringen. ad. 3): Das Ansuchen des Hermann Stemer/Schruns um Erteilung der Bewilligung zum Kalkbrennen in Vandans-Rotund muss neuerlich vertagt werden. Der bestellte Unterausschuss wird durch die Standesvertreter Standesrepräsentant Franz Wachter/Schruns, Bürgermeister Anton Netzer/ St. Gallenkirch ergänzt. Dieser Unterausschuss hat nochmals eine Augenscheinahme an Ort und Stelle durchzuführen. Die Standesvertretung wird in der folgenden Sitzung dann neuerlich Stellung nehmen. ad. 4): Folgende Ansuchen um Verkaufsbewilligung für Stallabbruchholz werden bewilligt: a) des Wachter Josef in Vandans Hs. Nr. 40 für 30 rm3. Das Schwärtlingund Bauabfallholz jedoch hat der Gesuchssteller selbst als Brennholz zu verwenden. b) des Mathias Juen in Schruns Hs. Nr. 340 für 10 rm3. Der Verkauf darf nur innerhalb der Talgrenzen und nur in der Weise erfolgen, dass die Verwendung im Tale Montafon sichergestellt ist. ad. 5): Die Niederschrift über die Sitzung vom 7. Dezember 1957 wird genehmigt. Gemäss § 34 Abs. 5 Gem. Odg. wird die Tagesordnung erweitert und folgendem Punkte die Dringlichkeit zuerkannt: 6.) Dem Ansuchen des Gemeindeamtes Gaschurn um kostenlose Beistellung von ca. 15 fm3 Nutzholz für Bretter zur Verwendung beim Bau des Güterweges im Gundelatschberg-Gaschurn kann keine Folge gegeben werden. Die notwendige Nutzholzmenge von 15 fm3 wird gegen Leistung des üblichen Stockgeldes aus Standeswaldungen beigestellt. Ende der Sitzung: 12 Uhr. [Unterschrift des Standesrepräsentanten]
  1. standmontafon
  2. standesprotokolle
  3. standesausschuss
19371207_SV StandMontafon 07.12.1937 24.05.2021, 11:18 [-1-] Zl. 376-Stand 1937 Niederschrift aufgenommen in der Kanzlei des Marktgemeindeamtes Schruns am Dienstag den 7. Dezember 1937 unter dem Vorsitze des Standesrepräsentanten Franz Wachter. Mit Einladungsschreiben vom 3. Dezember 1937 wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesvertretungssitzung anberaumt, zu welcher die Bürgermeister der Talgemeinden in der Eigenschaft als Standesvertreter von Montafon, mit Ausnahme der sich entschuldigenden Vertreter der Gemeinden Bartholomäberg und Lorüns, sowie des Vertreters der Gemeinde Stallehr, erschienen sind. Der Standesrepräsentant eröffnet die Sitzung um 9.25 h und stellt die Beschlussfähigkeit fest. Zur Erledigung liegt vor die folgende Tagesordnung: 1) Vorlage der Voranschläge des Standes Montafon und des Forstfondes Montafon für das Jahr 1938 zur Kenntnisnahme und Genehmigung. 2) Vorlage des Rechnungsabschlusses des Montafoner Gemeindeblattes für das Verwaltungsjahr 1937 und des Berichtes des engeren Verwaltungsausschusses, zur Genehmigung. 3) Vorlage von Markenbriefen aus der Gemeinde Gaschurn zur Genehmigung. 4) Antrag des Vorsitzenden auf Erwerbung eines Bergmahdes in Gaschurn. 5) Bericht und Antrag des Gemeindeamtes St. Gallenkirch auf Herabsetzung des Stockgeldes für Standesholz auf Grund des Gemeindetagbeschlusses vom 23.10.1937. 6) Ansuchen der Bauleitung für Güterwege (Gargellenstrasse) in St. Gallenkirch um Anweisung von ca. 240 fm3 Nutzholz für Bau- und Wirtschaftszwecke, aus Standeswaldungen. 7) Ansuchen des Josef Anton Bitschnau/Vandans um Bewilligung zur Übertragung des Holzbezugsrechtes eingeforsteter Objekte auf einen neuen Bauplatz. 8) Ansuchen der Alpsinteressentschaft Lün/Vandans um Berechnung des einfachen Stockgeldes für bezogenes Schindelholz. 9) Ansuchen der Alpsinteressentschaft Platzes/Vandans um Bezugsbewilligung für einen Schindelstamm. 10) Ansuchen des Klehenz Josef/Gaschurn um Verkaufsbewilligung für ca. 15 rm3 Stallabbruchholz. 11) Ansuchen des Hermann Stemer/Schruns um Bewilligung zum Kalkbrennen in Vandans-Rotund. 12) Bericht und Antrag des Vorsitzenden auf Vornahme einer Verkaufsholzschlägerung in Vandans. 13) Genehmigung des Sitzungsberichtes vom 8. Oktober 1937. Nach durchgeführter Beratung werden gefasst die folgenden Beschlüsse: ad. 1): Die Voranschläge des Standes Montafon und des Forstfondes Montafon für das Geschäftsjahr 1938 werden zur Kenntnis genommen und genehmigt. - Im Zuge der Beratung gibt der Vorsitzende auf verschiedene Anfragen erschöpfend Aufklärung. Unter anderem wird mit grossem Interesse und mit Befriedigung der Inhalt der Verhandlungsschrift über die 70. Sitzung des Verwaltungsrates der Montafonerbahn A.G. Bludenz-Schruns vom 27.11.1937 zur Kenntnis genommen. ad. 2): Der Rechnungsabschluss des Montafoner Gemeindeblattes für das Verwaltungsjahr 1937 und der Bericht des engeren Verwaltungsausschusses hiezu werden mit Befriedigung zur Kenntnis genommen und genehmigt. [-2-] ad. 3): Die Markenbriefe über die Grenzregulierung zwischen dem Waldeigentum des Forstfondes Montafon und dem Privateigentum der Gemeinschaften: Melkalpe Garnehren, Galtalpe Garnehra, Maisäss Ganeu, Neualpe, Bergmähder Röfinen, Mittelmaisäss, Sahlersbergmahd, Maisäss Lifinar, Schafalmein Spona, Maisäss Mäs, Alpe Unter-Valülla, Maisäss AusserTafamont, Bella-Maisäss, Schafallmein Ausserbach, Kornellen-Maisäss, Bergmahd Fahrenbliess, Alpe Ibau, Alpe Ausser-Gops, Maisäss Ausser-Ganiefer, Maisäss Hofen, Alpe Innergops, Alpe Zeinis und Bergmähder Gsäss werden in ihrem vollen Inhalt genehmigt, desgleichen mit der Alpe Platina/St. Gallenkirch. ad. 4): Der Erwerbung des Bergmahdes "Bliesa", Kat. Gemeinde Gaschurn, durch den Forstfond Montafon wird zugestimmt. Zur Vertragserrichtung werden bevollmächtigt die Herren Standesvertreter: Standesrepräsentant Franz Wachter/Schruns, Bürgermeister August Jochum/Tschagguns und Bürgermeister Edmund Tschanhenz/Gaschurn. ad. 5): Der Bericht des Gemeindeamtes St. Gallenkirch vom 16.11.1937 Zl. 288, enthaltend den Antrag des Gemeindetages St. Gallenkirch vom 23.10.1937 auf Herabsetzung des Stockgeldpreises für Holzbezüge aus Standeswaldungen durch Standesbürger, vornehmlich für Nutzholz, wird zur Kenntnis genommen. - Die Herabsetzung des Stockgeldpreises für Nutzholz muss aus Gründen der Erhaltung des Haushaltsgleichgewichtes des Forstfondes abgelehnt werden. Dagegen ist die Frage der Herabsetzung des erhöhten Stockgeldpreises für den Brennholzmehrbezug von 2 rm3 (von 6 auf 8 rm3) einer Prüfung zu unterziehen. Zu dieser Teilfrage wird die Standesvertretung in der nächsten Sitzung nochmals Stellung nehmen. ad. 6): Dem Ansuchen der Bauleitung für Güterwege (Gargellenstrasse) um Zuweisung von Standesholz zu Bau- und Wirtschaftszwecken wird mit der Festlegung eines Ausmasses von 170 fm3 zugestimmt. Die Nutzung und Bringung dieser Holzmenge hat unter möglichster Schonung der Forstkulturen zu geschehen. Das bezogene Holz ist als "Interessentenleistung des Standes Montafon-Forstfond" vollwertig in Anrechnung zu bringen. ad. 7): Das Ansuchen des Josef Anton Bitschnau/Vandans um Bewilligung der Übertragung des Holzbezugs recht es von zwei erworbenen eingeforsteten Bauparzellen auf einen neuen Bauplatz in Vandans wird zwecks weiterer Überlegung vertagt. ad. 8): Das Ansuchen der Alpverwaltung Lün/Vandans um Bezugsbewilligung für 3 Schindelstämme und um Berechnung des einfachen Stockgeldes hiefür wird aus den besonderen Gründen des Ansuchens ausnahmsweise bewilligt. ad. 9): Das Ansuchen der Alpverwaltung Platz es/Vandans um Bezugsbewilligung für 1 Schindelstamm wird bewilligt. Für diesen Holzbezug ist der doppelte Stockgeldpreis zu entrichten. ad. 10): Dem Bauern Josef Klehenz in Gaschurn wird über Ansuchen die Bewilligung erteilt, innerhalb der Grenzen des Tales Montafon Stallabbruchnolz im Höchstausmass von 15 rm3 unter der Bedingung verkaufen zu dürfen, dass die Verwendung innerhalb der Talgrenzen sichergestellt ist. ad. 11): Das Ansuchen des Hermann Sterner/Schruns um Erteilung der Bewilligung zum Kalkbrennen in Vandans-Rot und wird vertagt. Ein Unterausschuss/bestehend aus den Herren Bürgermeister: Christian Schapler/ Vandans, Emil Batlogg/St. Anton und August Jochum/Tschagguns soll die Kalkbrennstellen besichtigen und bei der nächsten Sitzung berichten. ad. 12): Nach Entgegennahme eines Berichtes des Vorsitzenden wird die Vornahme einer Verkaufsholzschlägerung grösseren Ausmasses in Vandans (Fichte und Buchen) bewilligt. ad. 13): Der Sitzungsbericht vom 8.Oktober 1937 wird genehmigt. [-3-] Die Herren Standesvertreter besichtigen sodann noch den vollendeten Grundbuchkanzlei heim Bezirksgericht in Schruns und nehmen das Dankschreiben des Herrn Oberlandesgerichtspräsidenten in Innsbruck zu dieser Bauführung mit Befriedigung zur Kenntnis. Ende der Sitzung: 13 Uhr. [Unterschriften der Standesvertreter]
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19371008_SV StandMontafon 08.10.1937 24.05.2021, 13:14 [-1-] Zl. 311-Stand 1937 Niederschrift aufgenommen in der Kanzlei des Marktgemeindeamtes Schruns am Freitag den 8. Oktober 1937 unter dem Vorsitze des Standesrepräsentanten Franz Wachter. Mt Einladungsschreiben vom 5. Oktober 1937 wurde auf heute vormittags 10 Uhr eine Standesvertretungssitzung anberaumt, zu welcher die Bürgermeister der Talgemeinden bezw. in einem Falle der Stellvertreter in der Eigenschaft als Standesvertreter von Montafon, mit Ausnahme des sich rechtzeitig entschuldigten Vertreters der Gemeinde Bartholomäberg, erschienen sind. Der Standesrepräsentant eröffnet um 3/4 10 Uhr die Sitzung und stellt die Beschlussfähigkeit fest. Zur Erledigung liegt vor die folgende Tagesordnung: 1) Genehmigung der Niederschrift der Sitzung vom 7. August 1937. 2) Bestellung eines 2. Ersatzmannes in die Grenzrichtigstellungskommission. 3) Bericht und Antrag des Vorsitzenden auf Beschlussfassung über die Vornahme einer Verkaufsschlägerung in den Wirtschaftsplanabteilungen 11 f, g, h, m in Silbertal im Ausmasse von ca. 800 Festmeter. 4) Bericht und Antrag des Vorsitzenden auf Beschlussfassung über die Erwerbung von Privatwaldgrundstücken in Silbertal. 5) Rindviehversicherungsverein des Standes Montafon: Bericht über die Äusserungen der Ortsbauernräte Montafons zur Frage der Wiederaufnahme der Vereinstätigkeit, allfällige Beschlussfassung hierüber oder über die Vereinsauflösung. 6) Feuerversicherungsverein Montafon: Entgegennahme der Bürgermeisterberichte zum Rundschreiben vom 10.9.1937 betreffend eventuelle Verschmelzung dieses Vereines mit der Landesfeuerversicherungsanstalt in Bregenz. 7) Tschanhenz Franz/St. Gallenkirch: Ansuchen um Verkaufsbewilligung für 10 rm3 Stallabbruchholz. 8) Alpe Salonien/Vandans: Ansuchen um Schlägerungs- und Bezugsbewilligung für 35,36 fm3 Nutzholz für Stallbauten in dieser Alpe (Zusatzbedarf). 9) Kriegerdenkmalkomitee St. Gallenkirch: Ansuchen um einen Beitrag in Form von 4 Fichtenstämmen aus Standeswaldungen. 10) Rudigier Anton/St. Gallenkirch-Gortipohl: Ansuchen um Abschreibung einer Holzrechnung für bezogenes Brückenholz. 11) Flöry Edmund/Gaschurn: Ansuchen um Verminderung des Rechnungsbetrages für bezogenes Brennholz aus Lawinenbeständen. Nach durchgeführter Beratung werden gefasst die folgenden Beschlüsse: ad. 1): Die Niederschrift der Sitzung vom 7. August 1937 wird genehmigt und unterzeichnet. ad. 2.) Zum 2. Ersatzmann des Standes Montafon in die Grenzrichtigstellungskommission wird über Vorschlag des Vorsitzenden Herr Friedrich Mangard, Bauer in St. Gallenkirch, ernannt. ad. 5.): Nach Entgegennahme eines eingehenden Berichtes des Vorsitzenden und Kenntnisnahme eines forstlichen Gutachtens wird die Vornahme einer Verkaufsschlägerung in den Wirtschaftsplanabteilungen 11 f, g, h, m der Standeswaldungen in Silbertal im Ausmass von 800 Festmeter bewilligt. ad. 4.): Der eingehende Bericht des Vorsitzenden über die Möglichkeit der Erwerbung von zwei Privatwaldgrundstücken in Silbertal [-2-] wird zur Kenntnis genommen. Der Erwerbung dieses Grundstückes im Falle der Erzielung eines tragfähigen Einvernehmens mit den gegenwärtigen Eigentümern wird grundsätzlich zugestimmt. Zur Führung der Verhandlungen und zum allfälligen Abschluss des Kaufvertrages werden die Herren Standesvertreter: Standesrepräsentant Franz Wachter/Schruns, Bürgermeister Christian Schapler/Vandans und Bürgermeister Hermann Brugger/Silbertal bevollmächtigt. ad. 5.): Die Berichte der Ortsbauernräte des Tales Montafon zur Frage der Belebung oder der Auflassung des Rindviehversicherungsvereines des Standes Montafon werden zur Kenntnis genommen. - Nach einer eingehenden Aussprache kann sich die Standesvertretung noch nicht zu einer entscheidenden Beschlussfassung entschliessen. Sie beauftragt den Bürgermeister Christian Schapler/Vandans mit der Führung unterrichtender Besprechungen und Verhandlungen mit bestimmten Stellen und wird seinen Bericht hierüber abwarten. ad. 6.) Aufgrund des Rundschreibens vom 10.9.1937 erstatten die Standesvertreter eingehenden Bericht über die lokalen Auffassungen zur angeschnittenen Frage einer allfälligen Verschmelzung des Montafoner Feuerversicherungsvereines mit der Landesfeuerversicherungsanstalt in Bregenz. Nach einem sehr eingehenden Meinungsaustausch über diese einzelnen Berichte erhält der mit Beschluss vom 7.5.1937 Pkt. 4 a der T.O. eingesetzte Unterausschuss den Auftrag, sich mit den Vertretern der Landesfeuerversicherungsanstalt in Bregenz in Verbindung zu setzen. Über das Ergebnis der Unterhaltung ist in einer der nächsten Sitzungen sodann Bericht zu erstatten. ad. 7.) Dem Ansuchen des Franz Tschanhenz/St. Gallenkirch um Erteilung der Verkaufsbewilligung für 10 rm3 Stallabbruchholz wird Folge gegeben. Der Verkauf darf jedoch nur innerhalb der Talgrenzen und nur derart geschehen, dass die Verwendung dieses Holzes im Tale selbst sichergestellt ist. ad. 8.): Dem Ansuchen der Alpverwaltung Salonien/Vandans (Eigentum der Gemeinde Bürs) um nachträgliche Bezugsbewilligung für den zusätzlichen Bedarf von 35,36 rm3 Nutzholz für die Stallbauten in dieser Alpe wird Folge gegeben. ad 9.) Dem Kriegerdenkmalkomitee St. Gallenkirch wird über Ansuchen ein Förderungsbetrag in Form der kostenfreien Überlassung von 4 Fichtenstämmen aus Standeswaldungen bewilligt. ad. 10.) Das Ansuchen des Anton Rudigier/St. Gallenkirch-Gortipohl um Abschreibung einer Holzrechnung für bezogenes Brückenholz wird in der vorliegenden Form abgelehnt. - Dagegen wird in Rücksicht auf besondere Umstände der Rechnungsbetrag dann auf die Hälfte herabgesetzt, wenn die am Bestande der Brücke über die Ill in besonderem Maße interessierten 6 Parteien den verbleibenden Restbetrag bezahlen. Für die Einbringung dieses Betrages wird der Gesuchsteller haftbar gemacht. ad. 11.) Dem Edmund Flöry/Gaschurn wird über Ansuchen die Rechnung Über bezogenes Lawinenbrennholz mit Rücksicht auf ganz besondere Umstände auf den Betrag von S 25.— ermässigt. Gemäss § 34 Abs. 5 der Gemeindeordnung wird die Tagesordnung einvernehmlich erweitert und wird den folgenden Punkten der Charakter der Dringlichkeit zuerkannt: 12.) Dem Ganahl Fridolin, Bartholomäberg-Innerberg, wird zum Wiederaufbau des vom 1. auf den 2. Oktober 1937 abgebrannten Wohnhauses Nr. 6 der Bezug von 80 Fm3 Nutzholz aus Standeswaldungen (Waldmass) bewilligt. Die Partei wird verpflichtet, ihren Eigentumswald nach Leistungsvermögen zur Bedarfsdeckung heranzuziehen. 13.) Dem Museums- und Heimatschutzverein für Montafon wird zum Ankaufe einer von Franz Josef Liepert aus Vandans im Jahre 1735 verfertigten Abschrift der im Jahre 1598 von Kaiser Rudolf II. den Hofjüngern und Freien des Tales Montafon erlassenen Landesordnung ein Beitrag von S 30.-- bewilligt. Diese Landes-Ordnung handelt von den Freiheiten, Erbschaften, Bräuchen, Rechten und Satzungen, sie ist eine ganz seltene Abschrift und muss deshalb dem Tale erhalten bleiben. Ende der Sitzung: 12 Uhr mittags. Im Anschluss an die Sitzung, besichtigen die Herren Standes Vertreter unter Führung des Herrn Schuldirektors i.R. Johann Wiederin/Schruns das Montafoner Heimatmuseum in Schruns. - Sie äusserten sich besonders anerkennend über die Reichhaltigkeit und Mannigfaltigkeit der Sammlungen, sowie Über die viel Kunstsinn und Verständnis zeigende Anordnung und Einteilung dieses schönen Museums. Dem Schöpfer dieses selten schönen und reichen Heimatmuseums, Herrn Schuldirektor i.R. Johann Wiederin in Schruns und seinen Mitarbeitern sprechen die Herren Standesvertreter für die selbstlose, freudige und mühevolle Kulturarbeit ihre besondere Hochachtung und den Dank im Namen der Talschaft Montafon aus. [Unterschriften der Standesvertreter]
  1. standmontafon
  2. standesprotokolle
  3. standesausschuss
19370807_SV StandMontafon 07.08.1937 24.05.2021, 13:04 [-1-] Zl. 238-Stand 1937 Niederschrift aufgenommen in der Kanzlei des Marktgemeindeamtes Schruns am Samstag den 7. August 1937 unter dem Vorsitze des Standesrepräsentanten Franz Wachter. Mit Einladungsschreiben vom 4. August 1937 wurde auf heute vormittags 1/2 10 Uhr eine Standesvertretungssitzung anberaumt, zu welcher die Bürgermeister der Talgemeinden, bezw. in einem Fall der Stellvertreter, in der Eigenschaft als Standesvertreter von Montafon, mit Ausnahme der Vertreter der Gemeinden Gaschurn, Lorüns und Stallehr, erschienen sind. Die Vertreter der Gemeinden Gaschurn und Lorüns haben ihr Fernbleiben entschuldigt. Der Standesrepräsentant eröffnet um 3/4 10 Uhr die Sitzung und stellt die Beschlussfähigkeit fest. Zur Erledigung liegt vor die folgende Tagesordnung: 1) Genehmigung der Niederschrift der Sitzung vom 7. Mai 1937. 2) Berichterstattung in Sachen Montafoner Feuerversicherungsverein. 3) Marent Raimund/St. Gallenkirch, Verkaufsangebot des Grundbesitzes "Spatla", Beratung und Beschlussfassung. 4) Bärenwald/St. Gallenkirch, Verkaufsnutzung durch Bestandessäuberung Beratung und Beschlussfassung. 5) Hepberger Ferdinand/Vandans, Gesuch um Bezugsbewilligung für 3 fm3 Bauholz zum Heubargenneubau. 6) Alpe Vilifau/Vandans, Schweinestallneubau, Ansuchen um Übertragung des Holzbezugsrechtes für den Stall auf eine neue Baufläche. 7) Tschofen Franziska/Gaschurn Nr. 176, Ansuchen um Aufhebung des strafweisen Entzuges des Brennholzbezugsrechtes. Nach durchgeführter Beratung werden gefasst die folgenden Beschlüsse: ad. 1.) Die Niederschrift der Sitzung vom 7. Mai 1937 wird genehmigt und unterzeichnet. ad.2.) Der Bericht des Vorsitzenden über die Besprechungen mit dem Herrn Direktor der Landesfeuerversicherungsanstalt in Bregenz über die Frage der allfälligen Verschmelzung der Montafoner mit der Landesanstalt wird zur Kenntnis genommen. Das Gespräch wurde von der Landesanstalt eingeleitet und trägt vorläufig unverbindlichen Charakter. - Ein überlassener Entwurf, der den Gedankengang der Landesanstalt darlegt, ist den Standesvertretern in Abschrift zur internen Beratung zuzustellen. Über die Angelegenheit ist bei der kommenden Sitzung weiter zu beraten. ad. 3.) Nach Kenntnisnahme des Kaufangebotes des Marent Raimund/ St. Gallenkirch und des fachmännischen Gutachtens über den Grundbesitz "Spatla" wird das grundsätzliche Einverständnis zur Erwerbung desselben durch den Forstfond des Standes Montafon im Falle der Erzielung eines tragfähigen Einvernehmens erteilt. Zur Führung der Verhandlungen und zum allfälligen Abschluss des Kaufvertrages werden die Herren Standesvertreter: Standesrepräsentant Franz Wachter/Schruns, Bürgermeister Christian Schapler/Vandans und Bürgermeister Anton Netzer/St. Gallenkirch bevollmächtigt.- Für den Fall der Notwendigkeit wird gleichzeitig die Ermächtigung zur Aufnahme eines Darlehens bis zum Höchstbetrage von S 5.000.— auf die Dauer von 4 Jahren zur leichteren Finanzierung dieses Grundstückankauf es bei der Spar- und Darlehenskasse in Schruns erteilt. [-2-] ad. 4.) Der Standesrepräsentanz wird die Ermächtigung erteilt, die im "Bärenwald" St. Gallenkirch, Abt. 32. a des Wirtschaftsplanes notwendige Bestandessäuberung durch Schlägerung von ca. 600-700 fm3 stehendes Nutzholz und Verwertung von ca. 1000 m Windwurfholz vorzunehmen und die anfallende Holzmenge von ca. 1000 Festmeter bestmöglichst im Verkaufswege zu verwerten. ad. 5.) Dem Ansuchen des Ferdinand Hepberger/Vandans um Bezugsbewilligung für 3 fm3 Bauholz zum Heubargenwiederaufbau im Rels wird Folge gegeben. Für dieses Bezugsolz ist der einfache Stockgeldtarif zu berechnen, da die Heubarge durch Elementarereignisse beschädigt worden ist. ad. 6.) Der Alpverwaltung von Vilifau/Vandans wird über Ansuchen die Bewilligung erteilt, den neu zu erbauenden Schweinestall auf der Fläche der gleichen Grundparzelle, jedoch auf einem neuen Bauplatz erstellen zu dürfen. Das Holzbezugsrecht des alten Stalles wird unter der Bedingung auf der neuen Baufläche zugestanden, wenn der ebenfalls zum Abbruch bestimmte bisherige zweite Stall abgetragen und die Löschung des Servitutsrechtes für denselben im Grundbuch durchgeführt wird. ad. 7.) Das Ansuchen der Franziska Tschofen/Gaschurn Nr. 176 um Aufhebung des strafweisen Entzuges des Holzbezugsrechtes auf 5 Jahre (gemäss 17 des Holzstatutes) wird abgelehnt. Gemäß § 34 Abs. 5 der Gemeindeordnung wird die Tagesordnung einvernehmlich erweitert und wird dem folgenden funkte der Charakter der Dringlichkeit zuerkannt: 8.) Nach dem Bericht des Revierforstwartes Vallaster/Bartholomäberg kann der Brennholzbedarf für 1937 der Bezugsberechtigten von St. Anton in diesem Gemeindebereich nicht aus Brennnolzbeständen gedeckt werden. Es musste hochwertiges Nutzholz geschlägert werden. Da dieser Vorgang gesunden forstwirtschaftlichen Grundsätzen widerspricht, haben die Bezugsberechtigten der Gemeinde St. Anton ihren diesjährigen Brennholzbedarf aus geeigneten Waldbeständen der Nachbargemeinde Vandans nach forstlicher Anweisung zu decken. Ende der Sitzung: 11 Uhr vormittags. [Unterschriften der Standesvertreter]
  1. standmontafon
  2. standesprotokolle
  3. standesausschuss
19370507_SV StandMontafon 07.05.1937 24.05.2021, 13:13 [-1-] Zl. 128-Stand 1937 Niederschrift aufgenommen in der Kanzlei des Marktgemeindeamtes Schruns am Freitag den 7. Mai 1937 unter dem Vorsitze des Standesrepräsentanten Mit Einladungsschreiben vom 3. Mai 1937 wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesvertretungssitzung anberaumt, zu welcher die Bürgermeister der Talgemeinden, bezw. in einem Fall der Stellvertreter, in ihrer Eigenschaft als Standesvertreter von Montafon, mit Ausnahme der Vertreter der Gemeinden Lorüns und Stallehr, erschienen sind. Der Standesrepräsentant eröffnet um 9.30 h die Sitzung und stellt die Beschlussfähigkeit fest. An Hand der vorliegenden Tagesordnung werden nach durchgeführter Beratung gefasst die folgenden Beschlüsse: 1.) Die Niederschrift der Sitzung vom 29. Dezember 1936 wird genehmigt und unterzeichnet. 2.) Die Jahresrechnungen pro 1936 des Standes und des Forstfondes Montafon, sowie des Montafoner Feuerversicherungsvereines werden genehmigt, desgleichen werden die neu verfassten Inventare des Standes und des Forstfondes Montafon zustimmend zur Kenntnis genommen. Vom Inhalt des Revisionsberichtes ddto. 16. April 1937 nimmt die Standesvertretung mit Befriedigung Kenntnis und erteilt dem Rechnungsleger volle Entlastung. 3.) Die Bürgermeister-Mitteilungen in Sachen des Rindviehversicherungsvereines des Standes Montafon werden zur Kenntnis genommen. Eine Beschlussfassung muss nochmals vertagt werden, um die Stellungnahme der Ortsbauernvorstände des Tales hören zu können. 4.) Zur Besprechung von Feuerversicherungsbelangen mit der Vorarlberger a Landesfeuerversicherungsanstalt in Bregenz wird ein Unterausschuss bestellt, dem angehören die Standesvertreter Christian Schapler/Vandans, August Jochum/Tschagguns, Anton Netzer/St. Gallenkirch, Artnur Kessler/ Gaschurn und der Standesrepräsentant Franz Wachter/Schruns. b Die Versicherungssummen der bei dem Montafoner Feuerversicherungsverein in Deckung genommenen Gebäude sind einer Überprüfung zu unterziehen. In festgestellten Einzelnfällen sind Nachschätzungen unter Beiziehung des Standesschatzmannes zu veranlassen. 5.) Die Schlussarbeiten am Grundbuchkanzleianbau beim Bezirksgericht in Schruns und zwar die Verputzarbeiten sind im Anbotwege zu vergeben. Gleichzeitig wird Vollmacht zur Beschaffung der notwendigen Kanzlei-Einrichtung erteilt. Mit der Durchführung dieser Beschlüsse wird der Standesrepräsentant beauftragt. 6.) Zum Wiederaufbau des abgebrannten Stalles wird der Frau Kasper Anna Katharina/St. Gallenkirch die Bezugsbewilligung für 57 fm3 Nutzholz aus Montafoner Standeswaldungen erteilt. 7.) Der vorgelegte Markenbrief für Maisäss und Alpe Valisera/St. Gallenkirch wird vollinhaltlich genehmigt. 8.) Der Alp Verwaltung von Salonien/Vandans wird über Ansuchen die Bewilligung a erteilt, den eingeforsteten alten Schweinestall auf einer geeigneteren und neuen Baugrundfläche bei gleichzeitiger Übertragung des Servitutsrechtes im alten Umfange neu zu erbauen. Dieser Neubau ist zur Vermeidung von Verwechslungen mit nicht eingeforsteten Bauwerken genau zu bezeichnen. [-2-] b Über Ansuchen wird der Alpverwaltung Salonien an den bedeutenden Holzaufrüstungskosten anlässlich des Alpstallneubaues im Jahre 1935/36 für 100 fm3 Holz, die nicht von der Alpverwaltung in Verwendung genommen wurden, eine Vergütung von 250.-- S gewährt. 9.) Der Dienstbarkeitsvertrag zwischen den Vorarlberger Illwerken A.Ges. und dem Stand Montafon (Forstfond) betreffend die Benützung der Standeswaldparzelle Gp. 3220/3 durch ein Teilstück des Fahrweges Partenen-Vermunt wird in seinem vorliegenden Inhalt genehmigt. 10.) Nach Kenntnisnahme der Vorlagen wird beschlossen, im Falle sich bietender Gelegenheit die für den Forstfond geeigneten Waldgrundstücke des Gottfried Tagwerker/Vandans anzukaufen. Mit der Durchführung dieses Beschlusses werden bevollmächtigt der Standesrepräsentant Franz Wachter Schruns und der Standesvertreter Christian Schapler/Vandans. Dieser Beschluss ist als vertraulich zu behandeln. 11.) Der Bitschweiler Güterweginteressentschaft in Tschagguns wird über Ansuchen auf Rechnung des Forstfondes Montafon ein Interessenten-Baukosten beitrag im Ausmass von 7 Tagschichten bewilligt. 12.) Zur Förderung des Waldwegebaues im Standeswald in St. Anton wird über Antrag des Gemeindeamtes St. Anton ein Baukostenbeitrag von S 1,50 pro Tagschichte im Rahmen der Landesarbeitsbeschaffungsaktion auf Rechnung des Forstfondes Montafon bewilligt. 13.) Zur Förderung von Waldwegebauten in Standeswaldteilen in Gaschurn wird über Antrag des Gemeindeamtes Gaschurn ein Baukostenbeitrag von S 500.— im Rahmen der Landesarbeitsbeschaffungsaktion auf Rechnung des Forstfondes Montafon bewilligt. 14.) Dem Ansuchen der Interessenten am Valschevieltalweg/Gaschurn um a vorzeitige Auszeige und Anweisung von Brückenholz unter Hinweis auf zu erwartende Brückenbeschädigungen durch Hochwasser wird nicht entsprochen, b Die Forderung der gleichen Interessentschaft auf Stockgeldnachlass für bezogenes Brückenholz wird abgelehnt. 15.) Dem Ansuchen der Vorarlberger Bauernkammer Bregenz um Einräumung eines Servitutsrechtes zum jährlichen Bezug von 100 laufenden Meter Zaunlatten für den Bedarf der Stieralpe Oberbuchen in Silbertal kann aus grundsätzlichen Erwägungen nicht stattgegeben werden. Unter Ausschluss eines Rechtsanspruches wird der Vorarlberger Bauernkammer in Anerkennung ihrer Bemühungen in der Förderung der bäuerlichen Talinteressen die Versicherung gegeben, dass ihren Wünschen nach Tunlichkeit und im Rahmen der Leistungsfähigkeit der in Frage kommenden Standeswaldungen Rechnung getragen werden wird. 16.) Dem Antrag des Gemeindeamtes Gaschurn auf Ermässigung des Stockgeldes für den Brennholzmehrbezug von 2 nf wird nicht stattgegeben. 17.) Über Antrag des Gemeindeamtes Gaschurn wird der Rechnungsbetrag für das zur Garnehrabach-Wuhrung bezogene Standesholz ermässigt und zwar pro Festmeter auf S 4.—. 18.) Dem Ansuchen des Gemeindeamtes Gaschurn um grundsätzliche Stockgeldermässigung für den jährlichen Brennholzbedarf der Schule in Partenen kann nicht stattgegeben werden. 19.) Der freiwilligen Feuerwehr St. Anton i.M. wird über Ansuchen für die Anschaffung einer Motorfeuerspritze auf Rechnung des Montafoner Feuerversicherungsvereines ein Förderungsbeitrag von S 300.— bewilligt. 20. Nachstehenden Parteien wird über Ansuchen die Verkaufsbewilligung von Abbruchholz innerhalb der Talgrenzen erteilt unter der Voraussetzung, dass die Verwendung innerhalb Montafons sichergestellt ist: a Wwe. Elisabeth Dietrich/Gaschurn für 15 rm3 b Dietrich Johann/Vandans für ca. 20 rm3 c Bitschnau Franz Josef/Schruns Nr. 214 für 20 rm3 [-3-] 21.) Das Ansuchen des Ganahl Daniel/Schruns um kaufweise Überlassung von ca. 30 rm3 Abgangholz aus Silbertaler Standeswaldungen wird zwecks Einholung weiterer Informationen vertagt. 22.) Dem Ansuchen des Alois Marent/Tschagguns um Nachlass der Folgen einer Forstfrevelstrafe wird in Berücksichtigung der Verhältnisse des Bittstellers teilweise entsprochen. Die verhängte Geldstrafe ist zu bezahlen, der für 5 Jahre ausgesprochene Verlust des Holzbezugsrechtes wird ausnahmsweise auf 2 Jahre herabgesetzt. 23.) Der schriftliche Bericht des Forstbetriebsführers Herrn Ing. Hagek/ Bludenz über den Einschlag und die Evidenzrechnung pro 1936 der Montafoner Standeswaldungen, sowie über die Ausbeute von Nutz- und Brennholz im Berichtszeitraum wird mit Interesse zur Kenntnis genommen. 24.) Über Ansuchen wird der Gemeinde St. Gallenkirch die Bewilligung erteilt, aus dem Standesgrundbesitz Gp. 4250, 4239/1 Schotter und Steine in der Menge von 60 m3 zu entnehmen. Ende der Sitzung: 13 Uhr. [Unterschriften der Standesvertreter]
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19361229_SV StandMontafon 29.12.1936 24.05.2021, 11:39 [-1-] Zl. 1/5-Stand 1936 Niederschrift aufgenommen in der Kanzlei des Marktgemeindeamtes Schruns am Dienstag den 29. Dezember 1936 unter dem Vorsitze des Standesrepräsentanten Franz Wachter. Mit Einladungsschreiben vom 24. Dezember 1936 wurde auf heute vormittags 11 Uhr eine Standesvertretungssitzung anberaumt, zu welcher die Bürgermeister der Talgemeinden, bezw. zum Teil ihre Stellvertreter, in ihrer Eigenschaft als Standesvertreter von Montafon, mit Ausnahme des Vertreters der Gemeinde Stallehr, erschienen sind. Der Standesrepräsentant eröffnet um 11.15 Uhr die Sitzung und stellt die Beschlussfähigkeit fest. - Zur Beratung liegt vor die folgende Tagesordnung: 1) Vorlage der Voranschläge des Standes Montafon und des Forstfondes Montafon für das Haushaltsjahr 1937 zur Feststellung. 2) Genehmigung der Markenbriefe: Maisäss Grandau und Schoderwaldbesitz, Kat. Gemeinde St. Gallenkirch. 3) Bezirksschließstand Montafon in Schruns, Gesuch um Stockgeldnachlass für bezogenes Schindelholz. 4) Alpe Salonien/Vandans, Eingabe um Ermässigung des Kaufpreises für bezogenes Stallbauholz, Bericht hiezu zur Stellungnahme. 5) Ansuchen um Verkaufsbewilligung für Stallabbruchnolz: von a.) Anna Maria Bitschnau und Josef Egele/Vandans für 5-6 rm3, b) Pfefferkorn Ludwig/Partenen für 8-10 rm3. 6) Tagwerker Gottfried/Vandans, Anbot eines grösseren Privatwaldes. 7) Allfällige Besprechungen. Nach vorgenommener Beratung werden zu den Punkten der Tagesordnung gefasst die folgenden Beschlüsse: ad. 1) Die vom Standesrepräsentanten gemäss § 81 Abs. 2 ff Gem.Ordg. verfassten Voranschlage für das Erfordernis des Standes Montafon und des Forstfondes Montafon im Haushaltsjahr 1937 werden nach Kenntnisnahme festgestellt und genehmigt. ad. 2) Die Markenbriefe betreffend die Abgrenzung zwischen dem Waldeigentum des Standes Montafon(Forstfond) und dem Gemeinschaftseigentum der Maisässgemeinschaft Grandau, sowie dem Privateigentum des Josef Stocker (Schoderwaldbesitz), Kat. Gemeinde St. Gallenkirch werden in ihrem vollen Inhalte genehmigt. ad. 3) Dem Gesuch der Verwaltung des Bezirksschießstandes Montafon in Schruns um Nachlass des Stockgeldes für bezogenes Schindelholz kann aus prinzipiellen Gründen nicht Folge gegeben werden. Dagegen wird zu den nachgewiesenen Instandhaltungskosten ausnahmsweise ein Förderungsbeitrag von S 72,60 bewilligt. ad. 4) Mach Kenntnisnahme des Erhebungsberichtes zur Eingabe der Alpverwaltung Salonien/Vandans um Ermässigung des Kaufpreises für bezogenes Holz zum Alpstallbau wird festgestellt, dass ein Preisnachlass nicht gewährt wird. ad. 5) Folgende Ansuchen um Erteilung der Verkaufsbewilligung von Stallabbruchholz werden bewilligt: a) Anna Maria Bitschnau und Josef Egele/Vandans für 5-6 rm3 [-2-] b) Pfefferkorn Ludwig/Partenen für 8 - 10 rm3. Der Verkauf dieser Holzmengen darf nur innerhalb der Grenzen des Tales Montafon und zwar derart zu erfolgen, dass auch die Verwendung im Tale gewährleistet ist. ad. 6) Das Angebot des Gottfried Tagwerker/Vandans zur Erwerbung seines Privatwaldbesitzes durch den Stand Montafon (Forstfond) wurde einer eingehenden Prüfung unterzogen. Bis zum Einlangen des einzuholenden Gutachtens von Fachleuten über die Eignung dieses Privatwaldbesitzes für den Forstfond wird die Beschlussfassung ausgesetzt. Einvernehmlich wird gemäss § 34 Abs. 5 Ge. Odg. die Tagesordnung erweitert und die Dringlichkeit den folgenden zwei Punkten zuerkannt: 7.) Für die Erstellung eines Feuerweihers (Sammelbeckens) in der Parzelle Ausserbach, Kat.Gemeinde Gaschurn, wird ein Beitrag in Form von 4 fm3 Holz bewilligt. 8.) Das Gesuch im Ermässigung des Stockgeldes für Holzbezüge aus dem Garneratal, Kat.Gemeinde Gaschurn, kann aus grundsätzlichen Erwägungen nicht bewilligt werden. 9.) Die Niederschrift über die Sitzung vom 14. November 1936 wird einspruchslos genehmigt. Nach Erledigung der Tagesordnung dankt der Standesrepräsentant den Standesvertretern für die tatkräftige Mitarbeit im ablaufenden Jahr und schliesst die Sitzung mit den besten Neujahrswünschen an die Standesvertreter und an die Bevölkerung des Tales Montafon. Ende der Sitzung: 3/4 12 Uhr [Unterschriften der Standesvertreter]
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19361114_SV StandMontafon 14.11.1936 24.05.2021, 13:45 [-1-] Zl. 1/4-Stand 1936 Niederschrift aufgenommen in der Kanzlei des Marktgemeindeamtes Schruns am Samstag den 14. November 1936 unter dem Vorsitze des Standesrepräsentanten Franz Wachter. Mit Einladungsschreiben vom 11. November 1936 wurde auf heute 10 Uhr eine Standesvertretungssitzung anberaumt, zu welcher die Bürgermeister der Talgemeinden in ihrer Eigenschaft als Standesvertreter von Montafon, mit Ausnahme der Vertreter von Gaschurn und Lorüns, er schienen sind. Der Standesrepräsentant eröffnet um 10 Uhr die Sitzung und stellt die Beschlussfähigkeit fest. - Zur Beratung liegt vor die folgende Tagesordnung 1) Berichterstattung zur Angelegenheit Rindviehversicherungsverein des Standes Montafon. 2) Rechnungsabschluss des Montafoner Gemeindeblattes, Vorlage zur Genehmigung. 3) Vorlage eines Antrages des Gemeindetages St. Gallenkirch auf Überprüfung des Versicherungsbestandes des Feuerversicherungsvereines. 4) Juen Philipp/Bartholomäberg, Gesuch um Schlägerungs- und Bezugsbewilligung für 80 fm3 Nutzholz zum Wiederaufbau des abgebrannten Wohnhauses. 5) Tobelweg am Gampadelsbach/Tschagguns, Parteienansuchen um einen Erhaltungskostenbeitrag. 6) Geschwister Lentsch/Parthenen, Anregung eines Grundstücketausches in Partenen. 7) Genehmigung der Niederschrift der Sitzung vom 21. September 1936. 8) Freie Anfragen. Nach vorgenommener Beratung werden zu den Punkten der Tagesordnung gefasst die folgenden Beschlüsse: ad. 1) In vertraulich erklärter Sitzung wurde der ausführliche Bericht des Vorsitzenden zur Kenntnis genommen. ad. 2) Der Bericht des engeren Ausschusses über die Geschäftsgebarung des Montafoner Gemeindeblattes im abgelaufenen Verwaltungsjähr wird mit Befriedigung zur Kenntnis genommen und genehmigt. Der Verwaltung wird die Entlastung erteilt. ad. 3) gemäss dem Antrag des Gemeindetages von St. Gallenkirch wird die Überprüfung des Versicherungsbestandes des Montafoner Feuerversicherungsvereines nach § 37 der Satzungen angeordnet. Gleichzeitig ist das Einschätzungsregulativ einer Nachprüfung mit dem Ziel der allfälligen Ergänzung zu unterziehen. ad. 4) Dem Juen Philipp, Bartholomäberg-Innerberg wird zum Wiederaufbau des abgebrannten Hauses 80 fm3 Nutzholz aus Montafoner Standeswaldungen zum Bezuge bewilligt. ad.5) Zur Förderung der Instandsetzung des Tobelweges am Gampadelsbach in Tschagguns, der auch als Holzbringungsweg Verwendung findet, wird ein einmaliger Kostenbeitrag in der Höhe der Hälfte der Instandsetzungskosten bewilligt. [-2-] ad. 6) Der Anregung der Geschwister Lentsch/Partenen auf Abschluss eines Grundstückstausches mit dem Stand Montafon kann derzeit nicht näher getreten werden. ad. 7) Die Niederschrift der Sitzung vom 21. September 1936 wird einspruchslos genehmigt. ad 8.) Für den in Goldkronen festgesetzten Pachtzins für Ausnützung des Gipssteinbruches in St. Anton wird bis auf weiteres als Umrechnungsgrundlage die Goldkrone mit S 1,44 angenommen. Ende der Sitzung: [Unterschriften der Standesvertreter]
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19360921_SV StandMontafon 21.09.1936 24.05.2021, 13:08 [-1-] Zl. 1/3-Stand 1936 Niederschrift aufgenommen in der Kanzlei des Marktgemeindeamtes Schruns am Montag den 21. September 1936 unter dem Vorsitze des Standesrepräsentanten Franz Wachter. Mit Einladungsschreiben vom 18. September 1936 wurde auf heute mittags 13 Uhr eine Standesvertretungssitzung anberaumt, zu welcher die Bürgermeister der Talgemeinden in ihrer Eigenschaft als Standesvertreter von Montafon mit Ausnahme des Vertreters der Gemeinde Bartholomäberg, erschienen sind. Die Gemeinden Stallehr und Lorüns sind durch die 1. Gemeinderäte vertreten. Der Standesrepräsentant eröffnet um 13.30 Uhr, die Sitzung und stellt die Beschlussfähigkeit derselben fest. - Zur Beratung liegt vor die folgende Tagesordnung: Tagesordnung 1) Beratung über die Erwerbung eines Grundstückes in St. Gallenkirch durch den Forstfond des Standes Montafon. 2) Bestimmung der Bauaufsicht beim Bau der Grundbuchkanzlei in Schruns. 3) Heinrich Hueter/Hütte/Vandans, Gesuch um Schindelholzzuweisung. 4) Waldweg im Schattenwald Bartholomäberg - St. Anton, Ausbesserung schadhafter Stellen. 5) Essig Johann/Gaschurn, Gesuch um Holzzuweisung für eine Heubarge. 6) Freie Anfragen. Nach vorgenommener Beratung werden zu den Punkten der Tagesordnung gefasst folgende Beschlüsse: ad. 1) Die Erwerbung des Grundstückes Maisäss auf Innerneuberg "Maisässle" genannt durch den Forstfond des Standes Montafon, bestehend ans BP. 714, 715, Gp. 2763, 2764, 2765, 2766, Kat.Gemeinde St. Gallenkirch, wird nach Kenntnisnahme eines fachtechnischen Gutachtens beschlossen. Der Standesrepräsentant wird bevollmächtigt, bei der Versteigerung am 22. September 1936 diesen Beschluss zu vollziehen. ad. 2) Zur Durchführung der Bauaufsicht beim Anbau der Grundbuchkanzlei am Standesgebäude Nr 9 in Schruns wird der Standesrepräsentant ermächtigt. ad. 3) Über Ansuchen des Mandatars der Sektion Vorarlberg des D.&.Qe. A.V. in Schruns, Karl Borger/Schruns, wird zur Neueindeckung der Heinrich Hueter-Hütte (Kat. Gemeinde Vandans) der Bezug von ca. 8 fm3 Schindelholz aus Standeswaldungen in Vandans gegen Leistung des ortsüblichen Kaufpreises bewilligt. ad. 4) Nach dem Bericht des Revierforstwartes Christian Vallaster/ Bartholomäberg, ist der Holzbringungsweg im Schattenwald Bartholomäberg - St. Anton teilweise auszubessern. Hiezu wird ein fester Kostenbeitrag von S 60.-- bewilligt. ad. 5) Dem Ansuchen des Essig Johann/Gaschurn um Bezugsbewilligung, von 25 leichten Baustämmen zum Neuaufbau einer Heubarge auf GP. 915 (frühere BP. 164) gegen Stockgeldpreis-Entrichtung kann nicht stattgegeben werden. Das Bezugsrecht dieser Bauparzelle ist längst erloschen. Dagegen kann - ohne Aufleben des erloschenem Bezugsrechtes - gegen Leistung des ortsüblichen Kaufpreises bei Vorhandensein aus Abgangsbestanden das notwendige Nutzholz der Partei abgegeben werden. Ende der Sitzung: 14 Uhr. [Unterschrift der Standesvertreter]
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19360912_SV StandMontafon 12.09.1936 24.05.2021, 14:45 [-1-] Niederschrift aufgenommen in der Kanzlei des Marktgemeindeamtes Schruns am Samstag den 12. September 1936 unter dam Vorsitze des Standesrepräsentanten Franz Wachter. Mit Einladungsschreiben vom 8. September 1936 wurde auf heute vormittags 9 Uhr eine Standesvertretungssitzung anberaumt, zu welcher die Bürgermeister der Talgemeinden mit Ausnahme von Stallehr, Lorüns und Bartholomäberg erschienen sind, die Gemeinde Silbertal vertritt der 1. Gemeinderat. Die Bürgermeister von Bartholomäberg und Lorüns haben ihr Fehlen rechtzeitig begründet. Der Standesrepräsentant eröffnet um 9.30 h die Sitzung und erklärt deren Beschlussfähigkeit. - Zur Beratung liegt vor die folgende Tagesordnung: 1) Verlängerung des Kredites für den Forstfond Montafon per S 20.000.— bei der Spar- und Darlehenskasse in Schruns auf weitere 4 Jahre.2) Vergebung der Bauarbeiten für die Grundbuchkanzlei beim Bezirksgericht in Schruns, Vorlage der Offerte. 3) Ansuchen des Stocker Hermann/St. Gallenkirch um Bezugsbewilligung für 97.36 fm3 Nutzholz zum Wiederaufbau des abgebrannten Hauses Hr. 94. 4) Ansuchen des Reg.Rates Ernst Janner um Benützungsbewilligung eines unproduktiven Grundstreifens am Suggadinbach/St. Gallenkirch für Badezwecke. 5) Ansuchen des Dietrich Josef/Vandans um kaufweise Überlassung von Holz aus der Rellsstandeswaldung in Vandans. 6) Ansuchen des Schoder Josef/Vandans um Verkaufsbewilligung für ca. 25 rm3 Stallabbruchholz. 7) Ansuchen des Düngler Franz/St. Gallenkirch um Nachlass des Kaufpreises für bezogenes Lawinenholz. 8) Ansuchen des Mangeng Alois/Innertertholomäberg Hr. 9 um Gewährung einer Beihilfe aus Anlass von Lawinenschaden am Viehstall. 9) Freie Anfragen. Nach vorgenommener Beratung werden zu den Punkten der Tagesordnung gefasst die folgenden Beschlüsse: ad. 1) Der am 1. April 1936 abgelaufene Wirtschaftskredit für den Forstfond des Standes Montafon bei der Spar- und Darlehenskasse in Schruns wird auf weitere 4 Jahre verlängert. ad. 2) Die auf die Ausschreibung eingelangten, vom Standesrepräsentanten verschlossen überreichten 3 Offerte werden geöffnet und in ihren einzelnen Teilen genau durchgesehen. Das Angebot des Baumeisters Emil Büsch/Schruns wird angenommen, da es die preislich günstigsten Bedingungen bietet. - Dem Bauausführenden Baumeister Emil Büsch/Schruns wird im besonderen vorgeschrieben, nach Tunlichkeit nur einheimische Arbeitskräfte zu beschäftigten. Zur Begleichung der mit dem Anbau der Grundbuchskanzlei verbundenen Kosten wird bei der Spar- und Darlehenskasse in Schruns ein Kredit in der Höhe von S 12.000,— bewilligt. ad. 3) Dem Stocker Hermann/St. Gallenkirch Hr. 94 wird zum Wiederaufbau der abgebrannten Objekte der Bezug von 97,36 fm3 Nutzholz aus Montafoner Standeswaldungen bewilligt. [-2-] ad. 4) Dem Reg.Rat Ernst Janner/St. Gallenkirch-Gampabing wird die Bewilligung zur Benützung eines unproduktiven Grundstreifens am Suggadinbach (Eigentum des Standes Montafon-Forstfond) für Badezwecke gegen Leistung eines jährlichen Anerkennungszinses von S 1- bis auf weiteres erteilt. ad. 5) Dem Josef Dietrich/Vandans ist in Beantwortung seines Ansuchens mitzuteilen, dass der Stand Montafon-Forstfond derzeit kein stehendes Holz aus den Rellswaldungan verkauft. ad. 6) Dem Josef Schoder/Vandans wird die Bewilligung erteilt, ca. 25 rm3 Stallabbruchholz innerhalb der Grenzen des Tales Montafon verkaufen zu dürfen. ad. 7) In Rücksichtnahme auf die Gesuchsangaben an wird dem Franz Düngler /St. Gallenkirch an der Rechnung für bezogenes Lawinenholz ein Nachlass genährt. Die volle Abschreibung des Rechnungsbetrages wird abgelehnt. ad. 8) Aus Anlass einer schweren Stallbeschädigung durch Lawinen wird dm Bauern Alois Mangeng/Innerbartholomäberg Nr. 9 eine Beihilfe von S 25.-- zu den Ausgaben des Holzbezuges gewährt. Gemäss § 54 Abs. 5 der Gemeindeordnung (Text 1925) wird die Tagesordnung einvernehmlich erweitert wie folgt: 9.) Zu dem projektierten Holzbringungsweg im Kluser- und Harzenwald/Gaschurn in einer Länge von ca. 1500 lf.m wird ein vorläufige Kostenbetrag von S 500.-- bewilligt. Es ist hiemit die Hälfte des Weges zu erstellen. Die Ausführung der Arbeiten wird dem Revierforstwart Rudolf Wittwer/Gaschurn übertragen. 10.) Dem Ansuchen des Richard Engetler/Schruns Nr. 50 um Verlängerung der Verwendungsfrist für bezogenes Standesnutzholz wird gemäss § 7 Abs. 3 teilweise entsprochen. Das Sezugsholz hat innerhalb 2 Jahren seiner Bestimmung zugeführt zu werden, sonst fällt es an den Stand Montafon (Forstfond) entschädigungslos zurück. Das Holz ist vor Witterungseinflüssen zweckmassig und verlässlich zu schützen. 11.) Der Markenbrief Über den Verlauf der Eigentumsgrenzen zwischen dem Stand Montafon (Forstfond) und der Alpe Großvermunt im Eigentum der Gemeinde Galtür, Kat.Gemeinde Gaschurn, wird vollinhaltlich genehmigt. 12.) Eingabe des Hugo Mangard/St. Gallenkirch um Zulassung zur Forstpraxis wird zur Kenntnis genommen. Der Standesrepräsentant wird ermächtigt, im Bedarfsfalle Mangard als Gehilfe beizuziehen. 13.) Dem Josef Vallaster/St. Gallenkirch-Gortipohl Nr. 90 ist das zum Wiederaufbau des abgebrannten Hauses notwendige Nutzholz aus Standeswaldungen abzugeben. Mit der Einzelndurchführung dieses Beschlusses wird der Standesrepräsentant beauftragt. 14.) Der Bericht des Standesrepräsentanten über den vorgekommenen Einbruch am 30./31. Juli 1936 in der Gemeindekanzlei Schruns wird zur Kenntnis genommen. An dem erlittenen Schaden und den mit der Kassenreparatur etc. entstehenden Kosten nimmt der Stand Montafon zur Hälfte teil. 15.) Der Standesvertreter Bürgermeister Kessler/Gaschurn wird ermächtigt, mit den in Frage kommenden Grundeigentümern wegen Lawinenverbauung im Älplerzug/Gaschurn Verhandlungen zu pflegen. 16.) Die Verhandlungsschrift vom 29. Mai 1936 wird genehmigt und unterzeichnet. Ende der Sitzung: 11.45 Uhr [Unterschrift der Standesvertreter]
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19360529_SV StandMontafon 29.05.1936 24.05.2021, 13:20 [-1-] Zl. 1/1-Stand 1936 Niederschrift aufgenommen in der Kanzlei des Marktgemeindeamtes Schruns am Freitag den 29. Mai 1936 unter dem Vorsitz des Herrn Standesrepräsentanten Franz Wachter. Mit Einladung vom 29. Mai 1936 wurde auf heute, Freitag den 29. Mai 1936, vormittags, 9 Uhr, eine Standesvertretungssitzung anberaumt, zu welcher 8 Standesvertreter erschienen sind. Das Fernbleiben hat entschuldigt der Vertreter der Gemeinde Bartholomäberg. Nicht anwesend war weiter der Vertreter der Gemeinde Stallehr. Nach Eröffnung der Sitzung und dem Erklären der Beschlussfähigkeit durch den Herrn Vorsitzenden wird die Niederschrift der letzten Sitzung vom 31. Dezember 1935 in Vorlage gebracht, genehmigt und unterzeichnet. - Erinnerungen wurden keine vorgebracht. Nach Beratung der vorliegenden Tagesordnung werden gefasst folgende Beschlüsse: 1.) Die Rechnungen des Standes Montafon, des Forstfondes Montafon und des Montafoner Feuerversicherungsvereines für das abgelaufene Haushaltsjahr 1935, sowie der über die Revision am 23. April 1936 verfasste Bericht werden zur Kenntnis genommen und genehmigt. Dem Rechnungsleger und der Verwaltung wird die volle Entlastung erteilt. 2.) Der Voranschlag für die Erfordernisse des Standes Montafon und des Forstfondes Montafon im Haushaltsjahr 1936 wird nach eingehender Beratung genehmigt. 3.) Gemäss dem Sitzungsbeschluss vom 31.12.1935, Pkt. 5 hat der Vorsitzende Vorerhebungen über die Vermehrung der Amtsräume beim Bezirksgericht Montafon in Schruns für die Unterbringung der Grundbücher der Talgemeinden durchgeführt und eine planliche Darstellung der Neuanlage mit Kostenberechnung eingeholt. Die Verwirklichung der Raumgewinnung setzt die Erwerbung eines Grundstreifens an der nördlichen Seite des Bezirksgerichtsgebäudes Hs.Nr. 9 in Schruns voraus, da neue zweckmässige Amtsräume durch eine Änderung der räumlichen Einteilung des Hauses selbst nicht gewonnen werden können. - Nach vorgenommener Besichtigung der örtlichen Verhältnisse werden mit dem Vertreter der anstossenden Grundeigentümerin Frau Witwe Anna Stemer die Ankaufsverhandlungen geführt. Die Standesvertretung einigt sich mit dem Vertreter der Grundeigentümerin auf den Ankauf des zur Ausführung eines Anbaues notwendigen Grundstreifens um den Preis von S 22,50 pro m2. Die Erstellung eines zweckmässigen Anbaues auf dem angekauften Grundstreifen wird grundsätzlich beschlossen. Der Standesrepräsentant erhält hiemit gleichzeitig Vollmacht, Detailpläne verfassen zu lassen und die Bauausführung auszuschreiben. Die einlangenden Bauausführungs-Anbote sind sodann der Standesvertretung vorzulegen. die das ihr genehme Anbot auswählen und die Bauausführung vergeben wird. 4.) Nach Kenntnisnahme eines ausführlichen Angebotes über die Anfertigung eines Archivschrankes zur übersichtlichen Aufbewahrung der Urkunden und Behelfe der Standesverwaltung Montafon (Stand, Forstfond, Feuerversicherungsverein, etc.) wird der Vorsitzende bevollmächtigt, den Auftrag zur Anfertigung eines solchen Schrankes zu erteilen. Die Kosten sind gleichzeitig auf die 3 Anstalten aufzuteilen. 5.) Zur vollkommenen Bewirtschaftung der Standesalpe Valisera/St. Gallenkirch ist der Neubau eines Alpstalles notwendig. Für die Durchführung dieser Bauführung hat ein Unterausschuss besorgt zu sein, dem unter dem Vorsitz des Herrn Standesrepräsentanten angehören die Herren Standesvertreter und Bürgermeister Schapler/Vandans, Netzer/St. Gallenkirch und Kessler/Gaschurn. [-2-] 6.) Dem Markenbrief betreffend die Festlegung der Grenzen zwischen dem Weideeigentum der Alpe Vorderkapell und dem Grundeigentum, des Standes Montafon(Forstfond), Kat.Gemeinde Schruns, wird nach Kenntnisnahme eines erläuternden Berichtes des Vorsitzenden die Genehmigung erteilt. 7.) Dem Ansuchen der Buchdruckerei L. Sausgruber Nachf./Feldkirch um Erhöhung der Druckpreistarife für das Montafoner Gemeindeblatt um 5% mit Rücksicht auf die sehr grosse Erhöhung der Papierpreise wird stattgegeben. 8.) Der vorliegende Entwurf eines Servitutsübereinkommens betreffend den Quellwasserbezug aus dem Standeseigentum im Verbrennten-Vergalden, Kat. Gemeinde St. Gallenkirch, befriedigt die Standesvertretung nicht; er wird abgelehnt. Dem Standesrepräsentanten werden Weisungen über die Ergänzung des Servituts Vertrages erteilt. Der Vertrag ist sodann neuerlich zur Genehmigung vorzulegen. 9.) Dem Konzett Josef/Tschagguns Hs.Nr. 227 werden zum Wiederaufbau der abgebrannten Maisässgebäude auf Manuef/Tschagguns in teilweiser Bewilligung seines Ansuchens und nach Anhörung der Gemeindeholzkommission 40 fm3 Rundholz aus Standeswaldungen bewilligt. Die Restmenge hat der Gesuchssteller aus der Privatwaldung zu entnehmen. 10.) Das Ansuchen des Mangeng Alois/Inner-Bartholomäberg Nr. 9 um Nachlass des Stockgeldes für bezogenes Nutzholz zum Wiederaufbau des durch Lawinen zerstörten Viehstallea wird abgelehnt. 11.) Dem Ansuchen der Alpe Vorderkapell, Kat.Gemeinde Schruns, um Bezugsbewilligung für ca. 56 für Nutzholz zum Neubau eines Alpstalles kann nicht Folge gegeben werden. Dagegen ist die Standesvertretung bereit, gegen Leistung des ortsüblichen Kaufpreises jene Menge Nutzholz aus Standeswaldungen für den gedachten Zweck zum Bezuge zu bewilligen, die aus Eigenwaldbeständen der Alpe nicht aufgebracht werden kann. 12.) Nach Entgegennahme eines Berichtes des zuständigen Forstwartes wird der Frau Katharina Wwe. Bitschnau/St. Anton die Frist zur bestimmungsgemäßen Verwendung von Standesholz nochmals und zwar für die Dauer eines Jahres verlängert. 13.) Über Ansuchen und nach Entgegennahme eines Berichtes des zuständigen Forstwartes wird dem Siegfried Würbel/St. Anton die Frist zur bestimmungsgemässen Verwendung von Standesholz nochmals und zwar für die Dauer eines Jahres verlängert. 14.) Das Gesuch der Expositur Inner-Bartholomäberg, um Umtausch- und Verkaufsbewilligung für bezogenes Standesholz(Schindelholz) gegen Ankauf von Lärchenschindeln bestimmt für die Neubedachung der Kirche Innerberg, wird ausnahmsweise bewilligt. 15.) Die Entscheidung über das Begehren des Rudolf Wittwer Hs.Nr. 26 und Genossen/Gaschurn nach Teilnahme des Standes Montafon(Forstfond) an den Erhaltungskosten des Valschevieltalweges wird vertagt. Die Partei hat der Standesvertretung eine genaue Aufstellung der diesbezüglich im Jahre 1935 erwachsenen Unkosten vorzulegen. 16.) Folgenden 4 Parteien wird über Ansuchen die Bewilligung, erteilt, innerhalb der Grenzen des Tales Montafon Stallabbruchholz und Abfallholz zu verkaufen, wenn die Verwendung im Tale sichergestellt ist: Galehr Emil, Vandans, für 10 rm3 Stallabbruchholz, Netzer Alois, Vandans, für 10 rm3 Stallabbruchholz, Schnetzer Anton, Schruns, für ca. 8 rm3 Stallabbruchholz, Loretz Josef/Tschagguns Nr. 170, für 10 rm3 Schwartenholz. 17.) Das Ansuchen des Verkehrsvereines Gargellen um kostenlose Überlassung von Sägeholz zur Herstellung von Bänken etc. wird abgelehnt. Die Unterstützung der Verkehrsvereine ist Gemeindesache. 18.) Folgende Ansuchen um kaufweise Überlassung von Brenn(Nutz)holz werden unter der Voraussetzung bewilligt, dass das Bezugsrecht der Eingeforsteten nicht beeinträchtigt wird: Wittwer Bernhard/Gaschurn, 10 rm3 Abgangholz für Heizzwecke der Heilbronnerhütte aus dem sogenannten "Oberen Wald", Gaschurn. [-3-] Zollwachabteilung Gaschurn, Brennholz aus Abgangbeständen im sogen. "Fengatobel" und beim Garnerasee. Vallaster Claudia/Grargellen, ca. 30 fms Nutzholz aus Lawinenholzbeständen im Gargellental, soferne solches noch zur Abgabe bereit steht. 19.) Der Bericht des Vorsitzenden über die Möglichkeit des Verkaufes der Lawinenholzbestände 1935 aus Silbertaler Standeswaldungen wird zustimmend zur Kenntnis genommen. Das auf dem Lendeplatz in Schruns gelagerte Holz wird aus diesem Anlass einer Besichtigung durch die Standesvertretung unterzogen. 20.) Das Ansuchen des Müller Eugen/Bürs um Gestattung der Errichtung und des Betriebes einer Latschenkieferölbrennerei in Silbertal wird vertagt. 21.) Ein Ansuchen um Gewährung eines Kostenbeitrages zur Sammlung der Wappen des Landes Vorarlberg wird abgelehnt. 22.) Über Anregung des Standesvertreters Herrn Bürgermeisters Netzer/ St. Gallenkirch wird Beschlossen, die Frage der Beiziehung von Gemeindeorganen anlässlich der allgemeinen Holzauszeigen einer neuen Prüfung zu unterziehen. Bis zur nächsten Sitzung sind die erforderlichen Vorarbeiten zu leisten. 23.) Dem Ersuchen des Standesvertreters Herrn Bürgermeister Kessler/Gaschurn entsprechend wird beschlossen, die Frage der Verlängerung der Holzbringungs- und Waldwege im "Kluser- und Harzenwald", Kat. Gemeinde Gaschurn, zur Beratung auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung zu nehmen. Der Erstellung eines ca. 100 m langen Waldweges im Revier Ausser-Gops. Kat.Gemeinde Gaschurn, wird zugestimmt, wenn die Interessenten die Hälfte der erwachsenden Kosten tragen. 24.) Die Anregung des Standesvertreters Herrn Bürgermeister Brugger/Silbertal aufnehmend wird beschlossen, bis zur nächsten Sitzung sorgfältige Vorarbeiten zur Frage der Förderung der Arbeitsbeschaffung im Tale Montafon zu leisten. Ende der Sitzung: 3/4 2 Uhr. [Unterschrift der Standesvertreter]
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19351231_SV StandMontafon 31.12.1936 24.05.2021, 13:26 [-1-] Zl. 2/6-Stand 1935 Niederschrift aufgenommen in der Kanzlei des Marktgemeindeamtes Schruns am Dienstag den 31. Dezember 1935 unter dem Vorsitz des Herrn Standesrepräsentanten Franz Wachter Mit Einladung vom 26. Dezember 1935 Zl. 1/6-Stand 1935 wurde auf heute, Dienstag den 31. Dezember 1935, vormittags 10 Uhr eine Standesvertretungssitzung anberaumt, zu welcher 7 Standesvertreter erschienen sind. Ihr Fernbleiben haben entschuldigt die Vertreter der Gemeinden Lorüns und Gaschurn, nicht anwesend war weiter der Vertreter der Gemeinde Stallehr. Nach Eröffnung der Sitzung und dem Erklären der Beschlussfähigkeit durch den Herrn Vorsitzenden wird die Niederschrift der letzten Sitzung vom 30. November 1935 in Vorlage gebracht. Die Genehmigung und Unterzeichnung geschieht ohne vorherige Verlesung, da jede Gemeinde bereits mit einer Durchschrift zum Amtsgebrauch beteilt wurde, der Sitzungsbericht im Montafoner Gemeindeblatt erschienen ist und daher die Herren Standesvertreter vom Inhalt Kenntnis besitzen.- Erinnerungen wurden keine vorgebracht. Nach Beratung der vorliegenden Tagesordnung werden gefasst folgende Beschlüsse: 1.) Die Wiederaufnahme der Tätigkeit des Rindviehversicherungsvereines des Standes Montafon ist grundsätzlich einzuleiten. Die Vorbereitungen hiezu erfordern eine längere Zeit, sie sind mit aller Gründlichkeit zu treffen, um zum Einschätzungstermin im Herbst 1936 die Vereinstätigkeit in vollem Umfang und mit der Gewissheit absoluten Erfolges aufnehmen zu können. - Da das seinerzeit vorhandene Vereinsvermögen von mehr als einer halben Million Kronen völlig entwertet ist, wird der Eröffnung eines Kredites von S 10.000.-- beim Spar- und Darlehenskassenverein für Montafon in Schruns für die prompte Anfangserfüllung der Vereinsaufgaben zugestimmt. Um Genehmigung dieses Beschlusses ist hinsichtlich der Kreditaufnahme bei der Vorarlberger Landeshauptmannschaft in Bregenz anzusuchen. 2.) Der Herr Vorsitzende erstattet einen abschliessenden Bericht über die letzten Verhandlungen zur Bereinigung der mit dem Niedergehen der Batmundlawine in St. Gallenkirch entstandenen Fragen. In diesem Zusammenhang werden verlesen und genehmigt das Erinnerungsprotokoll vom 3. Dezember 1935, der Endbericht der Bauleitung für Wildbachverbauung Bludenz vom 17. Dezember 1935 Zl. 43/28 und die Verhandlungsschrift vom 28. Dezember 1935 betreffend das getroffene Abkommen zwischen dem Stand Montafon(Forstfond), den übrigen geschädigten Waldeigentümern und den geschädigten Grundeigentümern. In Verbindung mit der endgültigen Bereinigung der Schäden der Batmundlawine wird die erfolgte Angabe von Nutzholz an Erwin Mathies zur Wiederherstellung des zerstörten Stalles aus dem Lawinenholz nachträglich genehmigt. Das zugewiesene Holz fand zur Gänze bei der Wiederherstellung des zerstörten Objektes im seinerzeitigen Umfang Verwendung. Die Holzabgabe an Franz Düngler aus Beständen des Lawinenholzes zur Ausbesserung der durch die Lawine beschädigten Objekte wird ebenfalls nachträglich genehmigt. Für jene Nutzholzmenge, die über den Bedarf der Ausbesserungsarbeiten hinaus von Franz Düngler verwendet wurde, hat derselbe den üblichen Kaufpreis zu entrichten. Damit ist für den Stand Montafon(Forstfond) die Angelegenheit "Batmundlawine St. Gallenkirch" endgültig abgeschlossen. [-2-] 3.) Die Niederschrift vom 27. November 1935 über das Ergebnis der Begehung im Standeswald St. Anton betreffend die Freihaltung der Starkstromleitung der Vorarlberger Landeselektrizitätsaktiengesellschaft Gampadelswerk wird zustimmend zur Kenntnis genommen. 4.) Dem Franz Bitschnau/Tschagguns Nr. 220 wird über Ansuchen die Bewilligung erteilt, innerhalb der Grenzen des Tales Montafon 16 rm3 Stallabbruchholz verkaufen zu dürfen. 5.) Durch die fortschreitende Anlage des Grundbuches in den Gemeinden des Tales Montafon werden die Amtsräume beim Bezirksgericht in Schruns (Standesgebäude Nr. 9) zu klein. Im Interesse der Talschaft Montafon erklärt sich die Standesvertretung grundsätzlich bereit, die in Betracht kommenden Amtsräume zweckmässig in einer Form umbauen zu lassen, dass sie den Anforderungen zur Unterbringung der Grundbücher des Tales Montafon zu entsprechen vermögen. Die notwendigen Vorarbeiten (Verfassung von Plänen und Ertellung des Kostenvoranschlages) sind vom Herrn Standesrepräsentanten zu leisten, das Ergebnis derselben ist sodann für eine endgültige Beschlussfassung der Standesvertretung vorzulegen. 6.) Die Behandlung eines Parteienansuchens um kaufweise Überlassung von ca. 50 fm3 Weisstannenholz ist gegenstandslos geworden. [Unterschrift der Standesvertreter]
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19351130_SV StandMontafon 30.11.1935 24.05.2021, 12:35 [-1-] Zl.2/5-Stand 1935. Niederschrift aufgenommen in der Kanzlei des Marktgemeindeamtes Schruns am Samstag den 30. November 1935 unter dem Vorsitz des Herrn Standesrepräsentanten Franz Wachter Mit Einladung vom 26. November Zl. 1/5-Stand 1935 wurde auf heute, Samstag den 30. November 1935, vormittags 10 Uhr eine StandesvertretungsSitzung anberaumt, zu welcher 8 Standesvertreter erschienen sind. Die Vertreter der Gemeinden Lorüns und Stallehr waren nicht anwesend. Nach Eröffnung der Sitzung und dem Erklären der BeSchlussfähigkeit durch den Herrn Vorsitzenden wird die Niederschrift der letzten Sitzung vom 4. September 1935 in Vorlage gebracht. Die Genehmigung und Unterzeichnung geschieht ohne vorherige Verlesung, da jede Gemeinde bereits mit einer Durchschrift zum Amtsgebrauch beteilt wurde, der Sitzungsbericht im Montafoner Gemeindeblatt erschienen ist und daher die Herren Standesvertreter vom Inhalt Kenntnis besitzen. - Einwendungen wurden keine vorgebracht. Sodann wird in die Beratung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen. Gefasst werden folgende Beschlüsse: 1.) Der vom engeren Verwaltungsausschuss vorgelegte Geschäftsbericht mit den enthaltenen Anträgen über das Jahr 1935 des Montafoner Gemeindeblattes wird mit Befriedigung zur Kenntnis genommen und genehmigt. Der Verwaltung wird die Entlastung erteilt. 2.) Der provisorische Waldaufseher für den Aufsichtsbezirk II Gaschurn (Partenen) Herr Erich Dich in Partenen wird über Ansuchen definitiv als Waldaufseher des Standes Montafon(Forstfond) angestellt. 3.) Über Aufforderung des Bundeskanzleramtes wird die Wiederaufnahme der Tätigkeit des Rindviehversicherungsvereines des Standes Montafon beraten. Eine Beschlussfassung hierüber wird bis zur nächsten Sitzung ausgesetzt, damit die Herren Standesvertreter mit den Viehbesitzern ihrer Gemeinden in nähere Fühlung treten können. Die beschlussfassende Sitzung wird noch in diesem Jahre stattfinden. 4.) Der Alpverwaltung Röbi in St. Gallenkirch (Gemeindeamt Bürserberg) ist auf das Ansuchen um Zuerkennung der Regulierung des Holzbezugs rechtes dieser Alpe der folgende Beschluss mitzuteilen: Das normale Holzbezugsrecht aus Montafoner Standes Waldungen für die Instandhaltung der alten Alpgebäulichkeiten und für die Hälfte des neu erbauten Alpstalles am Staffel, sowie das für den Alpbedarf notwendige Brennholz wird insoweit als zu Recht bestehend anerkannt, als die Bedarfsdeckung aus den Eigenwaldungen der Alpgemeinschaft nicht möglich ist. 5.) Das Ansuchen des Gemeindeamtes Gaschurn um Fortsetzung der Waldwegerstellung im Kluserwald wird vertagt. Es sind die Erfolge bei der Erstellung des Schattenwaldweges in Bartholomäberg zu beobachten. Zur Sache ist im kommenden Frühjahr neu Stellung zu nehmen. 6.) Im Sinne des Beschlusses vom 4.9.1935, Pkt. 10 b wird nach Entgegennahme eines Berichtes des Herrn Standesvertreter Kessler/Bartnolomäberg grundsätzlich der Erbauung einer Teilstrecke des Schattenwaldes in Bartholomäberg durch das dortige geschlossene Arbeitslager zugestimmt. Die hiezu notwendigen Baukosten werden bewilligt. 7.) Über Ansuchen des Gemeindeamtes St. Gallenkirch werden die für die Linienführung des Güterweges Gargellen und zwar für die Teilstrecke Klehenztobelbrücke bis Reutehorn notwendigen Grundflächen aus dem Standeseigentum GP.Nr. 4244/2 und 4248 kostenlos beigestellt. Das durch [-2-] die Linienfreistellung anfallende Standesholz wird zum Teil der Gemeinde St. Gallenkirch für den Bau eines Parzellenschulhauses gegen Leistung des einfachen Stockgeldes, zum Teil der Bauleitung des Güterweges Gargellen für Zwecke der Güterweganlage überlassen. Das für den Güterweg in Verwendung zu nehmende Holz ist zu bewerten und dem Stand Montafon(Forstfond) als Interessentenleistung am Wegbau gutzuschreiben. Bei der Freistellung der Weglinie durch den Standeswald ist mit möglichster Schonung der angrenzenden Waldbestande vorzugehen. 8.) Aus den ausführlichen Gründen des Ansuchens wird der Gemeinde St. Gallenkirch für den ausserterminlichen Bezug von Schindelholz aus Standeswaldungen zur Erneuerung der Bedachung von Gemeindegebäuden ausnahmsweise der einfache Stockgeldpreis zu berechnen. 9.) Über Ansuchen wird zur Erneuerung der Bedachung einer Kapelle in Bartholomäberg der Bezug eines Schindel Stammes bewilligten dem zu berechnenden Stockgeld wird ein Nachlass von S 5.— ausnahmsweise gewährt. 10.) Dem Josef Schoder, Vandans Hs.Nr. 30, wird über Ansuchen zum Wiederaufbau des am 24. Oktober 1935 abgebrannten Stalles das erforderliche Nutzholz im Ausmass von 51 fm3 (Schnittmaß) aus Montafoner Standeswaldungen zum Bezuge bewilligt. 11.) Zur Umgestaltung des Spritzenhauses der freiwilligen Feuerwehr Landschau/Tschagguns wird über Ansuchen der Bezug von 11 fm3 Nutzholz aus Montafoner Standeswaldungen bewilligt. Der Befreiung vom Stockgeld kann aus prinzipiellen Gründen nicht stattgegeben werden. 12.) Dem Tschabrun Franz Josef/Vandans wird über Ansuchen zur Vergrösserung des Rellshauses aus Abgangholzbeständen der Bezug von 25 Fm3 Nutzholz gegen Berechnung eines ermässigten Kaufpreises bewilligt. 13.) Über Ansuchen wird dem Bernhard Salzgeber/Tschagguns Nr. 240 die Bewilligung erteilt, ca. 15 fm3 Stallabbruchholz innerhalb der Grenzen des Tales Montafon verkaufen zu können. 14.) Der Übertragung des Holzbezugsrechtes des Maisäss-Stalles Bp. 239/31 auf Ganeu/Gemeinde Gaschurn, Eigentum des Wittwer Christian, vom bisherigen Bauplatz an einen lawinensicheren Ort, wird über Ansuchen zugestimmt. 15.) Die von der Grenzrichtigstellungskommission vorgelegten Markenbriefe betreffend die Festlegung der Eigentumsgrenzen zwischen dem Eigentum des Forstfondes Montafon und der Sektion Lindau des D.&.Oe. Alpenvereines (Lindauerhütte) in Tschagguns, der Frau Sigrid Ritter geb. Albrich auf Maisäss Unterröbi in St. Gallenkirch, dann dem Maisäss Unter- und Ober-Netzen, dem Privatwaldbesitzer Martin Kasper, der Allmein Inner-Hüttenberg, der Allmein Ausser-Hüttenberg, der Allmein Joniberg, der Allmein Hottis, der Allmein Gortipohl und des Maisäss Montiell, alle in St. Gallenkirch gelegen - werden vollinhaltlich zur Kenntnis genommen, genehmigt und für verbindlich erklärt. - Um die Bestätigung dieses Beschlusses durch die Landeshauptmannschaft Bregenz ist anzusuchen. 16.) Zum Rückkauf der Gp. 1446, E.Zl. 311 des Grundbuches Silbertal, im Eigentum der Peter Peter Erben in Schruns, wird der Standesrepräsentanz hiemit Vertragsvollmacht erteilt. 17.) Das Ansuchen des Gottlieb Schoder und Genossen in Vandans um Verzichtleistung des Standes Montafon auf das Holzdienstbarkeitsrecht in den Gp.Nr. 2118, 2002 und 1003 wird neuerlich vertagt. 18.) Über mündliches Vorhaltungen ist der Alpverwaltung Salonien (Gemeinde Bürs) mitzuteilen, dass sie aus dem durch die Nutzholzausformung für den neu zu bauenden Alpstall angefallenen Brennholz eine Teilmenge von 150 rm3 zur Deckung des Brennholzbedarfes der Alpe zu Übernehmen hat. Die verbleibende Restmenge wird anderen Bezugsberechtigten angewiesen. [-3-] Das zur Verstärkung des Alpstalles auf der Unteralpe Salonien von der Alpverwaltung zum Bezuge aus Standeswaldungen erbetene Holzquantum von ca. 30 fm3 (waldkantig) wird unter der Bedingung bewilligt, dass für diesen Holzbezug das einfache Stockgeld bezahlt wird. Sollte die Alpverwaltung dieser Vorschreibung nicht zustimmen, so bleibt es ihrbei der nur zu begrüssenden Schonung der Standeswaldungen - unbenommen, diesen Holzbedarf aus der Eigenwaldung der Alpe Salonien zu decken. 19.) Dem Jagdpächter Direktor A. Bloch wird zur Erstellung einer Jagdhütte im Gargellental-Valisera in der Gp.Nr. 4417 ein Bauplatz im Ausmass von ca. 100 m2 gegen Leistung eines jährlichen Pachtbetrages von S 10.-- (zehn) bis auf weiteres überlassen. 20.) Auf eine Anfrage des Herrn Standesvertreter Kessler/Bartholomäberg betreffend die Beteiligung der Gemeinde Bartholomäberg im Verbande der Gemeinden des Montafoner Gemeindeblattes wird festgestellt, dass gegen diese Beteiligung ab 1. Jänner 1936 unter der Voraussetzung der Anerkennung der bestehenden Satzungen und der Beteiligung an der Geschäftsgebarung ab diesem Zeitpunkt keine Einwendung zu erheben ist. Dieser geplante Beitritt ist, belegt durch einen rechtskräftigen Gemeindetagbeschluss, aus dem die Annahme der gestellten Bedingungen verbindlich ersichtlich ist, vom Gemeindeamt Bartholomäberg zu beantragen. Die Standesvertretung wird sodann zu diesem Antrag beschlussmässig Stellung nehmen. 21.) Zur Ausbesserung des Mansauraweges/Vandans ist der Stand Montafon (Forstfond) bereit, einen Beitrag zu gewähren, wenn die Interessenten ihrerseits sich ebenfalls und zwar ausnahmslos an der Instandsetzung beteiligen. 22.) Der im Zuge der Erstellung des Güterweges Ganeu/Gaschurn notwendigen Inanspruchnahme vom Grundeigentum des Standes Montafon (Forstfond) wird zugestimmt. Die notwendig werdende Linienfreistellung durch Entfernung von ca. 10 Fichten ist mit grösster Schonung des Waldbestandes durchzuführen. 23.) Die aus Gründen der Ordnung beim Bezüge von Servitutsholz bisher eingehaltene alte Übung, die hiemit als Rechtsgrundlage neu bestätigt wird, ist den Standesbürgern neuerlich in Erinnerung zu bringen, um Unstimmigkeiten möglichst zu vermeiden. Sie lautet: "Jeder Bezugsberechtigte, der Holzlosnummern bezieht oder über Ersuchen zugeteilt erhält (gleichgültig ob für Brenn- oder Nutzholz) und das zugewiesene Holz aus irgend einem Grunde nicht auf rüstet, hat bis Jahresende (Kalenderjahr) die erhaltenen oder zugeteilten Losnummern an die Ausgabestelle zurückzugeben. Andernfalls hat der Bezugsberechtigte das für den zugeteilten Holzbezug zu berechnende Stockgeld zu bezahlen. Gefälltes Nutzholz, das für die zugedachte Bestimmung nicht verwendbar ist, muss der Bezugsberechtigte im Walde liegen und sofort durch den zuständigen Revierforstwart besichtigen lassen. Im Falle begründeter Beschwerde ist dem Bezugsberechtigten geeigneter Ersatz auszuzeigen und anzuweisen. - Bezugsberechtigte, die diese Vorschriften nicht oder nicht rechtzeitig beachten, verlieren den Anspruch auf berücksichtigende Behandlung. Der Standesrepräsentant: [Unterschriften der Standesvertreter]
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19350904_SV StandMontafon 04.09.1935 24.05.2021, 11:43 [-1-] Zl. 2/4-Stand 1935 Niederschrift aufgenommen in der Kanzlei des Marktgemeindeamtes Schruns am Mittwoch den 4. September 1935 unter dem Vorsitz des Herrn Standesrepräsentanten Franz Wachter Mit Einladung vom 30. August 1955 Zl. 1/4-Stand 1935 wurde auf heute, Mittwoch den 4. September 1935, vormittags 9 Uhr, eine Standesvertretungssitzung anberaumt, zu welcher 8 Standesvertreter erschienen sind. Die Vertreter der Gemeinden Lorüns und Stallehr waren nicht anwesend. Nach Eröffnung der Sitzung und dem Erklären der Beschlussfähigkeit durch den Herrn Vorsitzenden wird die Niederschrift der letzten Sitzung vom 28. Juni 1935 in Vorlage gebracht. Die Genehmigung und Unterzeichnung geschieht ohne vorherige Verlesung, da jede Gemeinde bereits mit einer Durchschrift zum Amtsgebrauche beteilt wurde, der Sitzungsbericht im Montafoner Gemeindeblatt erschienen ist und daher die Herren Standesvertreter vom Inhalt Kenntnis besitzen. - Einwendungen wurden keine vorgebracht. Sodann wird in Beratung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen. Gefasst werden folgende Beschlüsse: 1.) Der Kurrendalbeschluss vom 3. August 1935 betreffend den Ankauf des Privatwaldes GP.Nr. 2718 in St. Gallenkirch-Gamaping, bisher Eigentum des Herrn Josef Pfeifer, Baumeister in Schruns, durch den Stand Montafon (Forstfond) wird bestätigt. 2.) Über neuerliches Ansuchen wird der Alpe Salonien/Vandans (im Eigentum der Gemeinde Bürs) zur Ermöglichung des Baues eines Alpstalles das erforderliche Nutzholz im Ausmass von 210 fm3 gegen Leistung eines angemessenen Kaufpreises zum Bezuge aus Montafoner Standeswaldungen bewilligt. Die Holzabgabe hat aus den Abteilungen 27, 28 und 29 in Form von Bestandessäuberungen zu geschehen. Das gefällte Holz ist unbedingt vorteilhaft auszuformen, das anfallende Brennholz hat die Alpe zur Deckung ihres Brennholzbedarfes zu verwenden. Die Holzabgabe darf nur bei Anerkennung und Bezahlung des festgesetzten Kaufpreises erfolgen. 3.) Der Markenbrief betreffend die Beschreibung des Grenzverlaufes zwischen dem Waldeigentum des Standes Montafon (Forstfond) und dem Weideeigentum der Gemeinde Bartholomäberg auf den Grundparzellen 2045 und 2041 im Gebiete der Katastralgemeinde Bartholomäberg wird zur Kenntnis genommen und seinem vollen Inhalte nach genehmigt. Nach Einlangen der Genehmigung durch den Gemeindetag von Bartholomäberg ist durch diese Arbeit eine viele Jahrzehnte andauernde grosse Unstimmigkeit zwischen dem Stand Montafon und der Gemeinde Bartholomäberg aus der Welt geschafft. Beide Körperschaften sind zu dieser friedlichen Lösung der viel erörterten Streitfrage zu beglückwünschen. 4.) Die Eingabe der Bezirksleitung Montafon des Vorarlberger Landesbauernbundes um Unterstützung ihrer Bemühungen, beim Bau der Zeinisjochstrasse in erster Linie die Beschäftigung einheimischer Arbeitskräfte zu erreichen, wird zur Kenntnis genommen. Der Inhalt dieser Eingabe läuft parallel zu den schon durch Jahre andauernden Bemühungen der Standesvertretung, zur Behebung der wirtschaftlichen Not im Tale und als Ausgleich des Ausfalles der zusätzlichen Einnahmequellen durch den Bau der Zeinisjochstrasae ausreichende Arbeitsgelegenheiten zu schaffen und bei der Aufnahme von Arbeitskräften in erster Linie einheimische Personen zu berücksichtigen. Einstimmig wird beschlossen, diese Bemühungen mit grösstem Nachdruck weiter fortzusetzen. Dabei wird die Mitarbeit der Bezirksleitung des Landesbauernbundes als wertvolle Unterstützung angesehen. [-2-] 5.) Der ausführliche Bericht des Herrn Vorsitzenden über die Durchführung und Verwertung des Lawinenholzes in den Standeswaldungen wird mit Zustimmung zur Kenntnis genommen. Dem Herrn Standesrepräsentanten wird Vollmacht erteilt, die für die bestmöglichste Verwertung des Lawinenholzes geeigneten Massnahmen zu treffen. 6.) Dem Harmoniemusikverein Vandans wird über Ansuchen der Bezug von 4 fm3 Nutzholz aus Standeswaldungen gegen Vergütung eines Kaufpreises von S 10.— pro Festmeter bewilligt. 7.) Über Ansuchen wird dem Ludwig Ganahl/Innerbartholomäberg die Verwendungsfrist für 4 fm3 bezogenes Standesholz auf zwei Jahre verlängert. Innerhalb dieser Frist ist das Standesholz bestimmungsgemäss zu verwenden. 8.) Die Einladung des Herrn Landesforstinspektors zur Teilnahme an der Tagung des Reichsforstvereines für Österreich in Bregenz in der Zeit vom 1.-6. September 1935 wird dankend zur Kenntnis genommen. Der Herr Vorsitzende hat am 3. September einem Abschnitt dieser Tagung beigewohnt. Zur Vertretung des Standes Montafon(Forstfond) bei der Besichtigung des Standeswaldes in St. Anton durch die Tagungsmitglieder am 5. September werden die Herren Standesvertreter und Bürgermeister Christian Schapler/Vandans und Emil Batlogg/St. Anton delegiert. 9.) Die Mitteilung über den Baubeginn am Raschitzweg/Vandans wird zur Kenntnis genommen. Zu den Baukosten hat die Standesvertretung einen Interessentenbeitrag mit Beschluss vom 12. Mai 1934 per S 2000,— zugesagt. Die fortlaufende Abstattung dieses Beitrages hat aus dem verkaufserlös von Holz zu geschehen. Von der Durchführung einer Verkaufsschlägerung zur Aufbringung, dieses Beitrages ist abzusehen, da in erster Linie das viele Lawinenholz abgesetzt werden muss. 10.) Der Vertreter von Gaschurn regt die Fortsetzung der Erbauung von Waldwegen a im Klusertobel- und dem Harzenwald zur besseren Erschliessung der Waldungen an b Mit dem gleichen Begehren tritt der Vertreter von Bartholomäberg, Herr Bürgermeister Kessler hinsichtlich der Erschliessung des Schattenwaldes auf. Die Durchführung dieser Weganlage wurde vor Jahren bereits beschlossen. Herr Bürgermeister Kessler weist darauf hin, dass durch die Übertragung der Ausführung solcher Waldwege in die Arbeitsprogramme von geschlossenen Arbeitslagern eine Belastung des Haushaltes des Standes (Forstfondes) nicht eintreten würde. Die Benützung dieser günstigen Gelegenheit ist deshalb zu empfehlen. Er stellt bei diesem Anlass fest, dass das geschlossene Arbeitslager in Bartholomäberg gute Erziehungs- und praktische wertvolle Arbeitserfolge aufweist. Die Vertreter von Gaschurn und Bartholomäberg werden eingeladen, die notwendigen Unterlagen für die Erstellung der von ihnen angeregten Waldwege an die Standesrepräsentanz vorzulegen, die gleichzeitig beauftragt wird, sodann die Einbeziehung dieser Arbeiten in die Erfüllungsprogramme von geschlossenen Arbeitslagern anzustreben. 11.) Der Vertreter von Silbertal, Herr Bürgermeister Brugger, nimmt die Überlegung der Einführung eines Wochenmarktes in Schruns zur Förderung des Absatzes heimischer landwirtschaftlicher Produkte zum Anlass, die Standes Vertretung um eine fördernde Unterstützung dieser Bemühungen zu ersuchen. Einstimmig wird beschlossen, die Einführung eines Wochenmarktes in Schruns aus den erwähnten Gründen tatkräftig zu fördern. Der Standesrepräsentant: [Unterschriften der Standesvertreter]
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19350628_SV StandMontafon 28.06.1935 24.05.2021, 13:49 [-1-] Zl. 2/3-Stand 1935 Niederschrift aufgenommen in der Kanzlei der Marktgemeindevorstehung Schruns am Dienstag den 28. Juni 1935 unter dem Vorsitze des Herrn Standesrepräsentanten Franz Wachter. Mit Einladung vom 24. Juni 1935 Zl. 1/3-St. wurde auf heute, Freitag den 28. Juni 1935 vormittags, eine Standesvertretungssitzung anberaumt, zu welcher erschienen sind 8 Standesvertretungsmitglieder. Der Vertreter der Gemeinde Bartholomäberg hat sein Fernbleiben entschuldigt. Nicht anwesend waren ferner die Vertreter der Gemeinden Lorüns und Stallehr. Nach Eröffnung der Sitzung und dem Erklären der Beschlussfähigkeit durch den Herrn Vorsitzenden wird das Protokoll der letzten Sitzung vom 7. Jänner 1933 in Vorlage gebracht. Die Genehmigung und Unterzeichnung erfolgt ohne vorherige Verlesung, da jede Gemeinde bereits mit einer Durchschrift zum Amtsgebrauche beteilt wurde, der Sitzungsbericht im Montafoner Gemeindeblatt veröffentlicht wurde und daher die Herren Standesvertreter vom Inhalte in Kenntnis sind. - Einwendungen wurden keine vorgebracht. Sodann wird in die Beratung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen. Gefasst werden folgende Beschlüsse: 1.) Die Rechnungen des Standes Montafon, des Forstfondes Montafon und des Montafoner Feuerversicherungsvereines für das vergangene Haushaltsjahr 1934 werden nach eingehender Kenntnisnahme genehmigt. Dem Rechnungsleger wird nach Verlesung des Revisionsberichtes vom 26. Juni 1935 die Entlastung erteilt. 2.) Der Herr Vorsitzende berichtet eingehend über die Lawinenräumung in Batmund/St. Gallenkirch und bringt in diesem Zusammenhang ein Schreiben der Bauleitung für Wildbachverbauung Bludenz vom 26. Juni 1935 Zl. 22 zur Verlesung, dessen Inhalt hiemit genehmigt wird. Da zu den bisher durchgeführten Aufräumungsarbeiten, die unter der Leitung der Wildbachverbauung Bludenz stehen, der Stand Montafon (Forstfond) als meistbetroffener Waldbesitzer einen namhaften Interessentenbeitrag zu den Aufräumungskosten beitragen sollte, wogegen ihm das Eigentumsrecht am aufgerüsteten Lawinenholz zustehen würde, ist hiezu die Stellungnahme der Standesvertretung erforderlich. Im Gegenstand haben Verhandlungen zwischen dem Herrn Vorsitzenden und der Vorarlberger Landeshauptmannschaft(Landesforstinspektion) stattgefunden, die zur folgenden vorbehaltlichen Vereinbarung führten: Gegen Verzichtleistung auf die Vorschreibung eines vom Stand Montafon (Forstfond) zu zahlenden Interessentenbeitrages zu den Aufräumungskosten überlässt der Stand Montafon (Forstfond) bedingungslos das ihm durch die Batmund-Lawine niedergerissene und zu Tal geförderte Holz dem Baufond zur freien Verwertung. Die Standesvertretung für Montafon nimmt den Inhalt dieser Vereinbarung zur Kenntnis und billigt ausdrücklich die getroffene Vereinbarung. b Der ausführliche Bericht des Herrn Vorsitzenden über die Aufarbeitung, und Verwertung der Lawinenholzbestände in Platina/St. Gallenkirch, Gafluna und Wasserstuben/Silbertal, Falschefiel und Klustobel/Gaschurn und über die hiezu erlassenen Verfügungen wird einhellig zustimmend, zur Kenntnis genommen. [-2-] 3.) Zur Gewährung der Betriebssicherheit der Leitung der Vorarlberger Landes-Elektrizitäts-Aktiengesellschaft (Gampadelswerk) auf der Waldstrecke „Allmein" in St. Anton verlangt die Gesellschaft die teilweise Schlägerung bezw. Niederhaltung von die Leitung gefährdender Stämme. Die Zwischenlage an bestockter Waldfläche, die parallel zwischen der Landesleitung und der 110 KV. Leitung der Vorarlberger Illwerke führt, wurde bereits anlässlich der Erstellung der 110 KV. Leitung abgelöst. Für die vorzeitige Schlägerung bezw. Niederhaltung der die Leitung gefährdenden Stämme ist die VOLEAG. bereit, eine Entschädigung für Zuwachsentgang im Betrage von S 200.— zu zahlen. Das geschlägerte Holz bleibt Eigentum des Standes Montafon (Forstfond). Der zwischen den Vertretern der VOLEAG. und dem Herrn Standesrepräsentanten im vorstehenden Sinne getroffenen Vorvereinbarung wird die Zustimmung erteilt. 4.) Das Ansuchen des Sahler Franz Josef und Cons./St. Gallenkirch um stockgeldfreien Bezug von 3 1/2 fm3 Schindelholz zur Eindeckung der Kapelle Unterschrofen wird abgelehnt. Dagegen wird über Antrag des Herrn Vorsitzenden zu den Kosten der Schindelholzbeschaffung ein Beitrag von S 20.-- bewilligt, der seinerzeit bei der Kasse des Forstfondes in Schruns behoben werden kann. 5.) Dem Engstler Franz/Tschagguns wird über Ansuchen die Verwendungsfrist für bezogenes Standesnutznolz auf zwei weitere Jahre bewilligt. 6.) Das Ansuchen des Wittwer Alois/Gaschurn um Nachlass des Stockgeldes für zwei bezogene Schindelstämme, welche von der Lawine im Falschafieltal bedeckt wurden, kann aus prinzipiellen Gründen nicht bewilligt werden. 7.) Der Markenbrief über die Bereinigung der Eigentumsgrenzen zwischen dem Forstfond des Standes Montafon und der Alpgenossenschaft Fratte in Schruns wird genehmigend zur Kenntnis genommen. 8.) Zur Arrondierung des Eigentumes des Forstfondes Montafon in St. Gallenkirch wird der Herr Standesrepräsentant ermächtigt, das Bergmahd "Spitzle" des Christian Willi/St. Gallenkirch käuflich zu erwerben. 9.) Zu den Unkosten anlässlich der Beteiligung der Montafoner beim Trachtenfest in Bludenz wird ein Beitrag des Standes Montafon von S 200.— bewilligt. 10.) Über Antrag des Herrn Vorsitzenden wird beschlossen, für den wegen Erkrankung ausgeschiedenen HauptVertreter des Forstfondes Montafon in der Vermarkungskommission, Herrn Bürgermeister a.D. Anton Fritz von Silbertal, als Nachfolger Herrn Bürgermeister Christian Schapler/Vandans zu ernennen. Zu dessen Ersatzmann wird Herr Bürgermeister Emil Batlogg/St. Anton gewählt. Beide Herren erklären die Annahme ihrer Bestellung. Der Standesrepräsentant: [Unterschrift der Standesvertreter]
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19350415_SV StandMontafon 15.04.1935 24.05.2021, 12:35 [-1-] Zl. 2/2-Stand 1935 Niederschrift aufgenommen in der Kanzlei des Marktgemeindeamtes Schruns am Montag den 15. April 1935 unter dem Vorsitz des Herrn Standesrepräsentanten Franz Wachter Mit telefonischer Einladung vom 13. April 1925 Zl. 1/2-Stand 1925 wurde auf heute, Montag den 15. April 1935 vormittags 9 Uhr, eine Standesvertretungssitzung(Forstfondsangelegenheiten) anberaumt, zu welcher erschienen sind 8 Standesvertreter. Nach Eröffnung der Sitzung und dem Erklären der Beschlussfähigkeit durch den Herrn Vorsitzenden wird die Niederschrift der letzten Sitzung vom 19. Jänner 1935 in Vorlage gebracht. Die Genehmigung und Unterzeichnung geschieht ohne vorherige Verlesung, da jede Gemeinde bereits mit einer Durchschrift zum Amtsgebrauche beteilt wurde, der Sitzungsbericht im Montafoner Gemeindeblatt erschienen ist und daher die Herren Standesvertreter vom Inhalte in Kenntnis sind. - Einwendungen wurden keine vorgebracht. Sodann wird in die Beratung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen. Gefasst werden folgende Beschlüsse: 1.) Der Herr Vorsitzende berichtet, dass sich eine sehr günstige Gelegenheit zur Erwerbung zweier in bester Bringungslage befindlicher Waldparzellen in Schruns, der Gp.Nr. 509/1 und 509/2 mit 2.4240 ha, bietet. Er empfiehlt sehr die Überlegung, ob der Forstfond des Standes Montafon nicht als Käufer auftreten soll. Es wird einstimmig beschlossen, dem Herrn Standesrepräsentanten Vollmacht zur allfälligen Erwerbung dieses Waldes zu erteilen. 2.) Die im Platina/Gargellental niedergegangenen Lawinen haben aus Standeswald bedeutende Mengen Holz mitgerissen, das in Verwertung genommen werden muss. Unter diesem Lawinennolz befindet sich angeblich auch solches von zwei Privatparteien. Es ist seinerzeit festzustellen, in welchem Umfang Privatholz sich unter diesem Lawinenholz befindet. Das Holz ist aufzurüsten und nutzbringend zu verwerten. 3.) Dem Augustin Bitschnau/Bartholomäberg wird sein Ansuchen um Verlängerung der Rückzahlungsfrist für ein Darlehen entsprechend dem Beschluss vom 7. Jänner 1933 auf 3 Jahre bewilligt. 4.) Der Einladung der Oesterreichischen Waldgenossenschaft in Wien um Beitritt des Forstfondes Montafon als Genossenschafter wird nicht entsprochen. 5.) Dem Anton Stüttler/Tschagguns wird über Ansuchen gegen Leistung des Kaufpreises einmalig das zur Erneuerung der Bedachung seines Hauses erforderliche Schindelholz aus Montafoner Standeswaldungen zum Bezuge bewilligt. 6.) Über Ansuchen wird Albert Netzer/Tschagguns die Frist zur bestimmungsgemässen Verwendung von 40 fm3 Standesnutzholz nochmals und zwar endgültig bis 1. Juni 1936 verlängert. Nach Ablauf dieses Zeitpunktes fällt das Holz an den Forstfond zurück. 7.) Die Räumung des Klusertobel-Bachbettes in Gaschurn von Lawinenholz ist zu veranlassen. Die Durchführung wird dem Standesvertreter Herrn Bürgermeister Kessler/Gaschurn übertragen. Der Standesrepräsentant: [Unterschriften der Standesvertreter]
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  3. standesausschuss
19350119_SV StandMontafon 19.01.1935 24.05.2021, 12:38 [-1-] Zl. 2/1-Stand 1935 Niederschrift aufgenommen in der Kanzlei der Marktgemeindevorstehung Schruns am Dienstag den 19. Jänner 1935 unter dem Vorsitze des Herrn Standesrepräsentanten Franz Wachter. Mit Einladung vom 15. Jänner 1935 Zl. 1/2-St. wurde auf heute, Dienstag den 19. Jänner 1935 vormittags 1/2 10 Uhr, eine Standesvertretungssitzung anberaumt, zu welcher 9 Standesvertretungsmitglieder erschienen sind. Sein Fernbleiben hat entschuldigt der Vertreter der Gemeinde Bartholomäberg. Nach Eröffnung der Sitzung und dem Erklären der Beschlussfähigkeit durch den Herrn Vorsitzenden wird das Protokoll der letzten Sitzung vom 7. Jänner 1933 in Vorlage gebracht. Die Genehmigung und Unterzeichnung erfolgt ohne vorherige Verlesung, da jede Gemeinde bereits mit einer Durchschrift zum Amtsgebrauche beteilt wurde, der Sitzungsbericht im Montafoner Gemeindeblatt veröffentlicht wurde und daher die Herren Standesvertreter vom Inhalte in Kenntnis sind. - Einwendungen wurden keine vorgebracht.Sodann wird in die Beratung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen. Gefasst werden folgende Beschlüsse: 1.) Die Zuschrift des Gemeindeamtes Bartholomäberg vom 2. Jänner 1935, durch welche mitgeteilt wird, dass der Gemeindetag von Bartholomäberg mit Beschluss vom 28. Dezember 1934 die von der Landeskommission in Bregenz am 16. November 1934 empfohlene Formulierung eines Übereinkommens betreffend die Abgrenzung des Eigentums zwischen Stand Montafon (Forstfond) und der Gemeinde Bartholomäberg in der Gp.Nr. 2045 dieser Gemeinde und der für die Zukunft damit im Zusammenhang stehenden Rechtsverhältnisse angenommen hat, wird mit Befriedigung zur Kenntnis genommen. Durch die Einigung der gegensätzlichen Ansichten auf der Grundlage des vorgeschlagenen Übereinkommens wird ein sehr kostspieliger Rechtsstreit vermieden, wozu beide Teile zu beglückwünschen sind.- Die Vertreter des Standes Montafon(Forstfond) und der Gemeinde Bartholomäberg haben nun sofort nach Eintritt geeigneter Witterungsverhältnisse entsprechend dem von beiden Teilen als Grundlage angenommenen Vorschlag die Abmarkung der Eigentumsflächen vorzunehmen und einen ausführlichen und übersichtlichen Markenbrief zu verfassen, damit die durch diese Einigung entstehenden neuen Rechtsverhältnisse grundbücherlich durchgerührt werden können. 2.) Der Kreditvertrag des Montafoner Feuerversicherungsvereines beim Spar- und Darlehenskassenverein für Montafon in Schruns im Betrage von S 20.000.-- wird einvernehmlich auf neuerlich 5 Jahre verlängert. Um die Genehmigung dieses Beschlusses ist ordnungsmässig bei der Vorarlberger Landeshauptmannschaft anzusuchen. 3.) Nach Kenntnisnahme des Schätzungsbefundes und des Verhandlungsberichtes betreffend den Ankauf des Privatwaldes des Emil Tschofen in Gaschurn wird einstimmig über Antrag dea Herrn Vorsitzenden der Ankauf dieses Waldes beschlossen. Die urkundliche Durchführung dieses Beschlusses wird dem Herrn Standesrepräsentanten übertragen. 4.) Zur besseren Sicherung der im Bereiche des Vensertobels/Vandans gelegenen Grundstücke und Anlagen (Montafonerbahn etc.) ist die Erstellung eines Murableitungswerkes geplant. Für die Erstellung dieser Anlage ist die Mitverwendung von Standesgrund notwendig. [-2-] Nach dem Bericht des Standesvertreters Herrn Bürgermeister Schapler Vandans sind die in Verwendung zu nehmenden Teile von Standeseigentum nicht nennenswert produktiv und stehen in keinem Wertverhältnis zu dem durch die Erstellung der Anlage zu erwartenden Sicherungserfolg. Es wird daher der Mitverwendung des notwendigen Ausmasses von Standesgrund für die Erstellung des Murableitungswerkes ausdrücklich zugestimmt. 5.) Der Frau Franziska Braunger, Hotel Vergalden/Gargellen, wird über Ansuchen die Bewilligung erteilt, 2 baufällige kleine Ställe auf dem Maisäss Unterröbi abtragen zu können. Gleichzeitig wird ihr zur Erstellung eines grösseren Stalles ebendort die Bewilligung zum Bezuge des notwendigen Nutzholzes aus Standeswaldungen erteilt. Dieser Bezug ist bei der gegenwärtigen Anmeldung der Forstproduktenbezüge des Jahres 1935 beim Gemeindeamt St. Gallenkirch anzugeben. 6) Dem Josef Schuchter/Tschagguns wird über Ansuchen gemäss § 7 Abs. 3 des Holzstatutes die Verwendungsfrist für eine Nutznolzmenge von 7,40 fm3 Nutzholz mit der Bedingung auf weitere 5 Jahre verlängert, dass dieses Holz gegen die Einwirkung von Witterungseinflüssen gut geschützt und möglichst bald der bestimmungsgemässen Verwendung zugeführt wird. 7.) Dem Karl Pfefferkorn-Wittwer/Gaschurn wird die Bewilligung erteilt, innerhalb der Grenzen des Tales Montafon ca. 25-50 rm3 Abbruchholz verkaufen zu dürfen. 8.) Über Ansuchen erhält Franz Josef Bitschnau/Tschagguns Nr. 220 hiermit die Bewilligung, innerhalb der Grenzen des Tales Montafon ca. 10 rm3 Schwärtlingholz verkaufen zu dürfen. 9.) Dem Pfefferkorn Oskar/Partenen wird gegen Vergütung von S 50.-ein Stallanteil des Standes Montafon (Forstfond) in Partenen kaufweise überlassen. Die urkundenmässige Durchführung dieses Beschlusses wird dem Herrn Standesrepräsentanten übertragen. 10.) Das Ansuchen des Mangard Michael/St. Gallenkirch um Vergütung eines beim Bezüge von Standesholz beschädigten Aufzugsseiles wird abgewiesen. Es ist nicht Sache der Standesvertretung, beim Bezuge von Servitutsholz beschädigte Hilfsmittel zu ersetzen. 11.) Über Ansuchen des Gemeindeamtes St. Gallenkirch wird zufolge Antrag des Standesvertreters Herrn Bürgermeister Anton Netzer/St. Gallenkirch zu den Kosten der Erstellung eines Weges von Gortipohl nach Schattenort ein Beitrag im Höchstausmass von S 200.-- bewilligt. An dieser Wegerstellung ist der Stand Montafon (Forstfond) als Waldbesitzer interessiert. 12.) Über Antrag des Herrn Standesrepräsentanten Franz Wachter wird einstimmig beschlossen, die Konkurrenzstrassenverwaltung Bludenz-Parthennen mit grossem Nachdruck zu ersuchen, die notwendigen Schritte zur Erreichung des Baues der Zeinisjochstrasse - Verbindung von Partenen nach Galtür/Tirol - neuerlich zu unternehmen. Seit Jahren kämpft das Tal Montafon unentwegt um die Herstellung dieser lebenswichtigen Verbindung mit dem nachbarlichen Bundesland Tirol. Durch die Vorlage vieler ausführlicher Eingaben bei den vorgesetzten Behörden wurden die wirtschaftlichen Vorteile dieser Strassenverbindung aufgezeigt. Nun tritt aber in letzter Zeit zu diesen Vorteilen ein neues brennendes Argument: die steigende Arbeitslosigkeit und in Verbindung damit die zu einer Katastrophe führende sichtbar rasche Verarmung der Talbevölkerung. Jede wirtschaftliche Erwerbstätigkeit der Bevölkerung ist lahmgelegt, von keiner Seite ist Hilfe zu erwartender Fremdenverkehr setzt seit Jahren aus, der Absatz von Zuchtvieh stockt, die Bestände müssen zu Schleuderpreisen dezimiert werden. Die Bevölkerung vermag nicht mehr ihren Steuern- und Abgabe Verpflichtungen nachzukommen, sie bringt kaum noch das Nötige auf, um den nackten Lebensunterhalt zu decken. Das Tal Montafon ist ausgesprochenes Krisengebiet. [-3-] Im Lande Vorarlberg selbst, im benachbarten Bundesland Tirol und den übrigen Bundesländern werden grosse Beträge öffentlicher Mittel für die Verbesserung von bestehenden Strassen und für den Neubau grossartiger Strassenanlagen aufgewendet mit dem Ziel der Arbeitsbeschaffung - der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. - Die gleiche Berücksichtigung verdient aber auch das Tal Montafon, das durch den Ausfall des Fremdenverkehrs und die Notlage der Landwirtschaft, durch die Hemmung jeder Erwerbstätigkeit, wirtschaftlich ganz besonders schwer leidet. Es ist tiefempfundenes Pflichtbewusstsein der Standesvertretung für Montafon, nicht zu rasten und zu ruhen, dass durch die grosszügige Schaffung von Arbeitsgelegenheiten wenigstens der ernsthafte Versuch gemacht wird, die grösste Not zu bekämpfen. Dem Tale fehlen aber gänzlich die Eigenmittel hiezu, es muss daher schliesslich durch die Bereitstellung ausreichender Mittel aus öffentlichen Quellen - wie anderen Ortes auch - geholfen werden. Die Ausführung des schon aus dem Jahre 1901 stammenden Projektes der Zeinisiochstrasse würde wirtschaftlich eine grosse Erleichterung schaffen, da an diesem Strassenbau doch ziemlich viel Arbeitskräfte Beschäftigung finden könnten. Im Sinne dieser Feststellungen ist an die Verwaltung der Konkurrenzstrasse Bludenz-Partenen das beschlossene Ansuchen zu stellen. Standesvertreter Herr Bürgermeister Christian Schapler/Vandans in seiner Eigenschaft als Landtagsabgeordneter erklärt mit Nachdruck, sich bei der Vorarlberger Landesregierung in dieser Angelegenheit persönlich mit allem Ernst einzusetzen. 13.) Durch die Notwendigkeit der Umstellung der Rechnungsgeschäfte der Standesanstalten auf das Ruf-Buchhaltungssystem ist die Anschaffung eines Buchungsapparates notwendig, wozu die Kosten hiemit bewilligt werden. 14.) Auf eine Anfrage des Standesvertreters Herrn Bürgermeister Anton Netzer/St. Gallenkirch wird grundsätzlich - auch für andere analoge Fälle - festgestellt, dass der Stand Montafon (Forstfond) keine Verpflichtung für die Zaunerhaltung an der Gargellner Strasse übernimmt. 15.) Über Ansuchen wird dem Christian/Grass Lorüns für einen Holzbezug zu einem eingeforsteten Objekt in Bartholomäberg und zwar für 16 m Nutzholz die Berechnung des einfachen Stockgeldes zugestanden. Es konnte durch Einsicht in die vorgewiesenen Belege festgestellt werden, dass die erfolgte Vorschreibung des doppelten Stockgeldes zu Unrecht geschah. Der Standesrepräsentant: [Unterschriften der Standesvertreter]
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  2. standesprotokolle
  3. standesausschuss
19341109_SV StandMontafon 09.11.1934 24.05.2021, 12:42 [-1-] Zl. 2/3-Stand 1934. Niederschrift aufgenommen in der Kanzlei der Marktgemeindevorstehung Schruns am Dienstag den 9. November 1934 unter dem Vorsitze des Herrn Standesrepräsentanten Franz Wachter. Mit Einladung vom 9. November 1934 Zl. 1/3-Stand wurde auf heute, Freitag den 9. November 1934 vormittags 9 Uhr, eine Standesvertretungssitzung anberaumt, zu welcher erschienen sind 9 Standesvertretungsmitglieder. Nicht anwesend war der Vertreter der Gemeinde Stallehr. Nach Eröffnung der Sitzung und dem Erklären der Beschlussfähigkeit durch den Herrn Vorsitzenden wird das Protokoll der letzten Sitzung vom 4. August 1934 in Vorlage gebracht. Die Genehmigung und Unterzeichnung erfolgt ohne vorherige Verlesung, da jede Gemeinde bereits mit einer Durchschrift zum Amtsgebrauche beteilt wurde, der Sitzungsbericht im Montafoner Gemeindeblatt veröffentlicht wurde und daher die Herren Standesvertreter vom Inhalte in Kenntnis sind. - Einwendungen wurden keine vorgebracht.Sodann wird in die Beratung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen. Gefasst werden folgende Beschlüsse: 1.) Der Herr Vorsitzende berichtet an Hand der bearbeiteten Aktstücke über den gegenwärtigen Stand der Auseinandersetzungen zwischen dem Stand Montafon(Forstfond) und der Gemeinde Bartholomäberg wegen des Eigentumes am Standeswald in dieser Gemeinde eingehend. Aus diesem Bericht ist festzustellen, dass die bisherigen Verhandlungen, in welche sich endlich auch die Landeskommission in Bregenz vermittelnd eingeschaltet hat, zur Herausarbeitung der letzten Verhandlungsgrundlagen geführt haben. Als wichtiges Moment ist dabei festzuhalten, dass der Herr Standesrepräsentant sich bedingungslos dem Spruch der Landeskommission fügte, in deren Hände er im Interesse der Vermeidung eines kostspieligen Prozesses die Entscheidung legte. Dieser Spruch der Landeskommission erfolgte am 15. Oktober 1934 und wurde damit für den Stand Montafon verbindlich. Der Gemeindetag von Bartholomäberg hat die Empfehlung der Landeskommission nicht angenommen, sondern grundsätzliche Mehrforderungen gestellt. Die Landeskommission wird deshalb zur Niederschrift vom 15. Oktober 1934 erklärende Ausführungen geben, ohne von ihrem Vorschlag abzugehen und diese dem Gemeindetag von Bartholomäberg im Interesse einer friedlichen Beilegung des Konfliktes zur Annahme empfehlen. Zur Sache fand eine rege Aussprache zwischen dem Herrn Standes Vertreter von Bartholomäberg, Bürgermeister Kessler und den übrigen Herren Standesvertretern statt. Die Standesvertretung billigt sodann bei Stimmenthaltung des Herrn Bürgermeister Kessler/Bartholomäberg ausdrücklich den Bericht des Herrn Standesrepräsentanten unter Aufrechterhaltung der in dieser Sache bisher gefassten Beschlüsse und beauftragt ihn, die Interessen des Standes Montafon(Forstfond) unter allen Umständen nachdrücklichst zu wahren. 2.) Der Revisionsbericht des engeren Ausschusses des Montafoner Gemeindeblattes über die Ergebnisse des abgelaufenen Geschäftsjahres 1933/34 vom 7. November 1934 mit den darin enthaltenen Anträgen wird zustimmend zur Kenntnis genommen. Der Verwaltung wird die Entlastung erteilt. 3.) Die im vergangenen Sommer fortgesetzten Grenzvermarkungsverhandlungen haben zum Abchluss weiterer Parteienvereinbarungen geführt, welche in Form von Niederschriften heute zur Genehmigung vorliegen und zwar: [-2-] Alpe Innergweil, Bergnahd Reutte-Tal, Berauahd Platina Gp. 4395, Alpe Aussergweil, Maisäss Gweil und Privatwald Inner-Gampabing (Alpzug), alle in St. Gallenkirch gelegen, dann Kingsmaisäss in Bartholomäberg und Maisäss Matschwyz in Tschagguns. Den in diesen Niederschriften enthaltenen Abmachungen wird von Seite des Standes Montafon(Forstfond) ohne Abänderungen zugestimmt. 4.) Die Eingabe der Eigentümer der Alpe Aussergops/Gaschurn um Verzichterklärung des Standes Montafon(Forstfond) auf das Eigentumsrecht an der Gp.Nr. 3198/3 wird vorerst abgelehnt. Diese Eigentumsfrage ist im Zuge der allgemeinen Grenzberichtigung im Gebiete von Gaschurn zu klären. Die bezüglichen Arbeiten werden voraussichtlich im Jahre 1935 in Gaschurn begonnen werden. 5.) Dem Abbrändler Loretz Josef/Tschagguns Hs.Nr. 170 wird über Ansuchen zum Wiederaufbau des Hauses Nr. 170 (Zaraues) Nutzholz im Ausmass von 100 Fm3 gegen ordentliche Vergütung zum Stockgeldpreis aus Montafoner Standeswaldungen bewilligt. 6.) Dem Abbrändler Burger Kasimir/St. Gallenkirch Hs.Nr. 241 wird zum Wiederaufbau des Heimatstalles die nachgesuchte Menge von 57,82 fm3 Nutzholz gegen ordentliche Vergütung zum Stockgeldpreis aus Montafoner Standeswaldungen bewilligt. 7.) Der Anregung der Lanaesforstinspektion Bregenz auf Erbauung des Waldweges Mansaura/Vandans wird im Prinzip zugestimmt .Die Erstellung dieses Weges ist auch im Interesse der Holzbringung aus Standeswaldungen für den Stand Montafon wichtig. Herr Standesvertreter Bürgermeister Schapler/Vandans hat zur gegebenen Zeit über seine Beobachtungen Bericht zu erstatten. 8.) Der Bericht des Herrn Vorsitzenden über die Veranlassung der Wiederherstellung bezw. Verbesserung des Golmerbach-Weges/Vandans wird zustimmend zur Kenntnis genommen. Der Auftrag wurde im Einvernehmen mit Herrn Bürgermeister Schapler/Vandans erteilt. 9.) Dem Gesuch der Fraktionsvorstehung Inner-Bartholomäberg um Nachlass von Stockgeldrückständen kann aus grundsätzlichen Erwägungen nicht stattgegeben werden. 10.) Die Mitteilung des Herrn Vorsitzenden über die eingeleitete Holzablieferung aus Silbertaler Standeswaldungen im Regiewege zur Bedarfsdeckung der Eingeforsteten von Schruns wird zustimmend zur Kenntnis genommen. 11.) Der Durchführung, einer Schlägerung von ca. 500 fm3 Holz im Regiewege aus dem Zimmerwald/St. Gallenkirch zur Bestandessäuberung wird zugestimmt. Das Holz ist nach Tunlichkeit zur Bedarfsdeckung der Bevölkerung von St. Gallenkirch (Eingeforstete) zu verwenden, Überschüsse sind bestmöglichst zu verwerten. 12.) Der Bericht des Gemeindeamtes Gaschurn über den von Emil Tschofer/Gaschurn angebotenen Privatwald wird zur Kenntnis genommen. Eine endgültige Stellungnahme wird vertagt. 13.) Das von Klehenz Josef/St. Gallenkirch zum Kauf angebotene Bergmahd "Spitzle" ist für den Forstfond des Standes Montafon zu erwerben. 14.) Folgenden Parteien wird über Ansuchen die Bewilligung zum Verkauf von Abbruchholz Innerhalb der Gemarkungen des Tales Montafon erteilt: a/ Wachter Peter/Tschagguns für ca. 30 fm3 b/ Greber Geschwister/Silbertal für ca. 10 fm3 15.) Die Mitteilung des Herrn Standesvertreter Bürgermeister Batlogg/St. Anton über die Gelegenheit der Erwerbung des sogenannten "Rüteboden" wird zur Kenntnis genommen. 16.) Über Erinnerung des Herrn Standesvertreter Bürgermeister Netzer/St. Gallenkirch wird beschlossen, dem Loos Markus/St. Gallenkirch als Ersatz für irrtümlicher Weise aus dessen Eigenwald entnommenem Schindelholz die entsprechende Menge Standesholz zu überlassen. Standesrepräsentanz für Montafon Der Standesrepräsentant: [Unterschrift der Standesvertreter]
  1. standmontafon
  2. standesprotokolle
  3. standesausschuss
19340804_SV StandMontafon 04.08.1934 24.05.2021, 12:38 [-1-] Zl. 2/2-Stand 1934 Niederschrift aufgenommen in der Kanzlei der Marktgemeindevorstehung Schruns am Samstag den 4. August 1934 unter dem Vorsitze des Herrn Standesrepräsentanten Franz Wachter. Mit Einladung vom 31. Juli 1934 Zl. 1/2-Stand wurde auf heute, Samstag den 4. August 1934 vormittags 1/2 10 Uhr, eine Standesvertretungssitzung anberaumt, zu welcher 7 Standesvertretungsmitglieder erschienen sind. Nicht erschienen waren die Vertreter der Gemeinden Bartholomäberg, Lorüns und Stallehr. Nach Eröffnung der Sitzung und dem Erklären der Beschlussfähigkeit durch den Herrn Vorsitzenden wird das Protokoll der letzten Sitzung vom 12. Jänner 1934 in Vorlage gebracht. Die Genehmigung und Unterzeichnung erfolgt ohne vorherige Verlesung, da jede Gemeinde bereits mit einer Durchschrift zum Amtsgebrauche beteilt wurde, der Sitzungsbericht im Montafoner Gemeindeblatt veröffentlicht wurde und daher die Herren Standesvertreter vom Inhalte in Kenntnis sind. - Einwendungen wurden keine vorgebracht.Sodann wird in die Beratung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen. Gefasst werden folgende Beschlüsse: 1.) Die Rechnungen des Standes Montafon, des Forstfondes Montafon und des a Montafoner Feuerversicherungsvereines für das Jahr 1933 werden eingehend durchgesehen. Nach Kenntnisnahme des Revisionsberichtes vom 3. August 1934 werden die Rechnungen ohne Einspruch genehmigt und wird dem Rechnungsleger die Entlastung erteilt. b Durch die Mehrung von Realexekutionen in letzter Zeit und die dabei gemachten Erfahrungen wegen Nichtanerkennung von Stockgeld- und Feuerversicherungsprämien-Guthaben als bevorzugte Forderungen (im Range der öffentlichen Abgaben) ist die Abklärung der Behandlung derartiger Guthaben zwischen Stand(Forstfond)Montafon bezw. Feuerversicherungsverein einerseits und den zur Einhebung verpflichteten Gemeinden andererseits notwendig. Satzungsgemäss sind die Gemeinden für die Einbringung der Stockgelder und Prämien der Verwaltung gegenüber haftbar. Die minderberechtigte Behandlung derartiger von den Gemeinden beim Exekutionsgericht zur Anmeldung gebrachten Guthaben führt in den meisten Fällen von Realexekutionen zu einem Verlust für die anmeldenden Gemeinden. Da die Unmöglichkeit der Einbringung derartiger Rückstände nicht im Verschulden der Gemeinden liegt, steht das Verlangen nach Abschreibung der im Realexekutionswege nicht einbringbaren Guthaben zur Erörterung. Über Antrag des Herrn Vorsitzenden wird die Entscheidung dieser Frage noch ausgesetzt, um weitere Erhebungen pflegen zu können. 2.) Nachdem im Jahre 1933 in den Gemeinden Aussermontafons die Grenzvermarkungsarbeiten mit wenigen Ausnahmen abgeschlossen wurden, begannen im Frühjahr 1934 die Vergleichsverhandlungen im Gebiete der Gemeinde St. Gallenkirch-Gargellental. Diese waren erfüllt vom ernsten Bestreben, zwischen den Verhandlungsteilen (Maisäss- und Alpbesitzer einerseits und Forstfond des Standes Montafon andererseits) eine gütliche Einigung zu erreichen. In allen bisher bearbeiteten Fällen wurde volle Übereinstimmung zur gegenseitigen Zufriedenheit erzielt und folgende Markenbeschreibungen verfasst und unterzeichnet: [-2-] Maisäss Aussergampabing, Maisäss Inner-Gampabing, Maisass Inner-Valisera, Maisäss und Alpe valisera, Maisäss Häri, Maisäss Sarottlen, Alpe Sarottlen, Maisäss Reutte, Maisäss-Ausschlag Inner-Neüberg, Maisäss Unter-Röbi, Maisäss und Alpe Ober-Röbi, Maisass Gargellen, Maisäss Gargellen, Alpe Gargellen, Alpe und Maisäss Rong, Alpe Valzifenz, Maisäss Zuggenwald und Alpe Vergalden. Nach Entgegennahme eines ausführlichen Berichtes des Vertreters der Landesforstinspektion Herrn Ing. Ernst Hagek werden die Markenbeschreibungen ohne Abänderung zur Kenntnis genommen und einstimmig genehmigt. - Um die Rechtsgültigkeit derselben zu erreichen, ist bei der Vorarlberger Landeshauptmannschaft in Bregenz um die Genehmigung dieses Beschlusses anzusuchen. b Zur Sicherung des Eigentumsrechtes an der in der Standeswaldparzelle Nr. 4495 im Gargellental ohne Zustimmung und Wissen des Standes Montafon ausgemarkten und vermessenen Fläche von 85 ar,die mit der Bauparzelle Nr. 1200 versehen wurde, sind die geeigneten Maßnahmen durch die Standesrepräsentanz vorzukehren. 3.) Der im Zugs der Grenzvermarkung: zwischen den Vertretern der Maisässinteressentschaft Reutte/St. Gallenkirch und des Standes Montafon erfolgten Rauschabrede über Grundflächen wird die Genehmigung hiemit erteilt. 4.) Dem Antrag der Standesvertreter in der Vermarkungskomnission nach Rückersatz des seinerzeit an die Standeskasse eingezahlten Schadenersatzbetrages per S 292.-- samt bisher aufgelaufenen Zinsen per S 18.-wegen angeblich unberechtigter Rodung durch die Maisässinteressentschaft Sarottlen/Gargellental an dieselbe wird Folge gegeben, da die gerodete Grundfläche im Zuge der Vergeichsverhandlungen von den Standesvortretern als Eigentum der Maisässinteressentschaft Sarottlen anerkannt wurde. 5.) Nach längeren Beratungen wird über Antrag des Bürgermeisters und Standesvertreters Herrn Anton Netzer/St. Gallenkirch die Zustimmung zur Abgabe von 8 rm Brennholz an die Eingeforsteten im Jahre 1934 erteilt, soferne hiezu die Bewilligung der vorgesetzten Forstbehörden erreicht werden kann. Um den Grundsatz der Gleichberechtigung der Standesbürger zu wahren, ist der Beschluss vom 20. Juni 1933 anzuwenden, der lautet: 6 rm3 Brennholz sind wie bisher nach dem geltenden Stockgeldtarif zu berechnen. Nach Maßgabe der Vorschreibungen der Hiebssätze für die einzelnen Gemeinden und der Möglichkeit der Bringung steht jedem Standesbürger das Recht zu, zur Deckung seines Haus-und Gutsbedarfes im Jahre 1934 zwei weitere Raummeter Brennholz zu beziehen, für welche ein verbilligter Kaufpreis von S 1,25 pro Raummeter als Zuschlag zum Stockgeldtarif zu bezahlen ist. 6.) Dem Pfefferkorn Ludwig in Partenen wird über Ansuchen zum Wiederaufbau der am 23. Mai 1934 abgebrannten Gebäude (Haus und Stall) der Bezug von 150 fm3 Nutzholz aus Montafoner Standeswaldungen erteilt. Die Feststellung der Gemeindeholzkonmission, dass aus Eigenwaldungen der Partei ein Holzbezug nicht möglich ist, wird ausdrücklich zur Kenntnis genommen. 7.) Die Anzeige des Lentsch Eligius und Josefa/Partenen über die Abtragung des Stalles BP.Nr. 43/3 wird mit der Feststellung zur Kenntnis genommen, dass in diesem Falle das Holzbezugsrecht für dieses Objekt für iraner erlischt. Der kaufweisen Überlassung; des sich ergebenden Abbruchholzes an die Abbrändlerin Regina Märk/Partenen zur Verwendung bei den Wiederaufbauarbeiten derselben wird zugestimmt. 8.) Der Kommissionsbericht vom 24.Mai 1934 über die Nutzung der Abgangholzbestände im Vermil, Abt. 17 in St. Gallenkirch wird zur Kenntnis genommen, über Antrag des Herrn Vorsitzenden wird bestimmt, dass die Abgangsbestände [-3-] zur Bedarfsdeckung der Bezugsberechtigten der Gemeinde St. Gallenkirch zu verwenden sind. Die Aufarbeitung hat im Regiewege vorgenommen zu werden. Mit der Durchführung dieser Sache wird ein Komitee beauftragt, das aus den Herren Bürgermeister und Standesvertreter Anton Metzer/St. Gallenkirch, Alois Flöry/Gaschurn und Christian Schapler/vandans besteht. 9.) Auf das Angebot der Firma les Fils de H. Sonolet Paris zur Abnahme von Holz aus Montafoner Standeswaldungen wird nicht näher eingegangen, da die unterbreiteten Vorschläge Keine Verhandlun^gnindlagp darstellen. 10.) In teilweiser Abänderung des Beschlusses vom 12. Mai 1934 wird der Alpverwaltung Röbi/Gargellen das erforderliche Schindelholz gegen Einsparung der entsprechenden Menge am bewilligten Bau- und Sägholz zum Bezuge bewilligt. Das Gesuch der Alpverwaltung Robi um nachträgliche Anerkennung der bevorzugten Einforstung (Holzbezugs-, Weide- und Schneefluchtrecht) wird vorläufig vertagt. 11.) In den neu zu bestellenden Ausschuss der Konkurrenzstrasse BludenzPartenen werden von Seite des Standes Montafon entsendet: Als von Als von Vertreter: Standesrepräsentant und Bürgermeister Franz Wachter Schruns. Ersatzmann: Bürgermeister und Standesvertreter August Jochum Tschagguns. 12.) Das Ansuchen des Anton Rudigier und der Rosa Tschofen/Partenen um Bezugsbewilligung für 100 Fm3 Nutzholz aus Montafoner Standeswaldungen zum Wiederaufbau des am 2./3. Mai 1934 abgebrannten Hauses wird bewilligt. Nutzbarer Eigenwald ist nicht vorhanden. Ein allfälliger Umtausch von Standesholz gegen Kaufholz hat nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Herrn Bürgermeister Flöry und des Herrn Forstwart Wittwer/Gaschurn statutengemass zu geschehen. 13.) Mit der Regelung einiger Fragen am Standesbesitz in Partenen (Wasserleitung, Stallverwertung etc.) werden die Herren Standesrepräsentant Franz Wachter/Schruns und Bürgermeister Alois Flöry/Gaschurn betraut. 14.) Dem Franz Lentsch Gaschurn wird für das Jahr 1934 der Streuenutzen auf Bofen/Gaschurn gegen Vergütung von S 5.-- überlassen. 10). Ein Kaufangebot des Tschofen Emil/Gaschurn wegen eines Privatwaldes im Valschefieltal/Gaschurn wird vorläufig vertagt. Standesrepräsentanz für Montafon Der Standesrepräsentant: [Unterschrift der Standesvertreter]
  1. standmontafon
  2. standesprotokolle
  3. standesausschuss
19340512_SV StandMontafon 12.05.1934 24.05.2021, 14:49 [-1-] Zl. 2/1-Stand 1934 Niederschrift aufgenommen in der Kanzlei der Marktgemeindevorstehung Schruns am Dienstag den 12. Mai 1934 unter dem Vorsitze des Herrn Standesrepräsentanten Franz Wachter. Mit Einladung vom 9. Mai 1934 Zl. 1/1-St. wurde auf heute, Samstag den 12. Mai 1933 vormittags, eine Standesvertretungssitzung anberaumt, zu welcher erschienen sind 8 Standesvertretungsmitglieder. Nicht anwesend waren die Vertreter der Gemeinden Lorüns und Stallehr, hievon entschuldigt der Vertreter der Gemeinde Lorüns. Nach Eröffnung der Sitzung und dem Erklären der Beschlussfähigkeit durch den Herrn Vorsitzenden wird das Protokoll der letzten Sitzung vom 28. Dezember 1933 in Vorlage gebracht. Die Genehmigung und Unterzeichnung erfolgt ohne vorherige Verlesung, da jede Gemeinde bereits mit einer Durchschrift zum Amtsgebrauche beteilt wurde, der Sitzungsbericht im Montafoner Gemeindeblatt veröffentlicht wurde und daher die Herren Standesvertreter vom Inhalte in Kenntnis sind. - Einwendungen wurden keine vorgebracht.Sodann wird in die Beratung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen. Gefasst werden folgende Beschlüsse: 1.) Der Bericht der Gemeindevorstehung Gaschurn vom 3. Mai d.Js. über das a schwere Brandunglück, von dem die Fraktion Partenen in der Nacht vom 2. auf den 3. Mai 1934 betroffen wurde und dem 4 Häuser, 3 Ställe und 2 Baracken zum Opfer fielen, wird mit Bedauern zur Kenntnis genommen. b Das Ergebnis der Niederschriften über die Erhebung des Brandschadens bei den Versicherungsnehmern des Montafoner Feuerversicherungsvereines und zwar bei Rudigier Anton und Tschofen Rosa HNr. 57, Gemeinde Gaschurn für Verpflegsstation und Mark Regina HNr. 60 wird zur Kenntnis genommen. Die Auszahlung der Schadenvergütungssummen hat unter Beobachtung der Bestimmungen der Satzungen des Montafoner Feuerversicherungsvereines wie üblich zu geschehen. c Der Frau Regina Märk/Partenen ist über ihr Ansuchen um Bezugsbewilligung von 150 fm3 Nutzholz zum Wiederaufbau der abgebrannten Objekte (Haus und Stall) mitzuteilen, dass sie zur Bedarfsdeckung auch ihren Eigenwaldbesitz nach Maßgabe der forstwirtschaftlich tragbaren Ausmasse heranzuziehen hat. Die aus der Eigenwaldung nicht zu deckende Holzmenge wird gemäss des Eingeforsteten-Bezugsrechtes zur Abgabe bewilligt. 2.) Als Vertreter des Standes Montafon in den neu zu bestellenden Ausschuss der Konkurrenzstrasse Schruns-Silbertal wird Standesrepräsentant Franz Wachter in Schruns gewählt. Zu dessen Stellvertreter wird Heinrich Dajeng, Betriebsleiter der A. Ges. Montafonerbahn in Schruns delegiert. 3.) Nach Entgegennahme eines ausführlichen Berichtes des Standesvertreters Gemeindevorsteher Schapler/Vandans über die Bedeutung der Neuanlage des Raschitz-Weges in Vandans wird beschlossen, dem Ansuchen der Gemeinde Vandans um Beitragsleistung des Standes Montafon zu den Baukosten durch Holzlieferungen an die Baustellen im Laufe der nächsten Jahre im Werte von S 2000.— zu entsprechen. Das Interesse des Standes Montafon an der Anlage dieses Weges ist mit der bedeutend erleichterten Holzablieferung aus den höher gelegenen Standeswaldungen begründet. Es wird der Gemeindevorstehung Vandans dringend nahe gelegt, von den interessierten Alpen der künftigen Wegbenützung entsprechende Beitragsleistungen einzufordern. [-2-] 4.) Dem Ansuchen der Ziegerberger-Güterwegeinteressentschaft in Tschagguns um Bewilligung eines Beitrages von S 428.60, das ist 2,58% am Restkostenbetrag von S 17.000.—, errechnet nach dem Katastralreinertrag der mit der Güterwegeanlage in Verbindung stehenden Standeswaldungen per fl. 31,42, wird Folge gegeben. Durch diese Beitragsleistung wird das Interesse des Standes Montafon an dem Bestehen der Güterwegeanläge bewiesen. 5.) Zu den Evidenzhaltungsgebühren des Jahres 1935 in der Gemeinde Silbertal, die zum grössten Teil aus der Vermarkung der Grenzlinien zwischen Stand Montafon und den Alpenbesitzern entstanden sind, wird ein Beitrag von S 100.-- zur Auszahlung bewilligt. 6.) Das Ansuchen der Alpverwaltung von Röbi/Gargellental (Besitzerin der Alpe ist die Gemeinde Bürserberg) um Bezugsbewilligung von 75,85 fm3 Nutzholz zum Alpstallneubau nach vorgelegtem Bauplan ist, nachdem eine Servitutenregulierung für diese Alpe nicht vorliegt und sie daher nach allgemein geltenden Grundsätzen zu behandeln ist, in folgender Weise über Antrag des Vorsitzenden zu erledigen: Die Hälfte der notwendigen Holzmenge ist zum ordentlichen Stockgeldpreise ab zugeben, während die andere Hälfte mit dam ortsüblichen Kaufpreis bezahlt werden muss. Dabei ist die Abgabe von Schindelholz mit Rücksicht auf das äusserst geringe Vorkommen dieser Holzart gänzlich untersagt. 7.) Dem Ansuchen des Forstwartes Albert Zugg/St. Gallenkirch um Beförderung von der 8. in die 10. Gehaltsgruppe wird nach Kenntnisnahme der Gesuchsgründe und des Vorlageberichtes der Bezirksforstinspektion Bludenz mit Wirksamkeit ab 1. Februar 1934 Folge gegeben. 8.) Der Kurrendalbeschluss vom 5. März 1934, mit welchem der Freiwilligen Feuerwehr Landschau/Tschagguns ein Beitrag in Form der Überlassung von 2 Tannen zum Ankauf einer Motorspritze bewilligt wurde, wird bestätigend zur Kenntnis genommen, 9.) Die Eingabe des Lorenz Gantner und Cons./Tschagguns-Krista um Erneuerung der Bezugsbewilligung für einen Nutzholzstamm zur Verwendung als Brunnentrog kann aus grundsätzlichen Erwägungen nicht bewilligt werden. 10.) Dem Christian Batlogg/Bartholomäberg wird die nachgesuchte Bezugsbewilligung für 8 Sagstämme und 2 Schindelstämme zwecks Vergrösserung seiner Wagner- und Schreinerwerkstätte nicht erteilt, da das Objekt nicht eingeforstet ist und zu Erweiterungsbauten statutengemäss überhaupt kein Holz aus Standeswaldungen abgegeben werden kann.- Übrigens besitzt die Partei Eigenwaldungen, aus denen sie den Bedarf selbst zu decken vermag. 11. folgenden Parteien wird der Verkauf von Abbruchholz innerhalb der Gemarkungen des Tales Montafon über Ansuchen bewilligt: Pfeifer Cnristian/St. Gallenkirch ca. 10 rm3 Wachter Johann Josef/Tschagguns ca. 3 rm3 Gregor Wittwer/Gaschurn ca. 10 fm3. 12.) Den Abbrändlern Vallaster Jakob und Mangeng Leo/Bartholomäberg kann aus grundsätzlichen Erwägungen das in Anrechnung gebrachte Stockgeld für zum Wiederaufbau der Objekte erhaltenes Standesholz nicht nachgelassen werden. Die Einbringung derartiger Gesuche ist auch künftighin zwecklos, sie müssen ohne Ausnahme abgelehnt werden. 13.) Mangels Selbstverschulden ist für den Holzbezug des Martin Juen/St. Anton i.M. ausserhalb der Forsttagsatzung nicht das doppelte Stockgeld zu berechnen. Von dieser Ausnahmebehandlung wird der Bezug des Zaunholzes, Sagstammes und des Brennholzloses betroffen. 14.) Das Ansuchen des Jagdpächters Ernst Kündig/Pfäffikon-Schweiz um kaufweise Überlassung eines Bauplatzes im Standeswaldgebiet Gaschurn (Harzenwald) für Zwecke der Erstellung einer Jagdhütte wird nicht bewilligt. - Standeseigentum ist im Prinzip unverkäuflich. Gegen Leistung eines jährlichen Anerkennungszinses von S 5.— steht [-3-] dagegen dem Abschluss eines Pachtvertrages für die benötigte Grundfläche keine Schwierigkeit im Wege. - 15.) Der Verwaltung der Alpe Golm ist über ihre Eingabe bei möglichster Rücksichtnahme auf die Begründungen mitzuteilen, dass der Kaufpreis für das bezogene Nutzholz zum Alpstallneubau entsprechend dem Standesvertretungsbeschluss vom 19. November 1932 neuerlich mit S 20.— pro fm3 (entgegen der ursprünglichen Preisfestsetzung mit S 26.--) bestimmt wird, wenn der am Kaufpreise noch heute ausstehende Betrag bis längstens 15. Juni 1934 samt dem ab 19. November 1932 angefallenen Zins restlos bezahlt wird, - Durch dieses neuerliche Entgegenkommen bringt die Standesvertretung zum Ausdruck, dass sie die wirtschaftliche Notlage der Alpgenossen in zulässigem Ausmass berücksichtigt hat. 16.) Auf verschiedene Eingaben um kaufweise Überlassung von abgängigem a Holz in verschiedenen Teilen der Standeswaldungen wird bestimmt, dass ein Verkauf derzeit nicht erfolgt, b Um feststellen zu können, ob abgängiges Holz im Vermiltobelwald/St. Gallenkirch für die Bedarfsdeckung der Eingeforsteten bringbar ist, hat ein Ausschuss, bestehend aus den Standesvertretern Gemeindevorsteher Anton Netzer/St. Gallenkirch, Alois Flöry/Gaschurn, Forstwart Josef Bargehr /St. Gallenkirch und Standesforstwart Adolf Fleisch/Schruns, eine Besichtigung an Ort und Stelle vorzunehmen.- Das Augenscheinergebnis ist bei der nächsten Sitzung mitzuteilen, c Bezüglich der Verwertung von ca. 20 fm3 bereits ausgezeigtem Abgangholz bei der Steinwand/Silbertal wird Vollmacht erteilt dem Standesrepräsentanten Franz Wachter/Schruns und dem Standesvertreter Gemeindevorsteher Anton Fritz/Silbertal. 17.) Der A.Ges. Montafonerbahn in Schruns wird die Bewilligung erteilt, auf den neu auszugebenden Aktien dieser Gesellschaft das Wappen des Standes Montafon anbringen zu können. 18.) Die in letzter Zeit vorgekommenen grossen Brandunglücke im Lande lassen es zur Pflicht werden, auf die Einhaltung der feuerpolizeilichen Vorschriften mit allem Nachdruck zu dringen. Die Standesvertreter als Gemeindevorsteher des Tales Montafon sind darin einig, dass in jeder Gemeinde mit grösster Genauigkeit die gesetzlich vorgeschriebene Feuerbeschau durchzuführen ist und dass diese Beschau auch auf die Maisässhäuser ausgedehnt werden muss. Jeder Gemeindevorsteher wird in seiner Gemeinde dafür besorgt sein, dass der richtigen Anwendung der feuerpolizeilichen Vorschriften erhöhte und andauernde Beachtung geschenkt wird. 19.) Der notwendig werdenden Rodung der Schneefluchtstellen der Alpe Vergalden/St. Gallenkirch im Standeswald wird zugestimmt. 20.) Der wiederholten Anregung nach Erwerbung des Fronser-Bergmahdes in Partenen wird stattgegeben. Die Durchführung dieses Beschlusses wird dem Standesrepräsentanten übertragen. 21.) Das neuerliche Gesuch einer Schermgemeinschaft in der Alpe Sporn um Nachlass von S 29,— Stockgeld für wohl bewilligtes, aber nicht bezogenes Schindelholz muss aus grundsätzlichen Erwägungen abgelehnt werden. 22.) Dem Franz Dönz/Silbertal wird der Bezug eines Brennholzloses ausserhalb der Forsttagsatzung gegen Bezahlung des einfachen Stockgeldes bewilligt, da der Bedarf erst nach Beendigung der Forsttagsatzung angefallen ist. Standesrepräsentant für Montafon Der Standesrepräsentant:
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  2. standesprotokolle
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19331228_SV StandMontafon 28.12.1933 24.05.2021, 11:30 [-1-] Zl. 2/7-Stand 1933 Niederschrift aufgenommen in der Kanzlei der Marktgemeindevorstehung Schruns am Donnerstag den 28. Dezember 1933 unter dem Vorsitze des Herrn Standesrepräsentanten Franz Wachter. Mit Einladung vom 23. Dezember 1933 Zl. 1/7-Stand wurde auf heute, Donnerstag den 28. Dezember 1933 vormittags, eine Standesvertretungssitzung anberaumt, zu welcher 8 Standesvertretungsmitglieder erschienen sind. Nicht anwesend waren die Vertreter der Gemeinden Lorüns und Stallehr. Nach Eröffnung der Sitzung und dem Erklären der Beschlussfähigkeit durch den Herrn Vorsitzenden wird das Protokoll der letzten Sitzung vom 25. November 1933 in Vorlage gebracht. Die Genehmigung und Unterzeichnung erfolgt ohne vorherige Verlesung, da jede Gemeinde bereits mit einer Durchschrift zum Amtsgebrauche beteilt wurde, der Sitzungsbericht im Montafoner Gemeindeblatt veröffentlicht wurde und daher die Herren Standesvertreter vom Inhalte in Kenntnis sind. - Einwendungen wurden keine vorgebracht. Sodann wird in die Beratung der vorliegenden Tagesordnung eingegangen. Gefasst werden folgende Beschlüsse: 1.) Die Angelegenheit des Eigentumsstreites betreffend die GP. Nr. 2041 und 2045 in Bartholomäberg zwischen der Gemeinde Bartholomäberg und dem Stand Montafon ist in ein entscheidendes Stadium getreten. Bekanntlich wurde mit der Entscheidung der Grundbuchanlegungskommission für die Gemeinde Bartholomäberg vom 30. Juli 1931 über die Anmeldung des Eigentumsrechtes auf die in GP.Nr. 2041 und 2045 enthaltenen Waldflächen die Eintragung der Gemeinde Bartholomäberg als Eigentümerin beschlossen bezw. aufrecht erhalten und der Stand Montafon mit seinen Ansprüchen auf Zuerkennung des Eigentumsrechtes auf den Zivilrechtsweg verwiesen. An Hand des Rechtsgutachtens des Vertreters des Standes Montafon vermag sich dieser nun zu orientieren und hat sich schlüssig zu werden, ob er innerhalb der Frist des eingeleiteten ersten Richtigstellungsverfahrens seine Ansprüche auf Zuerkennung des Eigentumsrechtes anmelden will oder sofort mit der Eigentumsklage gegen die Gemeinde Bartholomäberg vorgehen soll. Die Standesvertreter sind sich der weittragenden Folgen ihres zu fassenden Entschlusses voll bewusst und fassen nach eingehender Aussprache einstimmig folgenden Beschluss: Antragssteller: Standesrepräsentant Wachter: Mit Rücksicht darauf, dass die Gemeinde Bartholomäberg zum Gemeindeverband Stand Montafon gehört, also ein Glied dieser öffentlich-rechtlichen Körperschaft darstellt und das Vorhandensein der Möglichkeit einer Einigung im Vergleichswege besteht, sind die Ansprüche auf Zuerkennung des Eigentumsrechtes im Richtigstellungsverfahren anzumelden. Sollten aber die im Züge dieser Anmeldung vorzunehmenden Vergleichsversuche ergebnislos verlaufen, so ist dann mit der Eigentumsklage gegen die Gemeinde Bartholomäberg vorzugehen. Die Standesvertretung will durch diesen Vorgang die betont friedfertige Haltung neuerlich feststellen. Der Vertreter von Bartholomäberg, Herr Gemeindevorsteher Josef Kessler, gibt im Namen der Gemeinde Bartholomäberg hiezu die Erklärung ab, dass auch die Gemeinde Bartholomäberg grösstes Interesse an einer gütlichen Einigung mit dem Stand Montafon besitzt und er sich für einen Erfolg der Vergleichsverhandlungen persönlich einsetzen werde. [-3-] 2.) Dem Ansuchen des Loretz Josef/Tschagguns um Verkaufsbewilligung für ca. 12 fm3 Abbruchholz wird mit der Einschränkung stattgegeben, dass die Abgabe nur innerhalb der Grenzen des Tales Montafon erfolgen darf. 3.) Das Ansuchen der Katharina Fritz/Vandans um Rückersatz von Feuerversicherungsprämien aus Anlass einer Doppelversicherung wird nicht bewilligt. Die Versicherung beim Montafoner Feuerversicherungsverein ist per 31.12.1933 zu löschen. 4.) In Auswirkung des Beschlusses vom 25. November 1933 über die Auflassung der Versicherung in Goldschilling haben sich 5 Parteien gemeldet, die eine Goldschilling-Versicherung fortzusetzen wünschen. Diesen Parteien ist mitzuteilen, dass mit Rücksicht auf die geringe Anzahl von Bewerbern keine Abänderung des Beschlusses vom 25. November 1933 vorgenommen wird und keine Ausnahmebehandlung eingeräumt wird. Es steht diesen Parteien frei, ihre Begehren zu annullieren, die Versicherung in österr. Schilling ab 1. Jänner 1934 fortzusetzen oder das Vertragsverhältnis zum Montafoner Feuerversicherungsverein zu lösen. Der Standesrepräsentant: [Unterschrift der Standesvertreter]
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