19140519_ltb00461913_Petitionsausschussbericht_Kinderrettungsvereinsunterstützungsgesuch

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Letzte Änderung 05.07.2021, 13:36
Gemeinde Landtag
Bereich oeffentlich
Schlagworte: ltm_,ltp10,ltb0,lt1913,ltb1913
Dokumentdatum 04.07.2021
Erscheinungsdatum 04.07.2021
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46* Beilage zu den stenogr. Berichten des Vorarlberger Landtages. VI. Session der 10. Periode 1913/14. Beilage 46. Bericht des j)etitionsausschusses über das Gesuch des Ainderrettungsversines in Poratlberg um Unterstützung aus tandesmitteln. Hoher Landtag! Der Vorstand des Kinderrettungsvereines in Vorarlberg begründet seine Bitte um Unterstützung aus Landesnritteln mit dem Hinweis, daß derselbe zwei Anstalten zu erhalten hat und in den letzten Jahren in große materielle Schwierigkeiten geraten ist. Die Anstalt in Jagdberg, seit 1904 Eigentum des Vereines, ist Erziehungs- und BesserungsAnstalt, während die Anstalt in Binden; (Marienheim). übernommen im Jahre 1908, sich mit der Erziehung und dem Unterrichte geistig zurückgebliebener Kinder befaßt. Beide Anstalten wirkten bisher, wie landbekannt, sehr segensreich zuni Wohle der Kinder und Familien, der Gemeinden und des Landes und verdienen schon aus diesem Grunde eine wohlwollende Berücksichtigung seitens des hohen Landtages. Der bittstellerische Kinderrettungsverein verdient die wohlwollende Berücksichtigung noch im erhöhten Maße aus bem Grunde, weil die zwei Anstalten, die er erhält, eine vor ihrem Jnslebentreten in Bezug auf Schule und Erziehung im Lande recht fühlbare Lücke ausfüllten. Bestünden die zwei Anstalten des Kinderrettungsvereines heute nicht, so müßten sie geschaffen werden. Nachdem aber die Gemeinden und das Land am Bestände und der Erhaltung genannter zwei Anstalten des Kinderrettungsvereines ein so großes Interesse hat, so liegt es auf der Hand, daß der hohe Landtag in Wahrung der Interessen des Schul- und Erziehungswesens und in Anerkennung der großen Aufgaben, welche die Anstalten des Kinderrettungsvereines mit lobenswertem Eifer zu lösen sich bestreben, nur eine Pflicht erfüllt, wenn er den Kinderrettungsverein mit einem namhaften Beitrage unterstützt, so bald nachgewiesen ist, daß der Verein in materielle Schwierigkeiten geraten ist. Diese materiellen Schwierigkeiten sind aber tatsächlich vorhanden. In den letzten Jahren hat in Vorarlberg eine so intensive Sammlungstätigkeit für gleiche oder ähnliche Zwecke, wie sie der Kinderrettungsverein mit seinen zwei Anstalten verfolgt, eingesetzt, daß die Einnahmen aus Mitglieder­ beiträgen empfindliche Einbuße erlitten. So war der Durchschniltsbeitrag für die Jahre 1905—1913 pro Jahr rund K 3900—, für die Jahre 1905—1909 rund K 3100 —, für die Jahre 1910—1913 305 46. Beilage zu den stenogr. Berichten b«8 Vorarlberger Landtages. VI. Session der 10. Periode 1919/14. nur mehr rund K 2650'—, somit ein jährlicher Entgang von K 450"— oder K 1800' — für die letzten 4 Jahre, von welchen die Jahre 1910 und 1911 gar nur einen Durchschnitt von K 2496 — gegenüber von rund K 2900'— an Mitgliederbciträgen in den vorausgegangenen Jahren. Zu diesem empfindlichen Ausfall an Mitgliederbeiträgen kam noch das Brandunglück vom 11. Jänner 1913, wodurch der Neubau eines Ökonomiegebäudes notwendig wurde, dessen Kosten sich auf K 27.266 60 beziffern, während die Brandentschädigung nur K 16.372 86 beträgt. Es hat sohin der Kinderrettungsverein für den Abgang von K 10.893 74 aufzukommen. Im Bittgesuche wird endlich auch darauf hingewiesen, daß im Besitze, des Kinderrettungsvereines auch die große Ruine des ehemaligen Schlaffes Jagdberg sich befindet und daß dieselbe nach dem Urteile von Fachleuten in nächster Zeit einer mit nicht unbedeutenden Kosten durchzuführenden Restaurierung unterzogen werden muß, um diese Zierde des Walgaues vor größerem Schaden zu bewahren und vor dem schließlichen Verfalle zu reiten. Aus vorstehenden Daten und Ausführungen ist unzweifelhaft zu entnehmen, daß der Kinder­ rettungsverein in den letzten Jahren in große materielle Schwierigkeiten geraten ist und seinen über­ nommenen Aufgaben mit den ihm zugebote stehenden materiellen Mitteln kaum mehr nachkommen kann und daher auf außerordentliche Unterstützungsbeiträge angewiesen ist. Da das Land Vorarlberg an den vom Kinderrettungsvereine unterhaltenen zwei Anstalten, ihrem weiteren Bestände und segensreichen! Wirken ein großes Interesse hat, so errachtet der Petitionsausschuß das an den hohen Landtag gerichtete Gesuch um Unterstützung als gerechtfertigt und begründet und stellt folgenden Antrag; Der hohe Landtag wolle beschließen: „Dem Kindcrrettungsverein in Vorarlberg wird aus Landesmitleln ein einmaliger Unterstützungsbeitrag von K 4000'— für das Jahr 1915 gewährt." Bregenz, 19. Mai 1914. Josef Kennerknecht, Obmannstellvertreter. Dekan Mayer, Berichterstatter. SDrud nen 9!, Säwtfd) in Breien*, 206 '