Heimat_Wolfurt_2004_28

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Letzte Änderung 01.06.2021, 20:44
Gemeinde Wolfurt
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Schlagworte: wolfurt,imported
Erscheinungsdatum 01.10.2004
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Heft 28 Zeitschrift des Heimatkundekreises Oktober 2004 Bild 1: Der neue Schießstand an der Ach im Jahre 1975 Sonderheft Schützen Weil unsere wertvollen Schützenscheiben und auch die Schützenfahnen nicht allen zugänglich sind, soll ein großer Teil davon in diesem Heft den interessierten Lesern gezeigt werden. Um eine bessere Vorstellung von den Bildern zu erhalten, verwenden wir zum ersten Mal Farbdruck. Bildnachweis Bilder 1, 2, 3 u. 5 Hubert Mohr 4 Engelbert Köb 36 bis 41 Karl Hinteregger Alle anderen stammen aus dem Schützenarchiv Wolfurt. Bitte! Diesem Sonderheft 28 liegt wieder ein Erlagschein bei. Zur Deckung unserer Auslagen bitten wir um eine Spende auf unser Konto Heimatkundekreis 87 957 bei der Raiba Wolfurt (BLZ. 37 482). Neubestellungen Von den bisherigen Ausgaben von „Heimat Wolfurt" stehen noch die letzten Hefte (Nr. 17 bis 27) in beschränkter Anzahl für Neubestellungen zur Verfügung, von älteren Heften nur mehr Einzelstücke. Bestellungen bitte mit Angabe der Adresse an die Schriftleitung. Keine weiteren Verpflichtungen! - Lediglich die Bitte um eine freiwillige Zuwendung. Herausgeber: Heimatkundekreis Wolfurt Für den Inhalt verantwortlich: Siegfried Heim, Funkenweg 11, A-6922 Wolfurt Satz und Grafik: Erik Reinhard, A-6922 Wolfurt Fotosatz: Mayr Record Scan, A-6922 Wolfurt Druck: Lohs Ges.m.b.H., A-6922 Wolfurt Siegfried Heim Wolfurter Schützengeschichte Ein „Schütze" war ursprünglich ein Jäger, der mit seinem Pfeil oder auch dem Speer seine Sippe mit Fleisch von erlegtem Wild versorgte. Seit dem Mittelalter wurden aber auch die Männer, die mit Bogen, Armbrust oder später mit einer Büchse bewaffnet das Land gegen eindringende Feinde verteidigen sollten, als Schützen bezeichnet. Noch bis 1918 wurden die Schützen-Vereine, deren Mitglieder ihre Treffsicherheit in friedlichen Wettkämpfen auf den Schießständen unter Beweis gestellt hatten, immer wieder auch als militärische Einheiten in die Kriege einberufen. Heute gilt der Schießsport als sinnvolle Freizeit-Beschäftigung und als friedlicher Wettbewerb, der die körperliche und geistige Ertüchtigung der Schützen zum Ziel hat. Außer den Sportschützen vom Schießstand und einigen Erinnerungen an den Militärdienst kennt man bei uns das Wort „Schützen" als Namen für ein altes Gasthaus. Es gibt auch noch ein paar Familien „Schützos ", die ihren Hausnamen in Erinnerung an einen Jäger in der Ahnenreihe tragen. Und vom Horoskop her wissen wir vom Sternbild Schütze und von seinem Symbol mit dem gespannten Bogen. Unsere Wolfurter Schützengilde gibt als Gründungsjahr ihres Vereins das Jahr 1838 an, also als Zweitältester Verein nach der Blasmusik von 1816. Das hat seine Berechtigung, denn in jenem Jahr wurde über kaiserlichen Auftrag im Dorf ein Schießstand eingerichtet. Hier wurden ab jetzt regelmäßig „Besf'-Schießen veranstaltet. Die Wurzeln des Schützenwesens reichen aber viel weiter zurück. Die Quellen berichten vor allem von Kriegen, aber auch von Festen, bei denen MusketenSchüsse und Böller-Krachen die Feier verschönerten. Die allerältesten Schießstände für Bogen- und Armbrustschützen sind schon um 1370 in Bregenz, Feldkirch und in Bludenz nachgewiesen. 1434 feierten die Feldkircher ein Schützenfest mit „internationaler" Beteiligung. Im Jahre 1498 vereinigten sich in Bregenz die Armbrustschützen mit den neumodischen Büchsenschützen zu einer kirchlich genehmigten Bruderschaft, bei welcher sogar Kaiser Maximilian Mitglied war.1 Kellhofer und Hofsfeiger Schützen Die erste Nachricht von den Hofsteiger Schützen haben wir aus dem Jahre 1525, als hundert Männer nach Bregenz zogen und die katholisch gebliebene Stadt vor dem Ansturm der reformierten Bauern retteten.2 Im Schmalkaldischen Krieg verteidigten die Hofsteiger Schützen das Land zusammen mit den Hofriedenern an der Bregenzer Klause. Weil Galli Küng zu den Evangelischen übergelaufen war, wurde er gefangen, gefoltert und schließlich von Pferden zerrissen.3 Erfreulicheres erfahren wir von den Wolfurt-Kellhofer Schützen in Diensten der Grafen von Hohenems. Dort führte Jakob Hannibal 1567 seine junge Frau Hortensia, die Schwester des später heilig gesprochenen Karl Borromäus, im Triumphzug aus Italien heim. Das Paar wurde mit Kanonen, Böllern, Glockengeläute und Festbeleuchtung großartig empfangen. Unter den 500 Bewaffneten standen auch die Kellhofer mit Musketen und Hellebarden. Als im Jahre 1603 die wehrfähigen Männer zur Erbhuldigung an Jakob Hannibals Sohn Graf Kaspar nach Hohenems befohlen wurden, reihten sich in die insgesamt 443 Schützen auch 77 aus Dornbirn und 55 aus dem Kellhof Wolfurt ein. Die letzteren wurden von Bastian Kelnhofer angeführt und trugen nur 13 Musketen, sonst Spieße, Hellebarden oder Schlachtschwerter. Die Männer schworen einen feierlichen Eid, sie wollten in Kriegszeiten für ihren Herrn und seine Festung Hohenems Leib, Gut und Blut einsetzen.4 Auch 1618, als der 30jährige Krieg begann, mußten die Kellhofer zur Musterung nach Hohenems. Sonst fand die Musterung der Schützen meist in der Standlaube am Fuß der Kirchenstiege in Wolfurt statt. Im Jahre 1621 wurde eine neue Wehrordnung für das Land beschlossen. Die Stände beharrten auf ihren alten Rechten. Weiterhin durften die Schützen nur zur Verteidigung des eigenen Landes aufgeboten werden und weiterhin sollte jeder sein Gewehr daheim aufbewahren. In andere Ländern wurden die Waffen ja damals in zentralen Zeughäusern gesammelt und gepflegt. Gar oft wurden die Hofsteiger und Kellhofer Schützen in den folgenden Jahrhunderten in Kriegseinsätzen an die Grenzen des Landes gerufen. Daß sie aber auch andere Funktionen hatten, beweist eine Notiz in der Fischer-Chronik von 1768. Die Schützen („Ausschutz ") von Wolfurt und Rickenbach nehmen „ von alters her.. mit under und yber gewehr" (mit Seiten- und Schulterwaffe) an der jährlichen Fronleichnams-Prozession teil. Nun wird ein „Krigsfahnen" angeschafft, eine Fahne, die die Aufmärsche der Schützen verschönern sollte.5 Große Not brachten die Franzosenkriege von 1796 bis 1814 über das Dorf. Die Hofsteiger Schützen standen damals unter der Führung von Joh. Jakob Schertler aus Unterlinden. Als das Land 1805 an die Bayern gefallen war, führten diese die allgemeine Wehrpflicht ein. Beim Aufstand von 1809 nahmen die Hofsteiger und Hofriedener Schützen jetzt auch außerhalb des Landes an Überfällen auf Lindau und Konstanz teil. 4 Im Juni 1809 führte Hauptmann Schertler „zu Roß" seine Hofsteiger Schützen mit 15 Offizieren und 369 „Gemeinen" nach Weiler im Allgäu. Dort wurde er vom Landeskommandanten Anton Schneider zum Major befördert und mit der Führung des ganzen Bataillons Bregenz betraut. Die 169 Wolfurter wurden jetzt von den beiden Leutnanten Josef Schwerzler und Joh. Georg Reiner befehligt. Der erste Sturm auf Kempten mißlang. Dabei starben Leutnant Reiner und der Schütze Anton Lenz „in acie campiduni", in der Kemptener Schlacht. Drei Wochen später versuchte Schertler einen zweiten Sturm. Das Gefecht vom 17. Juli bei Eglofs endete mit schweren Verlusten und einer panikartigen Flucht. Unter den Toten war auch Anton Geiger vom Bühel, der Fahnenträger. Die erste Wolfurter Schützenfahne dürfte damals, wenn sie nicht verbrannt wurde, als Kriegsbeute in ein bayerisches Museum gekommen sein. Jetzt mußten die Vorarlberger alle ihre Waffen samt dem Schießpulver nach Lindau abliefern. Im Gemeinde-Archiv ist noch eine Ablieferungsliste vom August 1809 erhalten geblieben: Gewehre 52 Stuck Stutzen 5 Stuck Säbel 3 Stuck Patron Taschen 7 Stuck auch einige Päckel Pulfer et bley. Schon ein paar Tage vorher waren 48 Gewehre abgeliefert worden. 13 Schützen gaben an, sie hätten ihre Waffen bei der Flucht von Eglofs verloren. Major Schertler mußte sich im Hauptquartier von General Beaumont in Lindau einfinden und seine Unterwerfung beschwören. Hundert Jahre später wurde der Name des allseits geschätzten Mannes am Anton-Schneider-Denkmal in Bregenz eingefügt. Seit 1977 erinnert auch eine Gedenktafel am neuen Wolfurter Schießstand an Jakob Schertler und seine Schützen von 1809. Daß wenigstens einige von diesen Schützen schon bald nach der Rückkehr Vorarlbergs zu Österreich wieder Gewehre und Pulver besaßen, erfahren wir aus dem Bericht über den Einzug eines neuen Pfarrers: „Pro 1814 den 4ten Jully ist .... der Hochwürdige Herr .... Aloys Graßmayer .... von Bregenz abgeholt worden mit gröster Solumetät, es wahren bey 20 Reiter, 5 Gutschen u. Wägen von der Zollbrügge hat Ihn auch der Ausschuß mit Trummel und Pfeifen und fliegenden Fahnen abgeholt .... nach dem Gottesdienst.... mit wiederholtem böller geschüze und Salve der Musgeten zum Pfarrhof begleitet worden. " h Zu einem Freudenfest gehörten damals und noch lange danach einfach Böllerkrachen und Pulverdampfund natürlich auch Musik. Seit in Wolfurt im Jahre 1816, zwei Jahre nach dem Pfarrer-Einzug, eine Blasmusik gegründet worden war, marschierte diese bei unzähligen festlichen Anlässen gemeinsam mit den Schützen. So ist zum Beispiel aus dem Jahre 1824 eine Abrechnung des Gemeindekassiers erhalten geblieben. Schützen und Musik waren miteinander „zur Paradierung bei S. K. K. 5 Hocheit Prinzen von Österreich " ausgerückt. Erzherzog Franz Karl, der Vater des späteren Kaisers Franz Joseph, hatte in Bregenz eine Parade der Schützen abgenommen. Am anderen Tag kassierte der Schützenhauptmann Andreas Klocker bei der Gemeinde die Spesen von 44 Gulden ein. Auch die Musikanten erhielten 24 Gulden. Dem Kaiser ging es darum, die Wehrkraft seines Heeres durch gut ausgebildete Schützen zu stärken. Mit seinen Vorarlberger Schützen konnte er aber in diesen Jahren gar nicht zufrieden sein. Das geht aus einem umfangreichen Schriftverkehr des Guberniums in Innsbruck mit Kreishauptmann Ebner hervor. Ebner war auch für die Landesverteidigung verantwortlich und faßte die Berichte der sechs Vorarlberg er Landrichter zusammen: 1. Von den Bayern wurden 1809 alle Schußwaffen beschlagnahmt. Das Scheibenschießen war verboten. Die Bevölkerung ist verarmt. Nur wenige Schützen waren nach 1814 in der Lage, sich neue Gewehre zu besorgen. Daher sind auch viele Schießstände verfallen. 2. Der Anreiz zum Scheibenschießen fehlt, weil die landesfürstlichen Preisgelder nur mehr spärlich fließen. 3. Ein wesentliches Hindernis zur Wiederbelebung des Scheibenschießens ist das gültige Wehrstatut. Danach muß sich jeder Bürger und Bauer nach seiner Verehelichung oder bei Antritt eines Gewerbes in die Schützenmatrik einschreiben. Er ist verpflichtet, drei Jahre lang an den Schießübungen („KaisergabenSchießen") teilzunehmen. Anfänger sehen keine Möglichkeit, ein „Best" zu gewinnen, weil gute Schützen im Vorteil sind. Sie werden daher durch die hohen „Muß"-Einlagen abgeschreckt. Zur Beendigung dieser unbefriedigenden Zustände fordert Kreishauptmann Ebner daher: 1. Bau neuer Schießstände. Sie müssen so zentral gelegen sein, daß die Anmarschzeit höchstens drei Stunden beträgt. 2. Erhöhung der landesfürstlichen Gnadengaben. 3. Einführung einer neuen Schützenordnung, die zum Scheibenschießen ermuntert. Unter den Orten, wo Ebner schon im Jahre 1828 neue Schießstände fordert, ist Wolfurt. Hier sollen auch Bucher und Lauteracher Schützen unter Aufsicht eines „einsichtsvollen" Oberschützenmeisters ihre Übungen abhalten.7 Es dauerte noch volle zehn Jahre, bis die durch den Kirchenbau von 1833 verarmte und auch arg zerstrittene Gemeinde Wolfurt dem Auftrag des Kreishauptmanns folgte und dem Schützenwesen neuen Auftrieb gab. Schützen des Kaisers, Neubeginn 1838 Gemeindevorsteher war in jenen schwierigen Jahren der Rickenbacher Adlerwirt Leonhard Fink. Wolfurt besaß jetzt in 230 Häusern 236 Familien mit insgesamt 1311 Einwohnern. Fink hatte 1834 die Pfarrkirche gegen großen Widerstand provisorisch fertiggestellt. 1835 hatte er eine erste Feuerwehrspritze angeschafft. Nun plante er gemeinsam mit dem neuen Pfarrer Hiller die Errichtung einer Kaplanei und den Bau eines Kaplanhauses. Da blieb für den vom Kreisamt geforderten Schießstand nur wenig Geld. Treibende Kraft für das Schützenwesen dürfte der Ziegelfabrikant und langjährige Schützenhauptmann Andreas Klocker (1787-1844) gewesen sein. Gemeinsam mit seinem Bruder Josef Anton besaß er eine große Ziegelei an der Ach. 1836 baute er an der Bützestraße ein neues Haus (Forstars, jetzt Nr. 18, Zimmerei Böhler). Klockers einziger Sohn Josef ließ sich 1845 als Glaser an der Hub nieder und begründete dort mit seinen zehn Kindern die Sippe der Glasar-Klocker. Ein Schießstand-Gebäude vermochten die Wolfurter vorerst nicht. Aus der von Schnidarles Hannes im Jahre 1899 gemalten Scheibe geht hervor, daß der Stand lediglich aus ein paar Pfählen und einer Latte bestand. Wenige Jahre vorher hatte der Rößlewirt für die Vergrößerung von Kirche und Friedhof ein gutes Stück von seinem Bühel abgetreten. Als man dann alle Bäume gefällt hatte, blieb unterhalb der Friedhofmauer gerade noch genug Platz für einen Garten und einen „Stand" für die Schützen. Für den Schreiber mußten ein Tisch und ein Stuhl auslangen. Die Scheiben standen auf der anderen Seite des Tobeis in Richtung Schloß. Von dort dürften schon damals Schützenbuben mit Zeichen die Treffer und die Fehlschüsse angezeigt haben. Kein Wunder, daß die dem Wolfurter Stand zugeteilten Schützen aus Lauterach nicht zufrieden waren! Schon nach einem Jahr suchte die Gemeinde Lauterach 1839 um einen eigenen Schießstand an. Sie fürchtete, „ daß die jungen Leute alle Sonn- und Feiertage ihr Geld verzehren, in Streit und Händel geraten und endlich bei Nacht auf den unsicheren Straßen mit den verschlagenen Köpfen nach Hause kämen ".8 Ab jetzt übten viele Lauteracher an verschiedenen Plätzen im eigenen Dorf. Einen richtigen Schießstand erhielten sie aber erst 1847. Den Wolfurtern mußte ihr einfacher Stand auf dem Rößle-Bühel vorerst genügen. Auch bei festlichen Anlässen rückten Schützen und Musik aus. Eine Gelegenheit dazu bot im September 1844 der neuerliche Besuch von Erzherzog Franz Karl in Bregenz. Diesmal hatte er seine ältesten drei Söhne mitgebracht, den 14jährigen Prinzen Franz Joseph, der schon vier Jahre später als Kaiser den Thron der DonauMonarchie besteigen sollte, den 12jährigen Prinzen Maximilian, der später als unglücklicher Kaiser von Mexiko erschossen wurde, und den 11jährigen Prinzen Karl Ludwig. Kreishauptmann Ebner notierte vom Schützen-Aufmarsch: 6 7 „Es waren Zuseher von allen Seiten herbeigeströmt. Namentlich waren nebst den Bregenzerschützen auch jene von Hörbranz, Hard, Lautrach und Wolfurt einmarschirt in großentheils absurden Kostümen Die türkischen Musiken derselben vollbrachten einen Höllenlerm, und endlich gaben sie Dechargen wovon mehrere dem regulären Militär zur Ehre gereicht haben würden!" 9 Bald danach übersiedelte der Wolfurter Schießstand vom Kirchenbühel nach Rickenbach. Der Engelwirt Josef Fischer hatte in den Adler hinaus geheiratet und wollte das gute Geschäft mit den Schützen dorthin mitnehmen. Die paar Latten konnte man ja überall schnell aufstellen. Schon 1846 richtete der Adlerwirt neben seinem Biergarteri direkt an der Landstraße nach Schwarzach einen Schuppen für die Schützen ein. Im Kataster von 1857 wird dieser Schuppen als „Schießhaus" bezeichnet. Auf der Fischer-Schützenscheibe sieht man die Begrenzungsmauer zur Dornbirnerstraße. Der Kugelfang stand nach einem Schreiben von 1848 am anderen Ende von Adlerwirts Wiese nahe am Rickenbach. Nach der Überlieferung soll auch im Kella geschossen worden sein. Dafür gibt es aber keine Belege. Der Rickenbacher Stand war ja auch nur 14 Jahre lang in Betrieb. Im Jahre 1845 hatte das Gubernium die neue kaiserliche Schießstandsordnung für Tirol und Vorarlberg verlautbart. In mehreren Schreiben wurden Bestellung, Bezug, Transport und Aufbewahrung von Schießpulver genau geregelt. Das Pulver mußte in Säckchen abgefüllt und diese in Fäßchen verschlossen werden. Transport in Postkutschen war verboten, vielmehr mußten die Fäßchen von „nüchternen Bothen" überbracht werden. Ein Zentner „rundkörniges Scheibenpulver" für die Stutzen kostete 41 Gulden, Sprengpulver für die Böller dagegen nur 29 Gulden.10 Eine ganz wichtige Änderung im Wolfurter Schützenwesen brachte das Jahr 1860. In Spetenlehen hatte Joh. Martin Fischer, ein Enkel des ersten Wolfurter Vorstehers, in seinem Haus (heute Hofsteigstraße 27) ein Gasthaus „Schützen" eingerichtet und dazu auf dem Bühel auf eigene Kosten einen neuen Schießstand gebaut.11 Damit zog er das Geschäft mit den Schützen an sich. Schon im ersten Jahr wurden hier die vom Bezirksamt überwiesenen 13 kaiserlichen Gnadengaben im Betrag von 40 Gulden 95 Kreuzer ausgeschossen. Abwechselnd mit Hard und Lauterach fand jetzt jedes Jahr ein „Hofsteigschießen" statt, damals bereits unter diesem heute wieder gebräuchlichen Namen. In das Schießprotokoll des „4. Hofsteig-Freischießen in Wolfurt 1865" ließen sich 391 (!) Schützen eintragen, darunter neben Wolfurtera und Lauterachern solche aus dem ganzen Land von Hohenweiler bis Nenzing und von Fußach bis Andelsbuch. Dem „K.K. Gemeinde-Schießstand zu Wolfurt" gehörten jetzt 69 Schützen an. Oberschützenmeister war 1866 der damalige Gemeinde-Vorsteher Josef Halder. Das Fischer-Gasthaus hieß eigentlich „Rose", wurde aber meist „Schützen" genannt. Der Schützenwirt Fischer war ein begeisterter Sänger und beherbergte neben den Schützen regelmäßig auch den Gesangverein. Trotzdem geriet er in finanzielle Schwierigkeiten. 1873 bot er den Schießstand der Gemeinde zum Kauf an, „wiederigenfalls er seine Gebäulichkeit für sich verwende, und die Gemeinde 8 andersartig für einen Schießstand zusorgen überlasse ". Die Gemeinde lehnte ab. 1875 kaufte der Nachbar Kronenwirt Michael Sohm das Gasthaus Schützen samt dem Schießstand. Das Konkurrenz-Gasthaus schloß er, den Schießbetrieb hielt er aufrecht. Ab 1875 wurde also die „Krone" zur Schützenwirtschaft und blieb es genau hundert Jahre lang, bis die Schützen ihren neuen Stand an der Ach eröffneten. Der erfolgreiche Kronenwirt hatte natürlich Neider. Mehrmals wurde er angezeigt, weil die Schützen ohne den vorgeschriebenen Kugelfang gegen den Wald hinauf geschossen hätten. Vorsteher war damals der Adlerwirt Joh. Gg. Fischer. Dieser unternehme, so hieß es in der Zeitung, nichts gegen den Kronenwirt Michael Sohm, weil der Sohn des Kronenwirts mit der Schwester des Vorstehers verheiratet sei. Schon 1877 übergab Michael Sohm seine beiden Häuser an seinen gleichnamigen Sohn. Als dieser bald danach den ehemaligen Schützen verkaufte, behielt er den Bühel und vereinigte ihn mit Kronenwirts Bühel. Seither gehört der Schießstand zur Krone. Alles zusammen verkaufte Sohm 1879 an Wendelin Pfanner. Pfanner überließ nun 1880 den Schießstand für 200 Gulden der Gemeinde. Er behielt sich aber Nutzungsrechte vor, darunter das Recht zur Abhaltung von PrivatFreischießen und das alleinige Recht zum Ausschank von alkoholischen Getränken. Er baute 1882 sogar eine Kegelbahn ein. Erst später ging der Schießstand ganz in Gemeindebesitz über und wurde in mehreren Stufen zu einem beliebten SchützenTreffpunkt ausgebaut. Mit vielen anderen Schützen beteiligten sich auch die Wolfurter am Aufmarsch zum Kaiser-Besuch von 1881 in Bregenz und am anschließenden großen Schützenfest am „Berg Isel". Unter Oberschützenmeister Ferdinand Schneider wurde zum 50-JahrJubiläum 1888 gemeinsam mit den Fronleichnams-Schützen eine Fahne angeschafft. Allerdings gab es ihretwegen viel Streit.12 (Mehr darüber weiter hinten S. 53). Die meisten Standschützen waren übrigens gleichzeitig auch Fronleichnams-Schützen. Sie rückten dort bei feierlichen kirchlichen Anlässen in Uniform aus.13 Aus dem Jahre 1891 ist die älteste Wolfurter Ehrenscheibe erhalten geblieben. Alle älteren Scheiben waren mangels Aufbewahrungsmöglichkeit bald wieder verloren gegangen. 1895 wurde der neue Kronenwirt Carl Müller zum O.Sch.M. gewählt. Der Verein blühte auf. In diesen Jahren setzten sich endgültig Gewehre mit PatronenMunition durch. Bisher waren noch häufig Vorderlader-Stutzen verwendet worden. Schon 1898 wurde der baufällig gewordene Schießstand von Grund auf erneuert. Zum 50jährigen Regierungs-Jubiläum von Kaiser Franz Joseph fand am 1. Mai 1898 ein großes Fest-Schießen auf dem neuen Stand statt. Dazu wurde dem Kaiser eine Ehrenscheibe gewidmet. Landeshauptmann Adolf Rhomberg hielt vor über 1000 Zuhörern die Festrede. Besonders beeindruckte die Besucher das Feuerwerk in den späten Abendstunden.14 Noch im gleichen Jahr fuhren die beiden Schützenmeister mit Vorsteher Lorenz Schertler und vier weiteren Schützen zum Bundes-Schießen nach Wien. 9 Nach der k.k. Schießstandsordnung von 1874 war jeder Schütze verpflichtet, jährlich auf dem eigenen Stand an mindestens drei Schießübungen teilzunehmen. Jedesmal mußte er dabei mindestens dreißig Schüsse abgeben. Zur Kontrolle wurde ein Matrikelbuch geführt. Im neuen Buch von 1898 sind 308 Schützen eingeschrieben, darunter 59 aus Lauterach und 7 aus anderen Nachbargemeinden. Unter den 242 Wolfurtern ist selbverständlich auch der Vorsteher Lorenz Schertler. Die Freude an dem neuen Schießstand zeigte sich nicht nur in der großen Schützenzahl, sondern auch in den vielen Ehrenscheiben aus diesen Jahren. Darunter befindet sich auch jene kostbarste Wolfurter Scheibe, auf die Schnidarles Hannes 1899 die drei Schießstände malte (Bild 6). Nach der Jahrhundertwende folgten die goldenen Sticker-Zeiten für Wolfurt. Sie spiegeln sich in einer ganzen Reihe von übermütigen und trinkseligen Schützenscheiben wieder. Am 29. Juni 1913 feierte die „Standschützen Gesellschaft Wolfurt" - so nannte sie sich jetzt - ihr 75jähriges Gründungsfest. Unter Oberschützenmeister Rudolf Böhler, Postmeister und Sternenwirt, erhielt der Verein eine neue Fahne (Bilder 4, 40 u. 41). Ein Jahr darauf begann der große Weltkrieg. Schon am 1. August 1914 mußten die Männer bis zu 42 Jahren mit dem Landsturm einrücken. Am 21. August wurden im Vereinshaus durch Landeshauptmann Rhomberg auch die Standschützen als reguläre Soldaten vereidigt. 60 Kennelbacher bildeten zusammen mit 95 Wolfurtern eine Kompagnie. Sie wählten Ludwig Köb, Lehrars, zu ihrem Hauptmann. Nur ein paar Tage exerzierten sie im Oberfeld. Dann marschierten 60 Wolfurter Schützen am Pfmgst-Heiligtag, 23. Juni 1915, vom Kirchplatz weg nach Bregenz. Mit dem Zug wurden sie an die Front ins Südtirol gebracht. Dreieinhalb Jahre härteste und verlustreiche Kämpfe in den Dolomiten folgten und dann noch ein Hungerjahr in italienischer Gefangenschaft in Albanien.15 Neun Schützen kehrten nicht mehr heim. Schützengesellschaft und Schützengilde Die Not nach dem Krieg zwang eine ganze Reihe von jungen Wolfurtern, darunter auch einige Schützen, zur Auswanderung nach Amerika. Vorsteher Lorenz Schertler versuchte, dem Vereinsleben wieder Auftrieb zu geben. Auf sein Schreiben hin trafen sich am 26. August 1923 elf Männer im neuen Vereinshaus und gründeten den Schützenverein neu, jetzt unter der Bezeichnung „Schützengesellschaft Wolfurt". Standschützen-Oberleutnant Dr. Wilhelm Mohr hatte Statuten erarbeitet. Er übernahm auch selbst die Stelle als „1. Schützenmeister". Der „2. Schützenmeister" Josef (Pepe) Flatz und Schriftführer Albert Kirchberger stellten sich als verläßliche Helfer an seine Seite. Zuerst mußte der wieder baufällig gewordene Schießstand mit Hilfe eines Baukredits von vier Millionen Kronen saniert werden. Die Gemeinde als Eigentümerin des Standes besaß ja am Höhepunkt der Inflation selbst kein Geld mehr und konnte lediglich ein paar Tannen für Bretter und Balken beisteuern. Aber am 4. November 1923 wurde doch bereits ein erstes „Schübling"-Schießen durchgeführt. Zum ersten Mal knallten nach zehn bitteren Jahren die Stutzen wieder in sportlichem Wettkampf. Aus 125 Metern Distanz schoß man auf 33 Zentimeter-Scheiben mit 10 Kreisen.16 Noch immer füllten die Schützen ihre Patronen selbst nach individuellen „Rezepten" und setzten oft erst am Stand ihre Zündkapseln ein. Eine ganz wichtige Aufgabe hatten bei jedem Schießen die Schreiber und die „Zeiger" zu erfüllen. Die Zeiger waren Buben und Burschen, die am Scheibenstock die Scheiben beaufsichtigten. Mit einer zweifarbigen Kelle zeigten sie jeden Treffer und auch dessen Abweichung vom Zentrum an. Dafür erhielten sie Schübling und Brot und meist auch eine Limonade. Nach Beendigung des Schießens gruben sie mit ihren Taschenmessern die Bleikugeln aus dem Erdreich. Als Schreiber benötigte man gestandene Männer, denn es kam nicht selten zu Auseinandersetzungen, wenn ein ehrgeiziger Schütze seinen Fehlschuß nicht akzeptieren wollte. Als Dr. Mohr nach Bregenz übersiedelte und Martin Dietrich 1. Schützenmeister wurde, nahm man das Inventar auf. Da fanden sich neben zwei Fahnen und sechs Gewehren bereits 32 Ehrenscheiben. In den nächsten Jahren gewann der Schießstand Wolfurt mit seinen verschiedenen Gesellschafts- Schießen einen guten Ruf und konnte immer mehr prominente Gäste begrüßen. Die Mitglieder Isidor Flatz und Martin Gmeinder errangen 1928 die Auszeichnung „Meisterschütze in Vorarlberg". Ab 1929 wirkten sich die Weltwirtschaftskrise und die parteipolitischen Auseinandersetzungen immer mehr auch in Streitigkeiten bei den Vereinen aus. Von 53 eingeschriebenen Mitgliedern erschienen 1932 nur mehr 11 zur Hauptversammlung. Statt einer geplanten Schützen-Uniform konnte nur ein einheitlicher Hut mit einem Adler-Stoß angeschafft werden. In diesen Jahren nahm das Schießen mit dem Kleinkaliber-Gewehr, das die alten Schützen lange als „Pfutzgarle" belächelt hatten, einen großen Aufschwung. 11 10 Trotz der gedrückten Stimmung gab es immer wieder Anlässe, zu denen Schützenfreunde eine Ehrenscheibe spendierten. Weitaus die meisten davon malte der unermüdliche Johann Fischer, Schnidarles Hannes. Im Jahre 1937 ließen sich fünf ehemalige Standschützen-Offiziere, darunter der inzwischen als Arzt zu Weltruhm gelangte Wolfurter Professor Dr. Lorenz Böhler, eine Scheibe vom Kennelbacher Schützenkameraden Engelbert Karg malen. Der Aufmarsch und das Schießen auf diese Scheibe wurden am 5. September 1937 zum letzten Schützenfest vor dem Zweiten Weltkrieg. Schon am Vorabend hatten Dr. Böhler selbst und seine Söhne mit je einem Schuß auf diese Scheibe ein Erinnerungszeichen gesetzt. Nach der Eingliederung Österreichs in das Deutsche Reich im März 1938 wurde die Schützengilde wie alle anderen Vereine sofort aufgelöst. Die Ortsleitung der NSDAP übernahm den Schießstand. Dort begann ein reger Schießbetrieb. Allerdings hatten die alten Stutzen ausgedient. HJ (HA-Jott, Hitlerjugend) und SA (Sturm-Abteilung) schössen jetzt mit dem preisgünstigen KK-Gewehr auf den 50 Meter-Ständen. Sogar die zehnjährigen Pimpfe übten schon in den Schulklassen mit LuftdruckGewehren im Rahmen der „vormilitärischen Ausbildung". Aus Anlaß des 25. Jahrestages des Auszugs der Standschützen in den Ersten Weltkrieg stifteten die neuen Machthaber im Mai 1940 eine Ehrenscheibe (Bild 19). Zu einem Preis-Schießen kamen am Pfingstmontag, 2. Juni 1941, sogar Gauleiter Hofer und Kreisleiter Dietrich auf den Wolfurter Schießstand. Auch die zur „Schützenmusik" umgetaufte Bürgermusik mußte spielen, allerdings fehlte der in Ungnade gefallene Kapellmeister Rohner. Bald wurde der Umgang mit dem Gewehr für viele Männer an den Fronten zum entsetzlichen Ernst. In den letzten Kriegsmonaten mußten im Rahmen des „Volkssturms" sogar die bisher verschonten älteren Jahrgänge noch unter dem TraditionsNamen „Standschützen" zur Ausbildung in vierwöchigen Kursen ins Südtirol. Am 2. Mai 1945 marschierte die französische Armee ein, der Krieg ging zu Ende. Wieder mußten, wie damals nach dem Aufstand von 1809 gegen die Bayern, alle Waffen abgeliefert werden. Neben Jagdgewehren und uralten Stutzen aus dem vorigen Jahrhundert wurden auch gute Sportwaffen eingesammelt und auf einem Haufen beim Schulhaus vernichtet. Der Schießstand wurde einige Zeit von marokkanischen Soldaten bewohnt und erlitt dadurch arge Beschädigungen. Es dauerte viele Jahre, bis sich das Leben wieder normalisierte. Albert Kirchberger hatte mit den alten Schützen-Akten sein Protokollbuch getreulich aufbewahrt und übergab nun alles zusammen dem ehemaligen U.Sch.M. Pepe Flatz. Gemeinsam mit dem langjährigen Funktionär Paul Schwarz versuchte dieser ab 1951, das Schützenwesen zu neuem Leben zu erwecken. Nach Überwindung großer Schwierigkeiten wurden tatsächlich schon im Herbst 1952 ein Jagd-Schießen und ein Frei-Schießen durchgeführt. Unter Leitung des provisorischen Schützenmeisters Erich Gasser fanden sich dann am 15. März 1953 in der Krone immerhin 15 Schützen zu einer Generalversammlung zusammen. Nur mühsam ging es aufwärts. Es fehlte an Gewehren und 12 Munition, an Geld und an Preisen. Ein Gewittersturm richtete im August 1958 am Schießstand großen Schaden an. Eine Änderung brachte erst das Jahr 1960. Unter O.Sch.M. Josef Dietrich waren Karl Aichholzer als Kassier und Hubert Flatz als Schriftführer in den Ausschuß gewählt worden. Mit neuen Ideen setzten sie Impulse zur Umkehr des „Krebsgangs im Schützenwesen". Besonders bewährte sich die Einführung eines regelmäßigen Trainings. Nach zwanzig Jahren wurde 1960 auch erstmals wieder eine Scheibe geschossen, mit der man der in den letzten Jahren verstorbenen Funktionäre gedachte (Bild 20). Schon im Jahre 1961 konnten bei Mannschafts-Wettkämpfen gegen Hohenems, Nonnenhorn und Schwarzenberg beachtliche Erfolge erzielt werden. Als stets zielsichere Schützen sind in den Aufzeichnungen Hans Loacker, Karl Aichholzer und Martin Dietrich festgehalten. Ihr Beispiel riß mit, auch bei den ständigen Renovierungsarbeiten am Schießstand, bei denen Aichholzer das Kommando und die meiste Arbeit übernahm. Die Zahl der Mitglieder stieg an. Jetzt wurden jedes Jahr gut vorbereitete Vereinsmeisterschaften durchgeführt und mit großem Ehrgeiz ein „Schützenkönig" gekürt. Auch Damen wurden als Mitglieder aufgenommen und die Jungschützen mit großer Aufmerksamkeit betreut. Als sich immer mehr junge Menschen um die Mitgliedschaft bemühten, auch solche aus Nachbargemeinden, in denen kein Schützenverein mehr bestand, wurde es bei den Schüblings- und Meisterschafts-Schießen auf Kronenwirts Bühel und bei den Generalversammlungen in Luzias Stube in der Krone langsam eng. Unter Allfälligem begann Egon Pehr in der Generalversammlung vom 30. Jänner 1970 daher eine Debatte über einen Schießstand-Neubau. Schriftführer Hubert Flatz griff die Idee auf und fand allgemeine Zustimmung. Wieviel Arbeit ihm daraus in den folgenden fünf Jahren erwachsen würde, konnte er noch nicht ahnen. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 Vallaster, Schützenscheibenbuch, Dornbirn 1984, S. 118 Bilgeri, Geschichte Vorarlbergs III, S. 44 Wie 2, S. 90 Welti, Jakob Hannibal, S. 103 und S. 443 ff und Kellnhof Wolfurt, S. 6. GA Wolfurt, Fischer-Chronik, S. 16 GA Wolfurt, Chronik Schneider 2, S. 53 Hubert Flatz, Schützen-Chronik, 1988, S. 1 ff, nach Forschungen im VLA Fröweis, Rathausfenster Lauterach, Nr. 3/2001, S. 14 Ebner, Tagebuch 1844, 14.-17. September Nach Akten 1846 im Schützenarchiv Wolfurt GA, GV-Protokolle, Einladung zur Sitzung am 16. Aug. 1860 GA, Chronik Schneider 3, S. 277 ff Heimat Wolfurt 23/1999, S. 42 GA, Chronik Schneider 3, S. 213 Heimat Wolfurt 7/1991, S. 33 ff Schützenprotokoll v. 1. Okt. 1924, Ladschreiben 13 1975 - Der neue Schießstand an der Ach Im Jänner 1970 war also in der Krone die Idee zu einem neuen Schießstand geboren worden. Alle dachten dabei zuerst an einen Neubau am alten Platz auf Kronenwirts Bühel. Dort gab es aber schon bisher Probleme mit Zufahrt und Parkplatz für die inzwischen ja weitgehend motorisierten Schützen. Und auf dem vor ein paar Jahren noch unverbauten Bühel standen jetzt auch schon einige Einfamilienhäuser. Trotz alter verbriefter Rechte konnten daraus in der Zukunft für die Schützen Erschwernisse entstehen. Da richtete Gemeindesekretär August Geiger die Aufmerksamkeit der Verantwortlichen auf das LAWK-Gelände an der Ach, von dem der Fußballverein schon 1947 ein großes Stück pachtweise übernommen und darauf seinen Sportplartz errichtet hatte. Tatsächlich erhielten die Schützen nun am 17. Dezember 1970 von der LAWK (Linksseitige Achwuhrkonkurrenz) die Grundparzelle 303/15 in Pacht. Die Planung konnte beginnen. Hubert Flatz hat darüber mit Hilfe von sorgfältig geführten Tagebuch-Aufzeichnungen im Jahre 1988 eine eigene Schießstand-Chronik verfaßt, aus welcher ich hier einiges zitieren darf. Im Februar 1971 wurde unter Obmann Karl Aichholzer ein Bauausschuß gebildet und bald danach die Rodung des Auwaldes in Angriff genommen. Als Hindernis erwies sich eine von der Gemeinde nach dem Krieg aufgestellte Baracke, deren Bewohner zuerst umgesiedelt werden mußten. Die Gemeinde verbürgte sich für einen Baukredit. Schon im Mai 1972 legte Edelbert Klimmer als Mitglied des Bauausschusses die ersten Pläne vor. Ab jetzt übernahm er die gesamte Planung und auch den größten Teil der Bauaufsicht. Die nun beginnende dreijährige Bautätigkeit wurde eine heute unglaublich anmutende Erfolgsgeschichte. Es gelang Hubert Flatz und Ferdl Matt, eine große Anzahl von freiwilligen Helfern zur Mitarbeit zu bewegen, die Arbeiten unter Leitung von erfahrenen Fachleuten zu koordinieren und das notwendige Baumaterial rechtzeitig vor Ort zu bringen. Darüber hinaus erhielten die Schützen, deren Begeisterung sich nicht selten auch auf die Lieferanten übertrug, beachtliche Spenden an Material, Maschinenstunden oder Zufuhrkosten. Viele Kontakte zu den Firmen vermittelte der Planer Edelbert Klimmer, andere besaß Hubert Flatz selbst in seinem Freundeskreis und unter den Wirtschaftstreibenden von Wolfurt. Im April 1973 begann man mit dem Aushub für das Hauptgebäude, bereits am 29. September konnte die Firstfeier stattfinden. Einziger Wermutstropfen war ein Protest der Oberfelder Nachbarn gewesen, die glaubten, ihre paradiesische Ruhe könnte allenfalls durch Schießlärm beeinträchtigt werden. Sie ließen sich aber bald durch Schallmessungen von Fachleuten beruhigen. Durch das ganze Jahr 1974 waren immer wieder ganze Gruppen von Schützen mit ihren Freunden mit dem Innenausbau beschäftigt. Fast alle taten es für ein Dankeschön und eine Jause, die in großzügiger Art jeweils der Sternenwirt Metzgermeister Johann Fischer spendierte. 14 Bild 2: Die Schützenstube mit der Kassettendecke Bild 3: Wegkreuz beim Schießstand: „.... daß einer über uns steht, der unsere Geschicke lenkt." Im November 1974 konnte im ausgebauten Kellergeschoß das Luftgewehr-Training aufgenommen werden. Den ganzen Winter über arbeiteten Willi Abier und Tone Repolusk an der Restaurierung der kostbaren alten Schützenscheiben, die sie von der Decke des alten Standes an der Hub abgenommen hatten. Bei der Zimmerei Berchtold wurden sie zum Einbau vorbereitet. Als die aus 38 Scheiben zusammengesetzte Decke schließlich von Fachleuten begutachtet wurde, ernteten die Handwerker höchstes Lob. Am 30. Mai 1975 wurde die Eröffnungsscheibe geschossen. An den folgenden 14 Tagen kamen 363 Schützen aus dem ganzen Land, aus der Schweiz und aus Deutschland und machten das Schießen auf dem vielbewunderten Wolfurter Stand zu einem anhaltenden Fest. Gemeinschaftssinn und Idealismus hatten ein großes Werk geschaffen. Zuerst sind da sicher die weit über 12 000 freiwillig von Handwerkern und Hilfsarbeitern geleisteten Arbeitsstunden zu nennen, die Schriftführer Ferdl Matt in seinem Stundenbuch fein säuberlich aufgezeichnet hat. Aus der Liste der 130 Namen stechen einige mit besonders großen Stundenzahlen hervor. Weitaus angeführt werden sie vom Gesamtleiter Hubert Flatz und seiner rechten Hand Ferdl Matt. Daneben 15 sind der Planer Edelbert Klimmer, Zimmermann Willi Abler, Baupolier Josef Leitner, Bodenleger Karl Aichholzer, die Schlosser Tone Lingenhel und Günther Muxel, die Elektriker Werner Dietrich und Wilfried Braitsch, Gärtner Franz Strezek und schließlich der Maler Anton Repolusk zu nennen, die für ihre Spezialgebiete verantwortlich zeichneten, aber auch sonst überall Hand anlegten, wo sie gebraucht wurden. Entscheidend für das Gelingen ihres Werks war jedoch die Mitarbeit jener weiteren 120 hier nicht genannten Helfer! Auch in der Liste der zahlreichen Förderer des Schießstandes fallen einige Namen auf. So hatte Alwin Rohner schon in der ersten Stunde, damals 1970 noch draußen in der Krone, die Lieferung sämtlicher Ziegel zugesagt. Er hielt sich nicht nur daran, sondern stellte unentgeltlich zusätzlich noch Zement, Kalk und Rohre nach Bedarf zur Verfügung. Neben den großen Beiträgen durch die Firmen Doppelmayr, Eisenkonstruktionen, und Berchtold, Zimmermannsarbeit, fällt Luis Erath in Lochau auf, der die Waschbetonplatten für den Hausplatz nicht nur spendierte, sondern auch selbst verlegte. Viele andere schließen sich an, von Holzsägern über Baggerfahrer bis zum Bildhauer Nitz in Lochau, der das Kruzifix für die Schützenstube stiftete. Ihre Namen sind auf einer Ehrenscheibe im Hauseingang verzeichnet. Nicht vergessen werden sollen die beachtlichen finanziellen Zuwendungen von Gemeinde Wolfurt, Land Vorarlberg und von der Österr. Turn- und Sportunion, der die Schützengilde Wolfurt beigetreten war. Sie alle konnten das Geld im sicheren Bewußtsein überweisen, daß es durch den Idealismus der Schützen vervielfacht in der Zukunft reiche Zinsen tragen würde. Als Hubert Flatz sein großes Werk fertiggestellt und auch fertig bezahlt hatte, wollte er seinen Dank noch auf ganz besondere Art abstatten. Bei Bildhauer Hubert Fessler in Hörbranz fand er ein Wegkreuz aus Stein, das er persönlich etwas oberhalb des Schießstandes aufstellte und am 18. Mai 1980 von Pfarrer Willi einweihen ließ (Bild 3). Er schreibt dazu. „Ich habe dieses Feldkreuz aufstellen lassen im Bewußtsein, daß einer über uns steht, der unsere Geschicke lenkt. Ihm haben wir zu danken, daß unser Gemeinschaftswerk, der Schießstandbau, gut gelungen ist. " Der neue Schießstand bewährte sich in den folgenden Jahren bei vielen Wettkämpfen. Im Erdgeschoß beherbergt er die Halle mit den 12 Klein-Kaliber-Ständen für die 50 Meter-Distanz und den großen Aufenthaltsraum, die „Schützen-Stube". Sie besitzt als Nebenräume eine kleine Küche mit einer praktisch eingerichteten Schank und die notwendigen Sanitär-Anlagen. Das ermöglicht die Bewirtung von Schützen und Gästen in angenehmer Atmosphäre. Hier hat sich ein Team von fleißigen Schützenfrauen sehr bewährt. Neben der Schießhalle befinden sich noch ein abgesonderter Auswertungsraum, natürlich mit Computer-Einrichtung, und ein Büro. Im Untergeschoß sind 12 Luftgewehr-Stände für 10 Meter-Distanz eingerichtet. Daneben sind eine zweite Schützenstube und ein separater Auswertungsraum sowie ein Vorratskeller situiert. Das Schießen mit großkalibrigen Gewehren und Jagd16 waffen, wie es auf den ehemaligen Ständen gepflegt wurde, ist im neuen Wolfurter Schießstand nicht mehr möglich. Dazu werden Interessenten auf die Anlagen einiger befreundeter Vereine im Land verwiesen. In einem Anbau stehen ausreichend Absteilflächen und Stauraum für die vielen Gerätschaften, die der moderne Schießbetrieb erfordert, zur Verfügung. Auf dem landschaftlich schönen Platz vor dem Gebäude ist auch die Abhaltung der zur Tradition gehörenden Schützenfeste möglich. Regelmäßig treffen sich an den Ständen junge und alte Schützen, Frauen und Männer, Wolfurter und Freunde aus den Nachbargemeinden. Sie üben ihr Auge und ihre ruhige Hand. Sie tauschen Erfahrungen aus und pflegen nach Feierabend die Gemeinschaft in gastlicher Runde. Die Liste der Erfolge von Vereins-Mitgliedern füllt viele Seiten der Chronik. Die junge Generation von Funktionären wird, gestützt auf die Erfahrung ihrer älteren Schützenkameraden, die USG Wolfurt sicherlich gut in die Zukunft führen. Wir Wolfurter sind stolz auf unsere Schützengilde und auf unseren Schießstand! 17 „Union Schützengilde Wolfurt" Die Vereinsführung im Jahre 2004 Markus Gasser Oberschützenmeister Romana Herburger Unterschützenmeisterin Roland Matt Marjeta Ulmer Thomas Ulmer Werner Böhler Rene Skamletz Josef Leitner Willi Hehle Franz Ratz Schriftführer Kassierin Sportleiter Kleinkaliber Sportleiter Luftgewehr Sportleiter Luftpistole Schützenrat Schützenrat Schützenrat Obersehüt/enmeister in Wolfurt Nach der Schützen-Chronik von Hubert Flatz, 1988. Aus den Anfängen des Schützenwesens sind nur zwei Schützenmeister bekannt: 1838-1844 um 1866 Andreas Klocker Josef Halder Ziegelfabrikant Gemeinde-Vorsteher Ab 1883 hat Flatz die Liste mit Hilfe der Schützenscheiben erstellt, ab 1923 liegen Protokolle vor. 1883-1886 1886-1890 1890-1895 1895-1904 1904-1911 1911-1915 1923-1926 1926-1928 1928-1931 1931-1937 1953-1954 1954-1957 1957-1963 1963-1972 1972-1979 1979-1981 1981-1996 1996Joh. Georg Fischer Ferdinand Schneider Martin Arnold Carl Müller Josef Rünzler Rudolf Böhler Dr. Wilhelm Mohr Hans-Martin Dietrich Paul Schwarz Siegfried Kalb Erich Gasser Josef Flatz Josef Dietrich Alfred Fischer Hubert Flatz Günther Muxel Ferdl Matt Markus Gasser Adlerwirt und Vorsteher Fabriksarbeiter und Chronist Bauer Kronenwirt Steinhauer Sternenwirt und Postmeister Landesbeamter Bauer Klöppelspitzenfabrikant Schwanenwirt Schreiner Fahrradmechaniker Elektriker Klöppelspitzenfabrikant Finanzbeamter Schlosser Finanzbeamter Angestellter Annelies Rohner Klaus Muxel Fahnenpatin 1984 Fähnrich Ehrenmitglieder 2004 Ferdl Matt Franz Strezeck Edelbert Klimmer Wilfried Braitsch Josef Leitner Valentin Lanker Helmut Vögel Alwin Rohner Roman Fekonja Ehren-Oberschützenmeister 18 19 Die Schützenscheiben Schützenscheiben sind Ehrenscheiben! Sie halten meist ein besonderes Ereignis fest und bekunden die Wertschätzung, die die Kameraden mit ihrem Ehrenschuß auf die bunte Scheibe zum Ausdruck bringen wollten. Darüber hinaus lassen sie den Betrachter einen Blick in die Geschichte tun, erzählen von den Leistungen der Schützen und von übermütigem Festtreiben, von Kaiser und Papst, von Jubiläen großzügiger Spender, aber auch von Kriegsnot und Tod. Die älteste erhalten gebliebene Schützenscheibe in unserem Land stammt aus Feldkirch und trägt die Jahreszahl 1640. Da können die Wolfurter Scheiben natürlich nicht mithalten. Noch lange Zeit besaß unsere Gemeinde keinen Stand, in dem man die Bilder hätte aufbewahren können. Auch die 12 Scheiben, für die Lorenz Höfle 1863 den Schützen sieben Gulden verrechnete, sind verschwunden. Auf eine davon war bereits ein „Hanswurst" aufgemalt, ein Faschingsnarr als Zielfigur. Im Schießstand wurden in die Täfel-Decke der Schützenstube 38 Scheiben eingearbeitet, dazu 11 in die Decke des LG-Standes im Keller. Weitere 21 Bildtafeln schmücken die Wände. Etwa 30 kleine Scheiben haben einen Platz an der Wand im LG-Stand gefunden. Von den insgesamt mehr als hundert Scheiben soll in diesem Heft eine Auswahl aus allen Gebieten des Schützenwesens gezeigt werden. Sie könnten für dich bei einem Besuch in unserem Schützenheim ein kleiner Führer sein. Den Anfang machen wir mit der historisch besonders wertvollen Scheibe aus dem Jahre 1899. Die folgenden Bilder sind in bunter Vielfalt nach ihrem Alter von 1891 bis 1988 gereiht und machen uns das Auf und Ab des Schützenwesens im 20. Jahrhundert bewußt. Angeschlossen sind einige Scheiben aus der Serie „AltWolfurt" und drei Ehrenscheiben für besonders verdiente Funktionäre. Den Abschluß bildet die große Jubiläums-Scheibe von 1988. Bild 6. Die Schießstand-Scheibe von 1899. Johann Fischer, Schnidarles Hannes, 1853-1945, war ein künstlerisch begabter Schreiner, Zeichner und Maler. Er hat sie für seinen Vater Josef Fischer, Schreiner an der Hub, zu dessen 50jährigem SchützenJubiläum gemalt. Das besondere an ihr ist, daß sie uns die drei ehemaligen Schießstände zeigt. Eigentlich hatte Fischer sein Jubiläum schon drei Jahre früher gefeiert, denn er war gemeinsam mit Johann Baptist Höfle 1846 bei den Schützen eingetreten.. Der Neubau des Schießstandes im Jahre 1898 machte eine Fertigstellung der Fischer-Scheibe mit dem gewählten Motiv erst jetzt möglich. Aber mit dem KaiserJubiläum im gleichen Jahr wollte Fischer wohl doch nicht konkurrieren und wartete daher noch ein Jahr. Im Bild sieht man den grauhaarigen Schützen mit geschultertem Stutzen. Er winkt uns grüßend mit dem Schützenhut zu. Zu seinen Füßen ein Schützen-Symbol: Schießscheibe und Narrenkappe zusammen auf einem Lorbeerzweig! Daneben der neue 20 Schießstand auf Kronenwirts Bühel mit grünen Fensterläden und einer rot-weißen Fahne auf hohem Mast. Davor sitzen Gäste, eine Kellnerin wartet auf. Im Hintergrund der Scheibenstock. Im Zentrum der Scheibe hält ein Falke die schwarzen Ringe des Ziels. Im der oberen Hälfte eine Rückblende in die jungen Jahre des Jubilars: Zuerst in einem Quadrat der älteste Schießstand im Kirchdorf. Zwei Schützen an einem einfachen Latten-„Stand". Daneben an einem Tisch der Schreiber. Hinten links die Häuser im Tobel, auf dem Bühel gegenüber die Schießscheiben. Oben das alte Schloß. Dazu eine Inschrift: „Schützenwesen 1838 beim Rössle Wolfurt". Die zweite Einblendung zeigt in einem Kreis einen anderen Stand. Diesmal lautet die Schrift: „Schießstand in Rickenbach 1846". Von der Straße tritt ein Schütze durch eine Lücke in der Mauer zu der einfachen „Schießhütte" mit dem steilen Bretterdach. Auf der Wiese einige Bäume und ein kleiner Stock mit zwei Scheiben. Weiter hinten ein Haus im Rickenbach-Lo und ein Berg. Aus Gemeinde-Akten und aus dem Kataster wissen wir, daß dieser Stand beim Gasthof Adler unmittelbar neben der Landstraße nach Dornbirn stand. An beide Stände konnten sich die Jubilare Josef Fischer, 1823-1902, und J.B. Höfle, 1826-1923, ganz sicher persönlich erinnern. Auf der Fischer-Scheibe sind insgesamt 43 Schützen mit ihren Ehren-Schüssen verzeichnet. Wir finden darunter den Jubilar Josef Fischer selbst, Altvorsteher Martin Schertler, den Altschützen und ehemaligen O.Sch.M. Ferdinand Schneider und O.Sch.M. Carl Müller. Ein einziger von den Schüssen, bei denen es ja nicht um Sieg und Niederlage ging, traf ins Schwarze, jener von Johann Gmeinder, Frickeneschers. Bild 7. Die älteste Wolfurter Scheibe trägt das Datum 3. Mai 1891. Sie zeigt einen vor dem Schützen flüchtenden Gamsbock. Auch diese Scheibe hat Schnidarles Hannes gemalt. Gewidmet wurde sie den neuen Schützenmeistern Martin Arnold aus Rickenbach und Gebhard Böhler aus dem Kirchdorf anläßlich ihres Amtsantritts. Bild 8. J.B. Höfle, s alt Küofarle von der Hub, hatte schon 1896 eine 50er-Ehrenscheibe spendiert. Als begeisterter Jäger sah er im Steinadler eine begehrte Beute. Höfle hat danach noch 27 weitere Jahre den Schützen angehört und ist erst 1923 als 9 8j ähriger von ihnen zu Grabe getragen worden. Diese und die meisten anderen von den 28 erhaltenen alten Schützenscheiben aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg hat nach einer Untersuchung von Anton Repolusk und Hubert Flatz der Maler Engelbert Köb angefertigt. Lehrars Engelbert auf dem Bühel war 1890 bekannt geworden, als er nach eigenen Entwürfen die Wolfurter Pfarrkirche ausgemalt hatte. Später hat er für seine Familie die Villa Bucherstraße 1 gebaut. Er war viele Jahre Erster Gemeinderat. 1915 ist er mit den Standschützen an die Front in den Dolomiten eingerückt und hat sich dort eine tödliche Krankheit zugezogen. 21 Bild 9. Zum 50jährigen Regierungs-Jubiläum von Kaiser Franz Joseph schoß die Schützengesellschaft 1898 eine Scheibe mit dem Kaiserwappen und dem Lothringer Kreuz aus. Wenige Wochen später ließen die befreundeten „Veteraner" ihre schöne Fahne weihen (Bild 38). Nachdem sieben Schützen im gleichen Jahr am Bundesschießen in Wien teilgenommen hatten, stifteten diese eine zweite Scheibe. Auch die 14 Teilnehmer am nächsten Kaiser-Jubiläums-Schießen 1908 spendierten wieder eine Scheibe, diesmal eine mit der Siegesgöttin. Bild 10. Daß manche Schützen auch sehr trinkfest waren, erfahren wir aus vielen Geschichten in den Protokollen. Daher stellte der Maler 1898 den Schmied Wilhelm Böhler vom Strohdorf mit Stutzen und Weinglas auf ein Faß. Bild 11. Ganz anders die Scheibe von 1899, die der Zimmermeister Josef Anton Köb, Lehrars, seinen Schützen-Kollegen widmete. Aus seinen Erinnerungen trat ein Bild aus dem Balkankrieg hervor, wo sich ein Schütze im grausamen Bajonettkampf gegen zwei Feinde durchsetzte. Bild 12. Im gleichen Jahr aber auch wieder Leichtsinn und Übermut.Schertler-Veres waren als eine der ersten Sticker-Familien zu Geld gekommen. Maria Schertler wurde von den Veteranern zu ihrer Fahnenpatin ausersehen. Ihr älterer Bruder Bernhard stiftete dieses Bild mit dem gefährlichen Hochrad und der Aufschrift „Behüt Dich Gott vor Fall und Wunden, vor bösen Weibern und vor Hunden!". Ein paar Jahre später hat Schertler die großartige Villa an der Lauteracherstraße bauen lassen. Bild 13. Ein neuer Vorstand wurde 1903 gewählt. Auf seine Schützenscheibe ließ er einen prachtvollen Löwen malen. Darunter verewigten sich die beiden Schützenmeister Josef Rünzler, Steinhauer in Spetenlehen, und Martin Dietrich, Bauer und „Armenvater" an der Hub, und dazu die beiden Schützenräte Gebhard Böhler, Schlosser im Dorf, und Gebhard Schedler, „Maschinen-Macher" im Loch. Bild 14. Noch eine Scheibe aus der Stickerei-Blütezeit von 1905! Schwankende Musikanten sind das Motiv für Kapellmeister Franz Rohner, Vinälars, und StickereiFabrikant Bernhard Schertler, Veres. Sie kommen vom Schwanen, wo sich die Sticker regelmäßig im Römer-Stüble trafen. Bild 15. Stellvertretend für viele erfolgreiche Meisterschützen des Vereins steht die Jubiläums-Tafel von Alt-O.Sch.M. Ferdinand Schneider aus dem Jahre 1908. Er war ein armer Fabriksarbeiter, aber begeisterter Jäger, Bergsteiger und Musikant. Außerdem betätigte er sich als Schauspieler, Feuerwerker, Sänger und Botaniker. Besonders wertvoll ist seine Dorf-Chronik, die auch allerlei Schützengeschichten enthält. So berichtet er, daß er die 3 Gulden 60 Kreuzer, die er dem Maler Engelbert 22 Köb für diese Scheibe schuldete, mit der Anlegung eines Gartens zu dessen neuer Villa oberhalb des Dorfplatzes abarbeitete. Aber wie bei vielen früheren Bewerben hielt er sich auch diesmal schadlos und gewann beim Kaiser-Jubiläums-Schießen im gleichen Jahr das bar ausbezahlte „Hauptbest". Bild 16. In den Kriegszeiten klaffen von 1912 bis 1924 und von 1940 bis 1960 große Lücken in den Reihen der Scheiben. Die erste nach dem Ersten Weltkrieg hat Pfarrer Simon Stadelmann 1924 zusammen mit Kapellmeister Rohner und O.Sch.M. Dr. Mohr nach einer Pilgerfahrt zum Papst nach Rom gestiftet. Sie zeigt ein prachtvolles Bild des Petersplatzes und wurde mit den Schützen auch vom Pfarrer selbst beschossen. An die gefallenen Schützen erinnern erst die Scheiben 1934 vom Heldendenkmal in Wien, 1936 vom Wolfurter Kriegerdenkmal, 1937 eine von fünf ehemaligen Offizieren gestiftete Tafel und schließlich die von 1940 (Bild 19). Bild 17. Albert Schwerzler, Hafnars, war 1905 nach Amerika ausgewandert, kehrte aber mehrmals auf Besuch in die Heimat zurück. Als er 1936 diese Scheibe mit der Silhouette von New York ausschießen ließ, waren unter den 44 Schützen auch der alte Hauptmann Ludwig Köb und viele Jungschützen. Den besten Schuß in die schwarzen Ringe brachte der damals 15jährige Hubert Flatz an. In seiner Chronik erzählt er, er habe dafür fünf Schillinge bekommen, die ihm seine Mutter aber gleich wieder zur Aufbesserung ihres schmalen Haushaltsgeldes abgefaßt habe. Bild 18. Eine Hochzeitsscheibe spendierte Ernst Gmeiner, Fideles, 1937 anläßlich seiner Vermählung. Etwas anzüglich neckten ihn seine übermütigen Freunde mit einem Schützen, der vor einer drohenden Wildsau auf einen Baum geflüchtet ist und die Waffe wegwirft. Bild 19. Sogar die NS-Zeit ist als bedrückender Teil unserer Geschichte in der Scheibensammlung präsent. Die 1940 gemalte „Ehrenscheibe zum 25. Jahrestag des Ausmarsches der Standschützen von Wolfurt am 23. Mai 1915 in den Weltkrieg" nennt die Namen der im Krieg verstorbenen neun Schützen. Sie zeigt nach dem Anschluß Vorarlbergs an den Gau Tirol als Wappen den roten Tiroler Adler mit dem Hakenkreuz und dazu das Wolfurter Wappen von der Schützenfahne von 1913. Gestiftet wurde die wegen ihrer Rarität heute sicher auffallende Scheibe vom „Ortsschützen-Verband Wolfurt 1940". Unter den zum Ehrenschuß aufgerufenen Schützen-Veteranen findet man den ehemaligen Standschützen-Hauptmann Ludwig Köb und die beiden Leutnante Dr. Wilhelm Mohr und Joh. Gg. Hohl. Daneben steht als Ehrengast der „Orts-Schützen-Leiter" Emil Beck. Bild 20. Die Scheibe von 1960 ist die erste nach der langen Unterbrechung durch den Zweiten Weltkrieg. Sie zeigt den Scheibenstock und weit hinten die Wald23 Kapelle auf Kronenwirts Bühel vor dessen Verbauung. Gewidmet ist sie dem Gedächtnis an acht verstorbene Funktionäre. Drei davon waren O.Sch.M. gewesen: Hansmarte Dietrich, der Schwanenwirt Siegfried Kalb und der Fahrrad-Mechaniker Pepe Flatz. Dazu erinnert sie an Fritz Pehr, Karl Müller, Hannes Fischer-Seppos, Mathias Rist und Isidor Flatz. Bild 21. Eine feinsinnige Hochzeitsscheibe von 1967 für Alwin Rohner und Annelies Schertler. Beide blieben den Schützen mit großen Verdiensten verbunden, Annelies als Fahnenpatin, Alwin als großzügiger Förderer des Schießstand-Neubaus. Bild 22. Viele Scheiben berichten von den Erfolgen der Wolfurter Schützen bei örtlichen und internationalen Wettkämpfen. Diese häuften sich besonders, nachdem ab 1960 ein regelmäßiges Training aufgenommen worden war und die JungschützenBetreuung Früchte trug. Zuerst war schon 1973 Wolfgang Aichholzer als Jungschütze Landesmeister und ein Jahr später österreichischer Junioren-Staatsmeister geworden. Eine eigene Scheibe zeigt 1979 Gerhard Muxel, der bei der Europa-Meisterschaft eine Medaille gewonnen hatte. Eine weitere Tafel faßt die Namen von zehn Gildenmitgliedern zusammen, die bis 1979 zu Staatsmeisterschaften gefahren waren: Gerhild Flatz, Doris Muxel, Wolfgang Aichholzer, Gerhard und Günther Muxel, Josef Vonach, Josef Hechenberger, Alexander Strezeck, Werner Böhler und Werner Vogel. Ihnen folgten in den Jahren danach noch zahlreiche weitere Teilnehmer an Staatsmeisterschaften und internationalen Wettkämpfen. Die abgebildete Ehrenscheibe erhielt 1983 Reinhard Muxel, österreichischer Jugend-Meister und Teilnehmer an der EM in Dortmund. Bild 23. Mit mehreren Scheiben ist die Schützen-Dynastie Fischer vertreten, Nachkommen des Schützenwirts Martin Fischer, der 1860 den Schießstand an der Hub erbaut hatte. Sein Sohn war der Lammwirt und Metzger Gebhard Fischer, ein langjähriger Förderer des Schützenwesens, der schon 1897 eine fröhliche Scheibe mit einem „Ochsenreiter" spendierte. Auch der Enkel Dr. August Fischer blieb den Schützen sein Leben lang verbunden. Er erforschte ihre Geschichte beim Aufstand gegen die Bayern im Jahre 1809 und ließ zum Gedenken an den Wolfurter Major Jakob Schertler 1977 am Schützenheim eine Bronzetafel anbringen. Zu seinem 90. Geburtstag spendierte er 1988 diese Scheibe, die ihn als Ehrenmitglied der Matreier Schützen in Tiroler Tracht zeigt. Den besten Schuß beim Festschießen gab übrigens sein Neffe August Hinteregger, der Pfarrer von Bildstein, ab. Als Förderer der Schützen galt auch ein anderer Neffe, Johann Fischer, Metzgermeister und Sternenwirt. Zum Kreis der Schützenwirt-Verwandten gehört schließlich auch noch Alfred Fischer von der Steig, zu dessen 60jährigem SchützenJubiläum 1970 eine Ehrenscheibe ausgeschossen wurde. Als O.Sch.M. war er damals an den Vorbereitungen zum Schießstand-Neubau beteiligt. 24 Bild 24. Zwei große Tafeln ehren die Sieger der „ER und SIE-Schießen". Die erste von 1976 zeigt das Schloß noch mit dem ursprünglichen Turm, den es vor der Gründung des Schützenvereins 1835 besessen hatte. Die Umrahmung bilden oben zwei Ansichten von 1936, unten Motive nach dem Brand von 1939. Bild 25. Das zweite „ER und SIE"-Bild von 1980 ruft die alte Volksschule im Strohdorf in Erinnerung. 1872 war sie gebaut worden, hatte dann bis 1967 neben der Schule auch das Gemeindeamt beherbergt und war schließlich 1979 abgebrochen worden. Bilder 26 bis 31. Anton Repolusk hatte schon 1968 die Scheiben-Serie „AltWolfurt" begonnen, mit der er abgebrochene Häuser dem Vergessen entreißen wollte. Für die jährlichen Vereins-Meisterschaften schufen er und nach ihm einige andere Vereins-Angehörige mehr als 30 kleine Scheiben. Ein wirklich beachtlicher Beitrag zur Dorf-Geschichte! Bild 32. Drei Männern mit ganz besonderen Verdiensten um die Schützengilde sind eigene Ehrenscheiben gewidmet. Zuerst Hubert Flatz, 1921-1991. Von seinem Vater Josef (Pepe) Flatz wurde er dem Verein schon 1935 als Jungschütze zugeführt. Nach dem Krieg half er dem Vater beim Wiederaufbau und übernahm 1960 als Schriftführer Verantwortung. Mit ungeheurem Einsatz trieb er, nachdem er 1972 zum Oberschützenmeister gewählt worden war, den Neubau des Schießstandes an der Ach voran. Er trat von dem Amt erst 1979 zurück, als er den vier Jahre vorher fertiggestellten Bau seinem Nachfolger Günther Muxel schuldenfrei übergeben konnte. Jede Ehrung lehnte er ab. Erst nach seinem Tod wurden mit dem „HubertFlatz-Schießen" von 1993 und dieser Gedenkscheibe, auf der sich 170 Schützen eintrugen, seine Verdienste festgehalten. Bild 33. Die nächste Scheibe hat die Gilde 1995 ihrem Ehren-O.Sch.M. Ferdl Matt gewidmet. 221 Schützen haben darauf mit einem Ehrenschuß ihre Anerkennung gezeigt. Ferdl Matt war 1972 als Schriftführer an die Seite von Hubert Flatz getreten und hatte mit ihm den Bau des Schießstandes geleitet. Von 1981 bis 1995 übernahm er selbst das Amt des O.Sch-M. Bild 34. Eine weitere Tafel zeigt Ehrenmitglied Anton Repolusk, den Maler. Mit unendlicher Sorgfalt restaurierte er viele von den alten Scheiben, die dann in die beiden Decken in der Schützenstube und im LG-Stand eingefügt wurden. Eine ganze Reihe von den jüngeren Scheiben malte er selbst. Viele Bilder schuf aber auch der Schütze und Jäger Hubert Gasser, akad. Maler, der ebenso zur Restaurierung der alten Scheiben beigetragen hatte. Zum Abschluß des Schießstandbaus hielt Repolusk 1975 viele Namen der Mitarbeiter und Förderer auf 25 einer Ehrentafel fest. Sie hängt heute im Haus-Eingang. Unter die Bilder der am Platz des Schießstands längst verschwundenen alten Holzbrücke und des neuen Hauses setzte der Maler dort die Worte „Idealismus - Einigkeit - Tatkraft". Bild 42. Nach den nun angeschlossenen Fahnen-Bildern (35 bis 41, 4 und 5) steht als Abschluß die große Jubiläums-Scheibe von 1988. Noch einmal scheint hier die Wolfurter Schützengeschichte auf. Hubert Gasser malte die Tafel zum 150-JahrJubiläum der Gilde und nahm dabei die „Fischer"-Schicßstand-Scheibe von 1899 (Bild 6) zur Vorlage. Stifter waren die Marktgemeinde Wolfurt und Bürgermeister Erwin Mohr. Der Tradition zuliebe sammelten sich die Schützen noch einmal zu einem letzten Fest draußen auf Kronenwirts Bühel. „Geschossen am alten Schießstand in der Hub am 17. September 1988 unter Oberschützenmeister Ferdl Matt". Prächtig ist der neue Stand mit seiner grün-weißen Schützenfahne und der Schrift „An der Ach, erbaut 1972-1975" dargestellt. Die Aufschriften zu den anderen Ständen wurden gegenüber dem Original verändert. Der „Rößle"-Garten war inzwischen beim Bau des Pfarrheims verschwunden. Daher steht jetzt beim ersten Stand „Auf dem Pfarrbühel 1846". Beim zweiten steht „Im Kella 1846". Das müßte auf „Beim Adler 1846" korrigiert werden. Der dritte Stand an der Hub erhielt zwar bei der Renovierung von 1898 dieses Aussehen, er war dort aber bereits 1860 erbaut worden. Insgesamt 69 Ehrenschüsse sind auf der Scheibe verzeichnet, darunter die von Bürgermeister Erwin Mohr, Altbürgermeister Hubert Waibel, O.Sch.M. Ferdl Matt und Alt-O.Sch.M. Hubert Flatz. Auffallend ist der hohe Anteil von 11 „Schützinnen". Als bester Schuß ins Zentrum wurde der von Hans Schwaighofer gewertet. Ihm folgt mit Susanne Fekonja bereits die erste Dame. Noch zahlreiche weitere Scheiben von Mitgliedern und Ehrenmitgliedern, von Hochzeiten, Jubiläen und anderen Schützenfesten, schmücken den Schießstand. Sie künden den Nachkommen von der Verbundenheit ihrer Väter und zunehmend auch der Mütter mit dem Wolfurter Schützenwesen. Mögen noch viele folgen! Bild 6: Schützenjubiläum 1899. Diese besonders wertvolle Scheibe, gemalt von Schnidartes Hannes, zeigt die drei alten Wolfurter Schießstände beim Rößle, beim Adler und auf Kronenwirts Bühel. 26 27 Bild 7: Die älteste Wolfurter Scheibe von 1891. Ein Gamsbock für die beiden neuen Schützenmeister. Bild 8: 50 Jahre bei den Schützen! Küfermeister Joh. Bapt. Höfle feierte 1896 sein Jubiläum mit einem übergroßen Adler. 28 29 Bild 9: Kaiser-Jubiläum 1898. Die Schützen ehrten ihren Landesherrn bei vielerlei Anlässen. Bild 10: 1898. Trinkfest sollten die Schützen auch sein! Jedenfalls galt das für den Schmied Böhler aus dem Strohdorf. 30 31 Bild 11: Der Krieg auf dem Balkan als Thema einer Schützenscheibe von 1899. Josef Anton Köb, Lehrars Seppatone auf dem Bühel, hatte es gewählt. Bild 12: Ein Hochrad von 1899. Bernhard Schertler, Veres, hielt den neumodischen Männersport samt einer übermütigen Warnung fest. 32 33 Bild 13: Ein Löwe als Ziel! Der neue Vorstand von 1903 wollte in Würde erscheinen. Bild 14: 1905. Musik und Gesang auf dem Kirchplatz vor dem Schwanen. Die reichen Sticker Bernhard Schertler und Franz Rohner, Kapeollar, freuten sich über die goldenen Zeiten. 34 35 Bild 15: 1908. Wieder ein Goldenes Jubiläum. Ferdinand Schneider, 1841-1917, hatte sich als Meisterschütze und Oberschützenmeister Verdienste erworben. Aber auch in anderen Vereinen und vor allem als Dorf-Chronist hat der einfache FabriksArbeiter viel für die Gemeinschaft geleistet. Bild 16. 1924. Wallfahrt nach Rom! Die erste Schützenscheibe nach dem Ersten Weltkrieg. 36 37