EKTC_1837_02a_In_perpetuam_Memoriam

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Letzte Änderung 03.06.2021, 08:08
Gemeinde Eichenberg
Bereich oeffentlich
Schlagworte: ektc,kirchturmchronik
Erscheinungsdatum 13.12.1901
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Inhalt des Dokuments

In perpetuam rei Memoriam Über den neuen Kirchenbau am Eichenberg. Der Eichenberg bildet eine Parzelle der Gemeinde Möggers und gehört zur Pfarrey Bregenz des k.k. Land- und Criminal Gerichts daselbst. Ihre Kirche war besonders im Winter äußerst beschwerlich, und überdies von der Pfarrkirche Bregenz weit entlegen. Aus diesem Grund entwickelte sich dann unter mehreren Bewohner von Eichenberg der Wunsch daselbst eine Kirche zu erbauen, wozu wesentlich der biedere Bauer Josef Gorbach zu Ebert |: der aber leider am 5ten Februar 1830 in einem Alter von 86 Jahren im Herrn entschlafen ist, bevor der neue Kirchenbau förmlich entschieden war:| Magnus Reichhart damals zu Jungholz, und Jakob Rädler am Eichenberg, die Haupttriebfeder waren. Durch ihre unausgesetzten Bemühungen brachten sie es endlich mit tätiger Mitwirkung und Unterstützung des Gubernialrates und Kreishauptmannes v. Ebner soweit, daß durch den ehemaligen Hochlöblichen Kreis-Ingenieur Adjunkten Negrelli ein Kirchenbau Projekt entworfen wurde, welches von der hohen Landesstelle noch unter der Regentschaft des inzwischen verblichenen Kaisers Franz des Iten mit Dekret vom 5ten Dezember 1843 Nr 26784 zur Herstellung bewilliget worden ist. Schon früher, und während dieser Bewilligung bemühten sich die genannten Individuen mit 1 Hilfe einiger Mitbürger von Eichenberg, - weil eigentlich die Konkurrenz zur beabsichtigten neuen Kirchenbaute äußerst klein, und unbemittelt, ja selbst späterhin nicht ganz einig war, milde Beiträge zu sammeln. Als erster und größter Wohltäter zeigte sich: 1. Seine hochfürstliche Gnaden der hochwürdigste Fürstbischof zu Brixen Hochlöblicher Herr Bernhard Galura für den Kirchenbau für den Pfarrhofbau für die Existenz eines Geistlichen 300 Florentiner Gulden 200 Florentiner Gulden 1500 Florentiner Gulden 2. Der Hochwürdigste Bischof zu Hypsopolus Weihbischof und General-Vikar für Vorarlberg zu Feldkirch hochwürdiger Herr Georg Prünster zum Kirchenbau 300 Florentiner Gulden 3. Seine hochfürstlichen Gnaden Fürstbischof zu Trient ehemals Weihbischof und General-Vikar zu Feldkirch hochlöblicher Herr Johann Nepomuk v. Tschiderer zu Gleisheim 100 Florentiner Gulden 4. Der nunmehr verstorbene Herr Benefiziat Ambros Hehle zu St. Joseph in Bregenz 200 Florentiner Gulden 5. 24 Familien Einwohner am Eichenberg und in der Umgebung 2400 Florentiner Gulden 6. Im Kreise Vorarlberg fielen durch Sammlungen 4500 Florentiner Gulden 7. Hochlöblicher Adam Girer Weinhändler in Bregenz stiftete 1 schöne Bahne, und 1 Prozessionskreuz nebst Meßgewand 2 Bei diesen günstigen Folgen wurde sohin der neue Kirchenbau unter der Regentschaft Seiner Majestät Ferdinand des Iten am 1ten Juni 1836. Unter Leitung des kaiserlich königlichen Hochlöblichen Kreis-Ingenieurs Joseph Hirn, des Hochlöblichen Adjunkten Martin Kink und des k.k. Hochlöblichen Straßenmeisters Johann v. Hörmann durch den Maurermeister Joseph Daum und Zimmermeister Johann Stökeler von Weiler, das königlich kaiserliche Landgericht daselbst im Akkord begonnen, und im November 1837 mit aller Zufriedenheit vollendet, und zwar mit einer baren Auslage von 300 Florentiner Gulden jedoch ohne die innere Verzierungen etc. Als Bau-Inspizient wurde von Seite der politischen Behörden Magnus Reichhart derzeit am Eichenberg, und als Kassier Jakob Rädler am Eichenbergj aufgestellt, welche mit großen Aufopferungen ihrer zeitlichen Güter unermüdet waren, den neuen Kirchenbau gehörig zu Stande zu bringen wozu übrigens auch der Herr Landgerichts-Vorstand Anton Palang, der Hochlöbliche Landgerichts-Adjunkt Sebastian Stöckel, und Johann Seiter wesentlich beigetragen haben. Das erforderliche Holz wurde gleichfalls durch milde Beiträger in natura gespendet, und die Bausteine, so wie der Kalk und Sand haben die Einwohner von Eichenberg geliefert und so auch die mühseligen und vielen Hand- und Spannfronen unentgeltlich geleistet, wobei aber nur der geringere Teil von Eichenberg sich der ehrenvollen Arbeit widmete, da wie schon früher Erwähnung geschah, ein großer Teil mit dem neuen Kirchenbau nicht ganz einverstanden war, - so daß der ganze 3 Kirchenbau bloß von einigen wenigen Familien zur vollen Ausführung gebracht worden ist, die wir hier in soweit nicht namhaft machen wollen, da sie ihren Verdienst um das Wohl der Kirche selbst kennen werden. Der Hochwürdige Hochlöbliche Dekan Walser in Bregenz erteilte den Bauleiter die zu ihrem Zwecke führenden Ratschläge, und segnete ihre Schritte während auch der Hochlöbliche Gemeindevorsteher Fidel Hagen zu Möggers das Seine beitrug. Dank sei allen unseren Wohltätern dieser neuen Kirchenbaute, und der Himmel möge ihnen dies, und Jenseits hiefür eingedenk sein, und durch andere Wohltaten vergüten. Eichenberg den 16ten September 1837 Verfasst und geschrieben von Hauser zu Bregenz. 4