Montafoner_Museen_2011_Info_1

Dateigröße 939.38 KB
Aktenzahl/Geschäftszahl
Letzte Änderung 17.12.2012, 08:17
Gemeinde MontafonerMuseen
Bereich oeffentlich
Schlagworte: informationsschrift,zeitgeschichte,geschichtswerkstatt
Erscheinungsdatum 03.01.2011
Unterausschüsse
Kommissionen/Kuratorien
Verbände/Konkurrenzen
Verträge
Publikationen Montafoner Museen
Aktenplan
Anhänge
Inhalt des Dokuments

Information montafoner montafoner museen museen 100 Jahre Hochwasser 1910 1 100 Jahre Hochwasser 1910 Liebe Freunde der Montafoner Museen! Liebe Freunde des Heimatschutzvereins! Erinnerung annehmen Silbertal bietet dem öffentlichen Erinnern und Gedenken eine neue Heimat im Dorf. Seit drei Jahren widmet sich die Geschichtswerkstatt Silbertal in Kooperation mit dem Heimatschutzverein Montafon der eigenen Dorfgeschichte im Nationalsozialismus. Abschließender und bleibender Erinnerungsakzent ist eine neue Interpretation zeithistorischen Gedenkens. Der zukünftige Erinnerungsplatz weist neue Wege, wie auch drei Generationen nach Krieg und Nationalsozialismus ein ehrliches und würdiges Gedenken möglich ist. Grundlage des Konzeptes ist kein mächtiges Monument, sondern eine ab­ trahierte Platzgestaltung s in Anlehnung an die Kulturlandschaft. Diese sollte eine „Bodenhaftung“ des örtlichen Erinnerns signalisieren, und frei von Pathos bleiben. Die Bepflanzung wird nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern inhaltlicher Bestandteil des Erinnerns sein. Informativer Kern sind in den Boden gelagerte Steintafeln als Text- und Namensträger. Das Erinnerungsspektrum erfasst all jene Menschen, deren tragisches Schicksal in Krieg und Nationalsozialismus eng mit Silbertal verknüpft war – und in Erinnerung bleiben soll. Man kann die Augen vor der Wirklichkeit verschließen, aber nicht vor seinen Erinnerungen. (Stanislaw Jerzy Lec) 1 2011 1 2011 montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 Veranstaltungen Silbertal, Erinnerungsplatz und Bergbaumuseum Freitag, 5. November 2010, 19.30 Uhr Information zum Erinnerungsplatz. Ein Gesprächsabend. Mitglieder des Gestaltungsteams und der Geschichtswerkstatt erläutern das Konzept des Erinnerungsplatzes vor Ort und stehen anschließend für ein offenes Gespräch in der Museumsstube zur Verfügung – mit Sarah Schlatter, Künstlerin, Elisabeth Gruber, Gartenarchitektin, und Reinhold Luger, Grafiker. Silbertal, Erinnerungsplatz und Vereinshaus Samstag, 6. Nov. 2010, 17 und 20 Uhr Bleibendes Erinnern und Gedenken. (In einem offiziellen Akt wird der Erinnerungsplatz Silbertal seiner Bestimmung übergeben) Zum Erinnerungsplatz Sarah Schlatter, Elisabeth Gruber, Reinhold Luger – zur Thematik ein jugendlicher Impuls mit Eva Kessler und Anna Gerstendörfer – zur Eröffnung Landesrätin Andrea Kaufmann. Musikalische Impressionen Thomas Heel, Patrik Haumer; Textperformance Brigitte Walk. Anschließend kleiner Imbiss im Vereinshaus. 20 Uhr (Vereinshaus) Erinnerung annehmen (Ein Erzählabend mit Leonhard Paulmichl, ehemaliger Intendant des ORF Vorarlberg) Erinnerungsbilder von Dableibern und Karrnern, von Tirolern und Walschen, von Faschisten und Nationalsozialisten, von Heimischen und Fremden, von Wehrhaften und Wehrlosen. Anna Gerstendörfer, Schülerin. Gedanken zu Geschichte, Erinnerung und Toleranz; Textperformance Brigitte Walk. 2 Veranstaltungen Bludenz, Stadtvertretungssaal Mittwoch, 10. Nov. 2010, 19.30 Uhr montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 1 Familiengeschichte und Genealogie – die Interessensgemeinschaft Ahnenforschung Ländle (IGAL) stellt sich vor Das Interesse an der eigenen Familiengeschichte nimmt nach Einschätzung von Ahnenforschern immer mehr zu und damit findet auch die Familienforschung immer mehr Anhänger. Seit der Computer in fast jedem Haushalt anzutreffen ist, beschäftigen sich auch jüngere Leute mit diesem Thema. Der Genealogie kann damit die Funktion eines Bindegliedes zwischen den Generationen zuerkannt werden. Die Themen des Abends sind unter anderem die Vorstellung der Institution IGAL, das Aufzeigen der Möglichkeiten der Ahnenforschung durch und über die Vereinigung, wichtige Quellen und Nachschlagewerke, Stammbaumerarbeitung und Stammbaumgestaltung. Die Veranstaltung richtet sich an ein breites Publikum. Anfänger und Fortgeschrittene in der genealogischen Arbeit sind herzlich willkommen! Freitag, 19. November 2010, 19.30 Uhr Schruns, Montafoner Heimatmuseum MuseumNEU: Planüberarbeitung, Präsentation und Diskussion (Vortrag von Valentin Bearth) Andreas Rudigier und Bruno Winkler zum Stand der Entwicklung; Valentin Bearth, Vorsitzender der Fachjury des Wettbewerbs, erläutert seine eigene Arbeit und Beurteilungskriterien des Siegerprojekt von Marte.Marte Architekten; Stefan und Bernhard Marte erläutern wesentliche Faktoren ihrer Überarbeitung der Planentwürfe MuseumNEU Schruns – anschließend moderierte Plenumsdiskussion In der ersten Jahreshälfte 2010 wurden die Planentwürfe des Siegerprojektes für eine Erweiterung des Heimatmuseums Montafon in verschiedensten Gremien und privaten Gruppierungen präsentiert und diskutiert. Politische Entscheidungsträger und Sachverständige waren ebenso vertreten, wie Nachbarn, Heimatschutzverein, Bücherei, Wirtschafts­ treibende und an die 300 interessierte Privatpersonen. Eine erste öffentliche Präsentation – mit den Architekten, dem Jurymitglied Walter Angonese aus Kaltern und Eva Hody, 3 Hinter dem Kürzel IGAL steht eine Vereinigung von Menschen, die ihren Wurzeln auf den Grund gehen und die dabei gewonnenen Erfahrungen untereinander austauschen möchten. Die methodische Vorgangsweise, die Archivierung des anfallenden Materials und die Präsentation der Ergebnisse sollen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Ein Grundgedanke der Vereinigung besteht auch im Angebot gegenseitiger Hilfestellung. 2011 1 2011 montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 Veranstaltungen entwurfs und stellen sich der Diskussion dazu. Als neutrale Fachkompetenz ist es gelungen, Valentin Bearth aus Graubünden für diesen Abend zu gewinnen. Er wird Einblick in seine eigene Arbeit als Projektentwickler, als Denkmalschutzbeauftragter, als Dorfentwickler, als Forschungsbeauftragter, und nicht zuletzt als Architekt gewähren. Vor allem jedoch wird Valentin Bearth seine Einschätzung des Siegerprojektes von Marte.Marte Architekten erläutern. Valentin Bearth ist Professor an der ETH Zürich. Gegenwärtig dürfte sein kürzlich eröffneter Neubau der Monte RosaHütte am bekanntesten sein (vgl. MONT. AG 4). Weiters wurden seine Liftstationen im Schigebiet Arosa und sein Museumsbau in München viel beachtet. Nicht zuletzt wurde Valentin Bearth mit Preisen ausgezeichnet, die sein Bauen mit Holz, mit Beton, seine alpinen Bauten, Verwaltungsgebäude u.a. betreffen. Renovierungen und Restaurierungen zählen ebenso zu den Stärken seines Büros wie Studien (für den Graubündner Heimatschutz und St. Moritz) – http://www. bearth-deplazes.ch/ Samstag, 20. Nov. 2010, 13.30–18 Uhr der Geschäftsführerin des Bundesdenkmalamtes in Vorarlberg – fand zum Abschluss dieser ersten Vorstellungsund Gesprächsrunde bereits im Mai dieses Jahres statt. Parallel dazu bot und bietet der Heimatschutzverein ein reichhaltiges Programm zu Fragen der Architektur. Objektbesichtigungen im gesamten Montafon (alt und neu), Architekturexkursionen, Architekturgespräche und Ausstellungsbesuche. Ergänzend dazu gewähren die wöchentlichen MONT.AG-Mails aktuelle Impulse und Anregungen zu Fragen zeitgemäßer Architektur (MONT.AG steht für Montafoner Architekturgespräche). Architekturgespräche in Flims, Gelbes Haus Diese erste Phase dieses ganzjährigen Entwicklungsprozesses wird mit einer Präsentation der überarbeiteten Planentwürfe abgeschlossen. Marte.Marte Architekten haben auf den bisherigen, sehr breiten und intensiven Diskussionsprozess ebenso reagiert, wie auf fachliche Expertisen und Prüfungen. Etliche Faktoren dieses Prozesses sind in die Überarbeitung der Pläne eingeflossen. Am 19. November präsentieren die Architekten die Überarbeitung ihres Sieger­ 4 Schaan (FL), Pfarrsaal Einst sprach man hier Romanisch – Geschichte und Gegenwart des Rätoromanischen in Graubünden und im Rheintal Symposium des Arbeitskreises für interregionale Geschichte des mittleren Alpenraumes (AIGMA) Rätoromanisch war im Mittelalter die Umgangssprache Unterrätiens bis gegen den Bodensee, im heutigen Liechtenstein Veranstaltungen und im südlichen Teil Vorarlbergs. Nach dem Jahr 1000 vollzog sich der Wechsel zur deutschen Sprache; die Sprachgrenze verschob sich allmählich gegen die inneren Alpen. Nur in einigen Regionen Graubündens blieb das Rätoromanische bis heute als Minderheitssprache erhalten. In den Flurnamen des Rheintals, Liechtensteins und Vorarlbergs finden sich noch zahlreiche Zeugen der früheren Sprachsituation. Für die diesjährige Tagung des „Arbeitskreises für interregionale Geschichte des mittleren Alpenraums“ konnten Fachleute zur Sprachgeschichte im ehemaligen Unterrätien und in Graubünden gewonnen werden. Am Beispiel der aktuellen Stellung des Rätoromanischen im Kanton Graubünden als Landes- und Amtssprache werden die heutige kulturpolitische Bedeutung des Rätoromanischen und die öffentlichen Maßnahmen zur Sprachförderung dargestellt. Am Beispiel der Rätoromanen lassen sich auch einige Grundzüge und Probleme der Minderheitenpolitik in der Schweiz beleuchten. Die Veranstaltung wendet sich an ein breites Publikum. Die Vorträge im Überblick Vincenz Valentin: Moderation Guntram Plangg: Einführungsreferat: Rätoromanisch, die alte Landesprache Churrätiens aus unterrätischer Sicht – Geschichte, Spuren, Bedeutung Peter Erhart: Ethnische Spannungen zwischen Rätoromanen und Alemannen im frühen Mittelalter Rico Valär: Wie die vierte Landessprache die Schweiz einte. Rätoromanischer Sprachaktivismus in der Zwischenkriegszeit am Beispiel von Peider Lansel (1863 – 1943) montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 1 Gerhard Wanner: Die Räter und Rätoromanen in der Geschichtsschreibung Vorarlbergs – ihre ideologische Vereinnahmung Anna Alice Dazzi: „Era las proximas generaziuns dovran cun plaschair il rumantsch“. Die verschiedenen Aktivitäten der Lia Rumantscha zur Erhaltung und Förderung des Rätoromanischen Chasper Pult: Minderheitenpolitik in der viersprachigen Schweiz: Meilensteine und Rückschritte in der Sprachpolitik der Rätoromanen seit 1980. Chasper Pult Im Rahmen dieser Veranstaltung wird der erste Band der Schriftenreihe des Arbeitskreises präsentiert. Er widmet sich den Geschehnissen um 1809 in Vorarlberg, Tirol, Liechtenstein und Ostschweiz. 5 2011 1 2011 montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 Veranstaltungen Bartholomäberg, Altes Frühmesshaus Gaschurn, Montafoner Tourismusmuseum Sonntag, 28. Nov. 2010, ganztägig Gaschurn, Montafoner Tourismusmuseum Mittwoch, 24. November 2010, 19 Uhr Krippenausstellung (Krippenfreunde Partenen) Es ist wieder Krippenzeit. Die Krippenfreunde Partenen präsentieren heuer bis 2. Februar 2011 eine Auswahl ihrer Arbeiten im Museum in Gaschurn. Tag der offenen Tür Adventmärkte in Bartholomäberg und Gaschurn versammeln die Menschen im Dorf und geben den Museen die Chance, sich einem breiten Publikum zu öffnen. Die Museen möchten sich dabei nicht nur als Orte der Geschichte des Tales, sondern auch als Stätten des besinnlichen Rückzugs aus dem hektischen Alltag anbieten. Schruns, Montafoner Heimatmuseum Freitag, 26. November 2010, 19 Uhr Montafoner Krippen (Ausstellungseröffnung) Der Winterzauber in Schruns beginnt mit dem Schnee oder mit der Krippenausstellung im Heimatmuseum. Heuer präsentieren wir Ihnen eine Auswahl von Krippen von bekannten Montafoner KrippenbauerInnen. Schruns, Montafoner Heimatmuseum Dienstag, 30. November 2010, 19 Uhr „Wie ein staubiger Komet ...“ – Bilder zur Geschichte der Mobilität im Montafon (Ausstellungseröffnung und Buchpräsentation) Mit der Eröffnung der Montafonerbahn vor 105 Jahren, am 18. Dezember 1905, brach ein neues Zeitalter der Mobilität 6 Veranstaltungen montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 1 bei der Heimreise die Grenzen der Mobilität vor Augen. Die Ausstellung vermittelt an Hand historischer Fotos Einblick in die Entwicklung der Mobilität im Montafon. Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Bildband im Sutton Verlag. Sonntag, 12. Dez. 2010, 10.30-17 Uhr Schruns, Montafoner Heimatmuseum im Tale an: Musste bisher der teure Stellwagen benutzt werden, so konnten die Reisenden preisgünstig und relativ rasch ins Montafon gelangen – aber auch die Bewohner des Tales wurden an den „Weltverkehr“ angeschlossen, wie es bei der Eröffnung euphorisch hieß. Für den Bau der Kraftwerke der Vorarlberger Illwerke wurde wenig später ein effizientes und einzigartiges System einer Transportkette für Güter im Hochgebirge geschaffen. Heute wird Mobilität unterschiedlich wahrgenommen: an einem Schitag können einerseits mühelos viele Höhenmeter Dank leistungsfähiger Liftanlagen gewonnen werden, andererseits führen die nachfolgenden Staus auf der Straße Tag der Offenen Tür (Silbriga Suntig) Tradition ist der Silbrige Suntig in Schruns und sein Adventmarkt, Tradition ist auch, dass das Heimatmuseum an diesem Tag seine Pforten öffnet, Tradition ist, dass Sie hier einen Blick auf die Sonderausstellungen und die Dauerausstellung werfen können (gleich drei Räume sehen anders aus als vor einem Jahr), Tradition ist auch, dass Sie hier die besten Weihnachtsgeschenke finden (Tipp: Bücher zu den Naturkatastrophen im Tal oder zur Verkehrsgeschichte des Tales), ebenso Tradition ist, dass aufgrund des enormen BesucherInnen-Andrangs ausnahmsweise kein besinnlicher vorweihnachtlicher Rückzug möglich ist. 7 2011 1 2011 montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 Aktuelles Honold hatte den Montafonern nicht nur eine attraktive Frau weggenommen (in raueren Zeiten hätte man ihm wohl die Prügelstrafe angedroht), und später bemächtigte er sich auch noch rasch ihrer Heimat. Als Kunstmaler und Restaurator erreichte er jeden Winkel des Tales. Durch die intensive Beschäftigung mit der Kulturgeschichte seiner neuen Heimat drang er auch immer wieder in alle Winkel der Montafoner Vergangenheit vor. Seine Bilder geben in expressiven Farbkompositionen die Oberflächen des Montafons wieder. Sie zeigen eine zum Teil vergangene Welt, die heute vorwiegend noch in touristischen Prospekten Platz findet. Aber Konrad Honold gab sich damit nicht zufrieden: Die detaillierte Auseinandersetzung mit der Geschichte führte zu vielen Texten, die in Fachorganen publiziert wurden, und sie führten vor allem zur Gestaltung von zahlreichen Bildern im öffentlichen Raum sowie von etwa 30 Gemeindewappen mit sinnfälligen Inhalten zu den jeweiligen Ortsgeschichten. Schruns, Montafoner Heimatmuseum Freitag, 4. Februar 2011, 20 Uhr Freitag, 4. März 2011, 20 Uhr Offenes Singen (mit Hannes Riesch) Im Jänner und Februar macht das Montafoner Heimatmuseum hinsichtlich der Veranstaltungen Pause. Mit einer Ausnahme: Die sangesfreudigen Menschen im Montafon sind herzlich willkommen, wenn Hannes Riesch in die Museumsstube lädt und zur Gitarre greift. Aktuelles Heimatbilder eines „Zugerasten“ – Ausstellung zu Konrad Honold (1918-2007) in Weingarten Ja, darf er denn das? Der aus dem Schwabenland stammende Konrad 8 Aktuelles In den 70er Jahren stand der aus Weingarten gebürtige Honold dem Montafoner Heimatschutzverein vor, gleichsam ein „Ritterschlag“ für einen „Zugerasten“. Ihm verdankt der Verein den Standort des Heimatmuseums am Kirchplatz in Schruns – übrigens gegen den Widerstand der damaligen Schrunser Gemeindepolitik, welche dem Museum nur ein Zimmerchen im Haus des Gastes überlassen wollte. Konrad Honold ist nun an den Ort seiner Geburt zurückgekehrt. Eine umfangreiche Werkschau mit vielen Montafoner Motiven wurde kürzlich im Stadtmuseum „Im Schlössle“ in Weingarten gezeigt. (Andreas Rudigier) montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 1 gebracht hatte, nämlich im Zeichen des Pfarrers, Alpinisten und Chorleiters Franz Josef Battlogg (1836-1900). Seine damalige Wohnstatt, das Frühmesshaus in Gaschurn, dient heute als Museum und präsentierte in der Langen Nacht trachtige Kopfbedeckungen, ein in Funktion stehendes Spinnrad und unendlich viele „Krutspätzle“ mit „Öpfelmuas“. Das Museum in Silbertal erzählte für einmal nicht nur Geschichten vom Bergbau, sondern entführte die Besucherinnen und Besucher in das frühere Leben im Holz und auf der Alp. Edith Hessenberger entlockte dabei dem 86-jährigen Kilian Jochum manch launige Bemerkung etwa über seine 30 Sommer auf der Alpe Spora. Im Museum in Bartholomäberg erzählte Renate Vallaster über die schrecklichen Momente des Lawinenunglücks im Jänner 1954, bei welchem nicht nur sie ihre Mutter verlor. In Tschagguns musste Franz Bahl gar nicht viel reden, er ließ seinen selbstgedrehten Film über eine seiner sieben Matterhorn-Besteigungen „sprechen“. Bahls alpinistische Leistungen zeichnen sich durch besonders konditionsintensive Touren aus, die er trocken zu kommentieren wusste. Das Museum in Schruns machte sich in der Langen Nacht auf die Suche nach dem Museumsgeist, der im Schrunser Konsumgebäude haust und offenbar massiv gegen den Abbruch des Gebäudes zugunsten eines Neubaus für das neue Heimatmuseum ankämpft. Das gruselige Geisterhaus in der Schrunser Dorfgasse hatte auch eine Reihe von „Botzgschichta“ parat, die von Erich Konzett vorgetragen und von Thomas Heel musikalisch interpretiert wurden. 9 Lange Nacht der Montafoner Museen Über 1000 Besucher sorgen für neuen Rekord Wenn ein spinnender Hirt der Lawinengefahr trotzend das Matterhorn besteigt und am Gipfel, den süßen Klängen eines himmlischen Chores horchend, mit Geistern Krutspätzle und Sura Kees verschlingt, dann ist sie wieder da: die Lange Nacht der Montafoner Museen! Eine Rekordbesucherzahl von mehr als 1000 Besucherinnen und Besucher begleiteten am vergangenen 2. Oktober die Veranstaltungen der langen Museumsnacht, welche der ORF bereits zum 11. Mal ausgetragen hatte. Der Orgelvirtuose Bruno Oberhammer und das „Quartett vocaliter“ (unter der Leitung von Ursula Breuer) führten mit ihrem Konzert in der Pfarrkirche Gaschurn in die Lange Nacht ein. Das grandiose Klangerlebnis stand im Zeichen einer der schillerndsten Montafoner Persönlichkeiten, welche die Geschichte hervor- 2011 1 2011 montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 Aktuelles 10 Aktuelles Danke an die Mitwirkenden Franz Bahl, Anna Bertle, Karoline Bertle, Klaus Bertle, Judith Biermeier, Hermann Bitschnau, Ursula Breuer (Quartett Vocaliter), Georg Breuß, Ingrid Breuß, Andreas Brugger, Marie-Luise Brugger, Thiemo Dalpra, Ernst Feuerstein, Doris Fleisch, Ludwig Fleisch, Brigitte Frast, Erich Fritz, Hedwig Ganahl, Thomas Heel, Edith Hessenberger, Dietmar Jäger-Pichler, Kilian Jochum, Mathilde Kleboth, Erich Konzett, Marlies Kuster, Désirée Mangard, Helmut Marent, Bruno Oberhammer, Andreas Rudigier, Anita Saler, Franz Saler, Gerd Spratler, Martin Ströhle, Karin Valasek, Dominic Vallaster, Renate Vallaster, Dagmar Vergut, Ellen Wachter, Elisabeth Walch, Marianne Werle, Marieluise Werle, Siegbert Wittwer, Adolf Zudrell, Johanna Zudrell montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 1 Architektonische Impressionen aus Tirol Im Rahmen der Montafoner Architekturgespräche 2010 hat der Heimatschutzverein einen Blick über die Landesgrenze geworfen. Exkursionsziel waren Dorfzentren in Tirol, in denen zeitgenössische Architektur eine überzeugende Symbiose mit vorhandener Bautradition eingeht. Die neuen Gemeinde- und Kulturzentren finden sich also in beziehungsreicher Gesellschaft von Pfarrkirche und Wirtshaus, Dorfplatz und Barockstift. Die außerordentlich interessierte Exkursionsgruppe wurde zusätzlich „belohnt“ mit aufschlussreichen Gesprächen: mit Bürgermeistern, Architekt und einer sehr versierten Exkursionsleiterin (Verena Konrad aus Innsbruck). Kappl 11 2011 1 2011 montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 Aktuelles – und für Laien ungewohnten – Formensprache aufzuwarten. So war es im Barock, so ist es heute. In all den vorgestellten Dorfzentren war zeitgemäße Architektur anfänglich ein Streitpunkt. Dann kamen die Diskussionen, die Abwägungen, die Adaptierungen, die Konsensversuche, ein wachsendes Vertrauen in architektonische Fachkompetenz – und letztlich der Mut, das Neue zu wagen. Die neuen Akzente, so ungewohnt sie anfänglich auch sein mögen, werden ganz offensichtlich auch angenommen. Eine Zentrumsbelebung ist spürbar, die neuen Objekte funktionieren auch in ihrer ureigentlichen Aufgabe: als Cafe, als Kulturzentrum, als Amt, als Geschäft – oder als Museum (wie in Fließ und in Absam erlebt). Bemerkenswert war, dass bestimmte Faktoren für alle Stationen der Exkursion gleichermaßen Gültigkeit haben: Die zum Teil sehr innovativen Projekte stehen und fallen mit politischem Mut. Ohne den entschiedenen Rückhalt einzelner Bürgermeister, ohne die für neue Gemeindeentwicklungen aufgeschlossenen Entscheidungsträger, ohne ein Grundvertrauen in architektonische Fachkompetenz, wären manche der Projekte nicht möglich gewesen. Eine offene Diskussion sollte bereits zu den ersten Planungsentwürfen beginnen. Und diesen Entwurfsplänen müssen Expertisen, Bedarfsanalysen und Gutachten vorangehen. So gesehen, war der eingeschlagene Weg beim Projekt MuseumNEU sicherlich der einzig faire, transparente und angemessene. Zu allen Zeiten haben alle bedeutenden Baukünstler versucht, mit einer neuen Absam 12 Aktuelles montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 1 Fließ Rum 13 2011 1 2011 montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 Publikationen 12 Keiler/Pfeifer/Rudigier: Der Maisäß Montiel. 2004 (€ 22, -/18, -) 13 Nachbaur/Strasser: Die Markterhebung von Schruns. 2004 (€ 22, -/18, -) 14 Wink (Hg.): Ausgrabungen im Montafon. Diebschlössle und Valkastiel (2 Bde). 2005 (€ 22, -/18, -) 15 Keiler/Pfeifer/Rudigier: Der Maisäß Valschaviel. 2005 (€ 22, -/18, -) 16 Hachfeld/Vossebürger/Pfeifer: Die „Alpe“ Bofa. 2005 (€ 10, 90/8, 70) 17 Hessenberger/Kasper: Lebenswelten junger Menschen im Montafon. 2006 (€ 13, -/10, -) 18 Malin/Maier/Dönz-Breuß: Standeswald Montafon. 2007 (€ 22, -/18, -) 19 Ohneberg: Märzengerichtsprotokoll. 2007 (€ 28, -/22, -) 20 Bußjäger: Die „Montavon“-Krise. 2007 (€ 13, -/10, -) 21 Beitl/Strasser: Richard Beitl. 2009 (€ 25, -/20, -) 22 Kasper: Röbi und Rongg. 2009 (€ 25, -/20, -) Publikationen Montafoner Geschichte Band 1 Rollinger/Rollinger: Montafon 1. Mensch – Geschichte – Naturraum. Die lebensweltlichen Grundlagen. 2005 (€ 44, -, in Verbindung mit allen vier Bänden um 15 % reduziert) Band 2 Rollinger: Montafon 2. Besiedlung - Bergbau - Relikte. Von der Steinzeit bis zum Ende des Mittelalters. 2009 (€ 46, -, in Verbindung mit allen vier Bänden um 15 % reduziert) Montafoner Schriftenreihe 1 Moosbrugger: Maisäßkultur und Maisäßlandschaft im Montafon. 2001 (vergriffen) 2 Keiler/Pfeifer (Hg.): Plazadels und Wachters Dieja. 2001 (€ 10, 90, für Mitglieder € 8, 70) 3 Haas: Das Montafonerhaus und sein Stall. 2001 (€ 20, -/16, 50) 4 Dönz: Muntafuner Wärter, Spröch und Spröchli. 2001 (€ 20, -/16, 50) 5 Rudigier/Zamora (Hg.): Das romanische Vortragekreuz von Bartholomäberg. 2002 (€13, -/10, -) 6 Keiler/Pfeifer/Rudigier: Gweil – Mai­ säß und Alpen. 2002 (€ 20, -/16, 50) 7 Beitl: Die Votivbilder aus den Montafoner Gnadenstätten. 2002 (€ 16, -/13, -) 8 Netzer: Silbertaler Soldaten im Zweiten Weltkrieg. 2003 (€ 16, -/13, -) 9 Keiler/Pfeifer/Rudigier: Die Maisäße auf Tafamunt. 2003 (€ 22, -/18, -) 10 Strasser: Montafoner ReiseBilder. 2003 (€ 20, -/16, 50) 11 Nesensohn-Vallaster: Der Lawinenwinter 1954. 2004 (€ 16, -/13, -) 14 Sonderbände zur Montafoner Schriftenreihe SB 1 Strasser/Rudigier: montafon.1906_2006 – Eine Zeitreise in Bildern. 2006 (vergriffen) SB 2 Truschnegg: Lorüns. Dorfgeschichte in Schrift und Erzählung. 2006 (€ 35, -/30, -) SB 3 Brugger: 100 Jahre Skisport im Montafon. 2006 (€ 33, -/27, -) SB 4 Rudigier: Heimat Montafon. Eine Annäherung. 2007 (€ 22, -/18, -) SB 5 Hessenberger: Grenzüberschreitungen. 2008 (€ 28, -/22, -) SB 6 Arnold: Montafonerin. 2008 (€ 19, 50/16, 50) Publikationen SB 7 Rudigier: Kulturgeschichte Montafon. 2009 (€ 9, 50/7, 50) SB 8 Hessenberger/Rudigier/Strasser/ Winkler: Mensch & Berg im Montafon. 2009 (€ 28, -/22, -) SB 9 Strasser: Schruns um 1920 (Adele Maklott). 2009 (€ 18, 90/16, 90) SB 10 Philp/Rudigier: Philipp Schönborn Montafon. 2010 (€ 22, -/18, -) SB 11 Trippolt/Bertle: Hannes Bertle. 2010 (€ 23, -/18, -) SB 12 Hessenberger/Kasper/Rudigier/ Winkler: Jahre der Heimsuchung. 2010 (€ 28, -/22, -) SB 13 Strasser: Entlang der Montafonerbahn. 2010 (Preis noch offen) Kataloge und Führer Maklott – Jehly – Schmid. Sommerausstellung 2004 im Montafoner Heimatmuseum Schruns (€ 10, -/8, -) Rudigier/Strasser: Ein kleiner Führer durch das Montafoner Heimatmuseum. 2008 (€ 5, -/4, -) Brugger: Museum Guide of the Montafon Folk Museum Schruns. 2008 (€ 3, -) Filme und andere Medien Plazadels und Wachters Dieja. Maisäßsiedlung im Gauertal. Videodokumentation von info-film (Banas & Banas), 14 min. 2001 (€ 26, -/22, -) Neu: DVD erhältlich, (€ 15, -/12.-) montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 1 Montafon. Von Feldkirch in das Montafon. Historische Filme in der Reihe „Österreich in historischen Filmdokumentationen. Edition Vorarlberg“ vom Filmarchiv Austria, 83 min. 2004 (VHS 21, 60, DVD 24, 90) Die prähistorische Besiedlung des Montafons. 7000 Jahre Besiedlungsgeschichte von der Steinzeit bis zu den Römern. Interaktive CD zur gleichnamigen Ausstellung im Montafoner Heimatmuseum, Rüdiger Krause, ArcTron GmbH, Montafoner Heimatmuseum. 2005 (€ 10, -/8, -) Kulturhistorische Wanderwege Montafon Bertle: Geologischer Lehrwanderweg Bartholomäberg. 1978 (€ 6, -/5, -) Rudigier: Gaschurn-Dorf. 2003 (€ 2, -) Ebster: Sagenweg Vandans. 2007 (€ 2, -) Jahresberichte der Montafoner Museen 2001 (€ 2, -) 2002 (€ 2, -) 2003 (€ 2, -) 2004 (€ 4, -) 2005 (€ 4, -) 2006 (€ 4, -) 2007 (€ 10, -) 2008 (€ 10, -) 2009 (€ 10, -) 15 2011 1 2011 montafoner museen 100 Jahre Hochwasser 1910 Informationen Heimatschutzverein Montafon • Montafoner Museen • Montafon Archiv Montafoner Heimatmuseum, Kirchplatz 15, 6780 Schruns T 05556/74723, F 05556/74723-24 E museen@montafon.at, I www.montafoner-museen.at Bankverbindungen: Raiba Montafon, BLZ 37468, Kontonr. 302.547 Sparkasse Schruns, BLZ 20607, Kontonr. 0100-065333 Öffnungszeiten Herbst 2010/Frühjahr2011: Montafoner Heimatmuseum Schruns: Adventsamstage und –sonntage 15-18 Uhr 26.12.-6.1., täglich 15-18 Uhr ab 7. Jänner Dienstag bis Freitag, jeweils 15-18 Uhr Mont. Tourismusmuseum Gaschurn: Adventsonntage 15-18 Uhr 26.12.-6.1., täglich 16-18 Uhr ab 7. Jänner Dienstag bis Freitag, jeweils 16-18 Uhr Montafoner Bergbaumuseum Silbertal: 26.12.-6.1., täglich 16-18 Uhr ab 7. Jänner Mittwoch u. Freitag, jeweils 16-18 Uhr Altes Frühmesshaus Bartholomäberg: 26.12.-6.1., täglich 15-17 Uhr ab 7. Jänner Dienstag u. Donnerstag, 15-17 Uhr Mitglieder des Heimatschutzvereins Montafon haben folgende Vorteile: • • • • • Freier Eintritt in alle Montafoner Museen Infos und freier Eintritt zu den Veranstaltungen des Vereins (Vorträge, Exkursionen, Lesungen) Deutlich reduzierter Bezugspreis für die Montafoner Schriftenreihe Kostenlose Inanspruchnahme des Montafon Archivs und der Bibliothek Kostenlose Inanspruchnahme des Services der Außenstelle der Vorarlberger Landesbibliothek Mit der Bezahlung des Mitgliedsbeitrages von € 20, - unterstützen Sie die Arbeit des Vereines und der Museen! ✃ Ja, ich möchte diese Vorteile nützen und werde Mitglied des Heimatschutzvereins Montafon. Vorname: ✃ Österr. Post AG Info.Mail Entgelt bezahlt Familienname: Straße/Hnr.: Postleitzahl/Ort: Telefonnummer: E-mail: 16 Grafik-Design Frei, Götzis