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18921231_ltb0171893_Landeskulturfondrechnungsabschluss_1892 Landtag 01.07.2021 Xyn. der Beilagen zu den stenogr. Protokollen des Vorarlberger Landtags. III. Session, 7. Periode 1892/93. Beilage XVII. Rechnungs-Abschluß des Vorarlberger Landes-Culturfonds pro 1892. Einzel« Vortrag fl. kr. Zusammen fl. Beleg Nr. kr. A. Einnahmen. a. Kaupt-Grnpfärrge (nach der Wiedererstellung der letzten Rechnung pro 1891): Ein Stück Staatsschuld-Verschreibung vom 1. Oktobet 1870, 7,500 Nr. 15,775, zinslaufend seit 1. Oktober 1891 . . . Ein Stück Staatsschuld-Verschreibung vom 1. August 1870, 1,000 — Z. 43,217, zinslaufend seit 1. August 1891. . . . Ein Stück Staatsschuld-Verschreibung vom 1. August 1868, Z. 98,876, zinslaufend seit 1. August 1891 . . . 100 — Elf Stück 4°/o in Silber verzinsliche Schuldverschreibungen der k. k. priv. Franz-Josef-Vahn ddo. Wien am 1. April 1889 L 1000 fl. Serie 2559 Nr. 10, dann Serie 2560 Nr. 1 inclusive 10. zinslaufend seit 1. Oktober 1891 . 11,000 — Zwei Stück 4°/0 in Silber verzinsliche Schuldverschreibungen der k. k. priv. Franz-Josef-Bahn ddo. Wien am 1. April 1884 ä. 200 fl. Serie 6312 Nr. 46 und 47, zins400 — laufend seit 1. Oktober 1891............................................. Ein Stück österr. Goldrente-Obligation ddo. 1. Oktober 1876 1,000 — Nr. 285,647, zinslaufend seit 1. Oktober 1891. . . Ein Stück österr. 5° 0 steuerfreie Staatsrenten-Anleihe-Obligation ddo. Wien am 14. April 1881 Nr. 41,508 zu 1,000 — 1000 fl., zinslaufend seit 1. September 1891. . . . Zwei Stück österr. 5 o/g Staatsrenten-Anleihe-Obligationen ddo. Wien am 14. April 1881 Nr. 7698 und 15,235 ä 200 — 22,200 — 100 fl., zinslaufend seit 1. September 1891 . . . 6,962 55 6,962 55 Bei der Sparkassa der Stadt Bregenz laut Einl.-Buch Nr. 1267 Ein Stück Salinenschein Nr. 635fr zu.................................. 10,000 — 10,000 — 716 31'/716 31'/, Kassa-Barschaft................................................................................ — — 39,878 86*/, Summa des Haupt-Empfangcs B. Neuer Empfang. Zinse von Aktiv-Kapitalien......................................................... Forststrafbeträge.......................................................................... Strafgelder auf Grund des Fischerei- und Wafferrechtsgesetzes Jagdkarten-Taxen........................................................................... Verschiedene Einnahmen............................................................... Summa des neuen Empfanges Gesammt-Einnahme 69 1,424 584 19 219 308 81 — — — 40 2,555 21 42,434 07*/, § AS UP r» «—■ c» (S Z sT a § Ä D a $3 SS CÄ ö? 1 Bortrag Einzeln C. Ausgaben. fl. kr. Beiträge für Culturzwecken......................................................... Jahresbeitrag an den Vorarlberger Landwirthschaftlichen Verein Verschiedene Ausgaben............................................................... Summa der Ausgaben 1,955 400 1 78 — 05 Zusammen fl. kr. 2,356 83 Beleg Nr. v. Abschluß. Die Gesammt-Einnahmen betragen.............................................. Die Gesammt-Ausgaben betragen............................ Schließlicher Vermögensstand 42,434 07»/, 2,356 83 40,077 24»/, E. Wiedererftellung. Ein Stück Staatsschuld-Verschreibung vom 1. Oktober 1870 Z. 15,775, zinslaufend seit 1. Oktober 1892 . . . 7,500 — Ein Stück Staatsschuld-Verschreibung vom 1. August 1870, Z. 43,217, zinslaufend seit 1. August 1892 . . . 1,000 — Ein Stück Staatsschuld-Verschreibung vom 1. August 1868 100 — Z. 98,876, zinslaufend seit 1. August 1892 . . . Elf Stück 40/y in Silber verzinsliche Schuld-Verschreibungen der k. k. priv. Franz-Josef-Bahn ddo. Wien am 1. April 1889 ä 1000 fl. Serie 2559 Nr. 10, dann Serie 2560 Nr. 1 inclusive 10, zinslaufend seit 1. Oktober 1892 11,000 — Zwei Stück 4°/0 in Silber verzinsliche Schuld-Verschreibungen der k. k. priv. Franz-Josef-Bahn ddo. Wien am 1. April 1884 ii 200 fl. Serie 6312 Nr. 46 und 47, zinslaufend seit 1. Oktober 1892 ........................................ 400 — 1 Ein Stück österr. Goldrente-Obligation ddo. 1. Oktober 1876 Nr. 285,647, zinslaufend seit 1. Oktober 1892 . . 1,000 — 'Ein Stück österr. 5°/0 steuerfreie Staatsrenten-Anleihe-Obligation ddo. Wien am 14. April 1881 Nr. 41,508 zu 1000 fl., zmslaufend seit 1. September 1892 . . . 1,000 Zwei Stück österr. 50/0 Staatsrenten-Anleihe-Obligationen ddo. Wien am 14. April 1881 Nr. 7698 und 15,235 ä 100 fl., zinslaufend seit 1. September 1892 . . . 200 __ 22,200 Bei der Sparkassa der Stadt Bregenz laut Einl.-Buch Nr. 1267 7,170 16 7,170 16 Ein Stück Salinenschein Nr. 278 L zu................................... 10,000 — 10,000 — Kassa-Barschaft................................................................................ 707 08*/, 707 08*/, — Summa der Wiederstellung — 40,077 24»/, g o o Lö CD <—t CD s g g’ s Z Cf t § CD tfti & ß 3 & Bregenz, 31. Dezember 1892. Für de» Landcs-AMiß in Vorarlberg. Druck von I. N. Teutsch in Bregenz. 70
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18921231_ltb0161893_Landesfondrechnungsabschluss_1892 Landtag 01.07.2021 XVI. der Beilagen zu den stenogr. Protokollen des Vorarlberger Landtages. III. Session. 7. Periode 1892/93. Beilage XVI. Rechmmgs-Nbschlutz des BorarfBerger CanbesfonÖes pro 1892. 65 GinnaHrnerr Avstattnrrg für das laufende Jahr an Rückständen fl. kr. kr. fl. I. Reelle. 1 2 3 4 5 6 7 Interessen von Activ-Kapitalien Steuer-Zuschläge .... Krankenverpflegskosten-Rückersätze .......................... Rückersätze der Verpflegskosten für Zwänglinge . . . Schubkosten-Rückersätze . . Rechnungs-Ersätze .... Verschiedene Einnahmen . . Summa der reellen Einnahmen 1,901 66 73,898 74 878 255|io — — Rückstand Zusammen fl. 1 kr. 1,901 66 73,898; 74 878 255|io ! 577 33 3,502 90 fl. kr. fl. : 1 kr. fl. * 1 1,901 66 73,898 74 71,000 878 256|10 577 33 3,502 90 1,394 69 1,394 69 1,394 69 82,153 575|,„ 82,153 575|io 82,153 ]M7 \ — n. Durchlaufende Credit-Operationen. 8 577 33 3,502 90 — Schließlicher des o ftv Hebützr der Zkräkimi«. Zergliederung Ansatz M K> 1,100 1 — 2,800 2,000 — 1 76,900. i 1 1 i — — — — . — Summa — — — Zurückerhobene Activkapitalien Summa — — - — — 1 — — 12,985 § — — — — 12,985 i — — — 106,138 57% 10,125 53 116,264 10% _ — 1 — 1_ — 11,000 — 11,000 — 11,000; — 11,000 — 11,000 11,000] 12,985 — 12,985 — 12,985 1 — 12,985 — r III. Durchlaufende Einnahmen. 9 Zurückerhobene Vorschüsse i 106,188^7°/,, Gesammtsumme aller Einnahmen Anfänglicher Cafsarest . . . Gesammt-Einnahme . Schließlicher Cassarest . . . . Anmerkung. — — — — — — — 106,138 57% — — — — 9,740'39»! „ i — Der im Rechnungs-Abschluß pro 1891 ausgewiesene schließliche Rückstand an zurück­ zuerhebenden Vorschüssen per 736 st. 20 kr. ö. W. wurde mit Landtags-Beschluß XIV. Sitzung vom 30. April 1892 in Abschreibung gebracht. Bregenz, den 31. Dezember 1892. 1 66 Druck von Z. N. T w S) Ito Zergliederung der Avstattuug an Rückständen Ausgaben für das laufende Jahr Schließlicher Rückstand Zusammen I. Reelle 1 2 3 4 5 6 7 8 9 L0 11 "2 Verwaltungs-Auslagen . . . Kranken-, Irren-, Findel- und Gebärhauskosten . . . . Jmpfkosten................................ Beiträge...................................... Kosten für Zwänglinge . . Schubkosten Prämien für Raubthiererlegung Gendarmerie-Bequartirung . Vorspanns-Auslagen . . . Landschaftlicher Haushalt . . Verschiedene Zahlungen an der Landesschuld für den Bau der Landesirren­ anstalt Valduna 12,022 io 882 315 10 22,290 1,424 57 3,430 78»|10 20 3,642 1,413'1 _ 13,138 445 10 5 5,388 10 Summa der reellen Ausgaben 64,466 04 3.64^50 10 10 450 — 12,022 22,^90 1,424 3,430 20 3,642 1,363 13^38 5,388 8,000 1,200 12,000 | 7,200 100 3,600 2,000 12,000 20,000 450 10,500 64,416|06 76,900 II. Durchlaufende Credit-Operationen. 13 Angelegte Jnterimskapitalien . 16,701 66 Summa 16,701 66 16,701 66 16,701 16,701 III. Durchlaufende Auslagen. 14 15 . . 25,400 25,400 25,400 Summa Summa aller Ausgaben . . Schließlicher Cassarest . . . 25,400 25,400 25,400 106,567,70 106,637 26 106,517 71 9,746 395| Gegebene Vorschüsse . Zurückbezahlte Vorschüsse Gesammt-Ausgabe . . . . . . 116,264 106/10 Nach dem letzten Rechnungsabschlüsse pro 1891 waren bei der Sparkaffa Bregenz laut Anmerkung_ Buch Nr. 2505 fruchtbringend hinterlegt 26,227 fl. 43 kr. Im laufenden Jahre wurden zurückbehoben 11,000 fl., oleibt 15,227 fl. 43 kr. Dagegen neu angelegt 16,701 fl. 66 kr., somit Guthaben bei der Sparkaffa Bregenz 31,929 fl. 09 kr. Hiezu in Salinenscheinen 1 Stück D Nr. 9222 zu 10,000 fl., 3 Stück E Nr. 275, 276, 277 Ä 10,000 fl. = 30,000 fl. Summax71,929^^9 kr. t lisch in Bregenz. * II Der Landes-Ausschuß in Vorarlberg. 67
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18920919_ltb0141893_Bericht_Volkswirtschaftsausschuss_Gemeindevor...ankweil_Schlins_Hausierhandel Landtag 01.07.2021 XIV. der Beilagen zu den ftenogr. Protokollen des Vorarlberger Landtags. III. Session, 7. Periode 1892. Beilage XIV. W erdicht des volksrvirthschaftlichen Ausschusses über die von den Gemeindevorstehern von Götzis, Rankweil und Schlins eingebrachten Petitionen wider den Hausierhandel in Vorarlberg. Hoher Landtag! Die Gemeindevorstehungen von Götzis, Rankweil und Schlins haben an den h. Landtag Petitionen eingegeben, tvider das Hausieren, mit folgender Bitte: „Der h. Landtag wolle mit allen ihm zu Gebote stekenden Mitteln dahin wirken, daß der Hausierhandel in Vorarlberg gänzlich untersagt werde." Die Bittsteller begründen ihre Petitionen mit folgendem: 1. Sei der Hausierhandel ein sehr gefährlicher Concurrent dem ansäßigen Handelsmanne, weil ersterer außer einer Patent-Taxe keine Steuern zahlen müsse. 2. Rehme der Hausierhandel die Kunden, welche Baarzahlungen leisten dem stabilen Handels­ manne weg, so daß diesem vielfach nur jene Kunden auf Kredit bleiben. 3. Verkaufe der Hausierer zumeist nur schlechte Waare, welche die stabilen Handelsgeschäfte entweder gar nicht führen, oder doch zu bedeutend billigern Preisen abgeben. 4. Benehmen sich die Hausierer oft sehr zudringlich, so daß nicht selten deshalb gekauft und ganz unnöthige Artikel allgeschafft werden, wodurch die Leute um ihr Geld gebracht werden. 5. Sei der Hausierhandel für viele nicht so fast der eigentliche Erwerb, sondern oft nur ein Privilegium zum Bettel, was aus der geringwertigen Waare, die sie zum Verkaufe mit führen, zu schließen ist. 6. Gelte als Regel, daß die Hausierer ihre Waaren weit über den Werth anbieten und auch verkaufen, und so die Unkenntnis der Käufer ausnützen. Der volkswirthschaftliche Ausschuß würdiget im Allgemeinen mit Ausnahme des Punktes 1, der auf unrichtiger Auffassung der gesetzlichen Bestimmungen beruht, die von den Petenten vor­ gebrachten Gründe, er verweist diesbezugs zur Motivierung dieser seiner Stellungnahme auf den Bericht des volkswirthschaftlichen Ausschusses der letztvergangenen Session Beilage L. der ftenogr. Protokolle der Session 1891/92. Der zitirte Bericht über die Petition der kaufmännischen Genossen­ schaften in der gleichen Angelegenheit wurde in der Landtags-Sitzung vom 1. April 1892 zur Kenntnis genommen und der Antrag: XIV. der Beilagen zu den steriogr. Protokollen des Vorarlberger Landtags. III. Session, 7. Periode 1892. „1. Die Petition der kaufmännischen Genossenschaften Vorarlbergs um Beschränkung und strengere Ueberwachung des Hausierhandels wird der hohen k. k. Regierung zur eingehenden Würdigung und thunlichsten Berücksichtigung abgetreten, . 2. Die hohe t k. Regierung wird angegangen, in eine den jetzigen Verhältnissen und Be­ dürfnissen entsprechende Reform des Hausierpatentes einzugehen," zum Beschlusse erhoben. Eine Erledigung über diesen Landtagsbeschluß ist noch nicht herab­ gelangt, wie aus dem diesjährigen Rechenschaftsberichte des Landesausschusses Blg. I dieser Session unter B. 5 zu entnehmen ist, obgleich derselbe unterm 5. Mai d. I. Zl. 1124 dem hohen k. k. Handelsministerium vom Landes-Ausschusse unterbreitet worden ist. Es ist demnach die Situation ganz dieselbe, wie sie in der letzten Session sowohl bei Verfassung des Ausschußberichtes als bei der Annahme im hohen Landtage war, weshalb der volkswirtschaftliche Ausschuß von der neuerlichen Motivierung absieht, unter Hinweis auf die damalige Auseinandersetzung und stellt folgende Anträge: Der h. Landtag wolle beschließen: 1. Die Petitionen der Gemeindevorstehungen von Götzis, Rankweil und Schlins um Unter­ sagung des Hausierhandels in Vorarlberg wird der hohen k. k. Regierung zur eingehendsten Würdigung und thunlichsten Berücksichtigung abgetreten. 2. Die hohe k. k. Regierung wird neuerdings angegangen, in einer den jetzigen Verhältnissen und Bedürfnissen entsprechende Reform des Hausierpatentes einzugehen. Bregenz, am 19. September 1892. Martin Thrrrnher, Peter P. Welte, Obmannstellvertreter. Berichterstatter. 60
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18920917_ltb0131893_Landesausschussbericht_Voranschlag_Landesschulrat_... Landtag 01.07.2021 XIII. der Beilagen zu den stenogr. Protokollen des Vorarlberger Landtags. HL Session, 7. Periode 1892. Beilage XIII. des Landes-Ausschusses über den Voranschlag des k. k. kandesschulrathes pro s893. Hoher Landtag! Mit Note vom 10. ds. Z. 720 übersendete der k. k. Landesschulrath dem Landes-Ausschusse behufs Vorlage an den h. Landtag den Voranschlag über die pro 1893 aus Landesmitteln zu bestreitenden Kosten der Bezirkslehrer-Conferenzen mit einem Erfordernisse von 430 fl., sowie den Voranschlag über die Einnahmen und Ausgaben des Lehrerpensionsfonds mit einem zu deckenden Abgang von 1800 fl. zusammen 2230 fl. Nachdem im Voranschläge des Landesfondes pro 1893 unter Rubrik 9 „Verschiedenes" für diese Ausgabe bereits Vorsorge getroffen ist, erscheint diese Angelegenheit damit erlediget und wird daher erhoben der Antrag: Der hohe Landtag wolle beschließen: „Der Voranschlag des k. k. Landesschulrathes pro 1893 mit einem Erfordernisse von fl. 2230.— wird zur Kenntnis genommen und findet durch dessen Berücksichtigung im Vor­ anschläge des Landesfondes seine Erledigung." Bregenz, am 17. September 1892. Der Landrsansschuß. 57
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18920916_ltb0121893_Landesausschussbericht_Lehrergehaltregelung Landtag 01.07.2021 XII. der Beilagen zu den stenogr. Protokollen des Vorarlberger Landtags, III. Session. 7. Periode 1892. Beilage XIL W erdicht des Landes-Ausschusses in Angelegenheit der Regelung der Lehrergshalte. Hoher Landtag! Auf Grund des Landtagsbeschlusses vom 30. Oktober 1890 hat der Landesausschuß unter Mitwirkung der Schulbehörden umfassende Erhebungen über die Anzahl der im Lande befindlichen Schulen, die Höhe der Lehrergehalte und der von den Gemeinden gewährten Zuschüsse, ferner die Art und Weise der Besetzung der Lehrerstellen, sowie über den Vermögensstand der einzelnen Ge­ meinden gepflogen und das Resultat derselben mit Bericht vom 31. August 1891 (I. Beilage zu den stenografischen Protokollen der Session pro 1892) dem h. Landtage zur Kenntnis gebracht. Gleichzeitig wurde dieser Bericht auch den Mitgliedern des k. k. Landesschulrathes und der k. k. Bezirksschulräthe übermittelt Die Zusendung an die Mitglieder des k. k. Landesschulrathes hatte den Zweck, diese Körperschaft in die Lage zu versetzen auf Grund des gesammelten statistischen Materials in die Berathung und Beschlußfassung über die Vorschiebung der Schulen in höhere Gehaltsklassen und Umwandlung von Unterlehrer- in Lehrer- und Lehrerinnenstellen, sowie von Expositurschulen in selbstständige Schulen einzutreten. Der Landesschulrath nahm die bezüglichen Arbeiten in Angriff und faßte auf Grundlage der Vorschläge eines von ihm zu diesem Zwecke eingesetzten Comitös in der Sitzung vom 17. März d. Js. entsprechende Beschlüsse und übermittelte dieselben mit Zuschrift vom 22. März d. Js. Z. 262 dem Landesausschusse mit dem Ersuchen, im Sinne des § 21 des Gesetzes vom 17. Jänner 1870 sein Votum über die gestellten Revisionsanträge abzugeben. Rach dem vorcitirten Paragraf hat der Landesschulrath im Einvernehmen mit dem Landes­ ausschusse die Schulen in die gesetzlich vorgesehenen Gehaltsklassen einzutheilen. Der Landesausschuß hat in heutiger Sitzung die Beschlüsse des Landesschulrathes vom 17. März betreffend die Vorschiebung einer Anzahl Schulen in höhere Gehaltsklassen mit unwesentlichen Abänderungen acceptirt, dieselben sind sonach rechtskräftig geworden und treten die bezüglichen Lehr­ personen vom 1. November d. Js. an in die höheren Gehaltsbezüge. Was die Umwandlung einer Anzahl Unterlehrer- in Lehrer- und Lehrerinnenstellen, sowie von Erpositurschulen in selbstständige Schulen betrifft, so werden seitens des Landesschulrathes vorerst dahinzielende Verhandlungen mit den Gemeinden gepflogen und wird auf Grundlage des Ergebnisses derselben s. Z. das Geeignete verfügt werden. Die vom k. k. Landesschulrathe und dem Landesausschusse beschlossenen Vorschiebungen in höhere Gehaltsklassen bilden einen, wenn auch nicht ausreichenden, so doch wichtigen und wesentlichen Schritt zur Verbesserung der materiellen Lage des Lehrerstandes. 55 XII. der Beilagen zu den stenogr. Protokollen des Vorarlberger Landtags, m. Session, 7. Periode 1892. Nach diesen Beschlüssen werden 4 Schulen mit 16 Klassen von der II. in die I. Gehaltsklasse vorgeschoben, so daß in dieser letztern statt bisher 4 fortan 8Schulen sich befinden werden. Ferner gelangten 69 Schulen mit 92 Klassen aus der III. in die II. Classe, so daß die II. Classe statt bisher 46 fortan 115 Schulen enthalten wird, dagegen in der III. Classe statt den bisherigen 145 nunmehr 76 Schulen verbleiben. Diese 76 Schulen sind zumeist einklassige und befinden sich in Gemeinden, in denen entweder keine Sommerschule gehalten wird, oder die gar nicht in der Lage sind, die Mittel zu einem erhöhten Schulaufwande aufzubringen. Die Zahl der in Lehrer- oder Lehrerinnenstellen der Umwandlung zu unterziehenden Unter­ lehrerstellen beträgt 17, jene der in selbstständige Schulen zu verwandelnden Exposilurschulen 24. *) Wenn nun auch die beschlossenen und in Aussicht genommenen Maßnahmen eine bedeutende Verbesserung der dermaligen Verhältnisse und Zustände unzweifelhaft herbeiführen, so werden, wie schon im eingangs erwähnten Berichte Dom 31. Aug. D. I. hervorgehoben wurde, immer noch eine Anzahl zu gering dotirter Lehrstellen verbleiben, bei denen nach wie vor die Gefahr fortbesteht, daß dieselben nicht mit qualificirten Lehrkräften besetzt werden können. In solchen Fällen wird es dann Aufgabe des Landes sein helfend einzutreten. Momentan ist indessen kaum ein bestimmter Betrag zu bezeichnen, den das Land für solche Zwecke voüren sollte. Es müßten demnach weitere Er­ hebungen vorangehen. Dazu kommt noch, daß dermalen nicht einmal alle nun in höhere Gehalts­ klassen vorgeschobenen Schulen mit qualificierten Lehrkräften besetzt werden können, da es an genügen­ den Nachwuchs fehlt; es wäre daher dermalen noch weniger möglich, für die in der letzten Gehalts­ stufe verbleibenden Schulen solche Lehrkräfte zu gewinnen, und zwar auch dann nicht, wenn den­ selben angemessene Personalzulagen zugewendet werden wollten. Es entfällt daher mindestens für das nächste Jahr die Nothwendigkeit der Zuwendung eines Landesbeitrages zu gedachtem Zwecke. Dagegen wird dieses, wie im Berichte Dom 31. August v. I. eingehend dargelegt wurde, für die Folge nothwendig werden. Die Festsetzung der Höhe des aus Landesmitteln zu gewährenden Beitrages kann aus all dem Gesagten wohl nur auf Grundlage weiterer entsprechender Erhebungen erfolgen. Indem der Landes-Ausschuß hiemit über den dermaligen Stand der Angelegenheit dem hohen Landtage Bericht erstattet, erlaubt er sich zu stellen folgende Anträge: Der h. Landtag wolle beschließen: „1. Der Bericht des Landesausschusses vom 31. August D. I. (I. Beilage der stenografischen Protokolle der letzten Session) über die Dorgenommenen Erhebungen in Angelegenheit der Regelung der Lehrergehalte, ferner die vom k. k. Landesschulrathe im Einvernehmen mit dem Landesausschusse beschlossenen im Doranstehenden Berichte auf­ geführten Maßnahmen werden zur Kenntnis genommen. 2. Der Landesausschuß wird beauftragt, dem Landtage in einer der nächsten Ses­ sionen auf Grund geeigneter Erhebungen Bericht und Antrag über weiters noch noth­ wendige Maßnahmen in dieser Angelegenheit zu erstatten." Bregenz, am 16. Sept. 1892. Der Kandesausschuß. *) Durch das in einigen Punkten etwas von den Beschlüssen des Landesschulrathes abweichende Votum des Landesausschusses wird unter der Voraussetzung der Zustimmung erstgenannter Behörde noch eilte etwas weitergehende Vorschiebung, nämlich einer Schule von der III. in die I. und von 4 Schulen der III. in die II. Gehaltsklasse erfolgen. 56
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18920914_ltb0111893_Finanzausschussbericht_Rechenschaftsbericht_L...chaftsbericht_Landesausschuss Landtag 01.07.2021 XL der Beilagen zu den stcWgr. Protskollen des Vorarlberger Landtags. UI. Session, 7. Periode 1892. Beilage XI. We ricfyt des KnanzAussckusses über den Rechenschaftsbericht des Landes-Ausschusses von der letzten kandtagsseffion bis 7. September d. Is. Hoher Landtag! Der Finanz-Ausschuß hat den Rechenschaftsbericht des Landes-Ausschusses einer eingehenden Prüfung unterzogen und hiebei gefunden, daß der Landes-Ausschuß einerseits die in der letzten Session gefaßten Landtagsbeschlüsse soweit thunlich zur Ausführung brachte, andererseits die ihm sonst obliegenden Agenden in sachlicher und ersprießlicher Weise besorgte. Ohne in eine neuerliche Wiederholung des Berichtes des Landes-Ausschusses einzutreten werden hinsichtlich der Ausführung der Landtagsbeschlüsse der letzten Session gestellt folgende Anträge: Ad I. A. Der hohe Landtag wolle die Punkte 1, 2, 3, 4 und 5, betreffend die Landtagsbeschlüsse, welche die Allerhöchst kaiserliche Sanction erlangt haben, zur befriedigenden Kenntnis nehmen, und bezüglich der Punkte 6, 7, 8 und 9 über die Landlagsbeschlüsse, für welche die Allerhöchst kaiserliche Sanction noch aussteht, der Erlangung derselben entgegen sehen. Nachtrag. 10. Dieser Punkt fand bereits im Berichte des Finanz-Ausschusses der letzten Session ad II, Poll 2, Beilage XI. der stenogr. Berichte, seine Erledigung. Ad I. B. Betreffend die Ausführung der Landtagsbeschlüsse nach § 18 und 19 der Land esordnun g. Den Punkten 1 und 4, betreffend a. die Licenz für Orgeldreher und Bettelmusikanten, b. die jährliche Einberufung der Landesvertetung wurde seitens der hohen Behörden ganz, dem Punkte 3 bezüglich der Reduzirung der Erwerb- und Einkommensteuer für die Stickereiindustrie nur theilweise entsprochen, dagegen auf die Landtagsbeschlüsse Punkt 2 und 9, a. die Förderung der Polizeistunde, b. die Aufhebung der ärarischen 49 Belage XL XL der Beilagen zu deu stenogr. Protokolle» des Vorarlberger Landtags. Straßenzölle in Vorarlberg nicht eingegangen. Zu Punkt 10, Förderung des AchthalBahnprojectes ist der Landes-Ausschuß noch nicht im Besitze des nöthigen Materiales und konnten daher keine weiteren Ausführungen erfolgen. Ueber die Punkte 5, 6, 7, 8, 11 und 12, betreffend a. die Einschränkung des Hausierhandels, b. die Einführung eines eigenen Viehsanikütsbezirkes in Vorarlberg, c. das Verbot der Ziegenweide, d. die Er­ leichterung der steuerfreien Branntweinerzeugung, e. Gewährleistung und Schadenersatzpflicht beim Vie hhandel, k. die Resolution Betreff Rheincorrection, ist seitens der h. k. k. Regierung noch keine Erledigung herabaelanat. Es wird daher gestellt der Antrag: Der hohe Landtag wolle die Punkte 1, 2, 3, 4, 9 und 10 zur Kenntnis nehmen und bezüglich der Punkte 5, 6, 7, 8, 11 und 12 eine günstige Erledigung seitens der h. k. k. Regierung erwarten. Ad I. 6. Ueber die Ausführung der Landtagsbeschlüsse im eigenen Wirkungskreise des Landes-Ausschusses. Hiebei wird ebenfalls auf den Rechenschaftsbericht des Landesausschusses verwiesen wie folgt: Punkt 1. betreffend die Uebernahme der Kosten für Impfstoffe und Werkzeuge zur Rauschbrand schutzimpfung. „ 2. bezüglich eines geschäftskundigen Berathers für die Raiffeisenschen Kassen­ vereine. „ 3. die Förderung sonntäglicher Fortbildungsschulen. „ 4. die Förderung landwirthschafrlicher Kenntnisse. „ 5, die Aenderung des § 3 der Grundzüge für die Raturalverpflegsstation en. f, 6. betreffend die Anlegung eines sicheren Fahrweges über den Flexen. „ 7. die Gehaltsaufbesserung des Sekundärarztes in der Landesirrenanstalt Valduna. „ 8. bezüglich Beitragsleistung an den k. k. Bezirksschießstand in Schruns. 1t 9. betreffend die Aufforstung des Arlberges. „ 10. wegen Nichteinhebung von Jntercalarien. „ 11. Verhandlun gen wegen der Straße Lauterach—Bezau. „ 12. betreffend die Subvention an die Vorarlberger Productivgenossenschaft der Stickereiindustrie. „ 13. bezüglich Unterstützung desWegbaues Au-Damüls und Beitragspflicht der Gemeinde Au. „ 14. betreffend Unterstützungen an Lehramtszöglinge. f, 15. hinsichtlich einer alljährlichen Hinausgabe des Berichtes über den Stand der Irrenanstalt in Valduna. „ 16. betreffend den Beitrag zu den Wuhrbauten an der Lutz und Jll in Bludesch. „ 17. wegen des Gesuches des Thierarzneischülers Franz Josef Minder. „ 18. hinsichtlich des Beitrages an den Lehrerpensionsfond. „ 19. betreffend Hintanhaltung künstlicher Stimmenbeschaffung bei Gemeinde­ wahlen. „ 20. wegen Abänderung des Forstgesetzes, punkto Ziegenweide. „ 21. hinsichtlich Abänderung des Vorarlbergischen Tbierseuch enfonds gesetzes. „ 22. betreffend die Anlegung eines Wasser-Hochreservoirs in der Landesirren­ anstalt Valduna. 50 III» Session der 7. Periode 1892. bezüglich Beitrag zur Deckung des Hochwasserschadens in Bürserberg. wegen Förderung des Straßenbaues nach Gargellen. betreffend Abänderung der Bauordnung. bezüglich des Uebereinkommens zwischen Staat, Land und Gemeinden punkto Ausbau der Rheinbinnendämme. „ 27. betreffend die vom Lande geleisteten Unterstützungen an verschiedene Vereine wird erhoben der Punkt „ „ „ 23. 24. 25. 26. Antrag: „Der hohe Landtag wolle die Ausführungen des Landes-Ausschusses über die Land­ tagsbeschlüsse im eigenen Wirkungskreise genehm halten." II. Lmldesfond. 1. Rechnungs-Abschluß des vorarlbergischeu LandeSfondes für das Jahr 189L Derselbe wurde in der letzten Session dem hohen Landtage in Vorlage gebracht und fand in -er 18. Sitzung am 6. April 1892 die Erledigung. 2. Voranschlag des Vorarlberger LandesfondeS für das Jahr 1893. Dieser vom Landesausschusse dem Landtage separat vorgelegte Voranschlag weiset auf an veran­ schlagten Einnahmen 79.900 st., an Ausgaben ebenfalls diese Summe und wird sich diesfalls bezüglich der Begründung auf Beilage II des Rechenschaftsberichtes des Landesausschusses berufen und nur bemerkt, daß dieser Voranschlag entsprechend den bisherigen Daten und mit Rücksicht auf die künftigen Verhältnisse angefertigt wurde. Es stellt der Finanzausschuß demnach den Antrag: Der hohe Landtag wolle beschließen: dem Voranschläge des Vorarlberger Landesfondes für das Jahr 1893 mit einem Erfordernisse von 79.900 st. und einer Bedeckung mit ebenfalls 79.900 st. wird die Genehmigung ertheilt und zur Deckung des Erforder­ nisses eine Steuerumlage mit 2O°/o Zuschlägen zur Grund- Erwerb- und Einkommen­ steuer, und 10% Zuschlägen zur Hauszins- und Hausklassensteuer bewilliget. III. Grundentlastmigsfond. 1. Rechnungs-Abschlüsse pro 1891. a. des mit Tirol gemeinsamen Grundentlastungsfondes. Dieser von der tiroler Landesbuchhaltung verfaßte und vom dortigen Landesausschusse mit Note Dom 24. Juni d. Js. Z. 98 hieher übermittelte Rechnungs-Abschluß pro 1891 weiset aus: ein Activum von 828,989 st. 575/10 kr. ein Passivum von ... 703,350 „79 „ daher ein reines Activum mit . . 1^5,638 „ 785/iO ~ b. betreffend die Grundentlastungsfondsschuld des Landes Vorarlberg. Mit Schluß des Jahres 1890 bezifferte sich die Schuld auf . 11408 fi. 66 kr. Zuwachs an Renten 570 „ 435/10 „ an Regiekosten 242 „ 35 „ Zusammen 12221„ 445/10 „ 51 Beilage XI. XI. der Beilagen zu den stenogr. Protokollen des Vorarlberger Landtags. Abstattung: an Steuerzuschlägen Zahlung an Regie­ kosten im präliminirten Betrage von . . . . 4035 st. 035/10 kr. 505 „ — Zusammen somit ergibt sich am Schlüsse des Jahres 1891 eine Schuld des Landes Vor­ arlberg mit Es stellt der Finanzausschuß den 4540 fl. Q35/10 kr. 7681 fl. 41 kr. Antrag: Der hohe Landtag wolle beschließen: „Die vorgelegten Rechnungs-Abschlüsse des mit Tirol gemeinsamen Grund­ entlastungsfonds und der auf das Land Vorarlberg entfallenden Grundentlastungs­ fondsschuld für das Jahr 1891 werden nach den obangeführten Schlußansätzen genehm gehalten." 2. Voranschläge pro 1893. a. Des mit Tirol gemeinsamen Grundentlastungssondes. b. Voranschlag pro 1893 betreffend die auf das Land Vorarlberg entfallende G rund entlastungsfondsschuld. Diese Voranschläge werden, da die Verwaltung dem Landesausschusse in Tirol obliegt, von diesem verfaßt. Es ist jedoch dieser Voranschlag noch nicht eingelangt. Für diese per 1893 benöthigte Umlage kann aber ohne Eintreffen der Voranschläge gesorgt werden, da nach dem Rechnungsabschlüsse pro 1891 und dem derzeitigen Stande der Schuld des Landes Vorarlberg mit l°/0 Zuschlag zu sämmtlichen directen Staatssteuern zur Deckung des Erfordernifles ausreichen dürfte und wird daher gestellt der Antrag: Der hohe Landtag wolle beschließen: zur Deckung des Erfordernisses der das Land Vorarlberg betreffenden Grundentlastungsfondsschuld wird für das Jahr 1893 ein Zuschlag mit l°/0 zu sämmtlichen directen Staatssteuern bewilliget. V. Krankenversorgung. Die diesfalls im Jahre 1891 gehabten Auslagen im Betrage von 6.892 fl. haben mit der in der 18. Sitzung am 6. April 1892 vom hohen Landtage genehmigten Rechnung ihre Erledigung gefunden. VI. Jrrenversorgung. 1. Die von der Direction der Landesirrenanstalt verfaßte Rechnung für das Jahr 1891 weiset aus: An Gesammteinnahmen ......... 46.467 fl. 39 kr. „ Gesammtausgaben .......... 43.459 fl. 07 kr. Daher einen Kassarest von 52 3.008 fl. 32 kr. III. Sesfion der 7. Periode 1692. Beilage XI. Bei genauer Prüfung der Rechnung sammt Belegen haben sich folgende Differenzen ergeben: Im Beleg Nr. 122 der Ausgaben ist die Schlußsumme auf 330 st. 08 kr. angesetzt, und trotzdem in diesem Beleg eine Post nur mit 9 st. 60 kr. angeführt wurde, welche richtiger 16 ft, — kr. ausmacht und eine andere Post anstatt mit 3 st. 64 kr. nur mit 3 st. 50 kr. eingesetzt ist, reduzirt sich die Endsumme von 330 st. 08 kr. aus 325 ft. 62 kr. Dagegen sind aus dem Ausgabebeleg Nr. 202 nur 92 ft. 02 kr. in Rechnung gebracht während das Beleg eine Ausgabe mit 95 ft. 43 kr. ausweist. Werden nun diese zwei Differenzen gegensntig verglichen, so zeigt sich zu Ungunsten des Rechnungslegers noch ein an die Kasse zu vergütender Betrag mit 1 ft. 05 kr. und ist der hiedurch berichtigte Kassarest anstatt mit 3008 ft. 32 kr. richtiger 3009 fl. 37 kr. anzusetzen. Der Finanz-Ausschuß stellt daher den Antrag: Der hohe Landtag wolle beschließen: Dem Rechnungsabschlüsse der Landesirrenanstatt Valduna für das Jahr 1891 mit dem berichtigten Kassarest per 3009 ft. 37 kr. ist die Zustimmung ertheilt. 2. Voranschlag der Landesirrenanstalt Valduna für das Jahr 1893. Die Gesammteinnahmen dieses Voranschlages belaufen sich für das Jahr 1893 stuf ... , 36.398 fl. 11 kr. die Ausgaben dagegen auf 37.712 ft. 95 kr. daher ein Abgang mit 1.314 ft. 84 kr. welcher in den Kassavorschüssen pro 1892 seine Deckung finden wird. Es wird daher der Antrag gestellt: Dem Voranschläge der Landesirrenanstalt Valduna für das Jahr 1893 wird nach den obigen Ansätzen die Genehmigung ertheilt. VII Schuldenstanü der Landes-Irrenanstalt Valduna. Diesbezüglich hat sich seit der letzten Session keine Aenderung ergeben und ist somit der Schuldeiistand noch 10.000 fl. mit 4l/2°/o Zinslauf seit 1. Jänner 1892. VIII. Gemeinde-Angelegenheiten. Hiebei wird auf die Anführungen im Rechenschaftsberichte des Landesausschusses verwiesen und kann nur mit Bezug auf das Rechnungswesen in den Gemeinden eine bedeutende Besserung constatirt werden, wobei jedoch bemerkt werden muß, daß die strenge Ueberwachung mancher Gemeinden immerhin noch nöthig erscheint. IX. Stipendien und Stiftungen. Dießbezüglich erscheint es dem Finanzausschüsse ebenfalls nicht nöthig in weitere Erläuterungen einzugehen, da der Rechenschaftsbericht des Landesausschusses hierüber ausreichende Aufklärung gibt. X. Dr. Anton Jufsel'sche Stiftung zur Heranbildung von Bolksschullehreru. Die Rechnung pro 1891, bezüglich dieser Stiftung hat die Erledigung ebenfalls in der Sitzung am 6. April 1892 gefunden. 53 Xi. der Beilagen zu den stenogr. Protokollen des Vorarlberger Landtags, NI. Session, 7. Periode 1832. XI. Jnvaliden-Stiftuag des Vorarlberger Sängerbundes. Der Rechnungsabschluß dieser Stiftung wurde wie ad X. erledigt und kommt nur zu bemerken, daß wegen Auswanderung des bisherigen Inhabers des Stipendiums nach Amerika dasselbe d. Z. frei ist und nächstens zur Ausschreibung kommen dürfte. XII. Biehseuchenfonde. a. betreffend den Fond für Einhufer. b. für Rinder. Die Rechnungsabschlüsse pro 1891 wurden ebenfalls in der XVIII. Sitzung vom 6. April im Landtage erledigt und wird nur noch bemerkt, daß bezüglich der Einnahmen für den Fond für Einhufer dem Rechenschaftsberichte des Landesausschusses eine Tabelle beigegeben ist. XIII. Feuerwehrfonb. Der Rechnungsabschluß pro 1891 fand seine Erledigung wie ad XII. und ist bezüglich der Einnahmen ebenfalls eine Tabelle im Rechenschaftsberichte des Landesausschusses enthalten. Das Referat über die Thätigkeit des Landes-Cultur-Jngenieurs L. Gaßner ist ebenfalls dem Rechenschaftsberichte des Landesausschusses beigegeben und kann dort eingesehen werden. Am Schlüsse dieses Berichtes kann der Finanz-Ausschuß nur die Ueberzeugung aussprechen, daß der Landesausschuß in der Zeit seit der letzten Session in gewohnter Weise mit allem Eifer und Pflichttreue seines Amtes gewaltet hat und ihm hiefür der Dank des Landes gebührt. Bregenz, am 14. Sept. 1892. I Ant. Fritz, I. Nägele, Obmann. Berichterstatter. 54
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18920913_ltb0101893_Bericht_Volkswirtschaftsausschuss_selbständi...Antrag_Vermittlerämterreform Landtag 01.07.2021 X. der Beilagen M den stenogr. Protokollen des Vorarlberger Landtags. III. Session, 7. Periode 1892. Beilage X. des volkswirthschaftlichen Ausschusses über den selbstständigen Antrag der Abge­ ordneten Fink und Genossen in Betreff Reform der vermittlerämter. Hoher Landtag! Die Antragsteller führen in ihrer Eingabe an, das h. k. k. Justizministerium habe auf Grund eines Beschlusses des oberösterreichischen Landtages, womit die hohe t k. Regierung ersucht wird eine Regierungsvorlage einzubringen, durch welche einige Bestimmungen des Gesetzes vom 21. September 1869 Nr. 150 R.-G.-Bl. abgeändert würden, an den Vorarlberger Landesausschuß mehrere dies­ fällige Anfragen gerichtet, worin derselbe unter anderem auch angegangen wurde, sich darüber aus­ zusprechen, welche Ursachen nach seiner Meinung an dem geringen Prosperiren der Vermittler­ ämter im Lande Schuld tragen, und welche organisatorischen, administrativen oder gesetzgeberischen Maßregeln der Landesausschuß nach den Verhältnissen des Landes als am meisten geeignet halten würde, um die Vermittlerämter zur Erfüllung der ihnen bei ihrer Einführung zugedachten Aufgabe zu befähigen. Der Landtag von Vorarlberg habe schon in der Session des Jahres 1883 darauf hingewiesen, daß die dermalen bestehenden gesetzlichen Bestimmungen bezüglich der Vermittlerämter nicht geeignet seien, diese Institution zum Wohle des Volkes wirksam und lebensfähig zu machen. Die der hohen Regierung damals vorgeschlagenen Gesetzesänderungen blieben von derselben bisher leider unberücksichtiget, und es müsse daher begrüßt werden, daß die hohe Regierung dermalen, wie aus den angedeuteten Anfragen abgenommen werden kann, sich nicht vollständig abgeneigt zeigt, in eine Aenderung der auf die Vermittlerämter Bezug habenden Bestimmungen einzugehen. Die Antrag­ steller erachten daher den jetzigen Zeitpunkt für geeignet der hohen k. k. Regierung diesfalls aber­ mals Vorschläge zu unterbreiten. Der volkswirthschaftliche Ausschuß ist gleich den Antragstellern überzeugt, daß die Vermittler­ ämter, wie sie auf Grund des Reichsgesetzes vom 21. September 1869 R.-G.-Bl. Nr. 150 mit Landesgesetz vom 18. Oktober 1870 Nr. 66 L.-G.-Bl, auch in Vorarlberg eingeführt wurden, der ihnen bei ihrer Einführung zugedachten Aufgabe nicht entsprechen. Es ist im ganzen Lande die gleiche Klage die Vermittlerämter seien nicht lebensfähig, dieselben werden von den streitigen Parteien viel zu wenig in Anspruch genommen, trotzdem von jenen Fällen, welche vor das Vermittleramt ge­ langten, der Ausgleichsversuch meistens zu einem günstigen Abschlüsse führte. 45 Beilage X. X, der Beilagen zu den stenogr. Protokollen des Vorarlberger Landtags. Die Schuld, weshalb die Vermittlerämter so wenig benützt werden, liegt unzweifelhaft darin, daß dieselben keinen obligaten Charakter haben. Wenn es der einen oder anderen betheiligten Partei beliebt, der Vorladung des Vermittler­ amtes zur Verhandlung zu erscheinen nicht nachzukommen, haben die versammelten Mitglieder des Vermittleramtes für ihr Erscheinen und ihren redlichen Willen zu einem gütlichen Ausgleiche ihr Schärflein beizutragen, einfach das Nachsehen, ja oft ernten sie nur Spott und Hohn, indem dem Vermittleramt keine Mittel mehr zu Gebote stehen, seiner Vorladung Nachdruck zu verleihen. Die Vermittlerämter werden auf diese Weise lediglich zu einem Spielball launenhafter Parteien und es ist selbstredend, daß unter solchen Umständen von einer ersprießlichen Wirksamkeit derselben keine Rede sein kann. Und doch könnte und würde diese Institution eine wohlthätige und vortheilhafte sein, wenn sie mit dem nöthigen Ansehen und nachhaltigen Befugnissen ausgestattet wäre. Nach dieser Richtung hat das Gesetz die bedeutendsten Mängel. Auf Grund des § 2 des citirten Reichsgesetzes mußte in den § 7 des Vorarlberger Landesgesetzes die Bestimmung ausgenommen werden, daß die Androhung von Zwangsmitteln bei Vorladung der Parteien vor das Vermittleramt, sowie die Anwendung von Zwangsmitteln gegen diejenigen, welche der Vorladung keine Folge leisten, unzulässig sei. Diesfalls sollte die Bestimmung getroffen werden, daß die Androhung von Zwangsmitteln bei Vorladung der Parteien, sowie die Anwendung von Zwangsmitteln gegen diejenigen, welche der Vor­ ladung keine Folge geben, Platz zu greifen hat. Um die Wirksamkeit der Vermittlerämter zu fördern, sollte von Gesetzeswegen bestimmt werden, daß jede Streitsache bis zu einem Betrage von 300 fl., § 1 des Gesetzes vom 21. September 1869, ehe dieselbe bei Gericht anhängig gemacht werden kann, dem Vergleichsoersuche vor dem Vermittler­ amt unterliegt, so zwar, daß über die Klage einer Partei bei Gericht nur gegen Beibringung der vermittelämterlichen Bestätigung über das Scheitern des erfolgten Ausgleichsversuches das Verfahren eingeleitet würde. Auch sollte den Vermittlerämtern die Befugnis eingeräumt werden, über streitige, dem Betrage nach bestimmte Geldforderungen bis höchstens 50 fl. oder über bewegliche Sachen, bezüglich welcher die Parteien erklären, für dieselben einen die Summe von 50 fl. nicht übersteigenden Geldbetrag annehmen oder leisten zu wollen, endgiltig Recht zu sprechen. Endlich sollte im Gesetze auch in unzweideutiger Weise ausgesprochen werden, daß vor dem Vermittleramte geschlossene Vergleiche und erflossene Urtheile gleich den gerichtlichen Vergleichen und Urtheilen executionsfähig seien. Wenn das Reichsgesetz im angedeuteten Sinne abgeändert würde, könnte auf Grund desselben ein Landesgesetz geschaffen werden, welches den Verhältnissen des Landes Vorarlberg entsprechen, die Vermittlerämter lebensfähig machen und die Wirksamkeit und das Ansehen derselben im hohen Grade fördern würde. In den an Vorarlberg angrenzenden Staaten, in der Schweiz und zum Theil auch in Deutsch­ land, bestehen schon längst Vermittlerämter mit den oben angedeuteten oder ähnlichen Machtbefugnissen, dieselben erfreuen sich einer großen Beliebtheit, haben Ansehen und eine erfolgreiche Wirksamkeit. Auch bei uns würden Vermittlerämter mit obligatem Charakter und der nothwendigen Macht­ befugnis ausgestattet zweifellos manchen kostspieligen Prozeß verhindern, das Rechtsbewußtsein im Volke ausbilden und den Sinn für öffentliche Angelegenheiten beleben und stärken. Der volkswirthschaftliche Ausschuß erhebt daher folgende Anträge: Der Landtag wolle beschließen: Die h. k. k. Regierung wird dringend ersucht, ehethunlichst eine Regierungsvorlage einzubringen, in welcher die Bestimmungen über die Vermittlerämter dahin abgeändert werden, daß dieselben 46 in. Session der 7. Periode 18S2. Beilage X. mit obligatorischem Charakter in der Art ausgestattet werden, daß Vorladungen zwangsweise vollstreckt werden können, 2. jede Streitsache über dem Betrage nach bestimmte Geldforderungen von höchstens 300 fl. oder über bewegliche Sachen, bezüglich welcher die Parteien erklären, für dieselben einen die Summe von 300 fl. nicht übersteigenden bestimmten Geldbetrag annehmen oder leisten zu wollen, vor Einleitung eines gerichtlichen Verfahrens dem Ausgleichsversuche vor dem Vermittleramte unterliegt, 3. dem Vermittleramte die endgiltige Rechtsprechung über dem Betrage nach bestimmte Geldforderungen von höchstens 50 fl. oder über bewegliche Sachen, bezüglich welcher die Parteien erklären, für dieselben einen die Summe von 50 fl. nicht übersteigen­ den bestimmten Geldbetrag annehmen oder leisten zu wollen, eingeräumt wird, 4. Vorsorge getroffen wird, daß vor dem Vermittleramte geschlossene Vergleiche event, erflossene Urtheile gleich den gerichtlichen Vergleichen und Urtheilen executionsfähig seien. 1. Bregenz, den 13. September 1892. Johannes Thnrnher, Jodok Fink, Obmann. Berichterstatter. 47
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18920913_ltb0091893_Bericht_Volkswirtschaftsausschuss_Subventions...n_ObstbaumzuchthebungMontafon Landtag 01.07.2021 IX. der Bellagen zu den ftenogr. Protokollen des Vorarlberger Landtags, lll. Session, 7. Periode 1892. Beilage IX. Nevrcht -es volkswirthschaftlichen Ausschusses über das Gesuch des kath. Bauernvereines von Montavon um eine Unterstützung zur Hebung der Gbftbaumzucht. Hoher Landtag! Der kath. Bauernverein von Montavon hat an den hohen Landtag ein Gesuch um Unterstützung zur Hebung der Obstbaumzucht eingebracht. „In diesem Gesuche wird hervorgehoben, daß dieser Landwirthschaftszweig insbesondere im Montavoner-Thale zurückgehe, obgleich dort die klimatischen Verhältnisse der Obstbaumzucht günstig seien. Hiedurch entgehe der dortigen Bevölkerung ein nicht geringer Nutzen und schwinde zudem immer mehr im Volke das Verständnis und Interesse hierfür. Die Hauptursache dieses so bedauerlichen Niederganges liege im Mangel des Verständnisses für -eine richtige Anpflanzung und Pflege der Obstbäume, daher am Förderlichsten geholfen werde, wenn einzelne Personen in diesem Fache ausgebildet würden, welche sodann auf die Bevölkerung in Praxis und Theorie segensreich einwirken könnten. Der kath. Bauernverein beabsichtige daher, nächstens eine oder zwei Personen zur Ausbildung nach Reutlingen in die dortige landwirthschaftliche Fachschule zu schicken, es fehlen ihm aber hiezu die nöthigen Geldmittel, weshalb er sich an die hohe Landesvertretung um eine Subvention bittlich wendet." Der volkswirthschaftliche Ausschuß, welchem dieser Gegenstand zur Vorberathung und Bericht­ erstattung zugewiesen worden ist, kann diesem Gesuch nur beipflichten, er ist aber in der angenehmen Lage dieses nicht nur aus der eigenen Ueberzeugung thun zu müssen, sondern auch mit Rücksicht auf die bisherige Aufmerksamkeit, welche der hohe Landtag schon wiederholt der Obstbaumzucht in unserem Lande schenkte. Auch für das Jahr 1892 hat derselbe laut Beschluß vom 18. März l; Js. in der X. Sitzung zu diesem Zwecke einen Betrag von 200 fl. votiert und den Landes-Ausschuß er­ mächtiget, aus demselben an solche Personen, welche landwirthschaftliche Fach- und Fortbildungsschulen besuchen wollen, Stipendien zu verleihen. Infolge der verspäteten Session des hohen Landtages konnte aber eine Stipendien-Verleihung mangels an Competenten für dieses Jahr nicht mehr erfolgen und es zogen auch die Herren Lehrer Kohler in Lingenau und Wüstner in Au, welche laut Bericht des landtäglichen Finanzausschusses vom 12. März 1892 Beil. XXV. des stenogr. Protokolles solche 43 IX. der Beilagen zu den stenogr. Protokollen des Vorarlberger Landtags. HI. Session, 7. Periode 1892. Gesuche eingegeben hatten, dieselben aus eben diesem Grunde zurück, als der Landes-Ausschuß in Folge obiger Ermächtigung jedem ein Stipendium von 80 fl. zuerkannt und dieses mit Zuschrift vom 27. März 1892 Zl. 1006 eröffnet hatte. Weil es aber im Obstbaue nicht nur im Montavoner-Thale, sondern auch in anderen Landes­ theilen fehlt, so erachtet es der volkswirthschaftliche Ausschuß als nöthig, nicht nur diesem Gesuche Gewährung zu geben, sondern noch einen weiteren Betrag zu votiren, woraus Bewerber aus anderen Landestheilen mit Stipendien betheilt werden können. Die Wichtigkeit der Hebung der Obstbaumzucht in unserem Lande beweißt so recht, wenn auf die jährliche Obsteinfuhr hingewiesen wird. Alle diese Tausende Zentner Obst, welche Jahr für Jahr in unser Land eingeführt werden, könnten in demselben selbst produzirt werden und wie viele Tausend von Gulden blieben dann im Lande und kämen in die Hände unserer sonst so darniederliegenden Landwirthe. Wenn auch zugegeben werden muß, daß die letzten Jahre die Witterungsverhältnisse eine ungünstige Wirkung gemacht haben, so kann nicht in Abrede gestellt werden, daß in unserem Lande im Obstbaue viel mehr geschehen könnte und sollte. Von diesen Erwägungen geleitet, stellt der volkswirthschaftliche Ausschuß folgende Anträge: „I. Dem kath. Bauernvereine von Montavon wird für das Jahr 1893 zum Zwecke der Ent­ sendung zweier geeigneten Personen in die landwirthschaftliche Fachschule zu Reutlingen eine Subvention von 200 fl. aus dem Landeskultur-Fonde votirt. Ueber die Verwendung ist dem Landes-Ausschusse Rechnung zu legen. II. Der Landes-Ausschuß wird ermächtigt im Jahre 1893 aus dem Landeskultur-Fonde einen Betrag von 200 fl. zu Stipendien an Personen aus anderen Landestheilen, welche sich im Obstbaukurse in Reutlingen ausbilden wollen, zu verwenden." Bregenz, am 13. September 1892. Johannes Thrrrnher, Peter P. Welte, Obmann. Berichterstatter. 44
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18920913_ltb0081893_Bericht_Volkswirtschaftsausschuss_Subventions..._WalsertalerKonkurrenzstrasse Landtag 01.07.2021 VIII. bet Beilagen AU den stcnogr. Protokollen des vorarlberger^Landtags. HL Session. 7. Periode 1892. Beilage VIIL des volkswirthschaftlichen Ausschusses über das Gesuch des Ausschusses der lvalser- thaler Eoncurrenzstraße um eine Subvention aus (andesmitteln zur Erhaltung dieser Straße. Hoher Landtag! Der Ausschuß der Walserthaler Straße hat schon in der letzten Landtags-Session ein Gesuch um Gewährung einer Subvention zur Erhaltung genannter Straße dem h. Landtage unterbreitet. Der Landtag ist aber auf Grund des Berichtes des Straßen-Ausschusses (LVI. der Beilagen der stenogr. Protokolle) mit Beschluß vom 2. April d. I. auf dies, s Gesuch nicht eingegangen, wenngleich schon im damaligen Berichte hervorgehoben wurde, daß die Erhaltung der Straße den Gemeinden des Walserthales große Opfer auferlege, manche dieser Gemeinden wenig oder kein Vermögen besitzen und den größten Theil der Straßenerhaltungskosten durch Umlagen zu decken haben. Der wichtigste Grund, der im Berichte des Straßen-Ausschusses gegen die Gewährung einer Subvention zur Geltung gebracht wurde, bestand in der Anschauung, der Landtag solle in erster Linie die Neuanlage und Erweiterung nothwendiger Straßen thunlichst ermöglichen und fördern, und nachdem nach dieser Richtung so Manches noch im Lande zu thun sei, erschiene es nicht gerechtfertigt, für bloße Erhaltung einer Straße einen Beitrag zu gewähren. Diese Anschauung würde der volkswirthschaftliche Ausschuß, dem das neuerliche Gesuch des Walserthaler Straßen-Ausschusses zur Vorberatbung zugewiesen wurde, voraussichtlich getheilt haben, wenn sich die Verhältnisse seit der früheren Beschlußfassung nicht wesentlich geändert hätten und nicht neue sehr berücksichtigenswerthe Momente zu Tage getreten wären. Die Walserthaler-Straße wurde s. Z. mit einem Kostenaufwand von 88 610 st. 62 kr. von den fünf Gemeinden Thüringen, Thüringerberg, St. Gerold, Blons und Sonntag, die zusammen nur 2117 Bewohner zählen, in einer sehr zweckentsprechenden Weise erstellt und damit einem dringenden Bedürfnisse dieses Thales entsprochen. Die meisten der concurrirenden Gemeinden haben sich durch die Erstellung der Straße eine bedeutende und drückende Schuldenlast aufgeladen. Es muß aber mit voller Anerkennung hervorgehoben werden, daß diese Gemeinden so muthig ans schwere Werk geschritten und dieses Unternehmen ohne jede Beihilfe des Landes und des Staates mit einer ihre Kräfte geradezu übersteigenden Opferwilligkeit vollendet haben. Die Sorge aller hiezu berufenen Factoren muß es nun sein, dieses vom Gemeinsinn genannter Ge­ meinden zeigende Werk auch in vollem Umfange und Bestände zu erhalten. 41 VIII. der Beilagen zu den stenogr. Protokollen des Vorarlberger Landtags. III. Session, 7. Periode 1392. Bei der Beschlußfassung in der letzten Session war noch die Ansicht maßgebend, der Zustand der Straße sei ein normaler, ein guter, es bedürfe zur Instandhaltung derselben keiner höheren als der bisher durchschnittlich hiezu verwendeten Jahresbeträge. Nach einer Zuschrift der k. k. Bezirkshauptmannschaft Bludenz vom 26. August d. I. Z. 7927 wurde nun aber auf Grund eines von Seite eines Vertreters des k. k. Bauamtes in Feldkirch vor­ genommenen Augenscheines den betreffenden Gemeinden eröffnet, daß die Straße dermalen sich viel­ fach in keinem guten Zustande mehr befinde, daß die baldige Vornahme einer großen Anzahl von Arbeiten, insbesondere die Räumung der Seitengräben, die Herstellung genügend vieler Wasseraus kehren oder gänzliches Abheben des verwachsenen Straßenrandes auf der Thalseite, die Anlage eines ganzen Schotterbettes an den stark ausgefahrenen Stellen und Ausfüllen der Geleise an den minder ausgefahrenen, das Ausgleichen der angebrochenen Berglehnen, das Zusammenleiten des Wassers in mit rohen Steinen ausgemauerten Sickerschlitzen, die Anlage von Flechtzäunen und Weidenpstanzungen über den Absttzungen u. s. w. erfolgen sollte, „indem andernfalls die mit verhältnismäßig großen Kosten erbaute Straße allmälig dem Verfalle entgegengehen und die Herstellung in guten Stand sich bei längerem Zusehen immer kostspieliger gestalten werde." Wenn nun schon die bisherige mangelhafte Instandhaltung der Straße einen jährlichen Kosten­ aufwand von st. 1600—2000 verursachte, so wird eine ordnungsgemäße Instandhaltung derselben mindestens per Jahr 2500 fl. erfordern, was für die meisten der betreffenden Gemeinden um so drückender erscheint, als sie- noch durch Jahre hindurch zur Tilgung der Straßenbauschulden bedeutende Beträge aufzubringen haben. Eine Unterstützung von Seite des Landes erscheint sonach unzweifelhaft gerechtfertigt. Im landtäglichen Straßen-Ansschusse wurde s. Z., wenn auch im bezüglichen Berichte nicht er­ wähnt, die Frage aufgeworfen, ob es nicht zweckmäßiger erschiene, wenn statt der gesammten Concurrenz nur den ärmeren Gemeinden Beiträge aus Landesmitteln zugewendet würden. Diese Frage mußte verneint werden. Soll das Land für die Erhaltung einer Straße etwas beitragen, so muß es auch in die Lage gesetzt werden, darüber zu wachen, daß die Straße in guten Zustand gebracht und in demselben auch erhalten werde. Bei Unterstützung einzelner Ge­ meinden könnte dieses aber nicht geschehen, indem die einzelne Gemeinde nicht für den Stand der Straße verantwortlich gemacht werden kann, sondern nur die Gesammt-Concurrenz, beziehungsweise der Straßen-Ausschuß. Der Einfluß des Landes auf Erwirkung eines guten Zustandes der Straße kann daher nicht durch Unterstützung einzelner Gemeinden, sondern nur durch Subvention der Concurrenz geschaffen werden, und zwar dadurch, daß die Gewährung und Ausfolgung der Subvention an die Bedingung geknüpft wird, daß die Straße in guten Zustand gebracht werde und darin erhalten bleibe. Die Subvention sollte sich auf fünf Jahre vom Jahre 1893 angefangen erstrecken und deren Höhe mit etwa einem Fünftel der voraussichtlich in den nächsten Jahren erwachsenden Kosten, also mit 500 fl. per Jahr bemessen werden. Der volkswirtschaftliche Ausschuß erhebt sonach den Antrag: Der hohe Landtag wolle beschließen: „Dem Gesuche des Ausschusses der Walserthaler Concurrenzstraße wird Folge ge­ geben und zur Erhaltung dieser Straße eine jährliche Subvention von 500 fl. und zwar für die Jahre 1893, 1894, 1895, 1896 und 1897 aus Landesmitteln unter der Be­ dingung und Voraussetzung gewährt, daß die Straße in einen vollständig normalen Zu­ stand gebracht und in demselben auch erhalten werde, worüber der Landes-Ausschuß jedes­ mal vor Ausfolgung der Subvention angemessene Erhebungen zu pflegen hat." Bregenz, am 13. Sept. 1892. Mart. Thurnher, Johannes Thnrrrherr, Berichterstatter. Obmann. 42
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18920913_ltb0071893_Gemeindeausschussbericht_Subventionsgesuch_Pa...rzelleBeschling_Illwuhrbauten Landtag 01.07.2021 VII. der Beilagen zu den stenogr. Protokollen des Vorarlberger Landtags. III. Session, 7. Periode 1892. Beilage VH. des landtäglichen Gemeinde-Ausschusses über das Gesuch der Parzelle Beschling um eine Subvention zu )llwuhrbauten. Hoher Landtag! Die zur Gemeinde Nenzing gehörige Parzelle Beschling hat nach Darstellung des vorliegenden Gesuches ant linken Jllufer eine beiläufig 3 Kilometer lange Strecke zu verwuhren und zwar sind bei dem Umstande, als die dermalen bestehenden Schutzbauten in schlechtem Zustande sich befinden, und nicht in der Correctionslinie liegen, lauter neue Wuhrungen anzulegen, die einen Kostenaufwand von 30.000 fi. erfordern sollen. Die Arbeiten lassen sich auch nicht aufhalten, oder auf einen längern Zeitabschnitt Vertheilen, da durch Vollendung der weiter oben liegenden Schutzbauten von Nenzing, Bludesch und Schlins und die da­ durch bedingte Einengung des Flusses das Geschiebe fortgeschwemmt und in das breitere Bett bei Beschling massenhaft abgelagert, dasselbe dadurch erhöht und hiemit die Gefahr eines Einbruches oder einer Ueberschwemmung herbeigeführt wird. Die Aufbringung der nöthigen Mittel zur Herstellung dieser Wuhrbauten ist für die kleine nur 250 Bewohner zählende Parzelle Beschling, die nur 510 fl. an directer Steuer zu entrichten hat, sehr schwer, wenn dieselbe auch laut Inventar ein separates Reinvermögen von fl. 24 628.56*/2 kr. darunter Realitäten bestehend in Alpen, Waldungen und Weiden im angesetzten Werthe von fl. 12987 besitzt. Wenn- nun aber die Parzelle aus sich selbst auch zu schwach ist, die nöthigen Wuhren mit der nöthigen Beschleunigung zu erstellen, so ist es doch nicht in erster Reihe das Land, das diesfalls zu helfen berufen ist, sondern wohl unstreitig die Gemeinde Nenzing. Sollte auch eine gesetzliche oder rechtliche Verpflichtung der Gemeinde zur Beitragsleistung nicht vorhanden sein, so wäre es doch in erster Linie ihre Aufgabe, soweit ihre Kräfte es erlauben, bevor die Hilfe des Landes oder des Staates in Anspruch genommen wird, helfend einzuschreiten, sei es durch Gewährung einer entsprechenden Jahressubvention, sei es durch ein unverzinsliches Darlehen, durch Materiallieferung, Uebernahme gewisser Arbeiten u. s. w. Es kann dieses von der Gemeinde um so mehr erwartet werden, da dieselbe bekanntermassen wohlhabend ist, indem sie über ein Stammvermögen von fl. 131 477.lö1^, darunter Realitäten im angesetzten Werthe von fl. 82 838 verfügt, welchem Vermögen nur Passiven per fl. 9338 gegen­ überstehen. 39 VII. der Beilagen zu den stenogr. Protokollen des oorarlberger Landtags, UI. Session, 7. Periode 1892. Im gegenwärtigen Stadium der Angelegenheit empfiehlt es sich daher nicht, in eine endgiltige Erledigung des Gesuches der Parzelle Beschling einzugehen, es sollte vielmehr die Gemeinde Nenzing durch den Landesausschuß angegangen werden, in erster Reihe genannter Parzelle entsprechende Unter­ stützung angedeihen zu lasten. Nach Abschluß der bezüglichen Verhandlungen würde dann erst an die Frage herangetreten werden können, ob und in welcher Weise -noch etwa die Hilfe des Landes nothwendig falle. Von diesen Erwägungen geleitet erhebt der Gemeinde-Ausschuß den Antrag: Der hohe Landtag wolle beschließen: „Der Landes-Ausschuß wird beauftragt, vorerst Erhebungen über die Kosten der bei der Parzelle Beschling aufzuführenden Jllwuhrbauten und hierauf Verhandlung hinsichtlich Erwirkung ausgiebiger Unterstützung dieser Bauten seitens der Gemeinde Nenzing zu pflegen und das Resultat dieser Erhebungen und Verhandlungen dem Landtage in spä­ terer Session in Vorlage zu bringen." Bregenz, am 13. Sept. 1892. M. Reisch, Mart. Thrrraher, Obmann. Berichterstatter. 40
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18920910_ltb0051893_Gesetzentwurf_Abänderung_Bauordnung Landtag 01.07.2021 V» der Beilagen -« den stenogr. Protokollen der Vorarlberger Landtags. Nl. Session, 7. Periode 1892. Beilage V A. Gesotz vorn wirksam für das Land Vorarlberg, womit die §§12 und 23 der Bauordnung für Vorarlberg abgeändert werden. Ueber Antrag des Landtages Meines Landes Vorarlberg verordne Ich wie folgt: Artikel I. Die 12 und 23 der Bauordnung für Vor­ arlberg (L. G. v. 20. März 1886, L. G. n. V. Bl. Nr. 19) haben in ihrer gegenwärtigen Fassung außer Wirksamkeit zu treten und künftig zu lauten: § 12. Entfernung freistehender Bauten. Bauten in der Nähe von Flüßen und Bächen. Freistehende Neubauten müssen mindestens vier Meter, vom Dachvorsprunge an gerechnet, von andern Gebäuden entfernt aufgeführt werden. Zeder Bauherr hat daher bei Aufführung eines Baues wenigstens zwei Meter von seiner Grund­ grenze entfernt zu bleiben. Wenn aber ein Nach­ bargebäude bereits ganz oder nahe an der Grund­ grenze aufgeführt sein sollte, so ist mit dem aufzuführenden Neubaue soweit zurückzuweichen, daß derselbe mindestens in eine Entfernung von vier Metern vom Nachbargebäude zu stehen kommt. Die Erbauung neuer Wohn-, Wirthschafts­ oder anderer Gebäude in der Nahe von Flüßen und Bächen ist nur in einer angemessenen, ent­ weder durch die bestehenden Flußpolizeivorschriften schon bestimmten oder nach den örtlichen Ver­ hältnissen zur Beseitigung von Gefahren und Be­ irrungen in der Wasserbenützung nothwendig er­ scheinenden Entfernung von den Ufern gestattet. Bei der Errichtung oder Aenderung von Wasser­ werken ist nach den Bestimmungen des Wasserge­ setzes vom 28. August 1870 (L. G. Bl. Nr. 65) vorzugehen. 31 V. der Beilagen zu den stenogr. Protokollen des Vorarlberger Landtags. III- Session. 7. Periode 1892. 8 23. Ausnahmen. Bei Erhöhung bereits bestehender Wohn- und Wirthschaftsgebäude kann unter Anwendung der nöthigen Vorsichten dieselbe Construction mit dem gleichen Materiale beibehalten werden. Die Errichtung von Wohngebäuden aus höl­ zernem Gerippe mit Ausmauerung (Riegelwand), sowie aus gestrickten Holzwänden kann nur bei isolirter Lage, welche die Bedenken einer Feuers­ gefahr für die Nachbargebäude ausschließt, unter der Bedingung zugegeben werden, daß die Mauern in der Nähe von Feuerungsanlagen und Rauch sängen aus feuersicherem Materiale hergestellt sind. Hölzerne Bedachungen aus Brettern oder Schindeln können nur bei zu vorübergehendem Gebrauche herzustellenden Gebäuden gestattet werden. Unter isolirter Lage ist eine Entfernung des Neubaues von jedem anderen Gebäude von min­ destens 15 Meter zu verstehen. Artikel II. Dieses Gesetz tritt mit dem Tage der Kund­ machung in Wirksamkeit. Artikel III. Mein Minister des Innern ist mit dem Voll­ züge dieses Gesetzes beauftragt. 32 zu den stenogr. KcotoEolleü des Vorarlberger Landtags. Ul. Session, 7. Periode 18TÄ. BeMge V S. de4 Gemeinde-Ausschusses über die Vorlage des Tandes-Ausschusses betreffend die Abänderung der Z Z \2 und 23 der Bauordnung für Vorarlberg. Der Motivenbericht des Landes-Ausschusses führt aus: Wie aus dem Berichte des landtäglichen Gemeinde-Ausschusses (LXV. der Beilagen zü den stenografischen Protokollen der Session des Jahres 1892) hervorgeht, hat Htrt Bezirksarzt vr. Bär m einem an den h. Landtag gerichteten längern Prvmemodiä ausführlich auf die Nachtheile histgdrviesen, welche das Naherücken freistehender Häufet ÜÜf die Gesundheit dtzr Bewohndr ausübt und auf Grund seiner Ausführungen die Nothwendigkeit dargestellt, die Bestimmungen to Bauordnung für Borarlberg nach der Äichtung einer Revision zu unterziehen, daß freistehende Neubauten in der Folge in einer Entfernung von mindestens vier Meter von andern Gebäuden aufzüführen seien. Bezirksarzt Bär begründet seine Anschauung wie folgt : „Daß GonneNÜcht ist, wie die Erfahrung lehrt, derjenige Factor, bdh welchen! alles Leben auf der Erve abhängt Md welches die Entwicklung des Organischen in der mächtigsten Weise beeinflußt. Es läßt sich deshalb schön von vornherein anNehmen^ däß das Sonnenlicht in gesundheitlicher Hin­ sicht eine sehr wichtige Rolle spielt. Schön HipokrUtes betbsti, büß die sonnige, heitere Lust gesund^ die trübe, feuchte, ungesund ist. In gleichem Sinne sprechen sich Galtnus und ArineKna aus. Die exparimentelle Forschung über bett Eistflüß der Küstne aüf das animalische Und pflanzliche LebkN hat erst in unserem Jahrhundert begonnen Und in Hezüg ststf die Hygieine zu wichtigen Thatsachen geführt. Die Ergebnisse der Forschung lehrftst, dstß da8 Sonnenlicht nicht blöß die Erregbarkeit der Nerven erhöht und den Stoffwechsel steigert, sondern Such die geistig Spharö dks MöstschLih seine Stimmung, seine geistige Elasticität uttd Energie beeinflußt, ferner däß däs direcü Sonnenlicht ^Ür Reinhaltung der Luft beiträgt, indem es die SchiMmelbildungen ttrib damit die Köime zur Entstehung von SiechthUm und Krankheiten zerstört. Jr^ erster Hinsicht finden wir, düß die Menschen, welche ist WohnustM äst sonnen­ armen schattigen Geländen wohnen, ist psychischer Richtung hinter tifen MtöoMrn MM, die ihre Wohnungen an sonnig warmen Himmelsstrichen haben. Bekannteste daß in sönttenätittLn, feuchten Thälern der Cretenismuä unvergleichlich mehr herrscht, als in tröckeNeii, sönnenwarnwn. In letzterer Hinsicht hat die Erfahrung gekehrt, dhß die Sttöphulöse M* allen ihren Folgest Sn schattiM licht-- und sonnenärmen Ortest, in dunkln, bon bdf Sonne nicht durchwärmten Wohnungen häufig öv vorkommt, als umgekehrt und e'in^ ErattsferituNg an die sonstig warme Luft däs b'iste HtzilMiM ist 33 Beilage V. V. der Beilagen zu den stenogr. Protokollen des Vorarlberger Landtags. und daß in jenen traurigen Ortschaften die Menschen einer guten Gesundheit sich weniger erfreuen. Dieß ist auch hauptsächlich der Grund, weßhalb die Menschen ihren Wohnungen, wo es immer angeht, Sonnenrichtung geben. Was hier im Allgemeinen und Großen gilt, das trifft auch im Kleinen, den einzeln stehenden Häusern, zu. Häuser, welchen durch Neubauten Licht und Sonne abgesperrt wird, sind mit Recht gefürchtet. In solchen Wohnräumen fühlt sich der Mensch angefröstelt, wie in einer Kellerluft. Von der hohen Wichtigkeit, daß bei Neubauten das Sonnenlicht, die Sonnenwärme ein großer Factor ist und in Betracht zu ziehen ist, wenn das Haus den Anforderungen der Hygieine entsprechen soll, ist Jedermann aus eigener Erfahrung überzeugt und man sollte meinen, daß die Bauordnung vom Jahre 1886 für das Land Vorarlberg diesen Punkt einer Beachtung würdig gefunden hätte. Was zeigt aber die Erfahrung? Bei isolirt stehenden Hausern baut der Nachbar an das bereits bestehende Haus ein Wohnhaus, das diesem das Sonnenlicht nimmt, dasselbe in Schatten stellt und dadurch entwerthet. Frägt man die Sachverständigen, ob dies wohl erlaubt sei, der Nachbar werde ja geschädiget, so erhält man die Antwort: „Auf meinem Grund und Boden kann ich bauen nach meinem Gutdünken und selbst wenn der Nachbar in Schaden kömmt. Was soll da die Hygieine?" Und zieht man die Bauordnung zu Rathe, so gibt sie über diesen Punkt keinen Ausschluß. Auch in Betreff der Ver­ bauung der Höfe, wodurch die Löscharbeiten bei Bränden vereitelt werden, ist nur Ungenügendes zu finden. Ob dieß nicht eine bedauernswerthe Lücke in der Bauordnung ist? Daß bei freistehenden Häusern durch das Naherücken eines Hauses zum andern Fehler gegen die Hygieine begangen werden, und dagegen vergebens Klagen geführt werden, möge nur auf einen Fall aus der jüngsten Zeit hingewiesen werden. Metzger Winkel hat sein großes Haus in der Quellenstraße in Vorkloster so nahe an das Nachbarhaus des Wacker gerückt, daß letzteres ganz in Schatten steht. In dem zwischen den Häusern gelassenen Raum müssen die Mauerwände feucht und kalt bleiben, und es können wegen der ungesunden Ausdünstung bei gewöhnlich liegen bleibenden Niederschlägen die Fenster nicht geöffnet werden, abgesehen davon, daß den Wohnzimmern Licht und Sonne entzogen wird. Oft genug verbindet sich damit nachbarliche Gehäßigkeit oder gibt hiezu An­ laß, die so lange bestehen als die Häuser." Der Landtag hat die Anregung des Hr. Bezirksarztes Dr. Bär gewürdigt und mit Beschluß vom 7. April 1892 den Landesausschuß beauftragt, geeignete diesbezügliche Anträge für die nächste Session vorzubereiten. Die in eingangs bezeichnetem Berichte des landtägl. Gemeinde-Ausschusses zum Ausdrucke gebrachten Bedenken hinsichtlich der Competenz der Ldndesvertretung zur gesetzlichen Regelung dieser Frage werden vom Landesausschusse nicht im mindesten getheilt, er ist vielmehr der Ansicht und der Ueberzeugung, daß eine derartige Einschränkung eine solche ist, welche durch öffentliche Rücksichten bedingt erscheint und daher im Wege der Landesgesetzgebung gerade so verfügt werden kann, wie die Festsetzung der Entfernung der Bauten von öffentlichen Straßen, der Art und Weise der Bau­ führung in der Nähe der Eisenbahnen, Flüsse und Gewässer, sowie der Bestimmungen über die Rücksichtnahme auf Feuersicherheits- und Sanitätsverhältnisse (§§ 10, 11, 12, 13 und 14 B.-O.). Die Aufnahme der im anliegenden Gesetzentwürfe in § 12 aufgenommenen Bestimmung berührt selbstverständlich die Bauten in geschlossenen Straßen der Städte oder anderer Ortschaften, woselbst die Gebäude nicht freistehend, sondern aneinandergebaut sind, oder nach dem etwa von der Gemeinde­ vertretung beschlossenen Regulirungsplane (§ 16 B.O.) aneinandergebaut werden sollen, nicht. Gelegentlich der Aufnahme der angedeuteten Bestimmung stndet der Landesausschuß noch eine andere Aenderung der Bauordnung in Vorschlag zu bringen. Es betrifft dieselbe die Gestattung von Holzbauten in isolirter Lage. (§ 23 B.O.). Es wurde schon bei den Ausschußberathungen gelegentlich der Revision der Bauordnung in der Landtagssession des Jahres 1885 von verschiedener Seite hervorgehoben, es sei die Festsetzung einer Entfernung von 20 Metern nicht nur drückend, sondern auch nicht zweckentsprechend, es würde vielmehr eine Entfernung von 15 Meter zur Erzielung der Feuersicherheit genügen. Diese Ansicht 34 ni. Session der 7. Periode 18V2. Beilage V. wurde aber bei den Berathungen des Landtages selbst aus dem Grunde nicht zur Geltung gebracht, weil man an dem mit der Regierung zum vorhinein vereinbarten Elaborate keine wesentlichen Aen­ derungen vornehmen wollte, um hiedurch die ganze Revistonsarbeit nicht zu gefährden, oder zu verschieben. Es hat sich nun gezeigt, daß jene im Jahre 1885 zu Tage getretenen Ansichten begründet waren, da das Entfernungsausmaß von 20 Meter in zahlreichen Fällen nicht unbedeutende Härten involvirt. Insbesondere fällt bei Bauten auf dem Lande, wo nicht mindestens 12 Meter breite Straßen bestehen, der Umstand ins Gewicht, daß einander gegenüberliegende Bauten nicht aus Holz auf­ geführt werden können, da ein Zurückweichen hinter die Baulinie in der Regel nicht angeht und sich dadurch die Unmöglichkeit ergiebt, einen Abstand von 20 Metern zwischen solchen einander gegen­ überstehenden Bauten zu gewinnen. Der landtägliche Gemeinde-Ausschuß ist mit den Ausführungen des Landes-Ausschusses voll­ ständig einverstanden, und hat nur in § 12 eine Ergänzung dahingehend in Vorschlag gebracht, daß die Entfernung der Neubauten vom Dachvorsprunge an zu bemessen sei. Die Aufnahme dieser Ergänzung wurde aus dem Grunde für nothwendig erachtet, um allen Zweifel zu beheben und ungleichartiger Jntrepretation des Gesetzes vorzubeugen. Der landtägliche Gemeinde-Ausschuß erhebt demnach den Antrag: Der h. Landtag wolle beschließen: „Dem beiliegenden Gesetzentwürfe betreffend die Abänderung der § § 12 und 23 der Bauordnung für Vorarlberg wird die Zustimmung ertheilt." Bregenz, am 10. Sept. 1892. M. Reisch, Mart. Thrrrnher, Obmann. Berichterstatter. 35
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18920907_ltb0061893_Landesausschussbericht_Normierung_Diäten_Rei...n_Landesvertretungsmitglieder Landtag 01.07.2021 Vl. der Beilagen zu den stenogr. Protokollen des Vorarlberger Landtags, m. Session, 7. Periode 1892. Beilage VL Wo richt -SS Landes-Ausschusses bezüglich Normirung der Diäten und Reisegebühren der Mitglieder der tandesvertretung. Hoher Landtag! Die Diäten und Reisegebühren der Landtagsmitglieder wurden mit Landtagsbeschluß vom 18. April 1861 festgesetzt wie folgt: Präsenzgebühr per Tag 4 fl.; per Meile der Hin- und Herreise 1 fl. Die Diäten und Reisegebühren der Landesausschuß-Mitglieder wurden in der Landtagssitzung vom 1. September 1883 einer Regelung unterzogen und erstere mit 5 fl. per Tag, letztere mit dem Betrage der I. Wagenklasse der Eisenbahn und für Strecken, die mit dieser nicht zurückgelegt werden können, mit 20 kr. per Kilometer bemessen. Die Lebensmittelpreise, sowie die Quartiere sind seit 30 Jahren zumal in der Landeshauptstadt Bregenz sehr gestiegen, so daß die Abgeordneten mit einer Tagesdiät von 4 fl. kaum das standes­ gemäße Auskommen finden können. Es wäre wohl schon im Jahre 1883 am Platze gewesen, gleichzeitig mit der Regelung der Gebühren der Mitglieder des Landes-Ausschusses auch die Regelung der Gebühren der Landtags­ mitglieder vorzunehmen. Auf Grund mehrfacher diesbezüglich zu Tage getretener Wünsche in Abgeordnetenkreisen glaubt der Landesausschuß dem h. Landtage die Vornahme einer Remedur des Landtagsbeschlusses vom 18. April 1861 empfehlen zu sollen und erhebt demgemäß den Antrag: Der hohe Landtag wolle beschließen: nL Für die Mitglieder der Landesvertretung wird für jeden Tag eine Diät (Taggeld) von 5 fl. festgesetzt. Für jene Tage, die ein Mitglied an den Verhandlungen und Arbeiten des Landtages, sei es mit oder ohne Entschuldigung, nicht theilnimmt, hat diese Gebühr zu entfallen. 37 VI. der Beilagen zu den stenogr. Protokollen des Vorarlberger Landtags, IN. Session, 7. Periode 1892. n. Als Reisegebühr wird für jede Strecke benützter Eisenbahn der Betrag für die I. Wagen­ klasse, und für jene Strecken, auf welcher eine Eisenbahn nicht besteht, eine Reiseentschädigung von 20 kr. per Kilometer der einmaligen Hin- und Herreise bestimmt. Erfolgt eine Vertagung, so stnd die Reisegebühren für den neuen Sesstonsabschnitt neuerdings auszufolgen. III. Sollten Mitglieder der Landesvertretung im Auftrage des Landtages als Deputationen oder in anderer Eigenschaft Dienstreisen über die Gränze des Landes zu machen haben, so kommen denselben die nach Punkt 3 Berlage IX der stenografischen Protokolle pro 1883 für die Landesausschußmitglieder diesfalls normirten Gebühren zu. IV. Diese Normen treten schon für die Herbstsession des Jahres 1892 in Kraft." Bregenz, 7. September 1892. Der Landesansschuß. 38
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  6. reisegebührensätze
  7. diätensätze
18920907_ltb0041893_Landesausschussbericht_Naturalverpflegsstatio...verpflegsstationenwirksamkeit Landtag 01.07.2021 IV. der Bellagen -u den stenügr. Protokollen des Vorarlberger Landtags. III. Session, 7. Periode 1892. Beilage IV. Z3 erdicht des kandes-Ausschusses über die Wirksamkeit der Natural-Verpflegsstationen in Vorarlberg vom Jänner bis 31. Juli M2. Hoher Landtag! Die Natural-Verpflegsstationen Vorarlbergs wurden in der ersten Hälfte des Jahres 1892 sehr stark besucht, indem in den bestehenden 21 Stationen zusammen 14821 mittellose Reisende Auf­ nahme und Verpflegung fanden. Dieselben vertheilen sich auf die einzelnen Stationen wie folgt: . . . 214 . . 2373 Egg . . Bregenz . Feldkirch . . Sulzberg. . . 1817 . . . 199 . . 1693 Bezau . Bludenz . . . . 123 . . 1677 Dornbirn . . . . . 92 Au . . . . 1542 Götzis . . Schröcken . . , . 71 . . . 62 Klösterle . . Lech . . . 1418 Nenzing. . . . 1830 Schruns . . . . 61 . . 831 Höchst . . Gaschurn. . . . 37 . . 744 Hohenweiler . Sonntag . . . . 26 . > 279 Alberschwende . Mittelberg . . . 8 . . 224 Hittisau . Der starke Besuch hielt auch in den Monaten Juli und August an und dürste erst bei Eintritt kälterer Witterung insbesondere in den in den Gebirgsthälern liegenden Stationen nachlassen. Die Wirkung dieser Anstalten erwies sich auch in diesem Zeitraume als eine äußerst günstige. Die Berichte der Gemeinden, die gemachten Wahrnehmungen, die Stimmen der Presse und das all­ gemeine Urtheil der Bevölkerung begegnen sich in der übereinstimmenden Anerkennung über die wohl­ thätigen Wirkungen und die alle Erwartungen übertrMnden Erfolge dieser Anstalten. Wohl wurden von einzelnen arbeitsscheuen Individuen da und dort Bettelversuche Unternommen; dieselben scheiterten aber zumeist an der Einsicht und dem Widerstände der Bevölkerung. Es muß mit voller Anerkennung und großer Befriedigung constatirt werden, daß sich die Be­ völkerung des Landes in dieser Hinsicht geradezu musterhaft benimmt und daß die Erfolge der neuen Institution in erster Reihe diesem Verhalten der Bevölkerung zu verdanken sind. 27 Beilage IV, IV. der Beilagen zu den ftenogr. Protokollen des Vorarlberger Landtags. In mehreren Gemeinden wurden Klagen erhoben hinsichtlich der Bettelmusikanten. Durch das Entgegenkommen der h. k. k. Statthalterei hinsichtlich des in der letzten Session ausgesprochenen Wunsches des h. Landtages betreffend die Nichtausdehnung solcher Lizenzen auf das Land Vorarlberg werden fortan solche Klagen ganz verstummen. Mehrere Gemeinden haben auch für die Zwischen­ zeit mittlerweile selbst Abhilfe geschaffen, indem sie einfach keine Bewilligungen mehr an solche Per­ sonen ertheilten. Die Vorstehungen der Verpflegsstationsgemeinden äußern sich über die Thätigkeit und die Erfolge dieser Anstalten in kurzem Auszuge in nachstehender Weise: Bregenz: Bettel und Landstreicherwesen hat nachgelassen, jedoch kommen immer noch Belästigungen vor, indem in diesem Zeiträume 68 beim Betteln betroffene Individuen aufge­ griffen wurden. Feldkirch: Der günstige Einfluß der Natural - Verpflegsstation auf die Abnahme des Hausbettels hielt auch in diesem Zeitraume an. Im Allgemeinen haben die Klagen über Hausbettel, die früher häufig vorkamen, aufgehört. Bludenz: Der Bettel- und das Vagabundenwesen haben naturgemäß wesentlich ab­ genommen und es sind in dieser Richtung die Verpflegsstationen von Erfolg begleitet. Dornbirn: Die Aufführung der Aufgenommenen, wie auch die Reinlichkeit derselben, war mit Ausnahme ganz weniger Individuen eine klaglose. Bezüglich des Bettels und Vaga­ bundenwesens wird constatirt, daß der Hausbettel seitens der Handwerksburschen in erfreu­ licher Weise abgenommen hat. Götzis: Die Verpstegsftation hat den Anforderungen vollkommen entsprochen und wurde von Bettel und Vagabundenwesen wenig mehr bemerkt. K l ö st e r l e: Das Betteln hat hier gänzlich aufgehört. Nenzing: Bettel- und Vagabundenwesen ist ganz unbedeutend, ja nicht nennenswerth; einzelne Individuen wollten dasselbe wieder anfangen, was aber bisher an entschiedener Abweisung der Bevölkerung scheiterte. Höchst: Man hört über Bettel seitens der Handwerksburschen keine Klage, es ist vielmehr das fast gänzliche Aufhören des Bettels zu constatiren. Hohenweiler: Im Mai und Juni war der Zuspruch ein äußerst reger, wobei auch der Bettel wieder mehr bemerkbar wurde. Eine Ursache hievon war, daß manche der Zu­ gereisten angeblich Arbeit beim Heuen suchten und hiedurch einen Grund zum Besuche der Häuser vorbringen konnten. Der Unfug ist nun wieder bis auf ganz vereinzelte Fälle behoben. Alberschwende: Die Verpflegsstationen können als große Wohlthat für das ganze Land angesehen werden, da der Bettel sozusagen gänzlich aufgehört hat. Hittisau: Der Bettel und das Vagabundenwesen haben beinahe gänzlich aufgehört. Egg: Der Erfolg der Verpflegsstationen ist im allgemeinen ein sehr guter zu nennen, doch scheinen in abgelegenen Weilern einzelne Individuen sich mit Bettel befassen zu wollen. Sulzberg: Die Thätigkeit der Verpflegsstationen muß als erfolgreich bezeichnet werden, da der Hausbettel zur Seltenheit geworden ist. Bez au: Das Bettel- und Vagabundenwesen hat sich gänzlich behoben. Schröcken: Das Bettel- und Vagabundenwesen wurde durch die Verpflegsstation fast gänzlich behoben. Lech: Der Erfolg der Verpflegsstation macht einen angenehmen Eindruck auf die Be­ völkerung, nicht aber auf die Vagabunden. Schruns: Ueber Hausbettel und Vagabundenwesen werden keine Klagen mehr gehört. Gaschurn: Nach Aussage der gesammten Bevölkerung ist das Bettel- und Vaga­ bundenwesen sozusagen gänzlich verswunden und hat die Verpflegsstation ihre Aufgabe in befriedigender Weise gelöst. 28 Beilage IV. IIL Session der 7. Periode 1892. Sonntag: Ueber Bettel hatten wir uns nie und auch jetzt nicht zu beklagen. Mittelberg: Diese gesetzliche Einrichtung bewährt sich sehr wohlthätig, indem das Bertelwesen wie ausgestorben erscheint. Die meisten der Stationen wurden von dem vom Landesausschusse bestellten Referenten inspieirt. Im allgemeinen hat sich ergeben, daß in den Verpflegsstationen gute Ordnung herrscht, daß die Einrichtung derselben mit wenigen Ausnahmen eine gute ist, daß die Amtsschriften ordnungsmäßig geführt und mit kaum nennenswerthen Ausnahmen keine Klagen gegen die Art und Weise der Leitung der Stationen, Beköstigung und Beherbergung der Reisenden laut wurden. Der Landesausschuß hat bei allen direct oder indirect zu seiner Kenntnis gelangten Beschwerden hinsichtlich der Wirksamkeit einzelner Stationen immer rasch intervenirt und Abhilfe geschaffen. Der Beschluß des h. Landtages vom 18. März d. I. betreffend die Abänderung des § 3 der Grundzüge für die Organisation der Natural-Verpflegsstationen und der Beschluß des Landes-Aus­ schusses vom 1. April d. I. (Siehe XXIV. Beilage der stenograf. Protokolle) traten mit 1. Mai d. I. in Kraft und ist nun das Ausmaß der den Reisenden zu verabreichenden Speise ein genügendes und die Entschädigung für die Stationshalter pkt. Kostverabreichung eine entsprechende. Hinsichtlich der Aufnahme der Reisenden in die Verpflegsstationen wurde die Wahrnehmung gemacht, daß mitunter auch Personen ausgenommen werden, die den Arbeitsnachweis innerhalb der letzten drei Monate nicht zu erbringen vermochten. Solche Fälle kommen zumeist im Frühjahre vor und lassen sich auch wohl kaum ganz vermeiden, da manche Arbeiter oder Handwerksgesellen den Winter zu Hause zubringen, dortselbst wohl auch arbeiten, aber keinen Ausweis hierüber bekommen und dann mit neuen Schriften versehen bei Beginn der wärmeren Jahreszeit um Arbeit ausgehen und hiebei die Stationen besuchen. Rach eingezogenen Erkundigungen werden in anderen Kronländern solche Personen von der Aufnahme in die Stationen nicht ausgeschlossen und es konnte daher wohl auch in Vorarlberg nicht anders vorgegangen werden, als daß unter allgemeiner Festhaltung des ge­ setzlichen Standpunktes solche specielle, berücksichtigenswerthe Ausnahmsfälle tolerirt wurden. Die Erhebungen über die Erstellung einer Zwischenstation zwischen Bludenz und Klösterle konnten bisher zu keinem Abschlüsse gelangen. Es tauchte vielmehr ein neuer Vorschlag auf, dahin­ gehend, die nach Tirol sich begebenden mittellosen Reisenden in der Zeit von Mitte November bis Mitte März jeden Jahres, oder richtiger für jene Zeit, in der die Arlbergstraße dem Verkehr nicht geöffnet ist, die Bahngebühr von Bludenz bis St. Anton auf Kosten der Station Bludenz zu bezahlen, wodurch dann die Errichtung einer Zwischenstation entfiele und zugleich auch für die Station Klösterle eine bedeutende Entlastung erzielt würde. In jenem Zeitraume, in welchem im Vorjahre Bahnge­ bühren für mittellose Reisende von Langen nach St. Anton auf Kosten der Station Klösterle ent­ richtet wurden, wendeten sich von der (Station Klösterle 484 Reisende nach Tirol und nur 250 kamen im gleichen Zeitraume von Tirol her. Der Vorschlag der Bahnbeförderung der mittellosen Reisenden von Bludenz aus hätte vieles für sich und wäre auch in materieller Beziehung empfehlenswerth, wenn seitens der Generaldirection der Staatsbahnen eine 50prozentige Ermäßigung der Fahrgebühr erwirkt würde. Der Landesausschuß ist diesfalls eingeschritten, eine Erledigung ist aber bisher nicht erfolgt, und es konnte daher auch seitens des Landesausschusses in eine endgiltige Austragung der fraglichen Angelegenheit nicht eingegangen werden. Hinsichtlich der Arbeitsvermittlungen weisen auch in diesem Zeitabschnitte manche Stationen erfreuliche Resultate ihrer diesbezüglichen Thätigkeit nach. Es wird schließlich gestellt der Antrag: „Der h. Landtag wolle den vorstehenden Bericht über die Wirksamkeit und die Erfolge der Natural-Verpflegsstationen im Lande Vorarlberg zur Kenntnis nehmen." Bregenz, 7. September 1892. Der Landes-Ausschuß. 29
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18920907_ltb0031893_Landeskulturvoranschlag_1893 Landtag 01.07.2021 IH. der Beilagen zu den stenogr. Protokollen des Vorarlberger Landtages, in. Session- 7- Periode 1892. Beilage III. Mcwcrnschtcrg des Vorarlberger Fundes Culturfondes pro 1893. 23 Aedeckung a) Strafgelder...................... 591 . 603 — 2 b) Jagdkarte n-Taxen. . 15 1400 1400 11300 800 500 3 Rückersätze an Vorschüssen . — — — — 4 Verschiedene...................... 306 05 300 300 Summa fl. 5864 20 3000 3000 Bregenz, den 7. September 1892. 24 pro 1893 1364 Beschluß des Landta Zinsen auö Aktiv-Kapitalien pro 1893 1 OK «2 Landes-Ausschuß-Ant pro 1891 Rechnungs-Ergebni Post. N r. Wubriken 02 o r-t Berichtigter Voransch pro 1892 02 o cm Anmerkung Die Ansätze sowohl der Bedeckung, als die des Erfordernisses dieses Voran­ schlages pro 1893 werden nach den An­ sätzen des Jahres 1892 beibehalten. • Z pro 1893 s -Ausschuß-^ "2 tigter Vorai pro 1892 pro 1891 nungs-Erge Post-Nr. Wubriken Z oa jQ tu a N pro 1893 en c$ (ist *H uß des Lani)tages Grfordernis Anmerkung Z K I 1 Beiträge zu Culturzwecken . 780 2 Stipendien............................ — 3 Kapitals-Anlage 4 Verschiedenes...................... Summa fl. . . . . 12 3000 3000 — — — — 583 285Ao — — 2510 35‘/io 3000 3000 — 1146 95 ad Post 1 wird aufklärend beigefügt, daß der Aufwand in dieser Rubrik in den ersten 8 Monaten des laufenden Jahres 1892 thatsächlich 1955 fl. 78 kr. betragen hat. Der Landes-Ausschuß in Vorarlberg. 25
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18920907_ltb0021893_Landesfondvoranschlag_1893 Landtag 01.07.2021 n. der Beilagen zu den ftenogr. Protokollen des Vorarlberger Landtages. HL Session. 7. Periode 1892. Beilage II. Wo^crnschlcrg "Aorartöerger Landesfondes pro 1893. -------------------- ------------------------------------------- I 19 1 2 3 Krankenverpflegs - Kosten - Er­ sätze.................................... Schub- undZwänglingskostenErsätze.............................. Landesfonds-Zuschläge . . 486 02 2813 lr/io 70459 53 1100 2800 1100 2800 71000 74000 20% der Grund-, Erwerb- und Einkommensteuer und 10% der Hauszins- und Hausklassensteuer. 4 Verschiedene...... 9975 03 2000 2000 83733 69%o 76900 79000 4 pro 1893 Beschluß des Landtages pro 1893 Landes-Ausschuß-Antrag Mubviken pro 1892 d±o N- Berichtigter Voranschlag u pro 1891 Rechnungs-Ergebnis Wedeckung Anmerkung ad 1, Ä und 4. Die Ansätze sind jenen des Vorjahres gleich beibehalten, ad 3. Bei Rubrik Landesfonds­ zuschläge gibt die Erhöhung der ärar. Steuervorschreibung unter Beibehaltung der Umlagsprozente des Vorjahres eine Vermehrung von 3000 fl. Nach der von der k. k. Finanz-LandeSDirection in Innsbruck mitgetheiltm Nachweisung betragen die ärar. Staats­ steuern und zwar: a) Grundsteuer . . 147.589 fl. Erwerbsteuer . . 61.084 fl. Einkomm nsteuer 114.451 fl.i Zusammen 323.124 fl. Hievon 20% Zuschläge machen 64.624 fl. 80 fr. b) Die Hauszinssteuer 48 341 fl. Hausklassensteuer . 49.857 fl. Zusammen 98.198 fl. Hievon 10% Zuschläge machen 9819 fl. 80 fr., daher an Zuschlägen rund 74.000 fl. ad 4. kommt zur Aufklärung des Unterschiedes zwischen dem Rechnungs­ Ergebnis pro 1891 und den Präliminar­ Ansätzen pro 1892 und 1893 zu bemerken, daß in diesem Ergeb' is das Jahr 1891 außerordentliche, nicht wiederkehrende Einnahmen im Belange von mehr als 6000 st. Aufnahme gefunden haben. 1 * Bregenz, den 7. September 1892. 20 -- 1891 Hlubriken S 5-f 'S Z K a 07 8? o B. o ngs-Erge iost-Nr. Et- O <33 »s i-f a» SS Verwaltungs-Auslagen 2 Kranken-, Irren-, Findel- und Gebärhauskosten . . 6578 64 8000 8000 A Jmpfauslagen........................ 950 81 1200 1200 4 Beiträge.................................... 19382 77 12000 15000 . 124 74 300 300 5 Schub- und Zwänglingskosten 6240 78 7200 7200 6 Gendarmerie-Bequartierung. 3408 375Ao 3600 3600 7 Vorspanns-Auslagen 1487 82 2000 2000 8 Prämien für Raubthier-Erlegung.............................. 100 100 . . . 10 — Verschiedenes........................ 6360 19 20000 20000 10 Landschaftlicher Haushalt 8251 57 12000 12000 11 Zahlungen an der Bauschuld der Landes-Jrren-Anstalt 10500 10500 9 Summa fl. . 210 — Anmerkung Q_ <L> 1 . 1893 des Larü )1ages ISO- s» o » S- G 1893 o CD Lsschuh-Zln tra g Krford ernis Sämmtliche Erfordernis-Ansätze, mit Ausnahme Post 4 „Beiträge" entsprechen dem Voranschläge pro 1892. Die auf Grund der bestehenden AerarSteuervorschreibung mit Beibehaltung der gleichen Umlagsprozente des Vorjahres entfallende Mehreinnahme an Landes­ fonds-Zuschlägen von 3000 fl., bietet für diese Rubrik eine erwünschte Erhöhung, da, wie die Erfahrung lehrt, die Gesuche um Unterstützungen und Beiträge in mannigfachster Weise an das Land herantreten, welche im allgemeinen Inter­ esse Würdigung und Berücksichtigung finden sollen. 73845 697io 76900 79900 Der Landes-Ausschuß in Vorarlberg. 21
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18920404_ltb0701892_Rheinausschussbericht_Gesetzentwurfabänderun...erung_Rheinbinnendämmeausbau Landtag 01.07.2021 LXX. der Beilagen zu den ftenogr. Protokollen deS Vorarlberger Landtags. II. Session, 7. Periode 1931/93. Beilage LXX. - W seicht des landtäglichen Rheinausschusses, wegen Abänderung des Gesetz-Entwurfes, be­ treffend den Ausbau an den Rheinbinnendämmen. Hoher Landtag! Der Bericht des Landesausschusses über seine Thätigkeit in Rheinangelegenheiten ist in den stenographischen Protokollen Beilage VI. (II. Session 7. Periode 1891/92) niedergelegt. Es findet sich daher der Rheinausschuß nicht mehr veranlaßt, des Nähern darauf hier zurückzukommen, das um so weniger als der hohe Landtag das vom Landesausschusse in dieser hochwichtigen Angelegen­ heit im Interesse des Landes, sowohl als der bedrohten Rheingemeinden so fürsorglich und nach­ drücklichst bethätigte Vorgehen bereits in der diesjährigen Sitzung am 4. April mit Befriedigung zur Kenntniß genommen hat. Bezüglich der Vereinbarung über ein zu schaffendes Rheinbau-Concurrenz-Gesetz übermittelte die k. k. Statthalterei mit Note vom 6. Jänner 1892 Z. 29912 einen Gesetzentwurf, betreffend den Ausbau der Rheinbinnendämme, welcher im wesentlichen sich den mit Zuschrift des Landesaus­ schusses vom 16. Dezember 1891 Z. 3541 in Vorlage gebrachten Grundsätzen, in welchen die Bei­ tragsquote des Staates mit 8O°/o, die des Landes und der Rheingemeinden mit je 10°/0 festgesetzt, die Bauzeit auf zwei Jahre fixirt, als technische Grundlage, und eine Reihe anderer Detailbestim­ mungen enthalten find, anschließt und nur einige Ergänzungen und Zusätze enthält. Mit Bericht vom 18. Jänner d. I. Z. 172 erklärte der Landesausschuß seine Zustimmung zu diesem Gesetzentwürfe behufs Vorlage an die hohe Regierung. Laut Note der k. k. Statthalterei vom 2. März 1892 Nr. 5400 hat das hohe k. k. Mini­ sterium des Innern mit dem Erlasse vom 28. Februar Z. 3088 in Erledigung des Berichtes vom 23. Jänner d. I. Nr. 1677, womit hochdemselben der mit dem Landesausschusse vereinbarte Ge« setzentwurf, betreffend den Ausbau der Rheinbinnendämme in Vorlage gebracht worden war, eröffnet, daß dieser Entwurf seitens der betheiligten Ministerien einer eingehenden Revision unterzogen wurde, wobei sich mehrfache Modificationen als nothwendig darstellten. Des Weiteren gab das hohe k. k. Ministerium des Innern folgendes bekannt: „Ein wesentlicher Theil dieser Modificationen erschien mit Rücksicht auf die Bestimmungen des Gesetzes vom 30. Juni 1884 R.-G.-Bl. Nr. 116 geboten. 333 Beilage LXX. LXX. der Beilagen zu den steuogr. Protokollen des Vorarlberger Landtags. Namentlich war es nothwendig die Rhein-Gemeinden als die Unternehmer der fraglichen Bau­ ten zu bezeichnen, und hinsichtlich der künftigen Erhaltung der Dämme die Bestimmungen der §§ 4 und 5 des Landes-Gesetzes vom 29. Juni 1886 L.-G.-Bl. Nr. 41 ex 1887 beizubehalten. Hiebei wird noch bemerkt, daß in Aussicht genommen ist, seinerzeit den aus dem Nothstands­ Credite beschafften Fahrpark sammt Arbeitswerkzeugen rc. den Rheingemeinden zu Zwecken der Damm­ Erhaltung zu übergeben, daher diese Erhaltung für die Gemeinden wesentlich erleichtert sein wird. Die Normierung der Bauzeit, die Bestimmungen hinsichtlich der Leitung der Ueberwachung der Bauten und der Verwaltung des Baufondes, der Einzahlung des Meliorationssondsbeitrages (§ 1 lit. 6), der Beiträge des Landes und der Gemeinden in den Baufond, sowie endlich die Regelung der Benützung der Auen auf den Vorländern unter vorzugsweiser Berücksichtigung des Bedarfes an Faschinen für die Wuhrbauten, werden in einer zwischen der Staatsverwaltung, dem Lande Vor­ arlberg und den Rheingemeinden abzuschließenden Uebereinkommen festzuftellen sein. Nach dem modificierten Gesetz-Entwürfe stellen sich nunmehr die Beitragsleistungen der bethei­ ligten Factoren zu den mit 425 000 st. veranschlagten Kosten des Ausbaues der Rheinbinnendämme wie folgt: a) Beitrag aus dem staatlichen Wasserbaufonde ..... 127500 st. d. s. 3O°/o der Gesammtkosten. b) Beitrag aus dem staatlichen Meliorationsfonde 127 500 st. d. s. 3O°/o der Gesammtkosten. c) Beitrag des Landes Vorarlberg ' . 127500 st. d. s. 3O°/o der Gesammtkosten. d) Beitrag der Gemeinden 42 500 fl. d. s. 10°/0 der Gesammtkosten. In die hier normierten Beiträge werden die vom Staate hierauf bereits geleisteten Vorschüsse im Gesammtbetrage von 100000 fl. selbstverständlich einzurechnen sein. Um dem Lande Vorarlberg die Beitragspflicht zu erleichtern, wird aus dem staatlichen Meli­ orationsfonde ein unverzinsliches in 20 gleichen aufeinanderfolgenden Jahresraten vom 1. Jänner 1895 angefangen rückzuzahlendes Darlehen bis zum Betrage von 637.50 fl. gewährt, sowie der Be­ ginn der Rückzahlung des auf Grund des § 6 des Gesetzes vom 29. Juni 1886, L.-G.-Bl. Nr. 41 ex 1887 gewährten Darlehens gleichfalls auf den 1. Jänner 1895 erstreckt, und auch diese Rückzahlung auf 20 Jahre vertheilt. Die k. k. Statthalterei wird aufgefordert, zu veranlassen, daß der in Rede stehende Gesetz­ Entwurf in der nunmehr von den betheiligten Ministerien normierten Fassung, dem demnächst zu­ sammentretenden Vorarlberger Landtage vom Landes-Ausschusse zur Schlußfassung vorgelegt wird. Auch wird vorzusorgen sein, daß das früher erwähnte, mit dem Lande Vorarlberg und den Rheingemeinden zu treffende Uebereinkommen sofort nach Zustandekommen des bezüglichen vorbe­ sprochenen Gesetzes zum Abschlüsse gelange. Hinsichtlich der in dieses Uebereinkommen aufzunehmenden Bestinlmungen wird noch bemerkt, daß dieselben außer der Angabe der Einzahlungstermine für die Beiträge des staatlichen Meliorationsfondes, des Landes und der Gemeinden, bezüglich welcher Termine festzuhalten wäre, daß die erste Jahresrate nach Erscheinen des Gesetzes im Jahre 1892, die zweite jedoch erst im Jahre 1893 fällig wird, im Wesentlichen den Ausführungen der §§ 4 und 8 des von der k. k. Starthalterei vorgelegten Gesetz-Entwurfes zu entsprechen haben werden, daß jedoch die Bestimmungen hinsichtlich der Verwendung des in den Vorländern mit Zustimmung der politischen Behörde gewonnenen Holz­ materials zur Deckung des Bedarfes an Faschinen für die Wuhrbauten, in das Uebereinkommen unter dem ausdrücklichen Hinweise aufzunehmen sind, daß hiezu die Eigenthümer dieser Vorländer, d. s. die Gemeinden rc. ihre Zustimmung ertheilt haben. Hinsichtlich der im § 6 des vorliegenden Gesetzentwurfes vorgesehenen Bewilligung der poli334 II. Session, 7. Periode 1891/92. Beilage LXX. tischen Bezirksbehörde wird bemerkt, daß vor Ertheilung dieser Bewilligung stets mit der k. k. Rheinbauleitung das Einvernehmen zu pflegen sein wird. Das abgeschlossene Uebereinkommen ist behufs Genehmigung seitens der betheiligten Ministerien anher vorzulegen." Das vom hohen k. k. Ministerium der h. k. k. Statthalterei in Abschrift mitgetheilte Exem­ plar des gegenständlichen Gesetz-Entwurfes wurde im Anschlüsse der citierten Statthalterei-Note vom 2. März d. I. Z. 5400 zur weiteren Amtshandlung im Sinne des obstehenden hohen Erlasses mit dem Bemerken dem Landesausschusse übermittelt, daß die k. k. Bezirkshauptmannschaft in Feldkirch nach Zustandekommen des Gesetzes beauftragt werde, mit dem Landesausschusse und den Rheinge­ meinden wegen Abschluß des oberwähnten Uebereinkommens unverweilt in Verhandlung zu treten. In Bezug auf die im Gesetzentwürfe festgesetzte resp, beibehaltene Ziffer der Baukostensumme wurde noch beigefügt, daß seitens des hohen k. k. Ministeriums auf die von der hohen k. k Statt­ halterei unterm 13. Januar ds. Js. Z. 30644 erhobene Vorstellung gegen die Aufrechthaltung der Abstriche am ursprünglichen Voranschläge des Dammbauprojectes bereits mit dem früheren Erlasse vom 6. Februar 1892 Z. 1653 eröffnet worden sei, daß auf eine weitere Erhöhung der mit rund 425.000 fl. festgestellte Baukostensumme um so weniger eingegangen werden könne, als es sich ge­ gebenen Falls um Herstellungen an Dämmen handle, welche in der gegenwärtigen Anlage Schutz­ bauten seien, für deren Bestand zu sorgen zunächst den interessierten Gemeinden obliege und als der Staatsschatz, welcher für diese Dammbauten schon in so außergewöhnlichem Maße in Anspruch ge­ nommen worden sei, auch bei den weiteren Verstärkungsarbeiten in hervorragendem Maße zur Concurrenz herangezogen werde. Weiters wird noch bemerkt, daß eine so außergewöhnliche Inanspruch­ nahme des Staatsschatzes der Verwaltung die Pflicht auferlege, den diesfälligen Aufwand thunlichst einzuschränken, zumal eine so unverhältnißmäßige Begünstigung Vorarlbergs vollständig geeignet sei, auch in andern Ländern Ansprüche hervorzurufen, denen der Staatsschatz nicht zu genügen vermöchte, wozu noch die Erwägung komme, daß eine durchgreifende Regulierung des Rheins in Vorarlberg in Aussicht genommen ist, wodurch die bestehenden Dammbauten seinerzeit theilweise überflüssig werden, beziehungsweise den Charakter eines Provisoriums erlangen. Der Landes-Ausschuß hat, bei einer eventuellen Annahme dieses herabgelangten Gesetz-Entwur­ fes betreffend den Ausbau der Nheinbinnendämme, die schwerwiegenden Verbindlichkeiten und Lasten, welche das Land und die Rheingemeinden treffen, und bei dem Umstande als diesfalls hauptsächlich seitens des Landes so enorme Summen bereits verwendet wurden, geradezu erdrücken würden, leider nur zu gut vorausgesehen, — und wurde deshalb in einem Memorandum vom 11. März ds. Js. Z. 840 gegen diesen Gesetzentwurf, dessen Fassung in mehreren Punkten insbesondere aber rücksichtlich der in § 1 enthaltenen Concurrenzquoten von dem zwischen der hohen k. k. Statthalterei und dem Landesausschusse vereinbarten Entwürfe wesentlich abweicht, an die hohe Regierung vorstellig, mit der Begründung, daß der in § 1 normierte Concurrenz-Beitrag des Landes von 3O°/o d. h. 127,500 fl. bei den Verhältnissen unseres Landes, welches statt einen Fond zu besitzen noch mit Passiven belastet und dessen jährliche Einnahmen fast ausschließlich aus den Steuergeldern bestehen, geradezu als un­ erschwinglich, die finanzielle Lage desselben auf das schwerste bedrohend, dennoch bezeichnet werden müsse, wenn auch seitens der hohen k. k. Regierung im Gesetzentwürfe dem Lande die Leistung seines Beitrages in dankenswerther Weise dadurch etwas erleichtert sei, daß demselben ein unverzinsliches, vom Jahre 1895 an, in 20 Jahresraten rückzahlbares Darlehen von 5O°/o der Beitragspflicht d. h. 63,500 fl. aus dem Meliorationsfonde zugesichert werde, und erlaubte sich vor Einbringung im hohen Landtage eine hohe k. k. Regierung im Interesse der auf das Empfindlichste bedrohten Landesfinanzen dringend zu bitten, einen andern Modus für die Concurrenz-Bitdung geneigtest acceptieren zu wollen. Wenn auch das Land die absolute Nothwendigkeit einer baldigen Vollendung der Rheinschutzbauten einsehe und zur Realisierung derselben zu den größten Opfern bereit sei, müsse sich der Landesausschuß nach reiflicher Erwägung der Sachlage erlauben, eine Abänderung des § 1 des in Rede stehenden Gesetz­ entwurfes in dem Sinne vorzuschlagen, daß der Staatsbeitrag (Wasserbaudotation und Meliorations335 Beilage LM. LXX. der Beilagen zu den stenogr. Protokollen des Vorarlberger Landtags. fond) auf 7O°/o, die Beiträge des Landes und der Gemeinden mit zusammen 3O°/o festgesetzt und der Rückzahlungstermin für die beiden Darlehen aus dem Meliorationsfonde von 20 auf 30 Jahre verlängert werde, und an das stets bewährte Wohlivollen einer hohen k. k. Regierung zu appellieren und die Bitte nach geneigtester Berücksichtigung dieser Vorschläge zu stellen, bei welcher er sich gewiß nur von dem Bestreben leiten lasse, das Land vor schwerer finanzieller Calamität und drückender Schuldenlast zu bewahren. Das hohe Ministerium des Innern hat hierauf zufolge Erlasses vom 21. März ds. Js. Z. 5780 auf den Bericht der hohen k. k. Statthalterei vom 13. gleichen Monats Z. 6553, womit hochdemselben die Eingabe des Landesausschusses vom 11. März wegen Aenderung des Ausmaßes der in dem mit der hohen Eröffnung vom 28. Febr. Z. 3088 (Statthalterei Z. 5400) herabgelangten Gesetzentwürfe, betreffend den Ausbau der Rheinbinnendamme in Vorarlberg normierten Concurrenzbeiträge vorgelegt worden war, im Einvernehmen mit den betheiligten hohen Ministerien eröffnet, daß die Staatsverwaltung mit Rücksicht auf die in der erwähnten Eingabe geschilderten mißlichen finanziellen Verhältnisse des Landes Vorarlberg sich bestimmt findet, die erbetene Erhöhung des der­ malen mit zusammen 6O°/o der Baukostensumme in Aussicht genommenen Staatsbeitrages ganz aus­ nahmsweise zu bewilligen und zu dem Ende den von diesem Beitrage auf die staatliche Wasserbau­ dotation entfallenden Antheil statt mit 30°/0 mit 4O°/o zu gewähren. Der weitere Inhalt des obcitierten hohen Erlasses lautet: „Die erbetene Erstreckung der Rückzahltermine u. z. sowohl für das aus dem staatlichen Me­ liorationsfonde dermalen zu gewährende als für das mit dem Gesetze vom 29. Juni 1886 L.-G.-Bl. Nr. 41 ex 1887 bewilligte Darlehen von 20 auf 30 Jahre wird gleichfalls ausnahmsweise zugefianden; es ist jedoch der Landesausschuß darauf aufmerksam zu machen, daß in keiner Beziehung mehr weitere Zugeständnisse gemacht werden könnten. Hiedurch wird eine Aenderung des dermaligen Gesetzentwurfes auch insoferne nothwendig, als nunmehr der 30°/0ige staatliche Meliorationsfondsbeitrag für das Unternehmen, gemäß § 5 des Ge­ setzes vom 30. Juni 1884 R.-G.-Bl. Nr. 116, nur unter der Bedingung in Aussicht genommen werden kann, wenn der Ausbau der Rheinbinnendämme als Landesunternehmen bezeichnet wird. In dem mit dem Erlasse vom 28. Febr. l. Js. Z. 3088 mitgetheilten Gesetzentwürfe waren hiernach folgende Aenderungen vorzunehmen: „§ 1 hat es zu heißen: für den vom Lande Vorarlberg durchzusührenden re. rc sub a Beiträge der staatlichen Wasserbaudotation im Betrage von 170,000 fl. d. s. 4O°/o der Gesammtkosien rc. rc sub c Beiträge des Landes Vorarlberg von 85,000 fl., d. s. 2O°/o der Gesammtkosten rc. rc " § 7 hat es zu heißen: „ ein unverzinsliches Darlehen aus dem staatlichen Meliorationsfonde in der Höhe von 50o/o dein Unternehmen zugewendeten Landesbeitrages d. i. bis zum Betrage von 42,500 fl. vorbehaltlich rc. rc und ist sodann vom Lande in dreißig gleichen rc. rc. Der Beginn der Rückzahlung des auf Grund des § 6 des Gesetzes vom 29. Juni 1886 L.-G.-Bl. Nr. 41 ex 1887 gewährten Darlehens wird auf den 1. Jänner 1895 erstreckt, und hat die Rückerstattung desselben von diesem Zeitpunkte an ebenfalls in dreißig gleichen aufeinander fol­ genden Jahresraten rc. rc. Die k. k- Statthalterei wolle veranlassen, daß der mit den vorerwähnten Aenderungen ver­ sehene in Rede stehende Gesetzentwurf dem Vorarlberger Landtage vom dortigen Landesausschusse un­ gesäumt vorgelegt werde. Im Uebrigen bleiben die mit dem hierortigen Erlasse vom 28. Februar l. I. Z. 3088 ge­ troffenen Verfügungen aufrecht, und wird nur noch ausdrücklich bemerkt, daß die im 8 8 des Ge­ setzentwurfes hinsichtlich der künftigen Erhaltung der Dämme getroffenen Bestimmungen durch die Bezeichnung der fraglichen Angelegenheit als Landesunternehmen keine Aenderungen erleiden." Die bohe k. k. Statthalterei ersucht, hinsichtlich des mehr erwähnten Gesetzentwurfes im Sinne 336 n. Session, 7. Periode 1891/92. ScUogtLXX» der vorstehenden h. Eröffnungen vorgehen zu wollen, stellt, mit Beziehung auf das Schreiben vom 2. März l. Js. Nr. 5400 das weitere Ersuchen, nnnmehr auch für die vorschußweise Flüssig­ machung der 1. Jahresrate pr. 42.500 st. des nun definitiv auf 85,000 fl., d. i. auf 2O°/o der Gesammtkosten festgesehten Landesbeitrages in beschleunigter Weise Sorge tragen zu wollen, da einer­ seits der vom h. k. k. Ministerium bewilligte Vorschuß pr. 100,000 fl. bereits nahezu aufgebraucht, andererseits die Beschaffung der Mittel des Concurrenzfondes sich voraussichtlich noch weiter verzö­ gern werde, weil derselben außer der Beschlußfassung und Sanetionierung des Landesgesetzes auch noch der Abschluß und die Genehmigung des im voreitierten Schreiben erwähnten Uebereinkommens mit den Rheingemeinden vorauszugehen habe. Das so wohlwollende Entgegenkommen der hohen k. k. Regierung, durch die getroffene Ver­ fügung, wodurch unserem Lande Vorarlberg an den auf dasselbe zum Ausbau der Rheinbinnendämme aufzubringenden berechneten Kosten pr. 127 500 fl. d. s. 3O°/o auf 85000 fl. d. s. 2O°/o der Gesammtkostensumme von 425000 fl. herabgesetzt wird, und die mithin ausfallenden 42 500 fl. auf das Wafferbauärar übernommen werden, wird dankerfüllt begrüßt, und hat im ganzen Lande freudigen Wiederhall gefunden. Es ist für unser kleines Land Vorarlberg am Westende Oesterreichs, welches, wie bereits wiederholt erwähnt, alle seine Erfordernisse auf dem ihm im Abgänge jeder andern Mittel, allein zu Gebote stehenden Wege der Steuereinhebung zu decken angewiesen ist, und in den letzten Jahren so riesige Summen für Rheindammbauten u. s. w. verwenden mußte, immerhin noch eine schwere und drückende Last diesen reducierten Betrag von 85 000 fl. zu übernehmen. Allein unsere Landleute, die hart bedrängten Rheinthalbewohner müssen vvr den verheerenden Fluchen des Rheinstromes, sollen sie nicht ganz zu Grunde gehen, geschützt werden, und das kann eben nur durch große Opfer seitens des Staates, des Landes und der bedrohten Gemeinden geschehen. Viribus unitis! Es tritt wohl selbstverständlich auch an die 10 interessierten Rheingemeinden die unabweisbare aber schwere Pflicht heran, an diesem bereits begonnenen Werke der Rheinbinnen­ dämme in einer Weise zu participieren, daß sie in approximativ richtigem Verhältnisse zu den andern Landescheilen beziehungsweise zum Lande Vorarlberg belastet werden. Es ist gewiß unverkennbar, daß die Rheingemeinden schon seit vielen Jahren mit großen Opfern und Anstrengung all' ihrer Kräfte an den Wuhr- und Dammbauten theilnahmen und nehmen mußten; und es wird dieses auch allerorts im Lande anerkannt. Jedoch bei dem Umstande als die 10 Rheingemeinden, Altenstadt, Meiningen, Koblach, Mäder, Götzis, Altach, Hohenems, Lustenau, Höchst und Gaißau nur einen Theil des Landes Vorarlberg bilden, so darf nach der Auffassung von Recht und Billigkeit, die hohe Landesvertretung die andern Landestheile resp, das Land nicht übermäßig belasten, und muß auch diesen Rheingemeinden zu deren Schutz diese Dämme zunächst gebaut werden, eine angemessene Beitragsquote auferlegen. Nach Ansicht des Rheinausschusses dürfte unter den gegebenen Verhältnissen, die im beiliegenden Gesetzentwürfe schon von der hohen Regierung für die genannten 10 Rheingemeinden nominierte Beitragsquote pr. 42 500 fl. d. s. 10°/0 im Entgegenhalte zu dem fixierten Kostenbeitrage des Landes pr. 85000 fl. d. s. 2O°/o der Gesammtkosten von 425 000 fl. der Billigkeit entsprechen, wornach dann dem Lande wohl nichts anderes mehr übrig bleiben wird, als die 85000 fl. zu übernehmen, wenn nicht die begonnene Arbeit ins Stocken gerathen und die Rheingemeinden ihrem Schicksal über­ lassen werden sollen. An diesen vom Lande zu übernehmenden 85000 fl. sind wohl selbstverständlich die von demselben, über Einschreiten der k. k. Rheinbauleitung in Feldkirch Mangels genügender Gelder zur Fortsetzung der Dammarbeiten, vorschußweise zur Verfügung gestellten Gelder im Betrage von 12000 fl. in Abrechnung zu bringen. Die vom Landesausschusse, in Ausführung des hohen Erlasses des k. k. Ministeriuns des Innern v. 7. Nov. 1891, über die Höhe der Beitragspflicht die nöthigen Verhandlungen mit den betheiligten Gemeinden zu pflegen, auf 30. November 1891 nach Hohenems einberufene Versammlung der Gemeindevorstehungen sämmtlicher Rheingemeinden, ergab im allgemeinen kein so ungünstiges 337 LXX. der Beilagen zu den stenogr. Protokollen deS Vorarlberger Landtag». II. Gesfion, 7. Periode 184WL Resultat als man daraus entnehmen könnte, die Rheingemeinden wären nicht im Stande die 10% der Gesammtkostensumme zu übernehmen und aufzubringen, wie in dem bezüglichen Protokolle izu ersehen ist. Allerdings finden es die Gemeinden als eine schwere sehr drückende Last, allein das Gebot der Selbsterhaltung giebt Muth, Kraft und Opferwilligkeit, Gestützt auf die seitens des Landesausschusses in dieser Angelegenheit mit der hohen Regierung mit affent Nachdrucke und auch mit gutem Erfolge gepflogenen Verhandlungen, die, noch weiter fort­ geführt, nach dem von hochderselben abgegebenen Ultimatum, zu einem weiteren Zugeständnisse nicht mehr führen könnten, so findet sich der Rheinansschuß nach reiflicher Erwägung aller gegebenen Mo­ mente veranlaßt, den vorliegenden, int Sinne der mit der hohen k. k. Regierung getroffenen Ver­ einbarungen abgeänderten Gesetz-Entwurf, betreffend den Ausbau der Rheinbinnendämme in Vorarl­ berg, dem bohen Landtage zur unveränderten Anttahme empsehlett zu sollen, und stellt daher folgende Anträge: 1) „Dem beiliegenden Gesetz-Entwürfe, betreffend den durchzuführenden Ausbau der Binnendämme des Rheines und der Begleitdämme an der Einmündung der Zuflüsse desselben von der Grenze des Fürstenthumes Lichtenstein bis zum Rheinholz unterhalb Gaißau im veranschlagten Kostenbeträge von 425 000 fl. an welcher Gesammtkostensumtne: a) die staatliche Wasserbaudotation mit 170 000 fl. d. s. 40%; b) der staatliche Meliorationsfond mit 127.000 fl. d. s. 30%; c) das Land Vorarlberg mit 85 000 fl. d. s. 20%; d) die 10 Rheingemeinden; Altenstadt, Meiningen, Koblach, Mäder, Götzis, Mach, Hohenems, Lustenau, Höchst und Gaißau mit 42,500 fl. d. s. 10%. der Ge^ sammtkosten beizutragen haben, wird die Zustimmung ertheilt." 2) „Der Landesausschuß wird ermächtiget und beauftragt, das mit den vorge­ nannten 10 Rheingemeinden erforderliche Uebereinkommen, betreffend die Beitragsquote pr. 42,500 fl. d. s. 10% der Gesammtkosten ehestens zum Abschlüsse zu bringen." 3) „Der Landesausschuß wird ermächtiget und beauftragt, die Bestimmungen (§ 4 des Gesetzentwurfes), betreffend die Bauzeit, die Einzahlung des Meliorationsbeitrages (§ 1 lit. b), sowie der Beiträge des Landes und der Gemeinden in den Baufond, die Leitung und Ueberwachung der auszuführenden Bautett, die Collaudierung derselben, die Nachweisung der mit dem Baufonde stattgehabten Gebahrung durch ein zwischen der Staatsverwaltung, dem Vorarlberger Landesausschusse und den im § 1 erwähnten Ge­ meinden abzuschließenden Uebereinkommen zu normieren." 4) „Der Landesausschuß wird am Schluffe noch ermächtiget, für die zur Deckung der Auslagen erforderlichen Gelder, im Bedarfsfälle ein Anlehen aufzunehmen." Bregenz, am 4. April 1892. Dr. Beck, Mart. Reisch, Obmannstellvertreter. Berichterstatter. Druck von I. N. Teutsch, Bregenz. 338 LXX. der Beilagen zu den stenogr. Protokollen der Vorarlberger Landtags. H. Session. 7. Periode 1891 /92. Beilage LXX A. vorn .... wirksam für das kand Vorarlberg betreffend den Ausbau der Rheinbinnendämme in Vorarlberg. Ueber Antrag des Landtages Meines Landes Vorarlberg finde Ich anzuordnen, wie folgt: § 1. Für den vom Lande Vorarlberg durchzuführen­ den Ausbau der Binnendämme des Rheines und der Begleitdämme an der Einmündung der Zu­ flüsse desselben von der Grenze des Fürstenthumes Liechtenstein bis zum Rheinholz unterhalb Gaißau im veranschlagten Kostenbeträge von 425 000 fl. wird ein von der k. k. Statthalterei in Innsbruck zu verwaltender Fond gebildet und zwar: a) aus einem nach Maßgabe des Baufortschrittes flüssig zu machenden Beitrage der staatlichen Wasserbaudotation im Betrage von 170.000 Gulden d. s. 40°/0 der Gesammtkosten vorbe­ haltlich der verfassungsmäßigen Bewilligung; b) aus einem Beitrage des staatlichen Meliorationsfondes im Betrage von 127.500 fl. d. s. 3O°/o der Gesammtkosten vorbehaltlich der verfassungsmäßigen Bewilligung; c) aus einem in zwei gleichen Jahresraten zu leistenden Beitrage des Landes Vorarlberg von 85.000 fl. d. s. 20% der Gesammtkosten; 339 Beilage LXX. LXX, der Beilagen zu den stenogr. Protokollen des Vorarlberger Landtages. d) aus einem ebenfalls in 2 gleichen Jahresraten zu entrichtenden Beitrage der Rheingemeinden Altenstadt, Meiningen, Koblach, Mäder, Götzis, Altach, Hohenems, Lustenau, Höchst und Gaißau in der Höhe von 42,500 st. d. s. 100/0 der Gesammtkosten. Die Concurrenzbeiträge der Gemeinden werden vom Lande eingehoben und in den gedachten Fond abgeführt. Auch übernimmt das Letztere die volle Garantie für die termingemäße Einzahlung dieser Beiträge. § 2. Aus dem in § 1 erwähnten Baufonde werden sowohl die eigentlichen Bauauslagen und die Kosten für die erforderlichen Grundeinlösungen, als auch die Regieauslagen und Kosten der Erhaltungs­ und Wasscrwehrarbeiten während der Bauzeit be­ stritten. Bleiben die Kosten unter der veranschlagten Summe von 425.000 ft., so tritt eine verhältnis­ mäßige Mindernng der Beiträge sämmtlicher Concurrenzfactoren ein und werden dem Staate, dem Lande, sowie den Gemeinden die auf ihre bereits eingezahlten Beitrüge entfallenden Ersparungen zu­ rückerstattet. § 3. Als technische Grundlage für den Ausbau der Rheinbinnendämme hat das vom k. k. Mini­ sterium des Innern mit Erlaß vom 7. November 1891 Z. 21 364 bezw. 6. Dezember 1891 Z. 25 021 genehmigte Project zu dienen, wonach sich das Kostenerfordernis auf den im § 1 erwähnten Betrag von 425 000 st. beziffert. Auf Grund dieses Projectes werden außer den Rheinbinnendämmen in die Bauaction einbe­ zogen: a) der rechtseitige Jlldamm nächst der Jllmündung, b) der Geleitdamm des Frutzbaches und int oberen Anschluß an denselben der zunächst der Fraction Au gelegene Schutzdamm dieses Baches, c) der Seelackendamm, d) die Rinnsaldämme im Anschlüsse an den Rheindamm, jedoch nur bis zur Rinnsal­ straße zwischen Höchst und Gaißau. Abänderungen des genehmigten Projectes sind nur in soferne zulässig, als sie keine Erhöhung 340 Vellage LXX. II (Session 7. Periode 1891/92. des Gelammterfordernisses bedingen und dürfen nur mit Genehmigung der k. k. Ministerien des Innern und für Ackerbau, sowie unter Zustimmung des Landesausschusses stattfinden. § 4. Die Bestimmungen, betreffend die Bauzeit, die Einzahlung des Meliorationsbeitrages (§ 1 lit. b.), sowie der Beiträge des Landes und der Gemeinden in den Baufond, die Leitung und Ueberwachung der auszuführenden Bauten, die Collaudierung derselben, die Nachweisung der mit dem Baufonde stattgehabten Gebahrung werden durch ein zwischen der Staatsverwaltung, dem Vorarl­ berger Landesausschusse und den im § 1 erwähnten Gemeinden abzuschließenden Uebereinkommen zu normieren fetm In diesem Uebereinkommen ist auch die Frage zu regeln, ob und unter welchen Modalitäten das in den Auen der Rheinvorländer und längs den Nebendämmen wachsende Faschinenholz ausschließlich oder vorzugsweise zur Herstellung der Wuhrbauten und zu sonstigen Schutzmaßnahmen am Rhein vorzubehalten ist. § 5, Die Vertheilung der nach § 1 lit. d. zu leistenden Beiträge der Rheingemeinden unter die­ selben wird nach Verhältnis der eigentlichen Baar­ auslagen für die einzelnen Wuhrbezirke, wie sich dieselben nach dem Project ergeben, berechnet. Nach Vollendung der Bauten findet eine Ausgleichung auf Grund der factisch erfolgten Bauauslagen für die verschiedenen Wuhrbezirke statt. § 6. Das Vorland, d. i. der Terrainstreifen zwischen Wuhr und Damm, bildet einen Bestandtheil der zum Schutze gegen Ueberschwemmungen durch den Rhein herzu stellend en Anlagen. Alle Handlungen, welche die normale Aus­ bildung dieses Vorlandes beeinträchtigen können, ferner Beschädigungen an den Wuhr- und Damm­ anlagen, sind ins ofer ne sie nicht unter das all­ gemeine Strafgesetz fallen, nach den Bestimmungen des Wasserrechtsgesetzes zu bestrafen. Innerhalb des Vorlandes ist die Gewinnung von Letten, Sand, Schotter und Steinen, das Mähen von Gras oder Streu, sowie das Schneiden und Fällen von Gesträuchen und Holz nur über be­ sondere Bewilligung der politischen Behörde zulässig. 341 LXX. der Beilagen zu den stenogr. Protokollen des Vorarlberger Landtags. II. Session» 7 Pertode 1891/92.| 8 7. Dem Lande Vorarlberg wird zur Erleichterung der im § 1 lit. c begründeten Beitragspflicht ein unverzinsliches Darlehen aus dem staatlichen Meliorationsfonde in der Höhe von 5O°/o des dem Unternehmen zugewendeten Landesbeitrages d. i. bis zum Betrage von 42.500 fl. vorbehaltlich dei^verfassungs mäßigen Bewilligung gewährt. Dieses Darlehen wird während der Bauzeit im Verhältnisse von 5O°/o der jeweiligen Landes­ beiträge ausgefolgt werden und ist sodann vom Lande in dreißig gleichen aufeinanderfolgenden Jahresraten, deren erste am 1. Jänner 1895 fällig wird, dem Meliorationsfonde zu erstatten. Der Beginn der Rückzahlung des auf Grund des.§ 6 des Gesetzes vom 29. Juni 1886 L.-G.-Bl. Nr. 41 ex 1887, gewährten Darlehens wird auf den 1. Jänner 1895 erstreckt und hat die Rück­ erstattung desselben von diesem Zeitpunkte ab, ebenfalls in dreißig gleichen, aufeinanderfolgen­ den Jahresraten zu geschehen. § 8. Rücksichtlich der künftigen Erhaltung der Dämme nach Ablauf der Bauzeit gelten die Be­ stimmungen der §§ 4 und 5 des Landesgesetzes vom 29. Juni 1886 L.-G.-Bl. Nr. 41 ex 1887. § 9. Das gegenwärtige Gesetz tritt mit dem Tage seiner Kundmachung in Kraft. § 10. Mit dem Vollzüge dieses Gesetzes sind Meine Minister des Innern, für Ackerbau und der Finan­ zen betraut. 342
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18920404_ltb0691892_Wehrausschussnachtragsbericht_Abänderung_Lan...sverteidigungsgesetz_18870123 Landtag 01.07.2021 LXIX. der Beilagen zu den stenogr. Protokollen des Vorarlberger Landtags. II. Session der 7. Periode 1891/92. Beilage LXIX. WcrchtvclgsZevrchL des Wehrausschusses zu dem in der Landtagssitzung vom }8. März ds. Js. ange­ nommenen Gesetzentwürfe, betreffend die Abänderung einiger Bestimmungen des Gesetzes vom 23. Jänner 1887 (Landesverthsidigungs-Gesetz). Hoher Landtag! In der Sitzung vom 18. März d. I. wurde die Regierungsvorlage, mit welcher einige Bestim­ mungen des Gesetzes vom 23. Jänner 1887 betreffend das Institut der Landesvertheidigung für die gefürstete Grafschaft Tirol und das Land Vorarlberg geändert werden, vom Vorarlberger Landtage angenommen. Der Tiroler Landtag hat dagegen in seiner Sitzung vom 31. März d. I. diesen Gesetzentwurf mit einigen Abänderungen, welche sich auf die §§ 8, 11, 21 und 26 beziehen, acceptiert. I. ad § 8. Im ersten Absatz wird vor die Zahl 3078 das Wort „höchstens" eingeschaltet. Diese Änderung bezweckt, daß das jährliche Recrutencontigent von 3078 Mann, welches der bisherigen Leistung entspricht, als ein Maximalcontingent im Gesetze klar und unzweideutig bezeichnet erscheine. — Damit die Formulierung des zweiten Absatzes im 8 8 der Regierungsvorlage nicht zu zweifeln Anlaß geben könnte, ob die darin erwähnten Recruten in das Jahrescontingent von 3078 einzurechnen seien oder nicht, wurde vor den Worten „jenen Rekruten" der Passus eingeschaltet: „innerhalb obiger Gesammtsumme von 3078 Mann." II. ad § 11. Die Citation des § 6 des Wehrgesetzes wurde gestrichen. § 6 W.-G. lautet: „Der Landsturm dient im Kriege zur Unterstützung des Heeres, der Kriegsmarine und der Landwehr." Das L.-V.-G. vom Jahre 1887 bestimmt aber in den §§ 1, 24—32 Begriff und Zweck des Landsturmes in Tirol und Vorarlberg so genau und deutlich, daß eine Berufung auf § 6 W.-G. nur zu Mißverständnissen Anlaß geben könnte. Ferner wurde, damit durch die Citation anderer zahlreicher §§ des Wehrgesetzes die Landes­ Vertheidigungsordnung in keinem Punkte derogiert, sondern nur ergänzt werden soll, das Amendement 327 LXIX. der Beilagen zu den ftenogr. Protokollen des Vorarlberger Landtags^ II, Session Ver 7. Periode 1891/92. beschlossen, daß die ito» § 11 citierten §§ des W.-G. vom Jahre 1889 nur „insoweit sie sich dort auf die Landwehr beziehen und insoweit sie sich nicht durch Vorschriften des gegenwärtigen Landesgesetzes oder jenes vom 23. Jänner 188 7 L. - G. - B l. Nr. 7 eine Einschränkung oder sonstige Änderung erfahren und nur zu deren Ergänzung dienen, auch rücksichtlich der Landesschützen sinngemäße Anwendung zu finden haben." — III. ad § 21. Hier wurde nach dem Worte „Gemeindevorsteher" in Einklammerung beigesetzt: „(Magistrate)" IV. ad § 26. Hier wurden die Worte: „bis zur Bildung einer genügenden Reserve" umgewandelt in: „bis zur Bildung genügender Ersatzreserven" was auch den nunmehrigen Verhältnissen besser entspricht. — , Die vom Tiroler Landtage vorgenommenen Änderungen involvieren keinerlei Verschärfungen der vom Vorarlberger Landtage bereits angenommenen Regierungsvorlage, sondern bezwecken eine größere Klarstellung derselben, sowie die Vermeidung von Mißverständnissen. Es unterliegt daher keinem Anstande, diese Modificationen und Zusätze nachträglich ebenfalls noch anzunehmen und der Wehraus­ schuß erhebt daher den Antrag: Der hohe Landtag, wolle beschließen: „Der bereits in der Sitzung vom 18. März d. I. angenommene Gesetzentwurf, womit einige Bestimmungen des Gesetzes vom 23. Jänner 1887 betreffend das Institut der Landes­ Vertheidigung für die gefürstete Grafschaft Tirol und das Land Vorarlberg geändert werden, wird nach den Beschlüssen des Tiroler Landtages rectificiert, und dem hienach umgeänderten in der Anlage sich befindenden Gesetzentwürfe die Zustimmung ertheilt." Bregenz, 4. April 1892. Br. Gebhard Keck» Mart. Thirrmher, Obmann. Berichterstatter. 328 LXIX. der Beilagen zu den stenogr. Protokollen des Vorarlberger Landtags II. Session der 7. Periode 1891/92. Beilage LXIX. A. Kefeh vom womit einige Bestimmungen des Gesetzes vom 23. Jänner 1887 L.-G.-Bl. Nr. 7r betreffend das Institut der Landesvertheidigung für die gefürstete Grafschaft Tirol und das Land Vorarlberg geändert werden. Mit Zustimmung der Landtage Meiner gefürsteten Grafschaft Tirol und Meines Landes Vor-' arlberg finde Ich anzuordnen wie folgt: Artikel I. Die §§ 8, 11, 16, 21, 22 und der 7. und 8. Absatz des § 26 des Gesetzes vom 23. Jänner 1867 L.-G.-Bl. Nr. 7, betreffend das Institut der Landesvertheidigung für die gefürstete Grafschaft Tirol und das Land Vorarlberg treten in ihrer gegenwärtigen Fassung außer Kraft, und haben von nun an zu lauten: § 8. Zur Erhaltung der Landesschützen in Tirol und Vorarlberg ist das Jahres-Recrutencontingent mit jener Ziffer zu bemessen, welche das nach den Bestimmungen des Wehrgesetzes für Tirol und Vorarlberg entfallende Heeres-Recrutencontingent auf die Gesammtsumme von höchstens 3078 Recruten ergänzt. Zum gleichen Zwecke haben innerhalb obiger Gesammtsumme von 3078 Mann jene Recruten des für das Heer entfallenden Contingentes, welche vom Heere nicht in Anspruch genommen werden, die gesetzliche Dienstpflicht bei den Landesschützen abzuleisten. Die Organisation der Landesschützen wirb vom Kaiser bestimmt. 329 Beilage LXUC LXIX. bet Beilagen ZU den stenogr. Protokollen des -Vorarlberger Landtags. § 11 Die Bestimmungen des Gesetzes vom 11. April 1889 R.-G.-Bl. Nr. 41 betreffend die Einführung des neuen Wehrgesetzes: Über den Umfang und die Dauer der Wehr­ und Dienstpflicht (§§ 1, 2, 4, 5, 7, 8, 10, 11, 13, 21, 51, 56, 63 und 65), über die Ergänzung (§§ 15, 17, 18, 20, 21, 23 und 42), über die Begünstigung in der Erfüllung der Dienstpflicht (§§ 24, 25, 27, 28, 29, 31-34), über die Mit­ wirkung der Gemeinden und Matrikenführer (§ 36), über die Stellung (§§ 37—39 und 43), über die Einreihung und über die Entlassung vor und nach vollendeter Dienstpflicht (§§ 40—42 und 52), über die Folgen der gesetzwidrigen Assentierung (§ 41), über das freiwillige Fortdierlen (§ 53), über die Waffenübungspflicht der Ersatzreserve (§ 54), über die Verehelichung (§§ 50 und 61), über die Bestrafung der Entziehung von der Stellungspflicht, dann von der Wehr- und Dienstpflicht (§§ 44—49), über die Controllversammlungen (§ 55), über die Ernennung zum Officier ünd die Ablegung der Officierscharge (§§ 59 und 60), über Vie Behand­ lung der Deserteure (§ 51), über die Auswanderung (§ 64), über die Gerichtsbarkeit, das Strafverfahren und die Disciplinarbehandlung (§§ 62, 65—70), sodann Artikel III dieses Gesetzes und endlich die be­ züglichen Bestimmungen der Wehrvorschriften, enthal­ tend dieDruchführungsbestimmungenzumWehrgesetze haben, insoweit sie sich dort auf die Landwehr beziehen und insoweit sie nicht durch Vorschriften des gegenwärtigen Landesgesetzes oder jenes vom 23. Jänner 1887 L.-G.-Bl. Nr. 7 eine Einschränkung oder sonstige Änderung erfahren, und nur zu deren Ergänzung dienen, auch rücksichtlich der Landes­ schützen jedoch mit dem Unterschiede sinngemäße Anwendung finden, daß zur Entscheidung in Ergänzungsangelegenheiten der Landesschützen die Landesvertheidigungs-Oberbehörde im Einvernehmen mit der k. k. Statthalterei berufen ist. § 16. Das Ofsicierscorps der Landesschützen wird gebildet und ergänzt: a. durch Übertritt activer Officiere aus dem Heere, b. durch Einteilung von Reserveofficieren, c. durch Übernahme von Officieren aus dem Ruhestande und dem Dienst" des Heeres, 330 Verhältnisse „außer Beilage LXIX. II. Session der 7. Periode 1891/92. *d. aus Personen, welche einer Dienstpflicht nicht unterliegen, die Officierscharge anstreben und dazu die vollständige Eignung besitzen, e. durch Beförderung nach den für das Heer bestehenden Grundsätzen. Bei der Bildung und Ergänzung des Landes-schützen-Officierscorps sind vorzugsweise nach Tirol und Vorarlberg zuständige, oder solche Ofsiciere, welche im Tiroler-Jäger-Regimente gedient haben, zu berücksichtigen. § 21. Zum Zwecke der Evidenthaltung sind Personen der Landesschützen verpflichtet, jeden Wechsel ihres bleibenden Aufenthaltes dem Gemeindevorsteher (Magistrate) zu melden. § 22. Die Bestrafung von Landesschützenpersonen, welche dem Militär-Einberufungsbefehle nicht Folge leisten, oder hiezu verleiten, wird durch das Gesetz vom 28. Jänner 1890 R.-G.-Bl. Nr. 137 bestimmt. § 26 7. und 8. Absatz. Wenn während des Krieges zur Erhaltung des systemisierten Standes der von Tirol und Vorarlberg zum Heere und zu den Landesschützen gesetzmäßig beizustellenden Truppen (§ 8) die Ersatzreserven nicht ausreichen, können ausnahmsweise u. zw. bis zur Bildung genügender Ersatzreserven nach Maßgabe und für die Dauer des unumgänglichen Kriegsbedarfes, Landsturmpflichtige einschließlich der aus der Dienst­ pflicht des Heeres und der Landesschützen Entlassenen, bis zum Schlüsse des Jahres, in welchem sie ihr 37. Lebensjahr vollenden, zu obigem Zwecke heran gezogen werden. Diese Landsturmmänner sind jedoch bei Beendigung des Krieges sofort zu entlassen. Diese Heranziehung hat innerhalb der nach dem jeweiligen Erfordernisse zu bestimmenden Categorien, nemlich der aus der Dienstpflicht des Heeres und der Landesschützen Entlassenen und der übrigen Landsturmpflichtigen mit den jüngsten Altersclassen zu beginnen. Artikel II. Dieses Gesetz tritt mit dem Tage der Kund­ machung in Kraft und es wird mit der Durchführung desselben der Minister für Landesvertheidigung betraut. Druck von I. N. Teutsch in Bregenz. 331
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18920404_ltb0681892_Bericht_Volkswirtschaftsausschuss_Gewährleis...ewährleistung_bei_Viehhandel Landtag 01.07.2021 LXVin. -er Beilagen zu den stenogr. Protokollen -es Vorarlberger Landtags. II. Session der 7^ Periode 1891/92. Beilage LXVIII. Werrrcht des volkswirthschaftlichen Ausschusses über den selbstständigen Antrag der Abgeord. ^ritz und Genossen in Angelegenheit der Gewährschaftsleistung beim Viehhandel. Hoher Landtag! Die Antragsteller weisen darauf hin es sei für den Viehhandel von großer Wichtigkeit, daß genaue gesetzliche Bestimmungen über Gewährschaftsleistung bestehen. Es fehle in dieser Hinsicht an einer präcisen gesetzlichen Regelung namentlich in Bezug auf den Handel mit Rindvieh, betreffs der Trächtigkeit, der 5}eit derselben und auch anderer Umstände. In Folge dessen stehe der Käufer vielfach den Übervortheilungen des Verkäufers schutzlos gegen­ über, was denn auch öfters zu Klagen und Beschwerden Anlaß gebe und dem Besuche der hiesigen Viehmärkte besonders seitens ausländischer Käufer hinderlich sei, und stellen schließlich den Antrag : „Der hohe Landtag wolle beschließen, es sei die hohe Regierung zu ersuchen die Regelung der Gewährschaftsleistung im Handel mit Rindvieh durch ausreichende präcise gesetzliche Bestim­ mungen im geeigneten Wege zu veranlassen." Der volkswirthschaftliche Ausschuß ist der Anschauung, daß diese Anregung durch mehrfache zu Tage getretene Klagen über unzureichende Bestimmungen bezüglich Gewährschaftsleistung beim Handel mit Rindvieh veranlaßt wurde. Wenn man dieselben näher ansieht dürften sie hauptsächlich auf zweierlei Ursachen beruhen und zwar einerseits in der Unkenntnis der dermalen bestehenden gesetzlichen Bestimmungen seitens der Viehbesitzer und Verkäufer, andererseits in den nach einigen Richtungen für die dermaligen Verhältnisse zu wenig präcisen einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen. In ersterer Richtung muß nun anerkannt werden, daß das bürgerliche Gesetzbuch an verschiedenen Stellen, sowohl allgemeine als auch specielle Bestimmungen über Vertragsabschlüsse, Gewährschafts­ Leistung und Schadenersatzpflicht enthält, die auch auf den Viehhandel, die Gewährleistung bei demselben und die eventuellen Schadenvergütungen Bezug haben. 323 Beilage LXVTIL LXVIIT. der Beilagen zu den ftenogr. Protokollen des Vorarlberger Landtags. Jnsbesonders dürsten hier die §§ 922 bis incl. 928 des a. b. G.-B. zutreffen. Nach § 922 leistet derjenige, welcher eine Sache entgeltlich einem Anderen überläßt, Gewähr, daß sie die ausdrücklich bedungenen oder gewöhnlich dabei vorausgesetzten Eigenschaften haben, und daß sie der Natur des Geschäftes oder der getroffenen Verabredung gemäß benützt und verwendet werden könne. — § 923 bestimmt, daß man einer Sache nicht Eigenschaften beilegen dürfe, die sie nicht hat und die ausdrücklich oder vermöge der Natur des Geschäftes stillschweigend bedungen worden sind, daß man ungewöhnliche Mängel oder Haften derselben nicht verschweigen dürfe, ferner daß man nicht fälschlich vorgeben dürfe, daß die Sache zu einem bestimmten Gebrauche tauglich oder daß sie auch von den gewöhnlichen Mängeln und Lasten frei sei, und endlich bestimmt dieser Paragraf, daß wenn das Wider­ spiel hervorkommt, der Übergeber dafür zu hasten hat. , § 924 enthält die Bestimmung, daß wenn ein Stück Vieh binnen 24 Stunden nach der Über­ nahme erkrankt oder umfällt, werde vermuthet, daß es schon vor der Übernahme krank gewesen sei. Im § 925 wird die gleiche Vermuthung ausgesprochen beim Zutreffen bestimmter Erkrankungs­ arten innerhalb einer genau festgesetzten, von der Übernahme an laufenden Frist der verschiedenen Thicrarten z. B.: Wenn innerhalb 8 Tagen bei Schweinen die Finne, bei Schafen die Pocken oder wenn innerhalb 30 Tagen bei Pferden der Dumkoller, Wurm rc. entdeckt wird. w § 926 besagt, daß von dieser rechtlichen Vermuthung (§§ 924 und 925) der Übernehmer eines solchen Stückes Vieh nur dann Gebrauch machen könne, wenn er dem Übergeber oder Gewährsmann sogleich von dem bemerkten Fehler Nachricht gibt oder in dessen Abwesenheit dem Ortsgerichte oder Sachverständigen die Anzeige macht und den Augenschein vornehmen läßt. Nach § 927 liegt dem Übernehmer im Falle, daß er diese Vorschrift vernachlässiget, der Beweis ob, daß das Vieh schon vor Schließung, des Vertrages mangelhaft war. Zur Wahrung der Rechte des Übergebers bestimmt dieser Paragraf auch, daß dem Übergeber 'der Beweis offen stehe, daß der gerügte Mangel erst nach der Übergabe eingetreten sei. Endlich wird int § 928 noch festgesetzt, daß wenn die Mängel einer Sache in die Augen fallen, so finde außer dem Falle einer ausdrücklichen Zusage, daß die Sache von allen Fehlern frei sei, keine Gewährleistung statt. Diese Bestimmungen dürften nun auch beim Diehhandel in vielen Fällen vollkommen ausreichen und ist daher nach der einen Seite die Annahme gewiß gerechtfertiget, daß die erwähnten Klagen häufig nur auf Gesetzesunkenntnis der beim Viehhandel Betheiligten zurückgeführt werden müsse. Auf der anderen Seite muß aber auch darauf hingewiesen werden, daß es doch wünschenswerth wäre, daß namentlich der § 925, welcher einige specielle Mängel und Krankheiten aufführt und bestimmt, daß wenn dieselben in einem gewissen Zeitraume nach der Übernahme durch den Käufer entdeckt werden, angenommen werde, die Thiere seien schon vor der Übernahme damit behaftet gewesen, insbesondere bezüglich Bestimmungen der Mängel und Krankheiten beim Rindvieh erweitert werden sollten. In dieser Hinsicht enthält der § 925 nur die Bestimmung, daß wenn beim Rindvieh innerhalb 30 Tagen nach der Übernahme bie Drüsenkrankheit gefunden werde, die Vermuthung berechtigt sei, es sei das Thier schon vor der Übernahme krank gewesen. Die gleiche Vermuthung sollte nothwendig auch für andere Krankheiten, wenn sie innerhalb einer bestimmten Frist nach der Übernahme beim Rindvieh entdeckt würden, ausgesprochen werden, so z. B. für Lungensucht, Tragsack- und Scheidevorfälle, Perssucht, fallende Sucht, Lungenseuche rc. Nach dieser Richtung wäre eine Erweiterung der Bestimmungen bezüglich Gewährschaftsleistlmg sehr erwünscht. Auch die angrenzenden Staaten haben diesbezüglich schon lange viel genauere Bestim­ mungen, so z. B. Bayern in dem Gesetze vom 26. März 1859 betreffend die Gewährleistung bei Viehveräußerung. Ähnlich verhält es sich mit der Schadenersatzpflicht. Dieselbe ist im Gesetze wohl im Allgemeinen ausgesprochen, so bestimmt insbesondere § 1295 des a. b. G.-Bl. die Berechtigung von dem Beschädiger den Ersatz des aus Verschulden zugefügten 324 II. Session der 7. Periode 1891/92. Beilage LXYIIL Schadens zu fordern, mag der Schaden durch Übertretung einer Vertragspflicht oder ohne Beziehung auf einen Vertrag verursacht worden sein. Dennoch muß zugegeben werden, daß in vielen Fällen, abgesehen von mancherlei Umständlichkeiten, es für den Richter schwierig ist, bei den dermaligen Bestimmungen über die Feststellung der Schaden­ summe, die Höhe des Schadens zu bestimmen, weßhalb auch diesbezüglich präcisere Normen, an die sich der Richter halten kann, sehr wünschenswert wäre. Auf Grund all dieser Erwägungen stellt der volkswirtschaftliche Ausschuß den Antrag: „Der hohe Landtag wolle beschließen, die hohe k. k. Regierung wird ersucht, in Bezug auf Gewährschaftsleistung und Schadenersatzpflicht beim Viehhandel im Wege der Gesetz­ gebung erweiterte und genaue Normen festzusetzen." Bregenz, den 4. April 1892. Marti« Thrrrrcher> Jodok Fink, Obmannstellvertreter. Berichterstatter. Druck von I. N. Teutsch in Bregenz. 325
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18920404_ltb0671892_Hotelbesitzerpetitionsbericht_Strassenbausubv...rassenbausubvention_Gargellen Landtag 01.07.2021 LXVn. der Beilagen zu den stenogr. Protokollen des Vorarlberger Landtags. H Session, 7. Periode 1891/92. Beilage LXVH über die Petition des Hotelbesitzers Schwarzhanns in Gargellen um eine Unter­ stützung zum Straßenbau von Äreuzgasse bis Gargellen. Hoher Landtag! Hinweisend auf den durch den Fremdenverkehr in der Schweiz in den letzten Jahrzehnten groß­ artigen materiellen Aufschwung schildert der Bittsteller in ebenso begeisterter als wahrheitsgetreuer Weise die Schönheiten der Berge und Thäler unseres Heimatlandes und weist dabei auf einen wunden Punkt hin, der dieselben dem regen Fremdenverkehre bisher noch größtentheils verschließt — auf den mangelhaften Zustand der Straßen und Wege in unseren Gebirgsthälern. Einen derartigen desolaten Anblick biete auch die Zufahrtsstraße zum Höhen-Luftcurorte Gargellen, von der Kreuzgasse an bis in die genannte Parzelle. Die Schilderung des ganz unbrauchbaren Zustandes dieser Wegstrecke ist durch Augenzeugen, die commijsionell den Weg untersuchten, wie aus den vorliegenden Acten zur Genüge hervorgeht, bestens erhärtet. Nicht neu aber sind diese Wegverhältuisse an gedachter Stelle; denn ein Decret der Bezirkshauptmannschaft Bludenz vom 7. August 1852, ebenso, wie die auf den gegen dasselbe eingereichten Recurs erfolgte Entscheidung des Kreispräsidenten von Bregenz d. d. 24. November 1852 beauftragen schon die Gemeinde St. Gallenkirch, „ohne Verzug" den Weg nach Gargellen in einem brauchbaren Zustande herzustelleu. Seit jener Zeit wurde diese Straßenangelegenheit zwischen der Gemeinde St. Gallenkirch und den Behörden wiederholt verhandelt, wobei die Gemeinde stets Ausflüchte fand, die Aufträge der Behörden nicht befolgen zu müssen. Vom 11. November 1889, vom 3. September 1890 und vom 31. Dezember 1890 datieren die Eingaben an den Landesausschuß um Auftrag au die Gemeinde St. Gallenkirch zur besseren Wegherstellung nach Gargellen, von 3E. Schwarzhans eiugereicht; vom 12. Mai 1891 datiert die Eingabe des Postmeisters Barbisch „an die k. k. Landescommission" um Regulierung der Straße und um einen Beitrag aus dem Landesfonde. Mit Beharrlichkeit wehrt sich aber die Gemeinde St. Gallenkirch gegen die ihr zugesprochene Herstellung und Instandhaltung des Weges und bezeichnet in ihrer Aeußerung vom 18. November 1890, in welcher sie zugibt, dem Auftrage vom Jahre 1852 bis heute nicht nachgekommen zu sein, den Hotelbesitzer Schwarzhans in Gargellen als denjenigen, der den Weg aus eigenen Mitteln herstellen solle. 321 LXVn. der Beilagen zu den stenogr. Protokollen des Vorarlberger Landtages. II. Session, 7. Periode 1891/92. In einem am 12. Mai 1891 unter dem Vorsitze des Landeshauptmannes Herrn A. Rhomberg im Gasthaus in Kreuzgasse errichteten Protocolle wurden in 7 Punkten die nothwendig auszuführenden Verbesserungen an der Wegstrecke Kreuzgasse—Reute festgestellt und der Gemeinde St. Gallenkirch aufgetragen, worauf letztere nicht reagiert hat. Mit dem am 20. März 1892 von X. Schwarzhaus an den hohen Landtag eiugereichten Ge­ suche ändert sich die Sachlage dahin, daß der Gesuchsteller ein vom Landes-Cultur-Jngenieur Gaßner ausgearbeitetes neues Straßenproject von Kreuzgasse nach Gargellen mit einem Kostenvoranschlage von 33.000 fl. vorlegt. Schwarzhans sagt dabei, daß weder die Gemeinde St. Gallenkirch noch er selbst in der Lage seien, diese Kosten zu erschwingen, weßhalb das Zustandekommen dieser Straße von der öffentlichen und privaten Unterstützung abhänge. Und nun folgt „in Anbetracht der großen Wichtigkeit, welche die Erschließung Gargellens für das Thal Montafon, ja für das ganze Land Vorarlberg zweifellos hat", die Bitte um einen möglichst ausgiebigen Beitrag seitens des hohen Landtages und um die dadurch kundgegebene Sympathie des Landtages für die Sache zur besseren Erreichung weiterer Zwecke. Die Thatsachen, daß Gargetten eine den größten Theil des Jahres bewohnte Parzelle von St. Gallenkirch ist, daß seit mehreren Jahren ein Geistlicher in Gargellen ständig wohnt, daß daselbst sich eine k. k. Zollexpositur befindet, daß ein neugebauter Gasthof dort den Fremden zum Verweilen einladet, daß, wie aus den sachgetreuen Schilderungen des Sanitütsrathes Herrn Dr. Lorinser hervor­ geht, Gargellen alle meteorologischen Eigenschaften besitzt, die es zu einem Höhen-Luftcurorte für Sommer und Winter geeignet machen — Höhen-Luftcurort für den Winter exestiert bisher in ganz Oesterreich keiner —; daß endlich das Gargellenthal auch den Durchpaß über das Schlapinerjoch in die Schweiz darstellt und nicht bloß als abgeschlossenes Gebirgsthal betrachtet werden darf — diese Thatsachen alle erwecken im landtäglichen Straßenausschuß die lebhaftesten Sympathien für die Erstellung einer guten Verbindungsstraße von Kreuzgasse nach Gargellen. Bei der Betrachtung der großen Kostensumme des Projektes, sowie in Erwägung, daß ein zweites Project mit bedeutend reduciertem Kostenvoranschlage im Betrage von 10,500 fl. eingebracht wurde, welches jedenfalls einer näheren Prüfung seitens der Betheiligten würdig sein dürfte, da es den dringendsten Beschwerden Abhilfe gewähren würde, scheint dem Straßenausschusse aber diese Angelegenheit noch nicht so weit spruchreif, daß er dem hohen Landtage in dieser Session schon eine bestimmte Summe für das genannte Straßenproject zu votieren einrathen möchte. Dagegen stellt der landtügliche Straßenausschuß an den hohen Landtag den Antrag: „Der Landesausschuß wird ermächtiget, zur Förderung der Herstellung einer guten fahrbaren Straße von Kreuzgasse nach Gargellen mit den zunächst interessierten Ge­ meinden Montafons, insbesonders mit der Gemeinde St. Gallenkirch bezüglich ihrer Beitragspflicht zum Projecte zu verhandeln und eine allfällige Eingabe um Unterstützung der Betheiligten der hohen Regierung befürwortend zu übermitteln." Bregenz, 4. April 1892. Josef Büchele, Dr. Schmid, Obmann. Berichterstatter. 322
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18920404_ltb0661892_Strassenausschussbericht_Landesausschussvorla..._WalsertalerKonkurrenzstrasse Landtag 01.07.2021 XVI. der Beilagen zu den stenogr. Protokollen des Vorarlberger Landtags, ll. Session, 7. Periode 1891/92. Beilage LXVI. ZA erdicht des Straßenausschusses über die Landesausschußvorlage betreffend das Gesuch des Ausschusses der Walserthaler-Loncurrenzstraße um Schaffung eines Radfelgengesetzes. Hoher Landtag! Der Walserthaler Concurrenz-Straßen-Ausschuß hat schon während der Session 1890 durch den Landesausschuß an den Landtag die Bitte gestellt um Schaffung eines den Landesgesetzen vom 12. August 1874 und 24. April 1886 analogen Radfelgengesetzes für die Walserthaler ConcurrenzStraße. Der Landtag glaubte jedoch, es sollten vor Erlassung eines solchen Gesetzes die beseitigten Gemeinden noch eigens befragt werden, ob sie glauben, es würde für die Walserthaler ConcurrenzStraße das vorcitierte, für die Bregenzerwälder-Straße erlassene Gesetz bei den verschiedenartigen Verhältnissen dieser Straßen entsprechen. Der Landtag faßte daher damals den Beschluß: „Es sei in das Gesuch der Walserthaler Straßen - Concurrenz um Erlassung eines Radfelgengesetzes dermalen nicht einzugehen, der Landesausschuß aber mit den nothwendigen Schritten zu betrauen." In Ausführung des ihm gewordenen Auftrages hat der Landesausschuß mit Schreiben vom 19. November 1890 Zl. 2724 den Ausschuß der Walserthaler Concurrenzstraße aufgefordert, die Aeußerung der sämmtlichen betheiligten Gemeinden, sowie auch eines Sachverständigen hierüber ein­ zuholen und nach gepflogener Vereinbarung bestimmte Vorschläge zu machen. Dieser Aufforderung entsprechend überreichte der Obmann des Walserthaler Straßen-ConcurrenzAusschusses mit Bericht vom 22. Mürz d. I. die Aeußerungen der sämmtlichen betheiligten Gemeinden, sowie ein Gutachten des Herrn Anton Gamperle, behördlich autorisierter Civil-Jngenieur in Feldkirch. Nach diesen Aeußerungen halten die sämmtlichen betheiligten Gemeinden die Erlassung eines Radfelgengesetzes bezüglich der mehrerwähnten Walserthaler Straße für wünschenswerth und sprechen sich weiter dahin aus, es sollte dieses Gesetz analoge Bestimmungen mit dem citierten Radfelgengesetze der Bregenzerwülder Straße enthalten. 317 LXVI. der Beilagen zu den stcnogr. Protokollen des Vorarlberger Landtages. II. Session, 7. Periode 1891/92. Düs Gutachten des erwähnten Sachverständigen und des Walserthaler Straßen-Ausschusses stimmt mit den Berichten der Gemeinden überein, nur fügen Erstere noch bei, es könnte die Auf­ nahme einer Bestimmung für Fuhrwerke mit 5 und mehr Pferden entfallen, weil derartige Fuhrwerke auf der Walserthaler Straße nicht verkehren. Zur Begründung der Nothwendigkeit, für die gedachte Straße ein Radfelgengesetz zu haben, wird vom Herrn Sachverständigen und dem Concmrenz-Straßen-Ausschusse besonders hervorgehoben, es werde aus dem Walserthale viel Holz ausgeführt und in Folge des Umstandes, als die Straße thalauswärts, insbesondere von Blons bis Thüringen, fast nur Gefälle habe, würde diese günstige Lage von den Fuhrleuten dahin ausgeuützt, daß sie so viel Holz auf den Wagen, ohne Rücksicht auf die Felgeubreite desselben, laden, als der Wagen nur je zu tragen vermöge. Daß eine solche Verfrachtung einen großen Nachtheil für den Bestand der Straßenfahrbahn herbeiführt, ist klar. Zur Schonung der Straßenfahrbahn ist es daher dringend nothwendig, daß die Belastung des Wagens möglichst mit der Breite der Radfelgen in Einklang gebracht werde. In Würdigung dieser Umstände glaubt der StraßeN-Ausschuß, es solle den Wünschen der Walserthaler Gemeinden bezüglich Schaffung eines Radfelgengesetzes für die mehrerwähnte Walser­ thaler Straße entsprochen werden. Der Straßen-Ausschnß hat deshalb einen bezüglichen Gesetzentwurf verfaßt. Dieser Entwurf ist mit Ausnahme der Bezeichnung der Straße im Titel und im § 1 und mit einziger Weglassung einer Bestimmung der Felgenbreite für Fuhrwerke, welche mit 5 oder mehr Pferden bespannt sind (§ 1 d), dem Radfelgengesetze für die Straße Schwarzach-Bezau vom 12. August 1874 und der einschlägigen Abänderung desselben vom 24. April 1886 wörtlich gleichlautend. Nachdem also dieser Gesetzentwurf im Wesentlichen die ganz gleichen Bestimmungen enthält, wie ein bereits bestehendes Gesetz, dürste jede weitere Begründung unnvthig sein. Es stellt deshalb der Straßeu-Ausschuß den A rr t r a g r „Der hohe Landtag wolle dem Gesetzentwürfe, womit für die Walserthaler ConcurrenzStraße ein Radfelgengesetz erlassen wird, die Zustimmung ertheilen." Bregenz, 4. April 1892. Josef Bnchele, Jodok Fink, Obmann. Berichterstatter. LXVI. der Beilagen zu den stenogr. Protokollen des Vorarlberger Landtags. II. Session, 7. Periode 1891/92. Beilage LXVI. A. vom wirksam für das Land Borarlberg womit die Breite der Radfelgen bei Lastwagen für den Verkehr auf der walserthaler Straße von Thüringen über Thüringerberg —St. Gerold und Blons bis zu der zur Gemeinde Sonntag gehörigen Parzelle Buchboden geregelt wird. Ueber Antrag des Landtages Meines Landes Vorarlberg finde Ich anzuordnen wie folgt: § 1. Alle auf der nicht ärarischen Walserthaler Concurrenz-Strasse II Klasse, (Statut des Landesausschusses vom 25. Oktober 1888) von Thüringen nach Buchboden (Gemeinde Sonntag) und zurück­ verkehrenden, der gewerbsmäßigen Verfrachtung von Gütern dienenden Lastwagen müssen ohne Rück­ sicht auf das Ladungsgewicht mit Radfelgen von mindestens nachstehender Breite versehen sein: a) bei einer Bespannung mit 2 Pferden min­ destens 80 mm; b) bei einer Bespannung mit 3 Pferden min­ destens 105 mm; c) bei einer Bespannung mit 4 und mehr Pferden mindestens 120 mm. Vorspannpferde sind nur dann in die Be­ spannung nicht einzurechen, wenn ihre Zahl bei zwei- oder dreispännigem Fuhrwerke ein Pferd, und bei vier oder mehrspännigem Fuhrwerke zwei Pferde nicht übersteigt. Fuhrwerke mit einer Ladung unter 1000 Kilo­ gramm unterliegen ohne Rücksicht auf die Be­ spannung bezüglich der Radfelgenbreite keiner Be­ schränkung. Der Nachweis über das Gewicht der Ladung obliegt in solchem Falle dem Frächter. 319 LXVI, der Beilagen zu den stenogr. Protokollen der Vorarlberger Landtages, ll. Session, 7. Periode 1891/92. Auf Oekonomiefuhren finden diese Bestimmungen keine Anwendung. § 2. Die Uebertretung dieser Anordnung ist mit einer Geldstrafe von 5 bis 25 fl. zum Besten des Armenfondes jener Gemeinde zu belegen, in welcher das Straf erkenntnis gefällt wird. § 3. Handhabung dieser Vorschrift ist der Vor­ steher jener Gemeinde verpflichtet, in deren Gebiet die Straße liegt, wo der Zuwiderhandelnde be­ treten wird. Der Gemeindevorsteher hat übet die zu seiner Kenntnis kommende Uebertretung die Erhebung zu pflegen, sogleich das Erkenntnis zu fällen und zu vollziehen, fofcomi über die verhängte Strafe dem Bestraften eine Bescheinigung auszustelleu. Allfällige Beschwerden, die jedoch bezüglich der zu erlegenden Strafe keine aufschiebende Wirkung haben, gehen an die politische Bezirksbehörde. Solche Beschwerden sind längstens innerhalb 8 Tagen von der Zustellung der Bescheinigung beim Gemeindevorsteher schriftlich anzubringen. § 4. Ein Fuhrmann, welcher wegen vorschriftswidriger Radfelgenbreite die verhängte Strafe erlegt oder sichergestellt hat, kann mit der hierüber erhaltenen amtlichen Bescheinigung die Reise vollenden, ohne auf dieser Fahrt weiterhin einer solchen Strafe ausgesetzt zu sein. § 5. Im Uebrigen bleiben die Regulative über die Art der Einrichtung des Fuhrwerkes, insoweit sie nicht durch dieses Gesetz abgeändert sind, in Kraft. § 6. Die Wirksamkeit dieses Gesetzes hat 6 Monate nach dem Tage der Kundmachung zu beginnen. § 7. Mein Minister des Innern ist mit dem Voll­ züge dieses Gesetzes beauftragt. 320
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