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Mil/ Pfarrer Karl Xtwctucr. 6852 Sul/ ABCDrXK*. Rjnkwol Grußwort des Liebe Pfarrgemeinde in Sulz! s Die 150-Jahr-Feier Eurer Pfarre ist ein guter Anlaß, um einerseits über die Wurzeln und über die Geschichte Eurer Gemeinde nachzudenken. Dies zu tun, ist manchmal nützlich, denn es läßt uns erkennen, daß zu jeder Zeit gewisse Nöte und Schwierigkeiten bestanden haben und daß auch unseren Vorfahren nicht alles einfach in den Schoß gefallen ist. Beeindruckend ist unter anderem, wie sie trotz der Bescheidenheit der wirtschaftlichen Verhältnisse, großzügige und schöne Kirchen bauten und keine Opfer scheuten, um den Aufbau einer christlichen Gemeinde zu ermöglichen. Andererseits ist es richtig, ein solches Jubiläum als Anlaß zu nehmen, um die Situation der Gegenwart nüchtern zu prüfen und die Aufgaben der Zukunft mutig ins Auge zu fassen. Riesig ist der Wandel, der sich in den letzten Jahrzehnten überall im Land vollzogen hat. Vom materiellen Standpunkt aus betrachtet, war es sicher eine sehr günstige Entwicklung; im kirchlichen Bereich stimmt einiges bedenklich. Manche Gotteshäuser sind "zu groß" geworden, weil die Zahl der Gottesdienstbesucher rückläufig ist. Die Aufgabe der Kirche ist aber heute nicht weniger wichtig. Sorgen sind vorhanden. Warum steigt in dieser Zeit des Wohlstandes die Zahl der Drogen- und Alkoholkranken, der Unzufriedenen und der Protestierenden? Müßten nicht alle froh sein, daß wir jedenfalls in materieller Hinsicht - in der Regel alles haben, was nötig ist? Die meisten haben sogar mehr als nötig. Meines Erachtens besteht - dies wird bewußt, wenn man über die Situation genauer nachdenkt - eine große Dringlichkeit, daß alle christlichen Gemeinden möglichst rasch aufwachen. Das betrifft nicht bloß den Pfarrgemeinderat oder gar nur den Pfarrer. Die Eltern müssen, wenn sie möchten, daß in dieser pluralistischen Gesellschaft ihre Kinder den Weg finden, ihre Verantwortung als Christen voll und ganz wahrnehmen. Vor allem müssen sie sich bemühen, sich gegenseitig und für die Kinder Vorbild zu sein. Die Gläubigen müssen sich zusammenschließen, in der Gemeinschaft des Glaubens Kraft holen und Anregung, sich mit dem Glauben befassen und andere ansprechen und zum Mittun einladen. Es ist ein Gebot der Nächstenliebe, einander den Weg des Glaubens aufzuzeigen und die Heilsgeheimnisse, die im Schoß der Kirche verborgen sind, von neuem zu entdecken und zu vermitteln. Christus k a n n helfen, wo kein 3 Mensch helfen kann. Mit Seinem Geist - dem Heiligen Geist - kann Er auch Orientierung vermitteln inmitten aller Verworrenheiten einer Zeit. Wir haben allen Grund, dafür zu danken, daß wir von unseren Vorfahren so vieles, das sie mit vielen Opfern und großem Einsatz grundgelegt haben, übernehmen dürfen. Wir müssen aber auch alle Mittel einsetzen, damit die Kirche auch heute die nötige Wirksamkeit unter den Menschen entfaltet. In diesem Sinn wünsche ich Euch, daß die 150Jahr-Feier Eurer Pfarre für Euch ein Impuls ist, um mit neuem Schwung alle jene Aufgaben anzupacken, deren Erfüllung für die Bewohner Eurer Ortschaft und für das ganze Land wichtig ist. Mit herzlichen Segensgrüßen Klaus Kling Bischof von Feldkirch 4 Grußwort des Bürgermeisters Mit aufrichtigem Dank und verständlichem Stolz können wir auf die Leistungen unserer Vorfahren zurückblicken, die sich unter großen finanziellen Opfern und persönlichem Einsatz um eine eigene Pfarre bemühten. Sie haben den großen Wert einer eigenen Pfarre erkannt und dadurch eine bessere Betreuung der Pfarrgemeinde erreicht. Dies hatte für die Dorfgemeinschaft in der damaligen Zeit einen großen, vielleicht noch einen größeren Stellenwert als heute. So können wir im heurigen Jahr voll Freude 150 Jahre eigene Pfarre Sulz feiern. Mit der Schaffung der eigenen Pfarre wurde ein wichtiger Meilenstein in unsererError: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Ortsgeschichte gesetzt. Hätte ohne diese Gesinnung das heutige Sulz geschaffen werden können? Natürlich waren auch der Einsatz und die Arbeit der Bürger erforderlich. Aber wäre dies ohne das Können, den Geist und den Mut zur Arbeit möglich gewesen? Diese Gaben kommen aus der Schöpfung. Ohne unser Dazutun werden uns diese Talente vom Schöpfer in die Wiege gelegt. Wenn man heute auch oft glaubt, ohne die katholische Lehre auszukommen, so steckt doch im Innern eines jeden ein Keim des christlichen Glaubens. Wo diese Werte nicht gegeben sind, herrscht das Chaos. Leider sind solche Zustände auch zur heutigen Zeit keine Seltenheit. Die Menschheit hat leider aus der Geschichte immer noch zu wenig gelernt, um solche Katastrophen zu verhindern. In unserer Gemeinde, glaube ich, hat der christliche Glaube sehr viel zur Charakterbildung und zur mitmenschlichen Beziehung beigetragen, wodurch auch die Voraussetzung für das erfolgreiche Schaffen im kommunalen Bereich gelegt wurde. In den 15 Jahrzehnten des Bestehens unserer Pfarre waren viele Höhen und Tiefen zu überwinden. Auch von Kriegswirren blieben unsere Bewohner nicht verschont. Freud und Leid folgten im Wechselspiel. Viele große Erfolge konnten in dieser langen Zeit gefeiert werden. War es nicht gerade die Kirche, die unseren Vorfahren und auch uns in Krisenzeiten Kraft und Mut spendete, um all die Probleme zu überstehen und uns trotz allem Kraft für die Zukunft gab? Daher ist es sicher unsere Pflicht, allen Pfarrern, die in unserer Gemeinde mit vollem persönlichem Einsatz gewirkt haben, sowie allen Helfern, die zum Wohle unserer Pfarre tätig waren, auch seitens der politischen Gemeinde ehrend zu gedenken und aufrichtig zu danken. Ganz besonders möchte ich mich bei unserem derzeitigen Pfarrer Karl Schlichter für sein vorbildliches, unermüdliches Wirken in unserer Pfarrgemeinde danken. Wir können uns glücklich schätzen, noch einen Pfarrer in unserer Gemeinde zu haben. Dies ist heute leider nicht mehr selbstverständlich. Ein Dankeschön möchte ich auch allen aussprechen, die sich um die Aufgaben in unserer Pfarre bemühen. Möge der Ausspruch des alten Kirchenvaters Augustinus "Die Kirche schreitet auf ihrem Pilgerweg bis zum Ende der Dinge unbeirrt voran, zwischen Verfolgern dieser Welt und den Tröstungen Gottes. Die Kirche ist eine Gemeischaft durch das Band der Liebe" unsere Pfarrangehörigen und die kommenden Generationen beseelen, dann kann unsere Pfarrgemeinde getrost in die Zukunft blicken, und das wünsche ich als Vertreter der Gemeinde ganz besonders. Adalbert Gut, Bürgermeister 6 Grußwort des Pfarrers Ein runder Geburtstag kann in einem Menschen je nach Alter, Gesundheit, Lebenseinstellung und Glaubenshaltung verschiedene Gefühle auslösen. Der Zehnjährige erlebt mit Freude, wie er langsam seine Kindheit verläßt und zu einem Jugendlichen heranwächst. Der Zwanzigjährige hat seine Berufswahl hinter sich und vielleicht schon seine Ausbildung abgeschlossen. Er ist daran, eine Lebensexistenz aufzubauen. Der Dreißigjährige hat meistens schon eine Familie, viele haben ein eigenes Heim. Der Vierzigjährige nähert sich schön langsam der Lebensmitte. Auch wenn er sich gesund fühlt und voller Leben ist, ahnt er, daß er seine Kräfte nicht mehr allzusehr steigern kann. Der ' Fünfziger" ist dann ein deutlicher Einschnitt in das Leben. Langsam muß der Mensch wieder Abschied nehmen von verschiedenen liebgewordenen Lebensgewohnheiten. Das verstärkt sich von Jahr zu Jahr, von Jahrzehnt zu Jahrzehnt immer mehr. Die runden Geburtstage lösen dann ganz eigenartige Gefühle aus. Wer sich bemüht, sinnvoll zu leben, stellt bei sich selbst eher Ruhe, eine Gelassenheit und einen inneren Reifungsprozeß fest. Die Pfarre Sulz feiert heuer einen runden Geburtstag. Er löst wohl andere Gefühle aus als ein persönlicher Geburtstag. Die Sulner, die im letzten Jahrhundert mit großer Ausdauer und Einsatz eine selbständige Pfarre anstrebten, die am 23-4.1843 die Erhebung feierten, sind schon längst gestorben. Die Seelsorger, die die Pfarre leiteten,Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight haben nicht allzuviel aufgeschrieben. Und doch haben wir Grund zum Feiern und es hat auch einen Sinn. Wir haben Grund zu danken. In diesen 150 Jahren hat sich in Sulz viel ereignet: Schicksalsschläge, Überschwemmungen, die beiden Weltkriege haben schwere Wunden geschlagen, Unwetter, usw. Ich könnte jetzt noch lange aufzählen. Trotzdem lebte die Pfarrgemeinde. Die Gläubigen von Sulz trafen sich immer wieder in der Kirche, beteten, hörten das Wort Gottes, feierten an den Sonntagen, Festtagen und Werktagen Gottesdienste. Die Älteren lebten den Jüngeren den Glauben vor und gaben so den Glauben weiter. Sich darüber dankbar freuen, ist Grund zum Feiern. Dieses Fest hat noch einen Sinn: Es will uns bewußt machen, daß wir heute die lebendige Pfarrgemeinde Sulz bilden. Mit "wir" meine ich alle Getauften, die in unserer Gemeinde wohnen. Seit dem letzten Konzil wird die Kirche verstanden als "Volk Gottes 7 unterwegs". Durch Taufe und vor allem durch Firmung ist der Christ gerufen, in der Kirche mit seinen Fähigkeiten mitzuhelfen. Die Beziehung zu Jesus Christus und die Beziehungen zu den Mitchristinnen und Mitchristen sind lebensnotwendig. So stellt das Fest '150 Jahre Pfarre Sulz" an jedes Pfarrgemeindemitglied die Frage: "Fühle ich mich zur Pfarre Sulz zugehörig? Wie steht es mit meinem Glauben? Bin ich bereit, mit meinen Fähigkeiten meinen Teil zur Pfarre beizutragen? Wie und wo stehe ich in dieser Gemeinschaft?" Dieses Fest ist eine Einladung an jeden, den Wert des Glaubens und der Glaubensgemeinschaft neu zu entdecken oder zu vertiefen. Ein kostbares Erbe haben die Vorfahren weitergegeben und uns übertragen. Pfarrer Karl Schlichter 8 Sulz - Sülles Die Gemeinde Sulz, früher SIJLLES genannt, zählt heute ca. 2.100 Einwohner. "Die Gegend hier wird kaum von einer andern in Vorarlberg an Schönheit und Fruchtbarkeit übertroffen", schreibt Ludwig Rapp um 1894 in "Topographisch-historische Beschreibung des Generalvikariatcs Vorarlberg" (S. 521). Dank übermittelter Auskünfte von Wissenschaftlern, welche sich gegenwärtig eingehend auch um die Vorgeschichte des "klimatisch begünstigten Vorderlandes" kümmern, gibt es sehr interessante Fakten auch über die Gemeinde Sulz. Als konkret erforschbare Beispiele werden Restbestände von Ringmauern auf den beiden Hügeln sowie die Gegenüberstellung der geringen Zahl an romanischen Flurnamen und den zahlreichen Ableitungen von deutschen Personennamen angeführt (Felixa Bongert, richtig Völ(k)is Bongert). Ganz besonders respektieren die Experten offensichtlich unsere örtliche Geschichtsträchtigkeit, die sich in den Straßenbezeichnungen sowie in den Namen unserer kulturhistorischen Stätten erkennen läßt (Legenden, geschichtliche Tatsachen im Zusammenhang mit Müsinen, Sulzhofen und St. Jergenberg). Erfreulich ist, daß aus der gleichen Quelle noch ältere Daten vorliegen: Bereits im 9. Jahrhundert wird Sulz als "Sülles" zweimal erwähnt: Um 842 erscheint Sülles im Rätischen Reichsurbar: Sulz ist ein zehentpflichtiges Dorf (villa) gegenüber der Pfarrkirche Rankweil. Um 890 schenkt die reiche Witwe Himilthrud dem Kloster St. Gallen in Röthis aus ihrer Morgengabe Güter auch in Sülles (bei Müsinen, am Westfuß des Sulner Berges gelegen). Eine besondere Bedeutung kommt außerdem einer dritten Jahreszahl zu: Um 920 spielt der Name Azzo eine große Rolle. Wortwörtlich heißt es in einer jüngeren Publikation: "Ein Azzo kommt unter den Rankweiler Richtern vor und scheint zu einer Vasallenfamilie zu gehören, die in Oberrätien tätig war. Die Atzger (Azzo) leben in Sulzer Geschlechtern weiter" (Auszug aus "St. Jörgenberg in Sulz" von Möns. Pfr. Gerhard Podhradsky, Februar 1993) Zur denkwürdigen Vergangenheit als "einem der betrübensten Ereignisse in der Geschichte Vorarlbergs", so Arno Tänzer in "Die Geschichte der Juden in Hohenems" (S. 79), gehören die noch nicht zur Gänze aufgearbeiteten Geschehnisse rund um das 9 Schicksal der jüdischen Kleingemeinde Sulz vor 300 Jahren. Die Beschäftigung mit den Juden von Sulz ist eine besondere Aufgabe, um wError: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight elche sich die Kulturhistoriker gegenwärtig gleichfalls kümmern, wobei es interessanterweise auch hier wieder um Standorterhebungen gehl: Wo hatten sie ihre Gebetsstätten, wo stand die Synagoge? Wo begruben die jüdischen Sulner Domizilfamilien, welche damals etwa ein Zehntel unserer Ortsbevölkerung ausmachten, ihre Verstorbenen? Ein pfarrliches Jubiläum ist Anlaß, zeitliche Rückschau zu halten: Unsere Ahnen legten den Grundstein für unser Jubiläum, als sie vor 5 Jahrhunderten das Kaplaneikirchle (Schutzpatron Hl. Georg) auf dem heutigen Kirchenbüchel erbauten. Die Entstehung der Pfarre Sulz im Überblick Vor der Jahrtausendwende zeigten sich in unserer Region die ersten Ansätze zum Christentum. Aus dem Jahre 1460 stammen die ersten konkreten Unterlagen des örtlichen kirchlichen Geschehens. Von 1460 bis 1553 gehörte die "Kaplaney Sulz" zur Pfarre Rankweil. Von 1553 bis 1839 wurde Sulz von Rankweil pfarrlich mitbetreut (Frühmeßpfründe). 1839 wurde St. Jergenberg angekauft. 1842/43 gab es die Zustimmung kirchlicher und weltlicher Instanzen zur eigenständigen Pfarre Sulz. Am 23. April 1843 wurde Sulz zur PFARRE erhoben. Als erster Pfarrer zog Martin Rederer in Sulz ein. 10 Dokumente und Urkunden Zahlreiche Schriftstücke, welche im Zuge der Vorbereitungen für dieses Jubiläum hervorgeholt, entziffert und aufgearbeitet wurden, geben Auskunft über die wichtigsten Daten aus der Vergangenheit unserer Pfarrei. Zusammen mit den gedruckten Publikationen bilden sie eine überaus wertvolle und unersetzliche Grundlage für die Seelsorgearbeit im Alltag von heute und morgen. Ein Großteil der erhaltenen historischen Schriftstücke sind Briefe, welche die damaligen Verantwortungsträger geschrieben hatten, als sie oft mühevoll und beharrlich mit den kirchlichen und weltlichen Behörden korrespondierten und auf "bestformulierte Rechtsform" bedacht waren. Als "Verhandlungspartner" scheinen u. a. auf: Domkapitel Fürstbischof/Chur, Fürstbischöfliches Ordinariat/Brixen, Generalvikariat/ Feldkirch, Pfarre zu IJ.L. (unserer lieben) Frau/Rankweil, Königliches Bayrisches Landesgericht, K.K. Gubernium/Innsbruck, K.K. Kreisamt/Bregenz, Landesfürstliche Regierung/Bregenz, Gemeinde/Sulz Der Weg zur Selbständigkeit Der Bevölkerung der kleinen Siedlungsgemeinschaft an Frutz und Frödisch war um die Mitte des 15. Jahrhunderts wohl sehr daran gelegen, ein eigenes Gotteshaus mit regelmäßiger priesterlicher Betreuung zu haben. An Gläubigkeit hat es offensichtlich nicht gefehlt, wurde doch SULZ "um 1460 in Etwass zur Kaplaney fundiert". Die Erbauung einer St. Georgskapelle war die sichtbare Grundlage! Optimismus und Hoffnung auf weitere Souveränität dauerten nur wenige Jahrzehnte, dann setzte Priestermangel ein (Kriegswirren - Bauernkriege). Nun wurde Sulz in das "Frühmeßbenefizium Rankweil" eingebunden, was bedeutete, daß ein Priester von Rankweil über die Frutz nach Sulz kam und dort - gemäß einer Stiftung - Gottesdienst hielt. So blieb es dann 290 Jahre hindurch. 1 1 Durch gravierende staatliche Machtveränderungen (Bayernherrschaft) kamen dann um 1806 überraschende Änderungspläne ins Gespräch, wahrhaftig nicht den jahrhundertealten Vorstellungen der Sulner entsprechend. Durch Zerstückelung des großen Pfarrbezirkes Rankweil und eine Ausgliederung von Sulz aus der Mutterpfarre sollte die Eingliederung in eine andere Nachbarpfarre erfolgen. Damit konnten und wollten die Sulner nicht einverstanden sein. Und doch brachte der "Zersplitterungsplan" für Sulz Positives, nämlich erneutes, gemeinsames Auftreten als entschlossene Pfarrfamilie. links: frühgotisches Kreuz, Künstler unbekannt rechts: Vortragskreuz, zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts 12 Um 1838 waren die großen Hürden (Stiftfonds, Pfarrhof St. Jergenberg- und Pfründeregelung) überwunden und somit die erforderlichen Voraussetzungen für eine Pfarreiverselbständigung gegeben. Bald kamen auch die Einwilligungen aller kirchlichen und weltlichen Behörden: Sulz hatte einen Pfarrhof auf dem Jörgenberg, und die Gemeindemänner unterfertigtenError: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight 1842 nach bester Rechtsform die Stiftsbriefurkunde. Nach der Absegnung durch das K.K. Gubernium im Jahre 1843 freuten sich die Sulner über den ersten Pfarreinzug mit Pfarrer Martin Rederer in die eigene Pfarrkirche auf dem Sulner Kirchenbüchel. Ausschnitte aus Originaltexten zum Werdegang unserer Pfarre: "Unumstritten gilt als Tatsache, daß Sulz um 1500 zu den Wohngebieten gehörte, welche diesseits und jenseits des Rheines (Pfarrbezirk genannt) unter 'mütterlicher Patronanz' von Ranckwyl standen." "Auf einer Anhöhe am südlichen Ende des Dorfes Sulz mit bischöflicher Bewilligung von den Gemeindeleuten dieser Ortschaft zu Ehren des hl. Georg eine Kapelle erbaut und bei derselben eine Ewige Messe oder Pfründe gestiftet ... Fürstbischof Ortlieb von Chur bestätigte diese Stiftung 1460 ... und erlaubte dem jeweiligen Kaplan dahier den Gottesdienst zu Sulz ... zu besorgen, ja selbst im Falle einer Überschwemmung der Frutz, über welche damals - und noch lange nachher - keine Brücke führte." 1460: "Von dieser 7xit an hielt sich also zu Sulz ein Kaplan auf dem s.g. St. Georgenberg auf, wo die Wiese dabei... und Pfründegut ..." "... von den alten Kaplänen zu Sulz sind nur wenige Namen bekannt, Joos Völky war zugleich Vikar von Mömlingen (Montiggl) über dem Rhein." 1553: "Wegen Priestermangel wurde Sulz nicht mehr besetzt ... die St. Jörgenpfründe zu Sulz mit dem Frühmeßbenefizium zu Rankweil vereinigt." 1780: Als dann die seinerzeitige Stiftungsurkunde in Vergessenheit geriet, schrieb Frühmesser Christian Hitz aus Rankweil nach Chur:" ... man wisse nicht genau, wie oft man in Sulz zu applizieren (Messe feiern) habe. ... da solle der Frühmesser von Rankweil zweimal wöchentlich und überdies an mehreren Festtagen einen halbstündigen und schier immer kothigen Weg, weil dieser mitten 1 3 durch die Äcker führt, nach Sulz hinüberwaten, und einmal wöchentlich die hl. Messe für die Gemeinde applizieren, weil die Bauern dieß verlangen, unter dem Vorgeben, daß alle vorigen Frühmesser es gethan hätten." 1781: Als aus Chur eine Rückfrage an die Gemeindemänner nach Sulz kam, antworteten diese: "Wir haben von alten glaubwürdigen Männern gehört, daß alle Wochen ein heil. Meß ... für Stifter, Wohltäter und ... Gemeinde appliziert werde." 1806: 'Als Vorarlberg unter die Herrschaft der Krone Bayern kam, schien für Sulz eine Änderung der bisherigen Pastoration (Seelsorge) zu bevorstehen, indem die bayrische Regierung im Jahre 1810 den Plan entwarf, den großen Pfarrbezirk Rankweil zu zerstückeln und dabei die Filiale Sulz der benachbarten Pfarre Röthis einzuverleiben. Doch scheiterte die Verwirklichung dieses Planes an dem entschiedenen Widerspruche der Sulzer." 1838: "Es ward zur Gründung eines Stiftungsfondes fleißig beigetragen ... und das Ansuchen um Gewährung einer eigenen Pfarre ... vorgelegt." 1839: In der Befürwortung des f. b. Generalvikariats hieß es, man "rathe ein, weil die Gemeinde Sulz einen so wohltuenden christkatholisch kirchlichen Sinn an den Tag gelegt." 1840: "Nun ging die Gemeinde daran, ... eine geeignete Wohnung ... und ein Pfarrwidum (Pfarrgut) zu verschaffen. Sie kaufte das v. Zech'sche Schlößl ..." 1842: "... wurde endlich zur Ausfertigung eines förmlichen Stiftbriefes geschritten, was in Feldkirch vor dem k. k. Landrichter v. Sterzinger stattfand, in Gegenwart des Pfarrers Joseph Mehr in Rankweil, des Frühmessers in Rankweil und Kaplans von Sulz, Joh. Schöch, des Gemeindevorstehers von Sulz, Valentin Frick, und mehreren Gemeindemännern." (Alle Textausschnitte aus Ludwig Rapp: Topographisch-historische Beschreibung des Generalvikariates Vorarlberg; Brixen 1894,1. Bd. Dekanat Feldkirch) 14 Auszüge aus der Chronik vom Jahre 1831 Kirchenpfleger Josef Madiener berichtet: "Um 1716, im fünften Jahr der Reg. CARL VI., hat Ihro Excellenz Herr Johann Joseph Sartori, St. Th. Pfarrherr zu Ranckhwil und der wohlweise und vorgeachte Herr Christian Ruesch von Sulz, Landammann und Kirchenpfleger und Michael I.udescher von Sulz, des Gerichts und Kirchenpfleger allhier zuError: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight S. Jörgen diesen Turm neu decken lassen ... Man hat gebraucht 22 000 Schindeln, 6 000 Nägel und dem Decker und Schindelmacher bezahlt 40 fl., das Viertel Kernen galt 24 Bazen ... und dem Kaiser zum vorstehenden Türkenkrieg veraccordiert 20 000 fl. vor diss Jahr." (Abkürzungen: fl. = Gulden, xr. = Kreuzer) "Nach Ableibung CAROLI VI ... dieser Turm akla bei S. Georgen um 10 Schuh in das gevierte, aber 22 über dieselbe achteckig erhöht, mit einer Kuppel neu verfertigt... Dieses Werk hat gekost 700 fl. ungefähr, doch nicht viel darüber." "Unter der Regierung des Herrn Bartholomä Seyfried, Landammann zu Rankweil, sind im Jahre 1771 nachfolgende Feiertage dispensiert (abgeschafft) worden, wann einer eine heilige Messe gehört habe, denselben Tag arbeiten könne. Des 1772 ist die Arbeit erlaubt worden, ohne daß man eine heilige Messe anhöre. Des 1773 den 1. Juli ist ein Befehl abgelesen worden, daß man arbeiten müsse bei Strafe von 1 fl. Man hat aber bis zum heutigen lag nichts gearbeitet als an der Landesstraße und an der Frutz. Hier sind die abgetanen Feiertage: Sebastian, Agata, Osterdienstag, Georgius, Marcus, Philipp und Jakobi, der Freitag nach der Auffahrt, Pfingstdienstag, Johannes der Täufer, Maria Heimsuchung, Maria Magdalena, Jakobus, Anna, Laurentius, Bartolomäus, Magnus, Mathäus, Michael, Simon und Judä, Martinus, Florianus, Catharina, Maria Opferung, Andreas, Nikolaus, Thomas, Johann Evangelist, Unschuldige Kindleinstag." 1781: "Es hat den 8. August in den Turm geschlagen und denselben so erbärmlich zugericht, daß man dazu von zwei Eichen Schindeln gemacht und verbraucht hat. Frühmesser zu Rankweil und Kaplan allhier ist der wohlehrwürdige Herr Johann Michael Heusly von Rankweil... 15 ... Kirchenpfleger Josef Brcuss von hier ... und Mesner Lorenz Frick, welcher Dienst seinem sei. Simon des 1728 ist gelassen worden ... So ist der Turm ausgemacht worden den 17. September 1781." 1816: "Das Malter Kernen galt 54 fl. ... auch sind die großen Erdäpfel das Stück für 2 xr verkauft worden. Aus diesen unerhörten Preisen läßt sich schließen, welche Not die gemeinen Klassen gehabt haben, weil ohne Geld nichts zu bekommen war, so viele Leute Pferdefleisch verzehrt. Die Armen, die solches nicht kaufen konnten, haben Grüschenbrot gebacken, Beiner gesammelt und abgesotten, Spreu gemahlt, solches statt Mehl gebraucht, die Erdäpfelschelfern für Leckerbissen gegessen." 1817: "... ja sogar in Satteins Zwetschkentrester ab den Bauernhöfen geholt, um das Leben durchzubringen, Wegwarten gesotten, welches man sonst den Schweinen nicht gegeben, dazu auch Nesselwurzen und andere Kräuter ..." "Auch gab es Notdiebereien, daß man Arristanten in Feldkirch kaum unterbringen konnte. Es wurden Kälber und Schafe gestohlen, junge Bäume, die schon 2 Jahre gestanden, ausgegraben und in die Schweiz verkauft, des Nachts Kühe gemolken, ja im Frühjahr gesteckte Erdäpfel ausgesucht. Sobald die Gerste anfing zu reifen, muß die Feldwacht verdoppelt werden ... Der Himmel möge uns vor einer solchen Hungersnot bewahren!" 1822: "... hat die Weberei in unserer Gegend zugenommen." 1824: "... waren die Häuser wegen Kinderblattern gesperrt. Da wurden einige Kinder des Nachts begraben." 1828: "Nun kam die Tabakregie ... Ja sogar ist dem Bauersmann scharf verboten, Tabak für sich zu pflanzen. Es ist auch auf das Lot ausländischer Tabak 1 fl. W.W. (Wiener Währung) Strafe gelegt worden ... Die Aufsicht bei den Grenzzollämtern wurde immer schärfer und das Volk im gleichen Grade boshafter und verwegener. Der Mautverband scheint eine Schule zu sein, die Leute eid- und gewissenlos, boshaft und verwegen gemacht." 1830: "... war eine Grenzwächter Compagnie von 306 Mann errichtet worden, welche jährlich mehr als die Hauptsumme von Hagelschaden gekostet. Zu diesem wurde 16 noch geschwärzt und den Leuten viel tausend Gulden Ware erwischt und gestraft. Was würden die Alten sagen, welche vor 50 oder 60 Jahren gelebt haben? In diesen Jahren ist der neue Weg von Dafins auf Lindenboden angefangen worden." 1831: "Int August Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight Error: Invalid Font Weight dieses Jahres hat es fürchterliche Massengüsse gegeben. Die Sturmglocke mußte siebenmal angezogen werden. Man war in größter Gefahr, daß die Frödisch in das Dorf einbrechen werde. Auch die Frutz war so angeloffen, daß mehr als die halbe Frutzbriicke plötzlich einstürzte und fortgerissen wurde, wo zum Glück niemand ums Leben kam, obschon einige Minuten vorher noch über 100 Menschen als Zuschauer darauf waren. Es mußten einige von Rankweil bei uns und von uns einige in Rankweil bleiben. Einige Minuten nach diesem wollte der Postwagen von Ems über Sulz nach Hause fahren, weil auch das Bützcnbrückle bei der Kriegerbruck zerrissen und für diesen Tag unfahrbar gemacht worden, wäre die Frutz bei uns nicht auf die Wiesen ausgebrochen ..." "In Rankweil hat das Überrinnen viel Schaden getan. In der Gemeinde Laterns hat es 113 Riifen oder Erdschlipfen gehabt und ist der dortige Fahnenträger elend zugrunde gegangen. Er ist erst des 14. in unserer Au tot aufgefunden worden. Auch hat überall die III fürchterlich geschadet und in Feldkirch bis zur Frauenkirche geschwemmt, bei Gisingen überloffen und Meiningen überschwemmt." 1831 "... Der Kaiser hat gegenwärtig auch sich zum Kriege ausgerüstet. Gott gebe, daß das Gebet guter Christen die Strafen abwenden werde, welche die Zeit lehren wird." Der Stiftsbrief Hier handelt es sich um ein Dokument, welches für Sulz, Pfarrgemeinde und Gemeinde, einen Stellenwert besonderer Art hat. Insgesamt sind es 17 Punkte, die sich auf die Beschlußfassung der Gemeindemänner beziehen, welche am 29.12.1842 durch Ausfertigung des förmlichen Stiftsbriefes die Vorbedingnisse dafür schufen, daß die bisherige Kaplanei nunmehr zu einer souveränen Pfarre deklariert wurde. Die grundlegenden Inhalte zusammengefaßt: Lösung aus der Mutterpfarre Aufhebung gegenseitiger Verpflichtungen Die Gemeinde Sulz wird Selbstversorger Erhaltung des Pfarrhofes und der Pfründe Mittelerbringung Stellenverleihungsregelung Einkommen und Vermögen Erhaltung der Baulichkeiten Verwendung von Räumlichkeiten Stiftungsverbindlichkeiten Einkunftsregelung Pfründeverwaltung Gebührenregelung Abfindung kirchlicher Dienstleistungen Der Brief schließt am 29.12.1842 mit der Gültigkeits- und Verbindlichkeitserklärung aller anwesenden Gemeindemänner sowie der Dienstbeauftragten von Feldkirch und der Pfarre Rankweil. 18 4 «/„./•• Letzte Seite des Stiftsbriefes a^W^-A ^ ISfiML. -/-'•/' i 4 /Ji'j-sr jL. 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Schlagworte: pfarrjubiläum , sulz
Sulz 26.04.2013, 15:40 Uhr 11.41 MB Download
Schlagworte: jubiläumsschrift , pfarre
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